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Datenstand: 12.09.2026 — die Daten dieser Kommune konnten seit 37 Tagen nicht aktualisiert werden, weil das Ratsinformationssystem derzeit nicht erreichbar ist. Inhalte können veraltet sein.

Ordnungsbehördliche Verordnung über das Offenhalten von Verkaufsstellen an Sonntagen im Jahr 2026

Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss 3384/2025 vom 29.01.2026

Stand: Am 05.02.2026 im Rat ungeändert beschlossen.

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  • Anlage 3 Antrag Rodenkirchen

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    Sonntagsöffnung zu den Rodenkirchener Sommertagen 2026 Termin: Sonntag,12.7.2026 von 13-18 Uhr Antrag: Sonntägliche Öffnung der Verkaufsstellen Ort: Stadtteil Rodenkirchen Örtliche Ausdehnung der Geschäftsöffnung: Hauptstr. zwischen Kirchstr. (mit Rheingalerie-Platz) bis Walter-Rathenaustraße (mit Rathausplatz). Maternusstraße von Hauptstr. bis Bahnhof Inklusive Maternusplatz ; Barbarastr. Bis Einfahrt Tiefgarage vom Sommershof. Ausrichter: Treffpunkt Rodenkirchen e.V. Rechtsgrundlage: Ladenöffnungsgesetz 2018 Nordrhein-Westfalen Anlass: Rodenkirchener Sommertage 1. Beschreibung Veranstaltung/ Anlass: Die Rodenkirchener Sommertage finden seit rund 40 Jahren statt. Seit 2006 unter dem Namen „Rodenkirchener Sommertage“. Diese Rodenkirchener Traditionsveranstaltung ist die wichtigste und grösste Strassenfest -Veranstaltung im Kölner Süden. Bis ca. 2010 wa r immer die Ausgestaltung als Verkaufsoffende Sonntag gewählt. Danach stand der Fokus stark auf der Darstellung der Unternehmen auf der Straße gelegt und auf die Beantragung einer Sonderöffnung verzichtet Durch Corona beobachteten wir einen verstärkte Fre quentierung der stationären Handels. Häufig gepaart mit der Erkenntniss des Konsumenten, daß der Einzelhandel nicht mehr in der Art existent ist, wie die Konsumenten noch vor 10 Jahren kannten. Kunden die sich in der nahen Vergangenheit Onlinehandel zugewandt hatten erlangten wieder deutlich mehr Bezug zum stationären Handel. Wie in den vergangenen Jahren werden die Rodenkirchener Sommertage ein Fest an 2 Tagen sein. Eine Strassensperrung der zentralen Bereiche in Rodenkirchen erzeugt den typischen Strassenfestcharakter. Auf der zentralen Bühne, (in 202 5 auf dem Kreuzung Hauptstr. Ecke Barbarastr.) findet ein hochkarätiges Bühnenprogramm statt, in dem jedes Jahr Top -Akteure der kölner Musikszene vertreten sind. Dieser Umstand zieht über die Rodenkirchener Grenzen hinweg jeden Jahr 30.000 bis 50.000 Besucher an den 2 Tagen nach Rodenkirchen. Das Bühnenprogramm umfasst Kölner Top-Akts und lokal-etablierte Amateur-Akts. An dem Straßenfest wirkten viele ortsansässigen Institutionen mit. Vereine (Turn Verein Rodenkirchen, Rheinbogenstiftung, Karnevalvereine u.a.) präsentieren sich. Der Turnverein Rodenkirchen stellt eine große Fläche zur Kinderbespassung bereit. Hüpfburgen, eine Wasserrutsche und geschiclichkeitsspiele sind ein typisches Programm, daß von TVR angeboten wird. . Eine Vielzahl von kleinen Verkaufsständen lädt auf der Hauptstrasse zum flanieren ein. Eine st arke Mediale Aufmerksamkeit im kölner Süden wird jedes Jahr erzeugt. 2. und 3. Begründung des Öffentlichen Interesses: Erhalt, Stärkung und Entwicklung eines vielfältigen stationären Einzelhandelsangebots und zentraler Versorgungsbereiche: Rodenkirchen ist gemäß des Einzelhandelskonzepts der Stadt Köln von 2013 das Oberzentrum des Stadtbezirks Rodenkirchen. Demnach werden in Rodenkirchen zentrale Versorgungsbereiche vorgehalten. Deren Erhalt und Stärkung sind im öffentlichen Interesse der St adt Köln und werden mit zahlreichen Veranstaltungen wie der Rodenkirchener Kunstmeile, Rodenkirchener Weinwoche, Kulturfrühling@Rodenkirchen, Rodenkirchener Sommertagen, Rodenkirchener LifestyleTag, Rodenkirchener Martinsmarkt, Winterzauber in Rodenkirch en und Krippenweg nachhaltig gestärkt. Oben ist die räumliche Ausdehnung der sonntäglichen Ladenöffnung auf die zentralen Bereiche im Stadtteil Rodenkirchen definiert. Daher führt die Aktionsgemeinschaft Rodenkirchen e.V. auch mit ihrer eigenen Markenbildung „Treffpunkt Rodenkirchen mit dem Roten Punkt“ im Rahmen der Umsetzung des Stadtteilentwicklungskonzeptes zahlreiche Maßnahmen zur Stärkung der Zentrenfunktion Rodenkirchens als Einzelhandelsstandort und zur Profilierung als der Gastronomie - und Ausgehst andort durch, was zunehmend auch in das Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger rückt. Die Veranstaltungen der Aktionsgemeinschaft in Verbindung mit den verkaufsoffenen Sonntagen gibt die Möglichkeiten die Vielfalt des Rodenkirchener Einzelhandels zu pr äsentieren und damit im Bewusstsein der Bürgerinnen, Bürger und Besucher Rodenkirchens zu verfestigen. Die Veranstaltungen und verkaufsoffenen Sonntage tragen dazu bei, die neuen Bürgerinnen und Bürger in das gesellschaftliche, kulturelle und wirtschaftlic he Leben von Rodenkirchen einzubinden und ihnen vielfältige und attraktive, stationäre Versorgungsstrukturen in ihrem Lebensumfeld und eine deutliche Alternative zum wachsenden Online -Handel aufzuzeigen. Hier wurden immer wieder vom örtlichen Handel po sitiv erwähnt, dass die drei Sonntagsöffnungen im Jahr in der Vergangenheit Besucher aus anderen Stadtteilen angezogen hatten und dies nachweislich zur Neukundengewinnung beigetragen hat. Diese belegt, dass Sonntagsöffnungen die Strukturen des Rodenkirchener Einzelhandels stärken und fördern. Gleichzeitig soll sich Rodenkirchen als attraktiver Handelsstandort für weitere Neuansiedlungen zur Erweiterung des standorttypischen Branchenmixes durch eine hohe Besucherfrequenz empfehlen. Im Jahr 2012/2013 ware n laut Zentrenkonzept 130 Einzelhandelsbetriebe angegeben. Durch Inhaber -Aufgabe und andere strukturelle Probleme betreiben derzeit knapp 115 Betriebe Sortimente mittel- und langfristigen Bedarfs. An bisherige Standorte von Einzelhandelsbetrieben sind zwischen 2012-2018 allein im Stadtteil Rodenkirchen neun Maklerbüros eingezogen. Diese Tendenz belegt auch das aktuell in Arbeit befindliche Einzelhandelskonzept der Stadt Köln. Das vielfältige Einzelhandelsangebot in Rodenkirchen hat also trotz überwiegend noch belegter Ladenlokale leider stark abgenommen. 4. Begründung Öffentliches Interesse: Belebung Ortskerne und Stadtteilzentren Rodenkirchen als Handelsstandort steht seit über zwei Jahren unter nachprüfbarem Druck. Von den gut 80 Ladenlokalen stehen seit gut 12 Monaten z.T. ca. 11% der Lokale leer (Siehe auch Leerstands - Dokumentation) im Vergleich war Jahre 2012/2013 angegeben mit 2% (seite308 https://www.stadt - koeln.de/mediaasset/content/pdf15/teil_b2_stadtbezirk_rodenkirche n.pdf). Ursache sind der Rückzug älterer Inhaber, d.h. nicht erfolgter Inhaberwechsel. Hinzu kommen Kaltmieten, die für potentielle Nachmieter am Markt nicht darstellbar sind. (Siehe Kurzdokumentation). Diese Leerstände beeinträchtigen die Magnet -Funktion des Rodenkirchener Einzelhandels als Frequenzbringer. Dennoch verfügt Rodenkirchen als größter Stadtteil im gleichnamigen Stadtbezirk 2 für ein Oberzentrum immer noch ungewöhnlich große, vielfältige und weiterwachsende Anzahl qualitativ hochwertige inhabergeführter Fachgeschäfte und ist stets bemüht, gemeinsam mit den Immobilieneigentümern neue Fachgeschäfte ansiedeln zu lassen. Diese Ansiedlungen erfolgen jedoch zum Teil in den Nebenlagen außerhalb der Hauptstraße, was von der Bevölkerung dann partiell gar nicht wahrgenommen und geschätzt wird. 5. Begründung Öffentliches Interesse: Überörtliche Sichtbarkeit als attraktiver und lebenswerter Standort Rodenkirchen ist gerade an Sonn- und Feiertage ein touristischer Standort. So wird der Ort wegen seiner topo- und geographischen Besonderheiten (Vor allem: Rheinlage mit ausgeprägter touristisch angelegter Gastronomie für Nah -Erholer aus dem Umland, aber auch Spazierwege wie Forstbotanischer und Finkens Garten) besucht. Daher betreibt die AG Rodenkirchen e.V. mit und für ihre Mitglieder auch die touristische Sichtbarkeit des Stadtteils. Hierzu werden in den Geschäften und Gastronomie in Rodenkirchen an dem beantragten Sonntag 12.7.2026 Marketingmaßnahmen "Besuch uns in Rodenkirchen - wo Sonst?" mit Aufklebern und Aufstellern, Displays etc. betrieben, um Naherholung suchende auswärtige Besucher aus dem Umland vom attraktiven Freizeit- und Wochenend-Standort Rodenkirchen zu begeistern. So bringt der verkaufsoffene Sonntag aufgrund geöffneter Geschäfte mehr Reichweite für die Besucher, die sich an dem Tag in und über Rodenkirchen informieren. Anlage: Bericht vom Kölner Stadtanzeiger über die vorletzte Veranstaltung. https://www.ksta.de/koeln/rodenkirchen/auftakt-am-verkaufsoffenen-sonntag-65-kuenstler- stellen-bei-kunstmeile-in-koeln-aus-37530596 (für die Treffpunkt Rodenkirchen e.V.) Bei den Rodenkirchener Sommertagen herrscht Straßenfestatmosphäre mitten im Veedel. Die nächste Ausgabe am 5. Juli soll familiärer werden. Das Straßenfest Rodenkirchener Sommertage wird sich rund um die Hauptbühne an der Hauptstraße, Ecke Barbarastraßeabspielen. Eine kleinere Bühne wird auf dem Maternusplatz aufgebaut. „Das haben sich viele so gewünscht“, erklärt Petra Walterscheidt. In den letzten Jahren war die große Bühne auf dem Maternusplatz angesiedelt, so dass die Hauptstraße weniger gut besucht war. Besonders freut die Geschäftsfrau und Mitorganisatorin, dass sich in diesem Jahr wieder viele Geschäfte entlang der Hauptstraße beteiligen. Nicht bespielt wird in diesem Jahr der Platz an der Rheingalerie. Hier soll der Parkplatz zum Abstellen der Fahrräder und für mobile Toiletten genutzt werden. „Wir wollten das Fest deutlich kleiner halten. Die Hauptstraße wird vom Kreisel in beide Richtungen bespielt“, sagt aus dem Vorstand Wolfgang Behrendt. Die ansässigen Karnevalsvereine werden nicht nur mit ihren Plaggen für ein buntes Bild sorgen. „Sie unterstützen uns auch beim Ausschank, wie die KG Kapelle Jonge aus Weiß und die KG Der Reiter aus Hochkirchen“, sagt Behrendt, der auch zum Bühnenprogramm beitragen wird. 300 Sitzplätze verteilen sich auf dem Maternusplatz rund um die Getränkestände. An eingedeckten Tischen können hier verschiedene Köstlichkeiten auf Rodenkirchens „Gourmetmeile“ erworben werden. Platz und Spaß ist hier für die Kinder mit Hüpfburg, Trampolin, Animation und einem Karussell. „Die kleine Bühne hier ist mehr zum Zuhören. Das Programm ist ein wenig leiser und beschaulicher“, ergänzt Detlef Lauenstein, der das musikalische Programm zusammen gestellt hat. Inhaltlich sollen als roter Faden die Kinder mit Kinderliedern und Tanzvorführungen einbezogen werden. „Das Straßenfest wird wieder mehr zum Familienfest“, so Walterscheidt. Die kleine Bühne am Maternusplatz und die große „Marc Schmitz“-Bühne an der Barbarastraße werden im Wechsel bespielt. Unter anderem sind am Samstag Georg und die Pänz, Kocki un Schäng, Marie, das Cologne Salon Rockester und der Rodenkirchener Simon Schwieren dabei. Am Sonntag hält „der kölsche Diakon“, Willibert Pauels, um 12.45 Uhr auf der großen Bühne eine Messe auf Kölsch. Der Büttenredner im Kölner Karneval widmet sich seit 2014 als Diakon seelsorgerischer Arbeiten. Die 3 Söck nehmen nach 40 Jahren auf der Bühne Abschied. Die Blaskapelle Eefelkamp möchte eine Polonäse über den Maternusplatz organisieren. Als weiterer bekannter Name stehen am Sonntag die Räuber auf der großen Bühne. Die Rodenkirchener Sommertage dauern von Samstag, 5. Juli, von 14 bis 22 Uhr, Sonntag ist von 12 bis 19 Uhr Programm geplant.
  • Anlage 6 Anträge Porz

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    Antrag verkaufsoffener Sonntag Köln Porz-Mitte, 31. Mai 2026 Beachte: Maximal drei verkaufsoffene Sonntage im Jahr in Köln (Selbstbeschränkung durch Beschluss des Kölner Rates; zu beachten ist ebenfalls die angelegte Liste gesperrte Feiertage) Bitte beachten Sie als Interessengemeinschaften, dass die Werbung für Ihre Anlassveranstaltung im Vordergrund steht. Werbung für die Verkaufsstellenöffnung muss eine untergeordnete Rolle spielen. Beispiele für eine geeignete Werbemaßnahme entnehmen Sie der Anwendungshilfe des Wirtschaftsministeriums. Verstößen wird im Wege des Verwaltungszwangsverfahrens begegnet werden. Antragsteller: Porzity e.V. Bezeichnung des Anlass: Markt: Mobilitätsfrühling 31. Mai 2026 Messe: Örtliches Fest: Ähnliche Veranstaltung: Anlassbeschreibung: Mobilitätsfrühling in der Porzer Innenstadt - mehr als 20 Jahre wurde von der mittlerweile aufgelösten Interessengemeinschaft ISG in der Porzer Mitte der Autofrühling organisiert. Diese Veranstaltung ist in ganz Porz bekannt. Die neue Interessengemeinschaft Porzity e.V. möchte diese historische Veranstaltung nun wieder aufleben lassen, sie aber modernisieren und zu einem Mobilitätsfrühling weiterentwickeln. So soll an die Tradition von Veranstaltungen in der Porzer Mitte angeknüpft werden, gleichzeitig aber auch ein neues und größeres Publikum mit der Veranstaltung adressiert werden. Das Mobilitätsverhalten hat sich in den vergangenen Jahren gewandelt. Ebenso wird der Wandel hin zu erneuerbaren Energien immer präsenter – nicht nur, aber auch im Bereich der Mobilität. In Porz gibt es viele Unternehmen, die sich mit technischen Innovationen beschäftigen. Diese möchten wir für den Mobilitätsfrühling in die Porzer Innenstadt holen, um sich zu präsentieren. Wir fassen also das Thema Mobilität in Zukunft weiter – nicht nur im Sinne der Fortbewegung, sondern auch mobil im Hinblick auf Innovationen und eine zukunftsorientierte Entwicklung. Der Mobilitätsfrühling soll zeigen, dass Porz in diesem Bereich viel vorzuweisen hat. Die Porzer Unternehmen sollen auch dadurch an einer Teilnahme motiviert werden, dass sie durch die Präsenz bei der Veranstaltung als Arbeitgeber in Porz sichtbar werden. Wir möchten daher in der Bewerbung auch explizit die Porzer Schulen kontaktieren. Gleichzeitig soll ein Effekt der Veranstaltung sein, die Vielfältigkeit der Porzer Wirtschaft zu zeigen und damit auch das Selbst Image der Porzer*innen auf ihren Bezirk zu stärken. Wie in der Vergangenheit möchten wir auch weiterhin die Porzer Autohäuser ansprechen, sich in der Porzer City im Rahmen des Mobilitätsfrühlings präsentieren, z.B. Autohaus Fleischhauer, Autohaus Schmitz, 3H Automobile (…). Wir möchten aber auch aber auch weitere Unternehmen (z.B. Fahrradgeschäfte, E-Bike/Scooter Anbieter, Initiativen wie den ADFC) einladen, um das Thema Mobilität in Porz und darüber hinaus ganzheitlich zu betrachten. Darüber hinaus möchten wir Porzer Unternehmen ansprechen, die sich mit dem technischen Fortschritt und modernen Lösungen für aktuelle Herausforderungen beschäftigen. Wir denken dabei beispielsweise an Anbieter von Balkonkraftwerken oder Wärmepumpen. Diese Ansprache soll das Angebot im Vergleich zu früher erweitern und den Besucher*innen ein abwechslungsreiches Erlebnis ermöglichen viele verschiedene Porzer Unternehmen kennenzulernen. Die Stände der Unternehmen werden ergänzt durch ein kulinarisches und musikalisches Rahmenprogramm (siehe genauere Erläuterung unten). Der Mobilitätsfrühling ist eine wichtige und notwendige Veranstaltung zur langfristigen Standortsicherung, zur Belebung der Innenstadt von Porz um eine weitere Abwanderung der Kunden zu stoppen, der Porzer will sich in seinem Stadtteil wohl fühlen und dies gelingt nur, wenn wir unseren Porzern mehr bieten als nur den schnellen Einkauf. Gleichzeitig bedarf es einer zeitgemäßen Weiterentwicklung des bisherigen Autofrühlings, dem wir mit einem Fokus auf nachhaltige Mobilität sowie weiteren Tech-Unternehmen aus Porz mit einem Bezug zum Thema Nachhaltigkeit begegnen möchten. Die Besucher*innen erhalten dann einen Übersichtsplan zu den verschiedenen Angeboten in der Porzer Mitte, um sich zwischen den Ständen zurecht zu finden und ihren Interessen zu folgen. Die Fertigstellung der Neuen Mitte Porz befindet sich in den letzten Zügen. Die vielen Jahre der Baustelle in der Porzer Mitte hat zu einer Image Verschlechterung geführt. Daher ist es umso wichtiger die traditionellen Porzer Veranstaltungen nun in der Neuen Porzer Mitte wiederaufleben zu lassen und so Tradition und Innovation zusammenzubringen. Bildet die Anlassveranstaltung den Hauptgrund für Besucher/Besucherinnen die Veranstaltung zu besuchen oder steht die Ladenöffnung im Vordergrund? Die Verwaltung muss insbesondere darlegen, dass und wie die hinter den in § 6 Abs. 1 S. 2 Nr. 2 bis 5 LÖG NRW genannten öffentlichen Interessen durch die Ladenöffnung an Sonn - und Feiertagen gefördert werden können. Dabei ist vor allem herauszuarbeiten, warum das Umsat z- oder Shoppinginteresse hierbei nicht im Vordergrund steht. x ja ☐ nein (wenn nein, keine Aussicht auf Erfolg für eine Genehmigung durch den Rat der Stadt Köln) Bei dem Anlass handelt es sich um: ☐ eine historische Veranstaltung x eine Veranstaltung, welche zum wiederholten Mal stattfindet ☐ erstmalig stattfindende Veranstaltung Besteht ein unmittelbar räumlicher und zeitlicher Bezug zur Anlassveranstaltung und den zur Öffnung vorgesehenen Verkaufsstellen? Hinweis: Von einer räumlichen Nähe ist regelmäßig insbesondere dann auszugehen, wenn die örtliche Veranstaltung in den Straßenzügen, die zur Ladenöffnung vorgesehen sind, stattfindet. Eine zeitliche Nähe besteht dann, wenn die örtliche Veranstaltung am selben Tag, nicht notwend ig zeitgleich, jedoch zeitlich überlappend stattfindet. Zwischen Veranstaltung und Verkaufsstellenöffnung muss ein angemessenes Verhältnis bestehen. Die in der Vergangenheit geschaffenen Anlässe um eine Verkaufsstellenöffnung zu x ja ☐ nein (wenn nein, keine Aussicht auf Erfolg für eine Genehmigung durch den Rat der Stadt Köln) erreichen, wie z.B. der Flohmarkt auf einem Möbelhausgelände, sogenannte Bauernmärkte mit 10 Zeltverkaufsstellen von Reisegewerbetreibenden, Grillfest (Spanferkelgrillen) in einem Gewerbegebiet, Hüpfburgen- und Eiertierveranstaltungen werden nicht genügen, Verkaufsstellenöffnungen zu genehmigen. Orientieren Sie sich hier an die vom Rat zuletzt genehmigten Anlässe. Räumliche Nähe ist gegeben bei örtlichen Veranstaltungen in den Straßenzügen, die zur Ladenöffnung vorgesehen ist; Gesamtveranstaltungsbereich einschl. Verbindungs - und Nebenstraßen, wenn die Veranstaltungsorte über diesen Bereich verteilt sind; eine Ausweitung über den Bereich hinaus, wird nicht genehmigungsfähig sein; Zieht die Anlassveranstaltung mehr Besucher als die der Verkaufsstellenöffnung? Fragestellung wird trotz Wegfall der Besucherprognose gestellt (vgl. Beschluss des VG Düsseldorf v. 22.05.2018);entgegen der Anwendungshilfe; juristische Bewertung der Verwa ltung; x ja ☐ nein (wenn nein, keine Aussicht auf Erfolg für eine Genehmigung durch den Rat der Stadt Köln) Besucher wegen Anlassveranstaltung: Besucher wegen Verkaufsstellenöffnung: Veranstaltungsfläche: Verkaufsfläche: Ca. 9000 am Sonntag Nachmittag Ca. 4500 2500qm 8520qm Quellenangabe und Belege zu Besucheraufkommen, Veranstaltungsfläche und Verkaufsfläche: Das OVG Münster verlangt, dass sich die Stadt Köln in einer für die gerichtliche Überprüfung nachvollziehbaren und dokumentierten Klarheit über Charakter, Größe und Zuschnitt der Veranstaltung verschafft (auch hier VG Düsseldorf) Die Einschätzung der Fläche entnehmen Sie dem Aufstellungsplan für den Adventsmarkt im Anhang. Die Einschätzungen zur Frequenz beruhen auf den Erfahrungswerten der alten Interessengemeinschaft aus der Vergangenheit. In der Neuauflage des Marktes werden nun die neuen Flächen des Friedrich Ebert Platzes in die Veranstaltungsfläche integriert. Die nachfolgend genannten Sachgründe wurden im Rahmen der Novellierung des LÖG geschaffen. Verkaufsoffene Sonntage wurden bis dahin ausschließlich aufgrund von Veranstaltungen von den zur Antragstellung berechtigten Interessengemeinschaften genehmigt. Eine Antragstellung von Seiten der Verwaltung ist nicht beabsichtigt und vom Rat in Richtung Verwaltung (politische/wirtschaftspolitische Erwägungen) auch nicht aufgegeben. Die nachfolgenden Sachgründe können allerdings kumulativ vorliegen und der Verwaltung dazu dienen, dem Rat das öffentliche Interesse über den Anlass-bezug/- zusammenhang hinaus zu begründen. Hier sind die Antragsberechtigten/Interessengemeinschaften gefordert, diese Sachgründe geltend zu machen/nachzuweisen und überprüfbare Belege vorzulegen. Der ehemalige Autofrühling ist eine Institution in Porz und der Ausfall in den vergangenen Jahren wurde bzw. wird von vielen Porzerinnen und Porzern sehr bedauert. Daher sind nun auch mehrere ortsansässige Vereine bei der Organisation beteiligt, wie unter anderem die Porzer Stadtgarde e.V. und der Bürgerverein Porz-Mitte. Neben den Ständen der (mit Vorzug Porzer Unternehmen) wird es auch ein kulinarisches Angebot geben, bei dem wir ebenfalls wiederum auf lokale Gastronom*innen aus Porz zurückgreifen möchten. Aufgrund von Erfahrungen (z.B. mit dem Porzer Weinfest) gibt es mittlerweile ein Pool an Gastronom*innen, die gerne zu Veranstaltungen in die Porzer Mitte kommen. Wir planen einen Das Einzelhandels- und Zentrenkonzept liegt hier zum Download bereit. Es wird gefordert, dass die Kommune auf der Grundlage eines Einzelhandelskonzepts mit der Sonntagsöffnung gezielt einen der genannten Sachgründe verfolgt. Derzeit enthält das Einzelhandelskonzept Sonntagsöffnungen noch nicht als Mittel, um das öffentliche Interesse in Gestalt der benannten weiteren Sachgründe zu fördern. Die nachfolgend genannten Sachgründe können daher derzeit nicht mit dem aktuellen Einzelhandelskonzept begründet werden. Grundbestand von mindestens 10 Essens sowie Getränkeständen in der Porzer Mitte aufzubauen, damit die Besucher*innen gut versorgt sind. Gleichzeitig soll es auch Angebote explizit für Kinder geben, hier ist beispielsweise der Aufbau eines Karussells sowie einer Hüpfburg geplant. In Kooperation mit den sozialen Einrichtungen in Porz möchten wir darüber hinaus Angebote wie ein Kinderschminken und Armbänder basteln realisieren. Im Bereich des Friedrich Ebert Platzes soll es zudem auf einer Bühne ein musikalisches Rahmenprogramm geben u.a. mit einer Talk Runde zum Thema Mobilität in Porz. Aufgrund des zukunftsorientierten Themas der Veranstaltung soll es darüber hinaus auf der Bühne ein Infoangebot zum ISEK Porz-Mitte geben, bei dem den Besucher*innen erläutert wird, welche Projekte in der Porzer Mitte bereits umgesetzt werden und welche für die Zukunft geplant sind. Für die musikalischen Beiträge möchten wir auf lokale Künstler*innen zurückgreifen, die in Porz bekannt sind. Dazu gehören Solo Artists mit teilweise kölschen Liedern, aber auch lokale Chöre. Ladenöffnung dient dem Erhalt, der Stärkung oder Entwicklung eines vielfältigen stationären Einzelhandelsangebots Hinweis: Der amtlichen Begründung zum Gesetzesentwurf ist zu entnehmen, dass der stationäre Einzelhandel vielerorts einer Gefährdung durch den Online-Handel unterliegt. Dem soll durch begrenzte Freigabe von Sonntagsöffnungen begegnet werden. Hier sei auf den Beschluss des OVG Münster vom 27.04.2018 hingewiesen. Die Kammer kommt hier nämlich, anders als der Gesetzgeber zu dem Ergebnis, dass die allgemeine, für den stationären Einzelhandel einer jeden Kommune ganzjährig bestehende Konkurrenzsituation zum Onlinehandel für sich genommen nicht geeignet ist, eine Ausnahme von der Regel der Sonn- und Feiertagsruhe zu begründen. Die Kammer weist ausdrücklich darauf hin, dass der Einzelhandel selbst und ausdrücklich gefordert ist, stets gewichtige, im Einzelfall festzustellende und in der Abwägung dem gebotenen Sonn - und Feiertagsschutz gegenüberzustellende öffentliche Interessen vorzutragen. Es werden danach Belege benötigt, die nachprüfbar ausführ en, dass der stationäre Einzelhandel vor Ort gefährdet ist. (z.B. Leerstände; Verarmung des Angebots, Erhalt bestehender oder Schaffung neuer Arbeitsplätze) Neben § 6 Abs. 1 S. 2. Nr. 1 LÖG NRW möchten wir den Antrag auf § 6 Abs. 1 S. 2. Nr. 2 - 4 LÖG NRW (Sachgrund Nr.2, Nr.3, Nr. 4) stützen. Aus der „Anlage zur Anwendungshilfe für die Kommunen und den Handel im Umgang mit dem neugefassten § 6 LÖG NRW“ ist zu entnehmen, dass für Sachgrund Nr. 2 Nr. 3, Nr.4 Belege angeführt werden können, die eine konkrete Gefährdung des örtlichen Einzelhandel aufzeigen („Anwendungshilfe“, Seiten 19-20, 29). Auch die Urteile vom OVG NRW (27.04.2018,4 B 571/18 - 25.05.2018, 4 B 707/18) zeigen auf, dass eine hinreichende Konkretisierung der örtlichen Einzelhandelssituation erforderlich ist. Der Einzelhandel in der Porzer Innenstadt steht in besonderer Weise unter Druck. Im Abschlussbericht „Integriertes Stadtentwicklungskonzept Porz Mitte (ISEK)“ vom 04.05.2018 ist die Gefährdung des Einzelhandels ausführlich dokumentiert (Abschlussbericht ISEK, Seiten 20-23). Die Gefährdungssituation bezieht sich auf das gesamte Bezirksteilzentrum Porz. Ausgelöst wurden die „Trading Down“ Effekte vor allem durch die Schließung des Hertie Warenhauses. In der Folge kam es zu vermehrten Leerständen, Frequenzrückgängen und zu massiven Verschlechterungen von Lagequalitäten (Abschlussbericht ISEK, Seite 21). Mitte 2017 wurden im Zentrumsbereich mehr als 20 leerstehende Ladenlokale gezählt (Abschlussbericht ISEK, Seite 22, Kartierung). Die Leerstände erstrecken sich u.a. über die Bahnhofsstraße, Hermannstraße, Josefstraße, Hauptstraße, Wilhelmstraße, Friedrich Ebert-Platz und verteilen sich über das gesamte Bezirksteilzentrum. Die konkrete Gefährdungssituation spiegelt sich ebenfalls in dem Indikator der Einzelhandelszentralität wider. Porz (PLZ 51143) weist im Jahr 2017 ein Wert von 70,3 auf, sodass es an diesem Standort nachweisbar zu Kaufkraftabflüssen kommt (Zahlenmaterial von Michael Bauer Research GmbH). Eine Stärkung des Einzelhandelsangebotes in der Porzer Innenstadt ist ein explizites Ziel im „Integriertes Stadtentwicklungskonzept Porz Mitte“ (Abschlussbericht ISEK, Seiten 42-43). Mittlerweile ist auf der Fläche des ehemaligen Herties mit drei neuen Häusern mit Wohn und Gewerbenutzung die Neue Mitte Porz entstanden. Die Einrichtung der Freiflächen der Neuen Mitte befindet sich seit mehreren Jahren weiterhin in der Bauphase. Diese Situation belastet weiterhin die Geschäftsentwicklung der Porzer Mitte. Auch in der Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz aus dem Jahr 2023 (verfasst durch die CIMA im Rahmen des Sofortprogramms zur Stärkung unserer Innenstädte und Zentren NRW) wird die Leerstandssituation als eines der zentralen Risiken für die Porzer Mitte analysiert (S. 18) und die Belebung des Einzelhandelsstandortes als ein Leitziel festgehalten (S. 22). Aufgrund der positiven Effekte von Sonntagsöffnungen wie Imagesteigerung für den Einzelhandelsstandort, Aktivierung von Besuchern aus anderen Stadtteilen und angrenzenden Kommunen, ist eine Sonntagsöffnung ein probates Instrument der Einzelhandelsförderung. Diese Zielsetzung geht über „bloße Umsatzinteressen und alltägliche Erwerbsinteresse potenzieller Käufer“ hinaus und dient der nachhaltigen Einzelhandelsentwicklung am Standort Porz Mitte. Im Ergebnis ergibt sich ein öffentliches Interesse, den Einzelhandelsstandort Porz Mitte mit einem verkaufsoffenen Sonntag zu fördern und rechtfertigt nach unserer Auffassung eine Ausnahme vom verfassungsrechtlich geschützten Sonntagsschutz. Ladenöffnung dient dem Erhalt, der Stärkung oder Entwicklung zentraler Versorgungsbereiche (Versorgungsinteresse, insbesondere weniger mobiler und ältere Teile der Bevölkerung; Sicherstellung wohnortnaher Versorgung) Hinter dem Sachgrund steht das grundgesetzlich geschützte Versorgungsinteresse der Bevölkerung, insbesondere der weniger mobilen und älteren Teile der Bevölkerung. Zentrale Versorgungsbereiche müssen erhalten bleiben, da ihnen eine herausragende Bedeutung für den Bestand und die Entwicklung der Städte und Gemeinden, insbesondere der Sicherstellung wohnortnaher Versorgung zukommt. Als zentrale Versorgungsbereiche gelten daher nicht nur Stadtteilzentren, die im überörtlichen Funktionszusammenhang eine bedeutende Rolle einnehmen, sondern auch die Quartiers - und Nahversorgungs- bzw. Nahbereichszentren. Ein Wohnhaus der Neuen Mitte ist vollständig mit Seniorenwohnungen ausgestattet. Um diesem älteren Teil der Porzer Bevölkerung auch in Zukunft die Nahversorgung zu gewährleisten ist eine positive Entwicklung des Bezirkszentrums von hoher Bedeutung. Ladenöffnung dient der Belebung der Innenstädte, Ortskerne, Stadt- oder Ortsteilzentren Mit dem Sachgrund soll der Gefahr einer drohenden Verödung der Innenstädte mit negativen Auswirkungen auf die örtlichen Lebens- und Wohnverhältnisse der Bevölkerung begegnet werden. Zielrichtung der Regelung ist es, umfangreichen Leerständen bei Gewerbe- und Wohnimmobilien und der Abwanderung von Einzelhändlern und Einzelhändlerinnen oder deren Geschäftsaufgabe entgegenzuwirken. Er soll der Belebung der Innenstädte und örtlichen Zentren dienen. Ladenöffnung steigert überörtliche Sichtbarkeit der jeweiligen Kommune als attraktiver und lebenswerter Standort, insbesondere für den Tourismus und die Freizeitgestaltung, als Wohn- und Gewerbestandort sowie Standort von kulturellen und sportlichen Einrichtungen Das Interesse von Kommunen, als attraktiver und lebenswerter Standort wahrgenommen zu werden und sich entsprechend selbst darstellen zu können und sichtbar zu machen, stellt aus Sicht des Landesgesetzgebers ebenfalls einen gewichtigen Sachgrund dar. Der Sachgrund zielt auch a uf den Erhalt kleinerer Kommunen ab, da diese im Gegensatz zu größeren Städten mehr Schwierigkeiten haben, neue Einwohner und Unternehmen anzuziehen. Er wird daher hier nicht weiter ausgeführt. „Aufwand hat sich nicht gelohnt“ Kein Autofrühling, kein verkaufsof... https://www.ksta.de/koeln/porz/porz-veedel/aufwand-hat-sich-nicht-g... 2 von 10 25.08.2025, 12:05 „Aufwand hat sich nicht gelohnt“ Kein Autofrühling, kein verkaufsof... https://www.ksta.de/koeln/porz/porz-veedel/aufwand-hat-sich-nicht-g... 3 von 10 25.08.2025, 12:05 „Aufwand hat sich nicht gelohnt“ Kein Autofrühling, kein verkaufsof... https://www.ksta.de/koeln/porz/porz-veedel/aufwand-hat-sich-nicht-g... 4 von 10 25.08.2025, 12:05 „Aufwand hat sich nicht gelohnt“ Kein Autofrühling, kein verkaufsof... https://www.ksta.de/koeln/porz/porz-veedel/aufwand-hat-sich-nicht-g... 5 von 10 25.08.2025, 12:05 „Aufwand hat sich nicht gelohnt“ Kein Autofrühling, kein verkaufsof... https://www.ksta.de/koeln/porz/porz-veedel/aufwand-hat-sich-nicht-g... 6 von 10 25.08.2025, 12:05 Anzeige Anzeige Anzeige Anzeige Anzeige Anzeige „Aufwand hat sich nicht gelohnt“ Kein Autofrühling, kein verkaufsof... https://www.ksta.de/koeln/porz/porz-veedel/aufwand-hat-sich-nicht-g... 7 von 10 25.08.2025, 12:05 | Anzeige | Anzeige Anzeige Anzeige Anzeige Anzeige Anzeige Anzeige Anzeige Anzeige Anzeige Anzeige „Aufwand hat sich nicht gelohnt“ Kein Autofrühling, kein verkaufsof... https://www.ksta.de/koeln/porz/porz-veedel/aufwand-hat-sich-nicht-g... 8 von 10 25.08.2025, 12:05 Antrag verkaufsoffener Sonntag Köln Porz-Mitte, 13. September 2026 Beachte: Maximal drei verkaufsoffene Sonntage im Jahr in Köln (Selbstbeschränkung durch Beschluss des Kölner Rates; zu beachten ist ebenfalls die angelegte Liste gesperrte Feiertage) Bitte beachten Sie als Interessengemeinschaften, dass die Werbung für Ihre Anlassveranstaltung im Vordergrund steht. Werbung für die Verkaufsstellenöffnung muss eine untergeordnete Rolle spielen. Beispiele für eine geeignete Werbemaßnahme entnehmen Sie der Anwendungshilfe des Wirtschaftsministeriums. Verstößen wird im Wege des Verwaltungszwangsverfahrens begegnet werden. Antragsteller: Porzity e.V. Bezeichnung des Anlass: Markt: Musikalischer Herbstmarkt 2026 Messe: Örtliches Fest: Ähnliche Veranstaltung: Anlassbeschreibung: Der Musikalische Herbst wurde von der mittlerweile aufgelösten Interessengemeinschaft ISG mehr als 40 Jahre in der Porzer Innenstadt durchgeführt. An diese Tradition möchten wir anknüpfen und den Musikalischen Herbst wieder aufleben lassen. Der Mark bietet umfangreiches Begleitprogramm durch Kinderbelustigungen und Kulinarisches, Auftritte verschiedener Porzer Karnevalsvereinen (genauere Erläuterun siehe unten). Die Organisation erfolgt Kooperation mit der Porzer Stadtgarde e.V. sowie dem City Center und weiteren Porzer Vereinen. Der Mark ist eine wichtige und notwendige Veranstaltung zur langfristigen Standortsicherung, zur Belebung der Innenstadt von Porz um eine weitere Abwanderung der Kunden zu stoppen, der Porzer will sich in seinem Stadtteil wohl fühlen und dies gelingt nur, wenn wir unseren Porzern mehr bieten als nur den schnellen Einkauf !! Die Fertigstellung der Neuen Mitte Porz befindet sich in den letzten Zügen. Die vielen Jahre der Baustelle in der Porzer Mitte hat zu einer Image Verschlechterung geführt. Daher ist es umso wichtiger die traditionellen Porzer Veranstaltungen nun in der Neuen Porzer Mitte wiederaufleben zu lassen und so Tradition und Innovation zusammenzubringen. Bildet die Anlassveranstaltung den Hauptgrund für Besucher/Besucherinnen die Veranstaltung zu besuchen oder steht die Ladenöffnung im Vordergrund? Die Verwaltung muss insbesondere darlegen, dass und wie die hinter den in § 6 Abs. 1 S. 2 Nr. 2 bis 5 LÖG NRW genannten öffentlichen Interessen durch die Ladenöffnung an Sonn - und Feiertagen gefördert werden können. Dabei ist vor allem herauszuarbeiten, warum das Umsatz- oder Shoppinginteresse hierbei nicht im Vordergrund steht. x ja ☐ nein (wenn nein, keine Aussicht auf Erfolg für eine Genehmigung durch den Rat der Stadt Köln) Bei dem Anlass handelt es sich um: ☐ eine historische Veranstaltung x eine Veranstaltung, welche zum wiederholten Mal stattfindet ☐ erstmalig stattfindende Veranstaltung Besteht ein unmittelbar räumlicher und zeitlicher Bezug zur Anlassveranstaltung und den zur Öffnung vorgesehenen Verkaufsstellen? Hinweis: Von einer räumlichen Nähe ist regelmäßig insbesondere dann auszugehen, wenn die örtliche Veranstaltung in den Straßenzügen, die zur Ladenöffnung vorgesehen sind, stattfindet. Eine zeitliche Nähe besteht dann, wenn die örtliche Veranstaltung am selben Tag, nicht notwendig zeitgleich, jedoch zeitlich überlappend stattfindet. Zwischen Veranstaltung und Verkaufsstellenöffnung muss ein angemessenes Verhältnis bestehen. Die in der Vergangenheit geschaffenen Anlässe um eine Verkaufsstellenöffnung zu erreichen, wie z.B. der Flohmarkt auf einem Möbelhausgelände, sogenannte Bauernmärkte mit 10 Zeltverkaufsstellen von Reisegewerbetreibenden, Grillfest (Spanferkelgrillen) in einem Gewerbegebiet, Hüpfburgen- und Eiertierveranstaltungen werden nicht genügen, Verkaufsstellenöffnungen zu genehmigen. Orientieren Sie sich hier an die vom Rat zuletzt genehmigten Anlässe. Räumliche Nähe ist gegeben be i örtlichen Veranstaltungen in den Straßenzügen, die zur Ladenöffnung vorgesehen ist; Gesamtveranstaltungsbereich einschl. Verbindungs - und Nebenstraßen, wenn die Veranstaltungsorte über diesen Bereich verteilt sind; eine Ausweitung über den Bereich hinaus , wird nicht genehmigungsfähig sein; x ja ☐ nein (wenn nein, keine Aussicht auf Erfolg für eine Genehmigung durch den Rat der Stadt Köln) Zieht die Anlassveranstaltung mehr Besucher als die der Verkaufsstellenöffnung? Fragestellung wird trotz Wegfall der Besucherprognose gestellt (vgl. Beschluss des VG Düsseldorf v. 22.05.2018);entgegen der Anwendungshilfe; juristische Bewertung der Verwaltung; x ja ☐ nein (wenn nein, keine Aussicht auf Erfolg für eine Genehmigung durch den Rat der Stadt Köln) Besucher wegen Anlassveranstaltung: Besucher wegen Verkaufsstellenöffnung: Veranstaltungsfläche: Verkaufsfläche: Ca. 9000 am Sonntag Nachmittag Ca. 4500 2500qm incl. Bühne 8520qm Quellenangabe und Belege zu Besucheraufkommen, Veranstaltungsfläche und Verkaufsfläche: Das OVG Münster verlangt, dass sich die Stadt Köln in einer für die gerichtliche Überprüfung nachvollziehbaren und dokumentierten Klarheit über Charakter, Größe und Zuschnitt der Veranstaltung verschafft (auch hier VG Düsseldorf) Die Einschätzungen zur Frequenz beruhen auf den Erfahrungswerten der alten Interessengemeinschaft aus den Musikherbsten in der Vergangenheit. In der Neuauflage des Marktes werden nun die neuen Flächen des Friedrich Ebert Platzes in die Veranstaltungsfläche integriert. Die nachfolgend genannten Sachgründe wurden im Rahmen der Novellierung des LÖG geschaffen. Verkaufsoffene Sonntage wurden bis dahin ausschließlich aufgrund von Veranstaltungen von den zur Antragstellung berechtigten Interessengemeinschaften genehmigt. Eine Antragstellung von Seiten der Verwaltung ist nicht beabsichtigt und vom Rat in Richtung Verwaltung (politische/wirtschaftspolitische Erwägungen) auch nicht aufgegeben. Die nachfolgenden Sachgründe können allerdings kumulativ vorliegen und der Verwaltung dazu dienen, dem Rat das öffentliche Interesse über den Anlass-bezug/- zusammenhang hinaus zu begründen. Hier sind die Antragsberechtigten/Interessengemeinschaften gefordert, diese Sachgründe geltend zu machen/nachzuweisen und überprüfbare Belege vorzulegen. Das Einzelhandels- und Zentrenkonzept liegt hier zum Download bereit. Es wird gefordert, dass die Kommune auf der Grundlage eines Einzelhandelskonzepts mit der Sonntagsöffnung gezielt einen der genannten Sachgründe verfolgt. Derzeit enthält das Einzelhandelskonzept Sonntagsöffnungen noch nicht als Mittel, um das öffentliche Interesse in Gestalt der benannten weiteren Sachgründe zu fördern. Die nachfolgend genannten Sachgründe können daher derzeit nicht mit dem aktuellen Einzelhandelskonzept begründet werden. Der Musikalische Herbst war eine Institution in Porz und der Ausfall in den vergangenen Jahren wurde bzw. wird von vielen Porzerinnen und Porzern sehr bedauert. Daher sind nun auch mehrere ortsansässige Vereine bei der Organisation beteiligt. Die Porzer Stadtgarde organisiert das kulturelle Programm für die Bühne auf dem Friedrich Ebert Platz. Neben kulinarischen Ständen können sich Porzer Vereine vorstellen und bieten Aktionen zum Mitmachen für Kinder an. Für die gastronomischen Stände besteht mittlerweile ein Netzwerk aus Anbietern, die gerne zu Veranstaltungen in die Porzer Mitte kommen. Unser Schwerpunk liegt darauf, Porzer Betriebe zu einer Teilnahme zu motivieren, um ihr Angebot zu präsentieren. Das Angebot soll dabei vielfältig sein, um den Besucher*innen eine abwechslungsreiche Auswahl zu präsentieren. Für die musikalischen Beiträge möchten wir auf lokale Künstler*innen zurückgreifen, die bereits in Porz bekannt sind. Dazu gehören ortsansässige Band und Solo Künstler mit teilweise kölschen Liedern, aber auch Chöre aus Porz. Zusätzlich hoffen wir die Musikschule Porz für Beiträge auf der Bühne gewinnen zu können. Darüber hinaus gibt es Musik Projekte im Jugendzentrum Glashütte, denen wir ebenfalls einen Zeitslot auf der Bühne anbieten möchten, um sich zu präsentieren. Grundsätzlich haben wir das Ziel, Menschen aus Porz auf die Bühne zu bringen und so natürlich auch Aufmerksamkeit auf unsere Veranstaltung zu wecken. Auf allen unseren Veranstaltungen sind wir bemüht ein möglichst vielfältiges Angebot für Kinder zu organisieren, um auch junge Familien aus Porz und Umgebung anzusprechen. Fest dazu gehören eine Hüpfburg sowie bis zu zwei Kinder-Karussells. Auch auf der Bühne sehen wir ein Zeitslot mit einem Kinderangebot vor, z.B. ein Clown oder ein Puppentheater. Gemeinsam mit sozialen Einrichtungen und Vereinen in Porz möchten wir zusätzliche Stände anbieten, wie z.B. Kinderschminken, Armbänder Basteln und Malen. Hierzu möchten wir unter anderem Kontakt aufnehmen zum Jugendzentrum Glashütte, den Kitas, dem Bürgerverein, der Sozialraumkoordination und weiteren Vereinen, wie z.B. dem Alevitischen Kulturzentrum oder dem Interkult e.V.. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass das Netzwerk in Porz-Mitte gut funktioniert und sich die Akteure bei ihren Veranstaltungen gegenseitig unterstützen. Diese Gemeinschaft wollen wir mit unseren Veranstaltungen weiter fördern. Ladenöffnung dient dem Erhalt, der Stärkung oder Entwicklung eines vielfältigen stationären Einzelhandelsangebots Hinweis: Der amtlichen Begründung zum Gesetzesentwurf ist zu entnehmen, dass der stationäre Einzelhandel vielerorts einer Gefährdung durch den Online-Handel unterliegt. Dem soll durch begrenzte Freigabe von Sonntagsöffnungen begegnet werden. Hier sei auf den Beschluss des OVG Münster vom 27.04.2018 hingewiesen. Die Kammer kommt hier nämlich, anders als der Gesetzgeber zu dem Ergebnis, dass die allgemeine, für den stationären Einzelhandel einer jeden Kommune ganzjährig bestehende Konkurrenzsituation zum Onlinehandel für sich genommen nicht geeignet ist, eine Ausnahme von der Regel der Sonn- und Feiertagsruhe zu begründen. Die Kammer weist ausdrücklich darauf hin, dass der Einzelhandel selbst und ausdrücklich gefordert ist, stets gewichtige, im Einzelfall festzustellende und in der Abwägung dem gebotenen Sonn - und Feiertagsschutz gegenüberzustellende öffentliche Interessen vorzutragen. Es werden danach Belege benötigt, die nachprüfbar ausführen, dass der stationäre Einzelhandel vor Ort gefährdet ist. (z.B. Leerstände; Verarmung des Angebots, Erhalt bestehender oder Schaffung neuer Arbeitsplätze) Neben § 6 Abs. 1 S. 2. Nr. 1 LÖG NRW möchten wir den Antrag auf § 6 Abs. 1 S. 2. Nr. 2 - 4 LÖG NRW (Sachgrund Nr.2, Nr.3, Nr. 4) stützen. Aus der „Anlage zur Anwendungshilfe für die Kommunen und den Handel im Umgang mit dem neugefassten § 6 LÖG NRW“ ist zu entnehmen, dass für Sachgrund Nr. 2 Nr. 3, Nr.4 Belege angeführt werden können, die eine konkrete Gefährdung des örtlichen Einzelhandel aufzeigen („Anwendungshilfe“, Seiten 19-20, 29). Auch die Urteile vom OVG NRW (27.04.2018,4 B 571/18 - 25.05.2018, 4 B 707/18) zeigen auf, dass eine hinreichende Konkretisierung der örtlichen Einzelhandelssituation erforderlich ist. Der Einzelhandel in der Porzer Innenstadt steht in besonderer Weise unter Druck. Im Abschlussbericht „Integriertes Stadtentwicklungskonzept Porz Mitte (ISEK)“ vom 04.05.2018 ist die Gefährdung des Einzelhandels ausführlich dokumentiert (Abschlussbericht ISEK, Seiten 20-23). Die Gefährdungssituation bezieht sich auf das gesamte Bezirksteilzentrum Porz. Ausgelöst wurden die „Trading Down“ Effekte vor allem durch die Schließung des Hertie Warenhauses. In der Folge kam es zu vermehrten Leerständen, Frequenzrückgängen und zu massiven Verschlechterungen von Lagequalitäten (Abschlussbericht ISEK, Seite 21). Mitte 2017 wurden im Zentrumsbereich mehr als 20 leerstehende Ladenlokale gezählt (Abschlussbericht ISEK, Seite 22, Kartierung). Die Leerstände erstrecken sich u.a. über die Bahnhofsstraße, Hermannstraße, Josefstraße, Hauptstraße, Wilhelmstraße, Friedrich Ebert-Platz und verteilen sich über das gesamte Bezirksteilzentrum. Die konkrete Gefährdungssituation spiegelt sich ebenfalls in dem Indikator der Einzelhandelszentralität wider. Porz (PLZ 51143) weist im Jahr 2017 ein Wert von 70,3 auf, sodass es an diesem Standort nachweisbar zu Kaufkraftabflüssen kommt (Zahlenmaterial von Michael Bauer Research GmbH). Eine Stärkung des Einzelhandelsangebotes in der Porzer Innenstadt ist ein explizites Ziel im „Integriertes Stadtentwicklungskonzept Porz Mitte“ (Abschlussbericht ISEK, Seiten 42-43). Mittlerweile ist auf der Fläche des ehemaligen Herties mit drei neuen Häusern mit Wohn und Gewerbenutzung die Neue Mitte Porz entstanden. Die Einrichtung der Freiflächen der Neuen Mitte befindet sich seit mehreren Jahren weiterhin in der Bauphase. Diese Situation belastet weiterhin die Geschäftsentwicklung der Porzer Mitte. Auch in der Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz aus dem Jahr 2023 (verfasst durch die CIMA im Rahmen des Sofortprogramms zur Stärkung unserer Innenstädte und Zentren NRW) wird die Leerstandssituation als eines der zentralen Risiken für die Porzer Mitte analysiert (S. 18) und die Belebung des Einzelhandelsstandortes als ein Leitziel festgehalten (S. 22). Aufgrund der positiven Effekte von Sonntagsöffnungen wie Imagesteigerung für den Einzelhandelsstandort, Aktivierung von Besuchern aus anderen Stadtteilen und angrenzenden Kommunen, ist eine Sonntagsöffnung ein probates Instrument der Einzelhandelsförderung. Diese Zielsetzung geht über „bloße Umsatzinteressen und alltägliche Erwerbsinteresse potenzieller Käufer“ hinaus und dient der nachhaltigen Einzelhandelsentwicklung am Standort Porz Mitte. Im Ergebnis ergibt sich ein öffentliches Interesse, den Einzelhandelsstandort Porz Mitte mit einem verkaufsoffenen Sonntag zu fördern und rechtfertigt nach unserer Auffassung eine Ausnahme vom verfassungsrechtlich geschützten Sonntagsschutz. Ladenöffnung dient dem Erhalt, der Stärkung oder Entwicklung zentraler Versorgungsbereiche (Versorgungsinteresse, insbesondere weniger mobiler und ältere Teile der Bevölkerung; Sicherstellung wohnortnaher Versorgung) Hinter dem Sachgrund steht das grundgesetzlich geschützte Versorgungsinteresse der Bevölkerung, insbesondere der weniger mobilen und älteren Teile der Bevölkerung. Zentrale Versorgungsbereiche müssen erhalten bleiben, da ihnen eine herausragende Bedeutung für den Bestand und d ie Entwicklung der Städte und Gemeinden, insbesondere der Sicherstellung wohnortnaher Versorgung zukommt. Als zentrale Versorgungsbereiche gelten daher nicht nur Stadtteilzentren, die im überörtlichen Funktionszusammenhang eine bedeutende Rolle einnehmen, sondern auch die Quartiers- und Nahversorgungs- bzw. Nahbereichszentren. Ein Wohnhaus der Neuen Mitte ist vollständig mit Seniorenwohnungen ausgestattet. Um diesem älteren Teil der Porzer Bevölkerung auch in Zukunft die Nahversorgung zu gewährleisten ist eine positive Entwicklung des Bezirkszentrums von hoher Bedeutung. Ladenöffnung dient der Belebung der Innenstädte, Ortskerne, Stadt- oder Ortsteilzentren Mit dem Sachgrund soll der Gefahr einer drohenden Verödung der Innenstädte mit negativen Auswirkungen auf die örtlichen Lebens- und Wohnverhältnisse der Bevölkerung begegnet werden. Zielrichtung der Regelung ist es, umfangreichen Leerständen bei Gewerbe - und Wohnimmobilien und der Abwanderung von Einzelhändlern und Einzelhändlerinnen oder deren Geschäftsa ufgabe entgegenzuwirken. Er soll der Belebung der Innenstädte und örtlichen Zentren dienen. Ladenöffnung steigert überörtliche Sichtbarkeit der jeweiligen Kommune als attraktiver und lebenswerter Standort, insbesondere für den Tourismus und die Freizeitgestaltung, als Wohn- und Gewerbestandort sowie Standort von kulturellen und sportlichen Einrichtungen Das Interesse von Kommunen, als attraktiver und lebenswerter Standort wahrgenommen zu werden und sich entsprechend selbst darstellen zu können und sichtba r zu machen, stellt aus Sicht des Landesgesetzgebers ebenfalls einen gewichtigen Sachgrund dar. Der Sachgrund zielt auch auf den Erhalt kleinerer Kommunen ab, da diese im Gegensatz zu größeren Städten mehr Schwierigkeiten haben, neue Einwohner und Unterneh men anzuziehen. Er wird daher hier nicht weiter ausgeführt. Redakteur/in RAG - Redaktion Musikalischer Herbst in der Porzer City Ein rundum gelungenes Programm 15. Oktober 2019, 07:28 Uhr • 141× gelesen Die Porzer City war sehr gut besucht, als die Innenstadtgemeinschaft Porz (ISG) zum Musikalischen Herbst eingeladen hatte.  • Foto: Flick • hochgeladen von RAG - Redaktion Porz - (sf). Ein Bühnenprogramm mit Live-Musik, Kirmes-Attraktionen, jede Menge Speis und Trank und den ganzen Tag shoppen, obwohl Sonntag ist: Es gab viele Gründe, den „Musikalischen Herbst 2019“ in der Porzer City zu besuchen. Tatsächlich erwiesen sich alle genannten Attraktionen als Publikumsmagneten, so war die Porzer City den gesamten Nachmittag lang entsprechend gut gefüllt. Im City Center warteten insbesondere für die jüngsten Besucher viele Überraschungen: ein Clown, der Luftballons in witzigen Formen bastelte oder auch das Kinderschminken waren so gefragt, dass sich an beiden Attraktionen immer wieder lange Schlangen bildeten. Ebenfalls bei den Kindern sehr beliebt war eine Fahrt auf einem der beiden Kinderkarussells. Auf Schnäppchenjagd konnte man sich derweil auf dem Trödel- und Antiquitätenmarkt begeben. Auf der Bühne am City-Center sorgten die Räuber und Kölsch Royal für Party-Stimmung, während der ehemalige Lupo-Sänger Jannik die Besucher nur mit Gitarre und Gesang in seinen Bann zog. Zum Abschluss des Musikalischen Herbstes zeigten sich die Veranstalter mit der Resonanz rundum zufrieden: „Wir hatten Glück, dass wir so ein traumhaft schönes Wetter hatten. Der Musikalische Herbst ist hervorragend angenommen worden“, sagte City-Center Managerin Ute Femfert vom Vorstand der Innenstadtgemeinschaft (ISG) Porz. Diese Enpal | Anzeige Experten einig: Solar lohnt sich nur, wenn Ihr Dach... Zum nächsten Artikel Antrag verkaufsoffener Sonntag Köln Porz-Mitte, 13. Dezember 2026 Beachte: Maximal drei verkaufsoffene Sonntage im Jahr in Köln (Selbstbeschränkung durch Beschluss des Kölner Rates; zu beachten ist ebenfalls die angelegte Liste gesperrte Feiertage) Bitte beachten Sie als Interessengemeinschaften, dass die Werbung für Ihre Anlassveranstaltung im Vordergrund steht. Werbung für die Verkaufsstellenöffnung muss eine untergeordnete Rolle spielen. Beispiele für eine geeignete Werbemaßnahme entnehmen Sie der Anwendungshilfe des Wirtschaftsministeriums. Verstößen wird im Wege des Verwaltungszwangsverfahrens begegnet werden. Antragsteller: Porzity e.V. Bezeichnung des Anlass: Markt: Porzer Adventsmarkt 2026 Messe: Örtliches Fest: Ähnliche Veranstaltung: Anlassbeschreibung: Traditioneller Adventsmarkt in der Porzer Innenstadt - seit mehr als 20 Jahres fand der Weihnachtsmarkt mit Ständen von regionalen Ausstellern, Kunstgewerbe, Handarbeiten, Schnitzereien, Dekorationsartikeln etc., Kinderprogramm mit Vergabe Wunschbaumaktion, Glühweinstand und der Beteiligung ortsansässiger Vereine in der Porzer Mitte statt (genauere Erläuterung siehe unten) Zwischen den Jahren 2022 bis 2024 wurde der Markt aufgrund der Auflösung der alten ISG Porz-Mitte nicht mehr durchgeführt. Seit 2024 wird der Weihnachtsmarkt von der KG Porzer Stadtgarde und der neuen Interessengemeinschaft Porzity e.V. reaktiviert. Der Adventsmarkt ist eine wichtige und notwendige Veranstaltung zur langfristigen Standortsicherung, zur Belebung der Innenstadt von Porz um eine weitere Abwanderung der Kunden zu stoppen, der Porzer will sich in seinem Stadtteil wohl fühlen und dies gelingt nur, wenn wir unseren Porzern mehr bieten als nur den schnellen Einkauf. Die Fertigstellung der Neuen Mitte Porz befindet sich in den letzten Zügen. Die vielen Jahre der Baustelle in der Porzer Mitte hat zu einer Image Verschlechterung geführt. Daher ist es umso wichtiger die traditionellen Porzer Veranstaltungen nun in der Neuen Porzer Mitte wiederaufleben zu lassen und so Tradition und Innovation zusammenzubringen. Bildet die Anlassveranstaltung den Hauptgrund für Besucher/Besucherinnen die Veranstaltung zu besuchen oder steht die Ladenöffnung im Vordergrund? Die Verwaltung muss insbesondere darlegen, dass und wie die hinter den in § 6 Abs. 1 S. 2 Nr. 2 bis 5 LÖG NRW genannten öffentlichen Interessen durch die Ladenöffnung an Sonn - und Feiertagen gefördert werden können. Dabei ist vor allem herauszuarbeiten, warum das Umsatz- oder Shoppinginteresse hierbei nicht im Vordergrund steht. x ja ☐ nein (wenn nein, keine Aussicht auf Erfolg für eine Genehmigung durch den Rat der Stadt Köln) Bei dem Anlass handelt es sich um: ☐ eine historische Veranstaltung x eine Veranstaltung, welche zum wiederholten Mal stattfindet ☐ erstmalig stattfindende Veranstaltung Besteht ein unmittelbar räumlicher und zeitlicher Bezug zur Anlassveranstaltung und den zur Öffnung vorgesehenen Verkaufsstellen? Hinweis: Von einer räumlichen Nähe ist regelmäßig insbesondere dann auszugehen, wenn die örtliche Veranstaltung in den Straßenzügen, die zur Ladenöffnung vorgesehen sind, stattfindet. Eine zeitliche Nähe besteht dann, wenn die örtliche Veranstaltung am selben Tag, nicht notwendig zeitgleich, jedoch zeitlich überlappend stattfindet. Zwischen Veranstaltung und Verkaufsstellenöffnung muss ein angemessenes Verhältnis bestehen. Die in der Vergangenheit geschaffenen Anlässe um eine Verkaufsstellenöf fnung zu erreichen, wie z.B. der Flohmarkt auf einem Möbelhausgelände, sogenannte Bauernmärkte mit 10 Zeltverkaufsstellen von Reisegewerbetreibenden, Grillfest (Spanferkelgrillen) in einem Gewerbegebiet, Hüpfburgen- und Eiertierveranstaltungen werden nicht genügen, Verkaufsstellenöffnungen zu genehmigen. Orientieren Sie sich hier an die vom Rat zuletzt genehmigten Anlässe. Räumliche Nähe ist gegeben bei örtlichen Veranstaltungen in den Straßenzügen, die zur Ladenöffnung vorgesehen ist; Gesamtveranstaltungsbereich einschl. Verbindungs - und Nebenstraßen, wenn die Veranstaltungsorte über diesen Bereich verteilt sind; eine Ausweitung über den Bereich hinaus, wird nicht genehmigungsfähig sein; x ja ☐ nein (wenn nein, keine Aussicht auf Erfolg für eine Genehmigung durch den Rat der Stadt Köln) Zieht die Anlassveranstaltung mehr Besucher als die der Verkaufsstellenöffnung? Fragestellung wird trotz Wegfall der Besucherprognose gestellt (vgl. Beschluss des VG Düsseldorf v. 22.05.2018);entgegen der Anwendungshilfe; juristische Bewertung der Verwaltung; x ja ☐ nein (wenn nein, keine Aussicht auf Erfolg für eine Genehmigung durch den Rat der Stadt Köln) Besucher wegen Anlassveranstaltung: Besucher wegen Verkaufsstellenöffnung: Veranstaltungsfläche: Verkaufsfläche: Ca. 9000 am Sonntag Nachmittag Ca. 4500 2500qm 8520qm Quellenangabe und Belege zu Besucheraufkommen, Veranstaltungsfläche und Verkaufsfläche: Das OVG Münster verlangt, dass sich die Stadt Köln in einer für die gerichtliche Überprüfung nachvollziehbaren und dokumentierten Klarheit über Charakter, Größe und Zuschnitt der Veranstaltung verschafft (auch hier VG Düsseldorf) Die Einschätzung der Fläche entnehmen Sie dem Aufstellungsplan für den Adventsmarkt im Anhang. Die Einschätzungen zur Frequenz beruhen auf den Erfahrungswerten der alten Interessengemeinschaft aus den Adventsmärkten in der Vergangenheit. In der Neuauflage des Marktes werden nun die neuen Flächen des Friedrich Ebert Platzes in die Veranstaltungsfläche integriert. Die nachfolgend genannten Sachgründe wurden im Rahmen der Novellierung des LÖG geschaffen. Verkaufsoffene Sonntage wurden bis dahin ausschließlich aufgrund von Veranstaltungen von den zur Antragstellung berechtigten Interessengemeinschaften genehmigt. Eine Antragstellung von Seiten der Verwaltung ist nicht beabsichtigt und vom Rat in Richtung Verwaltung (politische/wirtschaftspolitische Erwägungen) auch nicht aufgegeben. Die nachfolgenden Sachgründe können allerdings kumulativ vorliegen und der Verwaltung dazu dienen, dem Rat das öffentliche Interesse über den Anlass-bezug/- zusammenhang hinaus zu begründen. Hier sind die Antragsberechtigten/Interessengemeinschaften gefordert, diese Sachgründe geltend zu machen/nachzuweisen und überprüfbare Belege vorzulegen. Das Einzelhandels- und Zentrenkonzept liegt hier zum Download bereit. Es wird gefordert, dass die Kommune auf der Grundlage eines Einzelhandelskonzepts mit der Sonntagsöffnung gezielt einen der genannten Sachgründe verfolgt. Derzeit enthält das Einzelhandelskonzept Sonntagsöffnungen noch nicht als Mittel, um das öffentliche Interesse in Gestalt der benannten weiteren Sachgründe zu fördern. Die nachfolgend genannten Sachgründe können daher derzeit nicht mit dem aktuellen Einzelhandelskonzept begründet werden. Wir möchten zunächst darauf verweisen, dass nach dem Urteil vom Oberverwaltungsgericht NRW (OVG NRW) vom 07.12.2017 (4 B 1538/17 – RN 20) Weihnachtsmärkte als tauglicher Anlass eingestuft und den öffentlichen Charakter eines Sonntags maßgeblich prägen können. Der Porzer Adventsmarkt ist eine Institution in Porz und der Ausfall in den vergangenen Jahren wurde bzw. wird von vielen Porzerinnen und Porzern sehr bedauert. Daher sind nun auch mehrere ortsansässige Vereine bei der Organisation beteiligt. Die Porzer Stadtgarde organisiert eine Wunschbaumaktion, bei der Kindern aus Porz Weihnachtswünsche durch Besucher*innen der Geschäfte in der Innenstadt erfüllt werden können. Diese Aktion läuft bereits den gesamten Advent, auf der Bühne beim Adventsmarkt finden dann eine Verkündung der aktuellen gesammelten Summe von Geschenken und eine erste Übergabe statt. Nicht gekaufte Wünsche werden im Nachgang durch die Stadtgarde/IG Porzity besorgt. Zusätzlich organisieren wir auf der Bühne am Friedrich Ebert Platz ein Programm mit weihnachtlicher Musik. Die Boxen können so aufgebaut werden, dass man die Musik beim Besuch an den Verkaufs- und Essensständen hören kann. Für die musikalischen Beiträge möchten wir auf lokale Künstler*innen zurückgreifen, die bereits in Porz bekannt sind. Dazu gehören ortsansässige Band und Solo Künstler, aber auch Chöre aus Porz. Zusätzlich hoffen wir die Musikschule Porz für Beiträge auf der Bühne gewinnen zu können. Grundsätzlich haben wir das Ziel, Menschen aus Porz auf die Bühne zu bringen und so natürlich auch Aufmerksamkeit auf unsere Veranstaltung zu wecken. Bei den Verkaufsständen möchten wir einen Schwerpunkt auf das lokale Kleingewerbe und Kunsthandwerk legen. Hier haben wir bereits mehrere Kontakte in Porz, beispielsweise eine Hutmacherin, einen Upcycling Stand, bemalte Rhein Steine, selbsthergestellter Honig und Kekse, gemalte Bilder aus Porz. Wir möchten so ein klassisches Weihnachtsmarkt-Angebot mit lokalem Bezug realisieren. Die Stände werden ergänzt durch professionelle Anbieter sowie Essensstände aus unserem Netzwerk. Wie auch beim Herbstfest möchten wir das Netzwerk der sozialen Einrichtungen und Vereine in Porz-Mitte ansprechen, um weitere Angebote und Aktionen für Kinder zu organisieren. Dazu gehören z.B. ein gemeinsames Schmücken/Beleuchten des Weihnachtsbaums vor dem City Center mit dem Bürgerverein, Mal/Bastel Angebote für Kinder in Kooperation mit den Kitas und weitere Stände in Kooperation mit der Sozialraumkoordination oder Vereinen wie dem Alevitischen Kulturzentrum oder dem Interkult e.V. Ladenöffnung dient dem Erhalt, der Stärkung oder Entwicklung eines vielfältigen stationären Einzelhandelsangebots Hinweis: Der amtlichen Begründung zum Gesetzesentwurf ist zu entnehmen, dass der stationäre Einzelhandel vielerorts einer Gefährdung durch den Online-Handel unterliegt. Dem soll durch begrenzte Freigabe von Sonntagsöffnungen begegnet werden. Hier sei auf den Beschluss des OVG Münster vom 27.04.2018 hingewiesen. Die Kammer kommt hier nämlich, anders als der Gesetzgeber zu dem Ergebnis, dass die allgemeine, für den stationären Einzelhandel einer jeden Kommune ganzjährig bestehende Konkurrenzsituation zum Onli nehandel für sich genommen nicht geeignet ist, eine Ausnahme von der Regel der Sonn- und Feiertagsruhe zu begründen. Die Kammer weist ausdrücklich darauf hin, dass der Einzelhandel selbst und Neben § 6 Abs. 1 S. 2. Nr. 1 LÖG NRW möchten wir den Antrag auf § 6 Abs. 1 S. 2. Nr. 2 - 4 LÖG NRW (Sachgrund Nr.2, Nr.3, Nr. 4) stützen. Aus der „Anlage zur Anwendungshilfe für die Kommunen und den Handel im Umgang mit dem neugefassten § 6 LÖG NRW“ ist zu entnehmen, dass für Sachgrund Nr. 2 Nr. 3, Nr.4 Belege angeführt werden können, die eine konkrete Gefährdung des örtlichen ausdrücklich gefordert ist, stets gewichtige, im Einzelfall festzustellende und in der Abwägung dem gebotenen Sonn - und Feiertagsschutz gegenüberzustellende öffentliche Interessen vorzutragen. Es werden danach Belege benötigt, die nachprüfbar ausführen, dass der stationäre Einzelhandel vor Ort gefährdet ist. (z.B. Leerstände; Verarmung des Angebots, Erhalt bestehender oder Schaffung neuer Arbeitsplätze) Einzelhandel aufzeigen („Anwendungshilfe“, Seiten 19-20, 29). Auch die Urteile vom OVG NRW (27.04.2018,4 B 571/18 - 25.05.2018, 4 B 707/18) zeigen auf, dass eine hinreichende Konkretisierung der örtlichen Einzelhandelssituation erforderlich ist. Der Einzelhandel in der Porzer Innenstadt steht in besonderer Weise unter Druck. Im Abschlussbericht „Integriertes Stadtentwicklungskonzept Porz Mitte (ISEK)“ vom 04.05.2018 ist die Gefährdung des Einzelhandels ausführlich dokumentiert (Abschlussbericht ISEK, Seiten 20-23). Die Gefährdungssituation bezieht sich auf das gesamte Bezirksteilzentrum Porz. Ausgelöst wurden die „Trading Down“ Effekte vor allem durch die Schließung des Hertie Warenhauses. In der Folge kam es zu vermehrten Leerständen, Frequenzrückgängen und zu massiven Verschlechterungen von Lagequalitäten (Abschlussbericht ISEK, Seite 21). Mitte 2017 wurden im Zentrumsbereich mehr als 20 leerstehende Ladenlokale gezählt (Abschlussbericht ISEK, Seite 22, Kartierung). Die Leerstände erstrecken sich u.a. über die Bahnhofsstraße, Hermannstraße, Josefstraße, Hauptstraße, Wilhelmstraße, Friedrich Ebert-Platz und verteilen sich über das gesamte Bezirksteilzentrum. Die konkrete Gefährdungssituation spiegelt sich ebenfalls in dem Indikator der Einzelhandelszentralität wider. Porz (PLZ 51143) weist im Jahr 2017 ein Wert von 70,3 auf, sodass es an diesem Standort nachweisbar zu Kaufkraftabflüssen kommt (Zahlenmaterial von Michael Bauer Research GmbH). Eine Stärkung des Einzelhandelsangebotes in der Porzer Innenstadt ist ein explizites Ziel im „Integriertes Stadtentwicklungskonzept Porz Mitte“ (Abschlussbericht ISEK, Seiten 42-43). Mittlerweile ist auf der Fläche des ehemaligen Herties mit drei neuen Häusern mit Wohn und Gewerbenutzung die Neue Mitte Porz entstanden. Die Einrichtung der Freiflächen der Neuen Mitte befindet sich seit mehreren Jahren weiterhin in der Bauphase. Diese Situation belastet weiterhin die Geschäftsentwicklung der Porzer Mitte. Auch in der Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz aus dem Jahr 2023 (verfasst durch die CIMA im Rahmen des Sofortprogramms zur Stärkung unserer Innenstädte und Zentren NRW) wird die Leerstandssituation als eines der zentralen Risiken für die Porzer Mitte analysiert (S. 18) und die Belebung des Einzelhandelsstandortes als ein Leitziel festgehalten (S. 22). Aufgrund der positiven Effekte von Sonntagsöffnungen wie Imagesteigerung für den Einzelhandelsstandort, Aktivierung von Besuchern aus anderen Stadtteilen und angrenzenden Kommunen, ist eine Sonntagsöffnung ein probates Instrument der Einzelhandelsförderung. Diese Zielsetzung geht über „bloße Umsatzinteressen und alltägliche Erwerbsinteresse potenzieller Käufer“ hinaus und dient der nachhaltigen Einzelhandelsentwicklung am Standort Porz Mitte. Im Ergebnis ergibt sich ein öffentliches Interesse, den Einzelhandelsstandort Porz Mitte mit einem verkaufsoffenen Sonntag zu fördern und rechtfertigt nach unserer Auffassung eine Ausnahme vom verfassungsrechtlich geschützten Sonntagsschutz. Ladenöffnung dient dem Erhalt, der Stärkung oder Entwicklung zentraler Versorgungsbereiche (Versorgungsinteresse, insbesondere weniger mobiler und ältere Teile der Bevölkerung; Sicherstellung wohnortnaher Versorgung) Hinter dem Sachgrund steht das grundgesetzlich geschützte Versorgungsinteresse der Bevölkerung, insbesondere der weniger mobilen und älteren Teile der Bevölkerung. Zentrale Versorgungsbereiche müssen erhalten bleiben, da ihnen eine herausragende Bedeutung für den Bestand und die Entwicklung Ein Wohnhaus der Neuen Mitte ist vollständig mit Seniorenwohnungen ausgestattet. Um diesem älteren Teil der Porzer Bevölkerung auch in Zukunft die Nahversorgung zu gewährleisten ist eine positive Entwicklung des Bezirkszentrums von hoher Bedeutung. der Städte und Gemeinden, insbesondere der Sicherstellung wohnortnaher Versorgung zukommt. Als zentrale Versorgungsbereiche gelten daher nicht nur Stadtteilzentren, die im überörtlichen Funktionszusammenhang eine bedeutende Rolle einnehmen, sondern auch die Quartiers - und Nahversorgungs- bzw. Nahbereichszentren. Ladenöffnung dient der Belebung der Innenstädte, Ortskerne, Stadt- oder Ortsteilzentren Mit dem Sachgrund soll der Gefahr einer drohenden Verödung der Innenstädte mit negativen Auswirkungen auf die örtlichen Lebens- und Wohnverhältnisse der Bevölkerung begegnet werden. Zielrichtung der Regelung ist es, umfangreichen Leerständen bei Gewerbe - und Wohnimmobilien und der Abwanderung von Einzelhändlern und Einzelhändlerinnen oder deren Geschäftsaufgabe entgegenzuwirken. Er soll der Belebung der Innenstädte und örtlichen Zentren dienen. Ladenöffnung steigert überörtliche Sichtbarkeit der jeweiligen Kommune als attraktiver und lebenswerter Standort, insbesondere für den Tourismus und die Freizeitgestaltung, als Wohn- und Gewerbestandort sowie Standort von kulturellen und sportlichen Einrichtungen Das Interesse von Kommunen, als attraktiver und lebenswerter Standort wahrgenommen zu werden und sich ents prechend selbst darstellen zu können und sichtbar zu machen, stellt aus Sicht des Landesgesetzgebers ebenfalls einen gewichtigen Sachgrund dar. Der Sachgrund zielt auch auf den Erhalt kleinerer Kommunen ab, da diese im Gegensatz zu größeren Städten mehr Schwierigkeiten haben, neue Einwohner und Unternehmen anzuziehen. Er wird daher hier nicht weiter ausgeführt. Aufstellungsplan Adventsmarkt Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz Partizipatives Handlungskonzept Bearbeitung Auftraggeber Stadt Köln – gefördert durch das „Sofortprogramm zur Stär- kung unserer Innenstädte und Zentren in NRW” Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023 2 Inhaltsverzeichnis 1 Einführung 5 1.1 Aufgabenstellung 5 1.2 Ausgangssituation in Porz 5 1.3 Prozess 7 2 Bestandsaufnahme und -analyse 11 2.1 Städtebauliche Strukturen im Porzer Bezirkszentrum 11 2.2 Nutzungsstrukturen des Porzer Zentrums 12 2.3 Qualitätskriterien des Einzelhandels im Porzer Zentrum 14 2.4 Leerstehende und mindergenutzte Ladenlokale 17 2.5 Zusammenfassende SWOT-Analyse 18 3 Zielperspektiven 21 3.1 Leitziele 21 3.2 Transformationsräume 23 4 Handlungsempfehlungen 26 Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023 3 Abbildungen Abb. 1: Bisheriges Netzwerk des Porzer Zentrenmanagements 8 Abb. 2: Zeitplan und wesentliche Projektbausteine des Zentrenmanagements 10 Abb. 3: Lagebereiche im Zentralen Versorgungsbereich Porz 12 Abb. 4: Nutzungsmix im Porzer Zentrum 13 Abb. 5: Nutzungskartierung Oktober 2021 14 Abb. 6: Zielgruppen- und Qualitätsorientierung des Porzer Einzelhandels im ZV 15 Abb. 7: Warenpräsentation und Ladengestaltung des Porzer Einzelhandels 15 Abb. 8: Crossmarketing Website / Social Media 16 Abb. 9: SWOT-Tabelle 18 Abb. 10: SWOT-Karte Porz 20 Abb. 11: Zielkarte Zukunftsagenda Porz 25 Abb. 12: Übersicht Maßnahmenkatalog Zukunftsagenda Porz 26 Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023 4 Vorwort Das Förderprogramm „Sofortprogramm zur Stärkung unserer Innenstädte und Zentren in Nordrhein-Westfalen“ vom Land NRW wurde aufgelegt, um den Aus- wirkungen der Lockdowns aufgrund der Corona-Pandemie aktiv zu begegnen. Das Sofortprogramm soll dazu dienen, ausgewählte Geschäftsbereiche gezielt zu unterstützen. Die Stadt Köln hat sich erfolgreich für drei Bezirkszentren be- worben und erhält Fördermittel für die Zentren Ehrenfeld, Kalk und Porz. Diese werden nun eingesetzt, um in jedem der drei Bezirkszentren ein Zentrenma- nagement zu initiieren und gemeinsame Perspektiven mit engagierten Men- schen vor Ort zu erarbeiten. Die Bezirkszentren Porz, Kalk und Ehrenfeld wur- den aufgrund der besonderen Leerstandssituation, städtebaulicher Defizite und zu beobachtender Trading-Down-Tendenzen ausgewählt. Gemeinsam mit den beiden beauftragten Planungsbüros, dem Planungsbüro cima in Porz und dem Planungsbüro Stadt+Handel in Kalk und Ehrenfeld, konnte der Prozess Ende 2021 starten. Seitdem wurde in verschiedenen Beteiligungs - und Austauschformaten gemeinsam mit Gewerbe- treibenden und lokal engagierten Menschen Handlungsansätze entwickelt. Dazu gehörte die inten- sive Analyse der Bezirkszentren, das Formulieren von Zukunftsbildern und dazu passender Maß- nahmenpakete. Die vorliegende Zukunftsagenda fasst diesen Prozess zusammen und dient als Grundlage für die anstehende Umsetzungsphase des Zentrenmanagements. Das Bezirkszentrum Porz ist geprägt durch die umfassende Umstrukturierung der Porzer Mitte. Nach Aufgabe und Abbruch des ehemaligen Hertie -Kaufhauses prägen heute drei moderne Stadthäuser das Zentrum als attraktive Mitte. Durch das Zentrenmanagement können wir das Zusammenwach- sen der alten und neuen Handelslagen positiv begleiten. Durch die Entwicklung von Leitzielen und gezielten Maßnahmen, die darauf einzahlen, soll die Attraktivität der Porzer Geschäftslagen sukzes- sive verbessert werden. Ich bedanke mich herzlich bei allen, die an der Erstellung der Zukunftsagenda für Porz mitgewirkt haben und eine erfolgreiche Umsetzung unterstützen. Ihr Andree Haack Beigeordneter für Stadtentwicklung, Wirtschaft, Digitalisierung und Regionales der Stadt Köln Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023 5 1 Einführung 1.1 Aufgabenstellung Das Land Nordrhein-Westfalen hat im Sommer 2020 das Sofort programm zur Stärkung der Innen- städte und Zentren in Nordrhein- Westfalen aufgelegt, um Kommunen bei der Bewältigung strukt u- reller Probleme ihrer Stadt(teil-)zentren zu unterstützen. Ausschlaggebend für die Initiierung des För- derprogramms waren die massiven Auswirkungen der Corona- Pandemie, insbesondere auf den (Einzel-)Handel, die Gastronomie und Dienstleistungsbereiche. Innenstädte und Ortszentren stehen als Handelslagen bereits seit Jahren unter enormem Druck. Der generelle Strukturwandel im Einzel- handel, u. a. bedingt durch ein verändertes Einkaufsverhalten und den gesellschaftlichen Wandel, spiegelt sich in steigenden Umsätzen des Online- Handels und vielerorts in Schließungen von Ein- zelhandelsbetrieben wider. So verursachte Leerstände und Trading Down-Prozesse können die Ent- wicklungsfähigkeit von Innenstädten oder Stadtteilzentren nachhaltig beeinträchtigen. Die Corona- Pandemie wirkte wie ein Beschleuniger der Veränderungen. Nun sind zudem Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine und der damit einhergehenden „Energiekrise“ zu spüren. Um eine nachhaltige Strategie zu entwickeln, die individuell auf die unterschiedlichen lokalen Bedin- gungen abgestimmt ist, bedarf es personelle r und finanzieller Ressourcen sowie der Möglichkeit, bereits kurzfristig Maßnahmen anstoßen zu können . Die Förderung im Rahmen des Sofortpro- gramms des Landes NRW ermöglicht es den beteiligten Kommunen, die Handlungsfähigkeit zu stär- ken und neue Lösungsansätze für die Innenstadt zu entwickeln. Dazu wurden im Sofortprogramm fünf verschiedene Förderbausteine definiert, darunter der Baustein „Anstoß eines Zentrenmanage- ments“. Diesen hat die Stadt Köln u. a. für das Bezirkszentrum Porz im ersten Programmaufruf (Juli 2020) beantragt. Nach Aufnahme in das Sofortprogramm wurde im August 2021 die CIMA Beratung + Management GmbH beauftragt. Der Anstoß eines Zentrenmanagements zielt darauf,  die Potenziale und Risiken vor Ort zu identifizieren und Handlungsbedarfe zu analysieren,  die Leerstandssituation zu untersuchen und Lösungsansätze zu entwickeln,  ein lokales Netzwerk aufzubauen und zu stärken,  Veranstaltungen und Workshops, u. a. mit Eigentümer*innen und Gewerbetreibenden, durchzu- führen  erste Maßnahmen des Innenstadtmarketings und der Öffentlichkeitsarbeit anzustoßen  sowie als Bindeglied zwischen den lokalen Akteuren und der Stadt zu agieren. 1.2 Ausgangssituation in Porz Das Bezirkszentrum Porz hat in den letzten Jahren einen Strukturwandel durchlaufen, wie er auch in vielen anderen, ähnlich strukturierten Zentren erfolgte. Der örtliche Einzelhandel hat seine früher strukturprägende Funktion deutlich eingebüßt . Insbesondere in der Bahnhofstraße als traditionelle Einkaufsstraße des Porzer Bezirkszentrums sowie in den Randlagen der City sind Trading Down Tendenzen erkennbar, die z. T. durch städtebauliche Missstände forciert werden. Die Anzahl der Einzelhandelsbetriebe ging im Laufe der Jahre stark zurück – allein in den letzten fünf Jahren (2016 bis 2021) verschwanden knapp 10 % der Einzelhandelsbetriebe. Dabei wurden v. a. inhabergeführte Geschäfte aufgegeben. Oftmals folgten dienstleistungsorientierte oder gastronomische Angebote, in einzelnen Bereichen des Stadtzentrums prägen Leerstände einseitig das Stadtbild. Auch Vergnü- gungsstätten (Spielhallen, Wettbüros) haben zentrale Ladenlokale belegt. Die Bahnhofstraße zeigt aktuell nur einen eingeschränkten Branchenmix bei einer gleichzeitig hohen Ansiedlung und Fluktu- ation gastronomischer Betriebe im Imbissbereich. Neben den allgemeinen, strukturell bedingten Veränderungen ist die Porzer Mitte besonders durch die Entwicklungen am Standort des ehemaligen Hertie-Kaufhauses geprägt. Durch die Schließung Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023 6 im Jahr 2009 ging der Porzer Mitte ein zentraler Magnetbetrieb verloren; i m Zuge der langjährigen Brachfläche inmitten des Bezirkszentrums folgten negative Entwicklungen auf die städtebauliche At- traktivität und die Aufenthaltsqualität. Die Revitalisierung des Geländes und die damit einhergehende Neustrukturierung des Standortes gestaltete sich schwierig. Erst im Jahr 2014 konnte mit dem Kauf der Fläche durch die Stadt Köln und der im Jahr 2016 folgenden Übertragung der Projektentwicklung an die Tochter moderne Stadt GmbH das Projekt „Neue Mitte Porz“ als neuer Impuls f ür das Be- zirkszentrum forciert werden. Das Konzept verfolgt eine Aufwertung des Standortes durch eine bau- liche Neuordnung mit insgesamt drei Häusern, die einen attraktiven Mix aus gewerblichen Nutzun- gen und Wohnen umfassen und damit neue Signale für die wirtschaftliche Zukunft des Bezirkszent- rums setzen. Im September 2022 wurde Haus 1 mit einem sehr modernen REWE-Markt und Wohn- nutzungen in den Obergeschossen eröffnet. Haus 3 ist ebenfalls fertiggestellt, die Wohnungen sowie die erste Ladeneinheit wurde bereits bezogen. Weitere Ladeneinheiten sind vergeben, die Eröffnung soll noch in diesem Jahr erfolgen. Haus 2 befindet sich derzeit noch im Bau. Alle Laufwege - vor allem die Achse REWE-City Center - sind frei begehbar. Den derzeit wichtigsten Ankerpunkt und zentralen Frequenzbringer in der Porzer Mitte bildet das 2003 eröffnete Einkaufscenter City Center Porz, in dem große Einzelhandelsfilialisten etabliert sind, die das Einzelhandelsangebot in Porz und damit auch den Branchenmix im Bezirkszentrum aufwer- ten. Zur Bahnhofstraße besteht über die Josefstraße eine wichtige Verbindungsachse der beiden Einkaufslagen. Mit der Öffnung der Neuen Mitte Porz wird zukünftig ein Rundlauf zwischen den drei zentralen Einkaufslagen in Porz möglich sein. Nicht nur räumlich, sondern auch auf Ebene der Akteure werden zukünftig enge Verknüpfungen gewünscht. Die Gewerbetreibenden der Porzer Mitte sind in der Innenstadtgemeinschaft Porz e.V. (ISG Porz) organisiert. Korrespondierend zu den Entwicklungen in der Porzer Handelslandschaft nahm auch die Zahl der aktiven Mitglieder in den vergangenen Jahren ab. Aktuell stehen der ISG Porz personell wie auch finanziell nur eingeschränkt Ressourcen zur Verfügung; sodass belebende Maßnahmen und Aktivitäten durch die Gewerbetreibenden selbst nur in begrenztem Umfang reali- siert werden können. Mit der Etablierung der Neuen Mitte Porz werden neue Impulse möglich. Neben der ISG Porz sind eine Vielzahl weiterer Akteursgruppen in Porz aktiv. Zwar findet auf ver- schiedenen Ebenen ein Austausch zwischen den Porzer Akteuren und Akteurinnen statt, jedoch fehlt es an einer übergeordneten Kommunikation, Koordination und Information der lauf enden Prozesse im Bezirkszentrum. Im Zusammenspiel mit den langjährigen Baumaßnahmen und dem damit ver- bundenen empfundenen „Stillstand“ im Zentrum, hat dies zu einem „geschwächten Miteinander“ und z. T. zu Frustration geführt, was z. B. auch bei den Erwartungen an externe Akteur sgruppen zum Ausdruck kommt. Im Zuge der Entwicklung der Neuen Mitte Porz agierte eine Moderation, deren Fokus ausschließlich auf der Neuen Mitte lag. Gewünscht wird jedoch eine Anlaufstelle, die die Pro- zesse auf gesamter Bezirkszentrumsebene bündelt, kommuniziert und gleichzeitig eine unterstüt- zende Funktion für die Akteure vor Ort innehat. Mit dem Projekt „Anstoß eines Zentrenmanagement s“ werden aktuell grundlegende Strukturen für die initiale Umsetzung geschaffen. Im direkten Anschluss ermöglicht das ISEK Porz-Mitte mittelfristig die Fortführung und die Intensivierung eines Managements vor Ort. Das Konzept wurde durch die Stadt Köln erarbeitet und formuliert u. a. die Maßnahme „Büro für Vernetzung und Aktivierung“, das zukünftige Zentrenmanagement wird eins von drei Modulen neben dem Quartiersmanagement und dem Quartiersarchitekten sein. Das „Büro für Vernetzung und Aktivierung“ soll über vier Jahre bis Ende 2027 umgesetzt werden. In dieser Zeit sollen tragfähige Strukturen geschaffen werden, die auch über die Förderperiode hinaus Bestand haben. Darüber hinaus erfolgt mit der Freiraumgestal- tung der Neuen Mitte Porz sowie der Umsetzung der weiteren geplanten Maßnahmen aus dem In- tegrierten Stadtentwicklungskonzept Porz -Mitte eine Stärkung des Bezirkszentrums als attraktiver Einkaufsstandort mit besonderer Aufenthaltsqualität. Durch die einheitliche Gestaltung der zentralen Einkaufsstraßen und -plätze wird ein neuer Geschäftszentrenkern etabliert und die von da aus fuß- läufig erreichbaren Angebote an Grünflächen sowie an Spiel-, Sport- und Freizeitanlagen ausgebaut. Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023 7 1.3 Prozess Das Projekt zum Anstoß eines Zentrenmanagements in Köln Porz basiert auf zwei wesentlichen Bausteinen unter Berücksichtigung der spezifischen Strukturen im Bezirkszentrum Porz: Als Grundlage der Arbeit vor Ort wurde im Oktober 2021 eine Situations- und Potenzialanalyse des Porzer Zentrums durchgeführt. Diese umfasst eine Nutzungskartierung, einen City-Qualitäts- check (Bewertung der Angebotsqualität im Hinblick auf Warenpräsentation / Laden- und Schaufens- tergestaltung sowie Zielgruppen und Qualitätsorientierung), einen Online- Präsenz-Check (detail- lierte Analyse der Online-Sichtbarkeit aller im Zentrum ansässigen Gewerbetreibenden) sowie eine detaillierte Aufnahme und Analyse der Leerstandsituation. Der Schwerpunkt des Projektes liegt auf der aktivierenden Netzwerkarbeit vor Ort. Im Fokus steht dabei der Auf- bzw. Ausbau einer lokalen Netzwerkstruktur mit den Akteuren vor Ort, um gemeinsam erste Impulse für eine bedarfsgerechte, zukunftsorientierte Weiterentwicklung des Porzer Zentrums zu setzen. Im Zuge dessen führte d as Projektteam des Zentrenmanagements in der ersten Pro- jektphase Gespräche mit relevanten Akteuren vor Ort und organisierte zudem Gesprächsrunden mit lokalen Akteursgruppen; die gewonnenen Netzwerkstrukturen werden im laufenden Prozess durch regelmäßigen Austausch gepflegt und anlassbezogen um neue Kontakte erweitert. Stakeholderanalyse In Porz agiert eine Vielzahl an verschiedenen Akteuren in unterschiedlichen Handlungsbereichen. Im Rahmen der durchgeführten Bausteine der aktivierenden Netzwerkarbeit war das Zentrenma- nagement mit folgenden lokalen Akteuren im Austausch (vgl. Abb. 1):  Verwaltung und Politik: Mit dem Amt für Stadtentwicklung und Statistik, Stadt Köln, als Auftrag- geber tauscht sich das Zentrenmanagement engmaschig zur Projektorganisation und den weite- ren Schritten aus. Anlassbezogen werden weitere Ämter mit einbezogen. Mit der Bezirksbürger- meisterin findet ein regelmäßiger und inhaltlich intensiver Austausch zu den lokalen Aktivitäten statt. Sie ist zudem in den regelmäßigen Jour fixe zum Projekt eingebunden.  Wirtschaftsförderung: Die städtische Tochtergesellschaft Köln Business Wirtschaftsförderungs- GmbH ist u. a. Ansprechpartner bei Neuansiedlungen von Einzelhandelsbetrieben inner- und auch außerhalb des Zentralen Versorgungsbereiches von Porz. Der Handelskümmerer als Ver- treter von Veedellieben e. V. bringt durch den regelmäßigen Kontakt zu weiteren Kölner ISG viel- fältige Erfahrungen und Input mit ein. Beide genannten Akteure sind in den regelmäßigen Jour fixe eingebunden. Der Handelsverband auf regionaler Ebene beteiligt sich als Kooperations- partner für digitale Fragestellungen im Rahmen des Projektes.  Gewerbetreibende: Das Zentrenmanagement steht in regelmäßigem Dialog mit dem Vorstand der Innenstadtgemeinschaft (ISG) Porz, welcher die Gewerbetreibenden der Porzer Mitte vertritt. Zu Beginn des Projektes sowie anlassbezogen während der Projektlaufzeit wurden darüber hin- aus die meisten im Zentralen Versorgungsbereich ansässigen Gewerbetreibenden persönlich an- gesprochen. Die ISG Porz besteht ursprünglich aus ca. 40 Mitgliedern; die Organisation und Durchführung von Aktivitäten basiert jedoch auf dem Engagement von weniger als fünf Mitgliedern. Insbesondere durch die Auswirkungen der Corona- Pandemie und die allgemeingültigen Veränderungen der Handelslandschaft ist die ISG geschwächt und der Umfang der Aktivitäten stark rückläufig. Zu- künftig sind neue Impulse erforderlich.  Eigentümerschaft: Immobilieneigentümer*innen übernehmen eine wichtige Verantwortung für In- nenstädte. Um mögliche Kooperationen und besonders Lösungen für leerstehende Ladenlokale herauszuarbeiten, forciert das Zentrenmanagement die Kontaktaufnahme: In Zusammenarbeit mit Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023 8 der Stadt Köln wurden alle Eigentümer*innen innerhalb des Zentralen Versorgungsbereiches pos- talisch kontaktiert und um Rückmeldung gebeten, um projek tbezogene Kontakt und Handlungs- bereiche zu diskutieren. Wenngleich mit einzelnen ein anlassbezogener Austausch bestand (ins- besondere mit Blick auf leerstehende Ladenlokale), konnte bislang noch kein dichtes und intensi- ves Netzwerk zu den Eigentümer*innen aufgebaut werden. Eine gesonderte Rolle nehmen die Eigentümer*innen der Neuen Mitte Porz ein. Da die Moderne Stadt GmbH federführend die Projektentwicklung übernahm und gleichzeitig Bauherrin von Haus 1 ist, finden regelmäßige Abstimmungen über den Projektfortschritt statt. Gespräche mit den Bauherrinnen von Haus 2 und 3 waren demgegenüber nur eingeschränkt möglich. Die Entwick- lung der Neuen Mitte Porz wird durch die Kommunikationsberatung BCC aus Frankfurt begleitet, mit dessen Ansprechpersonen das Zentrenmanagement insbesondere zu Projektbeginn sowie anlassbezogen im Austausch war.  Soziale Institutionen / Bildung; Religiöse Einrichtungen; weitere Vereine und Initiativen: Ne- ben den o. g. Akteursgruppen bilden weitere Porzer Akteure (vgl. Abb. 1) wichtige Bestandteile des Zentrenmanagement-Netzwerks. Der Dialog fand dabei vorrangig anlassbezogen statt – der Großteil der Kontakte wurde während der Vorbereitungen des Tag s des Veedels 2022 geknüpft. Als federführender Kontakt zu den sozialen Institutionen in Porz stellt die Sozialraumkoordination Porz-Mitte / Urbach sowohl jetzt als auch zukünftig einen wichtigen Ansprechpartnerin für das Zentrenmanagement dar. Zudem ist der Bürgerverein Porz Mitte ein seit Jahren in Porz engagier- ter Verein, der ein vielfältiges und großes lokales Netzwerk vorweisen kann. Abb. 1: Bisheriges Netzwerk des Porzer Zentrenmanagements * Die Abbildung enthält die Gesprächspartner*innen, mit welchen das Zentrenmanagement häufiger in Kontakt war. Akteure, die zum Teil nur einmalig kontaktiert wurden, werden nicht aufgeführt. Quelle: cima (2023) Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023 9 Meilensteine im Beteiligungsprozess  Jour fixe: Im Rahmen der ersten Phase der Netzwerkarbeit vor Ort wurde deutlich, dass verschie- dene Prozesse in Porz parallel laufen, Zusammenhänge jedoch teilweise nicht transparent sind oder nicht klar kommuniziert werden. Da es keine Plattform für regelmäßige Abstimmungen bzw. Informationen relevanter Akteure – diese fungieren auch als Multiplikatoren bzw. Informationsträ- ger*innen zur Bürgerschaft – gibt, hat das Zentrenmanagement in Zusammenarbeit mit der Stadt Köln einen Jour fixe eingeführt und etabliert. Der Jour fixe findet alle 4 bis 6 Wochen statt und bietet die Möglichkeit für projektbezogene Abstimmungen und eine gegenseitige Unterstützung und Vernetzung vor Ort. Am Jour fixe nehmen neben dem Zentrenmanagement und der Stadt Köln die Porzer Bezirksbürgermeisterin, Vertretende der ISG Porz, der Modernen Stadt GmbH, der Köln.Business sowie des Vereins Veedellieben e.V. teil.  Dialogformat: Als Abschluss des Moderationsprozesses von BCC zur Errichtung der Neuen Mitte Porz und zur Einführung des Projektes „Anstoß eines Zentrenmanagements für das Bezirkszent- rum Porz“ wurde im Oktober 2021 ein sog. Dialogformat (2. Veranstaltung in dieser Reihe) durch- geführt. Die Veranstaltung umfasste einen Informationsteil und eine sich anschließende interak- tive Phase an drei Thementischen (lebendige Mitte, qualitative Mitte, digitale Mitte). Das Zentren- management knüpfte an diesem Abend wichtige Kontakte und vereinbarte Einzelgespräche.  Beiratssitzung: Zur Begleitung und politischen Vorberatung des Integrierten Stadtentwicklungs- konzeptes und weitere r baulicher Entwicklungen im Bezirkszentrum tagt regelmäßig der Beirat Porz Mitte. Um die Tätigkeiten des Zentrenmanagements und erste Ergebnisse aus der Situa- tions- und Potenzialanalyse vorzustellen, nahm das Projektteam an der Sitzung im März 2022 und Mai 2023 teil.  Tag des Veedels 2022: Der Verein Veedellieben e.V. organisiert jährlich den Tag des Veedels in Köln als Aktionstag, um die Angebote der Veedel zu präsentieren. Durch den engen Austausch mit den Gewerbetreibenden in Porz konnte die Organisation des Tag s des Veedels am 24.09.2022 forciert und das Netzwerk im Rahmen dessen enorm verstärkt und erweitert werden. In Porz stand der Tag des Veedels 2022 unter dem Motto „Klima und Nachhaltigkeit“ und wurde in enger Zusammenarbeit mit der Sozialraumkoordination Porz-Mitte / Urbach und der Klima AG des Stadtgymnasiums als Teil des Organisationsteams der ersten Porzer Klimawoche (2022) so- wie der ISG Porz, dem Bürgerverein und vielen weiteren Porzer Unternehmen, Vereinen, sozialen und ehrenamtlichen Institutionen durchgeführt.  Digitalisierungsworkshop: Das Zentrenmanagement hat mittels eines Online- Präsenz-Checks die Online-Auftritte der im Porzer Zentrum ansässigen Einzelhandelsbetriebe untersucht. Um die lokalen Akteure bei der Bewältigung lokaler und aktueller Herausforderungen, mit besonderem Blick auf die fortschreitende Digitalisierung, bestmöglich zu unterstützen, wurde im November 2022 in Zusammenarbeit mit einem Digital Coach des Handelsverbandes NRW die Veranstaltung „Online präsent: Digitalisierungsworkshop für Porzer Gewerbetreibende“ durchgeführt. Den Ge- werbetreibenden wurden dabei kurzfristig bis mittelfristig umzusetzende Maßnahmen vermittelt, um ihre Online-Auffindbarkeit zu steigern. Ein besonderer Fokus lag auf der praktischen Anwen- dung von Google Tools. Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023 10 Abb. 2: Zeitplan und wesentliche Projektbausteine des Zentrenmanagements Quelle: cima (2023) Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023 11 2 Bestandsaufnahme und -analyse 2.1 Städtebauliche und funktionale Strukturen im Porzer Bezirks- zentrum Der Stadtbezirk Porz als einer von neun Stadtbezirken der Stadt Köln zählt mit seinen 16 Stadtteilen insgesamt 112.903 Einwohner; davon leben 14.915 im Stadtteil Porz1. Zentrale Versorgungsfunkti- onen für die Bewohner*innen des Stadtteils sowie des Stadtbezirks übernimmt der Zentrale Versor- gungsbereich (ZV) des Bezirkszentrums Porz-Mitte2. Der kompakte Zentrumsbereich erstreckt sich östlich des Rheinufers bis in Höhe des Busbahnhofs und wird im Norden durch die Karlstraße und im Süden durch die Erns t-Mühlendyck-Straße begrenzt. Ein Großteil des Bereichs ist als Fußgän- gerzone gestaltet. Das City-Center Porz und sein direktes Umfeld, die Bahnhofstraße sowie zukünf- tig die Neue Mitte Porz stellen räumliche Fokusbereiche innerhalb des Zentralen Versorgungsberei- ches dar. Das City-Center, welches durch größere, frequenzbringende Fachmärkte geprägt ist , fungiert als zentraler Einkaufsstandort und sichert über das integrierte Parkhaus sowie den benachbarten Bus - und Straßenbahnanschluss gleichzeitig die verkehrliche Anbindung des Zentrums. Das Gastrono- mieangebot in der Erdgeschosszone mit Außenbereich übergehend in den öffentlichen Raum der Fußgängerzone markiert zudem einen wichtigen Treffpunkt im Stadtteil, der zukünftig durch die An- bindung an die Häuser der Neuen Mitte Porz weiter gestärkt wird. Über die Josefstraße, welche im Zuge der Freiraumgestaltung der Neuen Mitte Porz ebenfalls teil- weise umgestaltet werden wird, gelangen Besucher*innen von dort in die traditionelle Einkaufsstraße Bahnhofstraße, welche aktuell keinen g rößeren Magnetbetrieb aufweist und in den letzten Jahren durch einen Rückzug von Einzelhandelsbetrieben bei gleichzeitiger Zunahme von Imbissen und Dienstleistungsbetrieben geprägt war. Zum Teil hohe Investitionsbedarfe an den Gebäuden sowie veraltetes und nicht einheitliches Stadtmobiliar zeigen städtebauliche und stadtgestalterische Miss- stände auf, denen durch die geplante Umgestaltung der Fußgängerzone Bahnhofstraße, begegnet werden soll. Die „Neue Mitte Porz “ als dritter Fokusbereich wird Ende 2024 vollständig fertiggestellt sein. Am Standort werden in drei modernen Häusern neue Impulse sowohl durch Ladeneinheiten für Einzel- handel, Dienstleistung und Gastronomie sowie kirchliche Nutzungen im Erdgeschoss als auch durch Wohnraum für verschiedene Zielgruppen in den Obergeschossen geschaffen. Mit der Fertigstellung von Haus 1 eröffnet e der Lebensmittelvollsortimenter REWE mit einem umfangreichen Nahversor- gungsangebot als erstes und größtes Einzelhandelsgeschäft der Neuen Mitte Porz. Mit der zukünf- tigen Belegung der weiteren Ladeneinheiten in allen drei Häusern sowie der Fertigstellung der ein- heitlichen Gestaltung des öffentlichen Raums der Neuen Mitte, die teilweise auch die Wilhelmstraße einschließt, ist auch eine Aufwertung der angrenzenden Lagebereiche, insbesondere der Geschäfts- lage Wilhelmstraße, zu erwarten. Mit der sich anschließenden Umgestaltung der Fußgängerzone Bahnhofstraße werden alle drei Fo- kusbereiche als einheitlicher Geschäftszentrumskern versorgungsstrukturell und auch stadtgestalte- risch wirken können, durch eine optimierte Fußwegeverbindung gut vernetzt sein und durch die beim Umbau berücksichtigten Aspekte des Klimaschutzes und der Klimawandelanpassung (wie bspw. Baumpflanzungen, Etablierung von Wasserpunkten etc.) eine verbesserte Aufenthaltsqualität mit sich bringen. Randlagen innerhalb des Zentralen Versorgungsbereiches nehmen unter städtebaulichen und ver- sorgungsstrukturellen Gesichtspunkten lediglich eine nachgeordnete Bedeutung für die Porzer Mitte ein. Dazu zählt u. a. die östliche Bahnhofstraße hinter der Straßenbahnlinie sowie der westliche 1 Kölner Stadtteilinformationen – Zahlen 2021; Einwohner mit Hauptwohnsitz 2 Abgrenzung gemäß Einzelhandels- und Zentrenkonzept der Stadt Köln Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023 12 Abschnitt der Bahnhofstraße Richtung Rheinboul evard. Dies liegt v. a. in den Zäsuren durch die Straßenbahnlinie im Osten und die Hauptverkehrsstraße Hauptstraße im Westen begründet. Der Rheinboulevard mit hoher Aufenthaltsqualität wird damit als Potenzialraum für die Porzer Mitte noch nicht angemessen ausgeschöpft. Im zeitlichen Zusammenhang mit der Umgestaltung der Bahnhofstraße werden die zwei fußläufigen Verbindungen von der Neuen Mitte Porz zum Rheinboulevard (Verlängerung der Bahnhofstraße so- wie die autofreie Brückenquerung über die Hauptstraße) und auch die Hauptstraße selbst einschließ- lich der Kreuzungsbereiche umgestaltet. Die so gestärkten Verbindungen und Randbereiche werden damit neue Entwicklungsmöglichkeiten auch für den Einzelhandel erfahren. Mit der geplanten Um- gestaltung des Rheinboulevards dort auch eine Verbesserung des gastronomischen Angebotes an- gestrebt. 2.2 Nutzungsstrukturen des Porzer Zentrums Im Rahmen der zu Beginn des Projektes „Anstoß eines Zentrenmanagements“ durchgeführte Situ- ations- und Potenzialanalyse wurde der Zentrale Versorgungsbereich mit Blick auf vorhandene Ein- zelhandels-, Dienstleistungs- und Gastronomieangebote in verschiedene Lagebereiche eingeteilt. Abb. 3: Lagebereiche im Zentralen Versorgungsbereich Porz Kartengrundlage: GeoBasis-DE / BKG 2021; Bearbeitung: cima (2023) Im Rahmen der Nutzungskartierung wurden im abgegrenzten Untersuchungsraum (= ZV BZ Porz) alle Einzelhandelsbetriebe sowie ergänzende dienstleistungsbezogene und gastronomische Nutzun- gen, öffentliche Einrichtungen, Spielhallen / Wettbüros und Leerstände in der Erdgeschosszone auf- genommen. Die Kartierung gibt Aufschluss über die räumliche Verteilung der verschiedenen Nut- zungsarten, die Lage von Magnetbetrieben, die Anzahl der Leerstände und die Intensität der Nut- zungsdurchmischung. Als Basis wurden Erhebungsdaten aus 2016 im Zuge der Fortschreibung des Einzelhandels- und Zentrenkonzeptes der Stadt Köln herangezogen. Diese Zahlen dienen als Refe- renzdaten, dadurch können die Veränderungen der Nutzungsstruktur in den letzten Jahren aufge- zeigt werden. Insgesamt wurden im Oktober 2021 194 Ladenlokale erfasst. Der Nutzungsmix stellt sich wie folgt dar: Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023 13 Abb. 4: Nutzungsmix im Porzer Zentrum Quelle: cima (2023) Es wird deutlich, dass Dienstleistungsbetriebe (n=64) in Porz zu Lasten der Anzahl an Ei nzelhan- delsbetrieben (n=68) einen größeren Stellenwert einnehmen als für die Zentrengröße von Porz an- gemessen. Mit 13 % Gastronomie entfällt auch ein größerer Teil auf dieses Segment, allerdings mit einem Schwerpunkt im Imbissbereich. Die Leerstandsquote fällt mit 9 % bzw. 18 leerstehenden La- denlokalen ebenfalls höher aus. Die größte öffentliche Einrichtung im Stadtteil ist das Bezirksrathaus im Nordwesten des Z Vs, weitere größere soziale Einrichtungen liegen zum Teil direkt angrenzend (z. B. die Glashütte als Jugend- und Gemeinschaftszentrum oder auch die Rheinische Musikschule). In der räumlichen Verteilung der Nutzungsarten zeigt sich, dass der Großteil der Einzelhandelsbe- triebe innerhalb der zentralen Einkaufslagen liegt. Durch die Ergänzung um Dienstleistungs- und Gastronomiebetriebe nehmen diese Lagebereiche eine zentrale Funktion in der Gesamtstruktur des Zentrums ein. Demgegenüber ist die Nutzungsstruktur des heute als Einkaufsnebenlage definierten Bereiches Wilhelmstraße / Karlstraße deutlich stärker durch Dienstleistungen und auch Leerstände geprägt, sodass in Verbindung mit der aktuell bestehenden , direkt angrenzenden Baustelle der Neuen Mitte Porz sowie der gegebenen Gebäudestrukturen eine begrenzte Einkaufs- / Aufenthalts- qualität vorliegt. Nach Eröffnung der Neuen Mitte Porz ist für diesen Lagebereich eine Aufwertung zu erwarten. Für die Frequenz des Bezirkszentrums kaum relevant ist der östliche Abschnitt der Bahnhofstraße hinter der Straßenbahnlinie. Auch dem westlichen Abschnitt der Bahnhofstraße hin zum Rheinufer kommen aufgrund fehlender frequenzstarker Nutzungen kaum Bedeutung zu. Wei- tere Einzelhandelsbetriebe wie auch ergänzende Nutzungen sind entlang der Hauptstraße und der Mühlenstraße zu verorten; das Verkehrsaufkommen und bauliche Missstände schränken jedoch die Aufenthaltsqualität dieser Nebenlagen ein. 35% 33% 13% 5% 9% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% Einzehandel Dienstleistung Gastronomie öffentliche Einrichtungen sonstige Nutzung Spielhalle/Wettbüro Leerstand Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023 14 Abb. 5: Nutzungskartierung Oktober 2021 Kartengrundlage: GeoBasis-DE / BKG 2021; Bearbeitung: cima (2023) Der Vergleich zu den Erhebungsdaten aus 2016 zeigt bei rund einem Viertel der 194 erhobenen Betriebe eine Veränderung des Betreibers bei gleicher Nutzungsart oder aber eine Veränderung der Nutzungsart. 35 Veränderungen der Nutzungsart machen deutlich, dass bei Neubelegungen nahezu ausschließlich Dienstleistungs - und Gastronomiebetriebe nachrücken, obgleich neu entstanden e Leerstände überwiegend auf Schließungen von Einzelhandelsbetrieben zurückzuführen sind. Der Rückzug der Handelsbetriebe bei gleichzeitiger Zunahme von Dienstleistungs- und Gastronomiebe- trieben entspricht bundesweiten Entwicklungen und stellt eine große Herausforderung dar. In einer Aktualisierung der Erhebungsdaten beauftragt durch die KölnBusiness Wirtschaftsförde- rungs-GmbH in Kooperation mit der Stadt Köln von Herbst 2022 zeigt sich, dass die Nutzungsstruktur sich weiterhin dynamisch verändert. Es wurden in dem Erhebungszeitraum Ende 2022 ebenfalls 68 Einzelhandelsbetriebe festgestellt, die Leerstandsquote hat sich aktuell auf 6,5 % verringert. Insbe- sondere in den Angeboten von Dienstleistungen und Gastronomie zeigt sich die größte Dynamik durch teilweise sehr kurzfristige Eröffnungen, Schließungen oder Betreiberwechsel. 2.3 Qualitätskriterien des Einzelhandel s im Porzer Zentrum Die in der Nutzungskartierung erhobenen Einzelhandelsbetriebe (n=68) wurden in vertiefenden Un- tersuchungen auf ihre Angebotsqualität und -präsentation und ihren Außenauftritt sowie auf ihre di- gitale Sichtbarkeit und Auffindbarkeit bewertet bzw. geprüft. Angebotsqualität und -präsentation / Außenauftritt Mittels qualitativer Merkmale gibt der City-Qualitätscheck Aufschluss über Stärken und Schwächen der ansässigen Betriebe und liefert fundierte, qualitative Einblicke in die lokale Handelsstruktur. In Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023 15 einem von der cima entwickelten standardisierten Schema werden die Zielgruppen- und Qualitäts- orientierung sowie die Warenpräsentation und Laden- / Schaufenstergestaltung qualitativ bewertet. Eine hohe Zielgruppen- und Qualitätsorientierung weisen Unternehmen mit einer eindeutigen Zielgruppenansprache oder einer besonderen Spezialisierung auf ein Angebotsniveau auf. Ein ent- scheidendes Differenzierungsmerkmal ist, ob mit einer klaren Markenwerbung die Qualitätsorientie- rung in den Vordergrund gestellt, oder ob mittels eindeutiger Discountorientierung nur der Preis als Marketinginstrument eingesetzt wird. In Porz sind aktuell keine Einzelhandelsbetriebe als „exklusiv, hochwertig, qualitätsorientiert“ einzu- stufen, mit mehr als 50 % ist der Großteil der Betriebe als „standardisiert, konsumig“ zu bewerten. Ein knappes Drittel der Betriebe deckt die Faktoren „gehobene Mitte, qualitätsorientiert“ ab. Dabei gibt es in der Verteilung keine wesentlichen Unterschiede in den einzelnen Geschäftslagen. Die Faktoren Warenpräsentation und Ladengestaltung kennzeichnen den Marktauftritt und geben damit die Visitenkarte des Unternehmens ab. Die Kompetenz eines Betriebes kann durch eine klare Konzeption in der Schaufenster- und Ladengestaltung unterstrichen werden. Auch in Bezug auf die Warenpräsentation und Ladengestaltung ist kein Porzer Einzelhandelsbetrieb der obersten Kategorie „top, in allen Ansprüchen genügend“ zuzuordnen, jedoch sind gut die Hälfte „modern, zeitgemäß“ aufgestellt. Handlungsbedarf zeigt sich bei ein em Fünftel der Betriebe mit ei- nem „veralteten, modernisierungsbedürftigen“ Auftritt. In dieser Kategorie sind zudem Unterschiede in den Geschäftslagen sichtbar, so sind in der Bahnhofstraße deutlich mehr Betriebe „veraltet, mo- dernisierungsbedürftig, während der Bereich Hermannstraße / Josefstraße (inkl. City-Center) mit 70 % überdurchschnittlich viele „moderne, zeitgemäße“ Betriebe aufweist. Abb. 6: Zielgruppen- und Qualitätsorientierung des Porzer Einzelhandels im ZV Abb. 7: Warenpräsentation und Ladengestal- tung des Porzer Einzelhandels n = 68 Quelle: cima (2023) n = 68 Quelle: cima (2023) Digitalisierung Der Online-Sichtbarkeit des stationären Einzelhandels kommt – gerade in Zeiten extrem steigender Online-Anteile im Einzelhandel – eine sehr wichtige Bedeutung zu. Inwiefern die Porzer Einzelhänd- ler*innen online auffindbar und sichtbar sind, wurde in einem Online-Präsenz-Check der cima.digital überprüft. Dabei ging es um die Faktoren Präsenz in lokalen Online-Verzeichnissen (insb. Google My Business), Engagement in Social Media (u. a. Präsenz, Aktivität, „handwerkliche“ Umsetzung, rechtskonforme Inhalte), Analysen für SEO -Onsite (Grundgerüst der Website), Technik und Inhalt sowie Rankingfaktoren für den deutschen Zielmarkt , Digitale Maßnahmen zur Verkaufsförderung / Kundenbindung, E-Commerce-Aktivität wie Online -Shop oder Marktplatz -Präsenz. Die Ergebnisse für die 68 erhobenen Einzelhandelbetriebe im ZV Porz, darunter 50 % inhabergeführte und 50 % filialisierte Betriebe, lassen sich wie folgt zusammenfassen:  Digitale Leerstände: Fünf Betriebe sind im Internet für Interessierte nicht auffindbar und können somit als digitale Leerstände identifiziert werden. 31% 51% 12% 6% exklusiv, hochwertig, qualitätsorientiert gehobene Mitte, qualitätsorientiert standardisiert, konsumig discountorientiert diffus, keine eindeutige Zielgruppenorientierung 51% 29% 19% top, in allen Ansprüchen genügend modern, zeitgemäß normal, ohne Highlights, ggf. Optimierungsbedarf veraltet, modernisierungsbedürftig Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023 16  Google My Business: 62 Unternehmen können einen Google My Business -Eintrag vorweisen. Aktiv genutzt bzw. bespielt wird die Plattform jedoch von nur knapp einem Viertel der Betriebe.  Website: 48 Betriebe sind auf einer eigenen Website vertreten . Filialisierte Betriebe sind dabei fast ausschließlich über die Website der Muttergesellschaft sichtbar, nur wenige auf standorteige- nen Websites präsent. Bei den übrigen 20 Betrieben ohne eigene Website handelt es sich über- wiegend um inhabergeführte Einzelhandelsbetriebe. Zwar haben 14 von diesen einen Google My Business Account, angesichts einer geringen Nutzung weiterer Plattformen (u. a. Social Media) weisen sie jedoch insgesamt eine geringe Sichtbarkeit auf.  E-Commerce: Der Online-Verkauf von Waren nimmt bei den Porzer Einzelhandelsbetrieben eine nachrangige Bedeutung ein. Zwar werden bei mehr als einem Drittel Online-Shops betrieben, je- doch sind dies nahezu ausschließlich Online-Shops der Muttergesellschaft von Filialen. Nur ver- einzelt werden Online-Marktplätze oder sonstige Lösungen genutzt.  Social Media: Im Social-Media Bereich nehmen Facebook und Instagram die höchste Relevanz ein. Weitere Anbieter, wie u. a. Pinterest, YouTube, WhatsApp- Business oder Twitter, s tellen in Porz keine relevanten Kommunikationstools dar. Mit 38 Betrieben nutzen mehr als die Hälfte der untersuchten Betriebe Facebook; 28 davon sind gleichzeitig auch auf Instagram vertreten. Aus- schließlich ein Betrieb ist nur mit einem Instagram-Kanal auf Social Media zu finden. Die Bespielung der Accounts ist zum Großteil eher inaktiv. Trotz höherer Nutzung von Facebook finden hier nur wenige regelmäßige Postings oder ein Austausch mit Kundinnen und Kunden statt. Auf Instagram sind die Aktivitäten im Rahmen von Informationsw eitergabe, Kommunikation und Interaktion mit den Kun*innen höher. Zudem zeigt sich, dass jeweils rund ein Drittel der bestehen- den Social Media Accounts auf Facebook sowie Instagram über die jeweiligen Muttergesellschaf- ten läuft. Abb. 8: Crossmarketing Website / Social Media Quelle: cima.digital (2023)  Cross Marketing: Eine Verlinkung bestehender Social Media-Kanäle und Websites trägt wesent- lich zu einer erhöhten Sichtbarkeit und Reichweite bei. Wenngleich bereits heute je zwei Drittel derjenigen, die eine Website nutzen, dort eine Verknüpfung ihres Facebook- oder auch Instagram- Accounts eingerichtet haben (vgl. Abb. 8), sind die Cross-Marketing-Aktivitäten in Porz – insbe- sondere bei inhabergeführten Betrieben – noch ausbaufähig. Abschließend ist festzuhalten, dass die untersuchten Porzer Einzelhandelsbetriebe zwar online sichtbar sind, eine aktive und regelmäßige Bespielung der verschiedenen Kanäle jedoch wenig statt- Einsatz einer Website und einer Facebook Seite Integration eines Face- book-Button auf der Website Einsatz einer Website und einer Instagram Seite Integration eines Insta- gram-Button auf der Website Nur Website 29% Nein 32% Ja 68% Website und Facebook 71% Nur Website 48% Nein 36% Ja 64% Website und Instagra m 52% Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023 17 findet. Die meiste Aktivität ist bei Online-Auftritten über die Muttergesellschaften der Filialisten fest- zustellen. Insgesamt besteht in Bezug auf die digitale Sichtbarkeit und den Online- Auftritt in allen Bereichen – u. a. Google Tools, Websites und Social Media – noch deutlicher Ausbaubedarf. D ie allgemein fortschreitende Digitalisierung, der zunehmende Online- Handel und die damit einherge- henden Auswirkungen für das stationäre Gewerbe zählen aktuell zu den wesentlichen Herausforde- rungen in unseren Innenstädten. Vor diesem Hintergrund sind eine gute Online-Auffindbarkeit, -Prä- sentation und -Kommunikation mit Kund innen und Kunden für den stationär en Handel von großer Relevanz; kleinere Maßnahmen können bereits erste Verbesserung en bewirken. Mögliche Ansatz- punkte hierfür wurden mit interessierten Teilnehmenden im Rahmen des Digitalisierungsworkshops im November 2022 erörtert. 2.4 Leerstehende und mindergenutzte Ladenlokale Ein weiterer Fokus lag auf leerstehenden und aktuell mindergenutzten Ladenlokalen; dazu zählen die 18 erhobenen Leerstände sowie fünf Vergnügungsstätten (Spielhallen und Wettbüros). Diese sind über den Zentralen Versorgungsbereich hinweg verteilt, also nicht räumlich konzentriert. Die detaillierte Aufnahme der leerstehenden Ladenlokale – eine Aktualisierung erfolgte zuletzt im Juni 2022 – umfasste eine Bewertung der Standortkriterien (u. a. Verkaufsflächengröße (soweit ver- fügbar / einsehbar), barrierefreier Zugang, bauliche Attraktivität, Umfeldnutzungen) sowie möglicher (alternativer) Nutzungen. Auf Basis der Erhebungen wurde für jedes leerstehende Objekte ein de- taillierter Leerstandsteckbrief ausgearbeitet. Die Datensammlung stellt die Basis eines Leerstands- katasters dar, welches langfristig ausgebaut und regelmäßig fortgeschrieben werden soll. Während für einige Ladenlokale aufgrund des Gesamtzustandes des Gebäudes, der Lage und ge- ringer Investitionsbedarfe Chancen einer kurzfristigen Wiedervermietung vorliegen, stehen andere bereits langfristig leer und lassen u. a. angesichts hoher Investitionsbedarfe am Gebäude und / oder dem Verkaufsraum nur sehr geringe bis keine Wiedervermietungschancen erkennen. Die Hand- lungsbedarfe für die Leerstände stehen auch im Fokus der Diskussion mit lokalen Akteuren. Einzelne Objekte dominieren dabei, wie z. B. das sog. „grüne Haus“ in der Bahnhofstraße oder der freiste- hende Pavillon auf der Verkehrsinsel an der Straßenbahnlinie; beide Objekte weisen ein hohes Maß an Investitionsbedarfen auf. Besonderen Handlungsbedarf sehen die lokalen Akteure zudem beim weiteren Verfahren zum „roten Pavillon“ am östlichen Eingang der Bahnhofstraße. Zwar ist dieser zum Zeitpunkt der Berichtslegung mit einer gastronomischen Einheit belegt, 3 jedoch trägt das Ge- bäude zu einem negativen Erscheinungsbild der Bahnhofstraße bei . Der Pavillon soll im Zuge der Umgestaltung der Bahnhofstraße niedergelegt werden. Das Zentrenmanagement hat bereits Kon- takt zu einzelnen Immobilieneigentümer*innen aufgenommen, um Entwicklungsmöglichkeiten anzu- stoßen. Als mindergenutzte Ladenlokale sind Vergnügungsstätten des Typs „Spiel“ einzuordnen; dazu zäh- len vorrangig Spielhallen und Wettbüros. In Porz wurden insgesamt fünf Ladenlokale mit dieser Nut- zungsart aufgenommen, teilweise in zentraler Einkaufslage (Bahnhofstraße), teilweise in Randlagen, in welchen z. T. im Umfeld weitere Leerstände zu finden sind (bspw. Wilhelmstraße), sodass Trading Down-Tendenzen ablesbar bzw. erwartbar sind. Insgesamt ist die Anzahl der Vergnügungsstätten (Spielhallen / Wettbüros) in Verbindung mit der höheren Leerstandsquote für die Größe des Bezirks- zentrums Porz bedenklich. Angesichts der negativen Wirkungen von Vergnügungsstätten der Sparte Spiel sollten diese innerhalb des Zentralen Versorgungsbereiches ausgeschlossen werden. Laut vorliegenden Informationen der Stadtverwaltung ist in großen Teilen des Porzer Zentrums die An- siedlung von Vergnügungsstätten bereits bauleitplanerisch ausgeschlossen. Bestehende Betriebe sind in Bezug auf die einzuhaltenden Mindestabstände (350 m) zu sensiblen Einrichtungen (bspw. Schulen und Jugendeinrichtungen) sowie zu anderen Spielstätten zu überprüfen. 3 Zum Zeitpunkt der Nutzungskartierung (vgl. Abb. 5) stand der Pavillon noch leer. Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023 18 2.5 Zusammenfassende SWOT-Analyse Aus der Bestandsanalyse lassen sich zusammenfassend Stärken und Schwächen sowie Chancen und Risiken ableiten, die im Rahmen der weiteren Projektarbeit Berücksichtigung finden sollten: Abb. 9: SWOT-Tabelle Stärken Schwächen  kompakte Stadtstruktur  Identifikation mit Porz als Stadt(teil) auf- grund der Historie als eigene Stadt  gutes Basisangebot im Einzelhandel sowie an weiteren innenstadtrelevanten Angebo- ten; kompakte Funktion als Einkaufsstandort  ISG Porz e. V. als erfahrener Verein und z. T. Veranstalter von Aktionen und Events in der Porzer Mitte  Projektentwicklung Neue Mitte Porz mit sei- ner städtebaulich durchgreifenden Neustruk- turierung des zentralen Bereichs  Aktivitäten und Engagement von sozialen Institutionen und Vereinen sowie deren Netz- werk  bisher aufgebaute Netzwerkstrukturen: Vernetzung, Kommunikation und Information aller Akteure  Nähe des Bezirkszentrums zum Rhein und Potenzial des sog. Rheinboulevards  Gute Erreichbarkeit mit dem ÖPNV  geschwächter Nutzungsmix und Verlust an Qualität der Angebote im Handel; u. a. durch Zunahme von Imbiss-Gastronomie und Dienstleistungen bei gleichzeitigem Rückzug inhabergeführter Einzelhandelsbetriebe  Vielzahl an Imbissen mit hoher Fluktuation  Rückgang an aktiven Mitgliedern der ISG  städtebauliche und stadtgestalterische Miss- stände sowie fehlende Aufenthaltsqualität  negative Wirkung von Leerständen, insbe- sondere langfristig leerstehender Ladenlo- kale  fehlende Kontakte / z. T. fehlendes Interesse der Eigentümer*innen Chancen Risiken  Impulse durch Neue Mitte Porz: Einzelhan- delsangebot, neue Akteure, städtebauliche Aufwertung, Gestaltung des öffentlichen Raumes, Vernetzung der zentralen Einkaufs- bereiche, Wohnraum für verschiedene Ziel- gruppen  Zentrenmanagement als Ansprechpart- ner*in und Unterstützung vor Ort und verbin- dende Einheit zwischen lokal Agierenden  verstärkte Anbindung des P otenzialraums Rheinboulevard mit dem Bezirkszentrum  Impulse durch Umsetzung der Maßnahmen des ISEK Porz-Mitte: Stärkung und Aufwer- tung der angrenzenden Grünflächen im Os- ten (Parkanlage Glashüttenstraße) und im Westen (Rheinboulevard Porz), Stärkung und Aufwertung der Fußgängerzone Bahn- hofstraße und Verbindung dieser mit der Neuen Mitte Porz, Aufwertung der Verbin- dungsachsen zum Rhein, Aktivierung und Vernetzung der Bewohnerschaft und der lo-  keine Veränderungen der Leerstandssitua- tion  geringer Nutzungsmix durch anhaltende Zunahme von Imbiss-Gastronomie- und Dienstleistungsbetrieben und fehlende Neu- ansiedlung von Einzelhandelsbetrieben  drohende Auflösung der ISG Porz e. V. aufgrund fehlender aktiver Mitglieder  fehlendes Zusammenwirken der Akteure der zentralen Einkaufslagen (vorrangig City Center, Bahnhofstraße, Neue Mitte)  fehlende Bereitschaft von Eigentümer *in- nen zur Investition  negative Auswirkungen durch die lange Baustellenphase rund um die Fertigstellung der Neuen Mitte Porz sowie der angrenzen- den Maßnahmen aus dem ISEK Porz-Mitte Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023 19 kal Agierenden durch das „Büro für Vernet- zung und Aktivierung“ sowie das Haus-, Hof- und Fassadenprogramm  Profilierung der Einkaufsstandortes Porz - Mitte und Bildung einer Marke Quelle: cima (2023) Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023 20 Abb. 10: SWOT-Karte Porz* Kartengrundlage: GeoBasis-DE / BKG 2021; Bearbeitung: cima (2023) * Es ist zu berücksichtigen, dass manche im Text beschriebenen Stärken und Schwächen räumlich nicht verortbar und somit in der Karte nicht dargestellt sind. Legende Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023 21 3 Zielperspektiven Die Erkenntnisse aus der bisherigen Projektlaufzeit für den Anstoß des Porzer Zentrenmanagements bilden eine geeignete Grundlage für die anstehende aktive Arbeit vor Ort. Eine lückenlose Weiter- führung des Projektes „Anstoß eines Zentrenmanagements“ im Jahr 2023 ist über die Verlängerung der Tätigkeiten im Rahmen des Sofortprogramms gesichert . Die sich anschließende mittelfristige Fortführung des Zentrenmanagements wird mit der Umsetzung des Integrierten Stadtentwicklungs- konzeptes Porz-Mitte möglich; dann ist das Zentrenmanagement Bestandteil der ISEK-Maßnahme „Büro für Vernetzung und Aktivierung“. Dem Zentrenmanagement stehen damit zukünftig mehr per- sonelle wie auch finanzielle Ressourcen zur Verfügung; gleichzeitig wächst jedoch auch der Aufga- benbereich für die Arbeit vor Ort. Oberstes Ziel der Arbeit vor Ort ist die langfristige Stärkung des Porzer Zentrums nach innen und außen. Es gilt, Netzwerke auszubauen und zu verstetigen sowie die Mitwirkungsbereitschaft lokaler Akteure zu fördern und fordern, um den Stadtteil und seine Angebote gemeinsam zu entwickeln und zu profilieren. Abgeleitet aus den gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnissen des bisherigen Pro- jektteams werden für die Arbeit vor Ort folgende Leitziele formuliert: 3.1 Leitziele Die Verbesserung der Kommunikation und Kooperation vor Ort bietet viele Entwicklungschancen für das Porzer Zentrum. Ziel muss es sein, die Porzer Mitte durch die Zusammenarbeit aller Porzer Akteure nach vorne zu bringen und gemeinsam neue Impulse zu setzen. Es geht darum, bestehende Netzwerkstrukturen zu erhalten und zu stärken sowie gleichzeitig offen für neue Akteure zu sein. Das Zentrenmanagement fungiert dabei als verbindende Einheit, das lokale Netzwerke zusammen- bringt und aktiviert. Zu beachten ist, dass das Zentrenmanagement nur einen Baustein im Gesamt- prozess darstellt; Durchführung und Erfolg von Maßnahmen und Projekten sind immer auch von der Mitwirkungsbereitschaft der Akteure vor Ort abhängig. Vor diesem Hintergrund ist es umso wichtiger, das bisher aufgebaute Netzwerk zu pflegen und neue aktive Akteure dazuzugewinnen. Eine starke Vernetzung lässt es zu, erforderliche Maßnahmen und weitere Projektschritte zu eruieren und auf die aktuellen Bedarfe des Zentrums auszurichten. Um Porz nach innen und außen zu stärken, gilt es,  Das bestehende Netzwerk der Akteure des Bezirkszentrums zu unterstützen und neue Akteure zu integrieren sowie deren Mitwirkungsbereitschaft zu aktivieren. Von besonderer Bedeutung sind dabei die relevanten Akteure der Neuen Mitte Porz.  den Austausch und die Vernetzung mit Immobilieneigentümer*innen zu fokussieren und das Ver- antwortungsbewusstsein für die Zentrengestaltung zu aktivieren.  Porzer Akteursgruppen, die nicht direkt in der Porzer Mitte angesiedelt sind, aber Interesse an einer Profilierung des Zentrums haben (u. a. soziale Einrichtungen, Vereine und ähnliche Institu- tionen), stärker in den Gesamtprozess einzubinden. Dass eine „Vernetzung der Netzwerke“ aus verschiedenen Handlungsbereichen ein Profit für die Porzer Mitte sein kann, zeigen die Projekt- fortschritte, die im Rahmen der Organisation und Durchführung des Tags des Veedels 2022 erzielt werden konnten. Wesentliche Elemente der Netzwerkarbeit vor Ort sind Kommunikation und Information im Rahmen regelmäßiger Vor-Ort-Gespräche und organisierter Netzwerktreffen. Bislang etablierte Kommunika- tionsstrukturen sind aufrecht zu erhalten und durch regelmäßige Netzwerktermine für einzelne, aber auch verschiedene Akteursgruppen zu ergänzen. LEITZIEL I: Lokale Vernetzung und Aktivierung der Akteure Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023 22 Wenngleich die Attraktivität der Porzer Mitte und die Qualität der Angebotsvielfalt in den vergange- nen Jahren gesunken sind, ist de m Bezirkszentrum nach wie vor die Funktion eines zentralen Ein- kaufsstandortes und Treffpunktes zuzuschreiben. Die derzeit entstehende Neue Mitte Porz und die im ISEK formulierten Maßnahmen bieten ein großes Potenzial, den Einzelhandelsstandort Porz -Mitte aufzuwerten und zu beleben. Darüber hinaus sind jedoch gemeinsame Anstrengungen notwendig, um die Aufenthaltsqualität zu erhöhen und die Porzer Mitte als Besuchsziel wieder attraktiver zu machen. Dazu zählen gestalterische Aufwertungen, einzelbetriebliche Verbesserungsmaßnahmen sowie gemeinschaftliche Aktionen:  Die Erkenntnisse aus der Analyse zeigen die Notwendigkeit der Stärkung bestehender Betriebe – dabei stehen die einzelbetriebliche Attraktivierung (u. a. Warenpräsentation, Ladengestaltung) und die Erhöhung der digitalen Sichtbarkeit gleichermaßen im Fokus.  Für eine ganzheitliche Zentrenbelebung kommt es darauf an, durch Aktionen und Veranstaltungen sowohl in den einzelnen Ladenlokalen als auch insgesamt im öffentlichen Raum Erlebnisse zu schaffen. Gelingt es, einzelbetriebliche Maßnahmen parallel als gemeinsame zentrenbelebende Maßnahmen zu organisieren, kann der Standort Porz Mitte als Einheit gestärkt und nach außen profiliert werden. Die Eigeninitiative der Porzer Gewerbetreibenden zur Umsetzung einzelbetrieb- licher Maßnahmen ist durch Impulse des Zentrenmanagements zu aktivieren.  Entsprechende Impulsprojekte zur Zentrenbelebung sind – mit Unterstützung des Zentrenmana- gements – unter Beteiligung aller Akteure des Bezirkszentrums zu entwickeln. Die gemeinsame Ideenentwicklung und Projektkonkretisierung stärkt den Zusammenhalt unter den beteiligten Akt- euren und damit auch die Identifikation mit den Aktivitäten und dem Einkaufsstandort Porz insge- samt.  Standortbezogene Ereignisse, wie bspw. die Eröffnung der Neuen Mitte Porz oder der Start bau- licher Veränderungen, eignen sich besonders zur Terminierung und inhaltlichen Verknüpfung von Aktionen / Veranstaltungen. Gleichzeitig können diese zu einer erfolgreichen Verbindung der Neuen Mitte Porz mit den bestehenden Fokusräumen Bahnhofstraße und City Center beitragen.  Förderprogramme der Stadt Köln können für gestalterische und vernetzende Maßnahmen, Aktio- nen der Gewerbetreibenden sowie Aktivitäten genutzt werden. Eine zentrale Herausforderung im Rahmen des Zentrenmanagements ist es, dem Rückzug des Han- dels und den Veränderungen im Nutzungs - und Branchenmix zu begegnen. Die Analyse d er Nut- zungsstruktur in Porz erlaubt einen Einblick in die Entwicklungen der letzten Jahre und bestätigt den (bundesweiten) Trend eines Rückzugs des inhabergeführten Einzelhandels bei Zunahme von dienst- leistungsorientierten und gastronomischen Betrieben. In Porz lässt sich dabei besonders die ver- stärkte Ansiedlung von Schnellimbissbetrieben feststellen, die mit einer hohen Fluktuation gleicher Betriebstypen einhergeht. Gleichzeitig prägen punktuell leerstehende Ladenlokale das Stadtbild; problematisch sind v. a. langfristige Leerstände in Gebäuden mit hohen Investitionsbedarfen. Mit dem Ziel, den Nutzungs - und Branchenmix im Porzer Zentrum im Austausch mit der KölnBusi- ness und potenziellen Interessierten zu verbessern, sollte die im bisherigen Prozess geschaffene Basis eines Leerstandskatasters um detaillierte Informationen zum Verkaufsraum, der Immobilie und zu Investitionsbedarfen erweitert werden. Es geht darum, durch ein aktives und vorausschauendes Geschäftsflächen- und Leerstandsmanagement längerfristige Leerstände zu vermeiden und durch den regelmäßigen Kontakt mit Eigentümer*innen und ggfs. potenziellen Interessierten frühzeitig Lö- sungen zu forcieren. Dabei sind auch Zwischennutzungen oder Übergangsmaßahmen mitzudenken. Zudem sind bei Neubelegungen von Ladenlokalen gezielt die Nutzungsarten in den Blick zu nehmen. LEITZIEL II: Stärkung und Belebung des Einzelhandelsstandortes Porz-Mitte LEITZIEL III: Attraktivierung des Nutzungs- und Branchenmix / Vermeidung von Leerstand Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023 23 Trotz der Veränderungen in der Handelslandschaft sollte das Ziel verfolgt werden, Neubelegungen von ehemaligen Einzelhandels-Ladenlokalen erneut einer Handelsnutzung zuzuführen. Dies erfor- dert einen intensiven Austausch mit den Immobilieneigentümer*innen, eine Sensibilisierung in Bezug auf die Wirkungen der Nutzungen auf das Standortumfeld sowie Unterstützungsleistungen bei der Suche nach Nachmieter*innen. Mit dem Zentrenmanagement steht eine neutrale Moderat ion mit fachlicher Expertise in puncto Einzelhandelsentwicklungen und Leerstandsmanagement zur Verfü- gung, die i m Zusammenspiel mit Köln .Business bei Abstimmungen mit den Immobilieneigentü- mer*innen oder potenziellen Filialisten unterstützen kann und daher eingebunden werden sollte. Der bisherige Prozess erlaubte lediglich eine niederschwellige Informationsweitergabe über die Pro- jektinhalte und -fortschritte des Zentrenmanagements. Zwar wurde der regelmäßige Austausch zu verschiedenen Akteursgruppen, die gleichzeitig auch eine Funktion als Multiplikator en im Stadtteil haben, gepflegt, eine der wichtigsten Akteursgruppen wurde jedoch bislang kaum angesprochen : Die Porzer Bürger*innen sind letztlich diejenigen, für welche das Bezirkszentrum und seine Angebote wieder attraktiver und belebbarer gestaltet werden müssen. Die Bürgerschaft muss mitgenommen werden; Impulse und Fortschritte in der Porzer Mitte sind klar an sie heranzutragen – ein "Nachvor- nekommen des Porzer Bezirkszentrums" muss im Stadtteil spürbar sein. Letztlich können das lokale Engagement und die durchgeführten Maßnahmen und Projekte nur dann erfolgreich sein, wenn es positive Rückmeldungen aus der Bürgerschaft gibt, die sich bestenfalls in einer Z unahme der Zen- trenfrequenzen widerspiegeln. Mit diesem Ziel sollte ein besonderes Augenmerk auf eine – gemeinsam vom zukünftigen Büro für Vernetzung und Aktivierung, der Stadtverwaltung und den lokal Agierenden entwickelte – Kommu- nikations- und Informationsstrategie gelegt werden. Dies beinhaltet, dass das Zentrenmanagement bzw. zukünftig d as „Büro für Vernetzung und Aktivierung“ verstärkt als Institution für stadtentwick- lungsbezogene Themen vor Ort sichtbar wird, indem regelmäßig Öffnungszeiten, Projekte und Akti- vitäten in verschiedenen Formaten der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit (analog und digital) kom- muniziert werden. Im Zuge der Umsetzung der ISEK-Maßnahmen wird die Information der Öffent- lichkeit zudem in deutlich kürzeren Abständen erforderlich sein als im bisherigen Prozess. Für einen zügigen Abwicklungsprozess bei Veröffentlichungen ist zu prüfen, wie Kontaktwege und Abstimmun- gen zielführend organisiert werden können. Über die regelmäßige Presse- und Öffentlichkeitsarbeit hinaus sind lokale Gremien (u. a. der Beirat Porz Mitte und die Bezirksvertretung Porz) in zu vereinbarenden Abständen über die Arbeit vor Ort und Handlungsbedarfe aus Sicht der Akteure des Bezirkszentrums in Kenntnis zu setzen. Ziel ist eine Aktivierung der Gewerbetreibenden in Porz dahingehend, diese Aufg abe langfristig zu übernehmen. 3.2 Transformationsräume Bei der Umsetzung der Leitziele stehen die drei räumlichen Schwerpunkte im Fokus, die es in sich zu stärken, weiterzuentwickeln und zu beleben gilt. Jedoch ist auch eine Verknüpfung der Bereiche wichtig, denn die Porzer Mitte insgesamt kann sich nur erfolgreich profilieren, wenn eine konse- quente Vernetzung der räumlichen Fokusbereiche und deren Akteure stattfindet. Josefstraße / Hermannstraße mit City-Center als Ankerpunkt Das City-Center / die Hermannstraße bildet eine wichtige Eingangssituation in das Zentrum ; über die nördlich angrenzende Bus- bzw. Straßenbahnhaltestelle und das zugehörige Parkhaus geht eine hohe Frequenz in Richtung Porz Mitte aus. Das City Center stellt durch die ansässigen Magnetbe- triebe aktuell einen positiven Nutzungsmix für die Porzer Mitte bereit; der öffentliche Bereich vor dem City-Center ist zudem mit den gastronomischen Angeboten ein stark frequentierter Treffpunkt des LEITZIEL IV: Kommunikations-, Informations- und Öffentlichkeitsarbeit Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023 24 Bezirkszentrums. Im direkten Umfeld besteht jedoch das Risiko eines Trading-Down-Prozesses: Im Gebäudekomplex Josefstraße 1 bis 6 stehen aktuell zwei Flächen leer; durch den avisierten Umzug von Ernstings Family in die Neue Mitte Porz könnte ein weiterer Leerstand hinzukommen. Da der Gebäudekomplex entlang der Josefstraße die Verbindungsachse zur Bahnhofstraße darstellt, muss unbedingt vermieden werden, dass sich die Leerstandssituation negativ auf die aktuelle Funktion des Fokusbereiches auswirkt. Daher gilt es, den Kontakt zu den Eigentümer*innen zu intensivieren und gemeinsam nach Lösungen zur Stärkung des Nutzungsmixes in diesem Bereich zu suchen. Diese sollten sowohl eine Sicherung der bestehenden Nutzungen im City-Center, in der Josefstraße und in der Hermannstraße beinhalten als auch eine Neubelegung / Zwischennutzung der Leerstände sowie Verbesserungen der Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum, u. a. durch belebende Aktionen und Veranstaltungen. Mit einzubeziehen ist zukünftig dringend die Verbindungsachse zwischen den Frequenzbringern REWE-Markt im Haus 1 der Neuen Mitte Porz und City-Center; es ist davon aus- zugehen, dass die beiden Lagen gegenseitig von der jeweiligen Frequentierung profitieren und daher auch eine enge Vernetzung der Akteure sinnvoll ist. Bahnhofstraße als traditionelle Einkaufsstraße Die als Fußgängerzone gestaltete Bahnhofstraße bildet einen weiteren räumlichen Entwicklungsbe- reich. Im östlichen Abschnitt findet sich die zentrale Eingangssituation zur Porzer Mitte, was durch die Beschilderung „Porzity – Veedel mit Herz“ verdeutlicht wird. Die Bahnhofstraße wird auch aktuell noch durch den höchsten Besatz an inhabergeführten Betrieben im Porzer Bezirkszentrum geprägt, hat jedoch aufgrund von Geschäftsschließungen, einer hohen Fluktuation von Betreiber*innen in ei- nigen Ladenlokalen i. V. m. einem zunehmenden Anteil an gastronomischen Einrichtungen im Im- biss-Segment in den letzten Jahren deutlich an Bedeutung eingebüßt. Derzeit bestehen nicht aus- reichend Kontakte zwischen den Akteuren der Bahnhofstraße. Trotz der bestehenden Organisation der Innenstadtgemeinschaft Porz beteiligen sich nur wenige an belebenden Aktionen für Porz. Es gilt daher, neue Strategien zur Vernetzung und Aktivierung der Akteure zu erarbeiten, um ge- meinsam neue Impulse in der traditionellen Einkaufsstraße zu setzen. Dazu zählen bspw. neue Ser- viceleistungen für Besuchende oder die Organisation und Durchführung von belebenden Aktionen und Veranstaltungen. Dabei kann eine Gesamtattraktivierung der Bahnhofstraße nur im Zusammen- spiel mit baulichen Veränderungen erfolgreich sein. Neben den i m Rahmen der ISEK-Umsetzung geplanten Aufwertungsmaßnahmen im öffentlichen Raum müssen Anreize geschaffen werden, um auch der Eigentümerschaft Anreize für Investitions- und Modernisierungsmaßnahmen zu geben, z. B. im Rahmen des Haus-, Hof- und Fassadenprogramms oder im Zuge der Bildung einer Immobilien- und Standortgemeinschaft. In diesem Entwicklungsbereich steh en somit gleichermaßen gestalteri- sche Aufwertungen, die Vernetzung und Aktivierung der Akteure sowie zentrenbelebende Aktionen und Veranstaltungen im Fokus. Neue Mitte Porz als Potenzialraum Die Neue Mitte Porz stellt einen räumlichen Schwerpunktbereich dar, deren Entwicklung als Baupro- jekt voraussichtlich im Jahr 2024 fertiggestellt wird. Mit der Bereitstellung von modernem Wohnraum mitten im Bezirkszentrum Porz, einer attraktiven Gestaltung des öffentlichen Raumes sowie einer Ergänzung des Porzer Nutzungsmix durch die Ladenlokale und kirchlichen Einrichtungen in der Erd- geschosszone werden Impulse verschiedener Handlungsbereiche gesetzt, die großes Potenzial für die Zentrenentwicklung mit sich bringen. Mit der schrittweisen Fertigstellung bzw. Öffnung der Einheiten muss die Zielsetzung die Integration des Standortes in die bestehenden Strukturen fokussieren und gleichzeitig diese als Anstoß für eine Weiterentwicklung und Attraktivierung des gesamten Bezirkszentrums nutzen. So geht es z. B. da- rum, die bestehenden Verbindungsachsen zu den weiteren räumlichen Fokusbereichen für die Be- sucher*innen als solche kenntlich und wahrnehmbar zu machen, indem sie in regelmäßigen Abstän- den bespielt werden. Das setzt eine enge Vernetzung der Porzer Akteurinnen und Akteure voraus, die gemeinsam eruieren, welche Maßnahmen der Zentrenbelebung miteinander realisiert werden können. Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023 25 Mit der baulichen Fertigstellung der Neuen Mitte Porz eröffnet sich die Chance, eine Aufwertung der aktuell teilweise als Nebenlagen zu klassifizierenden umliegenden Bereiche zu erreichen, u. a. in der Wilhelmstraße mit der rückwärtig liegenden Karlstraße. Dies erfordert jedoch eine entsprechende Sensibilisierung der Eigentümer*innen und Mieter*innen, um ggfs. leerstehende Ladenlokale zu qua- lifizieren und ansässige Betriebe mit Hilfe von einzelbetrieblichen Beratungen aufzuwerten. Darüber hinaus besteht das Potenzial, über die angrenzende Fußgängerbrücke eine attraktive Verbindungs- achse zwischen der Porzer Mitte und dem Rheinboulevard zu schaffen und damit die Profilierungs- möglichkeiten durch die Nähe zum Rhein – gestalterisch und in Bezug auf Aktivitäten und Veranstal- tungen – stärker zu nutzen. Gemäß ISEK sind die entsprechenden baulichen Veränderungen ge- plant. Abb. 11: Zielkarte Zukunftsagenda Porz* Kartengrundlage: GeoBasis-DE / BKG 2021; Bearbeitung: cima (2023) * Es ist zu berücksichtigen, dass manche im Text beschriebenen Ziele / Maßnahmen räumlich nicht verortbar und somit in der Karte nicht dargestellt sind. Legende Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023 26 4 Handlungsempfehlungen Zur Erreichung der Ziele werden folgende Handlungsempfehlungen formuliert und anschließend textlich beschrieben. Die nachfolgende Auflistung gibt einen Überblick über die Einzelmaßnahmen, die jeweils benötigten Ressourcen und die Prioritäten4 bzw. den jeweils anzustrebenden Umset- zungsbeginn: Abb. 12: Übersicht Maßnahmenkatalog Zukunftsagenda Porz Nr. Maßnahmentitel beteiligte Akteure finanzielle Ressourcen Priorität Beginn I-A Aktivierung der Gewerbetreiben- den des Bezirkszentrums / Un- terstützung der ISG Porz ZM, ISG Porz, Gewerbetreibende der Porzer Mitte SoPr., StBF* hoch 1.Q/23 I-B Aktive Einbindung der Immobili- eneigentümer*innen ZM, Stadt, QA, Eigentümer*innen SoPr., StBF* hoch 1.Q/23 I-C Stärkung von Kommunikation u. Kooperation mit weiteren lokalen Institutionen u. Einrichtungen ZM, soz. Institutionen / Bildungs- einrichtungen / weitere lokale Ver- eine / Initiativen / Institutionen SoPr., StBF* mittel 1.Q/23 I-D Netzwerktreffen alle relevanten lokalen Akteursgruppen SoPr., StBF* hoch 3.Q/23 II-A Einzelbetriebliche Beratung ZM, ISG Porz, Gewerbetreibende der Porzer Mitte SoPr., StBF* hoch 1.Q/23 II-B Serviceoffensive Handel / Ge- werbe ZM, ISG Porz, Gewerbetreibende der Porzer Mitte SoPr., StBF*, ggfs. Zentrenbudget oder Verfügungsfonds, private Mittel mittel 4.Q/23 II-C Unterstützung von Aktionen und Veranstaltungen zur Innenstadt- belebung ZM, ISG Porz, Gewerbetreibende der Porzer Mitte, weitere lokale Vereine / Initiativen / Institutionen, Künstler*innen SoPr., StBF*, ggfs. Zentrenbudget oder Verfügungsfonds, private Mittel mittel 1.Q/23 II-D Digitaler Auftritt www.veedellie- ben.de ZM, ISG, weitere relevante lokale Akteursgruppen SoPr., StBF*, Budget Veedellieben e.V. niedrig 4.Q/23 II-E Umsetzung von Maßnahmen aus den Verfügungsfonds BV, Stadt, priv. Akteure (inkl. Ge- werbetreibende) Städtebauförde- rung, private Mittel mittel 1.Q/24 III-A Ausbau und Pflege eines Leer- standskatasters ZM, Eigentümer*innen SoPr., StBF* hoch 2.Q/23 III-B Leerstands- / Geschäftsflächen- management ZM, Eigentümer*innen, KB SoPr., StBF* hoch 1.Q/23 III-C Zwischennutzungen / Schau- fenster- und Fassadengestaltung ZM, Eigentümer*innen, ggfs. Künstler*innen und weitere rele- vante lokale Akteursgruppen SoPr., StBF*, ggfs. Zentrenbudget oder Verfügungsfonds, private Mittel hoch 1.Q/23 IV-A Vor-Ort-Präsenz des Zentrenma- nagements ZM SoPr., StBF* hoch 1.Q/23 IV-B Weiterführung der Jour fixe-Ter- mine bisheriger Kreis, Vertretung der Eigentümerschaft SoPr., StBF* hoch 1.Q/23 IV-C Kommunikations- und Informati- onsstrategie ZM, Stadt, Politik, Presse SoPr., StBF* hoch 1.Q/23 IV-D Marketingkonzept BV, Stadt Städtebauförderung niedrig 1.Q/24 ZM = Zentrenmanagement, QA = Quartiersarchitekt/-in, KB = Köln.Business, BV = Büro für Vernetzung und Aktivierung 4 Die Priorität bezieht sich auf die aktuelle Bewertung im laufenden Projekt 2023 (gemäß Sofortprogramm Innenstadt NRW). In der Fortsetzung (gemäß ISEK-Maßnahme Büro für Vernetzung und Aktivierung) sollten die Prioritäten regelmäßig überprüft und ggf. angepasst werden. Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023 27 * die Maßnahmen werden im Rahmen des Sofortprogramms Innenstadt NRW (SoPr.) angestoßen und mit der ISEK- Maßnahme Büro für Vernetzung und Aktivierung im Rahmen der Städtebauförderung (StBF) fortgesetzt. Quelle: cima (2023) Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023 28 LEITZIEL I: Lokale Vernetzung und Aktivierung der Akteure LEITZIEL I: Lokale Vernetzung und Aktivierung der Akteure HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN I-A Aktivierung der Gewerbetreibenden der Porzer Mitte / Unterstützung der ISG Porz Die ISG Porz ist aktuell aufgrund fehlender aktiver Mitglieder nicht zukunftsfähig aufgestellt. Der derzeitige Vorstand verfügt nicht über ausreichend personelle, zeitliche und finanzielle Ressourcen für die Initiierung und Umsetzung zentrenbelebender Maßnahmen. Um das Netzwerk der Porzer Gewerbetreibenden zu stärken bzw. auszubauen, wird eine aktive Ansprache potenzieller Akteure empfohlen. Dazu zählen bestehende Gewerbetreibende in den zentralen Einkaufslagen ebenso wie die neuen Akteure der Neuen Mitte Porz, zu denen frühzeitig Kontakt aufzubauen ist. In Form eines „Restarts“ ISG Porz 2.0 begleitet das Zentrenmanagement die weitere Entwicklung des Vereins. Mit der externen Unterstützung besteht die Chance, neue Impulse zu setzen, die Ak- teure vor Ort zur Mitwirkung zu aktivieren und gemeinsam attraktivierende Projektideen für die Porzer Mitte zu entwickeln und umzusetzen. I-B Aktive Einbindung der Immobilieneigentümer*innen Angesichts der Leerstandssituation und des allgemein zu beobachtenden Trends eines Rückzugs des Einzelhandels ist die Ansprache der Immobilieneigentümer*innen von besonder er Relevanz. Bislang konnte nur vereinzelt Kontakt zu den Hauseigentümer*innen in der Porzer Mitte hergestellt werden. Gemeinsam mit der Stadt Köln sind neue, v. a. aktive Formate der Ansprache zu definieren. Neben individuellen Ansprachen sollte auch eine gemeinsame Veranstaltung für alle innerstädti- schen Immobilieneigentümer*innen geplant werden, die folgende inhaltlichen Schwerpunkte aufwei- sen könnte:  Sensibilisierung der Eigentümer*innen für ihre Verantwortung bzgl. der Zentrenentwicklung  Vernetzung der Akteure und Entwicklung von gemeinsamen Projekten für die Porzer Mitte  Informationen über die Handlungsspielräume und die Modalitäten der Gründung einer Immobilien- und Standortgemeinschaft Mit der Umsetzung des ISEKs werden zukünftig über eine/-n Quartiersarchitekt*in zudem kostenlose Beratungsleistungen im Rahmen das Haus -, Hof- und Fassadenprogramms zur Verfügung stehen. Eine vorhandene Kontaktdatei aller Eigentümer*innen in der Porzer Mitte aus dem bisherigen Projekt erleichtert den Beratungseinstieg. I-C Stärkung von Kommunikation und Kooperation mit weiteren lokalen Institutionen und Ein- richtungen Es wird empfohlen, bisher geknüpfte Kontakte des Zentrenmanagements zu genannten Akteuren aufrecht zu erhalten und in die Netzwerkarbeit einzubinden. Dies kann bspw. in Form von Arbeits- kreisen zur Planung und Organisation von Veranstaltungen und Aktivitäten im Bezirkszentrum erfol- gen. Im bisherigen Projektzeitraum wurde deutlich, dass eine Erweiterung des Netzwerkes über die direkten Akteure der Porzer Mitte hinaus einen deutlichen Mehrwert für das Projekt und die gesamte Zentrenentwicklung bietet. Konkret sind damit Porzer Akteure gemeint, die nicht direkt in der Porzer Mitte / im Zentralen Versorgungsbereich ansässig sind, jedoch ein Interesse an der Attraktivierung des Bezirkszentrums haben und sich vor allem für das gemeinschaftliche Wohl in Porz engagieren - u. a. Schulen, Kitas, soziale Einrichtungen, Sport- und Bürgervereine. Am Beispiel der Organisation des Tags des Veedels wurde deutlich, dass gemeinsam neue und innovative Ideen entstehen kön- nen. Durch die verfügbaren Ressourcen der unterschiedlichen Akteursgruppen können Maßnahmen realisiert werden, die oftmals durch fehlende personelle wie auch finanzielle Kapazitäten einzelner Akteursgruppen nicht tragbar sind. Wenngleich die verschiedenen Porzer Akteursgruppen unterei- Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023 29 nander bekannt sind, findet bislang kein regelmäßiger Austausch zwischen den verschiedenen Netz- werken statt; eine enge Zusammenarbeit zur Organisation von Veranstaltungen oder Aktionen gibt es nur bedingt. I-D Netzwerktreffen Eine erfolgreiche Zentrenentwicklung ist immer auch abhängig von der Mitwirkungsbereitschaft der lokalen Akteure. Aufgabe des Zentrenmanagements ist es, zum einen das Netzwerk zu den einzel- nen Akteursgruppen aufzubauen und dieses zu stärken und zum anderen auch die Netzwerke un- tereinander zusammenzubringen und gemeinsam an Ideen zur Zentrenbelebung und -attraktivierung zu arbeiten. Zu diesem Zweck wird die Durchführung von verschiedenartigen Netzwerktreffen emp- fohlen; als Veranstaltungsformate eignen sich u. a.  Get-Together-Veranstaltungen  Feierabendtreffen / After-Work-Treffen  Unternehmer*innenfrühstück Im Fokus der Veranstaltungen sollte der Austausch zwischen den Akteuren ebenso stehen wie die aktive Entwicklung von Projektideen zur Profilierung des Bezirkszentrums Porz. Um geschaffene Netzwerke aufrecht zu erhalten, ist eine regelmäßige Durchführung bzw. die Ver- stetigung erfolgreicher Formate erstrebenswert. LEITZIEL II. Stärkung und Belebung des Einzelhandelsstandortes Porz-Mitte HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN II-A Einzelbetriebliche Beratung Um den Herausforderungen in Bezug auf den stationären Handel zu begegnen, sind Maßnahmen zur Stärkung der Betriebe vor Ort sowie ihrer digitalen Präsenz erforderlich. Mit Hilfe von einzelbe- trieblichen Beratungen können die Stärken der Betriebe herausgearbeitet und Maßnahmen zur Stei- gerung der Wettbewerbsfähigkeit entwickelt werden. Die Beratung kann durch das Zentrenmanagement oder durch Externe umgesetzt werden und sollte für die Anschubphase für die Betriebe kostenlos sein. Si e beinhaltet einen individuellen „Store Check“ in Form einer Vor -Ort-Analyse des Betriebes. Gemeinsam mit dem/der Betriebsinhaber*in werden Handlungsbedarfe in puncto Ladengestaltung und Warenpräsentation identifiziert und Emp- fehlungen zur Verbesserung des individuellen Marktauftritts oder der Zielgruppenansprache formu- liert. Die teilnehmenden Gewerbetreibenden erhalten ein Kurzprotokoll des Beratungsgespräches. Als Basis für die Einzelberatungen können die Ergebnisse des City -Qualitäts-Checks und des On- line-Präsenz-Checks dienen. Anhand der Daten ist es möglich, Betriebe mit erkennbaren Handlungs- bedarfen direkt anzusprechen und die Beratungsleistungen anzubieten. II-B Serviceoffensive Handel / Gewerbe Mit dem Ziel, die Qualitäten der inhabergeführten Fachgeschäfte herauszustellen und weiterzuent- wickeln sowie die Gemeinschaft und Anziehungskraft des Porzer Zentrums als Einkaufsort zu stär- ken, kann eine gemeinsame Serviceoffensive entwickelt werden. Zur Planung und Organisation sollte ein interaktives T reffen der lokalen Einzelhändler*innen, Gast- ronomiebetreiber*innen und Dienstleister*innen geplant werden, das ggfs. mit einem Impulsvortrag auf die Möglichkeiten einer Serviceoffensive einstimmt. Im Rahmen der Veranstaltung können ge- meinsame Ziele und Ideen entwickelt werden, wie u. a.  Aktionen zur Verbesserung des stationären Serviceangebotes, bspw. ein gemeinschaftlicher Lie- fer- und Bringservice oder auch Rabattaktionen Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023 30  Durchführung von Marketingmaßnahmen online und offline, bspw. der Ausbau des dig italen Auf- tritts (individuell und gemeinschaftlich, z. B. über veedellieben.de)  Optimierung und Stärkung der B eratung von Kundschaft durch Seminare / Workshops / Veran- staltungen für Mitarbeitende Insgesamt gilt es, eine übergeordnete Strategie, einzelne Projekte und ggfs. eine Kampagne unter Beteiligung der betroffenen Akteure der Porzer Mitte auszuarbeiten. Ein Ergebnis kann bspw. die Einführung einer Porzer Servicewoche sein. Projektideen sollten durch die örtlichen Akteure gemein- sam entwickelt und in gemeinschaftlichen Aktionen gezielt umgesetzt werden. Das Zentrenmanage- ment übernimmt dabei die Koordination und den Anstoß der Umsetzung. II-C Anstoß von Aktionen und Veranstaltungen zur Zentrenbelebung Mit Blick auf eine zunehmende Erlebnisorientierung bei Kundschaft und Besucher*innen kommt qua- litativen Stadtfesten und speziellen Events eine hohe Bedeutung für die Belebung des Porzer Be- zirkszentrums zu. Bei guter Organisation können schon kleinere Aktivitäten, die teilweise nur einen begrenzten Personal- und Kostenaufwand erfordern, eine große Wirkung zeigen. Im Vordergrund der Aktivitäten sollten stets die Inszenierung der Qualitäten und der Vielfältigkeit der Porzer Mitte stehen. Übergeordnetes Ziel ist es, das Interesse der (potenziellen) Kundschaft an dem Porzer Be- zirkszentrum zu wecken und damit eine höhere Kundschaft bindung zu erreichen. Synergien zwi- schen Handel, Dienstleistungen, Gastronomie, Kulturschaffenden, Vereinen und weiteren lokalen Akteuren sollten gezielt genutzt werden. Unter Beteiligung aller Akteure der Porzer Mitte ist zu erörtern, welche Aktionen, Aktionstage oder weitere Impulsprojekte die gewünschte Zentrenbelebung erreichen und welche Kapazitäten (perso- nell, finanziell) dafür benötigt werden bzw. verfügbar sind. Die Planungen schließen die Evaluation der bisherigen Veranstaltungen und ihrer Konzepte mit ein. Bestehende Formate müssen auf den Prüfstand gestellt und ggfs. konzeptionell weiterentwickelt werden; zusätzliche Events müssen neu konzipiert werden. Anstehende lokale Ereignisse bilden einen geeigneten Rahmen für die Planungen. So stellt bspw. die Eröffnung der Neuen Mitte Porz bzw. der einzelnen Häuser eine Chance dar, die Porzer Mitte im Rahmen einer Aktion oder einer Veranstaltung als Einheit zu präsentieren, ggfs. unter Herausstel- lung einzelner Geschäftslagen. Für eine ganzheitliche Zentrenbelebung ist es zudem wichtig, Aktionen und Veranstaltungen im öf- fentlichen Raum mit erlebnisbezogenen Aktivitäten der einzelnen Ladenlokale zu verknüpfen (vgl. Maßnahme II-A). II-D Digitaler Auftritt www.veedellieben.de Die ISG Porz führt aktuell eine Website mit Informationen über die Mitglieder, den Vorstand sowie anstehende Veranstaltungen. Eine starke Frequentierung der Website ist aufgrund der begrenzten, z. T. nicht ganz aktuellen Informationen nicht anzunehmen. Eine übergeordnete Website mit Infor- mationen über Porzer Angebote fehlt bislang. Die Plattform www.veedellieben.de ist ein Projekt des Vereins Veedellieben e.V. – ein Verbund der Kölner Interessengemeinschaften –, die allen Veedeln der Stadt Köln die Möglichkeit bietet, sich, ihre Angebote und Besonderheiten online zu präsentieren. Die einzelnen Seiten werden vorrangig durch die jeweiligen IGs / Werbegemeinschaften mit Inhalten gefüllt. Der Geschäftsführer des Ver- eins hat den Porzer Akteuren die Plattform und ihre Funktionen bereits im Rahmen eines Jour fixe vorgestellt. Die Website und ein zukünftiger Auftritt von Porz trifft auf Zustimmung der beteiligten Akteure, jedoch sind aktuell keine Kapazitäten zur Umsetzung verfügbar. Im Austausch mit der ISG sollten Lösungen gesucht werden, eine Präsentation des Porzer Bezirks- zentrums auf www.veedellieben.de umzusetzen. Da die Plattform als Aushängeschild aller Porzer Angebote fungieren und bestmöglich die Identität des Veedels transportieren soll, müssen weitere Porzer Akteure, z. B. lokale Vereine und soziale Bereiche, direkt angesprochen und zur Mitgestaltung der Inhalte aktiviert werden. Dies kann z. B. im Rahmen der Netzwerktreffen (vgl. Maßnahme I-D) Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023 31 erfolgen. Eine Zusammenarbeit verschiedener Akteursgruppen in Porz kann zu einem erfolgreichen Online-Auftritt führen und gleichzeitig die Basis für eine breite Nutzung der Website liefern. II-E Verfügungsfonds (Zukünftige Maßnahme im Rahmen der ISEK-Umsetzung) Das ISEK sieht die Umsetzung des Förderprogramms „Verfügungsfonds“ gemäß der Städtebauför- derrichtlinien Nr. 14 vor. Der Verfügungsfonds soll von privaten Initiativen genutzt werden, gestalte- rische und vernetzende Maßnahmen im Porzer Bezirkszentrum zur Aufwertung der Einzelhandels- lagen umzusetzen. Die Umsetzung des ISEK Porz -Mitte beinhaltet personelle Kapazitäten und einen finanziellen Rah- men für Projekte des Verfügungsfonds, für den das Zentrenmanagement zukünftig die Rolle der Geschäftsführung übernehmen soll. Damit einher gehen vorbereitende Aufgaben, wie bspw. die Er- stellung einer Richtlinie, die Einrichtung eines Entscheidungsgremiums, die Bewerbung des Förder- programms sowie letztlich die Aktivierung und Beratung interessierter Akteure inkl. der Begleitung der Antragstellung. LEITZIEL III. Attraktivierung des Nutzungs- und Branchenmix / Vermeidung von Leerstand HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN III-A Ausbau und Pflege eines Leerstandskatasters Mit den Datenerhebungen der cima im Oktober 2021 sowie einer Aktualisierung der Leerstände im Juni 2022 wurde die Basis eines Leerstandskatasters für den Zentralen Versorgungsbereich Porz geschaffen. Nun geht es darum, das Leerstandskataster zu pflegen und durch Abfrage bei den Im- mobilieneigentümer*innen um zusätzliche Daten zu erweitern. Neben der räumlichen Verortung der Leerstände sind quantitative sowie qualitative Indikatoren zu integrieren, wie u. a. die Flächengröße und die Mietpreiserwartung, Aussagen zum baulichen Zustand des Gebäudes und der Wiederver- mietbarkeit sowie Angaben zur Eigentümerschaft. Die Aktualisierung der Leerstandserhebung im Juni 2022 umfasste u. a. die Anlage eines Steckbriefes für jedes leerstehende Ladenlokal . Die ge- sammelten Daten dienen als geeignete Grundlage zur Fortführung des Leerstandskatasters. Es wird empfohlen, die Leerstandsituation im halbjährlichen Turnus zu überprüfen und das Kataster entspre- chend zu aktualisieren. Das Leerstandskataster sowie die Steckbriefe der Leerstände bilden gleichzeitig auch die Grundlage für die Umsetzung der Maßnahme III-B. III-B Leerstands- / Geschäftsflächenmanagement Um einen weiteren Anstieg der Leerstände in der Porzer Mitte zu vermeiden und den bestehenden Branchenmix zu verbessern, ist die Steuerung des Porzer Einzelhandels durch ein aktives und ziel- gerichtetes Leerstands- und Geschäftsflächenmanagement vorgesehen. Es basiert auf dem regel- mäßigen Kontakt zu den Porzer Immobilieneigentümer*innen und den Daten aus Maßnahme II-A. Trotz der Veränderungen in der Handelslandschaft sollte das Ziel verfolgt werden, Neubelegungen von Ladenlokalen auf die Zielsetzungen des Einzelhandelskonzeptes auszurichten und nach Mög- lichkeit ehema ls durch Einzelhandelsbetriebe genutzte Ladenlokale erneut einer Handelsnutzung zuzuführen. Dies erfordert einen intensiven Austausch mit den Immobilieneigentümer*innen, eine Sensibilisierung in Bezug auf die Wirkungen der Nutzungen auf das Standortumfeld sowie Unterstüt- zungsleistungen bei der Suche nach Nachmieter*innen. Ziel der Gespräche mit den jeweiligen Haus- eigentümer*innen ist es, die Wiederbelegung leerstehender Objekte zu erreichen. Solange Nachnut- zungen fehlen, können Zwischennutzungen (Pop- Up-Sto res, Kunstaktionen etc.) einen wichtigen Beitrag zur Aufwertung der Einkaufslagen leisten (vgl. Maßnahme III-C). Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023 32 Das Zentrenmanagement entwickelt eine Strategie im Umgang mit vorhandenen Leerständen und ist für die Umsetzungsbegleitung verantwortlich. Zu den Aufgabenbereichen zählen  die regelmäßige Aufnahme (zukünftig) leerstehender Ladenlokale i. V. m. Maßnahme III-A  die Einrichtung eines Online-Leerstandskatasters für potenzielle Interessierte – mit Bereitstellung der gesammelten Informationen über die leerstehenden Ladenlokale sowie von Markt - und Standortinformationen (in Zusammenarbeit mit Köln.Business)  die aktive Ansprache der Immobilieneigentümer*innen und deren Sensibilisierung in Bezug auf Wirkungen bestimmter Nutzungen auf das Standortumfeld  Beratungsleistungen für Immobilieneigentümer*innen zur zeitnahen Wiedervermietung oder Über- gangslösungen (i. V. m. Maßnahme III-C) sowie Hilfestellungen für Anmietungsinteressierte III-C Zwischennutzungen / Schaufenster- und Fassadengestaltung Neben anzustrebenden dauerhaften Wiederbelegungen der leerstehenden Flächen kommen auch Übergangslösungen bzw. Zwischennutzungen in Betracht. Sie sind geeignet, negative Wirkungen der Leerstände zu mindern und Bürger*innen sowie Besucher*innen – ggfs. sogar potenzielle Mie- ter*innen – durch die Aktion auf das Objekt aufmerksam zu machen; dies kann wiederum positive Auswirkungen auf die Frequenzen der Porzer Mitte haben. Erfolgreiche Zwischennutzungsmodelle können z. B. sein:  Pop-Up Stores: In Zusammenarbeit mit Köln.Business kann eine Vernetzung zwischen potenziel- len Interessierte und Eigentümer*innen hergestellt werden. Bei einer guten Vernetzung mit den Eigentümer*innen ist ggfs. ein öffentlicher Aufruf an Interessent*innen möglich.  musikalische / kulturelle Veranstaltungen o. ä.: Je nach Größe der Leerstände sind bspw. Kino- vorführungen vorstellbar, die bereits mit wenig Aufwand realisiert werden können. Auch ein Open- Stage-Projekt wäre eine Möglichkeit, um den jüngeren Zielgruppen in Porz eine Bühne für Talente zu geben (bspw. Poetry-Slam, Comedy).  Kunstausstellungen: Das Zentrenmanagement ist bereits in Kontakt mit dem Porzer Künstlertreff, aber auch den sozialen Netzwerken vor Ort. Es ist zu erörtern, ob es Interesse gibt, Kunstwerke oder auch aktuelle Porzer Projekte öffentlichkeitswirksam in leerstehenden Ladenlokalen auszu- stellen. Auch ohne Zugang zum Ladenlokal können positive gestalterische Effekte erzeugt werden. Eine Möglichkeit ist bspw. die Nutzung der Schaufensterfläche als Informations - oder Werbefläche für Porzer Betriebe oder Vereine. Auch eine Kooperation mit lokalen Schulen, Kitas oder auch den Künstler*innen vor Ort ist denkbar. Angeregt wird ein Kunstwettbewerb, der vom Zentrenmanagement initiiert wird und die Einsendung von künstlerischen Ideen zu einem bestimmten Thema vorsieht. Eine aus verschiedenen Porzer Akt- euren zu bildende Jury wählt Gewinner*innen aus, welche dann die Schaufenster der Leerstände in der Porzer Mitte gestalten und damit zu einem attraktiveren Erscheinungsbild d es Bezirkszentrums beitragen können. Ein ähnlicher Kunstwettbewerb könnte sich auf die Gestaltung der Fassade eines Sanierungsobjektes – in Frage kommt bspw. das „grüne Haus“ in der Bahnhofstraße – beziehen. Die Umsetzung von Zwischennutzungen bzw. einer Übergangslösung setzt das Einverständnis und die Abstimmung mit den Eigentümer*innen leerstehender Ladenlokale voraus. Mit Blick auf die zu- künftig angestrebte enge Vernetzung des Zentrenmanagements mit dieser Zielgruppe liegt die Or- ganisation beim Zentrenm anagement. Eine Kooperation zum städtischen Kulturraummanagement sollte aufgebaut werden. LEITZIEL IV: Kommunikations-, Informations- und Öffentlichkeitsarbeit HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023 33 IV-A Vor-Ort-Präsenz des Zentrenmanagements Gründend auf dem Selbstverständnis des Zentrenmanagements, vor Ort als Koordinator und Mode- rator zwischen allen Porzer Akteursgruppen zu agieren, sollen regelmäßige Vor -Ort-Präsenzen in einem Büro eingerichtet werden, die projektbezogen um ergänzende Vor- Ort-Termine erweitert wer- den können. So soll eine feste Anlaufstelle für interessierte Porzer Bürger*innen sowie weitere lokale Akteure im Bezirkszentrum geschaffen und die Möglichkeit eröffnet werden, darüber hinaus projekt- und anlassbezogen in einen vertieften Austausch zu kommen. Regelmäßige Sprechzeiten Das Büro vor Ort bietet mit regelmäßigen Öffnungszeiten eine offene Sprechstunde bei Fragen rund um das Thema Stadtentwicklung in Porz. Um sich als Einrichtung in Porz zu etablieren, ist es wichtig, die Einrichtung des Büros, die regelmä- ßigen Vor-Ort-Zeiten sowie den Kontakt des Zentrenmanagements für alle Porzer*innen sichtbar zu kommunizieren. Es wird empfohlen, am Projektbüro entsprechende Plakate und Hinweise zu plat- zieren und ggfs. an weiteren Standorten auf die Vor- Ort-Präsenz aufmerksam zu machen. Darüber hinaus sollte der Informationsflyer zum Anstoß des Zentrenmanagements entsprechend ergänzt und aktualisiert werden. Ergänzende Vor-Ort-Termine In Ergänzung zur Vor -Ort-Präsenz kann das Zentrenmanagement anlassbezogen im Rahmen von Netzwerktreffen (vgl. Maßnahmen I-D), aktivierenden zielgruppenbezogenen Workshops und Infor- mationsveranstaltungen oder durch die Präsenz bei örtlichen Aktivitäten und Veranstaltungen (z. B. Feste der ISG, Porzer Wirtschaftsdialog oder auch gelegentlich durch einen Informationsstand auf dem Wochenmarkt) als Ansprechpartner fungieren und im Rahmen der Formate die Mitwirkungsbe- reitschaft lokaler Akteure fördern. IV-B Weiterführung der Jour fixe-Termine Der eingeführte Jour fixe hat sich bei den teilnehmenden Akteuren als Kommunikationsinstrument etabliert. Um sich zukünftig weiterhin auf kurzem Wege über Aktuelles und Aktivitäten in Porz aus- zutauschen und abzustimmen, wird empfohlen, die Plattform weiterhin in einem etwa monatlichen Abstand fortzuführen. Der Teilnehmerkreis sollte beibehalten und durch eine Vertretung der Immo- bilieneigentümer*innen erweitert werden. IV-C Kommunikations- und Informationsstrategie Eine zielgerichtete Kommunikation der Sichtbarkeit des Zentrenmanagements, seiner Aufgaben und seiner angestoßenen und durchgeführte Projekte und Maßnahmen ist von hoher Relevanz. Nur so kann erreicht werden, dass der Gesamtprozess auf Zustimmung der lokalen Akteure trifft und gleich- zeitig ein Gefühl von Fortschritt und Entwicklung in der Porzer Mitte transportiert wird. Das Zentren- management kann sich dadurch als feste Institution in Porz etablieren, die bei allen mitwirkenden Akteuren als Kooperationspartner anerkannt ist. Zur Erreichung dieses Ziels ist eine im Jour fixe abzustimmende Kommunikations- und Informationsstrategie erforderlich. Folgende Grundbausteine sollten dabei enthalten sein:  Zusammenarbeit mit der lokalen Presse: In regelmäßigen Abständen sollte über das Projekt und die Fortschritte sowie die damit verbundene Wirkung auf die Zentrenentwicklung berichtet werden. Dies kann in Form anlassbezogener Pressemitteilungen geschehen (bspw. im Rahmen einer kon- kreten Maßnahmenumsetzung), aber auch durch Berichte über die Fortschritte in der Netzwerk- arbeit oder konkreter Maßnahmenplanungen. Informationen an einen abgestimmten Pressever- teiler können sich mit Pressegesprächen abwechseln. Inkludiert ist eine zeitgemäße Information Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023 34 über verschiedene Social-Media-Kanäle. Durch die regelmäßige Berichterstattung wird sicherge- stellt, dass keine „Kommunikationslücke“ entsteht und die Öffentlichkeit mind. alle 8 bis 10 Wo- chen informiert wird.  Newsletter: Als eigenes Informationsmedium des Zentrenmanagement s eignet sich ein viertel- jährlich erscheinender Newsletter, der über aktuelle Projekte des Zentrenmanagements und wei- tere Entwicklungen im Bezirkszentrum Porz berichtet. Dazu gehören bspw. die Öffnung der Häu- ser Neue Mitte Porz, geplante oder durchgeführte Aktionen und Veranstaltungen, die Begleitung der Baumaßnahmen im Rahmen der ISEK-Umsetzung, Leerstandsentwicklungen, Zwischennut- zen u.v.m. Mit dem Newsletter bleibt das Zentrenmanagement präsent und erreicht gleichzeitig verschiedene Zielgruppen.  Präsentation in lokalen Gremien: Ergänzend zur Kommunikation mit der Öffentlichkeit, insbeson- dere den Bürger*innen, ist die gelegentliche Teilnahme an lokalen Gremien, u. a. dem ISEK-Beirat oder Sitzungen der Bezirksvertretung, vorgesehen. Auf diese Weise werden politische Vertre- ter*innen sowie Vertretende verschiedener Akteursgruppen regelmäßig informiert und können als Unterstützer*innen des Projektes gewonnen werden.  Internetauftritt auf Veedellieben: In der Voraussicht, dass Porz als Veedel zukünftig auf der Platt- form von Veedellieben auftritt, ist dort auch das Zentrenmanagement bzw. das „Büro für Vernet- zung“ zu integrieren. Es ist zu prüfen, ob die Seite auch für ein Online-Leerstandskataster genutzt werden kann. IV-D Marketingkonzept Zur Profilierung des Standortes ist gemäß ISEK die Entwicklung eines Marketingkonzeptes sowie die Durchführung von Marketingmaßnahmen für alle Bereiche, die zur Förderung und Profilierung der geschäftlichen Infrastruktur bzw. des geschäftlichen Erfolges eines Stadtviertels notwendig sind, vorgesehen. Ziel eines Marketingkonzeptes ist die Erhaltung und Stärkung der Zentrenfunktionen und die gemein- same Vermarktung und Positionierung von Geschäftslagen, inkl. der ansässigen Gewerbetreiben- den, bei gleichzeitiger Steigerung der Identifikation der Bürger*innen und lokalen Akteure mit ihrem Stadtteil. Im Erstellungsprozess des Konzeptes sind relevante lokale Akteure und die Öffentlichkeit zu beteiligen und folgende Bausteine auszuarbeiten:  Analyse des bestehenden Images (Selbst- und Fremdwahrnehmung) anhand einer Umfrage  Entwicklung von Ansätzen und Ideen zur Profilierung der Porzer Mitte sowie Entwicklung von Ima- geträgern  Bestimmung von Zielgruppen der Porzer Mitte  Erarbeitung eines Gesamtkonzeptes mit konkreten Marketingmaßnahmen, inkl. einer Marketing- kampagne zur anschließenden Umsetzung des Konzeptes Sowohl die Erstellung als auch die Umsetzung eines Marketingkonzeptes erforder n die Bereitstel- lung umfangreicher zeitlicher, personeller und finanzieller Ressourcen. D aher sollte diese Maß- nahme aus den alltäglichen Aufgabenbereichen des Zentrenmanagement s ausgegliedert werden bzw. mit zusätzlichem Budget – zeitlich, personell, finanziell – ausgestattet werden. Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023 35 Nutzungs- und Urheberrechte (Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2022) Die vor liegende Ausarbeitung ist durch das Gesetz über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (Urheberrechtsgesetz) und andere Gesetze geschützt. Die Urheberrechte verbleiben bei der CIMA Beratung + Management GmbH (cima). Der Auftraggeber kann die Ausarbeitung innerhalb und außerhalb seiner Organisation verwenden und verbreiten, wobei stets auf die angemessene Nennung der CIMA Beratung + Management GmbH als Urheber zu achten ist. Jegliche - vor allem gewerbliche - Nutzung darüber hinaus ist nicht gestattet, sofern nicht eine gesonderte Vereinbarung getroffen wird. Veranstalter von Vorträgen und Seminaren erwerben keinerlei Rechte am geistigen Eigentum der cima und ihrer Mitarbeiter. Inhalte von Präsentationen dürfen deshalb ohne schriftliche Genehmi- gung nicht in Dokumentationen jeglicher Form wiedergegeben werden. Haftungsausschluss gutachterlicher Aussagen Für die Angaben in diesem Gutachten haftet die cima gegenüber dem Auftraggeber im Rahmen der vereinbarten Bedingungen. Dritten gegenüber wird die Haftung für die Vollständigkeit und Richtigkeit der im Gutachten enthaltenen Informationen (u.a. Datenerhebung und Auswertung) ausgeschlos- sen. Die Oberbürgermeisterin Amt für Stadtentwicklung und Statistik Projektverantwortung: Leiterin Amt für Stadtentwicklung und Statistik Projektleitung: Externes Projektbüro Projek tteam: CIMA Beratung + Management GmbH
  • Anlage 9 Stellungnahme Evangelischer Kirchenverband

