3384/2025
Ordnungsbehördliche Verordnung über das Offenhalten von Verkaufsstellen an Sonntagen im Jahr 2026
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Anlage 9 Stellungnahme Evangelischer Kirchenverband
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Von: An: Cc: Betreff: Sonntagsöffnungen Datum: Freitag, 21. November 2025 10:54:57 Sehr geehrte Damen und Herren, wir bedanken uns für die Möglichkeit, eine Stellungnahme zu den geplanten Sonntagsöffnungen der Stadt Köln abzugeben. In Übereinkunft mit dem Katholikenausschuss stellen wir fest: Sonntagsöffnungen sind aus Sicht der Kirchen weder kulturell noch wirtschaftlich erforderlich, stören die Sonntagsruhe und lösen auch keine grundlegenden Probleme. Diese Position vertreten wir seit Jahren. Sie hat sich nicht geändert. Trotz unserer grundlegend ablehnenden Haltung gegenüber Sonntagsöffnungen dürften die Anträge nachvollziehbar der aktuellen Rechtslage entsprechen. Im Auftrag des Stadtsuperintendenten : , Melanchton-Akademie des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region --- Melanchthon Akademie des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region Hier können Sie unseren Newsletter abonnieren: Protected link
Anlage 0 Öffentlichkeitsbeteiligung
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Anlage Öffentlichkeitsbeteiligung Die Anlage Öffentlichkeitsbeteiligung ist allen Beschlussvorlagen der Verwaltung beizufügen. Kreuzen Sie bitte eine der folgenden drei Varianten an und machen Sie entsprechende Angaben dazu. Eine freiwillige Öffentlichkeitsbeteiligung wird nicht vorgeschlagen. Warum wird keine Öffentlichkeitsbeteiligung vorgeschlagen? - Eine Öffentlichkeitsbeteiligung hat bereits stattgefunden. Bitte begründen Sie Ihre Entscheidung (Begründung zwingend erforderlich): Die Institutionen nach § 6 Abs. 4 LÖG NRW wurden im Verfahren angehört. Kontakt OB/1 Büro des Oberbürgermeisters OB/12 Büro für Öffentlichkeitsbeteiligung Brückenstraße 5-11 50667 Köln Telefon: 0221 – 221 31122 E-M ail: oeffentlichkeitsbeteiligung@stadt-koeln.de Intranetauftritt: Systematische Öffentlichkeitsbeteiligung
Anlage 7 Stellungnahme IHK
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Industrie- und Handelskammer zu Köln M N IHK Köln, 50606 Köln Ihr Zeichen | Ihre Nachricht vom Stadt Köln Amt für öffentliche Ordnung Unser Zeichen | Ansprechpartner Gewerbeangelegenheiten f RRABIENFRERER Willy-Brandt-Platz 3 . 50679 Köln Evei lefon Datum 19. November 2025 Stellungnahme zu den Anträgen der Interessengemeinschaften auf Genehmigung des Offenhaltens von Verkaufsstellen an Sonn- und Feiertagen für das Jahr 2026. Sehr geehrte Damen und Herren, wir bedanken uns herzlich dafür, dass wir zu den von den Kölner Interessen- und Werbegemeinschaften eingereichten Anträgen auf Genehmigung von Sonntagsöffnungen für das Jahr 2025 gemäß $ 6 Abs. 4 LÖG NRW Stellung nehmen dürfen. Verkaufsoffene Sonntage eröffnen vor allem kleineren, inhabergeführten Geschäften eine wichtige Möglichkeit, Sichtbarkeit zu erzeugen und aktives Marketing zu betreiben. Sie leisten damit einen Beitrag zur Erhaltung, Stärkung und Weiterentwicklung eines vielfältigen stationären Einzelhandels - dessen Bedeutung angesichts des wachsenden Onlinehandels beständig steigt. Die positiven Effekte solcher Sonntagsöffnungen gehen jedoch über die individuellen Händlerinteressen hinaus: Sie tragen maßgeblich zur Belebung der Stadtteilzentren und Ortskerne sowie des lokalen Einzelhandels insgesamt bei. Verkaufsoffene Sonntage fördern zudem das gesellschaftliche Leben in den Veedeln - insbesondere, wenn sie im Rahmen traditionsreicher Feste stattfinden, die tief in den jeweiligen Stadtteilen verwurzeit sind und weit über deren Grenzen hinaus Ausstrahlung erzeugen. Das nordrhein-westfälische Oberlandesgericht hat in seiner ständigen Rechtsprechung klargestellt, dass die Veranstaltung im Zusammenhang mit einer Sonntagsöffnung den prägenden Charakter haben muss; die Sonntagsöffnung darf somit nur eine ergänzende Funktion erfüllen. Über diese gesetzliche Vorgabe hinaus sind jedoch auch Mut und Gestaltungswille aller Beteiligten gefragt, damit verkaufsoffene Sonntage als wertvolles und erfolgreiches Instrument für die Stadt Köln genutzt werden können. Die Antragsteller haben hinsichtlich der jeweiligen Genehmigungsvoraussetzungen umfassend und fundiert vorgetragen und die Sachgründe für ein öffentliches Interesse im Sinne des LÖG NRW dargelegt. Industrie- und Handelskammer zu Köln Postanschrift: 50606 Köln | Hausanschrift: Unter Sachsenhausen 5-7 (Eingang: Komödienstraße 18-24), 50667 Köln Internet: ihk-koeln.de | Tel. +49 221 1640-0 Industrie- und Handelskammer 19. November 2025 | Seite 2 | | zu Köln IN Vor diesem Hintergrund spricht sich die Industrie- und Handelskammer zu Köln für alle vorliegenden Anträge der Interessen- und Werbegemeinschaften aus und sieht die gesetzlichen sowie höchstrichterlichen Anforderungen für die Genehmigung von Sonntagsöffnungen als erfüllt an. Mit freundlichen Grüßen Industrie- und Handelskammer zu Köln
Anlage 1 RVO 2026
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Anlage 1
Ordnungsbehördliche Verordnung für 2026
über das Offenhalten von Verkaufsstellen
in den Stadtteilen Innenstadt, Rodenkirchen, Lindenthal, Sülz-Klettenberg und Porz
vom ????????
Der Rat hat in seiner Sitzung am ????? aufgrund des § 6 Abs. 1 und 4 des Gesetzes zur
Regelung der Ladenöffnungszeiten (LÖG NRW) vom 16.11.2006 (GV. NRW. 2006 S. 516),
zuletzt geändert durch Gesetz vom 22. März 2018 (GV. NRW. S.172), in Kraft getreten am 30.
März 2018, für die Stadt Köln verordnet.
§ 1
(1) Im Stadtteilbereich Innenstadt dürfen die Verkaufsstellen am Sonntag, dem
19.04.2026 und am Sonntag, dem 06.12.2026, in der Zeit von 13 bis 18 Uhr
geöffnet sein.
(2) Im Stadtteilbereich Rodenkirchen dürfen die Verkaufsstellen am Sonntag, dem
12.07.2026, in der Zeit von 13 bis 18 Uhr geöffnet sein.
(3) Im Stadtteilbereich Sülz-Klettenberg dürfen die Verkaufsstellen, am Sonntag, dem
26.04.2026 und am Sonntag, dem 18.10.2026 in der Zeit von 13 bis 18 Uhr
geöffnet sein.
(4) Im Stadtteilbereich Lindenthal dürfen die Verkaufsstellen am Sonntag, dem
11.10.2026 in der Zeit von 13 bis 18 Uhr geöffnet sein.
(5) Im Stadtteilbereich Porz-Mitte dürfen die Verkaufsstellen am Sonntag, dem
31.05.2026, am Sonntag, dem 13.09.2026 und am Sonntag, dem 13.12.2026, in
der Zeit von 13 bis 18 Uhr geöffnet sein.
Anlage 1
Die Sonderöffnungszeit gilt für Verkaufsstellen innerhalb der folgenden Grenzlinien:
Innenstadt
Am Domhof - Am Frankenturm - Am Bollwerk - Mauthgasse - Buttermarkt - Rampe der
Deutzer Brücker - Pipinstr. - Cäcilienstr. - Neumarkt - Hahnenstr. - Pilgrimstr. -
Habsburgerring nördlich beginnend Pilgrimstr. - Hohenzollernring bis Friesenstr. - Friesenstr. -
Zeughausstr. - Komödienstr. - Trankgasse - darüber hinaus Habsburgerring südlich Pilgrimstr.
bis Ecke Jahnstr. und Hohenzollernring ab Friesenstr. - Kaiser-Wilhelm-Ring bis Christophstr.;
außerdem die Bereiche Friesenplatz inkl. 100 m links und rechts der Platzfläche; der Bereich
Maybachstr. ab Bremer Str. bis Bahntrasse 100 m links und rechts der Fahrbahn
Rodenkirchen
Hauptstr. ab Kirchstr. bis Rathausplatz. einschließlich Rheingalerie
Maternusstr. ab Hauptstr. bis einschließlich Wilhelmstr. inkl. Maternusplatz
Sülz/Klettenberg am 26.04.2026:
Bereich von Weyerthal/Arnulfstraße Haus Nr. 142 /139 bis zum Manderscheider Platz/
Kyllburger Straße Haus Nr. 350/369.
Sülz/Klettenberg am 18.10.2026:
Berrenrather Str.: Weyerthal bis Sülzgürtel
Luxemburger Str.: Konradstraße bis Hardtstraße
Sülzburgstr.: von der Luxemburger Straße bis Zülpicher Straße
Zülpicher Str.: Weyerthal bis Sülzgürtel
Lindenthal
Dürener Str. (Falkenburgstr. bis Universitätsstr., einschl. 75 Meter links und rechts der
Fahrbahn), Karl-Schwering-Platz, Dürener-Str. vom Karl-Schwering-Platz bis zur Herbert-
Lewin-Str. gesperrt, Platz vor Café Heinemann (Dürener Straße/ Ecke Hans-Sachs-Straße),
Kath. Kirche St. Stephan (Bachemer Str.)
Porz-Mitte
Karlstr. – Philipp-Reis-Str. – Friedrichstr. – Bahnhofstr. – Mühlenstr. – Ernst-Mühlendyck-Str. –
Hauptstr.
§ 2
Ordnungswidrig handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig im Rahmen des § 1 Verkaufsstellen
außerhalb der dort zugelassenen Geschäftszeiten und Grenzlinien offenhält.
Die Ordnungswidrigkeit kann nach § 13 des Ladenöffnungsgesetzes NRW mit einer Geldbuße
bis zu fünftausend Euro geahndet werden.
§ 3
Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Bekanntmachung in Kraft und gilt bis zum
31.12.2026.
Stadt Köln
als örtliche Ordnungsbehörde
Beschlussvorlage Rat
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Dezernat, Dienststelle I/32/321 Vorlagen-Nummer 3384/2025 Freigabedatum 13.01.2026 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Ordnungsbehördliche Verordnung über das Offenhalten von Verkaufsstellen an Sonntagen im Jahr 2026 Beschlussorgan Rat Gremium Datum Beschluss: Der Rat beschließt gem. § 41 der Gemeindeordnung NRW in Verbindung mit § 6 des Geset- zes zur Regelung der Ladenöffnungszeiten (LÖG NRW) den Erlass der in der Anlage 1 beige- fügten Ordnungsbehördlichen Verordnung über das Offenhalten von Verkaufsstellen an Sonn- tagen für das Jahr 2026. Ausschuss für Wirtschaft und Digitalisierung 22.01.2026 Bezirksvertretung 2 (Rodenkirchen) 26.01.2026 Bezirksvertretung 3 (Lindenthal) 26.01.2026 Ausschuss Allgemeine Verwaltung und Rechtsfragen / Vergabe / In- ternationales 26.01.2026 Bezirksvertretung 1 (Innenstadt) 29.01.2026 Bezirksvertretung 7 (Porz) 29.01.2026 Rat 05.02.2026 2 *29.01.2026: Korrektur gemäß dem Antrag in Anlage 6 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Auswirkungen auf den Klimaschutz Nein Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung) Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung) Begründung: Für das Jahr 2026 haben fünf Interessengemeinschaften neun Anträge für das Offenhalten von Verkaufsstellen an Sonntagen im Stadtgebiet Köln eingereicht. Bei den Anträgen handelt es sich um die Anträge, welche lediglich für das Jahr 2026 gestellt wurden. Genehmigungsfähige Anträge der Interessengemeinschaften liegen nachfolgend vor für: Stadtbezirk 1: 1. Kernbereich Innenstadt, Stadtmarketing Köln, 06.12.2026, Weihnachten in Köln: Die Weihnachtsmärkte in der Kölner Innenstadt sind langjährige, traditionelle Veranstaltungen, welche erheblich mehr Besucher*innen – auch von außerhalb – anlocken als andere Märkte. Die prognostizierten 4 Mio. Besucher*innen verteilen sich auf die gesamte Dauer der Weih- nachtsmärkte (30 Tage). Somit würden - idealtypisch- etwa 133.000 Besucher*innen am Sonntag zu erwarten sein. Aufgrund der Erfahrung aus den vergangenen Jahren zählt das erste Adventswochenende allgemein als der frequenzstärkste Besuchertag der Weihnachts- zeit. Dagegen werden nur etwa 51.000 bis 57.000 Menschen speziell wegen der Ladenöffnung in die Innenstadt gezogen. Die Verwaltung hält den Antrag gemäß § 6 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 LÖG NRW auch im Lichte der Entscheidung des Verwaltungsgerichtes Köln vom 04.12.2018 und vom 17.12.2021 für geneh- migungsfähig. Auch das Bundesverwaltungsgericht hat zwei Sonntagsöffnungen anlässlich des großen Leipziger Weihnachtsmarktes bestätigt. 2. Kernbereich Innenstadt, Stadtmarketing Köln, 19.04.2026, FIBO Köln: Die Anlassbeschreibung legt bei der FIBO nachvollziehbar dar, dass diese Messe 2018 (mit 1.133 Aussteller*innen) mehr als 143.000 internationale Fach- und Privatbesucher*innen aus 120 Ländern nach Köln gezogen hat (https://www.fibo.com/de/FIBO/Abschlussbericht- 2018/793/). Sie ist die weltgrößte Messe für Fitness, Wellness und Gesundheit. 2025 erreichte die FIBO mit 1200 Ausstellern eine Gesamtbesucherzahl von 154.748, wobei Besucher*innen und Aussteller*innen aus 129 Ländern kamen. Dagegen werden nach den nachvollziehbar prognostizierten Besucherzahlen nur zwischen 43.610 und 49.035 Personen zum Einkaufen in die Kölner Innenstadt kommen. Insgesamt nimmt die FIBO eine Fläche von 160.000 qm ein. Nimmt man zur Messefläche die Veranstaltungsfläche von ca. 3.500 qm in der Innenstadt hinzu, wäre die Gesamtfläche der Veranstaltung deutlich kleiner als die Fläche der Geschäfte. Mit dieser Besucher*innenzahl und der Größe der Veranstaltung prägen die FIBO und die pa- rallel stattfindenden Aktionstage in herausragender Weise den öffentlichen Charakter der Messetage. Auch ein hinreichender räumlicher Bezug ist gegeben. Im vergleichbaren Düsseldorfer Fall 3 *29.01.2026: Korrektur gemäß dem Antrag in Anlage 6 haben das Verwaltungsgericht Düsseldorf und das Oberverwaltungsgericht NRW es, ange- sichts der innerstädtischen Hotelbelegung sowie der schnellen öffentlichen Verkehrsverbin- dungen zum Messegelände und den Orten der Aktionstage, genügen lassen, dass die Messe- hallen und die Düsseldorfer City auf diese Weise aufgrund der spezifischen örtlichen Verhält- nisse zu einer Einheit verklammert sind. Wörtlich heißt es in der Entscheidung des Oberver- waltungsgerichts „dass die öffentliche Wirkung der Messe in diese Bereiche ausstrahlt, weil dort eine Vielzahl der gerade von Messebesuchern und Ausstellern genutzten Hotels und Restaurants gelegen sind und öffentliche Verkehrsmittel eine schnelle wechselseitige Erreich- barkeit ermöglichen.“ Diese Gesichtspunkte hat das Stadtmarketing Köln in seinem Antrag auch für Köln nachvoll- ziehbar dargelegt. Da der Sachgrund des § 6 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 LÖG NRW aus Sicht der Verwaltung das öffentliche Interesse ausreichend belegt, ist der Antrag genehmigungsfähig. Stadtbezirk 2: 3. Treffpunkt Rodenkirchen; Rodenkirchener Sommertage, 12.07.2026: Bei der Veranstaltung handelt es sich um eine seit 40 Jahren etablierte Traditionsveranstal- tung und das größte Straßenfest im Kölner Süden. Mit einem hochkarätigen Bühnenpro- gramm, welches Kölner Top-Acts und lokale Künstler*innen präsentiert, zieht das Fest an zwei Tagen 30.000 bis 50.000 Besucher*innen an. Das Straßenfest umfasst zahlreiche Ver- kaufsstände, Kinderaktionen und Beiträge ortsansässiger Vereine, die den öffentlichen Raum beleben. Die Besucherzahl, die Rodenkirchen allein wegen des verkaufsoffenen Sonntages aufsuchen wird, dürfte angesichts der Größenordnung der Veranstaltung deutlich geringer ausfallen. Nach § 6 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 LÖG NRW ist der Antrag nach Ansicht der Verwaltung genehmi- gungsfähig. Stadtbezirk 3: 4. Interessengemeinschaft Sülz/Klettenberg, 26.04.2026; Bunt im Carrée: Die Veranstaltung „Bunt im Carrée“ findet zum zweiten Mal statt. Das Straßenfest bietet ein vielfältiges Programm mit einer Genussmeile und ausgefallenen Speisen und Getränken, verschiedene Vereinen mit Mitmach-Aktionen und einer Kunstausstellung. Sportangebote, kreative Workshops und kulturelle Beiträge wie Konzerte, Poetry Slams und Tanzvorführun- gen bereichern das Fest. Es wird Vorträge, Diskussionen und interaktive Formate zu dem Thema „Nachhaltigkeit“ geben. Rund 50.000 Besucher*innen werden erwartet, während die Verkaufsstellenöffnung nur rund 4.290 Besucher*innen anzieht. Nach § 6 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 LÖG NRW ist der Antrag nach Ansicht der Verwaltung genehmi- gungsfähig. 5. Interessengemeinschaft Sülz/Klettenberg, 18.10.2026; Kunst im Carrée: Die Veranstaltung „Kunst im Carrée“ wird mit einem verkaufsoffenen Sonntag eröffnet. In über 60 Geschäften und Galeriefenstern im gesamten Carrée präsentieren Künstler*innen ihre Werke zu einem bestimmten Thema. Besondere Attraktionen stellen die Vernissage im Pfarr- saal von St. Nikolaus, gefolgt von einem Kunst-Spaziergang und Familienführungen dar. Das Event umfasst fünf Open-Air-Bühnen mit kulturellem Programm, Mitmachaktionen für Kinder, einen Künstler*innen- und Designmarkt, sowie kreative Workshops. Zudem gibt es Konzerte, Licht- und Fotoinstallationen und künstlerische Darbietungen in verschiedenen Locations. Der Schwerpunkt liegt auf der Kunst und der Gemeinschaft im Stadtteil. Bei der zum 24. Mal stattfindenden Veranstaltung mit zahlreichen Präsentationen und Events im öffentlichen Raum werden 12.000–15.000 Besucher erwartet und damit deutlich mehr Be- sucher*innen als für im Hinblick auf die Verkaufsstellenöffnung. Nach § 6 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 LÖG NRW ist der Antrag nach Ansicht der Verwaltung genehmi- gungsfähig. 6. Ring Lindenthaler Geschäftsleute e.V., Street Gallery, 11.10.2026 4 *29.01.2026: Korrektur gemäß dem Antrag in Anlage 6 Die 28. Street Gallery in Lindenthal verwandelt über 50 Geschäfte entlang der Dürener Straße in Galerien. Am Eröffnungswochenende findet auf dem Karl-Schwering-Platz ein Veedels- Gourmetherbstfest statt. Zusätzlich gibt es eine Kunst- & Herbstrallye mit über 25 Stationen, an denen Besucher*innen Quizfragen beantworten können. Ein Kunstspaziergang führt ent- lang der Dürener Straße und zahlreiche weitere Attraktionen, wie Kinderaktionen, Konzerte und Walking Acts bereichern das Event. Die Veranstaltung zieht rund 24.000 Besucher*innen an und übersteigt damit die Anzahl der erwarteten Besucher*innen wegen der Verkaufsstellenöffnung von rund 4.100 erheblich. Nach § 6 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 LÖG NRW ist der Antrag nach Ansicht der Verwaltung genehmi- gungsfähig. Stadtbezirk 7: 7. Porz-Mitte, Porzity e. V., Porzer Mobilitätsfrühling* 31.05.2026: Der Porzer Mobilitätsfrühling findet seit über 32 Jahren statt und präsentiert neue Modelle zahlreicher ortsansässiger Autohäuser sowie Serviceleistungen von Dienstleister*innen (Glas, Reifen, Zubehör). Ergänzt wird das Event durch Angebote zu Fahrrädern und E-Bikes sowie Kinderbelustigungen und ein musikalisches Bühnenprogramm. In Zusammenarbeit mit Verei- nen aus Porz wird eine familienfreundliche und publikumswirksame Atmosphäre geschaffen. Parallel wird es ein Angebot an Essens- und Getränkeständen geben. Die Veranstaltung dient zudem der Standortsicherung des örtlichen Einzelhandels, steigert belegbar die Besucher*innenfrequenz und belebt die Innenstadt nachhaltig. Im Abschlussbe- richt „Integriertes Stadtentwicklungskonzept Porz Mitte (ISEK)“ vom 04.05.2018 ist die Gefähr- dung des Einzelhandels ausführlich dokumentiert (Abschlussbericht ISEK, Seiten 20-23). Die Gefährdungssituation bezieht sich auf das gesamte Bezirksteilzentrum Porz. Aufgrund der konkreten Gefährdungssituation des Einzelhandels in Porz-Mitte (Leerstände, Kaufkraftab- flüsse, Rückgang von Einzelhandelsflächen) ist die Sonntagsöffnung ein geeignetes Instru- ment zur Förderung des Standorts. Die Genehmigung stützt sich auf § 6 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 sowie Nr. 2 bis 4 LÖG NRW. Der An- trag ist aus Sicht der Verwaltung genehmigungsfähig, siehe auch die Vorlage Session-Nr. 2533/2018. 8. Porz-Mitte, Porzity e. V, Musikalischer Herbstmarkt*, 13.09.2026: Der Musikalische Herbstmarkt ist ein seit über 40 Jahren etabliertes Fest in der Porzer Innen- stadt, organisiert von der Innenstadtgemeinschaft Porz-Mitte in Zusammenarbeit mit dem Bür- gerverein Porz-Mitte und bietet ein abwechslungsreiches Programm für die ganze Familie. Auf der Bühne am Friedrich-Ebert-Platz treten lokale Bands, Chöre, Solo-Künstler*innen sowie Projekte der Musikschule Porz und des Jugendzentrums Glashütte auf. Zahlreiche gastrono- mische Stände sorgen für eine vielfältige Auswahl an Speisen und Getränken, während sich Porzer Betriebe, Vereine und soziale Einrichtungen präsentieren und zum Mitmachen einla- den. Für Kinder gibt es ein eigenes Programm mit Hüpfburg, Karussells, Clown oder Puppen- theater sowie Aktionen wie Kinderschminken und Bastelangebote. Durch die enge Zusam- menarbeit vieler ortsansässiger Vereine entsteht ein buntes Familien- und Kulturfest. Den nachvollziehbar prognostizierten 9.000 Besucher*innen wegen der Veranstaltung des Musika- lischen Herbstes stehen nur ca. 4.500 Besucher*innen wegen der Verkaufsstellenöffnung ge- genüber. Auch hier stützt sich die Genehmigung auf § 6 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 LÖG NRW, da das Fest eine öffentliche, traditionell verankerte Veranstaltung ist, die den Sonntagscharakter prägt. Die Verwaltung hält den Antrag für genehmigungsfähig. 9. Porz-Mitte, Porzity e. V., Porzer Adventsmarkt 13.12.2026: Der traditionelle Porzer Adventsmarkt findet seit über 20 Jahren in der Porzer Innenstadt auf Hermannsplatz, Josefstraße und Bahnhofstraße statt. Regionale Aussteller*innen werden Kunstgewerbe, Handarbeiten, Schnitzereien und Dekorationsartikel anbieten. Für Kinder gibt es extra Unterhaltungsprogramm, welches unter anderem eine Vergabe der Wunschbaumak- tion beinhaltet. Zusätzlich wird es einen Glühweinstand geben. Porzer Vereine beteiligen sich 5 *29.01.2026: Korrektur gemäß dem Antrag in Anlage 6 aktiv an dem Programm des Adventsmarktes. Die Veranstaltung zieht jährlich zahlreiche Be- sucher*innen an und ist ein fester Bestandteil des Porzer Veranstaltungskalenders. Den nach- vollziehbar prognostizierten 9.000 Besucher*innen des Adventsmarktes stehen ca. 4.500 Be- sucher*innen wegen der Verkaufsstellenöffnung gegenüber. Die Veranstaltung dient zudem der Standortsicherung des örtlichen Einzelhandels, steigert belegbar die Besucher*innenfrequenz und belebt die Innenstadt nachhaltig. Im Abschlussbe- richt „Integriertes Stadtentwicklungskonzept Porz Mitte (ISEK)“ vom 04.05.2018 ist die Gefähr- dung des Einzelhandels ausführlich dokumentiert (Abschlussbericht ISEK, Seiten 20-23). Die Gefährdungssituation bezieht sich auf das gesamte Bezirksteilzentrum Porz. Aufgrund der konkreten Gefährdungssituation des Einzelhandels in Porz-Mitte (Leerstände, Kaufkraftab- flüsse, Rückgang von Einzelhandelsflächen) ist die Sonntagsöffnung ein geeignetes Instru- ment zur Förderung des Standorts. Die Genehmigung stützt sich auf § 6 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 sowie Nr. 2–4 LÖG NRW. Der Antrag ist aus Sicht der Verwaltung genehmigungsfähig, da der Adventsmarkt zum einen den öffentli- chen Charakter des Sonntages prägt und zum anderen der Gefährdung des örtlichen Einzel- handels durch Standortsicherung und Belebung der Innenstadt entgegenwirkt. Weitere Anträge und Stadtbezirke Nicht genehmigungsfähige Anträge der Interessengemeinschaften liegen nicht vor. Es wird beabsichtigt einen weiteren verkaufsoffenen Sonntag im Jahr 2026 im Stadtbereich Kalk durchzuführen. Sobald eine hinreichende Konkretisierung der Planungen vorliegt, wird die Verwaltung dem Rat voraussichtlich im Frühjahr eine gesonderte Vorlage zur Entschei- dung vorlegen. Stellungnahmen/Ergebnis Mit E-Mail vom 10.11.2025 wurde den Institutionen nach § 6 Abs. 4 LÖG NRW (Gewerkschaf- ten, Kirchen, IHK zu Köln, Handelsverband Aachen - Düren - Köln und der Handwerkskammer zu Köln) Gelegenheit zur Stellungnahme, bis einschließlich 21.11.2025, zu den Anträgen ge- geben. Die Industrie- und Handelskammer zu Köln hat mit Schreiben vom 19.11.2025 Stellung bezo- gen. Im Ergebnis unterstützt die Industrie- und Handelskammer zu Köln alle gestellten An- träge der Interessen- und Werbegemeinschaften und sieht die gesetzlichen und höchstrichter- lichen Anforderungen bzw. Genehmigungsvoraussetzungen von Sonntagsöffnungen als erfüllt an. Die Kirchen haben sich jeweils mit Schreiben vom 21.11.2025 (Anlage 8, Stellungnahme des Katholikenausschusses und Anlage 9, Stellungnahme des Evangelischen Kirchenverbandes) einstimmig geäußert. Sie tragen vor, dass Sonntagsöffnungen aus der Sicht der Kirchen we- der kulturell noch wirtschaftlich erforderlich sind und die Sonntagsruhe stören. Trotz ihrer grundlegenden ablehnenden Haltung gegenüber den Sonntagsöffnungen stufen sie die An- träge allerdings als nachvollziehbar und der aktuellen Rechtslage entsprechend ein. Weitere Stellungnahmen sind der Verwaltung, innerhalb der Frist, nicht zugegangen. Die Verwaltung ist auch nach Abgabe der zuvor erwähnten Stellungnahmen von der Geneh- migungsfähigkeit der Anträge überzeugt und empfiehlt dem Rat der Stadt Köln, die als Anlage 1 beigefügte Ordnungsbehördliche Verordnung über das Offenhalten von Verkaufsstellen auf dem Gebiet der Stadt Köln zu genehmigen. Die Verwaltung stellt sicher, dass, soweit Anlässe einer Marktfestsetzung oder einer Son- dernutzungserlaubnis bedürfen, diese rechtzeitig von den Veranstaltern beantragt und von der Verwaltung festgesetzt werden. 6 *29.01.2026: Korrektur gemäß dem Antrag in Anlage 6 Begründung der Dringlichkeit Eine zeitnahe Beschlussfassung ist erforderlich, um den Interessen- und Werbegemeinschaf- ten eine Planungs- und Rechtssicherheit für die Durchführung der gewünschten Termine zur Sonntagsöffnung zu gewährleisten. Die ersten beiden Veranstaltungen finden bereits im April 2026 statt. Eine frühere Einbringung der Vorlage konnte unter anderem aufgrund der Neukon- stituierung der Gremien und Ausschüsse nicht erfolgen. Anlagen: Anlage 1 RVO Anlage 2 Anträge Innenstadt Anlage 3 Antrag Rodenkirchen Anlage 4 Anträge Sülz-Klettenberg Anlage 5 Antrag Lindenthal Anlage 6 Anträge Porz Anlage 7 Stellungnahme IHK Köln Anlage 8 Stellungnahme Katholikenausschuss Anlage 9 Stellungnahme Evangelischer Kirchenverband
Anlage 3 Antrag Rodenkirchen
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Sonntagsöffnung zu den
Rodenkirchener Sommertagen 2026
Termin: Sonntag,12.7.2026 von 13-18 Uhr
Antrag: Sonntägliche Öffnung der Verkaufsstellen
Ort: Stadtteil Rodenkirchen
Örtliche Ausdehnung der Geschäftsöffnung: Hauptstr. zwischen
Kirchstr. (mit Rheingalerie-Platz) bis Walter-Rathenaustraße (mit
Rathausplatz). Maternusstraße von Hauptstr. bis Bahnhof Inklusive
Maternusplatz ; Barbarastr. Bis Einfahrt Tiefgarage vom
Sommershof.
Ausrichter: Treffpunkt Rodenkirchen e.V.
Rechtsgrundlage: Ladenöffnungsgesetz 2018 Nordrhein-Westfalen
Anlass: Rodenkirchener Sommertage
1. Beschreibung Veranstaltung/ Anlass:
Die Rodenkirchener Sommertage finden seit rund 40 Jahren statt.
Seit 2006 unter dem Namen „Rodenkirchener Sommertage“.
Diese Rodenkirchener Traditionsveranstaltung ist die wichtigste
und grösste Strassenfest -Veranstaltung im Kölner Süden. Bis ca.
2010 wa r immer die Ausgestaltung als Verkaufsoffende Sonntag
gewählt. Danach stand der Fokus stark auf der Darstellung der
Unternehmen auf der Straße gelegt und auf die Beantragung einer
Sonderöffnung verzichtet
Durch Corona beobachteten wir einen verstärkte Fre quentierung
der stationären Handels. Häufig gepaart mit der Erkenntniss des
Konsumenten, daß der Einzelhandel nicht mehr in der Art existent
ist, wie die Konsumenten noch vor 10 Jahren kannten.
Kunden die sich in der nahen Vergangenheit Onlinehandel
zugewandt hatten erlangten wieder deutlich mehr Bezug zum
stationären Handel.
Wie in den vergangenen Jahren werden die Rodenkirchener
Sommertage ein Fest an 2 Tagen sein. Eine Strassensperrung der
zentralen Bereiche in Rodenkirchen erzeugt den typischen
Strassenfestcharakter.
Auf der zentralen Bühne, (in 202 5 auf dem Kreuzung Hauptstr.
Ecke Barbarastr.) findet ein hochkarätiges Bühnenprogramm statt,
in dem jedes Jahr Top -Akteure der kölner Musikszene vertreten
sind.
Dieser Umstand zieht über die Rodenkirchener Grenzen hinweg
jeden Jahr 30.000 bis 50.000 Besucher an den 2 Tagen nach
Rodenkirchen.
Das Bühnenprogramm umfasst Kölner Top-Akts und lokal-etablierte
Amateur-Akts.
An dem Straßenfest wirkten viele ortsansässigen Institutionen mit.
Vereine (Turn Verein Rodenkirchen, Rheinbogenstiftung,
Karnevalvereine u.a.) präsentieren sich.
Der Turnverein Rodenkirchen stellt eine große Fläche zur
Kinderbespassung bereit. Hüpfburgen, eine Wasserrutsche und
geschiclichkeitsspiele sind ein typisches Programm, daß von TVR
angeboten wird. .
Eine Vielzahl von kleinen Verkaufsständen lädt auf der
Hauptstrasse zum flanieren ein.
Eine st arke Mediale Aufmerksamkeit im kölner Süden wird jedes
Jahr erzeugt.
2. und 3. Begründung des Öffentlichen Interesses: Erhalt,
Stärkung und Entwicklung eines vielfältigen stationären
Einzelhandelsangebots und zentraler Versorgungsbereiche:
Rodenkirchen ist gemäß des Einzelhandelskonzepts der Stadt Köln
von 2013 das Oberzentrum des Stadtbezirks Rodenkirchen.
Demnach werden in Rodenkirchen zentrale Versorgungsbereiche
vorgehalten. Deren Erhalt und Stärkung sind im öffentlichen
Interesse der St adt Köln und werden mit zahlreichen
Veranstaltungen wie der Rodenkirchener Kunstmeile,
Rodenkirchener Weinwoche, Kulturfrühling@Rodenkirchen,
Rodenkirchener Sommertagen, Rodenkirchener LifestyleTag,
Rodenkirchener Martinsmarkt, Winterzauber in Rodenkirch en und
Krippenweg nachhaltig gestärkt. Oben ist die räumliche
Ausdehnung der sonntäglichen Ladenöffnung auf die zentralen
Bereiche im Stadtteil Rodenkirchen definiert. Daher führt die
Aktionsgemeinschaft Rodenkirchen e.V. auch mit ihrer eigenen
Markenbildung „Treffpunkt Rodenkirchen mit dem Roten Punkt“ im
Rahmen der Umsetzung des Stadtteilentwicklungskonzeptes
zahlreiche Maßnahmen zur Stärkung der Zentrenfunktion
Rodenkirchens als Einzelhandelsstandort und zur Profilierung als
der Gastronomie - und Ausgehst andort durch, was zunehmend
auch in das Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger rückt.
Die Veranstaltungen der Aktionsgemeinschaft in Verbindung mit
den verkaufsoffenen Sonntagen gibt die Möglichkeiten die Vielfalt
des Rodenkirchener Einzelhandels zu pr äsentieren und damit im
Bewusstsein der Bürgerinnen, Bürger und Besucher Rodenkirchens
zu verfestigen. Die Veranstaltungen und verkaufsoffenen Sonntage
tragen dazu bei, die neuen Bürgerinnen und Bürger in das
gesellschaftliche, kulturelle und wirtschaftlic he Leben von
Rodenkirchen einzubinden und ihnen vielfältige und attraktive,
stationäre Versorgungsstrukturen in ihrem Lebensumfeld und eine
deutliche Alternative zum wachsenden Online -Handel
aufzuzeigen.
Hier wurden immer wieder vom örtlichen Handel po sitiv erwähnt,
dass die drei Sonntagsöffnungen im Jahr in der Vergangenheit
Besucher aus anderen Stadtteilen angezogen hatten und dies
nachweislich zur Neukundengewinnung beigetragen hat. Diese
belegt, dass Sonntagsöffnungen die Strukturen des
Rodenkirchener Einzelhandels stärken und fördern.
Gleichzeitig soll sich Rodenkirchen als attraktiver Handelsstandort
für weitere Neuansiedlungen zur Erweiterung des standorttypischen
Branchenmixes durch eine hohe Besucherfrequenz empfehlen. Im
Jahr 2012/2013 ware n laut Zentrenkonzept 130
Einzelhandelsbetriebe angegeben. Durch Inhaber -Aufgabe und
andere strukturelle Probleme betreiben derzeit knapp 115 Betriebe
Sortimente mittel- und langfristigen
Bedarfs. An bisherige Standorte von Einzelhandelsbetrieben sind
zwischen 2012-2018 allein im Stadtteil Rodenkirchen neun
Maklerbüros eingezogen. Diese Tendenz belegt auch das aktuell in
Arbeit befindliche Einzelhandelskonzept der Stadt Köln. Das
vielfältige Einzelhandelsangebot in Rodenkirchen hat also trotz
überwiegend noch belegter Ladenlokale leider stark abgenommen.
4. Begründung Öffentliches Interesse: Belebung Ortskerne und
Stadtteilzentren
Rodenkirchen als Handelsstandort steht seit über zwei Jahren unter
nachprüfbarem Druck. Von den gut 80 Ladenlokalen stehen seit gut
12 Monaten z.T. ca. 11% der Lokale leer (Siehe auch Leerstands -
Dokumentation) im Vergleich war Jahre 2012/2013 angegeben mit
2% (seite308 https://www.stadt -
koeln.de/mediaasset/content/pdf15/teil_b2_stadtbezirk_rodenkirche
n.pdf). Ursache sind der Rückzug älterer Inhaber, d.h. nicht
erfolgter Inhaberwechsel. Hinzu kommen Kaltmieten, die für
potentielle Nachmieter am Markt nicht darstellbar sind. (Siehe
Kurzdokumentation).
Diese Leerstände beeinträchtigen die Magnet -Funktion des
Rodenkirchener Einzelhandels als Frequenzbringer. Dennoch
verfügt Rodenkirchen als größter Stadtteil im gleichnamigen
Stadtbezirk 2 für ein Oberzentrum immer noch ungewöhnlich große,
vielfältige und weiterwachsende Anzahl qualitativ hochwertige
inhabergeführter Fachgeschäfte und ist stets bemüht, gemeinsam
mit den Immobilieneigentümern neue Fachgeschäfte ansiedeln zu
lassen. Diese Ansiedlungen erfolgen jedoch zum Teil in den
Nebenlagen außerhalb der Hauptstraße, was von der Bevölkerung
dann partiell gar nicht wahrgenommen und geschätzt wird.
5. Begründung Öffentliches Interesse: Überörtliche Sichtbarkeit
als attraktiver und lebenswerter Standort
Rodenkirchen ist gerade an Sonn- und Feiertage ein touristischer
Standort. So wird der Ort wegen seiner topo- und geographischen
Besonderheiten (Vor allem: Rheinlage mit ausgeprägter touristisch
angelegter Gastronomie für Nah -Erholer aus dem Umland, aber
auch Spazierwege wie Forstbotanischer und Finkens Garten)
besucht. Daher betreibt die AG Rodenkirchen e.V. mit und für ihre
Mitglieder auch die touristische Sichtbarkeit des Stadtteils. Hierzu
werden in den Geschäften und Gastronomie in Rodenkirchen an
dem beantragten Sonntag 12.7.2026
Marketingmaßnahmen
"Besuch uns in Rodenkirchen - wo Sonst?" mit Aufklebern und
Aufstellern, Displays etc. betrieben, um Naherholung suchende
auswärtige Besucher aus dem Umland vom attraktiven Freizeit- und
Wochenend-Standort Rodenkirchen zu begeistern. So bringt der
verkaufsoffene Sonntag aufgrund geöffneter Geschäfte mehr
Reichweite für die Besucher, die sich an dem Tag in und über
Rodenkirchen informieren.
Anlage: Bericht vom Kölner Stadtanzeiger über die vorletzte
Veranstaltung.
https://www.ksta.de/koeln/rodenkirchen/auftakt-am-verkaufsoffenen-sonntag-65-kuenstler-
stellen-bei-kunstmeile-in-koeln-aus-37530596
(für die Treffpunkt Rodenkirchen e.V.)
Bei den Rodenkirchener Sommertagen herrscht Straßenfestatmosphäre mitten
im Veedel. Die nächste Ausgabe am 5. Juli soll familiärer werden.
Das Straßenfest Rodenkirchener Sommertage wird sich rund um die Hauptbühne an
der Hauptstraße, Ecke Barbarastraßeabspielen. Eine kleinere Bühne wird auf dem
Maternusplatz aufgebaut. „Das haben sich viele so gewünscht“, erklärt Petra
Walterscheidt. In den letzten Jahren war die große Bühne auf dem Maternusplatz
angesiedelt, so dass die Hauptstraße weniger gut besucht war. Besonders freut die
Geschäftsfrau und Mitorganisatorin, dass sich in diesem Jahr wieder viele Geschäfte
entlang der Hauptstraße beteiligen. Nicht bespielt wird in diesem Jahr der Platz an
der Rheingalerie. Hier soll der Parkplatz zum Abstellen der Fahrräder und für mobile
Toiletten genutzt werden. „Wir wollten das Fest deutlich kleiner halten. Die
Hauptstraße wird vom Kreisel in beide Richtungen bespielt“, sagt aus dem Vorstand
Wolfgang Behrendt.
Die ansässigen Karnevalsvereine werden nicht nur mit ihren Plaggen für ein buntes
Bild sorgen. „Sie unterstützen uns auch beim Ausschank, wie die KG Kapelle Jonge
aus Weiß und die KG Der Reiter aus Hochkirchen“, sagt Behrendt, der auch zum
Bühnenprogramm beitragen wird. 300 Sitzplätze verteilen sich auf dem
Maternusplatz rund um die Getränkestände. An eingedeckten Tischen können hier
verschiedene Köstlichkeiten auf Rodenkirchens „Gourmetmeile“ erworben werden.
Platz und Spaß ist hier für die Kinder mit Hüpfburg, Trampolin, Animation und einem
Karussell. „Die kleine Bühne hier ist mehr zum Zuhören. Das Programm ist ein wenig
leiser und beschaulicher“, ergänzt Detlef Lauenstein, der das musikalische
Programm zusammen gestellt hat. Inhaltlich sollen als roter Faden die Kinder mit
Kinderliedern und Tanzvorführungen einbezogen werden. „Das Straßenfest wird
wieder mehr zum Familienfest“, so Walterscheidt.
Die kleine Bühne am Maternusplatz und die große „Marc Schmitz“-Bühne an der
Barbarastraße werden im Wechsel bespielt. Unter anderem sind am Samstag Georg
und die Pänz, Kocki un Schäng, Marie, das Cologne Salon Rockester und der
Rodenkirchener Simon Schwieren dabei. Am Sonntag hält „der kölsche Diakon“,
Willibert Pauels, um 12.45 Uhr auf der großen Bühne eine Messe auf Kölsch. Der
Büttenredner im Kölner Karneval widmet sich seit 2014 als Diakon seelsorgerischer
Arbeiten. Die 3 Söck nehmen nach 40 Jahren auf der Bühne Abschied. Die
Blaskapelle Eefelkamp möchte eine Polonäse über den Maternusplatz organisieren.
Als weiterer bekannter Name stehen am Sonntag die Räuber auf der großen Bühne.
Die Rodenkirchener Sommertage dauern von Samstag, 5. Juli, von 14 bis 22 Uhr,
Sonntag ist von 12 bis 19 Uhr Programm geplant.
Anlage 5 Antrag Lindenthal
30126 Zeichen
Beachte:
Maximal drei verkaufsoffene Sonntage im Jahr in Köln (Selbstbeschränkung durch
Beschluss des Kölner Rates; zu beachten ist ebenfalls die angelegte Liste gesperrte
Feiertage)
Bitte beachten Sie als Interessengemeinschaften, dass die Werbung für Ihre
Anlassveranstaltung im Vordergrund steht. Werbung für die Verkaufsstellenöffnung muss
eine untergeordnete Rolle spielen. Beispiele für eine geeignete Werbemaßnahme
entnehmen Sie der Anwendungshilfe des Wirtschaftsministeriums. Verstößen wird im Wege
des Verwaltungszwangsverfahrens begegnet werden.
Antragsteller: Ring Lindenthaler Geschäftsleute e.V.
„Lindenthal“
Bezeichnung des Anlass: Örtliches Fest:
28. Street Gallery & Herbstfest
mit großer Kunst-Rallye, Kreativ- und
Spieleland und Künstlerviertel
Anlassbeschreibung: Street Gallery & Lindenthaler
Herbstfest – Ein Fest für die ganze
Familie!
Der RLG e.V. freut sich, auch im Jahr
2026 die beliebte Street Gallery &
Lindenthaler Herbstfest in Lindenthal
zum 28. Mal auszurichten!
Die 28. Street Gallery – Kunst ist
Tradition in Lindenthal!
Vom Freitag, 9. Oktober, bis Sonntag,
24. Oktober 2026, verwandelt sich die
Dürener Straße erneut in eine lebendige
Kunst- und Erlebnismeile, die
Besucherinnen und Besucher aus nah
und fern begeistert. Über 50 Geschäfte
entlang der Dürener Straße sowie in
den Seitenstraßen schaffen wieder Platz
für die KUNST und werden zu Galerien.
Das Lindenthaler Herbstfest – NEU
seit 2022 und schon Tradition!
Die Street Gallery wird auch in diesem
Jahr wieder am Eröffnungswochenende
vom 9. bis 11. Oktober von dem
Lindenthaler Herbstfest begleitet. Das
Veedels-Gourmetherbstfest auf dem
Karl-Schwering-Platz steht ganz im
Zeichen kulinarischer Genüsse, mit
Winzermeile, Cocktail-Stand, vielfältigen
Foodständen und einem Kinderkarussell.
Das Fest ist ein fröhliches Treffen für
Familien und alle, die das Veedel lieben
und kennenlernen möchten. EVENT-
Shopping ist hier Programm!
Ausgedehnte Veranstaltungsfläche
am Sonntag, 11. Oktober – Kreativ-
Spieleland, Rallye und weiteren
Attraktionen!
Am Sonntag wird das Fest durch ein
großes Rahmenprogramm auf die
gesamte Dürener Straße zwischen
Falkenburg- und Universitätsstraße
sowie Teile des Lindenthalgürtels
ausgeweitet. Die geschätzte
Besucherzahl an diesem Tag liegt
bei ca. 24.000, was die Veranstaltung zu
einem der größten Events in Lindenthal
macht – sechsmal so viel wie an einem
regulären Einkaufstag!
Das große
Rahmenprogramm
Kunst- & Herbstrallye: Über 25
Stationen entlang der Dürener
Straße bieten Quizfragen und
Aufgaben für Kinder und
Erwachsene. Alle
Teilnehmer*innen erhalten eine
kostenlose Quizkarte am
Infostand (Eingang Kreativ- &
Spieleland) und in den
Geschäften. Bei richtiger
Beantwortung gibt es Loskarten
für die Tombola.
Vernissage &
Kunstspaziergang: Über 50
Geschäfte präsentieren ihre
Kunstwerke, begleitet von einem
kunstvollen Spaziergang, der in
diesem Jahr noch größer und
beeindruckender sein wird.
Voting für das schönste
Lindenthal-Motiv: Vom 9. bis 24.
Oktober können Besucherinnen
und Besucher auf der Veedels-
Website www.lindenthal.info für
ihr Lieblingsmotiv abstimmen und
tolle Preise gewinnen, auch die
besten drei Motiven und deren
Künstler werden mit einem
Gewinn belohnt. Im letzten Jahr
gaben über 1800 Personen Ihre
Stimme ab.
Der Traditioneller Kunst-
Katalog: Der hochwertige und
116-Seitige Kunst-Katalog ist
nicht wegzudenken und zeigt auf
der einen Seite den Künstler und
seine Vita und Kunst und auf der
anderen Seite das passende
Geschäft inkl. ausführlicher
Beschreibung und Foto des
Ladenlokals. So sollen sowohl
die Künstler als auch die
Geschäfte der Straße in den
Fokus gerückt werden und für
das Lokale Shoppen und die
Verbindung zwischen Handel,
Gastronomie und Kunst zeigen.
Es werden ca. 3000 Exemplare
gedruckt und verteilt. Der
Kunstkatalog wird ebenfalls in die
Stadtbibliothek aufgenommen.
Kreativ- & Spieleland – Spaß
für alle! NEU seit 2022!
Am Sonntag, 11. Oktober, wird
ein Teil der Dürener Straße (Karl-
Schwering-Platz bis Classen-
Kappelmann-Straße) für
das Kreativ- &
Spieleland gesperrt. Hier können
Kinder, Jugendliche und
Erwachsene an zahlreichen
kostenfreien Attraktionen
teilnehmen, darunter z.B.:
o Blumenpflanz- und
Bastelaktionen mit Rheinenergie
o Forscherlabor und Mitmach-
Stationen
o Fotoshooting mit „Ulli der Bulli“
(Sparkasse KölnBonn)
o Torwandschießen mit den Kölner
Haien
o Kindereisenbahn
o Und viele mehr
Walking-Acts auf der Dürner
Str. sorgen für Stimmung.
o Eine Dixie Band sorgt am
Sonntag auf der ganzen
Veranstaltungsfläche, entlang der
Dürener Str. als Walking Act, für
eine schöne musikalische
Unterhaltung.
o Als weiteres Walking Act werden
am Sonntag zwei Orgelspieler
und lustige Clowns mit
Luftballons Künsten, entlang der
Dürener Str., Klein und Groß
unterhalten und so für eine
fröhliche Stimmung sorgen.
o Zudem fährt den ganzen Sonntag
eine Kindereisenbahn über die
Straße von der Classen-
Kappelmann-Str. bis zum
Dürener-Str-/Gürtel
Parallel zu den Veranstaltungen der
Street Gallery & Herbstfest, sollen am
Sonntag von 13 bis 18 Uhr auch die
Geschäfte geöffnet sein dürfen.
Da wir bereits an einem vergleichbaren
Fest im Frühling eine
Passatenfrequenzzählung durch die
CIMA am Sonntag durchgeführt haben,
die ein Besucherpotential ergeben hat,
das mindestens doppelt groß ist wie die
Zahl regulärer Einkaufsbesucher an
einem Werktag (Details: s. „Quellen-
angabe und die Belege“ sowie die
separate Auswertung der CIMA),
können wir dies auch für das
Herbstfest, auf dem Karl-Schwering-
Platz, als Größe heranziehen, da diese
Veranstaltung, die gleiche Größe und
Güte wie das Frühlingsfest hat und
somit ein ähnlich hoher Wert zu
erwarten ist.
ZUSÄTZLICH NEU! Seit dem Jahr
2022 wird das Fest am Sonntag
ausgedehnt und die gesamte Dürener
Straße zwischen Falkenburg- und
Universitätsstraße und Teile des
Lindenthalgürtels als
Veranstaltungsfläche bespielt. Durch die
deutliche Ausweitung des
Veranstaltungsfläche und den neuen
Aktionen und Attraktionen, ergibt sich
aufgrund neuer Berechnungen, eine
Besucherzahl an dem Sonntag von
ca. 24.000 Besucher*innen und ist
somit 6mal so groß wie an einem
vergleichbaren Einkaufstag.
Bildet die Anlassveranstaltung den Hauptgrund
für Besucher/Besucherinnen die Veranstaltung
zu besuchen oder steht die Ladenöffnung im
Vordergrund?
Die Verwaltung muss insbesondere darlegen, dass und wie die
hinter den in § 6 Abs. 1 S. 2 Nr. 2 bis 5 LÖG NRW genannten
öffentlichen Interessen durch die Ladenöffnung an Sonn- und
Feiertagen gefördert werden können. Dabei ist vor allem
herauszuarbeiten, warum das Umsatz- oder Shoppinginteresse
hierbei nicht im Vordergrund steht.
X ja
☐ nein
(wenn nein, keine Aussicht auf Erfolg für
eine Genehmigung durch den Rat der
Stadt Köln)
Bei dem Anlass handelt es sich um: X eine historische Veranstaltung
X eine Veranstaltung, welche zum
stattfindet
☐ erstmalig stattfindende Veranstaltung
Besteht ein unmittelbar räumlicher und
zeitlicher Bezug zur Anlassveranstaltung und
den zur Öffnung vorgesehenen
Verkaufsstellen?
Hinweis: Von einer räumlichen Nähe ist regelmäßig
insbesondere dann auszugehen, wenn die örtliche Veranstaltung
in den Straßenzügen, die zur Ladenöffnung vorgesehen sind,
stattfindet.
Eine zeitliche Nähe besteht dann, wenn die örtliche
Veranstaltung am selben Tag, nicht notwendig zeitgleich, jedoch
zeitlich überlappend stattfindet.
Zwischen Veranstaltung und Verkaufsstellenöffnung muss ein
angemessenes Verhältnis bestehen. Die in der Vergangenheit
geschaffenen Anlässe um eine Verkaufsstellenöffnung zu
erreichen, wie z.B. der Flohmarkt auf einem Möbelhausgelände,
sogenannte Bauernmärkte mit 10 Zeltverkaufsstellen von
Reisegewerbetreibenden, Grillfest (Spanferkelgrillen) in einem
Gewerbegebiet, Hüpfburgen- und Eiertierveranstaltungen
werden nicht genügen, Verkaufsstellenöffnungen zu
genehmigen. Orientieren Sie sich hier an die vom Rat zuletzt
genehmigten Anlässe.
Räumliche Nähe ist gegeben bei örtlichen Veranstaltungen in
den Straßenzügen, die zur Ladenöffnung vorgesehen ist;
Gesamtveranstaltungsbereich einschl. Verbindungs- und
Nebenstraßen, wenn die Veranstaltungsorte über diesen Bereich
verteilt sind; eine Ausweitung über den Bereich hinaus, wird
nicht genehmigungsfähig sein;
X ja
☐ nein (wenn nein, keine Aussicht auf
Erfolg für eine Genehmigung durch den
Rat der Stadt Köln)
Zieht die Anlassveranstaltung mehr Besucher
als die der Verkaufsstellenöffnung?
Fragestellung wird trotz Wegfall der Besucherprognose gestellt
(vgl. Beschluss des VG Düsseldorf v. 22.05.2018);entgegen der
Anwendungshilfe; juristische Bewertung der Verwaltung;
X ja
☐ nein (wenn nein, keine Aussicht auf
Erfolg für eine Genehmigung durch den
Rat der Stadt Köln)
Besucher wegen Anlassveranstaltung:
Besucher wegen Verkaufsstellenöffnung:
Veranstaltungsfläche:
Verkaufsfläche:
24.000 am Sonntag
4.105
Dürener Str. (Falkenburgstr. bis
Universitätsstr., einschl. 75 Meter
links und rechts der Fahrbahn)
Karl-Schwering-Platz
Dürener-Str. vom Karl-Schwering-
Platz bis zur Herbert-Lewin-Str.
gesperrt
Platz vor Café Heinemann (Dürener
Straße/ Ecke Hans-Sachs-Straße)
Kath. Kirche St. Stephan (Bachemer
Str.)
Quellenangabe und Belege zu
Besucheraufkommen, Veranstaltungsfläche
und Verkaufsfläche:
Das OVG Münster verlangt, dass sich die Stadt Köln in einer für
die gerichtliche Überprüfung nachvollziehbaren und
Für die Dürener Straße ergibt die
Passantenfrequenzmessung aus dem
Retailbericht B-Lagen Köln 2018 der
Firma Larbig & Mortag Immobilien GmbH
eine Zahl von 821 Passanten je Stunde.
dokumentierten Klarheit über Charakter, Größe und Zuschnitt
der Veranstaltung verschafft (auch hier VG Düsseldorf) Daraus lässt sich ableiten, dass an
einem Sonntag mit fünfstündiger Öffnung
der Geschäfte 4.105 Einkaufsbesucher
zu erwarten sind. Damit ergibt sich eine
erste Näherungsgröße für die zu
vergleichenden Besucherströme.
Beim 1. Lindenthaler Frühlingsfest wurde
von der CIMA am Sonntag, den
19.05.2019 eine
Passantenfrequenzzählung
durchgeführt. Bis zum Einsetzen von
Regen und Gewitter wurden je 30
Minuten 500 bis 900 Besucher, im
Durchschnitt pro Stunde also 1.400
Personen gezählt. Die CIMA schreibt in
Ihrem Abschlussbericht, dass bei gutem
Wetter mit bis zu 1.200 Besucher je 30
Minuten zu rechnen gewesen sei. Im
Durchschnitt pro Stunde sind dies 1.700
Personen, im Zeitraum von 5 Stunden
also 8.500 Festbesucher und damit
mehr als doppelt so viele wie bei der
Passantenfrequenzmessung aus dem
Retailbericht B-Lagen Köln 2018 der
Firma Larbig & Mortag Immobilien
GmbH.
Die Auswertung der CIMA ist als
separate PDF-Datei beigefügt.
Da die Veranstaltung, Herbstfest auf
dem Karl-Schwering-Platz, die gleiche
Größe und Güte wie das Frühlingsfest
hat können wir dies auch für das
Herbstfest, auf dem Karl-Schwering-
Platz, als Größe heranziehen, und
somit ein ähnlich hoher Wert zu
erwarten ist.
Durch die räumliche Ausdehnung des
Festes auf die Dürener Straße sowie die
inhaltliche Erweiterung um die
Familien-Rallye und das Kreativ- und
Spieleland am Sonntag, ergibt sich
aufgrund neuer Berechnungen, eine
Besucherzahl an dem Sonntag von
ca. 24.000 Besucher*innen und ist
somit 6mal so groß wie an einem
vergleichbaren Einkaufstag
(Samstag).
Auch die Teilnahme großer Intuitionen
und Vereinen und dem großen Interesse
an der Veranstaltung, zeigt, dass diese
Veranstaltung mehr als erfolgreich läuft
und viele Besucher*innen anzieht.
Eine Zählung der
Veranstaltungsbesucher der Street
Gallery in den zurückliegenden Jahren
wurde leider nicht durchgeführt. Auch die
zahlreichen Pressemeldungen nennen
leider keine konkreten Besucherzahlen.
Anhand der nachfolgenden
Informationen soll jedoch der prägende
Charakter der “Street Gallery“ belegt
werden und die Zahl der
Veranstaltungsbesucher nachvollziehbar
und plausibel geschätzt werden.
Diese Vorgehensweise, anhand von
qualitativen Daten den prägenden
Charakter einer Veranstaltung zu
belegen, wird vom
Oberverwaltungsgericht für das Land
Nordrhein-Westfalen (OVG) anerkannt.
Auf einer Informationsveranstaltung am
21.06.2017 mit dem OVG Münster beim
Ministerium für Wirtschaft, Energie,
Industrie, Mittelstand und Handwerk des
Landes Nordrhein-Westfalen erläuterten
die OVG Richter Details ihrer
Rechtsprechung (Information hierzu von
Herrn Philip Reichardt, IHK Köln). Nach
Aussagen der OVG Richter ist es
zulässig, dass der prägende Charakter
einer Veranstaltung beispielsweise
anhand von Presseberichterstattungen
der letzten Jahre, Berichten des
Ordnungsamtes über vergangene
Veranstaltungen, Sicherheitskonzepten
für die geplante Veranstaltung,
Aussagen über Straßensperrungen,
Verkehrs- und Parkraumkonzepten als
auch anhand von der Art und dem
Umfang der Veranstaltungsbewerbung
belegt werden kann. In seinem Urteil
(Entscheidungsdatum 07.12.2017 I
Aktenzeichen 4 B 1538/17) bekräftigt
das OVG diese Sichtweise.
Auf einige Punkte möchten wir im
Folgenden eingehen:
Presseberichte: Kölner Stadtanzeiger,
Kölnische Rundschau und die Express
die Woche haben in jedem Jahr mit Vor-
und Nachberichterstattung inkl. Bildern
über die Street Gallery und Herbstfest
geschrieben.
Fotos: befinden sich in der beigefügten
Präsentation.
Werbemittel: Im Jahr 2025 werden
3.000 Kunstkataloge, über 100 Plakate
DIN A2 und zwei Banner produziert.
(Nachweis:
Rechnung der Druckerei kann
nachgereicht werden).
Zudem werden ca. 5.000 Flyer mit den
Programmpunkten und der Rallye
gedruckt und verteilt
Zusätzlich wird die Veranstaltung in fast
allen Tageszeitungen (Stadtanzeiger,
Kölnische Rundschau und Express die
Woche), und großen Social-Media-
Kanälen intensiv beworben, bzw.
hierüber berichtet. Zudem hat die
KölnBusiness die Veranstaltung auf
Werbetafel in den U-Bahn Haltestellen
und Straßen der Firma Stroer beworben.
Auch hat die KölnBusinees zusätzlich
kölnweit in der Express die Woche die
Anzeige veröffentlicht. Kolen.de berichtet
auf Facebook, Instagram und Ihrer
Webseite über die Veranstaltung. Auch
Radio Köln hat über die Veranstaltung
berichtet und somit wird die
Veranstaltung bei einem breiten
Publikum beworben und ist überregional
bekannt und wird entsprechend besucht.
Flächen: Die Street Gallery 2026
erstreckt sich über die Dürener Str. (von
der Falkenburgstr. bis zur Universitätsstr.
einschl. 100 Meter links und rechts der
Fahrbahn), den Karl-Schwering-Platz,
den Platz vor Café Heinemann (Dürener
Straße/ Ecke Hans-Sachs-Straße), dem
Leonardo Hotel, sowie die kath. Kirche
St. Stephan (Bachemer Str.). Zusätzlich
gibt es auch über diese Flächen hinaus
Galerien in Geschäften, auf dem
Lindenthal Gürtel und umliegenden
Straßen.
Öffentliche Zuschüsse: Für die
Durchführung der Street Gallery wurden
in den Jahren 2018, 2019, 2020, 2021,
2022, 2023, 2024 und 2025 wurden
Zuschüsse aus bezirksorientierten
Mitteln gewährt.
Im Ergebnis der dargestellten Fakten ist
festzuhalten, dass das Lindenthaler
Frühlingsfest prägenden Charakter hat
und nicht die Ladenöffnung im
Vordergrund steht. Die Ladenöffnung hat
lediglich Annexcharakter.
Die nachfolgend genannten Sachgründe
wurden im Rahmen der Novellierung des LÖG
geschaffen.
Verkaufsoffene Sonntage wurden bis dahin
ausschließlich aufgrund von Veranstaltungen
von den zur Antragstellung berechtigten
Interessengemeinschaften genehmigt.
Eine Antragstellung von Seiten der Verwaltung
ist nicht beabsichtigt und vom Rat in Richtung
Verwaltung (politische/wirtschaftspolitische
Erwägungen) auch nicht aufgegeben.
Die nachfolgenden Sachgründe können
allerdings kumulativ vorliegen und der
Verwaltung dazu dienen, dem Rat das
öffentliche Interesse über den Anlass-bezug/-
zusammenhang hinaus zu begründen.
Hier sind die
Antragsberechtigten/Interessengemeinschaften
gefordert, diese Sachgründe geltend zu
machen/nachzuweisen und überprüfbare
Belege vorzulegen.
Das Einzelhandels- und Zentrenkonzept liegt
hier zum Download bereit. Es wird gefordert,
dass die Kommune auf der Grundlage eines
Einzelhandelskonzepts mit der
Sonntagsöffnung gezielt einen der genannten
Sachgründe verfolgt. Derzeit enthält das
Einzelhandelskonzept Sonntagsöffnungen
noch nicht als Mittel, um das öffentliche
Interesse in Gestalt der benannten weiteren
Sachgründe zu fördern. Die nachfolgend
genannten Sachgründe können daher derzeit
nicht mit dem aktuellen Einzelhandelskonzept
begründet werden.
Ladenöffnung dient dem Erhalt, der Stärkung
oder Entwicklung eines vielfältigen stationären
Einzelhandelsangebots
Hinweis: Der amtlichen Begründung zum Gesetzesentwurf ist zu
entnehmen, dass der stationäre Einzelhandel vielerorts einer
Gefährdung durch den Online-Handel unterliegt. Dem soll durch
begrenzte Freigabe von Sonntagsöffnungen begegnet werden.