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    Von: An: Cc: Betreff: Sonntagsöffnungen Datum: Freitag, 21. November 2025 10:54:57 Sehr geehrte Damen und Herren, wir bedanken uns für die Möglichkeit, eine Stellungnahme zu den geplanten Sonntagsöffnungen der Stadt Köln abzugeben. In Übereinkunft mit dem Katholikenausschuss stellen wir fest: Sonntagsöffnungen sind aus Sicht der Kirchen weder kulturell noch wirtschaftlich erforderlich, stören die Sonntagsruhe und lösen auch keine grundlegenden Probleme. Diese Position vertreten wir seit Jahren. Sie hat sich nicht geändert. Trotz unserer grundlegend ablehnenden Haltung gegenüber Sonntagsöffnungen dürften die Anträge nachvollziehbar der aktuellen Rechtslage entsprechen. Im Auftrag des Stadtsuperintendenten : , Melanchton-Akademie des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region --- Melanchthon Akademie des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region Hier können Sie unseren Newsletter abonnieren: Protected link
  • Beschlussvorlage Rat

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    Dezernat, Dienststelle I/32/321 Vorlagen-Nummer 3384/2025 Freigabedatum 13.01.2026 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Ordnungsbehördliche Verordnung über das Offenhalten von Verkaufsstellen an Sonntagen im Jahr 2026 Beschlussorgan Rat Gremium Datum Beschluss: Der Rat beschließt gem. § 41 der Gemeindeordnung NRW in Verbindung mit § 6 des Geset- zes zur Regelung der Ladenöffnungszeiten (LÖG NRW) den Erlass der in der Anlage 1 beige- fügten Ordnungsbehördlichen Verordnung über das Offenhalten von Verkaufsstellen an Sonn- tagen für das Jahr 2026. Ausschuss für Wirtschaft und Digitalisierung 22.01.2026 Bezirksvertretung 2 (Rodenkirchen) 26.01.2026 Bezirksvertretung 3 (Lindenthal) 26.01.2026 Ausschuss Allgemeine Verwaltung und Rechtsfragen / Vergabe / In- ternationales 26.01.2026 Bezirksvertretung 1 (Innenstadt) 29.01.2026 Bezirksvertretung 7 (Porz) 29.01.2026 Rat 05.02.2026 2 *29.01.2026: Korrektur gemäß dem Antrag in Anlage 6 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Auswirkungen auf den Klimaschutz Nein Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung) Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung) Begründung: Für das Jahr 2026 haben fünf Interessengemeinschaften neun Anträge für das Offenhalten von Verkaufsstellen an Sonntagen im Stadtgebiet Köln eingereicht. Bei den Anträgen handelt es sich um die Anträge, welche lediglich für das Jahr 2026 gestellt wurden. Genehmigungsfähige Anträge der Interessengemeinschaften liegen nachfolgend vor für: Stadtbezirk 1: 1. Kernbereich Innenstadt, Stadtmarketing Köln, 06.12.2026, Weihnachten in Köln: Die Weihnachtsmärkte in der Kölner Innenstadt sind langjährige, traditionelle Veranstaltungen, welche erheblich mehr Besucher*innen – auch von außerhalb – anlocken als andere Märkte. Die prognostizierten 4 Mio. Besucher*innen verteilen sich auf die gesamte Dauer der Weih- nachtsmärkte (30 Tage). Somit würden - idealtypisch- etwa 133.000 Besucher*innen am Sonntag zu erwarten sein. Aufgrund der Erfahrung aus den vergangenen Jahren zählt das erste Adventswochenende allgemein als der frequenzstärkste Besuchertag der Weihnachts- zeit. Dagegen werden nur etwa 51.000 bis 57.000 Menschen speziell wegen der Ladenöffnung in die Innenstadt gezogen. Die Verwaltung hält den Antrag gemäß § 6 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 LÖG NRW auch im Lichte der Entscheidung des Verwaltungsgerichtes Köln vom 04.12.2018 und vom 17.12.2021 für geneh- migungsfähig. Auch das Bundesverwaltungsgericht hat zwei Sonntagsöffnungen anlässlich des großen Leipziger Weihnachtsmarktes bestätigt. 2. Kernbereich Innenstadt, Stadtmarketing Köln, 19.04.2026, FIBO Köln: Die Anlassbeschreibung legt bei der FIBO nachvollziehbar dar, dass diese Messe 2018 (mit 1.133 Aussteller*innen) mehr als 143.000 internationale Fach- und Privatbesucher*innen aus 120 Ländern nach Köln gezogen hat (https://www.fibo.com/de/FIBO/Abschlussbericht- 2018/793/). Sie ist die weltgrößte Messe für Fitness, Wellness und Gesundheit. 2025 erreichte die FIBO mit 1200 Ausstellern eine Gesamtbesucherzahl von 154.748, wobei Besucher*innen und Aussteller*innen aus 129 Ländern kamen. Dagegen werden nach den nachvollziehbar prognostizierten Besucherzahlen nur zwischen 43.610 und 49.035 Personen zum Einkaufen in die Kölner Innenstadt kommen. Insgesamt nimmt die FIBO eine Fläche von 160.000 qm ein. Nimmt man zur Messefläche die Veranstaltungsfläche von ca. 3.500 qm in der Innenstadt hinzu, wäre die Gesamtfläche der Veranstaltung deutlich kleiner als die Fläche der Geschäfte. Mit dieser Besucher*innenzahl und der Größe der Veranstaltung prägen die FIBO und die pa- rallel stattfindenden Aktionstage in herausragender Weise den öffentlichen Charakter der Messetage. Auch ein hinreichender räumlicher Bezug ist gegeben. Im vergleichbaren Düsseldorfer Fall 3 *29.01.2026: Korrektur gemäß dem Antrag in Anlage 6 haben das Verwaltungsgericht Düsseldorf und das Oberverwaltungsgericht NRW es, ange- sichts der innerstädtischen Hotelbelegung sowie der schnellen öffentlichen Verkehrsverbin- dungen zum Messegelände und den Orten der Aktionstage, genügen lassen, dass die Messe- hallen und die Düsseldorfer City auf diese Weise aufgrund der spezifischen örtlichen Verhält- nisse zu einer Einheit verklammert sind. Wörtlich heißt es in der Entscheidung des Oberver- waltungsgerichts „dass die öffentliche Wirkung der Messe in diese Bereiche ausstrahlt, weil dort eine Vielzahl der gerade von Messebesuchern und Ausstellern genutzten Hotels und Restaurants gelegen sind und öffentliche Verkehrsmittel eine schnelle wechselseitige Erreich- barkeit ermöglichen.“ Diese Gesichtspunkte hat das Stadtmarketing Köln in seinem Antrag auch für Köln nachvoll- ziehbar dargelegt. Da der Sachgrund des § 6 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 LÖG NRW aus Sicht der Verwaltung das öffentliche Interesse ausreichend belegt, ist der Antrag genehmigungsfähig. Stadtbezirk 2: 3. Treffpunkt Rodenkirchen; Rodenkirchener Sommertage, 12.07.2026: Bei der Veranstaltung handelt es sich um eine seit 40 Jahren etablierte Traditionsveranstal- tung und das größte Straßenfest im Kölner Süden. Mit einem hochkarätigen Bühnenpro- gramm, welches Kölner Top-Acts und lokale Künstler*innen präsentiert, zieht das Fest an zwei Tagen 30.000 bis 50.000 Besucher*innen an. Das Straßenfest umfasst zahlreiche Ver- kaufsstände, Kinderaktionen und Beiträge ortsansässiger Vereine, die den öffentlichen Raum beleben. Die Besucherzahl, die Rodenkirchen allein wegen des verkaufsoffenen Sonntages aufsuchen wird, dürfte angesichts der Größenordnung der Veranstaltung deutlich geringer ausfallen. Nach § 6 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 LÖG NRW ist der Antrag nach Ansicht der Verwaltung genehmi- gungsfähig. Stadtbezirk 3: 4. Interessengemeinschaft Sülz/Klettenberg, 26.04.2026; Bunt im Carrée: Die Veranstaltung „Bunt im Carrée“ findet zum zweiten Mal statt. Das Straßenfest bietet ein vielfältiges Programm mit einer Genussmeile und ausgefallenen Speisen und Getränken, verschiedene Vereinen mit Mitmach-Aktionen und einer Kunstausstellung. Sportangebote, kreative Workshops und kulturelle Beiträge wie Konzerte, Poetry Slams und Tanzvorführun- gen bereichern das Fest. Es wird Vorträge, Diskussionen und interaktive Formate zu dem Thema „Nachhaltigkeit“ geben. Rund 50.000 Besucher*innen werden erwartet, während die Verkaufsstellenöffnung nur rund 4.290 Besucher*innen anzieht. Nach § 6 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 LÖG NRW ist der Antrag nach Ansicht der Verwaltung genehmi- gungsfähig. 5. Interessengemeinschaft Sülz/Klettenberg, 18.10.2026; Kunst im Carrée: Die Veranstaltung „Kunst im Carrée“ wird mit einem verkaufsoffenen Sonntag eröffnet. In über 60 Geschäften und Galeriefenstern im gesamten Carrée präsentieren Künstler*innen ihre Werke zu einem bestimmten Thema. Besondere Attraktionen stellen die Vernissage im Pfarr- saal von St. Nikolaus, gefolgt von einem Kunst-Spaziergang und Familienführungen dar. Das Event umfasst fünf Open-Air-Bühnen mit kulturellem Programm, Mitmachaktionen für Kinder, einen Künstler*innen- und Designmarkt, sowie kreative Workshops. Zudem gibt es Konzerte, Licht- und Fotoinstallationen und künstlerische Darbietungen in verschiedenen Locations. Der Schwerpunkt liegt auf der Kunst und der Gemeinschaft im Stadtteil. Bei der zum 24. Mal stattfindenden Veranstaltung mit zahlreichen Präsentationen und Events im öffentlichen Raum werden 12.000–15.000 Besucher erwartet und damit deutlich mehr Be- sucher*innen als für im Hinblick auf die Verkaufsstellenöffnung. Nach § 6 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 LÖG NRW ist der Antrag nach Ansicht der Verwaltung genehmi- gungsfähig. 6. Ring Lindenthaler Geschäftsleute e.V., Street Gallery, 11.10.2026 4 *29.01.2026: Korrektur gemäß dem Antrag in Anlage 6 Die 28. Street Gallery in Lindenthal verwandelt über 50 Geschäfte entlang der Dürener Straße in Galerien. Am Eröffnungswochenende findet auf dem Karl-Schwering-Platz ein Veedels- Gourmetherbstfest statt. Zusätzlich gibt es eine Kunst- & Herbstrallye mit über 25 Stationen, an denen Besucher*innen Quizfragen beantworten können. Ein Kunstspaziergang führt ent- lang der Dürener Straße und zahlreiche weitere Attraktionen, wie Kinderaktionen, Konzerte und Walking Acts bereichern das Event. Die Veranstaltung zieht rund 24.000 Besucher*innen an und übersteigt damit die Anzahl der erwarteten Besucher*innen wegen der Verkaufsstellenöffnung von rund 4.100 erheblich. Nach § 6 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 LÖG NRW ist der Antrag nach Ansicht der Verwaltung genehmi- gungsfähig. Stadtbezirk 7: 7. Porz-Mitte, Porzity e. V., Porzer Mobilitätsfrühling* 31.05.2026: Der Porzer Mobilitätsfrühling findet seit über 32 Jahren statt und präsentiert neue Modelle zahlreicher ortsansässiger Autohäuser sowie Serviceleistungen von Dienstleister*innen (Glas, Reifen, Zubehör). Ergänzt wird das Event durch Angebote zu Fahrrädern und E-Bikes sowie Kinderbelustigungen und ein musikalisches Bühnenprogramm. In Zusammenarbeit mit Verei- nen aus Porz wird eine familienfreundliche und publikumswirksame Atmosphäre geschaffen. Parallel wird es ein Angebot an Essens- und Getränkeständen geben. Die Veranstaltung dient zudem der Standortsicherung des örtlichen Einzelhandels, steigert belegbar die Besucher*innenfrequenz und belebt die Innenstadt nachhaltig. Im Abschlussbe- richt „Integriertes Stadtentwicklungskonzept Porz Mitte (ISEK)“ vom 04.05.2018 ist die Gefähr- dung des Einzelhandels ausführlich dokumentiert (Abschlussbericht ISEK, Seiten 20-23). Die Gefährdungssituation bezieht sich auf das gesamte Bezirksteilzentrum Porz. Aufgrund der konkreten Gefährdungssituation des Einzelhandels in Porz-Mitte (Leerstände, Kaufkraftab- flüsse, Rückgang von Einzelhandelsflächen) ist die Sonntagsöffnung ein geeignetes Instru- ment zur Förderung des Standorts. Die Genehmigung stützt sich auf § 6 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 sowie Nr. 2 bis 4 LÖG NRW. Der An- trag ist aus Sicht der Verwaltung genehmigungsfähig, siehe auch die Vorlage Session-Nr. 2533/2018. 8. Porz-Mitte, Porzity e. V, Musikalischer Herbstmarkt*, 13.09.2026: Der Musikalische Herbstmarkt ist ein seit über 40 Jahren etabliertes Fest in der Porzer Innen- stadt, organisiert von der Innenstadtgemeinschaft Porz-Mitte in Zusammenarbeit mit dem Bür- gerverein Porz-Mitte und bietet ein abwechslungsreiches Programm für die ganze Familie. Auf der Bühne am Friedrich-Ebert-Platz treten lokale Bands, Chöre, Solo-Künstler*innen sowie Projekte der Musikschule Porz und des Jugendzentrums Glashütte auf. Zahlreiche gastrono- mische Stände sorgen für eine vielfältige Auswahl an Speisen und Getränken, während sich Porzer Betriebe, Vereine und soziale Einrichtungen präsentieren und zum Mitmachen einla- den. Für Kinder gibt es ein eigenes Programm mit Hüpfburg, Karussells, Clown oder Puppen- theater sowie Aktionen wie Kinderschminken und Bastelangebote. Durch die enge Zusam- menarbeit vieler ortsansässiger Vereine entsteht ein buntes Familien- und Kulturfest. Den nachvollziehbar prognostizierten 9.000 Besucher*innen wegen der Veranstaltung des Musika- lischen Herbstes stehen nur ca. 4.500 Besucher*innen wegen der Verkaufsstellenöffnung ge- genüber. Auch hier stützt sich die Genehmigung auf § 6 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 LÖG NRW, da das Fest eine öffentliche, traditionell verankerte Veranstaltung ist, die den Sonntagscharakter prägt. Die Verwaltung hält den Antrag für genehmigungsfähig. 9. Porz-Mitte, Porzity e. V., Porzer Adventsmarkt 13.12.2026: Der traditionelle Porzer Adventsmarkt findet seit über 20 Jahren in der Porzer Innenstadt auf Hermannsplatz, Josefstraße und Bahnhofstraße statt. Regionale Aussteller*innen werden Kunstgewerbe, Handarbeiten, Schnitzereien und Dekorationsartikel anbieten. Für Kinder gibt es extra Unterhaltungsprogramm, welches unter anderem eine Vergabe der Wunschbaumak- tion beinhaltet. Zusätzlich wird es einen Glühweinstand geben. Porzer Vereine beteiligen sich 5 *29.01.2026: Korrektur gemäß dem Antrag in Anlage 6 aktiv an dem Programm des Adventsmarktes. Die Veranstaltung zieht jährlich zahlreiche Be- sucher*innen an und ist ein fester Bestandteil des Porzer Veranstaltungskalenders. Den nach- vollziehbar prognostizierten 9.000 Besucher*innen des Adventsmarktes stehen ca. 4.500 Be- sucher*innen wegen der Verkaufsstellenöffnung gegenüber. Die Veranstaltung dient zudem der Standortsicherung des örtlichen Einzelhandels, steigert belegbar die Besucher*innenfrequenz und belebt die Innenstadt nachhaltig. Im Abschlussbe- richt „Integriertes Stadtentwicklungskonzept Porz Mitte (ISEK)“ vom 04.05.2018 ist die Gefähr- dung des Einzelhandels ausführlich dokumentiert (Abschlussbericht ISEK, Seiten 20-23). Die Gefährdungssituation bezieht sich auf das gesamte Bezirksteilzentrum Porz. Aufgrund der konkreten Gefährdungssituation des Einzelhandels in Porz-Mitte (Leerstände, Kaufkraftab- flüsse, Rückgang von Einzelhandelsflächen) ist die Sonntagsöffnung ein geeignetes Instru- ment zur Förderung des Standorts. Die Genehmigung stützt sich auf § 6 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 sowie Nr. 2–4 LÖG NRW. Der Antrag ist aus Sicht der Verwaltung genehmigungsfähig, da der Adventsmarkt zum einen den öffentli- chen Charakter des Sonntages prägt und zum anderen der Gefährdung des örtlichen Einzel- handels durch Standortsicherung und Belebung der Innenstadt entgegenwirkt. Weitere Anträge und Stadtbezirke Nicht genehmigungsfähige Anträge der Interessengemeinschaften liegen nicht vor. Es wird beabsichtigt einen weiteren verkaufsoffenen Sonntag im Jahr 2026 im Stadtbereich Kalk durchzuführen. Sobald eine hinreichende Konkretisierung der Planungen vorliegt, wird die Verwaltung dem Rat voraussichtlich im Frühjahr eine gesonderte Vorlage zur Entschei- dung vorlegen. Stellungnahmen/Ergebnis Mit E-Mail vom 10.11.2025 wurde den Institutionen nach § 6 Abs. 4 LÖG NRW (Gewerkschaf- ten, Kirchen, IHK zu Köln, Handelsverband Aachen - Düren - Köln und der Handwerkskammer zu Köln) Gelegenheit zur Stellungnahme, bis einschließlich 21.11.2025, zu den Anträgen ge- geben. Die Industrie- und Handelskammer zu Köln hat mit Schreiben vom 19.11.2025 Stellung bezo- gen. Im Ergebnis unterstützt die Industrie- und Handelskammer zu Köln alle gestellten An- träge der Interessen- und Werbegemeinschaften und sieht die gesetzlichen und höchstrichter- lichen Anforderungen bzw. Genehmigungsvoraussetzungen von Sonntagsöffnungen als erfüllt an. Die Kirchen haben sich jeweils mit Schreiben vom 21.11.2025 (Anlage 8, Stellungnahme des Katholikenausschusses und Anlage 9, Stellungnahme des Evangelischen Kirchenverbandes) einstimmig geäußert. Sie tragen vor, dass Sonntagsöffnungen aus der Sicht der Kirchen we- der kulturell noch wirtschaftlich erforderlich sind und die Sonntagsruhe stören. Trotz ihrer grundlegenden ablehnenden Haltung gegenüber den Sonntagsöffnungen stufen sie die An- träge allerdings als nachvollziehbar und der aktuellen Rechtslage entsprechend ein. Weitere Stellungnahmen sind der Verwaltung, innerhalb der Frist, nicht zugegangen. Die Verwaltung ist auch nach Abgabe der zuvor erwähnten Stellungnahmen von der Geneh- migungsfähigkeit der Anträge überzeugt und empfiehlt dem Rat der Stadt Köln, die als Anlage 1 beigefügte Ordnungsbehördliche Verordnung über das Offenhalten von Verkaufsstellen auf dem Gebiet der Stadt Köln zu genehmigen. Die Verwaltung stellt sicher, dass, soweit Anlässe einer Marktfestsetzung oder einer Son- dernutzungserlaubnis bedürfen, diese rechtzeitig von den Veranstaltern beantragt und von der Verwaltung festgesetzt werden. 6 *29.01.2026: Korrektur gemäß dem Antrag in Anlage 6 Begründung der Dringlichkeit Eine zeitnahe Beschlussfassung ist erforderlich, um den Interessen- und Werbegemeinschaf- ten eine Planungs- und Rechtssicherheit für die Durchführung der gewünschten Termine zur Sonntagsöffnung zu gewährleisten. Die ersten beiden Veranstaltungen finden bereits im April 2026 statt. Eine frühere Einbringung der Vorlage konnte unter anderem aufgrund der Neukon- stituierung der Gremien und Ausschüsse nicht erfolgen. Anlagen: Anlage 1 RVO Anlage 2 Anträge Innenstadt Anlage 3 Antrag Rodenkirchen Anlage 4 Anträge Sülz-Klettenberg Anlage 5 Antrag Lindenthal Anlage 6 Anträge Porz Anlage 7 Stellungnahme IHK Köln Anlage 8 Stellungnahme Katholikenausschuss Anlage 9 Stellungnahme Evangelischer Kirchenverband
  • Anlage 1 RVO 2026

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    Anlage 1 Ordnungsbehördliche Verordnung für 2026 über das Offenhalten von Verkaufsstellen in den Stadtteilen Innenstadt, Rodenkirchen, Lindenthal, Sülz-Klettenberg und Porz vom ???????? Der Rat hat in seiner Sitzung am ????? aufgrund des § 6 Abs. 1 und 4 des Gesetzes zur Regelung der Ladenöffnungszeiten (LÖG NRW) vom 16.11.2006 (GV. NRW. 2006 S. 516), zuletzt geändert durch Gesetz vom 22. März 2018 (GV. NRW. S.172), in Kraft getreten am 30. März 2018, für die Stadt Köln verordnet. § 1 (1) Im Stadtteilbereich Innenstadt dürfen die Verkaufsstellen am Sonntag, dem 19.04.2026 und am Sonntag, dem 06.12.2026, in der Zeit von 13 bis 18 Uhr geöffnet sein. (2) Im Stadtteilbereich Rodenkirchen dürfen die Verkaufsstellen am Sonntag, dem 12.07.2026, in der Zeit von 13 bis 18 Uhr geöffnet sein. (3) Im Stadtteilbereich Sülz-Klettenberg dürfen die Verkaufsstellen, am Sonntag, dem 26.04.2026 und am Sonntag, dem 18.10.2026 in der Zeit von 13 bis 18 Uhr geöffnet sein. (4) Im Stadtteilbereich Lindenthal dürfen die Verkaufsstellen am Sonntag, dem 11.10.2026 in der Zeit von 13 bis 18 Uhr geöffnet sein. (5) Im Stadtteilbereich Porz-Mitte dürfen die Verkaufsstellen am Sonntag, dem 31.05.2026, am Sonntag, dem 13.09.2026 und am Sonntag, dem 13.12.2026, in der Zeit von 13 bis 18 Uhr geöffnet sein. Anlage 1 Die Sonderöffnungszeit gilt für Verkaufsstellen innerhalb der folgenden Grenzlinien: Innenstadt Am Domhof - Am Frankenturm - Am Bollwerk - Mauthgasse - Buttermarkt - Rampe der Deutzer Brücker - Pipinstr. - Cäcilienstr. - Neumarkt - Hahnenstr. - Pilgrimstr. - Habsburgerring nördlich beginnend Pilgrimstr. - Hohenzollernring bis Friesenstr. - Friesenstr. - Zeughausstr. - Komödienstr. - Trankgasse - darüber hinaus Habsburgerring südlich Pilgrimstr. bis Ecke Jahnstr. und Hohenzollernring ab Friesenstr. - Kaiser-Wilhelm-Ring bis Christophstr.; außerdem die Bereiche Friesenplatz inkl. 100 m links und rechts der Platzfläche; der Bereich Maybachstr. ab Bremer Str. bis Bahntrasse 100 m links und rechts der Fahrbahn Rodenkirchen Hauptstr. ab Kirchstr. bis Rathausplatz. einschließlich Rheingalerie Maternusstr. ab Hauptstr. bis einschließlich Wilhelmstr. inkl. Maternusplatz Sülz/Klettenberg am 26.04.2026: Bereich von Weyerthal/Arnulfstraße Haus Nr. 142 /139 bis zum Manderscheider Platz/ Kyllburger Straße Haus Nr. 350/369. Sülz/Klettenberg am 18.10.2026: Berrenrather Str.: Weyerthal bis Sülzgürtel Luxemburger Str.: Konradstraße bis Hardtstraße Sülzburgstr.: von der Luxemburger Straße bis Zülpicher Straße Zülpicher Str.: Weyerthal bis Sülzgürtel Lindenthal Dürener Str. (Falkenburgstr. bis Universitätsstr., einschl. 75 Meter links und rechts der Fahrbahn), Karl-Schwering-Platz, Dürener-Str. vom Karl-Schwering-Platz bis zur Herbert- Lewin-Str. gesperrt, Platz vor Café Heinemann (Dürener Straße/ Ecke Hans-Sachs-Straße), Kath. Kirche St. Stephan (Bachemer Str.) Porz-Mitte Karlstr. – Philipp-Reis-Str. – Friedrichstr. – Bahnhofstr. – Mühlenstr. – Ernst-Mühlendyck-Str. – Hauptstr. § 2 Ordnungswidrig handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig im Rahmen des § 1 Verkaufsstellen außerhalb der dort zugelassenen Geschäftszeiten und Grenzlinien offenhält. Die Ordnungswidrigkeit kann nach § 13 des Ladenöffnungsgesetzes NRW mit einer Geldbuße bis zu fünftausend Euro geahndet werden. § 3 Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Bekanntmachung in Kraft und gilt bis zum 31.12.2026. Stadt Köln als örtliche Ordnungsbehörde
  • Anlage 2 Anträge Innenstadt