Hier sei auf den Beschluss des OVG Münster vom 27.04.2018
hingewiesen. Die Kammer kommt hier nämlich, anders als der
Gesetzgeber zu dem Ergebnis, dass die allgemeine, für den
stationären Einzelhandel einer jeden Kommune ganzjährig
bestehende Konkurrenzsituation zum Onlinehandel für sich
genommen nicht geeignet ist, eine Ausnahme von der Regel der
Sonn- und Feiertagsruhe zu begründen. Die Kammer weist
ausdrücklich darauf hin, dass der Einzelhandel selbst und
ausdrücklich gefordert ist, stets gewichtige, im Einzelfall
festzustellende und in der Abwägung dem gebotenen Sonn- und
Feiertagsschutz gegenüberzustellende öffentliche Interessen
vorzutragen.
Es werden danach Belege benötigt, die nachprüfbar ausführen,
dass der stationäre Einzelhandel vor Ort gefährdet ist. (z.B.
Leerstände; Verarmung des Angebots, Erhalt bestehender oder
Schaffung neuer Arbeitsplätze)
Ladenöffnung dient dem Erhalt, der Stärkung
oder Entwicklung zentraler
Versorgungsbereiche (Versorgungsinteresse,
insbesondere weniger mobiler und ältere Teile
der Bevölkerung; Sicherstellung wohnortnaher
Versorgung)
Hinter dem Sachgrund steht das grundgesetzlich geschützte
Versorgungsinteresse der Bevölkerung, insbesondere der
weniger mobilen und älteren Teile der Bevölkerung. Zentrale
Versorgungsbereiche müssen erhalten bleiben, da ihnen eine
herausragende Bedeutung für den Bestand und die Entwicklung
der Städte und Gemeinden, insbesondere der Sicherstellung
wohnortnaher Versorgung zukommt. Als zentrale
Versorgungsbereiche gelten daher nicht nur Stadtteilzentren, die
im überörtlichen Funktionszusammenhang eine bedeutende
Rolle einnehmen, sondern auch die Quartiers- und
Nahversorgungs- bzw. Nahbereichszentren.
Ladenöffnung dient der Belebung der
Innenstädte, Ortskerne, Stadt- oder
Ortsteilzentren
Mit dem Sachgrund soll der Gefahr einer drohenden Verödung
der Innenstädte mit negativen Auswirkungen
auf die örtlichen Lebens- und Wohnverhältnisse der Bevölkerung
begegnet werden. Zielrichtung der Regelung ist es,
umfangreichen Leerständen bei Gewerbe- und Wohnimmobilien
und der Abwanderung von Einzelhändlern und
Einzelhändlerinnen oder deren Geschäftsaufgabe
entgegenzuwirken. Er soll der Belebung der Innenstädte und
örtlichen Zentren dienen.
Ladenöffnung steigert überörtliche Sichtbarkeit
der jeweiligen Kommune als attraktiver und
lebenswerter Standort, insbesondere für den
Tourismus und die Freizeitgestaltung, als
Wohn- und Gewerbestandort sowie Standort
von kulturellen und sportlichen Einrichtungen
Das Interesse von Kommunen, als attraktiver und lebenswerter
Standort wahrgenommen zu werden und sich entsprechend
selbst darstellen zu können und sichtbar zu machen, stellt aus
Sicht des Landesgesetzgebers ebenfalls einen gewichtigen
Sachgrund dar. Der Sachgrund zielt auch auf den Erhalt
kleinerer Kommunen ab, da diese im Gegensatz zu größeren
Städten mehr
Schwierigkeiten haben, neue Einwohner und Unternehmen
anzuziehen.
Er wird daher hier nicht weiter ausgeführt.
STREET27.
11.10.-24.10.2025
GALLERY
LINDENTHAL
über 50 Geschäfte zwischen Falkenburgstraße
und Universitätsstraße stellen Kunst aus, werden zu
Galerien und Museen.
Die Kunst beherrscht das Geschehen!
9.10. – 11.10.20269.10. – 11.10.2026
Veedels-Gourmetfest mit Winzermeile,
Foodständen und Kinderkarussell.
Kinder Spieleland, Rallye für Kinder, Kindereisenbahn
LINDENTHALER
• Seit über 28 Jahren entwickelt sich die Street Gallery Lindenthal
immer mehr zum Kulturereignis im Veedel; was vor 28 Jahren mit
„Kunst im Schaufenster“ begann, ist heute ein großartiges Mitein-
ander von Bürgern, Geschäften, Vereinen, Aktionen und Organisa-
tionen.
•Einmal im Jahr verwandelt die STREET GALLERY das Veedel in
einen Ort der Kunst, Kultur und Begegnung und bringt nicht nur
die Menschen, die hier leben und arbeiten, über die Kunst enger
zusammen: auf ca. 1,6 km Länge entlang der Dürener Straße
zwischen Falkenburgstraße, dem Karl-Schwering-Platz genau in
der Mitte und der Universitätsstraße am Ende werden Laden-
geschäfte zu Kunstgalerien; Plätze werden zu Open-Air-Ausstel-
lungen- und Austragungsorte für Konzerte; u.a. tritt der bekannte
Kölner St. Stephan Chor auf; eine „Speakers Corner“ gibt Raum
für die öffentliche Meinung.
•Zudem wird es wieder an dem Freitag eine große Vernissage mit
den über 50 teilnehmenden Geschäften, zu der 28. Street Gallery
in Lindenthal geben.
Vor den einzelnen Geschäften entlang der Dürener Straße wird
Frau Martina Weigand einen großen Kunstspaziergang organi-
sieren, hier werden Künstler*innen (teilnehmende Geschäfte) und
direkt vor Ort den Besuchern Ihre Exponate präsentieren.
Lindenthaler KünstPreis
Über 50 Geschäfte auf
der Dürener Straße
werden zu Galerien
Ein Bild aus Nägeln von Karl Lagerfeld und David Bowie beim
Optiker; kleine Vogelbilder aus Steinen zwischen Damen-
bekleidung und kräftige, abstrakte Malerei zwischen Baby-
stramplern. Das ist die STREET GALLERY Lindenthal. Der inha-
bergeführte Einzelhandel schafft Raum für die Kunst und bringt
somit die Menschen näher zusammen. Seit 28 Jahren lockt die
STREET GALLERY Kunstschaffende und Kunstinteressierte an
und erweitert das Leben im Veedel um kulturelle Ereignisse. Die
STREET GALLERY zeigt Bekanntes und Unbekanntes, immer
wieder neu und doch schon aus Tradition. Sie gibt jungen, un-
bekannten Künstlern ein Forum genauso wie bekannten und be-
liebten Künstlern jeden Genres und zieht weit über die Grenzen
Kölns hinaus Interessierte Menschen ins Veedel.
9.10. – 11.10.20269.10. – 11.10.2026
Veedels-Gourmetfest mit Win-
zermeile, Foodständen
und Kinderkarussell.
Kinder Spieleland
Rallye für Kinder
Kindereisenbahn
mit freundlicher Unterstützung von:
ORGANISATOR
info@werbepraxis.de
Hotline:
0221 170 77 88
(nur am Veranstaltungstag)
11.–13. OKTOBER 2024
Karl-Schwering-Platz
Fr. 13–22 Uhr
Sa. 13–22 Uhr
So. 11–20 Uhr
VERKAUFSOFFENER
SONNTAG
13. OKTOBER 2024
13-18 UHR
VERANSTALTER
STREET26.
GALLERY
LINDENTHAL
Fr. 11.10. - Sa. 19.10.2024
9.10. – 11.10.20269.10. – 11.10.2026
Veedels-Gourmetfest mit
Winzermeile, Foodständen
und Kinderkarussell.
Kinder Spieleland
Rallye für Kinder
Kindereisenbahn
mit freundlicher Unterstützung von:
ORGANISATOR
info@werbepraxis.de
Hotline:
0221 170 77 88
(nur am Veranstaltungstag)
11.–13. OKTOBER 2024
Karl-Schwering-Platz
Fr. 13–22 Uhr
Sa. 13–22 Uhr
So. 11–20 Uhr
VERKAUFSOFFENER
SONNTAG
13. OKTOBER 2024
13-18 UHR
VERANSTALTER
STREET26.
GALLERY
LINDENTHAL
Fr. 11.10. - Sa. 19.10.2024
9.10. – 11.10.20269.10. – 11.10.2026
Veedels-Gourmetfest mit Winzermeile,
Foodständen
und Kinderkarussell.
Kinder Spieleland
Rallye für Kinder
Kindereisenbahn
mit freundlicher Unterstützung von:
ORGANISATOR
info@werbepraxis.de
Hotline:
0221 170 77 88
(nur am Veranstaltungstag)
11.–13. OKTOBER 2024
Karl-Schwering-Platz
Fr. 13–22 Uhr
Sa. 13–22 Uhr
So. 11–20 Uhr
VERKAUFSOFFENER
SONNTAG
13. OKTOBER 2024
13-18 UHR
VERANSTALTER
STREET26.
GALLERY
LINDENTHAL
Fr. 11.10. - Sa. 19.10.2024
START Bei der Rallye werden an 30 Stationen entlang der Dürener
Str., draußen VOR den Geschäften auf den Bürgersteigen
und an den Straßenecken, verschiedene Quizfragen oder
Aufgaben gestellt, die in unterschiedlicher Schwierigkeits-
Kategorie für Kleine und Größere gestellt werden.
Der Start der Rallye wird am Infostand des Ring Linden-
thaler Gerschäftsleute e.V. errichtet, hier erhalten alle
Teilnehmer der kostenlosen Rallye eine Stempelkarte und
können direkt die erste Station, die von dem RLG e.V. orga-
nisiert wird, erkunden. Mit dieser Stempelkarte können die
unterschiedlichen Stationen durchlaufen werden.
Als besonderes Highlight - wie in 2025 - wird der RLG
e.V. einen Teil der Dürener Str. (Karl-Schwering-Platz bis
Classen-Kappelmann-Str.) sperren lassen und für das Kin-
der-Kreativ-und Spieleland abtrennen. Hier können sich die
kleinen und großen Kinder an verschiedenen Attraktionen
austoben und spielerisch den alle Aktionen kennen lernen.
Als Attraktionen sind z.B. sind wieder mehrere Hüpfburgen,
ein Hindernisparcours, Pedalos und Kettcars geplant. Als
Aktionen soll es eine Station mit Mini-Gewächshäusern
zum selbst setzen mit verschieden Obst- und Gemüsesorten
und einen Button-, Mal und Basteltisch mit Motiven aus der
Blumen- und Tierwelt geben.
KUNST- & HERBSTRALLYE
FÜR KINDER
RALLYE STATIONEN
Sehr geehrte Damen und Herren,
auch in diesem Oktober findet auf der Dürener Straße die Street Gallery statt, in Verbindung
mit dem Herbstfest am Wochenende.
Die teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler erhalten mit der Street Gallery ein Forum, um
sichtbar zu werden, und für das Publikum wird die Möglichkeit zur Begegnung sowohl mit den
Ausstellenden als auch miteinander geboten.
Als Spaziergängerinnen und Spaziergänger haben wir wieder die unschätzbare Gelegenheit,
die Kunst in unserem unmittelbaren Umfeld auf uns wirken zu lassen. Aber selbst dann, wenn
wir in Eile irgendetwas erledigen müssen, können wir uns von dem einen oder anderen Exponat
einfangen lassen, das uns besonders anspricht.
Den Organisatorinnen und Organisatoren danke ich für ihr Engagement und für ihren
Durchhaltewillen. Außerdem danke ich den Künstlerinnen und Künstlern für die rege Teilnahme
an diesem mittlerweile traditionellen Ereignis.
Ich wünsche viel Vergnügen beim Betrachten der Kunstwerke.
Ihre
Cornelia Weitekamp
Bezirksbürgermeisterin Lindenthal
STREET GALLERY
Lindenthal
Pressespiegel
Kölner Stadt-
Anzeiger
1 7 .09.201 9
Kölnische Rundschau
24.09.201 9
Kölner Stadt-
Anzeiger
26.09.201 9
Kölner
Wochenspiegel
02.10.201 9 02.10.201 9
Kölner
Wochenspiegel
23/24.10.2020
Kölner
Stadt-
Anzeiger
22.10.2020
Kölner
Stadt-
Anzeiger
21.10.2021
Geheimtip -
Köln
14. - 22. Oktober 2022
Express
7 . Oktober 2022
Kölner Stadt-
Anzeiger
20.06.2023
Linden
Magazin
Ausgabe Herbst 2023
Das 2 5t e Jahr der S TREET GALLER Y Lindenthal wir d ge -
b ühr end gef eier t , denn tr o tz P andemie , Ener giekrise und
der w ach senden Gef ähr dung des Einz elhandels dur ch das
Jahr e in F olge dur chgeführ t zu w er den.
Die STREET GALLER Y
V om 13 . 10 . bis zum 2 1. 10 .202 3 st ehen Lindenthal und die
Dür ener Str aße wieder im Z eichen der K un st . In dieser Z eit
-
w erk e ent deckt w er den: Maler eien, Skulp tur en, F o t ogr a fien
besu cht w er den k önnen. W er dies gerne in Begleitung der
Lindenthaler K ün stlerin Mar tina W eigand machen möcht e ,
k ann am Sam st ag, dem 14 . 10 . an dem belieb t en K un stspa -
zier gang t eilnehmen. Es geht um 13 Uhr los , St ar tp unkt ist
v or Cologne Co utur e an der Eck e Geibelstr aße . Um 16 Uhr
finde t dann auf dem K arl- Sch w ering-Pla tz die Jubiläum s -
f eier st a t t .
Das Lindenthaler Herbstfest
Eingeläut e t wir d die K un st aktion v on dem Lindenthaler
Herbst f est , v on dem die S TREET GALLER Y ber eits im
v er gangenen Jahr begleit e t wur de . Es beginnt am F r ei -
t ag, dem 13 . 10 . um 16 Uhr mit der Go urme tmeile auf dem
K arl- Sch w ering-Pla tz: F oodst ände mit unt erschiedlich st en
-
drink s , dazu Mu sik v on DJ Nobbes und ein Kinderk aru ssell
für die kleinen Gäst e . Dieses Pr ogr amm wir d am Sonnt ag,
dem 1 5 . 10 . ab 1 1 Uhr dur ch das k ost enfr eie Spieleland für
Kinder er w eit er t . Es finde t auf einem gesperr t en Abschnit t
der Dür ener Str aße , ab dem K arl- Sch w ering-Pla tz, stat t .
Neben den beliebten Hüp fb ur gen wir d es noch viele w eit e -
r e spannende A t tr aktionen geben. Ge t opp t wir d das Ganz e
sich gemütliches Bummeln mit einer kün stlerischen Ent -
deckungsr eise v erbinden.
Das Lindenthaler Künstlerviertel
In diesem Jahr wir d das Kinderspieleland anlässlich der Ju-
biläum sf eier um das Lindenthaler K ün stler vier t el er w eit er t .
T anz, L esung, P oesie , Mu sik oder Handw erk v or führ en und
Str aße wir d K un st umgese tzt .
Es wir d auf der V eedels - W ebsit e www .lindenthal.inf o v om
19 . 10 . bis 2 2 . 10 . ein V o ting für das schön st e Lindenthal-
25 JAHRE
S TREE T
GALLER Y
V er an st altung
Lindenthal feiert
Jubiläum und
Herbstfest
3 2
Linden
Magazin
Ausgabe Herbst 2023
Kölner Stadt-
Anzeiger
16.10.2023
Linden
Magazin
Ausgabe Herbst 2024
Geheimtip -
Köln
1 1. - 1 9. Oktober 2024
1 1. - 1 9. Oktober 2024
Geheimtip -
Köln
Kölner Stadt-
Anzeiger
02.09.2024
Kölner Stadt-
Anzeiger
02.09.2024
CIMA 201 9
Passantenfrequenzzählung
Da wir bereits an einem vergleichbaren Fest im
Frühling eine Passatenfrequenzzählung durch die
CIMA am Sonntag durchgeführt haben, die ein
Besucherpotential ergeben hat, das mindestens
doppelt groß ist wie die Zahl regulärer Einkaufs-
besucher an einem Werktag (Details: s. „Quellen-
angabe und die Belege“ sowie die separate Aus-
wertung der CIMA), nehmen wir dies zum Anlass,
dass auch zum neu ausgetragenen Herbstfest ein
ähnlich hoher Wert zu erwarten ist.
Anlage 6 Anträge Porz
150868 Zeichen
Antrag verkaufsoffener Sonntag Köln Porz-Mitte, 31. Mai 2026
Beachte:
Maximal drei verkaufsoffene Sonntage im Jahr in Köln (Selbstbeschränkung durch
Beschluss des Kölner Rates; zu beachten ist ebenfalls die angelegte Liste gesperrte
Feiertage)
Bitte beachten Sie als Interessengemeinschaften, dass die Werbung für Ihre
Anlassveranstaltung im Vordergrund steht. Werbung für die Verkaufsstellenöffnung muss
eine untergeordnete Rolle spielen. Beispiele für eine geeignete Werbemaßnahme
entnehmen Sie der Anwendungshilfe des Wirtschaftsministeriums. Verstößen wird im Wege
des Verwaltungszwangsverfahrens begegnet werden.
Antragsteller: Porzity e.V.
Bezeichnung des Anlass: Markt:
Mobilitätsfrühling 31. Mai 2026
Messe:
Örtliches Fest:
Ähnliche Veranstaltung:
Anlassbeschreibung: Mobilitätsfrühling in der Porzer
Innenstadt
- mehr als 20 Jahre wurde von der
mittlerweile aufgelösten
Interessengemeinschaft ISG in der
Porzer Mitte der Autofrühling organisiert.
Diese Veranstaltung ist in ganz Porz
bekannt. Die neue
Interessengemeinschaft Porzity e.V.
möchte diese historische Veranstaltung
nun wieder aufleben lassen, sie aber
modernisieren und zu einem
Mobilitätsfrühling weiterentwickeln. So
soll an die Tradition von Veranstaltungen
in der Porzer Mitte angeknüpft werden,
gleichzeitig aber auch ein neues und
größeres Publikum mit der Veranstaltung
adressiert werden.
Das Mobilitätsverhalten hat sich in den
vergangenen Jahren gewandelt. Ebenso
wird der Wandel hin zu erneuerbaren
Energien immer präsenter – nicht nur,
aber auch im Bereich der Mobilität. In
Porz gibt es viele Unternehmen, die sich
mit technischen Innovationen
beschäftigen. Diese möchten wir für den
Mobilitätsfrühling in die Porzer
Innenstadt holen, um sich zu
präsentieren. Wir fassen also das Thema
Mobilität in Zukunft weiter – nicht nur im
Sinne der Fortbewegung, sondern auch
mobil im Hinblick auf Innovationen und
eine zukunftsorientierte Entwicklung. Der
Mobilitätsfrühling soll zeigen, dass Porz
in diesem Bereich viel vorzuweisen hat.
Die Porzer Unternehmen sollen auch
dadurch an einer Teilnahme motiviert
werden, dass sie durch die Präsenz bei
der Veranstaltung als Arbeitgeber in
Porz sichtbar werden. Wir möchten
daher in der Bewerbung auch explizit die
Porzer Schulen kontaktieren.
Gleichzeitig soll ein Effekt der
Veranstaltung sein, die Vielfältigkeit der
Porzer Wirtschaft zu zeigen und damit
auch das Selbst Image der Porzer*innen
auf ihren Bezirk zu stärken.
Wie in der Vergangenheit möchten wir
auch weiterhin die Porzer Autohäuser
ansprechen, sich in der Porzer City im
Rahmen des Mobilitätsfrühlings
präsentieren, z.B. Autohaus
Fleischhauer, Autohaus Schmitz, 3H
Automobile (…). Wir möchten aber auch
aber auch weitere Unternehmen (z.B.
Fahrradgeschäfte, E-Bike/Scooter
Anbieter, Initiativen wie den ADFC)
einladen, um das Thema Mobilität in
Porz und darüber hinaus ganzheitlich zu
betrachten.
Darüber hinaus möchten wir Porzer
Unternehmen ansprechen, die sich mit
dem technischen Fortschritt und
modernen Lösungen für aktuelle
Herausforderungen beschäftigen. Wir
denken dabei beispielsweise an Anbieter
von Balkonkraftwerken oder
Wärmepumpen. Diese Ansprache soll
das Angebot im Vergleich zu früher
erweitern und den Besucher*innen ein
abwechslungsreiches Erlebnis
ermöglichen viele verschiedene Porzer
Unternehmen kennenzulernen.
Die Stände der Unternehmen werden
ergänzt durch ein kulinarisches und
musikalisches Rahmenprogramm (siehe
genauere Erläuterung unten).
Der Mobilitätsfrühling ist eine wichtige
und notwendige Veranstaltung zur
langfristigen Standortsicherung, zur
Belebung der Innenstadt von Porz um
eine weitere Abwanderung der Kunden
zu stoppen, der Porzer will sich in
seinem Stadtteil wohl fühlen und dies
gelingt nur, wenn wir unseren Porzern
mehr bieten als nur den schnellen
Einkauf. Gleichzeitig bedarf es einer
zeitgemäßen Weiterentwicklung des
bisherigen Autofrühlings, dem wir mit
einem Fokus auf nachhaltige Mobilität
sowie weiteren Tech-Unternehmen aus
Porz mit einem Bezug zum Thema
Nachhaltigkeit begegnen möchten. Die
Besucher*innen erhalten dann einen
Übersichtsplan zu den verschiedenen
Angeboten in der Porzer Mitte, um sich
zwischen den Ständen zurecht zu finden
und ihren Interessen zu folgen.
Die Fertigstellung der Neuen Mitte Porz
befindet sich in den letzten Zügen. Die
vielen Jahre der Baustelle in der Porzer
Mitte hat zu einer Image
Verschlechterung geführt. Daher ist es
umso wichtiger die traditionellen Porzer
Veranstaltungen nun in der Neuen
Porzer Mitte wiederaufleben zu lassen
und so Tradition und Innovation
zusammenzubringen.
Bildet die Anlassveranstaltung den Hauptgrund
für Besucher/Besucherinnen die Veranstaltung
zu besuchen oder steht die Ladenöffnung im
Vordergrund?
Die Verwaltung muss insbesondere darlegen, dass und wie die
hinter den in § 6 Abs. 1 S. 2 Nr. 2 bis 5 LÖG NRW genannten
öffentlichen Interessen durch die Ladenöffnung an Sonn - und
Feiertagen gefördert werden können. Dabei ist vor allem
herauszuarbeiten, warum das Umsat z- oder Shoppinginteresse
hierbei nicht im Vordergrund steht.
x ja
☐ nein
(wenn nein, keine Aussicht auf Erfolg für
eine Genehmigung durch den Rat der
Stadt Köln)
Bei dem Anlass handelt es sich um: ☐ eine historische Veranstaltung
x eine Veranstaltung, welche zum
wiederholten Mal stattfindet
☐ erstmalig stattfindende Veranstaltung
Besteht ein unmittelbar räumlicher und
zeitlicher Bezug zur Anlassveranstaltung und
den zur Öffnung vorgesehenen
Verkaufsstellen?
Hinweis: Von einer räumlichen Nähe ist regelmäßig
insbesondere dann auszugehen, wenn die örtliche Veranstaltung
in den Straßenzügen, die zur Ladenöffnung vorgesehen sind,
stattfindet.
Eine zeitliche Nähe besteht dann, wenn die örtliche
Veranstaltung am selben Tag, nicht notwend ig zeitgleich, jedoch
zeitlich überlappend stattfindet.
Zwischen Veranstaltung und Verkaufsstellenöffnung muss ein
angemessenes Verhältnis bestehen. Die in der Vergangenheit
geschaffenen Anlässe um eine Verkaufsstellenöffnung zu
x ja
☐ nein (wenn nein, keine Aussicht auf
Erfolg für eine Genehmigung durch den
Rat der Stadt Köln)
erreichen, wie z.B. der Flohmarkt auf einem Möbelhausgelände,
sogenannte Bauernmärkte mit 10 Zeltverkaufsstellen von
Reisegewerbetreibenden, Grillfest (Spanferkelgrillen) in einem
Gewerbegebiet, Hüpfburgen- und Eiertierveranstaltungen
werden nicht genügen, Verkaufsstellenöffnungen zu
genehmigen. Orientieren Sie sich hier an die vom Rat zuletzt
genehmigten Anlässe.
Räumliche Nähe ist gegeben bei örtlichen Veranstaltungen in
den Straßenzügen, die zur Ladenöffnung vorgesehen ist;
Gesamtveranstaltungsbereich einschl. Verbindungs - und
Nebenstraßen, wenn die Veranstaltungsorte über diesen Bereich
verteilt sind; eine Ausweitung über den Bereich hinaus, wird
nicht genehmigungsfähig sein;
Zieht die Anlassveranstaltung mehr Besucher
als die der Verkaufsstellenöffnung?
Fragestellung wird trotz Wegfall der Besucherprognose gestellt
(vgl. Beschluss des VG Düsseldorf v. 22.05.2018);entgegen der
Anwendungshilfe; juristische Bewertung der Verwa ltung;
x ja
☐ nein (wenn nein, keine Aussicht auf
Erfolg für eine Genehmigung durch den
Rat der Stadt Köln)
Besucher wegen Anlassveranstaltung:
Besucher wegen Verkaufsstellenöffnung:
Veranstaltungsfläche:
Verkaufsfläche:
Ca. 9000 am Sonntag Nachmittag
Ca. 4500
2500qm
8520qm
Quellenangabe und Belege zu
Besucheraufkommen, Veranstaltungsfläche
und Verkaufsfläche:
Das OVG Münster verlangt, dass sich die Stadt Köln in einer für
die gerichtliche Überprüfung nachvollziehbaren und
dokumentierten Klarheit über Charakter, Größe und Zuschnitt
der Veranstaltung verschafft (auch hier VG Düsseldorf)
Die Einschätzung der Fläche entnehmen
Sie dem Aufstellungsplan für den
Adventsmarkt im Anhang. Die
Einschätzungen zur Frequenz beruhen
auf den Erfahrungswerten der alten
Interessengemeinschaft aus der
Vergangenheit. In der Neuauflage des
Marktes werden nun die neuen Flächen
des Friedrich Ebert Platzes in die
Veranstaltungsfläche integriert.
Die nachfolgend genannten Sachgründe
wurden im Rahmen der Novellierung des LÖG
geschaffen.
Verkaufsoffene Sonntage wurden bis dahin
ausschließlich aufgrund von Veranstaltungen
von den zur Antragstellung berechtigten
Interessengemeinschaften genehmigt.
Eine Antragstellung von Seiten der Verwaltung
ist nicht beabsichtigt und vom Rat in Richtung
Verwaltung (politische/wirtschaftspolitische
Erwägungen) auch nicht aufgegeben.
Die nachfolgenden Sachgründe können
allerdings kumulativ vorliegen und der
Verwaltung dazu dienen, dem Rat das
öffentliche Interesse über den Anlass-bezug/-
zusammenhang hinaus zu begründen.
Hier sind die
Antragsberechtigten/Interessengemeinschaften
gefordert, diese Sachgründe geltend zu
machen/nachzuweisen und überprüfbare
Belege vorzulegen.
Der ehemalige Autofrühling ist eine
Institution in Porz und der Ausfall in den
vergangenen Jahren wurde bzw. wird
von vielen Porzerinnen und Porzern sehr
bedauert. Daher sind nun auch mehrere
ortsansässige Vereine bei der
Organisation beteiligt, wie unter anderem
die Porzer Stadtgarde e.V. und der
Bürgerverein Porz-Mitte. Neben den
Ständen der (mit Vorzug Porzer
Unternehmen) wird es auch ein
kulinarisches Angebot geben, bei dem
wir ebenfalls wiederum auf lokale
Gastronom*innen aus Porz
zurückgreifen möchten.
Aufgrund von Erfahrungen (z.B. mit dem
Porzer Weinfest) gibt es mittlerweile ein
Pool an Gastronom*innen, die gerne zu
Veranstaltungen in die Porzer Mitte
kommen. Wir planen einen
Das Einzelhandels- und Zentrenkonzept liegt
hier zum Download bereit. Es wird gefordert,
dass die Kommune auf der Grundlage eines
Einzelhandelskonzepts mit der
Sonntagsöffnung gezielt einen der genannten
Sachgründe verfolgt. Derzeit enthält das
Einzelhandelskonzept Sonntagsöffnungen
noch nicht als Mittel, um das öffentliche
Interesse in Gestalt der benannten weiteren
Sachgründe zu fördern. Die nachfolgend
genannten Sachgründe können daher derzeit
nicht mit dem aktuellen Einzelhandelskonzept
begründet werden.
Grundbestand von mindestens 10
Essens sowie Getränkeständen in der
Porzer Mitte aufzubauen, damit die
Besucher*innen gut versorgt sind.
Gleichzeitig soll es auch Angebote
explizit für Kinder geben, hier ist
beispielsweise der Aufbau eines
Karussells sowie einer Hüpfburg geplant.
In Kooperation mit den sozialen
Einrichtungen in Porz möchten wir
darüber hinaus Angebote wie ein
Kinderschminken und Armbänder
basteln realisieren.
Im Bereich des Friedrich Ebert Platzes
soll es zudem auf einer Bühne ein
musikalisches Rahmenprogramm geben
u.a. mit einer Talk Runde zum Thema
Mobilität in Porz. Aufgrund des
zukunftsorientierten Themas der
Veranstaltung soll es darüber hinaus auf
der Bühne ein Infoangebot zum ISEK
Porz-Mitte geben, bei dem den
Besucher*innen erläutert wird, welche
Projekte in der Porzer Mitte bereits
umgesetzt werden und welche für die
Zukunft geplant sind. Für die
musikalischen Beiträge möchten wir auf
lokale Künstler*innen zurückgreifen, die
in Porz bekannt sind. Dazu gehören Solo
Artists mit teilweise kölschen Liedern,
aber auch lokale Chöre.
Ladenöffnung dient dem Erhalt, der Stärkung
oder Entwicklung eines vielfältigen stationären
Einzelhandelsangebots
Hinweis: Der amtlichen Begründung zum Gesetzesentwurf ist zu
entnehmen, dass der stationäre Einzelhandel vielerorts einer
Gefährdung durch den Online-Handel unterliegt. Dem soll durch
begrenzte Freigabe von Sonntagsöffnungen begegnet werden.
Hier sei auf den Beschluss des OVG Münster vom 27.04.2018
hingewiesen. Die Kammer kommt hier nämlich, anders als der
Gesetzgeber zu dem Ergebnis, dass die allgemeine, für den
stationären Einzelhandel einer jeden Kommune ganzjährig
bestehende Konkurrenzsituation zum Onlinehandel für sich
genommen nicht geeignet ist, eine Ausnahme von der Regel der
Sonn- und Feiertagsruhe zu begründen. Die Kammer weist
ausdrücklich darauf hin, dass der Einzelhandel selbst und
ausdrücklich gefordert ist, stets gewichtige, im Einzelfall
festzustellende und in der Abwägung dem gebotenen Sonn - und
Feiertagsschutz gegenüberzustellende öffentliche Interessen
vorzutragen.
Es werden danach Belege benötigt, die nachprüfbar ausführ en,
dass der stationäre Einzelhandel vor Ort gefährdet ist. (z.B.
Leerstände; Verarmung des Angebots, Erhalt bestehender oder
Schaffung neuer Arbeitsplätze)
Neben § 6 Abs. 1 S. 2. Nr. 1 LÖG NRW
möchten wir den Antrag auf § 6 Abs. 1 S.
2. Nr. 2 - 4 LÖG NRW (Sachgrund Nr.2,
Nr.3, Nr. 4) stützen.
Aus der „Anlage zur Anwendungshilfe für
die Kommunen und den Handel im
Umgang mit dem neugefassten § 6 LÖG
NRW“ ist zu entnehmen, dass für
Sachgrund Nr. 2 Nr. 3, Nr.4 Belege
angeführt werden können, die eine
konkrete Gefährdung des örtlichen
Einzelhandel aufzeigen
(„Anwendungshilfe“, Seiten 19-20, 29).
Auch die Urteile vom OVG NRW
(27.04.2018,4 B 571/18 -
25.05.2018, 4 B 707/18) zeigen auf,
dass eine hinreichende Konkretisierung
der örtlichen Einzelhandelssituation
erforderlich ist.
Der Einzelhandel in der Porzer
Innenstadt steht in besonderer Weise
unter Druck. Im Abschlussbericht
„Integriertes
Stadtentwicklungskonzept Porz Mitte
(ISEK)“ vom 04.05.2018 ist die
Gefährdung des Einzelhandels
ausführlich dokumentiert
(Abschlussbericht ISEK, Seiten 20-23).
Die Gefährdungssituation bezieht sich
auf das gesamte Bezirksteilzentrum
Porz.
Ausgelöst wurden die „Trading Down“
Effekte vor allem durch die Schließung
des Hertie Warenhauses. In der Folge
kam es zu vermehrten Leerständen,
Frequenzrückgängen und zu massiven
Verschlechterungen von Lagequalitäten
(Abschlussbericht ISEK, Seite 21).
Mitte 2017 wurden im Zentrumsbereich
mehr als 20 leerstehende Ladenlokale
gezählt (Abschlussbericht ISEK, Seite
22, Kartierung). Die Leerstände
erstrecken sich u.a. über die
Bahnhofsstraße, Hermannstraße,
Josefstraße, Hauptstraße,
Wilhelmstraße, Friedrich Ebert-Platz und
verteilen sich über das gesamte
Bezirksteilzentrum.
Die konkrete Gefährdungssituation
spiegelt sich ebenfalls in dem Indikator
der Einzelhandelszentralität wider.
Porz (PLZ 51143) weist im Jahr 2017 ein
Wert von 70,3 auf, sodass es an diesem
Standort nachweisbar zu
Kaufkraftabflüssen kommt
(Zahlenmaterial von Michael Bauer
Research GmbH).
Eine Stärkung des
Einzelhandelsangebotes in der Porzer
Innenstadt ist ein explizites Ziel im
„Integriertes Stadtentwicklungskonzept
Porz Mitte“ (Abschlussbericht ISEK,
Seiten 42-43).
Mittlerweile ist auf der Fläche des
ehemaligen Herties mit drei neuen
Häusern mit Wohn und Gewerbenutzung
die Neue Mitte Porz entstanden. Die
Einrichtung der Freiflächen der Neuen
Mitte befindet sich seit mehreren Jahren
weiterhin in der Bauphase. Diese
Situation belastet weiterhin die
Geschäftsentwicklung der Porzer Mitte.
Auch in der Zukunftsagenda
Bezirkszentrum Porz aus dem Jahr 2023
(verfasst durch die CIMA im Rahmen
des Sofortprogramms zur Stärkung
unserer Innenstädte und Zentren NRW)
wird die Leerstandssituation als eines
der zentralen Risiken für die Porzer Mitte
analysiert (S. 18) und die Belebung des
Einzelhandelsstandortes als ein Leitziel
festgehalten (S. 22).
Aufgrund der positiven Effekte von
Sonntagsöffnungen wie Imagesteigerung
für den Einzelhandelsstandort,
Aktivierung von Besuchern aus anderen
Stadtteilen und angrenzenden
Kommunen, ist eine Sonntagsöffnung
ein probates Instrument der
Einzelhandelsförderung.
Diese Zielsetzung geht über „bloße
Umsatzinteressen und alltägliche
Erwerbsinteresse potenzieller Käufer“
hinaus und dient der nachhaltigen
Einzelhandelsentwicklung am Standort
Porz Mitte.
Im Ergebnis ergibt sich ein öffentliches
Interesse, den Einzelhandelsstandort
Porz Mitte mit einem verkaufsoffenen
Sonntag zu fördern und rechtfertigt nach
unserer Auffassung eine Ausnahme vom
verfassungsrechtlich geschützten
Sonntagsschutz.
Ladenöffnung dient dem Erhalt, der Stärkung
oder Entwicklung zentraler
Versorgungsbereiche (Versorgungsinteresse,
insbesondere weniger mobiler und ältere Teile
der Bevölkerung; Sicherstellung wohnortnaher
Versorgung)
Hinter dem Sachgrund steht das grundgesetzlich geschützte
Versorgungsinteresse der Bevölkerung, insbesondere der
weniger mobilen und älteren Teile der Bevölkerung. Zentrale
Versorgungsbereiche müssen erhalten bleiben, da ihnen eine
herausragende Bedeutung für den Bestand und die Entwicklung
der Städte und Gemeinden, insbesondere der Sicherstellung
wohnortnaher Versorgung zukommt. Als zentrale
Versorgungsbereiche gelten daher nicht nur Stadtteilzentren, die
im überörtlichen Funktionszusammenhang eine bedeutende
Rolle einnehmen, sondern auch die Quartiers - und
Nahversorgungs- bzw. Nahbereichszentren.
Ein Wohnhaus der Neuen Mitte ist
vollständig mit Seniorenwohnungen
ausgestattet. Um diesem älteren Teil der
Porzer Bevölkerung auch in Zukunft die
Nahversorgung zu gewährleisten ist eine
positive Entwicklung des
Bezirkszentrums von hoher Bedeutung.
Ladenöffnung dient der Belebung der
Innenstädte, Ortskerne, Stadt- oder
Ortsteilzentren
Mit dem Sachgrund soll der Gefahr einer drohenden Verödung
der Innenstädte mit negativen Auswirkungen
auf die örtlichen Lebens- und Wohnverhältnisse der Bevölkerung
begegnet werden. Zielrichtung der Regelung ist es,
umfangreichen Leerständen bei Gewerbe- und Wohnimmobilien
und der Abwanderung von Einzelhändlern und
Einzelhändlerinnen oder deren Geschäftsaufgabe
entgegenzuwirken. Er soll der Belebung der Innenstädte und
örtlichen Zentren dienen.
Ladenöffnung steigert überörtliche Sichtbarkeit
der jeweiligen Kommune als attraktiver und
lebenswerter Standort, insbesondere für den
Tourismus und die Freizeitgestaltung, als
Wohn- und Gewerbestandort sowie Standort
von kulturellen und sportlichen Einrichtungen
Das Interesse von Kommunen, als attraktiver und lebenswerter
Standort wahrgenommen zu werden und sich entsprechend
selbst darstellen zu können und sichtbar zu machen, stellt aus
Sicht des Landesgesetzgebers ebenfalls einen gewichtigen
Sachgrund dar. Der Sachgrund zielt auch a uf den Erhalt
kleinerer Kommunen ab, da diese im Gegensatz zu größeren
Städten mehr
Schwierigkeiten haben, neue Einwohner und Unternehmen
anzuziehen.
Er wird daher hier nicht weiter ausgeführt.
„Aufwand hat sich nicht gelohnt“ Kein Autofrühling, kein verkaufsof... https://www.ksta.de/koeln/porz/porz-veedel/aufwand-hat-sich-nicht-g...
2 von 10 25.08.2025, 12:05
„Aufwand hat sich nicht gelohnt“ Kein Autofrühling, kein verkaufsof... https://www.ksta.de/koeln/porz/porz-veedel/aufwand-hat-sich-nicht-g...
3 von 10 25.08.2025, 12:05
„Aufwand hat sich nicht gelohnt“ Kein Autofrühling, kein verkaufsof... https://www.ksta.de/koeln/porz/porz-veedel/aufwand-hat-sich-nicht-g...
4 von 10 25.08.2025, 12:05
„Aufwand hat sich nicht gelohnt“ Kein Autofrühling, kein verkaufsof... https://www.ksta.de/koeln/porz/porz-veedel/aufwand-hat-sich-nicht-g...
5 von 10 25.08.2025, 12:05
„Aufwand hat sich nicht gelohnt“ Kein Autofrühling, kein verkaufsof... https://www.ksta.de/koeln/porz/porz-veedel/aufwand-hat-sich-nicht-g...
6 von 10 25.08.2025, 12:05
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7 von 10 25.08.2025, 12:05
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„Aufwand hat sich nicht gelohnt“ Kein Autofrühling, kein verkaufsof... https://www.ksta.de/koeln/porz/porz-veedel/aufwand-hat-sich-nicht-g...
8 von 10 25.08.2025, 12:05
Antrag verkaufsoffener Sonntag Köln Porz-Mitte, 13. September 2026
Beachte:
Maximal drei verkaufsoffene Sonntage im Jahr in Köln (Selbstbeschränkung durch
Beschluss des Kölner Rates; zu beachten ist ebenfalls die angelegte Liste gesperrte
Feiertage)
Bitte beachten Sie als Interessengemeinschaften, dass die Werbung für Ihre
Anlassveranstaltung im Vordergrund steht. Werbung für die Verkaufsstellenöffnung muss
eine untergeordnete Rolle spielen. Beispiele für eine geeignete Werbemaßnahme
entnehmen Sie der Anwendungshilfe des Wirtschaftsministeriums. Verstößen wird im Wege
des Verwaltungszwangsverfahrens begegnet werden.
Antragsteller: Porzity e.V.
Bezeichnung des Anlass: Markt:
Musikalischer Herbstmarkt 2026
Messe:
Örtliches Fest:
Ähnliche Veranstaltung:
Anlassbeschreibung: Der Musikalische Herbst wurde von der
mittlerweile aufgelösten
Interessengemeinschaft ISG mehr als 40
Jahre in der Porzer Innenstadt
durchgeführt. An diese Tradition
möchten wir anknüpfen und den
Musikalischen Herbst wieder aufleben
lassen.
Der Mark bietet umfangreiches
Begleitprogramm durch
Kinderbelustigungen und Kulinarisches,
Auftritte verschiedener Porzer
Karnevalsvereinen (genauere Erläuterun
siehe unten).
Die Organisation erfolgt Kooperation mit
der Porzer Stadtgarde e.V. sowie dem
City Center und weiteren Porzer
Vereinen.
Der Mark ist eine wichtige und
notwendige Veranstaltung zur
langfristigen Standortsicherung, zur
Belebung der Innenstadt von Porz um
eine weitere Abwanderung der Kunden
zu stoppen, der Porzer will sich in
seinem Stadtteil wohl fühlen und dies
gelingt nur, wenn wir unseren Porzern
mehr bieten als nur den schnellen
Einkauf !!
Die Fertigstellung der Neuen Mitte Porz
befindet sich in den letzten Zügen. Die
vielen Jahre der Baustelle in der Porzer
Mitte hat zu einer Image
Verschlechterung geführt. Daher ist es
umso wichtiger die traditionellen Porzer
Veranstaltungen nun in der Neuen
Porzer Mitte wiederaufleben zu lassen
und so Tradition und Innovation
zusammenzubringen.
Bildet die Anlassveranstaltung den Hauptgrund
für Besucher/Besucherinnen die Veranstaltung
zu besuchen oder steht die Ladenöffnung im
Vordergrund?
Die Verwaltung muss insbesondere darlegen, dass und wie die
hinter den in § 6 Abs. 1 S. 2 Nr. 2 bis 5 LÖG NRW genannten
öffentlichen Interessen durch die Ladenöffnung an Sonn - und
Feiertagen gefördert werden können. Dabei ist vor allem
herauszuarbeiten, warum das Umsatz- oder Shoppinginteresse
hierbei nicht im Vordergrund steht.
x ja
☐ nein
(wenn nein, keine Aussicht auf Erfolg für
eine Genehmigung durch den Rat der
Stadt Köln)
Bei dem Anlass handelt es sich um: ☐ eine historische Veranstaltung
x eine Veranstaltung, welche zum
wiederholten Mal stattfindet
☐ erstmalig stattfindende Veranstaltung
Besteht ein unmittelbar räumlicher und
zeitlicher Bezug zur Anlassveranstaltung und
den zur Öffnung vorgesehenen
Verkaufsstellen?
Hinweis: Von einer räumlichen Nähe ist regelmäßig
insbesondere dann auszugehen, wenn die örtliche Veranstaltung
in den Straßenzügen, die zur Ladenöffnung vorgesehen sind,
stattfindet.
Eine zeitliche Nähe besteht dann, wenn die örtliche
Veranstaltung am selben Tag, nicht notwendig zeitgleich, jedoch
zeitlich überlappend stattfindet.
Zwischen Veranstaltung und Verkaufsstellenöffnung muss ein
angemessenes Verhältnis bestehen. Die in der Vergangenheit
geschaffenen Anlässe um eine Verkaufsstellenöffnung zu
erreichen, wie z.B. der Flohmarkt auf einem Möbelhausgelände,
sogenannte Bauernmärkte mit 10 Zeltverkaufsstellen von
Reisegewerbetreibenden, Grillfest (Spanferkelgrillen) in einem
Gewerbegebiet, Hüpfburgen- und Eiertierveranstaltungen
werden nicht genügen, Verkaufsstellenöffnungen zu
genehmigen. Orientieren Sie sich hier an die vom Rat zuletzt
genehmigten Anlässe.
Räumliche Nähe ist gegeben be i örtlichen Veranstaltungen in
den Straßenzügen, die zur Ladenöffnung vorgesehen ist;
Gesamtveranstaltungsbereich einschl. Verbindungs - und
Nebenstraßen, wenn die Veranstaltungsorte über diesen Bereich
verteilt sind; eine Ausweitung über den Bereich hinaus , wird
nicht genehmigungsfähig sein;
x ja
☐ nein (wenn nein, keine Aussicht auf
Erfolg für eine Genehmigung durch den
Rat der Stadt Köln)
Zieht die Anlassveranstaltung mehr Besucher
als die der Verkaufsstellenöffnung?
Fragestellung wird trotz Wegfall der Besucherprognose gestellt
(vgl. Beschluss des VG Düsseldorf v. 22.05.2018);entgegen der
Anwendungshilfe; juristische Bewertung der Verwaltung;
x ja
☐ nein (wenn nein, keine Aussicht auf
Erfolg für eine Genehmigung durch den
Rat der Stadt Köln)
Besucher wegen Anlassveranstaltung:
Besucher wegen Verkaufsstellenöffnung:
Veranstaltungsfläche:
Verkaufsfläche:
Ca. 9000 am Sonntag Nachmittag
Ca. 4500
2500qm incl. Bühne
8520qm
Quellenangabe und Belege zu
Besucheraufkommen, Veranstaltungsfläche
und Verkaufsfläche:
Das OVG Münster verlangt, dass sich die Stadt Köln in einer für
die gerichtliche Überprüfung nachvollziehbaren und
dokumentierten Klarheit über Charakter, Größe und Zuschnitt
der Veranstaltung verschafft (auch hier VG Düsseldorf)
Die Einschätzungen zur Frequenz
beruhen auf den Erfahrungswerten der
alten Interessengemeinschaft aus den
Musikherbsten in der Vergangenheit. In
der Neuauflage des Marktes werden nun
die neuen Flächen des Friedrich Ebert
Platzes in die Veranstaltungsfläche
integriert.
Die nachfolgend genannten Sachgründe
wurden im Rahmen der Novellierung des LÖG
geschaffen.
Verkaufsoffene Sonntage wurden bis dahin
ausschließlich aufgrund von Veranstaltungen
von den zur Antragstellung berechtigten
Interessengemeinschaften genehmigt.
Eine Antragstellung von Seiten der Verwaltung
ist nicht beabsichtigt und vom Rat in Richtung
Verwaltung (politische/wirtschaftspolitische
Erwägungen) auch nicht aufgegeben.
Die nachfolgenden Sachgründe können
allerdings kumulativ vorliegen und der
Verwaltung dazu dienen, dem Rat das
öffentliche Interesse über den Anlass-bezug/-
zusammenhang hinaus zu begründen.
Hier sind die
Antragsberechtigten/Interessengemeinschaften
gefordert, diese Sachgründe geltend zu
machen/nachzuweisen und überprüfbare
Belege vorzulegen.
Das Einzelhandels- und Zentrenkonzept liegt
hier zum Download bereit. Es wird gefordert,
dass die Kommune auf der Grundlage eines
Einzelhandelskonzepts mit der
Sonntagsöffnung gezielt einen der genannten
Sachgründe verfolgt. Derzeit enthält das
Einzelhandelskonzept Sonntagsöffnungen
noch nicht als Mittel, um das öffentliche
Interesse in Gestalt der benannten weiteren
Sachgründe zu fördern. Die nachfolgend
genannten Sachgründe können daher derzeit
nicht mit dem aktuellen Einzelhandelskonzept
begründet werden.
Der Musikalische Herbst war eine
Institution in Porz und der Ausfall in den
vergangenen Jahren wurde bzw. wird
von vielen Porzerinnen und Porzern sehr
bedauert. Daher sind nun auch mehrere
ortsansässige Vereine bei der
Organisation beteiligt. Die Porzer
Stadtgarde organisiert das kulturelle
Programm für die Bühne auf dem
Friedrich Ebert Platz. Neben
kulinarischen Ständen können sich
Porzer Vereine vorstellen und bieten
Aktionen zum Mitmachen für Kinder an.
Für die gastronomischen Stände besteht
mittlerweile ein Netzwerk aus Anbietern,
die gerne zu Veranstaltungen in die
Porzer Mitte kommen. Unser
Schwerpunk liegt darauf, Porzer Betriebe
zu einer Teilnahme zu motivieren, um ihr
Angebot zu präsentieren. Das Angebot
soll dabei vielfältig sein, um den
Besucher*innen eine
abwechslungsreiche Auswahl zu
präsentieren.
Für die musikalischen Beiträge möchten
wir auf lokale Künstler*innen
zurückgreifen, die bereits in Porz
bekannt sind. Dazu gehören
ortsansässige Band und Solo Künstler
mit teilweise kölschen Liedern, aber
auch Chöre aus Porz. Zusätzlich hoffen
wir die Musikschule Porz für Beiträge auf
der Bühne gewinnen zu können. Darüber
hinaus gibt es Musik Projekte im
Jugendzentrum Glashütte, denen wir
ebenfalls einen Zeitslot auf der Bühne
anbieten möchten, um sich zu
präsentieren. Grundsätzlich haben wir
das Ziel, Menschen aus Porz auf die
Bühne zu bringen und so natürlich auch
Aufmerksamkeit auf unsere
Veranstaltung zu wecken.
Auf allen unseren Veranstaltungen sind
wir bemüht ein möglichst vielfältiges
Angebot für Kinder zu organisieren, um
auch junge Familien aus Porz und
Umgebung anzusprechen. Fest dazu
gehören eine Hüpfburg sowie bis zu zwei
Kinder-Karussells. Auch auf der Bühne
sehen wir ein Zeitslot mit einem
Kinderangebot vor, z.B. ein Clown oder
ein Puppentheater.
Gemeinsam mit sozialen Einrichtungen
und Vereinen in Porz möchten wir
zusätzliche Stände anbieten, wie z.B.
Kinderschminken, Armbänder Basteln
und Malen. Hierzu möchten wir unter
anderem Kontakt aufnehmen zum
Jugendzentrum Glashütte, den Kitas,
dem Bürgerverein, der
Sozialraumkoordination und weiteren
Vereinen, wie z.B. dem Alevitischen
Kulturzentrum oder dem Interkult e.V..
Die Vergangenheit hat gezeigt, dass das
Netzwerk in Porz-Mitte gut funktioniert
und sich die Akteure bei ihren
Veranstaltungen gegenseitig
unterstützen. Diese Gemeinschaft wollen
wir mit unseren Veranstaltungen weiter
fördern.
Ladenöffnung dient dem Erhalt, der Stärkung
oder Entwicklung eines vielfältigen stationären
Einzelhandelsangebots
Hinweis: Der amtlichen Begründung zum Gesetzesentwurf ist zu
entnehmen, dass der stationäre Einzelhandel vielerorts einer
Gefährdung durch den Online-Handel unterliegt. Dem soll durch
begrenzte Freigabe von Sonntagsöffnungen begegnet werden.
Hier sei auf den Beschluss des OVG Münster vom 27.04.2018
hingewiesen. Die Kammer kommt hier nämlich, anders als der
Gesetzgeber zu dem Ergebnis, dass die allgemeine, für den
stationären Einzelhandel einer jeden Kommune ganzjährig
bestehende Konkurrenzsituation zum Onlinehandel für sich
genommen nicht geeignet ist, eine Ausnahme von der Regel der
Sonn- und Feiertagsruhe zu begründen. Die Kammer weist
ausdrücklich darauf hin, dass der Einzelhandel selbst und
ausdrücklich gefordert ist, stets gewichtige, im Einzelfall
festzustellende und in der Abwägung dem gebotenen Sonn - und
Feiertagsschutz gegenüberzustellende öffentliche Interessen
vorzutragen.
Es werden danach Belege benötigt, die nachprüfbar ausführen,
dass der stationäre Einzelhandel vor Ort gefährdet ist. (z.B.
Leerstände; Verarmung des Angebots, Erhalt bestehender oder
Schaffung neuer Arbeitsplätze)
Neben § 6 Abs. 1 S. 2. Nr. 1 LÖG NRW
möchten wir den Antrag auf § 6 Abs. 1 S.
2. Nr. 2 - 4 LÖG NRW (Sachgrund Nr.2,
Nr.3, Nr. 4) stützen.
Aus der „Anlage zur Anwendungshilfe für
die Kommunen und den Handel im
Umgang mit dem neugefassten § 6 LÖG
NRW“ ist zu entnehmen, dass für
Sachgrund Nr. 2 Nr. 3, Nr.4 Belege
angeführt werden können, die eine
konkrete Gefährdung des örtlichen
Einzelhandel aufzeigen
(„Anwendungshilfe“, Seiten 19-20, 29).
Auch die Urteile vom OVG NRW
(27.04.2018,4 B 571/18 -
25.05.2018, 4 B 707/18) zeigen auf,
dass eine hinreichende Konkretisierung
der örtlichen Einzelhandelssituation
erforderlich ist.
Der Einzelhandel in der Porzer
Innenstadt steht in besonderer Weise
unter Druck. Im Abschlussbericht
„Integriertes
Stadtentwicklungskonzept Porz Mitte
(ISEK)“ vom 04.05.2018 ist die
Gefährdung des Einzelhandels
ausführlich dokumentiert
(Abschlussbericht ISEK, Seiten 20-23).
Die Gefährdungssituation bezieht sich
auf das gesamte Bezirksteilzentrum
Porz.
Ausgelöst wurden die „Trading Down“
Effekte vor allem durch die Schließung
des Hertie Warenhauses. In der Folge
kam es zu vermehrten Leerständen,
Frequenzrückgängen und zu massiven
Verschlechterungen von Lagequalitäten
(Abschlussbericht ISEK, Seite 21).
Mitte 2017 wurden im Zentrumsbereich
mehr als 20 leerstehende Ladenlokale
gezählt (Abschlussbericht ISEK, Seite
22, Kartierung). Die Leerstände
erstrecken sich u.a. über die
Bahnhofsstraße, Hermannstraße,
Josefstraße, Hauptstraße,
Wilhelmstraße, Friedrich Ebert-Platz und
verteilen sich über das gesamte
Bezirksteilzentrum.
Die konkrete Gefährdungssituation
spiegelt sich ebenfalls in dem Indikator
der Einzelhandelszentralität wider.
Porz (PLZ 51143) weist im Jahr 2017 ein
Wert von 70,3 auf, sodass es an diesem
Standort nachweisbar zu
Kaufkraftabflüssen kommt
(Zahlenmaterial von Michael Bauer
Research GmbH).
Eine Stärkung des
Einzelhandelsangebotes in der Porzer
Innenstadt ist ein explizites Ziel im
„Integriertes Stadtentwicklungskonzept
Porz Mitte“ (Abschlussbericht ISEK,
Seiten 42-43).
Mittlerweile ist auf der Fläche des
ehemaligen Herties mit drei neuen
Häusern mit Wohn und Gewerbenutzung
die Neue Mitte Porz entstanden. Die
Einrichtung der Freiflächen der Neuen
Mitte befindet sich seit mehreren Jahren
weiterhin in der Bauphase. Diese
Situation belastet weiterhin die
Geschäftsentwicklung der Porzer Mitte.
Auch in der Zukunftsagenda
Bezirkszentrum Porz aus dem Jahr 2023
(verfasst durch die CIMA im Rahmen
des Sofortprogramms zur Stärkung
unserer Innenstädte und Zentren NRW)
wird die Leerstandssituation als eines
der zentralen Risiken für die Porzer Mitte
analysiert (S. 18) und die Belebung des
Einzelhandelsstandortes als ein Leitziel
festgehalten (S. 22).
Aufgrund der positiven Effekte von
Sonntagsöffnungen wie Imagesteigerung
für den Einzelhandelsstandort,
Aktivierung von Besuchern aus anderen
Stadtteilen und angrenzenden
Kommunen, ist eine Sonntagsöffnung
ein probates Instrument der
Einzelhandelsförderung.
Diese Zielsetzung geht über „bloße
Umsatzinteressen und alltägliche
Erwerbsinteresse potenzieller Käufer“
hinaus und dient der nachhaltigen
Einzelhandelsentwicklung am Standort
Porz Mitte.
Im Ergebnis ergibt sich ein öffentliches
Interesse, den Einzelhandelsstandort
Porz Mitte mit einem verkaufsoffenen
Sonntag zu fördern und rechtfertigt nach
unserer Auffassung eine Ausnahme vom
verfassungsrechtlich geschützten
Sonntagsschutz.
Ladenöffnung dient dem Erhalt, der Stärkung
oder Entwicklung zentraler
Versorgungsbereiche (Versorgungsinteresse,
insbesondere weniger mobiler und ältere Teile
der Bevölkerung; Sicherstellung wohnortnaher
Versorgung)
Hinter dem Sachgrund steht das grundgesetzlich geschützte
Versorgungsinteresse der Bevölkerung, insbesondere der
weniger mobilen und älteren Teile der Bevölkerung. Zentrale
Versorgungsbereiche müssen erhalten bleiben, da ihnen eine
herausragende Bedeutung für den Bestand und d ie Entwicklung
der Städte und Gemeinden, insbesondere der Sicherstellung
wohnortnaher Versorgung zukommt. Als zentrale
Versorgungsbereiche gelten daher nicht nur Stadtteilzentren, die
im überörtlichen Funktionszusammenhang eine bedeutende
Rolle einnehmen, sondern auch die Quartiers- und
Nahversorgungs- bzw. Nahbereichszentren.
Ein Wohnhaus der Neuen Mitte ist
vollständig mit Seniorenwohnungen
ausgestattet. Um diesem älteren Teil der
Porzer Bevölkerung auch in Zukunft die
Nahversorgung zu gewährleisten ist eine
positive Entwicklung des
Bezirkszentrums von hoher Bedeutung.
Ladenöffnung dient der Belebung der
Innenstädte, Ortskerne, Stadt- oder
Ortsteilzentren
Mit dem Sachgrund soll der Gefahr einer drohenden Verödung
der Innenstädte mit negativen Auswirkungen
auf die örtlichen Lebens- und Wohnverhältnisse der Bevölkerung
begegnet werden. Zielrichtung der Regelung ist es,
umfangreichen Leerständen bei Gewerbe - und Wohnimmobilien
und der Abwanderung von Einzelhändlern und
Einzelhändlerinnen oder deren Geschäftsa ufgabe
entgegenzuwirken. Er soll der Belebung der Innenstädte und
örtlichen Zentren dienen.
Ladenöffnung steigert überörtliche Sichtbarkeit
der jeweiligen Kommune als attraktiver und
lebenswerter Standort, insbesondere für den
Tourismus und die Freizeitgestaltung, als
Wohn- und Gewerbestandort sowie Standort
von kulturellen und sportlichen Einrichtungen
Das Interesse von Kommunen, als attraktiver und lebenswerter
Standort wahrgenommen zu werden und sich entsprechend
selbst darstellen zu können und sichtba r zu machen, stellt aus
Sicht des Landesgesetzgebers ebenfalls einen gewichtigen
Sachgrund dar. Der Sachgrund zielt auch auf den Erhalt
kleinerer Kommunen ab, da diese im Gegensatz zu größeren
Städten mehr
Schwierigkeiten haben, neue Einwohner und Unterneh men
anzuziehen.
Er wird daher hier nicht weiter ausgeführt.
Redakteur/in
RAG - Redaktion
Musikalischer Herbst in der Porzer City
Ein rundum gelungenes Programm
15. Oktober 2019, 07:28 Uhr • 141× gelesen
Die Porzer City war sehr gut besucht, als die Innenstadtgemeinschaft Porz (ISG) zum Musikalischen Herbst eingeladen hatte. • Foto: Flick • hochgeladen von
RAG - Redaktion
Porz - (sf). Ein Bühnenprogramm mit Live-Musik, Kirmes-Attraktionen, jede
Menge Speis und Trank und den ganzen Tag shoppen, obwohl Sonntag ist:
Es gab viele Gründe, den „Musikalischen Herbst 2019“ in der
Porzer City zu besuchen.
Tatsächlich erwiesen sich alle genannten Attraktionen als
Publikumsmagneten, so war die Porzer City den gesamten Nachmittag lang
entsprechend gut gefüllt. Im City Center warteten insbesondere für
die jüngsten Besucher viele Überraschungen: ein Clown, der
Luftballons in witzigen Formen bastelte oder auch das Kinderschminken
waren so gefragt, dass sich an beiden Attraktionen immer wieder lange
Schlangen bildeten. Ebenfalls bei den Kindern sehr beliebt war eine
Fahrt auf einem der beiden Kinderkarussells.
Auf Schnäppchenjagd konnte man sich derweil auf dem Trödel- und
Antiquitätenmarkt begeben. Auf der Bühne am City-Center sorgten die
Räuber und Kölsch Royal für Party-Stimmung, während der ehemalige
Lupo-Sänger Jannik die Besucher nur mit Gitarre und Gesang in seinen
Bann zog.
Zum Abschluss des Musikalischen Herbstes zeigten sich die Veranstalter
mit der Resonanz rundum zufrieden: „Wir hatten Glück, dass wir so
ein traumhaft schönes Wetter hatten. Der Musikalische Herbst ist
hervorragend angenommen worden“, sagte City-Center Managerin Ute
Femfert vom Vorstand der Innenstadtgemeinschaft (ISG) Porz. Diese
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Antrag verkaufsoffener Sonntag Köln Porz-Mitte, 13. Dezember 2026
Beachte:
Maximal drei verkaufsoffene Sonntage im Jahr in Köln (Selbstbeschränkung durch
Beschluss des Kölner Rates; zu beachten ist ebenfalls die angelegte Liste gesperrte
Feiertage)
Bitte beachten Sie als Interessengemeinschaften, dass die Werbung für Ihre
Anlassveranstaltung im Vordergrund steht. Werbung für die Verkaufsstellenöffnung muss
eine untergeordnete Rolle spielen. Beispiele für eine geeignete Werbemaßnahme
entnehmen Sie der Anwendungshilfe des Wirtschaftsministeriums. Verstößen wird im Wege
des Verwaltungszwangsverfahrens begegnet werden.
Antragsteller: Porzity e.V.
Bezeichnung des Anlass: Markt:
Porzer Adventsmarkt 2026
Messe:
Örtliches Fest:
Ähnliche Veranstaltung:
Anlassbeschreibung: Traditioneller Adventsmarkt in der Porzer
Innenstadt
- seit mehr als 20 Jahres fand der
Weihnachtsmarkt mit Ständen von
regionalen Ausstellern, Kunstgewerbe,
Handarbeiten, Schnitzereien,
Dekorationsartikeln etc.,
Kinderprogramm mit Vergabe
Wunschbaumaktion, Glühweinstand und
der Beteiligung ortsansässiger Vereine in
der Porzer Mitte statt (genauere
Erläuterung siehe unten)
Zwischen den Jahren 2022 bis 2024
wurde der Markt aufgrund der Auflösung
der alten ISG Porz-Mitte nicht mehr
durchgeführt. Seit 2024 wird der
Weihnachtsmarkt von der KG Porzer
Stadtgarde und der neuen
Interessengemeinschaft Porzity e.V.
reaktiviert.
Der Adventsmarkt ist eine wichtige und
notwendige Veranstaltung zur
langfristigen Standortsicherung, zur
Belebung der Innenstadt von Porz um
eine weitere Abwanderung der Kunden
zu stoppen, der Porzer will sich in
seinem Stadtteil wohl fühlen und dies
gelingt nur, wenn wir unseren Porzern
mehr bieten als nur den schnellen
Einkauf.
Die Fertigstellung der Neuen Mitte Porz
befindet sich in den letzten Zügen. Die
vielen Jahre der Baustelle in der Porzer
Mitte hat zu einer Image
Verschlechterung geführt. Daher ist es
umso wichtiger die traditionellen Porzer
Veranstaltungen nun in der Neuen
Porzer Mitte wiederaufleben zu lassen
und so Tradition und Innovation
zusammenzubringen.