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    1 Antrag offener Sonntag 19.04.2026 für die Kölner Innenstadt Antragsteller: STADTMARKETING KÖLN Bezeichnung des Anlass: FIBO 16.-19.04.2026 Aktionstage Sport/Gesundheit/Prävention am 18./19.04.2026 Offener Sonntag: 19.04.2026, 13.00- 18.00 Uhr Anlassbeschreibung: In § 6 Abs. 1 LÖG NRW sind Messen explizit als grundsätzlich zulässige Anlässe für eine Öffnung von Verkaufsstellen an Sonntagen aufgeführt, woraus eine präjudizierende Wirkung im Hinblick auf eine grundsätzliche Genehmigung für verkaufsoffene Sonntage gesehen werden kann. Eine Messe muss aber die „Hauptsache“ sein und die Sonntagsöffnung der Geschäfte darf lediglich einen „Nebeneffekt“ darstellen. Dementsprechend darf eine Messe nicht nur deshalb veranstaltet werden, um formell die rechtlichen Voraussetzungen für die eigentlich bezweckte Ladenöffnung am Sonntag zu schaffen. Nach § 64 Abs. 1 Satz 1 der deutschen Gewerbeordnung (GewO) ist eine Messe eine „im allgemeinen regelmäßig wiederkehrende Veranstaltung“, auf der das „wesentliche Angebot eines oder mehrerer Wirtschaftszweige ausgestellt und überwiegend nach Muster an gewerbliche Wiederverkäufer, gewerbliche Endverbraucher oder Großabnehmer“ vertrieben wird. Internationale Messen zeigen nach Definition des Ausstellungs - und Messe-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft e.V. (AUMA) das wesentliche Angebot eines oder mehrerer Wirtschaftszweige. Sie weisen auf der Besucherseite ein über die Region deutlich hinausgehendes Einzugsgebiet auf, in der Regel kommen über 50 % der Besucher aus 2 mindestens 100 km Entfernung und über 20 % aus mindestens 300 km Entfernung. Die FIBO: Die Fibo (Abkürzung für Fitness und Bodybuilding) ist eine Messe für Fitness, Wellness und Gesundheit in Köln, die seit ihrer Gründung 1985 in jährlichem Turnus stattfindet. Die FIBO wurde 1985 von Kurt Thelen und Volker Ebener in Köln gegründet. 1991 wechselte die Messe den Standort und fand bis 2012 auf dem Messegelände in Essen statt. 2005 wurde die Messe aufgeteilt in die Marken „Fibo“ und „Fibo Power“. Die Fibo Power befasste sich fortan mit den Themenkreisen Bodybuilding, Kraft- und Kampfsport, die Fibo mit den Themen Fitness, Wellness und Gesundheit. Ein neuer Themenschwerpunkt ist seit 2009 der Themenbereich Gesundheit, der von der Messegesellschaft als „Fibomed“ bezeichnet wird. 2013 kehrte die Messe nach Köln zurück und findet seitdem in der Koelnmesse statt. Die FIBO ist die weltweit größte Messe für Fitness, Wellness und Gesundheit und nimmt immer weiter an Bedeutung und Entwicklung zu. Damit spiegelt sich die Entwicklung des allgemeinen Trend s nach körperlicher Fitness, gepaart mit dem gesteigerten Bewußtsein für Gesundheit äußerst erfolgreich in den Besucher - und Ausstellerzahlen der Messe wider und dies sogar Generationen-übergreifend vom Jugendlichen bis zum Rentner. Deutschland ist der Mitgliederstärkste Markt in Europa und dies spiegelt sich auch in den Zahlen wider. Mehr als 7,6 Mio. zieht es regelmäßig deutschlandweit an die Fitnessgeräte. Dieser Trend wird vor allem von einer älter werdenden Gesellschaft unterstützt, denn prinzipiell wird von Gesundheitsexperten begrüßt, dass Bewegung und Muskeltraining Krankheiten vorbeugt und das Stimmungsbarometer hebt. Ein Ende der Entwicklung ist nicht in Sicht und Kraftsport und Bodybuilding haben den 3 beliebtesten Sport der Deutschen schon heute abgelöst. Er kommt „nur“ auf 6,8 Mio. Mitglieder. Die FIBO gilt branchenintern als größtes Fitnesstudio der Welt. Sie ist in 14 Themenbereiche gegliedert und bietet neben den klassischen Fitnessthemen den Profi -Gesundheitsbereich der Physiotherapie. Moderne Gesundheitsmethoden, reihen sich in das Portfolio neuartiger Trainingsmethoden oder elektrischer Muskelstimulation ein. Unterstützt wird der Trend durch etablierte Gesundheits - Präventionsmaßnahmen, wie dem betrieblichen Gesundheitswesen oder dem Präventionsgesetz. Damit kommt dem Thema Sport & Bewegung eine immer größere Rolle zu, die sich an den Aktionstagen 18./ 19.04.2026 in der Kölner Innenstadt mit vielen Aktivitäten wiederspiegeln wird. Mitmach- und Informationsstände präsentieren das vielfältige Angebot in der Innenstadt und bilden dann Gesundheits - und Bewegungsthemen zum Mitmachen an. Eine Kooperation mit dem Sportamt der Stadt Köln wird dabei genauso angestrebt, wie breitenwirksame Angebote für alle Generationen. Die Aktionstage Sport/Gesundheit/Prävention werden sich auf der Schildergasse, bei den Händlern, Sportstudios und Krankenkassen Filialen der Innenstadt wieder finden. Und die FIBO bringt sich seit einigen Jahren noch stärker mit seinen sportlichen Aktivitäten mit den Sportveranstaltern und Sportakteuren in die Aktionen der Stadt mit ein. Die FIBO kann aufgrund ihrer lange Tradition sowie grundsätzlichen Konzeption und Ausrichtung eindeutig als ein besonderer Anlass im Sinne des LÖG NRW bezeichnet werden, der sich von dem alltäglichen „Einkaufsleben“ der Menschen abhebt. Damit ist unzweifelhaft, dass die Messe grundsätzlich die „Hauptsache“ darstellt und die Ladenöffnung am Sonntag den 4 19. April 2024 einen „Nebeneffekt“. Die Messe würde übrigens auch ohne eine Ladenöffnung am besagten Sonntag stattfinden. Die Aktionstage Sport/Gesundheit/Prävention finden seit mindestens 2006 in der Kölner Innenstadt (mit Ausnahme 2018 und 2019- wegen Corona ) statt und auch dieses Veranstaltungsformat kann damit als traditionell bezeichnet werden. Bildet die Anlassveranstaltung den Hauptgrund für Besucher/Besucherinnen die Veranstaltung zu besuchen oder steht die Ladenöffnung im Vordergrund? Die Verwaltung muss insbesondere darlegen, dass und wie die hinter den in § 6 Abs. 1 S. 2 Nr. 2 bis 5 LÖG NRW genannten öffentlichen Interessen durch die Ladenöffnung an Sonn- und Feiertagen gefördert werden können. Dabei ist vor allem herauszuarbeiten, warum das Umsatz- oder Shoppinginteresse hierbei nicht im Vordergrund steht. X ja ☐ nein (wenn nein, keine Aussicht auf Erfolg für eine Genehmigung durch den Rat der Stadt Köln) Bei dem Anlass handelt es sich um: x eine historische Veranstaltung ☐ erstmalig stattfindende Veranstaltung Besteht ein unmittelbar räumlicher und zeitlicher Bezug zur Anlassveranstaltung und den zur Öffnung vorgesehenen Verkaufsstellen? Hinweis: Von einer räumlichen Nähe ist regelmäßig insbesondere dann auszugehen, wenn die örtliche Veranstaltung in den Straßenzügen, die zur Ladenöffnung vorgesehen sind, stattfindet. Eine zeitliche Nähe besteht dann, wenn die örtliche Veranstaltung am selben Tag, nicht notwendig zeitgleich, jedoch zeitlich überlappend stattfindet. Zwischen Veranstaltung und Verkaufsstellenöffnung muss ein angemessenes Verhältnis bestehen. Die in der Vergangenheit geschaffenen Anlässe um eine Verkaufsstellenöffnung zu erreichen, wie z.B. der Flohmarkt auf einem Möbelhausgelände, sogenannte Bauernmärkte mit 10 Zeltverkaufsstellen von Reisegewerbetreibenden, Grillfest (Spanferkelgrillen) in einem Gewerbegebiet, Hüpfburgen- und Eiertierveranstaltungen werden nicht genügen, Verkaufsstellenöffnungen zu genehmigen. Orientieren Sie sich hier an die vom Rat zuletzt genehmigten Anlässe. Räumliche Nähe ist gegeben bei örtlichen Veranstaltungen in den Straßenzügen, die zur Ladenöffnung vorgesehen ist; Gesamtveranstaltungsbereich einschl. Verbindungs- und Nebenstraßen, wenn die Veranstaltungsorte über diesen Bereich verteilt sind; eine Ausweitung über den Bereich hinaus, wird nicht genehmigungsfähig sein; X ja ☐ nein (wenn nein, keine Aussicht auf Erfolg für eine Genehmigung durch den Rat der Stadt Köln) 5 Zieht die Anlassveranstaltung mehr Besucher als die der Verkaufsstellenöffnung? Fragestellung wird trotz Wegfall der Besucherprognose gestellt (vgl. Beschluss des VG Düsseldorf v. 22.05.2018);entgegen der Anwendungshilfe; juristische Bewertung der Verwaltung; X ja ☐ nein (wenn nein, keine Aussicht auf Erfolg für eine Genehmigung durch den Rat der Stadt Köln) Besucher wegen Anlassveranstaltung: Besucher wegen Verkaufsstellenöffnung: FIBO (2025): Gesamt: 154.748 Besucher, 1200 Aussteller, Besucher und Aussteller aus 129 Ländern Für die Erstellung der ersten Besucherprognose für den Veranstaltungstag am 1 9. April 2026 haben wir uns als Ausgangsbasis auf vorhandenes Datenmaterial des Unternehmens Jones Lang Lasalle (Passantenzählungen Köln 2018 ), den Daten aus der Studie „Vitale Innenstädte“ (Ergebnisse 2014 für Köln) des Instituts für Handelsforschung an der Universität zu Köln sowie den Zahlen der BAG Untersuchung Kundenverkehr 2008 für Köln gestützt. Das Unternehmen Jones Lang LaSalle zählte am Samstag, den 1. April 2018 (in der Zeit von 13:00 und 16:00 Uhr) in der Kölner Innenstadt (Schildergasse) pro Stunde im Durchschnitt 13.000 Passanten. Am Samstag, den 6. Mai 2017 (in der Zeit von 13:00 und 16:00 Uhr- ebenfalls Jones Lang LaSalle ) in der Kölner Innenstadt (Schildergasse, Hohe Straße, Breite Straße, Ehrenstraße, Mittelstraße) pro Stunde im Durchschnitt 28.030 Passanten. Diese Zahl ist jedoch in zweierlei Hinsicht zu relativieren. Zum Einen beinhaltet dieser Wert aufgrund der Lage der Straßen zueinander mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit Doppel - bzw. Mehrfachzählungen. Geht man im vorliegenden Fall realistischer Weise von einer Mehrfachzählquote von einem Viertel bzw. einem Drittel aus, resul tiert aus dem zuvor berechneten Wert ein „bereinigter“ Durchschnittswert von rund 18.780 bis ca. 21.030 bis Personen pro Stunde. Zweitens ist allgemein bekannt bzw. auch 6 anerkannt, dass Frequenzmessungen die zu Einkaufsspitzenzeiten durchgeführt werden, nicht zwingend durch einfaches Multiplizieren auf eine gesamte Tagesdauer hochgerechnet werden dürfen. Die meisten tageszeitlichen Passantenfrequenzen in den Innenstädten weisen eine unimodale oder bimodale Verteilung auf. Im Rahmen dieser Prognose sind wir von einer unimodalen, symmetrisch Normalverteilung der Passantenfrequenz ausgegangen. Aus diesem Grund muss für die letzten beiden Stunden der beantragten Ladenöffnung von durchschnittlichen Stundenbesuchswerten in einer Spanne von 7.000 bis nahezu 8.0 00 Passanten ausgegangen werden. Demnach würde sich auf eine fünfstündige Ladenöffnung bezogen eine Gesamtbesucherzahl von rund 70.340 bis 79.090 Passanten ergeben. Setzt man diese so ermittelten Werte in Relation zu den Ergebnissen der Studie „Vitale Innenstädte 2014“ des Instituts für Handelsforschung an der Universität zu Köln (hier haben 68,7 Prozent der Besucher angegeben, dass sie die Kölner Innenstadt samstags primär wegen des Einkaufs aufsuchen), und den Daten der BAG Untersuchung Kundenverkehr 2008 (im Rahmen dieser Untersuchung gaben 55,2 Prozent der Befragten an, bei ihrem Besuch der Kölner Innenstadt auch etwas gekauft zu haben) und bildet aus beiden Daten einen „idealtypischen Mittelwert“, der bei ca. 62,0 Prozent liegt, kann davon ausgegangen werden, dass zwischen 43.610 und 49.035 Personen am Sonntag den 19. April zum Einkaufen in die Kölner Innenstadt kommen werden. Die oben stehend ermittelten Werte decken sich annähernd mit einem realen Wert, wie er im Rahmen der BAG Untersuchung Kundenverkehr 2008 in der Kölner Innenstadt für einen Samstag (11. Oktober 2008 ) seinerzeit ermittelt wurde. Es wurden stundengenaue Besucherfrequenzen erfasst. Addiert man die Besucheranteile in den Stunden von 7 Veranstaltungsfläche: Verkaufsfläche: 13:00 bis 18:00 Uhr (Zeitraum der beantragten Sonntagsöffnung), so ergibt sich eine Gesamtbesucherzahl im innerstädtischen, Kölner Einzelhandel von rund 45.400 Personen. Wir gehen aufgrund der dargelegten Berechnungen davon aus, das insgesamt mit „Einzelhandelsbesucherzahlen“ zwischen knapp 44.000 und 50.000 Personen gerechnet werden kann/muss. Eine prägende Wirkung einer Veranstaltungsfläche für einen verkaufsoffenen Sonntag wird nach gegenwärtiger Rechtsinterpretation nur dann angenommen, wenn die Verkaufsfläche der Geschäfte, die geöffnet haben können, ungleich größer ist, als die Fläche der Veranstaltung. Um wieviel größer die Verkaufsfläche der Geschäfte sein darf bzw. kann, dafür gibt es keine grundsätzlichen quantitativen Angaben bzw. auch keine allgemeinen Näherungswerte. Insgesamt nimmt die FIBO eine Fläche von 160.000qm Quadratmetern ein. Nimmt man zur Messefläche die Veranstaltungsfläche von ca. 3.500 qm in der Innenstadt hinzu, wäre die Gesamtfläche der Veranstaltung deutlich kleiner als die Fläche der Geschäfte. Dem steht eine theoretisch maximale Gesamtverkaufsfläche der Kölner Innenstadt von rund 314.000 Quadratmetern (Angaben nach COMFORT Städtereport Köln 2016) gegenüber. Damit ist die Fläche der Veranstaltung zunächst kleiner als die Verkaufsfläche der Geschäfte, die in der Kölner Innenstadt theoretisch geöffnet haben können. Allerdings müssen weitere Aspekte berücksichtigt werden: 1. Anhand verschiedener, bundesweiter Erfahrungen mit der Akzeptanz verkaufsoffener Sonntage in den vergangenen Jahren ist bekannt, dass sich in der Regel nicht alle im räumlichen Geltungsbereich einer Sonntagsöffnung befindlichen Einzelhändler auch 8 tatsächlich daran beteiligen. So beteiligen sich etwa in Berlin, der Stadt mit den meisten Sonntagsöffnungen, im Durchschnitt etwa 40 bis 50 % der Einzelhändler nicht regelmäßig an den Öffnungen (diese Auskunft erteilte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Berlin/Brandenburg e.V., Herr Nils Busch-Petersen). Nach Einschätzungen des Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE) e.V., Herrn Stefan Genth, ist bundesweit bzw. im Durchschnitt mit einer Beteiligungsquote von 65 bis 70 % auszugehen. In Anbetracht der Bedeutung für die Umsatzgenerierung im Einzelhandel gehen wir für Köln während des verkaufsoffenen Sonntags am 19.April 2026 von einer „Nichtbeteiligungsquote“ von lediglich 15 bis 20 Prozent aus. Setzt man diese Werte in Bezug zur vorhandenen innerstädtischen Verkaufsfläche, ergibt sich eine potentiell „geöffnete Fläche“ von 251.200 bis 266.900 Quadratmetern. 2. Die Flächenrelationen relativieren sich zudem auch insofern, als dass sich die ermittelte Verkaufsfläche des innerstädtischen Einzelhandels in Köln teilweise über mehrere Etagen erstreckt. Bei einer rein ebenerdigen („erdgeschossigen“) Betrachtung würde das Verhältnis zur Veranstaltungsfläche noch „günstiger“ sein. Die aus städtebaulichen Gründen gewollte Innenstadtverdichtung kann hier nicht als K.O.-Kriterium für eine Sonntagsöffnung vorgebracht werden. Gesamtfazit: Die hier beantragte Sonntagsöffnung erfüllt – auch im Lichte der jüngeren Rechtsprechung - alle relevanten Vorgaben, die im Zusammenhang mit einer Freigabe eines Sonntags für die Öffnung von Verkaufsstellen stehen. Demnach ist die FIBO für den Sonntag prägend und die beantragte Sonntagsöffnung wird lediglich als Annex zur Anlassveranstaltung wahrgenommen und veranstaltet. 9 Quellenangabe und Belege zu Besucheraufkommen, Veranstaltungsfläche und Verkaufsfläche: Das OVG Münster verlangt, dass sich die Stadt Köln in einer für die gerichtliche Überprüfung nachvollziehbaren und dokumentierten Klarheit über Charakter, Größe und Zuschnitt der Veranstaltung verschafft (auch hier VG Düsseldorf) COMFORT Städtereport Köln 2016 Passanten Befragung und Zählung offener Sonntag 08.10.2017 Vitale Innenstädte 2014 Köln Die nachfolgend genannten Sachgründe wurden im Rahmen der Novellierung des LÖG geschaffen. Verkaufsoffene Sonntage wurden bis dahin ausschließlich aufgrund von Veranstaltungen von den zur Antragstellung berechtigten Interessengemeinschaften genehmigt. Eine Antragstellung von Seiten der Verwaltung ist nicht beabsichtigt und vom Rat in Richtung Verwaltung (politische/wirtschaftspolitische Erwägungen) auch nicht aufgegeben. Die nachfolgenden Sachgründe können allerdings kumulativ vorliegen und der Verwaltung dazu dienen, dem Rat das öffentliche Interesse über den Anlass-bezug/- zusammenhang hinaus zu begründen. Hier sind die Antragsberechtigten/Interessengemeinschaften gefordert, diese Sachgründe geltend zu machen/nachzuweisen und überprüfbare Belege vorzulegen. Das Einzelhandels- und Zentrenkonzept liegt hier zum Download bereit. Es wird gefordert, dass die Kommune auf der Grundlage eines Einzelhandelskonzepts mit der Sonntagsöffnung gezielt einen der genannten Sachgründe verfolgt. Derzeit enthält das Einzelhandelskonzept Sonntagsöffnungen noch nicht als Mittel, um das öffentliche Interesse in Gestalt der benannten weiteren Sachgründe zu fördern. Die nachfolgend genannten Sachgründe können daher derzeit nicht mit dem aktuellen Einzelhandelskonzept begründet werden. Ladenöffnung dient dem Erhalt, der Stärkung oder Entwicklung eines vielfältigen stationären Einzelhandelsangebots Hinweis: Der amtlichen Begründung zum Gesetzesentwurf ist zu entnehmen, dass der stationäre Einzelhandel vielerorts einer Gefährdung durch den Online-Handel unterliegt. Dem soll durch begrenzte Freigabe von Sonntagsöffnungen begegnet werden. Hier sei auf den Beschluss des OVG Münster vom 27.04.2018 hingewiesen. Die Kammer kommt hier nämlich, anders als der Gesetzgeber zu dem Ergebnis, dass die allgemeine, für den stationären Einzelhandel einer jeden Kommune ganzjährig bestehende Konkurrenzsituation zum Onlinehandel für sich genommen nicht geeignet ist, eine Ausnahme von der Regel der Sonn- und Feiertagsruhe zu begründen. Die Kammer weist ausdrücklich darauf hin, dass der Einzelhandel selbst und ausdrücklich gefordert ist, stets gewichtige, im Einzelfall festzustellende und in der Abwägung dem gebotenen Sonn- und 10 Feiertagsschutz gegenüberzustellende öffentliche Interessen vorzutragen. Es werden danach Belege benötigt, die nachprüfbar ausführen, dass der stationäre Einzelhandel vor Ort gefährdet ist. (z.B. Leerstände; Verarmung des Angebots, Erhalt bestehender oder Schaffung neuer Arbeitsplätze) Ladenöffnung dient dem Erhalt, der Stärkung oder Entwicklung zentraler Versorgungsbereiche (Versorgungsinteresse, insbesondere weniger mobiler und ältere Teile der Bevölkerung; Sicherstellung wohnortnaher Versorgung) Hinter dem Sachgrund steht das grundgesetzlich geschützte Versorgungsinteresse der Bevölkerung, insbesondere der weniger mobilen und älteren Teile der Bevölkerung. Zentrale Versorgungsbereiche müssen erhalten bleiben, da ihnen eine herausragende Bedeutung für den Bestand und die Entwicklung der Städte und Gemeinden, insbesondere der Sicherstellung wohnortnaher Versorgung zukommt. Als zentrale Versorgungsbereiche gelten daher nicht nur Stadtteilzentren, die im überörtlichen Funktionszusammenhang eine bedeutende Rolle einnehmen, sondern auch die Quartiers- und Nahversorgungs- bzw. Nahbereichszentren. Ladenöffnung dient der Belebung der Innenstädte, Ortskerne, Stadt- oder Ortsteilzentren Mit dem Sachgrund soll der Gefahr einer drohenden Verödung der Innenstädte mit negativen Auswirkungen auf die örtlichen Lebens- und Wohnverhältnisse der Bevölkerung begegnet werden. Zielrichtung der Regelung ist es, umfangreichen Leerständen bei Gewerbe- und Wohnimmobilien und der Abwanderung von Einzelhändlern und Einzelhändlerinnen oder deren Geschäftsaufgabe entgegenzuwirken. Er soll der Belebung der Innenstädte und örtlichen Zentren dienen. 11 Ladenöffnung steigert überörtliche Sichtbarkeit der jeweiligen Kommune als attraktiver und lebenswerter Standort, insbesondere für den Tourismus und die Freizeitgestaltung, als Wohn- und Gewerbestandort sowie Standort von kulturellen und sportlichen Einrichtungen Das Interesse von Kommunen, als attraktiver und lebenswerter Standort wahrgenommen zu werden und sich entsprechend selbst darstellen zu können und sichtbar zu machen, stellt aus Sicht des Landesgesetzgebers ebenfalls einen gewichtigen Sachgrund dar. Der Sachgrund zielt auch auf den Erhalt kleinerer Kommunen ab, da diese im Gegensatz zu größeren Städten mehr Schwierigkeiten haben, neue Einwohner und Unternehmen anzuziehen. Er wird daher hier nicht weiter ausgeführt. Wieder einmal präsentiert sich Köln mit einer internationalen Leitmesse und zieht damit über den Messezeitraum viele Messegäste und Besucher an. Das Messethema spiegelt den Zeitgeist und allgemeine Trends wider, die neben den Messegästen viele Kölner und Kölngäste aus dem Umland interessieren. Da die FIBO in den vergangenen Jahren meist ausverkauft war und das Thema sehr breit gefächert ist, wurde bereits in der Vergangenheit der Aktionstag Sport/Gesundheit/ Prävention am Messewochenende oder im Frühjahr thematisiert. Der Zulauf an Partnern und das große Interesse der Gäste zeigt auf, wie hoch aktuell das Thema und wie etabliert die Veranstaltung ist. Köln positioniert sich damit als „Oberzentrum“ für umliegende Regionen und zieht damit Publikum und Interesse an. Köln wird außerdem immer wieder als „Sportstadt“ benannt, da Großevents in der Stadt stattfinden. Die Aktionstage sollen den Kölnern und Besuchern die sportlichen Highlight der Stadt vorstellen, die ein wichtigen Teil des Lebens- und Freizeitstandortes sind und oftmals für Unternehmen als „weiche Standortfaktoren“ gelten. Nicht zuletzt ist die international etablierte Deutsche Sporthochschule Köln beheimatet, die die Bereiche Bildung und Forschung excellent abbildet. 1 Antrag offener Sonntag 06.12.2026 für die Kölner Innenstadt Antragsteller: STADTMARKETING KÖLN Bezeichnung des Anlass: Weihnachten in Köln - Innenstadt Weihnachtsmärkte: 23. November – 23. Dezember 2026 – 32 Tage So.- Mi.: jeweils von 11.00-21.00 Uhr geöffnet Do.-Sa.: jeweils von 11.00-22.00 Uhr geöffnet Täglich: 10 bzw. 11 Std. Gesamt: 333 Stunden Offener Sonntag: 06.12.2026, 13.00- 18.00 Uhr Anlassbeschreibung: Der zur Öffnung vorgesehene Sonntag ist kein geschützter oder religiöser Feiertag im Sinne von § 6 Abs. 5 Ladenöffnungsgesetz NRW (LÖG NRW) und stellt keinen stillen Tag im Sinne der kirchlichen Begrifflichkeit dar. Die Öffnung der Verkaufsstellen entspricht der gesetzlichen Regelung und liegt außerhalb der Zeiten des Hauptgottesdienstes, so dass die Beschäftigten in ihrer Religionsausübung nicht gehindert sind und Störungen der Hauptgottesdienste vermieden werden. Mit der Reduzierung der Ladenöffnungszeit auf fünf Stunden verringert sich die zeitliche Arbeitsbelastung für die betroffenen Arbeitnehmer des Einzelhandels. Die a m 22.03.2018 in Kraft getretene Neufassung des Ladenöffnungsgesetztes NRW ermöglicht Verkaufsstellen explizit aus Anlass von Märkten aufgrund ordnungsbehördlicher Verordnung die Öffnung an bestimmten Sonntagen. Freigaben in diesen Bereichen sind ausschließlich möglich, wenn die Sonntagsöffnung von Verkaufsstellen zugrunde liegenden Veranstaltung (Anlass im Sinne von §6 Abs. 1 LÖG NRW) von öffentlichem Interesse sind. Ein öffentliches Interesse liegt dann vor, wenn die Veranstaltung viele Besucher, in der Regel nicht nur Einwohner der Stadt Köln, sondern auch auswärtige Besucher in hohem Maße anzieht. Ein Markt muss damit die „Hauptsache“ sein und die Sonntagsöffnung der Geschäfte darf lediglich einen „Nebeneffekt“ darstellen. Dementsprechend darf ein Markt nicht nur deshalb veranstaltet werden, um formell die rechtlichen Voraussetzungen für die eigentlich bezweckte Ladenöffnung am Sonntag zu schaffen. Weihnachtsmärkte gib t es in Köln schon sehr lange, vorweihnachtliche Jahrmärkte als Vorläufer können in Köln bis ins Mittelalter und in die frühe Neuzeit zurückverfolgt werden. Stellten die Weihnachtsmärkte in Köln früher vorrangig Warenmärkte dar, die Schaustellern, Handwerkern und Händlern eine Einkommensmöglichkeit boten und die Bevölkerung mit Lebensmitteln für das bevorstehende Weihnachtsfest versorgten 2 (Versorgungsfunktion der Weihnachtsmärkte), steht heute mehr der gesellschaftliche und soziale Aspekt dieser Veranstaltung im Vordergrund (ideelle Funktion der Weihnachtsmärkte). Sie sind zu Treffpunkten und Orten der Geselligkeit und Kommunikation geworden. Erlebnis, Freude und Genuss sind dabei Bedürfni sse, die Veranstalter erfüllen . Besinnlichkeit, die Einstimmung auf das eigentliche Weihnachtsfest, Atmosphäre, Attraktionen, Emotionen usw. gewinnen gegenüber der Einkaufsfunktion an Bedeutung und spiegeln sich deutlich in den Motiven der Befragten beim Besuch eines Weihnachtsmarktes wider (Studie: Weihnachtsmärkte als Wirtschaftsfaktor, Bundesverband Deutscher Schausteller und Marktkaufleute e.V. Bonn, S. 3 , https://www.dsbev.de/wp- content/uploads/2023/08/dsb_studie_2018_web.pdf) Nahezu der gesamte Bereich der Kölner Innenstadt wird mit mehreren Teilweihnachtsmärkten bespielt, Die ständige Weiterentwicklung der Sortimente der Standbetreiber, die weihnachtlich hochwertige Optik der Märkte und die musikalischen Rahmenprogramme auf de n Bühnen der Mä rkte sind neben den unzähligen charitativen Projekten, die im Veranstaltungszeitraum durchgeführt werden Garant für das hohe Niveau und die ständige Weiterentwicklung der Kölner Weihnachtsmärkte und somit der Weihnachtsstadt Köln. Die sich jährlich wiederholenden Märkte ín der Stadt haben eine große Tradition, sind imageprägend und tragen in einer der dicht besiedelsten Regionen Europas zu einem erheblichen Standortvorteil mit nationaler und internationaler Bedeutung bei. Die Kölner Weihnachtsmärkte gehörten in den vergangenen Jahren immer zu den beliebtesten Weihna chtsmärkten in ganz Europa, noch vor dem Nürnberger Christkindlmarkt. Abgrenzung „alltägliches Erwerbsinteresse“ vs. besonderes „Shopping-Interesse“ Weihnachtszeit Das BVerfG führt im besagten Urteil vom 1. Dezember 2009, - 1 BvR 2857/07 -, - 1 BvR 2858/07 -, aus, dass ein „alltägliches Erwerbsinteresse“ ("Shopping-Interesse") potenzieller Käufer grundsätzlich nicht genügt, um eine Ladenöffnung an Sonntagen (also auch an Sonntagen, die in der Advents-/Weihnachtszeit liegen) genehmigungsfähig „zu machen“. Hier ist ebenfalls festzuhalten: Es genügt grundsätzlich nicht alleine, es darf aber in den Anträgen dennoch vorgetragen werden und muss dann auch in der Abwägung der Genehmigungsbehörden berücksichtigt werden. Grundsätzlich ist zu hinterfragen, was unter einem „alltäglichen Erwerbsinteresse“ zu verstehen ist. Unter Alltag versteht man im allgemeinen gewohnheitsmäßige Abläufe bei (zivilisierten) Menschen im Tages- und Wochenzyklus. Der Alltag ist durch sich wiederholende Muster von Arbeit und Arbeitswegen, Konsum (Einkauf und Essen), Freizeit, Körperpflege, sozialer sowie kultureller Betätigung, Arztbesuche, Schlaf u. v. m. geprägt. Der Alltag wird unter anderem als Gegensatz zum Feiertag oder 3 Festtag bzw. zum Urlaub gesehen. In gleicher Weise impliziert auch der vom BVerfG verwendete Begriff des „alltäglichen Erwerbsinteresses“ die Möglichkeit - wenn nicht gar Notwendigkeit - weitergehender Differenzierungen für solche Fälle, in denen es zwar um „Erwerbsinteressen“ potentieller Käufer geht, diese aber aufgrund besonderer Umstände nicht mehr den „alltäglichen“ Erwerbsinteressen zugeordnet werden können. Entsprechende Differenzierungsmöglichkeiten deutet das Bundesverfassungsgericht an, wenn es von „Besonderheiten der Vorweihnachtszeit“ spricht. (BVerfG, 1. Dezember 2009, - 1 BvR 2857/07 -, - 1 BvR 2858/07 -, Rn. 177). Was ist aber das „Besondere der Vorweihnachtszeit“ im Hinblick auf das Konsumverhalten der Verbraucher? Hier kann im Vergleich zum alltäglichen“ Erwerbsinteressen der Konsumenten auf das zeitlich sehr komprimierte Konsumverhalten der Bevölkerung in der Vorweihnachtszeit (zeitlicher Rhythmus bzw. enges, periodisch wiederkehrendes Zeitfenster), seiner produktmäßigen Orientierung auf vorwiegend werthaltige/höherwertige Güter (Schmuck, Uhren, Unterhaltungselektronik, Möbel etc.) und dem regelmäßig eher familiär konzipierten Einkaufsmodus verwiesen werden. Gemäß einer Studie des Bundesverbandes Deutscher Schausteller und Marktkaufleute e.V. stellen die Aktivitäten „Essen und Trinken“ mit 57,5 % eindeutig die Hauptmotive von Verbrauchern beim Weihnachtsmarktbesuch dar (Studie: Weihnachtsmärkte als Wirtschaftsfaktor, Bundesverband Deutscher Schausteller und Marktkaufleute e.V., Bonn, S. 3). Für lediglich rund 35 % steht der „Geschenkekauf“ im Vordergrund (Studie: Weihnachtsmärkte als Wirtschaftsfaktor, Bundesverband Deutscher Schausteller und Marktkaufleute e.V ., Bonn, S. 3). Diese Werte korrespondieren auch weitestgehend mit Ergebnissen einer bundesweiten Befragung von Weihnachtsmarktbesuchern in der Weihnachtszeit 2015. Für Einkäufe oder gar spezifische Weihnachtseinkäufe besuchen insgesamt lediglich 37,4 % de r rund 1.000 befragten Personen die Innenstädte und Weihnachtsmärkte. Separiert man beim „Einkauf“ weiter, so ergeben sich 21,5 % für allgemeine Einkäufe sowie 15,9 % für spezifische Weihnachtseinkäufe (Der Weihnachtsmarkt zwischen Tradition und Inszenieru ng? Was erwarten Besucher und Touristen? Ergebnisse einer bundesweiten Befragung im Dezember 2015 – Kurzfassung; Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung und MK Illumination GmbH, Dresden; S.2). Als Hauptgrund für den Besuch der Innenstädte anlässlich von Weihnachtsmärkten stehen Aspekte wie „Treffpunkt und Vergnügen“ ganz oben. In Verbindung mit „Bummeln und Freunde“ nehmen ca. 43 % diesen „geselligen Anlass“ zum Weihnachtsmarktbesuch. Auf die Frage, warum Besuche/Reisen zu Weihnachtsmärkten gezielt gep lant werden, nannten kumuliert 60,5 % der Befragten die Gesichtspunkte „schönes weihnachtliches Ambiente/Stimmung“ und „Stadtbesichtigung“ (Der Weihnachtsmarkt zwischen Tradition und Inszenierung – Was erwarten Besucher und Touristen, Ergebnisse einer bundesweiten Befragung im Dezember 2015, Präsentation anlässlich eines Expertenseminar zu Essener Lichtwochen am 5. und 14. Dezember 4 2016, Chart Nr. 22). Diese Werte weichen von „normalen“ bzw. „alltäglichen“ Verhaltensmustern der Verbraucher ab, wie Studien bzw. Untersuchungen belegen. Auf die Frage, aus welchem primären Grund die Verbraucher eine Innenstadt aufsuchen, gaben im Rahmen der Studie „Vitale Innenstädte“ 2014 des Instituts für Handelsforschung an der Universität zu Köln an einem Donnerstag im September (n=16.653) rund 53 % an, zum Einkaufen in die sogar nahezu 65 % von 16.574 befragten Personen. Insofern kann das alltägliche Erwerbsverhalten nicht annähernd mit dem (Shopping)Verhalten anlässlich von Weihnachtsmärkten verglichen werden. Ein anderer Unterscheidungspunkt ergibt sich, wenn die Personenanzahl beim Einkaufen mit denen anlässlich des Besuches eines Weihnachtsmarktes verglichen wird. Besucher von Weihnachtsmärkten kommen im Allgemeinen nicht allein, sondern in Begleitung. In der Regel kommen mehr als zwei Drittel aller Besucher von Weihnachtsmärkten und/oder in Begleitung von Familienangehörigen, Lebenspartnern und Freunden/Bekannten. Lediglich durchschnittlich 10 % der Besucher sind alleine unterwegs (Exemplarisch: Untersuchung zum Weihnachmarkt in Göttingen. Thomas Wieland: Göttinger Weihnachtsmarkt 2008 – Attraktivität, Einzugsgebiet, soziodemographisches Profil und aktionsräumliches Verhalten der Besucher. Ergebnisse einer Besucherbefragung im Dezember 2008. Geographisches Institut der Universität Göttingen, Abteilung Humangeographie. S. 13f.; Besucherbefragung Weihnachtsmarkt 2008 Leipzig. Endbericht. S.19f. ). Diese Werte stehen im deutlichen Kontrast zu den Ergebnissen diverser Befragungen/Studien an anderen Wochentagen. Im Rahmen der Studie „Vitale Innenstädte“ des Instituts für Handelsforschung an der Universität zu Köln, wurde für einen Donnerstag im September 2014 ermittelt, dass 56 % aller befragten Besucher (n= 16.653) alleine zum Einkaufen in die Innenstädte kommen. Für einen Samstag im September 2014 ermittelt die Studie (Befragte Personen n = 16.574) einen Anteil der Menschen, die alleine zum Einkaufen unterwegs sind, von rund 40 %. Noch höhere Anteile des „Single-Shoppings“ liefern die Ergebnisse der bundesweiten „Untersuchung Kundenverkehr“ des Handelsverbandes BAG aus Oktober 2008. Bei rund 4,8 Mio. erfassten Konsumenten in deutschen Innenstädten ergaben sich für drei Erhebungstage folgende Anteile von „Single-Shoppern“: Donnerstag = 63,6 % , Freitag = 62,1 % sowie Samstag = 48,7 %. Damit ist eindeutig, dass die Personenanzahl als ein taugliches Abgrenzungskriterium des weihnachtlichen (Einkaufs)Verhaltens zum alltäglichen Erwerbsverhalten angesehen werden kann bzw. muss. Eine besondere Bedeutung im Zusammenhang mit dem Thema Weihnachtsmarkt im hiesigen Kontext hat auch eine Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts, die die Position der Weihnachtsmärkte und Volksfeste wesentlich gestärkt hat (BVerwG 8 C 10.08 vom 27.05.2009). Demnach trägt ein Weihnachtsmarkt mit kulturellem, sozialem und traditionsbildendem Charakter zur Wahrnehmung der Angelegenheiten der örtlichen Gemeinschaft bei. Das BVerwG erkennt an, dass bei einem Weihnachtsmarkt mit dem umschriebenen Charakter wirtschaftliche Belange grundsätzlich und eindeutig zurücktreten. Eine reine oder auch überwiegende 5 Betrachtung von Weihnachtsmärkten nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten verkennt nach Auffassung des BVerwG das Vorliegen sozialer, kultureller und traditioneller, gemeinschaftsbezogener Gemeinwohlbelange, des örtlichen Zusammengehörigkeitsgefühls unter den Bürgern, der Wahrung von Tradition und religiöser, historischer ortsbezogener Gebräuche. Eine Reduzierung dieser gemeinwohlorientierten Belange auf eine wirtschaftliche Betätigung im Zusammenhang mit der Veranstaltung eines Weihnachtsmarktes verkennt den Begriff der Angelegenheiten des örtlichen Wirkungskreises. Ergänzend dazu stellt der Deutsche Bundestag die Bedeutung der Weihnachtsmärkte als anerkanntes Kulturgut und wichtigem kommunikativen Treffpunkt für Jung und Alt, für Besucher aus nah und fern dar (Quelle: Euro Professional Online 17.12.2009). Gerichte haben seit jeher bei der Ausrichtung von traditionellen und traditionsbildenden Volksfesten und Weihnachtsmärkten den Charakter der Daseinsvorsorge hervorgehoben (BayVGH, Urteil vom 23. März 1988 - 4 B 86.02336 - GewArch 1988, 245). Die sozialen Gesichtspunkte wie Veranstaltung von Altennachmittagen, das Auftreten von Musikkapellen und das Bestehen von Kindernachmittagen spielen bei derartigen Veranstaltungen eine erhebliche Rolle (vgl. BayVGH, a.a.O. S. 246). Es ist auch seit Langem anerkannt, das s für einen traditionsbildenden und traditionellen Weihnachtsmarkt das Besucherinteresse, vertraute und beliebte Darbietungen aus früheren Veranstaltungen wieder zu finden und den Kontakt mit den Bürgern untereinander sicherzustellen, eine wesentliche Roll e spielt (vgl. BayVGH, Urteil vom 3. März 1980 - 22.B 1297/79 - GewArch 1980, 299). Bildet die Anlassveranstaltung den Hauptgrund für Besucher/Besucherin nen die Veranstaltung zu besuchen oder steht die Ladenöffnung im Vordergrund? Die Verwaltung muss insbesondere darlegen, dass und wie die hinter den in § 6 Abs. 1 S. 2 Nr. 2 bis 5 LÖG NRW genannten öffentlichen Interessen durch die Ladenöffnung an Sonn- und Feiertagen gefördert werden können. Dabei ist vor allem herauszuarbeiten, warum das Umsatz- oder Shoppinginteresse hierbei nicht im Vordergrund steht. X ja ☐ nein (wenn nein, keine Aussicht auf Erfolg für eine Genehmigung durch den Rat der Stadt Köln) Bei dem Anlass handelt es sich um: x eine historische Veranstaltung ☐ erstmalig stattfindende Veranstaltung 6 Besteht ein unmittelbar räumlicher und zeitlicher Bezug zur Anlassveranstaltung und den zur Öffnung vorgesehenen Verkaufsstellen? Hinweis: Von einer räumlichen Nähe ist regelmäßig insbesondere dann auszugehen, wenn die örtliche Veranstaltung in den Straßenzügen, die zur Ladenöffnung vorgesehen sind, stattfindet. Eine zeitliche Nähe besteht dann, wenn die örtliche Veranstaltung am selben Tag, nicht notwendig zeitgleich, jedoch zeitlich überlappend stattfindet. Zwischen Veranstaltung und Verkaufsstellenöffnung muss ein angemessenes Verhältnis bestehen. Die in der Vergangenheit geschaffenen Anlässe um eine Verkaufsstellenöffnung zu erreichen, wie z.B. der Flohmarkt auf einem Möbelhausgelände, sogenannte Bauernmärkte mit 10 Zeltverkaufsstellen von Reisegewerbetreibenden, Grillfest (Spanferkelgrillen) in einem Gewerbegebiet, Hüpfburgen- und Eiertierveranstaltungen werden nicht genügen, Verkaufsstellenöffnungen zu genehmigen. Orientieren Sie sich hier an die vom Rat zuletzt genehmigten Anlässe. Räumliche Nähe ist gegeben bei örtlichen Veranstaltungen in den Straßenzügen, die zur Ladenöffnung vorgesehen ist; Gesamtveranstaltungsbereich einschl. Verbindungs- und Nebenstraßen, wenn die Veranstaltungsorte über diesen Bereich verteilt sind; eine Ausweitung über den Bereich hinaus, wird nicht genehmigungsfähig sein; X ja ☐ nein (wenn nein, keine Aussicht auf Erfolg für eine Genehmigung durch den Rat der Stadt Köln) Zieht die Anlassveranstaltung mehr Besucher als die der Verkaufsstellenöffnun g? Fragestellung wird trotz Wegfall der Besucherprognose gestellt (vgl. Beschluss des VG Düsseldorf v. 22.05.2018);entgegen der X ja ☐ nein (wenn nein, keine Aussicht auf Erfolg für eine Genehmigung durch den Rat der Stadt Köln) 7 Anwendungshilfe; juristische Bewertung der Verwaltung; Besucher wegen Anlassveranstaltung: In den letzten Jahren zog der Kölner Weihnachtsmarkt regelmäßig mind. 4 Mio. Besucher an (http://www.ksta.de/1651080; https://de.statista.com/statistik/daten/studie/247440/umfrage/di e-deutschen-staedte-mit-den-groessten-weihnachtsmaerkten- nach-besuchern/), (https://www.ihk.de/koeln/hauptnavigation/ihkplus/ausgabe-2023- 5-ihkplus/-weihnachtsmarkt- 6015926#:~:text=Mit%20rund%20f%C3%BCnf%20Millionen%20P ersonen,K%C3%B6lner%20Dom%20der%20meistbesuchte%20b undesweit.) https://rp-online.de/thema/weihnachtsmarkt-koenl/ Die 4 Mio. von uns prognostizierten Besucher werden auf die gesamte Dauer der Weihnachtsmärkte, 30 Tage verteilt. Somit würden- idealtypisch- etwa 133.000 Besucher am Sonntag zu erwarten sein. Aufgrund der Erfahrung aus den vergangenen Jahren zählt das erste Adventswochenende allgemein jedoch eindeutig als der frequenzstärkste Besuchertag der Weihnachtszeit. In Anbetracht dieser Tatsache gehen wir an diesem Sontag – in einem konservativen Ansatz- von höheren Besucheranteilen von 5-10 Prozent aus, was absolut dann etwa 139.000 bis 146.000 Menschen am Sonntag „ausmachen“ würde. Diese Spanne scheint auch im Hinblick auf die Ergebnisse einer Zählung/Befragung anlässlich der Allgemeinen Nahrungs- und Genussmittel-Ausstellung (ANUGA) am 8. Oktober 2017 in Köln realistisch bzw. angemessen zu sein. Im Rahmen dieser Zählung /Befragung konnten 104.520 Personen am 8. Oktober 2017 in der Zeit zwischen 13.00-18.00 Uhr gezählt werden. Da der Weihnachtsmarkt augenscheinlich und grundsätzlich viel breitere Bevölkerungsschichten anspricht als die ANUGA, scheint die prognostizierte Besuchermenge in einer Spanne von rund 139.000 bis 146.000 Menschen plausibel und nachvollziehbar. Überregional bekannte und bedeutende Weihnachtsmärkte, wie die Kölner Weihnachtsmärkte weisen dabei weit überdurchschnittliche Besucherraten bei Einzugsgebieten über 50km auf: teilweise über 50% der Besucher reisen aus weiter entfernten Wohnorten an, was für die hohe Bedeutung von Tagesreisen mit dem Ziel des Weihnachtsmarktbesuches spricht. Der Anteil Besucher mit Wohnort im Ausland beträgt 2%. Weihnachtsmärkte in grenznahen Gebieten und Weihnachtsmärkte mit überregionaler Ausstrahlung zeichnen sich durchüber dem Durchschnitt liegenden Anteilen von ausländischen Besucher aus. (Studie: Weihnachtsmärkte als Wirtschaftsfaktor, Bundesverband Deutscher Schausteller und Marktkaufleute e.V., Bonn, S. 6) 8 Besucher wegen Verkaufsstellenöffnun g: Aufgrund der Erkenntnisse der Zählung/Befragung vom 8.Oktober 2017, wonach rund 8% der auswärtigen Besucher am Sonntag aus dem Ausland stammen und überwiegend Touristen sind, läßt sich für den 7.Dezember 2025 ein noch höherer Anteil dieser Besuchergruppen erwarten. Für diese Gruppen steht der verkaufsoffene Sonntag besonders mit dem Besuchsmotiv „Stadtbesichtigung“ in Verbindung. a. Gemäß der bereits oben erwähnten und zitierten Studie des Bundesverbandes Deutscher Schausteller und Marktkaufleute e.V. rechnen wir in einem „vorsichtig-konservativen“ Ansatz auf den Kölner Weihnachtsmärkten mit ähnlichen Bewertungen der Motive. Demnach wäre mit nahezu 51.100 bis 53.480 Menschen zu rechnen, die die Weihnachtsmärkte auch zum Einkaufen nutzen würden. b. Setzt man die ebenso bereits oben erwähnte, bundesweite Befragung von Weihnachtsmarktbesuchern in der Weihnachtszeit 2015 durch die Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) und der MK Illumination GmbH als Ausgangsbasis an und geht man von 139.000 bis 146.000 Besuchern für die Kölner Weihnachtsmärkte am 6. Dezember 2026 aus, so würden zwischen nahezu 51.200 und 54.600 Besucher wegen des „Einkaufens“ (allgemeiner Einkauf + Weihnachtseinkäufe = 37,4 Prozent) den Weihnachtsmarkt besuchen. c. Die unter a. und b. ermittelten Werte sind auch im Abgleich mit den Daten der Zählung/Befragung anlässlich der Allgemeinen Nahrungs- und Genussmittel-Ausstellung (ANUGA) am 8. Oktober 2017 in Köln realistisch bzw. angemessen. Demnach waren (lediglich) ca. 22 % der Besucher am 8. Oktober 2017 ausschließlich wegen des verkaufsoffenen Sonntags in die Kölner Innenstadt gekommen. Da in der Vorweihnachtszeit von einer grundsätzlich höheren Einkaufsaffinität bzw. Einkaufsneigung auszugehen ist, ist die prognostizierte Besuchermenge in einer Spanne von rund 51.100 bis ca. 57.150 Menschen plausibel und nachvollziehbar. In jedem Fall ist die gesetzliche Forderung, wonach für die Zulässigkeit von Sonntagsöffnung die entsprechende Anlassveranstaltung ohne die Sonntagsöffnung mehr Besucher anziehen muss als der alleinige verkaufsoffene Sonntag, überdeutlich erfüllt. Es liegen derzeit weder dezidierte noch abgeleitete anderen Daten/Fakten vor, die deutlich andere (abweichende) Besucherzahlen erwarten lassen bzw. das Gegenteil der dargestellten Berechnungen belegen können. Ungeachtet dessen ist in diesem Kontext darauf hinzuweisen, dass eine schematische Gegenüberstellung der jeweils zu erwartenden Besucherzahlen einer Anlassveranstaltung und den geöffneten Geschäften zur Beurteilung der prägenden Wirkung einer Anlassveranstaltung allein nicht hinreichend aussagekräftig ist. Dies hat zuletzt das OVG in Münster mit der Eilentscheidung 4 9 Veranstaltungsfläche: Verkaufsfläche: B 520/17 (VG Düsseldorf 3 L 1823/17) und 4 B 537/17 (VG Düsseldorf 3 L 1840/17) vom 5. Mai 2017 festgestellt. Das Gericht führte u.a. aus, dass es bei der Genehmigung eines verkaufsoffenen Sonntages anlässlich einer Veranstaltung vielmehr auch auf den Gesamtcharakter und der besonderen Atmosphäre einer Veranstaltung ankomme. Dies ist im vorliegenden Fall ohne Zweifel ersichtlich. Es handelt sich um ein langjähriges, traditionelles Fest mit zahlreichen Elementen, das sich vom alltäglichen/normalen (wochentäglichen) Leben abhebt. Mit den zahlreichen weihnachtlichen Verkaufsständen, Imbiss- und Getränkeständen, Kinderkarussells und vielfältigen, anderen Programmpunkten, wird das bekannte (alltägliche) Bild der Kölner Innenstadt positiv verändert und ein anders „wahrnehmbares Ortsbild“ erzeugt. Eine prägende Wirkung eines Weihnachtsmarktes für einen verkaufsoffenen Sonntag wird nach gegenwärtiger Rechtsinterpretation nur dann angenommen, wenn die Verkaufsfläche der Geschäfte, die geöffnet haben können, ungleich größer ist, als die Fläche des Weihnachtsmarktes. Um wieviel größer die Verkaufsfläche der Geschäfte sein darf bzw. kann, dafür gibt es keine grundsätzlichen quantitativen Angaben bzw. auch keine allgemeinen Näherungswerte. Insgesamt nehmen die Kölner Weihnachtsmärkte in der Kölner Innenstadt eine Fläche von rund 18.500 Quadratmetern ein. Zusätzlich müssen den Märkten die sie verbindenden bzw. zu- /abführenden Straßen/Zuwegungen hinzugerechnet werden. Folgende Straßen sind diesbezüglich von Relevanz: An St. Agatha, Apostelstrasse, Brückenstrasse, Cäcilienstrasse, Deutzer Brücke, Große Sandkaul, Hahnenstrasse, Hohenzollernring, Komödienstrasse, Ludwigstrasse, Minoritenstrasse, Marspfortengasse, Magnusstrasse, Nord-Südfahrt, Pipinstrasse, Rheinuferstrasse/Tunnel, Straßen um Neumarkt, Trankgasse, Tunisstrasse, Zeughausstrasse, Diese Straßen stehen im inhaltlich-thematischen Kontext zu den Weihnachtsmärkten. Sie dienen gleichermaßen der Erreichbarkeit bzw. Zugänglichkeit von Ausstellern/Marktanbietern und Besuchern/Kunden. Sie nehmen nach unseren Berechnungen gemeinsam eine Fläche von etwa 224.000 Quadratmetern ein. Somit erhöht sich die Gesamtveranstaltungsfläche auf ca. 242.850 Quadratmeter. Damit wäre die Gesamtfläche des Weihnachtsmarktes noch immer deutlich kleiner als die Fläche der Geschäfte. Dem steht eine theoretisch maximale Gesamtverkaufsfläche der Kölner Innenstadt von rund 314.000 Quadratmetern (Angaben nach COMFORT Städtereport Köln 2016) gegenüber. Damit ist die Fläche der Weihnachtsmärke zunächst kleiner als die Verkaufsfläche der Geschäfte, die in der Kölner Innenstadt theoretisch geöffnet haben können. Allerdings müssen weitere Aspekte berücksichtigt werden: 1. Anhand verschiedener, bundesweiter Erfahrungen mit der Akzeptanz verkaufsoffener Sonntage in den vergangenen Jahren ist bekannt, dass sich in der Regel nicht alle im räumlichen Geltungsbereich einer Sonntagsöffnung befindlichen Einzelhändler auch tatsächlich daran beteiligen. So beteiligen sich 10 etwa in Berlin, der Stadt mit den meisten Sonntagsöffnungen, im Durchschnitt etwa 40 bis 50 % der Einzelhändler nicht regelmäßig an den Öffnungen (diese Auskunft erteilte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Berlin/Brandenburg e.V., Herr Nils Busch-Petersen). Nach Einschätzungen des Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE) e.V., Herrn Stefan Genth, ist bundesweit bzw. im Durchschnitt mit einer Beteiligungsquote von 65 bis 70 % auszugehen. In Anbetracht der Bedeutung der Weihnachtszeit für die Umsatzgenerierung im Einzelhandel gehen wir für Köln während des verkaufsoffenen Sonntags am 07.12. 2025 von einer „Nichtbeteiligungsquote“ von lediglich 15 bis 20 Prozent aus. Setzt man diese Werte in Bezug zur vorhandenen innerstädtischen Verkaufsfläche, ergibt sich eine potentiell „geöffnete Fläche“ von 251.200 bis 266.900 Quadratmetern. 2. Die Flächenrelationen relativieren sich zudem auch insofern, als dass sich die ermittelte Verkaufsfläche des innerstädtischen Einzelhandels in Köln teilweise über mehrere Etagen erstreckt. Bei einer rein ebenerdigen („erdgeschossigen“) Betrachtung würde das Verhältnis zur Veranstaltungsfläche noch „günstiger“ sein. Die aus städtebaulichen Gründen gewollte Innenstadtverdichtung kann hier nicht als K.O.-Kriterium für eine Sonntagsöffnung vorgebracht werden. Gesamtfazit: Die hier beantragte Sonntagsöffnung erfüllt – auch im Lichte der jüngeren Rechtsprechung - alle relevanten Vorgaben, die im Zusammenhang mit einer Freigabe eines Sonntags für die Öffnung von Verkaufsstellen stehen. Demnach sind die Kölner Weihnachtsmärkte selbst für den Sonntag prägend und die beantragte Sonntagsöffnung wird lediglich als Annex zur Anlassveranstaltung wahrgenommen und veranstaltet. Quellenangabe und Belege zu Besucheraufkommen, Veranstaltungsfläche und Verkaufsfläche: Das OVG Münster verlangt, dass sich die Stadt Köln in einer für die gerichtliche Überprüfung nachvollziehbaren und dokumentierten Klarheit über Charakter, Größe und Zuschnitt der Veranstaltung verschafft (auch hier VG Düsseldorf) COMFORT Städtereport Köln 2016 Passanten Befragung und Zählung offener Sonntag 08.10.2017 Vitale Innenstädte 2014 Köln Studie: Weihnachtsmärkte als Wirtschaftsfaktor, Bundesverband Deutscher Schausteller und Marktkaufleute e.V., Bonn Die nachfolgend genannten Sachgründe wurden im Rahmen der Novellierung des LÖG geschaffen. Verkaufsoffene Sonntage wurden bis dahin ausschließlich aufgrund von 11 Veranstaltungen von den zur Antragstellung berechtigten Interessengemeinsch aften genehmigt. Eine Antragstellung von Seiten der Verwaltung ist nicht beabsichtigt und vom Rat in Richtung Verwaltung (politische/wirtschafts politische Erwägungen) auch nicht aufgegeben. Die nachfolgenden Sachgründe können allerdings kumulativ vorliegen und der Verwaltung dazu dienen, dem Rat das öffentliche Interesse über den Anlassbezug/- zusammenhang hinaus zu begründen. Hier sind die Antragsberechtigten/I nteressengemeinsch aften gefordert, diese Sachgründe geltend zu machen/nachzuweise n und überprüfbare Belege vorzulegen. Das Einzelhandels- und Zentrenkonzept liegt hier zum Download bereit. Es wird gefordert, dass die Kommune auf der Grundlage eines Einzelhandelskonzept s mit der Sonntagsöffnung gezielt einen der genannten Sachgründe verfolgt. Derzeit enthält das Einzelhandelskonzept Sonntagsöffnungen noch nicht als Mittel, um das öffentliche Interesse in Gestalt 12 der benannten weiteren Sachgründe zu fördern. Die nachfolgend genannten Sachgründe können daher derzeit nicht mit dem aktuellen Einzelhandelskonzept begründet werden. Ladenöffnung dient dem Erhalt, der Stärkung oder Entwicklung eines vielfältigen stationären Einzelhandelsangebo ts Hinweis: Der amtlichen Begründung zum Gesetzesentwurf ist zu entnehmen, dass der stationäre Einzelhandel vielerorts einer Gefährdung durch den Online-Handel unterliegt. Dem soll durch begrenzte Freigabe von Sonntagsöffnungen begegnet werden. Hier sei auf den Beschluss des OVG Münster vom 27.04.2018 hingewiesen. Die Kammer kommt hier nämlich, anders als der Gesetzgeber zu dem Ergebnis, dass die allgemeine, für den stationären Einzelhandel einer jeden Kommune ganzjährig bestehende Konkurrenzsituation zum Onlinehandel für sich genommen nicht geeignet ist, eine Ausnahme von der Regel der Sonn- und Feiertagsruhe zu begründen. Die Kammer weist ausdrücklich darauf hin, dass der Einzelhandel selbst und ausdrücklich gefordert ist, stets gewichtige, im Einzelfall festzustellende und in der Abwägung dem gebotenen Sonn- und Feiertagsschutz gegenüberzustellende öffentliche Interessen vorzutragen. Es werden danach Belege benötigt, die nachprüfbar ausführen, dass der stationäre Einzelhandel vor Ort gefährdet ist. (z.B. Leerstände; Verarmung des Angebots, Erhalt bestehender oder Schaffung neuer Arbeitsplätze) 13 Ladenöffnung dient dem Erhalt, der Stärkung oder Entwicklung zentraler Versorgungsbereiche (Versorgungsinteress e, insbesondere weniger mobiler und ältere Teile der Bevölkerung; Sicherstellung wohnortnaher Versorgung) Hinter dem Sachgrund steht das grundgesetzlich geschützte Versorgungsinteresse der Bevölkerung, insbesondere der weniger mobilen und älteren Teile der Bevölkerung. Zentrale Versorgungsbereiche müssen erhalten bleiben, da ihnen eine herausragende Bedeutung für den Bestand und die Entwicklung der Städte und Gemeinden, insbesondere der Sicherstellung wohnortnaher Versorgung zukommt. Als zentrale Versorgungsbereiche gelten daher nicht nur Stadtteilzentren, die im überörtlichen Funktionszusammenhang eine bedeutende Rolle einnehmen, sondern auch die Quartiers- und Nahversorgungs- bzw. Nahbereichszentren. Ladenöffnung dient der Belebung der Innenstädte, Ortskerne, Stadt- oder Ortsteilzentren Mit dem Sachgrund soll der Gefahr einer drohenden Verödung der Innenstädte mit negativen Auswirkungen auf die örtlichen Lebens- und Wohnverhältnisse der Bevölkerung begegnet werden. Zielrichtung der Regelung ist es, umfangreichen Leerständen bei Gewerbe- und Wohnimmobilien und der Abwanderung von Einzelhändlern und Einzelhändlerinnen oder deren Geschäftsaufgabe entgegenzuwirken. Er soll der Belebung der Innenstädte und örtlichen Zentren dienen. 14 Ladenöffnung steigert überörtliche Sichtbarkeit der jeweiligen Kommune als attraktiver und lebenswerter Standort, insbesondere für den Tourismus und die Freizeitgestaltung, als Wohn- und Gewerbestandort sowie Standort von kulturellen und sportlichen Einrichtungen Das Interesse von Kommunen, als attraktiver und lebenswerter Standort wahrgenommen zu werden und sich entsprechend selbst darstellen zu können und sichtbar zu machen, stellt aus Sicht des Landesgesetzgebers ebenfalls einen gewichtigen Sachgrund dar. Der Sachgrund zielt auch auf den Erhalt kleinerer Kommunen ab, da diese im Gegensatz zu größeren Städten mehr Schwierigkeiten haben, neue Einwohner und Unternehmen anzuziehen. Er wird daher hier nicht weiter ausgeführt. Die Beliebtheit der Kölner Weihnachtsmärkte ist seit vielen Jahren unumstritten und spiegelt sich in den Statistiken und Umfragen wider. Einen hohen Anteil haben dabei die nationalen und internationalen Gäste, die die Stadt für einen Tagesausflug oder Wochenendreise nutzen. Mehrere hundert Busse reisen jedes Adventswochenende an und ein großer Anteil an Gästen aus dem Umland nehmen Köln mit seiner schönen weihnachtlichen Atmosphäre wahr. Bei den Beweggründen zum Besuch der Kölner Innenstadt stellten in der Besucherbefragung am 8.10.2017 die Befragten das „Bummeln“, das „Spazierengehen“ und die „Stadtbesichtigung“ als Hauptmotive dar. Rund 60 % aller befragten Besucher gaben diese Beweggründe an. Diese Aussagen unterstreichen einmal mehr die Beweggründe für einen Köln- Besuch. Dabei spielt gerade die vorweihnachtliche Atmosphäre eine große Rolle, um den Aufenthalt in der emotionalsten Zeit des Jahres so attraktiv wie möglich werden zu lassen. Neuere Erkenntnisse setzen das „Erlebnisshopping“ als Pendant zum Online-Kauf, das gerade in der Adventszeit forciert werden kann. Weihnachtsmärkte zu besuchen, Geschenke einzukaufen, das vielfältige Gastronomieangebot zu nutzen und den Aufenthalt mit einem Museums oder Musicalbesuch zu kombinieren ist in Köln mit kurzen Distanzen fussläufig gut möglich. In einer der dicht besiedelsten Regionen ist es außerdem wichtig, sich von umliegenden Kommunen „abzuheben“ und die Alleinstellungsmerkmale der Stadt herauszustellen. Diesem Anspruch wird Köln in der Adventszeit mehr als gerecht und dieser Status Quo sollte in den nächsten Jahren nicht nur beibehalten, sondern auch weiter forciert werden. Diese Entwicklungen werden nicht nur den Anforderungen an den Tourismusstandort, sondern auch einem attraktiven Wohn- und Arbeitsstandort gerecht. See discussions, stats, and author profiles for this publication at: https://www.researchgate.net/publication/303443652 Der Göttinger Weihnachtsmarkt 2008. Ergebnisse einer Projektstudie: Attraktivität des Angebots aus Besuchersicht, Einzugsgebiet, soziodemographisches Profil und aktionsräumliches V... Article · March 2009 CITATIONS 0 READS 52 1 author: Thomas Wieland Private sector 91 PUBLICATIONS   274 CITATIONS    SEE PROFILE All content following this page was uploaded by Thomas Wieland on 23 May 2016. The user has requested enhancement of the downloaded file. Abb. 1: Verkehrsmittelwahl der Besucher 0,7 5,1 34,5 17,713,2 28,8 PKW Fahrrad Bus zu Fuß Shuttle-Bus in Kombination Zug N = 728 Angaben in Prozent Der Göttinger Weihnachtsmarkt findet jährlich in den vier Wochen vor den Weihnachtsfeiertagen statt, wobei er seit einigen Jahren auch für mehrere Tage danach wieder öffnet. Im Jahr 2008 waren insgesamt 84 Stände ver- treten, darunter vor allem An bieter von Essen und Heiß- getränken sowie Weihnachts- und Geschenkartikeln. Erstmals gab es in diesem Jahr das Hochcafé als zusätz- liches gastronomisches Angebot. Den Besuchern stehen mehrere Service-Angebote zur Verfügung (Bus-Shuttle-Service vom Schützenplatz in die Innenstadt, Kinderbetreuung in der Stadtbibliothek). Der Weihnachtsmarkt wird begleitet durch diverse kulturelle Angebote (z.B. Konzerte, Theatervorstellungen) und er- weiterte Einkaufsmöglichkei ten in der Innenstadt (Moon- light-Shopping bis 23 Uhr). Die Organisation des Marktes obliegt schwerpunktmäßig dem Fachdienst Ordnung der Göttinger Stadtverwaltung und dem Weihnachtsmarktverein. Das kulturelle Begleit- programm wird vom Fachdienst Kultur der Stadtver- waltung organisiert. Das städtische Mini-Event „Weihnachtsmarkt“ ist in Göt- tingen bereits 1996 und 2000 vom Geographischen Insti- tut der Universität Göttingen untersucht worden. Im Jahr 2008 fand im Auftrag der Stadt Göttingen eine neue Projektstudie zu diesem Zweck statt (Projektbearbeitung: Dipl.-Geogr. Thomas Wieland, Abt. Humangeographie). Projektstudie zum Weihnachtsmarkt 2008 Kern der Untersuchung war eine Besucherbefragung in den ersten drei Dezemberwochen, wobei sämtliche Wochentage und für den Marktbetrieb relevanten Tages- zeiten (11 bis 21 Uhr) berücksichtigt wurden. An zwei Standorten sind Interviewer positioniert worden (Gänseliesel/Altes Rathaus, Johanniskirche/Nähe Hoch- café) um Weihnachtsmarktbesucher mit Hilfe eines voll- standardisierten Fragebogens zu befragen. Die Stichpro- be (N) umfasst 743 Personen, wobei nicht jeder Befragte jede Frage beantworten konnte, so dass die Teilstich- proben einzelner Fragen meist knapp darunter liegen. Die Auswertung erfolgte unter Verwendung der Statistik- Software SPSS und beinhaltete die Bildung von absolu- ten und relativen Häufigke iten, Lage- und Streuungs- maßen sowie die Analyse von Zusammenhängen und Unterschieden mittels Kreuztabellierung. Ergebnisse: Besuchsmodalitäten Die befragten Besucher sollten zunächst angeben, mit welchem Verkehrsmittel sie zum Weihnachtsmarkt gekommen sind. Hier stellt der PKW das am häufigsten genutzte Verkehrsmittel dar (34,5 %), wobei auch das Fahrrad (17,7 %) und insbesondere der fußläufige Be- such (28,8 %) eine große Rolle spielen (siehe Abb. 1). Der Advents-Shuttle-Bus wird nur an Samstagen ange- boten, weshalb sein Gesamtanteil an allen Verkehrsmit- teln sehr gering ist. An Samstagen wird er von ca. 8 % der Besucher in Kombination mit einem anderen Verkehrsmittel (Zug, PKW) genutzt. Die Besucher des Göttinger Weihnachtsmarktes sind im Regelfall in Begleitung unterwegs, nur ca. 10 % von ihnen kommen alleine. Über die Hälfte der Besucher (51 %) werden von Freunden oder Bekannten begleitet, jeweils ca. 18 % von Familienmitgliedern oder dem Partner (hier- bei waren Mehrfachantworten möglich). Die Besuchshäu- figkeit unterscheidet sich stark nach Besuchergruppen. Insgesamt zählt der Großteil der Besucher nicht zu den „Dauergästen“: Über ein Drittel (37,7 %) besucht den Markt seltener als einmal pro Woche, weitere 30 % der Besucher nur einmal pro Woche. Dauerbesucher (über dreimal pro Woche) sind mit 8 % der Befragten recht selten (siehe Abb. 2) Auf der Ebene der Besuchergruppen fällt auf, dass Stu- denten den Markt wesentlich häufiger besuchen als alle anderen Besuchergruppen: 75 % der Studenten gehen mindestens einmal pro Woche auf den Weihnachtsmarkt (Berufstätige: 55,4 %, Ruheständler: 38,6 %, Arbeitslose: 62,2 %, Sonstige: 71,5 %). NR. 27 (März 2009) GÖTTINGER STATISTIK AKTUELL THEMENBEZOGENER BERICHTSDIENST FACHDIENST STATISTIK UND WAHLEN Der Göttinger Weihnachtsmarkt 2008 Ergebnisse einer Projektstudie: Attraktivität des Angebots aus Besuchersicht, Einzugsgebiet, soziodemographisches Profil und aktionsräumliches Verhalten der Besucher Stadt Göttingen – Themenbezogener Berichtsdienst des Fachdienstes Statistik und Wahlen Abb. 2: Besuchshäufigkeit 37,7 30,6 23,6 8,1 < 1x pro Woche 1x pro Woche 2-3x pro Woche > 3x pro Woche N = 726 Angaben in Prozent Abb. 3: Bewertung einzelner Aspekte durch die Besucher (Schulnoten) 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% Angebot an Heißgetränken Angebot an Essen Angebot an Geschenkartikeln Angebot für Kinder Unterhaltung Sauberkeit Erreichbarkeit mit dem Shuttle-Service 1 2 3 4 5 6 "Kann ich nicht beurteilen" Ergebnisse: Beurteilung des Angebots Die Besucher hatten die Möglichkeit, verschiedene Teil- aspekte des Weihnachtsmarktangebotes nach dem Schulnotensystem (1 = „sehr gut“, …, 6 = „ungenügend“ plus die Antwortoption „Kann ich nicht beurteilen“) zu be- werten. Abb. 3 zeigt die Häuf igkeitsverteilung der Schul- noten bei den einzelnen Aspekten. Hierbei sind die Teilaspekte „Angebot an Heißgetränken“, „Angebot an Essen“ sowie die Sauberkeit überwiegend gut bis sehr gut beurteilt worden: jeweils ca. 70 % der Besucher vergaben eine „2“ oder besser, während unter- durchschnittliche Benotungen die Ausnahme bilden. Anders ist dies bei den Aspekten „Angebot an Geschenk- artikeln“, „Angebot für Kinder“ und „Unterhaltung“: eine gute oder sehr gute Beurteilung („1“ oder „2“) wird jeweils nur von ungefähr einem Viertel der Befragten vergeben, wobei diese Aspekte auch von einem größeren Anteil der Besucher nicht beurteilt werden kann. Zwischen 20 und 27 % der Besucher beurteilten diese Aspekte mit einer unterdurchschnittlichen Note („4“, „5“ oder „6“). Die Erreichbarkeit mit dem Shuttle-Service konnte nur von ca. 10 % der Besucher überhaupt beurteilt werden, von diesen vergaben allerdings nahezu alle eine gute bis sehr gute Benotung. Dies schlägt sich auch in den Durch- schnittsnoten nieder (Arithmetisches Mittel ohne „Kann ich nicht beurteilen“). Die Erreichbarkeit mit dem Shuttle-Service erhielt die beste durchschnittliche Beur- teilung (1,84 bei N = 77), dicht gefolgt vom Angebot an Heiß- getränken (1,95 bei N = 680) und dem Angebot an Essen (2,05 bei N = 675). Auch die Sauberkeit erhielt eine Gesamtbeurteilung im guten Bereich (2,32 bei N = 734). Das Angebot an Ge- schenkartikeln (N = 561) kam auf eine Bewertung im oberen durchschnitt- lichen Bereich (2,94), während das Angebot für Kinder (3,14 bei N = 493) und der Unterhaltungsaspekt (3,23 bei N = 526) im unteren durchschnittlichen Bereich beurteilt wurden. Im Rahmen einer offenen Abschlussfrage hatten die Be- sucher ferner die Möglichkeit, Anmerkungen zu formulie- ren. Diese unterstrichen zum Teil die Ergebnisse der er- fragten Benotung: Anregungen im Sinne von „mehr An- gebote für Kinder“ oder „mehr Weihnachtsmusik“ wurden mehrfach artikuliert. Außerdem wurde häufig eine größe- re Variation unter den Angebotsständen angesprochen, insbesondere hinsichtlich der kulinarischen Angebote (Essen, Heißgetränke). Obwohl nicht explizit danach gefragt wurde, bemängelten knapp 11 % der befragten Besucher die aus ihrer Sicht zu knappen Öffnungszeiten. Diese Kr itik bildet die mit Ab- stand am häufigsten artikulierte Anmerkung. Der Vorjahresvergleich fällt eher positiv aus: 70,7 % der Befragten gaben an, dass ihnen der Weihnachtsmarkt im Vergleich zum Vorjahr genauso gut gefällt, wobei er von 9,8 % als besser und nur von 3 % als schlechter beurteilt wurde („Kann ich nicht beurteilen“: 16,4 %). Ergebnisse: Vor-Ort-Verhalten der Besucher Die Besucher sind befragt worden, welche Ziele sie im Rahmen des Weihnachtsmarktbesuches noch ansteuern (z.B. Einkauf in der Innenstadt, Gastronomiebesuch), wo- bei Mehrfachnennungen möglich waren. Über die Hälfte (53,3 %) der Besucher übt noch weitere Vor-Ort- Tätigkeiten aus. Die mit Abstand häufigste Tätigkeitskopplung ist der Ein- kauf in der Innenstadt: 39,2 % der Besucher verbinden ihren Weihnachtsmarktbesuch damit. Eine ernstzuneh- mende Rolle spielen außerdem noch der Besuch einer Kneipe (11,6 %) in den Abendstunden im Anschluss an den Weihnachtsmarkt (vor allem bei Studenten) und der Besuch eines Restaurants (6,7 %, vor allem Berufstäti- ge). Andere Ziele bilden Einzelfälle (siehe Abb. 4) Das mit dem Weihnach tsmarkt assoziierte Angebot in den Seitenstraßen wird von fast der Hälfte (48,6 %) der Besucher genutzt, während ein geringer Teil (10 %) diese Angebote nicht kennt und sie daher nicht nutzt. GÖTTINGER STATISTIK AKTUELL NR. 10 GÖTTINGER STATISTIK AKTUELL NR. 27 Stadt Göttingen – Themenbezogener Berichtsdienst des Fachdienstes Statistik und Wahlen Abb. 4: Wahrnehmung weiterer Angebote 39,16 0,81 6,73 11,57 0,94 1,08 0,27 6,19 0 % 10 % 20 % 30 % 40 % 50 % Einkauf innerhalb der Innenstadt Einkauf außerhalb der Innenstadt (Einkaufszentrum) Restaurant Kneipe Kino Theater Museen/Ausstellungen Schlittschuhbahn (Lokhalle) Sonstige Weitere Angebote Angaben in % aller Fälle N = 743 Die durch den Weih- nachtsmarkt gegebe- nenfalls verursachte veränderte Besuchs- häufigkeit der Innenstadt lässt sich durchaus belegen: 38,5 % der Weihnachtsmarktgäste besuchen nach eigenen Angaben die Innenstadt aufgrund des Weih- nachtsmarktes häufiger als sonst, 58 % genauso häufig und nur 3,4 % seltener. Die Besucher des Göt- tinger Weihnachtsmark- tes weisen eine breite Mehrfachorientierung hinsichtlich des Besuchs anderer Weihnachts- märkte auf, über zwei Drittel von ihnen (68,9 %) besuchen noch mindestens einen anderen Weihnachtsmarkt: die am häufigsten angesteuerten Al- ternativen sind die Weihnachtsmärkte in Hannover (15 %) und Kassel (13,7 %), wobei auch Erfurt (8,2 %) und Braunschweig (5,6 %) eine Rolle spielen. Die Antwortop- tion „Sonstige“ ist hier allerdings die am häufigsten ge- nannte, insbesondere wegen des Weihnachtsmarktes in Goslar, der häufig angesteuert wird. Interessant ist der Blick auf die Pro-Kopf-Ausgaben der Besucher. Diese unterscheiden sich in die Ausgaben auf dem Weihnachtsmarkt und die Ausgaben, die außerhalb des Weihnachtsmarktes, aber im Rahmen des Weih- nachtsmarktbesuches ausgegeben werden (z.B. beim Innenstadteinkauf). Durchschnittlich gibt der Weihnachtsmarktbesucher 12,80 Euro auf dem Weihnachtsmarkt aus (arithmeti- sches Mittel bei einer Spannweite zwischen 0 und 150 Euro). Hinzu kommen durchschnittlich 22,69 Euro außerhalb des Weihnachtsmarktes (arith- metisches Mittel bei einer Spannweite von 0 bis 300 Euro). Die Pro-Kopf-Ausgaben unterscheiden sich aber sehr stark zwischen den Besuchergruppen (siehe Abb. 5). Studenten geben sowohl auf dem als auch außer- halb des Weihnachts- marktes am wenigsten aus (9,80 Euro bzw. 10,50 Euro). Die höchs- ten Ausgaben auf dem Weihnachtsmarkt wer- den von Beru fstätigen getätigt (14,80 Euro), die auch zugleich am zweit meisten außerhalb aus- geben (29,10 Euro). Die größten finanziellen Aufwendungen außer- halb des Weihnachtsmarktes unternehmen die Ruhe- ständler. Die Besuchergruppe „Sonstige“, die vor allem Schüler umfasst, liegt hinsichtlich der Pro-Kopf-Ausgaben nur wenig über den Studenten. Ergebnisse: Einzugsgebiet und sozio-demographische Angaben Die Herkunft der Besucher ist auf der Ebene von 5-stelligen Postleitzahlen erhoben worden (z.B. „37077“). Aus diesen Daten lassen aber auch gröbere Gebietsein- heiten extrahieren (2-stellige Postleitregionen, z.B. „37“). Grundsätzlich finden sich auf dem Weihnachtsmarkt Be- sucher aus ganz Deutschland und auch einzelne auslän- dische Durchreisende. Diese bilden jedoch Ausnahmen, das Einzugsgebiet ist regional eng begrenzt: 85,2 % der Besucher stammen aus der Postleitregion 37 (u.a. Göt- tingen, Northeim, Einbeck, He iligenstadt), der Rest vor allem aus angrenzenden Postleitregionen (34 und 99). GÖTTINGER STATISTIK AKTUELL NR. 27 Abb. 5: Pro-Kopf-Ausgaben nach Besuchergruppen 14,8 9,8 13,0 14,6 10,4 12,8 29,1 10,5 20,1 46,9 14,2 22,7 0 10 20 30 40 50 Berufstätige Studenten Arbeitslose Ruheständler Sonstige Gesamt Durchschnittliche Ausgaben in Euro auf dem Weihnachtsmarkt außerhalb des Weihnachtsmarktes Betrachtet man nur dieses Haupteinzugsgebiet (siehe Karte), fällt auf, dass der Großteil der Besucher aus dem Stadtgebiet Göttingens (58,2 %) bzw. den anliegenden Gemeinden (z.B. Bovenden und Rosdorf) stammt. Die Altersstruktur der Besucher zeigt ein „junges“ Bild der Besucher auf: die größte Gruppe (49,5 %) bilden die 18- bis unter 30-Jährigen, wobei die Anteile von Minderjähri- gen und Personen im Rentenalter gering sind. Unter den Besuchergruppen stellen Berufstätige den größten Anteil (47,9 %), Studenten mit 32,3 % den zweitgrößten (Ar- beitslose: 2,2 %, Ruheständler: 7,9 %, Sonstige: 9,6 %). Die Besucherzusammensetzung ist sehr tageszeitabhän- gig: Studenten stellen in den Abendstunden (19 bis 21 Uhr) die größte Besuchergruppe (52,6 %), ansonsten sind sie mit einem Anteil von 20 bis 28 % vertreten. Berufstätige sind hingegen zu jeder Tageszeit in einem vergleichbaren Anteil anzutreffen (40 bis 55 %), während Ruheständler schwerpunktmäßig zwischen 11 und 13 Uhr den Weihnachtsmarkt besuchen (16,3 % aller Besucher) und in den Abendstunden kaum mehr wahrnehmbar sind (Anteil von 1,1 % zwischen 19 und 21 Uhr). Abschließende Bemerkungen Der Göttinger Weihnachtsmarkt unterscheidet sich hin- sichtlich Besucherstruktur un d Einzugsgebiet nicht prinzi- piell von anderen Veranstaltungen dieser Art. Er steigert tendenziell die Attraktivität der Innenstadt, wovon insbe- sondere der Einzelhandel profitiert. Das Angebot wird überwiegend gut beurteilt, jedoch soll- ten einige spezifische Kritikpunkte und Verbesserungs- vorschläge aufgegriffen werden, um das Angebot (bzw. die Informationslage darüber) zu optimieren. Die Ergebnisse sind im Rahmen einer Weihnachtsmarkt- beiratssitzung präsentiert worden. Ein vollständiger Pro- jektbericht liegt der Stadt Göttingen vor und ist über das Geographische Institut verfügbar. GÖTTINGER STATISTIK AKTUELL NR. 27 Herausgeber: Der Oberbürgermeister der Stadt Göttingen, Fachdienst Statistik und Wahlen (03/2009/07), Redaktion: Christine Stephan Text & Grafik: Thomas Wieland (Geographisches Institut der Universität Göttingen, Abt. Humangeographie), E-Mail: twielan@gwdg.de Koordination und Montage: Detlef Hatje Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung, auch auszugsweise nur mit Quellenangabe gestattet und mit der Bitte um ein Belegexemplar. Für gewerbliche Zwecke ist es grundsätzlich nicht gestattet, diese Veröffentlichung oder Teile daraus zu vervielfältigen, auf Mikrofilm/-fiche zu verfilmen oder in elektronischen Systemen zu speichern. Anfragen unter Tel. (0551) 400 2774 oder Fax (0551) 400 2409, E-Mail: statistik+wahlen@goettingen.de Internet: www.goesis.goettingen.de Internet: www.wahlen.goettinen.de View publication stats GEOGRAPHISCHES INSTITUT ABTEILUNG HUMANGEOGRAPHIE PROJEKTBERICHT GÖTTINGER WEIHNACHTSMARKT 2008 ATTRAKTIVITÄT, EINZUGSGEBIET, SOZIO-DEMOGRAPHISCHES PROFIL UND AKTIONSRÄUMLICHES VERHALTEN SEINER BESUCHER E RGEBNISSE EINER BESUCHERBEFRAGUNG IM DEZEMBER 2008 GEOGRAPHISCHES INSTITUT DER UNIVERSITÄT GÖTTINGEN ABTEILUNG HUMANGEOGRAPHIE DIPL.-GEOGR. THOMAS WIELAND JANUAR 2009 Bericht zum Projekt „Besucherbefragung Göttinger Weihnachtsmarkt 2008“ Projektbearbeitung / Projektbericht: Dipl.-Geogr. Thomas Wieland Interviews und Dateneingabe: (in alphabetischer Reihenfolge) Sandra Kiesling (Studentische Hilfskraft) Marina Ledwon (Bachelor-Qualifikationsarbeit zum Thema) Nina Terlinden (Studentische Hilfskraft) Projektzeitraum: November 2008 bis Februar 2009 Auftraggeber: Stadt Göttingen Hiroshimaplatz 1-4 37081 Göttingen Fachbereich Ordnungs- und Gewerbeangelegenheiten Geographisches Institut der Georg-August-Universität Göttingen Abteilung Humangeographie Goldschmidtstraße 5 37077 Göttingen Tel.: 0551 – 39 80 22 Fax: 0551 – 39 12 14 0 1 ZU DIESEM PROJEKTBERICHT ................................................................................. 1 2 HINTERGRUND....................................................................................................... 2 2.1 WEIHNACHTSMÄRKTE ALS EVENT UND WIRTSCHAFTSFAKTOR.....................................2 2.2 DER GÖTTINGER WEIHNACHTSMARKT ........................................................................3 2.3 BISHERIGE UNTERSUCHUNGEN...................................................................................5 2.4 FRAGESTELLUNGEN DIESER UNTERSUCHUNG .............................................................7 3 METHODIK............................................................................................................. 9 4 AUSWERTUNG ..................................................................................................... 12 4.1 STICHPROBE UND RESONANZ DER BEFRAGTEN ........................................................12 4.2 ERGEBNISSE DER BEFRAGUNG.................................................................................13 4.2.1 BESUCHSMODALITÄTEN ....................................................................................13 4.2.2 BEURTEILUNG DES ANGEBOTS ..........................................................................15 4.2.3 AKTIONSRÄUMLICHES VERHALTEN DER BESUCHER............................................16 4.2.4 EINZUGSGEBIET UND SOZIO-DEMOGRAPHISCHES PROFIL DER BESUCHER ..........19 4.2.5 ANMERKUNGEN ................................................................................................22 4.3 EINZELANALYSEN.....................................................................................................23 4.3.1 BESUCHERGRUPPEN.........................................................................................23 4.3.2 ATTRAKTIVITÄT DES ANGEBOTS ........................................................................27 4.3.3 RELEVANZ FÜR EINZELHANDEL, GASTRONOMIE UND TOURISMUS .......................30 5 ZUSAMMENFASSUNG............................................................................................ 34 6 LITERATUR.......................................................................................................... 35 ANHANG .................................................................................................................... 37 Abbildungsverzeichnis ABBILDUNG 1: STADTPLAN .........................................................................................................3 ABBILDUNG 2: STÄNDEPLAN ......................................................................................................4 ABBILDUNG 3: STARTSEITE DER WEBSITE ZUM GÖTTINGER WEIHNACHTSMARKT..........................5 ABBILDUNG 4: STANDPLAN MIT BEFRAGUNGSSTANDORTEN ......................................................10 ABBILDUNG 5: VERKEHRSMITTELWAHL DER BESUCHER .............................................................13 ABBILDUNG 6: BEGLEITUNG......................................................................................................14 ABBILDUNG 7: BESUCHSHÄUFIGKEIT .........................................................................................14 ABBILDUNG 8: BEWERTUNG DER EINZELNEN ASPEKTE DURCH DIE BESUCHER............................15 ABBILDUNG 9: VERGLEICH MIT DEM VORJAHR ...........................................................................16 ABBILDUNG 10: ANZAHL WEITERER VOR-ORT-TÄTIGKEITEN ......................................................16 ABBILDUNG 11: NUTZUNG SONSTIGER ANGEBOTE.....................................................................17 ABBILDUNG 12: BESUCHSHÄUFIGKEIT DER INNENSTADT ............................................................18 ABBILDUNG 13: ANZAHL BESUCHTER ANDERER WEIHNACHTSMÄRKTE........................................18 ABBILDUNG 14: BESUCH ANDERER WEIHNACHTSMÄRKTE ..........................................................19 ABBILDUNG 15: ALTER DER BESUCHER.....................................................................................21 ABBILDUNG 16: BERUFSGRUPPEN ............................................................................................22 ABBILDUNG 17: VERKEHRSMITTELWAHL SAMSTAGS – DER SHUTTLE-BUS ALS OPTION...............29 Tabellenverzeichnis TABELLE 1: STICHPROBE NACH TAGESZEITEN ...........................................................................12 TABELLE 2: STICHPROBE NACH WOCHENTAGEN........................................................................12 TABELLE 3: ALTERSGRUPPEN NACH TAGESZEIT ........................................................................23 TABELLE 4: BERUFSGRUPPEN NACH TAGESZEIT........................................................................24 TABELLE 5: BEGLEITUNG NACH BERUFSGRUPPEN .....................................................................24 TABELLE 6: BESUCHSHÄUFIGKEIT NACH BERUFSGRUPPEN ........................................................25 TABELLE 7: PRO-KOPF-AUSGABEN AUF DEM WEIHNACHTSMARKT NACH BERUFSGRUPPEN.........25 TABELLE 8: PRO-KOPF-AUSGABEN AUßERHALB DES WEIHNACHTSMARKTES NACH BERUFSGRUPPEN ....................................................................................................................25 TABELLE 9: WAHRNEHMUNG AUSGEWÄHLTER WEITERER ANGEBOTE NACH BERUFSGRUPPEN ....26 TABELLE 10: BEWERTUNG DER EINZELNEN ASPEKTE (DURCHSCHNITTSNOTEN) .........................27 TABELLE 11: DURCHSCHNITTSNOTE NACH BERUFSGRUPPE.......................................................28 TABELLE 12: POSITIVE UND NEGATIVE TEILASPEKTE DES WEIHNACHTSMARKTANGEBOTES.........30 TABELLE 13: PRO-KOPF-AUSGABEN AUF DEM WEIHNACHTSMARKT NACH BESUCHSMOTIVATIONSGRUPPEN..............................................................................................31 TABELLE 14: PRO-KOPF-AUSGABEN AUßERHALB DES WEIHNACHTSMARKTES NACH BESUCHSMOTIVATIONSGRUPPEN..............................................................................................31 TABELLE 15: WAHRNEHMUNG ZUSÄTZLICHER ANGEBOTE NACH BESUCHSMOTIVATIONSGRUPPEN ...............................................................................................................................................32 Kartenverzeichnis KARTE 1: EINZUGSGEBIET (DEUTSCHLAND, POSTLEITREGIONEN, 2-STELLIG) ............................20 KARTE 2: EINZUGSGEBIET (NUR HAUPTEINZUGSGEBIET, POSTLEITZAHLEN, 5-STELLIG) .............20 KARTE 3: EINZUGSGEBIET (NUR STADTGEBIET GÖTTINGEN, POSTLEITZAHLEN, 5-STELLIG) ........21 ZU DIESEM PROJEKTBERICHT 1 1 Z U DIESEM PROJEKTBERICHT Der vorliegende Bericht dokumentiert die Ergebnisse eines Projektes des Geographischen Institutes der Universität Göttingen, Abteilung Humangeographie. Das Projekt (offizieller Arbeitstitel: „Besucherbefragung Göttinger Weihnachtsmarkt 2008“) wurde in Absprache und mit finanzieller Unterstützung der Stadt Göttingen von November 2008 bis Januar 2009 durchgeführt 1. Von Seiten der Stadt kam die Initialzündung vom Fachdienst für Ordnungs- und Gewerbeangelegenheiten, der maßgeblich an der Organisation des Göttinger Weihnachtsmarktes beteiligt ist. Basis für die Ergebnisse ist eine Befragung der Weihnachtsmarktbesucher im Dezember 2008. Aus diesem Grund wurden für die Projektlaufzeit zwei studentische Hilfskräfte für die Datenerhebung (Befragung) und die Dateneingabe (Digitalisierung der erhobenen Daten) eingestellt. Außerdem war an dem Projekt eine weitere Studentin beteiligt, die (Teil-) Ergebnisse in ihre Qualifikationsarbeit (B.A.) zu diesem Thema eingebracht hat und ebenfalls maßgeblich an der Datenerhebung beteiligt war. Die Dateneingabe und –auswertung erfolgte im Januar 2009. Der vorliegende Projektbericht gliedert sich auf in einen „theoretischen“ und einen Ergebnis- Teil. In Kapitel 2 wird zunächst ein kurzer Überblick über Weihnachtsmärkte im Allgemeinen und ihre Relevanz als Event und Wirtschaftsfaktor sowie über den Göttinger Weihnachtsmarkt im Speziellen gegeben, wobei auch kurz auf Ergebnisse vergangener Untersuchungen eingegangen wird. Kapitel 3 beschreibt die Methodik dieser Untersuchung. In Kapitel 4 werden zunächst die „reinen“ Ergebnisse der Besucherbefragung deskriptiv dargestellt, im Anschluss folgen – auf Basis dieser Daten – mehrere Einzelanalysen (Besuchergruppen, Angebotsattraktivität sowie Einflüsse auf Einzelhandel, Gastronomie und Tourismus). Abschließend folgt eine kurze Zusammenfassung der Ergebnisse. Die Projektergebnisse und dieser Projektbericht sollen zum Einen dem Zweck dienen, die Organisation und Durchführung des Mini-Event s „Weihnachtsmarkt“ zu evaluieren und der Stadt Göttingen und dem Weihnachtsmarktverein Anregungen für potenzielle Verbesserungen und Entwicklungschancen zu geben. Auf der anderen Seite dokumentiert das Projekt die Relevanz des Weihnachtsmarktes für die Göttinger Innenstadt und seine Auswirkungen auf den Einzelhandel sowie touristische und gastronomische Anbieter. 1 An dieser Stelle sei der Stadt Göttingen herzlich dafür gedankt! GÖTTINGER WEIHNACHTSMARKT 2008 2 2 H INTERGRUND 2.1 W EIHNACHTSMÄRKTE ALS EVENT UND WIRTSCHAFTSFAKTOR Weihnachtsmärkte existieren bereits sehr lange, einige können auf eine jahrhundertealte Tradition zurückgeführt werden, wie zum Beispiel der Nürnberger Christkindlmarkt (wahrscheinlich im 17. Jahrhundert entstanden) oder der Dresdner Striezelmarkt (seit 1434). Der Großteil der heute bestehenden Weihnachtsmärkte ist allerdings erst in den letzten 30 bis 40 Jahren entstanden, forciert durch das Aufkommen der Fußgängerzonen als Dreh- und Angelpunkt städtischer Ökonomie. Mittlerweile finden Weihnachtsmärkte in nahezu allen Kommunen statt, wobei sie von einem einzelnen Tag bis hin zu mehreren Wochen dauern. Die Weihnachtsmärkte sollen heutzutage vor allem dazu dienen, im Wettbewerb der Städte bzw. ihres Einzelhandelsangebotes Konsumenten anzulocken. Auf der anderen Seite sind aber auch gewisse traditionelle Aspekte erhalten geblieben (vgl. IMOHA 2002). Ausgehend von der in der Tourismusforschung gängigen Klassifizierung stellt ein Weihnachtsmarkt ein so genanntes „Mini-Event“ dar. Mini-Events sind charakterisiert durch meist jährliche Wiederholung und ein überwiegend regionales Besucherpublikum, jedoch auch durch eher geringe Überraschungseffekte für die Region (vgl. Freyer 2000). Weihnachtsmärkte werden vor allem zum Genuss von Essen und Getränken, aber auch zum Erwerb von Geschenkartikeln oder als Treffpunkt genutzt, wobei der Großteil der Besucher in Gruppen unterwegs ist. Diese Mini-Events sind also weder als „Ort der Geselligkeit“ noch als Multiplikator für den lokal ansässigen stationären Einzelhandel zu unterschätzen. Die Einzugsgebiete von Weihnachtsmärkten sind allerdings überwiegend regional, so dass die Effekte auf die Tourismuswirtschaft als gering zu bezeichnen sind (vgl. IMOHA 2002 ; Kammerhofer-Aggermann u.a. 2003). Natürlich ist die tatsächliche ökonomische Bedeutung von Weihnachtsmärkten schwer zu quantifizieren, da Weihnachtsmärkte naturgemäß in der Zeit des Weihnachtsgeschäfts liegen. Eine für den lokalen Einzelhandel bedrohliche Konkurrenzsituation stellt sich jedenfalls durch die Veranstaltung von Weihnacht smärkten nicht ein. Im Gegenteil profitieren Einzelhändler tendenziell von den Kopplungseffekten, denn Weihnachtsmarktbesucher verbinden sehr häufig ihren Besuch mit anderen Tätigkeiten, insbesondere einem Einkauf vor Ort. Anders sieht die Situation für die Übernachtungs- und Gastronomiebranche aus, denn nahezu alle Besucher von Weihnachtsmärkten sind Tagesbesucher, die außerhalb des Weihnachtsmarktes eher wenig gastronom ische Angebote wahrnehmen (vgl. Peters & Vetterlein 2003). Zur Besucherstruktur und den einzelhandels- und tourismuswirtschaftlichen Effekten von Weihnachtsmärkten existiert eine recht überschaubare Zahl von Studien, darunter zum Salzburger Christkindlmarkt (Kammerhofer-Aggermann u.a. 2003), den Weihnachtsmärkten in Jena und Erfurt (Grimm u.a. 2006), diversen deutschen Weihnachtsmärkten in einer Studie des Instituts zur Erforschung und Förderung des mobilen Handels an der Hochschule Harz (IMOHA 2002) und bereits zweimal der Göttinger Weihnachtsmarkt (Faust 1997 ; Lange & Waibel 2001). HINTERGRUND 3 2.2 D ER GÖTTINGER WEIHNACHTSMARKT Der Göttinger Weihnachtsmarkt in seiner heutigen Form findet in der Göttinger Innenstadt in dem Monat vor Heiligabend statt. Er ist ein städtisches Event, wobei von Seiten der Stadt der Fachbereich Ordnung der Stadtverwaltung und von Seiten der Standbetreiber der Göttinger Weihnachtsmarkt e.V. für die Organisation verantwortlich sind. Beteiligt, insbesondere an der Vermarktung, sind außerdem der Göttingen Tourismus e.V. (Tourismus-Verein) und Pro City e.V. (Citymarketing-Verein). Die Gestaltung und Administration des kulturellen Begleitprogramms obliegt dem Fachdienst Kultur der Stadtverwaltung. Im Jahr 2008 begann der Göttinger Weihnachtsmarkt am 26. November und endete am 29. Dezember, wobei er an den Weihnachtsfeiertagen (24. bis 26. Dezember) geschlossen blieb (Tagesöffnungszeiten: Montag bis Samstag 10.00-20.30 Uhr, Sonntag 11.00-20.30 Uhr). Der Göttinger Weihnachtsmarkt findet im Innenstadtzentrum in der Fußgängerzone statt (siehe Abb. 1). Die Kernangebote finden sich zum Einen vor dem Alten Rathaus beim „Gänseliesel“ und zum Anderen rund um die St.-Johannis-Kirche. Im Jahr 2008 waren insgesamt 84 Angebotsstände vertreten, vor allem Angebote an Heißgetränken und Essen sowie verschiedene Weihnachtsartikel und Geschenke. Zusätzlich standen einzelne Angebote für bestimmte Zielgruppen (z.B. das „Wiener Hochrad“ für Kinder) zur Verfügung. Erstmals gab es als zusätzliches gastronomisches Angebot das „Hochcafé“ (siehe Abb. 2). Abbildung 1: Stadtplan (Quelle: Informationsbroschüre zum Weihnachtsmarkt) Als Angebot für die Beförderung zum Weihnachtsmarkt stand an den Adventssamstagen ein Shuttle-Service zwischen dem Göttinger Bahnhof (Parkplatz „Schützenplatz“) und der Innenstadt zur Verfügung, der in der Zeit von 9.40 Uhr bis 20.20 Uhr kostenlos gefahren ist. Dieses „Park & Ride“-Angebot ist speziell für Besucher konzipiert, die von außerhalb des Innenstadtgebietes stammen und entweder mit dem Zug nach Göttingen anreisen oder mit GÖTTINGER WEIHNACHTSMARKT 2008 4 dem Auto fahren und am Schützenplatz parken. Ebenso stand an den Adventssamstagen eine Kinderbetreuung in der Stadtbibliothek zur Verfügung. Abbildung 2: Ständeplan (Quelle: Informationsbroschüre zum Weihnachtsmarkt) Beworben wurde der Weihnachtsmarkt auf verschiedenen Wegen, darunter durch eine Informationsbroschüre2, die in verschiedensten öffentlich zugänglichen Stellen ausgelegt wurde, darunter Geschäfte, Ämter und gastronomische Einrichtungen. Sie beinhaltete neben dem kompletten Unterhaltungsprogramm des Weihnachtsmarktes noch einen Stadt- und Ständeplan sowie Werbung für den Shuttle-Service. Als zusätzliche Informationsquelle stand (und steht nach wie vor) eine Website (www.goettinger-weihnachtsmarkt.de) zur Verfügung (siehe Abb. 3). 2 Die Abbildungen 1 und 2 entstammen dieser Broschüre HINTERGRUND 5 Abbildung 3: Startseite der Website zum Göttinger Weihnachtsmarkt Im Rahmen des Weihnachtsmarktes fand ein differenziertes Begleitprogramm statt, darunter verschiedene Konzerte, Theatervorstellungen, religiöse Veranstaltungen der Kirchen sowie touristisch geprägte Angebote (z.B. „Ein Gang durch Göttingens Unterwelt – Historische Keller in der Altstadt“). Außerdem wurden einzelne Angebote in das Programm des Weihnachtsmarktes konzeptionell eingebettet (z.B. das Weihnachtsprogramm am Bahnhof oder die Nikolausparty im ZHG der Universität Göttingen). Am Freitag, 19. Dezember, fand außerdem mit dem „Moonlight-Shopping“ (Einkaufsmöglichkeit in der Innenstadt bis 23.00 Uhr) ein einzelhandelswirtschaftlich besonders relevanter Programmpunkt statt. Die Abwicklung des Weihnachtsmarktes bildet einen nicht zu unterschätzenden Aufwand für alle daran Beteiligten. Auch ist die Organisation nicht frei von Konfliktpotential: so wurden bereits einige Beschwerden von gastronomischen Anbietern an die Stadt herangetragen, dass sie Umsatzeinbußen durch das Konkurrenzangebot auf dem Weihnachtsmarkt zu verzeichnen hätten. Ein Kritikpunkt seitens einiger Anbieter auf dem Weihnachtsmarkt ist die Sperrstunde um 20.30 Uhr, die als zu früh empfunden wird. Auf der anderen Seite stehen hingegen die Interessen der Innenstadtbewohner, deren Abend- bzw. Nachtruhe durch den Marktbetrieb unter Umständen in Frage gestellt werden kann. Insgesamt besteht seitens der Stadt Göttingen ein großes Interesse an einer Evaluation des Weihnachtsmarktes, also letztendlich der eigenen Arbeit, und dessen Nutzen für die gesamte Innenstadt. Auf der anderen Seite sind solche „Mini-Events“ und dementsprechende Fragestellungen auch von großem Interesse für die humangeographische Forschung. Der Göttinger Weihnachtsmarkt ist daher bereits zweimal Gegenstand einer vergleichbaren Untersuchung gewesen (s.u.). 2.3 B ISHERIGE UNTERSUCHUNGEN Der Weihnachtsmarkt als Forschungsobjekt Göttinger Humangeographen Auf dem Göttinger Weihnachtsmarkt sind bereits in den Jahren 1996 und 2000 Untersuchungen durch das Geographische Institut, Abt. Kultur- und Sozialgeographie (heute: GÖTTINGER WEIHNACHTSMARKT 2008 6 Humangeographie), durchgeführt worden (Faust 1997 ; Lange & Waibel 2001). Diese fanden im Rahmen von Lehrveranstaltungen („Semi nar für Angewandte Geographie“) statt, wobei die Seminarteilnehmer die Weihnachtsmarktbesucher unter Anleitung des jeweiligen Dozenten befragt und die erhobenen Daten ausgewertet haben. Die Studierenden sollten hierbei an einem praktischen Beispiel die Umfrageforschung als Methode der empirischen Sozialforschung und ihre Anwendungsgebiete in der Humangeographie kennenlernen. Beide Untersuchungen wurden von der Stadt Göttingen unterstützt. Die Ergebnisse sind in Form eines Projektberichts (1997) bzw. eines „Göttinger Statistik Aktuell“-Heftes (2001) publiziert worden. Beide Untersuchungen beinhalteten eine schwerpunktmäßig quantitativ aufgebaute Besucher- und eine Anbieterbefragung. Im Folgenden werden die Ergebnisse kurz zusammengefasst. Projektstudie zum Göttinger Weihnachtsmarkt 1996 Die Besucherbefragung zum Weihnachtsmarkt von 1996 fand an drei Standorten statt: dem Gänseliesel, der Johanniskirche und an der Nikolaikirche. Die Stichprobe umfasste 370 Personen. Die Anbieterbefragung umfasste 54 von 66 Anbietern. Als Kernergebnisse sind zu nennen (vgl. Faust 1997): • Das Einzugsgebiet ist überwiegend regional, über die Hälfte der Besucher (59 % der Befragten) stammen direkt aus Göttingen, das häufigste Anreiseverkehrsmittel ist der PKW • Nur knapp ein Drittel der Besucher sind ausschließlich wegen des Weihnachtsmarktes in der Stadt, die meisten koppeln den Weihnachtsmarktbesuch mit anderen Tätigkeiten • Die einzelnen Angebote (Essen und Trinken, Unterhaltung, Kultur und Tradition, Geschenkwaren allgemein) werden gut bis mittelmäßig bewertet: das Angebot an Essen und Trinken wird am besten, das Unterhaltungsangebot am schlechtesten beurteilt • Die Zusammenstellung und das Preis-Leistungs-Verhältnis werden als gut bis mittelmäßig beurteilt • Als Kritikpunkte wurden ein zu wenig differenziertes Angebot, das Gedränge und die Öffnungszeiten genannt • Die unter den befragten Besuchern am häufigsten anzutreffende Altersgruppe sind die 21-35jährigen, der Geschlechteranteil ist nahezu gleich • Die Hälfte der Anbieter ist mit den städtischen Dienstleistungen zufrieden, ein weiteres Drittel allerdings nicht • Auch die Anbieter kritisierten die Öffnungszeiten und gingen bei den Verbesserungsvorschlägen unter anderem noch auf eine zu verbessernde Müllentsorgung und sanitäre Versorgung ein Projektstudie zum Göttinger Weihnachtsmarkt 2000 Die Besucherbefragung zum Weihnachtsmarkt 2000 umfasste 992 Personen, die Anbieterbefragung 57 Anbieter. Die Besucherbefragung fand an drei Standorten statt (im Bereich der Glühweinstände, im Einkaufsbereich des Marktes und im Bereich des Riesenrades). Hierbei wurden folgende Kernergebnisse formuliert (vgl. Lange & Waibel 2001): • Das Einzugsgebiet ist überwiegend regional, 67% der Befragten stammen direkt aus Göttingen, das häufigste Anreiseverkehrsmittel ist der PKW HINTERGRUND 7 • Etwas über ein Drittel der Besucher sind ausschließlich aufgrund des Weihnachtsmarktes in die Stadt gekommen, der Rest steuert daneben noch andere Ziele an • Die einzelnen Angebote werden größtenteils sehr gut bis gut bewertet (z.B. das Angebot an Heißgetränken oder das Essensangebot), wobei das Geschenkartikelangebot und das Angebot für Kinder mittelmäßig beurteilt werden • Bei den Vor-Ort-Ausgaben überwiegen die kleinen Beträge (bis 15 Euro), wobei die Studenten die Gruppe sind, die am wenigsten ausgibt, dafür aber häufiger den Weihnachtsmarkt besucht • Das Preis-Leistungs-Verhältnis wird überwiegend gut bis mäßig beurteilt • Die unter den befragten Besuchern am häufigsten anzutreffende Altersgruppe sind die 21-30jährigen, der Geschlechteranteil ist nahezu gleich • Die befragten Anbieter beurteilten die Organisation des Weihnachtsmarktes, die Lage ihres Standplatzes, die Zusammenarbeit zwischen dem Weihnachtsmarktverein und dem Ordnungsamt tendenziell gut bis einigermaßen gut • Die Verbesserungsvorschläge der Anbieter bezogen sich vor allem auf eine Verbesserung der Standverteilung, der technischen Organisation, der Sicherheitsvorkehrungen und der Müllentsorgung 2.4 F RAGESTELLUNGEN DIESER UNTERSUCHUNG In Absprache mit der Stadt Göttingen sind im Vorfeld die Fragestellungen für diese Untersuchung abgesteckt worden, die sich zum Teil an den Vorgängeruntersuchungen orientieren, zum Teil aber auch neu aufgestellt wurden. Hierbei sind drei Kernaspekte formuliert worden, die es zu erfassen galt: • Beurteilung des Göttinger Weihnachtsmarktes durch seine Besucher hinsichtlich verschiedener Einzelaspekte Hierbei spielen die unmittelbaren Angebote des Weihnachtsmarktes (Heißgetränke, Geschenkartikel etc.) eine wichtige Rolle, ebenso aber auch die Beurteilung des finanziell aufwendigen Adventsshuttlebusses. Diese Aspekte der Untersuchung sollen der Evaluation des bisherigen Vorgehens seitens der für den Weihnachtsmarkt verantwortlichen Institutionen dienen. • Aktionsräumliches Verhalten der Weihnachtsmarktbesucher Dies umfasst vor allem die Kopplung des Weihnachtsmarktbesuches mit anderen Tätigkeiten (z.B. Einkauf, Wahrnehmung gastronomischer Angebote in der Stadt etc.) und die Ausgaben im Zuge des Weihnachtsmarktbesuches. Hieraus leiten sich die regionalwirtschaftlichen Einflüsse des Events „Weihnachtsmarkt“ für die Gesamtstadt ab. • Einzugsgebiet des Weihnachtsmarktes und sozio-demographisches Profil seiner Besucher Beides spielt bei der Identifikation der wichtigsten Besuchergruppen eine große Rolle, ist aber ebenso für mit dem Event verknüpfte Aspekte (z.B. den fließenden und ruhenden Verkehr) wichtig. GÖTTINGER WEIHNACHTSMARKT 2008 8 Die o.g. Informationen sollen erfasst und aufbereitet werden und außerdem zu weitergehenden Analysen dienen (Besuchergruppen, tiefer gehende Analyse der Angebotsattraktivität sowie Relevanz für Einzelhandel, Gastronomie und Tourismus). METHODIK 9 3 M ETHODIK Grundlagen Das durchgeführte Forschungsprojekt ist der Humangeographie bzw. der Marktforschung zuzuordnen, die einen wesentlichen Teil ihrer Untersuchungsgegenstände mit Hilfe der Methoden empirischer Sozialforschung erfasst. Hierbei kommen überwiegend quantitativ- statistische Erhebungs- und Auswertungsmethoden zum Einsatz, wobei auch qualitative Arbeitstechniken eine Rolle spielen können, z.B. für explorative Vorstudien zum Verstehen menschlichen Handelns (vgl. Wessel 1996). Im Rahmen dieses Vorhabens sind die letztgenannten Vorgehensweisen diskutiert, aber als bevorzugtes methodisches Vorgehen ausgeschlossen worden. Dies hat mehrere Gründe: Erstens sollte – in Anbetracht der nur annäherungsweise zu bestimmenden, aber äußerst großen Grundgesamtheit (sämtliche Weihnacht smarktbesucher) – die Stichprobe möglichst groß sein. Zweitens ist der absolute Großteil der zu erhebenden Informationen nur quantitativ zu erfassen. Und drittens sieht die Befragung als Abschluss eine offene Frage für individuelle Anmerkungen vor, so dass ggf. bestehende Tendenzen inhaltlich untermauert werden können. Erhebungsinstrument Als Erhebungsinstrument ist ein voll-standardisierter Fragebogen mit fast ausschließlich geschlossenen Fragen erstellt worden. Um zusätzliche Informationen zu gewinnen, hatten die Befragten die Möglichkeit, im Rahmen einer zusätzlichen offenen Abschlussfrage individuelle Anmerkungen zu machen 3. Die Befragung der Weihnachtsmarktbesucher erfolgte mündlich, wobei die Probanden spontan vor Ort (auf dem Weihnachtsmarkt) von den Interviewer/innen zur Teilnahme an der Umfrage aufgefordert wurden. Dieses Vorgehen ist bei derartigen Untersuchungen üblich (vgl. Wessel 1996). Die inhaltliche Konstruktion des Fragebogens wurde im November 2008 in Absprache mit einer Gruppe von für den Weihnachtsmarkt verantwortlichen Vertretern der Stadt Göttingen bzw. ihr nahestehender Institutionen vorgenommen: • Dieter Arend Stadt Göttingen, Fachbereichsleitung Ordnungs- und Gewerbeangelegenheiten • Angelika Daamen Göttingen Tourismus e.V. • Thomas Holbein Stadt Göttingen, Fachbereich Ordnung/Marktwesen Das Erhebungsinstrument wurde zu Beginn des Weihnachtsmarktes einem Pretest unterzogen, wobei aber keine notwendigen Modifikationen festgestellt wurden. Datenerhebung und -auswertung Die Besucherbefragung fand in der Zeit vom 01. bis 18. Dezember 2008 während der Öffnungszeiten des Göttinger Weihnachtsmarktes statt. Hierbei wurden sämtliche Wochentage und Uhrzeiten berücksichtigt, um die Repräsentativität der Ergebnisse zu optimieren. 3 Fragebogen siehe Anhang GÖTTINGER WEIHNACHTSMARKT 2008 10 Die geschulten Interviewer/innen sind an zw ei Standorten für jeweils zwei Zeitstunden positioniert worden: am Gänseliesel und an der Johanniskirche in der Nähe des Hochrades (siehe Abb. 4). Nach Ablauf einer Stunde haben die Interviewer/innen jeweils ihren Standort getauscht. Abbildung 4: Standplan mit Befragungsstandorten (Bildgrundlage: Göttinger Weihnachtsmarkt e.V.) Die Auswertung erfolgte mit in der empirischen Sozialforschung gängigen statistischen Auswertungsmethoden mittels der Software SPSS: • Häufigkeiten: absolute, relative und kumulierte Häufigkeiten • Lage- und Streuungsmaße: Mittelwerte (arithmetisches Mittel, Median, Modalwert), Spannweite, Varianz, Standardabweichung • Kreuztabellierung: Tabellarische Darstellung der gemeinsamen Häufigkeitsverteilung zweier Variablen Genauere Ausführungen zu diesen und anderen Methoden finden sich beispielsweise anschaulich bei Meier Kruker & Rauh 2006, Berekoven 1999 oder Backhaus u.a. 2000. Um einen möglichst umfassenden Eindruck des We ihnachtsmarktes und seiner Besucher zu gewinnen, wird die Auswertung noch um einige Beobachtungen der Interviewer/innen ergänzt, insb. hinsichtlich der Resonanz bzw. Gesprächsbereitschaft der Weihnachtsmarktbesucher. Hierbei sei darauf hingewiesen, dass diese Eindrücke natürlich nie frei von subjektiver Wahrnehmung sein können. Hinweise Die Stichprobengrößen (N) der einzelnen Fragen können unter Umständen unterhalb der gesamten Stichprobengröße liegen, etwa wenn Interviewpartner einzelne Fragen nicht METHODIK 11 beantworten wollten oder konnten. Aus diesem Grund sind bei den separaten Fragenauswertungen jeweils diese Stichprobengrößen angegeben (z.B. „N = 739“). Bei Kreuztabellierungen werden zwei Fragen (d.h. zwei Variablen) einander gegenübergestellt. Hierbei können naturgemäß nur die Fälle (d.h. die Fragebögen) berücksichtigt werden, in denen beide Einzelfragen beantwortet wurden. Die in die Kreuztabellierung einfließenden Stichproben können also u.U. geringfügig kleiner sein als die der jeweiligen Einzelfragen. GÖTTINGER WEIHNACHTSMARKT 2008 12 4 A USWERTUNG 4.1 S TICHPROBE UND RESONANZ DER BEFRAGTEN Die Befragung erfreute sich, laut den Aussagen der Interviewerinnen, einer sehr großen Resonanz unter den Weihnachtsmarktbesuchern. Die Stichprobe hat einen Umfang von N = 743 Personen. Hiervon wurden 53 % am Standort „Gänseliesel/Altes Rathaus“ und 47 % am Standort „Johanniskirche“ interviewt. Die Stichprobe verteilt sich auf die Tageszeiten und Wochentage wie in den Tabellen 1 und 2 aufgelistet: Tageszeit N 11 bis 13 Uhr 136 Personen 13 bis 15 Uhr 60 Personen 15 bis 17 Uhr 196 Personen 17 bis 19 Uhr 162 Personen 19 bis 21 Uhr 179 Personen Gesamt 733 Personen* * Fehlende Angabe: 10 Personen Tabelle 1: Stichprobe nach Tageszeiten Wochentag N Montag 138 Personen Dienstag 146 Personen Mittwoch 175 Personen Donnerstag 85 Personen Freitag 69 Personen Samstag 62 Personen Sonntag 64 Personen Gesamt 739 Personen* * Fehlende Angabe: 4 Personen Tabelle 2: Stichprobe nach Wochentagen Die Stichprobengröße liegt bei einigen Einzelfragen etwas niedriger, da nicht jeder Befragte zur Beantwortung sämtlicher Fragen bereit war. Daher sind bei den Einzelauswertungen die AUSWERTUNG 13 jeweils gültigen Stichprobengrößen (N) angegeben. Hinsichtlich der Gesprächsbereitschaft fiel den Interviewerinnen auf, dass weibliche Besucher tendenziell stärker bereit waren, ein Interview zu führen. Beispielsweise sind, wenn Paare angesprochen wurden, häufiger Frauen dazu bereit gewesen, an der Befragung teilzunehmen. Daraus resultiert auch ein höherer Anteil an Frauen in der Auswertung. Das tatsächliche Geschlechterverhältnis unter den Weihnachtsmarktbesuchern entspricht in etwa dem in der Gesamtgesellschaft. Insgesamt berichteten die Intervieweri nnen auch von einem Zusammenhang zwischen Interviewbereitschaft und Tageszeit: tendenziell sind die Besucher am Mittag bzw. frühen Nachmittag und abends offener für das Interview gewesen als die Besucher am späten Nachmittag und am frühen Abend. 4.2 E RGEBNISSE DER BEFRAGUNG 4.2.1 B ESUCHSMODALITÄTEN Verkehrsmittelwahl Das am häufigsten zum Weihnachtsmarktbesuch genutzte Verkehrsmittel ist der PKW, ein Drittel der Besucher kommt so vom Wohnort zum Göttinger Weihnachtsmarkt. Da ein großer Teil der Besucher aus dem inneren Stadtgebiet Göttingens stammt, überrascht es wenig, dass weitere ca. 28 % von ihnen zu Fuß unterwegs sind. Außerdem spielen noch das Fahrrad (ca. 17 %) und der Bus (ca. 13 %) eine wichtige Rolle als Verkehrsmittel (s. Abb. 5). Der Shuttle-Bus als kostenlose Verbindung zwischen dem Schützenplatz und dem Weihnachtsmarkt spielt in dieser Gesamtbetrachtung eine sehr geringe Rolle; dies liegt allerdings daran, dass sich diese Häufigkeiten auf die gesamte Erhebung beziehen und der Shuttle-Service lediglich samstags angeboten wurde. Abbildung 5: Verkehrsmittelwahl der Besucher Begleitung Der Göttinger Weihnachtsmarkt wird in der Regel in Begleitung aufgesucht, nur knapp 10 % der Besucher ist alleine unterwegs. Über die Hälfte (51,03 %) besucht ihn in Begleitung von GÖTTINGER WEIHNACHTSMARKT 2008 14 Freunden und/oder Bekannten. Jeweils knapp 18 % der Besucher gaben an, mit ihrer Familie oder ihrem Partner den Weihnachtsmarkt zu besuchen (s. Abb. 6). Abbildung 6: Begleitung Besuchshäufigkeit Der Großteil der Besucher des Göttinger Weihnachtsmarktes ist nicht zu den „Dauergästen“ zu zählen: über zwei Drittel der Besucher kommen höchstens einmal pro Woche. Lediglich gut 8 % der Besucher gaben an, häufiger als dreimal pro Woche auf dem Weihnachtsmarkt zu sein (siehe Abb. 7). Abbildung 7: Besuchshäufigkeit AUSWERTUNG 15 Die Besuchshäufigkeit differiert allerdings – ebenso wie viele andere Größen – deutlich nach Besuchergruppen (s. Abschnitt 4.3.1). 4.2.2 B EURTEILUNG DES ANGEBOTS Die Besucher hatten die Möglichkeit, verschiedene Teilaspekte des Göttinger Weihnachtsmarktes nach dem Schulnotensystem (1 = „sehr gut“, 2 = „gut“, 3 = „befriedigend“, 4 = „ausreichend“, 5 = „mangelhaft“, 6 = „ungenügend“) zu beurteilen (inklusive der Antwortoption „Kann ich nicht beurteilen“). Abbildung 8 zeigt die Häufigkeitsverteilung der Schulnoten auf die einzelnen Aspekte. Es fällt auf, dass die Aspekte „Angebot an Heißgetränken“, „Angebot an Essen“ und „Sauberkeit“ überwiegend gut bis sehr gut beurteilt werden: jeweils in etwa 70 % der befragten Besucher vergaben mindestens eine „2“. Unterdurchschnittliche Bewertungen (schlechter als „befriedigend“) tauchen bei diesen Aspekten nur vereinzelt auf. Anders ist dies bei den Aspekten „Angebot an Geschenkartikeln“, „Angebot für Kinder“ und „Unterhaltung“: jeweils nur ungefähr ein Viertel der befragten Besucher beurteilten diese Gesichtspunkte mit „gut“ oder „sehr gut“. Die häufigste vergebene Note ist die „3“ (=“befriedigend“), wobei auch häufiger unterdurchschnittliche Beurteilungen genannt wurden: das Angebot an Geschenkartikeln wurde von ca. 20 % der Befragten mit einer „4“ oder schlechter bedacht, knapp 25 % vergaben eine solche Note für das Angebot für Kinder, knapp 27 % davon für den Aspekt der Unterhaltung. Bei der Betrachtung dieser Ergebnisse muss aber beachtet werden, dass die Antwortoption „Kann ich nicht beurteilen“ von Aspekt zu Aspekt sehr unterschiedlich häufig gewählt wurde, da die Besucher nicht alle Aspekte gleich gut beurteilen können. Beispielsweise ist die Erreichbarkeit mit dem Shuttle-Service nur für diejenigen relevant, die ihn benutzen bzw. bereits benutzt haben, während die Sauberkeit von nahezu allen Besuchern – völlig abhängig von ihrer Herkunft oder Besuchsmotivation – beurteilt werden kann. In Abschnitt 4.3.2 findet sich eine Übersicht über die Durchschnittsnoten für die einzelnen Aspekte, wobei natürlich nur diejenigen Bewertungen von Besuchern berücksichtigt wurden, die den jeweiligen Aspekt beurteilen konnten. Bewertung einzelner Angebote durch die Besucher (Schulnoten) 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% Angebot an Heißgetränken Angebot an Essen Angebot an Geschenkartikeln Angebot für Kinder Unterhaltung Sauberkeit Erreichbarkeit mit dem Shuttle-Service 1 2 3 4 5 6 "Kann ich nicht beurteilen" Abbildung 8: Bewertung der einzelnen Aspekte durch die Besucher GÖTTINGER WEIHNACHTSMARKT 2008 16 Im Vergleich mit dem Weihnachtsmarkt des Vorjahres schneidet der Weihnachtsmarkt 2008 ganz leicht besser ab: während knapp 10 % der Befragten ihn als besser einstufen, beurteilen ihn nur 3 % als schlechter. Der Großteil der Befragten (fast 71 %) gab allerdings an, dass ihnen der aktuelle Weihnachtsmarkt genauso gefällt (siehe Abb. 9). Abbildung 9: Vergleich mit dem Vorjahr 4.2.3 A KTIONSRÄUMLICHES VERHALTEN DER BESUCHER Nutzung weiterer Angebote Die Besucher sind gefragt worden, welche Angebote sie im Rahmen des Weihnachtsmarktbesuches noch wahrnehmen (z.B. ein Einkauf innerhalb der Innenstadt, der Besuch gastronomischer Einrichtungen etc.). Für über die Hälfte der Besucher (53,3 %) ist der Göttinger Weihnachtsmarkt nicht das einzige Ziel im Rahmen ihres Besuchs, sie üben im Rahmen ihres Weihnachtsmarktbesuches noch mindestens eine andere Vor-Ort-Tätigkeit aus (siehe Abb. 10). Abbildung 10: Anzahl weiterer Vor-Ort-Tätigkeiten AUSWERTUNG 17 Von allen in der Erhebung aufgelisteten sonstigen wahrnehmbaren Angeboten ist der Einkauf innerhalb der Innenstadt die mit Abstand am häufigsten genannte Tätigkeit: knapp 40 % der befragten Besucher verbinden ihren Weihnachtsmarktbesuch damit. Auch die Nutzung gastronomischer Angebote außerhalb des Weihnachtsmarktes ist unter den Weihnachtsmarktbesuchern verbreitet: rund 12 % suchen eine Kneipe, rund 7 % ein Restaurant auf. Andere Angebote (z.B. Kino, Theater) wurden nur vereinzelt genannt und gehören somit augenscheinlich zu den Ausnahmefällen (siehe Abb. 11). Abbildung 11: Nutzung sonstiger Angebote Auch das mit dem Weihnachtsmarkt assoziierte Angebot in den Seitenstraßen wird von fast der Hälfte (48,6 %) der Besucher genutzt. Dem gegenüber stehen aber noch knapp 10 % der befragten Besucher, die diese Angebote nicht nutzen, weil ihnen nach eigener Angabe davon nichts bekannt ist. Pro-Kopf-Ausgaben Durchschnittlich gibt ein Besucher des Göttinger Weihnachtsmarktes 12,77 € (arithmetisches Mittel4) auf dem Weihnachtsmarkt selbst aus, die Ausgaben belaufen sich von 0 bis 150 €. Im Rahmen des Weihnachtsmarktbesuches, aber außerhalb des Weihnachtsmarktes selbst, werden noch dazu durchschnittlich 22,69 € (arithmetisches Mittel 5) ausgegeben, wobei die Ausgaben bei 0 bis 300 € liegen. Es bestehen allerdings hinsichtlich der Pro-Kopf-Ausgaben sehr große Unterschiede zwischen den Berufsgruppen unter den Besuchern (siehe Kap. 4.3.1: Besuchergruppenanalyse). Anziehungskraft des Weihnachtsmarktes Den Besuchern ist die Frage gestellt worden, ob sie die Innenstadt aufgrund des Weihnachtsmarktes häufiger als sonst (also außerhalb der Weihnachtsmarktzeit) besuchen. 4 Median: 10,00 ; Modalwert: 10,00 ; Standardabweichung: 12,09 5 Median: 4,00 ; Modalwert: 0,00 ; Standardabweichung: 43,78 GÖTTINGER WEIHNACHTSMARKT 2008 18 Hierbei gab über ein Drittel (38,51 %) an, dass sie die Innenstadt daher begründet häufiger besuchen, während der Weihnachtsmarkt für knapp 60 % von ihnen augenscheinlich keine Rolle hinsichtlich ihrer Besuchsmotivation spie lt. Eine kleine Minderheit (ca. 3,5 %) gab an, die Innenstadt aufgrund des Weihnachtsmarktes seltener zu besuchen (s. Abb. 12). Abbildung 12: Besuchshäufigkeit der Innenstadt Besuch anderer Weihnachtsmärkte Für die meisten Besucher des Göttinger Weihnachtsmarktes ist dieser nicht der einzige, den sie besuchen: über zwei Drittel der Befragten besuchte in der Saison 2008 noch mindestens einen weiteren Weihnachtsmarkt. In seltenen Fällen werden sogar vier oder mehr weitere Weihnachtsmärkte besucht (siehe Abb. 13). Abbildung 13: Anzahl besuchter anderer Weihnachtsmärkte Die am häufigsten aufgesuchten anderen Weihnachtsmärkte sind erwartungsgemäß Hannover (ca. 15 %) und Kassel (ca. 14 %). Doch auch die Weihnachtsmärkte von kleineren Städten in relativer Nähe werden vereinzelt angesteuert, darunter Northeim, Einbeck, Duderstadt und Osterode. Der unter den „Sonstigen“ am häufigsten genannte besuchte AUSWERTUNG 19 Weihnachtsmarkt ist in Goslar. Außerdem spielt der Erfurter Weihnachtsmarkt eine nicht unwichtige Rolle, insbesondere für Besucher aus den anliegenden thüringischen Besucherquellorten (siehe Abb. 14). Abbildung 14: Besuch anderer Weihnachtsmärkte 4.2.4 E INZUGSGEBIET UND SOZIO-DEMOGRAPHISCHES PROFIL DER BESUCHER Herkunft der Besucher Karte 1 zeigt die Herkunft der Besucher auf der Ebene der 2-stelligen Postleitregionen (z.B. „37“) für die gesamte Bundesrepublik Deutschland. Die deutsche Postleitregion „37“ (u.a. Göttingen, Northeim, Einbeck, Holzminden, Osterode, Heiligenstadt), stellt unbestreitbar das Haupteinzugsgebiet des Göttinger Weihnachtsmarktes dar. Karte 2 zeigt die Besucheranteile auf der Ebene 5-stelliger Postleitzahlen nur für dieses Gebiet (N = 633, d.h. 85,2 % der befragten Besucher). Hier zeigt sich deutlich, dass der Großteil der Weihnachtsmarktbesucher aus dem Stadtgebiet Göttingens stammt (Postleitzahlen 37073, 37075, 37077, 37079, 37081, 37083 und 37085). Knapp 60 % aller Besucher wohnen im Stadtgebiet Göttingens. Relativ große Besucheranteile sind nur noch aus den unmittelbaren Nachbargemeinden (z.B. Bovenden oder Nörten-Hardenberg) zu verzeichnen. Das Einzugsgebiet des Göttinger Weihnachtsmarktes ist also sehr regional, da Besuche von außerhalb Göttingens und seinem unmittelbaren Umfeld selten sind. Zwar stellt das Stadtgebiet Göttingens den wesentlichen Teil des Einzugsgebietes, doch auf Ebene der Stadtteile offenbaren sich deutliche Unterschiede hinsichtlich der Besuchsintensität. Karte 3 zeigt die Besucheranteile auf Postleitzahlenebene nur für die Stadt Göttingen (N = 434, d.h. 58,2 % der Besucher). GÖTTINGER WEIHNACHTSMARKT 2008 20 Karte 1: Einzugsgebiet (Deutschland, Postleitregionen, 2-stellig) Karte 2: Einzugsgebiet (nur Haupteinzugsgebiet, Postleitzahlen, 5-stellig) AUSWERTUNG 21 Karte 3: Einzugsgebiet (nur Stadtgebiet Göttingen, Postleitzahlen, 5-stellig) Sozio-demographische Angaben Abb. 15 zeigt die Altersstruktur der befragten Besucher. Die mit Abstand am meisten vertretene Altersgruppe bilden die 18- bis unter 30-jährigen. Der Anteil von Minderjährigen und Personen im Rentenalter ist sehr gering. Unter den Befragten befanden sich 62,4 % Frauen und 37,6 % Männer. Abbildung 15: Alter der Besucher GÖTTINGER WEIHNACHTSMARKT 2008 22 Unter den Berufsgruppen (s. Abb. 16) stellen die Berufstätigen die größte Gruppe (knapp 48 %), gefolgt von Studenten (knapp ein Drittel). Abbildung 16: Berufsgruppen 4.2.5 A NMERKUNGEN Am Ende der Befragung hatte jeder befragte Weihnachtsmarktbesucher die Möglichkeit, in einer offenen Frage Anregungen hinsichtlich des Weihnachtsmarktes generell oder beliebiger weiterer Einzelaspekte zu artikulieren. Natürlich ist diese Erhebungstechnik ein Einfallstor für eine Fülle von subjektiven und/oder Einzelmeinungen, weswegen eine vollständige (qualitative und/oder quantitative) Auswertung wenig Sinn macht. Im Folgenden werden daher die am häufigsten genannten Themenpunkte aufgelistet. Hierbei ist zu beachten, dass solche offenen Fragen erfahrungsgemäß wesentlich häufiger für die Artikulation von Kritik und Beschwerden genutzt werden als für Lob oder ein einfaches „Weiter so“. Positive Anmerkungen • Viele Befragte schlossen das Interview mit einem insgesamt positiven Bild des Göttinger Weihnachtsmarktes ab („Schöner Weihnachtsmarkt!“ u.ä.). • Einzelne Aspekte wurden explizit gelobt, vor allem das Hochcafé, ferner aber auch das Hochrad. • Die Beleuchtung der Innenstadt wurde von vielen Besuchern positiv erwähnt, ebenso die Sauberkeit. Negative Anmerkungen • Der mit Abstand am häufigsten genannte Kritikpunkt sind die Öffnungszeiten des Weihnachtsmarktes. Ohne dass in dem gesamten Interview danach gefragt wurde, gaben ca. 10 % (!) aller befragten Besucher von sich aus an, dass sie längere Öffnungszeiten wünschen. • Einige befragte Besucher empfanden die Preise für die Getränke- und Essensangebote als zu hoch. AUSWERTUNG 23 • Häufiger genannt wurde außerdem der Wunsch nach einem variationsreicheren Angebot des Weihnachtsmarktes, insbesondere hinsichtlich der Essens- und Getränkeangebote. • Gelegentlich wurde angemerkt, dass mehr Unterhaltung (mehr Musik, insb. mehr Weihnachtsmusik) und mehr Angebote für Kinder offeriert werden sollten. 4.3 E INZELANALYSEN Wurden in Kap. 4.2 die Einzelergebnisse der Besucherbefragung deskriptiv aufbereitet, sollen hier nun einige Aspekte in tiefer gehenden Analysen betrachtet werden. Im ersten Teil folgt eine Besuchergruppenanalyse, die auf die Unterschiede zwischen den einzelnen Besuchergruppen in Bezug auf ihre Besuchsmodalitäten und ihr Vor-Ort-Verhalten abzielt. Im zweiten Teil reiht sich eine Analyse der Angebotsattraktivität an, die auf den Beurteilungen der Einzelaspekte einerseits und den individuellen Anmerkungen der Besucher andererseits fußt. Im dritten Teil wird der Versuch einer Analyse der Relevanz des Weihnachtsmarktes für Einzelhandel, Gastronomie und Tourismus unternommen. 4.3.1 B ESUCHERGRUPPEN Wie in Kap. 4.2.4 beschrieben, bilden die Berufstätigen und die Studenten die beiden relevantesten Besuchergruppen mit einem Gesamtanteil von über 80 % aller Besucher (Berufstätige: 47,9 % ; Studenten: 32,3 %). Der hohe Studentenanteil erklärt sich aus der Tatsache, dass Göttingen eine typische Studentenstadt ist (ca. 24.000 Studenten) und sich das Einzugsgebiet größtenteils aus der Stadt Göttingen und dem nahen Umfeld speist. Die Gesamtauswertung bietet einen guten Überblick, jedoch differieren Besuchsmodalitäten und Vor-Ort-Verhalten z.T. stark nach Besuchergruppen. Die wesentlichen Aspekte werden im Folgenden aufgeführt. Besuchergruppen und Tageszeit Zum Einen ist ein großer Unterschied in der Besucherstruktur des Weihnachtsmarktes in Bezug auf die Tageszeit festzustellen. Wie Tabelle 3 zeigt, gilt die Faustregel: je später der Tag, desto jünger die Besucher. In der Zeit von 19 bis 21 Uhr bilden die 18- bis unter-30- jährigen die größte und die über-65-jährigen die kleinste Altersgruppe auf dem Weihnachtsmarkt, in der Zeit von 11 bis 13 Uhr ist es exakt umgekehrt. Die geringste Variation hinsichtlich der Tageszeit sind bei den 45- bis unter-65-jährigen zu finden. Altersgruppe Æ < 18 18-<30 30-<45 45-<65 65 und älter 11-13 Uhr 18,8 % 15,3 % 16,7 % 23,8 % 44,1 % 13-15 Uhr 12,5 % 7,3 % 6,5 % 12,9 % 2,9 % 15-17 Uhr 31,3 % 25,7 % 25,0 % 30,6 % 26,5 % 17-19 Uhr 25,0 % 19,5 % 28,6 % 19,7 % 17,6 % Tageszeit 19-21 Uhr 12,5 % 32,2 % 23,2 % 12,9 % 8,8 % N 16 354 168 147 34 Tabelle 3: Altersgruppen nach Tageszeit GÖTTINGER WEIHNACHTSMARKT 2008 24 Die Unterschiede in der Besucherstruktur in Abhängigkeit von der Tageszeit werden deutlicher bei einer Differenzierung der Berufsgruppen nach Tageszeit (siehe Tabelle 4). Die Berufstätigen sind zu allen Tageszeiten mit einem ähnlich großen Anteil an allen Besuchern vertreten, hervorstechend sind die Nachmittage: hier ist ihr Anteil am größten. Dahingegen dominieren die Studenten ganz klar in den Abendstunden: in der Zeit von 19 bis 21 Uhr stellen sie über die Hälfte der Besucher, ihr Anteil ist in den Nachmittagsstunden nicht einmal halb so groß. Dagegen nimmt der Anteil der Ruheständler (Rentner, Pensionäre) mit fortschreitender Tageszeit kontinuierlich ab: stellen sie um die Mittagszeit noch die drittgrößte Besuchergruppe, ist ihr Anteil in den Abendstunden äußerst gering. Berufsstatus Æ berufstätig Student arbeitslos Im Ruhestand Sonstiges 11-13 Uhr 41,5 % 25,9 % 1,5 % 16,3 % 14,8 % 13-15 Uhr 55,0 % 20,0 % 1,7 % 8,3 % 15,0 % 15-17 Uhr 53,2 % 25,8 % 3,2 % 8,9 % 15,0 % 17-19 Uhr 52,2 % 28,0 % 2,5 % 7,5 % 9,9 % Tageszeit 19-21 Uhr 40,6 % 52,6 % 1,7 % 1,1 % 4,0 % N 345 233 16 58 69 Tabelle 4: Berufsgruppen nach Tageszeit Besuchergruppen und Begleitung Hinsichtlich ihrer Begleitung gibt es ebenso große Unterschiede zwischen den Berufsgruppen (siehe Tabelle 5). Von den insgesamt 10 % der Besucher, die alleine auf den Weihnachtsmarkt kommen, sind die meisten Berufstätige. Auch unter denen, die in Begleitung ihrer Familie und/oder dem Partner unterwegs sind, stellen sie die mit Abstand größte Gruppe. Die mit Abstand häufigste Begleitung sind Freunde oder Bekannte, wobei der Anteil von Studenten hier am größten ist. Berufsgruppe Æ berufstätig Student arbeitslos Im Ruhest. Sonstiges alleine (N = 73) 43,8 % 20,5 % 2,7 % 21,9 % 11,0 % Familie (N = 135) 65,2 % 8,9 % 4,4 % 10,4 % 11,1 % Partner (N = 136) 46,3 % 25,0 % 2,2 % 16,2 % 10,3 % Freunde/Bekannte (N = 391) 40,9 % 46,3 % 2,0 % 2,3 % 8,4 % Begleitung Sonstiges (N = 31) 67,7 % 9,7 % 0 % 9,7 % 12,9 % Tabelle 5: Begleitung nach Berufsgruppen AUSWERTUNG 25 Besuchshäufigkeit nach Besuchergruppen Es stellt sich die Frage, welche Berufs- oder Altersgruppe nun die „wichtigste“ Besuchergruppe des Göttinger Weihnachtsmarktes darstellt: die Berufstätigen oder die Studenten, die in Göttingen insgesamt stark ins Gewicht fallen. Ein Blick auf die Besuchshäufigkeit nach Berufsgruppen kann hier einen Überblick bieten. Zwar sind die Berufstätigen die größte Gruppe auf dem Weihnachtsmarkt, jedoch kommen die Studenten am häufigsten dorthin (siehe Tabelle 6). Berufsstatus Æ berufstätig Student arbeitslos im Ruhestand Sonstiges < 1 x pro Woche 44,6 % 24,3 % 37,5 % 61,4 % 28,6 % 1 x pro Woche 30,1 % 36,7 % 25,0 % 21,1 % 22,9 % 2-3 x pro Woche 18,3 % 31,4 % 18,8 % 14,0 % 30,0 % Besuchshäufigkeit > 3 x pro Woche 7,0 % 7,5 % 18,8 % 3,5 % 18,6 % N 345 226 16 57 70 Tabelle 6: Besuchshäufigkeit nach Berufsgruppen Pro-Kopf-Ausgaben nach Besuchergruppen Hinsichtlich der Pro-Kopf-Ausgaben unterscheiden sich die Berufsgruppen sehr deutlich, was aber auch mit ihrer unterschiedlichen Koppl ungsneigung des Weihnachtsmarktbesuches mit anderen (inner)städtischen Angeboten zusammenhängt. Tabelle 7 zeigt die durchschnittlichen Pro-Kopf-Ausgaben auf dem Weihnachtsmarkt, aufgeschlüsselt nach Berufsgruppen. Hier zeigt sich bereits ein deutlicher Unterschied: die Studenten geben am wenigsten Geld auf dem Weihnachtsmarkt aus (9,77 €), die Berufstätigen am meisten (14,84 €). Am zweitwenigsten gibt die als „Sonstiges“ zusammengefasste Personengruppe aus, zu der unter anderem Schüler zählen. Berufsstatus Æ berufstätig Student arbeitslos im Ruhestand Sonstiges Durchschnittliche Pro- Kopf-Ausgaben auf dem Weihnachtsmarkt (€) 14,84 9,77 13,00 14,55 10,41 Tabelle 7: Pro-Kopf-Ausgaben auf dem Weihnachtsmarkt nach Berufsgruppen Wesentlich deutlicher zeigt sich ein Untersch ied zwischen den Berufsgruppen hinsichtlich der durchschnittlichen Pro-Kopf-Ausgaben im Zuge des Weihnachtsmarktbesuches, aber außerhalb des Weihnachtsmarktes selbst: mit Abstand am wenigsten geben die Studenten aus (10,46 €), während die Berufstätigen durchschnittlich 3-mal so viel (29,09 €) und die Ruheständler 4,5-mal soviel ausgeben (siehe Tabelle 8). Berufsstatus Æ berufstätig Student arbeitslos im Ruhestand Sonstiges Durchschnittliche Pro- Kopf-Ausgaben außerhalb des WM (€) 29,09 10,46 20,07 46,86 14,18 Tabelle 8: Pro-Kopf-Ausgaben außerhalb des Weihnachtsmarktes nach Berufsgruppen GÖTTINGER WEIHNACHTSMARKT 2008 26 Wahrnehmung anderer (inner)städtischer Angebote nach Berufsgruppen Dieses differierende Ausgabeverhalten verwundert allerdings wenig, wenn man das Kopplungsverhalten der unterschiedlichen Berufsgruppen betrachtet. Die mit Abstand am häufigsten im Rahmen des Weihnachtsmarktbesuches wahrgenommenen (inner)städtischen Angebote sind der Einkauf in der Innenstadt sowie der Besuch eines Restaurants oder einer Kneipe. Die Intensität der Wahrnehmung dieser Angebote unterscheidet sich sehr stark nach den Berufsgruppen (siehe Tabelle 9). Berufsgruppe Æ berufstätig Student arbeitslos Im Ruhest. Sonstiges Einkauf Innenstadt (N = 287) 48,8 % 28,9 % 2,4 % 10,1 % 9,8 % Restaurant (N = 49) 65,3 % 10,2 % 0 % 16,3 % 8,2 % Angebot Kneipe (N = 85) 35,3 % 52,9 % 3,5 % 1,2 % 7,1 % Tabelle 9: Wahrnehmung ausgewählter weiterer Angebote nach Berufsgruppen Von den rund 40 % der Weihnachtsmarktbesucher, die ihren Besuch mit einem Einkauf in der Innenstadt verbinden, sind knapp die Hälfte Berufstätige und über ein Viertel Studenten. Zwei Drittel derjenigen, die noch ein Restaurant besuchen (knapp 7 % aller Besucher), sind ebenso Berufstätige, während die anderen Berufsgruppen darunter eine geringe Rolle spielen. Dafür stellen unter den Kneipenbesuchern (knapp 12 % aller Weihnachtsmarktbesucher) die Studenten die Mehrheit: über die Hälfte derjenigen, die ihre Weihnachtsmarktvisite mit einem Kneipenbesuch verknüpfen, sind Studenten. Zusammenfassung: Besuchergruppenprofile Natürlich bilden die Besuchergruppen des Weihnachtsmarktes keine nach innen homogenen und nach außen einwandfrei abgrenzbaren Kategorien. Ausgehend von den vorab genannten Erkenntnissen lassen sich jedoch einige klare Tendenzen hinsichtlich des spezifischen Verhaltens der drei Hauptbesuchergruppen (Berufstätige, Studenten, Ruheständler) im Rahmen des Weihnachtsmarktbesuches ableiten: • Die Berufstätigen sind die größte Besuchergruppe auf dem Weihnachtsmarkt. Sie sind in der Regel nicht alleine unterwegs, sondern zumeist in Begleitung von Freunden und Bekannten und/oder Familienmitgliedern. Sie besuchen den Weihnachtsmarkt allerdings verhältnismäßig selten: drei Viertel von ihnen ist höchstens einmal pro Woche dort. Sie verbinden ihren Weihnachtsmarktbesuch überdurchschnittlich häufig mit einem Einkauf in der Innenstadt. Unter denjenigen Besuchern, die im Rahmen ihres Besuches noch in ein Restaurant gehen, stellen sie den Großanteil. Sie geben von allen Besuchergruppen am meisten auf dem Weihnachtsmarkt und am zweitmeisten im Rahmen ihres Besuches außerhalb des Weihnachtsmarktes aus. Berufstätige sind zu jeder Tageszeit in vergleichbarem Anteil auf dem Weihnachtsmarkt vertreten. • Die Studenten stellen die zweitgrößte Besuchergruppe auf dem Weihnachtsmarkt. Sie besuchen den Markt zumeist in Begleitung von Freunden, Bekannten und/oder dem Partner. Sie kommen wesentlich häufiger als die Berufstätigen, geben aber wesentlich weniger Geld auf dem Weihnachtsmarkt aus. Im Rahmen des Besuches kauft ein gewisser Teil zugleich in der Innenstadt ein, überproportional viele AUSWERTUNG 27 besuchen im Anschluss noch eine Kneipe. Diese Besuchergruppe gibt mit Abstand am wenigsten von allen außerhalb des Weihnachtsmarktes aus. Studenten sind zu jeder Tageszeit auf dem Weihnachtsmarkt unterwegs, jedoch dominieren sie ganz klar die Abendstunden, hier stellen sie über die Hälfte der Besucher. • Die Ruheständler, also Rentner und Pensionäre, sind die drittgrößte unter den klar abgrenzbaren Berufsgruppen. Sie kommen von allen Berufsgruppen mit Abstand am seltensten auf den Weihnachtsmarkt und sind häufig in Begleitung ihres Partners oder durchaus zu einem gewissen Anteil auch alleine unterwegs. Einige verbinden ihren Weihnachtsmarktbesuch mit einem Innenstadteinkauf oder einem Restaurantbesuch. Sowohl auf dem Weihnachtsmarkt als auch außerhalb geben sie überdurchschnittlich viel Geld aus. Sie sind zumeist in der Mittagszeit auf dem Weihnachtsmarkt anzutreffen, wohingegen sie in den Abendstunden nur noch marginal vertreten sind. 4.3.2 A TTRAKTIVITÄT DES ANGEBOTS Eine vollständige Bewertung der Attraktivität des Weihnachtsmarktangebotes ist am Besten möglich, wenn einerseits die Benotungen der Einzelaspekte und andererseits die Bemerkungen und Anregungen der Besucher abgeglichen werden. Fußend darauf können einige Kernaspekte des Weihnachtsmarktangebotes herausgearbeitet und bewertet werden. Durchschnittsnoten für das Angebot Die Besucher konnten verschiedene Aspekte des Göttinger Weihnachtsmarktes mit Schulnoten (von „1“ bis „6“) bewerten (siehe Kap. 4.2.2). Um zunächst einen klaren Überblick über die Gesamtbewertung zu erhalten, wurden Durchschnittsnoten gebildet, d.h. in diesem Fall das arithmetische Mittel der Antworthäufigkeiten abzüglich der Antwortoption „Kann ich nicht beurteilen“. Tabelle 10 zeigt die Einzelaspekte mit den Durchschnittsnoten in aufsteigender Reihenfolge (abwärts von der besten zur schlechtesten Note) sowie die fragenspezifische Stichprobengröße N (d.h. die Personenzahl, die diesen Aspekt zu beurteilen vermochte). Einzelaspekt Durchschnittsnote N Erreichbarkeit mit dem Shuttle-Service 1,84 77 Angebot an Heißgetränken 1,95 680 Angebot an Essen 2,05 675 Sauberkeit 2,32 734 Angebot an Geschenkartikeln 2,94 561 Angebot für Kinder 3,14 493 Unterhaltung 3,23 526 Tabelle 10: Bewertung der einzelnen Aspekte (Durchschnittsnoten) Die Erreichbarkeit mit dem Shuttle-Service hat im Schnitt die beste Beurteilung (1,84) erhalten, wobei auch nur eine sehr geringe Anzahl von Befragten diesen Aspekt beurteilen konnte (N = 77). Auch das Angebot an Heißgetränken (N = 680) wurde insgesamt im oberen guten Bereich benotet (1,95). GÖTTINGER WEIHNACHTSMARKT 2008 28 Im unteren guten Bereich liegen das Angebot an Essen (N = 675) mit einer Durchschnittsnote von 2,05 und die Sauberkeit (N = 734) mit einer Durchschnittsnote von 2,32. Im oberen durchschnittlichen Bereich ist das Angebot an Geschenkartikeln (N = 561) verortet (Durchschnittsnote: 2,94). Die schlechtesten Bewertungen erhalten das Angebot für Kinder (N = 493) und der Aspekt der Unterhaltung (N = 526): beide liegen im unteren durchschnittlichen Bereich der Notenskala (über, d.h. schlechter als, 3,0). Durchschnittsnoten nach Berufsgruppen Interessant ist auch eine Aufschlüsselung der Durchschnittsnoten nach Berufsgruppen (Tabelle 11). Hieran lässt sich ggf. ablesen, für welche Zielgruppe der Weihnachtsmarkt und einzelne Angebote besonders (un)attraktiv sind. Durchschnittsnote nach Berufsgruppe Einzelaspekt berufstätig Student arbeitslos i.R. Sonstiges Angebot an Heißgetränken (N) 1,99 (321) 1,86 (226) 1,93 (15) 2,10 (49) 1,98 (60) Angebot an Essen (N) 2,10 (320) 2,08 (218) 2,07 (14) 2,04 (49) 1,79 (63) Angebot an Geschenkartikeln (N) 2,86 (258) 3,20 (173) 3,33 (12) 2,57 (46) 2,76 (63) Angebot für Kinder (N) 3,16 (246) 3,24 (131) 3,33 (9) 2,80 (44) 3,04 (54) Unterhaltung (N) 3,20 (240) 3,35 (165) 3,58 (12) 2,95 (39) 3,17 (58) Sauberkeit (N) 2,34 (346) 2,29 (234) 2,50 (16) 2,21 (56) 2,36 (70) Erreichbarkeit Shuttle-Service (N) 1,99 (40) 3,14 (5) 2,0 (1) 1,52 (13) 1,77 (14) Tabelle 11: Durchschnittsnote nach Berufsgruppe Die Ergebnisse zeigen allerdings ein, bis auf wenige Ausnahmen, recht ausgeglichenes Bild. Die Durchschnittsnoten variieren zwar, aber zumeist nicht in einer Weise, die auf eine grundsätzlich andere Bewertung schließen ließen. Es fällt beispielsweise auf, dass die Studenten das Heißgetränke-Angebot besser als alle anderen Berufsgruppen bewerten. Die Ruheständler hingegen bewerten sämtliche abgefragten Teilaspekte am besten von allen Gruppen, mit Ausnahme des Heißgetränke-Angebots, was sie am schlechtesten von allen beurteilen. Außerdem sticht hervor, dass das Angebot an Geschenkartikeln von Studenten deutlich schlechter (unterer durchschnittlicher Bereich) als von den Berufstätigen und Ruheständlern beurteilt wird. Insgesamt sind aber die Differenzen zwischen den Berufsgruppen hinsichtlich der Benotungen nicht so entscheidend, dass daraus bedeutende zielgruppenspezifische Attraktivitätsunterschiede abzuleiten wären. AUSWERTUNG 29 Bemerkungen und Anregungen der Besucher zu einzelnen Aspekten Aussagekräftig sind nicht nur die Durchschnittsnoten, sondern auch die Anmerkungen (Kap. 4.2.5). So finden sich auch darunter häufig die Kritikpunkte, dass es an Angeboten für Kinder mangelt und dass mehr Unterhaltungswert gewünscht wird. Diese beiden Aspekte stellen augenscheinlich Schwächen des Göttinger Weihnacht smarktes dar. Hierzu muss allerdings gesagt werden, dass die Besucher im Rahmen der Anmerkungsfrage keine konkreten Verbesserungsvorschläge geäußert haben, z.B. hinsichtlich eines konkreten Bedürfnisses nach einem bestimmten Angebot. Die Ausnahme bildeten Einzelvorschläge (z.B. Basteln und Backen als Angebot für Kinder, „mehr Weihnachtsmusik“). Die guten Noten für das Angebot an Heißgetränken und Essen stehen für sich: diese gastronomischen Angebote stellen eine Stärke des Göttinger Weihnachtsmarktes dar. Es stellt sich allerdings die Frage, ob diese Stärke vielleicht in erster Linie rein quantitativer Natur ist: sicherlich dokumentieren diese Bewertungen, dass das Angebot diesbezüglich mehr als ausreichend ist. Allerdings wünschen sich nicht wenige Besucher mehr Variation unter den Angeboten des Weihnachtsmarktes, was dieses gute Ergebnis leicht relativiert. Auch hier sind allerdings nur wenige konkrete Verbesserungsvorschläge genannt worden (Beispiele: „mehr Variation“, „mehr vegetarisches Essen“, „mehr alkoholfreie Getränke“). Fallbeispiel Shuttle-Service Der Advents-Shuttle-Bus ist in den Augen der Besucher eine klare Stärke des Göttinger Weihnachtsmarktes. Der Shuttle-Service wird nur samstags angeboten, weswegen er insgesamt als Verkehrsmittel eine geringe Rolle spielt (siehe Kap. 4.2.1) und die Zahl derjenigen, die dieses Angebot beurteilen können, wesentlich geringer ist. An den Samstagen wird er aber von etwas über 8 % der Besucher benutzt (s. Abb. 17) und erhält von denen, die ihn benutzen, die beste Benotung aller zur Bewertung stehenden Einzelaspekte. Abbildung 17: Verkehrsmittelwahl samstags – Der Shuttle-Bus als Option Fallbeispiel Öffnungszeiten Eine Konstante in der Evaluation des Weihnachtsmarktangebotes bildet der Wunsch vieler Besucher nach längeren Öffnungszeiten (siehe Kap. 4.2.5). Kritik an der als verfrüht wahrgenommenen Sperrstunde (20.30 Uhr bzw. 21.00 Uhr) äußerten viele Besucher auch bereits in den Untersuchungen zu den Weihnachtsmärkten von 1996 und 2000 (siehe Kap. 2.3). GÖTTINGER WEIHNACHTSMARKT 2008 30 Die Öffnungszeiten gegen Abend hin stellen also eine Schwäche des Göttinger Weihnachtsmarktes dar, wobei hier von Seiten der Stadt Göttingen immer eine Abwägung zu den Interessen der unmittelbaren Anwohner notwendig ist. Einige Befragte verwiesen aber beispielsweise auf den Kasseler Weihnachtsmarkt, auf dem Heißgetränke und Speisen noch bis 22.00 Uhr verkauft würden. Zusammenfassung: Evaluation des Angebots Zusammenfassend sind anhand der quantitativen Bewertung und der qualitativ ausgerichteten offenen Möglichkeit für Anmerkungen mehrere wichtige Aspekte des Weihnachtsmarktangebotes und eine dazugehörige Beurteilung herauszuarbeiten (siehe Tabelle 12). Die Anregungen sind z.T. logische Schlussfolgerungen, aber vor allem ein Substrat aus den von den Besuchern genannten Anregungen. Teilaspekte des Angebots Anregungen Weihnachtsmarktatmosphäre und „Gesamtflair“ des Marktes „Weiter so!“ Gesamtangebot an Heißgetränken und Essen (quantitativ) Menge beibehalten, aber differenzierteres Angebot (Æ qualitative Verbesserung) Shuttle-Service Noch mehr Werbung (Æ höhere Auslastung, wenn dies überhaupt gewünscht ist) Positiv Hochcafé In jedem Fall beibehalten Angebot für Kinder Mehr kinderspezifische Angebote (z.B. Basteln) Unterhaltungsangebot Mehr Musik (insbesondere Weihnachtsmusik) Negativ Öffnungszeiten Sperrstunde später ansetzen (wenn möglich) Tabelle 12: Positive und negative Teilaspekte des Weihnachtsmarktangebotes 4.3.3 R ELEVANZ FÜR EINZELHANDEL, GASTRONOMIE UND TOURISMUS Um es an dieser Stelle vorweg zu nehmen: wie schon in Kap. 2.1 erläutert, ist es wenig bis gar nicht möglich, die Einflüsse eines Weihnachtsmarktes auf den Einzelhandel und Angebote des Hotel- und gastronomischen Gewerbes konkret zu quantifizieren. Dies liegt zum Einen daran, dass hierzu konkrete Umsatzzahlen der Einzelbetriebe oben genannter Branchen vorliegen müssten, und zwar vom gesamten Jahr. Diese sind aber Betriebsgeheimnisse und liegen daher weder öffentlich vor noch werden sie für so einen Zweck herausgegeben. Doch selbst wenn diese Zahlen zugänglich wären, müsste man die Aussagekraft hinterfragen, denn die Weihnachtsmarktzeit ist auch zugleich die Zeit des Weihnachtsgeschäftes, wo ohnehin größere Umsätze zu verbuchen sind. Für einen wirklich gesicherten Überblick über die wirtschaftlichen Effekte eines Weihnachtsmarktes bräuchte man dann einen Vergleich zur selben Stadt mit und ohne Weihnachtsmarkt. Da Weihnachtsmärkte aber jährlich stattfinden und nicht für ein Jahr aussetzen (schon gar nicht, nur um ihre regionalwirtschaftlichen Effekte zu testen), wäre dies schon technisch unmöglich. AUSWERTUNG 31 Der Stellenwert des Weihnachtsmarktes für Einzelhandel, Gastronomie und Tourismus lässt sich aber anhand des aktionsräumlichen Verhaltens der Weihnachtsmarktbesucher vorsichtig abschätzen, was im Folgenden versucht wird. Zusätzliche Zugkraft für die Innenstadt und den Einzelhandel? Zunächst einmal ist die Feststellung, ob und wenn ja wie stark der Weihnachtsmarkt zusätzliche Besucher in die Innenstadt lockt, von großem Interesse. Dies scheint augenscheinlich der Fall zu sein: 38,5 % der Besucher gaben an, aufgrund des Weihnachtsmarktes die Innenstadt häufiger zu besuchen, während 58 % sich zumindest genauso häufig in der Innenstadt aufhalten und lediglich 3,5 % der Besucher die Innenstadt aufgrund des Weihnachtsmarktes seltener besuchen (s. Kap. 4.2.3). Der Weihnachtsmarkt hat also durchaus eine Multiplikatorfunktion, zumindest was die reine Besuchsintensität angeht. Dies wird auch von der Tatsache unterstrichen, dass knapp 40 % der Besucher zugleich in der Innenstadt einkaufen (siehe Kap. 4.2.3), wobei hier nicht klar differenziert werden kann, ob nun der Weihnachtsmarktbesuch oder der Einkauf das Hauptziel dieser Besucher ist (zumeist können dies die Befragten selbst auch nicht genau bestimmen). Hinsichtlich der durchschnittlichen Pro-Kopf-Ausgaben auf dem Weihnachtsmarkt gibt es zwischen den drei Motivationsgruppen keine allzu großen Unterschiede (siehe Tabelle 13). Frage: „Besuchen Sie die Innenstadt aufgrund des Weihnachtsmarktes häufiger als sonst?“ „Ja, häufiger“ „Nein, genauso häufig“ „Nein, seltener“ Durchschnittliche Pro-Kopf-Ausgaben auf dem Weihnachtsmarkt (€) 13,78 12,09 14,28 Tabelle 13: Pro-Kopf-Ausgaben auf dem Weihnachtsmarkt nach Besuchsmotivationsgruppen Etwas deutlicher fällt ein Vergleich zwischen den drei Motivationsgruppen aus, wenn man sie hinsichtlich ihrer Ausgaben außerhalb des Weihnachtsmarktes aufschlüsselt (siehe Tabelle 14). Hier zeigt sich, dass diejenigen, die die Innenstadt aufgrund des Weihnachtsmarktes häufiger als sonst besuchen, während ihres Trips am wenigsten Geld ausgeben. Frage: „Besuchen Sie die Innenstadt aufgrund des Weihnachtsmarktes häufiger als sonst?“ „Ja, häufiger“ „Nein, genauso häufig“ „Nein, seltener“ Durchschnittliche Pro-Kopf-Ausgaben außerhalb des Weihnachtsmarktes (€) 19,51 24,41 24,14 Tabelle 14: Pro-Kopf-Ausgaben außerhalb des Weihnachtsmarktes nach Besuchsmotivationsgruppen Aus diesen Erkenntnissen lässt sich aber ni cht unbedingt auf positive oder negative Effekte schließen, da nicht bekannt ist, wie viel Geld bei einem regulären Innenstadtbesuch außerhalb der Weihnachtsmarktzeit ausgegeben wird. Positive Effekte für Tourismus und Gastronomie? Inwiefern der Göttinger Weihnachtsmarkt positive Effekte für touristische Anbieter in Göttingen hat, lässt sich anhand eines kurzen Blickes auf die Besucherherkunft beantworten. GÖTTINGER WEIHNACHTSMARKT 2008 32 Weihnachtsmärkte haben generell – und der Göttinger Weihnachtsmarkt im Besonderen – ein sehr regionales Einzugsgebiet. Für die allermeisten Weihnachtsmarktbesucher spielen daher Hotels usw. keinerlei Rolle. Die wenigen aus dem Ausland stammenden Besucher verbinden den Zwischenstopp ihrer Reise mit dem Weihnachtsmarktbesuch, sie sind aber nicht deswegen angereist. Die Tourismuswirtschaft Göttingens dürfte also aufgrund des Weihnachtsmarktes weder Umsatzzuflüsse generieren können noch –abflüsse erdulden müssen. Der relevante Anteil von Weihnachtsmarktbesuchern, der noch dazu gastronomische Angebote (Restaurants, Kneipen) aufsucht, teilt sich wie in Tabelle 15 aufgezeigt, auf die oben angeführten Besuchsmotivationsgruppen auf. Frage: „Besuchen Sie die Innenstadt aufgrund des Weihnachtsmarktes häufiger als sonst?“ „Ja, häufiger“ „Nein, genauso häufig“ „Nein, seltener“ Einkauf Innenstadt (N = 284) 41,5 % 54,6 % 3,9 % Restaurant (N = 49) 42,9 % 57,1 % 0 % Angebot Kneipe (N = 85) 49,4 % 48,2 % 2,4 % Tabelle 15: Wahrnehmung zusätzlicher Angebote nach Besuchsmotivationsgruppen Es fällt besonders auf, dass fast die Hälfte der Besucher, die nach dem Weihnachtsmarktbesuch in eine Kneipe, auch zugleich die Innenstadt aufgrund des Weihnachtsmarktes häufiger besuchen. Bei den Kneipenbesuchern handelt es sich vorwiegend um Studenten, die den Weihnachtsmarkt ohnehin überdurchschnittlich häufig aufsuchen (s. Kap. 4.2.1). Dies lässt den vorsichtigen Schluss zu, dass der Weihnachtsmarkt mehr Besucher in die innerstädtischen Kneipen lockt als dort sonst anzutreffen wären. Für die Restaurantbesucher gilt dies nicht unbedingt. Erstens ist ihr Anteil an denen, die die Innenstadt häufiger besuchen, kleiner. Zweitens handelt es sich bei ihnen vorwiegend um Berufstätige, die den Weihnachtsmarkt verhältnismäßig selten besuchen (s. Kap. 4.2.1). Drittens besteht hinsichtlich des Angebots ein großer Unterschied zu den Kneipen: Wer den Weihnachtsmarkt besucht und dort etwas zu essen kauft, für den ist ein nachfolgender Restaurantbesuch in der Regel keine Option mehr. Letztendlich sind aber auch hier konkrete Einschätzungen nicht möglich, da Vergleichszahlen (z.B. Besucherzahlen, Umsätze etc.) fehlen. Zusammenfassung: Relevanz für Einzelhandel, Tourismus und Gastronomie Die Auswirkungen des Weihnachtsmarktes auf den Einzelhandel sowie das Gastronomie- und Tourismusgewerbe sind nur vorsichtig abzuschätzen. Um dies effizient zu gewährleisten, wäre beispielsweise eine vergleichende Besucherzählung bei den jeweiligen Anbietern innerhalb und außerhalb der Weihnachtsmarktzeit eine gute Möglichkeit. In Abgleich der bisherigen in der Literatur aufgeführten Erkenntnisse (s. Kap. 2.1) und den Ergebnissen dieser Erhebung lassen sich aber einige Tendenzen feststellen: AUSWERTUNG 33 • Der innerstädtische Einzelhandel profitiert tendenziell von den Kopplungseffekten: Weihnachtsmarktbesucher kaufen im Rahmen ihres Besuches sehr häufig noch zugleich in der Innenstadt ein, nicht aber in den außen liegenden Gewerbegebieten. Der Weihnachtsmarkt besitzt eine Multiplikatorfunktion für den City-Einzelhandel. • Die Tourismuswirtschaft bleibt vom Weihnachtsmarkt weitestgehend unberührt. Für die Weihnachtsmarktbesucher, die nahezu komplett aus der unmittelbaren Umgebung stammen, spielen Hotels und ähnliche Einrichtungen keine Rolle. • Die Einflüsse auf die Anbieter aus der Gastronomie sind indifferent. Zumindest in Göttingen profitieren tendenziell (zumindest einige) Kneipen, da der Weihnachtsmarkt ihnen zusätzliche, zumeist studentische, Kundschaft beschert. Die Auswirkungen für die Restaurants lassen nicht konkret bestimmen: auch hier werden definitiv Besucher generiert, dies dürfte aber zum Teil dadurch kompensiert werden, dass der Weihnachtsmarkt ein breites Essensangebot bietet und daher auch wieder Kundschaft für die stationäre ausbleibt. GÖTTINGER WEIHNACHTSMARKT 2008 34 5 Z USAMMENFASSUNG Nicht alle grundsätzlichen Fragen erfordern eine wissenschaftliche Untersuchung um sie zu beantworten. Der Göttinger Weihnachtsmarkt leidet bestimmt nicht unter Besuchermangel. Für diese Feststellung reicht ein einmaliger Besuch an einem nahezu beliebigen Tag zu einer nahezu beliebigen Uhrzeit. Diese Tatsache ist natürlich schon ein Spiegel seiner Anziehungskraft. Das positive Gesamtbild des Weihnachtsmarktes in den Augen seiner Besucher unterstreicht dies. Allerdings werden nicht alle Angebote gleichermaßen gut beurteilt. Die Besucher bewerten das Angebot an Heißgetränken und Essen durchweg positiv, wünschen sich aber zum Teil ein differenzierteres. Dies könnte angegangen werden, in dem die Zusammensetzung der Stände dahingehend überarbeitet wird, dass die Zahl von „traditionellen“ Anbietern (z.B. Bratwurst, Glühwein) zu Gunsten anderer Getränke- und Essensangebote (z.B. mehr vegetarisches Essen) leicht reduziert wird oder die bestehenden dadurch ergänzt werden. Auch sollte das Angebot für Kinder ausgebaut und, wenn möglich, die Sperrstunde verlängert werden; diese beiden Aspekte stehen vorwiegend im Mittelpunkt der Kritik. Als sehr positiv hat sich das Hochcafé erwiesen, das bei den Besuchern sehr gut aufgenommen und von ihnen häufig lobend genannt wird. Es empfiehlt sich dringend, dieses Angebot in Zukunft aufrecht zu erhalten. Eine ebenso als sehr gut empfundene Einrichtung ist der Advents-Shuttle-Bus. Sofern die Busse noch nicht ausgelastet sind, könnte dies durch noch mehr Werbung hierfür erreicht werden, denn das Angebot als solches ist außerordentlich attraktiv. Möglicherweise könnte durch die (in erster Linie qualitativen) Verbesserungen auch das bisher sehr regionale Einzugsgebiet des Weihnachtsmarktes vergrößert werden. Die Tatsache, dass ein Großteil der Besucher auch andere Weihnachtsmärkte – nicht nur in größeren Städten wie Kassel oder Hannover, sondern auch in kleineren wie Goslar – wahrnimmt, zeugt davon, dass die Menschen durchaus bereit sind, gewisse Entfernungen auf sich zu nehmen, wenn am Zielort ein attraktives Angebot auf sie wartet. Insgesamt stellt der Göttinger Weihnachtsmarkt einen positiven Faktor für die innerstädtische Ökonomie dar: der Einzelhandel und teilweise die Gastronomie profitieren von Kopplungseffekten, der Tourismussektor bleibt eher unberührt. Dies ist bei Weihnachtsmärkten allerdings der Regelfall. So stellt der Göttinger Weihnachtsmarkt zusammenfassend betrachtet keine Ausnahme dar, denn die meisten der genannten Trends und Zustände treffen auch auf Vergleichsorte zu. Es empfiehlt sich für die Stadt Göttingen und auch die einzelnen Anbieter bzw. die z.T. dahinter stehenden Gastronomen, die Anregungen aufzugreifen und das insgesamt schon sehr gute Angebot dahingehend zu optimieren und dieses auch zu kommunizieren. LITERATUR 35 6 L ITERATUR • Backhaus, Klaus & Erichson, Bernd & Plinke, Wulff & Weiber, Rolf (2000): Multivariate Analysemethoden. 9. überarb. u. erw. Aufl. Berlin [u.a.] : Springer. • Berekoven, Ludwig (1999): Marktforschung : methodische Grundlagen und praktische Anwendung. 8. Aufl. Wiesbaden : Gabler. • Faust, Heiko (1997): Befragung auf den Göttinger Weihnachtsmärkten 1996. Einzugsgebiet, Attraktivität und Image der Göttinger Weihnachtsmärkte. Projektbericht. 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BessernjklmGenausonjklmSchlechternjklmKann ich nicht beurteilennjklm Welche Angebote in der Stadt nutzen Sie im Rahmen dieses Besuches noch, die NICHT zum Weihnachtsmarkt gehören? (Mehrfachnennungen möglich) Einkauf innerhalb der InnenstadtcdEinkauf außerhalb der Innenstadt (Einkaufszentrum)cd RestaurantcdKneipecdKinocdTheatercdMuseen/Ausstellungencd Schlittschuhbahn (Lokhalle)cdSonstigecd Besucherbefragung Wie beurteilen Sie den Weihnachtsmarkt hinsichtlich der folgenden Aspekte nach dem Schulnotensystem...? (1 = "sehr gut",...,6 = "ungenügend", X = "Kann ich nicht beurteilen") Uhrzeit:11-13njklm13-15njklm15-17njklm17-19njklm19-21njklm Standort:Gänseliesel/RathausnjklmJohanniskirchenjklm Zugnjklm Wieviel Geld geben Sie schätzungsweise bei diesem Aufenthalt in der Innenstadt AUF DEM WEIHNACHTSMARKT aus (in €)? Wieviel Geld geben Sie schätzungsweise bei diesem Aufenthalt in der Innenstadt AUSSERHALB DES WEIHNACHTSMARKTES aus (in €)? Besuchen Sie die Innenstadt AUFGRUND DES WEIHNACHTSMARKTES häufiger als sonst? Ja, häufigernjklmNein, genauso häufignjklmNein, seltenernjklm Nutzen Sie auch das Angebot in den Seitenstraßen? Ja njklmNeinnjklmNein, davon ist mir nichts bekanntnjklm Welche anderen Weihnachtsmärkte besuchen Sie in diesem Jahr noch? (Mehrfachnennungen möglich) HannovercdKasselcdBraunschweigcdDuderstadtcd Hann. MündencdNortheimcdEinbeckcdOsterode a.H.cd HolzmindencdHeiligenstadtcdErfurtcdSonstigecd Woher kommen Sie? (PLZ, 5-stellig) Alter:< 18njklm18-<30njklm30-<45njklm45-<65njklm65 und älternjklm Geschlecht:männlichnjklmweiblichnjklm Berufsstatus:berufstätignjklmStudentnjklmarbeitslosnjklmim RuhestandnjklmSonstigesnjklm Sonstige Anmerkungen zum Weihnachtsmarkt Geographisches Institut, Abt. Humangeographie Goldschmidtstraße 5, 37077 Göttingen im Auftrag der Stadt Göttingen 1) Am Alten Rathaus/Gänseliesel (Eröffnungstag, Mittwoch, 28.11.08, ca. 19.30 Uhr) 2) Hochcafé und Riesenrad (Dienstag, 09.12.08, ca. 14.00 Uhr) Fotos: Thomas Wieland 3) Am Alten Rathaus/Gänseliesel (Mittwoch, 10.12.08, ca. 15.00 Uhr) Die wirtschaftliche Bedeut ung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018 Aktuelle Situation, Entwicklungen, Trends ift Freizeit- und Tourismusberatung GmbH Goltsteinstraße 87a 50968 Köln Fon (02 21) 98 54 95 01 Fax (02 21) 98 54 95 50 info@ift-consulting.de ift Freizeit- und Tourismusberatung GmbH Gutenbergstraße 74 14467 Potsdam Fon (03 31) 2 00 83 40 Fax (03 31) 2 00 83 46 www.ift-consulting.de Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 1 Aktuelle Situation, Entwicklungen, Trends Köln, 21.12.2018 Die wirtschaftliche Bedeu tung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018 Ihre Ansprechpartner: Christian Rast Prokurist ift GmbH (02 21) 98 54 95 04 rast@ift-consulting.de ift Freizeit- und Tourismusberatung GmbH Goltsteinstraße 87a 50968 Köln Fon (02 21) 98 54 95 01 Fax (02 21) 98 54 95 50 info@ift-consulting.de www.ift-consulting.de Kristin Seydewitz Consultant (02 21) 98 54 95 02 seydewitz@ift-consulting.de Bild Titelseite: © Deutscher Schaustellerbund Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH Vorwort Thomas Bareiß Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie Beauftragter der Bundesregierung für Tourismus Volksfeste und Weihnachtsmärkte haben auf vielfältige Weise eine hohe Bedeutung für unser Land. Die vorliegende Studie liefert uns eine detaillierte Beschreibung der wirtschaftlichen Bedeu- tung und aktuellen Entwicklung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland. Sie liefert erfreuliche Belege dafür, dass die rund 10.000 Volksfeste und 3.000 Weihnachtsmärkte weiterhin mit ihrem vielschichtigen Angebot auch bzw. gerade in der digitalen Welt ein sehr wichti- ger Bestandteil unserer Kultur und Tradition sind. Besucherzahlen und Besuchshäufigkeit steigen an. Dies unterstreicht die – auch vom Bundesverwaltungsgericht anerkannte – soziale und identi- tätsstiftende Funktion sowie die Heimat- und Brauchtumspflege dieser teils jahrhundertealten Ver- anstaltungen. Neben den weltbekannten Volksfesten rücken die Weihnachtsmärkte immer mehr in den Fokus und bilden ein zweites Standbein für die Schausteller. Auch als Wirtschaftsfaktor ist die Schaustel- lerbranche beachtenswert. Neben einer nennenswerten Wertschöpfung in den Kommunen trägt die Branche über direkte und indirekte Effekte zu über 55.700 Vollzeitarbeitsstellen bei. Im Bereich des Tourismus bildet die Schaustellerbranche ebenfalls ein traditionsreiches Segment. So ist die Attraktivität der Volkfeste und Weihnachtsmärkte ein wichtiger Imagefaktor, insbesondere auch im ländlichen Bereich, und häufig Anlass für auswärtige und auch ausländische Besucher aller Schichten und Altersgruppen. Diese Erfolgsgeschichte ist ein Verdienst der vielen Schaustellerunternehmen, die größtenteils seit Generationen im Familienbetrieb geführt werden. Besonders anzuerkennen ist, dass es ihnen ge- lungen ist, trotz teils schwieriger Rahmenbedingungen wie Arbeitskräftemangel und verschärfter Sicherheitsanforderungen die Attraktivität der Veranstaltungen aufrechtzuerhalten oder gar zu stei- gern. Erfreut habe ich zur Kenntnis genommen, dass das befürchtete Sterben der kleineren Volks- feste gestoppt ist. Die steigende Nachfrage und das erhöhte Bewusstsein der Städte und Kommunen zur Unterstüt- zung der Volksfeste und Märkte liefern der Branche Aussicht auf insgesamt gute Rahmenbedin- gungen. Dennoch werden stetig Anpassungen nötig sein, um die kulturhistorische Institution Volks- fest zu sichern. Dafür werde ich stets ein offenes Ohr haben. Allen Verbandsmitgliedern wünsche ich weiterhin erfolgreiche, erlebnisorientierte Veranstaltungen im Herzen der Städte und Kommunen! S. 1 Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 2 Inhaltsverzeichnis Management Summary 6 1. Einführung 10 1.1 Ausgangssituation 10 1.2 Zielsetzung 12 1.3 Begriffsbestimmung 13 1.4 Methodische Grundlagen und Umfang der Untersuchung 14 1.4.1 Bevölkerungsrepräsentative Online-Panel-Befragung 14 1.4.2 Schriftliche und Online-Befragung von Schaustellern 15 2. Branchenprofil Schausteller 16 2.1 Struktur der Branche 17 2.2 Aktivitätsprofil der Schausteller 21 2.3 Wirtschaftliche Situation der Betriebe 22 3. Volksfeste und Volksfestbesuche 24 3.1 Das Angebot: Anzahl der Volksfeste in Deutschland 24 3.2 Das Image: Das Volksfest aus Sicht der Besucher 25 3.3 Die Nachfrage: Umfang und Struktur der Volksfestbesuche 25 3.3.1 Volksfestbesuchsintensität der Bevölkerung 25 3.3.2 Volksfestbesuchshäufigkeit 25 3.3.3 Besuchsvolumen 29 3.3.4 Begleitung beim Volksfestbesuch 31 3.4 Größe und Frequentierung der besuchten Volksfeste 32 4. Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste 2018 33 4.1 Ausgaben der Volksfestbesucher 33 4.1.1 Höhe und Struktur der Tagesausgaben 33 4.1.1.1 Ausgaben in Abhängigkeit von der Größe des besuchten Volksfestes 34 4.1.1.2 Ausgaben in Abhängigkeit von soziodemografischen Merkmalen 35 4.2 Regionalwirtschaftliche Effekte der deutschen Volksfeste 35 4.2.1 Monetäre Effekte 35 Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 3 4.2.1.1 Betriebskosten (inkl. Personalkosten) 36 4.2.1.2 Persönliche Ausgaben 36 4.2.1.3 Ausgaben von Volksfestbesuchern außerhalb des Volksfestgeländes 37 4.2.1.4 Zusammenfassung der monetären Effekte 38 4.2.2 Wertschöpfungseffekt 38 4.2.3 Arbeitsmarkteffekte 40 4.2.4 Fiskalische Effekte 40 4.2.5 Kennziffern zur Bemessung der regionalwirtschaftlichen Effekte 41 5. Die Bedeutung der Weihnachtsmärkte für das Schaustellergewerbe 42 6. Trends und Ausblick 46 Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 4 Abbildungsverzeichnis Abbildung 1: Dauer der Tätigkeit des Befragten im Schaustellergewerbe 18 Abbildung 2: Dauer der Tätigkeit der Familie im Schaustellergewerbe 18 Abbildung 3: Umsatzanteil nach Unternehmensbereich 19 Abbildung 4: Anzahl nicht mitarbeitender Familienangehöriger 20 Abbildung 5: Umsatzgrößenklassen 21 Abbildung 6: Bewertung wirtschaftliche Situation 22 Abbildung 7: Entwicklung der wirtschaftlichen Situation in den letzten drei Jahren 23 Abbildung 8: Anreisestrecke letzter Veranstaltungsbesuch 27 Abbildung 9: Entwicklung der Besuchshäufigkeit im vergangenen Jahr 28 Abbildung 10: Anzahl der begleitenden Kinder beim letzten Volksfestbesuch 31 Abbildung 11: Die Wertschöpfung im Überblick 38 Abbildung 12: Bedeutung der Weihnachtsmärkte 45 Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 5 Tabellenverzeichnis Tabelle 1: Struktur der Branche nach Geschäftstypen 17 Tabelle 2: Mitarbeiterzahlen (feste Mitarbeiter ganzjährig, inkl. Familienangehörige) 20 Tabelle 3: Durchschnittliche Anzahl besuchter Veranstaltungen und Veranstaltungstage gesamt 22 Tabelle 4: Besuchshäufigkeit nach Herkunftsbundesland der Befragten 26 Tabelle 5: Die größten Volksfeste in Deutschland nach offiziellen Besuchszahlen 2018 30 Tabelle 6: Strukturdaten der Volksfeste nach ihrer Größe 32 Tabelle 7: Ausgaben auf Volksfesten 2018 33 Tabelle 8: Ausgaben außerhalb des Volksfestgeländes 2018 37 Tabelle 9: Wertschöpfungsquoten 39 Tabelle 10: Die größten Weihnachtsmärkte in Deutschland (offizielle Besuchszahlen 2017) 44 Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 6 Management Summary Kennzahlen Zur Schaustellerbranche zählen insgesamt rund  5.300 Schaustellerunternehmen,  die mit ihren 31.800 Beschäftigten und  insgesamt mindestens 12.300 Geschäften vom Imbiss bis zur Achterbahn die  ca. 9.750 deutschen Volksfeste  sowie ca. 3.000 Weihnachtsmärkte in Deutschland beschicken. Die Volksfeste verzeichneten zuletzt rund 189,6 Mio. Besuche pro Jahr, die Weihnachtsmärkte 159,7 Mio. Besuche. Insgesamt kommen die durch die Schaustellerunternehmen beschickten Ver- anstaltungen demzufolge auf rund 350 Mio. Besuche pro Jahr. Die Bruttoumsätze auf den Volksfestplätzen und Weihnachtsmärkten belaufen sich auf über 7,63 Mrd. Euro, davon werden 2,88 Mrd. Euro auf Weihnachtsmärkten und 4,75 Mrd. Euro auf Volks- festen erwirtschaftet. Von diesen Umsätzen geben die Schausteller rund 1,2 Mrd. Euro an den Veranstaltungsorten für Warenbezug, Gebühren, Aushilfspersonal und persönliche Konsumaus- gaben aus. Zusätzliche rund 1,4 Mrd. Euro werden von den Volksfestbesuchern außerhalb des Volksfestgeländes ausgegeben. Das sorgt in den ausrichtenden Kommunen für eine Wertschöpfung von 1,355 Mrd. Euro und für die Schaffung und Sicherung von weiteren rund 23.900 Arbeitsplätzen außerhalb der Schaustel- lerunternehmen. Damit trägt die Schaustellerbranche direkt und indirekt zu über 55.700 Vollzeitar- beitsstellen bei. Alle 8.000 Besucher wird in den Kommunen ein Arbeitsplatz vor Ort durch das Volksfest (und außerhalb der Schaustellerbranche) geschaffen. Pro Volksfestbesucher werden da- mit über 7,00 Euro Wertschöpfung, also neues Einkommen generiert. Pro Veranstaltung sind dies 137.000 Euro Wertschöpfung. Ein Teil der Ausgaben der Schausteller fließt den Kommunen als Veranstalter der Volksfeste direkt zu: rund 338 Mio. Euro für Standgebühren und andere Abgaben. Das sind fast 35.000 Euro pro Veranstaltung oder rund 1,80 Euro pro Besucher. Dazu kommen unter Berücksichtigung der Aus- gaben außerhalb des Volksfestgeländes 1,232 Mrd. Euro Gemeinschaftssteuereinnahmen. Davon dürften rund 103 Mio. Euro in Form kommunaler Steuern direkt den Veranstaltungsorten zukom- men. Damit dürften die Kommunen mit über 440 Mio. Euro direkt von Volksfesten profitieren oder 2,30 Euro pro Volksfestbesucher (Abgaben und Steuern). In Summe fließen den öffentlichen Kassen fast 1,6 Mrd. Euro aus der Schaustellerbranche zu. Das sind rund 8,30 Euro pro Besucher. Branchenprofil Schausteller Die Schaustellerunternehmen sind vor allem mit Gastronomie- und Imbissbetrieben (29%) sowie Verkaufsgeschäften nach Schaustellerart (21%), Fahrgeschäften (27%) und Spielgeschäften Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 7 (15%) auf den deutschen Volksfesten und Weihnachtsmärkten unterwegs und das im Durchschnitt bereits seit 105 Jahren, also in fünfter Generation. Die deutschen Schaustellerunternehmen betrei- ben durchschnittlich 2,3 unterschiedliche Geschäfte. Rund 45% der befragten Unternehmen gab in den vergangenen fünf Jahren jedoch ein oder mehrere Geschäfte auf. Die Schaustellerunternehmen beschäftigen einschließlich der Inhaber und der mitarbeitenden Fa- milienangehörigen durchschnittlich 4,5 feste Mitarbeiter. Davon sind durchschnittlich 2,8 Personen Familienangehörige. Die Branche ist damit durch Kleinst- und kleine Unternehmen geprägt. Im Durchschnitt beschicken die Unternehmen mit ihrem wichtigsten Geschäft 22 Veranstaltungen pro Jahr (einschließlich Weihnachtsmärkte). Insgesamt stehen die Schausteller (ohne Tage für Auf- und Abbau) durchschnittlich an rund 149 Tagen pro Jahr auf Volksfesten und Weihnachts- märkten. Ihre wirtschaftliche Situation bewerten die Schausteller insgesamt als befriedigend, allerdings hat diese sich für 49% der Unternehmen in den letzten drei Jahren verschlechtert, insbesondere wegen gestiegener Lohnkosten, Gebühren und Abgaben sowie der unzureichenden Möglichkeit, Kosten- steigerungen über Preiserhöhungen auszugleichen. Auch die leicht rückläufige Zahl vor allem klei- nerer Volksfeste trug teilweise dazu bei. Die zukünftige Entwicklung wird seitens der Schausteller immer noch mit Sorge betrachtet: 48% gehen von einer weiteren Verschlechterung aus. Dieser skeptischen Selbsteinschätzung der Branche steht allerdings eine steigende Nachfrage auf den Volksfesten und Weihnachtsmärkten gegenüber. Entsprechend ist die Zahl der Volksfeste na- hezu stabil geblieben, die der Weihnachtsmärkte sogar gestiegen. Daher nimmt die Bedeutung der Weihnachtsmärkte für die Branche seit Jahren stetig zu. Inzwischen machen die Umsätze auf Weihnachtsmärkten 31% der Branchenumsätze aus – auch für die Zukunft werden die Weihnachts- märkte als Chance für das Schaustellergewerbe betrachtet. Einhergehend mit einer weiteren Pro- fessionalisierung der Schaustellerbranche sowie einer zugenommenen Wahrnehmung der Bedeu- tung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte bei den Kommunen, die diese immer stärker bewerben, besteht eigentlich kein Grund zur Skepsis. Die Rahmenbedingungen für die betriebliche Entwick- lung der Schausteller haben sich insgesamt verbessert. Volksfestangebot Das durchschnittliche deutsche Volksfest dauert 2,9 Tage und umfasst ca. 60 Geschäfte. Tatsäch- lich variiert die Größe der Veranstaltungen erheblich. Das größte deutsche Volksfest ist das 16- tägige Münchner Oktoberfest mit seinen insgesam t rund 600 Geschäften. Die zehn größten deut- schen Volksfeste zählen jeweils mehr als 350 Geschäfte. Der Höhepunkt der Volksfestsaison ist Ende August. Die räumlichen Schwerpunkte der Volksfest- kultur bilden der Süden und Westen der Republik. Besonders viele, zumeist aber kleinere bis kleinste Veranstaltungen, finden in Ostbayern und im Saarland statt. Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 8 Image von Volksfesten Volksfeste sind etwas für die ganze Familie, diese Ansicht teilen die meisten Volksfestbesucher. Auch die Aussage, dass Volksfeste ein wichtiger Teil unserer Tradition und Kultur sind, findet große Zustimmung – immerhin geht das älteste deutsche Volksfest, das Lullusfest in Bad Hersfeld, auf das 9. Jahrhundert zurück. Die Attraktivität der Volksfeste ist sehr hoch und ihre Bedeutung wieder angewachsen. Ein wichtiger Grund dafür ist der Trend zum „analogen Erlebnis“ in einer immer digitalisierter werdenden Welt. Dies belegen vor allem die gestiegenen Besuchszahlen. Volksfestnachfrage Der Anteil der Bundesbürger zwischen 14 und 70 Jahren, die in den letzten zwölf Monaten ein Volksfest besuchten, beträgt rund 78%. Die Häufigkeit der Volksfestbesuche hängt stark vom Alter ab, die 14- bis 24-Jährigen gehen besonders häufig auf Volksfeste (fast fünf Mal pro Jahr), während die über 55-Jährigen die geringste Besuchsintensität haben (3,5 Besuche pro Jahr). Volksfestbe- suche sind überdies eher eine Aktivität der mittleren bis gehobenen Einkommensgruppen. Perso- nen mit höheren Bildungsabschlüssen sind auf Volksfesten überrepräsentiert. Insgesamt hat die Besuchshäufigkeit in den letzten Jahren zugenommen. Regional gesehen weisen besonders Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Hessen eine hohe Volksfestbesuchshäufigkeit auf, aber auch in Berlin, Bayern, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern sowie im Saarland gehen die Menschen überdurchschnittlich oft auf Volksfeste. Weihnachtsmärkte besuchen 77% der deutschen Bevölkerung zwischen 14 und 70 Jahren. Hierbei ist die Besuchshäufigkeit bei den 25- bis 34-Jährigen am höchsten mit fast 4,4 Besuchen pro Jahr. Mit 2,9 Besuchstagen pro Jahr gehen die über 55-Jährigen am seltensten auf Weihnachtsmärkte. Die Besuchshäufigkeit auf Weihnachtsmärkten ist in allen Einkommensgruppen ähnlich hoch. Per- sonen mit einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen von 1.500-2.000 Euro besuchten Weih- nachtsmärkte mit 4,3 Tagen am häufigsten. Ausgaben auf Volksfesten Die durchschnittlichen Pro-Kopf-Ausgaben aller Besucher betragen rund 25,00 Euro je Besuchs- tag. Dabei entfallen 43% dieser Ausgaben auf die gastronomische Versorgung. Auf größeren Volksfesten tätigen die Besucher weit überdurchschnittliche Ausgaben (bis zu 61 Euro auf dem Oktoberfest) und regelmäßige Volksfestbesucher sind besonders ausgabefreudig. Außerdem flie- ßen pro Weihnachtsmarktbesuch rund 13,40 Euro in die Kassen des Schaustellergewerbes. Dar- über hinaus tätigen Weihnachtsmarktbesucher weitere Ausgaben, die aber an Unternehmen an- derer Branchen fließen. Insgesamt geben die Besucher etwa 18,00 Euro pro Weihnachtsmarkt- besuch aus. Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 9 Entwicklung 2000 bis 2018 Die Schaustellerbranche hat sich in den vergangenen 18 Jahren erheblich verändert: ein schrump- fendes Angebot an Veranstaltungen, demgegenüber steigende Besucherzahlen vor allem der gro- ßen und mittleren Volksfeste, das Ende neuer Superlative bei den Fahrgeschäften, steigender Zu- spruch bei den Weihnachtsmärkten und Top-Volksfesten und erhöhte Pro-Kopf-Ausgaben – von denen wegen gestiegener Kosten nur wenig bei den Unternehmen der Branche ankommt. Das Angebot an Volksfesten ist in den letzten 18 Jahren deutlich zurückgegangen. Gab es nach Analyse der im Komet-Kalender gelisteten Veranstaltungen im Jahr 2000 noch 12.000 Volksfeste, so sank diese Zahl bis zum Jahr 2012 auf 9.900, um sich in den Folgejahren nur noch geringfügig auf nun ca. 9.750 zu reduzieren. Da der Komet-Kalender angesichts fortschreitender Digitalisie- rung im Jahr 2018 nicht mehr den gesamten Volksfestmarkt abbildet, greift der Deutsche Schau- stellerbund mit seiner Einschätzung auf die ständige Rücksprache mit seinen 91 Mitgliedsverbän- den im gesamten Bundesgebiet zurück. Auch die Anzahl der Weihnachtsmärkte ist schwierig einzuschätzen, da es kein alle Veranstaltun- gen umfassendes Register gibt. Im Jahr 2012 zählte der Deutsche Schaustellerbund 1.500 Weih- nachtsmärkte kommunaler Veranstalter zuzüglich weiterer ca. 1.000 privat veranstalteter Weih- nachtsmärkte. Die Zahl der privat veranstaltet en Weihnachtsmärkte hat sich in den vergangenen Jahren mit weiteren ca. 500 Veranstaltungen eindeutig erhöht, so dass der Gesamtbestand von kommunalen und privaten Weihnachtsmärkten auf ca. 3.000 geschätzt wird. Das Image der Volksfeste hat sich in den vergangenen zwölf Jahren nicht grundlegend gewandelt und ist sehr positiv besetzt. Volksfeste passen nach Meinung der Bevölkerung „in die heutige Zeit“. Die Aussage, dass Volksfeste ein wichtiger Bestandteil von Kultur und Tradition sind, erfuhr schon immer eine hohe Zustimmung. Diese ist in den letzten Jahren nochmals gestiegen, was neben der wirtschaftlichen Bedeutung auch deren qualitative Bedeutung für die Menschen unterstreicht. Die Besuchszahlen auf den Volksfesten in Deutschland sind in den vergangenen 18 Jahren von 170 Mio. im Jahr 2000 auf rund 189,6 Mio. in 2018 gestiegen. In dieser Zeit ist die Volksfestbe- suchsintensität von 63% auf nahezu 78% gestiegen. Auch die Anzahl der Besuchstage stieg von 3,2 Volksfestbesuchen auf 3,9 Besuche an. Die gestiegene Besucherzahl zeugt von der ungebrochenen Beliebtheit von Volksfesten als Be- suchsziel der Bevölkerung. In Zusammenhang mit der gesunkenen Anzahl an Volksfesten bestätigt dies den Trend, dass sich vor allem große und mittlere Volksfeste großer Beliebtheit erfreuen und steigende Besucherzahlen verzeichnen. Für das Jahr 2000 wurden umgerechnet Pro-Kopf-Ausgaben der Besucher auf Volksfesten in Höhe von durchschnittlich 15,35 Euro ermittelt. Im Jahr 2012 wurden durchschnittlich 21,20 Euro von den Besuchern pro Kopf und Tag ausgegeben. Dies bedeutet eine Steigerung um rund 5,80 Euro pro Kopf und Tag bzw. 37,9%. Für das Jahr 2018 konnte eine weitere Steigerung der Pro-Kopf- Ausgaben mit rund 25,00 Euro ermittelt werden. Im Vergleich zu 2012 sind die Ausgaben somit um über 3,80 Euro pro Kopf und Tag bzw. um 18% gestiegen. Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 10 1. Einführung 1.1 Ausgangssituation Den Volksfesten und den sie beschickenden Schaustellern kommt in Deutschland eine erhebliche Bedeutung zu. Diese geht über die rein wirtschaftlichen Vorteile, welche Volksfeste für die ausrich- tenden Städte und Kommunen bewirken, weit hinaus. So bilden Volksfeste für viele Städte einen wichtigen Imagefaktor und stellen für auswärtige Besucher oft den entscheidenden Anlass für ei- nen Besuch in der betreffenden Stadt dar. Aber auch nach innen wirken die traditionellen Volks- feste als zum Teil jahrhundertealter Bestandteil des örtlichen Lebensgefühls. So hat das Bundes- verwaltungsgericht in einer wegweisenden Entscheidung 2009 die Veranstaltung von Volksfesten (hier: Weihnachtsmärkten) als Daseinsvorsorge für die Bürger einer Kommune bezeichnet, weil sie eine die Gemeinschaft fördernde und Identität stiftende Funktion haben. Im Auftrag des Deutschen Schaustellerbundes e.V. (DSB) erstellte die Firma ift Freizeit- und Tou- rismusberatung erstmals im Jahr 2000 eine Studie zur „Bedeutung des Wirtschaftsfaktors Volksfest im Bereich des mittelständischen Fremdenverkehrsgewerbes in der Bundesrepublik Deutschland und seine Auswirkungen auf die Leistungssteigerung im mittelständischen Schaustellergewerbe“. Die Studie wurde seinerzeit aus Mitteln des Bundeswirtschaftsministeriums gefördert und fand bun- desweit große Beachtung. Dem Deutschen Schaustellerbund diente die Studie als wichtiges In- strument der Öffentlichkeitsarbeit. Die Studie bescheinigte den Volksfesten rund 178 Mio. Besucher pro Jahr und einen Gesamtum- satz von umgerechnet etwa 3,94 Mrd. Euro. Mehr als die Hälfte der durch Volksfeste ausgelösten Wertschöpfung kam dabei anderen Branchen als dem Schaustellergewerbe zugute. Trotz dieser Bedeutung und trotz des Umstandes, dass die Volksfeste eines der wenigen Kultur- güter sind, die sich vollumfänglich eigenständig finanzieren und keinerlei öffentliche Subventionen erhalten, werden die Rahmenbedingungen für das Schaustellergewerbe, das mit seinen Geschäf- ten die Volksfeste beschickt, immer schwieriger. Di es reicht bis zur Absetzung jahrhundertealter Volksfeste, was unmittelbar zum Verlust von Arbeitsplätzen im Schaustellergewerbe führt. Aber auch auf den zahlreichen nach wie vor stattfindenden Volksfesten wird es für die Schausteller durch zusätzliche, mit Kosten verbundenen Auflagen, durch die Anhebung von Gebühren sowie  Landesgaststättengesetze: Im Zuge der Föderalismusreform 2006 wurde den Bundesländern die ausschließliche Gesetzgebungskompetenz für das Gaststättenrecht übertragen. Bisher ha- ben aber nur einige Bundesländer entsprechende eigene Gesetze erlassen. Während z.B. in Niedersachsen dem Volksfest-Gastronom für seine Berufsausübung nun seine Reisegewerbe- karte ausreicht (eine Vereinfachung ganz im Sinne des Mittelstandsentlastungsgesetzes) muss er in den meisten Ländern nach wie vor für jeden Festort erneut eine kostenpflichtige Gestat- tung beantragen – kostspielige und unnötige Bürokratie.  Erteilung von Ausnahmegenehmigungen nach St raßenverkehrsrecht: Schaustellerfahrzeuge, deren Abmessungen die allgemeinen Grenzen oft überschreiten, bedürfen für Transporte einer Ausnahmegenehmigung, mit der ein hoher finanzieller und bürokratischer Aufwand verbunden auch durch Verkleinerung oder Verlegung von Volksfesten an unattraktivere Standorte immer weiter erschwert, profitabel zu arbeiten. Die folgenden Beispiele illustrieren diese Entwicklung: Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 11 ist. Es wäre möglich, bei feststehenden Terminen über mehrere Zeiträume hinweg Dauerge- nehmigungen zu erteilen, dies wird jedoch viel zu häufig verweigert.  Privatisierung von Volksfesten: Immer mehr Kommunen übertragen die Organisation von Volksfesten privaten Unternehmen, was in der Regel zu erheblichen Kostensteigerungen für die Schausteller führt. Das Bundesverwaltungsgericht stellte 2009 fest, dass Volksfeste und Weihnachtsmärkte einen kulturellen, sozialen und traditionsbildenden Charakter besitzen und damit als Angelegenheit der örtlichen Gemeinschaft einzuordnen sind, der sich die Kommunen nicht vollends entledigen dürfen, indem sie diese privaten Unternehmen übertragen.  Sicherheit: Das Schaustellergewerbe sieht sich nach den Attentaten von Paris, Nizza, Mün- chen, Stockholm, London und New York sowie dem Anschlag auf den Berliner Weihnachts- markt am Breitscheidplatz 2016 mit neuen Sicherheitsanforderungen konfrontiert. Diese gehen in Form von Sicherheitszäunen, Betonpollern, Zufahrtsverengungen und zusätzlichen Sicher- heitsdiensten weit über die bisherigen Anforderungen hinaus und sind selbstverständlich eben- falls mit hohen Kosten verbunden. Allerorten wird derzeit diskutiert, wer für die Mehrkosten, die Terrorabwehrmaßnahmen auf Weihnachtsmärkten und Volksfesten bereiten, zukünftig auf- kommen muss. In den Gesprächen mit Politik, Verwaltung und Medien vertritt der DSB – ge- stützt auf ein Rechtsgutachten der Ruhr-Universität Bochum – sehr nachdrücklich die Rechts- auffassung, dass die Gefahrenabwehr eine Aufgabe des Staates ist, derer er sich nicht entle- digen kann – auch nicht finanziell.  Umweltzonen: Die gegenwärtigen gesetzlichen Regelungen, die die Möglichkeit von Einzelaus- nahmegenehmigungen für Umweltzonen vorsehen, haben sich als nicht praktikabel, äußerst bürokratieaufwändig und sehr kostenintensiv erwiesen. In vielen Bundesländern entstehen den Schaustellern weiterhin unnötige Kosten. Der Nutzen derartiger Regelungen für die Umwelt ist auch vor dem Hintergrund diverser wissenschaftlicher Untersuchungen mehr als zweifelhaft.  Dieselfahrverbot: Gleichgelagert zu den Umweltzonen ist die Problematik hinsichtlich der Viel- zahl der mittlerweile richterlich angeordneten Dieselfahrverbote: Volksfeste finden üblicher- weise in den Innenstädten statt. Der Trans port der meist schweren Geschäfte erfolgt aus- schließlich mit Dieselfahrzeugen, die jedoch nur für die An- und Abfahrt innerhalb der Städte bewegt werden, ansonsten meist neben dem Volkfestplatz in mehrtägiger bzw. mehrwöchiger Warteposition verbleiben. Dieselfahrverbote müssen Ausnahmen für den Auf- und Abbau von Volksfesten vorsehen.  Mindestlohn: Seit Januar 2015 gilt der neue gesetzliche Mindestlohn. Die damit einhergehende Dokumentationspflicht stellt das Schaustellergewerbe vor erhebliche Probleme, weil sie hin- sichtlich der gesetzlichen Arbeitszeit für Schausteller, deren Wohn- und Arbeitsort identisch und deren Arbeits- und Freizeit auf dem Volksfestplatz nur schwer voneinander zu trennen sind, kaum umsetzbar ist.  Arbeitskräftemangel: Arbeitskräfte aus Deutschland sind kaum noch für die Arbeit auf Volksfes- ten und Weihnachtsmärkten zu begeistern, so dass seit vielen Jahren Mitarbeiter (zunächst) aus Polen und später auch insbesondere Rumänien diese Aufgaben übernommen haben. Durch den Beitritt Polens und Rumäniens in die EU und der vollständigen Erlangung der Ar- beitnehmerfreizügigkeit, nutzen Mitarbeiter aus Polen und Rumänien ihre Freizügigkeit und wählen nun aus freien Stellen in ganz Europa aus, so auch in Ländern mit deutlich höherem Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 12 Lohnniveau, wie z.B. in Großbritannien oder in Skandinavien. Nun stehen Arbeitgeber aus per- sonalintensiven Branchen mit gemäßigtem Lohnniveau, wie z.B. der Gaststätten- und Hotel- sektor sowie nicht zuletzt auch das Schaustellergewerbe nicht nur innerhalb Deutschlands, sondern auch europaweit im Wettstreit um die besten Mitarbeiter. Die Folge ist ein Wandel von einem Arbeitgeber- hin zu einem Arbeitnehmermark t, der für einige Betriebe schon zu drasti- schen personellen Engpässen geführt hat. Bei der Entwicklung neuer Strategien rücken an die Stelle Rumäniens mittlerweile auch andere europäische Staaten, die noch nicht EU-Mitglieder aber bereits vertragliche Beziehungen mit der Bundesrepublik Deutschland eingegangen sind, wie z.B. Mazedonien, Montenegro, Serbien, Kosovo, Bosnien und Herzegowina und Albanien. Die sogenannte Westbalkanregelung, die Arbeitssuchende aus Albanien, Bosnien und Herze- gowina, dem Kosovo, Mazedonien, Montenegro und Serbien einen deutlich leichteren Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt erleichtert, stimmte die Schausteller zunächst hoffnungsvoll, doch laufen diese Regelungen ins Leere, weil willige Arbeitskräfte (frühestens) elf Monate nach An- tragstellung einen Termin zur Erteilung eines Visums in der deutschen Botschaft bekommen. Durch die immer stärkere Reglementierung und Belastung der Schausteller mit Gebühren fügen sich die öffentlichen Haushalte letztlich einen Schaden zu, denn den ausrichtenden Kommunen erwachsen durch die Ausgaben der Besucher auf und außerhalb der Volksfestgelände, durch den Bezug von Gütern und Dienstleistungen durch die Schausteller in der örtlichen Wirtschaft und durch die Abgaben und Gebühren der Schausteller, welche zumeist direkt in die kommunalen Kas- sen fließen, nennenswerte wirtschaftliche Effekte. Ohne, dass dem im Saldo Kosten gegenüber- stünden, denn die bei den Kommunen entstehenden Kosten für die Organisation der Feste werden durch entsprechende, von den Schaustellern getragene Gebühren gedeckt. Seit einigen Jahren zeichnet sich zudem ab, dass der Demografische Wandel im Verbund mit ei- nem veränderten Konsum- und Freizeitverhalten und einem weiter intensivierten Wettbewerb das Schaustellergewerbe vor neue Herausforderungen stellt. Die Branche scheint sich auf diese neuen Rahmenbedingungen immer besser einzustellen und professioneller zu arbeiten. Hinzu kommt der ungebrochene Trend zu Kurz- und Städtereisen, das gestiegene Interesse an Events und Groß- veranstaltungen und ein erhöhtes Bewusstsein der Städte und Gemeinden zur Unterstützung die- ser Veranstaltungen. In Summe haben diese Faktoren dazu beigetragen, dass sich Weihnachts- märkte und Volksfeste positiv entwickelt haben und die Nachfrage auf den Volksfesten und den Weihnachtsmärkten auf aktuell 189,6 Mio. bzw. 159,7 Mio. Besuche pro Jahr angestiegen ist. Vor dem Hintergrund dieser ungebrochenen Dynamik der Veränderungen innerhalb und im Umfeld der Branche hat der Deutsche Schaustellerbund e.V. zum zweiten Mal eine Aktualisierung der vor- liegenden Studie beauftragt. 1.2 Zielsetzung Ziel der vorliegenden Untersuchung ist eine detaillierte Beschreibung der wirtschaftlichen Bedeu- tung und der aktuellen Situation und Wahrnehmung des Schaustellergewerbes bzw. der Volksfeste in Deutschland. Dabei geht es sowohl um die Generierung quantitativer Daten (z.B. Anzahl und Häufigkeit der Volksfestbesuche, Umfang der Ausgaben bei Vo lksfestbesuchen, Bruttoumsätze, Wertschöp- fungseffekte für die ausrichtenden Kommunen), als auch um qualitative Aspekte (z.B. Einschät- zung der Familienfreundlichkeit oder der qualitativen Bedeutung von Volksfesten). Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 13 Wo methodisch und inhaltlich möglich, sollen überdies über den Vergleich mit den Ergebnissen aus den Vorgängerstudien Entwicklungen im Schaustellergewerbe und bei den Volksfesten sowie Weihnachtsmärkten aufgezeigt werden. Die vorliegende Aktualisierung widmet sich zudem vertiefend folgenden Fragen:  Welche Bedeutung haben die kleinen und mittleren Volksfeste für den Tagestourismus?  Welche Branchen profitieren vor Ort in welchem Umfang von der Durchführung von Volksfesten (Gastronomie, Einzelhandel, Hotellerie, Verkehrsunternehmen, Taxigewerbe)?  Wie hoch sind die Ausgaben der Weihnachtsmarktbesucher? Wie haben sich die Besucher- zahlen entwickelt und welche Bedeutung nimmt dieses „zweite Standbein“ mittlerweile für die Schaustellerbetriebe ein? 1.3 Begriffsbestimmung Die Gewerbeordnung definiert das Volksfest folgendermaßen1: „Ein Volksfest ist eine im allgemeinen regelmäßig wiederkehrende, zeitlich begrenzte Veranstal- tung, auf der eine Vielzahl von Anbietern unterhaltende Tätigkeiten im Sinne des § 55 Abs. 1 Nr. 2 (selbständig unterhaltende Tätigkeiten als Schausteller oder nach Schaustellerart) ausübt und Wa- ren feilbietet, die üblicherweise auf Veranstaltungen dieser Art angeboten werden.“ Damit zählen sowohl die klassischen, großen Volksfeste wie Münchener Oktoberfest, Canstatter Volksfest oder Cranger Kirmes zu den Volksfesten, wie auch Schützenfeste und Weihnachts- märkte, auf denen neben Gastronomie auch Entertainment z.B. in Form von Fahrgeschäften wie Karussells oder Riesenrädern, Schießgeschäften, Verkaufsgeschäften nach Schaustellerart (z.B. Süßwaren) oder anderen Schaustellerbetrieben geboten wird. Abzugrenzen vom Begriff des Volksfestes sind die Messen nach § 64 der Gewerbeordnung, die Ausstellungen nach § 65 der Gewerbeordnung sowie der Großmarkt nach § 66 und der Wochen- markt nach § 67 der Gewerbeordnung. Auch der sogenannte Spezialmarkt und der Jahrmarkt zäh- len nach § 68 der Gewerbeordnung nicht zu den Volksfesten, da bei ihnen der Warenverkauf im Vordergrund steht. Allerdings lässt die Gewerbeordnung nach § 68 Abs. 3 ausdrücklich zu, dass „auf einem Spezialmarkt oder Jahrmarkt auch Tätigkeiten im Sinne des § 60 b Abs. 1 ausgeführt werden können“. Damit ist eine scharfe Trennung von Volksfesten und den Spezial- und Jahrmärk- ten nicht möglich und auch nicht sinnvoll. 1 § 60 b Abs. 1 der Gewerbeordnung Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 14 1.4 Methodische Grundlagen u nd Umfang der Untersuchung Die in der Folge dargestellten Ergebnisse wurden auf der Grundlage folgender Erhebungen ermit- telt:  Bundesweite, bevölkerungsrepräsentative Online-Panel-Befragung von Volksfestbesuchern mit einer Stichprobe von n = 1.647 in 3 Wellen,  schriftliche und Online-Befragung von Schaustellern mit einer Stichprobe von n = 308,  Auswertung von Sekundärdaten. 1.4.1 Bevölkerungsrepräsentati ve Online-Panel-Befragung Im Vergleich zur Studie aus dem Jahr 2012 wurde für die vorliegende Studie das Befragungsdesign angepasst. Während im Jahr 2012 eine Telefonbefragung durchgeführt wurde, bei der zu einem einzigen Befragungszeitpunkt die Erinnerung an die Volksfestbesuche des vergangenen Jahres abgerufen wurde, erfolgte die Befragung 2017/18 über ein Online-Panel und in mehreren Wellen. Damit konnte sichergestellt werden, dass keine Erinnerungsverluste der Probanden in die Befra- gungsergebnisse einfließen. Die im Jahr 2017/18 erhobenen Ergebnisse sind damit deutlich reprä- sentativer als die Ergebnisse der vorherigen Studie. Die Befragung wurde von der Firma LIGHTSPEED GM I in Form einer Online-Panel-Befragung in drei Wellen zu jeweils rund 550 Interviews durchgeführt. Die erste Welle fand im Dezember/Januar mit einer Stichprobe von 547 sta tt. Die zweite und dritte Welle mit einer Stichprobe von je 550 wurden im Juni/Juli bzw. im September/Oktober durchgeführt. Befragt wurden Personen ab 14 Jahre in deutschen Haushalten (unabhängig von der Nationalität der dort wohnenden) mit Internet- anschluss. Diese stellten 2017 insgesamt 88% der deutschen Haushalte 2. Die Auswahl der Probanden erfolgte über einen Quotenplan bzgl. der zu befragenden Altersgrup- pen, des Wohnsitzes nach Bundesland sowie des Geschlechts. Bei den insgesamt 2.948 Inter- views wurde zunächst mit einer Filterfrage geklärt, ob die Probanden innerhalb der letzten zwölf Monate ein Volksfest oder einen Weihnachtsmarkt besucht hatten. Über eine weitere Filterfrage wurde geklärt, ob ein Besuch in den letzten sechs Wochen erfolgte. War dies der Fall, folgte das vollständige Interview mit Fragen u.a. zum besuchten Volksfest, zum Ausgabeverhalten und zu persönlichen Daten des Probanden. Die Stichprobe der Befragten, die innerhalb der letzten sechs Wochen ein Volksfest oder einen Weihnachtsmarkt besucht hat, liegt bei 1.647. Die Auswahl einer repräsentativen Zufallsstichprobe ermöglicht Aussagen zu den Fehlertoleranzen bei der Hochrechnung der Stichprobe auf die Grundgesamtheit. 2 Quelle: statistisches Bundesamt 2018, Ausstattung privater Haushalte mit PC, Internetzugang und Breitband- anschluss im Zeitvergleich 2007-2017. Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 15 1.4.2 Schriftliche und Online-Be fragung von Schaustellern Die Befragung von Schaustellern wurde mit Hilfe eines schriftlichen Fragebogens durchgeführt, der im Spätsommer 2017 durch den DSB an seine Mitglieder versandt bzw. verteilt wurde. Zusätzlich zur schriftlichen Befragung hatten die Schausteller auch die Möglichkeit, den Fragebogen online auszufüllen. Die Online-Befragung wurde mit Hilfe des Online-Befragungstools Surveymonkey im Zeitraum Januar bis Februar 2018 ergänzend durchgeführt. Die Ergebnisse der Online-Befragung wurden mit den Ergebnissen der schriftlichen Befragung zusammengefasst. Mit insgesamt 308 Teilnehmern wurde bezogen auf die Grundgesamtheit von 3.545 im DSB orga- nisierten Schaustellerunternehmen eine aussagekräftige Stichprobengröße (9% der Grundgesamt- heit) erreicht. Abgefragt wurden Strukturdaten der Unternehmen sowie zur Anzahl besuchter Volksfeste und Weihnachtsmärkte, Angaben zum Vorleistungsbezug und zu Einschätzungen der Branchenent- wicklung. Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 16 2. Branchenprofil Schausteller Die Schausteller sind Beschicker der traditionellen Volksfeste, Kirmessen, Jahrmärkte und mittler- weile auch zahlreicher Weihnachtsmärkte in Deutschland. Seit dem 1. Januar 2002 ist der Begriff des Schaustellers und seine Berufstätigkeit in der Allgemei- nen Verwaltungsvorschrift für den Vollzug des Titels III der Gewe rbeordnung (ReisegewVwV), an deren Erarbeitung der Deutsche Schaustellerbund ma ßgeblich beteiligt war, erstmals einheitlich definiert. Dort heißt es unter Punkt 1.2: Von einer Schaustellereigenschaft ist dann auszugehen, wenn ein Gewerbetreibender 1. mit einer oder mehreren Betriebsstätten, 2. mit nach äußerer Aufmachung und Gestaltung volksfesttypischen Geschäften aus den Bereichen: a) Fahrgeschäfte b) Verkaufsgeschäfte c) Zeltgaststätten, Imbiss und Ausschank (als Reisegewerbe) d) Schau- und Belustigungsgeschäfte e) Schießgeschäfte f) Ausspielungsgeschäfte ausschließlich oder überwiegend seine Reisegewerbetätigkeit an wechselnden Orten auf Volks- festen, Jahrmärkten, Schützenfesten, Kirchweihen und ähnlichen Veranstaltungen ausübt. Schausteller dürfen im Rahmen der Gewerbefreiheit auch an anderen Veranstaltungen teilnehmen oder sich sonst wie gewerbsmäßig betätigen; ihre Schaustellereigenschaft verlieren sie nur dann, wenn solche Tätigkeiten einen weit überwiegenden Anteil einnehmen. Keine Schausteller im Sinne dieser Definition sind zum Beispiel: 1. Hilfsdienst, Lieferanten und Verleiher, die lediglich Serviceleistungen für Schaustellerbe- triebe leisten, wie z.B. Zeltverleiher, 2. Betreiber stationärer Gaststätten, die nur gelegentlich anlässlich von Volksfesten eine Zeltgaststätte betreiben, ansonsten aber nicht als Schausteller tätig sind, 3. Markthandel, der ausschließlich auf Verkaufsveranstaltungen ohne Volksfestcharakter ausgeübt wird. Im Rahmen der Befragung von Schaustellern sowie durch die Auswertung interner Statistiken des DSB e.V. und seiner Mitgliedsverbände wurden aktuelle Daten zur Situation der Branche erfasst. „ “ Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 17 2.1 Struktur der Branche Der DSB zählte Anfang 2018 insgesamt 3.545 aktive Mitglieder – also Schausteller, die eine oder mehrere Geschäftseinheiten betreiben. Schätzungsweise 85% der Schaustellerunternehmen sind im DSB organisierte Mitglieder. Zumeist handelt es sich dabei um Familienbetriebe. In der Regel haben auch die Ehepartner und älteren Kinder bereits eigene Unternehmen, aber keine separate Mitgliedschaft im Verband. Verbandsvertreter schätzen daher, dass es mindestens 1.800 weitere selbstständige Schaustellerunternehmen gibt (ca. 50% der registrierten Mitgliedsunternehmen). Auf Basis der Schaustellerbefragung kann davon ausgegangen werden, dass ein Schaustellerun- ternehmen in durchschnittlich über 2,3 Bereichen des Schaustellergewerbes aktiv ist. 3 Die Branche kommt also auf schätzungsweise rund 5.300 Unternehmen, die mit mindestens 12.300 Geschäfts- einheiten (Sommer- und Wintergeschäfte) Volksfeste beschicken kann. Diese Geschäfte gliedern sich in folgende Typen: Tabelle 1: Struktur der Branche nach Geschäftstypen Typ des Geschäfts Mitglieder DSB Stichprobe* Fahrgeschäfte 27% 28% Gastronomie (z.B. Reisende Zelte, Imbisse, Ausschank) 29% 41% Verkauf nach Schaustellerart (z.B. Eis, Verzehr-, Süßwaren) 21% 19% Spielgeschäfte (Losgeschäfte, Ringe, Derby etc.) 15% 7% Schießgeschäfte 5% 1% Schau und Belustigung (z.B. Irrgarten, Geisterbahn) 4% 3% Quelle: Mitgliederstatistik DSB e.V., Schaustellerbefragung 2018, n = 289 (Werte gerundet) * Schwerpunkt der Schaustellerunternehmen Die in der Folge dargestellten Ergebnisse der Befragung beziehen sich jeweils auf die Anzahl der Befragten, die bei der jeweiligen Frage geantwortet haben und nicht auf die Stichprobe insgesamt. 3 Beispielsweise neben einem Fahrgeschäft für den Sommer noch einen Imbissbetrieb für Weihnachtsmärkte. Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 18 Durchschnittlich sind die befragten Schausteller seit 30 Jahren im Schaustellergewerbe tätig, ihre Familien seit 105 Jahren. Das bedeutet zumeist in fünfter Generation. Das älteste befragte Unter- nehmen ist bereits seit 520 Jahren auf Deutschlands Volksfesten unterwegs. Abbildung 1: Dauer der Tätigkeit des Befragten im Schaustellergewerbe Quelle: Schaustellerbefragung 2018, n=279 Abbildung 2: Dauer der Tätigkeit der Familie im Schaustellergewerbe Quelle: Schaustellerbefragung 2018, n=244 Die befragten Schausteller waren mit insgesamt mindestens 1.267 Geschäften unterwegs. Den umsatzmäßigen Schwerpunkt der 261 Unternehmen, die dazu Angaben machten, bilden dabei am häufigsten die Imbissgeschäfte (23%) sowie die Fahrgeschäfte (22%), die Gastronomie (20,3%) und der Verkauf nach Schaustellerart (18%). Spielgeschäfte (10%), Schau und Belustigung (3%) sowie Schießgeschäfte (2%) werden offen- sichtlich gerne als Zusatzgeschäfte betrieben. 9 17 16 27 53 44 33 24 16 19 21 0 10 20 30 40 50 60 bis 5 Jahre 6-10 Jahre 11-15 Jahre 16-20 Jahre 21-25 Jahre 26-30 Jahre 31-35 Jahre 36-40 Jahre 41-45 Jahre 46-50 Jahre > 50 Jahre Anzahl 6 34 44 69 34 26 4 15 12 0 10 20 30 40 50 60 70 80 bis 25 Jahre 26-50 Jahre 51-75 Jahre 76-100 Jahre 101-125 Jahre 126-150 Jahre 151-175 Jahre 176-200 Jahre > 200 Jahre Anzahl Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 19 Abbildung 3: Umsatzanteil nach Unternehmensbereich Quelle: Schaustellerbefragung 2018, n=261 Je nach Veranstaltungsart sind die Schausteller mit unterschiedlichen Geschäften vertreten. Wäh- rend Besitzer auf Volksfesten fast immer mit Fahr-, Spiel- und Schießgeschäften sowie Schau und Belustigung vertreten sind, spielen diese auf Weihnachtsmärkten eher eine untergeordnete Rolle. Auf Weihnachtsmärkten sind sie in erster Linie mit gastronomischen Angeboten vor Ort. Die Schaustellerunternehmen beschäftigen ganzjährig einschließlich der Inhaber und der mitarbei- tenden Familienangehörigen durchschnittlich 4,5 feste Mitarbeiter. Davon sind durchschnittlich 2,8 Personen Familienangehörige. Hochgerechnet auf 5.300 Schaustellerunternehmen bedeutet dies 23.850 feste Mitarbeiter, davon 14.840 Familienangehörige. Darüber hinaus werden vor Ort in der Sommersaison durchschnittlich 2,5 feste Mitarbeiter und maximal 6 gleichzeitig tätige Aushilfs- kräfte pro Unternehmen eingestellt. In der Weihnachtsmarktsaison sind es 2,8 feste Mitarbeiter und 5,1 maximal tätige Aushilfskräfte pro Unternehmen. Auf Basis dieser Zahlen kann – konservativ geschätzt – davon ausgegangen werden, dass die Schaustellerunternehmen im Durchschnitt ganzjährig mindestens 6 feste Mitarbeiter einschließlich der Inhaber und der mitarbeitenden Fami- lienangehörigen in Vollzeit beschäftigen. 4 Hochgerechnet auf 5.300 Schaustellerunternehmen be- deutet dies 31.800 feste Mitarbeiter, davon mehrheitlich mit 19.960 Personen externe Kräfte. Fast die Hälfte der Unternehmen hat maximal drei Mitarbeiter. Nur 7% der Unternehmen haben mehr als zehn Mitarbeiter. Die Branche ist damit durch Kleinst- und kleine Unternehmen geprägt. 4 Eine genauere Hochrechnung der Vollzeitstellenäquivalente der Aushilfen ist nicht möglich, da nicht genau bekannt ist, ob die Aushilfen bei allen besuchten Volksfesten bzw. für welchen genauen Zeitraum sie jeweils eingestellt werden. Imbiss 23% Fahrgeschäfte 22% Gastronomie 20% Verkauf nach Schaustellerart 18% Spielgeschäfte 10% Schießen 2% Schau und Belustigung 3% Sonstiges 2% Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 20 Tabelle 2: Mitarbeiterzahlen (feste Mitarbeiter ganzjährig, inkl. Familienangehörige) Mitarbeiter Unternehmen Anteil 1 bis 3 119 48% 4 bis 6 83 33% 7 bis 10 29 12% 11 bis 20 14 6% mehr als 20 3 1% Quelle: Schaustellerbefragung 2018, n=248 Nur bei einem Viertel der Schaustellerunternehmen reisen nicht mitarbeitende Familienangehörige mit. Bei 20% sind es zwischen ein und zwei Personen. Abbildung 4: Anzahl nicht mitarbeitender Familienangehöriger Quelle: Schaustellerbefragung 2018, n=249 Im Durchschnitt geben die Schausteller rund 22,00 Euro während eines Aufenthaltstages auf einem Volksfest für persönliche Ausgaben (Lebensmittel, Gebrauchsartikel, Kleidung, persönliche Aus- gaben für Freizeit, Unterhaltung, Bildung etc.) pro Person aus. Angaben zu ihrer Umsatzgrößenklasse machten 165 befragte Unternehmen. Es lässt sich ein Um- satz von durchschnittlich über 465.000 Euro brutto ableiten. 181 50 14 4 0 20 40 60 80 100 120 140 160 180 200 keine 1 bis 2 3 bis 4 5 bis 6 Anzahl Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 21 Abbildung 5: Umsatzgrößenklassen Quelle: Schaustellerbefragung 2018, n=165 Angaben zum unternehmerischen Schwerpunkt und zum Umsatz machten ebenfalls 165 Befragte. Die Bandbreite der Umsätze ist innerhalb der jeweiligen Geschäftsarten sehr hoch. Sie reicht z.B. im Bereich Gastronomie von 50.000 Euro pro Jahr bei einem kleinen Imbissbetrieb bis zu 1,5 Mio. Euro Jahresumsatz bei einem großen Zeltbetrieb. Ähnlich verhält es sich bei den Fahrgeschäften, hier liegen die Umsätze zwischen 50.000 Euro und bis zu 3,0 Mio. Euro pro Jahr. Angesichts der in den Kategorien Spielgeschäfte, Schießgeschäfte, Schau- und Belustigung sowie Verkauf nach Schaustellerart kleinen Stichproben und der groß en Spannbreiten der Umsatzgrößenklassen, die zu einer Verzerrung des Mittelwertes führen können, wurden diese Geschäftstypen zusammenge- fasst. Außerdem weisen wir nachfolgend in Ergänzung zu den arithmetischen Mittelwerten auch die Durchschnittswerte ohne Berücksichtigung des oberen und unteren Quartils aus:  Fahrgeschäfte: Mittelwert ca. 530.000 Euro (ohne oberes und unteres Quartil: 450.000 Euro),  Gastronomie/Imbiss: ca. 600.000 Euro (ohne oberes und unteres Quartil: 475.000 Euro),  Ausspielungen, Schießgeschäfte, Schau- und Belustigung sowie Verkaufsgeschäfte sowie Sonstige: 213.000 Euro (ohne oberes und unteres Quartil: 166.000 Euro). 2.2 Aktivitätsprofil der Schausteller Im Durchschnitt beschicken die Unternehmen mit ihren Geschäften 22 Veranstaltungen pro Jahr (einschließlich Weihnachtsmärkte). 85% beschicken zwischen 10 und 40 Veranstaltungen. Dabei handelt es sich um durchschnittlich vier große Volksfeste, jeweils acht mittlere und kleinere Volks- feste und zwei Weihnachtsmärkte. Mit all ihren Geschäften stehen die Schausteller (ohne Tage für Auf- und Abbau) durchschnittlich an insgesamt 149,4 Tagen pro Jahr auf Volksfesten. Das schließt Spieltage auf Weihnachtsmärk- ten ein, wo man häufig mit einem ausschließlich für diesen Zweck vorhandenen Geschäft präsent ist. Bei durchschnittlich 32 Spieltagen auf Weihnachtsmärkten verbleiben rund 117 Spieltage auf Volksfesten während der übrigen Saison, davon 41 Spieltage auf großen Volksfesten, 43 auf mitt- leren Volksfesten und 33 auf kleineren Volksfesten. 16 75 67 7 0 10 20 30 40 50 60 70 80 bis 50.000,- € 50.001,- bis 200.000,- € 200.001,- bis 1.000.000,- € über 1.000.000,- € Anzahl Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 22 Tabelle 3: Durchschnittliche Anzahl besuchter Veranstaltungen und Veranstaltungstage gesamt Ø-Anzahl besuchter Veranstaltungen Ø-Veranstaltungstage gesamt Große Volksfeste 4,4 41,1 Mittlere Volksfeste 7,9 43,1 Kleine Volksfeste 8,0 32,8 Weihnachtsmärkte 1,7 32,5 Gesamt 22,0 149,4 Quelle: Schaustellerbefragung 2018, n=253/222 Dazu kommen Auf- und Abbautage und reine Reisetage zwischen zwei Veranstaltungsorten. In der übrigen Zeit werden Unterhalts- und Pflegearbeiten durchgeführt, sicherheitsrelevante Wartun- gen vorgenommen sowie Planungs- und Verwaltungstätigkeiten erledigt. 2.3 Wirtschaftliche Situation der Betriebe Die Schaustellerbranche wird durch einen hohen Fixkostenanteil und ein hohes wirtschaftliches Risiko gekennzeichnet. Die Betriebe halten bei jeder Veranstaltung unabhängig von der Nachfrage, die z.B. maßgeblich durch die Witterung beeinflusst wird, das volle Angebot vor. Die Kosten für Auf- und Abbau, das Vorhalten von Personal und die Beleuchtung des Geschäfts entstehen ganz unabhängig von der Zahl der Besucher. Trotz dieser schwierigen Rahmenbedingungen bewerten die Schaustellerunternehmen ihre wirt- schaftliche Situation insgesamt als befriedigend (Schulnote 2,9). Immerhin 33% bewerten ihre Si- tuation als gut oder sehr gut. Auf der anderen Seite konstatieren 6% eine mangelhafte oder gar ungenügende wirtschaftliche Situation. Dieser Wert hat sich in den letzten Jahren verbessert. Abbildung 6: Bewertung wirtschaftliche Situation Quelle: Schaustellerbefragung 2018, n=175 sehr gut 3% gut 30% befriedigend 46% ausreichend 15% mangelhaft 5% ungenügend 1% Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 23 Besorgniserregend ist jedoch, dass sich die Situation für 49% der Betriebe in den letzten drei Jah- ren nach ihrer eigenen Wahrnehmung verschlechtert hat. Abbildung 7: Entwicklung der wirtschaftlichen Situation in den letzten drei Jahren Quelle: Schaustellerbefragung 2018, n=180 Betriebe, deren wirtschaftliche Situation sich in den letzten drei Jahren verschlechtert hat, sehen die Gründe hierfür primär in den:  gestiegenen Lohnkosten (61% der Unternehmen, deren Situation sich verschlechtert hat, be- urteilen diesen Einfluss als stark)  unzureichenden Möglichkeiten, Kosten einzusparen sowie  gestiegenen Gebühren und Abgaben (jeweils 40% der Unternehmen deren Situation sich ver- schlechtert hat, beurteilen diesen Einfluss als stark),  zusätzlichen, neuen Abgaben und Gebühren (36% sehen hier starken Einfluss). Aber auch der erhöhte interne Aufwand in Folge umfangreicherer behördlicher Anforderung (38%), gesunkene Besucherzahlen (35%) und die höheren Einkaufspreise für Waren (19%) haben als Gründe für die genannte Entwicklung Bedeutung. Als sonstige negative Einflüsse auf die Entwick- lung wurden v.a. die Sicherheitskonzepte und Terror genannt. eher verbessert 23% keine Veränderung 28% eher verschlechtert 49% Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 24 3. Volksfeste und Volksfestbesuche Im Folgenden wird ein Überblick über Umfang und Struktur von Angebot und Nachfrage im Bereich der Volksfeste gegeben. Auf das Thema Weihnachtsmärkte wird dabei gesondert eingegangen. 3.1 Das Angebot: Anzahl der Volksfeste in Deutschland Während es für andere Bereiche der Freizeitbranche durchaus detaillierte Statistiken gibt, gestaltet sich eine Analyse der Volksfeste deutlich schwieriger. Amtliche Statistiken sind für diesen Bereich der Freizeitwirtschaft nicht vorhanden. Daher wurde – wie schon für die Marktstudien in 2000 und 2012 – auch für diese Aktualisierung versucht, den sogenannten Komet-Kalender als um- fassendstes Markt- und Messeverzeichnis (erschienen im Pirmasenser Komet Druck- und Verlags- haus) für die Analyse der Volksfeste in Deutschland heranzuziehen. Dieses Verzeichnis der Volksfeste listet für das Jahr 2017 insgesamt 9.241 Veranstaltungen auf, davon u.a. 1.105 Weihnachtsmärkte. Im Jahr 2012 wurden noch 11.368 Eintragungen und im Jahr 2000 14.690 Eintragungen gezählt. Dieser starke Rückgang der im Komet-Kalender zu findenden Eintragungen deckt sich jedoch nicht mit den gerade in den letzten Jahren wieder gestiegenen Besuchszahlen und mit dem tatsächlichen Angebot. Vielmehr ist davon auszugehen, dass die im Komet-Kalender veröffentlichten Volksfeste und Weih- nachtsmärkte nicht mehr den gesamten Volksfestmarkt und ein verzerrtes Bild der Angebotsland- schaft abbilden. 5 Seine Aussagekraft zur Darstellung des Volksfestangebots ist nur noch einge- schränkt gegeben. Zum einen wird der Kalender zu Jahresbeginn veröffentlicht, was bedeutet, dass die Volksfeste schon geraume Zeit vorher gemeldet werden müssen. Zum anderen sind Ver- öffentlichungen auf diversen Online-Portalen und Veranstaltungskalendern auf dem Vormarsch. Der Deutsche Schaustellerbund schätzt aufgrund eigener Erhebungen und der ständigen Rück- sprache mit seinen 91 Mitgliedsverbänden, dass von 2012 bis 2017/18 nur noch rund 150 Volks- feste verschwunden sind. Damit würde sich die aktuelle Zahl bei 9.750 Volksfeste nach 9.900 in 2012 bewegen. Die tatsächliche Anzahl an Weihnachtsmärkten ist ebenfalls schwer abzuschätzen. Laut dem Deut- schen Schaustellerbund ist bei den Weihnachtsmärkten hingegen eher ein leichtes Wachstum zu beobachten. Jährlich kommen neue Weihnachtsmärkte, auch von privaten Veranstaltern z.B. auf Burgen oder in Höfen, hinzu. Andere Weihnachtsmärkte verlängern ihre Veranstaltungen bis in den Januar hinein. Die seit langem in vielen Quellen gehandelte Zahl von rund 2.500 Weihnachtsmärk- ten pro Jahr in Deutschland dürfte sich daher heutzutage eher bei geschätzt jährlich 3.000 Ver- anstaltungen bewegen. 5 Deutliches Indiz dafür ist, dass nach dem Komet-Kalender in einzelnen Bundesländern eine mittelhohe dreistellige Zahl von Volksfesten weggebrochen sein soll und sich danach die Veranstaltungszahl um 30% bis 40% in den letzten fünf Jahren verringert habe. Dies ist nicht plausibel. Stichprobenweise Recherchen von ift haben ergeben, dass viele Veranstaltungen und Angebote noch existieren, allerdings nicht mehr im Komet- Kalender gelistet werden. Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 25 3.2 Das Image: Das Volksfest aus Sicht der Besucher Das Image spiegelt den Gesamteindruck, den die Besucher von Volksfesten haben, wider. Dabei handelt es sich um ein subjektives Empfinden, welches das Verhalten der Besucher beeinflussen kann. Zusammenfassend empfinden die Besucher laut den Befragungsergebnissen das Volksfest als einen Ausflugsort für die ganze Familie, der einen wichtigen Beitrag zur Tradition und Kultur leistet. Der letzte Volksfestbesuch wird von den meisten Befragten als gelungener Ausflug wahrgenom- men. 3.3 Die Nachfrage: Umfang und St ruktur der Volksfestbesuche Im Rahmen der Online-Befragung wurden außer Daten zu Besuchen von Volksfesten auch Daten zu Besuchen von Weihnachtsmärkten erhoben. Die entsprechenden Ergebnisse werden in den folgenden Kapiteln jeweils separat ausgewiesen. 3.3.1 Volksfestbesuchsintens ität der Bevölkerung Im Rahmen der Online-Befragung (n=2.948, deutsche Bevölkerung zwischen 14 und 70 Jahren in Haushalten mit Internetanschluss) gaben 77,6% der Befragten an, in den letzten zwölf Monaten mindestens ein Mal ein Volksfest, eine Kirmes, einen Jahrmarkt oder ein Schützenfest besucht zu haben. 3.3.2 Volksfestbesuchshäufigkeit Die Befragten, die in den letzten zwölf Monaten ein Volksfest besucht hatten, sind in diesem Zeit- raum an durchschnittlich rund 3,9 Tagen auf solche Veranstaltungen gegangen. Die Besuchshäufigkeit der Volksfeste korreliert mit dem Alter. Die befragten 14- bis 24-Jährigen gaben an, durchschnittlich 4,9 Volksfestbesuche pro Jahr zu unternehmen. Bei den 25- bis 34- Jährigen sind es noch 4,7 Besuche pro Jahr, bei den 35- bis 44-Jährigen 4,8 Besuche. Die ge- ringste Besuchshäufigkeit weisen mit 3,5 Volksfestbesuchen pro Jahr die 55- bis 70-Jährigen auf. Die Besuchshäufigkeit liegt bei Männern deutlich höher als bei Frauen. Von den Befragten, die angegeben hatten, im letzten Jahr ein Volksfest besucht zu haben, besuchten die männlichen Be- fragten an durchschnittlich 4,5 Tagen ein Volksfest, die weiblichen Befragten an 3,7 Tagen. Personen, die in Haushalten mit einem monatlichen Nettoeinkommen von gleich oder größer 2.600 Euro wohnen, besuchen Volksfeste signifikant häufiger als Angehörige der darunter liegen- den Einkommensgruppen. Lediglich die Haushalte mit einem Nettoeinkommen zwischen 1.500 und 2.000 Euro stechen mit einer Besuchshäufigkeit von 4,7 Tagen heraus. Die höchste Besuchshäu- figkeit haben Personen mit einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen von größer oder gleich 5.000 Euro. Sie besuchen Volksfeste an durchschnittlich 4,8 Tagen im Jahr. Bei der Häufigkeit der Besuche auf Weihnachtsmärkten ergibt sich ein anderes Bild. Mit durch- schnittlich 3,6 Besuchen pro Jahr werden insgesamt weniger Besuche getätigt, was mit der kürze- ren Weihnachtsmarktsaison zusammenhängt (vgl. dazu Kapitel 5). Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 26 Diese Besuchshäufigkeit ist bei den 25- bis 34-Jä hrigen am höchsten mit 4,4 Besuchen pro Jahr. Die 14- bis 24-Jährigen haben in den vergangenen zwölf Monaten an 4,3 Tagen einen Weihnachts- markt besucht. Die über 45-jährigen gaben noch 3,0 Besuche an. Mit 2,9 Besuchstagen pro Jahr gehen die über 55-Jährigen am wenigsten auf Weihnachtsmärkte. Die Besuchshäufigkeit liegt bei Männern etwas höher als bei Frauen. Die Besuchshäufigkeit auf Weihnachtsmärkten ist in allen Einkommensgruppen ähnlich hoch. Personen mit einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen von 1.500-2.000 Euro besuchten Weihnachtsmärkte mit 4,3 Tagen am häufigsten. Die folgende Tabelle zeigt die Besuchsanteile und -häufigkeiten von Volksfesten und Weihnachts- märkten nach dem Wohnort der Befragten. Tabelle 4: Besuchshäufigkeit nach Herkunftsbundesland der Befragten Herkunftsbundes- land Anzahl der Besuche in den letzten 12 Monaten… (2012) Anzahl der Besuche in den letzten 12 Monaten… (2017/18) Volksfeste, Kir- messen etc. Weihnachts- märkte Volksfeste, Kir- messen etc. Weihnachts- märkte Baden-Württemberg 3,1 2,5 4,8 4,6 Bayern 4,0 2,6 4,1 3,0 Berlin 5,5 2,7 4,4 3,8 Brandenburg 3,1 2,6 3,2 2,6 Bremen Wegen zu geringer Stichproben- größe keine Angabe möglich 3,2 2,9 Hamburg 4,4 3,8 4,1 5,8 Hessen 3,4 2,8 4,8 3,1 Mecklenburg-Vorp. 2,5 1,9 4,1 3,2 Niedersachsen 3,6 2,5 3,7 3,3 Nordrhein-Westfalen 3,7 2,9 3,9 3,5 Rheinland-Pfalz 3,7 2,1 4,9 3,5 Saarland 3,4 2,2 4,5 3,9 Sachsen 3,7 2,4 3,7 3,6 Sachsen-Anhalt 2,0 2,4 3,7 3,3 Schleswig-Holstein 2,7 3,7 3,9 3,7 Thüringen 3,4 2,1 3,8 3,3 Eigene Darstellung ift GmbH 2018 Waren 2012 noch Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Hol- stein die Bundesländer mit den wenigsten Volksfestbesuchen der Befragten, so sind es laut der aktuellen Befragung weiterhin Brandenburg, aber auch Bremen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen. Eine besonders hohe Volksfestbesuchshäufigkeit weisen Rheinland-Pfalz, Baden- Württemberg und Hessen auf, aber auch Berlin, Bayern, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern sowie das Saarland verzeichnen über 4,0 Volksfestbesuchstage der Befragten pro Jahr. Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 27 Es zeigt sich also, dass der Schwerpunkt der Volksfestbesuchsaktivität im Westen und Süden der Republik liegt und damit weitgehend der Angebotsstruktur entspricht. Volksfestbesuche werden vor allem von Einheimischen unternommen. Mehr als 85% der Veran- staltungsbesucher kommen aus einem Radius von unter 50 km. Im Durchschnitt nehmen die Volks- festbesucher der ersten Befragungswelle rund 48 km Anreisestrecke auf sich, in der zweiten Be- fragungswelle sind es rund 31 km und in der dritten Welle sogar 62 km. Die akzeptierte Anreise- strecke war somit im Herbst doppelt so hoch wie im Sommer, was vermutlich an den zahlreichen Großveranstaltungen im Spätsommer und Herbst liegt, zu denen Besucher in der Regel auch eine weitere Anreise in Kauf nehmen. Für 65% der Befragten war der Besuch des letzten Volksfestes der Hauptanlass für einen gezielten Tagesausflug vom Wohnort aus. 29% der Befragten besuchten die letzte Veranstaltung, da sie sich aus einem anderen Anlass, wie z.B. einem Einkaufsbummel, der Arbeit, Schule etc. ohnehin am Veranstaltungsort aufhielten. Vor allem in der ersten Welle war der Anteil der Befragten, die die Veranstaltung besuchten, weil sie ohnehin am Veranstaltungsort waren, mit 37% deutlich höher, was dafür spricht, dass Weihnachtsmarktbesuche häufiger mit ohnehin getätigten Aktivitäten wie Einkäufen oder Arbeitswegen verbunden werden. Nur 6% der insgesamt befragten Volksfestbesu- cher haben die zuletzt besuchte Veranstaltung im Rahmen einer mehrtägigen Reise mit Übernach- tung außerhalb des eigenen Wohnortes besucht. Abbildung 8: Anreisestrecke letzter Veranstaltungsbesuch Quelle: Darstellung ift GmbH auf Basis Online-Panel-Befragung Volksfestbesucher n=1.647 3% 86% 5% 2% 1% 3% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% <1 km 1 - 50 km 51 - 100 km 101 - 150 km 151 - 200 km 200+ km Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 28 Abbildung 9: Entwicklung der Besuchshäufigkeit im vergangenen Jahr Quelle: Darstellung ift GmbH auf Basis Online-Panel-Befragung Volksfestbesucher n=1.647 Bei der Frage nach der Entwicklung der Anzahl der Volksfestbesuche im vergangenen Jahr ergab sich eine stabile Besuchshäufigkeit. Rund ein Sechstel der Befragten gab an, mehr Volksfeste be- sucht zu haben, als noch im Vorjahr. Rund 15% zeigten eine eher geringere Besuchshäufigkeit auf Volksfesten. Bei der Interpretation dieser Werte ist zu berücksichtigen, dass Personen, die anders als früher zuletzt keinen Volksfestbesuch mehr unternommen haben (=Abnahme der Aktivität auf null), nicht mehr in der Stichprobe enthalten sind, da diese nur Personen umfasst, die zumindest in den letzten sechs Wochen eine solche Veranstaltung besucht hatten. Bezogen auf die Gesamtbevölkerung dürfte die Besuchshäufigkeit daher etwas stärker gesunken sein. Eher zugenommen 17% Etwa gleich geblieben 68% Eher abgenommen 15% Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 29 3.3.3 Besuchsvolumen Aus der Volksfestbesuchsintensität und der Besuchshäufigkeit lässt sich das Besuchsvolumen ab- leiten und auf die Bevölkerung im Alter von 14 bis 70 Jahren hochrechnen:  Grundgesamtheit 59,7 Mio.6 x 77,6% x 3,9 Besuche p.a. = 180,6 Mio. Besuche Das entspricht einer Aktivitätsquote von 3,0 Besuchen pro Person. Ausländische Besucher wurden im Rahmen dieser Erhebungen nicht erfasst. Ihr Anteil an den Besuchern beträgt auf dem Oktoberfest in München 19%.7 Dies ist jedoch ein Spitzenwert, der von keinem anderen Volksfest in Deutschland erreicht wird. Die Volksfeste in Nordrhein-Westfalen ver- zeichnen allerdings einen regen Zustrom von Besuchern aus den Niederlanden, auf Volksfesten im Saarland, in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg spielen französische Besucher eine Rolle, bayerische Volksfeste begrüßen Besucher aus Österreich und der Tschechischen Republik. Da insgesamt ein großer Anteil der Besucher auf die besucherstarken Volksfeste in Deutschland entfällt, gehen wir von  insgesamt 9,0 Mio. ausländischen Besuchen auf deutschen Volksfesten aus. Insgesamt ergibt sich somit ein Besuchsvolumen von 189,6 Mio. Besuchen auf deutschen Volksfesten pro Jahr.8 Die folgende Tabelle zeigt die offiziellen Besuchszahlen der besucherstärksten Volksfeste in Deutschland.9 Diese 29 Volksfeste kommen allein schon auf 52,4 Mio. Besucher, also rund 25% der Gesamtbesuche auf Volksfesten. 6 Quelle: Statistisches Bundesamt, Stand 31.12.2016 7 Quelle: Stadt München, Besucherbefragung Oktoberfest 2011 8 Bezieht sich auf den Zeitraum Winter 2016/17 bis Herbst 2017. 9 Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Kieler Woche (3,0 Mio. Besuche) wurde hierbei nicht berücksichtigt. Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 30 Tabelle 5: Die größten Volksfeste in Deutschland nach offiziellen Besuchszahlen 2018 Ort Volksfest Besuchszahl München Oktoberfest 6.200.000 Herne Cranger Kirmes 4.000.000 Düsseldorf Rheinkirmes 4.000.000 Bremen Freimarkt 4.000.000 Stuttgart Cannstatter Wasen 4.000.000 Hamburg Sommerdom 2.500.000 Hamburg Frühjahrsdom 2.500.000 Hamburg Winterdom 2.000.000 Nürnberg Frühlingsfest 1.800.000 Nürnberg Herbstvolksfest 1.700.000 Oldenburg Kramermarkt 1.500.000 Straubing Gäubodenvolksfest 1.400.000 Stuttgart Frühlingsfest 1.300.000 Erlangen Bergkirchweih 1.300.000 Paderborn Libori 1.200.000 Bonn Pützchens Markt 1.200.000 Hannover Schützenfest 1.000.000 Bremen Osterwiese 1.000.000 Fürth Michaeliskirchweih 1.000.000 Hamburg Hafengeburtstag 1.000.000 Hannover Frühlingsfest 1.000.000 Neuss Bürger-Schützenfest 1.000.000 Ob-Sterkrade Fronleichnamskirmes 1.000.000 Rosenheim Herbstfest 1.000.000 Rostock Hanse Sail 1.000.000 Soest Allerheiligenkirmes 1.000.000 Düren Annakirmes 800.000 Rudolstadt Vogelschießen 500.000 Lutherstadt Eisleben Eisleber Wiesenmarkt 500.000 Quelle: Eigene Recherchen Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 31 3.3.4 Begleitung beim Volksfestbesuch Volksfestbesuche werden in Begleitung unternommen. In der Online-Panel-Befragung gaben ins- gesamt über 90% der befragten Volksfestbesucher an, dass sie das letzte Volksfest in Begleitung besucht haben. Im Schnitt waren sie mit 3 Personen auf dem Volksfest. 8% waren in einer Gruppe von 6 bis 10 Personen unterwegs, 2% mit noch größeren Gruppen. 28% aller Befragten gab an, den letzten Volksfestbesuch mit einem oder mehreren Kindern unter- nommen zu haben. Von den 464 Befragten, die Angaben zur Anzahl der Kinder machten, die sie begleitet haben, waren 64% mit einem Kind und 27% mit zwei Kindern auf dem letzten Volksfest. Die Kinder der Befragten waren im Durchschnitt 10 Jahre alt. Abbildung 10: Anzahl der begleitenden Kinder beim letzten Volksfestbesuch Quelle: Darstellung ift GmbH auf Basis Online-Panel-Befragung Volksfestbesucher n=464, alle Befragten, die mit Kindern das letzte Volksfest besucht haben 1 Kind 64% 2 Kinder 27% 3 Kinder 5% > 3 Kinder 4% Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 32 3.4 Größe und Frequentierung der besuchten Volksfeste Nach der Einschätzung der im Rahmen der Online-Panel-Umfrage befragten Volksfestbesucher handelte es sich bei:  28% der zuletzt besuchten Volksfeste um „große Volksfeste“,  bei 45% um „mittlere Volksfeste“ und  bei 27% um „kleine Volksfeste“. Geht man davon aus, dass ausländische Besucher primär die großen Volksfeste (wie z.B. das Oktoberfest) aufsuchen, so ergibt sich daraus in etwa folgende Verteilung der Besuche:  ca. 53,1 Mio. Besuche auf großen Volksfesten,  ca. 85,3 Mio. Besuche auf mittleren Volksfesten und  ca. 51,2 Mio. Besuche auf kleinen Volksfesten. Bei der Frage nach der Frequentierung des besuchten Volksfestes gaben 30% der Befragten an, es sei „richtig voll“ gewesen. Als „gut besucht“ bezeichneten 63% der Befragten das zuletzt be- suchte Volksfest. Rund 7% gaben „es waren wenig Leute da“ an. Setzt man diese Angaben in Bezug zur Größe des besuchten Volksfestes, so ze igt sich, dass vor allem die kleinen Volksfeste schwach frequentiert waren:  „Richtig voll“ waren 51% der besuchten großen Volksfeste, aber nur 12% der besuchten kleinen Volksfeste.  „Wenig Leute“ waren auf lediglich 5% der besuchten großen Volksfeste, aber auf 69% der be- suchten kleinen Volksfeste. Ausgehend von den dargestellten Ergebnissen kann die Struktur von Volksfestangebot und -nach- frage wie folgt zusammengefasst werden. Tabelle 6: Strukturdaten der Volksfeste nach ihrer Größe Volksfestgröße Besucher in Mio. Volksfeste* Ø Besuche Groß 53,1 160 ca. 330.000 Mittel 85,3 3.120 ca. 27.000 Klein 51,2 6.470 ca. 8.000 Gesamt 189,6 9.750 19.500 Eigene Darstellung ift GmbH 2018, alle Werte gerundet, * Schätzung auf Basis Komet-Kalender und DSB Die vergleichsweise geringe Zahl von Besuchern der Vielzahl kleinerer Volksfeste macht deutlich, warum diese Veranstaltungen für viele Schausteller nicht mehr attraktiv sind. Angesichts der ge- ringen Frequenzen ist es bei annähernd gleichen Betriebskosten wesentlich schwerer, ausrei- chende Einnahmen zu erzielen. Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 33 4. Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste 2018 Im Rahmen der Ermittlung der wirtschaftlichen Bedeutung der Volksfeste werden auf Basis der Angaben zu den Besucherausgaben zunächst die Branchenumsätze ermittelt. Anschließend wer- den auf Basis der Angaben der Schausteller zu ihrer Ausgabenstruktur die direkten monetären Effekte für die ausrichtenden Kommunen ermittelt. Dazu zählen Wertschöpfung, Arbeitsmarktef- fekte und fiskalische Effekte. Die wirtschaftlichen Effekte durch Investitionen, Transportkosten der Schausteller sowie Einkommen der Schausteller bleiben unberücksichtigt. 4.1 Ausgaben der Volksfestbesucher Im Rahmen der Online-Panel-Befragung wurden 1.647 Personen, welche in den jeweils zurücklie- genden sechs Wochen ein Volksfest besucht hatten, zu ihren Ausgaben auf dem zuletzt besuchten Volksfest befragt. 4.1.1 Höhe und Struktur der Tagesausgaben Volksfestbesucher in Deutschland geben ausgehend von den Ergebnissen der Online-Panel-Be- fragung durchschnittlich 52,53 Euro pro Besuch aus. Diese Ausgaben beziehen sich auf durch- schnittlich 2,1 Personen. Somit ergeben sich auf Basis der durchgeführten Online-Panel-Befragung durchschnittliche Pro-Kopf-Ausgaben von rund 25,00 Euro je Besuchstag. Tabelle 7: Ausgaben auf Volksfesten 2018 Ausgaben für Ausgaben in Euro gesamt pro Kopf Gastronomie 22,80 10,90 Einkäufe 10,00 4,70 Fahrgeschäfte 9,80 4,70 Spielgeschäft 4,10 2,00 Sonstiges 2,10 1,00 Schau und Belustigung 2,00 0,90 Schießen 1,80 0,90 Quelle: Online-Panel-Befragung Volksfestbesucher n=1.647, Werte gerundet Mit Abstand die höchsten Ausgaben werden für Gastronomie (inkl. Imbiss) getätigt, nämlich 43% der Gesamtausgaben. Es folgen die Einkäufe, zu denen beispielsweise auch Süßwaren zählen, mit 19%. Ähnlich viel wird für die Fahrgeschäfte aufgewendet (19%). Für das Schießen (3%), Schau und Belustigung (4%), Spielgeschäfte (8%) beziehungsweise Sonstiges (4%) wird jeweils deutlich weniger ausgegeben.  Wer ein bis fünf Tage pro Jahr auf ein Volksfest geht, gibt pro Tag und Kopf durchschnittlich rund 17,20 Euro aus. Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 34  Besucher mit sechs bis zehn jährlichen Besuchen geben pro Tag und Kopf 25,30 Euro aus.  Regelmäßige Volksfestbesucher (16 oder mehr Besuche pro Jahr) geben durchschnittlich rund 35,70 Euro pro Kopf aus. Auf dieser Basis sowie der in Kapitel 3.3.3 dargestellten Zahl der Volksfestbesuche ergeben sich Gesamtausgaben auf deutschen Volksfesten durch Besucher mit Wohnsitz in Deutschland in Höhe von 4,52 Mrd. Euro. Dazu kommen die Ausgaben der ausländischen Besucher. Aus Mangel an qualifizierten Daten wird für die Besucher mit Wohnsitz im Ausland von den gleichen Pro-Kopf- Ausgaben ausgegangen. 10 Auf dieser Basis ergeben sich rund 226 Mio. Euro, die ausländische Besucher auf deutschen Volksfesten lassen. Insgesamt werden somit auf deutschen Volksf esten pro Jahr durch die Besucher aktuell brutto 4,75 Mrd. Euro ausgegeben. Dieser Umsatz fließt aber nur zu einem gewissen Teil der traditionellen Schaustellerbranche zu, da Volksfeste und Weihnachtsmärkte nich t nur von Schaustellern, sondern von zehn- tausenden Markthändlern, Brau ereien, Vereinen, der örtliche n Gastronomie, Metzgereien, Bäckereien und Kunsthandwerkern beschickt werden. Der Anteil der Schausteller an der Gesamtzahl der Beschicker solcher Veranstaltungen be- trägt zwischen ca. 20 und 90 %. 4.1.1.1 Ausgaben in Abhängigkeit vo n der Größe des besuchten Volksfestes Wie auch in anderen Branchen der Freizeitwirtschaft gibt es bei den Volksfesten einen Zusammen- hang zwischen der Größe und der Höhe der durch die Besucher getätigten Ausgaben. Dies hängt u.a. damit zusammen, dass die Aufenthaltsdauer auf einer größeren und somit auch besucherstär- keren Veranstaltung länger ist. Man braucht schlichtweg mehr Zeit, um das Angebot auszuschöp- fen.  Wer zuletzt ein großes Volksfest besucht hat, gab pro Tag und Kopf durchschnittlich rund 35,00 Euro aus.  Besucher mittlerer Volksfeste gaben pro Tag und Kopf durchschnittlich rund 24,00 Euro aus.  Besucher kleiner Volksfeste hatten Pro-Kopf-Ausgaben von durchschnittlich gerundet 17,00 Euro pro Tag. Höhere Ausgaben bei größeren Volksfesten bedeuten, dass der Um satzanteil der großen Volksfeste noch wesentlich größer ist, als ih r Anteil an den Besuchszahlen auf deutschen Volksfesten. Das macht sie selbstverständlich auch für die Schausteller besonders interes- sant. Auf der anderen Seite sorgen die geri ngen Pro-Kopf-Ausgaben bei Volksfesten mit 10 Tatsächlich dürften die Ausgaben der ausländischen Besucher überdurchschnittlich sein, da sie einerseits primär die besonders großen Volksfeste ansteuern (allen voran das Oktoberfest) und andererseits längere Anreisewege als die deutschen Besucher haben. Solche längeren Anreisewege korrelieren in der Freizeitwirt- schaft mit der Ausgabenhöhe. Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 35 wenigen Besuchern dafür, dass diese für die Schausteller und damit letztlich auch für die Besucher immer unattraktiver werden. Die Folge ist ein Konzentrationsprozess, der auch aus anderen Bereichen der Freizeitwirtschaft bekannt ist. 4.1.1.2 Ausgaben in Abhängigkeit von soziodemografischen Merkmalen Die Höhe der auf Volksfesten getätigten Ausgaben hängt stark mit dem jeweiligen Einkommen der Besucher zusammen. So geben Personen mit einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen von bis zu 900 Euro rund 19,70 Euro pro Kopf aus, während Personen mit einem Einkommen von 901 bis 1.300 Euro mit durchschnittlich gerundet 18,00 Euro pro Kopf die niedrigsten Ausgaben auf- weisen. Personen mit einem Einkommen von 3.600 bis 5.000 Euro haben durchschnittliche Pro- Kopf-Ausgaben von 29,60 Euro pro Tag. Personen mit mehr als 5.000 Euro Haushaltsnettoein- kommen geben durchschnittlich sogar 34,20 Euro pro Kopf und Tag aus. Insofern beeinflusst auch die Kaufkraft am Veranstaltungsort das Umsatzpotenzial eines Volksfestes maßgeblich. Zwischen dem Alter der Besucher und der Höhe der Pro-Kopf-Ausgaben besteht ebenfalls ein Zu- sammenhang, wobei sich hier auch die in Abhängigkeit vom Alter unterschiedliche Einkommens- situation widerspiegelt. Am wenigsten geben die 14- bis 24-Jährigen mit gerundet 19,10 Euro pro Kopf aus. Am meisten geben die 25- bis 34-Jährigen mit rund 32,50 Euro pro Kopf aus. Mit zuneh- mendem Alter sinken die Ausgaben dann wieder. Bei den über 55-Jährigen sind es noch 22,30 Euro. Männer sind deutlich ausgabefreudiger als Frauen: Sie geben gerundet 27,10 Euro pro Kopf und Tag aus, Frauen nur 22,80 Euro. 4.2 Regionalwirtschaftliche Effekt e der deutschen Volksfeste Die durch die Volksfeste ausgelösten regionalwirtschaftlichen Effekte umfassen:  Monetäre Effekte durch die Ausgaben von Besuchern und Schaustellern vor Ort  Einkommenswirkungen (Wertschöpfungseffekt),  Arbeitsmarkteffekte und  fiskalische Effekte (für die kommunalen Haushalte). Auf Basis der entsprechenden Ergebnisse werden am Ende des Kapitels leicht anzuwendende Kennziffern zur Abschätzung der verschiedenen regionalwirtschaftlichen Effekte eines Volksfestes in Abhängigkeit von seiner Größe und Dauer dargestellt. 4.2.1 Monetäre Effekte Die monetären Effekte von Volksfesten ergeben sich primär durch:  den Vorleistungsbezug der Schaustellerunternehmen am Veranstaltungsort,  zu entrichtende Abgaben und Gebühren, Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 36  die Konsumausgaben der Schausteller, ihrer Familienangehörigen sowie ihrer Beschäftigten und  die Ausgaben, welche seitens der Volksfestbesucher außerhalb des Volksfestgeländes getätigt werden. Dazu zählen beispielsweise Ausgaben für öffentliche Transportmittel oder eine Hotel- übernachtung. Dabei werden nur die Volksfestbesucher berücksichtigt, die als Tourist im Rah- men einer Übernachtungsreise oder als Tagesausflügler mit Hauptanlass Volksfestbesuch die jeweilige Veranstaltung besuchen. 4.2.1.1 Betriebskosten (ink l. Personalkosten) Für den Betrieb ihrer Geschäfte entstehen den Schaustellern vor Ort Kosten. Im Rahmen der Be- fragung wurden die entsprechenden Betriebskosten im letzten Jahr insgesamt abgefragt sowie der jeweilige Anteil, der üblicherweise aus Ausgaben am Veranstaltungsort resultiert. In Summe beliefen sich die angegebenen Betriebskosten vor Ort auf durchschnittlich rund 225.000 Euro im letzten Jahr. 54% der Kosten fielen vor Ort an. Dabei schwankt die Höhe der jeweiligen Anteile der Ausgaben am Veranstaltungsort von rund einem Drittel für Personal 11 und technische Abnahmen, rund 40% für Wareneinkäufe und Reparaturen, über 50% für sonstige Gebühren und Lebensmitteleinkäufe zur Weiterverarbeitung im Betrieb vor Ort, über zwei Drittel für Werbung, Strom/Betriebsstoffe oder (Ab-)Wasser bis hin zu 100% für die Standgebühren. Die wichtigste Position der Kosten vor Ort bilden dabei die Standgebühren und sonstigen Gebühren mit über 67.000 Euro pro Jahr und knapp 43.000 Euro Wareneinkäufe für den Betrieb. Bei 5.300 Schaustellerunternehmen bedeutet dies rund 1,2 Mrd. Euro, die jährlich durch die Schau- stellerunternehmen für Betriebskosten vor Ort aufgewendet werden. 4.2.1.2 Persönliche Ausgaben Die Schaustellerfamilien wurden zu ihren persönlichen Ausgaben während des Volksfestes vor Ort befragt. Im Durchschnitt ergaben sich:  Ausgaben von rund 75,90 Euro pro Tag, die sich auf   durchschnittliche Tagespersonenausgaben von rund 22,00 Euro bedeuten. Hochgerechnet auf 149,4 beschickte Veranstaltungstage ergeben sich Gesamtausgaben von rund 11.344 Euro pro Unternehmen. Das bedeutet, dass 5.300 Schaustellerunternehmen über 60,1 Mio. Euro an Konsumausgaben in den Standortkommunen tätigen. Durch die nicht zur Schaustellerfa- milie gehörenden festen Mitarbeiter kommen bei Annahme gleicher Tagespersonenausgaben schätzungsweise weitere 29,6 Mio. Euro an persönlichen Ausgaben hinzu. 11 Hierunter fallen insbesondere die Ausgaben der Aushilfen, die meist vor Ort engagiert werden. rund 3,4 Personen (inkl. nicht mitarbeitende Familienangehörige) bezogen und somit Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 37 4.2.1.3 Ausgaben von Volksfestbesu chern außerhalb des Volks- festgeländes In der Online-Panel-Befragung wurden auch die Ausgaben der Volksfestbesucher außerhalb des Volksfestgeländes abgefragt. 34,6% der Befragten, die in den letzten sechs Wochen ein Volksfest besucht haben, gaben an, auch außerhalb des Veranstaltungsgeländes Ausgaben getätigt zu ha- ben. Für 65,3% der Besucher war der Volksfestbesuch der Hauptanlass für einen gezielten Tagesaus- flug vom Wohnort aus. Weitere sechs Prozent besuchten die Veranstaltung im Rahmen einer mehr- tägigen Reise mit Übernachtung. Ausgehend von den Ergebnissen der Online-Panel-Befragung gibt dieser Anteil der Volksfestbe- sucher durchschnittlich 61,80 Euro pro Besuch außerhalb des Veranstaltungsgeländes aus. Diese Ausgaben beziehen sich auf durchschnittlich 2,1 Personen. Somit ergeben sich für rund 35% der Volksfestbesucher zusätzliche durchschnittliche Pro-Kopf-Ausgaben von 29,70 Euro je Besuchs- tag für Ausgaben außerhalb des Volksfestgeländes. Tabelle 8: Ausgaben außerhalb des Volksfestgeländes 2018 Ausgaben für Ausgaben in Euro gesamt pro Kopf Einzelhandel 24,80 11,80 Verpflegung im Gast- gewerbe 17,00 8,10 Übernachtung 9,10 4,30 Freizeitaktivitäten 4,00 1,90 ÖPNV 2,80 1,00 Dienstleistungen 2,20 1,00 Taxi 2,00 0,90 Quelle: Online-Panel-Befragung Volksfestbesucher n=569, Werte gerundet Geben nun 34,6% der 189,7 Mio. Volksfestbesucher 29,70 Euro außerhalb des Volksfestgeländes aus und berücksichtigt man dabei nur die Ausgaben der rund 71% Volksfestbesucher, die als Tou- risten mit Übernachtung bzw. als Tagesausflügler mit Hauptanlass Volksfestbesuch die jeweilige Veranstaltung besuchten, dann ergeben sich weitere Ausgaben in Höhe von insgesamt 1.388 Mio. Euro brutto. Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 38 4.2.1.4 Zusammenfassung der monetären Effekte Insgesamt summieren sich die monetären Effe kte durch die Betriebskosten (1,195 Mrd. Euro), die Konsumausgaben der Schausteller, ihrer Familien und Angestellten (90 Mio. Euro) sowie die Ausgaben der Volksfestbesucher außerhalb des Volksfestgeländes (1.388 Mio. Euro) auf rund 2.67 Mrd. Euro brutto. 4.2.2 Wertschöpfungseffekt Die Wertschöpfung entspricht dem von einer Branche in einer bestimmten Periode (z.B. in einem Geschäftsjahr) geschaffenen Wertzuwachs. Sie gilt heute als die geeignetste Größe, um die Leis- tung eines Unternehmens bzw. einer Branche zu messen. Abbildung 11: Die Wertschöpfung im Überblick Eigene Darstellung ift GmbH 2013 Bei der Ermittlung der Wertschöpfung sind folgende Faktoren relevant:  Vorleistungen sind Güter und Dienstleistungen, die nicht in der eigenen Unternehmung pro- duziert werden, sondern von Dritten bezogen werden. Also z.B. Warenbezüge, Energie, Ver- brauchsmaterial, Versicherungen usw.  Bei der Bruttowertschöpfung handelt es sich um die Gesamtunternehmungsleistung (Produk- tionswert = Umsatz abzgl. Mehrwertsteuer) abzüglich der Vorleistungen.  Die Nettowertschöpfung errechnet sich aus der Bruttowertschöpfung abzüglich der in der Un- ternehmung vorgenommenen Abschreibungen. Die Nettowertschöpfung wird verteilt und fließt so wiederum in die Volkswirtschaft ein: In Form von Löhnen an das Personal, von Zinsen an GESAMTUNTERNEHMUNGSLEISTUNG (Produktionswert = Umsatz ./. MwSt) BRUTTOWERTSCHÖPFUNG NETTOWERTSCHÖPFUNG Vorleistungen Abschreibungen Mitarbeiter (Lohn) Staat (Steuern) Fremdkapitalgeber (Fremdkapitalzinsen) Eigenkapitalgeber (Dividenden) Unternehmung (Gewinn) GESAMTUNTERNEHMUNGSLEISTUNG (Produktionswert = Umsatz ./. MwSt) BRUTTOWERTSCHÖPFUNG NETTOWERTSCHÖPFUNG Vorleistungen Abschreibungen Mitarbeiter (Lohn) Staat (Steuern) Fremdkapitalgeber (Fremdkapitalzinsen) Eigenkapitalgeber (Dividenden) Unternehmung (Gewinn) Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 39 die Fremdkapitalgeber, von Dividenden an die Eigenkapitalgeber und von Reingewinn an die Unternehmung (zur eventuellen Reinvestition).  Das Bruttoinlandsprodukt ist die Summe der Bruttowertschöpfungen aller Wirtschaftszweige in einer Volkswirtschaft. Zur Berechnung der Wertschöpfung aus den Umsätzen werden Quoten herangezogen. Diese Wertschöpfungsquoten, die je nach Wirtschaftsbereich differieren, drücken aus, wie einkommens- wirksam die Umsätze sind, also wie viel Prozent des Nettoumsatzes tatsächlich als Löhne, Gehäl- ter und Gewinne verbleiben, also zu Einkommen werden. Die Wertschöpfungsquoten reichen da- bei von zwölf Prozent im Lebensmitteleinzelhandel bis zu 58% im Personennahverkehr. 12 Tabelle 9: Wertschöpfungsquoten Bereich Wertschöp- fungsquote Gewerbliche Beherbergungsbetriebe 42% Gastronomiebetriebe 45% Unterhaltungs- und Sporteinrichtungen 50% Lebensmitteleinzelhandel 12% Sonstiger Einzelhandel 20% Personennahverkehr 58% Sonstige Dienstleister 55% Quelle: dwif Nr. 50, S. 132; dwif 49, S.144, dwif 53, S. 114 f. Für die Betriebskosten der Schausteller ergibt sich auf dieser Basis eine durchschnittliche Wert- schöpfungsquote von 43%. Die Personalkosten sind zu 100% Löhne. Bei den Konsumausgaben der Schausteller und Besucher außerhalb des Volksfestgeländes kann von 30% ausgegangen wer- den. Insgesamt ergibt sich daraus eine Wertschöpfung an den Ausrichtungsorten in Höhe von rund 900,1 Mio. Euro (1. Umsatzstufe), das entspricht einer Quote von 38,3%. Die direkten Ausgaben der Schausteller werden also nur teilweise zu Einkommen. Die Differenz zwischen Nettoumsatz und Wertschöpfung der 1. Umsatzstufe wird für sogenannte Vorleistungen zum Aufbau bzw. zur Aufrechterhaltung der Dienstleistungen verwendet. Durch diesen Vorleis- tungsbezug entsteht ebenfalls Wertschöpfung. Da die Vorleistungsverflechtungen dieser 2. Umsatzstufe nicht im Detail nachzuvollziehen sind, wird eine durchschnittliche Wertschöpfungsquote in Höhe von 30% angesetzt. 13 Auf dieser Basis 12 Quelle: dwif Nr. 50, S. 132; dwif 49, S. 144, dwif 53, S. 114 f. 13 Vgl. dwif 49, S. 146 Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 40 ergeben sich Einkommenswirkungen in der 2. Umsatzstufe in Höhe von 435,3 Mio. Euro. Die ge- samten Einkommenswirkungen lassen sich durch Addition der Werte für die 1. und 2. Umsatzstufe ermitteln und betragen demzufolge über 1.335 Mio. Euro. 4.2.3 Arbeitsmarkteffekte Es kann lediglich ein fiktives Äquivalent an Vollarbeitsplätzen ermittelt werden. Hierzu wird folgende Hilfsrechnung angestellt:  Berechnungsgrundlage sind die von den Schaustellern und Besuchern außerhalb des Volks- festgeländes ausgehenden absoluten Einkommenswirkungen der 1. und 2. Umsatzstufe von insgesamt 1.335 Mio. Euro.  Das durchschnittliche Volkseinkommen lag in Deutschland 2017 bei insgesamt rund 29.718 Euro pro Kopf, umgerechnet auf 44,27 Mio. Erwerbstätige in Deutschland (Arbeitnehmer und Unternehmer) ergibt sich ein durchschnittliches Einkommen pro Erwerbstätigem von 55.488 Euro.  Aus der Gegenüberstellung dieser Indikatoren lässt sich ein theoretisches Äquivalent von rund 23.900 Beziehern eines durchschnittlichen Einkommens pro Erwerbstätigen durch die Volks- feste ableiten.  Dazu kommen die 31.800 Beschäftigten der Schaustellerbetriebe selbst.  Insgesamt sorgt die Branche also für rund 55.700 Vollzeitstellenäquivalente, der somit über 110.000 Menschen in Deutschland ihren Lebensunterhalt verdanken. 4.2.4 Fiskalische Effekte Umsätze bewirken nicht nur Einkommens- und Beschäftigungseffekte, sondern tragen auch zum Steueraufkommen bei. Über das in den Bruttoumsätzen der Branche von rund 7,6 Mrd. Euro (inkl. Weihnachtsmärkte) enthaltene Umsatzsteueraufkommen fließen Bund, Ländern und Kommunen über 1,0 Mrd. Euro als Gemeinschaftssteuer zu. Durch die erzielten Einkommen (inkl. der außerhalb der Volksfeste, aber diesen zurechenbaren Ausgaben) werden bei einem unterstellten durchschnittlichen Steuersatz von 15% weitere rund 200 Mio. Euro an Gemeinschaftssteuern erzielt. Insgesamt ergeben sich somit Gemeinschaftssteuereinnahmen in Höhe von über 1,2 Mrd. Euro. Hinzu kommen weitere Effekte durch die von den Schaustellern direkt an die Kommunen zu ent- richtenden Gebühren und Abgaben auf Volksfesten. Diese belaufen sich auf rund 338 Mio. Euro pro Jahr oder gerundet 1,80 Euro pro Besucher. Insgesamt fließen den öffentlichen Kassen daher aus der Schaustellerbranche rund 1,6 Mrd. Euro zu. Das sind rund 8,30 Euro pro Besucher. Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 41 Das Steueraufkommen auf kommunaler Ebene lässt sich nicht exakt ermitteln, näherungsweise kann jedoch der für touristische Umsätze bekannte Satz von 2,5 - 3% vom Nettoumsatz herange- zogen werden. Aus Gründen der Vorsicht wird mit dem Wert von 2,5% gerechnet. Daraus ergeben sich Steuereinnahmen für die Kommunen in Höhe von über 103 Mio. Euro, im Durchschnitt also 54 Cent pro Volksfestbesuch. Insgesamt profitieren die Kommunen demnach über Gebühren und Steuern direkt mit über 2,30 Euro pro Besucher. 4.2.5 Kennziffern zur Bemessung der regionalwirtsc haftlichen Effekte Für die rund 9.750 deutschen Volksfeste (ohne die zusätzlich geschätzten 3.000 Weihnachts- märkte) wurden Umsätze in Höhe von 4,75 Mrd. Euro ermittelt, von denen rund 1,2 Mrd. Euro über die Ausgaben der Schaustellerbetriebe in die örtliche Wirtschaft fließen. Darin enthalten sind rund 338,4 Mio. Euro für kommunale Abgaben und Gebühren. Weitere 1,39 Mrd. Euro fließt durch Aus- gaben der Volksfestbesucher außerhalb des Volksfestgeländes in die örtliche Wirtschaft. Die Wert- schöpfungseffekte belaufen sich in den ausrichtenden Kommunen auf insgesamt rund 1,335 Mrd. Euro, was für insgesamt 23.910 rechnerische Vollzeitstellenäquivalente sorgt. Umgerechnet auf ein durchschnittliches Volksfest bedeutet dies:  rund 487.000 Euro direkter Umsatz vor Ort durch die Schaustellerbetriebe  nahezu 35.000 Euro an Abgaben und Gebühren, die direkt den Kommunen zufließen  eine Wertschöpfung von etwa 137.000 Euro  2,5 Vollzeitstellenäquivalente Pro Besucher ergeben sich folgende Durchschnittswerte:  14,10 Euro direkter Umsatz in der örtlichen Wirtschaft (inkl. der Ausgaben der Besucher außer- halb des Volksfestes für Taxi, ÖPNV, Hotel o.ä.)  Rund 1,80 Euro an Abgaben und Gebühren, die direkt den Kommunen zufließen, und 2,30 Euro, wenn man die geschätzten Steuern hinzurechnet  Über 7,00 Euro Wertschöpfung vor Ort Darüber hinaus wird pro knapp 8.000 Besuchen auf einem Volksfest eine dauerhafte Vollzeitstelle am Veranstaltungsort gesichert. Die genannten Effekte pro Besuch fallen bei großen, besuchsstarken Volksfesten pro Besuch hö- her aus, bei kleinen Volksfesten pro Besuch geringer. Als Grundlage für die Bemessung der Effekte einzelner Veranstaltungen sind diese Durchschnittswerte daher nicht geeignet, da, wie zuvor auf- gezeigt, die Anzahl der Besucher pro Geschäft und Tag sowie die Ausgaben pro Besucher mit der Größe der Volksfeste, im Ergebnis also der auf dem Volksfest erzielte Umsatz, zunehmen. Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 42 5. Die Bedeutung der Weihnachtsmärkte für das Schaustel- lergewerbe Im Fokus der vorliegenden Studie standen die traditionellen Volksfeste in Deutschland. Wegen der zunehmenden Bedeutung der Weihnachtsmärkte für das Schaustellergewerbe wurden im Rahmen der Untersuchung auch Daten zu diesem Marktsegment erhoben. Nicht zuletzt wegen der zunehmenden Zahl der Weihnachtsmärkte nimmt die Bedeutung von Weih- nachtsmärkten für das Schaustellergewerbe zu. Von den befragten Unternehmen gaben 93% an, auch Weihnachtsmärkte zu beschicken. Anzahl der Veranstaltungen Im Durchschnitt beschicken die Unternehmen mit ihrem wichtigsten Geschäft 22 Veranstaltungen pro Jahr. Insgesamt stehen die Schausteller (ohne Tage für Auf- und Abbau) durchschnittlich an 149,4 Tagen pro Jahr auf Volksfesten und Weihnachtsmärkten. Von den Schaustellerunternehmen, die Weihnachtsmärkte beschicken, sind 55% lediglich auf nur einem Weihnachtsmarkt präsent, 28% auf zwei Märk ten. Häufig sind Schausteller mit einem aus- schließlich zu diesem Zweck vorhandenen Geschäft auf den Weihnachtsmärkten präsent. Im Durchschnitt werden von jedem Schaustellerunternehmen 1,4 Weihnachtsmärkte beschickt, ein- schließlich der Unternehmen, die solche Veranstaltungen nicht beschicken. Es ist davon auszuge- hen, dass es sich bei Beschickung lediglich eines Weihnachtsmarktes um längere Veranstaltungen handelt. In den großen Städten dauern die Weihnachtsmärkte meist drei bis vier Wochen. Besuchsintensität Im Rahmen der Online-Befragung (n=2.948, deutsche Bevölkerung zwischen 14 und 70 Jahren in Haushalten mit Internetanschluss) gaben 77,2% der Befragten an, in den letzten zwölf Monaten mindestens ein Mal einen Weihnachtsmarkt besucht zu haben. Besuchshäufigkeit Mit durchschnittlich rund 3,3 Besuchen pro Jahr werden insgesamt etwas weniger Besuche getätigt als auf Volksfesten, was mit der kürzeren Weihnachtsmarktsaison zusammenhängt. Diese Besuchshäufigkeit ist bei den 25- bis 34-Jä hrigen am höchsten mit 4,4 Besuchen pro Jahr. Die 14- bis 24-Jährigen haben in den vergangenen zwölf Monaten an 4,3 Tagen einen Weihnachts- markt besucht. Die über 45-Jährigen gaben noch 3,0 Besuche an. Mit 2,9 Besuchstagen pro Jahr gehen die über 55-Jährigen am seltensten auf Weihnachtsmärkte. Die Besuchshäufigkeit liegt bei Männern etwas höher als bei Frauen. Die Besuchshäufigkeit auf Weihnachtsmärkten ist in allen Einkommensgruppen ähnlich hoch. Personen mit einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen von 1.500-2.000 Euro besuchten Weihnachtsmärkte mit 4,3 Tagen am häufigsten. Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 43 Umfang der Weihnachtsmarktbesuche Aus der Weihnachtsmarktbesuchsintensität und der Besuchshäufigkeit lässt sich das Besuchsvo- lumen ableiten und auf die Bevölkerung im Alter von 14 bis 70 Jahren hochrechnen:  Grundgesamtheit 59,7 Mio. x 77,2% x 3,3 Besuche p.a. = 152,1 Mio. Besuche Das entspricht einer Aktivitätsquote von 2,6 Besuchen pro Person. Für die ausländischen Besucher, die beispielsweise auf den Kölner Weihnachtsmärkten14 eine sehr große Rolle spielen, gehen wir von einem Volumen von 5% der deutschen Besucher aus, also von  insgesamt 7,6 Mio. ausländischen Besuchen auf deutschen Weihnachtsmärkten. Dies entspricht rund 4,8% aller Besuche. Insgesamt ergibt sich somit folgendes Besuchsvolumen: 159,7 Mio. Besuche auf deutschen Weihnachtsmärkten pro Jahr15. Damit bestätigen sich die Ergebnisse aktuelle r empirischer Untersuchungen zur Bedeutung und der Nachfrage von Weihnachtsmärkten in Deutschland, die von Besuchen bzw. Besuchsabsichten von über 70% bis 80% der deutschen Bevölkerung ausgehen. So ermittelte beispielsweise das renommierte und international tätige Marktforschungsunternehmen YouGov im Herbst 2017, dass 71% der Deutschen einen Weihnachtsmarktbesuch in der Adventszeit 2017 planen. 16 Eine bun- desweite Umfrage unter mehr als 1.100 Nutzern des Städteportals meinestadt.de aus 2012 ermit- telte, dass jährlich 80% der Deutschen Weihnachtsmarktbesuche in der Adventszeit unterneh- men.17 Die folgende Tabelle zeigt die offiziellen Besuchszahlen der 10 besucherstärksten Weihnachts- märkte in Deutschland.18 Allein die Besucherzahlen der zehn größten Weihnachtsmärkte machen mit rund 27,7 Mio. Besuchern bereits 15% der Gesamtbesucherzahl auf deutschen Weihnachts- märkten aus. 14 Nach Angaben der IHK Köln 19,3% der Besucher, das entspricht bereits rund 1,2 Mio. Besuchen. 15 Bezieht sich auf den Zeitraum Nov. 2016 bis Jan. 2017. Entspricht rund 145.000 Besuchern pro im Komet- Kalender erfassten Weihnachtsmarkt und rund 53.000 Besuchern pro Veranstaltung bezogen auf alle (vermu- teten) 3.000 Weihnachtsmärkte. 16 Repräsentative Befragung von 1.016 Personen ab 18 Jahren im Rahmen des YouGov Omnibus. 17 Untersuchung von meinestadt.de zitiert nach www.wi wo.de/unternehmen/dienstleister/umfrage-weihnachts- maerkte-deutsche-moegens-klein/7480580.html. 18 Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 44 Tabelle 10: Die größten Weihnachtsmärkte in Deutschland (offizielle Besuchszahlen 2017) Ort Weihnachtsmarkt Besuche offiziell Köln Roncalliplatz/Heumarkt/Alter Markt 6.000.000 Stuttgart 3.500.000 München Christkindlmarkt 3.000.000 Frankfurt Römer 2.600.000 Dresden Striezelmarkt 2.500.000 Hamburg Rathaus 2.500.000 Nürnberg Christkindlesmarkt 2.100.000 Leipzig 2.000.000 Erfurt Domplatz 2.000.000 Dortmund Hansaplatz 1.500.000 Eigene Darstellung ift GmbH 2018 auf Basis der Recherche offizieller Besucherangaben Umsätze Im Rahmen der Online-Panel-Befragung von Vo lksfestbesuchern wurde ermittelt, dass Weih- nachtsmarktbesucher durchschnittlich 18,00 Euro pro Besuch auf dem Weihnachtsmarkt ausge- Diese rund 2,88 Mrd. Euro Umsatz auf den deutschen Weihnachtsmärkten fließen aber nur zu einem gewissen Teil der traditionellen Schaustellerbranche zu, da die dort ebenfalls tätigen Markt- händler (Kunsthandwerk etc.) nicht der hier untersuchten Schaustellerbranche angehören. Perspektiven Ein bedeutender Faktor sind die Weihnachtsmärkte für die Schausteller aber bereits seit über 25 Jahren und ihre Bedeutung nimmt stetig zu: 68% der Schausteller gaben an, dass die Bedeutung der Weihnachtsmärkte in den letzten fünf Jahren (stark) zugenommen hat. ben. Demzufolge beträgt der aus Weihnachtsmärkten resultierende Umsatz rund 2,88 Mrd. Euro. Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 45 Abbildung 12: Bedeutung der Weihnachtsmärkte Quelle: Schaustellerbefragung 2018, n=162 stark gestiegen 26% gestiegen 42% unverändert 25% gesunken 6% stark gesunken 1% Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 46 6. Trends und Ausblick Abgesehen von den Top-Veranstaltungen, die auch ihre Besucherzahlen weiter ausbauen konn- ten, mussten die deutschen Volksfeste in den letzten Jahren nur noch leichte Rückgänge bei der Veranstaltungszahl (vor allem kleiner Volksfeste) hinnehmen. Das noch vor einigen Jahren be- fürchtete Sterben der Volksfeste ist gestoppt. Trotzdem sehen sich die Schausteller einem immer intensiveren Wettbewerb um die freie Zeit und das frei verfügbare Einkommen der potenziellen Kunden ausgesetzt. Es erstaunt daher nicht, dass vor diesem Hintergrund die aktuelle Situation und die Zukunftsaussichten der Branche durch die Schausteller selbst eher skeptisch beurteilt wer- den. Allerdings ist diese Skepsis in der Branche nicht mehr so groß wie vor einigen Jahren. Dass das grundlegende Konzept der Volksfeste, eine temporäre, erlebnisorientierte Veranstaltung unter freiem Himmel im Herzen einer Stadt, mehr als zeitgemäß ist, beweist der gewachsene Zu- spruch der Bevölkerung für Volksfeste und auch Weihnachtsmärkte in den letzten Jahren. Jedoch werden weiterhin Anpassungsmaßnahmen in der Branche und seitens der veranstaltenden Kom- munen unumgänglich sein, will man die Bedeutung der kulturhistorischen Institution Volksfest nachhaltig sichern und ausbauen. Die klare Professionalisierung der Branche und das gewachsene Bewusstsein der Bedeutung der Volksfeste in den Kommunen in den letzten Jahren bieten aber aktuell gute Chancen dafür. Zudem gibt es einige allgemeine Trends in der Gesellschaft und ihrem Freizeitverhalten, die für die Volksfeste durchaus Chancen bieten:  Der Trend zu virtuellen digitalen Welten und virtuellen Beziehungen in sozialen Netzwerken löst einen Gegentrend aus, in dessen Mittelpunkt authentische Erlebnisse und reale Begegnungen stehen. Volksfeste bieten dafür eine ideale Plattform. Das Publikum goutiert dies mit wachsen- den Besuchszahlen.  