Bildet die Anlassveranstaltung den Hauptgrund
für Besucher/Besucherinnen die Veranstaltung
zu besuchen oder steht die Ladenöffnung im
Vordergrund?
Die Verwaltung muss insbesondere darlegen, dass und wie die
hinter den in § 6 Abs. 1 S. 2 Nr. 2 bis 5 LÖG NRW genannten
öffentlichen Interessen durch die Ladenöffnung an Sonn - und
Feiertagen gefördert werden können. Dabei ist vor allem
herauszuarbeiten, warum das Umsatz- oder Shoppinginteresse
hierbei nicht im Vordergrund steht.
x ja
☐ nein
(wenn nein, keine Aussicht auf Erfolg für
eine Genehmigung durch den Rat der
Stadt Köln)
Bei dem Anlass handelt es sich um: ☐ eine historische Veranstaltung
x eine Veranstaltung, welche zum
wiederholten Mal stattfindet
☐ erstmalig stattfindende Veranstaltung
Besteht ein unmittelbar räumlicher und
zeitlicher Bezug zur Anlassveranstaltung und
den zur Öffnung vorgesehenen
Verkaufsstellen?
Hinweis: Von einer räumlichen Nähe ist regelmäßig
insbesondere dann auszugehen, wenn die örtliche Veranstaltung
in den Straßenzügen, die zur Ladenöffnung vorgesehen sind,
stattfindet.
Eine zeitliche Nähe besteht dann, wenn die örtliche
Veranstaltung am selben Tag, nicht notwendig zeitgleich, jedoch
zeitlich überlappend stattfindet.
Zwischen Veranstaltung und Verkaufsstellenöffnung muss ein
angemessenes Verhältnis bestehen. Die in der Vergangenheit
geschaffenen Anlässe um eine Verkaufsstellenöf fnung zu
erreichen, wie z.B. der Flohmarkt auf einem Möbelhausgelände,
sogenannte Bauernmärkte mit 10 Zeltverkaufsstellen von
Reisegewerbetreibenden, Grillfest (Spanferkelgrillen) in einem
Gewerbegebiet, Hüpfburgen- und Eiertierveranstaltungen
werden nicht genügen, Verkaufsstellenöffnungen zu
genehmigen. Orientieren Sie sich hier an die vom Rat zuletzt
genehmigten Anlässe.
Räumliche Nähe ist gegeben bei örtlichen Veranstaltungen in
den Straßenzügen, die zur Ladenöffnung vorgesehen ist;
Gesamtveranstaltungsbereich einschl. Verbindungs - und
Nebenstraßen, wenn die Veranstaltungsorte über diesen Bereich
verteilt sind; eine Ausweitung über den Bereich hinaus, wird
nicht genehmigungsfähig sein;
x ja
☐ nein (wenn nein, keine Aussicht auf
Erfolg für eine Genehmigung durch den
Rat der Stadt Köln)
Zieht die Anlassveranstaltung mehr Besucher
als die der Verkaufsstellenöffnung?
Fragestellung wird trotz Wegfall der Besucherprognose gestellt
(vgl. Beschluss des VG Düsseldorf v. 22.05.2018);entgegen der
Anwendungshilfe; juristische Bewertung der Verwaltung;
x ja
☐ nein (wenn nein, keine Aussicht auf
Erfolg für eine Genehmigung durch den
Rat der Stadt Köln)
Besucher wegen Anlassveranstaltung:
Besucher wegen Verkaufsstellenöffnung:
Veranstaltungsfläche:
Verkaufsfläche:
Ca. 9000 am Sonntag Nachmittag
Ca. 4500
2500qm
8520qm
Quellenangabe und Belege zu
Besucheraufkommen, Veranstaltungsfläche
und Verkaufsfläche:
Das OVG Münster verlangt, dass sich die Stadt Köln in einer für
die gerichtliche Überprüfung nachvollziehbaren und
dokumentierten Klarheit über Charakter, Größe und Zuschnitt
der Veranstaltung verschafft (auch hier VG Düsseldorf)
Die Einschätzung der Fläche entnehmen
Sie dem Aufstellungsplan für den
Adventsmarkt im Anhang. Die
Einschätzungen zur Frequenz beruhen
auf den Erfahrungswerten der alten
Interessengemeinschaft aus den
Adventsmärkten in der Vergangenheit. In
der Neuauflage des Marktes werden nun
die neuen Flächen des Friedrich Ebert
Platzes in die Veranstaltungsfläche
integriert.
Die nachfolgend genannten Sachgründe
wurden im Rahmen der Novellierung des LÖG
geschaffen.
Verkaufsoffene Sonntage wurden bis dahin
ausschließlich aufgrund von Veranstaltungen
von den zur Antragstellung berechtigten
Interessengemeinschaften genehmigt.
Eine Antragstellung von Seiten der Verwaltung
ist nicht beabsichtigt und vom Rat in Richtung
Verwaltung (politische/wirtschaftspolitische
Erwägungen) auch nicht aufgegeben.
Die nachfolgenden Sachgründe können
allerdings kumulativ vorliegen und der
Verwaltung dazu dienen, dem Rat das
öffentliche Interesse über den Anlass-bezug/-
zusammenhang hinaus zu begründen.
Hier sind die
Antragsberechtigten/Interessengemeinschaften
gefordert, diese Sachgründe geltend zu
machen/nachzuweisen und überprüfbare
Belege vorzulegen.
Das Einzelhandels- und Zentrenkonzept liegt
hier zum Download bereit. Es wird gefordert,
dass die Kommune auf der Grundlage eines
Einzelhandelskonzepts mit der
Sonntagsöffnung gezielt einen der genannten
Sachgründe verfolgt. Derzeit enthält das
Einzelhandelskonzept Sonntagsöffnungen
noch nicht als Mittel, um das öffentliche
Interesse in Gestalt der benannten weiteren
Sachgründe zu fördern. Die nachfolgend
genannten Sachgründe können daher derzeit
nicht mit dem aktuellen Einzelhandelskonzept
begründet werden.
Wir möchten zunächst darauf verweisen,
dass nach dem Urteil vom
Oberverwaltungsgericht NRW (OVG
NRW) vom 07.12.2017 (4 B 1538/17 –
RN 20) Weihnachtsmärkte als tauglicher
Anlass eingestuft und den öffentlichen
Charakter eines Sonntags maßgeblich
prägen können.
Der Porzer Adventsmarkt ist eine
Institution in Porz und der Ausfall in den
vergangenen Jahren wurde bzw. wird
von vielen Porzerinnen und Porzern sehr
bedauert. Daher sind nun auch mehrere
ortsansässige Vereine bei der
Organisation beteiligt. Die Porzer
Stadtgarde organisiert eine
Wunschbaumaktion, bei der Kindern aus
Porz Weihnachtswünsche durch
Besucher*innen der Geschäfte in der
Innenstadt erfüllt werden können. Diese
Aktion läuft bereits den gesamten
Advent, auf der Bühne beim
Adventsmarkt finden dann eine
Verkündung der aktuellen gesammelten
Summe von Geschenken und eine erste
Übergabe statt. Nicht gekaufte Wünsche
werden im Nachgang durch die
Stadtgarde/IG Porzity besorgt.
Zusätzlich organisieren wir auf der
Bühne am Friedrich Ebert Platz ein
Programm mit weihnachtlicher Musik.
Die Boxen können so aufgebaut werden,
dass man die Musik beim Besuch an den
Verkaufs- und Essensständen hören
kann. Für die musikalischen Beiträge
möchten wir auf lokale Künstler*innen
zurückgreifen, die bereits in Porz
bekannt sind. Dazu gehören
ortsansässige Band und Solo Künstler,
aber auch Chöre aus Porz. Zusätzlich
hoffen wir die Musikschule Porz für
Beiträge auf der Bühne gewinnen zu
können. Grundsätzlich haben wir das
Ziel, Menschen aus Porz auf die Bühne
zu bringen und so natürlich auch
Aufmerksamkeit auf unsere
Veranstaltung zu wecken.
Bei den Verkaufsständen möchten wir
einen Schwerpunkt auf das lokale
Kleingewerbe und Kunsthandwerk legen.
Hier haben wir bereits mehrere Kontakte
in Porz, beispielsweise eine
Hutmacherin, einen Upcycling Stand,
bemalte Rhein Steine, selbsthergestellter
Honig und Kekse, gemalte Bilder aus
Porz. Wir möchten so ein klassisches
Weihnachtsmarkt-Angebot mit lokalem
Bezug realisieren. Die Stände werden
ergänzt durch professionelle Anbieter
sowie Essensstände aus unserem
Netzwerk.
Wie auch beim Herbstfest möchten wir
das Netzwerk der sozialen Einrichtungen
und Vereine in Porz-Mitte ansprechen,
um weitere Angebote und Aktionen für
Kinder zu organisieren. Dazu gehören
z.B. ein gemeinsames
Schmücken/Beleuchten des
Weihnachtsbaums vor dem City Center
mit dem Bürgerverein, Mal/Bastel
Angebote für Kinder in Kooperation mit
den Kitas und weitere Stände in
Kooperation mit der
Sozialraumkoordination oder Vereinen
wie dem Alevitischen Kulturzentrum oder
dem Interkult e.V.
Ladenöffnung dient dem Erhalt, der Stärkung
oder Entwicklung eines vielfältigen stationären
Einzelhandelsangebots
Hinweis: Der amtlichen Begründung zum Gesetzesentwurf ist zu
entnehmen, dass der stationäre Einzelhandel vielerorts einer
Gefährdung durch den Online-Handel unterliegt. Dem soll durch
begrenzte Freigabe von Sonntagsöffnungen begegnet werden.
Hier sei auf den Beschluss des OVG Münster vom 27.04.2018
hingewiesen. Die Kammer kommt hier nämlich, anders als der
Gesetzgeber zu dem Ergebnis, dass die allgemeine, für den
stationären Einzelhandel einer jeden Kommune ganzjährig
bestehende Konkurrenzsituation zum Onli nehandel für sich
genommen nicht geeignet ist, eine Ausnahme von der Regel der
Sonn- und Feiertagsruhe zu begründen. Die Kammer weist
ausdrücklich darauf hin, dass der Einzelhandel selbst und
Neben § 6 Abs. 1 S. 2. Nr. 1 LÖG NRW
möchten wir den Antrag auf § 6 Abs. 1 S.
2. Nr. 2 - 4 LÖG NRW (Sachgrund Nr.2,
Nr.3, Nr. 4) stützen.
Aus der „Anlage zur Anwendungshilfe für
die Kommunen und den Handel im
Umgang mit dem neugefassten § 6 LÖG
NRW“ ist zu entnehmen, dass für
Sachgrund Nr. 2 Nr. 3, Nr.4 Belege
angeführt werden können, die eine
konkrete Gefährdung des örtlichen
ausdrücklich gefordert ist, stets gewichtige, im Einzelfall
festzustellende und in der Abwägung dem gebotenen Sonn - und
Feiertagsschutz gegenüberzustellende öffentliche Interessen
vorzutragen.
Es werden danach Belege benötigt, die nachprüfbar ausführen,
dass der stationäre Einzelhandel vor Ort gefährdet ist. (z.B.
Leerstände; Verarmung des Angebots, Erhalt bestehender oder
Schaffung neuer Arbeitsplätze)
Einzelhandel aufzeigen
(„Anwendungshilfe“, Seiten 19-20, 29).
Auch die Urteile vom OVG NRW
(27.04.2018,4 B 571/18 -
25.05.2018, 4 B 707/18) zeigen auf,
dass eine hinreichende Konkretisierung
der örtlichen Einzelhandelssituation
erforderlich ist.
Der Einzelhandel in der Porzer
Innenstadt steht in besonderer Weise
unter Druck. Im Abschlussbericht
„Integriertes
Stadtentwicklungskonzept Porz Mitte
(ISEK)“ vom 04.05.2018 ist die
Gefährdung des Einzelhandels
ausführlich dokumentiert
(Abschlussbericht ISEK, Seiten 20-23).
Die Gefährdungssituation bezieht sich
auf das gesamte Bezirksteilzentrum
Porz.
Ausgelöst wurden die „Trading Down“
Effekte vor allem durch die Schließung
des Hertie Warenhauses. In der Folge
kam es zu vermehrten Leerständen,
Frequenzrückgängen und zu massiven
Verschlechterungen von Lagequalitäten
(Abschlussbericht ISEK, Seite 21).
Mitte 2017 wurden im Zentrumsbereich
mehr als 20 leerstehende Ladenlokale
gezählt (Abschlussbericht ISEK, Seite
22, Kartierung). Die Leerstände
erstrecken sich u.a. über die
Bahnhofsstraße, Hermannstraße,
Josefstraße, Hauptstraße,
Wilhelmstraße, Friedrich Ebert-Platz und
verteilen sich über das gesamte
Bezirksteilzentrum.
Die konkrete Gefährdungssituation
spiegelt sich ebenfalls in dem Indikator
der Einzelhandelszentralität wider.
Porz (PLZ 51143) weist im Jahr 2017 ein
Wert von 70,3 auf, sodass es an diesem
Standort nachweisbar zu
Kaufkraftabflüssen kommt
(Zahlenmaterial von Michael Bauer
Research GmbH).
Eine Stärkung des
Einzelhandelsangebotes in der Porzer
Innenstadt ist ein explizites Ziel im
„Integriertes Stadtentwicklungskonzept
Porz Mitte“ (Abschlussbericht ISEK,
Seiten 42-43).
Mittlerweile ist auf der Fläche des
ehemaligen Herties mit drei neuen
Häusern mit Wohn und Gewerbenutzung
die Neue Mitte Porz entstanden. Die
Einrichtung der Freiflächen der Neuen
Mitte befindet sich seit mehreren Jahren
weiterhin in der Bauphase. Diese
Situation belastet weiterhin die
Geschäftsentwicklung der Porzer Mitte.
Auch in der Zukunftsagenda
Bezirkszentrum Porz aus dem Jahr 2023
(verfasst durch die CIMA im Rahmen
des Sofortprogramms zur Stärkung
unserer Innenstädte und Zentren NRW)
wird die Leerstandssituation als eines
der zentralen Risiken für die Porzer Mitte
analysiert (S. 18) und die Belebung des
Einzelhandelsstandortes als ein Leitziel
festgehalten (S. 22).
Aufgrund der positiven Effekte von
Sonntagsöffnungen wie Imagesteigerung
für den Einzelhandelsstandort,
Aktivierung von Besuchern aus anderen
Stadtteilen und angrenzenden
Kommunen, ist eine Sonntagsöffnung
ein probates Instrument der
Einzelhandelsförderung.
Diese Zielsetzung geht über „bloße
Umsatzinteressen und alltägliche
Erwerbsinteresse potenzieller Käufer“
hinaus und dient der nachhaltigen
Einzelhandelsentwicklung am Standort
Porz Mitte.
Im Ergebnis ergibt sich ein öffentliches
Interesse, den Einzelhandelsstandort
Porz Mitte mit einem verkaufsoffenen
Sonntag zu fördern und rechtfertigt nach
unserer Auffassung eine Ausnahme vom
verfassungsrechtlich geschützten
Sonntagsschutz.
Ladenöffnung dient dem Erhalt, der Stärkung
oder Entwicklung zentraler
Versorgungsbereiche (Versorgungsinteresse,
insbesondere weniger mobiler und ältere Teile
der Bevölkerung; Sicherstellung wohnortnaher
Versorgung)
Hinter dem Sachgrund steht das grundgesetzlich geschützte
Versorgungsinteresse der Bevölkerung, insbesondere der
weniger mobilen und älteren Teile der Bevölkerung. Zentrale
Versorgungsbereiche müssen erhalten bleiben, da ihnen eine
herausragende Bedeutung für den Bestand und die Entwicklung
Ein Wohnhaus der Neuen Mitte ist
vollständig mit Seniorenwohnungen
ausgestattet. Um diesem älteren Teil der
Porzer Bevölkerung auch in Zukunft die
Nahversorgung zu gewährleisten ist eine
positive Entwicklung des
Bezirkszentrums von hoher Bedeutung.
der Städte und Gemeinden, insbesondere der Sicherstellung
wohnortnaher Versorgung zukommt. Als zentrale
Versorgungsbereiche gelten daher nicht nur Stadtteilzentren, die
im überörtlichen Funktionszusammenhang eine bedeutende
Rolle einnehmen, sondern auch die Quartiers - und
Nahversorgungs- bzw. Nahbereichszentren.
Ladenöffnung dient der Belebung der
Innenstädte, Ortskerne, Stadt- oder
Ortsteilzentren
Mit dem Sachgrund soll der Gefahr einer drohenden Verödung
der Innenstädte mit negativen Auswirkungen
auf die örtlichen Lebens- und Wohnverhältnisse der Bevölkerung
begegnet werden. Zielrichtung der Regelung ist es,
umfangreichen Leerständen bei Gewerbe - und Wohnimmobilien
und der Abwanderung von Einzelhändlern und
Einzelhändlerinnen oder deren Geschäftsaufgabe
entgegenzuwirken. Er soll der Belebung der Innenstädte und
örtlichen Zentren dienen.
Ladenöffnung steigert überörtliche Sichtbarkeit
der jeweiligen Kommune als attraktiver und
lebenswerter Standort, insbesondere für den
Tourismus und die Freizeitgestaltung, als
Wohn- und Gewerbestandort sowie Standort
von kulturellen und sportlichen Einrichtungen
Das Interesse von Kommunen, als attraktiver und lebenswerter
Standort wahrgenommen zu werden und sich ents prechend
selbst darstellen zu können und sichtbar zu machen, stellt aus
Sicht des Landesgesetzgebers ebenfalls einen gewichtigen
Sachgrund dar. Der Sachgrund zielt auch auf den Erhalt
kleinerer Kommunen ab, da diese im Gegensatz zu größeren
Städten mehr
Schwierigkeiten haben, neue Einwohner und Unternehmen
anzuziehen.
Er wird daher hier nicht weiter ausgeführt.
Aufstellungsplan Adventsmarkt
Zukunftsagenda
Bezirkszentrum Porz
Partizipatives Handlungskonzept
Bearbeitung
Auftraggeber
Stadt Köln – gefördert durch das „Sofortprogramm zur Stär-
kung unserer Innenstädte und Zentren in NRW”
Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023
2
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung 5
1.1 Aufgabenstellung 5
1.2 Ausgangssituation in Porz 5
1.3 Prozess 7
2 Bestandsaufnahme und -analyse 11
2.1 Städtebauliche Strukturen im Porzer Bezirkszentrum 11
2.2 Nutzungsstrukturen des Porzer Zentrums 12
2.3 Qualitätskriterien des Einzelhandels im Porzer Zentrum 14
2.4 Leerstehende und mindergenutzte Ladenlokale 17
2.5 Zusammenfassende SWOT-Analyse 18
3 Zielperspektiven 21
3.1 Leitziele 21
3.2 Transformationsräume 23
4 Handlungsempfehlungen 26
Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023
3
Abbildungen
Abb. 1: Bisheriges Netzwerk des Porzer Zentrenmanagements 8
Abb. 2: Zeitplan und wesentliche Projektbausteine des Zentrenmanagements 10
Abb. 3: Lagebereiche im Zentralen Versorgungsbereich Porz 12
Abb. 4: Nutzungsmix im Porzer Zentrum 13
Abb. 5: Nutzungskartierung Oktober 2021 14
Abb. 6: Zielgruppen- und Qualitätsorientierung des Porzer Einzelhandels im ZV 15
Abb. 7: Warenpräsentation und Ladengestaltung des Porzer Einzelhandels 15
Abb. 8: Crossmarketing Website / Social Media 16
Abb. 9: SWOT-Tabelle 18
Abb. 10: SWOT-Karte Porz 20
Abb. 11: Zielkarte Zukunftsagenda Porz 25
Abb. 12: Übersicht Maßnahmenkatalog Zukunftsagenda Porz 26
Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023
4
Vorwort
Das Förderprogramm „Sofortprogramm zur Stärkung unserer Innenstädte und
Zentren in Nordrhein-Westfalen“ vom Land NRW wurde aufgelegt, um den Aus-
wirkungen der Lockdowns aufgrund der Corona-Pandemie aktiv zu begegnen.
Das Sofortprogramm soll dazu dienen, ausgewählte Geschäftsbereiche gezielt
zu unterstützen. Die Stadt Köln hat sich erfolgreich für drei Bezirkszentren be-
worben und erhält Fördermittel für die Zentren Ehrenfeld, Kalk und Porz. Diese
werden nun eingesetzt, um in jedem der drei Bezirkszentren ein Zentrenma-
nagement zu initiieren und gemeinsame Perspektiven mit engagierten Men-
schen vor Ort zu erarbeiten. Die Bezirkszentren Porz, Kalk und Ehrenfeld wur-
den aufgrund der besonderen Leerstandssituation, städtebaulicher Defizite und
zu beobachtender Trading-Down-Tendenzen ausgewählt. Gemeinsam mit den
beiden beauftragten Planungsbüros, dem Planungsbüro cima in Porz und dem Planungsbüro
Stadt+Handel in Kalk und Ehrenfeld, konnte der Prozess Ende 2021 starten.
Seitdem wurde in verschiedenen Beteiligungs - und Austauschformaten gemeinsam mit Gewerbe-
treibenden und lokal engagierten Menschen Handlungsansätze entwickelt. Dazu gehörte die inten-
sive Analyse der Bezirkszentren, das Formulieren von Zukunftsbildern und dazu passender Maß-
nahmenpakete. Die vorliegende Zukunftsagenda fasst diesen Prozess zusammen und dient als
Grundlage für die anstehende Umsetzungsphase des Zentrenmanagements.
Das Bezirkszentrum Porz ist geprägt durch die umfassende Umstrukturierung der Porzer Mitte. Nach
Aufgabe und Abbruch des ehemaligen Hertie -Kaufhauses prägen heute drei moderne Stadthäuser
das Zentrum als attraktive Mitte. Durch das Zentrenmanagement können wir das Zusammenwach-
sen der alten und neuen Handelslagen positiv begleiten. Durch die Entwicklung von Leitzielen und
gezielten Maßnahmen, die darauf einzahlen, soll die Attraktivität der Porzer Geschäftslagen sukzes-
sive verbessert werden.
Ich bedanke mich herzlich bei allen, die an der Erstellung der Zukunftsagenda für Porz mitgewirkt
haben und eine erfolgreiche Umsetzung unterstützen.
Ihr
Andree Haack
Beigeordneter für Stadtentwicklung, Wirtschaft, Digitalisierung und Regionales der Stadt Köln
Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023
5
1 Einführung
1.1 Aufgabenstellung
Das Land Nordrhein-Westfalen hat im Sommer 2020 das Sofort programm zur Stärkung der Innen-
städte und Zentren in Nordrhein- Westfalen aufgelegt, um Kommunen bei der Bewältigung strukt u-
reller Probleme ihrer Stadt(teil-)zentren zu unterstützen. Ausschlaggebend für die Initiierung des För-
derprogramms waren die massiven Auswirkungen der Corona- Pandemie, insbesondere auf den
(Einzel-)Handel, die Gastronomie und Dienstleistungsbereiche. Innenstädte und Ortszentren stehen
als Handelslagen bereits seit Jahren unter enormem Druck. Der generelle Strukturwandel im Einzel-
handel, u. a. bedingt durch ein verändertes Einkaufsverhalten und den gesellschaftlichen Wandel,
spiegelt sich in steigenden Umsätzen des Online- Handels und vielerorts in Schließungen von Ein-
zelhandelsbetrieben wider. So verursachte Leerstände und Trading Down-Prozesse können die Ent-
wicklungsfähigkeit von Innenstädten oder Stadtteilzentren nachhaltig beeinträchtigen. Die Corona-
Pandemie wirkte wie ein Beschleuniger der Veränderungen. Nun sind zudem Auswirkungen des
Kriegs in der Ukraine und der damit einhergehenden „Energiekrise“ zu spüren.
Um eine nachhaltige Strategie zu entwickeln, die individuell auf die unterschiedlichen lokalen Bedin-
gungen abgestimmt ist, bedarf es personelle r und finanzieller Ressourcen sowie der Möglichkeit,
bereits kurzfristig Maßnahmen anstoßen zu können . Die Förderung im Rahmen des Sofortpro-
gramms des Landes NRW ermöglicht es den beteiligten Kommunen, die Handlungsfähigkeit zu stär-
ken und neue Lösungsansätze für die Innenstadt zu entwickeln. Dazu wurden im Sofortprogramm
fünf verschiedene Förderbausteine definiert, darunter der Baustein „Anstoß eines Zentrenmanage-
ments“. Diesen hat die Stadt Köln u. a. für das Bezirkszentrum Porz im ersten Programmaufruf (Juli
2020) beantragt. Nach Aufnahme in das Sofortprogramm wurde im August 2021 die CIMA Beratung
+ Management GmbH beauftragt.
Der Anstoß eines Zentrenmanagements zielt darauf,
die Potenziale und Risiken vor Ort zu identifizieren und Handlungsbedarfe zu analysieren,
die Leerstandssituation zu untersuchen und Lösungsansätze zu entwickeln,
ein lokales Netzwerk aufzubauen und zu stärken,
Veranstaltungen und Workshops, u. a. mit Eigentümer*innen und Gewerbetreibenden, durchzu-
führen
erste Maßnahmen des Innenstadtmarketings und der Öffentlichkeitsarbeit anzustoßen
sowie als Bindeglied zwischen den lokalen Akteuren und der Stadt zu agieren.
1.2 Ausgangssituation in Porz
Das Bezirkszentrum Porz hat in den letzten Jahren einen Strukturwandel durchlaufen, wie er auch
in vielen anderen, ähnlich strukturierten Zentren erfolgte. Der örtliche Einzelhandel hat seine früher
strukturprägende Funktion deutlich eingebüßt . Insbesondere in der Bahnhofstraße als traditionelle
Einkaufsstraße des Porzer Bezirkszentrums sowie in den Randlagen der City sind Trading Down
Tendenzen erkennbar, die z. T. durch städtebauliche Missstände forciert werden. Die Anzahl der
Einzelhandelsbetriebe ging im Laufe der Jahre stark zurück – allein in den letzten fünf Jahren (2016
bis 2021) verschwanden knapp 10 % der Einzelhandelsbetriebe. Dabei wurden v. a. inhabergeführte
Geschäfte aufgegeben. Oftmals folgten dienstleistungsorientierte oder gastronomische Angebote, in
einzelnen Bereichen des Stadtzentrums prägen Leerstände einseitig das Stadtbild. Auch Vergnü-
gungsstätten (Spielhallen, Wettbüros) haben zentrale Ladenlokale belegt. Die Bahnhofstraße zeigt
aktuell nur einen eingeschränkten Branchenmix bei einer gleichzeitig hohen Ansiedlung und Fluktu-
ation gastronomischer Betriebe im Imbissbereich.
Neben den allgemeinen, strukturell bedingten Veränderungen ist die Porzer Mitte besonders durch
die Entwicklungen am Standort des ehemaligen Hertie-Kaufhauses geprägt. Durch die Schließung
Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023
6
im Jahr 2009 ging der Porzer Mitte ein zentraler Magnetbetrieb verloren; i m Zuge der langjährigen
Brachfläche inmitten des Bezirkszentrums folgten negative Entwicklungen auf die städtebauliche At-
traktivität und die Aufenthaltsqualität. Die Revitalisierung des Geländes und die damit einhergehende
Neustrukturierung des Standortes gestaltete sich schwierig. Erst im Jahr 2014 konnte mit dem Kauf
der Fläche durch die Stadt Köln und der im Jahr 2016 folgenden Übertragung der Projektentwicklung
an die Tochter moderne Stadt GmbH das Projekt „Neue Mitte Porz“ als neuer Impuls f ür das Be-
zirkszentrum forciert werden. Das Konzept verfolgt eine Aufwertung des Standortes durch eine bau-
liche Neuordnung mit insgesamt drei Häusern, die einen attraktiven Mix aus gewerblichen Nutzun-
gen und Wohnen umfassen und damit neue Signale für die wirtschaftliche Zukunft des Bezirkszent-
rums setzen. Im September 2022 wurde Haus 1 mit einem sehr modernen REWE-Markt und Wohn-
nutzungen in den Obergeschossen eröffnet. Haus 3 ist ebenfalls fertiggestellt, die Wohnungen sowie
die erste Ladeneinheit wurde bereits bezogen. Weitere Ladeneinheiten sind vergeben, die Eröffnung
soll noch in diesem Jahr erfolgen. Haus 2 befindet sich derzeit noch im Bau. Alle Laufwege - vor
allem die Achse REWE-City Center - sind frei begehbar.
Den derzeit wichtigsten Ankerpunkt und zentralen Frequenzbringer in der Porzer Mitte bildet das
2003 eröffnete Einkaufscenter City Center Porz, in dem große Einzelhandelsfilialisten etabliert sind,
die das Einzelhandelsangebot in Porz und damit auch den Branchenmix im Bezirkszentrum aufwer-
ten. Zur Bahnhofstraße besteht über die Josefstraße eine wichtige Verbindungsachse der beiden
Einkaufslagen. Mit der Öffnung der Neuen Mitte Porz wird zukünftig ein Rundlauf zwischen den drei
zentralen Einkaufslagen in Porz möglich sein.
Nicht nur räumlich, sondern auch auf Ebene der Akteure werden zukünftig enge Verknüpfungen
gewünscht. Die Gewerbetreibenden der Porzer Mitte sind in der Innenstadtgemeinschaft Porz e.V.
(ISG Porz) organisiert. Korrespondierend zu den Entwicklungen in der Porzer Handelslandschaft
nahm auch die Zahl der aktiven Mitglieder in den vergangenen Jahren ab. Aktuell stehen der ISG
Porz personell wie auch finanziell nur eingeschränkt Ressourcen zur Verfügung; sodass belebende
Maßnahmen und Aktivitäten durch die Gewerbetreibenden selbst nur in begrenztem Umfang reali-
siert werden können. Mit der Etablierung der Neuen Mitte Porz werden neue Impulse möglich.
Neben der ISG Porz sind eine Vielzahl weiterer Akteursgruppen in Porz aktiv. Zwar findet auf ver-
schiedenen Ebenen ein Austausch zwischen den Porzer Akteuren und Akteurinnen statt, jedoch fehlt
es an einer übergeordneten Kommunikation, Koordination und Information der lauf enden Prozesse
im Bezirkszentrum. Im Zusammenspiel mit den langjährigen Baumaßnahmen und dem damit ver-
bundenen empfundenen „Stillstand“ im Zentrum, hat dies zu einem „geschwächten Miteinander“ und
z. T. zu Frustration geführt, was z. B. auch bei den Erwartungen an externe Akteur sgruppen zum
Ausdruck kommt. Im Zuge der Entwicklung der Neuen Mitte Porz agierte eine Moderation, deren
Fokus ausschließlich auf der Neuen Mitte lag. Gewünscht wird jedoch eine Anlaufstelle, die die Pro-
zesse auf gesamter Bezirkszentrumsebene bündelt, kommuniziert und gleichzeitig eine unterstüt-
zende Funktion für die Akteure vor Ort innehat.
Mit dem Projekt „Anstoß eines Zentrenmanagement s“ werden aktuell grundlegende Strukturen für
die initiale Umsetzung geschaffen. Im direkten Anschluss ermöglicht das ISEK Porz-Mitte mittelfristig
die Fortführung und die Intensivierung eines Managements vor Ort. Das Konzept wurde durch die
Stadt Köln erarbeitet und formuliert u. a. die Maßnahme „Büro für Vernetzung und Aktivierung“, das
zukünftige Zentrenmanagement wird eins von drei Modulen neben dem Quartiersmanagement und
dem Quartiersarchitekten sein. Das „Büro für Vernetzung und Aktivierung“ soll über vier Jahre bis
Ende 2027 umgesetzt werden. In dieser Zeit sollen tragfähige Strukturen geschaffen werden, die
auch über die Förderperiode hinaus Bestand haben. Darüber hinaus erfolgt mit der Freiraumgestal-
tung der Neuen Mitte Porz sowie der Umsetzung der weiteren geplanten Maßnahmen aus dem In-
tegrierten Stadtentwicklungskonzept Porz -Mitte eine Stärkung des Bezirkszentrums als attraktiver
Einkaufsstandort mit besonderer Aufenthaltsqualität. Durch die einheitliche Gestaltung der zentralen
Einkaufsstraßen und -plätze wird ein neuer Geschäftszentrenkern etabliert und die von da aus fuß-
läufig erreichbaren Angebote an Grünflächen sowie an Spiel-, Sport- und Freizeitanlagen ausgebaut.
Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023
7
1.3 Prozess
Das Projekt zum Anstoß eines Zentrenmanagements in Köln Porz basiert auf zwei wesentlichen
Bausteinen unter Berücksichtigung der spezifischen Strukturen im Bezirkszentrum Porz:
Als Grundlage der Arbeit vor Ort wurde im Oktober 2021 eine Situations- und Potenzialanalyse
des Porzer Zentrums durchgeführt. Diese umfasst eine Nutzungskartierung, einen City-Qualitäts-
check (Bewertung der Angebotsqualität im Hinblick auf Warenpräsentation / Laden- und Schaufens-
tergestaltung sowie Zielgruppen und Qualitätsorientierung), einen Online- Präsenz-Check (detail-
lierte Analyse der Online-Sichtbarkeit aller im Zentrum ansässigen Gewerbetreibenden) sowie eine
detaillierte Aufnahme und Analyse der Leerstandsituation.
Der Schwerpunkt des Projektes liegt auf der aktivierenden Netzwerkarbeit vor Ort. Im Fokus steht
dabei der Auf- bzw. Ausbau einer lokalen Netzwerkstruktur mit den Akteuren vor Ort, um gemeinsam
erste Impulse für eine bedarfsgerechte, zukunftsorientierte Weiterentwicklung des Porzer Zentrums
zu setzen. Im Zuge dessen führte d as Projektteam des Zentrenmanagements in der ersten Pro-
jektphase Gespräche mit relevanten Akteuren vor Ort und organisierte zudem Gesprächsrunden mit
lokalen Akteursgruppen; die gewonnenen Netzwerkstrukturen werden im laufenden Prozess durch
regelmäßigen Austausch gepflegt und anlassbezogen um neue Kontakte erweitert.
Stakeholderanalyse
In Porz agiert eine Vielzahl an verschiedenen Akteuren in unterschiedlichen Handlungsbereichen.
Im Rahmen der durchgeführten Bausteine der aktivierenden Netzwerkarbeit war das Zentrenma-
nagement mit folgenden lokalen Akteuren im Austausch (vgl. Abb. 1):
Verwaltung und Politik: Mit dem Amt für Stadtentwicklung und Statistik, Stadt Köln, als Auftrag-
geber tauscht sich das Zentrenmanagement engmaschig zur Projektorganisation und den weite-
ren Schritten aus. Anlassbezogen werden weitere Ämter mit einbezogen. Mit der Bezirksbürger-
meisterin findet ein regelmäßiger und inhaltlich intensiver Austausch zu den lokalen Aktivitäten
statt. Sie ist zudem in den regelmäßigen Jour fixe zum Projekt eingebunden.
Wirtschaftsförderung: Die städtische Tochtergesellschaft Köln Business Wirtschaftsförderungs-
GmbH ist u. a. Ansprechpartner bei Neuansiedlungen von Einzelhandelsbetrieben inner- und
auch außerhalb des Zentralen Versorgungsbereiches von Porz. Der Handelskümmerer als Ver-
treter von Veedellieben e. V. bringt durch den regelmäßigen Kontakt zu weiteren Kölner ISG viel-
fältige Erfahrungen und Input mit ein. Beide genannten Akteure sind in den regelmäßigen Jour
fixe eingebunden. Der Handelsverband auf regionaler Ebene beteiligt sich als Kooperations-
partner für digitale Fragestellungen im Rahmen des Projektes.
Gewerbetreibende: Das Zentrenmanagement steht in regelmäßigem Dialog mit dem Vorstand
der Innenstadtgemeinschaft (ISG) Porz, welcher die Gewerbetreibenden der Porzer Mitte vertritt.
Zu Beginn des Projektes sowie anlassbezogen während der Projektlaufzeit wurden darüber hin-
aus die meisten im Zentralen Versorgungsbereich ansässigen Gewerbetreibenden persönlich an-
gesprochen.
Die ISG Porz besteht ursprünglich aus ca. 40 Mitgliedern; die Organisation und Durchführung von
Aktivitäten basiert jedoch auf dem Engagement von weniger als fünf Mitgliedern. Insbesondere
durch die Auswirkungen der Corona- Pandemie und die allgemeingültigen Veränderungen der
Handelslandschaft ist die ISG geschwächt und der Umfang der Aktivitäten stark rückläufig. Zu-
künftig sind neue Impulse erforderlich.
Eigentümerschaft: Immobilieneigentümer*innen übernehmen eine wichtige Verantwortung für In-
nenstädte. Um mögliche Kooperationen und besonders Lösungen für leerstehende Ladenlokale
herauszuarbeiten, forciert das Zentrenmanagement die Kontaktaufnahme: In Zusammenarbeit mit
Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023
8
der Stadt Köln wurden alle Eigentümer*innen innerhalb des Zentralen Versorgungsbereiches pos-
talisch kontaktiert und um Rückmeldung gebeten, um projek tbezogene Kontakt und Handlungs-
bereiche zu diskutieren. Wenngleich mit einzelnen ein anlassbezogener Austausch bestand (ins-
besondere mit Blick auf leerstehende Ladenlokale), konnte bislang noch kein dichtes und intensi-
ves Netzwerk zu den Eigentümer*innen aufgebaut werden.
Eine gesonderte Rolle nehmen die Eigentümer*innen der Neuen Mitte Porz ein. Da die Moderne
Stadt GmbH federführend die Projektentwicklung übernahm und gleichzeitig Bauherrin von
Haus 1 ist, finden regelmäßige Abstimmungen über den Projektfortschritt statt. Gespräche mit den
Bauherrinnen von Haus 2 und 3 waren demgegenüber nur eingeschränkt möglich. Die Entwick-
lung der Neuen Mitte Porz wird durch die Kommunikationsberatung BCC aus Frankfurt begleitet,
mit dessen Ansprechpersonen das Zentrenmanagement insbesondere zu Projektbeginn sowie
anlassbezogen im Austausch war.
Soziale Institutionen / Bildung; Religiöse Einrichtungen; weitere Vereine und Initiativen: Ne-
ben den o. g. Akteursgruppen bilden weitere Porzer Akteure (vgl. Abb. 1) wichtige Bestandteile
des Zentrenmanagement-Netzwerks. Der Dialog fand dabei vorrangig anlassbezogen statt – der
Großteil der Kontakte wurde während der Vorbereitungen des Tag s des Veedels 2022 geknüpft.
Als federführender Kontakt zu den sozialen Institutionen in Porz stellt die Sozialraumkoordination
Porz-Mitte / Urbach sowohl jetzt als auch zukünftig einen wichtigen Ansprechpartnerin für das
Zentrenmanagement dar. Zudem ist der Bürgerverein Porz Mitte ein seit Jahren in Porz engagier-
ter Verein, der ein vielfältiges und großes lokales Netzwerk vorweisen kann.
Abb. 1: Bisheriges Netzwerk des Porzer Zentrenmanagements
* Die Abbildung enthält die Gesprächspartner*innen, mit welchen das Zentrenmanagement häufiger in Kontakt war.
Akteure, die zum Teil nur einmalig kontaktiert wurden, werden nicht aufgeführt.
Quelle: cima (2023)
Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023
9
Meilensteine im Beteiligungsprozess
Jour fixe: Im Rahmen der ersten Phase der Netzwerkarbeit vor Ort wurde deutlich, dass verschie-
dene Prozesse in Porz parallel laufen, Zusammenhänge jedoch teilweise nicht transparent sind
oder nicht klar kommuniziert werden. Da es keine Plattform für regelmäßige Abstimmungen bzw.
Informationen relevanter Akteure – diese fungieren auch als Multiplikatoren bzw. Informationsträ-
ger*innen zur Bürgerschaft – gibt, hat das Zentrenmanagement in Zusammenarbeit mit der Stadt
Köln einen Jour fixe eingeführt und etabliert. Der Jour fixe findet alle 4 bis 6 Wochen statt und
bietet die Möglichkeit für projektbezogene Abstimmungen und eine gegenseitige Unterstützung
und Vernetzung vor Ort. Am Jour fixe nehmen neben dem Zentrenmanagement und der Stadt
Köln die Porzer Bezirksbürgermeisterin, Vertretende der ISG Porz, der Modernen Stadt GmbH,
der Köln.Business sowie des Vereins Veedellieben e.V. teil.
Dialogformat: Als Abschluss des Moderationsprozesses von BCC zur Errichtung der Neuen Mitte
Porz und zur Einführung des Projektes „Anstoß eines Zentrenmanagements für das Bezirkszent-
rum Porz“ wurde im Oktober 2021 ein sog. Dialogformat (2. Veranstaltung in dieser Reihe) durch-
geführt. Die Veranstaltung umfasste einen Informationsteil und eine sich anschließende interak-
tive Phase an drei Thementischen (lebendige Mitte, qualitative Mitte, digitale Mitte). Das Zentren-
management knüpfte an diesem Abend wichtige Kontakte und vereinbarte Einzelgespräche.
Beiratssitzung: Zur Begleitung und politischen Vorberatung des Integrierten Stadtentwicklungs-
konzeptes und weitere r baulicher Entwicklungen im Bezirkszentrum tagt regelmäßig der Beirat
Porz Mitte. Um die Tätigkeiten des Zentrenmanagements und erste Ergebnisse aus der Situa-
tions- und Potenzialanalyse vorzustellen, nahm das Projektteam an der Sitzung im März 2022 und
Mai 2023 teil.
Tag des Veedels 2022: Der Verein Veedellieben e.V. organisiert jährlich den Tag des Veedels in
Köln als Aktionstag, um die Angebote der Veedel zu präsentieren. Durch den engen Austausch
mit den Gewerbetreibenden in Porz konnte die Organisation des Tag s des Veedels am
24.09.2022 forciert und das Netzwerk im Rahmen dessen enorm verstärkt und erweitert werden.
In Porz stand der Tag des Veedels 2022 unter dem Motto „Klima und Nachhaltigkeit“ und wurde
in enger Zusammenarbeit mit der Sozialraumkoordination Porz-Mitte / Urbach und der Klima AG
des Stadtgymnasiums als Teil des Organisationsteams der ersten Porzer Klimawoche (2022) so-
wie der ISG Porz, dem Bürgerverein und vielen weiteren Porzer Unternehmen, Vereinen, sozialen
und ehrenamtlichen Institutionen durchgeführt.
Digitalisierungsworkshop: Das Zentrenmanagement hat mittels eines Online- Präsenz-Checks
die Online-Auftritte der im Porzer Zentrum ansässigen Einzelhandelsbetriebe untersucht. Um die
lokalen Akteure bei der Bewältigung lokaler und aktueller Herausforderungen, mit besonderem
Blick auf die fortschreitende Digitalisierung, bestmöglich zu unterstützen, wurde im November
2022 in Zusammenarbeit mit einem Digital Coach des Handelsverbandes NRW die Veranstaltung
„Online präsent: Digitalisierungsworkshop für Porzer Gewerbetreibende“ durchgeführt. Den Ge-
werbetreibenden wurden dabei kurzfristig bis mittelfristig umzusetzende Maßnahmen vermittelt,
um ihre Online-Auffindbarkeit zu steigern. Ein besonderer Fokus lag auf der praktischen Anwen-
dung von Google Tools.
Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023
10
Abb. 2: Zeitplan und wesentliche Projektbausteine des Zentrenmanagements
Quelle: cima (2023)
Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023
11
2 Bestandsaufnahme und -analyse
2.1 Städtebauliche und funktionale Strukturen im Porzer Bezirks-
zentrum
Der Stadtbezirk Porz als einer von neun Stadtbezirken der Stadt Köln zählt mit seinen 16 Stadtteilen
insgesamt 112.903 Einwohner; davon leben 14.915 im Stadtteil Porz1. Zentrale Versorgungsfunkti-
onen für die Bewohner*innen des Stadtteils sowie des Stadtbezirks übernimmt der Zentrale Versor-
gungsbereich (ZV) des Bezirkszentrums Porz-Mitte2. Der kompakte Zentrumsbereich erstreckt sich
östlich des Rheinufers bis in Höhe des Busbahnhofs und wird im Norden durch die Karlstraße und
im Süden durch die Erns t-Mühlendyck-Straße begrenzt. Ein Großteil des Bereichs ist als Fußgän-
gerzone gestaltet. Das City-Center Porz und sein direktes Umfeld, die Bahnhofstraße sowie zukünf-
tig die Neue Mitte Porz stellen räumliche Fokusbereiche innerhalb des Zentralen Versorgungsberei-
ches dar.
Das City-Center, welches durch größere, frequenzbringende Fachmärkte geprägt ist , fungiert als
zentraler Einkaufsstandort und sichert über das integrierte Parkhaus sowie den benachbarten Bus -
und Straßenbahnanschluss gleichzeitig die verkehrliche Anbindung des Zentrums. Das Gastrono-
mieangebot in der Erdgeschosszone mit Außenbereich übergehend in den öffentlichen Raum der
Fußgängerzone markiert zudem einen wichtigen Treffpunkt im Stadtteil, der zukünftig durch die An-
bindung an die Häuser der Neuen Mitte Porz weiter gestärkt wird.
Über die Josefstraße, welche im Zuge der Freiraumgestaltung der Neuen Mitte Porz ebenfalls teil-
weise umgestaltet werden wird, gelangen Besucher*innen von dort in die traditionelle Einkaufsstraße
Bahnhofstraße, welche aktuell keinen g rößeren Magnetbetrieb aufweist und in den letzten Jahren
durch einen Rückzug von Einzelhandelsbetrieben bei gleichzeitiger Zunahme von Imbissen und
Dienstleistungsbetrieben geprägt war. Zum Teil hohe Investitionsbedarfe an den Gebäuden sowie
veraltetes und nicht einheitliches Stadtmobiliar zeigen städtebauliche und stadtgestalterische Miss-
stände auf, denen durch die geplante Umgestaltung der Fußgängerzone Bahnhofstraße, begegnet
werden soll.
Die „Neue Mitte Porz “ als dritter Fokusbereich wird Ende 2024 vollständig fertiggestellt sein. Am
Standort werden in drei modernen Häusern neue Impulse sowohl durch Ladeneinheiten für Einzel-
handel, Dienstleistung und Gastronomie sowie kirchliche Nutzungen im Erdgeschoss als auch durch
Wohnraum für verschiedene Zielgruppen in den Obergeschossen geschaffen. Mit der Fertigstellung
von Haus 1 eröffnet e der Lebensmittelvollsortimenter REWE mit einem umfangreichen Nahversor-
gungsangebot als erstes und größtes Einzelhandelsgeschäft der Neuen Mitte Porz. Mit der zukünf-
tigen Belegung der weiteren Ladeneinheiten in allen drei Häusern sowie der Fertigstellung der ein-
heitlichen Gestaltung des öffentlichen Raums der Neuen Mitte, die teilweise auch die Wilhelmstraße
einschließt, ist auch eine Aufwertung der angrenzenden Lagebereiche, insbesondere der Geschäfts-
lage Wilhelmstraße, zu erwarten.
Mit der sich anschließenden Umgestaltung der Fußgängerzone Bahnhofstraße werden alle drei Fo-
kusbereiche als einheitlicher Geschäftszentrumskern versorgungsstrukturell und auch stadtgestalte-
risch wirken können, durch eine optimierte Fußwegeverbindung gut vernetzt sein und durch die beim
Umbau berücksichtigten Aspekte des Klimaschutzes und der Klimawandelanpassung (wie bspw.
Baumpflanzungen, Etablierung von Wasserpunkten etc.) eine verbesserte Aufenthaltsqualität mit
sich bringen.
Randlagen innerhalb des Zentralen Versorgungsbereiches nehmen unter städtebaulichen und ver-
sorgungsstrukturellen Gesichtspunkten lediglich eine nachgeordnete Bedeutung für die Porzer Mitte
ein. Dazu zählt u. a. die östliche Bahnhofstraße hinter der Straßenbahnlinie sowie der westliche
1 Kölner Stadtteilinformationen – Zahlen 2021; Einwohner mit Hauptwohnsitz
2 Abgrenzung gemäß Einzelhandels- und Zentrenkonzept der Stadt Köln
Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023
12
Abschnitt der Bahnhofstraße Richtung Rheinboul evard. Dies liegt v. a. in den Zäsuren durch die
Straßenbahnlinie im Osten und die Hauptverkehrsstraße Hauptstraße im Westen begründet. Der
Rheinboulevard mit hoher Aufenthaltsqualität wird damit als Potenzialraum für die Porzer Mitte noch
nicht angemessen ausgeschöpft.
Im zeitlichen Zusammenhang mit der Umgestaltung der Bahnhofstraße werden die zwei fußläufigen
Verbindungen von der Neuen Mitte Porz zum Rheinboulevard (Verlängerung der Bahnhofstraße so-
wie die autofreie Brückenquerung über die Hauptstraße) und auch die Hauptstraße selbst einschließ-
lich der Kreuzungsbereiche umgestaltet. Die so gestärkten Verbindungen und Randbereiche werden
damit neue Entwicklungsmöglichkeiten auch für den Einzelhandel erfahren. Mit der geplanten Um-
gestaltung des Rheinboulevards dort auch eine Verbesserung des gastronomischen Angebotes an-
gestrebt.
2.2 Nutzungsstrukturen des Porzer Zentrums
Im Rahmen der zu Beginn des Projektes „Anstoß eines Zentrenmanagements“ durchgeführte Situ-
ations- und Potenzialanalyse wurde der Zentrale Versorgungsbereich mit Blick auf vorhandene Ein-
zelhandels-, Dienstleistungs- und Gastronomieangebote in verschiedene Lagebereiche eingeteilt.
Abb. 3: Lagebereiche im Zentralen Versorgungsbereich Porz
Kartengrundlage: GeoBasis-DE / BKG 2021; Bearbeitung: cima (2023)
Im Rahmen der Nutzungskartierung wurden im abgegrenzten Untersuchungsraum (= ZV BZ Porz)
alle Einzelhandelsbetriebe sowie ergänzende dienstleistungsbezogene und gastronomische Nutzun-
gen, öffentliche Einrichtungen, Spielhallen / Wettbüros und Leerstände in der Erdgeschosszone auf-
genommen. Die Kartierung gibt Aufschluss über die räumliche Verteilung der verschiedenen Nut-
zungsarten, die Lage von Magnetbetrieben, die Anzahl der Leerstände und die Intensität der Nut-
zungsdurchmischung. Als Basis wurden Erhebungsdaten aus 2016 im Zuge der Fortschreibung des
Einzelhandels- und Zentrenkonzeptes der Stadt Köln herangezogen. Diese Zahlen dienen als Refe-
renzdaten, dadurch können die Veränderungen der Nutzungsstruktur in den letzten Jahren aufge-
zeigt werden. Insgesamt wurden im Oktober 2021 194 Ladenlokale erfasst. Der Nutzungsmix stellt
sich wie folgt dar:
Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023
13
Abb. 4: Nutzungsmix im Porzer Zentrum
Quelle: cima (2023)
Es wird deutlich, dass Dienstleistungsbetriebe (n=64) in Porz zu Lasten der Anzahl an Ei nzelhan-
delsbetrieben (n=68) einen größeren Stellenwert einnehmen als für die Zentrengröße von Porz an-
gemessen. Mit 13 % Gastronomie entfällt auch ein größerer Teil auf dieses Segment, allerdings mit
einem Schwerpunkt im Imbissbereich. Die Leerstandsquote fällt mit 9 % bzw. 18 leerstehenden La-
denlokalen ebenfalls höher aus. Die größte öffentliche Einrichtung im Stadtteil ist das Bezirksrathaus
im Nordwesten des Z Vs, weitere größere soziale Einrichtungen liegen zum Teil direkt angrenzend
(z. B. die Glashütte als Jugend- und Gemeinschaftszentrum oder auch die Rheinische Musikschule).
In der räumlichen Verteilung der Nutzungsarten zeigt sich, dass der Großteil der Einzelhandelsbe-
triebe innerhalb der zentralen Einkaufslagen liegt. Durch die Ergänzung um Dienstleistungs- und
Gastronomiebetriebe nehmen diese Lagebereiche eine zentrale Funktion in der Gesamtstruktur des
Zentrums ein. Demgegenüber ist die Nutzungsstruktur des heute als Einkaufsnebenlage definierten
Bereiches Wilhelmstraße / Karlstraße deutlich stärker durch Dienstleistungen und auch Leerstände
geprägt, sodass in Verbindung mit der aktuell bestehenden , direkt angrenzenden Baustelle der
Neuen Mitte Porz sowie der gegebenen Gebäudestrukturen eine begrenzte Einkaufs- / Aufenthalts-
qualität vorliegt. Nach Eröffnung der Neuen Mitte Porz ist für diesen Lagebereich eine Aufwertung
zu erwarten. Für die Frequenz des Bezirkszentrums kaum relevant ist der östliche Abschnitt der
Bahnhofstraße hinter der Straßenbahnlinie. Auch dem westlichen Abschnitt der Bahnhofstraße hin
zum Rheinufer kommen aufgrund fehlender frequenzstarker Nutzungen kaum Bedeutung zu. Wei-
tere Einzelhandelsbetriebe wie auch ergänzende Nutzungen sind entlang der Hauptstraße und der
Mühlenstraße zu verorten; das Verkehrsaufkommen und bauliche Missstände schränken jedoch die
Aufenthaltsqualität dieser Nebenlagen ein.
35% 33% 13% 5% 9%
0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100%
Einzehandel Dienstleistung Gastronomie öffentliche Einrichtungen sonstige Nutzung Spielhalle/Wettbüro Leerstand
Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023
14
Abb. 5: Nutzungskartierung Oktober 2021
Kartengrundlage: GeoBasis-DE / BKG 2021; Bearbeitung: cima (2023)
Der Vergleich zu den Erhebungsdaten aus 2016 zeigt bei rund einem Viertel der 194 erhobenen
Betriebe eine Veränderung des Betreibers bei gleicher Nutzungsart oder aber eine Veränderung der
Nutzungsart. 35 Veränderungen der Nutzungsart machen deutlich, dass bei Neubelegungen nahezu
ausschließlich Dienstleistungs - und Gastronomiebetriebe nachrücken, obgleich neu entstanden e
Leerstände überwiegend auf Schließungen von Einzelhandelsbetrieben zurückzuführen sind. Der
Rückzug der Handelsbetriebe bei gleichzeitiger Zunahme von Dienstleistungs- und Gastronomiebe-
trieben entspricht bundesweiten Entwicklungen und stellt eine große Herausforderung dar.
In einer Aktualisierung der Erhebungsdaten beauftragt durch die KölnBusiness Wirtschaftsförde-
rungs-GmbH in Kooperation mit der Stadt Köln von Herbst 2022 zeigt sich, dass die Nutzungsstruktur
sich weiterhin dynamisch verändert. Es wurden in dem Erhebungszeitraum Ende 2022 ebenfalls 68
Einzelhandelsbetriebe festgestellt, die Leerstandsquote hat sich aktuell auf 6,5 % verringert. Insbe-
sondere in den Angeboten von Dienstleistungen und Gastronomie zeigt sich die größte Dynamik
durch teilweise sehr kurzfristige Eröffnungen, Schließungen oder Betreiberwechsel.
2.3 Qualitätskriterien des Einzelhandel s im Porzer Zentrum
Die in der Nutzungskartierung erhobenen Einzelhandelsbetriebe (n=68) wurden in vertiefenden Un-
tersuchungen auf ihre Angebotsqualität und -präsentation und ihren Außenauftritt sowie auf ihre di-
gitale Sichtbarkeit und Auffindbarkeit bewertet bzw. geprüft.
Angebotsqualität und -präsentation / Außenauftritt
Mittels qualitativer Merkmale gibt der City-Qualitätscheck Aufschluss über Stärken und Schwächen
der ansässigen Betriebe und liefert fundierte, qualitative Einblicke in die lokale Handelsstruktur. In
Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023
15
einem von der cima entwickelten standardisierten Schema werden die Zielgruppen- und Qualitäts-
orientierung sowie die Warenpräsentation und Laden- / Schaufenstergestaltung qualitativ bewertet.
Eine hohe Zielgruppen- und Qualitätsorientierung weisen Unternehmen mit einer eindeutigen
Zielgruppenansprache oder einer besonderen Spezialisierung auf ein Angebotsniveau auf. Ein ent-
scheidendes Differenzierungsmerkmal ist, ob mit einer klaren Markenwerbung die Qualitätsorientie-
rung in den Vordergrund gestellt, oder ob mittels eindeutiger Discountorientierung nur der Preis als
Marketinginstrument eingesetzt wird.
In Porz sind aktuell keine Einzelhandelsbetriebe als „exklusiv, hochwertig, qualitätsorientiert“ einzu-
stufen, mit mehr als 50 % ist der Großteil der Betriebe als „standardisiert, konsumig“ zu bewerten.
Ein knappes Drittel der Betriebe deckt die Faktoren „gehobene Mitte, qualitätsorientiert“ ab. Dabei
gibt es in der Verteilung keine wesentlichen Unterschiede in den einzelnen Geschäftslagen.
Die Faktoren Warenpräsentation und Ladengestaltung kennzeichnen den Marktauftritt und geben
damit die Visitenkarte des Unternehmens ab. Die Kompetenz eines Betriebes kann durch eine klare
Konzeption in der Schaufenster- und Ladengestaltung unterstrichen werden.
Auch in Bezug auf die Warenpräsentation und Ladengestaltung ist kein Porzer Einzelhandelsbetrieb
der obersten Kategorie „top, in allen Ansprüchen genügend“ zuzuordnen, jedoch sind gut die Hälfte
„modern, zeitgemäß“ aufgestellt. Handlungsbedarf zeigt sich bei ein em Fünftel der Betriebe mit ei-
nem „veralteten, modernisierungsbedürftigen“ Auftritt. In dieser Kategorie sind zudem Unterschiede
in den Geschäftslagen sichtbar, so sind in der Bahnhofstraße deutlich mehr Betriebe „veraltet, mo-
dernisierungsbedürftig, während der Bereich Hermannstraße / Josefstraße (inkl. City-Center) mit 70
% überdurchschnittlich viele „moderne, zeitgemäße“ Betriebe aufweist.
Abb. 6: Zielgruppen- und Qualitätsorientierung
des Porzer Einzelhandels im ZV
Abb. 7: Warenpräsentation und Ladengestal-
tung des Porzer Einzelhandels
n = 68
Quelle: cima (2023)
n = 68
Quelle: cima (2023)
Digitalisierung
Der Online-Sichtbarkeit des stationären Einzelhandels kommt – gerade in Zeiten extrem steigender
Online-Anteile im Einzelhandel – eine sehr wichtige Bedeutung zu. Inwiefern die Porzer Einzelhänd-
ler*innen online auffindbar und sichtbar sind, wurde in einem Online-Präsenz-Check der cima.digital
überprüft. Dabei ging es um die Faktoren Präsenz in lokalen Online-Verzeichnissen (insb. Google
My Business), Engagement in Social Media (u. a. Präsenz, Aktivität, „handwerkliche“ Umsetzung,
rechtskonforme Inhalte), Analysen für SEO -Onsite (Grundgerüst der Website), Technik und Inhalt
sowie Rankingfaktoren für den deutschen Zielmarkt , Digitale Maßnahmen zur Verkaufsförderung /
Kundenbindung, E-Commerce-Aktivität wie Online -Shop oder Marktplatz -Präsenz. Die Ergebnisse
für die 68 erhobenen Einzelhandelbetriebe im ZV Porz, darunter 50 % inhabergeführte und 50 %
filialisierte Betriebe, lassen sich wie folgt zusammenfassen:
Digitale Leerstände: Fünf Betriebe sind im Internet für Interessierte nicht auffindbar und können
somit als digitale Leerstände identifiziert werden.
31%
51%
12%
6%
exklusiv, hochwertig,
qualitätsorientiert
gehobene Mitte,
qualitätsorientiert
standardisiert, konsumig
discountorientiert
diffus, keine eindeutige
Zielgruppenorientierung
51%
29%
19% top, in allen Ansprüchen
genügend
modern, zeitgemäß
normal, ohne Highlights,
ggf. Optimierungsbedarf
veraltet,
modernisierungsbedürftig
Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023
16
Google My Business: 62 Unternehmen können einen Google My Business -Eintrag vorweisen.
Aktiv genutzt bzw. bespielt wird die Plattform jedoch von nur knapp einem Viertel der Betriebe.
Website: 48 Betriebe sind auf einer eigenen Website vertreten . Filialisierte Betriebe sind dabei
fast ausschließlich über die Website der Muttergesellschaft sichtbar, nur wenige auf standorteige-
nen Websites präsent. Bei den übrigen 20 Betrieben ohne eigene Website handelt es sich über-
wiegend um inhabergeführte Einzelhandelsbetriebe. Zwar haben 14 von diesen einen Google My
Business Account, angesichts einer geringen Nutzung weiterer Plattformen (u. a. Social Media)
weisen sie jedoch insgesamt eine geringe Sichtbarkeit auf.
E-Commerce: Der Online-Verkauf von Waren nimmt bei den Porzer Einzelhandelsbetrieben eine
nachrangige Bedeutung ein. Zwar werden bei mehr als einem Drittel Online-Shops betrieben, je-
doch sind dies nahezu ausschließlich Online-Shops der Muttergesellschaft von Filialen. Nur ver-
einzelt werden Online-Marktplätze oder sonstige Lösungen genutzt.
Social Media: Im Social-Media Bereich nehmen Facebook und Instagram die höchste Relevanz
ein. Weitere Anbieter, wie u. a. Pinterest, YouTube, WhatsApp- Business oder Twitter, s tellen in
Porz keine relevanten Kommunikationstools dar. Mit 38 Betrieben nutzen mehr als die Hälfte der
untersuchten Betriebe Facebook; 28 davon sind gleichzeitig auch auf Instagram vertreten. Aus-
schließlich ein Betrieb ist nur mit einem Instagram-Kanal auf Social Media zu finden.
Die Bespielung der Accounts ist zum Großteil eher inaktiv. Trotz höherer Nutzung von Facebook
finden hier nur wenige regelmäßige Postings oder ein Austausch mit Kundinnen und Kunden statt.
Auf Instagram sind die Aktivitäten im Rahmen von Informationsw eitergabe, Kommunikation und
Interaktion mit den Kun*innen höher. Zudem zeigt sich, dass jeweils rund ein Drittel der bestehen-
den Social Media Accounts auf Facebook sowie Instagram über die jeweiligen Muttergesellschaf-
ten läuft.
Abb. 8: Crossmarketing Website / Social Media
Quelle: cima.digital (2023)
Cross Marketing: Eine Verlinkung bestehender Social Media-Kanäle und Websites trägt wesent-
lich zu einer erhöhten Sichtbarkeit und Reichweite bei. Wenngleich bereits heute je zwei Drittel
derjenigen, die eine Website nutzen, dort eine Verknüpfung ihres Facebook- oder auch Instagram-
Accounts eingerichtet haben (vgl. Abb. 8), sind die Cross-Marketing-Aktivitäten in Porz – insbe-
sondere bei inhabergeführten Betrieben – noch ausbaufähig.
Abschließend ist festzuhalten, dass die untersuchten Porzer Einzelhandelsbetriebe zwar online
sichtbar sind, eine aktive und regelmäßige Bespielung der verschiedenen Kanäle jedoch wenig statt-
Einsatz einer Website
und einer Facebook
Seite
Integration eines Face-
book-Button auf der
Website
Einsatz einer Website
und einer Instagram
Seite
Integration eines Insta-
gram-Button auf der
Website
Nur
Website
29%
Nein
32%
Ja
68%
Website
und
Facebook
71%
Nur
Website
48%
Nein
36%
Ja
64%
Website
und
Instagra
m
52%
Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023
17
findet. Die meiste Aktivität ist bei Online-Auftritten über die Muttergesellschaften der Filialisten fest-
zustellen. Insgesamt besteht in Bezug auf die digitale Sichtbarkeit und den Online- Auftritt in allen
Bereichen – u. a. Google Tools, Websites und Social Media – noch deutlicher Ausbaubedarf. D ie
allgemein fortschreitende Digitalisierung, der zunehmende Online- Handel und die damit einherge-
henden Auswirkungen für das stationäre Gewerbe zählen aktuell zu den wesentlichen Herausforde-
rungen in unseren Innenstädten. Vor diesem Hintergrund sind eine gute Online-Auffindbarkeit, -Prä-
sentation und -Kommunikation mit Kund innen und Kunden für den stationär en Handel von großer
Relevanz; kleinere Maßnahmen können bereits erste Verbesserung en bewirken. Mögliche Ansatz-
punkte hierfür wurden mit interessierten Teilnehmenden im Rahmen des Digitalisierungsworkshops
im November 2022 erörtert.