Outdoor schlägt Indoor: Wiederum die Weihnachtsmärkte sind der beste Beweis dafür, dass es eigentlich kein schlechtes Wetter mehr gibt. Wie sonst könnten Veranstaltungen während der objektiv betrachtet wettermäßig ungünstigsten Zeit des Jahres so erfolgreich sein? Outdoor- events und außenorientierte Freizeitanlagen sind auf breiter Front erfolgreich, dafür spricht auch die inzwischen weit verbreitete Winteröffnung von Freizeitparks. Indooranlagen klagen zunehmend über Frequenzprobleme, sobald das Wetter für Outdooraktivitäten nur einigerma- ßen akzeptabel ist. Für die im Freiem stattfindenden Volksfeste stellt dies eine Chance dar. Deutscher Schaustellerbund e. V. (DSB) Am Weidendamm 1 A 10117 Berlin Telefon: 030 - 59 00 99 780 Telefax: 030 - 59 00 99 787 E-Mail: mail@dsbev.de Internet: www.dsbev.de Retailbericht Köln 2019/2020 powered by 02 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 Einkaufsstraßen in Köln Sülzburgstraße Breite Straße Apostelnstraße Venloer Straße Neusser Straße Neusser Straße Eigelstein Kaiser-Wilhelm-Ring Aachener Straße Dürener Straße Zülpicher Straße Frankfurter Straße Pfeilstraße Maastrichter Straße Hohenzollernring Aachener Straße Friesenwall Hohenstaufenring Mittelstraße Ehrenstraße Zülpicher Straße Berrenrather Straße Höninger Weg Goltsteinstraße Hauptstraße Deutzer Freiheit Kalker Hauptstraße Gürzenichstraße Severinstraße Bonner Straße conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 03 Zahlen und Fakten Passantenfrequenzmessungen 2019 Ehrenstraße Gürzenichstraße Hohenzollernring (Rudolfplatz) Breite Straße Eigelstein Kalker Hauptstraße Neusser Straße Sülzburgstraße Deutzer Freiheit Neusser Straße Bonner Straße Venloer Straße Severinstraße Hohenzollernring (Friesenplatz) Hohenstaufenring Zülpicher Straße Mittelstraße Aachener Straße Frankfurter Straße Hauptstraße Dürener Straße Kaiser-Wilhelm-Ring Apostelnstraße Aachener Straße Berrenrather Straße Maastrichter Straße Friesenwall Zülpicher Straße Höninger Weg Goltsteinstraße Pfeilstraße Dellbrücker Hauptstraße Bahnhofstraße Platzierung Straße Stadtteil Frequenz* (1.Stunde) Frequenz* (2.Stunde) Summe Ø-Frequenz* 2.460 2.280 2.304 2.196 2.520 2.088 1.992 1.932 1.848 1.752 1.776 1.464 1.368 1.308 1.284 1.392 1.380 1.164 1.176 1.104 984 1.044 936 1.044 924 816 756 648 564 528 552 540 168 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 2.370 2.334 2.214 2.202 2.028 1.998 1.878 1.800 1.800 1.680 1.626 1.524 1.428 1.380 1.362 1.278 1.260 1.248 1.212 1.128 1.050 1.008 978 924 858 840 738 690 636 570 534 498 186 4.740 4.668 4.428 4.404 4.056 3.996 3.756 3.600 3.600 3.360 3.252 3.048 2.856 2.760 2.724 2.556 2.520 2.496 2.424 2.256 2.100 2.016 1.956 1.848 1.716 1.680 1.476 1.380 1.272 1.140 1.068 996 372 *Passanten pro Stunde Altstadt-Nord Altstadt-Nord Neustadt-Süd Altstadt-Nord Altstadt-Nord Kalk Nippes Sülz Deutz Neustadt-Nord Neustadt-Süd Ehrenfeld Altstadt-Süd Neustadt-Nord Neustadt-Süd Neustadt-Süd Altstadt-Nord Neustadt-Süd Mülheim Rodenkirchen Lindenthal Neustadt-Nord Altstadt-Nord Braunsfeld Sülz Neustadt-Süd Altstadt-Nord Sülz Zollstock Bayenthal Altstadt-Nord Dellbrück Porz 2.280 2.388 2.124 2.208 1.536 1.908 1.764 1.668 1.752 1.608 1.476 1.584 1.488 1.452 1.440 1.164 1.140 1.332 1.248 1.152 1.116 972 1.020 804 792 864 720 732 708 612 516 456 204 04 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 Vergleichstabelle Vorjahre Ehrenstraße Gürzenichstraße Hohenzollernring (Rudolfplatz) Breite Straße Eigelstein Kalker Hauptstraße Neusser Straße Sülzburgstraße Deutzer Freiheit Neusser Straße Bonner Straße Venloer Straße Severinstraße Hohenzollernring (Friesenplatz) Hohenstaufenring Zülpicher Straße Mittelstraße Aachener Straße Frankfurter Straße Hauptstraße Dürener Straße Kaiser-Wilhelm-Ring Apostelnstraße Aachener Straße Berrenrather Straße Maastrichter Straße Friesenwall Zülpicher Straße Höninger Weg Goltsteinstraße Pfeilstraße Dellbrücker Hauptstraße Bahnhofstraße Altstadt-Nord Altstadt-Nord Neustadt-Süd Altstadt-Nord Altstadt-Nord Kalk Nippes Sülz Deutz Neustadt-Nord Neustadt-Süd Ehrenfeld Altstadt-Süd Neustadt-Nord Neustadt-Süd Neustadt-Süd Altstadt-Nord Neustadt-Süd Mülheim Rodenkirchen Lindenthal Neustadt-Nord Altstadt-Nord Braunsfeld Sülz Neustadt-Süd Altstadt-Nord Sülz Zollstock Bayenthal Altstadt-Nord Dellbrück Porz Straße Stadtteil Ø-Frequenz* Trend zu 2018 Ø-Frequenz* Trend zu 2016 Ø-Frequenz* 2019 2018 2016 2.370 2.334 2.214 2.202 2.028 1.998 1.878 1.800 1.800 1.680 1.626 1.524 1.428 1.380 1.362 1.278 1.260 1.248 1.212 1.128 1.050 1.008 978 924 858 840 738 690 636 570 534 498 186 gestiegen gestiegen gestiegen gestiegen gestiegen gestiegen gestiegen gestiegen gestiegen gestiegen leicht gestiegen leicht gesunken gestiegen gesunken gestiegen gestiegen leicht gesunken gestiegen gesunken gestiegen gestiegen gestiegen leicht gesunken gestiegen leicht gesunken gestiegen leicht gestiegen gestiegen leicht gesunken gestiegen gesunken gesunken gesunken gesunken k. A. leicht gesunken gesunken leicht gestiegen gesunken leicht gestiegen stagniert stagniert leicht gesunken gestiegen gestiegen stagniert leicht gesunken gesunken leicht gesunken leicht gesunken leicht gestiegen gestiegen gesunken leicht gestiegen gesunken leicht gesunken leicht gesunken leicht gesunken gesunken gestiegen gestiegen leicht gesunken leicht gestiegen gesunken k. A. gesunken 2.184 k. A. 964 2.220 725 1.667 1.822 872 713 1.192 996 1.396 1.107 892 814 687 1.372 819 649 1.781 720 722 1.021 497 839 1.059 420 413 756 312 1.255 k. A. 1.079 1.663 2.236 937 1.343 800 1.345 1.896 871 731 936 1.277 1.744 1.113 818 496 606 1.348 891 1.737 602 821 627 999 424 655 532 680 618 717 354 637 670 551 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 05 Köln Retailmarkt Frequenzzählung Die Stadt Köln ist mit 1.090 Einwohnern (Stand 31.12.2018, Quelle: Stadt Köln) die viertgrößte Stadt in Deutschland. Die Kölner Innenstadt, Lindenthal und Mülheim sind die einwohnerstärksten Stadtbezirke. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist 2018 mit 578.200 (Vorjahr 2017: 533.600) ebenfalls angestiegen (Stand 30.09.2018; Quelle: Stadt Köln). Die Arbeitslosenzahl ist im Jahresverlauf, mit 43.595 Arbeitslosen (Dezember 2018: 48.473), deutlich gesunken. Die Studie wurde am Freitag, den 05.07.2019 bei bewölktem Wetter und einer Temperatur von ca. 23 Grad durchgeführt. Gemessen wurde an 33 Einkaufsstraßen in B-Lage (Konsum- und Niveaulagen in der Innenstadt und Stadtteillagen) zwischen 12 Uhr und 14 Uhr. Aus dem Ergebnis der zwei Stunden wurde sowohl ein Mittelwert als auch ein Ranking gebildet. FaktenKurzgefasst Der Mieterbesatz, der in dieser Studie betrachteten Stadtteillagen und B-Lagen, besteht überwiegend aus lokalen Ladenbetreibern (z. B. Friseure, Apotheken, Bekleidungsgeschäften, Kioskbetriebe, Gastronomiebetriebe usw.) und Filialisten aus dem Lebensmittel- und Drogeriebereich (z. B. dm oder REWE). Die höchs- te Passantenfrequenz konnte auf der Ehrenstraße (2.370 Passanten/ Stunde) gemessen werden. Darauf folgen die beliebten Stadtteillagen Gürzenichstra- ße (2.334 Passanten/ Stunde), Hohenzollernring (2.214 Passanten/ Stunde), die Breite Straße (2.202 Passanten/ Stunde) sowie der Eigelstein (2.028 Passanten/ Stunde). Vervollständigt wird die TOP 10 in unserem Bericht durch die Kalker Hauptstraße (1.998 Passanten/ Stunde) und Neusser Straße (1.878 Passanten/ Stunde) auf Platz 7 bzw. 8 sowie die Sülzburgstraße (1.800 Passanten/ Stunde) auf Platz 9, die Deutzer Freiheit (1.800 Passanten/ Stunde). Den Schluss macht die Neusser Straße mit Platz 10, welche in unserem Ranking zweimal vertreten ist (1.680 Passanten/ Stunde). Ihre Entscheidung: A- oder B-Lage: Im Vergleich zu den Stadtteillagen und B-Lagen, bieten die 1A-Lagen durch den Branchenmix an internationalen und nationalen Filialisten natürlich eine hohe Anziehungskraft und somit wesentlich höhere Passantenströme mit zum Teil über 10.000 Passanten je Stunde (z. B. Hohe Straße und Schildergasse). Auf der anderen Seite sind die Mieten in diesen Lagen um ein vielfaches höher. Für einige Nutzer, insbesondere Einzelhandels- und Gastronomiebetreiber mit ausgefallenen Konzepten, kann der ideale Mix aus Frequenz und Kundengruppe deutlich besser sein, als der stumpfe Blick auf die Passantenströme. Neueröffnungen Innenstadt 2019 Dyson Demo Store (Hohe Straße 52) Edited-Fashion Shop (Ehrenstraße 29) Arket (Ehrenstraße 29) Søstrene Grene (Breite Straße 80-90) Teufel Store (Hohe Straße 41-45) Yves Delorme Boutique (Mittelstraße 42) Smyths Toys Superstore (Breite Straße 80-90) Sephora (Schildergasse 41-45) Coa (Friesenplatz 2) Remos (Aachener Straße 21) Wilma Wunder (Friesenstraße 82) Coyacan (Friesenstraße 80) Einwohner (in Tsd.) Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (in Tsd.) Arbeitslosenquote (in %) Einzelhandelsrelevanter Kaufkraftindex Umsatzkennziffer Zentralitätskennziffer Übernachtungsanzahl (in Mio.) 1.090 578 8,06 107,0 120,5 112,8 5,77 06 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 Lagebeschreibung Die Ehrenstraße liegt bei unserem diesjährigen Ranking mit einer Frequenz von 2.370 Passanten pro Stunde auf Platz 1. Die Frequenz ist im Vergleich zum letz- ten Jahr stark gestiegen. Dies macht sehr deutlich, dass die Ehrenstraße bei vielen Passanten weiterhin eine sehr wichtige Stellung einnimmt. Sie befindet sich inmitten des Shoppingrundlaufs der City, zwischen der Breite Straße und dem Hohenzollernring. Der Einzelhandelsbesatz der Ehrenstraße besteht über- wiegend aus Filialisten aus den Bereichen Textil, Elektronik sowie Kosmetik. Insbesondere Unternehmen wie „Weekday“, „& Other Stories“ oder „COS“ locken tagtäglich eine Vielzahl von Besuchern. Mit der Neueröffnung von „Arket“ in der ehemaligen „Zara“ Filiale auf der Ehrenstraße 14-16, wird in diesem Jahr ein weiterer Textilhändler dazukommen. Als Kundengruppen sind überwiegend die Mittelschicht sowie die gehobene Mittelschicht als auch viele Studenten und junge Menschen zu erkennen. Nicht nur Textil- sondern auch Kosmetikhändler wie „Rituals“ und „MAC Cosmetics“, sorgen für einen gesunden Ausgleich in Hinblick auf verschiedene Handelsgüter. Ehrenstraße Altstadt-Nord Highlights 01 YAYA 02 Tigha 03 Rituals 04 LFDY 05 Pick & Weight Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Ehrenstraße 31) 2.184 1.663 2.370 Detailkarte Friesenwall Alte Wallgasse Pfeilstraße Ehrenstraße Ehrenstraße Apostelngasse Große Brinkgasse Benesisstraße 04 01 03 02 05 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 07 Lagebeschreibung Die Gürzenichstraße wurde in unserem diesjährigen Retailbericht zum zweiten Mal berücksichtigt und sichert sich umgehend Platz 2 unseres Rankings. Mit einer Kundenfrequenz von durchschnittlich 2.334 Passanten pro Stunde liegt die Gürzenichstraße deutlich vor der Aachener Straße (Neustadt Süd, Platz 18) der meist besuchten Straßen. Dies liegt unter anderem an der Nähe zu den absoluten 1 A-Lagen Kölns, der Schildergasse und der Hohe Straße, die sich bis zum Kölner Hauptbahnhof und dem Wahrzeichen der Stadt, dem „Kölner Dom“, erstreckt. In dem Gürzenich Quartier befinden sich unter anderem der „ST. GEORGE“-Store sowie eine „Kamps“-Bäckerei und ein „L ’Osteria“- Restaurant, welche zusätzlich nochmals für einen hohen Kundenzuwachs sorgen. Für weitere Besucher sorgen die bekannten Filialisten „dm“, „Hard Rock Café“ sowie „Starbucks“, die auch gleichzeitig jüngeres Publikum anziehen. Des Weiteren fungiert die Gürzenichstraße als Verbindung zwischen den Einkaufs- straßen und dem beliebten Heumarkt, der ein außergewöhnlich großes gastro- nomisches Angebot bietet. Gürzenichstraße Altstadt-Nord Highlights 01 BUTLERS 02 dm 03 Hard Rock Café Köln 04 Starbucks 05 Saturn Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Gürzenichstraße 21 a-c) Keine Auswertung 2.236 2.334 05 Pipinstraße Augustinerstraße Gürzenichstraße Heumarkt Heumarkt Deutzer BrückeGroße Sandkaul 04 01 01 03 01 01 02 Detailkarte 08 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 Natürlich dürfen auch die Kölner Ringe im Bereich der Innenstadt nicht in unse- rem Retailbericht fehlen. Die höchste Frequenz an den Kölner Ringen weist der Abschnitt zwischen Rudolfplatz und Palmstraße auf. Mit einer durchschnittlichen Kundenfrequenz von 2.214 Passanten pro Stunde steigt der Standort im Vergleich zu 2018 (durchschnittlich 937 Passanten pro Stunde) rapide an. Dies könnte an der vielfältigen Auswahl an Gastronomiebetrieben liegen, wie zum Beispiel an dem indischen Streetfood-Konzept „eatDOORI“ sowie dem italienischen Konzept ,,Adaccio“. Besonders die Burger Konzepte „Hans im Glück“, „Marx & Engels – Die Burgergesellschaft“ sowie das „Spencer & Hill“, mit seinen traditionellen italienischen Speisen in modernsten Räumlichkeiten, ziehen viele Kunden an. Zusätzlich fungieren „REWE City“, „BUTLERS“ und „dm“ als weitere Frequenz- bringer. Aufgrund der Nähe zur Ehrenstraße profitiert der Hohenzollernring auch von einer Vielzahl an Shoppingtouristen. Die Erreichbarkeit mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist nahezu perfekt. Zudem ist erkennbar, dass die Frequenz an diesem Standort in den Abendstunden förmlich explodiert, da es sich um eine beliebte Ausgehmeile handelt. Als Kundengruppe lässt sich die Mittelschicht erkennen. Insbesondere in den Abendstunden ist ein überwiegender Anteil an jungen Menschen zu erkennen. Lagebeschreibung Hohenzollernring Rudolfplatz Highlights 01 REWE City 02 dm 03 Café Il Barista 04 BUTLERS 05 Spencer & Hill Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Hohenzollernring 20) 964 937 2.214 Detailkarte Hohenzollernring Hahnenstraße Maastrichter Straße Hohenzollernring 04 01 03 02 05 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 09 Im Vergleich zum letzten Jahr ist die Frequenz in der Breite Straße deutlich gestiegen. Mit durchschnittlich 2.202 Besuchern pro Stunde (2018: 1.343 Besuchern pro Stunde) zählt sie zu den TOP 10 unseres Rankings. Die Breite Straße befindet sich inmitten des Shoppingrundlaufs der City, zwischen der Hohe Straße sowie der Ehrenstraße und ist daher bestens erreichbar. Der Einzelhandelsbesatz der Breite Straße besteht überwiegend aus Filialisten der Bereiche Textil, Elektronik, Warenhäuser, Bäckereien usw. Als Magneten wirken das „Karstadt“ Warenhaus, „Urban Outfitters“ oder auch der „REWE“ Markt in den Opern Passagen. Neueröffnungen wie „Decathlon“ im Quincy (Breite Straße 80-90) und „EXKI“ (Breite Straße 1) in den Opern Passagen zählen ebenfalls zu den Magnetfilialen. Des Weiteren sind Läden wie „Søstrene Grene“ oder „Smyths Toys Superstore“ im DuMont-Carré dazu gestoßen, was auf eine vielfältige und belebte Straße hinweist. Das gastronomische Angebot wurde ebenfalls durch die Neueröffnung von „Café Extrablatt“ (Breite Str. 98) erweitert. Als weitere Kundengruppen sind überwiegend die Mittelschicht sowie die gehobene Mittelschicht erkennbar. Lagebeschreibung Breite Straße Altstadt-Nord Highlights 01 Karstadt 02 Decathlon 03 REWE 04 Zalando-Outlet 05 Rossmann Frequenz 2016: 2018: 2019: 2.202 (Messpunkt: Breite Straße 100) 2.220 1.343 Detailkarte Breite Straße Auf dem Berlich Breite Straße Breite Straße Glockengasse 04 01 03 02 05 10 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 Der Eigelstein befindet sich im Kölner Stadtteil Altstadt-Nord, mitten im soge- nannten „Eigelstein-Viertel“, welches neben dem Severinsviertel zu den ursprüng- lichsten „Veedeln“ der Stadt Köln zählt. Mit einer durchschnittlichen Frequenz von 2.028 Passanten pro Stunde liegt dieser Wert deutlich über dem aus 2018 (durch- schnittlich 800 Passanten pro Stunde). Die hohe Passantenfrequenz ist neben dem guten Mix aus Einzelhandel und Gastronomie auch auf die gute Erreichbarkeit des Standortes zurückzuführen. Im Norden beginnt der Eigelstein am Ebertplatz und im Süden endet er an der Kreuzung Turiner Straße, nur wenige Meter vom Kölner Hauptbahnhof entfernt. Die Anbindung an den ÖPNV sowie das DB-Netz ist daher hervorragend. Als Kundenmagneten sind die Einzelhändler „REWE“, „dm“ und „PENNY-Markt“ sowie die Gastronomiebetriebe, wie z. B. „Freddy Schilling“, „Ristorante Rossini“ und das an den Eigelstein angrenzende „Café Extrablatt“ zu nennen. Insbesondere der mit zahlreichen Gastronomiebetrieben bestückte Platz vor der Eigelsteintorburg lädt die Kunden zum Verweilen ein. Zudem hatte die „Privatbrauerei Gaffel Becker & Co. OHG“ seit 1908 ihren Brauereisitz in der Hausnummer 41, jedoch zog man mit der Produktion inzwi- schen vollständig an den neuen Braustandort in Köln-Porz um. Die Mittelschicht ist die am stärksten vertretene Kundengruppe an diesem Standort. Lagebeschreibung Eigelstein Altstadt-Nord Highlights 01 REWE 02 dm 03 KODi 04 Freddy Schilling 05 Café Extrablatt Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Eigelstein 80) 725 800 2.028 05 01 03 02 04 Detailkarte Eigelstein Weidengasse Lübecker Straße Dagobertstraße conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 11 Lagebeschreibung Im Vergleich zu einer durchschnittlichen Frequenz von 1.345 Passanten pro Stunde in 2018, hat die Kalker Hauptstraße dieses Jahr wieder deutlich an Zuwachs gewonnen. Mit einer Passantenfrequenz von 1.998 Passanten pro Stunde ist dieser Wert deutlich höher als letztes Jahr. Dies ist hauptsächlich auf die positive Entwicklung des Stadtteils Kalk zurückzuführen, welcher für Bewohner, Büronutzer und Einzelhändler immer attraktiver wird. So konnten am Deutzer Feld, in unmittelbarer Nähe zur Kalker Hauptstraße, zahlreiche Neubauprojekte (sowohl Wohn- als auch Gewerbeprojekte) entwickelt werden. Diese unterstreichen die Beliebtheit des Standortes. Als absoluter Kunden- magnet fungiert das Einkaufszentrum „Köln Arcaden“, am Anfang der Kalker Hauptstraße. Der Einzelhandelsbesatz der Kalker Hauptstraße ist zudem sehr vielfältig, weshalb alle denkbaren Sozialgruppen vorzufinden sind. Angefangen bei Discountern wie „TEDi“ und „fairstore“ findet man außerdem Drogeriemärkte wie „dm“ und „Rossmann“ an diesem Standort. Diese fungieren, ebenso wie die Neueröffnung des Kauflands (Kalker Hauptstraße 112), als Kundenmagnete. Kalker Hauptstraße Kalk Highlights 01 Köln Arcarden 02 TEDi 03 Kaufland 04 Rossmann 05 BackWerk Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Kalker Hauptstraße 113) 1.667 1.345 1.998 Kalker Hauptstraße Kalker Hauptstraße Kalk-Mülheimer-Straße Rolshover Straße Sieverstraße 04 01 03 02 05 Detailkarte 12 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 Auch in diesem Jahr zählt die Neusser Straße zu den beliebtesten Stadtteil- lagen unserer Frequenzmessung. Mit einer Besucherzahl von 1.878 Passanten pro Stunde, befindet sich die Neusser Straße in unserem Ranking im vorderen Mittelfeld. Dies ist zum einen auf den guten Mietermix und zum anderen auf die Bedeutung der Neusser Straße für die Bewohner des Kölner Nordens (Stadtbe- zirk Nippes) zurückzuführen. Neben zahlreichen Einzelhandelsbetrieben aus den Bereichen Lebensmittel, Drogerie und Textil gibt es auch ein vielfältiges Angebot an Gastronomie. Darüber hinaus befindet sich ein „GALERIA Kaufhof“ Waren- haus in bester Lage auf der Neusser Straße. Zusätzlich fungieren ein „REWE“, ein „dm“ sowie ein „Alnatura Super Natur Markt“ als Kundenmagneten. Ein weiterer Pluspunkt der Neusser Straße ist zudem die gute Erreichbarkeit. Als Kundengruppe lässt sich die Mittelschicht erkennen. Obendrein verkehren auf der Neusser Straße auch viele junge Menschen und Studenten, da sich Nippes im Laufe der Jahre zu einem Szeneviertel entwickelt hat. Lagebeschreibung Neusser Straße Nippes Highlights 01 GALERIA Kaufhof 02 REWE 03 dm 04 Alnatura Super Natur Markt 05 Douglas Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Neusser Straße 250) 1.822 1.896 1.878 04 01 03 02 05 Neusser Straße Neusser Straße Wilhelmstraße Kempener Straße Detailkarte conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 13 Lagebeschreibung Auf Platz 8 unseres Rankings liegt die Sülzburgstraße im Kölner Veedel Sülz, mit einer durchschnittlichen Frequenz von 1.800 Passanten pro Stunde. Im Vergleich zu 2018 (durchschnittlich 871 Passanten pro Stunde) ist die Frequenz stark gestie- gen. Weiterhin dient die Sülzburgstraße neben der Berrenrather Straße und der Zülpicher Straße als Haupteinkaufsstraße für die Stadtteile Sülz und Klettenberg. Aufgrund des hervorragenden Mietermixes ist dieser Standort bereits seit Jahrzehnten beliebt und insbesondere bei Filialisten aus dem Bereich Einzel- handel sehr gefragt. Neben den beiden Drogeriemärkten „dm“ und „Rossmann“ findet der Kunde auch den Lebensmittelhändler „Aldi“ vor. Darüber hinaus gibt es auf der Sülzburgstraße Niederlassungen der Parfümerie „Douglas“ sowie der Buchhandlung „Mayersche Buchhandlung“. Beide Unternehmen sind ansons- ten fast ausschließlich in den Innenstädten Deutschlands wiederzufinden, was die Attraktivität der Sülzburgstraße nochmals unterstreicht. Weitere Frequenz- bringer sind „Kochhaus Sülz“, „Blumen Risse“ sowie „Tchibo“. Die Anbindung an das ÖPNV-Netz ist durch die nahegelegene Haltestelle „Sülzburgstraße“ mit der Linie 18 ideal – ein weiterer Pluspunkt für die Sülzburgstraße. Die nächstgelege- ne Autobahnauffahrt (A4) erreicht man über die Luxemburger Straße zudem in wenigen Fahrminuten. Als Kundengruppen lassen sich insbesondere die Mittel- schicht sowie die gehobene Mittelschicht erkennen. Sülzburgstraße Sülz Highlights 01 Douglas 02 Mayersche Buchhandlung 03 dm 04 Rossmann 05 Aldi Süd Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Sülzburgstraße 35) 872 871 1.800 Sülzburgstraße Sülzburgstraße Wittekindstraße Berrenratherstraße Emmastraße Luxemburgerstraße 04 01 03 Emmastraße 03 02 Sülzburgstraße 05 Luxemburgerstraße Detailkarte 14 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 Lagebeschreibung Die Deutzer Freiheit landet auf Platz 9 unseres Rankings. Im Vergleich zu 2018 (durchschnittlich 731 Passanten pro Stunde) ist die Frequenz mit 1.800 Passanten pro Stunde deutlich angestiegen. Ohnehin steht die Beliebtheit der Deutzer Freiheit außer Frage, was insbesondere daran zu erkennen ist, dass an diesem Standort kaum Mieterwechsel stattfinden – ein Zeichen für zufriedene Mieter. Als Kunden- magnete lassen sich – wie so oft – die Unternehmen „REWE“ und „dm“ erkennen. Ebenfalls für die Attraktivität des Standortes verantwortlich ist der Lebensmittel- händler „denn’s Biomarkt“. Die im letzten Jahr neu eröffnete „Mayersche Buch- handlung“ konnte sich gut etablieren und sorgt mit ihrer Filiale für einen weite- ren großen Kundenzuwachs. Aufgrund der guten Anbindung an das ÖPNV-Netz (Stadtbahnhaltestelle „Deutzer Freiheit“ mit den Linien 1, 7 und 9) ist es für die Kunden zudem leicht den Standort zu erreichen. Weitere Faktoren für die Attrak- tivität der Deutzer Freiheit sind die Nähe zum neu gestalteten „Rheinboulevard“, der „LANXESS Arena“ und dem „Tanzbrunnen“ sowie zum „Jugendpark Köln“ und zu den „Poller Wiesen“. Zudem zählt die Deutzer Kirmes seit Jahrzehnten zu den beliebtesten Kölner Volksfesten und lockt jährlich zahlreiche Kunden an. Als Kundengruppe lässt sich vor allem die Mittelschicht erkennen. Deutzer Freiheit Deutz Highlights 01 REWE 02 dm 03 denn‘s Biomarkt 04 Reformhaus Bacher 05 Mayersche Buchhandlung Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Deutzer Freiheit 84-86) 713 731 1.800 Detailkarte Deutzer Freiheit Deutzer Freiheit Reischplatz Gotenring Graf-Geßler-Straße Siegburger Straße Mathildenstraße 04 01 03 03 02 05 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 15 Lagebeschreibung Mit einer Frequenz von durchschnittlich von 1.680 Passanten pro Stunde schafft es die Neusser Straße im Stadtteil Neustadt-Nord in diesem Jahr erneut unter die TOP 10 der am höchst frequentierten B-Lagen Kölns. Die Frequenz rund um den Ebertplatz ist im Vergleich zum vorigen Jahr deutlich gestiegen (2018 durchschnitt- lich 936 Passanten pro Stunde), dies unterstützt unsere Prognose vom vergange- nen Jahr, dass die Neusser Straße ein sehr attraktiver Standort ist und es auch weiterhin bleiben wird. Als Frequenzbringer fungieren unter anderem der „dm“ Drogeriemarkt sowie „REWE City“. Darüber hinaus gibt es auf der Neusser Straße einige beliebte Gastronomiebetriebe, wie z. B. „Feuer & Flamme“, „Supasalad“ und „Bento Box“, die für eine gute Frequenz sorgen. Aufgrund der guten Anbindung an das ÖPNV-Netz ist die Neusser Straße für Kunden und Besucher problemlos erreichbar, was sicherlich eine weitere Ursache für die Beliebtheit des Standortes ist. Als Kundengruppe lässt sich hauptsächlich die Mittelschicht erkennen. Neusser Straße Neustadt-Nord/ Agnesviertel Highlights 01 REWE City 02 dm 03 Feuer & Flamme 04 Supasalad 05 BENTO BOX Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Neusser Straße 2) 1.192 936 1.680 Neusser Straße Schilling Straße Theodor-Heuss-Ring Balthasarstraße Weißenburgstraße 04 01 03 02 Balthasarstraße 05 Theodor-Heuss-Ring Detailkarte 16 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 Lagebeschreibung Ein weiterer beliebter Standort ist die Bonner Straße, im Stadtteil Neustadt-Süd. Die dort gemessene Passantenfrequenz liegt bei 1.626 Passanten pro Stunde. Der fre- quenzstärkste Bereich der Bonner Straße beginnt am Chlodwigplatz und endet an der Kreuzung Bonner Wall. Die Bonner Straße mündet am Ende in den Kölner Ver- teilerkreis sowie der Zufahrt zu den Autobahnen A555 und A4. Die gute Anbindung an das Autobahnnetz und die Verbindung zum Chlodwigplatz sind beides aus- schlaggebende Faktoren für die hohe Kundenfrequenz. Aufgrund seines Flairs zählt dieser Standort zudem seit Jahren zu den beliebtesten Ecken Kölns. Insbesondere die Vielfalt an Gastronomiebetrieben rund um den Chlodwigplatz und der Bonner Straße tragen stark zur hohen Kundenfrequenz bei. Als Kundenmagnete fungie- ren beispielsweise das Burger Konzept „Die fette Kuh“, das neapolitanische Pizza- konzept „485 Grad“, „Sushi Ninja“ sowie das außergewöhnliche Cornflakes Konzept „Flakes Corner“. Das außergewöhnliche Angebot an Gastronomiebetrieben wurde zudem um das Konzept „Mangal-LP10“ von Lukas Podolski erweitert. Weitere Frequenzbringer sind „REWE City“ und „Bierlager“, ein Craft Beer Store mit riesiger Auswahl. Die erkennbare Kundengruppe ist hauptsächlich die Mittel- schicht. Des Weiteren verkehren zahlreiche junge Menschen in diesem Veedel. Bonner Straße Neustadt-Süd Highlights 01 Die fette Kuh 02 REWE City 03 Mangal X LP10 04 Coffee Fellows 05 Sushi Ninja Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Bonner Straße 13) 996 1.277 1.626 Detailkarte Bonner Straße Bonner Straße Rolandstraße Elsastraße Kurfürstenstraße 04 01 03 03 02 05 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 17 Lagebeschreibung Bereits seit einigen Jahren erfährt die Venloer Straße eine große Beliebtheit. Im Jahr 2018 wurde eine durchschnittliche Passantenfrequenz von 1.744 gemessen. So liegt der Wert in diesem Jahr mit 1.524 etwas darunter. Die Venloer Straße gilt damit weiterhin als ein sehr attraktiver Standort, sowohl für Einzel- händler als auch für Gastronomiebetriebe. Jährlich eröffnen auf der Venloer Straße zahlreiche neue Konzepte. Darüber hinaus fungieren die Drogeriemarkt- Größen „dm“ und „Rossmann“ sowie die Lebensmitteleinzelhändler „REWE“ und „denn’s Biomarkt“ als Frequenzbringer. Auf der anderen Straßenseite gelegen, sorgt der ,,Alnatura Super Natur Markt‘‘ für einen gewissen Ausgleich in Bezug auf die große Auswahl an Biolebensmittelmärkten. Durch zahlreiche künftige Neubauprojekte, wie z. B. die Entwicklung des „Heliosgeländes“, wird der Standort Ehrenfeld auch in Zukunft an Attraktivität gewinnen. Venloer Straße Ehrenfeld Highlights 01 Alnatura Super Natur Markt 02 REWE 03 dm 04 Rossmann 05 Fielmann Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Venloer Straße 369) 1.396 1.744 1.524 Gutenbergstraße Venloer Straße Venloer Straße Körnerstraße Rothehausstraße Sömmeringstraße Ehrenfeldgürtel Neptunstraße Venloer Straße 04 01 Venloer Straße 03 02 05 Gutenbergstraße Gutenbergstraße Detailkarte 18 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 Die Severinstraße im Stadtteil Neustadt-Süd mit einer durchschnittlichen Frequenz von 1.428 Passanten pro Stunde hat es leider nicht unter die Top 10 der beliebtesten B-Lagen Kölns geschafft. Im Vergleich zum Vorjahr (durchschnittlich 1.113 Passan- ten pro Stunde) ist die Frequenz an diesem Standort trotzdem stark angestiegen, was die Attraktivität des Standortes unterstreicht. Die Severinstraße, welche an der Severinstorburg beginnt und an ihrem Ende in den Waidmarkt mündet, fungiert als Haupteinkaufsstraße für die Kölner Südstadt. Die Abschnitte unmittelbar hinter der Severinstorburg sowie zwischen der Jakobstraße und der Landsbergstraße sind die vermeintlich am höchst frequentiertesten Bereiche dieses Standortes. Aufgrund des vielfältigen Angebotes an Einzelhandels- und Gastronomiebetrieben erfährt die Severinstraße seit Jahrzehnten eine große Beliebtheit. Als Kundenmagnete lassen sich „REWE City“ und „dm“ identifizieren. Durch die Neueröffnungen des „Alnatura Super Bio Marktes“ (Severinstraße 35-37) sowie von „Amei Food Culture“ (Severinstraße 111) konnte der Standort sein großes Angebot an Lebensmitteln erweitern. Zudem hat NKD durch die Vermittlung von Larbig & Mortag in 2019 eine neue Filiale (Severinstraße 113) bezogen. Die Nähe zum Rhein und zur Innenstadt sowie die gute Anbindung an das ÖPNV-Netz tragen ebenfalls stark zur Attraktivität des Standortes bei. Des Weiteren zählt die Südstadt zu den beliebtesten Wohnlagen Kölns, sicherlich ein zusätzlicher Faktor für die hohe Passantenfrequenz. Lagebeschreibung Severinstraße Altstadt-Süd Highlights 01 NKD 02 dm 03 REWE City 04 Casita Mexicana 05 Alnatura Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Severinstraße 35) 1.107 1.113 1.428 04 01 03 02 05 Detailkarte Achterstraße Severinstraße Landsbergerstraße Jakobstraße An St. Magdalenen conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 19 Lagebeschreibung Mit einer durchschnittlichen Kundenfrequenz von 1.380 Passanten pro Stunde liegt der Abschnitt Palmstraße bis Friesenplatz des Hohenzollernrings auf Platz 14 unseres Rankings. Im Vergleich zu 2018 (durchschnittlich 818 Passanten pro Stunde) steigt die Frequenz deutlich. Auch an diesem Standort überwiegen die Gastronomiebetriebe. Beliebte Anlaufstellen sind z. B. „Starbucks“ und „SAUSA- LITOS“ sowie die Neueröffnungen „Wilma Wunder “(Friesenstraße 28) und „Coya- can“(Friesenstraße 80), die das ohnehin schon große Gastronomieangebot noch- mals erweitern. Die Frequenzbringer aus Sicht der Einzelhändler sind in diesem Bereich insbesondere der Drogeriemarkt „dm“ und der bekannte Second- Hand-Store „Vintage & Rags“. Spannend bleibt die Frage, wie sich die Immobi- lienentwicklungen am Friesenplatz (Friesenplatz 2, Hohenzollernring 70 und Hohenzollernring 79-89) auf die Passantenfrequenzen auswirken. conceptstories geht von einem starken Zuwachs aus. Die Anbindung an das ÖPNV-Netz ist am Friesenplatz genauso ausgezeichnet wie am Rudolfplatz. Daher ist es für die Kunden ein Leichtes, diesen Standort zu erreichen. Auch hier ist anzumerken, dass die Frequenz an diesem Standort in den Abendstunden förmlich explodiert. Als Kundengruppe lässt sich die Mittelschicht erkennen. Hohenzollernring Friesenplatz Highlights 01 Coyacan 02 SAUSALITOS 03 Wilma Wunder 04 dm 05 Starbucks Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Hohenzollernring 72) 892 818 1.380 Detailkarte Hohenzollernring Hohenzollernring Magnusstraße 05 01 03 02 04 05 HohenstaufenringHohenstaufenring Engelbertstraße Lindenstraße Zülpicher Platz SchaafenstraßeSchaevenstraße 20 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 Lagebeschreibung Der Hohenstaufenring gilt neben dem Kaiser-Wilhelm-Ring als die Möbelmeile Kölns und darf daher in unserem Retailbericht nicht fehlen. Mit einer diesjähri- gen durchschnittlichen Kundenfrequenz von 1.362 Passanten pro Stunde landet der Standort auf Platz 15 unseres Rankings. Dieser Wert liegt deutlich über der Kundenfrequenz von 2018 (durchschnittlich 496 Passanten pro Stunde). Neben den bekannten Größen des exklusiven Möbelhandels wie z. B. „WHO’S PERFECT“, „Pfannes & Virnich“, „Ligne Roset“ usw. konnten sich in den vergangenen Jahren auch einige andere Konzepte an diesem Standort etablieren. So konnte Larbig & Mortag Immobilien in diesem Jahr das angesagte Skandinavische Möbelkon- zept ,,Sofa Company“ im Hohenstaufenring 42 unterbringen. Es ist nach Berlin, Hamburg und München die vierte Filiale des Unternehmens in Deutschland. Weitere Frequenzbringer am Hohenstaufenring sind zudem die Lebensmittel- einzelhändler „REWE“ und „REWE City“ am Zülpicher Platz sowie „LIDL “ (Habsburgerring 2) am Rudolfplatz. Die ideale Anbindung an das ÖPNV-Netz ist mit Sicherheit ein weiterer Grund für die hohe Passantenfrequenz. Wie bei allen angegebenen Standorten rund um den Rudolfplatz ist davon auszugehen, dass auch der Hohenstaufenring mit Fertigstellung der beiden Neubauprojekte an diesem Standort weiter an Frequenz hinzugewinnen wird. Erkennbare Kunden- gruppen sind die Mittelschicht und die gehobene Mittelschicht. Hohenstaufenring Neustadt-Süd Highlights 01 REWE 02 WHO‘S PERFECT 03 SofaCompany 04 BoConcept Köln 05 WonderWaffel Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Hohenstaufenring 30) 814 496 1.362 Zülpicher Platz Detailkarte 04 01 04 03 02 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 21 Lagebeschreibung Die Zülpicher Straße im Stadtteil Neustadt-Süd befindet sich mit einer durch- schnittlichen Frequenz von 1.278 Passanten pro Stunde auf Platz 16 unseres Rankings und ist dadurch im Vergleich zu 2018 (durchschnittliche Passantenfre- quenz pro Stunde: 606) rapide gestiegen. Der Mieterbesatz an diesem Standort besteht zudem hauptsächlich aus Gastronomiebetrieben, weshalb die Passan- tenfrequenz in den Abendstunden deutlich höher ist als tagsüber. Als Frequenz- bringer fungieren insbesondere die Restaurants „Mango“, „Borsalino“ und „Magnus“. Durch die Eröffnung einer Filiale von „Pizza Hut“ in der Zülpicher Straße 12 sowie des Lebensmitteldiscounters „PENNY-Markt“ in der benach- barten Dasselstraße 1-29 konnte die Attraktivität des Standortes weiter ge- steigert werden. Das kultige Restaurant „bei Oma Kleinmann“ ist des Weiteren seit Jahren eine beliebte Anlaufstelle für Anwohner und Touristen. Ein weiterer Pluspunkt für die Zülpicher Straße ist die gute Anbindung an das ÖPNV- und das DB-Netz (Stadtbahnhaltestellen Zülpicher Platz (Linien 9, 12, 15), Dasselstraße (Linie 9) und der Bahnhof Süd). Als Kundengruppe lässt sich vor allem die Mittelschicht, hauptsächlich jedoch junge Menschen und Studenten, erkennen. Zülpicher Straße Neustadt-Süd Highlights 01 Mango 02 Pizza Hut 03 Borsalino 04 Magnus 05 Lenny & Pino‘s Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Zülpicher Straße 23) 687 606 1.278 Detailkarte Zülpicher Straße Zülpicher Straße Dasselstraße Heinsbergstraße Roonstraße Hohenstaufenring 04 01 03 Zülpicher Straße 02 Zülpicher Straße 05 22 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 Genauso wie in der Breite Straße und der Ehrenstraße ist auch die Passanten- frequenz in der Mittelstraße im Vergleich zum Vorjahr leicht rückgängig. Passier- ten in 2018 noch durchschnittlich 1.348 Besucher die Straße, so sind es in diesem Jahr etwas weniger Besucher (durchschnittlich 1.260 Passanten pro Stunde). Dies änderte jedoch nichts daran, dass die Mittelstraße weiterhin ein attraktiver Standort für Sozialgruppen der gehobenen Mittelschicht sowie die Oberschicht bleibt. Sie besteht überwiegend aus Filialisten aus den Bereichen Textil und Wohnungseinrichtung. Aufgrund der optimalen Lage zwischen Neumarkt und Rudolfplatz ist die Erreichbarkeit der Mittelstraße zudem ideal. Die Kunden- magnete sind, wie auch in den letzten Jahren, u. a. „APROPOS“, „LACOSTE“, „Massimo Dutti“ und „ZARA HOME“. Durch die Neueröffnung des Textilhandels ,,Yves Delorme“ (Mittelstraße 42) ist ein weiterer Kundenmagnet dazu gekom- men, welcher sich ausschließlich auf den Verkauf von hochwertigen Heimtextilien konzentriert. Lagebeschreibung Mittelstraße Altstadt-Nord Highlights 01 APROPROS 02 LACOSTE 03 Tesla 04 Shoepassion 05 Massimo Dutti Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Mittelstraße 40) 1.372 1.348 1.260 04 01 03 02 05 Detailkarte Benesisstraße Pfeilstraße Mittelstraße Mittelstraße conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 23 Mit einer durchschnittlichen Frequenz von 1.248 Passanten pro Stunde, liegt die beliebte Ausgehmeile, zwischen Rudolfplatz und Aachener Weiher auf Platz 18 des Rankings. Im Vergleich zum Vorjahr (durchschnittlich 891 Passanten pro Stunde) konnte die Aachener Straße Ihre Frequenz zudem deutlich steigern, was die Attraktivität des Standortes verdeutlicht. Die Aachener Straße hat sich in den vergangenen Jahren zu der absoluten Ausgehmeile Kölns entwickelt, noch vor der Friesenstraße und dem Hohenzollernring. Dies ist sowohl auf die exponierte Lage im Belgischen Viertel als auch auf die Vielfalt der Gastronomiebetriebe zurück- zuführen. Insbesondere die Szenerestaurants „Salon Schmitz“, „Balthasar“ sowie „Piccola L ’Orginale“ ziehen sowohl tagsüber als auch abends zahlreiche Kunden an. Darüber hinaus haben sich in den vergangenen Jahren zahlreiche weitere beliebte Gastronomiekonzepte wie z. B. „Beef Brothers“ und „The Bird“ oder auch „Burrito Rico“ erfolgreich etabliert. Durch die Neueröffnung von “Remos“ (Aachener Straße 21) ist ein weiteres Gastronomiekonzept dazu gestoßen, welches die ausgewoge- ne Restaurantauswahl auf der Aachener Straße abrundet. Ein weiterer Pluspunkt ist die gute Erreichbarkeit des Standortes mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, welche durch die Nähe zum Rudolfplatz gegeben ist. Als Sozialgruppe lassen sich die Mittelschicht und die gehobene Mittelschicht erkennen. Besonders in den Abend- stunden verkehren zudem zahlreiche junge Menschen an der Aachener Straße. Lagebeschreibung Aachener Straße Neustadt-Süd Highlights 01 Balthasar 02 Salon Schmitz 03 ZEN 04 Little Nonna 05 Remos Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Aachener Straße 12) 819 891 1.248 04 01 01 03 05 02 Detailkarte Aachener Straße Aachener Straße Lütticher Straße Brabanter Straße Hohenzollernring Brüsseler Straße Moltkestraße 24 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 Die Frankfurter Straße hat in diesem Jahr mit einer durchschnittlichen Passan- tenfrequenz von 1.212 im Vergleich zu 2018 (durchschnittliche Passantenfre- quenz pro Stunde: 1737) etwas abgenommen. Trotzdem dient der Abschnitt der Frankfurter Straße vom Wiener Platz bis zum Bahnhof Köln-Mülheim weiterhin als Haupteinkaufsstraße für den Stadtteil Mülheim. Der Standort hat eine große Bedeutung für das Viertel, zumal die Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmit- tel durch die Nähe zum Wiener Platz und zum Bahnhof Köln-Mülheim nahezu perfekt ist. Für eine gute Passantenfrequenz sorgen die Einzelhändler „dm“ so- wie „Woolworth“ am Wiener Platz. Zudem zieht das Einkaufszentrum „Galerie Wiener Platz“ mit den Ankermietern „LIDL “, „TEDi“ und „KiK“ eine Vielzahl von Kunden an. Hiervon profitiert natürlich auch die Frankfurter Straße. Die Kun- dengruppe ist ähnlich wie eine Vielzahl der Geschäfte an diesem Standort stark multikulturell geprägt. Lagebeschreibung Frankfurter Straße Mülheim Highlights 01 Galerie Wiener Platz 02 dm 03 Deichmann 04 Woolworth 05 Reformhaus Bacher Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Frankfurter Straße 18) 649 1.737 1.212 Rhodiusstraße 04 01 03 03 02 05 Frankfurter Straße Mülheimer Brücke Elisabeth-Breuer-Straße Mülheimer Brücke Detailkarte conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 25 Im Vergleich zu den Vorjahren, konnte die Hauptstraße in Rodenkirchen dieses Mal enorm an Passantenfrequenz zugewinnen. Dies liegt jedoch unter anderem daran, dass wir bei unserer diesjährigen Messung die Frequenz des Wochen- marktes am Maternusplatz in unsere Ergebnisse mit aufgenommen haben. Der diesjährige Anstieg der Passantenfrequenz wird allerdings auch auf die einla- dende Atmosphäre in Rodenkirchen zurückzuführen sein. In diesem Jahr stieg die Anzahl in der Hauptstraße auf durchschnittlich 1.128 Passanten pro Stunde. Dies bedeutet Platz 20 in unserem Ranking. Neben klassischen Einzelhändlern aus den Bereichen Lebensmittel und Drogerie finden die Besucher auch ein Angebot an Textil- und Kosmetikeinzelhändlern vor. Für die Bewohner des Stadtbezirks Rodenkirchen dient die Hauptstraße, gemeinsam mit der Maternusstraße/ Mater- nusplatz, als Haupteinkaufsstraße. Als Kundengruppen lassen sich hauptsäch- lich die gehobene Mittelschicht und die Oberschicht erkennen. Die Anbindung an das ÖPNV-Netz an diesem Standort, ist eher als schlecht zu bezeichnen. Dies ist für die gehobene Mittelschicht bzw. die Oberschicht eher unwichtig, da diese in der Regel mit dem PKW oder zu Fuß anreisen. Allerdings führt dies dazu, dass relativ wenig junge Menschen oder Studenten zu diesem Standort strömen und die Frequenz daher im Verhältnis zu einigen anderen Haupteinkaufsstraßen geringer ausfällt. Lagebeschreibung Hauptstraße Rodenkirchen Highlights 01 Aldi Süd 02 Closed 03 Sommerhof 04 dm 05 Tchibo Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Hauptstraße 106) 1.781 602 1.128 05 04 01 03 02 Detailkarte Hauptstraße Hauptstraße Maternusstraße 26 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 Mit einer durchschnittlichen Frequenz von 1.050 Passanten pro Stunde, landet die Dürener Straße im Stadtteil Lindenthal auf Platz 21 unseres Rankings. Im Vergleich zu 2018 (durchschnittlich 821 Passanten pro Stunde) war der Standort in diesem Jahr deutlich besser besucht. Nach wie vor zählt die Dürener Straße zu den beliebtesten Einkaufsstraßen für die Bewohner Kölns, insbesondere für die Bewohner Lindenthals. An diesem Standort lassen sich vor allem die Kunden- gruppen der gehobenen Mittelschicht und der Oberschicht erkennen. Die Kauf- kraft ist hier daher wesentlich höher als in vielen anderen Stadtteilen. Aufgrund der nicht optimalen Anbindung an das ÖPNV-Netz, reist eine Vielzahl der Besucher mit dem PKW an, was an diesem Standort am häufigen „Parken in zweiter Reihe“ zu erkennen ist. Als Kundenmagneten fungieren neben den Lebensmittelhänd- lern „REWE“, „EDEKA“ und „denn’s Biomarkt“ auch die Drogeriemärkte „Ross- mann“ und „dm“. Darüber hinaus ziehen die zahlreichen Mode-Boutiquen wie „Somewear“, „Knocknok“ und „S.A.L.E“ sowie die Filiale von „Marc O‘Polo“ eine Vielzahl von Kunden an. Die zahlreichen Gastronomiebetriebe wie z. B. „Hans im Glück“, „Restaurant Culinarius“, „Haus Schwan“ und die „Pizzeria Piccola“ sind aufgrund ihrer Beliebtheit gute Frequenzbringer. Lagebeschreibung Dürener Straße Lindenthal Highlights 01 REWE 02 denn‘s Biomarkt 03 Rossmann 04 Hans im Glück 05 Marc O‘Polo Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Dürener Straße 132) 720 821 1.050 Klosterstraße Hillerstraße Dürener Straße Hans-Sachs-Straße Detailkarte 04 01 03 02 05 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 27 Lagebeschreibung Hinter der Dürener Straße, landet der Kaiser-Wilhelm-Ring auf Platz 22 unse- res Rankings. Dieser Standort konnte dieses Jahr mit einer Frequenz von 1.008 Passanten pro Stunde verglichen mit dem letzten Jahr (durchschnittliche Pas- santenfrequenz pro Stunde 627), deutlich an Frequenz hinzugewinnen. Neben dem Hohenstaufenring gilt der Kaiser-Wilhelm-Ring als zweite Möbelmeile Kölns. Als Kundenmagnete fungieren in diesem Abschnitt des Kölner Rings vor allem die hochwertigen Möbelhändler und Einrichtungshäuser „Pesch Wohnen“, „COR interlübke Studio“ und „HEIDER | Wohnambiente“ sowie der Kölner Standort des Beleuchtungsexperten „TOBIAS GRAU“. Dieses Angebot wurde durch die Eröffnung des Inneneinrichters, „Die Einrichtung“, im Kaiser-Wilhelm-Ring 40 im Jahre 2016 nochmals erweitert. Weitere Frequenzbringer für den Standort sind die Kinobetrie- be „Cinedom“ im Mediapark 1 sowie „Residenz“ im Kaiser-Wilhelm-Ring 30-32. Auf Grund seiner idealen Lage zwischen dem „Belgischen Viertel“, dem „Mediapark“, dem „Gerling-Quartier“ und dem „Friesenviertel“, ist der Kaiser-Wilhelm-Ring auch ein sehr gefragter Bürostandort und gilt als die 1A-Lage am Kölner Büro- markt. Dies zeigen unter anderem die beiden Projektentwicklungen „Kaiser Hof“ an der Erftstraße bzw. „Kaiser-Wilhelm-Höfe“ an der Gladbacher Straße/ Ecke Kaiser-Wilhelm-Ring von der Art-Invest, die im absoluten Hochpreissegment liegen. Als Kundengruppen lassen sich die Mittelschicht, die gehobene Mittel- schicht sowie die Oberschicht des Gerling Quartiers erkennen. Kaiser-Wilhelm-Ring Neustadt-Nord Highlights 01 Pesch Wohnen 02 HEIDER | Wohnambiente 03 COR interlübke Studio Köln 04 Residenz 05 Salädchen Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Kaiser-Wilhelm-Ring 10) 722 627 1.008 Kaiser-Wilhelm-Ring Hansaring Maybachstraße Christophstraße Gladbacher Straße Maybachstraße Maybachstraße Detailkarte 04 01 04 03 04 02 Christophstraße 05 28 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 Lagebeschreibung Die Apostelnstraße ist nach der Breite Straße, der Ehrenstraße, Mittelstraße und Pfeilstraße der fünfte Standort unserer Frequenzmessung im direkten Innenstadt- bereich. Mit einer durchschnittlichen Passantenfrequenz von 999 im vergangenen Jahr liegt die Passantenfrequenz in diesem Jahr mit 978 knapp darunter. Die Apostelnstraße befindet sich zwischen dem Neumarkt und der Ehrenstraße und dient damit unter anderem als Verbindungsstraße für die Passanten. Darüber hinaus konnte die Apostelnstraße in den vergangenen Jahren einige attraktive Mieter gewinnen, wie z. B. „Marc O’Polo“ und „Closed“, die zu der hohen Kundenfrequenz beitragen. Die Gastronomiebetriebe „Törtchen Törtchen“, „Culinarius-in-Biss by Federico“ sowie „Dulce Chocolate & Icecream“ tragen zum guten Flair der Straße bei und laden zum Verweilen ein. Das auch über- regional beliebte und bekannte Gloria Theater mit zahlreichen Veranstaltungen unterschiedlichster Art, zieht auch in den Abendstunden eine Vielzahl von Kunden an. Aufgrund der zahlreichen Parkhäuser in und um die Apostelnstraße, ist die Erreichbarkeit mit dem PKW zudem nahezu ideal. Ein weiterer Faktor für das gute Abschneiden des Standortes ist die Nähe zum Neumarkt, weshalb die ÖPNV- Anbindung als ausgezeichnet zu bewerten ist. Als Kundengruppen lassen sich die Mittelschicht sowie die gehobene Mittelschicht erkennen. Apostelnstraße Altstadt-Nord Highlights 01 Marc O‘Polo 02 Brogle 03 Törtchen Törtchen 04 Closed 05 Prego Köln Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Apostelnstraße 27) 1.021 999 978 Detailkarte Getrudenstraße Apostelnstraße Albertusstraße Ehrenstraße 04 01 04 03 02 03 05 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 29 Neben der Neusser Straße und der Zülpicher Straße, ist auch die Aachener Straße gleich zweimal in unserem Retailbericht vertreten. Auf Platz 18 unseres Rankings mit dem Stadtteil Neustadt-Süd und nun, auf Platz 24, mit dem Stadtteil Braunsfeld. Im Vergleich zur Aachener Straße im Stadtteil Neustadt-Süd weist dieser Standort mit einer durchschnittlichen Frequenz von 924 Passanten pro Stunde jedoch einen niedrigeren Wert auf. Darüber hinaus hat sich die Passantenfrequenz zum letzten Jahr (durchschnittliche Passantenfrequenz pro Stunde 424) mehr als verdoppelt. Die Aachener Straße fungiert als Haupteinkaufsstraße für die Be- wohner der Stadtteile Braunsfeld, Junkersdorf und Müngersdorf. Dies ist neben der guten Erreichbarkeit des Standortes mit den öffentlichen Verkehrsmitteln (u. a. Stadtbahn- haltestellen Clarenbachstift und Maarweg mit der Linie 1) und dem PKW auch auf den guten Mietermix zurückzuführen. Neben den Lebensmittelhändlern „REWE“ und „TEMMA“, finden die Passanten auch eine Filiale des Drogeriemarktes „dm“ sowie zahlreiche Bankfilialen („Kölner Bank eG“, „Commerzbank“, „Sparkasse Köln/ Bonn“ usw.) und Bäckereien („Bäckerei Café Merzenich“, „Schmitz + Nittenwilm“, „Heinemann“ und „Bäckerei Ecke“) vor. Als Kundenmagnete lassen sich insbesondere „REWE“, „TEMMA“ und „dm“ erkennen. Zahlreiche Gastronomiebetriebe, wie z. B. „Brauhaus Gaffel im Marienbild“ oder „Kölsche Art“, laden zudem zum Verweilen ein und runden das gute Gesamtbild des Standortes ab. Mit den Neueröffnungen von „SPATZ – Health Food Deli & Café“ (Aachener Str. 503) sowie von „Fairytale Frozen Yogurt“ (Aachener Str. 505) konnte die Aachener Straße zudem zwei trendige Gastronomiekonzepte hinzugewinnen. Als Kundengruppen sind besonders die gehobene Mittelschicht und die Oberschicht erkennbar. Lagebeschreibung Aachener Straße Braunsfeld Highlights 01 REWE 02 TEMMA 03 Bento Box 04 dm 05 Gaffel im Marienbild Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Aachener Straße 519) 497 424 924 Detailkarte Aachener Straße Voigtelstraße Braunstraße Maarweg Maarweg Paulistraße 01 02 03 04 04 05 30 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 Lagebeschreibung Ein weiterer Standort in Sülz, die Berrenrather Straße, befindet sich in un- serem Ranking hinter der Aachener Straße auf Platz 25. Mit einer durch- schnittlichen Frequenz von 858 Passanten pro Stunde, ist die Frequenz im Vergleich zu 2018 (durchschnittlich 655 Passanten pro Stunde) stark gestiegen. Die Berrenrather Straße ist neben der Sülzburgstraße und der Zülpicher Straße die Haupteinkaufsstraße der Veedel Sülz und Klettenberg. Die Frequenzbringer an diesem Standort sind neben den beiden Bio-Märkten „Alnatura Super Natur Markt“ und „Naturata“, die Textileinzelhändler „S.A.L.E“ und „LANIUS“, der Sport- artikeleinzelhändler „Muskelkater Sport“ sowie die Eismanufaktur „Keiserlich“, welche sich seit der Eröffnung 2016 gut etablieren konnte und für einen hohen Kundenzuwachs sorgt. Ähnlich wie in der Sülzburgstraße, ist die Anbindung an das ÖPNV-Netz durch die nahegelegene Haltestelle „Sülzburgstraße“ mit der Linie 18 auch hier ideal. Die nächstgelegene Autobahnauffahrt (A4) erreicht man über die Luxemburger Straße zudem ebenfalls in wenigen Fahrminuten. Als Kundengruppen sind die Mittelschicht und die gehobene Mittelschicht erkennbar. Berrenrather Straße Sülz Highlights 01 Alnatura Super Natur Markt 02 Muskelkater Sport 03 EDEKA 04 Keiserlich 05 S.A.L.E. Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Berrenrather Straße 240) 839 655 858 Detailkarte Berrenrather Straße Berrenrather Straße Nikolausplatz Sülzburgstraße Redwitzstraße 05 04 01 03 02 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 31 Die Maastrichter Straße im Stadtteil Neustadt-Nord, findet sich ebenfalls zum dritten Mal in unserem Retailbericht wieder. Mitten im Belgischen Viertel gelegen, erfährt dieser Standort seit Jahren eine stark wachsende Beliebtheit. Mit einer Frequenz von durchschnittlich 840 Passanten pro Stunde, liegt die Maastrich- ter Straße wieder weiter oben auf Platz 26 unseres Rankings, welche im Vorjahr eine Frequenz von nur 532 Passanten pro Stunde umfasste. Neben der Nähe zur Innenstadt - die Ehrenstraße ist in wenigen Metern zu erreichen – ist die Attrak- tivität auch mit der Vielzahl an kleinen Boutiquen und Einzelhandelsbetrieben zu begründen. „Schee“ (Shop für Drucke und Motive), „boutique fraukayser“ (Geschenkartikelgeschäft) sowie das Herrenmodegeschäft „Monsieur Courbet“ und der Concept Store „Simon und Renoldi“ fungieren als Frequenzbringer für die Straße. Die zahlreichen Gastronomiebetriebe wie „Noa“, „Little Ink“ sowie das in 2017 neu eröffnete „Daikan“ tragen ebenfalls zu der Frequenz bei und runden das gute Gesamtbild ab. Darüber hinaus läuft die Maastrichter Straße auf den Brüsseler Platz zu, welcher in den vergangenen Jahren zu einem der angesag- testen Treffpunkte der Kölner Innenstadt geworden ist. Als Kundengruppe lässt sich insbesondere die Mittelschicht erkennen. Lagebeschreibung Maastrichter Straße Neustadt-Süd Highlights 01 Schee 02 Markthalle Belgisches Viertel 03 Monsieur Courbet 04 Simon und Renoldi 05 Noa Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Maastrichter Straße 3) 1.059 532 840 05 04 01 03 02 Detailkarte Maastrichter Straße Brabanter Straße Hohenzollernring 32 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 Lagebeschreibung Der Friesenwall, als weiterer Standort der Kölner Innenstadt, belegt Platz 27 unse- res Rankings. Dieser Standort konnte im Vergleich zum Vorjahr (durchschnittliche Frequenz von 680 Passanten pro Stunde) mit durchschnittlich 738 Passanten pro Stunde etwas an Frequenz hinzugewinnen. Ohnehin ist der Friesenwall bei zahlrei- chen Einzelhändlern und auch bei zahlreichen Kunden sehr beliebt. Dies spiegelt sich insbesondere in dem kaum vorhandenen Leerstand in der Straße wider. Zwar findet ab und zu ein Mieterwechsel in der Straße statt, allerdings gibt es keinen dauerhaften Leerstand zu verzeichnen. Als Frequenzbringer lassen sich „REWE City“, die Boutiquen „G1O1A“ und „Luxefashion“ sowie der Store des Schweizer Ta- schenherstellers und Händlers „FREITAG“ erkennen. Durch die Neueröffnung von MALOA Poke Bowl (Friesenwall 24D, 50672 Köln) konnte der Standort sein gastro- nomisches Angebot weiterentwickeln. Zudem dient der Friesenwall als Verbindung zwischen Rudolfplatz und Ehrenstraße. Ein zweiter Faktor für die solide Passan- tenfrequenz. Vor allem die Kundengruppen Mittelschicht und die gehobene Mittel- schicht sind an diesem Standort stark vertreten. Friesenwall Altstadt-Nord Highlights 01 MALOA Poke Bowl 02 FREITAG Store 03 REWE City 04 Frittenwerk 05 G101A Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Friesenwall 1) 420 680 738 05 Detailkarte Friesenwall Ehrenstraße Mittelstraße Pfeilstraße Kettengasse 04 01 03 02 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 33 Auch die Zülpicher Straße ist, nach der Aachener Straße und der Neusser Straße, mit einem zweiten Standort in unserem Frequenzbericht vertreten. Mit einer durch- schnittlichen Frequenz von 690 Passanten pro Stunde liegt die Zülpicher Straße im beliebten Kölner Veedel Sülz auf Platz 28 unseres Rankings und konnte sich im Vergleich zum Vorjahr (618 Passanten pro Stunde) leicht steigern. Neben der Sülz- burgstraße und der Berrenrather Straße ist die Zülpicher Straße zudem der dritte Sülzer Standort, der in unserem Ranking vertreten ist und welcher für dieses Viertel als Einkaufsstraße dient. Die Vielzahl an guten Einkaufslagen im Stadtteil Sülz in unserem Retailbericht unterstreicht nochmals die Attraktivität des Stand- ortes. Als Pluspunkte für die Zülpicher Straße lassen sich neben der idealen Anbindung an das ÖPNV-Netz (Stadtbahnhaltestellen Lindenburg und Weyertal mit der Linie 9) auch der gute Mietermix sowie das vielfältige Angebot an Gas- tronomiebetrieben nennen. Die zahlreichen Cafés (z. B. „Lieblings“, „Café Wo ist Tom“ und „Café Krümel“) und die Vielzahl an Restaurants (z. B. „Brasserie Marie“ und „Haus Demmer“) laden zudem zum Verweilen ein. Die Kundenmagnete an diesem Standort sind die Lebensmitteldiscounter „LIDL “ und „Netto Marken- Discount“. Kleine Boutiquen, wie z. B. das „cava-cava“, ziehen tagtäglich ebenfalls viele Kunden an. Als Kundengruppe ist insbesondere die Mittelschicht erkennbar. Lagebeschreibung Zülpicher Straße Sülz Highlights 01 Lieblings 02 Café Wo ist Tom 03 Netto 04 LIDL 05 cava-cava Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Zülpicher Straße 23) 413 618 690 Detailkarte Gustavstraße Ägidiusstraße Weyertal Palanterstraße Zülpicherstraße Laudahnstraße 04 Gustavstraße 01 03 02 05 34 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 Auf Platz 29 unseres Rankings liegt der Höninger Weg, im Kölner Stadtteil Zollstock. Mit einer durchschnittlichen Frequenz von 636 Passanten pro Stunde konnte der Höninger Weg das Vorjahresergebnis (durchschnittlich 717 Passanten pro Stunde) dieses Mal zwar nicht erreichen, jedoch dient der Standort auch weiterhin als Haupteinkaufsstraße für die Bewohner Zollstocks. Hinsichtlich der Werte der Passantenfrequenz wird der Höninger Weg daher auch in den kommenden Jahren stabil bleiben und sich nur marginal ändern. Als Frequenz- bringer fungieren an diesem Standort insbesondere der Lebensmitteleinzelhänd- ler „REWE City“ sowie der Drogeriemarkt „dm“. Weitere Kundenmagnete sind „Tchibo“ und „KiK“. Neben dem guten Mietermix am Höninger Weg ist die gute Erreichbarkeit mit den öffentlichen Verkehrsmitteln (u. a. Stadtbahnhaltestellen „Höninger Weg“ und „Herthastraße“) ein weiterer Pluspunkt für den Standort. Als Kundengruppe ist überwiegend die Mittelschicht erkennbar. Lagebeschreibung Höninger Weg Zollstock Highlights 01 REWE City 02 Schmitz & Nittenwilm 03 dm 04 KiK 05 Tchibo Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Höninger Weg 185) 756 717 636 Detailkarte Höninger Weg Höninger WegGottesweg Herthastraße 04 01 03 02 05 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 35 Lagebeschreibung Auf Platz 30 unseres Rankings, liegt die Goltsteinstraße im Stadtteil Bayenthal mit einer durchschnittlichen Frequenz von 570 Passanten pro Stunde. Auch die Goltsteinstraße wird zum dritten Mal in unserem Retailbericht aufgeführt und konnte sich im Hinblick auf die Passantenfrequenz zum Vorjahr (durchschnitt- lich 354 Passanten pro Stunde) erfreulicherweise verbessern. Dieser Standort dient neben der Bonner Straße als Haupteinkaufsstraße für die Bewohner der Stadtteile Bayenthal und Marienburg. Insbesondere ist das Goltsteinforum bei den Passanten und Besuchern weitaus etabliert und dient daher als absoluter Frequenzbringer. Die Beliebtheit des Goltsteinforums lässt sich hauptsächlich auf den hervorragenden Mietermix zurückführen. Neben den Lebensmittelhänd- lern „PENNY-Markt“, „REWE City“ und „Alnatura Super Natur Markt“, finden die Kunden auch einen „dm“ Drogeriemarkt, eine Metzgerei („Metzgerei Kremer“) sowie eine Bäckerei („Schmitz + Nittenwilm“) vor. Eine weitere beliebte Bäcke- rei, die Bäckerei „Mauel 1883“, befindet sich darüber hinaus ebenfalls in direk- ter Nachbarschaft zum Goltsteinforum, in der Goltsteinstraße 79. Die Nahver- sorgung für die umliegenden Bewohner ist daher als ideal zu bezeichnen. Als Kundengruppen lassen sich die Mittelschicht, die gehobene Mittelschicht sowie die Oberschicht erkennen. An heißen Sommertagen erfreut sich besonders die Eisdiele „Il Gelato di Ferigo“ über einen starken Kundenandrang. Goltsteinstraße Bayenthal Highlights 01 REWE City 02 Alnatura 03 dm 04 Il Gelato di Ferigo 05 Ristorante Sardinia Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Goltsteinstraße 91) 312 354 570 Detailkarte Goltsteinstraße Tacitusstraße Alteburger Straße Goltsteinstraße Schönhauser Straße Koblenzer Straße Cäsarstraße Goltsteinstraße 04 01 03 02 Cäsarstraße 05 36 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 In der Pfeilstraße ist die Passantenfrequenz im Vergleich zur Ehrenstraße, Breite Straße und zur Mittelstraße deutlich niedriger. Wurden im Jahr 2018 noch durch- schnittlich 637 Passanten pro Stunde erfasst, so waren es in diesem Jahr durch- schnittlich nur noch 534 Passanten. Es ist daher festzuhalten, dass die Kunden- frequenz in der Pfeilstraße erneut gesunken ist. Trotzdem ist die Pfeilstraße bei Kunden und Einzelhändlern nach wie vor sehr beliebt, was nicht zuletzt auf die gute Lage der Straße zwischen Rudolfplatz und Ehrenstraße zurückzuführen ist. Dies zeigt unter anderem auch die Ansiedlung des niederländischen Trendbrillen- händlers „Ace & Tate“, der im Frühjahr 2017 durch die Vermittlung von Larbig & Mortag Immobilien den Standort in der Pfeilstraße 38-40 eröffnen konnte. Darüber hinaus sind insbesondere das australische Kosmetikgeschäft „Aesop“ und die in 2018 neu eröffnete „HENNE. Weinbar“ Frequenzbringer der Straße. Darüber hinaus kommen auch Einrichtungs- und Tapetenliebhaber in der Pfeilstraße durch die Stores von „livingwalls cologne“ und „Farrow & Ball“ auf ihre Kosten. Das auch überregional bekannte „Eiscafé Breda“, zieht zudem mit seiner vielfältigen Eisaus- wahl schon seit vielen Jahren viele Kunden an. In diesem Jahr können sich die Besucher auf das hochwertige Café Konzept „Café Il Barista“ freuen, welches conceptstories Immobilien vermittelt hat. Als Kundengruppen lassen sich überwie- gend die Mittelschicht sowie die gehobene Mittelschicht erkennen. Lagebeschreibung Pfeilstraße Altstadt-Nord Highlights 01 Aesop 02 Jumeirah Store 03 Henne. Weinbar 04 Ace & Tate 05 Farrow & Ball Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Pfeilstraße 38-40) 1.255 637 534 Pfeilstraße Ehrenstraße Friesenwall 04 01 04 03 02 05 Pfeilstraße Detailkarte Mittelstraße conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 37 Zum zweiten Mal haben wir in diesem Jahr die Passantenfrequenz der Dell- brücker Hauptstraße im rechtsrheinischen Köln-Dellbrück ermittelt. Diese hat es mit 498 Passanten pro Stunde leider nur auf Platz 32 in unserem Ranking geschafft. Im Vergleich zu letztem Jahr ist der Wert gefallen (2018 durchschnittlich 670 Passanten pro Stunde). Der Standort fungiert als Haupteinkaufsstraße Dellbrück‘s und konnte in der Vergangenheit zahlreiche Frequenzbringer, wie zum Beispiel den Lebensmittelhändler „REWE City“ sowie den Drogeriemarkt „dm“, für sich gewinnen. Des Weiteren dienen Läden wie „Tchibo“, „NKD“ oder auch „Vom Fass“ als Kundenmagnete. Die Anbindung an das ÖPNV-Netz ist aufgrund der nahegelegenen S- und U-Bahn Haltestellen (S11, Linie 18 und Linie 3) als sehr gut zu bezeichnen. Über die drei dort verkehrenden Bahnen, erreichen Sie das Kölner Zentrum in nur wenigen Fahrminuten. Auch eine gute Anbindung an das Autobahnnetz ist aufgrund der ca. 5 Fahrminuten entfernten Autobahnanschlussstelle (A3) gewährleistet. Als Kundengruppe ist auf der Dellbrücker Hauptstraße insbesondere die Mittelschicht sowie die gehobene Mittelschicht zu erkennen. Lagebeschreibung Dellbrücker Hauptstraße Dellbrück Highlights 01 REWE City 02 dm 03 Tchibo 04 NKD 05 VOM FASS Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Dellbrücker Hauptstraße 92) Keine Auswertung 670 498 Detailkarte Marthastraße Dellbrücker Hauptstraße Marthastraße Idastraße Idastraße Idastraße Grafenmühlenweg Von-Quadt-Straße Von-Quadt-Straße Im Riephagen An der Kemperwiese Bergisch Gladbacher Straße 04 01 03 01 02 02 05 38 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 Lagebeschreibung Die Bahnhofstraße im Stadtteil Köln-Porz, welche jetzt schon des Öfteren in unserem Retailbericht erschien, weist eine durchschnittliche Frequenz von 186 Passanten pro Stunde auf. Diese Passantenanzahl ist zum Vorjahr (durchschnittlich 551 Passanten pro Stunde) stark gesunken. Nach der Frankfurter Straße, der Kalker Hauptstraße und der Dellbrücker Hauptstraße ist die Bahnhofstraße damit der vierte Standort im rechtsrheinischen Köln, der in unserem diesjährigen Bericht Berücksichtigung findet. Die Frequenz ist neben der guten Anbindung an das DB- und ÖPNV-Netz (Bahnhof Porz und Haltestelle Porz-Markt) sowie an das Autobahnnetz (Autobahn- auffahrt A59) auch auf das in direkter Nachbarschaft befindliche Shoppingcenter „City Center Porz“ zurückzuführen. Dieses fungiert als absoluter Kundenmagnet und zieht tagtäglich zahlreiche Kunden nach Porz. Der Kundschaft wird im „City Center Porz“ ein sehr ausgewogener Mietermix geboten. Neben einem „dm“ Droge- riemarkt findet man hier unter anderem auch eine „C&A“ sowie eine „Saturn“ Nie- derlassung. Eine Teilfläche des „Saturn“, konnte durch die Vermittlung von Larbig & Mortag Immobilien an „Aldi Süd“ vermietet werden, was sicherlich zu einem wei- teren Frequenzanstieg an diesem Standort führt. Neben dem City Center Porz gibt es in der Bahnhofstraße weitere Mieter, wie z. B. „Blumen Risse“ sowie ein „Schum EuroShop“, welche ebenso zu der Passantenfrequenz beitragen. Spannend bleibt, wie sich das Projekt „Neu Mitte Porz“ auf die Passantenfrequenz auswirken wird. Als Kundengruppe lässt sich insbesondere die Mittelschicht erkennen. Bahnhofstraße Porz Highlights 01 City Center Porz 02 Tchibo 03 Commerzbank 04 Schum EuroShop 05 Parfümerie Scholz Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Bahnhofstraße 19) 1.079 551 186 Detailkarte Bahnhofstraße Hauptstraße Bahnhofstraße Goethestraße FriedrichstraßeFriedrich-Ebert-Ufer 05 04 01 03 02 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 39 Angebot und Nachfrage Die Nachfrage an guten Ladenlokalen ist in den beliebtesten Innenstadt- (u. a. Ehrenstra- ße, Breite Straße) und Stadtteillagen (u. a. Neusser Straße, Venloer Straße) zuletzt wei- ter gestiegen. Trotzdem sind vor allem in schwächeren Innenstadt- und Stadtteillagen vermehrt lange Leerstandsphasen zu erkennen. Dies liegt insbesondere daran, dass die Frequenz dort eher rückläufig ist und sich die Umsätze der Händler im gleichen Ver- hältnis entwickeln. Dadurch können viele Händler, die vor wenigen Jahren aufgerufenen Mieten, nicht mehr zahlen. Dadurch verändert sich der Einzelhandelsbesatz schneller als in 1A-Lagen, wenngleich das Angebot an Ladenlokalen auch dort in den letzten Jahren deutlich angestiegen ist. Eine Lösung gegen Leerstände kann in einigen Fällen eine Um- wandlung in andere Nutzungsarten, z. B. Büro oder Gastronomie, sein. Die Nachfrage an Gastronomieflächen ist ungebrochen hoch, da weiterhin neue Konzepte auf den Markt drängen und das Erlebnis Essen gehen/ Ausgehen auch in Zukunft stärker in den Fokus der Menschen rückt. Wie bereits in den vergangenen Jahren geschildert, hat Deutsch- land im Vergleich zum europäischen Ausland im Gastronomiebereich zudem extrem ho- hen Nachholbedarf. Aber Vorsicht, eine Umwandlung der Nutzung (Nutzungsänderung) macht nicht in jedem Fall Sinn und ist im Einzelfall zu beurteilen. Bei einer Nutzungsän- derung muss beispielsweise berücksichtigt werden, dass die Bearbeitungszeit bei der Behörde derzeit bei etwa 4 bis 8 Monaten, in Einzelfällen sogar länger, liegt. Mietpreise Wie auch in den letzten Jahren erwähnt, lassen sich die hohen Mieten aus den vergange- nen Jahren in vielen Lagen kaum noch erzielen. Da die Eigentümer diese Situation zuneh- mend erkannt haben, sind die Mietpreisforderungen vielerorts merklich zurückgegangen und es konnten teils lange Zeit leerstehende Ladenlokale vermietet werden. In einigen beliebten B-Lagen (u. a. Venloer Straße, Neusser Straße) bleiben die Mieten konstant. Da- hingegen ist in besonders beliebten Gastronomielagen nach wie vor ein kleiner Anstieg der Mietpreise zu erkennen, was der hohen Nachfrage an Gastronomieflächen geschuldet ist. In guten Stadtteillagen sind Höchstmieten von ca. 30 bis 40 EUR/ m² erzielbar. In den beliebten Innenstadtlagen (Breite Straße, Ehrenstraße, Mittelstraße) liegen die Höchst- mieten zwischen 80 bis 100 EUR/ m². In den klassischen 1A-Lagen (Schildergasse, Hohe Straße) liegen die Höchstmieten zwischen 250 bis 270 EUR/ m². Am Wallrafplatz können teilweise Höchstmieten von bis zu 280 EUR/ m² erzielt werden. Der Retailmarkt Marktsituation - Viel Fluktuation durch hohe Mieten - Steigende Nachfrage an Gastronomie- flächen - Lange Bearbeitungszeiten für Nutzungs- änderungen Mietpreise nach Lagen 30 bis 40 EUR/ m² in Stadtteillagen 80 bis 100 EUR/ m² in Innenstadtlagen 250 bis 270 EUR/ m² in 1A-Lagen bis zu 280 EUR/ m² am Wallrafplatz Auf den Punkt gebracht - Einzelhändler müssen neue Ideen entwickeln - Gastronomie boomt weiterhin - Mietfl ächen müssen fl exibler werden - Mieten sinken oder bleiben konstant 40 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 Die Retailmakler von conceptstories Immobilien gehen davon aus, dass sich die Nachfragesituation aus dem Einzelhandelsbereich in den kommenden Jahren weiter bessern wird. Dies ist insbesondere daran zu erkennen, dass vermehrt neue Konzepte auf den Markt drängen und die Kombinationen aus Einzelhandel und Onlinehandel (z. B. durch Abholstationen der im Internet bestellten Artikel) sowie teilweise mit Gastronomienutzungen (z. B. durch Café-Bars in Shops) im- mer stärker Berücksichtigung findet und miteinander harmonieren kann. Darüber hinaus wird die Nachfrage an Gastronomieflächen weiter steigen, weshalb die Gastronomie auch zu Beginn des neuen Jahrzehnts weiter in den Fokus rücken wird. Dies ist beispielweise durch die Nachvermietung der „Gerry Weber“-Stores auf der Schildergasse zu erkennen. Dort wird nach vorliegender Nutzungsgenehmigung die amerikanische Burger-Kette „Five-Guys“ eröffnen. Insbesondere bei Neubauprojekten ist daher zu empfehlen, die Mietflächen be- sonders flexibel zu gestalten, um sowohl eine Einzelhandels- als auch eine Gast- ronomie- oder, je nach Lage, eine Büronutzung zu ermöglichen. Die Nachvermietung von Ladenflächen wird aufgrund der sehr unterschiedlichen Passantenfrequenzen und Sozialgruppen an den verschiedenen Standorten in Köln auch in Zukunft lebhaft bleiben. Die Herausforderungen für künftige Mieter aber auch die Retailmakler wird darin bestehen, die richtige Lage bzw. den geeig- neten Standort für die individuellen Konzepte ausfindig zu machen. Eigentümer sollten, trotz des zum Teil hohen Aufwandes und Kosten, einer Um- nutzung Ihrer Mietflächen (z. B. zu einer Büro- oder Gastronomienutzung) zu- künftig offener gegenüberstehen, um eine langfriste und nachhaltige Vermietung sicherstellen zu können. Dies zahlt sich über einen längeren Betrachtungszeit- raum in der Regel aus, jedoch ist dies natürlich von Fall zu Fall zu begutachten. Prognose Ausblick Raum für Erfolgsgeschichten. Larbig & Mortag, imovo und CUBION. Drei Partner – eine Story. 2018 entstand die Idee, den Bereich Einzelhandelsflächen- und Gastronomievermietung, der sich bereits seit 2012 erfolgreich bei Larbig & Mortag in einem stark umkämpften Bereich in Köln und Bonn behaupten konnte, auf die Marktgebiete der Partner imovo (Großraum Düsseldorf) und CUBION (Großraum Ruhrgebiet) zu erweitern. Mit der Gründung von conceptstories Immobilien in 2019 als gemeinsames Unternehmen und dem Markteintritt im Januar 2020 wurde die Idee umgesetzt. Die Gründer haben den Unternehmensstart bewusst in einer schwieri- gen und wandelnden Marktphase gewählt, um den Umbruch in diesem Segment gemeinsam mitzugestalten und sich gemeinsam mit unseren Kunden den Chancen, neuen Aufgaben und Herausforderungen zu stellen. Ihre Makler für Einzelhandels- und Gastronomieflächen LADENVERMIETUNG MAX QUENTIN VERWICK 0221 998 997 33 verwick@conceptstories.de GASTRONOMIEVERMIETUNG MICHÈL MESSMER 0221 998 997 41 messmer@conceptstories.de TEAMASSISTENZ JANINA KÜHLER 0221 998 997 39 kuehler@conceptstories.de AUSZUBILDENDER ZUM IMMOBILIENKAUFMANN TIM GAGSTAETTER 0221 998 997 34 gagstaetter@conceptstories.de REGIONALLEITER LADENVERMIETUNG NRW RADU-GEORGE MOLDOVAN 0221 998 997 62 moldovan@conceptstories.de ABTEILUNGSLEITER LADENVERMIETUNG JAN SEIDENFADEN 0221 998 997 40 seidenfaden@conceptstories.de Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme! Über Uns Dieser Bericht wurde mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt und basiert auf Informationen aus Quellen, die wir für zuverlässig erachten, aber für deren Genauigkeit, Vollständigkeit und Richtigkeit wir keine Haftung übernehmen. Die enthaltenen Meinungen stellen unsere Einschätzung zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichtes dar und können sich ohne Vorankündigung ändern. Historische Entwicklungen sind kein Indiz für zukünftige Ergebnisse. Dieser Bericht ist nicht für den Vertrieb oder die Empfehlung zum Kauf oder Verkauf einer bestimmten Finanzanlage bestimmt. Die in diesem Bericht zum Ausdruck gebrachten Meinungen und Empfehlungen berücksichtigen nicht individuelle Kundensituationen, -ziele oder -bedürfnisse und sind nicht für die Empfehlung einzelner Wertpapiere, Finanzanlagen oder Strategien einzel- ner Kunden bestimmt. Der Empfänger dieses Berichtes muss seine eigenen unabhängigen Entscheidungen hinsichtlich einzelner Wertpapiere oder Finanzanlagen treffen. Larbig & Mortag übernimmt keine Haftung für direkte oder indirekte Schäden, die aus Ungenauigkeiten, Unvollständigkeiten oder Fehlern in diesem Bericht entstehen. Map tiles by Stamen Design, under CC BY 3.0. Data by OpenStreetMap, under ODbL conceptstories Immobilien GmbH Theodor-Heuss-Ring 23 | 50668 Köln T. 0800 998 997-7 Ein Partner von: Larbig & Mortag GmbH 2008 gegründet, haben wir uns seit 2012 zum größten Makler für Gewerbeimmobilien in Köln entwickelt. Ob Laden, Gastronomie, Büro, Loft, Praxis, Lager oder Investment. Derzeit besteht unser Team aus 34 Mitarbeitern. Seit 2013 haben wir eine erfolgreiche Bonner Nieder- lassung und seit 2016 einen weiteren Standort in Leverkusen. Nicht, dass Größe alles wäre. Aber sie ist ein Indikator für den Erfolg unserer Strategie: Ihnen mit professioneller Beratung zur passenden Gewerbeimmobilie zu verhel- fen – und das gerne im persönlichen Dialog. Larbig & Mortag ist regional tief verbunden, inhabergeführt und bietet über das Netzwerk NAI apollo group einen nationalen und interna- tionalen Anschluss. imovo GmbH Ein hohes Maß an Kundenorientierung – das ist auch das Erfolgsrezept des Immobilien- beratungsunternehmens imovo. „Der Kunde, der sich für imovo entscheidet, bekommt ein starkes Team zur Seite gestellt, welches sich als Berater und Problemlöser auf Augenhöhe versteht“, verspricht Knud Schaaf, geschäfts- führender Gesellschafter von imovo. „Wir betrachten Projekte immer ganzheitlich, gehen auf jeden Anspruch ein und kreativ über Standards hinaus.“ Offenheit und Ehrlichkeit in der Kommunikation, Verantwortungsbe- wusstsein, Zielorientierung und Präzision in der Ausführung – diese Werte reklamiert das Unternehmen. Schaaf: „Unsere Kunden kön- nen sich auf uns als Partner verlassen.“ CUBION Immobilien AG Im Ruhrgebiet kennen wir jeden Stein! Unser Team von Immobilienexperten beobachtet genau was im Ruhrgebiet geschieht und wer sich am Markt bewegt. Das setzen wir zu Ihrem Vorteil ein. Denn wir wissen, wann Ver- träge auslaufen, wer auf der Suche ist, ken- nen den Wettbewerb und dessen Preise und können dank unserem umfangreichen Netz- werk stets die besten Kandidaten vermitteln. Seit 2005 haben wir unzählige Unterneh- men, vom Konzern bis zum Start-Up, in neue Flächen begleitet und dabei über eine Million Quadratmeter vermietet. Das macht uns zu einem der erfolgreichsten, inhabergeführten Immobilienberater im Ruhrgebiet. Mehr Informationen finden Sie im Web unter: www.conceptstories.de Retailmarkt. 1.1 Verkaufsfläche: Die Mietfläche, welche zum Verkauf dient zzgl. Treppen, Gänge, Schaufenster und Freiflächen, wird, sofern sie dem Kunden zugänglich ist, als Verkaufsfläche bezeichnet. Dazu gehören auch Flächen, die nicht nur vorübergehend für Verkaufszwecke genutzt werden. 1.2 Gesamt-/ Geschäftsfläche: Die gesamte betrieblich genutzte Fläche eines Einzelhandels, welche sich aus der Verkaufs-, Ausstellungs-, Versand-, Büro- und Lagerfläche sowie Sozialräumen zusammensetzt, wird als Geschäftsfläche bezeichnet. Die Berücksichti- gung der Büro-, Versand- und Lagerflächen, un- terscheidet die Gesamt- oder auch Geschäfts- fläche von der reinen Verkaufsfläche. 1.3 1A- und B-Lage: Die umsatzstärksten und höchstfrequentierten Lagen der Einkaufs- bzw. Geschäftszentren einer Stadt werden als 1A-Lage betitelt. Diese können entweder nur ein Teil oder eine gesamte Einkaufs- straße umfassen. Eine 1A-Lage ist definierbar durch folgende Kriterien: - Passantenfrequenz - Erzielbare Spitzenmiete für eine Ladenfläche - Branchenstruktur - Innerstädtische Lage im Hauptgeschäftszentrum - Filialisierungsgrad: Mieterbestand internatio- naler, nationaler und örtlicher Einzelhändler Die B-Lage grenzt an die 1A-Lage an und definiert sich meist aus Nebenstraßen der Haupteinkaufsstraßen. Noch weiter entfernte Lagen werden als Streu- bzw. Nebenlagen bezeichnet. Wenn in Großstädten sehr ausgedehnte Einkaufs- straßen mit mehreren 1A-Lagen vorhanden sind, kann zwischen diesen in beispielsweise Luxus- oder Konsumlage unterschieden werden. Allgemeine Definitionen - 1A-Lage: Der Standort erreicht ca. 80- 100 % der Spitzenmiete der Stadt und ca. 70-100 % der höchs- ten Passanten- frequenz des Straßenabschnittes. - B-Lage: Der Standort erreicht ca. 40-80 % der Spitzenmiete der Stadt und ca. 40-70 % der höchs- ten Passantenfrequenz des Straßenabschnittes. - Streu- bzw. Nebenlagen: Hier werden Mieten bzw. Passantenfrequenzen unter 40 % erreicht. - Stadtteillage: Liegt außerhalb des Hauptein- kaufsbereiches einer Stadt. Mietpreisniveau und Passantenfrequenz sind vergleichbar mit der einer zentralen B-Lage. 1.4 Spitzenmiete: Die nachhaltig höchste erzielbare nominale Miete bei Neuvermietungen in einer hochwertigen Ideal-Verkaufsfläche in 1A-Lage, wird als Spitzenmiete für Handelsflächen bezeichnet. Mit einer Ideal-Verkaufsfläche ist eine Fläche gemeint, in der „ideale“ Verkaufsbedingungen vorzufinden sind. Die ideale Einheit liegt im Erdgeschoss, ist i. d. R. 100 m 2 groß, barriere- frei und gut zugeschnitten. Außerdem muss eine Schaufensterfront vorhanden sein, welche mindestens sechs Meter breit ist. Der Bauzu- stand der Einheit sollte gehobenen Ansprü- chen gerecht werden. Die Spitzenmiete dient dazu, die Entwicklung des Marktes besser darzustellen und basiert auf Transaktio- nen, welche während des Betrachtungszeit- raums durchgeführt und registriert werden. Die angegebene Spitzenmiete bezieht sich immer auf einen Standardmietvertrag im jewei- ligen Markt und entspricht dem Nettomietpreis exklusive Nebenkosten, lokale Steuern oder Incentives. Berechnet wird die Spitzenmiete immer zum Ende eines Quartals. 1.5 Filialist: Filialen werden die Niederlassungen eines Einzelhandelsunternehmens bezeichnet, wel- che zwar vom Standort her getrennt vonein- ander sind, jedoch rechtlich und wirtschaftlich unselbstständig sind. Einzelhändler mit mehr als 3 Filialen, unabhängig davon, ob diese Standorte regional oder überregional verteilt sind, werden Filialisten genannt. Ein Unterneh- men mit 3 oder mehr Filialen in nur einer Region wird daher ebenfalls als Filialist definiert. 1.6 Passantenfrequenz: Die Passantenfrequenzzählung erfolgte an 31 Einkaufsstraßen in B-Lage (hochwertige Ni- veaulagen in der Innenstadt und Stadtteillagen). Aus dem Ergebnis der zwei Stunden wurde ein Mittelwert errechnet. Hieraus wurde ein Ran- king gebildet, welches in unserem Retailbericht zu finden ist. 1.7 Branchen: Bei einer Zählung von ortsansässigen Einzel- handelbetrieben werden nur die in der schema- tisierten Darstellung der 1A-Lage registrierten Geschäfte berücksichtigt. Zwischen all diesen Einzelhändlern wird nach zwölf Branchengruppen unterschieden: - Accessoires - Schmuck/ Juwelier - Bank/ Versicherung - Sport/ Outdoor - Textil - Gastronomie - Telekommunikation/ Elektronik - Gesundheit/ Beauty Warenhaus - Schreibwaren/ Bücher - Heim-/ Wohnbedarf - Schuhe/ Lederwaren 1.8 Ladenlokal: Einheiten, welche zum Verkauf von Waren und Dienstleistungen dienen und meist in Einkaufsstra- ßen liegen, werden als Ladenlokal bezeichnet. conceptstories Immobilien GmbH Theodor-Heuss-Ring 23 50668 Köln | T. 0800 998 997-7 Ergebnispräsentation der bundesweiten Befragung von über 33.000 Innenstadtbesuchern – Pressekonferenz Vitale Innenstädte Berlin, 27. Januar 2015 Vitale Innenstädte 2014 2 Hintergrund und Zielsetzung der Untersuchung Ergebnisse der Untersuchung Konsequenzen 2 Vitale Innenstädte 2014 3 1 Vitale Innenstädte 2014 3 3,4 4,4 5,6 6,6 7,4 8,4 9,4 5,9 7,7 9,9 11,6 13,1 14,9 16,6 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 H Anteil Online-Handel am Umsatz des Einzelhandels nach HDE Anteil Online-Handel am Umsatz des Einzelhandels nach HDE, ohne FMCG Anteil des Online-Handels am Einzelhandel (in %) Wo kein Wachstum ist, herrscht Verdrängung: Der Anteil des Online-Handels am Einzelhandel wächst stetig, denn … Quelle: IFH Köln, Branchenreport Online-Handel, 2014. Hochrechnung (H). Vitale Innenstädte 2014 4 14,8 18,4 23,8 28,7 33,1 37,7 42,8 111,7 +24,2 +29,5 +20,6 +15,2 +14,1 +13,3 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 H 2020 T Online-Handel Umsatz in Mrd. Euro VÄ z. VJ in % Marktvolumen Online-Handel (in Mrd. Euro) … der E-Commerce entwickelt sich rasant – für 2014 werden wieder zweistellige Zuwachsraten erwartet. Konsumgüter B2C zu Endverbraucherpreisen, ohne Dienstleistungen, Hochrechnung (H) IFH Köln, Branchenreport Online-Handel, 2014. +24,2 +29,5 Umsatzanteil E-Commerce am Handel i.e.S.: 2013: 8,4% 2020: 23,2% Vitale Innenstädte 2014 5 Untersuchung „Vitale Innenstädte 2014“ VITALE INNENSTÄDTE 2014 Passanten-Befragung zur Attraktivität der deutschen Innenstadt 62 Städte (N, W, O, S), > 33.000 Interviews synchron erhoben am Do (25.09.) und Sa (27.09.) Vitale Innenstädte 2014 6 Hintergrund und Zielsetzung der Untersuchung Ergebnisse der Untersuchung Konsequenzen 2 Vitale Innenstädte 2014 3 1 Vitale Innenstädte 2014 7 Ergebnisse (1) Deutsche Innenstädte erhalten die Gesamtnote 3 + Untersuchung „Vitale Innenstädte 2014“ Vitale Innenstädte 2014 8 Top-Performer in den einzelnen Ortsgrößenklassen Welche Schulnote würden Sie dieser [der von Ihnen besuchten] Innenstadt in Bezug auf ihre Attraktivität geben?* Deutsche Innenstädte erhalten die Gesamtnote 3 + 2,7 Gesamtdurchschnitt über alle 62 teilnehmenden Städte Hamburg Münster Regensburg Landshut Bietigheim- Bissingen Freyung *Bewertung anhand von Schulnoten 1 bis 6, Gesamtdurchschnitte über alle teilnehmenden Städte der entsprechenden Ortsgrößen Durchschnittsnoten der Städte in den einzelnen Ortsgrößenklassen 2,5 2,5 2,7 2,7 2,7 3,0 über 500.000 200.000 bis 500.000 100.000 bis 200.000 50.000 bis 100.000 25.000 bis 50.000 bis 25.000 Ø nach OrtsgrößeEinwohner Vitale Innenstädte 2014 9 Ergebnisse (1) Deutsche Innenstädte erhalten die Gesamtnote 3 + (2) Innenstädte sind bei Alt und Jung beliebt Untersuchung „Vitale Innenstädte 2014“ Vitale Innenstädte 2014 10 Durchschnittsnoten der Städte in den einzelnen Altersklassen* 2,7 2,6 2,6 2,6 2,7 2,6 16 bis 19 Jahre 20 bis 29 Jahre 30 bis 39 Jahre 40 bis 49 Jahre 50 bis 59 Jahre 60 Jahre und älter Innenstädte sind bei Alt und Jung beliebt *Bewertung anhand von Schulnoten 1 bis 6 Altersstruktur der Innenstadtbesucher nach Ortsgrößenklassen Vitale Innenstädte 2014 11 Ergebnisse (1) Deutsche Innenstädte erhalten die Gesamtnote 3 + (2) Innenstädte sind bei Alt und Jung beliebt (3) Einzelbewertungen: Von „gut“ bis „mangelhaft“ ist alles dabei Untersuchung „Vitale Innenstädte 2014“ Vitale Innenstädte 2014 12 1 2 3 4 5 6 Gestaltung der Innenstadt Ambiente/ Atmosphäre/ Flair Erlebnischarakter regionale Verbundenheit Sauberkeit Sicherheit Vielfalt und Angebot der Geschäfte Gastronomieangebot Freizeitangebot Besucherzahl Erreichbarkeit Parkmöglichkeiten Barrierefreiheit Bestes Stadtergebnis Durchschnittsergebnis* Schlechtestes Stadtergebnis Wie bewerten Sie die Attraktivität dieser Innenstadt im Hinblick auf … ungenügendsehr gut Einzelbewertungen: Von „gut“ bis „mangelhaft“ ist alles dabei *Mittelwert der Ortsgrößendurchschnitte Vitale Innenstädte 2014 13 < 25.000 EW 25.000- 50.000 EW 50.000- 100.000 EW 100.000- 200.000 EW 200.000- 500.000 EW > 500.000 EW Ø Erreichbarkeit 2,4 2,2 2,1 2,0 1,9 1,8 2,1 Gastronomieangebot 2,8 2,6 2,6 2,2 2,2 2,3 2,5 Gestaltung der Innenstadt 2,7 2,6 2,6 2,7 2,5 2,5 2,6 Regionale Verbundenheit 2,8 2,5 2,5 2,5 2,4 2,5 2,6 Sauberkeit 2,5 2,6 2,5 2,7 2,7 2,9 2,6 Sicherheit 2,6 2,6 2,6 2,6 2,6 2,7 2,6 Ambiente/Atmosphäre/Flair 3,0 2,7 2,7 2,6 2,5 2,6 2,7 Vielfalt und Angebot der Geschäfte 3,2 2,9 2,7 2,5 2,2 2,1 2,7 Besucherzahl/-frequenz 3,4 2,9 2,7 2,4 2,4 2,1 2,8 Barrierefreiheit 2,9 2,8 2,8 2,8 2,8 3,0 2,9 Parkmöglichkeiten 2,7 2,9 3,0 3,3 3,2 3,6 3,0 Freizeitangebot 3,7 3,3 3,1 2,4 2,4 2,5 3,1 Erlebnischarakter 3,6 3,4 3,2 2,9 2,8 2,7 3,2 Einzelbewertungen: Von „gut“ bis „mangelhaft“ ist alles dabei *Bewertung anhand von Schulnoten 1 bis 6 Dieses Einzelkriterium wurde im Vergleich zum Durchschnitt in der entsprechenden Ortsgröße besser bewertet Wie bewerten Sie die Attraktivität der Innenstadt im Hinblick auf …* Vitale Innenstädte 2014 14 Ergebnisse (1) Deutsche Innenstädte erhalten die Gesamtnote 3 + (2) Innenstädte sind bei Alt und Jung beliebt (3) Einzelbewertungen: Von „gut“ bis „mangelhaft“ ist alles dabei (4) Multifunktionale Stadt: Versorgung vs. Freizeit Untersuchung „Vitale Innenstädte 2014“ Vitale Innenstädte 2014 15 Multifunktionale Stadt: Versorgung vs. Freizeit Wie würden Sie diese Innenstadt zuordnen? Es ist eine Innenstadt… 43 30 19 11 12 8 20 38 45 47 53 55 48 47 19 25 34 37 33 44 32 bis 25.000 Einwohner 25.000 bis 50.000 Einwohner 50.000 bis 100.000 Einwohner 100.000 bis 200.000 Einwohner 200.000 bis 500.000 Einwohner mehr als 500.000 Einwohner Ø ...eher für Freizeit und Stadtbummel sowohl als auch ...eher für die tägliche Versorgung Angaben in % der Befragten Vitale Innenstädte 2014 16 Multifunktionale Stadt: Versorgung vs. Freizeit Mit zunehmender Ortsgröße sinkt die Bedeutung für die tägliche Versorgung, Freizeit/Stadtbummel tritt als Besuchsmotiv in den Vordergrund 62 53 54 50 49 37 43 30 19 11 12 8 19 26 34 37 33 44 0,0 5,0 10,0 15,0 20,0 25,0 30,0 35,0 40,0 45,0 50,0 0,0 10,0 20,0 30,0 40,0 50,0 60,0 70,0 bis 25.000 Einwohner 25.000 bis 50.000 Einwohner 50.000 bis 100.000 Einwohner 100.000 bis 200.000 Einwohner 200.000 bis 500.000 Einwohner mehr als 500.000 Einwohner Besuchshäufigkeit der Stadt und Besuchsmotiv Anteil der Besucher, die täglich oder mehrmals pro Woche die Innenstadt besuchen Innenstadt für die tägliche Versorgung Innenstadt für Freizeit / Stadtbummel Angaben in % der Befragten Vitale Innenstädte 2014 17 Wer shoppt wann in der Innenstadt? 56 40 33 43 11 17 Donnerstag Samstag Mehr als 2 Personen 2 Personen 1 Person Angaben in % der Befragten Am Samstag sinken die Anteile der „Single-Einkäufer“ zu Gunsten der „Shopping-Paare“ und der „Shopping-Familien“. + 6 + 10 - 16 Vitale Innenstädte 2014 18 Ergebnisse (1) Deutsche Innenstädte erhalten die Gesamtnote 3 + (2) Innenstädte sind bei Alt und Jung beliebt (3) Einzelbewertungen: Von „gut“ bis „mangelhaft“ ist alles dabei (4) Multifunktionale Stadt: Versorgung vs. Freizeit (5) Innenstadtattraktivität: Was beflügelt, was belastet? Untersuchung „Vitale Innenstädte 2014“ Vitale Innenstädte 2014 19 0,31 0,30 0,18 0,13 0,10 0,10 0,05 0,05* 0,04 0,03 0,03* 0,02* 0,00* -0,13 -0,08 -0,07 -0,02* -0,02* -0,15 -0,04* -0,11 -0,05 -0,07 -0,03* -0,07 -0,03 Innenstadtattraktivität: Was beflügelt, was belastet? Wie beeinflussen die Einzelmerkmale die Gesamtattraktivität einer Stadt? Der Ausschlag der Balken informiert darüber, in welchem Ausmaß ein Einzelmerkmal die Gesamtattraktivität einer Stadt beeinflusst:  Ein Ausschlag in den positiven (grünen) Bereich bedeutet, dass sich über das Einzelmerkmal die Attraktivität einer Stadt aktiv steigern lässt.  Ein Ausschlag in den negativen (roten) Bereich bedeutet, dass bei Nicht- /Schlechterfüllung des Einzelmerkmals die Attraktivität einer Stadt unweigerlich sinkt. *Nicht signifikant ungleich Null (Signifikanzniveau < 95%) Einfluss auf die Attraktivität + - Vitale Innenstädte 2014 20 Welche Sortimente vermissen Sie in dieser Innenstadt? Innenstadtattraktivität: Was beflügelt, was belastet? 19 42 14 15 12 6 6 26 11 19 31 10 11 6 2 4 22 14 34 25 6 8 3 3 2 18 11 20 26 4 7 3 2 2 7 5 24 23 5 8 3 4 2 10 7 20 12 4 7 3 4 1 5 5 23 26 7 9 5 4 3 15 9 Im Ortsgrößenvergleich überdurchschnittlich hoher Besucheranteil, der diesen Sortimentsbereich vermisst. Im Ortsgrößenvergleich unterdurchschnittlich hoher Besucheranteil, der diesen Sortimentsbereich vermisst. Anteil der Befragten (in %), die in der Innenstadt den jeweiligen Sortiments- bereich vermissen Ortsgrößenklasse (Einwohner) Øbis 25.000 25.000 bis 50.000 50.000 bis 100.000 100.000 bis 200.000 200.000 bis 500.000 mehr als 500.000 Lebensmittel / Getränke Bekleidung / Fashion Schuhe / Lederwaren Sportartikel / Hobby / Freizeit Kosmetik / Drogerie / Gesundheit Bücher / Zeitschriften / Schreibwaren Uhren / Schmuck / Accessoires Multimedia / Elektronik / Foto Haushaltswaren / Deko Vitale Innenstädte 2014 21 Ergebnisse (1) Deutsche Innenstädte erhalten die Gesamtnote 3 + (2) Innenstädte sind bei Alt und Jung beliebt (3) Einzelbewertungen: Von „gut“ bis „mangelhaft“ ist alles dabei (4) Multifunktionale Stadt: Versorgung vs. Freizeit (5) Innenstadtattraktivität: Was beflügelt, was belastet (6) Online-Handel: Städte unterschiedlicher Größe gleichermaßen von Frequenzverlusten betroffen Untersuchung „Vitale Innenstädte 2014“ Vitale Innenstädte 2014 22 Hat sich Ihr Einkaufsverhalten in der Innenstadt durch das Angebot, online einkaufen zu können, verändert? 21 19 19 20 21 21 20 bis 25.000 Einwohner 25.000 bis 50.000 Einwohner 50.000 bis 100.000 Einwohner 100.000 bis 200.000 Einwohner 200.000 bis 500.000 Einwohner mehr als 500.000 Einwohner Ø Ja, ich kaufe verstärkt online ein und besuche daher diese Innenstadt zum Einkaufen seltener Angaben in % der Befragten Online-Handel: Städte unterschiedlicher Größe gleichermaßen von Frequenzverlusten betroffen Vitale Innenstädte 2014 23 Hintergrund und Zielsetzung der Untersuchung Ergebnisse der Untersuchung Konsequenzen 2 Vitale Innenstädte 2014 3 1 Vitale Innenstädte 2014 24 Allgemein: In Zeiten steigender Online-Umsätze und zunehmendem Verdrängungswettbewerb sowie heterogener Innenstadt-Funktionen ist Kooperation notwendiger denn je: Keine attraktiven und vitalen Innenstädte ohne Handel und kooperierendes City-Management. Zentrale Herausforderung: Übernahme von Funktionen und Aufgaben durch alle beteiligten Stakeholdergruppen:  Handel: Zum Existenzerhalt und zur Kompensation möglicher Umsatzverlagerungen in den Online-Handel: Nutzung aller Vertriebswege. Bestmögliche Bedienung des Erlebnischarakters – einem zentralen Erfolgstreiber der Innenstadt. Reges Engagement bei abgestimmten Marketing-Maßnahmen für die jeweilige Stadt und ihre Besucher.  Immobilienwirtschaft: Aktiver Beitrag zur Stabilisierung bzw. Entwicklung des Standortes über die Verbesserung ambiente-bezogener Attraktivitätsfaktoren. Entwicklung zukunftsfähiger Raum- und Mietmodelle, um bei veränderten Gegebenheiten Flexibilität sicherstellen.  City-Marketing: Vereinbarkeit der unterschiedlichen Interessen der Stakeholder vor Ort, die durch die Moderation des jeweiligen City-Marketings kooperativ zusammengeführt werden können. Konsequenzen der Analyse „Vitale Innenstädte 2014“ I/II Vitale Innenstädte 2014 25  Kommune/Stadt: Bearbeitung und Verbesserung von Attraktivitätsfaktoren und Berücksichtigung der Multifunktionalität von Innenstädten. Aktive Unterstützung des Handels allgemein und mit Blick auf angegliederte Wirtschaftszweige (Dienstleister, Immobilienwirtschaft, Gastronomie, Kultur). Höhere Frequenzen zur Vitalität der Stadt durch z.B. optimierte Infrastruktur, Erreichbarkeit oder weniger administrative Anforderungen.  Politik: Erweiterte Betrachtung des Handels in seinem gesellschaftlichen und gesamtwirtschaftlichen Kontext. Entwicklung fortlaufender, regional ausgerichteter Einzelhandelskonzepte, die das Wechselspiel mit anderen Wirtschaftszweigen berücksichtigen. Behörden und Stadtplaner berücksichtigen stärker die zunehmende Multifunktionalität der Städte.  Standesvertretungen: Heterogene Bewertungen und Anforderungen signalisieren Handlungsbedarf ohne Patentrezept. Dialog, Zusammenarbeit und Empathie aller beteiligten Stakeholdergruppen sind – regional wie auch überregional – bei der Suche nach Lösungsansätzen gefragt. Konsequenzen der Analyse „Vitale Innenstädte 2014“ II/II Bildquellen: © Sindy/Fotolia.com; © Andres Rodriguez/Fotolia.com © STADTMARKETING KÖLN | 2016 1 Vorstellung der Ergebnisse der Passanten-Befragung und Zählung offener Sonntag 8.Oktober 2017 in Zusammenarbeit mit IG SCHILDERGASSE Standorte Zählung/Befragung verkaufsoffener Sonntag 08.10.2017, Kölner Innenstadt Roncalliplatz 3,0tsd.qm AlterMarkt 1,6tsd.qm Heumarkt 3,1tsd.qm Neumarkt 4,5tsd.qm Rudolfplatz ca. 1,0tsd qm STANDORT 1 STANDORT 2 STANDORT 3 STANDORT 4 STANDORT 5 Zählung Passanten verkaufsoffener Sonntag, 8. Oktober 2017 KÖLN Anzahl Besucher pro Standort (wechselhaftes, trüb/regnerisches Wetter, Temp. 14 Grad Celsius) Quellen: Stadtmarketing Köln, Oktober 2017 29.670 37.306 35.352 27.834 9.198 139.360 0 20.000 40.000 60.000 80.000 100.000 120.000 140.000 Standort 1 Standort 2 Standort 3 Standort 4 Standort 5 GESAMT Zählung Passanten verkaufsoffener Sonntag, 8. Oktober 2017 KÖLN Anzahl Besucher im Tagesverlauf Quellen: Stadtmarketing Köln, Oktober 2017 20.556 31.554 32.624 26.948 27.678 0 10.000 20.000 30.000 40.000 13:00-14:00 14:00-15:00 15:00-16:00 16:00-17:00 17:00-18:00 Befragung Passanten verkaufsoffener Sonntag, 8. Oktober 2017 KÖLN Herkunft der Besucher (Anzahl ausgewerteter Interviews n= 249) Quellen: Stadtmarketing Köln, Oktober 2017 117 112 20 0 20 40 60 80 100 120 Aus Köln Von Außerhalb Aus dem Ausland Auswahl: China, Chile, Italien, Argentinien, Spanien, Schweiz, Russland, Polen, Indonesien, Türkei Engere Region 71 Weitere Region 41 Befragung Passanten verkaufsoffener Sonntag, 8. Oktober 2017 KÖLN Personenanzahl (Anzahl ausgewerteter Interviews n= 249) Quellen: Stadtmarketing Köln, Oktober 2017 36 134 36 27 16 0 20 40 60 80 100 120 140 Alleine zu Zweit zu Dritt zu Viert > als vier Befragung Passanten verkaufsoffener Sonntag, 8. Oktober 2017 KÖLN Besuchsmotive (Anzahl ausgewerteter Interviews n= 246; Mehrfachnennungen waren möglich) Quellen: Stadtmarketing Köln, Oktober 2017 33 130 49 26 79 149 0 50 100 150 Bummeln/Spazieren gehen Gastronomiebesuche Freunde/Bekannte treffen Allgemeine Freizeitgestaltung verkaufsoffener Sonntag Sonstiges Davon 54 ausschließlich Bummeln/Spazierengehen + Einkaufen = 53 % Gastronomiebesuche + Einkaufen = 17 % Freunde/Bekannt treffen + Einkaufen = 9 % Allgemeine Freizeitgestaltung + Einkaufen = 12 % Sonstiges (Anuga, Streetfood-Festival) + Einkaufen = 9 % Befragung Passanten verkaufsoffener Sonntag, 8. Oktober 2017 KÖLN Besuchsmotive Kombination (Anzahl ausgewertete Interviews n= 247; Mehrfachnennungen waren möglich) Quellen: Stadtmarketing Köln, Oktober 2017 Befragung Passanten verkaufsoffener Sonntag, 8. Oktober 2017 KÖLN Einkauf/Kein Einkauf (Anzahl ausgewerteter Interviews n= 249) Quellen: Stadtmarketing Köln, Oktober 2017 42 61 146 0 50 100 150 Einkauf Kein Einkauf Unentschlossen Durchschnittlicher Einkaufsbetrag: 140,85 € Befragung Passanten verkaufsoffener Sonntag, 8. Oktober 2017 KÖLN Kirchengängern (Anzahl ausgewerteter Interviews n= 249) Quellen: Stadtmarketing Köln, Oktober 2017 214 35 0 50 100 150 200 Ja Nein
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    Antrag auf einen verkaufsoffenen Sonntag im Anschluss an den Tag des Veedels am 26. April 2026 ISK Carrée Sülz-Klettenberg e. V. Geschäftsstelle: Bezeichnung des Anlass: Markt: Messe: Örtliches Fest: Volksfest Bunt im Carrée Sülzer Veedelsfest zum 2. Mal an dem Sonntag, den 26. April 2026 im Anschluss an den „Tag des Veedels“ Ähnliche Veranstaltung: Das Carrée-Fest im September Anlassbeschreibung: An dem Wochenende des Tag des Veedels & verkaufsoffenen Sonntags veranstaltet die ISK Carrée Sülz-Klettenberg e.V. das Sülzer Veedelsfest und nutzt dafür ebenfalls den 3. Verkaufsoffenen Sonntag Bildet die Anlassveranstaltung den Hauptgrund für Besucher/Besucherinnen die Veranstaltung zu besuchen oder steht die Ladenöffnung im Vordergrund? Die Verwaltung muss insbesondere darlegen, dass und wie die hinter den in § 6 Abs. 1 S. 2 Nr. 2 bis 5 LÖG NRW genannten öffentlichen Interessen durch die Ladenöffnung an Sonn- und Feiertagen gefördert werden können. Dabei ist vor allem herauszuarbeiten, warum das Umsatz- oder Shoppinginteresse hierbei nicht im Vordergrund steht. X Ja ☐ nein (wenn nein, keine Aussicht auf Erfolg für eine Genehmigung durch den Rat der Stadt Köln) Bei dem Anlass handelt es sich um: ☐ eine historische Veranstaltung X TRADITION: Zum 2. Mal stattfindende Veranstaltung, und soll eine Plattform zum interkulturellen Austausch der Bewohner und aller dort lebenden Menschen sein, um die Buntheit und Vielfalt der Menschen hier untereinander erlebbar und verständlich machen die auch in den Folgejahre immer mit dem TdV stattfinden soll Antrag auf einen verkaufsoffenen Sonntag im Anschluss an den Tag des Veedels am 26. April 2026 Besteht ein unmittelbar räumlicher und zeitlicher Bezug zur Anlassveranstaltung und den zur Öffnung vorgesehenen Verkaufsstellen? Hinweis: Von einer räumlichen Nähe ist regelmäßig insbesondere dann auszugehen, wenn die örtliche Veranstaltung in den Straßenzügen, die zur Ladenöffnung vorgesehen sind, stattfindet. Eine zeitliche Nähe besteht dann, wenn die örtliche Veranstaltung am selben Tag, nicht notwendig zeitgleich, jedoch zeitlich überlappend stattfindet. Zwischen Veranstaltung und Verkaufsstellenöffnung muss ein angemessenes Verhältnis bestehen. Die in der Vergangenheit geschaffenen Anlässe um eine Verkaufsstellenöffnung zu erreichen, wie z.B. der Flohmarkt auf einem Möbelhausgelände, sogenannte Bauernmärkte mit 10 Zeltverkaufsstellen von Reisegewerbetreibenden, Grillfest (Spanferkelgrillen) in einem Gewerbegebiet, Hüpfburgen- und Eiertierveranstaltungen werden nicht genügen, Verkaufsstellenöffnungen zu genehmigen. Orientieren Sie sich hier an die vom Rat zuletzt genehmigten Anlässe. Räumliche Nähe ist gegeben bei örtlichen Veranstaltungen in den Straßenzügen, die zur Ladenöffnung vorgesehen ist; Gesamtveranstaltungsbereich einschl. Verbindungs- und Nebenstraßen, wenn die Veranstaltungsorte über diesen Bereich verteilt sind; eine Ausweitung über den Bereich hinaus, wird nicht genehmigungsfähig sein; X ja, das Veedelsfest steht im Vordergrund! und soll ein fester Bestandteil in Sülz werden und vor allem den Zusammenhalt der Menschen vor und in den Geschäften, in Organisationen, in Vereinen, in Initiativen vor Ort fördern. Zentraler Anlaufpunkt soll die Schaubühne sein. Auftritte und ggfs. eine Modeschau lokaler Händler soll für ein nettes Zusammensein sorgen. Es präsentieren sich auf der abgesperrten Straße viele Mitglieder der ISK Carrée e. V., ansässige Unternehmen aus unserem Veedel und auch soziale Vereine und Projekte aus Sülz und Köln. Geplant ist eine Genussmeile mit ausgefallenen Speisen und Getränken – wie besondere Weine und Cocktails - unserer ansässigen Gaststätten und Restaurants, die größtenteils auch Mitglieder in der ISK Carrée e. V. sind. - Herzhafte Speisen: - Internationale Klassiker: - Bratwurst im Brötchen - Falafel im Fladenbrot - Currywurst mit Pommes - Tacos mit verschiedenen Füllungen - Fischbrötchen mit Matjesheringen - Vegane & Vegetarische Optionen: - Vegane Burger mit Avocado und Sprossen - Vegetarische Quiche - Süßkartoffelpommes - Wraps mit Hummus und Grillgemüse - Gemüse-Curry mit Reis - Regionale Spezialitäten: - Brezeln - Flammkuchen - Reibekuchen mit Apfelmus - Maultaschen (auch vegetarisch) - Fischbrötchen - - Süße Speisen & Desserts: - Klassische Snacks: - Zuckerwatte - Gebrannte Mandeln Antrag auf einen verkaufsoffenen Sonntag im Anschluss an den Tag des Veedels am 26. April 2026 - Belgische Waffeln mit Sahne und Obst - Crepes mit Nutella oder Zimt und Zucker - Donuts und Muffins - Eis & Kalte Desserts: - Gelato und Frozen Yogurt - Eiskaffee und Eisschokolade - Smoothie Bowls mit frischen Früchten - - Getränke: - Bier vom Fass und lokale Craft- Biere - Wein und Sektbars - Cocktails und Mocktails - Kaffee-Spezialitäten (Espresso, Cappuccino, Cold Brew,…) - Hausgemachte Limonaden und Eistee Weiter werden folgende Partner im Bereich des Einzelhandels vor Ort vertreten sein: Mode & Lifestyle: • Streetwear und urbane Mode (viele Einzelhändler aus Sülz möglich) • Second-Hand- und Vintage- Kleidung • Nachhaltige Accessoires und Schmuck (Einbindung Pleasierchen -> Wiederverwendung getrockneter Blumen) • Faire Mode und umweltfreundliche Textilien • Zero-Waste- und Unverpackt- Produkte (zB einbinden Tante Olga aus Sülz) Kunst & Kreativität: • Kunstausstellungen und Fotografie • Workshops für Handwerk und DIY-Projekte (zB Pottery Art aus Sülz einbinden) • Stände mit handgemachtem Schmuck und Kunsthandwerk (zB VonJuka aus Sülz) • Urban Gardening und Pflanzen- Deko • Antrag auf einen verkaufsoffenen Sonntag im Anschluss an den Tag des Veedels am 26. April 2026 Sport & Freizeit: • Outdoor-Sportstationen (zB durch Breitensportverein und ISK- Mitglied DJK Südwest, Blauweiß Köln oder den RSV Köln Rugby) • Fahrradstände mit Zubehör und Reparatur-Services (zB von Muskelkatersport aus Sülz oder Sport Bülle) • Teststationen für Freizeitgeräte (z. B. E-Scooter, Inlineskates) • Pilates und Yoga (zB durch das Seniorennetzwerk) Familie & Kinderangebote: • Kinderbastelstationen und Malworkshops (Einbindung von Grundschulen und Kindergärten aus Sülz) • Luftballonkunst und Zaubershows? • Bewegungs- und Geschicklichkeitsspiele Soziale Initiativen & Umweltprojekte: • Nachhaltigkeitsinitiativen und Infostände zu Umweltschutz (zB Viva con Agua einbinden) • Lebensmittelretter und Foodsharing-Projekte • Trinkwasserstationen und Wasserprojekte (Umsetzbar?) • Workshops zur Mülltrennung und Recycling und Aufklärung von dessen bedarf (zB von AWB/Remondis) • Infostände, wie: Obdachlosenhilfe, Lebenshilfe, Schulbau in ärmeren Nationen usw • Konkrete Vereine/Projekte, mit welchen die ISK auf dem sülzer Weihnachtsdorf schon erfolgreich zusammengearbeitet hat: Treffpunkt Köln, UMsteuern, Lebenshilfe, Goldmarie, Lensewelten, International Justice Mission, Makuyuni EV, Empowerment und viele mehr… Unsere im Veedel ansässigen sozialen Vereine und Organisationen bekommen die Möglichkeit, sich kostenfrei zu Antrag auf einen verkaufsoffenen Sonntag im Anschluss an den Tag des Veedels am 26. April 2026 präsentieren, mit den Mitmenschen in Kontakt zu kommen und für Spenden zu werben. Für die Kinder wird es spezielle Angebote geben. Hüpfburg, Karussels, Mitmachaktionen, wie Malaktionen von verschiedenen Geschäften. Einbindung der ansässigen Kitas. Eine Tombola mit dem Erlös für einen guten Zweck wird durchgeführt. ☐ nein (wenn nein, keine Aussicht auf Erfolg für eine Genehmigung durch den Rat der Stadt Köln) Die Schaubühne wird folgendes Programm beinhalten: Musik & Kultur: • Akustik-Konzerte lokaler Bands und Singer-Songwriter • Karnevalsbands (zB Lupo, Björn Heuser) • Chor- Auftritte (zB Schiller-Chor, HVB-Chor, Chor der katholischen oder evangelischen Gemeinden Sülz Klettenberg, ..) • Poetry Slams zu den Themen Nachhaltigkeit und Klima • Tanzvorführungen (z. B. von Karnevalsvereinen aus Sülz & Umgebung) • Kunstausstellungen und künstlerische Darbietungen (zB von Casamax, Kunstsalon oder Kultursalon Freiraum Köln Sülz) Podiumsdiskussionen & Vorträge: • Podiumsdiskussionen zu Themen wie Klimaschutz, Zero-Waste und Mobilität (zB von Vytal, Recup, Pappstar Zirkulärsystem) • Talk-Runden mit lokalen Aktivisten, Unternehmen oder Politikern (zB Aaron Appuhn, CDU, Moritz von Heilandt) • Vorträge zu nachhaltigem Konsum und Ernährung • Präsentationen von Start-ups im Umweltbereich / Nachhaltigkeitssektor oder generell aus Sülz • Lesungen aus Büchern oder Artikeln zu ökologischen Themen Antrag auf einen verkaufsoffenen Sonntag im Anschluss an den Tag des Veedels am 26. April 2026 (zB Mayersche aus Sülz einbinden) • Workshops & Mitmach-Aktionen: • Upcycling-Workshops auf der Bühne (z. B. Kleidung, Möbel oder Taschen) • DIY-Workshops für Naturkosmetik oder Haushaltsprodukte (zB Douglas Sülzburgstraße) • Mitmach-Yoga oder Bewegungsmeditationen (zB Shaktiyoga aus Sülz) Interaktive Formate & Wettbewerbe: • Quizrunden zum Thema Nachhaltigkeit mit kleinen Preisen (zB von Impact Café) • Live-Challenges zum Müllsammeln oder CO₂- Fußabdruck-Reduzierung (Umsetzbar mit AWB ?) • Wettbewerb für die kreativste Zero-Waste-Idee? Abschlussveranstaltung: • Danksagungen und eventuell Spendenübergabe an Umweltprojekte Zieht die Anlassveranstaltung mehr Besucher als die der Verkaufsstellenöffnung? Fragestellung wird trotz Wegfall der Besucherprognose gestellt (vgl. Beschluss des VG Düsseldorf v. 22.05.2018);entgegen der Anwendungshilfe; juristische Bewertung der Verwaltung; X ja, das hat die Erfahrung von anderen VOS gezeigt ☐ nein (wenn nein, keine Aussicht auf Erfolg für eine Genehmigung durch den Rat der Stadt Köln) Besucher wegen Anlassveranstaltung: Besucher wegen Verkaufsstellenöffnung: Ca. 80.000 BesucherInnen. Deutlich mehr als wegen der Verkaufsstellenöffnung. Viele unserer Besucher kommen nur wegen des Volks- und Veedelsfestes aus ganz Köln und dem angrenzenden Umland. Im vergangenen Jahr hatten wir entgegen unserem Antrag die Fläche drastisch verkleinert (von der Lotharstr, bis Sülzburgstraße) sodass es viel zu klein war und mehr als 50.000 Besucher anwesend waren - geschätzt an den beiden Tagen ca. 80.000 Besucher 4.290 Antrag auf einen verkaufsoffenen Sonntag im Anschluss an den Tag des Veedels am 26. April 2026 Veranstaltungsfläche: Verkaufsfläche: Die im Vorjahr beantragte Fläche haben wir für das 1. Fest dieser Art nicht genutzt und auf den Bereich Lotharstr. bis Sülzburgstr. begrenzt. dies war aber für den großen Andrang zu wenig und möchten in 2026 die Fläche erweitern auf die Berrenrather Straße: vom Weyertal bis Gerolsteiner Straße Ca. 3.000 qm entfallen auf die Geschäfte im Bereich der abgesperrten Fläche auf der Berrenrather Straße, von denen 50 bis 60 der ISK Carrée angehören. Die restlichen unserer über 100 Mitglieder haben die Möglichkeit, mit einem Stand auf der Straße im abgesperrten Bereich teilzunehmen, die Leistung Ihrer Betriebe an diesem Wochenende zu zeigen. Natürlich dürfen sich auch vor allem ortsansässige Geschäfte beteiligen, die nicht der ISK Carrée e. v. angehören. Quellenangabe und Belege zu Besucheraufkommen, Veranstaltungsfläche und Verkaufsfläche: Das OVG Münster verlangt, dass sich die Stadt Köln in einer für die gerichtliche Überprüfung nachvollziehbaren und dokumentierten Klarheit über Charakter, Größe und Zuschnitt der Veranstaltung verschafft (auch hier VG Düsseldorf) Für die Hauptgeschäftsstraße im Bereich des Sülzer Festes – Berrenratherstraße ergibt die Passantenfrequenzmessung aus dem Retailbericht B-Lagen in Köln 2019/2020 der Fa. Larbig & Mortag Immobilien GmbH eine Zahl von 858 Passanten je Stunde. Bei 5 stündiger Öffnung der Geschäfte am Sonntag ergibt das 4280 Besucher für die Geschäfte. Die nachfolgend genannten Sachgründe wurden im Rahmen der Novellierung des LÖG geschaffen. Verkaufsoffene Sonntage wurden bis dahin ausschließlich aufgrund von Veranstaltungen von den zur Antragstellung berechtigten Interessengemeinschaften genehmigt. Eine Antragstellung von Seiten der Verwaltung ist nicht beabsichtigt und vom Rat in Richtung Verwaltung (politische/wirtschaftspolitische Erwägungen) auch nicht aufgegeben. Die nachfolgenden Sachgründe können allerdings kumulativ vorliegen und der Verwaltung dazu dienen, dem Rat das öffentliche Interesse über den Anlass-bezug/- Zusammenhang hinaus zu begründen. Hier sind die Antragsberechtigten/Interessengemeinschaften gefordert, diese Sachgründe geltend zu Wir schätzen die BesucherInnen für das Jahr 2026 auf circa 80.000 Personen. Wir orientieren uns hierbei konservativ an den Zahlen des Vorjahres bei dem ca. 50.00 Besucher*Innen auf einer kleineren Fläche anwesend waren.. Diese Vorgehensweise, anhand von qualitativen Daten den prägenden Charakter einer Veranstaltung zu belegen, wird vom OVG für das Land NRW anerkannt. Auf einer Informationsveranstaltung am 21. 06. 2017 mit dem OVG Münster beim Ministerium für Wirtschaft, Energie Industrie; Mittelstand und Handwerk des Landes NRW erläuterten die OVG Richter Details ihrer Rechtsprechung. (Informationen hierzu von der IHK Köln) Nach Aussagen der OVG Richter ist es zulässig, dass der prägende Charakter Antrag auf einen verkaufsoffenen Sonntag im Anschluss an den Tag des Veedels am 26. April 2026 machen/nachzuweisen und überprüfbare Belege vorzulegen. Das Einzelhandels- und Zentrenkonzept liegt hier zum Download bereit. Es wird gefordert, dass die Kommune auf der Grundlage eines Einzelhandelskonzepts mit der Sonntagsöffnung gezielt einen der genannten Sachgründe verfolgt. Derzeit enthält das Einzelhandelskonzept Sonntagsöffnungen noch nicht als Mittel, um das öffentliche Interesse in Gestalt der benannten weiteren Sachgründe zu fördern. Die nachfolgend genannten Sachgründe können daher derzeit nicht mit dem aktuellen Einzelhandelskonzept begründet werden. einer Veranstaltung beispielweise anhand von Presseberichterstattungen der letzten Jahre, Berichten des Ordnungsamtes über vergangene Veranstaltungen, Aussagen über Straßensperrungen, Verkehrs- und Parkraumkonzepten als auch anhand von der Art und Umfang der Veranstaltungswerbung belegt werden kann. In seinem Urteil (Entscheidungsdatum 07. 12. 2017 Aktenzeichen4 B 1538/17) bekräftigt das OVG diese Sichtweise. Auf einige Punkte möchten wir im Folgenden eingehen. Werbung: Wir planen zwei Banner auf der Berrenrather Straße aufzuhängen, welche auf das Sülzer Veedelsfest aufmerksam machen. Weiter planen wir mit circa 3000 Flyern und 500 Plakaten, welche in und um Sülz herum verteilt werden und bei unseren ISK- Mitgliedern in den Schaufenstern aushängen. Neben Presseartikeln vom KstA und dem Express planen wir, die großen Blogs der sozialen Medien wie Rausgegangen Köln, mit Vergnügen Köln, inSülz, unserer homepage und den social media Aktivitäten der Teilnehmer, und Mr. Köln mit einzubinden, um im Vorfeld eine große Reichweite zu generieren. In der kostenlosen Zeitung EXPRESS wird zum Wochenende auf die Veranstaltung hingewiesen und auf den beweglichen Werbebannern der Fa. Stroer wird in der ganzen Woche zuvor darauf hingewiesen. Beide Werbemaßnahmen werden von KölnBusiness gesponsort. Öffentliche Zuschüsse: Für die Planung und die Durchführung des Straßenfestes ist die Deli Eventservice GmbH & Co.KG zuständig, die uns auch mit der Werbung unterstützt. Stadt Köln mit KölnBusiness Ladenöffnung dient dem Erhalt, der Stärkung oder Entwicklung eines vielfältigen stationären Einzelhandelsangebots Hinweis: Der amtlichen Begründung zum Gesetzesentwurf ist zu entnehmen, dass der stationäre Einzelhandel vielerorts einer Gefährdung durch den Online-Handel unterliegt. Dem soll durch begrenzte Freigabe von Sonntagsöffnungen begegnet werden. Neben dem Sülzer Veedelsfest lassen sich für ein breiteres Publikum, welches sonst nicht den Weg nach Sülz- Klettenberg findet, neue inhabergeführte Geschäfte entdecken, die ein individuelles Sortiment führen und sich Antrag auf einen verkaufsoffenen Sonntag im Anschluss an den Tag des Veedels am 26. April 2026 Hier sei auf den Beschluss des OVG Münster vom 27.04.2018 hingewiesen. Die Kammer kommt hier nämlich, anders als der Gesetzgeber zu dem Ergebnis, dass die allgemeine, für den stationären Einzelhandel einer jeden Kommune ganzjährig bestehende Konkurrenzsituation zum Onlinehandel für sich genommen nicht geeignet ist, eine Ausnahme von der Regel der Sonn- und Feiertagsruhe zu begründen. Die Kammer weist ausdrücklich darauf hin, dass der Einzelhandel selbst und ausdrücklich gefordert ist, stets gewichtige, im Einzelfall festzustellende und in der Abwägung dem gebotenen Sonn- und Feiertagsschutz gegenüberzustellende öffentliche Interessen vorzutragen. Es werden danach Belege benötigt, die nachprüfbar ausführen, dass der stationäre Einzelhandel vor Ort gefährdet ist. (z.B. Leerstände; Verarmung des Angebots, Erhalt bestehender oder Schaffung neuer Arbeitsplätze) vom Onlinehandel insbesondere durch ganz persönlichen Service und individuelle Angebote abheben. Das wiederum stärkt die Vielfalt und Entwicklung des bunten stationären Einzelhandelsangebots und fördert den Absatz im Veedel. Viele Einzelhändler beteiligen sich auch vor dem eigenen Ladenlokal an dem Sülzer Veedelsfest und können so ein erweitertes Sortiment anbieten und mit den Mitmenschen auf bunte Art und Weise in Kontakt kommen. Ladenöffnung dient dem Erhalt, der Stärkung oder Entwicklung zentraler Versorgungsbereiche (Versorgungsinteresse, insbesondere weniger mobiler und ältere Teile der Bevölkerung; Sicherstellung wohnortnaher Versorgung) Hinter dem Sachgrund steht das grundgesetzlich geschützte Versorgungsinteresse der Bevölkerung, insbesondere der weniger mobilen und älteren Teile der Bevölkerung. Zentrale Versorgungsbereiche müssen erhalten bleiben, da ihnen eine herausragende Bedeutung für den Bestand und die Entwicklung der Städte und Gemeinden, insbesondere der Sicherstellung wohnortnaher Versorgung zukommt. Als zentrale Versorgungsbereiche gelten daher nicht nur Stadtteilzentren, die im überörtlichen Funktionszusammenhang eine bedeutende Rolle einnehmen, sondern auch die Quartiers- und Nahversorgungs- bzw. Nahbereichszentren. Wenn es in unseren Veedeln keine attraktiven v. o. Sonntage gibt, verlieren die Bewohner teilweise die Bindung zu den Ladenbetreibern und wandern in große Einkaufszentren ab oder bestellen bei Lieferdiensten, was den anonymen rein kapitalgesteuerten oft ortsfremden Onlinehandel stärkt, so dass die Gefahr besteht, dass der Nahversorgungsbereich mit Geschäften im Besonderen für Senioren, nicht ganz mobile Menschen und junge Familien nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben ist, dann die Vielfalt wegfällt, und die sozialen Netzwerke wegbrechen. Ladenöffnung dient der Belebung der Innenstädte, Ortskerne, Stadt- oder Ortsteilzentren Mit dem Sachgrund soll der Gefahr einer drohenden Verödung der Innenstädte mit negativen Auswirkungen auf die örtlichen Lebens- und Wohnverhältnisse der Bevölkerung begegnet werden. Zielrichtung der Regelung ist es, umfangreichen Leerständen bei Gewerbe- und Wohnimmobilien und der Abwanderung von Einzelhändlern und Einzelhändlerinnen oder deren Geschäftsaufgabe entgegenzuwirken. Er soll der Belebung der Innenstädte und örtlichen Zentren dienen. Das Sülzer Veedelsfest mit einem v. o. Sonntag ist wichtig, damit die noch vorhandenen Geschäfte die Vielfalt des Veedels auf besondere Weise in einem aussergewöhnlich attraktiven Rahmen präsentieren können. Das Image des Veedels wird gestärkt und einer Abwanderung von Einzelhändlern wird somit entgegenwirkt. (Schwerpunkt Berrenrather Straße und angrenzende Straßen) wo unsere Mitglieder ansässig sind, . Ladenöffnung steigert überörtliche Sichtbarkeit der jeweiligen Kommune als attraktiver und lebenswerter Standort, insbesondere für den Tourismus und die Freizeitgestaltung, als Wohn- und Gewerbestandort sowie Standort von kulturellen und sportlichen Einrichtungen Das Interesse von Kommunen, als attraktiver und lebenswerter Standort wahrgenommen zu werden und sich entsprechend selbst darstellen zu können und sichtbar zu machen, stellt aus Sicht des Landesgesetzgebers ebenfalls einen gewichtigen Sachgrund dar. Der Sachgrund zielt auch auf den Erhalt kleinerer Kommunen ab, da diese im Gegensatz zu größeren Städten mehr Schwierigkeiten haben, neue Einwohner und Unternehmen anzuziehen. Er wird daher hier nicht weiter ausgeführt. Durch das Straßenfest mit dem dazugehörigen v. o. Sonntag steigern wir die Attraktivität unseres Stadtteils, mit weiteren Angeboten für die Freizeitgestaltung. Beim Rundgang durchs Veedel lassen sich attraktive Sport- und Freizeiteinrichtungen entdecken, die man sonst als Besucher vielleicht nicht wahrnehmen würde. Antrag auf einen verkaufsoffenen Sonntag im Anschluss an den Tag des Veedels am 26. April 2026 Presseberichte https://www.ksta.de/koeln/lindenthal/suelz/strassenfest-bunt-in-suelz-findet-ende-april-zum- ersten-mal-statt-1004719 https://insuelz.com/2025/04/15/bunt-im-carree/ /0/1/2/3/4/5/3 /0/1/2/2/3/4/5/6/6/7/7/7/8/9/10/4/11/12/13/14/8/15/16/17/18 /19/20/21/20/22/23 /24/25/i255/27/28/29/30/31/i255/32/33/32/24 /34/11/10/2/i255/9/17/i255/36/37/38/38/39/12/5 /40/7/12/9/i255/41/37/42/12/i255/43/16/13/13/12/38 /44/11/4/9/45/46/i255/47/12/10/11/4/4 /11/10/48/i255/47/12/17/12/9/10/i255/49 /4/15/1/37/50/2/i255/37/11/50/i255/48/12/38 /34/12/38/i255/38/12/10/i255/38/37/i255/2/1/12/38 /51/2/38/37/52/12 /53/17/i255/13/12/2/14/2/12/10/i255/53/3/38/9/13/i255/7/16/i255/15/1/12/10/i255/12/10/48/12/i255/43/12/38/i255/7/37/10/i255/48/12/13/2 /4/9/15/1/i255/48/9/12/i255/34/12/38/i255/38/12/10/i255/38/37/i255/2/1/12/38/i255/51/2/38/37/52/12/i255/9/10/i255/12/9/10/i255/54/11/10/2/12/4 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/33/1/3/8/1/2/34/i255/3/9/13/15/35/21/31/9/8/3/26/4/11/2/2/1/1/22/12/1/22/36/37/38/i255/37/40/41/42/43/38/41/44/45/i255/45/44/46/i255/47/44/48/49/i255/50/51/45/45/52/53/54/55/55/56/56/56/57/58/59/48/48/44/44/43/53/60/44/41/42/43 /61/41/44/45/45/44/46/47/44/48/49/57/62/44/55/63/44/48/59/46/53/45/59/41/45/60/46/49/44/46/55/53/45/48/59/53/53/44/46/64/44/53/45/43 /47/60/46/45/43/65/66/43/58/59/48/48/44/44/43/59/66/43/67/68/43/60/46/62/43/67/69/43/70/71/43/67/70/67/72/73 /70/71/57/67/70/67/72/i255/55/55/i255/74/44/62/59/61/i255/45/65/75/46/54/i255/74/59/41/64/i255/76/59/48/i255/45/44/46/53/77/i255/i255/78/41/59/46/55/79/75/45/75/54 /80/81/41/59/46/i255/37/45/60/61/59 /50/51/45/45/52/53/54/55/55/47/48/60/44/46/44/75/57/62/44/55/44/63/44/46/45/55/73 /50/51/45/45/52/53/54/55/55/41/65/63/65/46/49/43 /56/75/51/46/62/44/53/65/49/46/57/62/44/55/47/60/41/41/64/48 /75/49/55/73 Antrag auf Ladenöffnung zur Kunst im Carrée für den 18. Oktober 2026 Antragsteller: ISK Carrée e.V. Geschäftsstelle Bezeichnung des Anlass: Markt: Messe: Örtliches Fest: Kunstmeile zum 24. mal „kunst im carrée“ mit großem Kultur- und Familienfest Anlassbeschreibung: Eröffnungswochenende: am 3. Sonntag im Oktober am 18. 10. 2026 - Eröffnung der Kunstmeile, Preisverleihung, mit Ansprache dem oder der Bezirksbürgermeister*in Lindenthal NAME?; Kunst-Spaziergang und 1 Familienführung zu den Galerie- Fenstern - Zentrale Veranstaltung 5 Kleinkunstbühnen Open-Air (Literatur/Poesie, Musik (Wandelkonzerte), Tanz, Stand-up Comedy) und Künstler- und Designmarkt (ca 40 Aussteller) im Internationalen Caritaszentrum Köln- Sülz - KitTa St. Nikolaus, Platz vor St. Borromäus - Licht- und Photoinstallationen an 5-6 Standorten Open-Air - ERWEITERT: Vernetzung mit mehreren Schulen, Künstler-Kalligraphie-Projekt, - ERWEITERT: Kreative Kinder-Mitmach- Aktionen an 3 Standorten Die ISK Carrée e. V. veranstaltet bereits zum 24. mal die jährlich stattfindende Kunstmeile „Kunst im Carrée“ im Veedel Sülz-Klettenberg. In diesem Jahr führen wir die Veranstaltung wieder für 1 Woche vom 18. bis 26. Oktober 2026 durch. Für diese Zeit stellen die Künstlerinnen und Künstler in über 60 Geschäften/Galeriefenstern und Einrichtungen im gesamten Carree ihre Kunstwerke zu dem diesjährigen Thema, das später noch bekannt gegeben wird Antrag auf Ladenöffnung zur Kunst im Carrée für den 18. Oktober 2026 Die Vernissage zur Eröffnung der Kunst im Carrée ist für den Sonntag, den 18. 10. 2026 um 11 Uhr im Pfarrsaal von St. Nikolaus, Berrenrather Str. 256 geplant. Dort findet auch die Preisverleihung für das beste Kunstwerk, sowie die Ehrung für die beiden Plakatkünstler statt. Danach können Gäste und Kunstinteressierte die Kunst in den Galeriefenstern der Geschäfte sehen und mit den Künstlern in Diskurs gehen. Hierzu sind die ausstellenden Künstler in den Geschäften anwesend und es werden kleine Snacks und Getränke angeboten, so dass über 60 kleine Vernissagen stattfinden. Das Open-Air Programm zieht kunst- und kulturinteressierte Besucher überregional an. Ortsansässige Vereine und Initiativen zeigen schauspielerisches/literarisches/tänzerisches/ musikalisches Programm auf 3 Open-Air Minibühnen auf privaten, aber öffentlich zugänglichen Grundstücken. Das Internationale Caritaszentrum präsentiert eine Open-Air Kulturbühne mit Kunstschaffenden auf dem Kirchenvorplatz vor St. Borromäus aus dem sozialen und integrativen Bildungs-, Kultur- und Freizeitangebot. Die kulturellen Open-Air Minibühnen auf privatem Gelände, öffentlich zugänglich mit freiem Eintritt haben Auf dem Programm steht, Erleben Sie exzellente Poeten/Literaten/Musiker und Performance-Künstler in kurzen Vorstellungs- Sequenzen am Eröffnungstag. 3 Standorte mit kreativen Malaktionen für Kinder gemeinsam mit Künstlern und Ausstellern z.B. u.a. vor und in der Apotheke am Questerhof. Die Kindergärten von St. Nikolaus und St. Karl Borromäus machen mit einer Künstlerin eine Malaktion und Kunstaktionen vor Ort. Vernetzung mit Schulen, Vereinen und anderen Kulturschaffenden: Die in Sülz und Klettenberg ansässigen Schulen und Gymnasien sind mit künstlerischen Aktionen eingebunden: Hildegard von Bingen Gymnasium und Schillergymnasium. Die besten Kunstwerke der Schüler werden in verschiedenen Geschäften ausgestellt und prämiert. Ein renommierter Künstler aus Köln begleitet ein kombiniertes Literatur- und Kunstprojekt mit kalligraphischer Schreibkunst für Grundschüler – ein Projekt, das gemeinsames kreatives Arbeiten und Schönschreiben fördert. Sie erstellen in Zusammenarbeit mit dem Künstler das größte Antrag auf Ladenöffnung zur Kunst im Carrée für den 18. Oktober 2026 Kunstwerk aus einzelnen Bildelementen ca.49 Bildtafeln 1.40 x 2 m. In der St. Nikolauskirche wird es an den Eröffnungssonntagen ein Orgel- bzw. ein Chorkonzert geben. Vor der Kirche ist eine Darbietung von verschiedenen Chören geplant. Wandelkonzerte vor den Geschäften untermalen den Spaziergang der Besucher mit Musik in Zusammenarbeit mit der Rheinischen Musikschule Sülz. An verschiedenen Punkten in der Zülpicher Straße, der Berrenrather Straße, der Sülzburgstraße und der Luxemburger Straße werden Abbildungen der Highlights im öffentlichen Raum gezeigt. So kann man die Kunstwerke der bisherigen Preisträger genießen und wird gleichzeitig neugierig auf die Kunstwerke die in diesem Jahr und unter dem diesjährigen Thema zu sehen sind. Für die intensive Auseinandersetzung mit Kunstwerken und Künstlern begleitet eine sehr aufwendige, bedienerfreundliche sowie dokumentierende Webseite die Kunstmeile mit Kulturfest www.kunstimcarre.de. Hier haben alle die Chance, auch noch einmal eine virtuelle Kunst im Carrée zu erleben, die über das Maß eines Kataloges weit hinausgeht. Auf der Webseite der Interessengemeinschaft finden die Besucher das ausführliche und aktuelle Programm zum Kulturfest www.carree-suelz-klettenberg.de Alle Teilnehmer präsentieren ihre Kunstwerke in den Schaufenstern, so dass die Kunst beim Flanieren durch das Veedel deutlich sichtbar sein wird. Das gesamte ISK-Carree wird so zum Ausstellungsort unter Einbindung von Einrichtungen des öffentlichen, sozialen und kulturellen Lebens. Es ist eine kulturelle Traditionsveranstaltung für das ganze Veedel, mit Open-Air Künstlermarkt, mehreren Open- Air Kulturbühnen, Foto- und Lichtinstallationen an Fassaden, Kinder-Mitmach-Aktionen und Kunst-Spaziergängen weit über die Geschäftswelt hinaus. Der Fokus liegt also nicht nur jeweils auf den Einzelkünstlern, sondern auch auf dem verbindenden und die Gemeinschaft stärkenden Element der kreativen Tätigkeit. Wir sind seit Jahren vernetzt mit weiteren Kultureinrichtungen im Veedel: Kino – Seniorenkino, Casamax- Antrag auf Ladenöffnung zur Kunst im Carrée für den 18. Oktober 2026 Theater, Kunstgalerien, Hildegard von Bingen Gymnasium, Schillergymnasium, Manderscheider Grundschule, Erzbischöfliches Berufskolleg, Maskenbildnerschule, Malschulen, Künstler- Ateliers, Tanzschulen, Internationales Caritas- Zentrum etc. die sich mit unterschiedlichen Programmpunkten zur kunst im carrée einbringen. Sämtliche Orte sind einheitlich mit Fahnen gekennzeichnet und auch durch Familien- Führungen und Wandelkonzerte miteinander verbunden sowie über einen gedruckten Stadtplan gut aufzufinden. Bildet die Anlassveranstaltung den Hauptgrund für Besucher/Besucherinnen die Veranstaltung zu besuchen oder steht die Ladenöffnung im Vordergrund? Die Verwaltung muss insbesondere darlegen, dass und wie die hinter den in § 6 Abs. 1 S. 2 Nr. 2 bis 5 LÖG NRW genannten öffentlichen Interessen durch die Ladenöffnung an Sonn- und Feiertagen gefördert werden können. Dabei ist vor allem herauszuarbeiten, warum das Umsatz- oder Shoppinginteresse hierbei nicht im Vordergrund steht. X ja die Kunstausstellung Open-Air und in den Schaufenstern, sowie die open-Air Minibühnen mit vielfältigem kulturellem/musikalischem Rahmenprogramm ☐ nein (wenn nein, keine Aussicht auf Erfolg für eine Genehmigung durch den Rat der Stadt Köln) Bei dem Anlass handelt es sich um: ☐ eine historische Veranstaltung X eine Veranstaltung, welche zum 24. mal stattfindet ☐ erstmalig stattfindende Veranstaltung Besteht ein unmittelbar räumlicher und zeitlicher Bezug zur Anlassveranstaltung und den zur Öffnung vorgesehenen Verkaufsstellen? Hinweis: Von einer räumlichen Nähe ist regelmäßig insbesondere dann auszugehen, wenn die örtliche Veranstaltung in den Straßenzügen, die zur Ladenöffnung vorgesehen sind, stattfindet. Eine zeitliche Nähe besteht dann, wenn die örtliche Veranstaltung am selben Tag, nicht notwendig zeitgleich, jedoch zeitlich überlappend stattfindet. Zwischen Veranstaltung und Verkaufsstellenöffnung muss ein X ja, die Kunst, das Erleben von kulturellem Rahmenprogramm und das gemeinsame kreative Gestalten stehen im Vordergrund! Die Ausstellungsorte sind quer durchs Viertel verstreut. Organisierte und geführte Rundgänge für alle Interessierten finden statt. ☐ nein (wenn nein, keine Aussicht auf Erfolg für eine Genehmigung durch den Rat der Stadt Köln) Antrag auf Ladenöffnung zur Kunst im Carrée für den 18. Oktober 2026 angemessenes Verhältnis bestehen. Die in der Vergangenheit geschaffenen Anlässe um eine Verkaufsstellenöffnung zu erreichen, wie z.B. der Flohmarkt auf einem Möbelhausgelände, sogenannte Bauernmärkte mit 10 Zeltverkaufsstellen von Reisegewerbetreibenden, Grillfest (Spanferkelgrillen) in einem Gewerbegebiet, Hüpfburgen- und Eiertierveranstaltungen werden nicht genügen, Verkaufsstellenöffnungen zu genehmigen. Orientieren Sie sich hier an die vom Rat zuletzt genehmigten Anlässe. Räumliche Nähe ist gegeben bei örtlichen Veranstaltungen in den Straßenzügen, die zur Ladenöffnung vorgesehen ist; Gesamtveranstaltungsbereich einschl. Verbindungs- und Nebenstraßen, wenn die Veranstaltungsorte über diesen Bereich verteilt sind; eine Ausweitung über den Bereich hinaus, wird nicht genehmigungsfähig sein; Zieht die Anlassveranstaltung mehr Besucher als die der Verkaufsstellenöffnung? Fragestellung wird trotz Wegfall der Besucherprognose gestellt (vgl. Beschluss des VG Düsseldorf v. 22.05.2018);entgegen der Anwendungshilfe; juristische Bewertung der Verwaltung; X ja ☐ nein (wenn nein, keine Aussicht auf Erfolg für eine Genehmigung durch den Rat der Stadt Köln) Besucher wegen Anlassveranstaltung: Besucher wegen Verkaufsstellenöffnung: Veranstaltungsfläche: Verkaufsfläche: 12.000 – 15.000 8.000 bis 10.000 Geschäfte und Plätze im Viertel: Berrenrather Str.: Weyerthal. bis Sülzgürtel Luxemburger Str.: Konradstraße bis Hardtstraße Sülzburgstr.: von der Luxemburger Straße bis Zülpicher Straße. Zülpicher Str.: Weyertal. bis Sülzgürtel Und viele im Carrée liegende Querstraßen. Antrag auf Ladenöffnung zur Kunst im Carrée für den 18. Oktober 2026 Ca. 5.000 qm entfallen auf die ausstellenden Geschäfte. ca. 50 Mitglieder der z. Zt. 100 ISK Geschäfte und ca. 10 Nicht-ISK Mitglieder werden sich an der Kunstmeile beteiligen. Diese Geschäfte und Institutionen haben eine Größenordnung von 70 bis 150 qm Verkaufsfläche. Einige auch mehr. Quellenangabe und Belege zu Besucheraufkommen, Veranstaltungsfläche und Verkaufsfläche: Das OVG Münster verlangt, dass sich die Stadt Köln in einer für die gerichtliche Überprüfung nachvollziehbaren und dokumentierten Klarheit über Charakter, Größe und Zuschnitt der Veranstaltung verschafft (auch hier VG Düsseldorf) Für die 3 Hauptgeschäftsstraßen (Berrenrather-, Sülzburg- und Zülpicher Straße) ergibt die Passantenfrequenzmessung aus dem Retailbericht B-Lagen in Köln für die Jahre 2019/20 der Fa. Larbig & Mortag Immobilien GmbH eine Zahl von 1.800 bis 2.000 Passanten je Stunde. Bei 5 stündiger Öffnung der Geschäfte am Sonntag ergibt das 10.000 Besucher für die Geschäfte. Die nachfolgend genannten Sachgründe wurden im Rahmen der Novellierung des LÖG geschaffen. Verkaufsoffene Sonntage wurden bis dahin ausschließlich aufgrund von Veranstaltungen von den zur Antragstellung berechtigten Interessengemeinschaften genehmigt. Eine Antragstellung von Seiten der Verwaltung ist nicht beabsichtigt und vom Rat in Richtung Verwaltung (politische/wirtschaftspolitische Erwägungen) auch nicht aufgegeben. Die nachfolgenden Sachgründe können allerdings kumulativ vorliegen und der Verwaltung dazu dienen, dem Rat das öffentliche Interesse über den Anlass-bezug/- zusammenhang hinaus zu begründen. Hier sind die Antragsberechtigten/Interessengeme inschaften gefordert, diese Sachgründe geltend zu machen/nachzuweisen und überprüfbare Belege vorzulegen. Das Einzelhandels- und Zentrenkonzept liegt hier zum Download bereit. Es wird gefordert, dass die Kommune auf der Grundlage eines Einzelhandelskonzepts mit der Sonntagsöffnung gezielt einen der genannten Sachgründe verfolgt. Eine Zählung der Besucher für die Kunst im Carrée wurde in den vergangenen Jahren nicht durchgeführt. In der Presse wurde über eine Vielzahl von Besuchern berichtet - aber keine konkreten Zahlen. Die Besucher können nur so von uns geschätzt werden. Es werden ca. 5.000 Veranstaltungs- und Programmflyer verteilt. Diese Vorgehensweise, anhand von qualitativen Daten den prägenden Charakter einer Veranstaltung zu belegen, wird vom OVG für das Land NRW anerkannt. Auf einer Informationsveranstaltung am 21. 06. 2017 mit dem OVG Münster beim Ministerium für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes NRW erläuterten die OVG Richter Details ihrer Rechtsprechung. (Information hierzu von der IHK Köln) Nach Aussagen der OVG Richter ist es zulässig, dass der prägende Charakter einer Veranstaltung beispielweise anhand von Pressebericherstattungen der letzten Jahre, Berichten des Ordnungsamtes über vergangene Veranstaltungen, Sicherheitskonzepten für die geplante Veranstaltung, Aussagen über Straßensperrungen, Verkehrs- und Parkraumkonzepten als auch anhand von der Art und Umfang der Veranstaltungswerbung belegt werden kann. In seinem Urteil (Entscheidungsdatum 07. 12. 2017 Aktenzeichen 4 B 1538/17) bekräftigt das OVG diese Sichtweise. Auf einige Punkte möchten wir im Folgenden eingehen: Antrag auf Ladenöffnung zur Kunst im Carrée für den 18. Oktober 2026 Derzeit enthält das Einzelhandelskonzept Sonntagsöffnungen noch nicht als Mittel, um das öffentliche Interesse in Gestalt der benannten weiteren Sachgründe zu fördern. Die nachfolgend genannten Sachgründe können daher derzeit nicht mit dem aktuellen Einzelhandelskonzept begründet werden. Werbung: 3 Wochen vor der Veranstaltung wirbt ein Banner über der Berrenrather Straße für die Veranstaltung. Im Jahr 2023 haben wir ca. 5.000 Ankündigungs- und Programm-Flyer und ca. 400 hochwertige doppelseitige Ankündigungsplakate mit 2 Motiven verteilen lassen, die mit einem QR Code aufgerufen werden können. Zusätzlich werden die gängigen Social Mediakanäle intensiv bespielt, um die Veranstaltung bei einem großen Publikum zu bewerben. Anfang September ist zur Ankündigung eine Anzeige im Stadtteilmagazin „INsülz“ In der kostenlosen Zeitung EXPRESS wird zum Wochenende auf die Veranstaltung hingewiesen und auf den beweglichen Werbebannern der Fa. Stroer wird in der ganzen Woche zuvor darauf hingewiesen. Beide Werbemaßnahmen werden von KölnBusiness gesponsort. Presseberichte: Der Kölner Stadt-Anzeiger, die Kölnische Rundschau, der Kölner Wochenspiegel sowie das Stadtteilmagazin „INsülz“ haben in allen Jahren zuvor eine Vor- und Nachberichterstattung mit Bildern über die Kunst im Carrée berichtet. Auf unserer Webseite www.carree-suelz- klettenberg.de und auf www.veedellieben.de werden wir im Vorfeld, wie auch danach über die Künstler und Ihre Werke berichten. Gleiches gilt auch für die eigene Webseite unserer Kunst im Carrée, von unserer Organisatorin Frau Brigitte Hellwig. Hier wird ausführlich im Vorfeld wie auch zum Abschluss über die Kunst im Carrée berichtet. www.kunstimcarree.de Öffentliche Zuschüsse und Sponsoren: Für die Durchführung der Kunst im Carrée wurden in den letzten 10 Jahren Zuschüsse aus bezirksorientierten Mitteln gewährt. Ebenso ist die Sparkasse KölnBonn einer unserer Sponsoren sowie Werbemaßnamen von KölnBusiness in Verbindungmit der Firma Stroer. Im Ergebnis der dargestellten Fakten ist festzuhalten, dass die Kunst im Carrée einen prägenden Charakter hat und nicht die Ladenöffnung im Vordergrund steht. Die Ladenöffnung dient nur dazu, dass die kunstinteressierten Besucher auch mit Künstlern leichter in Kontakt kommen können. Ladenöffnung dient dem Erhalt, der Stärkung oder Entwicklung eines vielfältigen stationären Einzelhandelsangebots Hinweis: Der amtlichen Begründung zum Gesetzesentwurf ist zu Antrag auf Ladenöffnung zur Kunst im Carrée für den 18. Oktober 2026 entnehmen, dass der stationäre Einzelhandel vielerorts einer Gefährdung durch den Online- Handel unterliegt. Dem soll durch begrenzte Freigabe von Sonntagsöffnungen begegnet werden. Hier sei auf den Beschluss des OVG Münster vom 27.04.2018 hingewiesen. Die Kammer kommt hier nämlich, anders als der Gesetzgeber zu dem Ergebnis, dass die allgemeine, für den stationären Einzelhandel einer jeden Kommune ganzjährig bestehende Konkurrenzsituation zum Onlinehandel für sich genommen nicht geeignet ist, eine Ausnahme von der Regel der Sonn- und Feiertagsruhe zu begründen. Die Kammer weist ausdrücklich darauf hin, dass der Einzelhandel selbst und ausdrücklich gefordert ist, stets gewichtige, im Einzelfall festzustellende und in der Abwägung dem gebotenen Sonn- und Feiertagsschutz gegenüberzustellende öffentliche Interessen vorzutragen. Es werden danach Belege benötigt, die nachprüfbar ausführen, dass der stationäre Einzelhandel vor Ort gefährdet ist. (z.B. Leerstände; Verarmung des Angebots, Erhalt bestehender oder Schaffung neuer Arbeitsplätze) Ladenöffnung dient dem Erhalt, der Stärkung oder Entwicklung zentraler Versorgungsbereiche (Versorgungsinteresse, insbesondere weniger mobiler und ältere Teile der Bevölkerung; Sicherstellung wohnortnaher Versorgung) Hinter dem Sachgrund steht das grundgesetzlich geschützte Versorgungsinteresse der Bevölkerung, insbesondere der weniger mobilen und älteren Teile der Bevölkerung. Zentrale Versorgungsbereiche müssen erhalten bleiben, da ihnen eine herausragende Bedeutung für den Bestand und die Entwicklung der Städte und Gemeinden, insbesondere der Sicherstellung wohnortnaher Versorgung zukommt. Antrag auf Ladenöffnung zur Kunst im Carrée für den 18. Oktober 2026 Als zentrale Versorgungsbereiche gelten daher nicht nur Stadtteilzentren, die im überörtlichen Funktionszusammenhang eine bedeutende Rolle einnehmen, sondern auch die Quartiers- und Nahversorgungs- bzw. Nahbereichszentren. Ladenöffnung dient der Belebung der Innenstädte, Ortskerne, Stadt- oder Ortsteilzentren Mit dem Sachgrund soll der Gefahr einer drohenden Verödung der Innenstädte mit negativen Auswirkungen auf die örtlichen Lebens- und Wohnverhältnisse der Bevölkerung begegnet werden. Zielrichtung der Regelung ist es, umfangreichen Leerständen bei Gewerbe- und Wohnimmobilien und der Abwanderung von Einzelhändlern und Einzelhändlerinnen oder deren Geschäftsaufgabe entgegenzuwirken. Er soll der Belebung der Innenstädte und örtlichen Zentren dienen. KiC_insuelz_04_2024.pdf KiC_insuelz_04_2022.pdf KiC_insuelz_04_2023.pdf KiC_insuelz_04_2021.pdf KiC_insuelz_04_2020.pdf Werbung KölnBusiness KiC.pdf 2024_10-16_Teil 2 der Ankündigung im KSTA.docx24-10-16 Anzeige Express.jpeg INkunst leben Die 18. kunst im carrée „Glücksmomente“ zeigte Werke von 83 Künstler an 71 Ausstellungsorten – Gewinnerin Nadine Magner bewegte mit illustrierten „Sunday Short-Stories“. In den Krisen des Daseins erinnert sich der Mensch an Momente der Gebor- genheit, Ausgelassenheit, Freundschaft und der Liebe. Unabhängig von Zeit und Raum empfi ndet er dies über die Dekaden als real existierendes Phäno- men. Allein Sicherheit erkennt das Individuum als fl üchtige Illusion, die unab- hängig von wirtschaftlicher Lage, familiärer Situation oder Beziehungsstatus mehr Einbildung denn Wirklichkeit bleibt. So auch in Zeiten von COVID-19. Vielleicht gerade wegen des grassierenden Virus und der damit verbundenen Ängste wartete die 18. kunst im carrée mit einer Rekordzahl an Künstlern sowie Ausstellern in Geschäften, Gastronomien, Praxen und sozialen Einrichtungen >> KUNST IM CARRÉE 5 Von den Sehnsüchten eines Sonntags Fotos: Nonnenmacher 6 leben INkunst Fotos: Nonnenmacher 7 INkunst leben entlang der Zülpicher, Berrenrather, Sülzburg- und Luxemburger Straße auf, denn das Verlangen nach persönlichem Ausdruck wächst in den Epochen der Irritation und Sprachlosigkeit ange- sichts einer fragwürdigen Gegenwart, deren Brücken in die Zukunft rissig und einsturzgefährdet sind. 83 Kunstschaffende, davon mehr als die Hälfte aus dem Bezirk Lindenthal, fanden für ihre Werke aus den Bereichen Malerei, Fotografie, Video, Plastik, Grafik so- wie Mixed-Media an 71 Ausstellungsorten ein temporäres Zuhause und demonstrierten auf dem pandemiegeschwächten Kunstsektor ihre Vitalität. Gar die Lyrik war mit einem Band (Joachim Romes, „Gedichte aus dem Leben“) vertreten und belegte die stilistische Offenheit der etablierten Veranstaltungsreihe. Kurze Geschichten über die Leichtigkeit des Lebens Als Gewinnerin aus dem an die Veranstaltung gekop- pelten Wettbewerb ging die Kölner Grafik-Designerin Nadine Magner mit ihren „Sunday Short-Stories“ her- vor – einer originellen Sammlung von Illustrationen und animierten Grafikformaten, die im „Springs Pilates Stu- dio“ und bei „Deli Sülz“ zu sehen waren. Die eigentli- che Leichtigkeit des Lebens zelebrierend, beschwörten die unprätentiösen Werke den Geist vergangener (und kommender) Sonntage als unverrückbare Wohlfühlta- ge abseits von Hektik und Sorgen einer neuen Woche einfühlsam wie humorvoll. Weitere Auszeichnungen gingen an Thomas Koken für seine introvertierte Holz- arbeit zweier Umarmender bei „brune küchen“ sowie Martina Spiller mit ihrer colorierten Achterbahnfahrt der Gefühle in der „Kleinen Markthalle“ als Flyer- res- pektive Plakatmotive. Die Balance zwischen abstrakten und figürlichen, stillen, impulsiven, strukturierten sowie scheinbar freien Kompositionen auf einer der größten städtischen Ausstel- lungsflächen spiegelte sich dabei nicht nur in den Schaufenstern der Geschäfte wider. Auch in zahlreichen Häusern profitierten die Besucher von der nicht alltäglichen Kooperation zwischen Gewerbetreibenden und Künstlern, die im Programm Führungen von Kunsthistorikerin Brigitte Hellwig, einen Ateliermarkt, Musik- Performances und Rikschaservices zu den Ausstellungsorten vor- sah. Dass im Laufe der nahezu zwei Jahrzehnte währenden Event- Historie die künstlerische Wertschätzung gewachsen ist, zeigte sich unter anderem an der üppigen Gestaltung des ABS auf dem Gottesweg. Die Restaurantbesitzer hatten Susanne Beuscher weite Flächen des Innenraums als Leinwand für deren bizarr-liebevoll- trotzköpfig anmutende Charaktere aus einem Paralleluniversum zur Verfügung gestellt. Mit über 20 Arbeiten erhielt die Malerin quasi eine eigene Werkschau innerhalb der Ausstellung. Erleichterung in ernsten Lagen Als einer der wichtigen „Hauptdarsteller“ präsentierte sich im Zuge der zweiwöchigen Veranstaltung das Wesen des Humors in vie- lerlei Schattierungen: Manfred Boelkes Palette mit einem zuneh- Fotos: Nonnenmacher 8 leben INkunst mend kostbaren Gut sorgte bei „anziehend anders“ in Form von Klopapierrollen für reinste Glücksmomente. Die Transformation von Klassikern wie Auguste Renoirs „Frühstück der Ruderer“ in einen Comic-Rahmen (Jérémy Piquet, Apotheke am Questerhof) oder Rudolf Holzenthals stets neugierige Rentier-Miniaturen im „Kurio- sikum“ verkündeten aufheiternde Botschaften im angeschlagenen Coronamodus. Kunst lebt „Kunst bleibt spürbar!“, konstatierte die ehemalige Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes ihre Impressionen anlässlich der Eröffnung im Internationalen Caritas-Zentrum vor rund 30 anstatt der ursprüng- lich teilnehmenden 180 Gäste. „Es ist ein großes Glück, dass diese Veranstaltung 2020 überhaupt stattfi nden kann. Wir sehnen uns alle nach Kunst und Kultur“, sagte die Sozialdemokratin im Rah- men der Vernissage. Mitorganisator Sebastian Berges von der Interessengemeinschaft Sülz/Klettenberg (ISK) betonte die Mühen aller Häuser hinsichtlich der erar- beiteten Hygienekonzepte und wandte sich in seiner Rede mit einem Appell an die Stadtverwaltung: „Ein erneuter Lockdown darf nicht stattfi nden. Bei uns sind Sie sicher!“, bat der Apotheker um die Unterstützung für ein Überleben des Einzelhandels. Lindenthals ehe- malige Bezirksbürgermeisterin Helga Blömer-Frerker (CDU) würdigte Künstler und Organisatoren für die Re- alisierung der Werkschau in schwierigen Zeiten: „Die Einladung war für mich ein Zeichen der Zuversicht und Hoffnung“, erklärte die CDU-Politikerin im Beisein ihrer Nachfolgerin Cornelia Weitekamp von Bündnis 90/Die Grünen. Fortsetzung folgt ... „Vor 18 Jahren sind wir mit 34 Ausstellungsorten und 35 Künstlern gestartet und haben diese Zahlen mehr als verdoppelt. Wir hatten dieses Mal weit über 100 Bewerbungen zur Teilnahme. Die Mög- lichkeiten zur Darbietung und die damit verbundenen Preise sollen für die Künstler ein Anschub sein, auch in dieser Krise weiterzuma- chen“, zeigte sich Projektleiterin Brigitte Hellwig von der Motivation der Beteiligten beeindruckt. Mit Schülern des Hildegard-von-Bin- gen-Gymnasiums vermochte es die künstlerische Leiterin zudem erneut, eine junge Generation von Kunstschaffenden für das Groß- Event zu gewinnen, das in seinem wundersamen Facettenreichtum als Hymne an das Leben verstanden werden könnte. Einblicke in die Arbeiten und Infos zu allen Künstlern bietet die Homepage www.kunstimcarree.de. td Preisverleihung der 18. kunst im carrée: Sebastian Berges, Brigitte Hellwig, Elfi Scho-Antwerpes, Nadine Magner, Helga Blömer-Frerker, Thomas Koken und Hans-Josef Schulte (von links). Fotos: Nonnenmacher 5 Gewinnerin Nicole Compère (rechts) stellte in der Silber- und Goldschmiedin Natascha Overzier Fotoporträts von Einzelhänder*innen aus. Foto: Dahl 20. Kunst im Carrée zeigte Malereien, Fotografien, Skulpturen und Mischtechniken an 60 Orten Stadtgesichter erzählten Stadtgeschichten /two.cap/zero.cap JAHRE KUNST IM CARRÉE Kunst erlebbar machen: Unter diesem Leitgedanken fand 2002 im CASAMAX Theater die Premiere eines Konzepts statt, das in den folgenden Jahren den Bühnenrand weit überschreiten sollte. Rund 35 Geschäfte unterstüzten seinerzeit die Idee von Initiator Sebastian Berges, Kunst und Kommerz mittels Ausstellungen in den Läden der Viertel zu vereinen. Zur Jubiläumsauflage folgten dem Aufruf in diesem Jahr 60 Adressen. Trotz der Krisen des Einzelhandels habe man den Glauben an eine Symbiose nie verloren, sagte der Vorstandsvorsitzende der Interessengemeinschaft Sülz und Klettenberg im Rahmen seiner Rede im Caritas-Zentrum. So begeisterten sich in diesem Jahr zahlreiche Aussteller*innen für das Motto „Stadtgesichter – Stadtgeschichten“ mit Beiträgen aus den Bereichen Malerei, Fotografie, Skulptur und Mixed-Media. Emotional und zugleich entschieden zeigte sich Kuratorin Brigit- te Hellwig: „Damals habe ich gedacht, wir machen das zwei bis drei Jahre. Unglaublich, dass wir immer noch da sind.“ Maßgeb- lich sei immer die Konzentration auf das Wesentliche geblieben: „Wir haben uns bewusst gegen ein Veedels- und für ein Kunst- und Kulturfest entschieden“, unterstrich die Kunsthistorikerin das Credo der Reihe. Als Novum in der zwei Dekaden währenden Historie zeichnete die Jury in diesem Jahr erstmals zwei Künst- lerinnen mit dem ersten Platz aus. Den Preis teilten sich Bettina Ballendat mit scheinbar auf den Straßen, Plätzen oder Hinterhö- fen modellierten Wachsfiguren bei „Die Haarschneider“ und Fo- tografin Nicole Compère, die in den vergangenen 30 Jahren loka- le Geschäftsinhaber*innen porträtierte. Die dokumentarischen Arbeiten wurden bei Silber- und Goldschmiedin Natascha Over- zier gezeigt. „Es hat mich umgehauen, als ich die Nachricht von der Auszeichnung gestern Nacht um halb zwölf bekam“, zeigte 6 leben INkunst sich Compère während der Siegerehrung fassungs - los. Eine Widerspiegelung individueller Ausdrucks - kraft und Virtuosität boten zahlreiche Exponate in den Läden des Carrées. So erinnerte Henning Brück bei Concept.Hommage mit bedrückenden Schwarz- Weiß-Aufnahmen an Grundstücksleerstände in Zei - ten von Wohnungsnot. Dass Bild und Wort sich anzie- hen, um existenzielle Ängste und Hoffnungen einer anonymen Stadtgesellschaft sicht- wie hörbar zu ma- chen, bewies Elke Grober mit Gedichten und Malerei- en im Eco Fashion Store. Unverzichtbarer Humor im Gleichklang mit poetischen Darstellungen erwartete die Besucher*innen in Form von Objekten und Pa - pierarbeiten bei Shalima. Künstlerin Ursula Traschütz blickte dabei auf unkonventionelle Art in die Köpfe ihrer Mitbürger*innen. Abstrakte zwischenmensch - liche Begegnungen ließ dagegen Zeichnerin Kamù bei Optik Dorn aufleben. Mit dünner, rastloser Feder wurde die Großstadthektik hier mitunter fühlbar. Fest verankert im Programm, folgten am Eröffnungstag der Ausstellung zahlreiche Interessent*innen den Kunst-Veedelsspaziergängen mit Erläuterungen von Expertin Brigitte Hellwig. Kunst total Als weitere Bereicherungen erwiesen sich Lesungen sowie Musikperformances auf den Open-Air-Mini - bühnen an der Berrenrather und der Luxemburger Straße, unter anderem mit Lyrikerin Alicia Herold, die es vermochte, mit einfühlsamen Beiträgen die Verlorenheit junger Menschen in den Metropolen festzuhalten. So schreibt die Dichterin in einem ihrer Texte: „… springen, fallen/aufkommen/kein halt/er - schöpft vom leben, erschlagen vom fall ...“. Mit dem „Marché de l’art deluxe“ schafften die Initiatoren im Laufe des zweiwöchigen Programms ferner Platz für das Sujet „Design“. Im Gemeindesaal St. Nikolaus und bei Shalima waren Linolschnitte, Illustrationen und Textilien zu finden. Einen Rückblick auf alle Gewinner*innen der letzten Jahre präsentierte die Apotheke am Questerhof. td Bettina Ballendat (Gewinnerin) neben ihren Wachsskulpturen, Caritas-Zentrum Foto: Dahl 7 Henning Brück, Concept.Hommage Repro: Kayser Jürgen Escher, Caritas-Zentrum und Friedrichs – Die Metzgerei Repro: Kayser 8 kamù (Karin Mühlwitz), Optik Dorn Foto: Dahl Ursula Klein, Goldschmiede Tina Theves Repro: Kayser 5 Die Pat*innen aus der INsülz-Redaktion suchten sich aus der Vielfalt der 65 Standorte mit den Präsentationen zum Thema „faszination baum“ einige heraus, formulierten kurze Impressionen und schossen eigene Handy-Fotos. Mit dieser Sammlung möchten wir dem Facettenreichtum des Events aber auch den verschiedenen Sichtweisen der Betrachter*innen gerechter werden. Unabhängig von der subjektiven Wahrnehmung lässt sich in der dritten Dekade des Events ein historisches Hoch bezüglich der Sichtbarkeit formulieren. Diese Werkschau war nicht zu übersehen. Eine komplette Darstellung aller beteiligten Künstler*innen sowie der 65 Standorte findet sich auf der Veranstalterseite der Interessengemeinschaft Sülz-Klettenberg unter www.kunstimcarree.de. INkunst leben KUNST IM CARRÉEDer Wald in uns allen Neu werden: So, wie die Kunst in ihrer Ausrichtung unbeschrittene Wege wagt, will auch INsülz & klettenberg unkonventionelle Pfade journalistischer Berichterstattung begehen. Anlässlich der 21. Auflage von Kunst im Carrée (22. Oktober bis 5. November) entschied sich das Team für eine individuelle „Patenschaft“. Eröffnung mit Preisverleihung im Internationalen Caritaszentrum: v. l.: Susanne Lühring (Fotografin), Ralph Elster (Bürgermeister der Stadt Köln), Ulla Schüller (Preisträgerin), Brigitte Hellwig (Kuratorin), Sebastian Berges (Vorsitzender ISK Carrée e.V.), Katerina Aleksieva (Leitung Internationales Caritas-Zentrum), Hans-Josef Schulte (Geschäfsstelle ISK Carrée e.V.), Dagmar Müller (Fotografie auf dem Veranstaltungsplakat), Carmen Grau (Malerei auf dem Veranstaltungsplakat). Auf der Bühne befinden sich die Musiker der Band Jazz Garden. Fotos: Atkins >> 21. Kunst im Carrée präsentierte Arbeiten zum Thema „faszination baum!“ 6 leben INkunst Foto: Thomas Dahl Foto: Thomas Dahl Die Mischung aus abstrakten Bäumen und pflanzlichen Formen lassen die Bilder von Dagmar Bätz im Fitnesstreff für Frauen sehr lebendig wirken. Ihre Farbauswahl gibt jedem Bild eine besondere Stimmung und dadurch etwas Weiches und Gemütliches. sg Clea Müller kreierte mit ihren Bildern im Fitnesstreff Thaimassage schöne Stimmungen in der Natur. Besonders gefällt mir, wie das Licht durch die Äste scheint und sich auf den Blättern spiegelt. Man bekommt direkt Lust auf einen Spaziergang im Beethovenpark! sg Foto: Saskia Gaymann Foto: Saskia Gaymann Kunst-im-Carrée-Gewinnerin Ulla Schüller lässt sich vom Wald vereinnahmen. Im Hin- tergrund sind Malereien von Anna Chulkova zu sehen. Das Foto entstand im Rahmen der Vernissage in den Räumlichkeiten des Internationalen Caritaszentrum. Großformatige Arbeiten der Künstlerin wurden in der Sparkasse KölnBonn ausgestellt. Der Bezug zum Kreditinstitut wurde durch mitverarbeitete Börsenkurse aus alten Zeitungen hergestellt. td Ulla Schüller erweiterte mit ihren Ge- mälden verschlungene Waldwege in das geschäftige Treiben der Stadt. td 7 INkunst leben (Unten) Es ist so schön, dass auch Kinder hier bei cava cava an Kunst im Carreé teilnehmen und so die Kunst für sich entdecken konnten. mn (Oben) Die Bilder von Marion Knapp bei Fifa & Muschi muten an wie Foto- grafien und ziehen einen in ihren Bann. Malerei mit einer faszinierenden Tiefe. mn Foto: Monika Nonnenmacher Foto: Monika Nonnenmacher 8 leben INkunst Johanna Gruber präsentierte stimmig zu ihrem Angebot an skandinavischer Kindermode die naive Malerei von Sylvia van den Heuvel. Gut könnte ich mir ihre farbenfrohen Lavendelfelder vor Bäumen auch als Drucke auf Kinderkleidung vorstellen. hmf Auch Natascha Overzier hatte sich für eine Künstlerin entschieden. Nicole Compères Fotos stellen das Lichtspiel zwischen Bäumen und Sonne in den Vordergrund. hmf (Links) Diese herbstlich anmutende Baum- kulisse von Cornelia Harss strahlt beim Betrachten sehr viel Wärme, Ruhe und Gebor- genheit aus. Ein geheimer Ort zwischen altem Baumbestand, den ich gerne finden würde! ap (Oben) Auch wenn dieser Baum der Künstlerin Annette Schöll-Nick mir beim Betrachten das Gefühl vermittelt, dass er nicht mehr viel Lebenskraft in sich trägt, erkenne ich verborgen im Erdreich zwischen ein paar kraft- und farblosen Wurzeln pulsierendes Leben. Dieses versteckte Leben macht ein wenig Hoffnung, dass es eines Tages an die Oberfläche gelangen und dem Baum neue Vitalität schenken könnte! ap Foto: Hanka Meves-Fricke Foto: Hanka Meves-Fricke Foto:: Anika Pöhner Foto:: Anika Pöhner 9 INkunst leben Foto: Dorothee Mennicken Wie aus griechischen Mythen entsprungen wirken manche der schwarz-weißen Baumporträts von Theresa Kuss bei Optik Dorn. Bei den farbigen Motiven lässt die extreme Überbelichtung Strukturen hervortreten – es entsteht der Eindruck, als wären die Blätter aufgemalt. Das Bild vom alten Buchenwald in Belgien besticht durch das Licht zwischen den geraden Bäumen im Blumenmeer. dm (Links) Dorothee Auth kombi- nierte altes Holz mit Porträts. So sind Risse und Jahresringe Teil der Holzskulpturen, die sie bei Tina Theves zeigte. Auch das mit Acryl und Edding auf ein altes Holz- brett gemalte Porträt von Simon gewinnt seinen Reiz durch das Material. dm Foto: Dorothee Mennicken (Rechts) Ebenfalls in der Goldschmiede von Tina Theves präsentierte Nadine Jork ihre Mixed Media: schlicht gezeichnete Porträts, kombiniert mit Holzstücken, die den Gesichtern Kontur verleihen. Dazu ein paar Perlen als Hinweis auf den Ausstellungsort. dm Foto: Dorothee Mennicken Mehrdeutig, mysteriös und faszinierend: Die Bäume in den Bildern von Siegbert Hahn im Hörzentrum Lux muteten wie Botschafter aus anderen Sphären an. Seine Motive sind zeitlos, seine Malerei geprägt von klaren Farben und hoher Malkunst. Der Künstler lebt in Köln-Braunsfeld und malt mit über 80 Jahren noch jeden Tag seit 60 Jahren. dm Foto: Dorothee Mennicken INkunst LEBEN „Kölner Leidenschaften“ schaffen im Herbst 2024 alte Leiden und zeitlose Freuden auf Leinwänden, Papier sowie weiteren Trägern. Dem Leitgedanken verpflichtet, fließen eine gewisse gotische Kathedrale, Narren-Proklama - tionen und gehörnte Dynastien in Fußballtempeln die Hauptverkehrsstraßen in Sülz und Klettenberg Richtung Rhein. Dom, Karneval und FC sind im Spektrum der 22. Auflage von „Kunst im Carrée“ und 56 teilnehmenden Geschäften unübersehbar. Aber auch subtilere Momente der Ver - bundenheit mit ihrer Stadt hielten die Künstler*innen in Malereien, Zeichnungen, Fotografien, Objekten und Mixed-Media- Arbeiten fest. In seiner Eröffnungsrede im vollbesetzten Gemeindesaal St. Nikolaus hob Mitorganisator Sebastian Berges die Ideologie des Events hervor: „Mit der Ver - anstaltung verdient niemand etwas. Das ist trotz der Leiden im Zuge der ,Amazoni- sierung‘ pure Leidenschaft der Geschäfte und Künstler*innen“, betonte Berges die schwierigen Rahmenbedingungen für den Einzelhandel. Zu den diesjährigen Gewin - nerinnen kürten die Initiatoren um Kura - torin Brigitte Hellwig Carmen Grau und Silke Ferber, die bei Else Fashion und in der Apotheke am Questerhof ausstellen. INsülz & klettenberg reflektiert die Vielfalt der Arbeiten auf den folgenden Seiten mit zahlreichen Bildaufnahmen und kurzen Impressionen der Autor*innen. td >> Von Türmen, Toren, Tieren und Menschen Carmen Grau und Silke Ferber sind die Preisträgerinnen der 22. „Kunst im Carrée“ Carmen Grau (r.) und Silke Ferber (5. v. l.) wurden im Gemein­ desaal St. Nikolaus zu den Preisträgerinnen der „Kunst im Carrée 2024“ gekürt. Zu den Gratulant*innen ge­ hörten unter anderem die Vorstandsmitglieder der Interessengemein­ schaft Sülz­Klettenberg, Sebastian Berges (4. v. r.) und Hans­ Josef Schulte (2. v. r.), Bezirksbürgermeisterin Cornelia Weitekamp (3. v. r.) sowie Bürger­ meister Ralph Elster (4. v. l.). Silke Ferber (l.) und Carmen Grau sind die Gewinnerinnen der 22. Auflage von „Kunst im Carrée“. Preisträgerin Silke Ferber ist mit ihrem Köllemobil in der Stadt unterwegs. Foto: Dahl Auch anlässlich der 22. Auflage von Kunst im Carrée entschied sich das Team für individuelle „Patenschaften“. Foto: Dahl Foto: Martens 5 6 LEBEN INkunst SILKE FERBER IN DER APOTHEKE AM QUESTERHOF „Der Dom ist immer der Mittelpunkt sowohl der groß - formatigen als auch der kleinformatigen Collagen von Silke Ferber, die im Schaufenster und in den Regalen der Apotheke am Questerhof ausgestellt sind. Sogar ein Bus im Stil der Bilder steht auf dem kleinen Platz daneben. Den Werken hätte man etwas mehr Raum und trotz des Themas etwas weniger „kölsche Sprüch“ gönnen können. dm Foto: MennickenHEIKE FISCHER BEI OPTIK DORN Ein gedeckter Tisch mit umgefallenen schon trüben Gläsern, auf dem sich ein Huhn gemütlich niedergelassen hat, entfaltete sei - nen etwas morbiden Charme in einem der beiden großen Schau - fenster von Optik Dorn. Eine Kaffeerösterei (Foto unten) und zwei Gasflammen mit Schöpfkelle sind Gegenstand der Bilder im zwei- ten Schaufenster, atmosphärisch dicht und dennoch sehr klar fotografiert von Heike Fischer. dm MÖBEL COMPAGNIE ZEIGTE: „METRO PATTERNS“ VON JÜRGEN ESCHER Wer sagt, U-Bahn-Stationen bieten keine ästhetischen Fotomotive, hat die Bilder von Jürgen Escher noch nicht gesehen. Der Fotograf zeigt uns die klaren Linien, leuch- tenden Farben und einzigartigen Formen der Kölner U-Bahnhöfe – und lässt alltägliche Orte in neuem Licht erscheinen. Die Ausstellung in der Moebel Compagnie beeindruckt durch eine perfekt durchdachte Bildkomposition, die den Betrachter in das Bild hineinzieht. Als Grafikdesigner fasziniert mich besonders Eschers Gespür für Achsen und Symmetrie. Danke an Jürgen Escher für die Einbli- cke und Erläuterungen hinter seinen Werken! rm Foto: Martens Foto: Mennicken Foto: Mennicken 7 MALEREI VON SYLVIA VON DEN HEUVEL BEI JÄTTEFINT Bilder zum Entdecken: Johanna Gruber von Jättefint hat sich für die naive Ma- lerei von Sylvia von den Heuvel entschieden. Fast skandinavisch und damit passend zu dem skandinavischen Geschäft auf der Wichterichstraße 6–8 sind die kleinen Waldbilder im Schaufenster. Bei genauerem Hinsehen erkennt man, dass jedes einzelne Blatt fein gezeichnet ist. hmf 4711 UND DER DOM NEBENEINANDER VON MARIO GRASBERGER BEI SPIEL UND KLEID Spiel und Kleid auf der Berrenrather Straße 234 zeigt in diesem Jahr naturalistische Malerei von Mario Gras- berger, der für sein Gemälde „Verspätete Heimkehr“ bereits Preise gewonnen hat, neben Kunst von Kin- dern aus der Kindertagesstätte St. Karl Borromäus. Obgleich beides, der 4711-Schriftzug und die kleinen Dombilder, sich wunderbar ergänzen, geht die Kinder- kunst leider etwas unter. Schade eigentlich, weil sie sehr gut zu dem Geschäft, das viel von Eltern und Kin- dern besucht wird, passt. hmf INkunst LEBEN Foto: Meves­Fricke Foto: Meves­Fricke RHEINGOLD IMMOBILIEN ZEIGTE REALISTISCHE MALEREI VON JOHANNES KEUSER In den Gemälden von Johannes Keuser er- leben wir alltägliche Augenblicke, die fast beiläufig wirken, als könnten sie aus dem eigenen Leben stammen. Doch gerade in dieser Banalität liegt die Kraft seiner Kunst: Mit feinem Humor und einem Hauch Ge- sellschaftskritik hinterfragen seine Werke die Geschichten, die hinter den Szenen lau- ern. Ein spannendes Spiel mit dem Blick- winkel – mal heiter, mal nachdenklich. rm Foto: Martens EDGE – das praktische Brett für die Küche MOEBEL COMPAGNIE Berrenrather Straße 361 – 50937 Köln oder im Onlineshop www.moebel-compagnie.com 8 LEBEN INkunst „MIXED“ VON HEIDI DIETZE-NEUBER BEI ROSENGARTEN Die Bilder bestechen insbesondere durch ihre Farbge- staltung. Die Inszenierung im Laden, ergänzt durch farb- lich abgestimmte Blumen und Accessoires, war äußerst gelungen. wa Foto: GaymannKARIN MÜHLWITZ BEI DELI SÜLZ Bei einem leckeren Kaffee im Deli- Sülz konnte man sich schöne Aquarelle der Künstlerin Karin Mühlwitz anschauen. Sie hat alltägliche Impressionen und Menschen aus Köln eingefan- gen und mit lockerem Strich auf Papier gebracht. Beim Betrachten der Bilder kann man sich wahrhaft vorstellen, wie die Künstlerin, mit Block und Aquarellkasten, durch Köln zieht, hier und da ein Päuschen einlegt, um das Gesehene aufs Papier zu bringen. Leider hingen keine Originale an den Wänden. Die Bilder wurden stattdessen über einen großen Bildschirm gut sichtbar über der Theke abgespielt. sg Foto: Atkins JEANETTE STARK-GERDES BEI [LIVING] WOHNDESIGN Klar fällt einem beim Thema „Kölner Leidenschaften“ der Kölner Dom ein. Hier ist er einmal ganz anders zu sehen – bunte Farben im Ge- gensatz zum Grau der Steine. Es erinnert an Konfetti und auch an das bunte Richter-Fenster im Dom. Und daran, dass die Stadt bunt ist – und es hoffentlich auch bleibt. mn Foto: Nonnenmacher Heisterbachstraße 1 · 50939 Köln · Fon (0221) 420 11 11 www.veedel-pflegedienst.de Pflege dein Veedel - seit 1994 - Medizinische Versorgung Körperpflege Hauswirtschaft Betreuung Beratung 9 INkunst LEBEN DIE KINDER AUS DER KITA ST. NIKOLAUS Sehr schön war, dass sich auch die Kinder der Kindertagesstätte St. Nikolaus an der Kunst im Carrée beteiligten. Auch hier war die Leidenschaft für den Kölner Dom nicht zu übersehen. „Die hätten den ersten Platz auf jeden Fall verdient“, meinte auch die kunstbegeisterte Tochter unserer Fotografin Sonja Hoffmann. sh CARMEN GRAU BEI ELSE FASHION Die farbenfrohen Bilder passten sehr gut in das Else-Fashion-Ambien- te. Die Künstlerin verarbeitet ihre große Leidenschaft zum Kölner Kar - neval. Hier im Bild eine tanzende Karnevalsprinzesssin mit Krokodil im Hintergrund. sh Foto: Hoffmann Foto: Hoffmann CASPAR REUTER BEI VOLKSBANK Caspar Reuter hält in der Volksbank Köln - Bonn eG einen ungewöhnlichen Roadtrip in die Domstadt fest. Bei seinen Werken schaut man besser zweimal hin: Ein Abbild der Wirklichkeit oder doch nur Fake? td Schonen Sie Ihren Rücken. Bringen Sie Bewegung in Ihren Büroalltag. Mit unseren höhenverstellbaren elektromotorischen Schreibtischen. STEHT DIR GUT! Foto: adobe.stock.com/Andrey Popov Oskar-Jäger-Str. 117 - 123 · 50825 Köln · Tel. 02 21 / 95 44 79-0 topbueromoebel.com Mo. - Fr. 9 - 18 Uhr • Sa. 11 - 16 Uhr • Parkplätze direkt vor der Tür Entspannt auswählen. Beratung genießen. Bequem liefern lassen. Kölns größter Bürofachmarkt mit 200 m 2 Drehstuhlladen. Foto: Dahl Resumée 22. kunst im carrée 2024 56 Kunst- und Galerie-Standorte + 1 Kulturbühne (3 Musiker und 1 Literatin) + 5 Aktions-Standorte - musikalischer Rahmen Eröffnung - Get-Together - open-Air-Ausstellung mit Ausschank Weinschmeckerei - Orgelkonzert - Midissage impact café Lyrik 3 Literaten + Jazz (3 Musiker) - Finissage = Marché deluxe (30 Künstler) - Lesung von Gerda Laufenberg und Jazz-Garden Abschlusskonzert 6(Pers.) + Joachim Romes - insgesamt waren 88 Künstler im Einsatz! - 6 Literaten - 14 Musiker Das erweiterte Rahmenprogramm: (alles wurde realisiert) - 1 Kulturbühne (Musik und Literatur und 4 Stunden Programm) - 1 Open-Air Ausstellung Kunst-bulli von Silke Ferber > positive Resonanz - 1 Standorte marché deluxe – Kunst- und Designmarkt - Walking Acts zum Literarischen Kunst-Spaziergang am Eröffnungs-Sonntag mit literarischen Einlagen von Joachim Romes - 2 Sonderausstellungen > mit deutlich mehr Werken und zusätzlichem Programm machen den Kunst-Spaziergang noch interessanter - 4 Kunst-Spaziergänge und 3 private Rundgänge mit Kunst-Insteressierten (GEDOK, Frauen-Kulturkreis, Senioren-Netzwerk - Eintritt frei) - Kinder-Kunst-Aktion - Einbeziehung der Galerien und weiterer Kulturstandorte ins Programm - Einbeziehung der Kirche St. Nikolaus mit Orgelkonzert - Kooperation mit Heliosschule an 2 Standorten und mit 2x Kindergarten St. Nikolaus und St. Karl Borromäus Kooperation mit der Rheinischen Musikschule für das Rahmenprogramm bei der Eröffnung - Finissage-Programm mit Signierstunde, Lesung und Kunst-Spaziergang  Insgesamt ca. 25 Verkäufe von Kunstwerken (!)  Sehr gute und qualifizierte Presseberichterstattung im Vorfeld  gute Vernetzung im Veedel begründet, es wurde von Seiten der Schule und Kindergarten signalisiert, dass man gerne weiter dabei wäre  durchgängig wirklich schöne Kunst (Galerie-)Fenster  Fahnen und Plakate gut positiv: - Musik lockt Leute an - Finissage und Midissage waren gut besucht - Get To gether sorgt für eine gute Stimmung bei den Künstlern - Einbindung von Ateliers und Galerien führt zu einer weiteren Vernetzung und Qualitätssteigerung - Musiker wollen gerne wieder mit machen Kölner Stadt-Anzeiger 23 Oktober. 2023 Retailbericht Köln 2019/2020 powered by 02 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 Einkaufsstraßen in Köln Sülzburgstraße Breite Straße Apostelnstraße Venloer Straße Neusser Straße Neusser Straße Eigelstein Kaiser-Wilhelm-Ring Aachener Straße Dürener Straße Zülpicher Straße Frankfurter Straße Pfeilstraße Maastrichter Straße Hohenzollernring Aachener Straße Friesenwall Hohenstaufenring Mittelstraße Ehrenstraße Zülpicher Straße Berrenrather Straße Höninger Weg Goltsteinstraße Hauptstraße Deutzer Freiheit Kalker Hauptstraße Gürzenichstraße Severinstraße Bonner Straße conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 03 Zahlen und Fakten Passantenfrequenzmessungen 2019 Ehrenstraße Gürzenichstraße Hohenzollernring (Rudolfplatz) Breite Straße Eigelstein Kalker Hauptstraße Neusser Straße Sülzburgstraße Deutzer Freiheit Neusser Straße Bonner Straße Venloer Straße Severinstraße Hohenzollernring (Friesenplatz) Hohenstaufenring Zülpicher Straße Mittelstraße Aachener Straße Frankfurter Straße Hauptstraße Dürener Straße Kaiser-Wilhelm-Ring Apostelnstraße Aachener Straße Berrenrather Straße Maastrichter Straße Friesenwall Zülpicher Straße Höninger Weg Goltsteinstraße Pfeilstraße Dellbrücker Hauptstraße Bahnhofstraße Platzierung Straße Stadtteil Frequenz* (1.Stunde) Frequenz* (2.Stunde) Summe Ø-Frequenz* 2.460 2.280 2.304 2.196 2.520 2.088 1.992 1.932 1.848 1.752 1.776 1.464 1.368 1.308 1.284 1.392 1.380 1.164 1.176 1.104 984 1.044 936 1.044 924 816 756 648 564 528 552 540 168 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 2.370 2.334 2.214 2.202 2.028 1.998 1.878 1.800 1.800 1.680 1.626 1.524 1.428 1.380 1.362 1.278 1.260 1.248 1.212 1.128 1.050 1.008 978 924 858 840 738 690 636 570 534 498 186 4.740 4.668 4.428 4.404 4.056 3.996 3.756 3.600 3.600 3.360 3.252 3.048 2.856 2.760 2.724 2.556 2.520 2.496 2.424 2.256 2.100 2.016 1.956 1.848 1.716 1.680 1.476 1.380 1.272 1.140 1.068 996 372 *Passanten pro Stunde Altstadt-Nord Altstadt-Nord Neustadt-Süd Altstadt-Nord Altstadt-Nord Kalk Nippes Sülz Deutz Neustadt-Nord Neustadt-Süd Ehrenfeld Altstadt-Süd Neustadt-Nord Neustadt-Süd Neustadt-Süd Altstadt-Nord Neustadt-Süd Mülheim Rodenkirchen Lindenthal Neustadt-Nord Altstadt-Nord Braunsfeld Sülz Neustadt-Süd Altstadt-Nord Sülz Zollstock Bayenthal Altstadt-Nord Dellbrück Porz 2.280 2.388 2.124 2.208 1.536 1.908 1.764 1.668 1.752 1.608 1.476 1.584 1.488 1.452 1.440 1.164 1.140 1.332 1.248 1.152 1.116 972 1.020 804 792 864 720 732 708 612 516 456 204 04 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 Vergleichstabelle Vorjahre Ehrenstraße Gürzenichstraße Hohenzollernring (Rudolfplatz) Breite Straße Eigelstein Kalker Hauptstraße Neusser Straße Sülzburgstraße Deutzer Freiheit Neusser Straße Bonner Straße Venloer Straße Severinstraße Hohenzollernring (Friesenplatz) Hohenstaufenring Zülpicher Straße Mittelstraße Aachener Straße Frankfurter Straße Hauptstraße Dürener Straße Kaiser-Wilhelm-Ring Apostelnstraße Aachener Straße Berrenrather Straße Maastrichter Straße Friesenwall Zülpicher Straße Höninger Weg Goltsteinstraße Pfeilstraße Dellbrücker Hauptstraße Bahnhofstraße Altstadt-Nord Altstadt-Nord Neustadt-Süd Altstadt-Nord Altstadt-Nord Kalk Nippes Sülz Deutz Neustadt-Nord Neustadt-Süd Ehrenfeld Altstadt-Süd Neustadt-Nord Neustadt-Süd Neustadt-Süd Altstadt-Nord Neustadt-Süd Mülheim Rodenkirchen Lindenthal Neustadt-Nord Altstadt-Nord Braunsfeld Sülz Neustadt-Süd Altstadt-Nord Sülz Zollstock Bayenthal Altstadt-Nord Dellbrück Porz Straße Stadtteil Ø-Frequenz* Trend zu 2018 Ø-Frequenz* Trend zu 2016 Ø-Frequenz* 2019 2018 2016 2.370 2.334 2.214 2.202 2.028 1.998 1.878 1.800 1.800 1.680 1.626 1.524 1.428 1.380 1.362 1.278 1.260 1.248 1.212 1.128 1.050 1.008 978 924 858 840 738 690 636 570 534 498 186 gestiegen gestiegen gestiegen gestiegen gestiegen gestiegen gestiegen gestiegen gestiegen gestiegen leicht gestiegen leicht gesunken gestiegen gesunken gestiegen gestiegen leicht gesunken gestiegen gesunken gestiegen gestiegen gestiegen leicht gesunken gestiegen leicht gesunken gestiegen leicht gestiegen gestiegen leicht gesunken gestiegen gesunken gesunken gesunken gesunken k. A. leicht gesunken gesunken leicht gestiegen gesunken leicht gestiegen stagniert stagniert leicht gesunken gestiegen gestiegen stagniert leicht gesunken gesunken leicht gesunken leicht gesunken leicht gestiegen gestiegen gesunken leicht gestiegen gesunken leicht gesunken leicht gesunken leicht gesunken gesunken gestiegen gestiegen leicht gesunken leicht gestiegen gesunken k. A. gesunken 2.184 k. A. 964 2.220 725 1.667 1.822 872 713 1.192 996 1.396 1.107 892 814 687 1.372 819 649 1.781 720 722 1.021 497 839 1.059 420 413 756 312 1.255 k. A. 1.079 1.663 2.236 937 1.343 800 1.345 1.896 871 731 936 1.277 1.744 1.113 818 496 606 1.348 891 1.737 602 821 627 999 424 655 532 680 618 717 354 637 670 551 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 05 Köln Retailmarkt Frequenzzählung Die Stadt Köln ist mit 1.090 Einwohnern (Stand 31.12.2018, Quelle: Stadt Köln) die viertgrößte Stadt in Deutschland. Die Kölner Innenstadt, Lindenthal und Mülheim sind die einwohnerstärksten Stadtbezirke. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist 2018 mit 578.200 (Vorjahr 2017: 533.600) ebenfalls angestiegen (Stand 30.09.2018; Quelle: Stadt Köln). Die Arbeitslosenzahl ist im Jahresverlauf, mit 43.595 Arbeitslosen (Dezember 2018: 48.473), deutlich gesunken. Die Studie wurde am Freitag, den 05.07.2019 bei bewölktem Wetter und einer Temperatur von ca. 23 Grad durchgeführt. Gemessen wurde an 33 Einkaufsstraßen in B-Lage (Konsum- und Niveaulagen in der Innenstadt und Stadtteillagen) zwischen 12 Uhr und 14 Uhr. Aus dem Ergebnis der zwei Stunden wurde sowohl ein Mittelwert als auch ein Ranking gebildet. FaktenKurzgefasst Der Mieterbesatz, der in dieser Studie betrachteten Stadtteillagen und B-Lagen, besteht überwiegend aus lokalen Ladenbetreibern (z. B. Friseure, Apotheken, Bekleidungsgeschäften, Kioskbetriebe, Gastronomiebetriebe usw.) und Filialisten aus dem Lebensmittel- und Drogeriebereich (z. B. dm oder REWE). Die höchs- te Passantenfrequenz konnte auf der Ehrenstraße (2.370 Passanten/ Stunde) gemessen werden. Darauf folgen die beliebten Stadtteillagen Gürzenichstra- ße (2.334 Passanten/ Stunde), Hohenzollernring (2.214 Passanten/ Stunde), die Breite Straße (2.202 Passanten/ Stunde) sowie der Eigelstein (2.028 Passanten/ Stunde). Vervollständigt wird die TOP 10 in unserem Bericht durch die Kalker Hauptstraße (1.998 Passanten/ Stunde) und Neusser Straße (1.878 Passanten/ Stunde) auf Platz 7 bzw. 8 sowie die Sülzburgstraße (1.800 Passanten/ Stunde) auf Platz 9, die Deutzer Freiheit (1.800 Passanten/ Stunde). Den Schluss macht die Neusser Straße mit Platz 10, welche in unserem Ranking zweimal vertreten ist (1.680 Passanten/ Stunde). Ihre Entscheidung: A- oder B-Lage: Im Vergleich zu den Stadtteillagen und B-Lagen, bieten die 1A-Lagen durch den Branchenmix an internationalen und nationalen Filialisten natürlich eine hohe Anziehungskraft und somit wesentlich höhere Passantenströme mit zum Teil über 10.000 Passanten je Stunde (z. B. Hohe Straße und Schildergasse). Auf der anderen Seite sind die Mieten in diesen Lagen um ein vielfaches höher. Für einige Nutzer, insbesondere Einzelhandels- und Gastronomiebetreiber mit ausgefallenen Konzepten, kann der ideale Mix aus Frequenz und Kundengruppe deutlich besser sein, als der stumpfe Blick auf die Passantenströme. Neueröffnungen Innenstadt 2019 Dyson Demo Store (Hohe Straße 52) Edited-Fashion Shop (Ehrenstraße 29) Arket (Ehrenstraße 29) Søstrene Grene (Breite Straße 80-90) Teufel Store (Hohe Straße 41-45) Yves Delorme Boutique (Mittelstraße 42) Smyths Toys Superstore (Breite Straße 80-90) Sephora (Schildergasse 41-45) Coa (Friesenplatz 2) Remos (Aachener Straße 21) Wilma Wunder (Friesenstraße 82) Coyacan (Friesenstraße 80) Einwohner (in Tsd.) Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (in Tsd.) Arbeitslosenquote (in %) Einzelhandelsrelevanter Kaufkraftindex Umsatzkennziffer Zentralitätskennziffer Übernachtungsanzahl (in Mio.) 1.090 578 8,06 107,0 120,5 112,8 5,77 06 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 Lagebeschreibung Die Ehrenstraße liegt bei unserem diesjährigen Ranking mit einer Frequenz von 2.370 Passanten pro Stunde auf Platz 1. Die Frequenz ist im Vergleich zum letz- ten Jahr stark gestiegen. Dies macht sehr deutlich, dass die Ehrenstraße bei vielen Passanten weiterhin eine sehr wichtige Stellung einnimmt. Sie befindet sich inmitten des Shoppingrundlaufs der City, zwischen der Breite Straße und dem Hohenzollernring. Der Einzelhandelsbesatz der Ehrenstraße besteht über- wiegend aus Filialisten aus den Bereichen Textil, Elektronik sowie Kosmetik. Insbesondere Unternehmen wie „Weekday“, „& Other Stories“ oder „COS“ locken tagtäglich eine Vielzahl von Besuchern. Mit der Neueröffnung von „Arket“ in der ehemaligen „Zara“ Filiale auf der Ehrenstraße 14-16, wird in diesem Jahr ein weiterer Textilhändler dazukommen. Als Kundengruppen sind überwiegend die Mittelschicht sowie die gehobene Mittelschicht als auch viele Studenten und junge Menschen zu erkennen. Nicht nur Textil- sondern auch Kosmetikhändler wie „Rituals“ und „MAC Cosmetics“, sorgen für einen gesunden Ausgleich in Hinblick auf verschiedene Handelsgüter. Ehrenstraße Altstadt-Nord Highlights 01 YAYA 02 Tigha 03 Rituals 04 LFDY 05 Pick & Weight Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Ehrenstraße 31) 2.184 1.663 2.370 Detailkarte Friesenwall Alte Wallgasse Pfeilstraße Ehrenstraße Ehrenstraße Apostelngasse Große Brinkgasse Benesisstraße 04 01 03 02 05 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 07 Lagebeschreibung Die Gürzenichstraße wurde in unserem diesjährigen Retailbericht zum zweiten Mal berücksichtigt und sichert sich umgehend Platz 2 unseres Rankings. Mit einer Kundenfrequenz von durchschnittlich 2.334 Passanten pro Stunde liegt die Gürzenichstraße deutlich vor der Aachener Straße (Neustadt Süd, Platz 18) der meist besuchten Straßen. Dies liegt unter anderem an der Nähe zu den absoluten 1 A-Lagen Kölns, der Schildergasse und der Hohe Straße, die sich bis zum Kölner Hauptbahnhof und dem Wahrzeichen der Stadt, dem „Kölner Dom“, erstreckt. In dem Gürzenich Quartier befinden sich unter anderem der „ST. GEORGE“-Store sowie eine „Kamps“-Bäckerei und ein „L ’Osteria“- Restaurant, welche zusätzlich nochmals für einen hohen Kundenzuwachs sorgen. Für weitere Besucher sorgen die bekannten Filialisten „dm“, „Hard Rock Café“ sowie „Starbucks“, die auch gleichzeitig jüngeres Publikum anziehen. Des Weiteren fungiert die Gürzenichstraße als Verbindung zwischen den Einkaufs- straßen und dem beliebten Heumarkt, der ein außergewöhnlich großes gastro- nomisches Angebot bietet. Gürzenichstraße Altstadt-Nord Highlights 01 BUTLERS 02 dm 03 Hard Rock Café Köln 04 Starbucks 05 Saturn Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Gürzenichstraße 21 a-c) Keine Auswertung 2.236 2.334 05 Pipinstraße Augustinerstraße Gürzenichstraße Heumarkt Heumarkt Deutzer BrückeGroße Sandkaul 04 01 01 03 01 01 02 Detailkarte 08 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 Natürlich dürfen auch die Kölner Ringe im Bereich der Innenstadt nicht in unse- rem Retailbericht fehlen. Die höchste Frequenz an den Kölner Ringen weist der Abschnitt zwischen Rudolfplatz und Palmstraße auf. Mit einer durchschnittlichen Kundenfrequenz von 2.214 Passanten pro Stunde steigt der Standort im Vergleich zu 2018 (durchschnittlich 937 Passanten pro Stunde) rapide an. Dies könnte an der vielfältigen Auswahl an Gastronomiebetrieben liegen, wie zum Beispiel an dem indischen Streetfood-Konzept „eatDOORI“ sowie dem italienischen Konzept ,,Adaccio“. Besonders die Burger Konzepte „Hans im Glück“, „Marx & Engels – Die Burgergesellschaft“ sowie das „Spencer & Hill“, mit seinen traditionellen italienischen Speisen in modernsten Räumlichkeiten, ziehen viele Kunden an. Zusätzlich fungieren „REWE City“, „BUTLERS“ und „dm“ als weitere Frequenz- bringer. Aufgrund der Nähe zur Ehrenstraße profitiert der Hohenzollernring auch von einer Vielzahl an Shoppingtouristen. Die Erreichbarkeit mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist nahezu perfekt. Zudem ist erkennbar, dass die Frequenz an diesem Standort in den Abendstunden förmlich explodiert, da es sich um eine beliebte Ausgehmeile handelt. Als Kundengruppe lässt sich die Mittelschicht erkennen. Insbesondere in den Abendstunden ist ein überwiegender Anteil an jungen Menschen zu erkennen. Lagebeschreibung Hohenzollernring Rudolfplatz Highlights 01 REWE City 02 dm 03 Café Il Barista 04 BUTLERS 05 Spencer & Hill Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Hohenzollernring 20) 964 937 2.214 Detailkarte Hohenzollernring Hahnenstraße Maastrichter Straße Hohenzollernring 04 01 03 02 05 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 09 Im Vergleich zum letzten Jahr ist die Frequenz in der Breite Straße deutlich gestiegen. Mit durchschnittlich 2.202 Besuchern pro Stunde (2018: 1.343 Besuchern pro Stunde) zählt sie zu den TOP 10 unseres Rankings. Die Breite Straße befindet sich inmitten des Shoppingrundlaufs der City, zwischen der Hohe Straße sowie der Ehrenstraße und ist daher bestens erreichbar. Der Einzelhandelsbesatz der Breite Straße besteht überwiegend aus Filialisten der Bereiche Textil, Elektronik, Warenhäuser, Bäckereien usw. Als Magneten wirken das „Karstadt“ Warenhaus, „Urban Outfitters“ oder auch der „REWE“ Markt in den Opern Passagen. Neueröffnungen wie „Decathlon“ im Quincy (Breite Straße 80-90) und „EXKI“ (Breite Straße 1) in den Opern Passagen zählen ebenfalls zu den Magnetfilialen. Des Weiteren sind Läden wie „Søstrene Grene“ oder „Smyths Toys Superstore“ im DuMont-Carré dazu gestoßen, was auf eine vielfältige und belebte Straße hinweist. Das gastronomische Angebot wurde ebenfalls durch die Neueröffnung von „Café Extrablatt“ (Breite Str. 98) erweitert. Als weitere Kundengruppen sind überwiegend die Mittelschicht sowie die gehobene Mittelschicht erkennbar. Lagebeschreibung Breite Straße Altstadt-Nord Highlights 01 Karstadt 02 Decathlon 03 REWE 04 Zalando-Outlet 05 Rossmann Frequenz 2016: 2018: 2019: 2.202 (Messpunkt: Breite Straße 100) 2.220 1.343 Detailkarte Breite Straße Auf dem Berlich Breite Straße Breite Straße Glockengasse 04 01 03 02 05 10 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 Der Eigelstein befindet sich im Kölner Stadtteil Altstadt-Nord, mitten im soge- nannten „Eigelstein-Viertel“, welches neben dem Severinsviertel zu den ursprüng- lichsten „Veedeln“ der Stadt Köln zählt. Mit einer durchschnittlichen Frequenz von 2.028 Passanten pro Stunde liegt dieser Wert deutlich über dem aus 2018 (durch- schnittlich 800 Passanten pro Stunde). Die hohe Passantenfrequenz ist neben dem guten Mix aus Einzelhandel und Gastronomie auch auf die gute Erreichbarkeit des Standortes zurückzuführen. Im Norden beginnt der Eigelstein am Ebertplatz und im Süden endet er an der Kreuzung Turiner Straße, nur wenige Meter vom Kölner Hauptbahnhof entfernt. Die Anbindung an den ÖPNV sowie das DB-Netz ist daher hervorragend. Als Kundenmagneten sind die Einzelhändler „REWE“, „dm“ und „PENNY-Markt“ sowie die Gastronomiebetriebe, wie z. B. „Freddy Schilling“, „Ristorante Rossini“ und das an den Eigelstein angrenzende „Café Extrablatt“ zu nennen. Insbesondere der mit zahlreichen Gastronomiebetrieben bestückte Platz vor der Eigelsteintorburg lädt die Kunden zum Verweilen ein. Zudem hatte die „Privatbrauerei Gaffel Becker & Co. OHG“ seit 1908 ihren Brauereisitz in der Hausnummer 41, jedoch zog man mit der Produktion inzwi- schen vollständig an den neuen Braustandort in Köln-Porz um. Die Mittelschicht ist die am stärksten vertretene Kundengruppe an diesem Standort. Lagebeschreibung Eigelstein Altstadt-Nord Highlights 01 REWE 02 dm 03 KODi 04 Freddy Schilling 05 Café Extrablatt Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Eigelstein 80) 725 800 2.028 05 01 03 02 04 Detailkarte Eigelstein Weidengasse Lübecker Straße Dagobertstraße conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 11 Lagebeschreibung Im Vergleich zu einer durchschnittlichen Frequenz von 1.345 Passanten pro Stunde in 2018, hat die Kalker Hauptstraße dieses Jahr wieder deutlich an Zuwachs gewonnen. Mit einer Passantenfrequenz von 1.998 Passanten pro Stunde ist dieser Wert deutlich höher als letztes Jahr. Dies ist hauptsächlich auf die positive Entwicklung des Stadtteils Kalk zurückzuführen, welcher für Bewohner, Büronutzer und Einzelhändler immer attraktiver wird. So konnten am Deutzer Feld, in unmittelbarer Nähe zur Kalker Hauptstraße, zahlreiche Neubauprojekte (sowohl Wohn- als auch Gewerbeprojekte) entwickelt werden. Diese unterstreichen die Beliebtheit des Standortes. Als absoluter Kunden- magnet fungiert das Einkaufszentrum „Köln Arcaden“, am Anfang der Kalker Hauptstraße. Der Einzelhandelsbesatz der Kalker Hauptstraße ist zudem sehr vielfältig, weshalb alle denkbaren Sozialgruppen vorzufinden sind. Angefangen bei Discountern wie „TEDi“ und „fairstore“ findet man außerdem Drogeriemärkte wie „dm“ und „Rossmann“ an diesem Standort. Diese fungieren, ebenso wie die Neueröffnung des Kauflands (Kalker Hauptstraße 112), als Kundenmagnete. Kalker Hauptstraße Kalk Highlights 01 Köln Arcarden 02 TEDi 03 Kaufland 04 Rossmann 05 BackWerk Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Kalker Hauptstraße 113) 1.667 1.345 1.998 Kalker Hauptstraße Kalker Hauptstraße Kalk-Mülheimer-Straße Rolshover Straße Sieverstraße 04 01 03 02 05 Detailkarte 12 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 Auch in diesem Jahr zählt die Neusser Straße zu den beliebtesten Stadtteil- lagen unserer Frequenzmessung. Mit einer Besucherzahl von 1.878 Passanten pro Stunde, befindet sich die Neusser Straße in unserem Ranking im vorderen Mittelfeld. Dies ist zum einen auf den guten Mietermix und zum anderen auf die Bedeutung der Neusser Straße für die Bewohner des Kölner Nordens (Stadtbe- zirk Nippes) zurückzuführen. Neben zahlreichen Einzelhandelsbetrieben aus den Bereichen Lebensmittel, Drogerie und Textil gibt es auch ein vielfältiges Angebot an Gastronomie. Darüber hinaus befindet sich ein „GALERIA Kaufhof“ Waren- haus in bester Lage auf der Neusser Straße. Zusätzlich fungieren ein „REWE“, ein „dm“ sowie ein „Alnatura Super Natur Markt“ als Kundenmagneten. Ein weiterer Pluspunkt der Neusser Straße ist zudem die gute Erreichbarkeit. Als Kundengruppe lässt sich die Mittelschicht erkennen. Obendrein verkehren auf der Neusser Straße auch viele junge Menschen und Studenten, da sich Nippes im Laufe der Jahre zu einem Szeneviertel entwickelt hat. Lagebeschreibung Neusser Straße Nippes Highlights 01 GALERIA Kaufhof 02 REWE 03 dm 04 Alnatura Super Natur Markt 05 Douglas Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Neusser Straße 250) 1.822 1.896 1.878 04 01 03 02 05 Neusser Straße Neusser Straße Wilhelmstraße Kempener Straße Detailkarte conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 13 Lagebeschreibung Auf Platz 8 unseres Rankings liegt die Sülzburgstraße im Kölner Veedel Sülz, mit einer durchschnittlichen Frequenz von 1.800 Passanten pro Stunde. Im Vergleich zu 2018 (durchschnittlich 871 Passanten pro Stunde) ist die Frequenz stark gestie- gen. Weiterhin dient die Sülzburgstraße neben der Berrenrather Straße und der Zülpicher Straße als Haupteinkaufsstraße für die Stadtteile Sülz und Klettenberg. Aufgrund des hervorragenden Mietermixes ist dieser Standort bereits seit Jahrzehnten beliebt und insbesondere bei Filialisten aus dem Bereich Einzel- handel sehr gefragt. Neben den beiden Drogeriemärkten „dm“ und „Rossmann“ findet der Kunde auch den Lebensmittelhändler „Aldi“ vor. Darüber hinaus gibt es auf der Sülzburgstraße Niederlassungen der Parfümerie „Douglas“ sowie der Buchhandlung „Mayersche Buchhandlung“. Beide Unternehmen sind ansons- ten fast ausschließlich in den Innenstädten Deutschlands wiederzufinden, was die Attraktivität der Sülzburgstraße nochmals unterstreicht. Weitere Frequenz- bringer sind „Kochhaus Sülz“, „Blumen Risse“ sowie „Tchibo“. Die Anbindung an das ÖPNV-Netz ist durch die nahegelegene Haltestelle „Sülzburgstraße“ mit der Linie 18 ideal – ein weiterer Pluspunkt für die Sülzburgstraße. Die nächstgelege- ne Autobahnauffahrt (A4) erreicht man über die Luxemburger Straße zudem in wenigen Fahrminuten. Als Kundengruppen lassen sich insbesondere die Mittel- schicht sowie die gehobene Mittelschicht erkennen. Sülzburgstraße Sülz Highlights 01 Douglas 02 Mayersche Buchhandlung 03 dm 04 Rossmann 05 Aldi Süd Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Sülzburgstraße 35) 872 871 1.800 Sülzburgstraße Sülzburgstraße Wittekindstraße Berrenratherstraße Emmastraße Luxemburgerstraße 04 01 03 Emmastraße 03 02 Sülzburgstraße 05 Luxemburgerstraße Detailkarte 14 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 Lagebeschreibung Die Deutzer Freiheit landet auf Platz 9 unseres Rankings. Im Vergleich zu 2018 (durchschnittlich 731 Passanten pro Stunde) ist die Frequenz mit 1.800 Passanten pro Stunde deutlich angestiegen. Ohnehin steht die Beliebtheit der Deutzer Freiheit außer Frage, was insbesondere daran zu erkennen ist, dass an diesem Standort kaum Mieterwechsel stattfinden – ein Zeichen für zufriedene Mieter. Als Kunden- magnete lassen sich – wie so oft – die Unternehmen „REWE“ und „dm“ erkennen. Ebenfalls für die Attraktivität des Standortes verantwortlich ist der Lebensmittel- händler „denn’s Biomarkt“. Die im letzten Jahr neu eröffnete „Mayersche Buch- handlung“ konnte sich gut etablieren und sorgt mit ihrer Filiale für einen weite- ren großen Kundenzuwachs. Aufgrund der guten Anbindung an das ÖPNV-Netz (Stadtbahnhaltestelle „Deutzer Freiheit“ mit den Linien 1, 7 und 9) ist es für die Kunden zudem leicht den Standort zu erreichen. Weitere Faktoren für die Attrak- tivität der Deutzer Freiheit sind die Nähe zum neu gestalteten „Rheinboulevard“, der „LANXESS Arena“ und dem „Tanzbrunnen“ sowie zum „Jugendpark Köln“ und zu den „Poller Wiesen“. Zudem zählt die Deutzer Kirmes seit Jahrzehnten zu den beliebtesten Kölner Volksfesten und lockt jährlich zahlreiche Kunden an. Als Kundengruppe lässt sich vor allem die Mittelschicht erkennen. Deutzer Freiheit Deutz Highlights 01 REWE 02 dm 03 denn‘s Biomarkt 04 Reformhaus Bacher 05 Mayersche Buchhandlung Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Deutzer Freiheit 84-86) 713 731 1.800 Detailkarte Deutzer Freiheit Deutzer Freiheit Reischplatz Gotenring Graf-Geßler-Straße Siegburger Straße Mathildenstraße 04 01 03 03 02 05 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 15 Lagebeschreibung Mit einer Frequenz von durchschnittlich von 1.680 Passanten pro Stunde schafft es die Neusser Straße im Stadtteil Neustadt-Nord in diesem Jahr erneut unter die TOP 10 der am höchst frequentierten B-Lagen Kölns. Die Frequenz rund um den Ebertplatz ist im Vergleich zum vorigen Jahr deutlich gestiegen (2018 durchschnitt- lich 936 Passanten pro Stunde), dies unterstützt unsere Prognose vom vergange- nen Jahr, dass die Neusser Straße ein sehr attraktiver Standort ist und es auch weiterhin bleiben wird. Als Frequenzbringer fungieren unter anderem der „dm“ Drogeriemarkt sowie „REWE City“. Darüber hinaus gibt es auf der Neusser Straße einige beliebte Gastronomiebetriebe, wie z. B. „Feuer & Flamme“, „Supasalad“ und „Bento Box“, die für eine gute Frequenz sorgen. Aufgrund der guten Anbindung an das ÖPNV-Netz ist die Neusser Straße für Kunden und Besucher problemlos erreichbar, was sicherlich eine weitere Ursache für die Beliebtheit des Standortes ist. Als Kundengruppe lässt sich hauptsächlich die Mittelschicht erkennen. Neusser Straße Neustadt-Nord/ Agnesviertel Highlights 01 REWE City 02 dm 03 Feuer & Flamme 04 Supasalad 05 BENTO BOX Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Neusser Straße 2) 1.192 936 1.680 Neusser Straße Schilling Straße Theodor-Heuss-Ring Balthasarstraße Weißenburgstraße 04 01 03 02 Balthasarstraße 05 Theodor-Heuss-Ring Detailkarte 16 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 Lagebeschreibung Ein weiterer beliebter Standort ist die Bonner Straße, im Stadtteil Neustadt-Süd. Die dort gemessene Passantenfrequenz liegt bei 1.626 Passanten pro Stunde. Der fre- quenzstärkste Bereich der Bonner Straße beginnt am Chlodwigplatz und endet an der Kreuzung Bonner Wall. Die Bonner Straße mündet am Ende in den Kölner Ver- teilerkreis sowie der Zufahrt zu den Autobahnen A555 und A4. Die gute Anbindung an das Autobahnnetz und die Verbindung zum Chlodwigplatz sind beides aus- schlaggebende Faktoren für die hohe Kundenfrequenz. Aufgrund seines Flairs zählt dieser Standort zudem seit Jahren zu den beliebtesten Ecken Kölns. Insbesondere die Vielfalt an Gastronomiebetrieben rund um den Chlodwigplatz und der Bonner Straße tragen stark zur hohen Kundenfrequenz bei. Als Kundenmagnete fungie- ren beispielsweise das Burger Konzept „Die fette Kuh“, das neapolitanische Pizza- konzept „485 Grad“, „Sushi Ninja“ sowie das außergewöhnliche Cornflakes Konzept „Flakes Corner“. Das außergewöhnliche Angebot an Gastronomiebetrieben wurde zudem um das Konzept „Mangal-LP10“ von Lukas Podolski erweitert. Weitere Frequenzbringer sind „REWE City“ und „Bierlager“, ein Craft Beer Store mit riesiger Auswahl. Die erkennbare Kundengruppe ist hauptsächlich die Mittel- schicht. Des Weiteren verkehren zahlreiche junge Menschen in diesem Veedel. Bonner Straße Neustadt-Süd Highlights 01 Die fette Kuh 02 REWE City 03 Mangal X LP10 04 Coffee Fellows 05 Sushi Ninja Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Bonner Straße 13) 996 1.277 1.626 Detailkarte Bonner Straße Bonner Straße Rolandstraße Elsastraße Kurfürstenstraße 04 01 03 03 02 05 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 17 Lagebeschreibung Bereits seit einigen Jahren erfährt die Venloer Straße eine große Beliebtheit. Im Jahr 2018 wurde eine durchschnittliche Passantenfrequenz von 1.744 gemessen. So liegt der Wert in diesem Jahr mit 1.524 etwas darunter. Die Venloer Straße gilt damit weiterhin als ein sehr attraktiver Standort, sowohl für Einzel- händler als auch für Gastronomiebetriebe. Jährlich eröffnen auf der Venloer Straße zahlreiche neue Konzepte. Darüber hinaus fungieren die Drogeriemarkt- Größen „dm“ und „Rossmann“ sowie die Lebensmitteleinzelhändler „REWE“ und „denn’s Biomarkt“ als Frequenzbringer. Auf der anderen Straßenseite gelegen, sorgt der ,,Alnatura Super Natur Markt‘‘ für einen gewissen Ausgleich in Bezug auf die große Auswahl an Biolebensmittelmärkten. Durch zahlreiche künftige Neubauprojekte, wie z. B. die Entwicklung des „Heliosgeländes“, wird der Standort Ehrenfeld auch in Zukunft an Attraktivität gewinnen. Venloer Straße Ehrenfeld Highlights 01 Alnatura Super Natur Markt 02 REWE 03 dm 04 Rossmann 05 Fielmann Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Venloer Straße 369) 1.396 1.744 1.524 Gutenbergstraße Venloer Straße Venloer Straße Körnerstraße Rothehausstraße Sömmeringstraße Ehrenfeldgürtel Neptunstraße Venloer Straße 04 01 Venloer Straße 03 02 05 Gutenbergstraße Gutenbergstraße Detailkarte 18 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 Die Severinstraße im Stadtteil Neustadt-Süd mit einer durchschnittlichen Frequenz von 1.428 Passanten pro Stunde hat es leider nicht unter die Top 10 der beliebtesten B-Lagen Kölns geschafft. Im Vergleich zum Vorjahr (durchschnittlich 1.113 Passan- ten pro Stunde) ist die Frequenz an diesem Standort trotzdem stark angestiegen, was die Attraktivität des Standortes unterstreicht. Die Severinstraße, welche an der Severinstorburg beginnt und an ihrem Ende in den Waidmarkt mündet, fungiert als Haupteinkaufsstraße für die Kölner Südstadt. Die Abschnitte unmittelbar hinter der Severinstorburg sowie zwischen der Jakobstraße und der Landsbergstraße sind die vermeintlich am höchst frequentiertesten Bereiche dieses Standortes. Aufgrund des vielfältigen Angebotes an Einzelhandels- und Gastronomiebetrieben erfährt die Severinstraße seit Jahrzehnten eine große Beliebtheit. Als Kundenmagnete lassen sich „REWE City“ und „dm“ identifizieren. Durch die Neueröffnungen des „Alnatura Super Bio Marktes“ (Severinstraße 35-37) sowie von „Amei Food Culture“ (Severinstraße 111) konnte der Standort sein großes Angebot an Lebensmitteln erweitern. Zudem hat NKD durch die Vermittlung von Larbig & Mortag in 2019 eine neue Filiale (Severinstraße 113) bezogen. Die Nähe zum Rhein und zur Innenstadt sowie die gute Anbindung an das ÖPNV-Netz tragen ebenfalls stark zur Attraktivität des Standortes bei. Des Weiteren zählt die Südstadt zu den beliebtesten Wohnlagen Kölns, sicherlich ein zusätzlicher Faktor für die hohe Passantenfrequenz. Lagebeschreibung Severinstraße Altstadt-Süd Highlights 01 NKD 02 dm 03 REWE City 04 Casita Mexicana 05 Alnatura Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Severinstraße 35) 1.107 1.113 1.428 04 01 03 02 05 Detailkarte Achterstraße Severinstraße Landsbergerstraße Jakobstraße An St. Magdalenen conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 19 Lagebeschreibung Mit einer durchschnittlichen Kundenfrequenz von 1.380 Passanten pro Stunde liegt der Abschnitt Palmstraße bis Friesenplatz des Hohenzollernrings auf Platz 14 unseres Rankings. Im Vergleich zu 2018 (durchschnittlich 818 Passanten pro Stunde) steigt die Frequenz deutlich. Auch an diesem Standort überwiegen die Gastronomiebetriebe. Beliebte Anlaufstellen sind z. B. „Starbucks“ und „SAUSA- LITOS“ sowie die Neueröffnungen „Wilma Wunder “(Friesenstraße 28) und „Coya- can“(Friesenstraße 80), die das ohnehin schon große Gastronomieangebot noch- mals erweitern. Die Frequenzbringer aus Sicht der Einzelhändler sind in diesem Bereich insbesondere der Drogeriemarkt „dm“ und der bekannte Second- Hand-Store „Vintage & Rags“. Spannend bleibt die Frage, wie sich die Immobi- lienentwicklungen am Friesenplatz (Friesenplatz 2, Hohenzollernring 70 und Hohenzollernring 79-89) auf die Passantenfrequenzen auswirken. conceptstories geht von einem starken Zuwachs aus. Die Anbindung an das ÖPNV-Netz ist am Friesenplatz genauso ausgezeichnet wie am Rudolfplatz. Daher ist es für die Kunden ein Leichtes, diesen Standort zu erreichen. Auch hier ist anzumerken, dass die Frequenz an diesem Standort in den Abendstunden förmlich explodiert. Als Kundengruppe lässt sich die Mittelschicht erkennen. Hohenzollernring Friesenplatz Highlights 01 Coyacan 02 SAUSALITOS 03 Wilma Wunder 04 dm 05 Starbucks Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Hohenzollernring 72) 892 818 1.380 Detailkarte Hohenzollernring Hohenzollernring Magnusstraße 05 01 03 02 04 05 HohenstaufenringHohenstaufenring Engelbertstraße Lindenstraße Zülpicher Platz SchaafenstraßeSchaevenstraße 20 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 Lagebeschreibung Der Hohenstaufenring gilt neben dem Kaiser-Wilhelm-Ring als die Möbelmeile Kölns und darf daher in unserem Retailbericht nicht fehlen. Mit einer diesjähri- gen durchschnittlichen Kundenfrequenz von 1.362 Passanten pro Stunde landet der Standort auf Platz 15 unseres Rankings. Dieser Wert liegt deutlich über der Kundenfrequenz von 2018 (durchschnittlich 496 Passanten pro Stunde). Neben den bekannten Größen des exklusiven Möbelhandels wie z. B. „WHO’S PERFECT“, „Pfannes & Virnich“, „Ligne Roset“ usw. konnten sich in den vergangenen Jahren auch einige andere Konzepte an diesem Standort etablieren. So konnte Larbig & Mortag Immobilien in diesem Jahr das angesagte Skandinavische Möbelkon- zept ,,Sofa Company“ im Hohenstaufenring 42 unterbringen. Es ist nach Berlin, Hamburg und München die vierte Filiale des Unternehmens in Deutschland. Weitere Frequenzbringer am Hohenstaufenring sind zudem die Lebensmittel- einzelhändler „REWE“ und „REWE City“ am Zülpicher Platz sowie „LIDL “ (Habsburgerring 2) am Rudolfplatz. Die ideale Anbindung an das ÖPNV-Netz ist mit Sicherheit ein weiterer Grund für die hohe Passantenfrequenz. Wie bei allen angegebenen Standorten rund um den Rudolfplatz ist davon auszugehen, dass auch der Hohenstaufenring mit Fertigstellung der beiden Neubauprojekte an diesem Standort weiter an Frequenz hinzugewinnen wird. Erkennbare Kunden- gruppen sind die Mittelschicht und die gehobene Mittelschicht. Hohenstaufenring Neustadt-Süd Highlights 01 REWE 02 WHO‘S PERFECT 03 SofaCompany 04 BoConcept Köln 05 WonderWaffel Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Hohenstaufenring 30) 814 496 1.362 Zülpicher Platz Detailkarte 04 01 04 03 02 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 21 Lagebeschreibung Die Zülpicher Straße im Stadtteil Neustadt-Süd befindet sich mit einer durch- schnittlichen Frequenz von 1.278 Passanten pro Stunde auf Platz 16 unseres Rankings und ist dadurch im Vergleich zu 2018 (durchschnittliche Passantenfre- quenz pro Stunde: 606) rapide gestiegen. Der Mieterbesatz an diesem Standort besteht zudem hauptsächlich aus Gastronomiebetrieben, weshalb die Passan- tenfrequenz in den Abendstunden deutlich höher ist als tagsüber. Als Frequenz- bringer fungieren insbesondere die Restaurants „Mango“, „Borsalino“ und „Magnus“. Durch die Eröffnung einer Filiale von „Pizza Hut“ in der Zülpicher Straße 12 sowie des Lebensmitteldiscounters „PENNY-Markt“ in der benach- barten Dasselstraße 1-29 konnte die Attraktivität des Standortes weiter ge- steigert werden. Das kultige Restaurant „bei Oma Kleinmann“ ist des Weiteren seit Jahren eine beliebte Anlaufstelle für Anwohner und Touristen. Ein weiterer Pluspunkt für die Zülpicher Straße ist die gute Anbindung an das ÖPNV- und das DB-Netz (Stadtbahnhaltestellen Zülpicher Platz (Linien 9, 12, 15), Dasselstraße (Linie 9) und der Bahnhof Süd). Als Kundengruppe lässt sich vor allem die Mittelschicht, hauptsächlich jedoch junge Menschen und Studenten, erkennen. Zülpicher Straße Neustadt-Süd Highlights 01 Mango 02 Pizza Hut 03 Borsalino 04 Magnus 05 Lenny & Pino‘s Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Zülpicher Straße 23) 687 606 1.278 Detailkarte Zülpicher Straße Zülpicher Straße Dasselstraße Heinsbergstraße Roonstraße Hohenstaufenring 04 01 03 Zülpicher Straße 02 Zülpicher Straße 05 22 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 Genauso wie in der Breite Straße und der Ehrenstraße ist auch die Passanten- frequenz in der Mittelstraße im Vergleich zum Vorjahr leicht rückgängig. Passier- ten in 2018 noch durchschnittlich 1.348 Besucher die Straße, so sind es in diesem Jahr etwas weniger Besucher (durchschnittlich 1.260 Passanten pro Stunde). Dies änderte jedoch nichts daran, dass die Mittelstraße weiterhin ein attraktiver Standort für Sozialgruppen der gehobenen Mittelschicht sowie die Oberschicht bleibt. Sie besteht überwiegend aus Filialisten aus den Bereichen Textil und Wohnungseinrichtung. Aufgrund der optimalen Lage zwischen Neumarkt und Rudolfplatz ist die Erreichbarkeit der Mittelstraße zudem ideal. Die Kunden- magnete sind, wie auch in den letzten Jahren, u. a. „APROPOS“, „LACOSTE“, „Massimo Dutti“ und „ZARA HOME“. Durch die Neueröffnung des Textilhandels ,,Yves Delorme“ (Mittelstraße 42) ist ein weiterer Kundenmagnet dazu gekom- men, welcher sich ausschließlich auf den Verkauf von hochwertigen Heimtextilien konzentriert. Lagebeschreibung Mittelstraße Altstadt-Nord Highlights 01 APROPROS 02 LACOSTE 03 Tesla 04 Shoepassion 05 Massimo Dutti Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Mittelstraße 40) 1.372 1.348 1.260 04 01 03 02 05 Detailkarte Benesisstraße Pfeilstraße Mittelstraße Mittelstraße conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 23 Mit einer durchschnittlichen Frequenz von 1.248 Passanten pro Stunde, liegt die beliebte Ausgehmeile, zwischen Rudolfplatz und Aachener Weiher auf Platz 18 des Rankings. Im Vergleich zum Vorjahr (durchschnittlich 891 Passanten pro Stunde) konnte die Aachener Straße Ihre Frequenz zudem deutlich steigern, was die Attraktivität des Standortes verdeutlicht. Die Aachener Straße hat sich in den vergangenen Jahren zu der absoluten Ausgehmeile Kölns entwickelt, noch vor der Friesenstraße und dem Hohenzollernring. Dies ist sowohl auf die exponierte Lage im Belgischen Viertel als auch auf die Vielfalt der Gastronomiebetriebe zurück- zuführen. Insbesondere die Szenerestaurants „Salon Schmitz“, „Balthasar“ sowie „Piccola L ’Orginale“ ziehen sowohl tagsüber als auch abends zahlreiche Kunden an. Darüber hinaus haben sich in den vergangenen Jahren zahlreiche weitere beliebte Gastronomiekonzepte wie z. B. „Beef Brothers“ und „The Bird“ oder auch „Burrito Rico“ erfolgreich etabliert. Durch die Neueröffnung von “Remos“ (Aachener Straße 21) ist ein weiteres Gastronomiekonzept dazu gestoßen, welches die ausgewoge- ne Restaurantauswahl auf der Aachener Straße abrundet. Ein weiterer Pluspunkt ist die gute Erreichbarkeit des Standortes mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, welche durch die Nähe zum Rudolfplatz gegeben ist. Als Sozialgruppe lassen sich die Mittelschicht und die gehobene Mittelschicht erkennen. Besonders in den Abend- stunden verkehren zudem zahlreiche junge Menschen an der Aachener Straße. Lagebeschreibung Aachener Straße Neustadt-Süd Highlights 01 Balthasar 02 Salon Schmitz 03 ZEN 04 Little Nonna 05 Remos Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Aachener Straße 12) 819 891 1.248 04 01 01 03 05 02 Detailkarte Aachener Straße Aachener Straße Lütticher Straße Brabanter Straße Hohenzollernring Brüsseler Straße Moltkestraße 24 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 Die Frankfurter Straße hat in diesem Jahr mit einer durchschnittlichen Passan- tenfrequenz von 1.212 im Vergleich zu 2018 (durchschnittliche Passantenfre- quenz pro Stunde: 1737) etwas abgenommen. Trotzdem dient der Abschnitt der Frankfurter Straße vom Wiener Platz bis zum Bahnhof Köln-Mülheim weiterhin als Haupteinkaufsstraße für den Stadtteil Mülheim. Der Standort hat eine große Bedeutung für das Viertel, zumal die Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmit- tel durch die Nähe zum Wiener Platz und zum Bahnhof Köln-Mülheim nahezu perfekt ist. Für eine gute Passantenfrequenz sorgen die Einzelhändler „dm“ so- wie „Woolworth“ am Wiener Platz. Zudem zieht das Einkaufszentrum „Galerie Wiener Platz“ mit den Ankermietern „LIDL “, „TEDi“ und „KiK“ eine Vielzahl von Kunden an. Hiervon profitiert natürlich auch die Frankfurter Straße. Die Kun- dengruppe ist ähnlich wie eine Vielzahl der Geschäfte an diesem Standort stark multikulturell geprägt. Lagebeschreibung Frankfurter Straße Mülheim Highlights 01 Galerie Wiener Platz 02 dm 03 Deichmann 04 Woolworth 05 Reformhaus Bacher Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Frankfurter Straße 18) 649 1.737 1.212 Rhodiusstraße 04 01 03 03 02 05 Frankfurter Straße Mülheimer Brücke Elisabeth-Breuer-Straße Mülheimer Brücke Detailkarte conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 25 Im Vergleich zu den Vorjahren, konnte die Hauptstraße in Rodenkirchen dieses Mal enorm an Passantenfrequenz zugewinnen. Dies liegt jedoch unter anderem daran, dass wir bei unserer diesjährigen Messung die Frequenz des Wochen- marktes am Maternusplatz in unsere Ergebnisse mit aufgenommen haben. Der diesjährige Anstieg der Passantenfrequenz wird allerdings auch auf die einla- dende Atmosphäre in Rodenkirchen zurückzuführen sein. In diesem Jahr stieg die Anzahl in der Hauptstraße auf durchschnittlich 1.128 Passanten pro Stunde. Dies bedeutet Platz 20 in unserem Ranking. Neben klassischen Einzelhändlern aus den Bereichen Lebensmittel und Drogerie finden die Besucher auch ein Angebot an Textil- und Kosmetikeinzelhändlern vor. Für die Bewohner des Stadtbezirks Rodenkirchen dient die Hauptstraße, gemeinsam mit der Maternusstraße/ Mater- nusplatz, als Haupteinkaufsstraße. Als Kundengruppen lassen sich hauptsäch- lich die gehobene Mittelschicht und die Oberschicht erkennen. Die Anbindung an das ÖPNV-Netz an diesem Standort, ist eher als schlecht zu bezeichnen. Dies ist für die gehobene Mittelschicht bzw. die Oberschicht eher unwichtig, da diese in der Regel mit dem PKW oder zu Fuß anreisen. Allerdings führt dies dazu, dass relativ wenig junge Menschen oder Studenten zu diesem Standort strömen und die Frequenz daher im Verhältnis zu einigen anderen Haupteinkaufsstraßen geringer ausfällt. Lagebeschreibung Hauptstraße Rodenkirchen Highlights 01 Aldi Süd 02 Closed 03 Sommerhof 04 dm 05 Tchibo Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Hauptstraße 106) 1.781 602 1.128 05 04 01 03 02 Detailkarte Hauptstraße Hauptstraße Maternusstraße 26 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 Mit einer durchschnittlichen Frequenz von 1.050 Passanten pro Stunde, landet die Dürener Straße im Stadtteil Lindenthal auf Platz 21 unseres Rankings. Im Vergleich zu 2018 (durchschnittlich 821 Passanten pro Stunde) war der Standort in diesem Jahr deutlich besser besucht. Nach wie vor zählt die Dürener Straße zu den beliebtesten Einkaufsstraßen für die Bewohner Kölns, insbesondere für die Bewohner Lindenthals. An diesem Standort lassen sich vor allem die Kunden- gruppen der gehobenen Mittelschicht und der Oberschicht erkennen. Die Kauf- kraft ist hier daher wesentlich höher als in vielen anderen Stadtteilen. Aufgrund der nicht optimalen Anbindung an das ÖPNV-Netz, reist eine Vielzahl der Besucher mit dem PKW an, was an diesem Standort am häufigen „Parken in zweiter Reihe“ zu erkennen ist. Als Kundenmagneten fungieren neben den Lebensmittelhänd- lern „REWE“, „EDEKA“ und „denn’s Biomarkt“ auch die Drogeriemärkte „Ross- mann“ und „dm“. Darüber hinaus ziehen die zahlreichen Mode-Boutiquen wie „Somewear“, „Knocknok“ und „S.A.L.E“ sowie die Filiale von „Marc O‘Polo“ eine Vielzahl von Kunden an. Die zahlreichen Gastronomiebetriebe wie z. B. „Hans im Glück“, „Restaurant Culinarius“, „Haus Schwan“ und die „Pizzeria Piccola“ sind aufgrund ihrer Beliebtheit gute Frequenzbringer. Lagebeschreibung Dürener Straße Lindenthal Highlights 01 REWE 02 denn‘s Biomarkt 03 Rossmann 04 Hans im Glück 05 Marc O‘Polo Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Dürener Straße 132) 720 821 1.050 Klosterstraße Hillerstraße Dürener Straße Hans-Sachs-Straße Detailkarte 04 01 03 02 05 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 27 Lagebeschreibung Hinter der Dürener Straße, landet der Kaiser-Wilhelm-Ring auf Platz 22 unse- res Rankings. Dieser Standort konnte dieses Jahr mit einer Frequenz von 1.008 Passanten pro Stunde verglichen mit dem letzten Jahr (durchschnittliche Pas- santenfrequenz pro Stunde 627), deutlich an Frequenz hinzugewinnen. Neben dem Hohenstaufenring gilt der Kaiser-Wilhelm-Ring als zweite Möbelmeile Kölns. Als Kundenmagnete fungieren in diesem Abschnitt des Kölner Rings vor allem die hochwertigen Möbelhändler und Einrichtungshäuser „Pesch Wohnen“, „COR interlübke Studio“ und „HEIDER | Wohnambiente“ sowie der Kölner Standort des Beleuchtungsexperten „TOBIAS GRAU“. Dieses Angebot wurde durch die Eröffnung des Inneneinrichters, „Die Einrichtung“, im Kaiser-Wilhelm-Ring 40 im Jahre 2016 nochmals erweitert. Weitere Frequenzbringer für den Standort sind die Kinobetrie- be „Cinedom“ im Mediapark 1 sowie „Residenz“ im Kaiser-Wilhelm-Ring 30-32. Auf Grund seiner idealen Lage zwischen dem „Belgischen Viertel“, dem „Mediapark“, dem „Gerling-Quartier“ und dem „Friesenviertel“, ist der Kaiser-Wilhelm-Ring auch ein sehr gefragter Bürostandort und gilt als die 1A-Lage am Kölner Büro- markt. Dies zeigen unter anderem die beiden Projektentwicklungen „Kaiser Hof“ an der Erftstraße bzw. „Kaiser-Wilhelm-Höfe“ an der Gladbacher Straße/ Ecke Kaiser-Wilhelm-Ring von der Art-Invest, die im absoluten Hochpreissegment liegen. Als Kundengruppen lassen sich die Mittelschicht, die gehobene Mittel- schicht sowie die Oberschicht des Gerling Quartiers erkennen. Kaiser-Wilhelm-Ring Neustadt-Nord Highlights 01 Pesch Wohnen 02 HEIDER | Wohnambiente 03 COR interlübke Studio Köln 04 Residenz 05 Salädchen Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Kaiser-Wilhelm-Ring 10) 722 627 1.008 Kaiser-Wilhelm-Ring Hansaring Maybachstraße Christophstraße Gladbacher Straße Maybachstraße Maybachstraße Detailkarte 04 01 04 03 04 02 Christophstraße 05 28 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 Lagebeschreibung Die Apostelnstraße ist nach der Breite Straße, der Ehrenstraße, Mittelstraße und Pfeilstraße der fünfte Standort unserer Frequenzmessung im direkten Innenstadt- bereich. Mit einer durchschnittlichen Passantenfrequenz von 999 im vergangenen Jahr liegt die Passantenfrequenz in diesem Jahr mit 978 knapp darunter. Die Apostelnstraße befindet sich zwischen dem Neumarkt und der Ehrenstraße und dient damit unter anderem als Verbindungsstraße für die Passanten. Darüber hinaus konnte die Apostelnstraße in den vergangenen Jahren einige attraktive Mieter gewinnen, wie z. B. „Marc O’Polo“ und „Closed“, die zu der hohen Kundenfrequenz beitragen. Die Gastronomiebetriebe „Törtchen Törtchen“, „Culinarius-in-Biss by Federico“ sowie „Dulce Chocolate & Icecream“ tragen zum guten Flair der Straße bei und laden zum Verweilen ein. Das auch über- regional beliebte und bekannte Gloria Theater mit zahlreichen Veranstaltungen unterschiedlichster Art, zieht auch in den Abendstunden eine Vielzahl von Kunden an. Aufgrund der zahlreichen Parkhäuser in und um die Apostelnstraße, ist die Erreichbarkeit mit dem PKW zudem nahezu ideal. Ein weiterer Faktor für das gute Abschneiden des Standortes ist die Nähe zum Neumarkt, weshalb die ÖPNV- Anbindung als ausgezeichnet zu bewerten ist. Als Kundengruppen lassen sich die Mittelschicht sowie die gehobene Mittelschicht erkennen. Apostelnstraße Altstadt-Nord Highlights 01 Marc O‘Polo 02 Brogle 03 Törtchen Törtchen 04 Closed 05 Prego Köln Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Apostelnstraße 27) 1.021 999 978 Detailkarte Getrudenstraße Apostelnstraße Albertusstraße Ehrenstraße 04 01 04 03 02 03 05 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 29 Neben der Neusser Straße und der Zülpicher Straße, ist auch die Aachener Straße gleich zweimal in unserem Retailbericht vertreten. Auf Platz 18 unseres Rankings mit dem Stadtteil Neustadt-Süd und nun, auf Platz 24, mit dem Stadtteil Braunsfeld. Im Vergleich zur Aachener Straße im Stadtteil Neustadt-Süd weist dieser Standort mit einer durchschnittlichen Frequenz von 924 Passanten pro Stunde jedoch einen niedrigeren Wert auf. Darüber hinaus hat sich die Passantenfrequenz zum letzten Jahr (durchschnittliche Passantenfrequenz pro Stunde 424) mehr als verdoppelt. Die Aachener Straße fungiert als Haupteinkaufsstraße für die Be- wohner der Stadtteile Braunsfeld, Junkersdorf und Müngersdorf. Dies ist neben der guten Erreichbarkeit des Standortes mit den öffentlichen Verkehrsmitteln (u. a. Stadtbahn- haltestellen Clarenbachstift und Maarweg mit der Linie 1) und dem PKW auch auf den guten Mietermix zurückzuführen. Neben den Lebensmittelhändlern „REWE“ und „TEMMA“, finden die Passanten auch eine Filiale des Drogeriemarktes „dm“ sowie zahlreiche Bankfilialen („Kölner Bank eG“, „Commerzbank“, „Sparkasse Köln/ Bonn“ usw.) und Bäckereien („Bäckerei Café Merzenich“, „Schmitz + Nittenwilm“, „Heinemann“ und „Bäckerei Ecke“) vor. Als Kundenmagnete lassen sich insbesondere „REWE“, „TEMMA“ und „dm“ erkennen. Zahlreiche Gastronomiebetriebe, wie z. B. „Brauhaus Gaffel im Marienbild“ oder „Kölsche Art“, laden zudem zum Verweilen ein und runden das gute Gesamtbild des Standortes ab. Mit den Neueröffnungen von „SPATZ – Health Food Deli & Café“ (Aachener Str. 503) sowie von „Fairytale Frozen Yogurt“ (Aachener Str. 505) konnte die Aachener Straße zudem zwei trendige Gastronomiekonzepte hinzugewinnen. Als Kundengruppen sind besonders die gehobene Mittelschicht und die Oberschicht erkennbar. Lagebeschreibung Aachener Straße Braunsfeld Highlights 01 REWE 02 TEMMA 03 Bento Box 04 dm 05 Gaffel im Marienbild Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Aachener Straße 519) 497 424 924 Detailkarte Aachener Straße Voigtelstraße Braunstraße Maarweg Maarweg Paulistraße 01 02 03 04 04 05 30 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 Lagebeschreibung Ein weiterer Standort in Sülz, die Berrenrather Straße, befindet sich in un- serem Ranking hinter der Aachener Straße auf Platz 25. Mit einer durch- schnittlichen Frequenz von 858 Passanten pro Stunde, ist die Frequenz im Vergleich zu 2018 (durchschnittlich 655 Passanten pro Stunde) stark gestiegen. Die Berrenrather Straße ist neben der Sülzburgstraße und der Zülpicher Straße die Haupteinkaufsstraße der Veedel Sülz und Klettenberg. Die Frequenzbringer an diesem Standort sind neben den beiden Bio-Märkten „Alnatura Super Natur Markt“ und „Naturata“, die Textileinzelhändler „S.A.L.E“ und „LANIUS“, der Sport- artikeleinzelhändler „Muskelkater Sport“ sowie die Eismanufaktur „Keiserlich“, welche sich seit der Eröffnung 2016 gut etablieren konnte und für einen hohen Kundenzuwachs sorgt. Ähnlich wie in der Sülzburgstraße, ist die Anbindung an das ÖPNV-Netz durch die nahegelegene Haltestelle „Sülzburgstraße“ mit der Linie 18 auch hier ideal. Die nächstgelegene Autobahnauffahrt (A4) erreicht man über die Luxemburger Straße zudem ebenfalls in wenigen Fahrminuten. Als Kundengruppen sind die Mittelschicht und die gehobene Mittelschicht erkennbar. Berrenrather Straße Sülz Highlights 01 Alnatura Super Natur Markt 02 Muskelkater Sport 03 EDEKA 04 Keiserlich 05 S.A.L.E. Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Berrenrather Straße 240) 839 655 858 Detailkarte Berrenrather Straße Berrenrather Straße Nikolausplatz Sülzburgstraße Redwitzstraße 05 04 01 03 02 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 31 Die Maastrichter Straße im Stadtteil Neustadt-Nord, findet sich ebenfalls zum dritten Mal in unserem Retailbericht wieder. Mitten im Belgischen Viertel gelegen, erfährt dieser Standort seit Jahren eine stark wachsende Beliebtheit. Mit einer Frequenz von durchschnittlich 840 Passanten pro Stunde, liegt die Maastrich- ter Straße wieder weiter oben auf Platz 26 unseres Rankings, welche im Vorjahr eine Frequenz von nur 532 Passanten pro Stunde umfasste. Neben der Nähe zur Innenstadt - die Ehrenstraße ist in wenigen Metern zu erreichen – ist die Attrak- tivität auch mit der Vielzahl an kleinen Boutiquen und Einzelhandelsbetrieben zu begründen. „Schee“ (Shop für Drucke und Motive), „boutique fraukayser“ (Geschenkartikelgeschäft) sowie das Herrenmodegeschäft „Monsieur Courbet“ und der Concept Store „Simon und Renoldi“ fungieren als Frequenzbringer für die Straße. Die zahlreichen Gastronomiebetriebe wie „Noa“, „Little Ink“ sowie das in 2017 neu eröffnete „Daikan“ tragen ebenfalls zu der Frequenz bei und runden das gute Gesamtbild ab. Darüber hinaus läuft die Maastrichter Straße auf den Brüsseler Platz zu, welcher in den vergangenen Jahren zu einem der angesag- testen Treffpunkte der Kölner Innenstadt geworden ist. Als Kundengruppe lässt sich insbesondere die Mittelschicht erkennen. Lagebeschreibung Maastrichter Straße Neustadt-Süd Highlights 01 Schee 02 Markthalle Belgisches Viertel 03 Monsieur Courbet 04 Simon und Renoldi 05 Noa Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Maastrichter Straße 3) 1.059 532 840 05 04 01 03 02 Detailkarte Maastrichter Straße Brabanter Straße Hohenzollernring 32 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 Lagebeschreibung Der Friesenwall, als weiterer Standort der Kölner Innenstadt, belegt Platz 27 unse- res Rankings. Dieser Standort konnte im Vergleich zum Vorjahr (durchschnittliche Frequenz von 680 Passanten pro Stunde) mit durchschnittlich 738 Passanten pro Stunde etwas an Frequenz hinzugewinnen. Ohnehin ist der Friesenwall bei zahlrei- chen Einzelhändlern und auch bei zahlreichen Kunden sehr beliebt. Dies spiegelt sich insbesondere in dem kaum vorhandenen Leerstand in der Straße wider. Zwar findet ab und zu ein Mieterwechsel in der Straße statt, allerdings gibt es keinen dauerhaften Leerstand zu verzeichnen. Als Frequenzbringer lassen sich „REWE City“, die Boutiquen „G1O1A“ und „Luxefashion“ sowie der Store des Schweizer Ta- schenherstellers und Händlers „FREITAG“ erkennen. Durch die Neueröffnung von MALOA Poke Bowl (Friesenwall 24D, 50672 Köln) konnte der Standort sein gastro- nomisches Angebot weiterentwickeln. Zudem dient der Friesenwall als Verbindung zwischen Rudolfplatz und Ehrenstraße. Ein zweiter Faktor für die solide Passan- tenfrequenz. Vor allem die Kundengruppen Mittelschicht und die gehobene Mittel- schicht sind an diesem Standort stark vertreten. Friesenwall Altstadt-Nord Highlights 01 MALOA Poke Bowl 02 FREITAG Store 03 REWE City 04 Frittenwerk 05 G101A Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Friesenwall 1) 420 680 738 05 Detailkarte Friesenwall Ehrenstraße Mittelstraße Pfeilstraße Kettengasse 04 01 03 02 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 33 Auch die Zülpicher Straße ist, nach der Aachener Straße und der Neusser Straße, mit einem zweiten Standort in unserem Frequenzbericht vertreten. Mit einer durch- schnittlichen Frequenz von 690 Passanten pro Stunde liegt die Zülpicher Straße im beliebten Kölner Veedel Sülz auf Platz 28 unseres Rankings und konnte sich im Vergleich zum Vorjahr (618 Passanten pro Stunde) leicht steigern. Neben der Sülz- burgstraße und der Berrenrather Straße ist die Zülpicher Straße zudem der dritte Sülzer Standort, der in unserem Ranking vertreten ist und welcher für dieses Viertel als Einkaufsstraße dient. Die Vielzahl an guten Einkaufslagen im Stadtteil Sülz in unserem Retailbericht unterstreicht nochmals die Attraktivität des Stand- ortes. Als Pluspunkte für die Zülpicher Straße lassen sich neben der idealen Anbindung an das ÖPNV-Netz (Stadtbahnhaltestellen Lindenburg und Weyertal mit der Linie 9) auch der gute Mietermix sowie das vielfältige Angebot an Gas- tronomiebetrieben nennen. Die zahlreichen Cafés (z. B. „Lieblings“, „Café Wo ist Tom“ und „Café Krümel“) und die Vielzahl an Restaurants (z. B. „Brasserie Marie“ und „Haus Demmer“) laden zudem zum Verweilen ein. Die Kundenmagnete an diesem Standort sind die Lebensmitteldiscounter „LIDL “ und „Netto Marken- Discount“. Kleine Boutiquen, wie z. B. das „cava-cava“, ziehen tagtäglich ebenfalls viele Kunden an. Als Kundengruppe ist insbesondere die Mittelschicht erkennbar. Lagebeschreibung Zülpicher Straße Sülz Highlights 01 Lieblings 02 Café Wo ist Tom 03 Netto 04 LIDL 05 cava-cava Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Zülpicher Straße 23) 413 618 690 Detailkarte Gustavstraße Ägidiusstraße Weyertal Palanterstraße Zülpicherstraße Laudahnstraße 04 Gustavstraße 01 03 02 05 34 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 Auf Platz 29 unseres Rankings liegt der Höninger Weg, im Kölner Stadtteil Zollstock. Mit einer durchschnittlichen Frequenz von 636 Passanten pro Stunde konnte der Höninger Weg das Vorjahresergebnis (durchschnittlich 717 Passanten pro Stunde) dieses Mal zwar nicht erreichen, jedoch dient der Standort auch weiterhin als Haupteinkaufsstraße für die Bewohner Zollstocks. Hinsichtlich der Werte der Passantenfrequenz wird der Höninger Weg daher auch in den kommenden Jahren stabil bleiben und sich nur marginal ändern. Als Frequenz- bringer fungieren an diesem Standort insbesondere der Lebensmitteleinzelhänd- ler „REWE City“ sowie der Drogeriemarkt „dm“. Weitere Kundenmagnete sind „Tchibo“ und „KiK“. Neben dem guten Mietermix am Höninger Weg ist die gute Erreichbarkeit mit den öffentlichen Verkehrsmitteln (u. a. Stadtbahnhaltestellen „Höninger Weg“ und „Herthastraße“) ein weiterer Pluspunkt für den Standort. Als Kundengruppe ist überwiegend die Mittelschicht erkennbar. Lagebeschreibung Höninger Weg Zollstock Highlights 01 REWE City 02 Schmitz & Nittenwilm 03 dm 04 KiK 05 Tchibo Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Höninger Weg 185) 756 717 636 Detailkarte Höninger Weg Höninger WegGottesweg Herthastraße 04 01 03 02 05 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 35 Lagebeschreibung Auf Platz 30 unseres Rankings, liegt die Goltsteinstraße im Stadtteil Bayenthal mit einer durchschnittlichen Frequenz von 570 Passanten pro Stunde. Auch die Goltsteinstraße wird zum dritten Mal in unserem Retailbericht aufgeführt und konnte sich im Hinblick auf die Passantenfrequenz zum Vorjahr (durchschnitt- lich 354 Passanten pro Stunde) erfreulicherweise verbessern. Dieser Standort dient neben der Bonner Straße als Haupteinkaufsstraße für die Bewohner der Stadtteile Bayenthal und Marienburg. Insbesondere ist das Goltsteinforum bei den Passanten und Besuchern weitaus etabliert und dient daher als absoluter Frequenzbringer. Die Beliebtheit des Goltsteinforums lässt sich hauptsächlich auf den hervorragenden Mietermix zurückführen. Neben den Lebensmittelhänd- lern „PENNY-Markt“, „REWE City“ und „Alnatura Super Natur Markt“, finden die Kunden auch einen „dm“ Drogeriemarkt, eine Metzgerei („Metzgerei Kremer“) sowie eine Bäckerei („Schmitz + Nittenwilm“) vor. Eine weitere beliebte Bäcke- rei, die Bäckerei „Mauel 1883“, befindet sich darüber hinaus ebenfalls in direk- ter Nachbarschaft zum Goltsteinforum, in der Goltsteinstraße 79. Die Nahver- sorgung für die umliegenden Bewohner ist daher als ideal zu bezeichnen. Als Kundengruppen lassen sich die Mittelschicht, die gehobene Mittelschicht sowie die Oberschicht erkennen. An heißen Sommertagen erfreut sich besonders die Eisdiele „Il Gelato di Ferigo“ über einen starken Kundenandrang. Goltsteinstraße Bayenthal Highlights 01 REWE City 02 Alnatura 03 dm 04 Il Gelato di Ferigo 05 Ristorante Sardinia Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Goltsteinstraße 91) 312 354 570 Detailkarte Goltsteinstraße Tacitusstraße Alteburger Straße Goltsteinstraße Schönhauser Straße Koblenzer Straße Cäsarstraße Goltsteinstraße 04 01 03 02 Cäsarstraße 05 36 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 In der Pfeilstraße ist die Passantenfrequenz im Vergleich zur Ehrenstraße, Breite Straße und zur Mittelstraße deutlich niedriger. Wurden im Jahr 2018 noch durch- schnittlich 637 Passanten pro Stunde erfasst, so waren es in diesem Jahr durch- schnittlich nur noch 534 Passanten. Es ist daher festzuhalten, dass die Kunden- frequenz in der Pfeilstraße erneut gesunken ist. Trotzdem ist die Pfeilstraße bei Kunden und Einzelhändlern nach wie vor sehr beliebt, was nicht zuletzt auf die gute Lage der Straße zwischen Rudolfplatz und Ehrenstraße zurückzuführen ist. Dies zeigt unter anderem auch die Ansiedlung des niederländischen Trendbrillen- händlers „Ace & Tate“, der im Frühjahr 2017 durch die Vermittlung von Larbig & Mortag Immobilien den Standort in der Pfeilstraße 38-40 eröffnen konnte. Darüber hinaus sind insbesondere das australische Kosmetikgeschäft „Aesop“ und die in 2018 neu eröffnete „HENNE. Weinbar“ Frequenzbringer der Straße. Darüber hinaus kommen auch Einrichtungs- und Tapetenliebhaber in der Pfeilstraße durch die Stores von „livingwalls cologne“ und „Farrow & Ball“ auf ihre Kosten. Das auch überregional bekannte „Eiscafé Breda“, zieht zudem mit seiner vielfältigen Eisaus- wahl schon seit vielen Jahren viele Kunden an. In diesem Jahr können sich die Besucher auf das hochwertige Café Konzept „Café Il Barista“ freuen, welches conceptstories Immobilien vermittelt hat. Als Kundengruppen lassen sich überwie- gend die Mittelschicht sowie die gehobene Mittelschicht erkennen. Lagebeschreibung Pfeilstraße Altstadt-Nord Highlights 01 Aesop 02 Jumeirah Store 03 Henne. Weinbar 04 Ace & Tate 05 Farrow & Ball Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Pfeilstraße 38-40) 1.255 637 534 Pfeilstraße Ehrenstraße Friesenwall 04 01 04 03 02 05 Pfeilstraße Detailkarte Mittelstraße conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 37 Zum zweiten Mal haben wir in diesem Jahr die Passantenfrequenz der Dell- brücker Hauptstraße im rechtsrheinischen Köln-Dellbrück ermittelt. Diese hat es mit 498 Passanten pro Stunde leider nur auf Platz 32 in unserem Ranking geschafft. Im Vergleich zu letztem Jahr ist der Wert gefallen (2018 durchschnittlich 670 Passanten pro Stunde). Der Standort fungiert als Haupteinkaufsstraße Dellbrück‘s und konnte in der Vergangenheit zahlreiche Frequenzbringer, wie zum Beispiel den Lebensmittelhändler „REWE City“ sowie den Drogeriemarkt „dm“, für sich gewinnen. Des Weiteren dienen Läden wie „Tchibo“, „NKD“ oder auch „Vom Fass“ als Kundenmagnete. Die Anbindung an das ÖPNV-Netz ist aufgrund der nahegelegenen S- und U-Bahn Haltestellen (S11, Linie 18 und Linie 3) als sehr gut zu bezeichnen. Über die drei dort verkehrenden Bahnen, erreichen Sie das Kölner Zentrum in nur wenigen Fahrminuten. Auch eine gute Anbindung an das Autobahnnetz ist aufgrund der ca. 5 Fahrminuten entfernten Autobahnanschlussstelle (A3) gewährleistet. Als Kundengruppe ist auf der Dellbrücker Hauptstraße insbesondere die Mittelschicht sowie die gehobene Mittelschicht zu erkennen. Lagebeschreibung Dellbrücker Hauptstraße Dellbrück Highlights 01 REWE City 02 dm 03 Tchibo 04 NKD 05 VOM FASS Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Dellbrücker Hauptstraße 92) Keine Auswertung 670 498 Detailkarte Marthastraße Dellbrücker Hauptstraße Marthastraße Idastraße Idastraße Idastraße Grafenmühlenweg Von-Quadt-Straße Von-Quadt-Straße Im Riephagen An der Kemperwiese Bergisch Gladbacher Straße 04 01 03 01 02 02 05 38 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 Lagebeschreibung Die Bahnhofstraße im Stadtteil Köln-Porz, welche jetzt schon des Öfteren in unserem Retailbericht erschien, weist eine durchschnittliche Frequenz von 186 Passanten pro Stunde auf. Diese Passantenanzahl ist zum Vorjahr (durchschnittlich 551 Passanten pro Stunde) stark gesunken. Nach der Frankfurter Straße, der Kalker Hauptstraße und der Dellbrücker Hauptstraße ist die Bahnhofstraße damit der vierte Standort im rechtsrheinischen Köln, der in unserem diesjährigen Bericht Berücksichtigung findet. Die Frequenz ist neben der guten Anbindung an das DB- und ÖPNV-Netz (Bahnhof Porz und Haltestelle Porz-Markt) sowie an das Autobahnnetz (Autobahn- auffahrt A59) auch auf das in direkter Nachbarschaft befindliche Shoppingcenter „City Center Porz“ zurückzuführen. Dieses fungiert als absoluter Kundenmagnet und zieht tagtäglich zahlreiche Kunden nach Porz. Der Kundschaft wird im „City Center Porz“ ein sehr ausgewogener Mietermix geboten. Neben einem „dm“ Droge- riemarkt findet man hier unter anderem auch eine „C&A“ sowie eine „Saturn“ Nie- derlassung. Eine Teilfläche des „Saturn“, konnte durch die Vermittlung von Larbig & Mortag Immobilien an „Aldi Süd“ vermietet werden, was sicherlich zu einem wei- teren Frequenzanstieg an diesem Standort führt. Neben dem City Center Porz gibt es in der Bahnhofstraße weitere Mieter, wie z. B. „Blumen Risse“ sowie ein „Schum EuroShop“, welche ebenso zu der Passantenfrequenz beitragen. Spannend bleibt, wie sich das Projekt „Neu Mitte Porz“ auf die Passantenfrequenz auswirken wird. Als Kundengruppe lässt sich insbesondere die Mittelschicht erkennen. Bahnhofstraße Porz Highlights 01 City Center Porz 02 Tchibo 03 Commerzbank 04 Schum EuroShop 05 Parfümerie Scholz Frequenz 2016: 2018: 2019: (Messpunkt: Bahnhofstraße 19) 1.079 551 186 Detailkarte Bahnhofstraße Hauptstraße Bahnhofstraße Goethestraße FriedrichstraßeFriedrich-Ebert-Ufer 05 04 01 03 02 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 39 Angebot und Nachfrage Die Nachfrage an guten Ladenlokalen ist in den beliebtesten Innenstadt- (u. a. Ehrenstra- ße, Breite Straße) und Stadtteillagen (u. a. Neusser Straße, Venloer Straße) zuletzt wei- ter gestiegen. Trotzdem sind vor allem in schwächeren Innenstadt- und Stadtteillagen vermehrt lange Leerstandsphasen zu erkennen. Dies liegt insbesondere daran, dass die Frequenz dort eher rückläufig ist und sich die Umsätze der Händler im gleichen Ver- hältnis entwickeln. Dadurch können viele Händler, die vor wenigen Jahren aufgerufenen Mieten, nicht mehr zahlen. Dadurch verändert sich der Einzelhandelsbesatz schneller als in 1A-Lagen, wenngleich das Angebot an Ladenlokalen auch dort in den letzten Jahren deutlich angestiegen ist. Eine Lösung gegen Leerstände kann in einigen Fällen eine Um- wandlung in andere Nutzungsarten, z. B. Büro oder Gastronomie, sein. Die Nachfrage an Gastronomieflächen ist ungebrochen hoch, da weiterhin neue Konzepte auf den Markt drängen und das Erlebnis Essen gehen/ Ausgehen auch in Zukunft stärker in den Fokus der Menschen rückt. Wie bereits in den vergangenen Jahren geschildert, hat Deutsch- land im Vergleich zum europäischen Ausland im Gastronomiebereich zudem extrem ho- hen Nachholbedarf. Aber Vorsicht, eine Umwandlung der Nutzung (Nutzungsänderung) macht nicht in jedem Fall Sinn und ist im Einzelfall zu beurteilen. Bei einer Nutzungsän- derung muss beispielsweise berücksichtigt werden, dass die Bearbeitungszeit bei der Behörde derzeit bei etwa 4 bis 8 Monaten, in Einzelfällen sogar länger, liegt. Mietpreise Wie auch in den letzten Jahren erwähnt, lassen sich die hohen Mieten aus den vergange- nen Jahren in vielen Lagen kaum noch erzielen. Da die Eigentümer diese Situation zuneh- mend erkannt haben, sind die Mietpreisforderungen vielerorts merklich zurückgegangen und es konnten teils lange Zeit leerstehende Ladenlokale vermietet werden. In einigen beliebten B-Lagen (u. a. Venloer Straße, Neusser Straße) bleiben die Mieten konstant. Da- hingegen ist in besonders beliebten Gastronomielagen nach wie vor ein kleiner Anstieg der Mietpreise zu erkennen, was der hohen Nachfrage an Gastronomieflächen geschuldet ist. In guten Stadtteillagen sind Höchstmieten von ca. 30 bis 40 EUR/ m² erzielbar. In den beliebten Innenstadtlagen (Breite Straße, Ehrenstraße, Mittelstraße) liegen die Höchst- mieten zwischen 80 bis 100 EUR/ m². In den klassischen 1A-Lagen (Schildergasse, Hohe Straße) liegen die Höchstmieten zwischen 250 bis 270 EUR/ m². Am Wallrafplatz können teilweise Höchstmieten von bis zu 280 EUR/ m² erzielt werden. Der Retailmarkt Marktsituation - Viel Fluktuation durch hohe Mieten - Steigende Nachfrage an Gastronomie- flächen - Lange Bearbeitungszeiten für Nutzungs- änderungen Mietpreise nach Lagen 30 bis 40 EUR/ m² in Stadtteillagen 80 bis 100 EUR/ m² in Innenstadtlagen 250 bis 270 EUR/ m² in 1A-Lagen bis zu 280 EUR/ m² am Wallrafplatz Auf den Punkt gebracht - Einzelhändler müssen neue Ideen entwickeln - Gastronomie boomt weiterhin - Mietfl ächen müssen fl exibler werden - Mieten sinken oder bleiben konstant 40 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 Die Retailmakler von conceptstories Immobilien gehen davon aus, dass sich die Nachfragesituation aus dem Einzelhandelsbereich in den kommenden Jahren weiter bessern wird. Dies ist insbesondere daran zu erkennen, dass vermehrt neue Konzepte auf den Markt drängen und die Kombinationen aus Einzelhandel und Onlinehandel (z. B. durch Abholstationen der im Internet bestellten Artikel) sowie teilweise mit Gastronomienutzungen (z. B. durch Café-Bars in Shops) im- mer stärker Berücksichtigung findet und miteinander harmonieren kann. Darüber hinaus wird die Nachfrage an Gastronomieflächen weiter steigen, weshalb die Gastronomie auch zu Beginn des neuen Jahrzehnts weiter in den Fokus rücken wird. Dies ist beispielweise durch die Nachvermietung der „Gerry Weber“-Stores auf der Schildergasse zu erkennen. Dort wird nach vorliegender Nutzungsgenehmigung die amerikanische Burger-Kette „Five-Guys“ eröffnen. Insbesondere bei Neubauprojekten ist daher zu empfehlen, die Mietflächen be- sonders flexibel zu gestalten, um sowohl eine Einzelhandels- als auch eine Gast- ronomie- oder, je nach Lage, eine Büronutzung zu ermöglichen. Die Nachvermietung von Ladenflächen wird aufgrund der sehr unterschiedlichen Passantenfrequenzen und Sozialgruppen an den verschiedenen Standorten in Köln auch in Zukunft lebhaft bleiben. Die Herausforderungen für künftige Mieter aber auch die Retailmakler wird darin bestehen, die richtige Lage bzw. den geeig- neten Standort für die individuellen Konzepte ausfindig zu machen. Eigentümer sollten, trotz des zum Teil hohen Aufwandes und Kosten, einer Um- nutzung Ihrer Mietflächen (z. B. zu einer Büro- oder Gastronomienutzung) zu- künftig offener gegenüberstehen, um eine langfriste und nachhaltige Vermietung sicherstellen zu können. Dies zahlt sich über einen längeren Betrachtungszeit- raum in der Regel aus, jedoch ist dies natürlich von Fall zu Fall zu begutachten. Prognose Ausblick Raum für Erfolgsgeschichten. Larbig & Mortag, imovo und CUBION. Drei Partner – eine Story. 2018 entstand die Idee, den Bereich Einzelhandelsflächen- und Gastronomievermietung, der sich bereits seit 2012 erfolgreich bei Larbig & Mortag in einem stark umkämpften Bereich in Köln und Bonn behaupten konnte, auf die Marktgebiete der Partner imovo (Großraum Düsseldorf) und CUBION (Großraum Ruhrgebiet) zu erweitern. Mit der Gründung von conceptstories Immobilien in 2019 als gemeinsames Unternehmen und dem Markteintritt im Januar 2020 wurde die Idee umgesetzt. Die Gründer haben den Unternehmensstart bewusst in einer schwieri- gen und wandelnden Marktphase gewählt, um den Umbruch in diesem Segment gemeinsam mitzugestalten und sich gemeinsam mit unseren Kunden den Chancen, neuen Aufgaben und Herausforderungen zu stellen. Ihre Makler für Einzelhandels- und Gastronomieflächen LADENVERMIETUNG MAX QUENTIN VERWICK 0221 998 997 33 verwick@conceptstories.de GASTRONOMIEVERMIETUNG MICHÈL MESSMER 0221 998 997 41 messmer@conceptstories.de TEAMASSISTENZ JANINA KÜHLER 0221 998 997 39 kuehler@conceptstories.de AUSZUBILDENDER ZUM IMMOBILIENKAUFMANN TIM GAGSTAETTER 0221 998 997 34 gagstaetter@conceptstories.de REGIONALLEITER LADENVERMIETUNG NRW RADU-GEORGE MOLDOVAN 0221 998 997 62 moldovan@conceptstories.de ABTEILUNGSLEITER LADENVERMIETUNG JAN SEIDENFADEN 0221 998 997 40 seidenfaden@conceptstories.de Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme! Über Uns Dieser Bericht wurde mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt und basiert auf Informationen aus Quellen, die wir für zuverlässig erachten, aber für deren Genauigkeit, Vollständigkeit und Richtigkeit wir keine Haftung übernehmen. Die enthaltenen Meinungen stellen unsere Einschätzung zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichtes dar und können sich ohne Vorankündigung ändern. Historische Entwicklungen sind kein Indiz für zukünftige Ergebnisse. Dieser Bericht ist nicht für den Vertrieb oder die Empfehlung zum Kauf oder Verkauf einer bestimmten Finanzanlage bestimmt. Die in diesem Bericht zum Ausdruck gebrachten Meinungen und Empfehlungen berücksichtigen nicht individuelle Kundensituationen, -ziele oder -bedürfnisse und sind nicht für die Empfehlung einzelner Wertpapiere, Finanzanlagen oder Strategien einzel- ner Kunden bestimmt. Der Empfänger dieses Berichtes muss seine eigenen unabhängigen Entscheidungen hinsichtlich einzelner Wertpapiere oder Finanzanlagen treffen. Larbig & Mortag übernimmt keine Haftung für direkte oder indirekte Schäden, die aus Ungenauigkeiten, Unvollständigkeiten oder Fehlern in diesem Bericht entstehen. Map tiles by Stamen Design, under CC BY 3.0. Data by OpenStreetMap, under ODbL conceptstories Immobilien GmbH Theodor-Heuss-Ring 23 | 50668 Köln T. 0800 998 997-7 Ein Partner von: Larbig & Mortag GmbH 2008 gegründet, haben wir uns seit 2012 zum größten Makler für Gewerbeimmobilien in Köln entwickelt. Ob Laden, Gastronomie, Büro, Loft, Praxis, Lager oder Investment. Derzeit besteht unser Team aus 34 Mitarbeitern. Seit 2013 haben wir eine erfolgreiche Bonner Nieder- lassung und seit 2016 einen weiteren Standort in Leverkusen. Nicht, dass Größe alles wäre. Aber sie ist ein Indikator für den Erfolg unserer Strategie: Ihnen mit professioneller Beratung zur passenden Gewerbeimmobilie zu verhel- fen – und das gerne im persönlichen Dialog. Larbig & Mortag ist regional tief verbunden, inhabergeführt und bietet über das Netzwerk NAI apollo group einen nationalen und interna- tionalen Anschluss. imovo GmbH Ein hohes Maß an Kundenorientierung – das ist auch das Erfolgsrezept des Immobilien- beratungsunternehmens imovo. „Der Kunde, der sich für imovo entscheidet, bekommt ein starkes Team zur Seite gestellt, welches sich als Berater und Problemlöser auf Augenhöhe versteht“, verspricht Knud Schaaf, geschäfts- führender Gesellschafter von imovo. „Wir betrachten Projekte immer ganzheitlich, gehen auf jeden Anspruch ein und kreativ über Standards hinaus.“ Offenheit und Ehrlichkeit in der Kommunikation, Verantwortungsbe- wusstsein, Zielorientierung und Präzision in der Ausführung – diese Werte reklamiert das Unternehmen. Schaaf: „Unsere Kunden kön- nen sich auf uns als Partner verlassen.“ CUBION Immobilien AG Im Ruhrgebiet kennen wir jeden Stein! Unser Team von Immobilienexperten beobachtet genau was im Ruhrgebiet geschieht und wer sich am Markt bewegt. Das setzen wir zu Ihrem Vorteil ein. Denn wir wissen, wann Ver- träge auslaufen, wer auf der Suche ist, ken- nen den Wettbewerb und dessen Preise und können dank unserem umfangreichen Netz- werk stets die besten Kandidaten vermitteln. Seit 2005 haben wir unzählige Unterneh- men, vom Konzern bis zum Start-Up, in neue Flächen begleitet und dabei über eine Million Quadratmeter vermietet. Das macht uns zu einem der erfolgreichsten, inhabergeführten Immobilienberater im Ruhrgebiet. Mehr Informationen finden Sie im Web unter: www.conceptstories.de Retailmarkt. 1.1 Verkaufsfläche: Die Mietfläche, welche zum Verkauf dient zzgl. Treppen, Gänge, Schaufenster und Freiflächen, wird, sofern sie dem Kunden zugänglich ist, als Verkaufsfläche bezeichnet. Dazu gehören auch Flächen, die nicht nur vorübergehend für Verkaufszwecke genutzt werden. 1.2 Gesamt-/ Geschäftsfläche: Die gesamte betrieblich genutzte Fläche eines Einzelhandels, welche sich aus der Verkaufs-, Ausstellungs-, Versand-, Büro- und Lagerfläche sowie Sozialräumen zusammensetzt, wird als Geschäftsfläche bezeichnet. Die Berücksichti- gung der Büro-, Versand- und Lagerflächen, un- terscheidet die Gesamt- oder auch Geschäfts- fläche von der reinen Verkaufsfläche. 1.3 1A- und B-Lage: Die umsatzstärksten und höchstfrequentierten Lagen der Einkaufs- bzw. Geschäftszentren einer Stadt werden als 1A-Lage betitelt. Diese können entweder nur ein Teil oder eine gesamte Einkaufs- straße umfassen. Eine 1A-Lage ist definierbar durch folgende Kriterien: - Passantenfrequenz - Erzielbare Spitzenmiete für eine Ladenfläche - Branchenstruktur - Innerstädtische Lage im Hauptgeschäftszentrum - Filialisierungsgrad: Mieterbestand internatio- naler, nationaler und örtlicher Einzelhändler Die B-Lage grenzt an die 1A-Lage an und definiert sich meist aus Nebenstraßen der Haupteinkaufsstraßen. Noch weiter entfernte Lagen werden als Streu- bzw. Nebenlagen bezeichnet. Wenn in Großstädten sehr ausgedehnte Einkaufs- straßen mit mehreren 1A-Lagen vorhanden sind, kann zwischen diesen in beispielsweise Luxus- oder Konsumlage unterschieden werden. Allgemeine Definitionen - 1A-Lage: Der Standort erreicht ca. 80- 100 % der Spitzenmiete der Stadt und ca. 70-100 % der höchs- ten Passanten- frequenz des Straßenabschnittes. - B-Lage: Der Standort erreicht ca. 40-80 % der Spitzenmiete der Stadt und ca. 40-70 % der höchs- ten Passantenfrequenz des Straßenabschnittes. - Streu- bzw. Nebenlagen: Hier werden Mieten bzw. Passantenfrequenzen unter 40 % erreicht. - Stadtteillage: Liegt außerhalb des Hauptein- kaufsbereiches einer Stadt. Mietpreisniveau und Passantenfrequenz sind vergleichbar mit der einer zentralen B-Lage. 1.4 Spitzenmiete: Die nachhaltig höchste erzielbare nominale Miete bei Neuvermietungen in einer hochwertigen Ideal-Verkaufsfläche in 1A-Lage, wird als Spitzenmiete für Handelsflächen bezeichnet. Mit einer Ideal-Verkaufsfläche ist eine Fläche gemeint, in der „ideale“ Verkaufsbedingungen vorzufinden sind. Die ideale Einheit liegt im Erdgeschoss, ist i. d. R. 100 m 2 groß, barriere- frei und gut zugeschnitten. Außerdem muss eine Schaufensterfront vorhanden sein, welche mindestens sechs Meter breit ist. Der Bauzu- stand der Einheit sollte gehobenen Ansprü- chen gerecht werden. Die Spitzenmiete dient dazu, die Entwicklung des Marktes besser darzustellen und basiert auf Transaktio- nen, welche während des Betrachtungszeit- raums durchgeführt und registriert werden. Die angegebene Spitzenmiete bezieht sich immer auf einen Standardmietvertrag im jewei- ligen Markt und entspricht dem Nettomietpreis exklusive Nebenkosten, lokale Steuern oder Incentives. Berechnet wird die Spitzenmiete immer zum Ende eines Quartals. 1.5 Filialist: Filialen werden die Niederlassungen eines Einzelhandelsunternehmens bezeichnet, wel- che zwar vom Standort her getrennt vonein- ander sind, jedoch rechtlich und wirtschaftlich unselbstständig sind. Einzelhändler mit mehr als 3 Filialen, unabhängig davon, ob diese Standorte regional oder überregional verteilt sind, werden Filialisten genannt. Ein Unterneh- men mit 3 oder mehr Filialen in nur einer Region wird daher ebenfalls als Filialist definiert. 1.6 Passantenfrequenz: Die Passantenfrequenzzählung erfolgte an 31 Einkaufsstraßen in B-Lage (hochwertige Ni- veaulagen in der Innenstadt und Stadtteillagen). Aus dem Ergebnis der zwei Stunden wurde ein Mittelwert errechnet. Hieraus wurde ein Ran- king gebildet, welches in unserem Retailbericht zu finden ist. 1.7 Branchen: Bei einer Zählung von ortsansässigen Einzel- handelbetrieben werden nur die in der schema- tisierten Darstellung der 1A-Lage registrierten Geschäfte berücksichtigt. Zwischen all diesen Einzelhändlern wird nach zwölf Branchengruppen unterschieden: - Accessoires - Schmuck/ Juwelier - Bank/ Versicherung - Sport/ Outdoor - Textil - Gastronomie - Telekommunikation/ Elektronik - Gesundheit/ Beauty Warenhaus - Schreibwaren/ Bücher - Heim-/ Wohnbedarf - Schuhe/ Lederwaren 1.8 Ladenlokal: Einheiten, welche zum Verkauf von Waren und Dienstleistungen dienen und meist in Einkaufsstra- ßen liegen, werden als Ladenlokal bezeichnet. conceptstories Immobilien GmbH Theodor-Heuss-Ring 23 50668 Köln | T. 0800 998 997-7
  • Anlage 8 Stellungnahme Katholikenausschuss

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    Von: An: Betreff: Fwd: Verkaufsoffene Sonntage - Rechtsverordnung für das Jahr 2026 Datum: Freitag, 21. November 2025 11:20:08 Sehr geehrte Damen und Herren, wir bedanken uns für die Möglichkeit, eine Stellungnahme zu den geplanten Sonntagsöffnungen der Stadt Köln abzugeben. In Übereinkunft mit der Evangelischen Kirche in Köln stellen wir fest: Sonntagsöffnungen sind aus Sicht der Kirchen weder kulturell noch wirtschaftlich erforderlich, stören die Sonntagsruhe und lösen auch keine grundlegenden Probleme. Diese Position vertreten wir seit Jahren. Sie hat sich nicht geändert. Trotz unserer grundlegend ablehnenden Haltung gegenüber Sonntagsöffnungen dürften die Anträge nachvollziehbar der aktuellen Rechtslage entsprechen. KATHOLIKENAUSSCHUSS FÜR DIE STADT KÖLN in Vertretung Ihr Anfang der weitergeleiteten Nachricht: Von: Katholikenausschuss Datum: 10. November 2025 um 13:15:46 MEZ An: Betreff: Verkaufsoffene Sonntage - Rechtsverordnung für das Jahr 2026 Von: Gesendet: Montag, 10. November 2025 09:40 Cc:
  • Anlage 0 Öffentlichkeitsbeteiligung