2.4 Leerstehende und mindergenutzte Ladenlokale
Ein weiterer Fokus lag auf leerstehenden und aktuell mindergenutzten Ladenlokalen; dazu zählen
die 18 erhobenen Leerstände sowie fünf Vergnügungsstätten (Spielhallen und Wettbüros). Diese
sind über den Zentralen Versorgungsbereich hinweg verteilt, also nicht räumlich konzentriert.
Die detaillierte Aufnahme der leerstehenden Ladenlokale – eine Aktualisierung erfolgte zuletzt im
Juni 2022 – umfasste eine Bewertung der Standortkriterien (u. a. Verkaufsflächengröße (soweit ver-
fügbar / einsehbar), barrierefreier Zugang, bauliche Attraktivität, Umfeldnutzungen) sowie möglicher
(alternativer) Nutzungen. Auf Basis der Erhebungen wurde für jedes leerstehende Objekte ein de-
taillierter Leerstandsteckbrief ausgearbeitet. Die Datensammlung stellt die Basis eines Leerstands-
katasters dar, welches langfristig ausgebaut und regelmäßig fortgeschrieben werden soll.
Während für einige Ladenlokale aufgrund des Gesamtzustandes des Gebäudes, der Lage und ge-
ringer Investitionsbedarfe Chancen einer kurzfristigen Wiedervermietung vorliegen, stehen andere
bereits langfristig leer und lassen u. a. angesichts hoher Investitionsbedarfe am Gebäude und / oder
dem Verkaufsraum nur sehr geringe bis keine Wiedervermietungschancen erkennen. Die Hand-
lungsbedarfe für die Leerstände stehen auch im Fokus der Diskussion mit lokalen Akteuren. Einzelne
Objekte dominieren dabei, wie z. B. das sog. „grüne Haus“ in der Bahnhofstraße oder der freiste-
hende Pavillon auf der Verkehrsinsel an der Straßenbahnlinie; beide Objekte weisen ein hohes Maß
an Investitionsbedarfen auf. Besonderen Handlungsbedarf sehen die lokalen Akteure zudem beim
weiteren Verfahren zum „roten Pavillon“ am östlichen Eingang der Bahnhofstraße. Zwar ist dieser
zum Zeitpunkt der Berichtslegung mit einer gastronomischen Einheit belegt,
3 jedoch trägt das Ge-
bäude zu einem negativen Erscheinungsbild der Bahnhofstraße bei . Der Pavillon soll im Zuge der
Umgestaltung der Bahnhofstraße niedergelegt werden. Das Zentrenmanagement hat bereits Kon-
takt zu einzelnen Immobilieneigentümer*innen aufgenommen, um Entwicklungsmöglichkeiten anzu-
stoßen.
Als mindergenutzte Ladenlokale sind Vergnügungsstätten des Typs „Spiel“ einzuordnen; dazu zäh-
len vorrangig Spielhallen und Wettbüros. In Porz wurden insgesamt fünf Ladenlokale mit dieser Nut-
zungsart aufgenommen, teilweise in zentraler Einkaufslage (Bahnhofstraße), teilweise in Randlagen,
in welchen z. T. im Umfeld weitere Leerstände zu finden sind (bspw. Wilhelmstraße), sodass Trading
Down-Tendenzen ablesbar bzw. erwartbar sind. Insgesamt ist die Anzahl der Vergnügungsstätten
(Spielhallen / Wettbüros) in Verbindung mit der höheren Leerstandsquote für die Größe des Bezirks-
zentrums Porz bedenklich. Angesichts der negativen Wirkungen von Vergnügungsstätten der Sparte
Spiel sollten diese innerhalb des Zentralen Versorgungsbereiches ausgeschlossen werden. Laut
vorliegenden Informationen der Stadtverwaltung ist in großen Teilen des Porzer Zentrums die An-
siedlung von Vergnügungsstätten bereits bauleitplanerisch ausgeschlossen. Bestehende Betriebe
sind in Bezug auf die einzuhaltenden Mindestabstände (350 m) zu sensiblen Einrichtungen (bspw.
Schulen und Jugendeinrichtungen) sowie zu anderen Spielstätten zu überprüfen.
3 Zum Zeitpunkt der Nutzungskartierung (vgl. Abb. 5) stand der Pavillon noch leer.
Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023
18
2.5 Zusammenfassende SWOT-Analyse
Aus der Bestandsanalyse lassen sich zusammenfassend Stärken und Schwächen sowie Chancen
und Risiken ableiten, die im Rahmen der weiteren Projektarbeit Berücksichtigung finden sollten:
Abb. 9: SWOT-Tabelle
Stärken Schwächen
kompakte Stadtstruktur
Identifikation mit Porz als Stadt(teil) auf-
grund der Historie als eigene Stadt
gutes Basisangebot im Einzelhandel sowie
an weiteren innenstadtrelevanten Angebo-
ten; kompakte Funktion als Einkaufsstandort
ISG Porz e. V. als erfahrener Verein und z.
T. Veranstalter von Aktionen und Events in
der Porzer Mitte
Projektentwicklung Neue Mitte Porz mit sei-
ner städtebaulich durchgreifenden Neustruk-
turierung des zentralen Bereichs
Aktivitäten und Engagement von sozialen
Institutionen und Vereinen sowie deren Netz-
werk
bisher aufgebaute Netzwerkstrukturen:
Vernetzung, Kommunikation und Information
aller Akteure
Nähe des Bezirkszentrums zum Rhein und
Potenzial des sog. Rheinboulevards
Gute Erreichbarkeit mit dem ÖPNV
geschwächter Nutzungsmix und Verlust an
Qualität der Angebote im Handel; u. a. durch
Zunahme von Imbiss-Gastronomie und
Dienstleistungen bei gleichzeitigem Rückzug
inhabergeführter Einzelhandelsbetriebe
Vielzahl an Imbissen mit hoher Fluktuation
Rückgang an aktiven Mitgliedern der ISG
städtebauliche und stadtgestalterische Miss-
stände sowie fehlende Aufenthaltsqualität
negative Wirkung von Leerständen, insbe-
sondere langfristig leerstehender Ladenlo-
kale
fehlende Kontakte / z. T. fehlendes Interesse
der Eigentümer*innen
Chancen Risiken
Impulse durch Neue Mitte Porz: Einzelhan-
delsangebot, neue Akteure, städtebauliche
Aufwertung, Gestaltung des öffentlichen
Raumes, Vernetzung der zentralen Einkaufs-
bereiche, Wohnraum für verschiedene Ziel-
gruppen
Zentrenmanagement als Ansprechpart-
ner*in und Unterstützung vor Ort und verbin-
dende Einheit zwischen lokal Agierenden
verstärkte Anbindung des P otenzialraums
Rheinboulevard mit dem Bezirkszentrum
Impulse durch Umsetzung der Maßnahmen
des ISEK Porz-Mitte: Stärkung und Aufwer-
tung der angrenzenden Grünflächen im Os-
ten (Parkanlage Glashüttenstraße) und im
Westen (Rheinboulevard Porz), Stärkung
und Aufwertung der Fußgängerzone Bahn-
hofstraße und Verbindung dieser mit der
Neuen Mitte Porz, Aufwertung der Verbin-
dungsachsen zum
Rhein, Aktivierung und
Vernetzung der Bewohnerschaft und der lo-
keine Veränderungen der Leerstandssitua-
tion
geringer Nutzungsmix durch anhaltende
Zunahme von Imbiss-Gastronomie- und
Dienstleistungsbetrieben und fehlende Neu-
ansiedlung von Einzelhandelsbetrieben
drohende Auflösung der ISG Porz e. V.
aufgrund fehlender aktiver Mitglieder
fehlendes Zusammenwirken der Akteure
der zentralen Einkaufslagen (vorrangig City
Center, Bahnhofstraße, Neue Mitte)
fehlende Bereitschaft von Eigentümer *in-
nen zur Investition
negative Auswirkungen durch die lange
Baustellenphase rund um die Fertigstellung
der Neuen Mitte Porz sowie der angrenzen-
den Maßnahmen aus dem ISEK Porz-Mitte
Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023
19
kal Agierenden durch das „Büro für Vernet-
zung und Aktivierung“ sowie das Haus-, Hof-
und Fassadenprogramm
Profilierung der Einkaufsstandortes Porz -
Mitte und Bildung einer Marke
Quelle: cima (2023)
Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023
20
Abb. 10: SWOT-Karte Porz*
Kartengrundlage: GeoBasis-DE / BKG 2021; Bearbeitung: cima (2023)
* Es ist zu berücksichtigen, dass manche im Text beschriebenen Stärken und Schwächen räumlich nicht verortbar
und somit in der Karte nicht dargestellt sind.
Legende
Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023
21
3 Zielperspektiven
Die Erkenntnisse aus der bisherigen Projektlaufzeit für den Anstoß des Porzer Zentrenmanagements
bilden eine geeignete Grundlage für die anstehende aktive Arbeit vor Ort. Eine lückenlose Weiter-
führung des Projektes „Anstoß eines Zentrenmanagements“ im Jahr 2023 ist über die Verlängerung
der Tätigkeiten im Rahmen des Sofortprogramms gesichert . Die sich anschließende mittelfristige
Fortführung des Zentrenmanagements wird mit der Umsetzung des Integrierten Stadtentwicklungs-
konzeptes Porz-Mitte möglich; dann ist das Zentrenmanagement Bestandteil der ISEK-Maßnahme
„Büro für Vernetzung und Aktivierung“. Dem Zentrenmanagement stehen damit zukünftig mehr per-
sonelle wie auch finanzielle Ressourcen zur Verfügung; gleichzeitig wächst jedoch auch der Aufga-
benbereich für die Arbeit vor Ort.
Oberstes Ziel der Arbeit vor Ort ist die langfristige Stärkung des Porzer Zentrums nach innen und
außen. Es gilt, Netzwerke auszubauen und zu verstetigen sowie die Mitwirkungsbereitschaft lokaler
Akteure zu fördern und fordern, um den Stadtteil und seine Angebote gemeinsam zu entwickeln und
zu profilieren. Abgeleitet aus den gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnissen des bisherigen Pro-
jektteams werden für die Arbeit vor Ort folgende Leitziele formuliert:
3.1 Leitziele
Die Verbesserung der Kommunikation und Kooperation vor Ort bietet viele Entwicklungschancen für
das Porzer Zentrum. Ziel muss es sein, die Porzer Mitte durch die Zusammenarbeit aller Porzer
Akteure nach vorne zu bringen und gemeinsam neue Impulse zu setzen. Es geht darum, bestehende
Netzwerkstrukturen zu erhalten und zu stärken sowie gleichzeitig offen für neue Akteure zu sein.
Das Zentrenmanagement fungiert dabei als verbindende Einheit, das lokale Netzwerke zusammen-
bringt und aktiviert. Zu beachten ist, dass das Zentrenmanagement nur einen Baustein im Gesamt-
prozess darstellt; Durchführung und Erfolg von Maßnahmen und Projekten sind immer auch von der
Mitwirkungsbereitschaft der Akteure vor Ort abhängig. Vor diesem Hintergrund ist es umso wichtiger,
das bisher aufgebaute Netzwerk zu pflegen und neue aktive Akteure dazuzugewinnen. Eine starke
Vernetzung lässt es zu, erforderliche Maßnahmen und weitere Projektschritte zu eruieren und auf
die aktuellen Bedarfe des Zentrums auszurichten. Um Porz nach innen und außen zu stärken, gilt
es,
Das bestehende Netzwerk der Akteure des Bezirkszentrums zu unterstützen und neue Akteure
zu integrieren sowie deren Mitwirkungsbereitschaft zu aktivieren. Von besonderer Bedeutung sind
dabei die relevanten Akteure der Neuen Mitte Porz.
den Austausch und die Vernetzung mit Immobilieneigentümer*innen zu fokussieren und das Ver-
antwortungsbewusstsein für die Zentrengestaltung zu aktivieren.
Porzer Akteursgruppen, die nicht direkt in der Porzer Mitte angesiedelt sind, aber Interesse an
einer Profilierung des Zentrums haben (u. a. soziale Einrichtungen, Vereine und ähnliche Institu-
tionen), stärker in den Gesamtprozess einzubinden. Dass eine „Vernetzung der Netzwerke“ aus
verschiedenen Handlungsbereichen ein Profit für die Porzer Mitte sein kann, zeigen die Projekt-
fortschritte, die im Rahmen der Organisation und Durchführung des Tags des Veedels 2022 erzielt
werden konnten.
Wesentliche Elemente der Netzwerkarbeit vor Ort sind Kommunikation und Information im Rahmen
regelmäßiger Vor-Ort-Gespräche und organisierter Netzwerktreffen. Bislang etablierte Kommunika-
tionsstrukturen sind aufrecht zu erhalten und durch regelmäßige Netzwerktermine für einzelne, aber
auch verschiedene Akteursgruppen zu ergänzen.
LEITZIEL I: Lokale Vernetzung und Aktivierung der Akteure
Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023
22
Wenngleich die Attraktivität der Porzer Mitte und die Qualität der Angebotsvielfalt in den vergange-
nen Jahren gesunken sind, ist de m Bezirkszentrum nach wie vor die Funktion eines zentralen Ein-
kaufsstandortes und Treffpunktes zuzuschreiben. Die derzeit entstehende Neue Mitte Porz und die
im
ISEK formulierten Maßnahmen bieten ein großes Potenzial, den Einzelhandelsstandort Porz -Mitte
aufzuwerten und zu beleben. Darüber hinaus sind jedoch gemeinsame Anstrengungen notwendig,
um die Aufenthaltsqualität zu erhöhen und die Porzer Mitte als Besuchsziel wieder attraktiver zu
machen. Dazu zählen gestalterische Aufwertungen, einzelbetriebliche Verbesserungsmaßnahmen
sowie gemeinschaftliche Aktionen:
Die Erkenntnisse aus der Analyse zeigen die Notwendigkeit der Stärkung bestehender Betriebe
– dabei stehen die einzelbetriebliche Attraktivierung (u. a. Warenpräsentation, Ladengestaltung)
und die Erhöhung der digitalen Sichtbarkeit gleichermaßen im Fokus.
Für eine ganzheitliche Zentrenbelebung kommt es darauf an, durch Aktionen und Veranstaltungen
sowohl in den einzelnen Ladenlokalen als auch insgesamt im öffentlichen Raum Erlebnisse zu
schaffen. Gelingt es, einzelbetriebliche Maßnahmen parallel als gemeinsame zentrenbelebende
Maßnahmen zu organisieren, kann der Standort Porz Mitte als Einheit gestärkt und nach außen
profiliert werden. Die Eigeninitiative der Porzer Gewerbetreibenden zur Umsetzung einzelbetrieb-
licher Maßnahmen ist durch Impulse des Zentrenmanagements zu aktivieren.
Entsprechende Impulsprojekte zur Zentrenbelebung sind – mit Unterstützung des Zentrenmana-
gements – unter Beteiligung aller Akteure des Bezirkszentrums zu entwickeln. Die gemeinsame
Ideenentwicklung und Projektkonkretisierung stärkt den Zusammenhalt unter den beteiligten Akt-
euren und damit auch die Identifikation mit den Aktivitäten und dem Einkaufsstandort Porz insge-
samt.
Standortbezogene Ereignisse, wie bspw. die Eröffnung der Neuen Mitte Porz oder der Start bau-
licher Veränderungen, eignen sich besonders zur Terminierung und inhaltlichen Verknüpfung von
Aktionen / Veranstaltungen. Gleichzeitig können diese zu einer erfolgreichen Verbindung der
Neuen Mitte Porz mit den bestehenden Fokusräumen Bahnhofstraße und City Center beitragen.
Förderprogramme der Stadt Köln können für gestalterische und vernetzende Maßnahmen, Aktio-
nen der Gewerbetreibenden sowie Aktivitäten genutzt werden.
Eine zentrale Herausforderung im Rahmen des Zentrenmanagements ist es, dem Rückzug des Han-
dels und den Veränderungen im Nutzungs - und Branchenmix zu begegnen. Die Analyse d er Nut-
zungsstruktur in Porz erlaubt einen Einblick in die Entwicklungen der letzten Jahre und bestätigt den
(bundesweiten) Trend eines Rückzugs des inhabergeführten Einzelhandels bei Zunahme von dienst-
leistungsorientierten und gastronomischen Betrieben. In Porz lässt sich dabei besonders die ver-
stärkte Ansiedlung von Schnellimbissbetrieben feststellen, die mit einer hohen Fluktuation gleicher
Betriebstypen einhergeht. Gleichzeitig prägen punktuell leerstehende Ladenlokale das Stadtbild;
problematisch sind v. a. langfristige Leerstände in Gebäuden mit hohen Investitionsbedarfen.
Mit dem Ziel, den Nutzungs - und Branchenmix im Porzer Zentrum im Austausch mit der KölnBusi-
ness und potenziellen Interessierten zu verbessern, sollte die im bisherigen Prozess geschaffene
Basis eines Leerstandskatasters um detaillierte Informationen zum Verkaufsraum, der Immobilie und
zu Investitionsbedarfen erweitert werden. Es geht darum, durch ein aktives und vorausschauendes
Geschäftsflächen- und Leerstandsmanagement längerfristige Leerstände zu vermeiden und durch
den regelmäßigen Kontakt mit Eigentümer*innen und ggfs. potenziellen Interessierten frühzeitig Lö-
sungen zu forcieren. Dabei sind auch Zwischennutzungen oder Übergangsmaßahmen mitzudenken.
Zudem sind bei Neubelegungen von Ladenlokalen gezielt die Nutzungsarten in den Blick zu nehmen.
LEITZIEL II: Stärkung und Belebung des Einzelhandelsstandortes Porz-Mitte
LEITZIEL III: Attraktivierung des Nutzungs- und Branchenmix / Vermeidung von Leerstand
Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023
23
Trotz der Veränderungen in der Handelslandschaft sollte das Ziel verfolgt werden, Neubelegungen
von ehemaligen Einzelhandels-Ladenlokalen erneut einer Handelsnutzung zuzuführen. Dies erfor-
dert einen intensiven Austausch mit den Immobilieneigentümer*innen, eine Sensibilisierung in Bezug
auf die Wirkungen der Nutzungen auf das Standortumfeld sowie Unterstützungsleistungen bei der
Suche nach Nachmieter*innen. Mit dem Zentrenmanagement steht eine neutrale Moderat ion mit
fachlicher Expertise in puncto Einzelhandelsentwicklungen und Leerstandsmanagement zur Verfü-
gung, die i m Zusammenspiel mit Köln .Business bei Abstimmungen mit den Immobilieneigentü-
mer*innen oder potenziellen Filialisten unterstützen kann und daher eingebunden werden sollte.
Der bisherige Prozess erlaubte lediglich eine niederschwellige Informationsweitergabe über die Pro-
jektinhalte und -fortschritte des Zentrenmanagements. Zwar wurde der regelmäßige Austausch zu
verschiedenen Akteursgruppen, die gleichzeitig auch eine Funktion als Multiplikator en im Stadtteil
haben, gepflegt, eine der wichtigsten Akteursgruppen wurde jedoch bislang kaum angesprochen :
Die Porzer Bürger*innen sind letztlich diejenigen, für welche das Bezirkszentrum und seine Angebote
wieder attraktiver und belebbarer gestaltet werden müssen. Die Bürgerschaft muss mitgenommen
werden; Impulse und Fortschritte in der Porzer Mitte sind klar an sie heranzutragen – ein "Nachvor-
nekommen des Porzer Bezirkszentrums" muss im Stadtteil spürbar sein. Letztlich können das lokale
Engagement und die durchgeführten Maßnahmen und Projekte nur dann erfolgreich sein, wenn es
positive Rückmeldungen aus der Bürgerschaft gibt, die sich bestenfalls in einer Z unahme der Zen-
trenfrequenzen widerspiegeln.
Mit diesem Ziel sollte ein besonderes Augenmerk auf eine – gemeinsam vom zukünftigen Büro für
Vernetzung und Aktivierung, der Stadtverwaltung und den lokal Agierenden entwickelte – Kommu-
nikations- und Informationsstrategie gelegt werden. Dies beinhaltet, dass das Zentrenmanagement
bzw. zukünftig d as „Büro für Vernetzung und Aktivierung“ verstärkt als Institution für stadtentwick-
lungsbezogene Themen vor Ort sichtbar wird, indem regelmäßig Öffnungszeiten, Projekte und Akti-
vitäten in verschiedenen Formaten der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit (analog und digital) kom-
muniziert werden. Im Zuge der Umsetzung der ISEK-Maßnahmen wird die Information der Öffent-
lichkeit zudem in deutlich kürzeren Abständen erforderlich sein als im bisherigen Prozess. Für einen
zügigen Abwicklungsprozess bei Veröffentlichungen ist zu prüfen, wie Kontaktwege und Abstimmun-
gen zielführend organisiert werden können.
Über die regelmäßige Presse- und Öffentlichkeitsarbeit hinaus sind lokale Gremien (u. a. der Beirat
Porz Mitte und die Bezirksvertretung Porz) in zu vereinbarenden Abständen über die Arbeit vor Ort
und Handlungsbedarfe aus Sicht der Akteure des Bezirkszentrums in Kenntnis zu setzen.
Ziel ist eine Aktivierung der Gewerbetreibenden in Porz dahingehend, diese Aufg abe langfristig zu
übernehmen.
3.2 Transformationsräume
Bei der Umsetzung der Leitziele stehen die drei räumlichen Schwerpunkte im Fokus, die es in sich
zu stärken, weiterzuentwickeln und zu beleben gilt. Jedoch ist auch eine Verknüpfung der Bereiche
wichtig, denn die Porzer Mitte insgesamt kann sich nur erfolgreich profilieren, wenn eine konse-
quente Vernetzung der räumlichen Fokusbereiche und deren Akteure stattfindet.
Josefstraße / Hermannstraße mit City-Center als Ankerpunkt
Das City-Center / die Hermannstraße bildet eine wichtige Eingangssituation in das Zentrum ; über
die nördlich angrenzende Bus- bzw. Straßenbahnhaltestelle und das zugehörige Parkhaus geht eine
hohe Frequenz in Richtung Porz Mitte aus. Das City Center stellt durch die ansässigen Magnetbe-
triebe aktuell einen positiven Nutzungsmix für die Porzer Mitte bereit; der öffentliche Bereich vor dem
City-Center ist zudem mit den gastronomischen Angeboten ein stark frequentierter Treffpunkt des
LEITZIEL IV: Kommunikations-, Informations- und Öffentlichkeitsarbeit
Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023
24
Bezirkszentrums. Im direkten Umfeld besteht jedoch das Risiko eines Trading-Down-Prozesses: Im
Gebäudekomplex Josefstraße 1 bis 6 stehen aktuell zwei Flächen leer; durch den avisierten Umzug
von Ernstings Family in die Neue Mitte Porz könnte ein weiterer Leerstand hinzukommen. Da der
Gebäudekomplex entlang der Josefstraße die Verbindungsachse zur Bahnhofstraße darstellt, muss
unbedingt vermieden werden, dass sich die Leerstandssituation negativ auf die aktuelle Funktion
des Fokusbereiches auswirkt. Daher gilt es, den Kontakt zu den Eigentümer*innen zu intensivieren
und gemeinsam nach Lösungen zur Stärkung des Nutzungsmixes in diesem Bereich zu suchen.
Diese sollten sowohl eine Sicherung der bestehenden Nutzungen im City-Center, in der Josefstraße
und in der Hermannstraße beinhalten als auch eine Neubelegung / Zwischennutzung der Leerstände
sowie Verbesserungen der Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum, u. a. durch belebende Aktionen
und Veranstaltungen. Mit einzubeziehen ist zukünftig dringend die Verbindungsachse zwischen den
Frequenzbringern REWE-Markt im Haus 1 der Neuen Mitte Porz und City-Center; es ist davon aus-
zugehen, dass die beiden Lagen gegenseitig von der jeweiligen Frequentierung profitieren und daher
auch eine enge Vernetzung der Akteure sinnvoll ist.
Bahnhofstraße als traditionelle Einkaufsstraße
Die als Fußgängerzone gestaltete Bahnhofstraße bildet einen weiteren räumlichen Entwicklungsbe-
reich. Im östlichen Abschnitt findet sich die zentrale Eingangssituation zur Porzer Mitte, was durch
die Beschilderung „Porzity – Veedel mit Herz“ verdeutlicht wird. Die Bahnhofstraße wird auch aktuell
noch durch den höchsten Besatz an inhabergeführten Betrieben im Porzer Bezirkszentrum geprägt,
hat jedoch aufgrund von Geschäftsschließungen, einer hohen Fluktuation von Betreiber*innen in ei-
nigen Ladenlokalen i. V. m. einem zunehmenden Anteil an gastronomischen Einrichtungen im Im-
biss-Segment in den letzten Jahren deutlich an Bedeutung eingebüßt. Derzeit bestehen nicht aus-
reichend Kontakte zwischen den Akteuren der Bahnhofstraße. Trotz der bestehenden Organisation
der Innenstadtgemeinschaft Porz beteiligen sich nur wenige an belebenden Aktionen für Porz.
Es gilt daher, neue Strategien zur Vernetzung und Aktivierung der Akteure zu erarbeiten, um ge-
meinsam neue Impulse in der traditionellen Einkaufsstraße zu setzen. Dazu zählen bspw. neue Ser-
viceleistungen für Besuchende oder die Organisation und Durchführung von belebenden Aktionen
und Veranstaltungen. Dabei kann eine Gesamtattraktivierung der Bahnhofstraße nur im Zusammen-
spiel mit baulichen Veränderungen erfolgreich sein. Neben den i m Rahmen der ISEK-Umsetzung
geplanten Aufwertungsmaßnahmen im öffentlichen Raum müssen Anreize geschaffen werden, um
auch der Eigentümerschaft Anreize für Investitions- und Modernisierungsmaßnahmen zu geben, z.
B. im Rahmen des Haus-, Hof- und Fassadenprogramms oder im Zuge der Bildung einer Immobilien-
und Standortgemeinschaft. In diesem Entwicklungsbereich steh en somit gleichermaßen gestalteri-
sche Aufwertungen, die Vernetzung und Aktivierung der Akteure sowie zentrenbelebende Aktionen
und Veranstaltungen im Fokus.
Neue Mitte Porz als Potenzialraum
Die Neue Mitte Porz stellt einen räumlichen Schwerpunktbereich dar, deren Entwicklung als Baupro-
jekt voraussichtlich im Jahr 2024 fertiggestellt wird. Mit der Bereitstellung von modernem Wohnraum
mitten im Bezirkszentrum Porz, einer attraktiven Gestaltung des öffentlichen Raumes sowie einer
Ergänzung des Porzer Nutzungsmix durch die Ladenlokale und kirchlichen Einrichtungen in der Erd-
geschosszone werden Impulse verschiedener Handlungsbereiche gesetzt, die großes Potenzial für
die Zentrenentwicklung mit sich bringen.
Mit der schrittweisen Fertigstellung bzw. Öffnung der Einheiten muss die Zielsetzung die Integration
des Standortes in die bestehenden Strukturen fokussieren und gleichzeitig diese als Anstoß für eine
Weiterentwicklung und Attraktivierung des gesamten Bezirkszentrums nutzen. So geht es z. B. da-
rum, die bestehenden Verbindungsachsen zu den weiteren räumlichen Fokusbereichen für die Be-
sucher*innen als solche kenntlich und wahrnehmbar zu machen, indem sie in regelmäßigen Abstän-
den bespielt werden. Das setzt eine enge Vernetzung der Porzer Akteurinnen und Akteure voraus,
die gemeinsam eruieren, welche Maßnahmen der Zentrenbelebung miteinander realisiert werden
können.
Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023
25
Mit der baulichen Fertigstellung der Neuen Mitte Porz eröffnet sich die Chance, eine Aufwertung der
aktuell teilweise als Nebenlagen zu klassifizierenden umliegenden Bereiche zu erreichen, u. a. in der
Wilhelmstraße mit der rückwärtig liegenden Karlstraße. Dies erfordert jedoch eine entsprechende
Sensibilisierung der Eigentümer*innen und Mieter*innen, um ggfs. leerstehende Ladenlokale zu qua-
lifizieren und ansässige Betriebe mit Hilfe von einzelbetrieblichen Beratungen aufzuwerten. Darüber
hinaus besteht das Potenzial, über die angrenzende Fußgängerbrücke eine attraktive Verbindungs-
achse zwischen der Porzer Mitte und dem Rheinboulevard zu schaffen und damit die Profilierungs-
möglichkeiten durch die Nähe zum Rhein – gestalterisch und in Bezug auf Aktivitäten und Veranstal-
tungen – stärker zu nutzen. Gemäß ISEK sind die entsprechenden baulichen Veränderungen ge-
plant.
Abb. 11: Zielkarte Zukunftsagenda Porz*
Kartengrundlage: GeoBasis-DE / BKG 2021; Bearbeitung: cima (2023)
* Es ist zu berücksichtigen, dass manche im Text beschriebenen Ziele / Maßnahmen räumlich nicht verortbar und
somit in der Karte nicht dargestellt sind.
Legende
Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023
26
4 Handlungsempfehlungen
Zur Erreichung der Ziele werden folgende Handlungsempfehlungen formuliert und anschließend
textlich beschrieben. Die nachfolgende Auflistung gibt einen Überblick über die Einzelmaßnahmen,
die jeweils benötigten Ressourcen und die Prioritäten4 bzw. den jeweils anzustrebenden Umset-
zungsbeginn:
Abb. 12: Übersicht Maßnahmenkatalog Zukunftsagenda Porz
Nr. Maßnahmentitel beteiligte Akteure
finanzielle
Ressourcen Priorität Beginn
I-A Aktivierung der Gewerbetreiben-
den des Bezirkszentrums / Un-
terstützung der ISG Porz
ZM, ISG Porz, Gewerbetreibende
der Porzer Mitte
SoPr., StBF* hoch 1.Q/23
I-B Aktive Einbindung der Immobili-
eneigentümer*innen
ZM, Stadt, QA,
Eigentümer*innen
SoPr., StBF* hoch 1.Q/23
I-C Stärkung von Kommunikation u.
Kooperation mit weiteren lokalen
Institutionen u. Einrichtungen
ZM, soz. Institutionen / Bildungs-
einrichtungen / weitere lokale Ver-
eine / Initiativen / Institutionen
SoPr., StBF* mittel 1.Q/23
I-D Netzwerktreffen alle relevanten lokalen
Akteursgruppen
SoPr., StBF* hoch 3.Q/23
II-A Einzelbetriebliche Beratung ZM, ISG Porz, Gewerbetreibende
der Porzer Mitte
SoPr., StBF* hoch 1.Q/23
II-B Serviceoffensive Handel / Ge-
werbe
ZM, ISG Porz, Gewerbetreibende
der Porzer Mitte
SoPr., StBF*, ggfs.
Zentrenbudget oder
Verfügungsfonds,
private Mittel
mittel 4.Q/23
II-C Unterstützung von Aktionen und
Veranstaltungen zur Innenstadt-
belebung
ZM, ISG Porz, Gewerbetreibende
der Porzer Mitte, weitere lokale
Vereine / Initiativen / Institutionen,
Künstler*innen
SoPr., StBF*, ggfs.
Zentrenbudget oder
Verfügungsfonds,
private Mittel
mittel 1.Q/23
II-D Digitaler Auftritt www.veedellie-
ben.de
ZM, ISG, weitere relevante lokale
Akteursgruppen
SoPr., StBF*,
Budget
Veedellieben e.V.
niedrig 4.Q/23
II-E Umsetzung von Maßnahmen aus
den Verfügungsfonds
BV, Stadt, priv. Akteure (inkl. Ge-
werbetreibende)
Städtebauförde-
rung, private Mittel
mittel 1.Q/24
III-A Ausbau und Pflege eines Leer-
standskatasters
ZM, Eigentümer*innen SoPr., StBF* hoch 2.Q/23
III-B Leerstands- / Geschäftsflächen-
management
ZM, Eigentümer*innen, KB SoPr., StBF* hoch 1.Q/23
III-C Zwischennutzungen / Schau-
fenster- und Fassadengestaltung
ZM, Eigentümer*innen, ggfs.
Künstler*innen und weitere rele-
vante lokale Akteursgruppen
SoPr., StBF*, ggfs.
Zentrenbudget oder
Verfügungsfonds,
private Mittel
hoch 1.Q/23
IV-A Vor-Ort-Präsenz des Zentrenma-
nagements
ZM SoPr., StBF* hoch 1.Q/23
IV-B Weiterführung der Jour fixe-Ter-
mine
bisheriger Kreis, Vertretung der
Eigentümerschaft
SoPr., StBF* hoch 1.Q/23
IV-C Kommunikations- und Informati-
onsstrategie
ZM, Stadt,
Politik, Presse
SoPr., StBF* hoch 1.Q/23
IV-D Marketingkonzept BV, Stadt Städtebauförderung niedrig 1.Q/24
ZM = Zentrenmanagement, QA = Quartiersarchitekt/-in, KB = Köln.Business, BV = Büro für Vernetzung und Aktivierung
4 Die Priorität bezieht sich auf die aktuelle Bewertung im laufenden Projekt 2023 (gemäß Sofortprogramm Innenstadt NRW). In der Fortsetzung
(gemäß ISEK-Maßnahme Büro für Vernetzung und Aktivierung) sollten die Prioritäten regelmäßig überprüft und ggf. angepasst werden.
Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023
27
* die Maßnahmen werden im Rahmen des Sofortprogramms Innenstadt NRW (SoPr.) angestoßen und mit der ISEK-
Maßnahme Büro für Vernetzung und Aktivierung im Rahmen der Städtebauförderung (StBF) fortgesetzt.
Quelle: cima (2023)
Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023
28
LEITZIEL I: Lokale Vernetzung und Aktivierung der Akteure
LEITZIEL I: Lokale Vernetzung und Aktivierung der Akteure
HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN
I-A Aktivierung der Gewerbetreibenden der Porzer Mitte / Unterstützung der ISG Porz
Die ISG Porz ist aktuell aufgrund fehlender aktiver Mitglieder nicht zukunftsfähig aufgestellt. Der
derzeitige Vorstand verfügt nicht über ausreichend personelle, zeitliche und finanzielle Ressourcen
für die Initiierung und Umsetzung zentrenbelebender Maßnahmen. Um das Netzwerk der Porzer
Gewerbetreibenden zu stärken bzw. auszubauen, wird eine aktive Ansprache potenzieller Akteure
empfohlen. Dazu zählen bestehende Gewerbetreibende in den zentralen Einkaufslagen ebenso wie
die neuen Akteure der Neuen Mitte Porz, zu denen frühzeitig Kontakt aufzubauen ist.
In Form eines „Restarts“ ISG Porz 2.0 begleitet das Zentrenmanagement die weitere Entwicklung
des Vereins. Mit der externen Unterstützung besteht die Chance, neue Impulse zu setzen, die Ak-
teure vor Ort zur Mitwirkung zu aktivieren und gemeinsam attraktivierende Projektideen für die Porzer
Mitte zu entwickeln und umzusetzen.
I-B Aktive Einbindung der Immobilieneigentümer*innen
Angesichts der Leerstandssituation und des allgemein zu beobachtenden Trends eines Rückzugs
des Einzelhandels ist die Ansprache der Immobilieneigentümer*innen von besonder er Relevanz.
Bislang konnte nur vereinzelt Kontakt zu den Hauseigentümer*innen in der Porzer Mitte hergestellt
werden. Gemeinsam mit der Stadt Köln sind neue, v. a. aktive Formate der Ansprache zu definieren.
Neben individuellen Ansprachen sollte auch eine gemeinsame Veranstaltung für alle innerstädti-
schen Immobilieneigentümer*innen geplant werden, die folgende inhaltlichen Schwerpunkte aufwei-
sen könnte:
Sensibilisierung der Eigentümer*innen für ihre Verantwortung bzgl. der Zentrenentwicklung
Vernetzung der Akteure und Entwicklung von gemeinsamen Projekten für die Porzer Mitte
Informationen über die Handlungsspielräume und die Modalitäten der Gründung einer Immobilien-
und Standortgemeinschaft
Mit der Umsetzung des ISEKs werden zukünftig über eine/-n Quartiersarchitekt*in zudem kostenlose
Beratungsleistungen im Rahmen das Haus -, Hof- und Fassadenprogramms zur Verfügung stehen.
Eine vorhandene Kontaktdatei aller Eigentümer*innen in der Porzer Mitte aus dem bisherigen Projekt
erleichtert den Beratungseinstieg.
I-C Stärkung von Kommunikation und Kooperation mit weiteren lokalen Institutionen und Ein-
richtungen
Es wird empfohlen, bisher geknüpfte Kontakte des Zentrenmanagements zu genannten Akteuren
aufrecht zu erhalten und in die Netzwerkarbeit einzubinden. Dies kann bspw. in Form von Arbeits-
kreisen zur Planung und Organisation von Veranstaltungen und Aktivitäten im Bezirkszentrum erfol-
gen. Im bisherigen Projektzeitraum wurde deutlich, dass eine Erweiterung des Netzwerkes über die
direkten Akteure der Porzer Mitte hinaus einen deutlichen Mehrwert für das Projekt und die gesamte
Zentrenentwicklung bietet. Konkret sind damit Porzer Akteure gemeint, die nicht direkt in der Porzer
Mitte / im Zentralen Versorgungsbereich ansässig sind, jedoch ein Interesse an der Attraktivierung
des Bezirkszentrums haben und sich vor allem für das gemeinschaftliche Wohl in Porz engagieren -
u. a. Schulen, Kitas, soziale Einrichtungen, Sport- und Bürgervereine. Am Beispiel der Organisation
des Tags des Veedels wurde deutlich, dass gemeinsam neue und innovative Ideen entstehen kön-
nen. Durch die verfügbaren Ressourcen der unterschiedlichen Akteursgruppen können Maßnahmen
realisiert werden, die oftmals durch fehlende personelle wie auch finanzielle Kapazitäten einzelner
Akteursgruppen nicht tragbar sind. Wenngleich die verschiedenen Porzer Akteursgruppen unterei-
Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023
29
nander bekannt sind, findet bislang kein regelmäßiger Austausch zwischen den verschiedenen Netz-
werken statt; eine enge Zusammenarbeit zur Organisation von Veranstaltungen oder Aktionen gibt
es nur bedingt.
I-D Netzwerktreffen
Eine erfolgreiche Zentrenentwicklung ist immer auch abhängig von der Mitwirkungsbereitschaft der
lokalen Akteure. Aufgabe des Zentrenmanagements ist es, zum einen das Netzwerk zu den einzel-
nen Akteursgruppen aufzubauen und dieses zu stärken und zum anderen auch die Netzwerke un-
tereinander zusammenzubringen und gemeinsam an Ideen zur Zentrenbelebung und -attraktivierung
zu arbeiten. Zu diesem Zweck wird die Durchführung von verschiedenartigen Netzwerktreffen emp-
fohlen; als Veranstaltungsformate eignen sich u. a.
Get-Together-Veranstaltungen
Feierabendtreffen / After-Work-Treffen
Unternehmer*innenfrühstück
Im Fokus der Veranstaltungen sollte der Austausch zwischen den Akteuren ebenso stehen wie die
aktive Entwicklung von Projektideen zur Profilierung des Bezirkszentrums Porz.
Um geschaffene Netzwerke aufrecht zu erhalten, ist eine regelmäßige Durchführung bzw. die Ver-
stetigung erfolgreicher Formate erstrebenswert.
LEITZIEL II. Stärkung und Belebung des Einzelhandelsstandortes Porz-Mitte
HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN
II-A Einzelbetriebliche Beratung
Um den Herausforderungen in Bezug auf den stationären Handel zu begegnen, sind Maßnahmen
zur Stärkung der Betriebe vor Ort sowie ihrer digitalen Präsenz erforderlich. Mit Hilfe von einzelbe-
trieblichen Beratungen können die Stärken der Betriebe herausgearbeitet und Maßnahmen zur Stei-
gerung der Wettbewerbsfähigkeit entwickelt werden.
Die Beratung kann durch das Zentrenmanagement oder durch Externe umgesetzt werden und sollte
für die Anschubphase für die Betriebe kostenlos sein. Si
e beinhaltet einen individuellen „Store
Check“ in Form einer Vor -Ort-Analyse des Betriebes. Gemeinsam mit dem/der Betriebsinhaber*in
werden Handlungsbedarfe in puncto Ladengestaltung und Warenpräsentation identifiziert und Emp-
fehlungen zur Verbesserung des individuellen Marktauftritts oder der Zielgruppenansprache formu-
liert. Die teilnehmenden Gewerbetreibenden erhalten ein Kurzprotokoll des Beratungsgespräches.
Als Basis für die Einzelberatungen können die Ergebnisse des City -Qualitäts-Checks und des On-
line-Präsenz-Checks dienen. Anhand der Daten ist es möglich, Betriebe mit erkennbaren Handlungs-
bedarfen direkt anzusprechen und die Beratungsleistungen anzubieten.
II-B Serviceoffensive Handel / Gewerbe
Mit dem Ziel, die Qualitäten der inhabergeführten Fachgeschäfte herauszustellen und weiterzuent-
wickeln sowie die Gemeinschaft und Anziehungskraft des Porzer Zentrums als Einkaufsort zu stär-
ken, kann eine gemeinsame Serviceoffensive entwickelt werden.
Zur Planung und Organisation sollte ein interaktives T reffen der lokalen Einzelhändler*innen, Gast-
ronomiebetreiber*innen und Dienstleister*innen geplant werden, das ggfs. mit einem Impulsvortrag
auf die Möglichkeiten einer Serviceoffensive einstimmt. Im Rahmen der Veranstaltung können ge-
meinsame Ziele und Ideen entwickelt werden, wie u. a.
Aktionen zur Verbesserung des stationären Serviceangebotes, bspw. ein gemeinschaftlicher Lie-
fer- und Bringservice oder auch Rabattaktionen
Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023
30
Durchführung von Marketingmaßnahmen online und offline, bspw. der Ausbau des dig italen Auf-
tritts (individuell und gemeinschaftlich, z. B. über veedellieben.de)
Optimierung und Stärkung der B eratung von Kundschaft durch Seminare / Workshops / Veran-
staltungen für Mitarbeitende
Insgesamt gilt es, eine übergeordnete Strategie, einzelne Projekte und ggfs. eine Kampagne unter
Beteiligung der betroffenen Akteure der Porzer Mitte auszuarbeiten. Ein Ergebnis kann bspw. die
Einführung einer Porzer Servicewoche sein. Projektideen sollten durch die örtlichen Akteure gemein-
sam entwickelt und in gemeinschaftlichen Aktionen gezielt umgesetzt werden. Das Zentrenmanage-
ment übernimmt dabei die Koordination und den Anstoß der Umsetzung.
II-C Anstoß von Aktionen und Veranstaltungen zur Zentrenbelebung
Mit Blick auf eine zunehmende Erlebnisorientierung bei Kundschaft und Besucher*innen kommt qua-
litativen Stadtfesten und speziellen Events eine hohe Bedeutung für die Belebung des Porzer Be-
zirkszentrums zu. Bei guter Organisation können schon kleinere Aktivitäten, die teilweise nur einen
begrenzten Personal- und Kostenaufwand erfordern, eine große Wirkung zeigen. Im Vordergrund
der Aktivitäten sollten stets die Inszenierung der Qualitäten und der Vielfältigkeit der Porzer Mitte
stehen. Übergeordnetes Ziel ist es, das Interesse der (potenziellen) Kundschaft an dem Porzer Be-
zirkszentrum zu wecken und damit eine höhere Kundschaft bindung zu erreichen. Synergien zwi-
schen Handel, Dienstleistungen, Gastronomie, Kulturschaffenden, Vereinen und weiteren lokalen
Akteuren sollten gezielt genutzt werden.
Unter Beteiligung aller Akteure der Porzer Mitte ist zu erörtern, welche Aktionen, Aktionstage oder
weitere Impulsprojekte die gewünschte Zentrenbelebung erreichen und welche Kapazitäten (perso-
nell, finanziell) dafür benötigt werden bzw. verfügbar sind. Die Planungen schließen die Evaluation
der bisherigen Veranstaltungen und ihrer Konzepte mit ein. Bestehende Formate müssen auf den
Prüfstand gestellt und ggfs. konzeptionell weiterentwickelt werden; zusätzliche Events müssen neu
konzipiert werden.
Anstehende lokale Ereignisse bilden einen geeigneten Rahmen für die Planungen. So stellt bspw.
die Eröffnung der Neuen Mitte Porz bzw. der einzelnen Häuser eine Chance dar, die Porzer Mitte im
Rahmen einer Aktion oder einer Veranstaltung als Einheit zu präsentieren, ggfs. unter Herausstel-
lung einzelner Geschäftslagen.
Für eine ganzheitliche Zentrenbelebung ist es zudem wichtig, Aktionen und Veranstaltungen im öf-
fentlichen Raum mit erlebnisbezogenen Aktivitäten der einzelnen Ladenlokale zu verknüpfen
(vgl. Maßnahme II-A).
II-D Digitaler Auftritt www.veedellieben.de
Die ISG Porz führt aktuell eine Website mit Informationen über die Mitglieder, den Vorstand sowie
anstehende Veranstaltungen. Eine starke Frequentierung der Website ist aufgrund der begrenzten,
z. T. nicht ganz aktuellen Informationen nicht anzunehmen. Eine übergeordnete Website mit Infor-
mationen über Porzer Angebote fehlt bislang.
Die Plattform www.veedellieben.de
ist ein Projekt des Vereins Veedellieben e.V. – ein Verbund der
Kölner Interessengemeinschaften –, die allen Veedeln der Stadt Köln die Möglichkeit bietet, sich,
ihre Angebote und Besonderheiten online zu präsentieren. Die einzelnen Seiten werden vorrangig
durch die jeweiligen IGs / Werbegemeinschaften mit Inhalten gefüllt. Der Geschäftsführer des Ver-
eins hat den Porzer Akteuren die Plattform und ihre Funktionen bereits im Rahmen eines Jour fixe
vorgestellt. Die Website und ein zukünftiger
Auftritt von Porz trifft auf Zustimmung der beteiligten
Akteure, jedoch sind aktuell keine Kapazitäten zur Umsetzung verfügbar.
Im Austausch mit der ISG sollten Lösungen gesucht werden, eine Präsentation des Porzer Bezirks-
zentrums auf www.veedellieben.de umzusetzen. Da die Plattform als Aushängeschild aller Porzer
Angebote fungieren und bestmöglich die Identität des Veedels transportieren soll, müssen weitere
Porzer Akteure, z. B. lokale Vereine und soziale Bereiche, direkt angesprochen und zur Mitgestaltung
der Inhalte aktiviert werden. Dies kann z. B. im Rahmen der Netzwerktreffen (vgl. Maßnahme I-D)
Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023
31
erfolgen. Eine Zusammenarbeit verschiedener Akteursgruppen in Porz kann zu einem erfolgreichen
Online-Auftritt führen und gleichzeitig die Basis für eine breite Nutzung der Website liefern.
II-E Verfügungsfonds
(Zukünftige Maßnahme im Rahmen der ISEK-Umsetzung)
Das ISEK sieht die Umsetzung des Förderprogramms „Verfügungsfonds“ gemäß der Städtebauför-
derrichtlinien Nr. 14 vor. Der Verfügungsfonds soll von privaten Initiativen genutzt werden, gestalte-
rische und vernetzende Maßnahmen im Porzer Bezirkszentrum zur Aufwertung der Einzelhandels-
lagen umzusetzen.
Die Umsetzung des ISEK Porz -Mitte beinhaltet personelle Kapazitäten und einen finanziellen Rah-
men für Projekte des Verfügungsfonds, für den das Zentrenmanagement zukünftig die Rolle der
Geschäftsführung übernehmen soll. Damit einher gehen vorbereitende Aufgaben, wie bspw. die Er-
stellung einer Richtlinie, die Einrichtung eines Entscheidungsgremiums, die Bewerbung des Förder-
programms sowie letztlich die Aktivierung und Beratung interessierter Akteure inkl. der Begleitung
der Antragstellung.
LEITZIEL III. Attraktivierung des Nutzungs- und Branchenmix / Vermeidung von Leerstand
HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN
III-A Ausbau und Pflege eines Leerstandskatasters
Mit den Datenerhebungen der cima im Oktober 2021 sowie einer Aktualisierung der Leerstände im
Juni 2022 wurde die Basis eines Leerstandskatasters für den Zentralen Versorgungsbereich Porz
geschaffen. Nun geht es darum, das Leerstandskataster zu pflegen und durch Abfrage bei den Im-
mobilieneigentümer*innen um zusätzliche Daten zu erweitern. Neben der räumlichen Verortung der
Leerstände sind quantitative sowie qualitative Indikatoren zu integrieren, wie u. a. die Flächengröße
und die Mietpreiserwartung, Aussagen zum baulichen Zustand des Gebäudes und der Wiederver-
mietbarkeit sowie Angaben zur Eigentümerschaft. Die Aktualisierung der Leerstandserhebung im
Juni 2022 umfasste u. a. die Anlage eines Steckbriefes für jedes leerstehende Ladenlokal . Die ge-
sammelten Daten dienen als geeignete Grundlage zur Fortführung des Leerstandskatasters. Es wird
empfohlen, die Leerstandsituation im halbjährlichen Turnus zu überprüfen und das Kataster entspre-
chend zu aktualisieren.
Das Leerstandskataster sowie die Steckbriefe der Leerstände bilden gleichzeitig auch die Grundlage
für die Umsetzung der Maßnahme III-B.
III-B Leerstands- / Geschäftsflächenmanagement
Um einen weiteren Anstieg der Leerstände in der Porzer Mitte zu vermeiden und den bestehenden
Branchenmix zu verbessern, ist die Steuerung des Porzer Einzelhandels durch ein aktives und ziel-
gerichtetes Leerstands- und Geschäftsflächenmanagement vorgesehen. Es basiert auf dem regel-
mäßigen Kontakt zu den Porzer Immobilieneigentümer*innen und den Daten aus Maßnahme II-A.
Trotz der Veränderungen in der Handelslandschaft sollte das Ziel verfolgt werden, Neubelegungen
von Ladenlokalen auf die Zielsetzungen des Einzelhandelskonzeptes auszurichten und nach Mög-
lichkeit ehema
ls durch Einzelhandelsbetriebe genutzte Ladenlokale erneut einer Handelsnutzung
zuzuführen. Dies erfordert einen intensiven Austausch mit den Immobilieneigentümer*innen, eine
Sensibilisierung in Bezug auf die Wirkungen der Nutzungen auf das Standortumfeld sowie Unterstüt-
zungsleistungen bei der Suche nach Nachmieter*innen. Ziel der Gespräche mit den jeweiligen Haus-
eigentümer*innen ist es, die Wiederbelegung leerstehender Objekte zu erreichen. Solange Nachnut-
zungen fehlen, können Zwischennutzungen (Pop- Up-Sto
res, Kunstaktionen etc.) einen wichtigen
Beitrag zur Aufwertung der Einkaufslagen leisten (vgl. Maßnahme III-C).
Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023
32
Das Zentrenmanagement entwickelt eine Strategie im Umgang mit vorhandenen Leerständen und
ist für die Umsetzungsbegleitung verantwortlich. Zu den Aufgabenbereichen zählen
die regelmäßige Aufnahme (zukünftig) leerstehender Ladenlokale i. V. m. Maßnahme III-A
die Einrichtung eines Online-Leerstandskatasters für potenzielle Interessierte – mit Bereitstellung
der gesammelten Informationen über die leerstehenden Ladenlokale sowie von Markt - und
Standortinformationen (in Zusammenarbeit mit Köln.Business)
die aktive Ansprache der Immobilieneigentümer*innen und deren Sensibilisierung in Bezug auf
Wirkungen bestimmter Nutzungen auf das Standortumfeld
Beratungsleistungen für Immobilieneigentümer*innen zur zeitnahen Wiedervermietung oder Über-
gangslösungen (i. V. m. Maßnahme III-C) sowie Hilfestellungen für Anmietungsinteressierte
III-C Zwischennutzungen / Schaufenster- und Fassadengestaltung
Neben anzustrebenden dauerhaften Wiederbelegungen der leerstehenden Flächen kommen auch
Übergangslösungen bzw. Zwischennutzungen in Betracht. Sie sind geeignet, negative Wirkungen
der Leerstände zu mindern und Bürger*innen sowie Besucher*innen – ggfs. sogar potenzielle Mie-
ter*innen – durch die Aktion auf das Objekt aufmerksam zu machen; dies kann wiederum positive
Auswirkungen auf die Frequenzen der Porzer Mitte haben.
Erfolgreiche Zwischennutzungsmodelle können z. B. sein:
Pop-Up Stores: In Zusammenarbeit mit Köln.Business kann eine Vernetzung zwischen potenziel-
len Interessierte und Eigentümer*innen hergestellt werden. Bei einer guten Vernetzung mit den
Eigentümer*innen ist ggfs. ein öffentlicher Aufruf an Interessent*innen möglich.
musikalische / kulturelle Veranstaltungen o. ä.: Je nach Größe der Leerstände sind bspw. Kino-
vorführungen vorstellbar, die bereits mit wenig Aufwand realisiert werden können. Auch ein Open-
Stage-Projekt wäre eine Möglichkeit, um den jüngeren Zielgruppen in Porz eine Bühne für Talente
zu geben (bspw. Poetry-Slam, Comedy).
Kunstausstellungen: Das Zentrenmanagement ist bereits in Kontakt mit dem Porzer Künstlertreff,
aber auch den sozialen Netzwerken vor Ort. Es ist zu erörtern, ob es Interesse gibt, Kunstwerke
oder auch aktuelle Porzer Projekte öffentlichkeitswirksam in leerstehenden Ladenlokalen auszu-
stellen.
Auch ohne Zugang zum Ladenlokal können positive gestalterische Effekte erzeugt werden. Eine
Möglichkeit ist bspw. die Nutzung der Schaufensterfläche als Informations - oder Werbefläche für
Porzer Betriebe oder Vereine. Auch eine Kooperation mit lokalen Schulen, Kitas oder auch den
Künstler*innen vor Ort ist denkbar.
Angeregt wird ein Kunstwettbewerb, der vom Zentrenmanagement initiiert wird und die Einsendung
von künstlerischen Ideen zu einem bestimmten Thema vorsieht. Eine aus verschiedenen Porzer Akt-
euren zu bildende Jury wählt Gewinner*innen aus, welche dann die Schaufenster der Leerstände in
der Porzer Mitte gestalten und damit zu einem attraktiveren Erscheinungsbild d es Bezirkszentrums
beitragen können. Ein ähnlicher Kunstwettbewerb könnte sich auf die Gestaltung der Fassade eines
Sanierungsobjektes – in Frage kommt bspw. das „grüne Haus“ in der Bahnhofstraße – beziehen.
Die Umsetzung von Zwischennutzungen bzw. einer Übergangslösung setzt das Einverständnis und
die Abstimmung mit den Eigentümer*innen leerstehender Ladenlokale voraus. Mit Blick auf die zu-
künftig angestrebte enge Vernetzung des Zentrenmanagements mit dieser Zielgruppe liegt die Or-
ganisation beim Zentrenm anagement.
Eine Kooperation zum städtischen Kulturraummanagement
sollte aufgebaut werden.
LEITZIEL IV: Kommunikations-, Informations- und Öffentlichkeitsarbeit
HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN
Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023
33
IV-A Vor-Ort-Präsenz des Zentrenmanagements
Gründend auf dem Selbstverständnis des Zentrenmanagements, vor Ort als Koordinator und Mode-
rator zwischen allen Porzer Akteursgruppen zu agieren, sollen regelmäßige Vor -Ort-Präsenzen in
einem Büro eingerichtet werden, die projektbezogen um ergänzende Vor- Ort-Termine erweitert wer-
den können. So soll eine feste Anlaufstelle für interessierte Porzer Bürger*innen sowie weitere lokale
Akteure im Bezirkszentrum geschaffen und die Möglichkeit eröffnet werden, darüber hinaus projekt-
und anlassbezogen in einen vertieften Austausch zu kommen.
Regelmäßige Sprechzeiten
Das Büro vor Ort bietet mit regelmäßigen Öffnungszeiten eine offene Sprechstunde bei Fragen rund
um das Thema Stadtentwicklung in Porz.
Um sich als Einrichtung in Porz zu etablieren, ist es wichtig, die Einrichtung des Büros, die regelmä-
ßigen Vor-Ort-Zeiten sowie den Kontakt des Zentrenmanagements für alle Porzer*innen sichtbar zu
kommunizieren. Es wird empfohlen, am Projektbüro entsprechende Plakate und Hinweise zu plat-
zieren und ggfs. an weiteren Standorten auf die Vor- Ort-Präsenz aufmerksam zu machen. Darüber
hinaus sollte der Informationsflyer zum Anstoß des Zentrenmanagements entsprechend ergänzt und
aktualisiert werden.
Ergänzende Vor-Ort-Termine
In Ergänzung zur Vor -Ort-Präsenz kann das Zentrenmanagement anlassbezogen im Rahmen von
Netzwerktreffen (vgl. Maßnahmen I-D), aktivierenden zielgruppenbezogenen Workshops und Infor-
mationsveranstaltungen oder durch die Präsenz bei örtlichen Aktivitäten und Veranstaltungen (z. B.
Feste der ISG, Porzer Wirtschaftsdialog oder auch gelegentlich durch einen Informationsstand auf
dem Wochenmarkt) als Ansprechpartner fungieren und im Rahmen der Formate die Mitwirkungsbe-
reitschaft lokaler Akteure fördern.
IV-B Weiterführung der Jour fixe-Termine
Der eingeführte Jour fixe hat sich bei den teilnehmenden Akteuren als Kommunikationsinstrument
etabliert. Um sich zukünftig weiterhin auf kurzem Wege über Aktuelles und Aktivitäten in Porz aus-
zutauschen und abzustimmen, wird empfohlen, die Plattform weiterhin in einem etwa monatlichen
Abstand fortzuführen. Der Teilnehmerkreis sollte beibehalten und durch eine Vertretung der Immo-
bilieneigentümer*innen erweitert werden.
IV-C Kommunikations- und Informationsstrategie
Eine zielgerichtete Kommunikation der Sichtbarkeit des Zentrenmanagements, seiner Aufgaben und
seiner angestoßenen und durchgeführte Projekte und Maßnahmen ist von hoher Relevanz. Nur so
kann erreicht werden, dass der Gesamtprozess auf Zustimmung der lokalen Akteure trifft und gleich-
zeitig ein Gefühl von Fortschritt und Entwicklung in der Porzer Mitte transportiert wird. Das Zentren-
management kann sich dadurch als feste Institution in Porz etablieren, die bei allen mitwirkenden
Akteuren als Kooperationspartner anerkannt ist. Zur Erreichung dieses Ziels ist eine
im Jour fixe
abzustimmende Kommunikations- und Informationsstrategie erforderlich. Folgende Grundbausteine
sollten dabei enthalten sein:
Zusammenarbeit mit der lokalen Presse: In regelmäßigen Abständen sollte über das Projekt und
die Fortschritte sowie die damit verbundene Wirkung auf die Zentrenentwicklung berichtet werden.
Dies kann in Form anlassbezogener Pressemitteilungen geschehen (bspw. im Rahmen einer kon-
kreten Maßnahmenumsetzung), aber auch durch Berichte über die Fortschritte in der Netzwerk-
arbeit oder konkreter Maßnahmenplanungen. Informationen an einen abgestimmten Pressever-
teiler können sich mit Pressegesprächen abwechseln. Inkludiert ist eine zeitgemäße Information
Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023
34
über verschiedene Social-Media-Kanäle. Durch die regelmäßige Berichterstattung wird sicherge-
stellt, dass keine „Kommunikationslücke“ entsteht und die Öffentlichkeit mind. alle 8 bis 10 Wo-
chen informiert wird.
Newsletter: Als eigenes Informationsmedium des Zentrenmanagement s eignet sich ein viertel-
jährlich erscheinender Newsletter, der über aktuelle Projekte des Zentrenmanagements und wei-
tere Entwicklungen im Bezirkszentrum Porz berichtet. Dazu gehören bspw. die Öffnung der Häu-
ser Neue Mitte Porz, geplante oder durchgeführte Aktionen und Veranstaltungen, die Begleitung
der Baumaßnahmen im Rahmen der ISEK-Umsetzung, Leerstandsentwicklungen, Zwischennut-
zen u.v.m. Mit dem Newsletter bleibt das Zentrenmanagement präsent und erreicht gleichzeitig
verschiedene Zielgruppen.
Präsentation in lokalen Gremien: Ergänzend zur Kommunikation mit der Öffentlichkeit, insbeson-
dere den Bürger*innen, ist die gelegentliche Teilnahme an lokalen Gremien, u. a. dem ISEK-Beirat
oder Sitzungen der Bezirksvertretung, vorgesehen. Auf diese Weise werden politische Vertre-
ter*innen sowie Vertretende verschiedener Akteursgruppen regelmäßig informiert und können als
Unterstützer*innen des Projektes gewonnen werden.
Internetauftritt auf Veedellieben: In der Voraussicht, dass Porz als Veedel zukünftig auf der Platt-
form von Veedellieben auftritt, ist dort auch das Zentrenmanagement bzw. das „Büro für Vernet-
zung“ zu integrieren. Es ist zu prüfen, ob die Seite auch für ein Online-Leerstandskataster genutzt
werden kann.
IV-D Marketingkonzept
Zur Profilierung des Standortes ist gemäß ISEK die Entwicklung eines Marketingkonzeptes sowie
die Durchführung von Marketingmaßnahmen für alle Bereiche, die zur Förderung und Profilierung
der geschäftlichen Infrastruktur bzw. des geschäftlichen Erfolges eines Stadtviertels notwendig sind,
vorgesehen.
Ziel eines Marketingkonzeptes ist die Erhaltung und Stärkung der Zentrenfunktionen und die gemein-
same Vermarktung und Positionierung von Geschäftslagen, inkl. der ansässigen Gewerbetreiben-
den, bei gleichzeitiger Steigerung der Identifikation der Bürger*innen und lokalen Akteure mit ihrem
Stadtteil. Im Erstellungsprozess des Konzeptes sind relevante lokale Akteure und die Öffentlichkeit
zu beteiligen und folgende Bausteine auszuarbeiten:
Analyse des bestehenden Images (Selbst- und Fremdwahrnehmung) anhand einer Umfrage
Entwicklung von Ansätzen und Ideen zur Profilierung der Porzer Mitte sowie Entwicklung von Ima-
geträgern
Bestimmung von Zielgruppen der Porzer Mitte
Erarbeitung eines Gesamtkonzeptes mit konkreten Marketingmaßnahmen, inkl. einer Marketing-
kampagne zur anschließenden Umsetzung des Konzeptes
Sowohl die Erstellung als auch die Umsetzung eines Marketingkonzeptes erforder n die Bereitstel-
lung umfangreicher zeitlicher, personeller und finanzieller Ressourcen. D aher sollte diese Maß-
nahme aus den alltäglichen Aufgabenbereichen des Zentrenmanagement s ausgegliedert werden
bzw. mit zusätzlichem Budget – zeitlich, personell, finanziell – ausgestattet werden.
Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2023
35
Nutzungs- und Urheberrechte (Zukunftsagenda Bezirkszentrum Porz 2022)
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der im Gutachten enthaltenen Informationen (u.a. Datenerhebung und Auswertung) ausgeschlos-
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Die Oberbürgermeisterin
Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Projektverantwortung:
Leiterin Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Projektleitung:
Externes Projektbüro
Projek
tteam:
CIMA Beratung + Management GmbH
Anlage 2 Anträge Innenstadt
347716 Zeichen
1
Antrag offener Sonntag 19.04.2026 für die Kölner Innenstadt
Antragsteller: STADTMARKETING KÖLN
Bezeichnung des Anlass: FIBO
16.-19.04.2026
Aktionstage
Sport/Gesundheit/Prävention am
18./19.04.2026
Offener Sonntag:
19.04.2026, 13.00- 18.00 Uhr
Anlassbeschreibung: In § 6 Abs. 1 LÖG NRW sind Messen
explizit als grundsätzlich zulässige
Anlässe für eine Öffnung von
Verkaufsstellen an Sonntagen
aufgeführt, woraus eine
präjudizierende Wirkung im Hinblick
auf eine grundsätzliche Genehmigung
für verkaufsoffene Sonntage gesehen
werden kann. Eine Messe muss aber
die „Hauptsache“ sein und die
Sonntagsöffnung der Geschäfte darf
lediglich einen „Nebeneffekt“
darstellen. Dementsprechend darf eine
Messe nicht nur deshalb veranstaltet
werden, um formell die rechtlichen
Voraussetzungen für die eigentlich
bezweckte Ladenöffnung am Sonntag
zu schaffen.