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    Anlage Öffentlichkeitsbeteiligung Die Anlage Öffentlichkeitsbeteiligung ist allen Beschlussvorlagen der Verwaltung beizufügen. Kreuzen Sie bitte eine der folgenden drei Varianten an und machen Sie entsprechende Angaben dazu. Eine freiwillige Öffentlichkeitsbeteiligung wird nicht vorgeschlagen. Warum wird keine Öffentlichkeitsbeteiligung vorgeschlagen? - Eine Öffentlichkeitsbeteiligung hat bereits stattgefunden. Bitte begründen Sie Ihre Entscheidung (Begründung zwingend erforderlich): Die Institutionen nach § 6 Abs. 4 LÖG NRW wurden im Verfahren angehört. Kontakt OB/1 Büro des Oberbürgermeisters OB/12 Büro für Öffentlichkeitsbeteiligung Brückenstraße 5-11 50667 Köln Telefon: 0221 – 221 31122 E-M ail: oeffentlichkeitsbeteiligung@stadt-koeln.de Intranetauftritt: Systematische Öffentlichkeitsbeteiligung
  • Anlage 7 Stellungnahme IHK

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    Industrie- und Handelskammer zu Köln M N IHK Köln, 50606 Köln Ihr Zeichen | Ihre Nachricht vom Stadt Köln Amt für öffentliche Ordnung Unser Zeichen | Ansprechpartner Gewerbeangelegenheiten f RRABIENFRERER Willy-Brandt-Platz 3 . 50679 Köln Evei lefon Datum 19. November 2025 Stellungnahme zu den Anträgen der Interessengemeinschaften auf Genehmigung des Offenhaltens von Verkaufsstellen an Sonn- und Feiertagen für das Jahr 2026. Sehr geehrte Damen und Herren, wir bedanken uns herzlich dafür, dass wir zu den von den Kölner Interessen- und Werbegemeinschaften eingereichten Anträgen auf Genehmigung von Sonntagsöffnungen für das Jahr 2025 gemäß $ 6 Abs. 4 LÖG NRW Stellung nehmen dürfen. Verkaufsoffene Sonntage eröffnen vor allem kleineren, inhabergeführten Geschäften eine wichtige Möglichkeit, Sichtbarkeit zu erzeugen und aktives Marketing zu betreiben. Sie leisten damit einen Beitrag zur Erhaltung, Stärkung und Weiterentwicklung eines vielfältigen stationären Einzelhandels - dessen Bedeutung angesichts des wachsenden Onlinehandels beständig steigt. Die positiven Effekte solcher Sonntagsöffnungen gehen jedoch über die individuellen Händlerinteressen hinaus: Sie tragen maßgeblich zur Belebung der Stadtteilzentren und Ortskerne sowie des lokalen Einzelhandels insgesamt bei. Verkaufsoffene Sonntage fördern zudem das gesellschaftliche Leben in den Veedeln - insbesondere, wenn sie im Rahmen traditionsreicher Feste stattfinden, die tief in den jeweiligen Stadtteilen verwurzeit sind und weit über deren Grenzen hinaus Ausstrahlung erzeugen. Das nordrhein-westfälische Oberlandesgericht hat in seiner ständigen Rechtsprechung klargestellt, dass die Veranstaltung im Zusammenhang mit einer Sonntagsöffnung den prägenden Charakter haben muss; die Sonntagsöffnung darf somit nur eine ergänzende Funktion erfüllen. Über diese gesetzliche Vorgabe hinaus sind jedoch auch Mut und Gestaltungswille aller Beteiligten gefragt, damit verkaufsoffene Sonntage als wertvolles und erfolgreiches Instrument für die Stadt Köln genutzt werden können. Die Antragsteller haben hinsichtlich der jeweiligen Genehmigungsvoraussetzungen umfassend und fundiert vorgetragen und die Sachgründe für ein öffentliches Interesse im Sinne des LÖG NRW dargelegt. Industrie- und Handelskammer zu Köln Postanschrift: 50606 Köln | Hausanschrift: Unter Sachsenhausen 5-7 (Eingang: Komödienstraße 18-24), 50667 Köln Internet: ihk-koeln.de | Tel. +49 221 1640-0 Industrie- und Handelskammer 19. November 2025 | Seite 2 | | zu Köln IN Vor diesem Hintergrund spricht sich die Industrie- und Handelskammer zu Köln für alle vorliegenden Anträge der Interessen- und Werbegemeinschaften aus und sieht die gesetzlichen sowie höchstrichterlichen Anforderungen für die Genehmigung von Sonntagsöffnungen als erfüllt an. Mit freundlichen Grüßen Industrie- und Handelskammer zu Köln
  • Anlage 5 Antrag Lindenthal