Nach § 64 Abs. 1 Satz 1 der deutschen
Gewerbeordnung (GewO) ist eine
Messe eine „im allgemeinen regelmäßig
wiederkehrende Veranstaltung“, auf der
das „wesentliche Angebot eines oder
mehrerer Wirtschaftszweige ausgestellt
und überwiegend nach Muster an
gewerbliche Wiederverkäufer,
gewerbliche Endverbraucher oder
Großabnehmer“ vertrieben wird.
Internationale Messen zeigen nach
Definition des Ausstellungs - und
Messe-Ausschuss der Deutschen
Wirtschaft e.V. (AUMA) das wesentliche
Angebot eines oder mehrerer
Wirtschaftszweige. Sie weisen auf der
Besucherseite ein über die Region
deutlich hinausgehendes
Einzugsgebiet auf, in der Regel
kommen über 50 % der Besucher aus
2
mindestens 100 km Entfernung und
über 20 % aus mindestens 300 km
Entfernung.
Die FIBO:
Die Fibo (Abkürzung für Fitness und
Bodybuilding) ist eine Messe für Fitness,
Wellness und Gesundheit in Köln, die
seit ihrer Gründung 1985 in jährlichem
Turnus stattfindet. Die FIBO wurde 1985
von Kurt Thelen und Volker Ebener in
Köln gegründet. 1991 wechselte die
Messe den Standort und fand bis 2012
auf dem Messegelände in Essen statt.
2005 wurde die Messe aufgeteilt in die
Marken „Fibo“ und „Fibo Power“. Die
Fibo Power befasste sich fortan mit den
Themenkreisen Bodybuilding, Kraft- und
Kampfsport, die Fibo mit den Themen
Fitness, Wellness und Gesundheit. Ein
neuer Themenschwerpunkt ist seit 2009
der Themenbereich Gesundheit, der von
der Messegesellschaft als „Fibomed“
bezeichnet wird.
2013 kehrte die Messe nach Köln zurück
und findet seitdem in der Koelnmesse
statt.
Die FIBO ist die weltweit größte Messe für
Fitness, Wellness und Gesundheit und
nimmt immer weiter an Bedeutung und
Entwicklung zu.
Damit spiegelt sich die Entwicklung des
allgemeinen Trend s nach körperlicher
Fitness, gepaart mit dem gesteigerten
Bewußtsein für Gesundheit äußerst
erfolgreich in den Besucher - und
Ausstellerzahlen der Messe wider und
dies sogar Generationen-übergreifend
vom Jugendlichen bis zum Rentner.
Deutschland ist der Mitgliederstärkste
Markt in Europa und dies spiegelt sich
auch in den Zahlen wider. Mehr als 7,6
Mio. zieht es regelmäßig deutschlandweit
an die Fitnessgeräte. Dieser Trend wird
vor allem von einer älter werdenden
Gesellschaft unterstützt, denn prinzipiell
wird von Gesundheitsexperten begrüßt,
dass Bewegung und Muskeltraining
Krankheiten vorbeugt und das
Stimmungsbarometer hebt. Ein Ende der
Entwicklung ist nicht in Sicht und
Kraftsport und Bodybuilding haben den
3
beliebtesten Sport der Deutschen schon
heute abgelöst. Er kommt „nur“ auf 6,8
Mio. Mitglieder.
Die FIBO gilt branchenintern als größtes
Fitnesstudio der Welt. Sie ist in 14
Themenbereiche gegliedert und bietet
neben den klassischen Fitnessthemen
den Profi -Gesundheitsbereich der
Physiotherapie. Moderne
Gesundheitsmethoden, reihen sich in das
Portfolio neuartiger Trainingsmethoden
oder elektrischer Muskelstimulation ein.
Unterstützt wird der Trend durch
etablierte Gesundheits -
Präventionsmaßnahmen, wie dem
betrieblichen Gesundheitswesen oder
dem Präventionsgesetz. Damit kommt
dem Thema Sport & Bewegung eine
immer größere Rolle zu, die sich an den
Aktionstagen 18./ 19.04.2026 in der
Kölner Innenstadt mit vielen Aktivitäten
wiederspiegeln wird. Mitmach- und
Informationsstände präsentieren das
vielfältige Angebot in der Innenstadt und
bilden dann Gesundheits - und
Bewegungsthemen zum Mitmachen an.
Eine Kooperation mit dem Sportamt der
Stadt Köln wird dabei genauso
angestrebt, wie breitenwirksame
Angebote für alle Generationen.
Die Aktionstage
Sport/Gesundheit/Prävention werden
sich auf der Schildergasse, bei den
Händlern, Sportstudios und
Krankenkassen Filialen der Innenstadt
wieder finden. Und die FIBO bringt sich
seit einigen Jahren noch stärker mit
seinen sportlichen Aktivitäten mit den
Sportveranstaltern und Sportakteuren in
die Aktionen der Stadt mit ein.
Die FIBO kann aufgrund ihrer lange
Tradition sowie grundsätzlichen
Konzeption und Ausrichtung eindeutig
als ein besonderer Anlass im Sinne des
LÖG NRW bezeichnet werden, der sich
von dem alltäglichen „Einkaufsleben“
der Menschen abhebt. Damit ist
unzweifelhaft, dass die Messe
grundsätzlich die „Hauptsache“ darstellt
und die Ladenöffnung am Sonntag den
4
19. April 2024 einen „Nebeneffekt“.
Die Messe würde übrigens auch ohne
eine Ladenöffnung am besagten
Sonntag stattfinden.
Die Aktionstage
Sport/Gesundheit/Prävention finden
seit mindestens 2006 in der Kölner
Innenstadt (mit Ausnahme 2018 und
2019- wegen Corona ) statt und auch
dieses Veranstaltungsformat kann
damit als traditionell bezeichnet
werden.
Bildet die Anlassveranstaltung den Hauptgrund
für Besucher/Besucherinnen die Veranstaltung
zu besuchen oder steht die Ladenöffnung im
Vordergrund?
Die Verwaltung muss insbesondere darlegen, dass und wie die
hinter den in § 6 Abs. 1 S. 2 Nr. 2 bis 5 LÖG NRW genannten
öffentlichen Interessen durch die Ladenöffnung an Sonn- und
Feiertagen gefördert werden können. Dabei ist vor allem
herauszuarbeiten, warum das Umsatz- oder Shoppinginteresse
hierbei nicht im Vordergrund steht.
X ja
☐ nein
(wenn nein, keine Aussicht auf Erfolg für
eine Genehmigung durch den Rat der
Stadt Köln)
Bei dem Anlass handelt es sich um: x eine historische Veranstaltung
☐ erstmalig stattfindende Veranstaltung
Besteht ein unmittelbar räumlicher und
zeitlicher Bezug zur Anlassveranstaltung und
den zur Öffnung vorgesehenen
Verkaufsstellen?
Hinweis: Von einer räumlichen Nähe ist regelmäßig
insbesondere dann auszugehen, wenn die örtliche Veranstaltung
in den Straßenzügen, die zur Ladenöffnung vorgesehen sind,
stattfindet.
Eine zeitliche Nähe besteht dann, wenn die örtliche
Veranstaltung am selben Tag, nicht notwendig zeitgleich, jedoch
zeitlich überlappend stattfindet.
Zwischen Veranstaltung und Verkaufsstellenöffnung muss ein
angemessenes Verhältnis bestehen. Die in der Vergangenheit
geschaffenen Anlässe um eine Verkaufsstellenöffnung zu
erreichen, wie z.B. der Flohmarkt auf einem Möbelhausgelände,
sogenannte Bauernmärkte mit 10 Zeltverkaufsstellen von
Reisegewerbetreibenden, Grillfest (Spanferkelgrillen) in einem
Gewerbegebiet, Hüpfburgen- und Eiertierveranstaltungen
werden nicht genügen, Verkaufsstellenöffnungen zu
genehmigen. Orientieren Sie sich hier an die vom Rat zuletzt
genehmigten Anlässe.
Räumliche Nähe ist gegeben bei örtlichen Veranstaltungen in
den Straßenzügen, die zur Ladenöffnung vorgesehen ist;
Gesamtveranstaltungsbereich einschl. Verbindungs- und
Nebenstraßen, wenn die Veranstaltungsorte über diesen Bereich
verteilt sind; eine Ausweitung über den Bereich hinaus, wird
nicht genehmigungsfähig sein;
X ja
☐ nein (wenn nein, keine Aussicht auf
Erfolg für eine Genehmigung durch den
Rat der Stadt Köln)
5
Zieht die Anlassveranstaltung mehr Besucher
als die der Verkaufsstellenöffnung?
Fragestellung wird trotz Wegfall der Besucherprognose gestellt
(vgl. Beschluss des VG Düsseldorf v. 22.05.2018);entgegen der
Anwendungshilfe; juristische Bewertung der Verwaltung;
X ja
☐ nein (wenn nein, keine Aussicht auf
Erfolg für eine Genehmigung durch den
Rat der Stadt Köln)
Besucher wegen Anlassveranstaltung:
Besucher wegen Verkaufsstellenöffnung:
FIBO (2025):
Gesamt: 154.748 Besucher,
1200 Aussteller,
Besucher und Aussteller aus 129
Ländern
Für die Erstellung der ersten
Besucherprognose für den
Veranstaltungstag am 1 9. April 2026
haben wir uns als Ausgangsbasis auf
vorhandenes Datenmaterial des
Unternehmens Jones Lang Lasalle
(Passantenzählungen Köln 2018 ), den
Daten aus der Studie „Vitale Innenstädte“
(Ergebnisse 2014 für Köln) des Instituts
für Handelsforschung an der Universität
zu Köln sowie den Zahlen der BAG
Untersuchung Kundenverkehr 2008 für
Köln gestützt.
Das Unternehmen Jones Lang LaSalle
zählte am Samstag, den 1. April 2018 (in
der Zeit von 13:00 und 16:00 Uhr) in der
Kölner Innenstadt (Schildergasse) pro
Stunde im Durchschnitt 13.000
Passanten.
Am Samstag, den 6. Mai 2017 (in der Zeit
von 13:00 und 16:00 Uhr- ebenfalls Jones
Lang LaSalle ) in der Kölner Innenstadt
(Schildergasse, Hohe Straße, Breite
Straße, Ehrenstraße, Mittelstraße) pro
Stunde im Durchschnitt 28.030
Passanten. Diese Zahl ist jedoch in
zweierlei Hinsicht zu relativieren.
Zum Einen beinhaltet dieser Wert
aufgrund der Lage der Straßen
zueinander mit sehr hoher
Wahrscheinlichkeit Doppel - bzw.
Mehrfachzählungen. Geht man im
vorliegenden Fall realistischer Weise von
einer Mehrfachzählquote von einem
Viertel bzw. einem Drittel aus, resul tiert
aus dem zuvor berechneten Wert ein
„bereinigter“ Durchschnittswert von rund
18.780 bis ca. 21.030 bis Personen pro
Stunde.
Zweitens ist allgemein bekannt bzw. auch
6
anerkannt, dass Frequenzmessungen die
zu Einkaufsspitzenzeiten durchgeführt
werden, nicht zwingend durch einfaches
Multiplizieren auf eine gesamte
Tagesdauer hochgerechnet werden
dürfen. Die meisten tageszeitlichen
Passantenfrequenzen in den
Innenstädten weisen eine unimodale oder
bimodale Verteilung auf. Im Rahmen
dieser Prognose sind wir von einer
unimodalen, symmetrisch
Normalverteilung der Passantenfrequenz
ausgegangen. Aus diesem Grund muss
für die letzten beiden Stunden der
beantragten Ladenöffnung von
durchschnittlichen
Stundenbesuchswerten in einer Spanne
von 7.000 bis nahezu 8.0 00 Passanten
ausgegangen werden. Demnach würde
sich auf eine fünfstündige Ladenöffnung
bezogen eine Gesamtbesucherzahl von
rund 70.340 bis 79.090 Passanten
ergeben.
Setzt man diese so ermittelten Werte in
Relation zu den Ergebnissen der Studie
„Vitale Innenstädte 2014“ des Instituts für
Handelsforschung an der Universität zu
Köln (hier haben 68,7 Prozent der
Besucher angegeben, dass sie die
Kölner Innenstadt samstags primär
wegen des Einkaufs aufsuchen), und
den Daten der BAG Untersuchung
Kundenverkehr 2008 (im Rahmen dieser
Untersuchung gaben 55,2 Prozent der
Befragten an, bei ihrem Besuch der
Kölner Innenstadt auch etwas gekauft zu
haben) und bildet aus beiden Daten
einen „idealtypischen Mittelwert“, der bei
ca. 62,0 Prozent liegt, kann davon
ausgegangen werden, dass zwischen
43.610 und 49.035 Personen am
Sonntag den 19. April zum Einkaufen in
die Kölner Innenstadt kommen werden.
Die oben stehend ermittelten Werte
decken sich annähernd mit einem realen
Wert, wie er im Rahmen der BAG
Untersuchung Kundenverkehr 2008 in
der Kölner Innenstadt für einen Samstag
(11. Oktober 2008 ) seinerzeit ermittelt
wurde.
Es wurden stundengenaue
Besucherfrequenzen erfasst. Addiert man
die Besucheranteile in den Stunden von
7
Veranstaltungsfläche:
Verkaufsfläche:
13:00 bis 18:00 Uhr (Zeitraum der
beantragten Sonntagsöffnung), so ergibt
sich eine Gesamtbesucherzahl im
innerstädtischen, Kölner Einzelhandel
von rund 45.400 Personen.
Wir gehen aufgrund der dargelegten
Berechnungen davon aus, das
insgesamt mit
„Einzelhandelsbesucherzahlen“
zwischen knapp 44.000 und 50.000
Personen gerechnet werden
kann/muss.
Eine prägende Wirkung einer
Veranstaltungsfläche für einen
verkaufsoffenen Sonntag wird nach
gegenwärtiger Rechtsinterpretation nur
dann angenommen, wenn die
Verkaufsfläche der Geschäfte, die
geöffnet haben können, ungleich größer
ist, als die Fläche der Veranstaltung. Um
wieviel größer die Verkaufsfläche der
Geschäfte sein darf bzw. kann, dafür gibt
es keine grundsätzlichen quantitativen
Angaben bzw. auch keine allgemeinen
Näherungswerte.
Insgesamt nimmt die FIBO eine Fläche
von 160.000qm Quadratmetern ein.
Nimmt man zur Messefläche die
Veranstaltungsfläche von ca. 3.500 qm
in der Innenstadt hinzu, wäre die
Gesamtfläche der Veranstaltung deutlich
kleiner als die Fläche der Geschäfte.
Dem steht eine theoretisch maximale
Gesamtverkaufsfläche der Kölner
Innenstadt von rund 314.000
Quadratmetern (Angaben nach
COMFORT Städtereport Köln 2016)
gegenüber. Damit ist die Fläche der
Veranstaltung zunächst kleiner als die
Verkaufsfläche der Geschäfte, die in der
Kölner Innenstadt theoretisch geöffnet
haben können. Allerdings müssen
weitere Aspekte berücksichtigt werden:
1. Anhand verschiedener, bundesweiter
Erfahrungen mit der Akzeptanz
verkaufsoffener Sonntage in den
vergangenen Jahren ist bekannt, dass
sich in der Regel nicht alle im räumlichen
Geltungsbereich einer Sonntagsöffnung
befindlichen Einzelhändler auch
8
tatsächlich daran beteiligen. So
beteiligen sich etwa in Berlin, der Stadt
mit den meisten Sonntagsöffnungen, im
Durchschnitt etwa 40 bis 50 % der
Einzelhändler nicht regelmäßig an den
Öffnungen (diese Auskunft erteilte der
Hauptgeschäftsführer des
Handelsverbandes Berlin/Brandenburg
e.V., Herr Nils Busch-Petersen). Nach
Einschätzungen des
Hauptgeschäftsführer des
Handelsverbandes Deutschland (HDE)
e.V., Herrn Stefan Genth, ist bundesweit
bzw. im Durchschnitt mit einer
Beteiligungsquote von 65 bis 70 %
auszugehen. In Anbetracht der
Bedeutung für die Umsatzgenerierung im
Einzelhandel gehen wir für Köln während
des verkaufsoffenen Sonntags am
19.April 2026 von einer
„Nichtbeteiligungsquote“ von lediglich 15
bis 20 Prozent aus. Setzt man diese
Werte in Bezug zur vorhandenen
innerstädtischen Verkaufsfläche, ergibt
sich eine potentiell „geöffnete Fläche“
von 251.200 bis 266.900 Quadratmetern.
2. Die Flächenrelationen relativieren sich
zudem auch insofern, als dass sich die
ermittelte Verkaufsfläche des
innerstädtischen Einzelhandels in Köln
teilweise über mehrere Etagen erstreckt.
Bei einer rein ebenerdigen
(„erdgeschossigen“) Betrachtung würde
das Verhältnis zur Veranstaltungsfläche
noch „günstiger“ sein. Die aus
städtebaulichen Gründen gewollte
Innenstadtverdichtung kann hier nicht als
K.O.-Kriterium für eine Sonntagsöffnung
vorgebracht werden.
Gesamtfazit:
Die hier beantragte Sonntagsöffnung
erfüllt – auch im Lichte der jüngeren
Rechtsprechung - alle relevanten
Vorgaben, die im Zusammenhang mit
einer Freigabe eines Sonntags für die
Öffnung von Verkaufsstellen stehen.
Demnach ist die FIBO für den Sonntag
prägend und die beantragte
Sonntagsöffnung wird lediglich als Annex
zur Anlassveranstaltung wahrgenommen
und veranstaltet.
9
Quellenangabe und Belege zu
Besucheraufkommen, Veranstaltungsfläche
und Verkaufsfläche:
Das OVG Münster verlangt, dass sich die Stadt Köln in einer für
die gerichtliche Überprüfung nachvollziehbaren und
dokumentierten Klarheit über Charakter, Größe und Zuschnitt
der Veranstaltung verschafft (auch hier VG Düsseldorf)
COMFORT Städtereport Köln 2016
Passanten Befragung und Zählung
offener Sonntag 08.10.2017
Vitale Innenstädte 2014 Köln
Die nachfolgend genannten Sachgründe
wurden im Rahmen der Novellierung des LÖG
geschaffen.
Verkaufsoffene Sonntage wurden bis dahin
ausschließlich aufgrund von Veranstaltungen
von den zur Antragstellung berechtigten
Interessengemeinschaften genehmigt.
Eine Antragstellung von Seiten der Verwaltung
ist nicht beabsichtigt und vom Rat in Richtung
Verwaltung (politische/wirtschaftspolitische
Erwägungen) auch nicht aufgegeben.
Die nachfolgenden Sachgründe können
allerdings kumulativ vorliegen und der
Verwaltung dazu dienen, dem Rat das
öffentliche Interesse über den Anlass-bezug/-
zusammenhang hinaus zu begründen.
Hier sind die
Antragsberechtigten/Interessengemeinschaften
gefordert, diese Sachgründe geltend zu
machen/nachzuweisen und überprüfbare
Belege vorzulegen.
Das Einzelhandels- und Zentrenkonzept liegt
hier zum Download bereit. Es wird gefordert,
dass die Kommune auf der Grundlage eines
Einzelhandelskonzepts mit der
Sonntagsöffnung gezielt einen der genannten
Sachgründe verfolgt. Derzeit enthält das
Einzelhandelskonzept Sonntagsöffnungen
noch nicht als Mittel, um das öffentliche
Interesse in Gestalt der benannten weiteren
Sachgründe zu fördern. Die nachfolgend
genannten Sachgründe können daher derzeit
nicht mit dem aktuellen Einzelhandelskonzept
begründet werden.
Ladenöffnung dient dem Erhalt, der Stärkung
oder Entwicklung eines vielfältigen stationären
Einzelhandelsangebots
Hinweis: Der amtlichen Begründung zum Gesetzesentwurf ist zu
entnehmen, dass der stationäre Einzelhandel vielerorts einer
Gefährdung durch den Online-Handel unterliegt. Dem soll durch
begrenzte Freigabe von Sonntagsöffnungen begegnet werden.
Hier sei auf den Beschluss des OVG Münster vom 27.04.2018
hingewiesen. Die Kammer kommt hier nämlich, anders als der
Gesetzgeber zu dem Ergebnis, dass die allgemeine, für den
stationären Einzelhandel einer jeden Kommune ganzjährig
bestehende Konkurrenzsituation zum Onlinehandel für sich
genommen nicht geeignet ist, eine Ausnahme von der Regel der
Sonn- und Feiertagsruhe zu begründen. Die Kammer weist
ausdrücklich darauf hin, dass der Einzelhandel selbst und
ausdrücklich gefordert ist, stets gewichtige, im Einzelfall
festzustellende und in der Abwägung dem gebotenen Sonn- und
10
Feiertagsschutz gegenüberzustellende öffentliche Interessen
vorzutragen.
Es werden danach Belege benötigt, die nachprüfbar ausführen,
dass der stationäre Einzelhandel vor Ort gefährdet ist. (z.B.
Leerstände; Verarmung des Angebots, Erhalt bestehender oder
Schaffung neuer Arbeitsplätze)
Ladenöffnung dient dem Erhalt, der Stärkung
oder Entwicklung zentraler
Versorgungsbereiche (Versorgungsinteresse,
insbesondere weniger mobiler und ältere Teile
der Bevölkerung; Sicherstellung wohnortnaher
Versorgung)
Hinter dem Sachgrund steht das grundgesetzlich geschützte
Versorgungsinteresse der Bevölkerung, insbesondere der
weniger mobilen und älteren Teile der Bevölkerung. Zentrale
Versorgungsbereiche müssen erhalten bleiben, da ihnen eine
herausragende Bedeutung für den Bestand und die Entwicklung
der Städte und Gemeinden, insbesondere der Sicherstellung
wohnortnaher Versorgung zukommt. Als zentrale
Versorgungsbereiche gelten daher nicht nur Stadtteilzentren, die
im überörtlichen Funktionszusammenhang eine bedeutende
Rolle einnehmen, sondern auch die Quartiers- und
Nahversorgungs- bzw. Nahbereichszentren.
Ladenöffnung dient der Belebung der
Innenstädte, Ortskerne, Stadt- oder
Ortsteilzentren
Mit dem Sachgrund soll der Gefahr einer drohenden Verödung
der Innenstädte mit negativen Auswirkungen
auf die örtlichen Lebens- und Wohnverhältnisse der Bevölkerung
begegnet werden. Zielrichtung der Regelung ist es,
umfangreichen Leerständen bei Gewerbe- und Wohnimmobilien
und der Abwanderung von Einzelhändlern und
Einzelhändlerinnen oder deren Geschäftsaufgabe
entgegenzuwirken. Er soll der Belebung der Innenstädte und
örtlichen Zentren dienen.
11
Ladenöffnung steigert überörtliche Sichtbarkeit
der jeweiligen Kommune als attraktiver und
lebenswerter Standort, insbesondere für den
Tourismus und die Freizeitgestaltung, als
Wohn- und Gewerbestandort sowie Standort
von kulturellen und sportlichen Einrichtungen
Das Interesse von Kommunen, als attraktiver und lebenswerter
Standort wahrgenommen zu werden und sich entsprechend
selbst darstellen zu können und sichtbar zu machen, stellt aus
Sicht des Landesgesetzgebers ebenfalls einen gewichtigen
Sachgrund dar. Der Sachgrund zielt auch auf den Erhalt
kleinerer Kommunen ab, da diese im Gegensatz zu größeren
Städten mehr
Schwierigkeiten haben, neue Einwohner und Unternehmen
anzuziehen.
Er wird daher hier nicht weiter ausgeführt.
Wieder einmal präsentiert sich Köln mit
einer internationalen Leitmesse und zieht
damit über den Messezeitraum viele
Messegäste und Besucher an.
Das Messethema spiegelt den Zeitgeist
und allgemeine Trends wider, die neben
den Messegästen viele Kölner und
Kölngäste aus dem Umland
interessieren. Da die FIBO in den
vergangenen Jahren meist ausverkauft
war und das Thema sehr breit gefächert
ist, wurde bereits in der Vergangenheit
der Aktionstag Sport/Gesundheit/
Prävention am Messewochenende oder
im Frühjahr thematisiert. Der Zulauf an
Partnern und das große Interesse der
Gäste zeigt auf, wie hoch aktuell das
Thema und wie etabliert die
Veranstaltung ist. Köln positioniert sich
damit als „Oberzentrum“ für umliegende
Regionen und zieht damit Publikum und
Interesse an.
Köln wird außerdem immer wieder als
„Sportstadt“ benannt, da Großevents in
der Stadt stattfinden. Die Aktionstage
sollen den Kölnern und Besuchern die
sportlichen Highlight der Stadt vorstellen,
die ein wichtigen Teil des Lebens- und
Freizeitstandortes sind und oftmals für
Unternehmen als „weiche
Standortfaktoren“ gelten.
Nicht zuletzt ist die international
etablierte Deutsche Sporthochschule
Köln beheimatet, die die Bereiche
Bildung und Forschung excellent
abbildet.
1
Antrag offener Sonntag 06.12.2026 für die Kölner Innenstadt
Antragsteller: STADTMARKETING KÖLN
Bezeichnung des
Anlass:
Weihnachten in Köln - Innenstadt
Weihnachtsmärkte:
23. November – 23. Dezember 2026 – 32 Tage
So.- Mi.: jeweils von 11.00-21.00 Uhr geöffnet
Do.-Sa.: jeweils von 11.00-22.00 Uhr geöffnet
Täglich: 10 bzw. 11 Std.
Gesamt: 333 Stunden
Offener Sonntag:
06.12.2026, 13.00- 18.00 Uhr
Anlassbeschreibung: Der zur Öffnung vorgesehene Sonntag ist kein geschützter oder
religiöser Feiertag im Sinne von § 6 Abs. 5 Ladenöffnungsgesetz
NRW (LÖG NRW) und stellt keinen stillen Tag im Sinne der
kirchlichen Begrifflichkeit dar. Die Öffnung der Verkaufsstellen
entspricht der gesetzlichen Regelung und liegt außerhalb der
Zeiten des Hauptgottesdienstes, so dass die Beschäftigten in ihrer
Religionsausübung nicht gehindert sind und Störungen der
Hauptgottesdienste vermieden werden. Mit der Reduzierung der
Ladenöffnungszeit auf fünf Stunden verringert sich die zeitliche
Arbeitsbelastung für die betroffenen Arbeitnehmer des
Einzelhandels.
Die a m 22.03.2018 in Kraft getretene Neufassung des
Ladenöffnungsgesetztes NRW ermöglicht Verkaufsstellen explizit
aus Anlass von Märkten aufgrund ordnungsbehördlicher
Verordnung die Öffnung an bestimmten Sonntagen.
Freigaben in diesen Bereichen sind ausschließlich möglich, wenn
die Sonntagsöffnung von Verkaufsstellen zugrunde liegenden
Veranstaltung (Anlass im Sinne von §6 Abs. 1 LÖG NRW) von
öffentlichem Interesse sind. Ein öffentliches Interesse liegt dann
vor, wenn die Veranstaltung viele Besucher, in der Regel nicht nur
Einwohner der Stadt Köln, sondern auch auswärtige Besucher in
hohem Maße anzieht.
Ein Markt muss damit die „Hauptsache“ sein und die
Sonntagsöffnung der Geschäfte darf lediglich einen „Nebeneffekt“
darstellen. Dementsprechend darf ein Markt nicht nur deshalb
veranstaltet werden, um formell die rechtlichen Voraussetzungen
für die eigentlich bezweckte Ladenöffnung am Sonntag zu schaffen.
Weihnachtsmärkte gib t es in Köln schon sehr lange,
vorweihnachtliche Jahrmärkte als Vorläufer können in Köln bis ins
Mittelalter und in die frühe Neuzeit zurückverfolgt werden. Stellten
die Weihnachtsmärkte in Köln früher vorrangig Warenmärkte dar,
die Schaustellern, Handwerkern und Händlern eine
Einkommensmöglichkeit boten und die Bevölkerung mit
Lebensmitteln für das bevorstehende Weihnachtsfest versorgten
2
(Versorgungsfunktion der Weihnachtsmärkte), steht heute mehr der
gesellschaftliche und soziale Aspekt dieser Veranstaltung im
Vordergrund (ideelle Funktion der Weihnachtsmärkte). Sie sind zu
Treffpunkten und Orten der Geselligkeit und Kommunikation
geworden.
Erlebnis, Freude und Genuss sind dabei Bedürfni sse, die
Veranstalter erfüllen . Besinnlichkeit, die Einstimmung auf das
eigentliche Weihnachtsfest, Atmosphäre, Attraktionen, Emotionen
usw. gewinnen gegenüber der Einkaufsfunktion an Bedeutung und
spiegeln sich deutlich in den Motiven der Befragten beim Besuch
eines Weihnachtsmarktes wider (Studie: Weihnachtsmärkte als
Wirtschaftsfaktor, Bundesverband Deutscher Schausteller und
Marktkaufleute e.V. Bonn, S. 3 , https://www.dsbev.de/wp-
content/uploads/2023/08/dsb_studie_2018_web.pdf)
Nahezu der gesamte Bereich der Kölner Innenstadt wird mit
mehreren Teilweihnachtsmärkten bespielt, Die ständige
Weiterentwicklung der Sortimente der Standbetreiber, die
weihnachtlich hochwertige Optik der Märkte und die musikalischen
Rahmenprogramme auf de n Bühnen der Mä rkte sind neben den
unzähligen charitativen Projekten, die im Veranstaltungszeitraum
durchgeführt werden Garant für das hohe Niveau und die ständige
Weiterentwicklung der Kölner Weihnachtsmärkte und somit der
Weihnachtsstadt Köln.
Die sich jährlich wiederholenden Märkte ín der Stadt haben eine
große Tradition, sind imageprägend und tragen in einer der dicht
besiedelsten Regionen Europas zu einem erheblichen
Standortvorteil mit nationaler und internationaler Bedeutung bei.
Die Kölner Weihnachtsmärkte gehörten in den vergangenen Jahren
immer zu den beliebtesten Weihna chtsmärkten in ganz Europa,
noch vor dem Nürnberger Christkindlmarkt.
Abgrenzung „alltägliches Erwerbsinteresse“ vs. besonderes
„Shopping-Interesse“ Weihnachtszeit
Das BVerfG führt im besagten Urteil vom 1. Dezember 2009, - 1
BvR 2857/07 -, - 1 BvR 2858/07 -, aus, dass ein „alltägliches
Erwerbsinteresse“ ("Shopping-Interesse") potenzieller Käufer
grundsätzlich nicht genügt, um eine Ladenöffnung an Sonntagen
(also auch an Sonntagen, die in der Advents-/Weihnachtszeit
liegen) genehmigungsfähig „zu machen“. Hier ist ebenfalls
festzuhalten: Es genügt grundsätzlich nicht alleine, es darf aber in
den Anträgen dennoch vorgetragen werden und muss dann auch
in der Abwägung der Genehmigungsbehörden berücksichtigt
werden.
Grundsätzlich ist zu hinterfragen, was unter einem „alltäglichen
Erwerbsinteresse“ zu verstehen ist. Unter Alltag versteht man im
allgemeinen gewohnheitsmäßige Abläufe bei (zivilisierten)
Menschen im Tages- und Wochenzyklus. Der Alltag ist durch sich
wiederholende Muster von Arbeit und Arbeitswegen, Konsum
(Einkauf und Essen), Freizeit, Körperpflege, sozialer sowie
kultureller Betätigung, Arztbesuche, Schlaf u. v. m. geprägt. Der
Alltag wird unter anderem als Gegensatz zum Feiertag oder
3
Festtag bzw. zum Urlaub gesehen. In gleicher Weise impliziert
auch der vom BVerfG verwendete Begriff des „alltäglichen
Erwerbsinteresses“ die Möglichkeit - wenn nicht gar Notwendigkeit
- weitergehender Differenzierungen für solche Fälle, in denen es
zwar um „Erwerbsinteressen“ potentieller Käufer geht, diese aber
aufgrund besonderer Umstände nicht mehr den „alltäglichen“
Erwerbsinteressen zugeordnet werden können. Entsprechende
Differenzierungsmöglichkeiten deutet das
Bundesverfassungsgericht an, wenn es von „Besonderheiten der
Vorweihnachtszeit“ spricht. (BVerfG, 1. Dezember 2009, - 1 BvR
2857/07 -, - 1 BvR 2858/07 -, Rn. 177). Was ist aber das
„Besondere der Vorweihnachtszeit“ im Hinblick auf das
Konsumverhalten der Verbraucher? Hier kann im Vergleich zum
alltäglichen“ Erwerbsinteressen der Konsumenten auf
das zeitlich sehr komprimierte Konsumverhalten der
Bevölkerung in der Vorweihnachtszeit (zeitlicher Rhythmus bzw.
enges, periodisch wiederkehrendes Zeitfenster),
seiner produktmäßigen Orientierung auf vorwiegend
werthaltige/höherwertige Güter (Schmuck, Uhren,
Unterhaltungselektronik, Möbel etc.)
und dem regelmäßig eher familiär konzipierten Einkaufsmodus
verwiesen werden.
Gemäß einer Studie des Bundesverbandes Deutscher Schausteller
und Marktkaufleute e.V. stellen die Aktivitäten „Essen und Trinken“
mit 57,5 % eindeutig die Hauptmotive von Verbrauchern beim
Weihnachtsmarktbesuch dar (Studie: Weihnachtsmärkte als
Wirtschaftsfaktor, Bundesverband Deutscher Schausteller und
Marktkaufleute e.V., Bonn, S. 3). Für lediglich rund 35 % steht der
„Geschenkekauf“ im Vordergrund (Studie: Weihnachtsmärkte als
Wirtschaftsfaktor, Bundesverband Deutscher Schausteller und
Marktkaufleute e.V ., Bonn, S. 3). Diese Werte korrespondieren
auch weitestgehend mit Ergebnissen einer bundesweiten
Befragung von Weihnachtsmarktbesuchern in der Weihnachtszeit
2015. Für Einkäufe oder gar spezifische Weihnachtseinkäufe
besuchen insgesamt lediglich 37,4 % de r rund 1.000 befragten
Personen die Innenstädte und Weihnachtsmärkte. Separiert man
beim „Einkauf“ weiter, so ergeben sich 21,5 % für allgemeine
Einkäufe sowie 15,9 % für spezifische Weihnachtseinkäufe (Der
Weihnachtsmarkt zwischen Tradition und Inszenieru ng? Was
erwarten Besucher und Touristen? Ergebnisse einer bundesweiten
Befragung im Dezember 2015 – Kurzfassung; Gesellschaft für
Markt- und Absatzforschung und MK Illumination GmbH, Dresden;
S.2). Als Hauptgrund für den Besuch der Innenstädte anlässlich von
Weihnachtsmärkten stehen Aspekte wie „Treffpunkt und
Vergnügen“ ganz oben. In Verbindung mit „Bummeln und Freunde“
nehmen ca. 43 % diesen „geselligen Anlass“ zum
Weihnachtsmarktbesuch. Auf die Frage, warum Besuche/Reisen
zu Weihnachtsmärkten gezielt gep lant werden, nannten kumuliert
60,5 % der Befragten die Gesichtspunkte „schönes weihnachtliches
Ambiente/Stimmung“ und „Stadtbesichtigung“ (Der
Weihnachtsmarkt zwischen Tradition und Inszenierung – Was
erwarten Besucher und Touristen, Ergebnisse einer bundesweiten
Befragung im Dezember 2015, Präsentation anlässlich eines
Expertenseminar zu Essener Lichtwochen am 5. und 14. Dezember
4
2016, Chart Nr. 22). Diese Werte weichen von „normalen“ bzw.
„alltäglichen“ Verhaltensmustern der Verbraucher ab, wie Studien
bzw. Untersuchungen belegen. Auf die Frage, aus welchem
primären Grund die Verbraucher eine Innenstadt aufsuchen, gaben
im Rahmen der Studie „Vitale Innenstädte“ 2014 des Instituts für
Handelsforschung an der Universität zu Köln an einem Donnerstag
im September (n=16.653) rund 53 % an, zum Einkaufen in die
sogar nahezu 65 % von 16.574 befragten Personen. Insofern
kann das alltägliche Erwerbsverhalten nicht annähernd mit dem
(Shopping)Verhalten anlässlich von Weihnachtsmärkten
verglichen werden.
Ein anderer Unterscheidungspunkt ergibt sich, wenn die
Personenanzahl beim Einkaufen mit denen anlässlich des
Besuches eines Weihnachtsmarktes verglichen wird.
Besucher von Weihnachtsmärkten kommen im Allgemeinen nicht
allein, sondern in Begleitung. In der Regel kommen mehr als zwei
Drittel aller Besucher von Weihnachtsmärkten und/oder in
Begleitung von Familienangehörigen, Lebenspartnern und
Freunden/Bekannten. Lediglich durchschnittlich 10 % der
Besucher sind alleine unterwegs (Exemplarisch: Untersuchung
zum Weihnachmarkt in Göttingen. Thomas Wieland: Göttinger
Weihnachtsmarkt 2008 – Attraktivität, Einzugsgebiet,
soziodemographisches Profil und aktionsräumliches Verhalten der
Besucher. Ergebnisse einer Besucherbefragung im Dezember
2008. Geographisches Institut der Universität Göttingen, Abteilung
Humangeographie. S. 13f.; Besucherbefragung Weihnachtsmarkt
2008 Leipzig. Endbericht. S.19f. ). Diese Werte stehen im
deutlichen Kontrast zu den Ergebnissen diverser
Befragungen/Studien an anderen Wochentagen. Im Rahmen der
Studie „Vitale Innenstädte“ des Instituts für Handelsforschung an
der Universität zu Köln, wurde für einen Donnerstag im September
2014 ermittelt, dass 56 % aller befragten Besucher (n= 16.653)
alleine zum Einkaufen in die Innenstädte kommen. Für einen
Samstag im September 2014 ermittelt die Studie (Befragte
Personen n = 16.574) einen Anteil der Menschen, die alleine zum
Einkaufen unterwegs sind, von rund 40 %. Noch höhere Anteile
des „Single-Shoppings“ liefern die Ergebnisse der bundesweiten
„Untersuchung Kundenverkehr“ des Handelsverbandes BAG aus
Oktober 2008. Bei rund 4,8 Mio. erfassten Konsumenten in
deutschen Innenstädten ergaben sich für drei Erhebungstage
folgende Anteile von „Single-Shoppern“: Donnerstag = 63,6 % ,
Freitag = 62,1 % sowie Samstag = 48,7 %. Damit ist eindeutig,
dass die Personenanzahl als ein taugliches Abgrenzungskriterium
des weihnachtlichen (Einkaufs)Verhaltens zum alltäglichen
Erwerbsverhalten angesehen werden kann bzw. muss.
Eine besondere Bedeutung im Zusammenhang mit dem Thema
Weihnachtsmarkt im hiesigen Kontext hat auch eine Entscheidung
des Bundesverwaltungsgerichts, die die Position der
Weihnachtsmärkte und Volksfeste wesentlich gestärkt hat
(BVerwG 8 C 10.08 vom 27.05.2009). Demnach trägt ein
Weihnachtsmarkt mit kulturellem, sozialem und
traditionsbildendem Charakter zur Wahrnehmung der
Angelegenheiten der örtlichen Gemeinschaft bei. Das BVerwG
erkennt an, dass bei einem Weihnachtsmarkt mit dem
umschriebenen Charakter wirtschaftliche Belange grundsätzlich
und eindeutig zurücktreten. Eine reine oder auch überwiegende
5
Betrachtung von Weihnachtsmärkten nach wirtschaftlichen
Gesichtspunkten verkennt nach Auffassung des BVerwG das
Vorliegen sozialer, kultureller und traditioneller,
gemeinschaftsbezogener Gemeinwohlbelange, des örtlichen
Zusammengehörigkeitsgefühls unter den Bürgern, der Wahrung
von Tradition und religiöser, historischer ortsbezogener
Gebräuche. Eine Reduzierung dieser gemeinwohlorientierten
Belange auf eine wirtschaftliche Betätigung im Zusammenhang
mit der Veranstaltung eines Weihnachtsmarktes verkennt den
Begriff der Angelegenheiten des örtlichen Wirkungskreises.
Ergänzend dazu stellt der Deutsche Bundestag die Bedeutung der
Weihnachtsmärkte als anerkanntes Kulturgut und wichtigem
kommunikativen Treffpunkt für Jung und Alt, für Besucher aus nah
und fern dar (Quelle: Euro Professional Online 17.12.2009).
Gerichte haben seit jeher bei der Ausrichtung von traditionellen und
traditionsbildenden Volksfesten und Weihnachtsmärkten den
Charakter der Daseinsvorsorge hervorgehoben (BayVGH, Urteil
vom 23. März 1988 - 4 B 86.02336 - GewArch 1988, 245). Die
sozialen Gesichtspunkte wie Veranstaltung von Altennachmittagen,
das Auftreten von Musikkapellen und das Bestehen von
Kindernachmittagen spielen bei derartigen Veranstaltungen eine
erhebliche Rolle (vgl. BayVGH, a.a.O. S. 246). Es ist auch seit
Langem anerkannt, das s für einen traditionsbildenden und
traditionellen Weihnachtsmarkt das Besucherinteresse, vertraute
und beliebte Darbietungen aus früheren Veranstaltungen wieder zu
finden und den Kontakt mit den Bürgern untereinander
sicherzustellen, eine wesentliche Roll e spielt (vgl. BayVGH, Urteil
vom 3. März 1980 - 22.B 1297/79 - GewArch 1980, 299).
Bildet die
Anlassveranstaltung
den Hauptgrund für
Besucher/Besucherin
nen die Veranstaltung
zu besuchen oder
steht die
Ladenöffnung im
Vordergrund?
Die Verwaltung muss
insbesondere darlegen, dass
und wie die hinter den in § 6
Abs. 1 S. 2 Nr. 2 bis 5 LÖG
NRW genannten öffentlichen
Interessen durch die
Ladenöffnung an Sonn- und
Feiertagen gefördert werden
können. Dabei ist vor allem
herauszuarbeiten, warum das
Umsatz- oder
Shoppinginteresse hierbei
nicht im Vordergrund steht.
X ja
☐ nein
(wenn nein, keine Aussicht auf Erfolg für eine Genehmigung durch
den Rat der Stadt Köln)
Bei dem Anlass
handelt es sich um:
x eine historische Veranstaltung
☐ erstmalig stattfindende Veranstaltung
6
Besteht ein
unmittelbar
räumlicher und
zeitlicher Bezug zur
Anlassveranstaltung
und den zur Öffnung
vorgesehenen
Verkaufsstellen?
Hinweis: Von einer
räumlichen Nähe ist
regelmäßig insbesondere
dann auszugehen, wenn die
örtliche Veranstaltung in den
Straßenzügen, die zur
Ladenöffnung vorgesehen
sind, stattfindet.
Eine zeitliche Nähe besteht
dann, wenn die örtliche
Veranstaltung am selben Tag,
nicht notwendig zeitgleich,
jedoch zeitlich überlappend
stattfindet.
Zwischen Veranstaltung und
Verkaufsstellenöffnung muss
ein angemessenes Verhältnis
bestehen. Die in der
Vergangenheit geschaffenen
Anlässe um eine
Verkaufsstellenöffnung zu
erreichen, wie z.B. der
Flohmarkt auf einem
Möbelhausgelände,
sogenannte Bauernmärkte
mit 10 Zeltverkaufsstellen von
Reisegewerbetreibenden,
Grillfest (Spanferkelgrillen) in
einem Gewerbegebiet,
Hüpfburgen- und
Eiertierveranstaltungen
werden nicht genügen,
Verkaufsstellenöffnungen zu
genehmigen. Orientieren Sie
sich hier an die vom Rat
zuletzt genehmigten Anlässe.
Räumliche Nähe ist gegeben
bei örtlichen Veranstaltungen
in den Straßenzügen, die zur
Ladenöffnung vorgesehen ist;
Gesamtveranstaltungsbereich
einschl. Verbindungs- und
Nebenstraßen, wenn die
Veranstaltungsorte über
diesen Bereich verteilt sind;
eine Ausweitung über den
Bereich hinaus, wird nicht
genehmigungsfähig sein;
X ja
☐ nein (wenn nein, keine Aussicht auf Erfolg für eine
Genehmigung durch den Rat der Stadt Köln)
Zieht die
Anlassveranstaltung
mehr Besucher als
die der
Verkaufsstellenöffnun
g?
Fragestellung wird trotz
Wegfall der
Besucherprognose gestellt
(vgl. Beschluss des VG
Düsseldorf v.
22.05.2018);entgegen der
X ja
☐ nein (wenn nein, keine Aussicht auf Erfolg für eine
Genehmigung durch den Rat der Stadt Köln)
7
Anwendungshilfe; juristische
Bewertung der Verwaltung;
Besucher wegen
Anlassveranstaltung:
In den letzten Jahren zog der Kölner Weihnachtsmarkt
regelmäßig mind. 4 Mio. Besucher an
(http://www.ksta.de/1651080;
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/247440/umfrage/di
e-deutschen-staedte-mit-den-groessten-weihnachtsmaerkten-
nach-besuchern/),
(https://www.ihk.de/koeln/hauptnavigation/ihkplus/ausgabe-2023-
5-ihkplus/-weihnachtsmarkt-
6015926#:~:text=Mit%20rund%20f%C3%BCnf%20Millionen%20P
ersonen,K%C3%B6lner%20Dom%20der%20meistbesuchte%20b
undesweit.)
https://rp-online.de/thema/weihnachtsmarkt-koenl/
Die 4 Mio. von uns prognostizierten Besucher werden auf die
gesamte Dauer der Weihnachtsmärkte, 30 Tage verteilt. Somit
würden- idealtypisch- etwa 133.000 Besucher am Sonntag zu
erwarten sein. Aufgrund der Erfahrung aus den vergangenen
Jahren zählt das erste Adventswochenende allgemein jedoch
eindeutig als der frequenzstärkste Besuchertag der
Weihnachtszeit. In Anbetracht dieser Tatsache gehen wir an
diesem Sontag – in einem konservativen Ansatz- von höheren
Besucheranteilen von 5-10 Prozent aus, was absolut dann etwa
139.000 bis 146.000 Menschen am Sonntag „ausmachen“ würde.
Diese Spanne scheint auch im Hinblick auf die Ergebnisse einer
Zählung/Befragung anlässlich der Allgemeinen Nahrungs- und
Genussmittel-Ausstellung (ANUGA) am 8. Oktober 2017 in Köln
realistisch bzw. angemessen zu sein. Im Rahmen dieser Zählung
/Befragung konnten 104.520 Personen am 8. Oktober 2017 in der
Zeit zwischen 13.00-18.00 Uhr gezählt werden. Da der
Weihnachtsmarkt augenscheinlich und grundsätzlich viel breitere
Bevölkerungsschichten anspricht als die ANUGA, scheint die
prognostizierte Besuchermenge in einer Spanne von rund 139.000
bis 146.000 Menschen plausibel und nachvollziehbar.
Überregional bekannte und bedeutende Weihnachtsmärkte, wie
die Kölner Weihnachtsmärkte weisen dabei weit
überdurchschnittliche Besucherraten bei Einzugsgebieten über
50km auf: teilweise über 50% der Besucher reisen aus weiter
entfernten Wohnorten an, was für die hohe Bedeutung von
Tagesreisen mit dem Ziel des Weihnachtsmarktbesuches spricht.
Der Anteil Besucher mit Wohnort im Ausland beträgt 2%.
Weihnachtsmärkte in grenznahen Gebieten und
Weihnachtsmärkte mit überregionaler Ausstrahlung zeichnen sich
durchüber dem Durchschnitt liegenden Anteilen von
ausländischen Besucher aus. (Studie: Weihnachtsmärkte als
Wirtschaftsfaktor, Bundesverband Deutscher Schausteller und
Marktkaufleute e.V., Bonn, S. 6)
8
Besucher wegen
Verkaufsstellenöffnun
g:
Aufgrund der Erkenntnisse der Zählung/Befragung vom 8.Oktober
2017, wonach rund 8% der auswärtigen Besucher am Sonntag
aus dem Ausland stammen und überwiegend Touristen sind, läßt
sich für den 7.Dezember 2025 ein noch höherer Anteil dieser
Besuchergruppen erwarten. Für diese Gruppen steht der
verkaufsoffene Sonntag besonders mit dem Besuchsmotiv
„Stadtbesichtigung“ in Verbindung.
a. Gemäß der bereits oben erwähnten und zitierten Studie des
Bundesverbandes Deutscher Schausteller und Marktkaufleute
e.V. rechnen wir in einem „vorsichtig-konservativen“ Ansatz auf
den Kölner Weihnachtsmärkten mit ähnlichen Bewertungen der
Motive. Demnach wäre mit nahezu 51.100 bis 53.480 Menschen
zu rechnen, die die Weihnachtsmärkte auch zum Einkaufen
nutzen würden.
b. Setzt man die ebenso bereits oben erwähnte, bundesweite
Befragung von Weihnachtsmarktbesuchern in der Weihnachtszeit
2015 durch die Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung
(GMA) und der MK Illumination GmbH als Ausgangsbasis an und
geht man von 139.000 bis 146.000 Besuchern für die Kölner
Weihnachtsmärkte am 6. Dezember 2026 aus, so würden
zwischen nahezu 51.200 und 54.600 Besucher wegen des
„Einkaufens“ (allgemeiner Einkauf + Weihnachtseinkäufe = 37,4
Prozent) den Weihnachtsmarkt besuchen.
c. Die unter a. und b. ermittelten Werte sind auch im Abgleich mit
den Daten der Zählung/Befragung anlässlich der Allgemeinen
Nahrungs- und Genussmittel-Ausstellung (ANUGA) am 8. Oktober
2017 in Köln realistisch bzw. angemessen. Demnach waren
(lediglich) ca. 22 % der Besucher am 8. Oktober 2017
ausschließlich wegen des verkaufsoffenen Sonntags in die Kölner
Innenstadt gekommen.
Da in der Vorweihnachtszeit von einer grundsätzlich höheren
Einkaufsaffinität bzw. Einkaufsneigung auszugehen ist, ist die
prognostizierte Besuchermenge in einer Spanne von rund 51.100
bis ca. 57.150 Menschen plausibel und nachvollziehbar.
In jedem Fall ist die gesetzliche Forderung, wonach für die
Zulässigkeit von Sonntagsöffnung die entsprechende
Anlassveranstaltung ohne die Sonntagsöffnung mehr Besucher
anziehen muss als der alleinige verkaufsoffene Sonntag,
überdeutlich erfüllt. Es liegen derzeit weder dezidierte noch
abgeleitete anderen Daten/Fakten vor, die deutlich andere
(abweichende) Besucherzahlen erwarten lassen bzw. das
Gegenteil der dargestellten Berechnungen belegen können.
Ungeachtet dessen ist in diesem Kontext darauf hinzuweisen,
dass eine schematische Gegenüberstellung der jeweils zu
erwartenden Besucherzahlen einer Anlassveranstaltung und den
geöffneten Geschäften zur Beurteilung der prägenden Wirkung
einer Anlassveranstaltung allein nicht hinreichend aussagekräftig
ist. Dies hat zuletzt das OVG in Münster mit der Eilentscheidung 4
9
Veranstaltungsfläche:
Verkaufsfläche:
B 520/17 (VG Düsseldorf 3 L 1823/17) und 4 B 537/17 (VG
Düsseldorf 3 L 1840/17) vom 5. Mai 2017 festgestellt. Das Gericht
führte u.a. aus, dass es bei der Genehmigung eines
verkaufsoffenen Sonntages anlässlich einer Veranstaltung
vielmehr auch auf den Gesamtcharakter und der besonderen
Atmosphäre einer Veranstaltung ankomme. Dies ist im
vorliegenden Fall ohne Zweifel ersichtlich. Es handelt sich um ein
langjähriges, traditionelles Fest mit zahlreichen Elementen, das
sich vom alltäglichen/normalen (wochentäglichen) Leben abhebt.
Mit den zahlreichen weihnachtlichen Verkaufsständen, Imbiss-
und Getränkeständen, Kinderkarussells und vielfältigen, anderen
Programmpunkten, wird das bekannte (alltägliche) Bild der Kölner
Innenstadt positiv verändert und ein anders „wahrnehmbares
Ortsbild“ erzeugt.
Eine prägende Wirkung eines Weihnachtsmarktes für einen
verkaufsoffenen Sonntag wird nach gegenwärtiger
Rechtsinterpretation nur dann angenommen, wenn die
Verkaufsfläche der Geschäfte, die geöffnet haben können,
ungleich größer ist, als die Fläche des Weihnachtsmarktes. Um
wieviel größer die Verkaufsfläche der Geschäfte sein darf bzw.
kann, dafür gibt es keine grundsätzlichen quantitativen Angaben
bzw. auch keine allgemeinen Näherungswerte.
Insgesamt nehmen die Kölner Weihnachtsmärkte in der Kölner
Innenstadt eine Fläche von rund 18.500 Quadratmetern ein.
Zusätzlich müssen den Märkten die sie verbindenden bzw. zu-
/abführenden Straßen/Zuwegungen hinzugerechnet werden.
Folgende Straßen sind diesbezüglich von Relevanz: An St.
Agatha, Apostelstrasse, Brückenstrasse, Cäcilienstrasse, Deutzer
Brücke, Große Sandkaul, Hahnenstrasse, Hohenzollernring,
Komödienstrasse, Ludwigstrasse, Minoritenstrasse,
Marspfortengasse, Magnusstrasse, Nord-Südfahrt, Pipinstrasse,
Rheinuferstrasse/Tunnel, Straßen um Neumarkt, Trankgasse,
Tunisstrasse, Zeughausstrasse,
Diese Straßen stehen im inhaltlich-thematischen Kontext zu den
Weihnachtsmärkten. Sie dienen gleichermaßen der Erreichbarkeit
bzw. Zugänglichkeit von Ausstellern/Marktanbietern und
Besuchern/Kunden. Sie nehmen nach unseren Berechnungen
gemeinsam eine Fläche von etwa 224.000 Quadratmetern ein.
Somit erhöht sich die Gesamtveranstaltungsfläche auf ca. 242.850
Quadratmeter. Damit wäre die Gesamtfläche des
Weihnachtsmarktes noch immer deutlich kleiner als die Fläche der
Geschäfte.
Dem steht eine theoretisch maximale Gesamtverkaufsfläche der
Kölner Innenstadt von rund 314.000 Quadratmetern (Angaben
nach COMFORT Städtereport Köln 2016) gegenüber. Damit ist
die Fläche der Weihnachtsmärke zunächst kleiner als die
Verkaufsfläche der Geschäfte, die in der Kölner Innenstadt
theoretisch geöffnet haben können.
Allerdings müssen weitere Aspekte berücksichtigt werden:
1. Anhand verschiedener, bundesweiter Erfahrungen mit der
Akzeptanz verkaufsoffener Sonntage in den vergangenen Jahren
ist bekannt, dass sich in der Regel nicht alle im räumlichen
Geltungsbereich einer Sonntagsöffnung befindlichen
Einzelhändler auch tatsächlich daran beteiligen. So beteiligen sich
10
etwa in Berlin, der Stadt mit den meisten Sonntagsöffnungen, im
Durchschnitt etwa 40 bis 50 % der Einzelhändler nicht regelmäßig
an den Öffnungen (diese Auskunft erteilte der
Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Berlin/Brandenburg
e.V., Herr Nils Busch-Petersen). Nach Einschätzungen des
Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE)
e.V., Herrn Stefan Genth, ist bundesweit bzw. im Durchschnitt mit
einer Beteiligungsquote von 65 bis 70 % auszugehen. In
Anbetracht der Bedeutung der Weihnachtszeit für die
Umsatzgenerierung im Einzelhandel gehen wir für Köln während
des verkaufsoffenen Sonntags am 07.12. 2025 von einer
„Nichtbeteiligungsquote“ von lediglich 15 bis 20 Prozent aus. Setzt
man diese Werte in Bezug zur vorhandenen innerstädtischen
Verkaufsfläche, ergibt sich eine potentiell „geöffnete Fläche“ von
251.200 bis 266.900 Quadratmetern.
2. Die Flächenrelationen relativieren sich zudem auch insofern, als
dass sich die ermittelte Verkaufsfläche des innerstädtischen
Einzelhandels in Köln teilweise über mehrere Etagen erstreckt.
Bei einer rein ebenerdigen („erdgeschossigen“) Betrachtung
würde das Verhältnis zur Veranstaltungsfläche noch „günstiger“
sein. Die aus städtebaulichen Gründen gewollte
Innenstadtverdichtung kann hier nicht als K.O.-Kriterium für eine
Sonntagsöffnung vorgebracht werden.
Gesamtfazit:
Die hier beantragte Sonntagsöffnung erfüllt – auch im Lichte der
jüngeren Rechtsprechung - alle relevanten Vorgaben, die im
Zusammenhang mit einer Freigabe eines Sonntags für die
Öffnung von Verkaufsstellen stehen. Demnach sind die Kölner
Weihnachtsmärkte selbst für den Sonntag prägend und die
beantragte Sonntagsöffnung wird lediglich als Annex zur
Anlassveranstaltung wahrgenommen und veranstaltet.
Quellenangabe und
Belege zu
Besucheraufkommen,
Veranstaltungsfläche
und Verkaufsfläche:
Das OVG Münster verlangt,
dass sich die Stadt Köln in
einer für die gerichtliche
Überprüfung
nachvollziehbaren und
dokumentierten Klarheit über
Charakter, Größe und
Zuschnitt der Veranstaltung
verschafft (auch hier VG
Düsseldorf)
COMFORT Städtereport Köln 2016
Passanten Befragung und Zählung offener Sonntag 08.10.2017
Vitale Innenstädte 2014 Köln
Studie: Weihnachtsmärkte als Wirtschaftsfaktor, Bundesverband
Deutscher Schausteller und Marktkaufleute e.V., Bonn
Die nachfolgend
genannten
Sachgründe wurden
im Rahmen der
Novellierung des
LÖG geschaffen.
Verkaufsoffene
Sonntage wurden bis
dahin ausschließlich
aufgrund von
11
Veranstaltungen von
den zur
Antragstellung
berechtigten
Interessengemeinsch
aften genehmigt.
Eine Antragstellung
von Seiten der
Verwaltung ist nicht
beabsichtigt und vom
Rat in Richtung
Verwaltung
(politische/wirtschafts
politische
Erwägungen) auch
nicht aufgegeben.
Die nachfolgenden
Sachgründe können
allerdings kumulativ
vorliegen und der
Verwaltung dazu
dienen, dem Rat das
öffentliche Interesse
über den
Anlassbezug/-
zusammenhang
hinaus zu begründen.
Hier sind die
Antragsberechtigten/I
nteressengemeinsch
aften gefordert, diese
Sachgründe geltend
zu
machen/nachzuweise
n und überprüfbare
Belege vorzulegen.
Das Einzelhandels-
und Zentrenkonzept
liegt hier zum
Download bereit. Es
wird gefordert, dass
die Kommune auf der
Grundlage eines
Einzelhandelskonzept
s mit der
Sonntagsöffnung
gezielt einen der
genannten
Sachgründe verfolgt.
Derzeit enthält das
Einzelhandelskonzept
Sonntagsöffnungen
noch nicht als Mittel,
um das öffentliche
Interesse in Gestalt
12
der benannten
weiteren Sachgründe
zu fördern. Die
nachfolgend
genannten
Sachgründe können
daher derzeit nicht
mit dem aktuellen
Einzelhandelskonzept
begründet werden.
Ladenöffnung dient
dem Erhalt, der
Stärkung oder
Entwicklung eines
vielfältigen
stationären
Einzelhandelsangebo
ts
Hinweis: Der amtlichen
Begründung zum
Gesetzesentwurf ist zu
entnehmen, dass der
stationäre Einzelhandel
vielerorts einer Gefährdung
durch den Online-Handel
unterliegt. Dem soll durch
begrenzte Freigabe von
Sonntagsöffnungen begegnet
werden. Hier sei auf den
Beschluss des OVG Münster
vom 27.04.2018 hingewiesen.
Die Kammer kommt hier
nämlich, anders als der
Gesetzgeber zu dem
Ergebnis, dass die
allgemeine, für den
stationären Einzelhandel
einer jeden Kommune
ganzjährig bestehende
Konkurrenzsituation zum
Onlinehandel für sich
genommen nicht geeignet ist,
eine Ausnahme von der
Regel der Sonn- und
Feiertagsruhe zu begründen.
Die Kammer weist
ausdrücklich darauf hin, dass
der Einzelhandel selbst und
ausdrücklich gefordert ist,
stets gewichtige, im Einzelfall
festzustellende und in der
Abwägung dem gebotenen
Sonn- und Feiertagsschutz
gegenüberzustellende
öffentliche Interessen
vorzutragen.
Es werden danach Belege
benötigt, die nachprüfbar
ausführen, dass der
stationäre Einzelhandel vor
Ort gefährdet ist. (z.B.
Leerstände; Verarmung des
Angebots, Erhalt bestehender
oder Schaffung neuer
Arbeitsplätze)
13
Ladenöffnung dient
dem Erhalt, der
Stärkung oder
Entwicklung zentraler
Versorgungsbereiche
(Versorgungsinteress
e, insbesondere
weniger mobiler und
ältere Teile der
Bevölkerung;
Sicherstellung
wohnortnaher
Versorgung)
Hinter dem Sachgrund steht
das grundgesetzlich
geschützte
Versorgungsinteresse der
Bevölkerung, insbesondere
der weniger mobilen und
älteren Teile der Bevölkerung.
Zentrale
Versorgungsbereiche müssen
erhalten bleiben, da ihnen
eine herausragende
Bedeutung für den Bestand
und die Entwicklung der
Städte und Gemeinden,
insbesondere der
Sicherstellung wohnortnaher
Versorgung zukommt. Als
zentrale Versorgungsbereiche
gelten daher nicht nur
Stadtteilzentren, die im
überörtlichen
Funktionszusammenhang
eine bedeutende Rolle
einnehmen, sondern auch die
Quartiers- und
Nahversorgungs- bzw.
Nahbereichszentren.
Ladenöffnung dient
der Belebung der
Innenstädte,
Ortskerne, Stadt-
oder Ortsteilzentren
Mit dem Sachgrund soll der
Gefahr einer drohenden
Verödung der Innenstädte mit
negativen Auswirkungen
auf die örtlichen Lebens- und
Wohnverhältnisse der
Bevölkerung begegnet
werden. Zielrichtung der
Regelung ist es,
umfangreichen Leerständen
bei Gewerbe- und
Wohnimmobilien und der
Abwanderung von
Einzelhändlern und
Einzelhändlerinnen oder
deren Geschäftsaufgabe
entgegenzuwirken. Er soll der
Belebung der Innenstädte
und örtlichen Zentren dienen.
14
Ladenöffnung steigert
überörtliche
Sichtbarkeit der
jeweiligen Kommune
als attraktiver und
lebenswerter
Standort,
insbesondere für den
Tourismus und die
Freizeitgestaltung, als
Wohn- und
Gewerbestandort
sowie Standort von
kulturellen und
sportlichen
Einrichtungen
Das Interesse von
Kommunen, als attraktiver
und lebenswerter Standort
wahrgenommen zu werden
und sich entsprechend selbst
darstellen zu können und
sichtbar zu machen, stellt aus
Sicht des
Landesgesetzgebers
ebenfalls einen gewichtigen
Sachgrund dar. Der
Sachgrund zielt auch auf den
Erhalt kleinerer Kommunen
ab, da diese im Gegensatz zu
größeren Städten mehr
Schwierigkeiten haben, neue
Einwohner und Unternehmen
anzuziehen.
Er wird daher hier nicht weiter
ausgeführt.
Die Beliebtheit der Kölner Weihnachtsmärkte ist seit vielen Jahren
unumstritten und spiegelt sich in den Statistiken und Umfragen
wider. Einen hohen Anteil haben dabei die nationalen und
internationalen Gäste, die die Stadt für einen Tagesausflug oder
Wochenendreise nutzen. Mehrere hundert Busse reisen jedes
Adventswochenende an und ein großer Anteil an Gästen aus dem
Umland nehmen Köln mit seiner schönen weihnachtlichen
Atmosphäre wahr.
Bei den Beweggründen zum Besuch der Kölner Innenstadt stellten
in der Besucherbefragung am 8.10.2017 die Befragten das
„Bummeln“, das „Spazierengehen“ und die „Stadtbesichtigung“ als
Hauptmotive dar. Rund 60 % aller befragten Besucher gaben
diese Beweggründe an. Diese Aussagen unterstreichen einmal
mehr die Beweggründe für einen Köln- Besuch. Dabei spielt
gerade die vorweihnachtliche Atmosphäre eine große Rolle, um
den Aufenthalt in der emotionalsten Zeit des Jahres so attraktiv
wie möglich werden zu lassen. Neuere Erkenntnisse setzen das
„Erlebnisshopping“ als Pendant zum Online-Kauf, das gerade in
der Adventszeit forciert werden kann. Weihnachtsmärkte zu
besuchen, Geschenke einzukaufen, das vielfältige
Gastronomieangebot zu nutzen und den Aufenthalt mit einem
Museums oder Musicalbesuch zu kombinieren ist in Köln mit
kurzen Distanzen fussläufig gut möglich.
In einer der dicht besiedelsten Regionen ist es außerdem
wichtig, sich von umliegenden Kommunen „abzuheben“ und die
Alleinstellungsmerkmale der Stadt herauszustellen. Diesem
Anspruch wird Köln in der Adventszeit mehr als gerecht und
dieser Status Quo sollte in den nächsten Jahren nicht nur
beibehalten, sondern auch weiter forciert werden. Diese
Entwicklungen werden nicht nur den Anforderungen an den
Tourismusstandort, sondern auch einem attraktiven Wohn- und
Arbeitsstandort gerecht.
See discussions, stats, and author profiles for this publication at: https://www.researchgate.net/publication/303443652
Der Göttinger Weihnachtsmarkt 2008. Ergebnisse einer Projektstudie:
Attraktivität des Angebots aus Besuchersicht, Einzugsgebiet,
soziodemographisches Profil und aktionsräumliches V...
Article · March 2009
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Thomas Wieland
Private sector
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Abb. 1: Verkehrsmittelwahl der Besucher
0,7
5,1
34,5
17,713,2
28,8
PKW
Fahrrad
Bus
zu Fuß
Shuttle-Bus in Kombination
Zug
N = 728
Angaben in Prozent
Der Göttinger Weihnachtsmarkt findet jährlich in den vier
Wochen vor den Weihnachtsfeiertagen statt, wobei er seit
einigen Jahren auch für mehrere Tage danach wieder
öffnet. Im Jahr 2008 waren insgesamt 84 Stände ver-
treten, darunter vor allem An bieter von Essen und Heiß-
getränken sowie Weihnachts- und Geschenkartikeln.
Erstmals gab es in diesem Jahr das Hochcafé als zusätz-
liches gastronomisches Angebot.
Den Besuchern stehen mehrere Service-Angebote zur
Verfügung (Bus-Shuttle-Service vom Schützenplatz in die
Innenstadt, Kinderbetreuung in der Stadtbibliothek). Der
Weihnachtsmarkt wird begleitet durch diverse kulturelle
Angebote (z.B. Konzerte, Theatervorstellungen) und er-
weiterte Einkaufsmöglichkei ten in der Innenstadt (Moon-
light-Shopping bis 23 Uhr).
Die Organisation des Marktes obliegt schwerpunktmäßig
dem Fachdienst Ordnung der Göttinger Stadtverwaltung
und dem Weihnachtsmarktverein. Das kulturelle Begleit-
programm wird vom Fachdienst Kultur der Stadtver-
waltung organisiert.
Das städtische Mini-Event „Weihnachtsmarkt“ ist in Göt-
tingen bereits 1996 und 2000 vom Geographischen Insti-
tut der Universität Göttingen untersucht worden. Im Jahr
2008 fand im Auftrag der Stadt Göttingen eine neue
Projektstudie zu diesem Zweck statt (Projektbearbeitung:
Dipl.-Geogr. Thomas Wieland, Abt. Humangeographie).
Projektstudie zum Weihnachtsmarkt 2008
Kern der Untersuchung war eine Besucherbefragung in
den ersten drei Dezemberwochen, wobei sämtliche
Wochentage und für den Marktbetrieb relevanten Tages-
zeiten (11 bis 21 Uhr) berücksichtigt wurden.
An zwei Standorten sind Interviewer positioniert worden
(Gänseliesel/Altes Rathaus, Johanniskirche/Nähe Hoch-
café) um Weihnachtsmarktbesucher mit Hilfe eines voll-
standardisierten Fragebogens zu befragen. Die Stichpro-
be (N) umfasst 743 Personen, wobei nicht jeder Befragte
jede Frage beantworten konnte, so dass die Teilstich-
proben einzelner Fragen meist knapp darunter liegen.
Die Auswertung erfolgte unter Verwendung der Statistik-
Software SPSS und beinhaltete die Bildung von absolu-
ten und relativen Häufigke iten, Lage- und Streuungs-
maßen sowie die Analyse von Zusammenhängen und
Unterschieden mittels Kreuztabellierung.
Ergebnisse: Besuchsmodalitäten
Die befragten Besucher sollten zunächst angeben, mit
welchem Verkehrsmittel sie zum Weihnachtsmarkt
gekommen sind. Hier stellt der PKW das am häufigsten
genutzte Verkehrsmittel dar (34,5 %), wobei auch das
Fahrrad (17,7 %) und insbesondere der fußläufige Be-
such (28,8 %) eine große Rolle spielen (siehe Abb. 1).
Der Advents-Shuttle-Bus wird nur an Samstagen ange-
boten, weshalb sein Gesamtanteil an allen Verkehrsmit-
teln sehr gering ist. An Samstagen wird er von ca. 8 %
der Besucher in Kombination mit einem anderen
Verkehrsmittel (Zug, PKW) genutzt.
Die Besucher des Göttinger Weihnachtsmarktes sind im
Regelfall in Begleitung unterwegs, nur ca. 10 % von ihnen
kommen alleine. Über die Hälfte der Besucher (51 %)
werden von Freunden oder Bekannten begleitet, jeweils
ca. 18 % von Familienmitgliedern oder dem Partner (hier-
bei waren Mehrfachantworten möglich). Die Besuchshäu-
figkeit unterscheidet sich stark nach Besuchergruppen.
Insgesamt zählt der Großteil der Besucher nicht zu den
„Dauergästen“: Über ein Drittel (37,7 %) besucht den
Markt seltener als einmal pro Woche, weitere 30 % der
Besucher nur einmal pro Woche. Dauerbesucher (über
dreimal pro Woche) sind mit 8 % der Befragten recht
selten (siehe Abb. 2)
Auf der Ebene der Besuchergruppen fällt auf, dass Stu-
denten den Markt wesentlich häufiger besuchen als alle
anderen Besuchergruppen: 75 % der Studenten gehen
mindestens einmal pro Woche auf den Weihnachtsmarkt
(Berufstätige: 55,4 %, Ruheständler: 38,6 %, Arbeitslose:
62,2 %, Sonstige: 71,5 %).
NR. 27 (März 2009)
GÖTTINGER STATISTIK
AKTUELL
THEMENBEZOGENER BERICHTSDIENST
FACHDIENST STATISTIK UND WAHLEN
Der Göttinger Weihnachtsmarkt 2008
Ergebnisse einer Projektstudie: Attraktivität des Angebots aus Besuchersicht, Einzugsgebiet,
soziodemographisches Profil und aktionsräumliches Verhalten der Besucher
Stadt Göttingen – Themenbezogener Berichtsdienst des Fachdienstes Statistik und Wahlen
Abb. 2: Besuchshäufigkeit
37,7
30,6
23,6
8,1
< 1x pro Woche
1x pro Woche
2-3x pro Woche
> 3x pro Woche
N = 726
Angaben in Prozent
Abb. 3: Bewertung einzelner Aspekte durch die Besucher (Schulnoten)
0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100%
Angebot an Heißgetränken
Angebot an Essen
Angebot an Geschenkartikeln
Angebot für Kinder
Unterhaltung
Sauberkeit
Erreichbarkeit mit dem Shuttle-Service
1 2 3 4 5 6 "Kann ich nicht beurteilen"
Ergebnisse: Beurteilung des Angebots
Die Besucher hatten die Möglichkeit, verschiedene Teil-
aspekte des Weihnachtsmarktangebotes nach dem
Schulnotensystem (1 = „sehr gut“, …, 6 = „ungenügend“
plus die Antwortoption „Kann ich nicht beurteilen“) zu be-
werten. Abb. 3 zeigt die Häuf igkeitsverteilung der Schul-
noten bei den einzelnen Aspekten.
Hierbei sind die Teilaspekte „Angebot an Heißgetränken“,
„Angebot an Essen“ sowie die Sauberkeit überwiegend
gut bis sehr gut beurteilt worden: jeweils ca. 70 % der
Besucher vergaben eine „2“ oder besser, während unter-
durchschnittliche Benotungen die Ausnahme bilden.
Anders ist dies bei den Aspekten „Angebot an Geschenk-
artikeln“, „Angebot für Kinder“ und „Unterhaltung“: eine
gute oder sehr gute Beurteilung („1“ oder „2“) wird jeweils
nur von ungefähr einem Viertel der Befragten vergeben,
wobei diese Aspekte auch von einem größeren Anteil der
Besucher nicht beurteilt werden kann. Zwischen 20 und
27 % der Besucher beurteilten diese Aspekte mit einer
unterdurchschnittlichen Note („4“, „5“ oder „6“).
Die Erreichbarkeit mit dem Shuttle-Service konnte nur
von ca. 10 % der Besucher überhaupt beurteilt werden,
von diesen vergaben allerdings nahezu alle eine gute bis
sehr gute Benotung. Dies schlägt sich auch in den Durch-
schnittsnoten nieder (Arithmetisches Mittel ohne „Kann
ich nicht beurteilen“).
Die Erreichbarkeit mit
dem Shuttle-Service
erhielt die beste
durchschnittliche Beur-
teilung (1,84 bei N = 77),
dicht gefolgt vom
Angebot an Heiß-
getränken (1,95 bei
N = 680) und dem
Angebot an Essen (2,05
bei N = 675). Auch die
Sauberkeit erhielt eine
Gesamtbeurteilung im
guten Bereich (2,32 bei
N = 734).
Das Angebot an Ge-
schenkartikeln (N = 561)
kam auf eine Bewertung
im oberen durchschnitt-
lichen Bereich (2,94),
während das Angebot
für Kinder (3,14 bei
N = 493) und der Unterhaltungsaspekt (3,23 bei N = 526)
im unteren durchschnittlichen Bereich beurteilt wurden.
Im Rahmen einer offenen Abschlussfrage hatten die Be-
sucher ferner die Möglichkeit, Anmerkungen zu formulie-
ren. Diese unterstrichen zum Teil die Ergebnisse der er-
fragten Benotung: Anregungen im Sinne von „mehr An-
gebote für Kinder“ oder „mehr Weihnachtsmusik“ wurden
mehrfach artikuliert. Außerdem wurde häufig eine größe-
re Variation unter den Angebotsständen angesprochen,
insbesondere hinsichtlich der kulinarischen Angebote
(Essen, Heißgetränke).
Obwohl nicht explizit danach gefragt wurde, bemängelten
knapp 11 % der befragten Besucher die aus ihrer Sicht zu
knappen Öffnungszeiten. Diese Kr itik bildet die mit Ab-
stand am häufigsten artikulierte Anmerkung.
Der Vorjahresvergleich fällt eher positiv aus: 70,7 % der
Befragten gaben an, dass ihnen der Weihnachtsmarkt im
Vergleich zum Vorjahr genauso gut gefällt, wobei er von
9,8 % als besser und nur von 3 % als schlechter beurteilt
wurde („Kann ich nicht beurteilen“: 16,4 %).
Ergebnisse: Vor-Ort-Verhalten der Besucher
Die Besucher sind befragt worden, welche Ziele sie im
Rahmen des Weihnachtsmarktbesuches noch ansteuern
(z.B. Einkauf in der Innenstadt, Gastronomiebesuch), wo-
bei Mehrfachnennungen möglich waren. Über die Hälfte
(53,3 %) der Besucher übt noch weitere Vor-Ort-
Tätigkeiten aus.
Die mit Abstand häufigste Tätigkeitskopplung ist der Ein-
kauf in der Innenstadt: 39,2 % der Besucher verbinden
ihren Weihnachtsmarktbesuch damit. Eine ernstzuneh-
mende Rolle spielen außerdem noch der Besuch einer
Kneipe (11,6 %) in den Abendstunden im Anschluss an
den Weihnachtsmarkt (vor allem bei Studenten) und der
Besuch eines Restaurants (6,7 %, vor allem Berufstäti-
ge). Andere Ziele bilden Einzelfälle (siehe Abb. 4)
Das mit dem Weihnach tsmarkt assoziierte Angebot in
den Seitenstraßen wird von fast der Hälfte (48,6 %) der
Besucher genutzt, während ein geringer Teil (10 %) diese
Angebote nicht kennt und sie daher nicht nutzt.
GÖTTINGER STATISTIK AKTUELL NR. 10 GÖTTINGER STATISTIK AKTUELL NR. 27
Stadt Göttingen – Themenbezogener Berichtsdienst des Fachdienstes Statistik und Wahlen
Abb. 4: Wahrnehmung weiterer Angebote
39,16
0,81 6,73 11,57 0,94 1,08 0,27 6,19
0 %
10 %
20 %
30 %
40 %
50 %
Einkauf innerhalb der
Innenstadt
Einkauf außerhalb der
Innenstadt
(Einkaufszentrum)
Restaurant
Kneipe
Kino
Theater
Museen/Ausstellungen
Schlittschuhbahn
(Lokhalle)
Sonstige
Weitere Angebote
Angaben in % aller Fälle
N = 743
Die durch den Weih-
nachtsmarkt gegebe-
nenfalls verursachte
veränderte Besuchs-
häufigkeit der Innenstadt
lässt sich durchaus
belegen: 38,5 % der
Weihnachtsmarktgäste
besuchen nach eigenen
Angaben die Innenstadt
aufgrund des Weih-
nachtsmarktes häufiger
als sonst, 58 % genauso
häufig und nur 3,4 %
seltener.
Die Besucher des Göt-
tinger Weihnachtsmark-
tes weisen eine breite
Mehrfachorientierung
hinsichtlich des Besuchs
anderer Weihnachts-
märkte auf, über zwei
Drittel von ihnen
(68,9 %) besuchen noch mindestens einen anderen
Weihnachtsmarkt: die am häufigsten angesteuerten Al-
ternativen sind die Weihnachtsmärkte in Hannover (15 %)
und Kassel (13,7 %), wobei auch Erfurt (8,2 %) und
Braunschweig (5,6 %) eine Rolle spielen. Die Antwortop-
tion „Sonstige“ ist hier allerdings die am häufigsten ge-
nannte, insbesondere wegen des Weihnachtsmarktes in
Goslar, der häufig angesteuert wird.
Interessant ist der Blick auf die Pro-Kopf-Ausgaben der
Besucher. Diese unterscheiden sich in die Ausgaben auf
dem Weihnachtsmarkt und die Ausgaben, die außerhalb
des Weihnachtsmarktes, aber im Rahmen des Weih-
nachtsmarktbesuches ausgegeben werden (z.B. beim
Innenstadteinkauf).
Durchschnittlich gibt der Weihnachtsmarktbesucher
12,80 Euro auf dem Weihnachtsmarkt aus (arithmeti-
sches Mittel bei einer Spannweite zwischen
0 und 150 Euro). Hinzu kommen durchschnittlich
22,69 Euro außerhalb des Weihnachtsmarktes (arith-
metisches Mittel bei einer Spannweite von 0 bis
300 Euro).
Die Pro-Kopf-Ausgaben
unterscheiden sich aber
sehr stark zwischen den
Besuchergruppen (siehe
Abb. 5).
Studenten geben sowohl
auf dem als auch außer-
halb des Weihnachts-
marktes am wenigsten
aus (9,80 Euro bzw.
10,50 Euro). Die höchs-
ten Ausgaben auf dem
Weihnachtsmarkt wer-
den von Beru fstätigen
getätigt (14,80 Euro), die
auch zugleich am zweit
meisten außerhalb aus-
geben (29,10 Euro).
Die größten finanziellen
Aufwendungen außer-
halb des Weihnachtsmarktes unternehmen die Ruhe-
ständler. Die Besuchergruppe „Sonstige“, die vor allem
Schüler umfasst, liegt hinsichtlich der Pro-Kopf-Ausgaben
nur wenig über den Studenten.
Ergebnisse:
Einzugsgebiet und sozio-demographische Angaben
Die Herkunft der Besucher ist auf der Ebene von
5-stelligen Postleitzahlen erhoben worden (z.B. „37077“).
Aus diesen Daten lassen aber auch gröbere Gebietsein-
heiten extrahieren (2-stellige Postleitregionen, z.B. „37“).
Grundsätzlich finden sich auf dem Weihnachtsmarkt Be-
sucher aus ganz Deutschland und auch einzelne auslän-
dische Durchreisende. Diese bilden jedoch Ausnahmen,
das Einzugsgebiet ist regional eng begrenzt: 85,2 % der
Besucher stammen aus der Postleitregion 37 (u.a. Göt-
tingen, Northeim, Einbeck, He iligenstadt), der Rest vor
allem aus angrenzenden Postleitregionen (34 und 99).
GÖTTINGER STATISTIK AKTUELL NR. 27
Abb. 5: Pro-Kopf-Ausgaben nach Besuchergruppen
14,8
9,8 13,0 14,6
10,4 12,8
29,1
10,5
20,1
46,9
14,2
22,7
0
10
20
30
40
50
Berufstätige Studenten Arbeitslose Ruheständler Sonstige Gesamt
Durchschnittliche Ausgaben in Euro
auf dem Weihnachtsmarkt außerhalb des Weihnachtsmarktes
Betrachtet man nur dieses Haupteinzugsgebiet (siehe
Karte), fällt auf, dass der Großteil der Besucher aus dem
Stadtgebiet Göttingens (58,2 %) bzw. den anliegenden
Gemeinden (z.B. Bovenden und Rosdorf) stammt.
Die Altersstruktur der Besucher zeigt ein „junges“ Bild der
Besucher auf: die größte Gruppe (49,5 %) bilden die 18-
bis unter 30-Jährigen, wobei die Anteile von Minderjähri-
gen und Personen im Rentenalter gering sind. Unter den
Besuchergruppen stellen Berufstätige den größten Anteil
(47,9 %), Studenten mit 32,3 % den zweitgrößten (Ar-
beitslose: 2,2 %, Ruheständler: 7,9 %, Sonstige: 9,6 %).
Die Besucherzusammensetzung ist sehr tageszeitabhän-
gig: Studenten stellen in den Abendstunden (19 bis 21
Uhr) die größte Besuchergruppe (52,6 %), ansonsten
sind sie mit einem Anteil von 20 bis 28 % vertreten.
Berufstätige sind hingegen zu jeder Tageszeit in einem
vergleichbaren Anteil anzutreffen (40 bis 55 %), während
Ruheständler schwerpunktmäßig zwischen 11 und 13 Uhr
den Weihnachtsmarkt besuchen (16,3 % aller Besucher)
und in den Abendstunden kaum mehr wahrnehmbar sind
(Anteil von 1,1 % zwischen 19 und 21 Uhr).
Abschließende Bemerkungen
Der Göttinger Weihnachtsmarkt unterscheidet sich hin-
sichtlich Besucherstruktur un d Einzugsgebiet nicht prinzi-
piell von anderen Veranstaltungen dieser Art. Er steigert
tendenziell die Attraktivität der Innenstadt, wovon insbe-
sondere der Einzelhandel profitiert.
Das Angebot wird überwiegend gut beurteilt, jedoch soll-
ten einige spezifische Kritikpunkte und Verbesserungs-
vorschläge aufgegriffen werden, um das Angebot (bzw.
die Informationslage darüber) zu optimieren.
Die Ergebnisse sind im Rahmen einer Weihnachtsmarkt-
beiratssitzung präsentiert worden. Ein vollständiger Pro-
jektbericht liegt der Stadt Göttingen vor und ist über das
Geographische Institut verfügbar.
GÖTTINGER STATISTIK AKTUELL NR. 27
Herausgeber: Der Oberbürgermeister der Stadt Göttingen,
Fachdienst Statistik und Wahlen (03/2009/07), Redaktion: Christine Stephan
Text & Grafik: Thomas Wieland (Geographisches Institut der Universität Göttingen,
Abt. Humangeographie), E-Mail: twielan@gwdg.de
Koordination und Montage: Detlef Hatje
Alle Rechte vorbehalten.
Vervielfältigung, auch auszugsweise nur mit Quellenangabe gestattet und mit der Bitte
um ein Belegexemplar. Für gewerbliche Zwecke ist es grundsätzlich nicht gestattet,
diese Veröffentlichung oder Teile daraus zu vervielfältigen, auf Mikrofilm/-fiche zu
verfilmen oder in elektronischen Systemen zu speichern.
Anfragen unter Tel. (0551) 400 2774 oder Fax (0551) 400 2409,
E-Mail: statistik+wahlen@goettingen.de
Internet: www.goesis.goettingen.de
Internet: www.wahlen.goettinen.de
View publication stats
GEOGRAPHISCHES INSTITUT
ABTEILUNG HUMANGEOGRAPHIE
PROJEKTBERICHT
GÖTTINGER WEIHNACHTSMARKT 2008
ATTRAKTIVITÄT, EINZUGSGEBIET, SOZIO-DEMOGRAPHISCHES
PROFIL UND AKTIONSRÄUMLICHES VERHALTEN SEINER BESUCHER
E
RGEBNISSE EINER BESUCHERBEFRAGUNG IM DEZEMBER 2008
GEOGRAPHISCHES INSTITUT DER UNIVERSITÄT GÖTTINGEN
ABTEILUNG HUMANGEOGRAPHIE
DIPL.-GEOGR. THOMAS WIELAND
JANUAR 2009
Bericht zum Projekt „Besucherbefragung Göttinger Weihnachtsmarkt 2008“
Projektbearbeitung / Projektbericht:
Dipl.-Geogr. Thomas Wieland
Interviews und Dateneingabe: (in alphabetischer Reihenfolge)
Sandra Kiesling (Studentische Hilfskraft)
Marina Ledwon (Bachelor-Qualifikationsarbeit zum Thema)
Nina Terlinden (Studentische Hilfskraft)
Projektzeitraum:
November 2008 bis Februar 2009
Auftraggeber:
Stadt Göttingen
Hiroshimaplatz 1-4
37081 Göttingen
Fachbereich Ordnungs- und Gewerbeangelegenheiten
Geographisches Institut
der Georg-August-Universität Göttingen
Abteilung Humangeographie
Goldschmidtstraße 5
37077 Göttingen
Tel.: 0551 – 39 80 22
Fax: 0551 – 39 12 14 0
1 ZU DIESEM PROJEKTBERICHT ................................................................................. 1
2 HINTERGRUND....................................................................................................... 2
2.1 WEIHNACHTSMÄRKTE ALS EVENT UND WIRTSCHAFTSFAKTOR.....................................2
2.2 DER GÖTTINGER WEIHNACHTSMARKT ........................................................................3
2.3 BISHERIGE UNTERSUCHUNGEN...................................................................................5
2.4 FRAGESTELLUNGEN DIESER UNTERSUCHUNG .............................................................7
3 METHODIK............................................................................................................. 9
4 AUSWERTUNG ..................................................................................................... 12
4.1 STICHPROBE UND RESONANZ DER BEFRAGTEN ........................................................12
4.2 ERGEBNISSE DER BEFRAGUNG.................................................................................13
4.2.1 BESUCHSMODALITÄTEN ....................................................................................13
4.2.2 BEURTEILUNG DES ANGEBOTS ..........................................................................15
4.2.3 AKTIONSRÄUMLICHES VERHALTEN DER BESUCHER............................................16
4.2.4 EINZUGSGEBIET UND SOZIO-DEMOGRAPHISCHES PROFIL DER BESUCHER ..........19
4.2.5 ANMERKUNGEN ................................................................................................22
4.3 EINZELANALYSEN.....................................................................................................23
4.3.1 BESUCHERGRUPPEN.........................................................................................23
4.3.2 ATTRAKTIVITÄT DES ANGEBOTS ........................................................................27
4.3.3 RELEVANZ FÜR EINZELHANDEL, GASTRONOMIE UND TOURISMUS .......................30
5 ZUSAMMENFASSUNG............................................................................................ 34
6 LITERATUR.......................................................................................................... 35
ANHANG .................................................................................................................... 37
Abbildungsverzeichnis
ABBILDUNG 1: STADTPLAN .........................................................................................................3
ABBILDUNG 2: STÄNDEPLAN ......................................................................................................4
ABBILDUNG 3: STARTSEITE DER WEBSITE ZUM GÖTTINGER WEIHNACHTSMARKT..........................5
ABBILDUNG 4: STANDPLAN MIT BEFRAGUNGSSTANDORTEN ......................................................10
ABBILDUNG 5: VERKEHRSMITTELWAHL DER BESUCHER .............................................................13
ABBILDUNG 6: BEGLEITUNG......................................................................................................14
ABBILDUNG 7: BESUCHSHÄUFIGKEIT .........................................................................................14
ABBILDUNG 8: BEWERTUNG DER EINZELNEN ASPEKTE DURCH DIE BESUCHER............................15
ABBILDUNG 9: VERGLEICH MIT DEM VORJAHR ...........................................................................16
ABBILDUNG 10: ANZAHL WEITERER VOR-ORT-TÄTIGKEITEN ......................................................16
ABBILDUNG 11: NUTZUNG SONSTIGER ANGEBOTE.....................................................................17
ABBILDUNG 12: BESUCHSHÄUFIGKEIT DER INNENSTADT ............................................................18
ABBILDUNG 13: ANZAHL BESUCHTER ANDERER WEIHNACHTSMÄRKTE........................................18
ABBILDUNG 14: BESUCH ANDERER WEIHNACHTSMÄRKTE ..........................................................19
ABBILDUNG 15: ALTER DER BESUCHER.....................................................................................21
ABBILDUNG 16: BERUFSGRUPPEN ............................................................................................22
ABBILDUNG 17: VERKEHRSMITTELWAHL SAMSTAGS – DER SHUTTLE-BUS ALS OPTION...............29
Tabellenverzeichnis
TABELLE 1: STICHPROBE NACH TAGESZEITEN ...........................................................................12
TABELLE 2: STICHPROBE NACH WOCHENTAGEN........................................................................12
TABELLE 3: ALTERSGRUPPEN NACH TAGESZEIT ........................................................................23
TABELLE 4: BERUFSGRUPPEN NACH TAGESZEIT........................................................................24
TABELLE 5: BEGLEITUNG NACH BERUFSGRUPPEN .....................................................................24
TABELLE 6: BESUCHSHÄUFIGKEIT NACH BERUFSGRUPPEN ........................................................25
TABELLE 7: PRO-KOPF-AUSGABEN AUF DEM WEIHNACHTSMARKT NACH BERUFSGRUPPEN.........25
TABELLE 8: PRO-KOPF-AUSGABEN AUßERHALB DES WEIHNACHTSMARKTES NACH
BERUFSGRUPPEN ....................................................................................................................25
TABELLE 9: WAHRNEHMUNG AUSGEWÄHLTER WEITERER ANGEBOTE NACH BERUFSGRUPPEN ....26
TABELLE 10: BEWERTUNG DER EINZELNEN ASPEKTE (DURCHSCHNITTSNOTEN) .........................27
TABELLE 11: DURCHSCHNITTSNOTE NACH BERUFSGRUPPE.......................................................28
TABELLE 12: POSITIVE UND NEGATIVE TEILASPEKTE DES WEIHNACHTSMARKTANGEBOTES.........30
TABELLE 13: PRO-KOPF-AUSGABEN AUF DEM WEIHNACHTSMARKT NACH
BESUCHSMOTIVATIONSGRUPPEN..............................................................................................31
TABELLE 14: PRO-KOPF-AUSGABEN AUßERHALB DES WEIHNACHTSMARKTES NACH
BESUCHSMOTIVATIONSGRUPPEN..............................................................................................31
TABELLE 15: WAHRNEHMUNG ZUSÄTZLICHER ANGEBOTE NACH BESUCHSMOTIVATIONSGRUPPEN
...............................................................................................................................................32
Kartenverzeichnis
KARTE 1: EINZUGSGEBIET (DEUTSCHLAND, POSTLEITREGIONEN, 2-STELLIG) ............................20
KARTE 2: EINZUGSGEBIET (NUR HAUPTEINZUGSGEBIET, POSTLEITZAHLEN, 5-STELLIG) .............20
KARTE 3: EINZUGSGEBIET (NUR STADTGEBIET GÖTTINGEN, POSTLEITZAHLEN, 5-STELLIG) ........21
ZU DIESEM PROJEKTBERICHT
1
1 Z U DIESEM PROJEKTBERICHT
Der vorliegende Bericht dokumentiert die Ergebnisse eines Projektes des Geographischen
Institutes der Universität Göttingen, Abteilung Humangeographie. Das Projekt (offizieller
Arbeitstitel: „Besucherbefragung Göttinger Weihnachtsmarkt 2008“) wurde in Absprache und
mit finanzieller Unterstützung der Stadt Göttingen von November 2008 bis Januar 2009
durchgeführt
1. Von Seiten der Stadt kam die Initialzündung vom Fachdienst für Ordnungs-
und Gewerbeangelegenheiten, der maßgeblich an der Organisation des Göttinger
Weihnachtsmarktes beteiligt ist.
Basis für die Ergebnisse ist eine Befragung der Weihnachtsmarktbesucher im Dezember
2008. Aus diesem Grund wurden für die Projektlaufzeit zwei studentische Hilfskräfte für die
Datenerhebung (Befragung) und die Dateneingabe (Digitalisierung der erhobenen Daten)
eingestellt. Außerdem war an dem Projekt eine weitere Studentin beteiligt, die (Teil-)
Ergebnisse in ihre Qualifikationsarbeit (B.A.) zu diesem Thema eingebracht hat und
ebenfalls maßgeblich an der Datenerhebung beteiligt war. Die Dateneingabe und
–auswertung erfolgte im Januar 2009.
Der vorliegende Projektbericht gliedert sich auf in einen „theoretischen“ und einen Ergebnis-
Teil. In Kapitel 2 wird zunächst ein kurzer Überblick über Weihnachtsmärkte im Allgemeinen
und ihre Relevanz als Event und Wirtschaftsfaktor sowie über den Göttinger
Weihnachtsmarkt im Speziellen gegeben, wobei auch kurz auf Ergebnisse vergangener
Untersuchungen eingegangen wird. Kapitel 3 beschreibt die Methodik dieser Untersuchung.
In Kapitel 4 werden zunächst die „reinen“ Ergebnisse der Besucherbefragung deskriptiv
dargestellt, im Anschluss folgen – auf Basis dieser Daten – mehrere Einzelanalysen
(Besuchergruppen, Angebotsattraktivität sowie Einflüsse auf Einzelhandel, Gastronomie und
Tourismus). Abschließend folgt eine kurze Zusammenfassung der Ergebnisse.
Die Projektergebnisse und dieser Projektbericht sollen zum Einen dem Zweck dienen, die
Organisation und Durchführung des Mini-Event s „Weihnachtsmarkt“ zu evaluieren und der
Stadt Göttingen und dem Weihnachtsmarktverein Anregungen für potenzielle
Verbesserungen und Entwicklungschancen zu geben. Auf der anderen Seite dokumentiert
das Projekt die Relevanz des Weihnachtsmarktes für die Göttinger Innenstadt und seine
Auswirkungen auf den Einzelhandel sowie touristische und gastronomische Anbieter.
1 An dieser Stelle sei der Stadt Göttingen herzlich dafür gedankt!
GÖTTINGER WEIHNACHTSMARKT 2008
2
2 H INTERGRUND
2.1 W EIHNACHTSMÄRKTE ALS EVENT UND WIRTSCHAFTSFAKTOR
Weihnachtsmärkte existieren bereits sehr lange, einige können auf eine jahrhundertealte
Tradition zurückgeführt werden, wie zum Beispiel der Nürnberger Christkindlmarkt
(wahrscheinlich im 17. Jahrhundert entstanden) oder der Dresdner Striezelmarkt (seit 1434).
Der Großteil der heute bestehenden Weihnachtsmärkte ist allerdings erst in den letzten 30
bis 40 Jahren entstanden, forciert durch das Aufkommen der Fußgängerzonen als Dreh- und
Angelpunkt städtischer Ökonomie. Mittlerweile finden Weihnachtsmärkte in nahezu allen
Kommunen statt, wobei sie von einem einzelnen Tag bis hin zu mehreren Wochen dauern.
Die Weihnachtsmärkte sollen heutzutage vor allem dazu dienen, im Wettbewerb der Städte
bzw. ihres Einzelhandelsangebotes Konsumenten anzulocken. Auf der anderen Seite sind
aber auch gewisse traditionelle Aspekte erhalten geblieben (vgl. IMOHA 2002).
Ausgehend von der in der Tourismusforschung gängigen Klassifizierung stellt ein
Weihnachtsmarkt ein so genanntes „Mini-Event“ dar. Mini-Events sind charakterisiert durch
meist jährliche Wiederholung und ein überwiegend regionales Besucherpublikum, jedoch
auch durch eher geringe Überraschungseffekte für die Region (vgl. Freyer 2000).
Weihnachtsmärkte werden vor allem zum Genuss von Essen und Getränken, aber auch zum
Erwerb von Geschenkartikeln oder als Treffpunkt genutzt, wobei der Großteil der Besucher
in Gruppen unterwegs ist. Diese Mini-Events sind also weder als „Ort der Geselligkeit“ noch
als Multiplikator für den lokal ansässigen stationären Einzelhandel zu unterschätzen. Die
Einzugsgebiete von Weihnachtsmärkten sind allerdings überwiegend regional, so dass die
Effekte auf die Tourismuswirtschaft als gering zu bezeichnen sind (vgl. IMOHA 2002 ;
Kammerhofer-Aggermann u.a. 2003).
Natürlich ist die tatsächliche ökonomische Bedeutung von Weihnachtsmärkten schwer zu
quantifizieren, da Weihnachtsmärkte naturgemäß in der Zeit des Weihnachtsgeschäfts
liegen. Eine für den lokalen Einzelhandel bedrohliche Konkurrenzsituation stellt sich
jedenfalls durch die Veranstaltung von Weihnacht smärkten nicht ein. Im Gegenteil profitieren
Einzelhändler tendenziell von den Kopplungseffekten, denn Weihnachtsmarktbesucher
verbinden sehr häufig ihren Besuch mit anderen Tätigkeiten, insbesondere einem Einkauf
vor Ort. Anders sieht die Situation für die Übernachtungs- und Gastronomiebranche aus,
denn nahezu alle Besucher von Weihnachtsmärkten sind Tagesbesucher, die außerhalb des
Weihnachtsmarktes eher wenig gastronom ische Angebote wahrnehmen (vgl. Peters &
Vetterlein 2003).
Zur Besucherstruktur und den einzelhandels- und tourismuswirtschaftlichen Effekten von
Weihnachtsmärkten existiert eine recht überschaubare Zahl von Studien, darunter zum
Salzburger Christkindlmarkt (Kammerhofer-Aggermann u.a. 2003), den Weihnachtsmärkten
in Jena und Erfurt (Grimm u.a. 2006), diversen deutschen Weihnachtsmärkten in einer
Studie des Instituts zur Erforschung und Förderung des mobilen Handels an der Hochschule
Harz (IMOHA 2002) und bereits zweimal der Göttinger Weihnachtsmarkt (Faust 1997 ;
Lange & Waibel 2001).
HINTERGRUND
3
2.2 D ER GÖTTINGER WEIHNACHTSMARKT
Der Göttinger Weihnachtsmarkt in seiner heutigen Form findet in der Göttinger Innenstadt in
dem Monat vor Heiligabend statt. Er ist ein städtisches Event, wobei von Seiten der Stadt der
Fachbereich Ordnung der Stadtverwaltung und von Seiten der Standbetreiber der Göttinger
Weihnachtsmarkt e.V. für die Organisation verantwortlich sind. Beteiligt, insbesondere an der
Vermarktung, sind außerdem der Göttingen Tourismus e.V. (Tourismus-Verein) und Pro City
e.V. (Citymarketing-Verein). Die Gestaltung und Administration des kulturellen
Begleitprogramms obliegt dem Fachdienst Kultur der Stadtverwaltung.
Im Jahr 2008 begann der Göttinger Weihnachtsmarkt am 26. November und endete am 29.
Dezember, wobei er an den Weihnachtsfeiertagen (24. bis 26. Dezember) geschlossen blieb
(Tagesöffnungszeiten: Montag bis Samstag 10.00-20.30 Uhr, Sonntag 11.00-20.30 Uhr).
Der Göttinger Weihnachtsmarkt findet im Innenstadtzentrum in der Fußgängerzone statt
(siehe Abb. 1). Die Kernangebote finden sich zum Einen vor dem Alten Rathaus beim
„Gänseliesel“ und zum Anderen rund um die St.-Johannis-Kirche. Im Jahr 2008 waren
insgesamt 84 Angebotsstände vertreten, vor allem Angebote an Heißgetränken und Essen
sowie verschiedene Weihnachtsartikel und Geschenke. Zusätzlich standen einzelne
Angebote für bestimmte Zielgruppen (z.B. das „Wiener Hochrad“ für Kinder) zur Verfügung.
Erstmals gab es als zusätzliches gastronomisches Angebot das „Hochcafé“ (siehe Abb. 2).
Abbildung 1: Stadtplan (Quelle: Informationsbroschüre zum Weihnachtsmarkt)
Als Angebot für die Beförderung zum Weihnachtsmarkt stand an den Adventssamstagen ein
Shuttle-Service zwischen dem Göttinger Bahnhof (Parkplatz „Schützenplatz“) und der
Innenstadt zur Verfügung, der in der Zeit von 9.40 Uhr bis 20.20 Uhr kostenlos gefahren ist.
Dieses „Park & Ride“-Angebot ist speziell für Besucher konzipiert, die von außerhalb des
Innenstadtgebietes stammen und entweder mit dem Zug nach Göttingen anreisen oder mit
GÖTTINGER WEIHNACHTSMARKT 2008
4
dem Auto fahren und am Schützenplatz parken. Ebenso stand an den Adventssamstagen
eine Kinderbetreuung in der Stadtbibliothek zur Verfügung.
Abbildung 2: Ständeplan (Quelle: Informationsbroschüre zum Weihnachtsmarkt)
Beworben wurde der Weihnachtsmarkt auf verschiedenen Wegen, darunter durch eine
Informationsbroschüre2, die in verschiedensten öffentlich zugänglichen Stellen ausgelegt
wurde, darunter Geschäfte, Ämter und gastronomische Einrichtungen. Sie beinhaltete neben
dem kompletten Unterhaltungsprogramm des Weihnachtsmarktes noch einen Stadt- und
Ständeplan sowie Werbung für den Shuttle-Service. Als zusätzliche Informationsquelle stand
(und steht nach wie vor) eine Website (www.goettinger-weihnachtsmarkt.de) zur Verfügung
(siehe Abb. 3).
2 Die Abbildungen 1 und 2 entstammen dieser Broschüre
HINTERGRUND
5
Abbildung 3: Startseite der Website zum Göttinger Weihnachtsmarkt
Im Rahmen des Weihnachtsmarktes fand ein differenziertes Begleitprogramm statt, darunter
verschiedene Konzerte, Theatervorstellungen, religiöse Veranstaltungen der Kirchen sowie
touristisch geprägte Angebote (z.B. „Ein Gang durch Göttingens Unterwelt – Historische
Keller in der Altstadt“). Außerdem wurden einzelne Angebote in das Programm des
Weihnachtsmarktes konzeptionell eingebettet (z.B. das Weihnachtsprogramm am Bahnhof
oder die Nikolausparty im ZHG der Universität Göttingen). Am Freitag, 19. Dezember, fand
außerdem mit dem „Moonlight-Shopping“ (Einkaufsmöglichkeit in der Innenstadt bis 23.00
Uhr) ein einzelhandelswirtschaftlich besonders relevanter Programmpunkt statt.
Die Abwicklung des Weihnachtsmarktes bildet einen nicht zu unterschätzenden Aufwand für
alle daran Beteiligten. Auch ist die Organisation nicht frei von Konfliktpotential: so wurden
bereits einige Beschwerden von gastronomischen Anbietern an die Stadt herangetragen,
dass sie Umsatzeinbußen durch das Konkurrenzangebot auf dem Weihnachtsmarkt zu
verzeichnen hätten. Ein Kritikpunkt seitens einiger Anbieter auf dem Weihnachtsmarkt ist die
Sperrstunde um 20.30 Uhr, die als zu früh empfunden wird. Auf der anderen Seite stehen
hingegen die Interessen der Innenstadtbewohner, deren Abend- bzw. Nachtruhe durch den
Marktbetrieb unter Umständen in Frage gestellt werden kann.
Insgesamt besteht seitens der Stadt Göttingen ein großes Interesse an einer Evaluation des
Weihnachtsmarktes, also letztendlich der eigenen Arbeit, und dessen Nutzen für die
gesamte Innenstadt. Auf der anderen Seite sind solche „Mini-Events“ und
dementsprechende Fragestellungen auch von großem Interesse für die
humangeographische Forschung. Der Göttinger Weihnachtsmarkt ist daher bereits zweimal
Gegenstand einer vergleichbaren Untersuchung gewesen (s.u.).
2.3 B ISHERIGE UNTERSUCHUNGEN
Der Weihnachtsmarkt als Forschungsobjekt Göttinger Humangeographen
Auf dem Göttinger Weihnachtsmarkt sind bereits in den Jahren 1996 und 2000
Untersuchungen durch das Geographische Institut, Abt. Kultur- und Sozialgeographie (heute:
GÖTTINGER WEIHNACHTSMARKT 2008
6
Humangeographie), durchgeführt worden (Faust 1997 ; Lange & Waibel 2001). Diese fanden
im Rahmen von Lehrveranstaltungen („Semi nar für Angewandte Geographie“) statt, wobei
die Seminarteilnehmer die Weihnachtsmarktbesucher unter Anleitung des jeweiligen
Dozenten befragt und die erhobenen Daten ausgewertet haben. Die Studierenden sollten
hierbei an einem praktischen Beispiel die Umfrageforschung als Methode der empirischen
Sozialforschung und ihre Anwendungsgebiete in der Humangeographie kennenlernen.
Beide Untersuchungen wurden von der Stadt Göttingen unterstützt. Die Ergebnisse sind in
Form eines Projektberichts (1997) bzw. eines „Göttinger Statistik Aktuell“-Heftes (2001)
publiziert worden. Beide Untersuchungen beinhalteten eine schwerpunktmäßig quantitativ
aufgebaute Besucher- und eine Anbieterbefragung. Im Folgenden werden die Ergebnisse
kurz zusammengefasst.
Projektstudie zum Göttinger Weihnachtsmarkt 1996
Die Besucherbefragung zum Weihnachtsmarkt von 1996 fand an drei Standorten statt: dem
Gänseliesel, der Johanniskirche und an der Nikolaikirche. Die Stichprobe umfasste 370
Personen. Die Anbieterbefragung umfasste 54 von 66 Anbietern. Als Kernergebnisse sind zu
nennen (vgl. Faust 1997):
• Das Einzugsgebiet ist überwiegend regional, über die Hälfte der Besucher (59 % der
Befragten) stammen direkt aus Göttingen, das häufigste Anreiseverkehrsmittel ist der
PKW
• Nur knapp ein Drittel der Besucher sind ausschließlich wegen des
Weihnachtsmarktes in der Stadt, die meisten koppeln den Weihnachtsmarktbesuch
mit anderen Tätigkeiten
• Die einzelnen Angebote (Essen und Trinken, Unterhaltung, Kultur und Tradition,
Geschenkwaren allgemein) werden gut bis mittelmäßig bewertet: das Angebot an
Essen und Trinken wird am besten, das Unterhaltungsangebot am schlechtesten
beurteilt
• Die Zusammenstellung und das Preis-Leistungs-Verhältnis werden als gut bis
mittelmäßig beurteilt
• Als Kritikpunkte wurden ein zu wenig differenziertes Angebot, das Gedränge und die
Öffnungszeiten genannt
• Die unter den befragten Besuchern am häufigsten anzutreffende Altersgruppe sind
die 21-35jährigen, der Geschlechteranteil ist nahezu gleich
• Die Hälfte der Anbieter ist mit den städtischen Dienstleistungen zufrieden, ein
weiteres Drittel allerdings nicht
• Auch die Anbieter kritisierten die Öffnungszeiten und gingen bei den
Verbesserungsvorschlägen unter anderem noch auf eine zu verbessernde
Müllentsorgung und sanitäre Versorgung ein
Projektstudie zum Göttinger Weihnachtsmarkt 2000
Die Besucherbefragung zum Weihnachtsmarkt 2000 umfasste 992 Personen, die
Anbieterbefragung 57 Anbieter. Die Besucherbefragung fand an drei Standorten statt (im
Bereich der Glühweinstände, im Einkaufsbereich des Marktes und im Bereich des
Riesenrades). Hierbei wurden folgende Kernergebnisse formuliert (vgl. Lange & Waibel
2001):
• Das Einzugsgebiet ist überwiegend regional, 67% der Befragten stammen direkt aus
Göttingen, das häufigste Anreiseverkehrsmittel ist der PKW
HINTERGRUND
7
• Etwas über ein Drittel der Besucher sind ausschließlich aufgrund des
Weihnachtsmarktes in die Stadt gekommen, der Rest steuert daneben noch andere
Ziele an
• Die einzelnen Angebote werden größtenteils sehr gut bis gut bewertet (z.B. das
Angebot an Heißgetränken oder das Essensangebot), wobei das
Geschenkartikelangebot und das Angebot für Kinder mittelmäßig beurteilt werden
• Bei den Vor-Ort-Ausgaben überwiegen die kleinen Beträge (bis 15 Euro), wobei die
Studenten die Gruppe sind, die am wenigsten ausgibt, dafür aber häufiger den
Weihnachtsmarkt besucht
• Das Preis-Leistungs-Verhältnis wird überwiegend gut bis mäßig beurteilt
• Die unter den befragten Besuchern am häufigsten anzutreffende Altersgruppe sind
die 21-30jährigen, der Geschlechteranteil ist nahezu gleich
• Die befragten Anbieter beurteilten die Organisation des Weihnachtsmarktes, die Lage
ihres Standplatzes, die Zusammenarbeit zwischen dem Weihnachtsmarktverein und
dem Ordnungsamt tendenziell gut bis einigermaßen gut
• Die Verbesserungsvorschläge der Anbieter bezogen sich vor allem auf eine
Verbesserung der Standverteilung, der technischen Organisation, der
Sicherheitsvorkehrungen und der Müllentsorgung
2.4 F RAGESTELLUNGEN DIESER UNTERSUCHUNG
In Absprache mit der Stadt Göttingen sind im Vorfeld die Fragestellungen für diese
Untersuchung abgesteckt worden, die sich zum Teil an den Vorgängeruntersuchungen
orientieren, zum Teil aber auch neu aufgestellt wurden. Hierbei sind drei Kernaspekte
formuliert worden, die es zu erfassen galt:
• Beurteilung des Göttinger Weihnachtsmarktes durch seine Besucher hinsichtlich
verschiedener Einzelaspekte
Hierbei spielen die unmittelbaren Angebote des Weihnachtsmarktes (Heißgetränke,
Geschenkartikel etc.) eine wichtige Rolle, ebenso aber auch die Beurteilung des
finanziell aufwendigen Adventsshuttlebusses. Diese Aspekte der Untersuchung sollen
der Evaluation des bisherigen Vorgehens seitens der für den Weihnachtsmarkt
verantwortlichen Institutionen dienen.
• Aktionsräumliches Verhalten der Weihnachtsmarktbesucher
Dies umfasst vor allem die Kopplung des Weihnachtsmarktbesuches mit anderen
Tätigkeiten (z.B. Einkauf, Wahrnehmung gastronomischer Angebote in der Stadt etc.)
und die Ausgaben im Zuge des Weihnachtsmarktbesuches. Hieraus leiten sich die
regionalwirtschaftlichen Einflüsse des Events „Weihnachtsmarkt“ für die Gesamtstadt
ab.
• Einzugsgebiet des Weihnachtsmarktes und sozio-demographisches Profil seiner
Besucher
Beides spielt bei der Identifikation der wichtigsten Besuchergruppen eine große Rolle,
ist aber ebenso für mit dem Event verknüpfte Aspekte (z.B. den fließenden und
ruhenden Verkehr) wichtig.
GÖTTINGER WEIHNACHTSMARKT 2008
8
Die o.g. Informationen sollen erfasst und aufbereitet werden und außerdem zu
weitergehenden Analysen dienen (Besuchergruppen, tiefer gehende Analyse der
Angebotsattraktivität sowie Relevanz für Einzelhandel, Gastronomie und Tourismus).
METHODIK
9
3 M ETHODIK
Grundlagen
Das durchgeführte Forschungsprojekt ist der Humangeographie bzw. der Marktforschung
zuzuordnen, die einen wesentlichen Teil ihrer Untersuchungsgegenstände mit Hilfe der
Methoden empirischer Sozialforschung erfasst. Hierbei kommen überwiegend quantitativ-
statistische Erhebungs- und Auswertungsmethoden zum Einsatz, wobei auch qualitative
Arbeitstechniken eine Rolle spielen können, z.B. für explorative Vorstudien zum Verstehen
menschlichen Handelns (vgl. Wessel 1996).
Im Rahmen dieses Vorhabens sind die letztgenannten Vorgehensweisen diskutiert, aber als
bevorzugtes methodisches Vorgehen ausgeschlossen worden. Dies hat mehrere Gründe:
Erstens sollte – in Anbetracht der nur annäherungsweise zu bestimmenden, aber äußerst
großen Grundgesamtheit (sämtliche Weihnacht smarktbesucher) – die Stichprobe möglichst
groß sein. Zweitens ist der absolute Großteil der zu erhebenden Informationen nur
quantitativ zu erfassen. Und drittens sieht die Befragung als Abschluss eine offene Frage für
individuelle Anmerkungen vor, so dass ggf. bestehende Tendenzen inhaltlich untermauert
werden können.
Erhebungsinstrument
Als Erhebungsinstrument ist ein voll-standardisierter Fragebogen mit fast ausschließlich
geschlossenen Fragen erstellt worden. Um zusätzliche Informationen zu gewinnen, hatten
die Befragten die Möglichkeit, im Rahmen einer zusätzlichen offenen Abschlussfrage
individuelle Anmerkungen zu machen
3. Die Befragung der Weihnachtsmarktbesucher
erfolgte mündlich, wobei die Probanden spontan vor Ort (auf dem Weihnachtsmarkt) von den
Interviewer/innen zur Teilnahme an der Umfrage aufgefordert wurden. Dieses Vorgehen ist
bei derartigen Untersuchungen üblich (vgl. Wessel 1996).
Die inhaltliche Konstruktion des Fragebogens wurde im November 2008 in Absprache mit
einer Gruppe von für den Weihnachtsmarkt verantwortlichen Vertretern der Stadt Göttingen
bzw. ihr nahestehender Institutionen vorgenommen:
• Dieter Arend
Stadt Göttingen, Fachbereichsleitung Ordnungs- und Gewerbeangelegenheiten
• Angelika Daamen
Göttingen Tourismus e.V.
• Thomas Holbein
Stadt Göttingen, Fachbereich Ordnung/Marktwesen
Das Erhebungsinstrument wurde zu Beginn des Weihnachtsmarktes einem Pretest
unterzogen, wobei aber keine notwendigen Modifikationen festgestellt wurden.
Datenerhebung und -auswertung
Die Besucherbefragung fand in der Zeit vom 01. bis 18. Dezember 2008 während der
Öffnungszeiten des Göttinger Weihnachtsmarktes statt. Hierbei wurden sämtliche
Wochentage und Uhrzeiten berücksichtigt, um die Repräsentativität der Ergebnisse zu
optimieren.
3 Fragebogen siehe Anhang
GÖTTINGER WEIHNACHTSMARKT 2008
10
Die geschulten Interviewer/innen sind an zw ei Standorten für jeweils zwei Zeitstunden
positioniert worden: am Gänseliesel und an der Johanniskirche in der Nähe des Hochrades
(siehe Abb. 4). Nach Ablauf einer Stunde haben die Interviewer/innen jeweils ihren Standort
getauscht.
Abbildung 4: Standplan mit Befragungsstandorten (Bildgrundlage: Göttinger Weihnachtsmarkt e.V.)
Die Auswertung erfolgte mit in der empirischen Sozialforschung gängigen statistischen
Auswertungsmethoden mittels der Software SPSS:
• Häufigkeiten: absolute, relative und kumulierte Häufigkeiten
• Lage- und Streuungsmaße: Mittelwerte (arithmetisches Mittel, Median, Modalwert),
Spannweite, Varianz, Standardabweichung
• Kreuztabellierung: Tabellarische Darstellung der gemeinsamen Häufigkeitsverteilung
zweier Variablen
Genauere Ausführungen zu diesen und anderen Methoden finden sich beispielsweise
anschaulich bei Meier Kruker & Rauh 2006, Berekoven 1999 oder Backhaus u.a. 2000.
Um einen möglichst umfassenden Eindruck des We ihnachtsmarktes und seiner Besucher zu
gewinnen, wird die Auswertung noch um einige Beobachtungen der Interviewer/innen
ergänzt, insb. hinsichtlich der Resonanz bzw. Gesprächsbereitschaft der
Weihnachtsmarktbesucher. Hierbei sei darauf hingewiesen, dass diese Eindrücke natürlich
nie frei von subjektiver Wahrnehmung sein können.
Hinweise
Die Stichprobengrößen (N) der einzelnen Fragen können unter Umständen unterhalb der
gesamten Stichprobengröße liegen, etwa wenn Interviewpartner einzelne Fragen nicht
METHODIK
11
beantworten wollten oder konnten. Aus diesem Grund sind bei den separaten
Fragenauswertungen jeweils diese Stichprobengrößen angegeben (z.B. „N = 739“).
Bei Kreuztabellierungen werden zwei Fragen (d.h. zwei Variablen) einander
gegenübergestellt. Hierbei können naturgemäß nur die Fälle (d.h. die Fragebögen)
berücksichtigt werden, in denen beide Einzelfragen beantwortet wurden. Die in die
Kreuztabellierung einfließenden Stichproben können also u.U. geringfügig kleiner sein als die
der jeweiligen Einzelfragen.
GÖTTINGER WEIHNACHTSMARKT 2008
12
4 A USWERTUNG
4.1 S TICHPROBE UND RESONANZ DER BEFRAGTEN
Die Befragung erfreute sich, laut den Aussagen der Interviewerinnen, einer sehr großen
Resonanz unter den Weihnachtsmarktbesuchern. Die Stichprobe hat einen Umfang von
N = 743 Personen. Hiervon wurden 53 % am Standort „Gänseliesel/Altes Rathaus“ und 47 %
am Standort „Johanniskirche“ interviewt. Die Stichprobe verteilt sich auf die Tageszeiten und
Wochentage wie in den Tabellen 1 und 2 aufgelistet:
Tageszeit N
11 bis 13 Uhr 136 Personen
13 bis 15 Uhr 60 Personen
15 bis 17 Uhr 196 Personen
17 bis 19 Uhr 162 Personen
19 bis 21 Uhr 179 Personen
Gesamt 733 Personen*
* Fehlende Angabe: 10 Personen
Tabelle 1: Stichprobe nach Tageszeiten
Wochentag N
Montag 138 Personen
Dienstag 146 Personen
Mittwoch 175 Personen
Donnerstag 85 Personen
Freitag 69 Personen
Samstag 62 Personen
Sonntag 64 Personen
Gesamt 739 Personen*
* Fehlende Angabe: 4 Personen
Tabelle 2: Stichprobe nach Wochentagen
Die Stichprobengröße liegt bei einigen Einzelfragen etwas niedriger, da nicht jeder Befragte
zur Beantwortung sämtlicher Fragen bereit war. Daher sind bei den Einzelauswertungen die
AUSWERTUNG
13
jeweils gültigen Stichprobengrößen (N) angegeben.
Hinsichtlich der Gesprächsbereitschaft fiel den Interviewerinnen auf, dass weibliche
Besucher tendenziell stärker bereit waren, ein Interview zu führen. Beispielsweise sind, wenn
Paare angesprochen wurden, häufiger Frauen dazu bereit gewesen, an der Befragung
teilzunehmen. Daraus resultiert auch ein höherer Anteil an Frauen in der Auswertung. Das
tatsächliche Geschlechterverhältnis unter den Weihnachtsmarktbesuchern entspricht in etwa
dem in der Gesamtgesellschaft.
Insgesamt berichteten die Intervieweri nnen auch von einem Zusammenhang zwischen
Interviewbereitschaft und Tageszeit: tendenziell sind die Besucher am Mittag bzw. frühen
Nachmittag und abends offener für das Interview gewesen als die Besucher am späten
Nachmittag und am frühen Abend.
4.2 E RGEBNISSE DER BEFRAGUNG
4.2.1 B ESUCHSMODALITÄTEN
Verkehrsmittelwahl
Das am häufigsten zum Weihnachtsmarktbesuch genutzte Verkehrsmittel ist der PKW, ein
Drittel der Besucher kommt so vom Wohnort zum Göttinger Weihnachtsmarkt. Da ein großer
Teil der Besucher aus dem inneren Stadtgebiet Göttingens stammt, überrascht es wenig,
dass weitere ca. 28 % von ihnen zu Fuß unterwegs sind. Außerdem spielen noch das
Fahrrad (ca. 17 %) und der Bus (ca. 13 %) eine wichtige Rolle als Verkehrsmittel (s. Abb. 5).
Der Shuttle-Bus als kostenlose Verbindung zwischen dem Schützenplatz und dem
Weihnachtsmarkt spielt in dieser Gesamtbetrachtung eine sehr geringe Rolle; dies liegt
allerdings daran, dass sich diese Häufigkeiten auf die gesamte Erhebung beziehen und der
Shuttle-Service lediglich samstags angeboten wurde.
Abbildung 5: Verkehrsmittelwahl der Besucher
Begleitung
Der Göttinger Weihnachtsmarkt wird in der Regel in Begleitung aufgesucht, nur knapp 10 %
der Besucher ist alleine unterwegs. Über die Hälfte (51,03 %) besucht ihn in Begleitung von
GÖTTINGER WEIHNACHTSMARKT 2008
14
Freunden und/oder Bekannten. Jeweils knapp 18 % der Besucher gaben an, mit ihrer
Familie oder ihrem Partner den Weihnachtsmarkt zu besuchen (s. Abb. 6).
Abbildung 6: Begleitung
Besuchshäufigkeit
Der Großteil der Besucher des Göttinger Weihnachtsmarktes ist nicht zu den „Dauergästen“
zu zählen: über zwei Drittel der Besucher kommen höchstens einmal pro Woche. Lediglich
gut 8 % der Besucher gaben an, häufiger als dreimal pro Woche auf dem Weihnachtsmarkt
zu sein (siehe Abb. 7).
Abbildung 7: Besuchshäufigkeit
AUSWERTUNG
15
Die Besuchshäufigkeit differiert allerdings – ebenso wie viele andere Größen – deutlich nach
Besuchergruppen (s. Abschnitt 4.3.1).
4.2.2 B EURTEILUNG DES ANGEBOTS
Die Besucher hatten die Möglichkeit, verschiedene Teilaspekte des Göttinger
Weihnachtsmarktes nach dem Schulnotensystem (1 = „sehr gut“, 2 = „gut“, 3 =
„befriedigend“, 4 = „ausreichend“, 5 = „mangelhaft“, 6 = „ungenügend“) zu beurteilen
(inklusive der Antwortoption „Kann ich nicht beurteilen“).
Abbildung 8 zeigt die Häufigkeitsverteilung der Schulnoten auf die einzelnen Aspekte. Es fällt
auf, dass die Aspekte „Angebot an Heißgetränken“, „Angebot an Essen“ und „Sauberkeit“
überwiegend gut bis sehr gut beurteilt werden: jeweils in etwa 70 % der befragten Besucher
vergaben mindestens eine „2“. Unterdurchschnittliche Bewertungen (schlechter als
„befriedigend“) tauchen bei diesen Aspekten nur vereinzelt auf.
Anders ist dies bei den Aspekten „Angebot an Geschenkartikeln“, „Angebot für Kinder“ und
„Unterhaltung“: jeweils nur ungefähr ein Viertel der befragten Besucher beurteilten diese
Gesichtspunkte mit „gut“ oder „sehr gut“. Die häufigste vergebene Note ist die „3“
(=“befriedigend“), wobei auch häufiger unterdurchschnittliche Beurteilungen genannt wurden:
das Angebot an Geschenkartikeln wurde von ca. 20 % der Befragten mit einer „4“ oder
schlechter bedacht, knapp 25 % vergaben eine solche Note für das Angebot für Kinder,
knapp 27 % davon für den Aspekt der Unterhaltung.
Bei der Betrachtung dieser Ergebnisse muss aber beachtet werden, dass die Antwortoption
„Kann ich nicht beurteilen“ von Aspekt zu Aspekt sehr unterschiedlich häufig gewählt wurde,
da die Besucher nicht alle Aspekte gleich gut beurteilen können. Beispielsweise ist die
Erreichbarkeit mit dem Shuttle-Service nur für diejenigen relevant, die ihn benutzen bzw.
bereits benutzt haben, während die Sauberkeit von nahezu allen Besuchern – völlig
abhängig von ihrer Herkunft oder Besuchsmotivation – beurteilt werden kann.
In Abschnitt 4.3.2 findet sich eine Übersicht über die Durchschnittsnoten für die einzelnen
Aspekte, wobei natürlich nur diejenigen Bewertungen von Besuchern berücksichtigt wurden,
die den jeweiligen Aspekt beurteilen konnten.
Bewertung einzelner Angebote durch die Besucher (Schulnoten)
0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100%
Angebot an Heißgetränken
Angebot an Essen
Angebot an Geschenkartikeln
Angebot für Kinder
Unterhaltung
Sauberkeit
Erreichbarkeit mit dem Shuttle-Service
1 2 3 4 5 6 "Kann ich nicht beurteilen"
Abbildung 8: Bewertung der einzelnen Aspekte durch die Besucher
GÖTTINGER WEIHNACHTSMARKT 2008
16
Im Vergleich mit dem Weihnachtsmarkt des Vorjahres schneidet der Weihnachtsmarkt 2008
ganz leicht besser ab: während knapp 10 % der Befragten ihn als besser einstufen,
beurteilen ihn nur 3 % als schlechter. Der Großteil der Befragten (fast 71 %) gab allerdings
an, dass ihnen der aktuelle Weihnachtsmarkt genauso gefällt (siehe Abb. 9).
Abbildung 9: Vergleich mit dem Vorjahr
4.2.3 A KTIONSRÄUMLICHES VERHALTEN DER BESUCHER
Nutzung weiterer Angebote
Die Besucher sind gefragt worden, welche Angebote sie im Rahmen des
Weihnachtsmarktbesuches noch wahrnehmen (z.B. ein Einkauf innerhalb der Innenstadt, der
Besuch gastronomischer Einrichtungen etc.). Für über die Hälfte der Besucher (53,3 %) ist
der Göttinger Weihnachtsmarkt nicht das einzige Ziel im Rahmen ihres Besuchs, sie üben im
Rahmen ihres Weihnachtsmarktbesuches noch mindestens eine andere Vor-Ort-Tätigkeit
aus (siehe Abb. 10).