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    Beachte: Maximal drei verkaufsoffene Sonntage im Jahr in Köln (Selbstbeschränkung durch Beschluss des Kölner Rates; zu beachten ist ebenfalls die angelegte Liste gesperrte Feiertage) Bitte beachten Sie als Interessengemeinschaften, dass die Werbung für Ihre Anlassveranstaltung im Vordergrund steht. Werbung für die Verkaufsstellenöffnung muss eine untergeordnete Rolle spielen. Beispiele für eine geeignete Werbemaßnahme entnehmen Sie der Anwendungshilfe des Wirtschaftsministeriums. Verstößen wird im Wege des Verwaltungszwangsverfahrens begegnet werden. Antragsteller: Ring Lindenthaler Geschäftsleute e.V. „Lindenthal“ Bezeichnung des Anlass: Örtliches Fest: 28. Street Gallery & Herbstfest mit großer Kunst-Rallye, Kreativ- und Spieleland und Künstlerviertel Anlassbeschreibung: Street Gallery & Lindenthaler Herbstfest – Ein Fest für die ganze Familie! Der RLG e.V. freut sich, auch im Jahr 2026 die beliebte Street Gallery & Lindenthaler Herbstfest in Lindenthal zum 28. Mal auszurichten! Die 28. Street Gallery – Kunst ist Tradition in Lindenthal! Vom Freitag, 9. Oktober, bis Sonntag, 24. Oktober 2026, verwandelt sich die Dürener Straße erneut in eine lebendige Kunst- und Erlebnismeile, die Besucherinnen und Besucher aus nah und fern begeistert. Über 50 Geschäfte entlang der Dürener Straße sowie in den Seitenstraßen schaffen wieder Platz für die KUNST und werden zu Galerien. Das Lindenthaler Herbstfest – NEU seit 2022 und schon Tradition! Die Street Gallery wird auch in diesem Jahr wieder am Eröffnungswochenende vom 9. bis 11. Oktober von dem Lindenthaler Herbstfest begleitet. Das Veedels-Gourmetherbstfest auf dem Karl-Schwering-Platz steht ganz im Zeichen kulinarischer Genüsse, mit Winzermeile, Cocktail-Stand, vielfältigen Foodständen und einem Kinderkarussell. Das Fest ist ein fröhliches Treffen für Familien und alle, die das Veedel lieben und kennenlernen möchten. EVENT- Shopping ist hier Programm! Ausgedehnte Veranstaltungsfläche am Sonntag, 11. Oktober – Kreativ- Spieleland, Rallye und weiteren Attraktionen! Am Sonntag wird das Fest durch ein großes Rahmenprogramm auf die gesamte Dürener Straße zwischen Falkenburg- und Universitätsstraße sowie Teile des Lindenthalgürtels ausgeweitet. Die geschätzte Besucherzahl an diesem Tag liegt bei ca. 24.000, was die Veranstaltung zu einem der größten Events in Lindenthal macht – sechsmal so viel wie an einem regulären Einkaufstag! Das große Rahmenprogramm  Kunst- & Herbstrallye: Über 25 Stationen entlang der Dürener Straße bieten Quizfragen und Aufgaben für Kinder und Erwachsene. Alle Teilnehmer*innen erhalten eine kostenlose Quizkarte am Infostand (Eingang Kreativ- & Spieleland) und in den Geschäften. Bei richtiger Beantwortung gibt es Loskarten für die Tombola.  Vernissage & Kunstspaziergang: Über 50 Geschäfte präsentieren ihre Kunstwerke, begleitet von einem kunstvollen Spaziergang, der in diesem Jahr noch größer und beeindruckender sein wird.  Voting für das schönste Lindenthal-Motiv: Vom 9. bis 24. Oktober können Besucherinnen und Besucher auf der Veedels- Website www.lindenthal.info für ihr Lieblingsmotiv abstimmen und tolle Preise gewinnen, auch die besten drei Motiven und deren Künstler werden mit einem Gewinn belohnt. Im letzten Jahr gaben über 1800 Personen Ihre Stimme ab.  Der Traditioneller Kunst- Katalog: Der hochwertige und 116-Seitige Kunst-Katalog ist nicht wegzudenken und zeigt auf der einen Seite den Künstler und seine Vita und Kunst und auf der anderen Seite das passende Geschäft inkl. ausführlicher Beschreibung und Foto des Ladenlokals. So sollen sowohl die Künstler als auch die Geschäfte der Straße in den Fokus gerückt werden und für das Lokale Shoppen und die Verbindung zwischen Handel, Gastronomie und Kunst zeigen. Es werden ca. 3000 Exemplare gedruckt und verteilt. Der Kunstkatalog wird ebenfalls in die Stadtbibliothek aufgenommen.  Kreativ- & Spieleland – Spaß für alle! NEU seit 2022! Am Sonntag, 11. Oktober, wird ein Teil der Dürener Straße (Karl- Schwering-Platz bis Classen- Kappelmann-Straße) für das Kreativ- & Spieleland gesperrt. Hier können Kinder, Jugendliche und Erwachsene an zahlreichen kostenfreien Attraktionen teilnehmen, darunter z.B.: o Blumenpflanz- und Bastelaktionen mit Rheinenergie o Forscherlabor und Mitmach- Stationen o Fotoshooting mit „Ulli der Bulli“ (Sparkasse KölnBonn) o Torwandschießen mit den Kölner Haien o Kindereisenbahn o Und viele mehr  Walking-Acts auf der Dürner Str. sorgen für Stimmung. o Eine Dixie Band sorgt am Sonntag auf der ganzen Veranstaltungsfläche, entlang der Dürener Str. als Walking Act, für eine schöne musikalische Unterhaltung. o Als weiteres Walking Act werden am Sonntag zwei Orgelspieler und lustige Clowns mit Luftballons Künsten, entlang der Dürener Str., Klein und Groß unterhalten und so für eine fröhliche Stimmung sorgen. o Zudem fährt den ganzen Sonntag eine Kindereisenbahn über die Straße von der Classen- Kappelmann-Str. bis zum Dürener-Str-/Gürtel Parallel zu den Veranstaltungen der Street Gallery & Herbstfest, sollen am Sonntag von 13 bis 18 Uhr auch die Geschäfte geöffnet sein dürfen. Da wir bereits an einem vergleichbaren Fest im Frühling eine Passatenfrequenzzählung durch die CIMA am Sonntag durchgeführt haben, die ein Besucherpotential ergeben hat, das mindestens doppelt groß ist wie die Zahl regulärer Einkaufsbesucher an einem Werktag (Details: s. „Quellen- angabe und die Belege“ sowie die separate Auswertung der CIMA), können wir dies auch für das Herbstfest, auf dem Karl-Schwering- Platz, als Größe heranziehen, da diese Veranstaltung, die gleiche Größe und Güte wie das Frühlingsfest hat und somit ein ähnlich hoher Wert zu erwarten ist. ZUSÄTZLICH NEU! Seit dem Jahr 2022 wird das Fest am Sonntag ausgedehnt und die gesamte Dürener Straße zwischen Falkenburg- und Universitätsstraße und Teile des Lindenthalgürtels als Veranstaltungsfläche bespielt. Durch die deutliche Ausweitung des Veranstaltungsfläche und den neuen Aktionen und Attraktionen, ergibt sich aufgrund neuer Berechnungen, eine Besucherzahl an dem Sonntag von ca. 24.000 Besucher*innen und ist somit 6mal so groß wie an einem vergleichbaren Einkaufstag. Bildet die Anlassveranstaltung den Hauptgrund für Besucher/Besucherinnen die Veranstaltung zu besuchen oder steht die Ladenöffnung im Vordergrund? Die Verwaltung muss insbesondere darlegen, dass und wie die hinter den in § 6 Abs. 1 S. 2 Nr. 2 bis 5 LÖG NRW genannten öffentlichen Interessen durch die Ladenöffnung an Sonn- und Feiertagen gefördert werden können. Dabei ist vor allem herauszuarbeiten, warum das Umsatz- oder Shoppinginteresse hierbei nicht im Vordergrund steht. X ja ☐ nein (wenn nein, keine Aussicht auf Erfolg für eine Genehmigung durch den Rat der Stadt Köln) Bei dem Anlass handelt es sich um: X eine historische Veranstaltung X eine Veranstaltung, welche zum stattfindet ☐ erstmalig stattfindende Veranstaltung Besteht ein unmittelbar räumlicher und zeitlicher Bezug zur Anlassveranstaltung und den zur Öffnung vorgesehenen Verkaufsstellen? Hinweis: Von einer räumlichen Nähe ist regelmäßig insbesondere dann auszugehen, wenn die örtliche Veranstaltung in den Straßenzügen, die zur Ladenöffnung vorgesehen sind, stattfindet. Eine zeitliche Nähe besteht dann, wenn die örtliche Veranstaltung am selben Tag, nicht notwendig zeitgleich, jedoch zeitlich überlappend stattfindet. Zwischen Veranstaltung und Verkaufsstellenöffnung muss ein angemessenes Verhältnis bestehen. Die in der Vergangenheit geschaffenen Anlässe um eine Verkaufsstellenöffnung zu erreichen, wie z.B. der Flohmarkt auf einem Möbelhausgelände, sogenannte Bauernmärkte mit 10 Zeltverkaufsstellen von Reisegewerbetreibenden, Grillfest (Spanferkelgrillen) in einem Gewerbegebiet, Hüpfburgen- und Eiertierveranstaltungen werden nicht genügen, Verkaufsstellenöffnungen zu genehmigen. Orientieren Sie sich hier an die vom Rat zuletzt genehmigten Anlässe. Räumliche Nähe ist gegeben bei örtlichen Veranstaltungen in den Straßenzügen, die zur Ladenöffnung vorgesehen ist; Gesamtveranstaltungsbereich einschl. Verbindungs- und Nebenstraßen, wenn die Veranstaltungsorte über diesen Bereich verteilt sind; eine Ausweitung über den Bereich hinaus, wird nicht genehmigungsfähig sein; X ja ☐ nein (wenn nein, keine Aussicht auf Erfolg für eine Genehmigung durch den Rat der Stadt Köln) Zieht die Anlassveranstaltung mehr Besucher als die der Verkaufsstellenöffnung? Fragestellung wird trotz Wegfall der Besucherprognose gestellt (vgl. Beschluss des VG Düsseldorf v. 22.05.2018);entgegen der Anwendungshilfe; juristische Bewertung der Verwaltung; X ja ☐ nein (wenn nein, keine Aussicht auf Erfolg für eine Genehmigung durch den Rat der Stadt Köln) Besucher wegen Anlassveranstaltung: Besucher wegen Verkaufsstellenöffnung: Veranstaltungsfläche: Verkaufsfläche: 24.000 am Sonntag 4.105  Dürener Str. (Falkenburgstr. bis Universitätsstr., einschl. 75 Meter links und rechts der Fahrbahn)  Karl-Schwering-Platz  Dürener-Str. vom Karl-Schwering- Platz bis zur Herbert-Lewin-Str. gesperrt  Platz vor Café Heinemann (Dürener Straße/ Ecke Hans-Sachs-Straße)  Kath. Kirche St. Stephan (Bachemer Str.) Quellenangabe und Belege zu Besucheraufkommen, Veranstaltungsfläche und Verkaufsfläche: Das OVG Münster verlangt, dass sich die Stadt Köln in einer für die gerichtliche Überprüfung nachvollziehbaren und Für die Dürener Straße ergibt die Passantenfrequenzmessung aus dem Retailbericht B-Lagen Köln 2018 der Firma Larbig & Mortag Immobilien GmbH eine Zahl von 821 Passanten je Stunde. dokumentierten Klarheit über Charakter, Größe und Zuschnitt der Veranstaltung verschafft (auch hier VG Düsseldorf) Daraus lässt sich ableiten, dass an einem Sonntag mit fünfstündiger Öffnung der Geschäfte 4.105 Einkaufsbesucher zu erwarten sind. Damit ergibt sich eine erste Näherungsgröße für die zu vergleichenden Besucherströme. Beim 1. Lindenthaler Frühlingsfest wurde von der CIMA am Sonntag, den 19.05.2019 eine Passantenfrequenzzählung durchgeführt. Bis zum Einsetzen von Regen und Gewitter wurden je 30 Minuten 500 bis 900 Besucher, im Durchschnitt pro Stunde also 1.400 Personen gezählt. Die CIMA schreibt in Ihrem Abschlussbericht, dass bei gutem Wetter mit bis zu 1.200 Besucher je 30 Minuten zu rechnen gewesen sei. Im Durchschnitt pro Stunde sind dies 1.700 Personen, im Zeitraum von 5 Stunden also 8.500 Festbesucher und damit mehr als doppelt so viele wie bei der Passantenfrequenzmessung aus dem Retailbericht B-Lagen Köln 2018 der Firma Larbig & Mortag Immobilien GmbH. Die Auswertung der CIMA ist als separate PDF-Datei beigefügt. Da die Veranstaltung, Herbstfest auf dem Karl-Schwering-Platz, die gleiche Größe und Güte wie das Frühlingsfest hat können wir dies auch für das Herbstfest, auf dem Karl-Schwering- Platz, als Größe heranziehen, und somit ein ähnlich hoher Wert zu erwarten ist. Durch die räumliche Ausdehnung des Festes auf die Dürener Straße sowie die inhaltliche Erweiterung um die Familien-Rallye und das Kreativ- und Spieleland am Sonntag, ergibt sich aufgrund neuer Berechnungen, eine Besucherzahl an dem Sonntag von ca. 24.000 Besucher*innen und ist somit 6mal so groß wie an einem vergleichbaren Einkaufstag (Samstag). Auch die Teilnahme großer Intuitionen und Vereinen und dem großen Interesse an der Veranstaltung, zeigt, dass diese Veranstaltung mehr als erfolgreich läuft und viele Besucher*innen anzieht. Eine Zählung der Veranstaltungsbesucher der Street Gallery in den zurückliegenden Jahren wurde leider nicht durchgeführt. Auch die zahlreichen Pressemeldungen nennen leider keine konkreten Besucherzahlen. Anhand der nachfolgenden Informationen soll jedoch der prägende Charakter der “Street Gallery“ belegt werden und die Zahl der Veranstaltungsbesucher nachvollziehbar und plausibel geschätzt werden. Diese Vorgehensweise, anhand von qualitativen Daten den prägenden Charakter einer Veranstaltung zu belegen, wird vom Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen (OVG) anerkannt. Auf einer Informationsveranstaltung am 21.06.2017 mit dem OVG Münster beim Ministerium für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen erläuterten die OVG Richter Details ihrer Rechtsprechung (Information hierzu von Herrn Philip Reichardt, IHK Köln). Nach Aussagen der OVG Richter ist es zulässig, dass der prägende Charakter einer Veranstaltung beispielsweise anhand von Presseberichterstattungen der letzten Jahre, Berichten des Ordnungsamtes über vergangene Veranstaltungen, Sicherheitskonzepten für die geplante Veranstaltung, Aussagen über Straßensperrungen, Verkehrs- und Parkraumkonzepten als auch anhand von der Art und dem Umfang der Veranstaltungsbewerbung belegt werden kann. In seinem Urteil (Entscheidungsdatum 07.12.2017 I Aktenzeichen 4 B 1538/17) bekräftigt das OVG diese Sichtweise. Auf einige Punkte möchten wir im Folgenden eingehen: Presseberichte: Kölner Stadtanzeiger, Kölnische Rundschau und die Express die Woche haben in jedem Jahr mit Vor- und Nachberichterstattung inkl. Bildern über die Street Gallery und Herbstfest geschrieben. Fotos: befinden sich in der beigefügten Präsentation. Werbemittel: Im Jahr 2025 werden 3.000 Kunstkataloge, über 100 Plakate DIN A2 und zwei Banner produziert. (Nachweis: Rechnung der Druckerei kann nachgereicht werden). Zudem werden ca. 5.000 Flyer mit den Programmpunkten und der Rallye gedruckt und verteilt Zusätzlich wird die Veranstaltung in fast allen Tageszeitungen (Stadtanzeiger, Kölnische Rundschau und Express die Woche), und großen Social-Media- Kanälen intensiv beworben, bzw. hierüber berichtet. Zudem hat die KölnBusiness die Veranstaltung auf Werbetafel in den U-Bahn Haltestellen und Straßen der Firma Stroer beworben. Auch hat die KölnBusinees zusätzlich kölnweit in der Express die Woche die Anzeige veröffentlicht. Kolen.de berichtet auf Facebook, Instagram und Ihrer Webseite über die Veranstaltung. Auch Radio Köln hat über die Veranstaltung berichtet und somit wird die Veranstaltung bei einem breiten Publikum beworben und ist überregional bekannt und wird entsprechend besucht. Flächen: Die Street Gallery 2026 erstreckt sich über die Dürener Str. (von der Falkenburgstr. bis zur Universitätsstr. einschl. 100 Meter links und rechts der Fahrbahn), den Karl-Schwering-Platz, den Platz vor Café Heinemann (Dürener Straße/ Ecke Hans-Sachs-Straße), dem Leonardo Hotel, sowie die kath. Kirche St. Stephan (Bachemer Str.). Zusätzlich gibt es auch über diese Flächen hinaus Galerien in Geschäften, auf dem Lindenthal Gürtel und umliegenden Straßen. Öffentliche Zuschüsse: Für die Durchführung der Street Gallery wurden in den Jahren 2018, 2019, 2020, 2021, 2022, 2023, 2024 und 2025 wurden Zuschüsse aus bezirksorientierten Mitteln gewährt. Im Ergebnis der dargestellten Fakten ist festzuhalten, dass das Lindenthaler Frühlingsfest prägenden Charakter hat und nicht die Ladenöffnung im Vordergrund steht. Die Ladenöffnung hat lediglich Annexcharakter. Die nachfolgend genannten Sachgründe wurden im Rahmen der Novellierung des LÖG geschaffen. Verkaufsoffene Sonntage wurden bis dahin ausschließlich aufgrund von Veranstaltungen von den zur Antragstellung berechtigten Interessengemeinschaften genehmigt. Eine Antragstellung von Seiten der Verwaltung ist nicht beabsichtigt und vom Rat in Richtung Verwaltung (politische/wirtschaftspolitische Erwägungen) auch nicht aufgegeben. Die nachfolgenden Sachgründe können allerdings kumulativ vorliegen und der Verwaltung dazu dienen, dem Rat das öffentliche Interesse über den Anlass-bezug/- zusammenhang hinaus zu begründen. Hier sind die Antragsberechtigten/Interessengemeinschaften gefordert, diese Sachgründe geltend zu machen/nachzuweisen und überprüfbare Belege vorzulegen. Das Einzelhandels- und Zentrenkonzept liegt hier zum Download bereit. Es wird gefordert, dass die Kommune auf der Grundlage eines Einzelhandelskonzepts mit der Sonntagsöffnung gezielt einen der genannten Sachgründe verfolgt. Derzeit enthält das Einzelhandelskonzept Sonntagsöffnungen noch nicht als Mittel, um das öffentliche Interesse in Gestalt der benannten weiteren Sachgründe zu fördern. Die nachfolgend genannten Sachgründe können daher derzeit nicht mit dem aktuellen Einzelhandelskonzept begründet werden. Ladenöffnung dient dem Erhalt, der Stärkung oder Entwicklung eines vielfältigen stationären Einzelhandelsangebots Hinweis: Der amtlichen Begründung zum Gesetzesentwurf ist zu entnehmen, dass der stationäre Einzelhandel vielerorts einer Gefährdung durch den Online-Handel unterliegt. Dem soll durch begrenzte Freigabe von Sonntagsöffnungen begegnet werden. Hier sei auf den Beschluss des OVG Münster vom 27.04.2018 hingewiesen. Die Kammer kommt hier nämlich, anders als der Gesetzgeber zu dem Ergebnis, dass die allgemeine, für den stationären Einzelhandel einer jeden Kommune ganzjährig bestehende Konkurrenzsituation zum Onlinehandel für sich genommen nicht geeignet ist, eine Ausnahme von der Regel der Sonn- und Feiertagsruhe zu begründen. Die Kammer weist ausdrücklich darauf hin, dass der Einzelhandel selbst und ausdrücklich gefordert ist, stets gewichtige, im Einzelfall festzustellende und in der Abwägung dem gebotenen Sonn- und Feiertagsschutz gegenüberzustellende öffentliche Interessen vorzutragen. Es werden danach Belege benötigt, die nachprüfbar ausführen, dass der stationäre Einzelhandel vor Ort gefährdet ist. (z.B. Leerstände; Verarmung des Angebots, Erhalt bestehender oder Schaffung neuer Arbeitsplätze) Ladenöffnung dient dem Erhalt, der Stärkung oder Entwicklung zentraler Versorgungsbereiche (Versorgungsinteresse, insbesondere weniger mobiler und ältere Teile der Bevölkerung; Sicherstellung wohnortnaher Versorgung) Hinter dem Sachgrund steht das grundgesetzlich geschützte Versorgungsinteresse der Bevölkerung, insbesondere der weniger mobilen und älteren Teile der Bevölkerung. Zentrale Versorgungsbereiche müssen erhalten bleiben, da ihnen eine herausragende Bedeutung für den Bestand und die Entwicklung der Städte und Gemeinden, insbesondere der Sicherstellung wohnortnaher Versorgung zukommt. Als zentrale Versorgungsbereiche gelten daher nicht nur Stadtteilzentren, die im überörtlichen Funktionszusammenhang eine bedeutende Rolle einnehmen, sondern auch die Quartiers- und Nahversorgungs- bzw. Nahbereichszentren. Ladenöffnung dient der Belebung der Innenstädte, Ortskerne, Stadt- oder Ortsteilzentren Mit dem Sachgrund soll der Gefahr einer drohenden Verödung der Innenstädte mit negativen Auswirkungen auf die örtlichen Lebens- und Wohnverhältnisse der Bevölkerung begegnet werden. Zielrichtung der Regelung ist es, umfangreichen Leerständen bei Gewerbe- und Wohnimmobilien und der Abwanderung von Einzelhändlern und Einzelhändlerinnen oder deren Geschäftsaufgabe entgegenzuwirken. Er soll der Belebung der Innenstädte und örtlichen Zentren dienen. Ladenöffnung steigert überörtliche Sichtbarkeit der jeweiligen Kommune als attraktiver und lebenswerter Standort, insbesondere für den Tourismus und die Freizeitgestaltung, als Wohn- und Gewerbestandort sowie Standort von kulturellen und sportlichen Einrichtungen Das Interesse von Kommunen, als attraktiver und lebenswerter Standort wahrgenommen zu werden und sich entsprechend selbst darstellen zu können und sichtbar zu machen, stellt aus Sicht des Landesgesetzgebers ebenfalls einen gewichtigen Sachgrund dar. Der Sachgrund zielt auch auf den Erhalt kleinerer Kommunen ab, da diese im Gegensatz zu größeren Städten mehr Schwierigkeiten haben, neue Einwohner und Unternehmen anzuziehen. Er wird daher hier nicht weiter ausgeführt. STREET27. 11.10.-24.10.2025 GALLERY LINDENTHAL über 50 Geschäfte zwischen Falkenburgstraße und Universitätsstraße stellen Kunst aus, werden zu Galerien und Museen. Die Kunst beherrscht das Geschehen! 9.10. – 11.10.20269.10. – 11.10.2026 Veedels-Gourmetfest mit Winzermeile, Foodständen und Kinderkarussell. Kinder Spieleland, Rallye für Kinder, Kindereisenbahn LINDENTHALER • Seit über 28 Jahren entwickelt sich die Street Gallery Lindenthal immer mehr zum Kulturereignis im Veedel; was vor 28 Jahren mit „Kunst im Schaufenster“ begann, ist heute ein großartiges Mitein- ander von Bürgern, Geschäften, Vereinen, Aktionen und Organisa- tionen.   •Einmal im Jahr verwandelt die STREET GALLERY das Veedel in einen Ort der Kunst, Kultur und Begegnung und bringt nicht nur die Menschen, die hier leben und arbeiten, über die Kunst enger zusammen: auf ca. 1,6 km Länge entlang der Dürener Straße zwischen Falkenburgstraße, dem Karl-Schwering-Platz genau in der Mitte und der Universitätsstraße am Ende werden Laden- geschäfte zu Kunstgalerien; Plätze werden zu Open-Air-Ausstel- lungen- und Austragungsorte für Konzerte; u.a. tritt der bekannte Kölner St. Stephan Chor auf; eine „Speakers Corner“ gibt Raum für die öffentliche Meinung. •Zudem wird es wieder an dem Freitag eine große Vernissage mit den über 50 teilnehmenden Geschäften, zu der 28. Street Gallery in Lindenthal geben. Vor den einzelnen Geschäften entlang der Dürener Straße wird Frau Martina Weigand einen großen Kunstspaziergang organi- sieren, hier werden Künstler*innen (teilnehmende Geschäfte) und direkt vor Ort den Besuchern Ihre Exponate präsentieren. Lindenthaler KünstPreis Über 50 Geschäfte auf der Dürener Straße werden zu Galerien Ein Bild aus Nägeln von Karl Lagerfeld und David Bowie beim Optiker; kleine Vogelbilder aus Steinen zwischen Damen- bekleidung und kräftige, abstrakte Malerei zwischen Baby- stramplern. Das ist die STREET GALLERY Lindenthal. Der inha- bergeführte Einzelhandel schafft Raum für die Kunst und bringt somit die Menschen näher zusammen. Seit 28 Jahren lockt die STREET GALLERY Kunstschaffende und Kunstinteressierte an und erweitert das Leben im Veedel um kulturelle Ereignisse. Die STREET GALLERY zeigt Bekanntes und Unbekanntes, immer wieder neu und doch schon aus Tradition. Sie gibt jungen, un- bekannten Künstlern ein Forum genauso wie bekannten und be- liebten Künstlern jeden Genres und zieht weit über die Grenzen Kölns hinaus Interessierte Menschen ins Veedel. 9.10. – 11.10.20269.10. – 11.10.2026 Veedels-Gourmetfest mit Win- zermeile, Foodständen und Kinderkarussell. Kinder Spieleland Rallye für Kinder Kindereisenbahn mit freundlicher Unterstützung von: ORGANISATOR info@werbepraxis.de Hotline: 0221 170 77 88 (nur am Veranstaltungstag) 11.–13. OKTOBER 2024 Karl-Schwering-Platz Fr. 13–22 Uhr Sa. 13–22 Uhr So. 11–20 Uhr VERKAUFSOFFENER SONNTAG 13. OKTOBER 2024 13-18 UHR VERANSTALTER STREET26. GALLERY LINDENTHAL Fr. 11.10. - Sa. 19.10.2024 9.10. – 11.10.20269.10. – 11.10.2026 Veedels-Gourmetfest mit Winzermeile, Foodständen und Kinderkarussell. Kinder Spieleland Rallye für Kinder Kindereisenbahn mit freundlicher Unterstützung von: ORGANISATOR info@werbepraxis.de Hotline: 0221 170 77 88 (nur am Veranstaltungstag) 11.–13. OKTOBER 2024 Karl-Schwering-Platz Fr. 13–22 Uhr Sa. 13–22 Uhr So. 11–20 Uhr VERKAUFSOFFENER SONNTAG 13. OKTOBER 2024 13-18 UHR VERANSTALTER STREET26. GALLERY LINDENTHAL Fr. 11.10. - Sa. 19.10.2024 9.10. – 11.10.20269.10. – 11.10.2026 Veedels-Gourmetfest mit Winzermeile, Foodständen und Kinderkarussell. Kinder Spieleland Rallye für Kinder Kindereisenbahn mit freundlicher Unterstützung von: ORGANISATOR info@werbepraxis.de Hotline: 0221 170 77 88 (nur am Veranstaltungstag) 11.–13. OKTOBER 2024 Karl-Schwering-Platz Fr. 13–22 Uhr Sa. 13–22 Uhr So. 11–20 Uhr VERKAUFSOFFENER SONNTAG 13. OKTOBER 2024 13-18 UHR VERANSTALTER STREET26. GALLERY LINDENTHAL Fr. 11.10. - Sa. 19.10.2024 START Bei der Rallye werden an 30 Stationen entlang der Dürener Str., draußen VOR den Geschäften auf den Bürgersteigen und an den Straßenecken, verschiedene Quizfragen oder Aufgaben gestellt, die in unterschiedlicher Schwierigkeits- Kategorie für Kleine und Größere gestellt werden. Der Start der Rallye wird am Infostand des Ring Linden- thaler Gerschäftsleute e.V. errichtet, hier erhalten alle Teilnehmer der kostenlosen Rallye eine Stempelkarte und können direkt die erste Station, die von dem RLG e.V. orga- nisiert wird, erkunden. Mit dieser Stempelkarte können die unterschiedlichen Stationen durchlaufen werden. Als besonderes Highlight - wie in 2025 - wird der RLG e.V. einen Teil der Dürener Str. (Karl-Schwering-Platz bis Classen-Kappelmann-Str.) sperren lassen und für das Kin- der-Kreativ-und Spieleland abtrennen. Hier können sich die kleinen und großen Kinder an verschiedenen Attraktionen austoben und spielerisch den alle Aktionen kennen lernen. Als Attraktionen sind z.B. sind wieder mehrere Hüpfburgen, ein Hindernisparcours, Pedalos und Kettcars geplant. Als Aktionen soll es eine Station mit Mini-Gewächshäusern zum selbst setzen mit verschieden Obst- und Gemüsesorten und einen Button-, Mal und Basteltisch mit Motiven aus der Blumen- und Tierwelt geben. KUNST- & HERBSTRALLYE FÜR KINDER RALLYE STATIONEN Sehr geehrte Damen und Herren, auch in diesem Oktober findet auf der Dürener Straße die Street Gallery statt, in Verbindung mit dem Herbstfest am Wochenende. Die teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler erhalten mit der Street Gallery ein Forum, um sichtbar zu werden, und für das Publikum wird die Möglichkeit zur Begegnung sowohl mit den Ausstellenden als auch miteinander geboten. Als Spaziergängerinnen und Spaziergänger haben wir wieder die unschätzbare Gelegenheit, die Kunst in unserem unmittelbaren Umfeld auf uns wirken zu lassen. Aber selbst dann, wenn wir in Eile irgendetwas erledigen müssen, können wir uns von dem einen oder anderen Exponat einfangen lassen, das uns besonders anspricht. Den Organisatorinnen und Organisatoren danke ich für ihr Engagement und für ihren Durchhaltewillen. Außerdem danke ich den Künstlerinnen und Künstlern für die rege Teilnahme an diesem mittlerweile traditionellen Ereignis. Ich wünsche viel Vergnügen beim Betrachten der Kunstwerke. Ihre Cornelia Weitekamp Bezirksbürgermeisterin Lindenthal STREET GALLERY Lindenthal Pressespiegel Kölner Stadt- Anzeiger 1 7 .09.201 9 Kölnische Rundschau 24.09.201 9 Kölner Stadt- Anzeiger 26.09.201 9 Kölner Wochenspiegel 02.10.201 9 02.10.201 9 Kölner Wochenspiegel 23/24.10.2020 Kölner Stadt- Anzeiger 22.10.2020 Kölner Stadt- Anzeiger 21.10.2021 Geheimtip - Köln 14. - 22. Oktober 2022 Express 7 . Oktober 2022 Kölner Stadt- Anzeiger 20.06.2023 Linden Magazin Ausgabe Herbst 2023 Das 2 5t e Jahr der S TREET GALLER Y Lindenthal wir d ge - b ühr end gef eier t , denn tr o tz P andemie , Ener giekrise und der w ach senden Gef ähr dung des Einz elhandels dur ch das Jahr e in F olge dur chgeführ t zu w er den. Die STREET GALLER Y V om 13 . 10 . bis zum 2 1. 10 .202 3 st ehen Lindenthal und die Dür ener Str aße wieder im Z eichen der K un st . In dieser Z eit - w erk e ent deckt w er den: Maler eien, Skulp tur en, F o t ogr a fien besu cht w er den k önnen. W er dies gerne in Begleitung der Lindenthaler K ün stlerin Mar tina W eigand machen möcht e , k ann am Sam st ag, dem 14 . 10 . an dem belieb t en K un stspa - zier gang t eilnehmen. Es geht um 13 Uhr los , St ar tp unkt ist v or Cologne Co utur e an der Eck e Geibelstr aße . Um 16 Uhr finde t dann auf dem K arl- Sch w ering-Pla tz die Jubiläum s - f eier st a t t . Das Lindenthaler Herbstfest Eingeläut e t wir d die K un st aktion v on dem Lindenthaler Herbst f est , v on dem die S TREET GALLER Y ber eits im v er gangenen Jahr begleit e t wur de . Es beginnt am F r ei - t ag, dem 13 . 10 . um 16 Uhr mit der Go urme tmeile auf dem K arl- Sch w ering-Pla tz: F oodst ände mit unt erschiedlich st en - drink s , dazu Mu sik v on DJ Nobbes und ein Kinderk aru ssell für die kleinen Gäst e . Dieses Pr ogr amm wir d am Sonnt ag, dem 1 5 . 10 . ab 1 1 Uhr dur ch das k ost enfr eie Spieleland für Kinder er w eit er t . Es finde t auf einem gesperr t en Abschnit t der Dür ener Str aße , ab dem K arl- Sch w ering-Pla tz, stat t . Neben den beliebten Hüp fb ur gen wir d es noch viele w eit e - r e spannende A t tr aktionen geben. Ge t opp t wir d das Ganz e sich gemütliches Bummeln mit einer kün stlerischen Ent - deckungsr eise v erbinden. Das Lindenthaler Künstlerviertel In diesem Jahr wir d das Kinderspieleland anlässlich der Ju- biläum sf eier um das Lindenthaler K ün stler vier t el er w eit er t . T anz, L esung, P oesie , Mu sik oder Handw erk v or führ en und Str aße wir d K un st umgese tzt . Es wir d auf der V eedels - W ebsit e www .lindenthal.inf o v om 19 . 10 . bis 2 2 . 10 . ein V o ting für das schön st e Lindenthal- 25 JAHRE S TREE T GALLER Y V er an st altung Lindenthal feiert Jubiläum und Herbstfest 3 2 Linden Magazin Ausgabe Herbst 2023 Kölner Stadt- Anzeiger 16.10.2023 Linden Magazin Ausgabe Herbst 2024 Geheimtip - Köln 1 1. - 1 9. Oktober 2024 1 1. - 1 9. Oktober 2024 Geheimtip - Köln Kölner Stadt- Anzeiger 02.09.2024 Kölner Stadt- Anzeiger 02.09.2024 CIMA 201 9 Passantenfrequenzzählung Da wir bereits an einem vergleichbaren Fest im Frühling eine Passatenfrequenzzählung durch die CIMA am Sonntag durchgeführt haben, die ein Besucherpotential ergeben hat, das mindestens doppelt groß ist wie die Zahl regulärer Einkaufs- besucher an einem Werktag (Details: s. „Quellen- angabe und die Belege“ sowie die separate Aus- wertung der CIMA), nehmen wir dies zum Anlass, dass auch zum neu ausgetragenen Herbstfest ein ähnlich hoher Wert zu erwarten ist.

Beratungsverlauf

  1. 22.01.2026

    Ausschuss für Wirtschaft und Digitalisierung

    TOP 1.2, Vorberatung (Fachausschuss).
  2. 26.01.2026

    Bezirksvertretung 3 (Lindenthal)

    TOP 9.2.5, Anhörung (BV). Ergebnis: ungeändert beschlossen
  3. 26.01.2026

    Ausschuss Allgemeine Verwaltung und Rechtsfragen / Vergabe / Internationales

    TOP 10.4, Vorberatung (Fachausschuss). Ergebnis: ungeändert beschlossen
  4. 26.01.2026

    Bezirksvertretung 2 (Rodenkirchen)

    TOP 9.2.1, Anhörung (BV). Ergebnis: ungeändert empfohlen
  5. 29.01.2026

    Bezirksvertretung 1 (Innenstadt)

    TOP 3.7, Anhörung (BV). Ergebnis: ungeändert empfohlen
  6. 29.01.2026

    Bezirksvertretung 7 (Porz)

    TOP 7.5, Anhörung (BV). Ergebnis: ungeändert empfohlen
  7. 05.02.2026 zuletzt

    Rat

    TOP 6.3.1, Entscheidung. Ergebnis: ungeändert beschlossen

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