Abbildung 10: Anzahl weiterer Vor-Ort-Tätigkeiten
AUSWERTUNG
17
Von allen in der Erhebung aufgelisteten sonstigen wahrnehmbaren Angeboten ist der
Einkauf innerhalb der Innenstadt die mit Abstand am häufigsten genannte Tätigkeit: knapp
40 % der befragten Besucher verbinden ihren Weihnachtsmarktbesuch damit. Auch die
Nutzung gastronomischer Angebote außerhalb des Weihnachtsmarktes ist unter den
Weihnachtsmarktbesuchern verbreitet: rund 12 % suchen eine Kneipe, rund 7 % ein
Restaurant auf. Andere Angebote (z.B. Kino, Theater) wurden nur vereinzelt genannt und
gehören somit augenscheinlich zu den Ausnahmefällen (siehe Abb. 11).
Abbildung 11: Nutzung sonstiger Angebote
Auch das mit dem Weihnachtsmarkt assoziierte Angebot in den Seitenstraßen wird von fast
der Hälfte (48,6 %) der Besucher genutzt. Dem gegenüber stehen aber noch knapp 10 % der
befragten Besucher, die diese Angebote nicht nutzen, weil ihnen nach eigener Angabe
davon nichts bekannt ist.
Pro-Kopf-Ausgaben
Durchschnittlich gibt ein Besucher des Göttinger Weihnachtsmarktes 12,77 € (arithmetisches
Mittel4) auf dem Weihnachtsmarkt selbst aus, die Ausgaben belaufen sich von 0 bis 150 €.
Im Rahmen des Weihnachtsmarktbesuches, aber außerhalb des Weihnachtsmarktes selbst,
werden noch dazu durchschnittlich 22,69 € (arithmetisches Mittel 5) ausgegeben, wobei die
Ausgaben bei 0 bis 300 € liegen.
Es bestehen allerdings hinsichtlich der Pro-Kopf-Ausgaben sehr große Unterschiede
zwischen den Berufsgruppen unter den Besuchern (siehe Kap. 4.3.1:
Besuchergruppenanalyse).
Anziehungskraft des Weihnachtsmarktes
Den Besuchern ist die Frage gestellt worden, ob sie die Innenstadt aufgrund des
Weihnachtsmarktes häufiger als sonst (also außerhalb der Weihnachtsmarktzeit) besuchen.
4 Median: 10,00 ; Modalwert: 10,00 ; Standardabweichung: 12,09
5 Median: 4,00 ; Modalwert: 0,00 ; Standardabweichung: 43,78
GÖTTINGER WEIHNACHTSMARKT 2008
18
Hierbei gab über ein Drittel (38,51 %) an, dass sie die Innenstadt daher begründet häufiger
besuchen, während der Weihnachtsmarkt für knapp 60 % von ihnen augenscheinlich keine
Rolle hinsichtlich ihrer Besuchsmotivation spie lt. Eine kleine Minderheit (ca. 3,5 %) gab an,
die Innenstadt aufgrund des Weihnachtsmarktes seltener zu besuchen (s. Abb. 12).
Abbildung 12: Besuchshäufigkeit der Innenstadt
Besuch anderer Weihnachtsmärkte
Für die meisten Besucher des Göttinger Weihnachtsmarktes ist dieser nicht der einzige, den
sie besuchen: über zwei Drittel der Befragten besuchte in der Saison 2008 noch mindestens
einen weiteren Weihnachtsmarkt. In seltenen Fällen werden sogar vier oder mehr weitere
Weihnachtsmärkte besucht (siehe Abb. 13).
Abbildung 13: Anzahl besuchter anderer Weihnachtsmärkte
Die am häufigsten aufgesuchten anderen Weihnachtsmärkte sind erwartungsgemäß
Hannover (ca. 15 %) und Kassel (ca. 14 %). Doch auch die Weihnachtsmärkte von kleineren
Städten in relativer Nähe werden vereinzelt angesteuert, darunter Northeim, Einbeck,
Duderstadt und Osterode. Der unter den „Sonstigen“ am häufigsten genannte besuchte
AUSWERTUNG
19
Weihnachtsmarkt ist in Goslar. Außerdem spielt der Erfurter Weihnachtsmarkt eine nicht
unwichtige Rolle, insbesondere für Besucher aus den anliegenden thüringischen
Besucherquellorten (siehe Abb. 14).
Abbildung 14: Besuch anderer Weihnachtsmärkte
4.2.4 E INZUGSGEBIET UND SOZIO-DEMOGRAPHISCHES PROFIL DER BESUCHER
Herkunft der Besucher
Karte 1 zeigt die Herkunft der Besucher auf der Ebene der 2-stelligen Postleitregionen (z.B.
„37“) für die gesamte Bundesrepublik Deutschland.
Die deutsche Postleitregion „37“ (u.a. Göttingen, Northeim, Einbeck, Holzminden, Osterode,
Heiligenstadt), stellt unbestreitbar das Haupteinzugsgebiet des Göttinger Weihnachtsmarktes
dar. Karte 2 zeigt die Besucheranteile auf der Ebene 5-stelliger Postleitzahlen nur für dieses
Gebiet (N = 633, d.h. 85,2 % der befragten Besucher).
Hier zeigt sich deutlich, dass der Großteil der Weihnachtsmarktbesucher aus dem
Stadtgebiet Göttingens stammt (Postleitzahlen 37073, 37075, 37077, 37079, 37081, 37083
und 37085). Knapp 60 % aller Besucher wohnen im Stadtgebiet Göttingens. Relativ große
Besucheranteile sind nur noch aus den unmittelbaren Nachbargemeinden (z.B. Bovenden
oder Nörten-Hardenberg) zu verzeichnen.
Das Einzugsgebiet des Göttinger Weihnachtsmarktes ist also sehr regional, da Besuche von
außerhalb Göttingens und seinem unmittelbaren Umfeld selten sind.
Zwar stellt das Stadtgebiet Göttingens den wesentlichen Teil des Einzugsgebietes, doch auf
Ebene der Stadtteile offenbaren sich deutliche Unterschiede hinsichtlich der
Besuchsintensität. Karte 3 zeigt die Besucheranteile auf Postleitzahlenebene nur für die
Stadt Göttingen (N = 434, d.h. 58,2 % der Besucher).
GÖTTINGER WEIHNACHTSMARKT 2008
20
Karte 1: Einzugsgebiet (Deutschland, Postleitregionen, 2-stellig)
Karte 2: Einzugsgebiet (nur Haupteinzugsgebiet, Postleitzahlen, 5-stellig)
AUSWERTUNG
21
Karte 3: Einzugsgebiet (nur Stadtgebiet Göttingen, Postleitzahlen, 5-stellig)
Sozio-demographische Angaben
Abb. 15 zeigt die Altersstruktur der befragten Besucher. Die mit Abstand am meisten
vertretene Altersgruppe bilden die 18- bis unter 30-jährigen. Der Anteil von Minderjährigen
und Personen im Rentenalter ist sehr gering. Unter den Befragten befanden sich 62,4 %
Frauen und 37,6 % Männer.
Abbildung 15: Alter der Besucher
GÖTTINGER WEIHNACHTSMARKT 2008
22
Unter den Berufsgruppen (s. Abb. 16) stellen die Berufstätigen die größte Gruppe (knapp 48
%), gefolgt von Studenten (knapp ein Drittel).
Abbildung 16: Berufsgruppen
4.2.5 A NMERKUNGEN
Am Ende der Befragung hatte jeder befragte Weihnachtsmarktbesucher die Möglichkeit, in
einer offenen Frage Anregungen hinsichtlich des Weihnachtsmarktes generell oder
beliebiger weiterer Einzelaspekte zu artikulieren. Natürlich ist diese Erhebungstechnik ein
Einfallstor für eine Fülle von subjektiven und/oder Einzelmeinungen, weswegen eine
vollständige (qualitative und/oder quantitative) Auswertung wenig Sinn macht. Im Folgenden
werden daher die am häufigsten genannten Themenpunkte aufgelistet.
Hierbei ist zu beachten, dass solche offenen Fragen erfahrungsgemäß wesentlich häufiger
für die Artikulation von Kritik und Beschwerden genutzt werden als für Lob oder ein einfaches
„Weiter so“.
Positive Anmerkungen
• Viele Befragte schlossen das Interview mit einem insgesamt positiven Bild des
Göttinger Weihnachtsmarktes ab („Schöner Weihnachtsmarkt!“ u.ä.).
• Einzelne Aspekte wurden explizit gelobt, vor allem das Hochcafé, ferner aber auch
das Hochrad.
• Die Beleuchtung der Innenstadt wurde von vielen Besuchern positiv erwähnt, ebenso
die Sauberkeit.
Negative Anmerkungen
• Der mit Abstand am häufigsten genannte Kritikpunkt sind die Öffnungszeiten des
Weihnachtsmarktes. Ohne dass in dem gesamten Interview danach gefragt wurde,
gaben ca. 10 % (!) aller befragten Besucher von sich aus an, dass sie längere
Öffnungszeiten wünschen.
• Einige befragte Besucher empfanden die Preise für die Getränke- und
Essensangebote als zu hoch.
AUSWERTUNG
23
• Häufiger genannt wurde außerdem der Wunsch nach einem variationsreicheren
Angebot des Weihnachtsmarktes, insbesondere hinsichtlich der Essens- und
Getränkeangebote.
• Gelegentlich wurde angemerkt, dass mehr Unterhaltung (mehr Musik, insb. mehr
Weihnachtsmusik) und mehr Angebote für Kinder offeriert werden sollten.
4.3 E INZELANALYSEN
Wurden in Kap. 4.2 die Einzelergebnisse der Besucherbefragung deskriptiv aufbereitet,
sollen hier nun einige Aspekte in tiefer gehenden Analysen betrachtet werden.
Im ersten Teil folgt eine Besuchergruppenanalyse, die auf die Unterschiede zwischen den
einzelnen Besuchergruppen in Bezug auf ihre Besuchsmodalitäten und ihr Vor-Ort-Verhalten
abzielt. Im zweiten Teil reiht sich eine Analyse der Angebotsattraktivität an, die auf den
Beurteilungen der Einzelaspekte einerseits und den individuellen Anmerkungen der
Besucher andererseits fußt. Im dritten Teil wird der Versuch einer Analyse der Relevanz des
Weihnachtsmarktes für Einzelhandel, Gastronomie und Tourismus unternommen.
4.3.1 B
ESUCHERGRUPPEN
Wie in Kap. 4.2.4 beschrieben, bilden die Berufstätigen und die Studenten die beiden
relevantesten Besuchergruppen mit einem Gesamtanteil von über 80 % aller Besucher
(Berufstätige: 47,9 % ; Studenten: 32,3 %). Der hohe Studentenanteil erklärt sich aus der
Tatsache, dass Göttingen eine typische Studentenstadt ist (ca. 24.000 Studenten) und sich
das Einzugsgebiet größtenteils aus der Stadt Göttingen und dem nahen Umfeld speist.
Die Gesamtauswertung bietet einen guten Überblick, jedoch differieren Besuchsmodalitäten
und Vor-Ort-Verhalten z.T. stark nach Besuchergruppen. Die wesentlichen Aspekte werden
im Folgenden aufgeführt.
Besuchergruppen und Tageszeit
Zum Einen ist ein großer Unterschied in der Besucherstruktur des Weihnachtsmarktes in
Bezug auf die Tageszeit festzustellen. Wie Tabelle 3 zeigt, gilt die Faustregel: je später der
Tag, desto jünger die Besucher. In der Zeit von 19 bis 21 Uhr bilden die 18- bis unter-30-
jährigen die größte und die über-65-jährigen die kleinste Altersgruppe auf dem
Weihnachtsmarkt, in der Zeit von 11 bis 13 Uhr ist es exakt umgekehrt. Die geringste
Variation hinsichtlich der Tageszeit sind bei den 45- bis unter-65-jährigen zu finden.
Altersgruppe Æ < 18 18-<30 30-<45 45-<65 65 und älter
11-13 Uhr 18,8 % 15,3 % 16,7 % 23,8 % 44,1 %
13-15 Uhr 12,5 % 7,3 % 6,5 % 12,9 % 2,9 %
15-17 Uhr 31,3 % 25,7 % 25,0 % 30,6 % 26,5 %
17-19 Uhr 25,0 % 19,5 % 28,6 % 19,7 % 17,6 %
Tageszeit
19-21 Uhr 12,5 % 32,2 % 23,2 % 12,9 % 8,8 %
N 16 354 168 147 34
Tabelle 3: Altersgruppen nach Tageszeit
GÖTTINGER WEIHNACHTSMARKT 2008
24
Die Unterschiede in der Besucherstruktur in Abhängigkeit von der Tageszeit werden
deutlicher bei einer Differenzierung der Berufsgruppen nach Tageszeit (siehe Tabelle 4). Die
Berufstätigen sind zu allen Tageszeiten mit einem ähnlich großen Anteil an allen Besuchern
vertreten, hervorstechend sind die Nachmittage: hier ist ihr Anteil am größten. Dahingegen
dominieren die Studenten ganz klar in den Abendstunden: in der Zeit von 19 bis 21 Uhr
stellen sie über die Hälfte der Besucher, ihr Anteil ist in den Nachmittagsstunden nicht einmal
halb so groß. Dagegen nimmt der Anteil der Ruheständler (Rentner, Pensionäre) mit
fortschreitender Tageszeit kontinuierlich ab: stellen sie um die Mittagszeit noch die
drittgrößte Besuchergruppe, ist ihr Anteil in den Abendstunden äußerst gering.
Berufsstatus Æ berufstätig Student arbeitslos Im Ruhestand Sonstiges
11-13 Uhr 41,5 % 25,9 % 1,5 % 16,3 % 14,8 %
13-15 Uhr 55,0 % 20,0 % 1,7 % 8,3 % 15,0 %
15-17 Uhr 53,2 % 25,8 % 3,2 % 8,9 % 15,0 %
17-19 Uhr 52,2 % 28,0 % 2,5 % 7,5 % 9,9 %
Tageszeit
19-21 Uhr 40,6 % 52,6 % 1,7 % 1,1 % 4,0 %
N 345 233 16 58 69
Tabelle 4: Berufsgruppen nach Tageszeit
Besuchergruppen und Begleitung
Hinsichtlich ihrer Begleitung gibt es ebenso große Unterschiede zwischen den
Berufsgruppen (siehe Tabelle 5). Von den insgesamt 10 % der Besucher, die alleine auf den
Weihnachtsmarkt kommen, sind die meisten Berufstätige. Auch unter denen, die in
Begleitung ihrer Familie und/oder dem Partner unterwegs sind, stellen sie die mit Abstand
größte Gruppe. Die mit Abstand häufigste Begleitung sind Freunde oder Bekannte, wobei
der Anteil von Studenten hier am größten ist.
Berufsgruppe Æ berufstätig Student arbeitslos Im Ruhest. Sonstiges
alleine
(N = 73)
43,8 % 20,5 % 2,7 % 21,9 % 11,0 %
Familie
(N = 135)
65,2 % 8,9 % 4,4 % 10,4 % 11,1 %
Partner
(N = 136)
46,3 % 25,0 % 2,2 % 16,2 % 10,3 %
Freunde/Bekannte
(N = 391)
40,9 % 46,3 % 2,0 % 2,3 % 8,4 %
Begleitung
Sonstiges
(N = 31)
67,7 % 9,7 % 0 % 9,7 % 12,9 %
Tabelle 5: Begleitung nach Berufsgruppen
AUSWERTUNG
25
Besuchshäufigkeit nach Besuchergruppen
Es stellt sich die Frage, welche Berufs- oder Altersgruppe nun die „wichtigste“
Besuchergruppe des Göttinger Weihnachtsmarktes darstellt: die Berufstätigen oder die
Studenten, die in Göttingen insgesamt stark ins Gewicht fallen.
Ein Blick auf die Besuchshäufigkeit nach Berufsgruppen kann hier einen Überblick bieten.
Zwar sind die Berufstätigen die größte Gruppe auf dem Weihnachtsmarkt, jedoch kommen
die Studenten am häufigsten dorthin (siehe Tabelle 6).
Berufsstatus Æ berufstätig Student arbeitslos im Ruhestand Sonstiges
< 1 x pro Woche 44,6 % 24,3 % 37,5 % 61,4 % 28,6 %
1 x pro Woche 30,1 % 36,7 % 25,0 % 21,1 % 22,9 %
2-3 x pro Woche 18,3 % 31,4 % 18,8 % 14,0 % 30,0 %
Besuchshäufigkeit > 3 x pro Woche 7,0 % 7,5 % 18,8 % 3,5 % 18,6 %
N 345 226 16 57 70
Tabelle 6: Besuchshäufigkeit nach Berufsgruppen
Pro-Kopf-Ausgaben nach Besuchergruppen
Hinsichtlich der Pro-Kopf-Ausgaben unterscheiden sich die Berufsgruppen sehr deutlich, was
aber auch mit ihrer unterschiedlichen Koppl ungsneigung des Weihnachtsmarktbesuches mit
anderen (inner)städtischen Angeboten zusammenhängt. Tabelle 7 zeigt die
durchschnittlichen Pro-Kopf-Ausgaben auf dem Weihnachtsmarkt, aufgeschlüsselt nach
Berufsgruppen. Hier zeigt sich bereits ein deutlicher Unterschied: die Studenten geben am
wenigsten Geld auf dem Weihnachtsmarkt aus (9,77 €), die Berufstätigen am meisten (14,84
€). Am zweitwenigsten gibt die als „Sonstiges“ zusammengefasste Personengruppe aus, zu
der unter anderem Schüler zählen.
Berufsstatus Æ berufstätig Student arbeitslos im Ruhestand Sonstiges
Durchschnittliche Pro-
Kopf-Ausgaben auf dem
Weihnachtsmarkt (€)
14,84 9,77 13,00 14,55 10,41
Tabelle 7: Pro-Kopf-Ausgaben auf dem Weihnachtsmarkt nach Berufsgruppen
Wesentlich deutlicher zeigt sich ein Untersch ied zwischen den Berufsgruppen hinsichtlich
der durchschnittlichen Pro-Kopf-Ausgaben im Zuge des Weihnachtsmarktbesuches, aber
außerhalb des Weihnachtsmarktes selbst: mit Abstand am wenigsten geben die Studenten
aus (10,46 €), während die Berufstätigen durchschnittlich 3-mal so viel (29,09 €) und die
Ruheständler 4,5-mal soviel ausgeben (siehe Tabelle 8).
Berufsstatus Æ berufstätig Student arbeitslos im Ruhestand Sonstiges
Durchschnittliche Pro-
Kopf-Ausgaben
außerhalb des WM (€)
29,09 10,46 20,07 46,86 14,18
Tabelle 8: Pro-Kopf-Ausgaben außerhalb des Weihnachtsmarktes nach Berufsgruppen
GÖTTINGER WEIHNACHTSMARKT 2008
26
Wahrnehmung anderer (inner)städtischer Angebote nach Berufsgruppen
Dieses differierende Ausgabeverhalten verwundert allerdings wenig, wenn man das
Kopplungsverhalten der unterschiedlichen Berufsgruppen betrachtet. Die mit Abstand am
häufigsten im Rahmen des Weihnachtsmarktbesuches wahrgenommenen (inner)städtischen
Angebote sind der Einkauf in der Innenstadt sowie der Besuch eines Restaurants oder einer
Kneipe. Die Intensität der Wahrnehmung dieser Angebote unterscheidet sich sehr stark nach
den Berufsgruppen (siehe Tabelle 9).
Berufsgruppe Æ berufstätig Student arbeitslos Im Ruhest. Sonstiges
Einkauf Innenstadt
(N = 287)
48,8 % 28,9 % 2,4 % 10,1 % 9,8 %
Restaurant
(N = 49)
65,3 % 10,2 % 0 % 16,3 % 8,2 %
Angebot
Kneipe
(N = 85)
35,3 % 52,9 % 3,5 % 1,2 % 7,1 %
Tabelle 9: Wahrnehmung ausgewählter weiterer Angebote nach Berufsgruppen
Von den rund 40 % der Weihnachtsmarktbesucher, die ihren Besuch mit einem Einkauf in
der Innenstadt verbinden, sind knapp die Hälfte Berufstätige und über ein Viertel Studenten.
Zwei Drittel derjenigen, die noch ein Restaurant besuchen (knapp 7 % aller Besucher), sind
ebenso Berufstätige, während die anderen Berufsgruppen darunter eine geringe Rolle
spielen. Dafür stellen unter den Kneipenbesuchern (knapp 12 % aller
Weihnachtsmarktbesucher) die Studenten die Mehrheit: über die Hälfte derjenigen, die ihre
Weihnachtsmarktvisite mit einem Kneipenbesuch verknüpfen, sind Studenten.
Zusammenfassung: Besuchergruppenprofile
Natürlich bilden die Besuchergruppen des Weihnachtsmarktes keine nach innen homogenen
und nach außen einwandfrei abgrenzbaren Kategorien. Ausgehend von den vorab
genannten Erkenntnissen lassen sich jedoch einige klare Tendenzen hinsichtlich des
spezifischen Verhaltens der drei Hauptbesuchergruppen (Berufstätige, Studenten,
Ruheständler) im Rahmen des Weihnachtsmarktbesuches ableiten:
• Die Berufstätigen sind die größte Besuchergruppe auf dem Weihnachtsmarkt. Sie
sind in der Regel nicht alleine unterwegs, sondern zumeist in Begleitung von
Freunden und Bekannten und/oder Familienmitgliedern. Sie besuchen den
Weihnachtsmarkt allerdings verhältnismäßig selten: drei Viertel von ihnen ist
höchstens einmal pro Woche dort. Sie verbinden ihren Weihnachtsmarktbesuch
überdurchschnittlich häufig mit einem Einkauf in der Innenstadt. Unter denjenigen
Besuchern, die im Rahmen ihres Besuches noch in ein Restaurant gehen, stellen sie
den Großanteil. Sie geben von allen Besuchergruppen am meisten auf dem
Weihnachtsmarkt und am zweitmeisten im Rahmen ihres Besuches außerhalb des
Weihnachtsmarktes aus. Berufstätige sind zu jeder Tageszeit in vergleichbarem
Anteil auf dem Weihnachtsmarkt vertreten.
• Die Studenten stellen die zweitgrößte Besuchergruppe auf dem Weihnachtsmarkt.
Sie besuchen den Markt zumeist in Begleitung von Freunden, Bekannten und/oder
dem Partner. Sie kommen wesentlich häufiger als die Berufstätigen, geben aber
wesentlich weniger Geld auf dem Weihnachtsmarkt aus. Im Rahmen des Besuches
kauft ein gewisser Teil zugleich in der Innenstadt ein, überproportional viele
AUSWERTUNG
27
besuchen im Anschluss noch eine Kneipe. Diese Besuchergruppe gibt mit Abstand
am wenigsten von allen außerhalb des Weihnachtsmarktes aus. Studenten sind zu
jeder Tageszeit auf dem Weihnachtsmarkt unterwegs, jedoch dominieren sie ganz
klar die Abendstunden, hier stellen sie über die Hälfte der Besucher.
• Die Ruheständler, also Rentner und Pensionäre, sind die drittgrößte unter den klar
abgrenzbaren Berufsgruppen. Sie kommen von allen Berufsgruppen mit Abstand am
seltensten auf den Weihnachtsmarkt und sind häufig in Begleitung ihres Partners
oder durchaus zu einem gewissen Anteil auch alleine unterwegs. Einige verbinden
ihren Weihnachtsmarktbesuch mit einem Innenstadteinkauf oder einem
Restaurantbesuch. Sowohl auf dem Weihnachtsmarkt als auch außerhalb geben sie
überdurchschnittlich viel Geld aus. Sie sind zumeist in der Mittagszeit auf dem
Weihnachtsmarkt anzutreffen, wohingegen sie in den Abendstunden nur noch
marginal vertreten sind.
4.3.2 A
TTRAKTIVITÄT DES ANGEBOTS
Eine vollständige Bewertung der Attraktivität des Weihnachtsmarktangebotes ist am Besten
möglich, wenn einerseits die Benotungen der Einzelaspekte und andererseits die
Bemerkungen und Anregungen der Besucher abgeglichen werden. Fußend darauf können
einige Kernaspekte des Weihnachtsmarktangebotes herausgearbeitet und bewertet werden.
Durchschnittsnoten für das Angebot
Die Besucher konnten verschiedene Aspekte des Göttinger Weihnachtsmarktes mit
Schulnoten (von „1“ bis „6“) bewerten (siehe Kap. 4.2.2). Um zunächst einen klaren
Überblick über die Gesamtbewertung zu erhalten, wurden Durchschnittsnoten gebildet, d.h.
in diesem Fall das arithmetische Mittel der Antworthäufigkeiten abzüglich der Antwortoption
„Kann ich nicht beurteilen“. Tabelle 10 zeigt die Einzelaspekte mit den Durchschnittsnoten in
aufsteigender Reihenfolge (abwärts von der besten zur schlechtesten Note) sowie die
fragenspezifische Stichprobengröße N (d.h. die Personenzahl, die diesen Aspekt zu
beurteilen vermochte).
Einzelaspekt Durchschnittsnote N
Erreichbarkeit mit dem Shuttle-Service 1,84 77
Angebot an Heißgetränken 1,95 680
Angebot an Essen 2,05 675
Sauberkeit 2,32 734
Angebot an Geschenkartikeln 2,94 561
Angebot für Kinder 3,14 493
Unterhaltung 3,23 526
Tabelle 10: Bewertung der einzelnen Aspekte (Durchschnittsnoten)
Die Erreichbarkeit mit dem Shuttle-Service hat im Schnitt die beste Beurteilung (1,84)
erhalten, wobei auch nur eine sehr geringe Anzahl von Befragten diesen Aspekt beurteilen
konnte (N = 77). Auch das Angebot an Heißgetränken (N = 680) wurde insgesamt im oberen
guten Bereich benotet (1,95).
GÖTTINGER WEIHNACHTSMARKT 2008
28
Im unteren guten Bereich liegen das Angebot an Essen (N = 675) mit einer
Durchschnittsnote von 2,05 und die Sauberkeit (N = 734) mit einer Durchschnittsnote von
2,32. Im oberen durchschnittlichen Bereich ist das Angebot an Geschenkartikeln (N = 561)
verortet (Durchschnittsnote: 2,94). Die schlechtesten Bewertungen erhalten das Angebot für
Kinder (N = 493) und der Aspekt der Unterhaltung (N = 526): beide liegen im unteren
durchschnittlichen Bereich der Notenskala (über, d.h. schlechter als, 3,0).
Durchschnittsnoten nach Berufsgruppen
Interessant ist auch eine Aufschlüsselung der Durchschnittsnoten nach Berufsgruppen
(Tabelle 11). Hieran lässt sich ggf. ablesen, für welche Zielgruppe der Weihnachtsmarkt und
einzelne Angebote besonders (un)attraktiv sind.
Durchschnittsnote nach Berufsgruppe
Einzelaspekt berufstätig Student arbeitslos i.R. Sonstiges
Angebot an Heißgetränken
(N)
1,99
(321)
1,86
(226)
1,93
(15)
2,10
(49)
1,98
(60)
Angebot an Essen
(N)
2,10
(320)
2,08
(218)
2,07
(14)
2,04
(49)
1,79
(63)
Angebot an Geschenkartikeln
(N)
2,86
(258)
3,20
(173)
3,33
(12)
2,57
(46)
2,76
(63)
Angebot für Kinder
(N)
3,16
(246)
3,24
(131)
3,33
(9)
2,80
(44)
3,04
(54)
Unterhaltung
(N)
3,20
(240)
3,35
(165)
3,58
(12)
2,95
(39)
3,17
(58)
Sauberkeit
(N)
2,34
(346)
2,29
(234)
2,50
(16)
2,21
(56)
2,36
(70)
Erreichbarkeit Shuttle-Service
(N)
1,99
(40)
3,14
(5)
2,0
(1)
1,52
(13)
1,77
(14)
Tabelle 11: Durchschnittsnote nach Berufsgruppe
Die Ergebnisse zeigen allerdings ein, bis auf wenige Ausnahmen, recht ausgeglichenes Bild.
Die Durchschnittsnoten variieren zwar, aber zumeist nicht in einer Weise, die auf eine
grundsätzlich andere Bewertung schließen ließen. Es fällt beispielsweise auf, dass die
Studenten das Heißgetränke-Angebot besser als alle anderen Berufsgruppen bewerten. Die
Ruheständler hingegen bewerten sämtliche abgefragten Teilaspekte am besten von allen
Gruppen, mit Ausnahme des Heißgetränke-Angebots, was sie am schlechtesten von allen
beurteilen.
Außerdem sticht hervor, dass das Angebot an Geschenkartikeln von Studenten deutlich
schlechter (unterer durchschnittlicher Bereich) als von den Berufstätigen und Ruheständlern
beurteilt wird. Insgesamt sind aber die Differenzen zwischen den Berufsgruppen hinsichtlich
der Benotungen nicht so entscheidend, dass daraus bedeutende zielgruppenspezifische
Attraktivitätsunterschiede abzuleiten wären.
AUSWERTUNG
29
Bemerkungen und Anregungen der Besucher zu einzelnen Aspekten
Aussagekräftig sind nicht nur die Durchschnittsnoten, sondern auch die Anmerkungen (Kap.
4.2.5). So finden sich auch darunter häufig die Kritikpunkte, dass es an Angeboten für Kinder
mangelt und dass mehr Unterhaltungswert gewünscht wird. Diese beiden Aspekte stellen
augenscheinlich Schwächen des Göttinger Weihnacht smarktes dar. Hierzu muss allerdings
gesagt werden, dass die Besucher im Rahmen der Anmerkungsfrage keine konkreten
Verbesserungsvorschläge geäußert haben, z.B. hinsichtlich eines konkreten Bedürfnisses
nach einem bestimmten Angebot. Die Ausnahme bildeten Einzelvorschläge (z.B. Basteln
und Backen als Angebot für Kinder, „mehr Weihnachtsmusik“).
Die guten Noten für das Angebot an Heißgetränken und Essen stehen für sich: diese
gastronomischen Angebote stellen eine Stärke des Göttinger Weihnachtsmarktes dar. Es
stellt sich allerdings die Frage, ob diese Stärke vielleicht in erster Linie rein quantitativer
Natur ist: sicherlich dokumentieren diese Bewertungen, dass das Angebot diesbezüglich
mehr als ausreichend ist. Allerdings wünschen sich nicht wenige Besucher mehr Variation
unter den Angeboten des Weihnachtsmarktes, was dieses gute Ergebnis leicht relativiert.
Auch hier sind allerdings nur wenige konkrete Verbesserungsvorschläge genannt worden
(Beispiele: „mehr Variation“, „mehr vegetarisches Essen“, „mehr alkoholfreie Getränke“).
Fallbeispiel Shuttle-Service
Der Advents-Shuttle-Bus ist in den Augen der Besucher eine klare Stärke des Göttinger
Weihnachtsmarktes. Der Shuttle-Service wird nur samstags angeboten, weswegen er
insgesamt als Verkehrsmittel eine geringe Rolle spielt (siehe Kap. 4.2.1) und die Zahl
derjenigen, die dieses Angebot beurteilen können, wesentlich geringer ist. An den
Samstagen wird er aber von etwas über 8 % der Besucher benutzt (s. Abb. 17) und erhält
von denen, die ihn benutzen, die beste Benotung aller zur Bewertung stehenden
Einzelaspekte.
Abbildung 17: Verkehrsmittelwahl samstags – Der Shuttle-Bus als Option
Fallbeispiel Öffnungszeiten
Eine Konstante in der Evaluation des Weihnachtsmarktangebotes bildet der Wunsch vieler
Besucher nach längeren Öffnungszeiten (siehe Kap. 4.2.5). Kritik an der als verfrüht
wahrgenommenen Sperrstunde (20.30 Uhr bzw. 21.00 Uhr) äußerten viele Besucher auch
bereits in den Untersuchungen zu den Weihnachtsmärkten von 1996 und 2000 (siehe Kap.
2.3).
GÖTTINGER WEIHNACHTSMARKT 2008
30
Die Öffnungszeiten gegen Abend hin stellen also eine Schwäche des Göttinger
Weihnachtsmarktes dar, wobei hier von Seiten der Stadt Göttingen immer eine Abwägung zu
den Interessen der unmittelbaren Anwohner notwendig ist. Einige Befragte verwiesen aber
beispielsweise auf den Kasseler Weihnachtsmarkt, auf dem Heißgetränke und Speisen noch
bis 22.00 Uhr verkauft würden.
Zusammenfassung: Evaluation des Angebots
Zusammenfassend sind anhand der quantitativen Bewertung und der qualitativ
ausgerichteten offenen Möglichkeit für Anmerkungen mehrere wichtige Aspekte des
Weihnachtsmarktangebotes und eine dazugehörige Beurteilung herauszuarbeiten (siehe
Tabelle 12). Die Anregungen sind z.T. logische Schlussfolgerungen, aber vor allem ein
Substrat aus den von den Besuchern genannten Anregungen.
Teilaspekte des Angebots Anregungen
Weihnachtsmarktatmosphäre und
„Gesamtflair“ des Marktes
„Weiter so!“
Gesamtangebot an Heißgetränken
und Essen (quantitativ)
Menge beibehalten, aber differenzierteres
Angebot (Æ qualitative Verbesserung)
Shuttle-Service Noch mehr Werbung (Æ höhere Auslastung,
wenn dies überhaupt gewünscht ist)
Positiv
Hochcafé In jedem Fall beibehalten
Angebot für Kinder Mehr kinderspezifische Angebote (z.B.
Basteln)
Unterhaltungsangebot Mehr Musik (insbesondere Weihnachtsmusik)
Negativ
Öffnungszeiten Sperrstunde später ansetzen (wenn möglich)
Tabelle 12: Positive und negative Teilaspekte des Weihnachtsmarktangebotes
4.3.3 R ELEVANZ FÜR EINZELHANDEL, GASTRONOMIE UND TOURISMUS
Um es an dieser Stelle vorweg zu nehmen: wie schon in Kap. 2.1 erläutert, ist es wenig bis
gar nicht möglich, die Einflüsse eines Weihnachtsmarktes auf den Einzelhandel und
Angebote des Hotel- und gastronomischen Gewerbes konkret zu quantifizieren. Dies liegt
zum Einen daran, dass hierzu konkrete Umsatzzahlen der Einzelbetriebe oben genannter
Branchen vorliegen müssten, und zwar vom gesamten Jahr. Diese sind aber
Betriebsgeheimnisse und liegen daher weder öffentlich vor noch werden sie für so einen
Zweck herausgegeben. Doch selbst wenn diese Zahlen zugänglich wären, müsste man die
Aussagekraft hinterfragen, denn die Weihnachtsmarktzeit ist auch zugleich die Zeit des
Weihnachtsgeschäftes, wo ohnehin größere Umsätze zu verbuchen sind.
Für einen wirklich gesicherten Überblick über die wirtschaftlichen Effekte eines
Weihnachtsmarktes bräuchte man dann einen Vergleich zur selben Stadt mit und ohne
Weihnachtsmarkt. Da Weihnachtsmärkte aber jährlich stattfinden und nicht für ein Jahr
aussetzen (schon gar nicht, nur um ihre regionalwirtschaftlichen Effekte zu testen), wäre dies
schon technisch unmöglich.
AUSWERTUNG
31
Der Stellenwert des Weihnachtsmarktes für Einzelhandel, Gastronomie und Tourismus lässt
sich aber anhand des aktionsräumlichen Verhaltens der Weihnachtsmarktbesucher
vorsichtig abschätzen, was im Folgenden versucht wird.
Zusätzliche Zugkraft für die Innenstadt und den Einzelhandel?
Zunächst einmal ist die Feststellung, ob und wenn ja wie stark der Weihnachtsmarkt
zusätzliche Besucher in die Innenstadt lockt, von großem Interesse. Dies scheint
augenscheinlich der Fall zu sein: 38,5 % der Besucher gaben an, aufgrund des
Weihnachtsmarktes die Innenstadt häufiger zu besuchen, während 58 % sich zumindest
genauso häufig in der Innenstadt aufhalten und lediglich 3,5 % der Besucher die Innenstadt
aufgrund des Weihnachtsmarktes seltener besuchen (s. Kap. 4.2.3). Der Weihnachtsmarkt
hat also durchaus eine Multiplikatorfunktion, zumindest was die reine Besuchsintensität
angeht. Dies wird auch von der Tatsache unterstrichen, dass knapp 40 % der Besucher
zugleich in der Innenstadt einkaufen (siehe Kap. 4.2.3), wobei hier nicht klar differenziert
werden kann, ob nun der Weihnachtsmarktbesuch oder der Einkauf das Hauptziel dieser
Besucher ist (zumeist können dies die Befragten selbst auch nicht genau bestimmen).
Hinsichtlich der durchschnittlichen Pro-Kopf-Ausgaben auf dem Weihnachtsmarkt gibt es
zwischen den drei Motivationsgruppen keine allzu großen Unterschiede (siehe Tabelle 13).
Frage: „Besuchen Sie die Innenstadt aufgrund
des Weihnachtsmarktes häufiger als sonst?“
„Ja,
häufiger“
„Nein, genauso
häufig“
„Nein,
seltener“
Durchschnittliche Pro-Kopf-Ausgaben
auf dem Weihnachtsmarkt (€)
13,78 12,09 14,28
Tabelle 13: Pro-Kopf-Ausgaben auf dem Weihnachtsmarkt nach Besuchsmotivationsgruppen
Etwas deutlicher fällt ein Vergleich zwischen den drei Motivationsgruppen aus, wenn man sie
hinsichtlich ihrer Ausgaben außerhalb des Weihnachtsmarktes aufschlüsselt (siehe Tabelle
14). Hier zeigt sich, dass diejenigen, die die Innenstadt aufgrund des Weihnachtsmarktes
häufiger als sonst besuchen, während ihres Trips am wenigsten Geld ausgeben.
Frage: „Besuchen Sie die Innenstadt aufgrund
des Weihnachtsmarktes häufiger als sonst?“
„Ja,
häufiger“
„Nein, genauso
häufig“
„Nein,
seltener“
Durchschnittliche Pro-Kopf-Ausgaben
außerhalb des Weihnachtsmarktes (€)
19,51 24,41 24,14
Tabelle 14: Pro-Kopf-Ausgaben außerhalb des Weihnachtsmarktes nach Besuchsmotivationsgruppen
Aus diesen Erkenntnissen lässt sich aber ni cht unbedingt auf positive oder negative Effekte
schließen, da nicht bekannt ist, wie viel Geld bei einem regulären Innenstadtbesuch
außerhalb der Weihnachtsmarktzeit ausgegeben wird.
Positive Effekte für Tourismus und Gastronomie?
Inwiefern der Göttinger Weihnachtsmarkt positive Effekte für touristische Anbieter in
Göttingen hat, lässt sich anhand eines kurzen Blickes auf die Besucherherkunft beantworten.
GÖTTINGER WEIHNACHTSMARKT 2008
32
Weihnachtsmärkte haben generell – und der Göttinger Weihnachtsmarkt im Besonderen –
ein sehr regionales Einzugsgebiet. Für die allermeisten Weihnachtsmarktbesucher spielen
daher Hotels usw. keinerlei Rolle. Die wenigen aus dem Ausland stammenden Besucher
verbinden den Zwischenstopp ihrer Reise mit dem Weihnachtsmarktbesuch, sie sind aber
nicht deswegen angereist. Die Tourismuswirtschaft Göttingens dürfte also aufgrund des
Weihnachtsmarktes weder Umsatzzuflüsse generieren können noch –abflüsse erdulden
müssen.
Der relevante Anteil von Weihnachtsmarktbesuchern, der noch dazu gastronomische
Angebote (Restaurants, Kneipen) aufsucht, teilt sich wie in Tabelle 15 aufgezeigt, auf die
oben angeführten Besuchsmotivationsgruppen auf.
Frage: „Besuchen Sie die Innenstadt aufgrund des
Weihnachtsmarktes häufiger als sonst?“
„Ja, häufiger“ „Nein, genauso
häufig“
„Nein, seltener“
Einkauf Innenstadt
(N = 284)
41,5 % 54,6 % 3,9 %
Restaurant
(N = 49)
42,9 % 57,1 % 0 %
Angebot
Kneipe
(N = 85)
49,4 % 48,2 % 2,4 %
Tabelle 15: Wahrnehmung zusätzlicher Angebote nach Besuchsmotivationsgruppen
Es fällt besonders auf, dass fast die Hälfte der Besucher, die nach dem
Weihnachtsmarktbesuch in eine Kneipe, auch zugleich die Innenstadt aufgrund des
Weihnachtsmarktes häufiger besuchen. Bei den Kneipenbesuchern handelt es sich
vorwiegend um Studenten, die den Weihnachtsmarkt ohnehin überdurchschnittlich häufig
aufsuchen (s. Kap. 4.2.1). Dies lässt den vorsichtigen Schluss zu, dass der Weihnachtsmarkt
mehr Besucher in die innerstädtischen Kneipen lockt als dort sonst anzutreffen wären.
Für die Restaurantbesucher gilt dies nicht unbedingt. Erstens ist ihr Anteil an denen, die die
Innenstadt häufiger besuchen, kleiner. Zweitens handelt es sich bei ihnen vorwiegend um
Berufstätige, die den Weihnachtsmarkt verhältnismäßig selten besuchen (s. Kap. 4.2.1).
Drittens besteht hinsichtlich des Angebots ein großer Unterschied zu den Kneipen: Wer den
Weihnachtsmarkt besucht und dort etwas zu essen kauft, für den ist ein nachfolgender
Restaurantbesuch in der Regel keine Option mehr. Letztendlich sind aber auch hier konkrete
Einschätzungen nicht möglich, da Vergleichszahlen (z.B. Besucherzahlen, Umsätze etc.)
fehlen.
Zusammenfassung: Relevanz für Einzelhandel, Tourismus und Gastronomie
Die Auswirkungen des Weihnachtsmarktes auf den Einzelhandel sowie das Gastronomie-
und Tourismusgewerbe sind nur vorsichtig abzuschätzen. Um dies effizient zu
gewährleisten, wäre beispielsweise eine vergleichende Besucherzählung bei den jeweiligen
Anbietern innerhalb und außerhalb der Weihnachtsmarktzeit eine gute Möglichkeit.
In Abgleich der bisherigen in der Literatur aufgeführten Erkenntnisse (s. Kap. 2.1) und den
Ergebnissen dieser Erhebung lassen sich aber einige Tendenzen feststellen:
AUSWERTUNG
33
• Der innerstädtische Einzelhandel profitiert tendenziell von den Kopplungseffekten:
Weihnachtsmarktbesucher kaufen im Rahmen ihres Besuches sehr häufig noch
zugleich in der Innenstadt ein, nicht aber in den außen liegenden Gewerbegebieten.
Der Weihnachtsmarkt besitzt eine Multiplikatorfunktion für den City-Einzelhandel.
• Die Tourismuswirtschaft bleibt vom Weihnachtsmarkt weitestgehend unberührt.
Für die Weihnachtsmarktbesucher, die nahezu komplett aus der unmittelbaren
Umgebung stammen, spielen Hotels und ähnliche Einrichtungen keine Rolle.
• Die Einflüsse auf die Anbieter aus der Gastronomie sind indifferent. Zumindest in
Göttingen profitieren tendenziell (zumindest einige) Kneipen, da der
Weihnachtsmarkt ihnen zusätzliche, zumeist studentische, Kundschaft beschert. Die
Auswirkungen für die Restaurants lassen nicht konkret bestimmen: auch hier werden
definitiv Besucher generiert, dies dürfte aber zum Teil dadurch kompensiert werden,
dass der Weihnachtsmarkt ein breites Essensangebot bietet und daher auch wieder
Kundschaft für die stationäre ausbleibt.
GÖTTINGER WEIHNACHTSMARKT 2008
34
5 Z USAMMENFASSUNG
Nicht alle grundsätzlichen Fragen erfordern eine wissenschaftliche Untersuchung um sie zu
beantworten. Der Göttinger Weihnachtsmarkt leidet bestimmt nicht unter Besuchermangel.
Für diese Feststellung reicht ein einmaliger Besuch an einem nahezu beliebigen Tag zu
einer nahezu beliebigen Uhrzeit. Diese Tatsache ist natürlich schon ein Spiegel seiner
Anziehungskraft. Das positive Gesamtbild des Weihnachtsmarktes in den Augen seiner
Besucher unterstreicht dies.
Allerdings werden nicht alle Angebote gleichermaßen gut beurteilt. Die Besucher bewerten
das Angebot an Heißgetränken und Essen durchweg positiv, wünschen sich aber zum Teil
ein differenzierteres. Dies könnte angegangen werden, in dem die Zusammensetzung der
Stände dahingehend überarbeitet wird, dass die Zahl von „traditionellen“ Anbietern (z.B.
Bratwurst, Glühwein) zu Gunsten anderer Getränke- und Essensangebote (z.B. mehr
vegetarisches Essen) leicht reduziert wird oder die bestehenden dadurch ergänzt werden.
Auch sollte das Angebot für Kinder ausgebaut und, wenn möglich, die Sperrstunde
verlängert werden; diese beiden Aspekte stehen vorwiegend im Mittelpunkt der Kritik.
Als sehr positiv hat sich das Hochcafé erwiesen, das bei den Besuchern sehr gut
aufgenommen und von ihnen häufig lobend genannt wird. Es empfiehlt sich dringend, dieses
Angebot in Zukunft aufrecht zu erhalten. Eine ebenso als sehr gut empfundene Einrichtung
ist der Advents-Shuttle-Bus. Sofern die Busse noch nicht ausgelastet sind, könnte dies durch
noch mehr Werbung hierfür erreicht werden, denn das Angebot als solches ist
außerordentlich attraktiv.
Möglicherweise könnte durch die (in erster Linie qualitativen) Verbesserungen auch das
bisher sehr regionale Einzugsgebiet des Weihnachtsmarktes vergrößert werden. Die
Tatsache, dass ein Großteil der Besucher auch andere Weihnachtsmärkte – nicht nur in
größeren Städten wie Kassel oder Hannover, sondern auch in kleineren wie Goslar –
wahrnimmt, zeugt davon, dass die Menschen durchaus bereit sind, gewisse Entfernungen
auf sich zu nehmen, wenn am Zielort ein attraktives Angebot auf sie wartet.
Insgesamt stellt der Göttinger Weihnachtsmarkt einen positiven Faktor für die innerstädtische
Ökonomie dar: der Einzelhandel und teilweise die Gastronomie profitieren von
Kopplungseffekten, der Tourismussektor bleibt eher unberührt. Dies ist bei
Weihnachtsmärkten allerdings der Regelfall.
So stellt der Göttinger Weihnachtsmarkt zusammenfassend betrachtet keine Ausnahme dar,
denn die meisten der genannten Trends und Zustände treffen auch auf Vergleichsorte zu. Es
empfiehlt sich für die Stadt Göttingen und auch die einzelnen Anbieter bzw. die z.T. dahinter
stehenden Gastronomen, die Anregungen aufzugreifen und das insgesamt schon sehr gute
Angebot dahingehend zu optimieren und dieses auch zu kommunizieren.
LITERATUR
35
6 L ITERATUR
• Backhaus, Klaus & Erichson, Bernd & Plinke, Wulff & Weiber, Rolf (2000):
Multivariate Analysemethoden. 9. überarb. u. erw. Aufl. Berlin [u.a.] : Springer.
• Berekoven, Ludwig (1999): Marktforschung : methodische Grundlagen und praktische
Anwendung. 8. Aufl. Wiesbaden : Gabler.
• Faust, Heiko (1997): Befragung auf den Göttinger Weihnachtsmärkten 1996.
Einzugsgebiet, Attraktivität und Image der Göttinger Weihnachtsmärkte.
Projektbericht. Göttingen.
• Freyer, Walter (2000): Event-Management im Tourismus – Kulturveranstaltungen und
Festivals als touristische Leistungsangebote. In: Dreyer, Axel (Hg.): Kulturtourismus.
2. Aufl. München : Oldenbourg. S. 211-242.
• Grimm, Alexander & Etzold, Dominik & Leu, Jürgen & Ludwig, Björn & Riedel, Daniel
& Schubach, Tobias & Sedlacek, Peter (2006): Die Weihnachtsmärkte in Jena und
Erfurt. (= Wirtschaftsgeographie+Regionalentwicklung - Berichte+Diskussionen,
3/2006. Jena.
• IMOHA (2002): Weihnachtsmärkte als Wirtschaftsfaktor für Kommunen und
Tourismus in der Bundesrepublik Deutschland sowie dessen Beitrag zur
Leistungssteigerung im mittelständischen Schaustellergewerbe und Markthandel.
Kurzfassung des Abschlussberichts zur Projektstudie im Auftrag des
Bundesverbands Deutscher Schausteller und Marktkaufleute e.V. Wernigerode.
• Kammerhofer-Aggermann, Ulrike & Hiebl, Ewald & Keul, Alexander & Bachleitner,
Reinhard & Schreuer, Mynda (2003): Weihnachtsmärkte – Zentren der Sehnsüchte
und des Tourismus. In: Tourismus Journal, 7. Jg., Heft 3. Stuttgart : Lucius & Lucius.
S. 329-554.
• Lange, Tanja & Waibel, Michael (2001): Der Göttinger Weihnachtsmarkt als
städtisches Event. Ergebnisse einer vom Geographischen Institut der Universität
Göttingen im Jahr 2000 durchgeführten Besucher- und Anbieterbefragung.
(=Göttinger Statistik Aktuell Nr. 3, März 2001). Göttingen.
• Meier Kruker, Verena & Rauh, Jürgen (2005): Arbeitsmethoden der
Humangeographie. Schriftenreihe Geowissen kompakt. Darmstadt : Wiss. Buch-Ges.
• Peters, Jutta & Vetterlein, Uwe (2003): Weihnachtsmärkte - ein boomender
Wirtschaftsfaktor - Synergie oder Konkurrenz zum stationären Einzelhandel? In:
Handel im Fokus. Mitteilungen des IfH III/03. Köln : Institut für Handelsforschung.
S. 173-180.
• Wessel, Karin (1996): Empirisches Arbeiten in der Wirtschafts- und Sozialgeographie
: eine Einführung. Paderborn : Schöningh.
ANHANG
• Fragebogen
• Fotos
Datum:
Mit welchem Verkehrsmittel sind Sie zum Weihnachtsmarkt gekommen?
PKWnjklmFahrradnjklmBusnjklmzu FußnjklmShuttle-Bus kombiniert mit anderem Verkehrsmittelnjklm
Mit wem besuchen Sie den Weihnachtsmarkt? (Mehrfachnennungen möglich)
alleinecdmit Familiecdmit dem Partnercdmit Freunden/BekanntencdSonstigescd
Wie häufig besuchen Sie den Göttinger Weihnachtsmarkt in diesem Jahr?
< 1x pro Wochenjklm1x pro Wochenjklm2-3x pro Wochenjklm> 3x pro Wochenjklm
Beurteilung der Aspekte (Schulnotensystem)123456X
Angebot an Heißgetränken
Angebot an Essen
Angebot an Geschenkartikeln
Angebot für Kinder
Unterhaltung
Sauberkeit
Erreichbarkeit mit dem Shuttle-Service
Der diesjährige Weihnachtsmarkt gefällt Ihnen im Vergleich zum letzten Jahr...?
BessernjklmGenausonjklmSchlechternjklmKann ich nicht beurteilennjklm
Welche Angebote in der Stadt nutzen Sie im Rahmen dieses Besuches noch, die
NICHT zum Weihnachtsmarkt gehören? (Mehrfachnennungen möglich)
Einkauf innerhalb der InnenstadtcdEinkauf außerhalb der Innenstadt (Einkaufszentrum)cd
RestaurantcdKneipecdKinocdTheatercdMuseen/Ausstellungencd
Schlittschuhbahn (Lokhalle)cdSonstigecd
Besucherbefragung
Wie beurteilen Sie den Weihnachtsmarkt hinsichtlich der folgenden Aspekte nach dem
Schulnotensystem...? (1 = "sehr gut",...,6 = "ungenügend", X = "Kann ich nicht beurteilen")
Uhrzeit:11-13njklm13-15njklm15-17njklm17-19njklm19-21njklm
Standort:Gänseliesel/RathausnjklmJohanniskirchenjklm
Zugnjklm
Wieviel Geld geben Sie schätzungsweise bei diesem Aufenthalt in der Innenstadt AUF DEM
WEIHNACHTSMARKT aus (in €)?
Wieviel Geld geben Sie schätzungsweise bei diesem Aufenthalt in der Innenstadt AUSSERHALB
DES WEIHNACHTSMARKTES aus (in €)?
Besuchen Sie die Innenstadt AUFGRUND DES WEIHNACHTSMARKTES häufiger als sonst?
Ja, häufigernjklmNein, genauso häufignjklmNein, seltenernjklm
Nutzen Sie auch das Angebot in den Seitenstraßen?
Ja njklmNeinnjklmNein, davon ist mir nichts bekanntnjklm
Welche anderen Weihnachtsmärkte besuchen Sie in diesem Jahr noch?
(Mehrfachnennungen möglich)
HannovercdKasselcdBraunschweigcdDuderstadtcd
Hann. MündencdNortheimcdEinbeckcdOsterode a.H.cd
HolzmindencdHeiligenstadtcdErfurtcdSonstigecd
Woher kommen Sie? (PLZ, 5-stellig)
Alter:< 18njklm18-<30njklm30-<45njklm45-<65njklm65 und älternjklm
Geschlecht:männlichnjklmweiblichnjklm
Berufsstatus:berufstätignjklmStudentnjklmarbeitslosnjklmim RuhestandnjklmSonstigesnjklm
Sonstige Anmerkungen zum Weihnachtsmarkt
Geographisches Institut, Abt. Humangeographie
Goldschmidtstraße 5, 37077 Göttingen
im Auftrag der Stadt Göttingen
1) Am Alten Rathaus/Gänseliesel (Eröffnungstag, Mittwoch, 28.11.08, ca. 19.30 Uhr)
2) Hochcafé und Riesenrad (Dienstag, 09.12.08, ca. 14.00 Uhr)
Fotos: Thomas Wieland
3) Am Alten Rathaus/Gänseliesel (Mittwoch, 10.12.08, ca. 15.00 Uhr)
Die wirtschaftliche Bedeut ung der Volksfeste und
Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018
Aktuelle Situation, Entwicklungen, Trends
ift Freizeit- und
Tourismusberatung GmbH
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Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 1
Aktuelle Situation, Entwicklungen, Trends
Köln, 21.12.2018
Die wirtschaftliche Bedeu tung der Volksfeste
und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018
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Christian Rast
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Kristin Seydewitz
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Bild Titelseite: © Deutscher Schaustellerbund
Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH
Vorwort
Thomas Bareiß
Parlamentarischer Staatssekretär
beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie
Beauftragter der Bundesregierung für Tourismus
Volksfeste und Weihnachtsmärkte haben auf vielfältige Weise eine hohe Bedeutung für unser
Land. Die vorliegende Studie liefert uns eine detaillierte Beschreibung der wirtschaftlichen Bedeu-
tung und aktuellen Entwicklung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland.
Sie liefert erfreuliche Belege dafür, dass die rund 10.000 Volksfeste und 3.000 Weihnachtsmärkte
weiterhin mit ihrem vielschichtigen Angebot auch bzw. gerade in der digitalen Welt ein sehr wichti-
ger Bestandteil unserer Kultur und Tradition sind. Besucherzahlen und Besuchshäufigkeit steigen
an. Dies unterstreicht die – auch vom Bundesverwaltungsgericht anerkannte – soziale und identi-
tätsstiftende Funktion sowie die Heimat- und Brauchtumspflege dieser teils jahrhundertealten Ver-
anstaltungen.
Neben den weltbekannten Volksfesten rücken die Weihnachtsmärkte immer mehr in den Fokus
und bilden ein zweites Standbein für die Schausteller. Auch als Wirtschaftsfaktor ist die Schaustel-
lerbranche beachtenswert. Neben einer nennenswerten Wertschöpfung in den Kommunen trägt
die Branche über direkte und indirekte Effekte zu über 55.700 Vollzeitarbeitsstellen bei.
Im Bereich des Tourismus bildet die Schaustellerbranche ebenfalls ein traditionsreiches Segment.
So ist die Attraktivität der Volkfeste und Weihnachtsmärkte ein wichtiger Imagefaktor, insbesondere
auch im ländlichen Bereich, und häufig Anlass für auswärtige und auch ausländische Besucher
aller Schichten und Altersgruppen.
Diese Erfolgsgeschichte ist ein Verdienst der vielen Schaustellerunternehmen, die größtenteils seit
Generationen im Familienbetrieb geführt werden. Besonders anzuerkennen ist, dass es ihnen ge-
lungen ist, trotz teils schwieriger Rahmenbedingungen wie Arbeitskräftemangel und verschärfter
Sicherheitsanforderungen die Attraktivität der Veranstaltungen aufrechtzuerhalten oder gar zu stei-
gern. Erfreut habe ich zur Kenntnis genommen, dass das befürchtete Sterben der kleineren Volks-
feste gestoppt ist.
Die steigende Nachfrage und das erhöhte Bewusstsein der Städte und Kommunen zur Unterstüt-
zung der Volksfeste und Märkte liefern der Branche Aussicht auf insgesamt gute Rahmenbedin-
gungen. Dennoch werden stetig Anpassungen nötig sein, um die kulturhistorische Institution Volks-
fest zu sichern. Dafür werde ich stets ein offenes Ohr haben.
Allen Verbandsmitgliedern wünsche ich weiterhin erfolgreiche, erlebnisorientierte Veranstaltungen
im Herzen der Städte und Kommunen!
S. 1
Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 2
Inhaltsverzeichnis
Management Summary 6
1. Einführung 10
1.1 Ausgangssituation 10
1.2 Zielsetzung 12
1.3 Begriffsbestimmung 13
1.4 Methodische Grundlagen und Umfang der Untersuchung 14
1.4.1 Bevölkerungsrepräsentative Online-Panel-Befragung 14
1.4.2 Schriftliche und Online-Befragung von Schaustellern 15
2. Branchenprofil Schausteller 16
2.1 Struktur der Branche 17
2.2 Aktivitätsprofil der Schausteller 21
2.3 Wirtschaftliche Situation der Betriebe 22
3. Volksfeste und Volksfestbesuche 24
3.1 Das Angebot: Anzahl der Volksfeste in Deutschland 24
3.2 Das Image: Das Volksfest aus Sicht der Besucher 25
3.3 Die Nachfrage: Umfang und Struktur der Volksfestbesuche 25
3.3.1 Volksfestbesuchsintensität der Bevölkerung 25
3.3.2 Volksfestbesuchshäufigkeit 25
3.3.3 Besuchsvolumen 29
3.3.4 Begleitung beim Volksfestbesuch 31
3.4 Größe und Frequentierung der besuchten Volksfeste 32
4. Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste 2018 33
4.1 Ausgaben der Volksfestbesucher 33
4.1.1 Höhe und Struktur der Tagesausgaben 33
4.1.1.1 Ausgaben in Abhängigkeit von der Größe des besuchten Volksfestes 34
4.1.1.2 Ausgaben in Abhängigkeit von soziodemografischen Merkmalen 35
4.2 Regionalwirtschaftliche Effekte der deutschen Volksfeste 35
4.2.1 Monetäre Effekte 35
Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 3
4.2.1.1 Betriebskosten (inkl. Personalkosten) 36
4.2.1.2 Persönliche Ausgaben 36
4.2.1.3 Ausgaben von Volksfestbesuchern außerhalb des Volksfestgeländes 37
4.2.1.4 Zusammenfassung der monetären Effekte 38
4.2.2 Wertschöpfungseffekt 38
4.2.3 Arbeitsmarkteffekte 40
4.2.4 Fiskalische Effekte 40
4.2.5 Kennziffern zur Bemessung der regionalwirtschaftlichen Effekte 41
5. Die Bedeutung der Weihnachtsmärkte für das Schaustellergewerbe 42
6. Trends und Ausblick 46
Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 4
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Dauer der Tätigkeit des Befragten im Schaustellergewerbe 18
Abbildung 2: Dauer der Tätigkeit der Familie im Schaustellergewerbe 18
Abbildung 3: Umsatzanteil nach Unternehmensbereich 19
Abbildung 4: Anzahl nicht mitarbeitender Familienangehöriger 20
Abbildung 5: Umsatzgrößenklassen 21
Abbildung 6: Bewertung wirtschaftliche Situation 22
Abbildung 7: Entwicklung der wirtschaftlichen Situation in den letzten drei Jahren 23
Abbildung 8: Anreisestrecke letzter Veranstaltungsbesuch 27
Abbildung 9: Entwicklung der Besuchshäufigkeit im vergangenen Jahr 28
Abbildung 10: Anzahl der begleitenden Kinder beim letzten Volksfestbesuch 31
Abbildung 11: Die Wertschöpfung im Überblick 38
Abbildung 12: Bedeutung der Weihnachtsmärkte 45
Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 5
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Struktur der Branche nach Geschäftstypen 17
Tabelle 2: Mitarbeiterzahlen (feste Mitarbeiter ganzjährig, inkl. Familienangehörige) 20
Tabelle 3: Durchschnittliche Anzahl besuchter Veranstaltungen und Veranstaltungstage
gesamt 22
Tabelle 4: Besuchshäufigkeit nach Herkunftsbundesland der Befragten 26
Tabelle 5: Die größten Volksfeste in Deutschland nach offiziellen Besuchszahlen 2018 30
Tabelle 6: Strukturdaten der Volksfeste nach ihrer Größe 32
Tabelle 7: Ausgaben auf Volksfesten 2018 33
Tabelle 8: Ausgaben außerhalb des Volksfestgeländes 2018 37
Tabelle 9: Wertschöpfungsquoten 39
Tabelle 10: Die größten Weihnachtsmärkte in Deutschland (offizielle Besuchszahlen 2017) 44
Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 6
Management Summary
Kennzahlen
Zur Schaustellerbranche zählen insgesamt rund
5.300 Schaustellerunternehmen,
die mit ihren 31.800 Beschäftigten und
insgesamt mindestens 12.300 Geschäften vom Imbiss bis zur Achterbahn die
ca. 9.750 deutschen Volksfeste
sowie ca. 3.000 Weihnachtsmärkte in Deutschland beschicken.
Die Volksfeste verzeichneten zuletzt rund 189,6 Mio. Besuche pro Jahr, die Weihnachtsmärkte
159,7 Mio. Besuche. Insgesamt kommen die durch die Schaustellerunternehmen beschickten Ver-
anstaltungen demzufolge auf rund 350 Mio. Besuche pro Jahr.
Die Bruttoumsätze auf den Volksfestplätzen und Weihnachtsmärkten belaufen sich auf über 7,63
Mrd. Euro, davon werden 2,88 Mrd. Euro auf Weihnachtsmärkten und 4,75 Mrd. Euro auf Volks-
festen erwirtschaftet. Von diesen Umsätzen geben die Schausteller rund 1,2 Mrd. Euro an den
Veranstaltungsorten für Warenbezug, Gebühren, Aushilfspersonal und persönliche Konsumaus-
gaben aus. Zusätzliche rund 1,4 Mrd. Euro werden von den Volksfestbesuchern außerhalb des
Volksfestgeländes ausgegeben.
Das sorgt in den ausrichtenden Kommunen für eine Wertschöpfung von 1,355 Mrd. Euro und für
die Schaffung und Sicherung von weiteren rund 23.900 Arbeitsplätzen außerhalb der Schaustel-
lerunternehmen. Damit trägt die Schaustellerbranche direkt und indirekt zu über 55.700 Vollzeitar-
beitsstellen bei. Alle 8.000 Besucher wird in den Kommunen ein Arbeitsplatz vor Ort durch das
Volksfest (und außerhalb der Schaustellerbranche) geschaffen. Pro Volksfestbesucher werden da-
mit über 7,00 Euro Wertschöpfung, also neues Einkommen generiert. Pro Veranstaltung sind dies
137.000 Euro Wertschöpfung.
Ein Teil der Ausgaben der Schausteller fließt den Kommunen als Veranstalter der Volksfeste direkt
zu: rund 338 Mio. Euro für Standgebühren und andere Abgaben. Das sind fast 35.000 Euro pro
Veranstaltung oder rund 1,80 Euro pro Besucher. Dazu kommen unter Berücksichtigung der Aus-
gaben außerhalb des Volksfestgeländes 1,232 Mrd. Euro Gemeinschaftssteuereinnahmen. Davon
dürften rund 103 Mio. Euro in Form kommunaler Steuern direkt den Veranstaltungsorten zukom-
men. Damit dürften die Kommunen mit über 440 Mio. Euro direkt von Volksfesten profitieren oder
2,30 Euro pro Volksfestbesucher (Abgaben und Steuern).
In Summe fließen den öffentlichen Kassen fast 1,6 Mrd. Euro aus der Schaustellerbranche zu. Das
sind rund 8,30 Euro pro Besucher.
Branchenprofil Schausteller
Die Schaustellerunternehmen sind vor allem mit Gastronomie- und Imbissbetrieben (29%) sowie
Verkaufsgeschäften nach Schaustellerart (21%), Fahrgeschäften (27%) und Spielgeschäften
Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 7
(15%) auf den deutschen Volksfesten und Weihnachtsmärkten unterwegs und das im Durchschnitt
bereits seit 105 Jahren, also in fünfter Generation. Die deutschen Schaustellerunternehmen betrei-
ben durchschnittlich 2,3 unterschiedliche Geschäfte. Rund 45% der befragten Unternehmen gab
in den vergangenen fünf Jahren jedoch ein oder mehrere Geschäfte auf.
Die Schaustellerunternehmen beschäftigen einschließlich der Inhaber und der mitarbeitenden Fa-
milienangehörigen durchschnittlich 4,5 feste Mitarbeiter. Davon sind durchschnittlich 2,8 Personen
Familienangehörige. Die Branche ist damit durch Kleinst- und kleine Unternehmen geprägt.
Im Durchschnitt beschicken die Unternehmen mit ihrem wichtigsten Geschäft 22 Veranstaltungen
pro Jahr (einschließlich Weihnachtsmärkte). Insgesamt stehen die Schausteller (ohne Tage für
Auf- und Abbau) durchschnittlich an rund 149 Tagen pro Jahr auf Volksfesten und Weihnachts-
märkten.
Ihre wirtschaftliche Situation bewerten die Schausteller insgesamt als befriedigend, allerdings hat
diese sich für 49% der Unternehmen in den letzten drei Jahren verschlechtert, insbesondere wegen
gestiegener Lohnkosten, Gebühren und Abgaben sowie der unzureichenden Möglichkeit, Kosten-
steigerungen über Preiserhöhungen auszugleichen. Auch die leicht rückläufige Zahl vor allem klei-
nerer Volksfeste trug teilweise dazu bei. Die zukünftige Entwicklung wird seitens der Schausteller
immer noch mit Sorge betrachtet: 48% gehen von einer weiteren Verschlechterung aus.
Dieser skeptischen Selbsteinschätzung der Branche steht allerdings eine steigende Nachfrage auf
den Volksfesten und Weihnachtsmärkten gegenüber. Entsprechend ist die Zahl der Volksfeste na-
hezu stabil geblieben, die der Weihnachtsmärkte sogar gestiegen. Daher nimmt die Bedeutung der
Weihnachtsmärkte für die Branche seit Jahren stetig zu. Inzwischen machen die Umsätze auf
Weihnachtsmärkten 31% der Branchenumsätze aus – auch für die Zukunft werden die Weihnachts-
märkte als Chance für das Schaustellergewerbe betrachtet. Einhergehend mit einer weiteren Pro-
fessionalisierung der Schaustellerbranche sowie einer zugenommenen Wahrnehmung der Bedeu-
tung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte bei den Kommunen, die diese immer stärker bewerben,
besteht eigentlich kein Grund zur Skepsis. Die Rahmenbedingungen für die betriebliche Entwick-
lung der Schausteller haben sich insgesamt verbessert.
Volksfestangebot
Das durchschnittliche deutsche Volksfest dauert 2,9 Tage und umfasst ca. 60 Geschäfte. Tatsäch-
lich variiert die Größe der Veranstaltungen erheblich. Das größte deutsche Volksfest ist das 16-
tägige Münchner Oktoberfest mit seinen insgesam t rund 600 Geschäften. Die zehn größten deut-
schen Volksfeste zählen jeweils mehr als 350 Geschäfte.
Der Höhepunkt der Volksfestsaison ist Ende August. Die räumlichen Schwerpunkte der Volksfest-
kultur bilden der Süden und Westen der Republik. Besonders viele, zumeist aber kleinere bis
kleinste Veranstaltungen, finden in Ostbayern und im Saarland statt.
Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 8
Image von Volksfesten
Volksfeste sind etwas für die ganze Familie, diese Ansicht teilen die meisten Volksfestbesucher.
Auch die Aussage, dass Volksfeste ein wichtiger Teil unserer Tradition und Kultur sind, findet große
Zustimmung – immerhin geht das älteste deutsche Volksfest, das Lullusfest in Bad Hersfeld, auf
das 9. Jahrhundert zurück. Die Attraktivität der Volksfeste ist sehr hoch und ihre Bedeutung wieder
angewachsen. Ein wichtiger Grund dafür ist der Trend zum „analogen Erlebnis“ in einer immer
digitalisierter werdenden Welt. Dies belegen vor allem die gestiegenen Besuchszahlen.
Volksfestnachfrage
Der Anteil der Bundesbürger zwischen 14 und 70 Jahren, die in den letzten zwölf Monaten ein
Volksfest besuchten, beträgt rund 78%. Die Häufigkeit der Volksfestbesuche hängt stark vom Alter
ab, die 14- bis 24-Jährigen gehen besonders häufig auf Volksfeste (fast fünf Mal pro Jahr), während
die über 55-Jährigen die geringste Besuchsintensität haben (3,5 Besuche pro Jahr). Volksfestbe-
suche sind überdies eher eine Aktivität der mittleren bis gehobenen Einkommensgruppen. Perso-
nen mit höheren Bildungsabschlüssen sind auf Volksfesten überrepräsentiert. Insgesamt hat die
Besuchshäufigkeit in den letzten Jahren zugenommen.
Regional gesehen weisen besonders Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg
und Hessen eine hohe Volksfestbesuchshäufigkeit auf, aber auch in Berlin, Bayern, Hamburg und
Mecklenburg-Vorpommern sowie im Saarland gehen die Menschen überdurchschnittlich oft auf
Volksfeste.
Weihnachtsmärkte besuchen 77% der deutschen Bevölkerung zwischen 14 und 70 Jahren. Hierbei
ist die Besuchshäufigkeit bei den 25- bis 34-Jährigen am höchsten mit fast 4,4 Besuchen pro Jahr.
Mit 2,9 Besuchstagen pro Jahr gehen die über 55-Jährigen am seltensten auf Weihnachtsmärkte.
Die Besuchshäufigkeit auf Weihnachtsmärkten ist in allen Einkommensgruppen ähnlich hoch. Per-
sonen mit einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen von 1.500-2.000 Euro besuchten Weih-
nachtsmärkte mit 4,3 Tagen am häufigsten.
Ausgaben auf Volksfesten
Die durchschnittlichen Pro-Kopf-Ausgaben aller Besucher betragen rund 25,00 Euro je Besuchs-
tag. Dabei entfallen 43% dieser Ausgaben auf die gastronomische Versorgung. Auf größeren
Volksfesten tätigen die Besucher weit überdurchschnittliche Ausgaben (bis zu 61 Euro auf dem
Oktoberfest) und regelmäßige Volksfestbesucher sind besonders ausgabefreudig. Außerdem flie-
ßen pro Weihnachtsmarktbesuch rund 13,40 Euro in die Kassen des Schaustellergewerbes. Dar-
über hinaus tätigen Weihnachtsmarktbesucher weitere Ausgaben, die aber an Unternehmen an-
derer Branchen fließen. Insgesamt geben die Besucher etwa 18,00 Euro pro Weihnachtsmarkt-
besuch aus.
Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 9
Entwicklung 2000 bis 2018
Die Schaustellerbranche hat sich in den vergangenen 18 Jahren erheblich verändert: ein schrump-
fendes Angebot an Veranstaltungen, demgegenüber steigende Besucherzahlen vor allem der gro-
ßen und mittleren Volksfeste, das Ende neuer Superlative bei den Fahrgeschäften, steigender Zu-
spruch bei den Weihnachtsmärkten und Top-Volksfesten und erhöhte Pro-Kopf-Ausgaben – von
denen wegen gestiegener Kosten nur wenig bei den Unternehmen der Branche ankommt.
Das Angebot an Volksfesten ist in den letzten 18 Jahren deutlich zurückgegangen. Gab es nach
Analyse der im Komet-Kalender gelisteten Veranstaltungen im Jahr 2000 noch 12.000 Volksfeste,
so sank diese Zahl bis zum Jahr 2012 auf 9.900, um sich in den Folgejahren nur noch geringfügig
auf nun ca. 9.750 zu reduzieren. Da der Komet-Kalender angesichts fortschreitender Digitalisie-
rung im Jahr 2018 nicht mehr den gesamten Volksfestmarkt abbildet, greift der Deutsche Schau-
stellerbund mit seiner Einschätzung auf die ständige Rücksprache mit seinen 91 Mitgliedsverbän-
den im gesamten Bundesgebiet zurück.
Auch die Anzahl der Weihnachtsmärkte ist schwierig einzuschätzen, da es kein alle Veranstaltun-
gen umfassendes Register gibt. Im Jahr 2012 zählte der Deutsche Schaustellerbund 1.500 Weih-
nachtsmärkte kommunaler Veranstalter zuzüglich weiterer ca. 1.000 privat veranstalteter Weih-
nachtsmärkte. Die Zahl der privat veranstaltet en Weihnachtsmärkte hat sich in den vergangenen
Jahren mit weiteren ca. 500 Veranstaltungen eindeutig erhöht, so dass der Gesamtbestand von
kommunalen und privaten Weihnachtsmärkten auf ca. 3.000 geschätzt wird.
Das Image der Volksfeste hat sich in den vergangenen zwölf Jahren nicht grundlegend gewandelt
und ist sehr positiv besetzt. Volksfeste passen nach Meinung der Bevölkerung „in die heutige Zeit“.
Die Aussage, dass Volksfeste ein wichtiger Bestandteil von Kultur und Tradition sind, erfuhr schon
immer eine hohe Zustimmung. Diese ist in den letzten Jahren nochmals gestiegen, was neben der
wirtschaftlichen Bedeutung auch deren qualitative Bedeutung für die Menschen unterstreicht.
Die Besuchszahlen auf den Volksfesten in Deutschland sind in den vergangenen 18 Jahren von
170 Mio. im Jahr 2000 auf rund 189,6 Mio. in 2018 gestiegen. In dieser Zeit ist die Volksfestbe-
suchsintensität von 63% auf nahezu 78% gestiegen. Auch die Anzahl der Besuchstage stieg von
3,2 Volksfestbesuchen auf 3,9 Besuche an.
Die gestiegene Besucherzahl zeugt von der ungebrochenen Beliebtheit von Volksfesten als Be-
suchsziel der Bevölkerung. In Zusammenhang mit der gesunkenen Anzahl an Volksfesten bestätigt
dies den Trend, dass sich vor allem große und mittlere Volksfeste großer Beliebtheit erfreuen und
steigende Besucherzahlen verzeichnen.
Für das Jahr 2000 wurden umgerechnet Pro-Kopf-Ausgaben der Besucher auf Volksfesten in Höhe
von durchschnittlich 15,35 Euro ermittelt. Im Jahr 2012 wurden durchschnittlich 21,20 Euro von
den Besuchern pro Kopf und Tag ausgegeben. Dies bedeutet eine Steigerung um rund 5,80 Euro
pro Kopf und Tag bzw. 37,9%. Für das Jahr 2018 konnte eine weitere Steigerung der Pro-Kopf-
Ausgaben mit rund 25,00 Euro ermittelt werden. Im Vergleich zu 2012 sind die Ausgaben somit um
über 3,80 Euro pro Kopf und Tag bzw. um 18% gestiegen.
Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 10
1. Einführung
1.1 Ausgangssituation
Den Volksfesten und den sie beschickenden Schaustellern kommt in Deutschland eine erhebliche
Bedeutung zu. Diese geht über die rein wirtschaftlichen Vorteile, welche Volksfeste für die ausrich-
tenden Städte und Kommunen bewirken, weit hinaus. So bilden Volksfeste für viele Städte einen
wichtigen Imagefaktor und stellen für auswärtige Besucher oft den entscheidenden Anlass für ei-
nen Besuch in der betreffenden Stadt dar. Aber auch nach innen wirken die traditionellen Volks-
feste als zum Teil jahrhundertealter Bestandteil des örtlichen Lebensgefühls. So hat das Bundes-
verwaltungsgericht in einer wegweisenden Entscheidung 2009 die Veranstaltung von Volksfesten
(hier: Weihnachtsmärkten) als Daseinsvorsorge für die Bürger einer Kommune bezeichnet, weil
sie eine die Gemeinschaft fördernde und Identität stiftende Funktion haben.
Im Auftrag des Deutschen Schaustellerbundes e.V. (DSB) erstellte die Firma ift Freizeit- und Tou-
rismusberatung erstmals im Jahr 2000 eine Studie zur „Bedeutung des Wirtschaftsfaktors Volksfest
im Bereich des mittelständischen Fremdenverkehrsgewerbes in der Bundesrepublik Deutschland
und seine Auswirkungen auf die Leistungssteigerung im mittelständischen Schaustellergewerbe“.
Die Studie wurde seinerzeit aus Mitteln des Bundeswirtschaftsministeriums gefördert und fand bun-
desweit große Beachtung. Dem Deutschen Schaustellerbund diente die Studie als wichtiges In-
strument der Öffentlichkeitsarbeit.
Die Studie bescheinigte den Volksfesten rund 178 Mio. Besucher pro Jahr und einen Gesamtum-
satz von umgerechnet etwa 3,94 Mrd. Euro. Mehr als die Hälfte der durch Volksfeste ausgelösten
Wertschöpfung kam dabei anderen Branchen als dem Schaustellergewerbe zugute.
Trotz dieser Bedeutung und trotz des Umstandes, dass die Volksfeste eines der wenigen Kultur-
güter sind, die sich vollumfänglich eigenständig finanzieren und keinerlei öffentliche Subventionen
erhalten, werden die Rahmenbedingungen für das Schaustellergewerbe, das mit seinen Geschäf-
ten die Volksfeste beschickt, immer schwieriger. Di es reicht bis zur Absetzung jahrhundertealter
Volksfeste, was unmittelbar zum Verlust von Arbeitsplätzen im Schaustellergewerbe führt.
Aber auch auf den zahlreichen nach wie vor stattfindenden Volksfesten wird es für die Schausteller
durch zusätzliche, mit Kosten verbundenen Auflagen, durch die Anhebung von Gebühren sowie
Landesgaststättengesetze: Im Zuge der Föderalismusreform 2006 wurde den Bundesländern
die ausschließliche Gesetzgebungskompetenz für das Gaststättenrecht übertragen. Bisher ha-
ben aber nur einige Bundesländer entsprechende eigene Gesetze erlassen. Während z.B. in
Niedersachsen dem Volksfest-Gastronom für seine Berufsausübung nun seine Reisegewerbe-
karte ausreicht (eine Vereinfachung ganz im Sinne des Mittelstandsentlastungsgesetzes) muss
er in den meisten Ländern nach wie vor für jeden Festort erneut eine kostenpflichtige Gestat-
tung beantragen – kostspielige und unnötige Bürokratie.
Erteilung von Ausnahmegenehmigungen nach St raßenverkehrsrecht: Schaustellerfahrzeuge,
deren Abmessungen die allgemeinen Grenzen oft überschreiten, bedürfen für Transporte einer
Ausnahmegenehmigung, mit der ein hoher finanzieller und bürokratischer Aufwand verbunden
auch durch Verkleinerung oder Verlegung von Volksfesten an unattraktivere Standorte immer weiter
erschwert, profitabel zu arbeiten. Die folgenden Beispiele illustrieren diese Entwicklung:
Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 11
ist. Es wäre möglich, bei feststehenden Terminen über mehrere Zeiträume hinweg Dauerge-
nehmigungen zu erteilen, dies wird jedoch viel zu häufig verweigert.
Privatisierung von Volksfesten: Immer mehr Kommunen übertragen die Organisation von
Volksfesten privaten Unternehmen, was in der Regel zu erheblichen Kostensteigerungen für
die Schausteller führt. Das Bundesverwaltungsgericht stellte 2009 fest, dass Volksfeste und
Weihnachtsmärkte einen kulturellen, sozialen und traditionsbildenden Charakter besitzen und
damit als Angelegenheit der örtlichen Gemeinschaft einzuordnen sind, der sich die Kommunen
nicht vollends entledigen dürfen, indem sie diese privaten Unternehmen übertragen.
Sicherheit: Das Schaustellergewerbe sieht sich nach den Attentaten von Paris, Nizza, Mün-
chen, Stockholm, London und New York sowie dem Anschlag auf den Berliner Weihnachts-
markt am Breitscheidplatz 2016 mit neuen Sicherheitsanforderungen konfrontiert. Diese gehen
in Form von Sicherheitszäunen, Betonpollern, Zufahrtsverengungen und zusätzlichen Sicher-
heitsdiensten weit über die bisherigen Anforderungen hinaus und sind selbstverständlich eben-
falls mit hohen Kosten verbunden. Allerorten wird derzeit diskutiert, wer für die Mehrkosten, die
Terrorabwehrmaßnahmen auf Weihnachtsmärkten und Volksfesten bereiten, zukünftig auf-
kommen muss. In den Gesprächen mit Politik, Verwaltung und Medien vertritt der DSB – ge-
stützt auf ein Rechtsgutachten der Ruhr-Universität Bochum – sehr nachdrücklich die Rechts-
auffassung, dass die Gefahrenabwehr eine Aufgabe des Staates ist, derer er sich nicht entle-
digen kann – auch nicht finanziell.
Umweltzonen: Die gegenwärtigen gesetzlichen Regelungen, die die Möglichkeit von Einzelaus-
nahmegenehmigungen für Umweltzonen vorsehen, haben sich als nicht praktikabel, äußerst
bürokratieaufwändig und sehr kostenintensiv erwiesen. In vielen Bundesländern entstehen den
Schaustellern weiterhin unnötige Kosten. Der Nutzen derartiger Regelungen für die Umwelt ist
auch vor dem Hintergrund diverser wissenschaftlicher Untersuchungen mehr als zweifelhaft.
Dieselfahrverbot: Gleichgelagert zu den Umweltzonen ist die Problematik hinsichtlich der Viel-
zahl der mittlerweile richterlich angeordneten Dieselfahrverbote: Volksfeste finden üblicher-
weise in den Innenstädten statt. Der Trans port der meist schweren Geschäfte erfolgt aus-
schließlich mit Dieselfahrzeugen, die jedoch nur für die An- und Abfahrt innerhalb der Städte
bewegt werden, ansonsten meist neben dem Volkfestplatz in mehrtägiger bzw. mehrwöchiger
Warteposition verbleiben. Dieselfahrverbote müssen Ausnahmen für den Auf- und Abbau von
Volksfesten vorsehen.
Mindestlohn: Seit Januar 2015 gilt der neue gesetzliche Mindestlohn. Die damit einhergehende
Dokumentationspflicht stellt das Schaustellergewerbe vor erhebliche Probleme, weil sie hin-
sichtlich der gesetzlichen Arbeitszeit für Schausteller, deren Wohn- und Arbeitsort identisch und
deren Arbeits- und Freizeit auf dem Volksfestplatz nur schwer voneinander zu trennen sind,
kaum umsetzbar ist.
Arbeitskräftemangel: Arbeitskräfte aus Deutschland sind kaum noch für die Arbeit auf Volksfes-
ten und Weihnachtsmärkten zu begeistern, so dass seit vielen Jahren Mitarbeiter (zunächst)
aus Polen und später auch insbesondere Rumänien diese Aufgaben übernommen haben.
Durch den Beitritt Polens und Rumäniens in die EU und der vollständigen Erlangung der Ar-
beitnehmerfreizügigkeit, nutzen Mitarbeiter aus Polen und Rumänien ihre Freizügigkeit und
wählen nun aus freien Stellen in ganz Europa aus, so auch in Ländern mit deutlich höherem
Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 12
Lohnniveau, wie z.B. in Großbritannien oder in Skandinavien. Nun stehen Arbeitgeber aus per-
sonalintensiven Branchen mit gemäßigtem Lohnniveau, wie z.B. der Gaststätten- und Hotel-
sektor sowie nicht zuletzt auch das Schaustellergewerbe nicht nur innerhalb Deutschlands,
sondern auch europaweit im Wettstreit um die besten Mitarbeiter. Die Folge ist ein Wandel von
einem Arbeitgeber- hin zu einem Arbeitnehmermark t, der für einige Betriebe schon zu drasti-
schen personellen Engpässen geführt hat. Bei der Entwicklung neuer Strategien rücken an die
Stelle Rumäniens mittlerweile auch andere europäische Staaten, die noch nicht EU-Mitglieder
aber bereits vertragliche Beziehungen mit der Bundesrepublik Deutschland eingegangen sind,
wie z.B. Mazedonien, Montenegro, Serbien, Kosovo, Bosnien und Herzegowina und Albanien.
Die sogenannte Westbalkanregelung, die Arbeitssuchende aus Albanien, Bosnien und Herze-
gowina, dem Kosovo, Mazedonien, Montenegro und Serbien einen deutlich leichteren Zugang
zum deutschen Arbeitsmarkt erleichtert, stimmte die Schausteller zunächst hoffnungsvoll, doch
laufen diese Regelungen ins Leere, weil willige Arbeitskräfte (frühestens) elf Monate nach An-
tragstellung einen Termin zur Erteilung eines Visums in der deutschen Botschaft bekommen.
Durch die immer stärkere Reglementierung und Belastung der Schausteller mit Gebühren fügen
sich die öffentlichen Haushalte letztlich einen Schaden zu, denn den ausrichtenden Kommunen
erwachsen durch die Ausgaben der Besucher auf und außerhalb der Volksfestgelände, durch den
Bezug von Gütern und Dienstleistungen durch die Schausteller in der örtlichen Wirtschaft und
durch die Abgaben und Gebühren der Schausteller, welche zumeist direkt in die kommunalen Kas-
sen fließen, nennenswerte wirtschaftliche Effekte. Ohne, dass dem im Saldo Kosten gegenüber-
stünden, denn die bei den Kommunen entstehenden Kosten für die Organisation der Feste werden
durch entsprechende, von den Schaustellern getragene Gebühren gedeckt.
Seit einigen Jahren zeichnet sich zudem ab, dass der Demografische Wandel im Verbund mit ei-
nem veränderten Konsum- und Freizeitverhalten und einem weiter intensivierten Wettbewerb das
Schaustellergewerbe vor neue Herausforderungen stellt. Die Branche scheint sich auf diese neuen
Rahmenbedingungen immer besser einzustellen und professioneller zu arbeiten. Hinzu kommt der
ungebrochene Trend zu Kurz- und Städtereisen, das gestiegene Interesse an Events und Groß-
veranstaltungen und ein erhöhtes Bewusstsein der Städte und Gemeinden zur Unterstützung die-
ser Veranstaltungen. In Summe haben diese Faktoren dazu beigetragen, dass sich Weihnachts-
märkte und Volksfeste positiv entwickelt haben und die Nachfrage auf den Volksfesten und den
Weihnachtsmärkten auf aktuell 189,6 Mio. bzw. 159,7 Mio. Besuche pro Jahr angestiegen ist.
Vor dem Hintergrund dieser ungebrochenen Dynamik der Veränderungen innerhalb und im Umfeld
der Branche hat der Deutsche Schaustellerbund e.V. zum zweiten Mal eine Aktualisierung der vor-
liegenden Studie beauftragt.
1.2 Zielsetzung
Ziel der vorliegenden Untersuchung ist eine detaillierte Beschreibung der wirtschaftlichen Bedeu-
tung und der aktuellen Situation und Wahrnehmung des Schaustellergewerbes bzw. der Volksfeste
in Deutschland.
Dabei geht es sowohl um die Generierung quantitativer Daten (z.B. Anzahl und Häufigkeit der
Volksfestbesuche, Umfang der Ausgaben bei Vo lksfestbesuchen, Bruttoumsätze, Wertschöp-
fungseffekte für die ausrichtenden Kommunen), als auch um qualitative Aspekte (z.B. Einschät-
zung der Familienfreundlichkeit oder der qualitativen Bedeutung von Volksfesten).
Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 13
Wo methodisch und inhaltlich möglich, sollen überdies über den Vergleich mit den Ergebnissen
aus den Vorgängerstudien Entwicklungen im Schaustellergewerbe und bei den Volksfesten sowie
Weihnachtsmärkten aufgezeigt werden.
Die vorliegende Aktualisierung widmet sich zudem vertiefend folgenden Fragen:
Welche Bedeutung haben die kleinen und mittleren Volksfeste für den Tagestourismus?
Welche Branchen profitieren vor Ort in welchem Umfang von der Durchführung von Volksfesten
(Gastronomie, Einzelhandel, Hotellerie, Verkehrsunternehmen, Taxigewerbe)?
Wie hoch sind die Ausgaben der Weihnachtsmarktbesucher? Wie haben sich die Besucher-
zahlen entwickelt und welche Bedeutung nimmt dieses „zweite Standbein“ mittlerweile für die
Schaustellerbetriebe ein?
1.3 Begriffsbestimmung
Die Gewerbeordnung definiert das Volksfest folgendermaßen1:
„Ein Volksfest ist eine im allgemeinen regelmäßig wiederkehrende, zeitlich begrenzte Veranstal-
tung, auf der eine Vielzahl von Anbietern unterhaltende Tätigkeiten im Sinne des § 55 Abs. 1 Nr. 2
(selbständig unterhaltende Tätigkeiten als Schausteller oder nach Schaustellerart) ausübt und Wa-
ren feilbietet, die üblicherweise auf Veranstaltungen dieser Art angeboten werden.“
Damit zählen sowohl die klassischen, großen Volksfeste wie Münchener Oktoberfest, Canstatter
Volksfest oder Cranger Kirmes zu den Volksfesten, wie auch Schützenfeste und Weihnachts-
märkte, auf denen neben Gastronomie auch Entertainment z.B. in Form von Fahrgeschäften wie
Karussells oder Riesenrädern, Schießgeschäften, Verkaufsgeschäften nach Schaustellerart (z.B.
Süßwaren) oder anderen Schaustellerbetrieben geboten wird.
Abzugrenzen vom Begriff des Volksfestes sind die Messen nach § 64 der Gewerbeordnung, die
Ausstellungen nach § 65 der Gewerbeordnung sowie der Großmarkt nach § 66 und der Wochen-
markt nach § 67 der Gewerbeordnung. Auch der sogenannte Spezialmarkt und der Jahrmarkt zäh-
len nach § 68 der Gewerbeordnung nicht zu den Volksfesten, da bei ihnen der Warenverkauf im
Vordergrund steht. Allerdings lässt die Gewerbeordnung nach § 68 Abs. 3 ausdrücklich zu, dass
„auf einem Spezialmarkt oder Jahrmarkt auch Tätigkeiten im Sinne des § 60 b Abs. 1 ausgeführt
werden können“. Damit ist eine scharfe Trennung von Volksfesten und den Spezial- und Jahrmärk-
ten nicht möglich und auch nicht sinnvoll.
1 § 60 b Abs. 1 der Gewerbeordnung
Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 14
1.4 Methodische Grundlagen u nd Umfang der Untersuchung
Die in der Folge dargestellten Ergebnisse wurden auf der Grundlage folgender Erhebungen ermit-
telt:
Bundesweite, bevölkerungsrepräsentative Online-Panel-Befragung von Volksfestbesuchern
mit einer Stichprobe von n = 1.647 in 3 Wellen,
schriftliche und Online-Befragung von Schaustellern mit einer Stichprobe von n = 308,
Auswertung von Sekundärdaten.
1.4.1 Bevölkerungsrepräsentati ve Online-Panel-Befragung
Im Vergleich zur Studie aus dem Jahr 2012 wurde für die vorliegende Studie das Befragungsdesign
angepasst. Während im Jahr 2012 eine Telefonbefragung durchgeführt wurde, bei der zu einem
einzigen Befragungszeitpunkt die Erinnerung an die Volksfestbesuche des vergangenen Jahres
abgerufen wurde, erfolgte die Befragung 2017/18 über ein Online-Panel und in mehreren Wellen.
Damit konnte sichergestellt werden, dass keine Erinnerungsverluste der Probanden in die Befra-
gungsergebnisse einfließen. Die im Jahr 2017/18 erhobenen Ergebnisse sind damit deutlich reprä-
sentativer als die Ergebnisse der vorherigen Studie.
Die Befragung wurde von der Firma LIGHTSPEED GM I in Form einer Online-Panel-Befragung in
drei Wellen zu jeweils rund 550 Interviews durchgeführt. Die erste Welle fand im Dezember/Januar
mit einer Stichprobe von 547 sta tt. Die zweite und dritte Welle mit einer Stichprobe von je 550
wurden im Juni/Juli bzw. im September/Oktober durchgeführt. Befragt wurden Personen ab 14
Jahre in deutschen Haushalten (unabhängig von der Nationalität der dort wohnenden) mit Internet-
anschluss. Diese stellten 2017 insgesamt 88% der deutschen Haushalte
2.
Die Auswahl der Probanden erfolgte über einen Quotenplan bzgl. der zu befragenden Altersgrup-
pen, des Wohnsitzes nach Bundesland sowie des Geschlechts. Bei den insgesamt 2.948 Inter-
views wurde zunächst mit einer Filterfrage geklärt, ob die Probanden innerhalb der letzten zwölf
Monate ein Volksfest oder einen Weihnachtsmarkt besucht hatten. Über eine weitere Filterfrage
wurde geklärt, ob ein Besuch in den letzten sechs Wochen erfolgte. War dies der Fall, folgte das
vollständige Interview mit Fragen u.a. zum besuchten Volksfest, zum Ausgabeverhalten und zu
persönlichen Daten des Probanden. Die Stichprobe der Befragten, die innerhalb der letzten sechs
Wochen ein Volksfest oder einen Weihnachtsmarkt besucht hat, liegt bei 1.647.
Die Auswahl einer repräsentativen Zufallsstichprobe ermöglicht Aussagen zu den Fehlertoleranzen
bei der Hochrechnung der Stichprobe auf die Grundgesamtheit.
2 Quelle: statistisches Bundesamt 2018, Ausstattung privater Haushalte mit PC, Internetzugang und Breitband-
anschluss im Zeitvergleich 2007-2017.
Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 15
1.4.2 Schriftliche und Online-Be fragung von Schaustellern
Die Befragung von Schaustellern wurde mit Hilfe eines schriftlichen Fragebogens durchgeführt, der
im Spätsommer 2017 durch den DSB an seine Mitglieder versandt bzw. verteilt wurde. Zusätzlich
zur schriftlichen Befragung hatten die Schausteller auch die Möglichkeit, den Fragebogen online
auszufüllen. Die Online-Befragung wurde mit Hilfe des Online-Befragungstools Surveymonkey im
Zeitraum Januar bis Februar 2018 ergänzend durchgeführt. Die Ergebnisse der Online-Befragung
wurden mit den Ergebnissen der schriftlichen Befragung zusammengefasst.
Mit insgesamt 308 Teilnehmern wurde bezogen auf die Grundgesamtheit von 3.545 im DSB orga-
nisierten Schaustellerunternehmen eine aussagekräftige Stichprobengröße (9% der Grundgesamt-
heit) erreicht.
Abgefragt wurden Strukturdaten der Unternehmen sowie zur Anzahl besuchter Volksfeste und
Weihnachtsmärkte, Angaben zum Vorleistungsbezug und zu Einschätzungen der Branchenent-
wicklung.
Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 16
2. Branchenprofil Schausteller
Die Schausteller sind Beschicker der traditionellen Volksfeste, Kirmessen, Jahrmärkte und mittler-
weile auch zahlreicher Weihnachtsmärkte in Deutschland.
Seit dem 1. Januar 2002 ist der Begriff des Schaustellers und seine Berufstätigkeit in der Allgemei-
nen Verwaltungsvorschrift für den Vollzug des Titels III der Gewe rbeordnung (ReisegewVwV), an
deren Erarbeitung der Deutsche Schaustellerbund ma ßgeblich beteiligt war, erstmals einheitlich
definiert.
Dort heißt es unter Punkt 1.2:
Von einer Schaustellereigenschaft ist dann auszugehen, wenn ein Gewerbetreibender
1. mit einer oder mehreren Betriebsstätten,
2. mit nach äußerer Aufmachung und Gestaltung volksfesttypischen Geschäften aus den
Bereichen:
a) Fahrgeschäfte
b) Verkaufsgeschäfte
c) Zeltgaststätten, Imbiss und Ausschank (als Reisegewerbe)
d) Schau- und Belustigungsgeschäfte
e) Schießgeschäfte
f) Ausspielungsgeschäfte
ausschließlich oder überwiegend seine Reisegewerbetätigkeit an wechselnden Orten auf Volks-
festen, Jahrmärkten, Schützenfesten, Kirchweihen und ähnlichen Veranstaltungen ausübt.
Schausteller dürfen im Rahmen der Gewerbefreiheit auch an anderen Veranstaltungen teilnehmen
oder sich sonst wie gewerbsmäßig betätigen; ihre Schaustellereigenschaft verlieren sie nur dann,
wenn solche Tätigkeiten einen weit überwiegenden Anteil einnehmen.
Keine Schausteller im Sinne dieser Definition sind zum Beispiel:
1. Hilfsdienst, Lieferanten und Verleiher, die lediglich Serviceleistungen für Schaustellerbe-
triebe leisten, wie z.B. Zeltverleiher,
2. Betreiber stationärer Gaststätten, die nur gelegentlich anlässlich von Volksfesten eine
Zeltgaststätte betreiben, ansonsten aber nicht als Schausteller tätig sind,
3. Markthandel, der ausschließlich auf Verkaufsveranstaltungen ohne Volksfestcharakter
ausgeübt wird.
Im Rahmen der Befragung von Schaustellern sowie durch die Auswertung interner Statistiken des
DSB e.V. und seiner Mitgliedsverbände wurden aktuelle Daten zur Situation der Branche erfasst.
„
“
Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 17
2.1 Struktur der Branche
Der DSB zählte Anfang 2018 insgesamt 3.545 aktive Mitglieder – also Schausteller, die eine oder
mehrere Geschäftseinheiten betreiben. Schätzungsweise 85% der Schaustellerunternehmen sind
im DSB organisierte Mitglieder. Zumeist handelt es sich dabei um Familienbetriebe. In der Regel
haben auch die Ehepartner und älteren Kinder bereits eigene Unternehmen, aber keine separate
Mitgliedschaft im Verband. Verbandsvertreter schätzen daher, dass es mindestens 1.800 weitere
selbstständige Schaustellerunternehmen gibt (ca. 50% der registrierten Mitgliedsunternehmen).
Auf Basis der Schaustellerbefragung kann davon ausgegangen werden, dass ein Schaustellerun-
ternehmen in durchschnittlich über 2,3 Bereichen des Schaustellergewerbes aktiv ist.
3 Die Branche
kommt also auf schätzungsweise rund 5.300 Unternehmen, die mit mindestens 12.300 Geschäfts-
einheiten (Sommer- und Wintergeschäfte) Volksfeste beschicken kann. Diese Geschäfte gliedern
sich in folgende Typen:
Tabelle 1: Struktur der Branche nach Geschäftstypen
Typ des Geschäfts Mitglieder DSB Stichprobe*
Fahrgeschäfte 27% 28%
Gastronomie (z.B. Reisende Zelte, Imbisse, Ausschank) 29% 41%
Verkauf nach Schaustellerart (z.B. Eis, Verzehr-, Süßwaren) 21% 19%
Spielgeschäfte (Losgeschäfte, Ringe, Derby etc.) 15% 7%
Schießgeschäfte 5% 1%
Schau und Belustigung (z.B. Irrgarten, Geisterbahn) 4% 3%
Quelle: Mitgliederstatistik DSB e.V., Schaustellerbefragung 2018, n = 289 (Werte gerundet)
* Schwerpunkt der Schaustellerunternehmen
Die in der Folge dargestellten Ergebnisse der Befragung beziehen sich jeweils auf die Anzahl der
Befragten, die bei der jeweiligen Frage geantwortet haben und nicht auf die Stichprobe insgesamt.
3 Beispielsweise neben einem Fahrgeschäft für den Sommer noch einen Imbissbetrieb für Weihnachtsmärkte.
Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 18
Durchschnittlich sind die befragten Schausteller seit 30 Jahren im Schaustellergewerbe tätig, ihre
Familien seit 105 Jahren. Das bedeutet zumeist in fünfter Generation. Das älteste befragte Unter-
nehmen ist bereits seit 520 Jahren auf Deutschlands Volksfesten unterwegs.
Abbildung 1: Dauer der Tätigkeit des Befragten im Schaustellergewerbe
Quelle: Schaustellerbefragung 2018, n=279
Abbildung 2: Dauer der Tätigkeit der Familie im Schaustellergewerbe
Quelle: Schaustellerbefragung 2018, n=244
Die befragten Schausteller waren mit insgesamt mindestens 1.267 Geschäften unterwegs. Den
umsatzmäßigen Schwerpunkt der 261 Unternehmen, die dazu Angaben machten, bilden dabei am
häufigsten die Imbissgeschäfte (23%) sowie die Fahrgeschäfte (22%), die Gastronomie (20,3%)
und der Verkauf nach Schaustellerart (18%).
Spielgeschäfte (10%), Schau und Belustigung (3%) sowie Schießgeschäfte (2%) werden offen-
sichtlich gerne als Zusatzgeschäfte betrieben.
9
17 16
27
53
44
33
24
16 19 21
0
10
20
30
40
50
60
bis 5
Jahre
6-10
Jahre
11-15
Jahre
16-20
Jahre
21-25
Jahre
26-30
Jahre
31-35
Jahre
36-40
Jahre
41-45
Jahre
46-50
Jahre
> 50
Jahre
Anzahl
6
34
44
69
34
26
4
15 12
0
10
20
30
40
50
60
70
80
bis 25
Jahre
26-50
Jahre
51-75
Jahre
76-100
Jahre
101-125
Jahre
126-150
Jahre
151-175
Jahre
176-200
Jahre
> 200
Jahre
Anzahl
Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 19
Abbildung 3: Umsatzanteil nach Unternehmensbereich
Quelle: Schaustellerbefragung 2018, n=261
Je nach Veranstaltungsart sind die Schausteller mit unterschiedlichen Geschäften vertreten. Wäh-
rend Besitzer auf Volksfesten fast immer mit Fahr-, Spiel- und Schießgeschäften sowie Schau und
Belustigung vertreten sind, spielen diese auf Weihnachtsmärkten eher eine untergeordnete Rolle.
Auf Weihnachtsmärkten sind sie in erster Linie mit gastronomischen Angeboten vor Ort.
Die Schaustellerunternehmen beschäftigen ganzjährig einschließlich der Inhaber und der mitarbei-
tenden Familienangehörigen durchschnittlich 4,5 feste Mitarbeiter. Davon sind durchschnittlich 2,8
Personen Familienangehörige. Hochgerechnet auf 5.300 Schaustellerunternehmen bedeutet dies
23.850 feste Mitarbeiter, davon 14.840 Familienangehörige. Darüber hinaus werden vor Ort in der
Sommersaison durchschnittlich 2,5 feste Mitarbeiter und maximal 6 gleichzeitig tätige Aushilfs-
kräfte pro Unternehmen eingestellt. In der Weihnachtsmarktsaison sind es 2,8 feste Mitarbeiter und
5,1 maximal tätige Aushilfskräfte pro Unternehmen. Auf Basis dieser Zahlen kann – konservativ
geschätzt – davon ausgegangen werden, dass die Schaustellerunternehmen im Durchschnitt
ganzjährig mindestens 6 feste Mitarbeiter einschließlich der Inhaber und der mitarbeitenden Fami-
lienangehörigen in Vollzeit beschäftigen.
4 Hochgerechnet auf 5.300 Schaustellerunternehmen be-
deutet dies 31.800 feste Mitarbeiter, davon mehrheitlich mit 19.960 Personen externe Kräfte.
Fast die Hälfte der Unternehmen hat maximal drei Mitarbeiter. Nur 7% der Unternehmen haben
mehr als zehn Mitarbeiter. Die Branche ist damit durch Kleinst- und kleine Unternehmen geprägt.
4 Eine genauere Hochrechnung der Vollzeitstellenäquivalente der Aushilfen ist nicht möglich, da nicht genau
bekannt ist, ob die Aushilfen bei allen besuchten Volksfesten bzw. für welchen genauen Zeitraum sie jeweils
eingestellt werden.
Imbiss
23%
Fahrgeschäfte
22%
Gastronomie
20%
Verkauf nach
Schaustellerart
18%
Spielgeschäfte
10%
Schießen
2%
Schau und
Belustigung
3%
Sonstiges
2%
Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 20
Tabelle 2: Mitarbeiterzahlen (feste Mitarbeiter ganzjährig, inkl. Familienangehörige)
Mitarbeiter Unternehmen Anteil
1 bis 3 119 48%
4 bis 6 83 33%
7 bis 10 29 12%
11 bis 20 14 6%
mehr als 20 3 1%
Quelle: Schaustellerbefragung 2018, n=248
Nur bei einem Viertel der Schaustellerunternehmen reisen nicht mitarbeitende Familienangehörige
mit. Bei 20% sind es zwischen ein und zwei Personen.
Abbildung 4: Anzahl nicht mitarbeitender Familienangehöriger
Quelle: Schaustellerbefragung 2018, n=249
Im Durchschnitt geben die Schausteller rund 22,00 Euro während eines Aufenthaltstages auf einem
Volksfest für persönliche Ausgaben (Lebensmittel, Gebrauchsartikel, Kleidung, persönliche Aus-
gaben für Freizeit, Unterhaltung, Bildung etc.) pro Person aus.
Angaben zu ihrer Umsatzgrößenklasse machten 165 befragte Unternehmen. Es lässt sich ein Um-
satz von durchschnittlich über 465.000 Euro brutto ableiten.
181
50
14
4
0
20
40
60
80
100
120
140
160
180
200
keine 1 bis 2 3 bis 4 5 bis 6
Anzahl
Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 21
Abbildung 5: Umsatzgrößenklassen
Quelle: Schaustellerbefragung 2018, n=165
Angaben zum unternehmerischen Schwerpunkt und zum Umsatz machten ebenfalls 165 Befragte.
Die Bandbreite der Umsätze ist innerhalb der jeweiligen Geschäftsarten sehr hoch. Sie reicht z.B.
im Bereich Gastronomie von 50.000 Euro pro Jahr bei einem kleinen Imbissbetrieb bis zu 1,5 Mio.
Euro Jahresumsatz bei einem großen Zeltbetrieb. Ähnlich verhält es sich bei den Fahrgeschäften,
hier liegen die Umsätze zwischen 50.000 Euro und bis zu 3,0 Mio. Euro pro Jahr. Angesichts der
in den Kategorien Spielgeschäfte, Schießgeschäfte, Schau- und Belustigung sowie Verkauf nach
Schaustellerart kleinen Stichproben und der groß en Spannbreiten der Umsatzgrößenklassen, die
zu einer Verzerrung des Mittelwertes führen können, wurden diese Geschäftstypen zusammenge-
fasst. Außerdem weisen wir nachfolgend in Ergänzung zu den arithmetischen Mittelwerten auch
die Durchschnittswerte ohne Berücksichtigung des oberen und unteren Quartils aus:
Fahrgeschäfte: Mittelwert ca. 530.000 Euro (ohne oberes und unteres Quartil: 450.000 Euro),
Gastronomie/Imbiss: ca. 600.000 Euro (ohne oberes und unteres Quartil: 475.000 Euro),
Ausspielungen, Schießgeschäfte, Schau- und Belustigung sowie Verkaufsgeschäfte sowie
Sonstige: 213.000 Euro (ohne oberes und unteres Quartil: 166.000 Euro).
2.2 Aktivitätsprofil der Schausteller
Im Durchschnitt beschicken die Unternehmen mit ihren Geschäften 22 Veranstaltungen pro Jahr
(einschließlich Weihnachtsmärkte). 85% beschicken zwischen 10 und 40 Veranstaltungen. Dabei
handelt es sich um durchschnittlich vier große Volksfeste, jeweils acht mittlere und kleinere Volks-
feste und zwei Weihnachtsmärkte.
Mit all ihren Geschäften stehen die Schausteller (ohne Tage für Auf- und Abbau) durchschnittlich
an insgesamt 149,4 Tagen pro Jahr auf Volksfesten. Das schließt Spieltage auf Weihnachtsmärk-
ten ein, wo man häufig mit einem ausschließlich für diesen Zweck vorhandenen Geschäft präsent
ist. Bei durchschnittlich 32 Spieltagen auf Weihnachtsmärkten verbleiben rund 117 Spieltage auf
Volksfesten während der übrigen Saison, davon 41 Spieltage auf großen Volksfesten, 43 auf mitt-
leren Volksfesten und 33 auf kleineren Volksfesten.
16
75
67
7
0
10
20
30
40
50
60
70
80
bis
50.000,- €
50.001,- bis
200.000,- €
200.001,- bis
1.000.000,- €
über
1.000.000,- €
Anzahl
Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 22
Tabelle 3: Durchschnittliche Anzahl besuchter Veranstaltungen und Veranstaltungstage
gesamt
Ø-Anzahl besuchter
Veranstaltungen
Ø-Veranstaltungstage
gesamt
Große Volksfeste 4,4 41,1
Mittlere Volksfeste 7,9 43,1
Kleine Volksfeste 8,0 32,8
Weihnachtsmärkte 1,7 32,5
Gesamt 22,0 149,4
Quelle: Schaustellerbefragung 2018, n=253/222
Dazu kommen Auf- und Abbautage und reine Reisetage zwischen zwei Veranstaltungsorten. In
der übrigen Zeit werden Unterhalts- und Pflegearbeiten durchgeführt, sicherheitsrelevante Wartun-
gen vorgenommen sowie Planungs- und Verwaltungstätigkeiten erledigt.
2.3 Wirtschaftliche Situation der Betriebe
Die Schaustellerbranche wird durch einen hohen Fixkostenanteil und ein hohes wirtschaftliches
Risiko gekennzeichnet. Die Betriebe halten bei jeder Veranstaltung unabhängig von der Nachfrage,
die z.B. maßgeblich durch die Witterung beeinflusst wird, das volle Angebot vor. Die Kosten für
Auf- und Abbau, das Vorhalten von Personal und die Beleuchtung des Geschäfts entstehen ganz
unabhängig von der Zahl der Besucher.
Trotz dieser schwierigen Rahmenbedingungen bewerten die Schaustellerunternehmen ihre wirt-
schaftliche Situation insgesamt als befriedigend (Schulnote 2,9). Immerhin 33% bewerten ihre Si-
tuation als gut oder sehr gut. Auf der anderen Seite konstatieren 6% eine mangelhafte oder gar
ungenügende wirtschaftliche Situation. Dieser Wert hat sich in den letzten Jahren verbessert.
Abbildung 6: Bewertung wirtschaftliche Situation
Quelle: Schaustellerbefragung 2018, n=175
sehr gut
3%
gut
30%
befriedigend
46%
ausreichend
15%
mangelhaft
5%
ungenügend
1%
Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 23
Besorgniserregend ist jedoch, dass sich die Situation für 49% der Betriebe in den letzten drei Jah-
ren nach ihrer eigenen Wahrnehmung verschlechtert hat.
Abbildung 7: Entwicklung der wirtschaftlichen Situation in den letzten drei Jahren
Quelle: Schaustellerbefragung 2018, n=180
Betriebe, deren wirtschaftliche Situation sich in den letzten drei Jahren verschlechtert hat, sehen
die Gründe hierfür primär in den:
gestiegenen Lohnkosten (61% der Unternehmen, deren Situation sich verschlechtert hat, be-
urteilen diesen Einfluss als stark)
unzureichenden Möglichkeiten, Kosten einzusparen sowie
gestiegenen Gebühren und Abgaben (jeweils 40% der Unternehmen deren Situation sich ver-
schlechtert hat, beurteilen diesen Einfluss als stark),
zusätzlichen, neuen Abgaben und Gebühren (36% sehen hier starken Einfluss).
Aber auch der erhöhte interne Aufwand in Folge umfangreicherer behördlicher Anforderung (38%),
gesunkene Besucherzahlen (35%) und die höheren Einkaufspreise für Waren (19%) haben als
Gründe für die genannte Entwicklung Bedeutung. Als sonstige negative Einflüsse auf die Entwick-
lung wurden v.a. die Sicherheitskonzepte und Terror genannt.
eher verbessert
23%
keine Veränderung
28%
eher verschlechtert
49%
Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 24
3. Volksfeste und Volksfestbesuche
Im Folgenden wird ein Überblick über Umfang und Struktur von Angebot und Nachfrage im Bereich
der Volksfeste gegeben. Auf das Thema Weihnachtsmärkte wird dabei gesondert eingegangen.
3.1 Das Angebot: Anzahl der Volksfeste in Deutschland
Während es für andere Bereiche der Freizeitbranche durchaus detaillierte Statistiken gibt, gestaltet
sich eine Analyse der Volksfeste deutlich schwieriger. Amtliche Statistiken sind für diesen Bereich
der Freizeitwirtschaft nicht vorhanden. Daher wurde – wie schon für die Marktstudien in 2000 und
2012 – auch für diese Aktualisierung versucht, den sogenannten Komet-Kalender als um-
fassendstes Markt- und Messeverzeichnis (erschienen im Pirmasenser Komet Druck- und Verlags-
haus) für die Analyse der Volksfeste in Deutschland heranzuziehen.
Dieses Verzeichnis der Volksfeste listet für das Jahr 2017 insgesamt 9.241 Veranstaltungen auf,
davon u.a. 1.105 Weihnachtsmärkte. Im Jahr 2012 wurden noch 11.368 Eintragungen und im Jahr
2000 14.690 Eintragungen gezählt. Dieser starke Rückgang der im Komet-Kalender zu findenden
Eintragungen deckt sich jedoch nicht mit den gerade in den letzten Jahren wieder gestiegenen
Besuchszahlen und mit dem tatsächlichen Angebot.
Vielmehr ist davon auszugehen, dass die im Komet-Kalender veröffentlichten Volksfeste und Weih-
nachtsmärkte nicht mehr den gesamten Volksfestmarkt und ein verzerrtes Bild der Angebotsland-
schaft abbilden.
5 Seine Aussagekraft zur Darstellung des Volksfestangebots ist nur noch einge-
schränkt gegeben. Zum einen wird der Kalender zu Jahresbeginn veröffentlicht, was bedeutet,
dass die Volksfeste schon geraume Zeit vorher gemeldet werden müssen. Zum anderen sind Ver-
öffentlichungen auf diversen Online-Portalen und Veranstaltungskalendern auf dem Vormarsch.
Der Deutsche Schaustellerbund schätzt aufgrund eigener Erhebungen und der ständigen Rück-
sprache mit seinen 91 Mitgliedsverbänden, dass von 2012 bis 2017/18 nur noch rund 150 Volks-
feste verschwunden sind. Damit würde sich die aktuelle Zahl bei 9.750 Volksfeste nach 9.900 in
2012 bewegen.
Die tatsächliche Anzahl an Weihnachtsmärkten ist ebenfalls schwer abzuschätzen. Laut dem Deut-
schen Schaustellerbund ist bei den Weihnachtsmärkten hingegen eher ein leichtes Wachstum zu
beobachten. Jährlich kommen neue Weihnachtsmärkte, auch von privaten Veranstaltern z.B. auf
Burgen oder in Höfen, hinzu. Andere Weihnachtsmärkte verlängern ihre Veranstaltungen bis in den
Januar hinein. Die seit langem in vielen Quellen gehandelte Zahl von rund 2.500 Weihnachtsmärk-
ten pro Jahr in Deutschland dürfte sich daher heutzutage eher bei geschätzt jährlich 3.000 Ver-
anstaltungen bewegen.
5 Deutliches Indiz dafür ist, dass nach dem Komet-Kalender in einzelnen Bundesländern eine mittelhohe
dreistellige Zahl von Volksfesten weggebrochen sein soll und sich danach die Veranstaltungszahl um 30% bis
40% in den letzten fünf Jahren verringert habe. Dies ist nicht plausibel. Stichprobenweise Recherchen von ift
haben ergeben, dass viele Veranstaltungen und Angebote noch existieren, allerdings nicht mehr im Komet-
Kalender gelistet werden.
Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 25
3.2 Das Image: Das Volksfest aus Sicht der Besucher
Das Image spiegelt den Gesamteindruck, den die Besucher von Volksfesten haben, wider. Dabei
handelt es sich um ein subjektives Empfinden, welches das Verhalten der Besucher beeinflussen
kann.
Zusammenfassend empfinden die Besucher laut den Befragungsergebnissen das Volksfest als
einen Ausflugsort für die ganze Familie, der einen wichtigen Beitrag zur Tradition und Kultur leistet.
Der letzte Volksfestbesuch wird von den meisten Befragten als gelungener Ausflug wahrgenom-
men.
3.3 Die Nachfrage: Umfang und St ruktur der Volksfestbesuche
Im Rahmen der Online-Befragung wurden außer Daten zu Besuchen von Volksfesten auch Daten
zu Besuchen von Weihnachtsmärkten erhoben. Die entsprechenden Ergebnisse werden in den
folgenden Kapiteln jeweils separat ausgewiesen.
3.3.1 Volksfestbesuchsintens ität der Bevölkerung
Im Rahmen der Online-Befragung (n=2.948, deutsche Bevölkerung zwischen 14 und 70 Jahren in
Haushalten mit Internetanschluss) gaben 77,6% der Befragten an, in den letzten zwölf Monaten
mindestens ein Mal ein Volksfest, eine Kirmes, einen Jahrmarkt oder ein Schützenfest besucht zu
haben.
3.3.2 Volksfestbesuchshäufigkeit
Die Befragten, die in den letzten zwölf Monaten ein Volksfest besucht hatten, sind in diesem Zeit-
raum an durchschnittlich rund 3,9 Tagen auf solche Veranstaltungen gegangen.
Die Besuchshäufigkeit der Volksfeste korreliert mit dem Alter. Die befragten 14- bis 24-Jährigen
gaben an, durchschnittlich 4,9 Volksfestbesuche pro Jahr zu unternehmen. Bei den 25- bis 34-
Jährigen sind es noch 4,7 Besuche pro Jahr, bei den 35- bis 44-Jährigen 4,8 Besuche. Die ge-
ringste Besuchshäufigkeit weisen mit 3,5 Volksfestbesuchen pro Jahr die 55- bis 70-Jährigen auf.
Die Besuchshäufigkeit liegt bei Männern deutlich höher als bei Frauen. Von den Befragten, die
angegeben hatten, im letzten Jahr ein Volksfest besucht zu haben, besuchten die männlichen Be-
fragten an durchschnittlich 4,5 Tagen ein Volksfest, die weiblichen Befragten an 3,7 Tagen.
Personen, die in Haushalten mit einem monatlichen Nettoeinkommen von gleich oder größer
2.600 Euro wohnen, besuchen Volksfeste signifikant häufiger als Angehörige der darunter liegen-
den Einkommensgruppen. Lediglich die Haushalte mit einem Nettoeinkommen zwischen 1.500 und
2.000 Euro stechen mit einer Besuchshäufigkeit von 4,7 Tagen heraus. Die höchste Besuchshäu-
figkeit haben Personen mit einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen von größer oder gleich
5.000 Euro. Sie besuchen Volksfeste an durchschnittlich 4,8 Tagen im Jahr.
Bei der Häufigkeit der Besuche auf Weihnachtsmärkten ergibt sich ein anderes Bild. Mit durch-
schnittlich 3,6 Besuchen pro Jahr werden insgesamt weniger Besuche getätigt, was mit der kürze-
ren Weihnachtsmarktsaison zusammenhängt (vgl. dazu Kapitel 5).
Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 26
Diese Besuchshäufigkeit ist bei den 25- bis 34-Jä hrigen am höchsten mit 4,4 Besuchen pro Jahr.
Die 14- bis 24-Jährigen haben in den vergangenen zwölf Monaten an 4,3 Tagen einen Weihnachts-
markt besucht. Die über 45-jährigen gaben noch 3,0 Besuche an. Mit 2,9 Besuchstagen pro Jahr
gehen die über 55-Jährigen am wenigsten auf Weihnachtsmärkte. Die Besuchshäufigkeit liegt bei
Männern etwas höher als bei Frauen. Die Besuchshäufigkeit auf Weihnachtsmärkten ist in allen
Einkommensgruppen ähnlich hoch. Personen mit einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen
von 1.500-2.000 Euro besuchten Weihnachtsmärkte mit 4,3 Tagen am häufigsten.
Die folgende Tabelle zeigt die Besuchsanteile und -häufigkeiten von Volksfesten und Weihnachts-
märkten nach dem Wohnort der Befragten.
Tabelle 4: Besuchshäufigkeit nach Herkunftsbundesland der Befragten
Herkunftsbundes-
land
Anzahl der Besuche in den
letzten 12 Monaten… (2012)
Anzahl der Besuche in den
letzten 12 Monaten… (2017/18)
Volksfeste, Kir-
messen etc.
Weihnachts-
märkte
Volksfeste, Kir-
messen etc.
Weihnachts-
märkte
Baden-Württemberg 3,1 2,5 4,8 4,6
Bayern 4,0 2,6 4,1 3,0
Berlin 5,5 2,7 4,4 3,8
Brandenburg 3,1 2,6 3,2 2,6
Bremen Wegen zu geringer Stichproben-
größe keine Angabe möglich
3,2 2,9
Hamburg 4,4 3,8 4,1 5,8
Hessen 3,4 2,8 4,8 3,1
Mecklenburg-Vorp. 2,5 1,9 4,1 3,2
Niedersachsen 3,6 2,5 3,7 3,3
Nordrhein-Westfalen 3,7 2,9 3,9 3,5
Rheinland-Pfalz 3,7 2,1 4,9 3,5
Saarland 3,4 2,2 4,5 3,9
Sachsen 3,7 2,4 3,7 3,6
Sachsen-Anhalt 2,0 2,4 3,7 3,3
Schleswig-Holstein 2,7 3,7 3,9 3,7
Thüringen 3,4 2,1 3,8 3,3
Eigene Darstellung ift GmbH 2018
Waren 2012 noch Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Hol-
stein die Bundesländer mit den wenigsten Volksfestbesuchen der Befragten, so sind es laut der
aktuellen Befragung weiterhin Brandenburg, aber auch Bremen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und
Niedersachsen. Eine besonders hohe Volksfestbesuchshäufigkeit weisen Rheinland-Pfalz, Baden-
Württemberg und Hessen auf, aber auch Berlin, Bayern, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern
sowie das Saarland verzeichnen über 4,0 Volksfestbesuchstage der Befragten pro Jahr.
Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 27
Es zeigt sich also, dass der Schwerpunkt der Volksfestbesuchsaktivität im Westen und Süden der
Republik liegt und damit weitgehend der Angebotsstruktur entspricht.
Volksfestbesuche werden vor allem von Einheimischen unternommen. Mehr als 85% der Veran-
staltungsbesucher kommen aus einem Radius von unter 50 km. Im Durchschnitt nehmen die Volks-
festbesucher der ersten Befragungswelle rund 48 km Anreisestrecke auf sich, in der zweiten Be-
fragungswelle sind es rund 31 km und in der dritten Welle sogar 62 km. Die akzeptierte Anreise-
strecke war somit im Herbst doppelt so hoch wie im Sommer, was vermutlich an den zahlreichen
Großveranstaltungen im Spätsommer und Herbst liegt, zu denen Besucher in der Regel auch eine
weitere Anreise in Kauf nehmen.
Für 65% der Befragten war der Besuch des letzten Volksfestes der Hauptanlass für einen gezielten
Tagesausflug vom Wohnort aus. 29% der Befragten besuchten die letzte Veranstaltung, da sie sich
aus einem anderen Anlass, wie z.B. einem Einkaufsbummel, der Arbeit, Schule etc. ohnehin am
Veranstaltungsort aufhielten. Vor allem in der ersten Welle war der Anteil der Befragten, die die
Veranstaltung besuchten, weil sie ohnehin am Veranstaltungsort waren, mit 37% deutlich höher,
was dafür spricht, dass Weihnachtsmarktbesuche häufiger mit ohnehin getätigten Aktivitäten wie
Einkäufen oder Arbeitswegen verbunden werden. Nur 6% der insgesamt befragten Volksfestbesu-
cher haben die zuletzt besuchte Veranstaltung im Rahmen einer mehrtägigen Reise mit Übernach-
tung außerhalb des eigenen Wohnortes besucht.
Abbildung 8: Anreisestrecke letzter Veranstaltungsbesuch
Quelle: Darstellung ift GmbH auf Basis Online-Panel-Befragung Volksfestbesucher n=1.647
3%
86%
5%
2%
1%
3%
0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90%
<1 km
1 - 50 km
51 - 100 km
101 - 150 km
151 - 200 km
200+ km
Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 28
Abbildung 9: Entwicklung der Besuchshäufigkeit im vergangenen Jahr
Quelle: Darstellung ift GmbH auf Basis Online-Panel-Befragung Volksfestbesucher n=1.647
Bei der Frage nach der Entwicklung der Anzahl der Volksfestbesuche im vergangenen Jahr ergab
sich eine stabile Besuchshäufigkeit. Rund ein Sechstel der Befragten gab an, mehr Volksfeste be-
sucht zu haben, als noch im Vorjahr. Rund 15% zeigten eine eher geringere Besuchshäufigkeit auf
Volksfesten.
Bei der Interpretation dieser Werte ist zu berücksichtigen, dass Personen, die anders als früher
zuletzt keinen Volksfestbesuch mehr unternommen haben (=Abnahme der Aktivität auf null), nicht
mehr in der Stichprobe enthalten sind, da diese nur Personen umfasst, die zumindest in den letzten
sechs Wochen eine solche Veranstaltung besucht hatten. Bezogen auf die Gesamtbevölkerung
dürfte die Besuchshäufigkeit daher etwas stärker gesunken sein.
Eher
zugenommen
17%
Etwa gleich geblieben
68%
Eher
abgenommen
15%
Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 29
3.3.3 Besuchsvolumen
Aus der Volksfestbesuchsintensität und der Besuchshäufigkeit lässt sich das Besuchsvolumen ab-
leiten und auf die Bevölkerung im Alter von 14 bis 70 Jahren hochrechnen:
Grundgesamtheit 59,7 Mio.6 x 77,6% x 3,9 Besuche p.a. = 180,6 Mio. Besuche
Das entspricht einer Aktivitätsquote von 3,0 Besuchen pro Person.
Ausländische Besucher wurden im Rahmen dieser Erhebungen nicht erfasst. Ihr Anteil an den
Besuchern beträgt auf dem Oktoberfest in München 19%.7 Dies ist jedoch ein Spitzenwert, der von
keinem anderen Volksfest in Deutschland erreicht wird. Die Volksfeste in Nordrhein-Westfalen ver-
zeichnen allerdings einen regen Zustrom von Besuchern aus den Niederlanden, auf Volksfesten
im Saarland, in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg spielen französische Besucher eine
Rolle, bayerische Volksfeste begrüßen Besucher aus Österreich und der Tschechischen Republik.
Da insgesamt ein großer Anteil der Besucher auf die besucherstarken Volksfeste in Deutschland
entfällt, gehen wir von
insgesamt 9,0 Mio. ausländischen Besuchen auf deutschen Volksfesten aus.
Insgesamt ergibt sich somit ein Besuchsvolumen von 189,6 Mio. Besuchen auf deutschen
Volksfesten pro Jahr.8
Die folgende Tabelle zeigt die offiziellen Besuchszahlen der besucherstärksten Volksfeste in
Deutschland.9 Diese 29 Volksfeste kommen allein schon auf 52,4 Mio. Besucher, also rund 25%
der Gesamtbesuche auf Volksfesten.
6 Quelle: Statistisches Bundesamt, Stand 31.12.2016
7 Quelle: Stadt München, Besucherbefragung Oktoberfest 2011
8 Bezieht sich auf den Zeitraum Winter 2016/17 bis Herbst 2017.
9 Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Kieler Woche (3,0 Mio. Besuche) wurde hierbei nicht
berücksichtigt.
Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 30
Tabelle 5: Die größten Volksfeste in Deutschland nach offiziellen Besuchszahlen 2018
Ort Volksfest Besuchszahl
München Oktoberfest 6.200.000
Herne Cranger Kirmes 4.000.000
Düsseldorf Rheinkirmes 4.000.000
Bremen Freimarkt 4.000.000
Stuttgart Cannstatter Wasen 4.000.000
Hamburg Sommerdom 2.500.000
Hamburg Frühjahrsdom 2.500.000
Hamburg Winterdom 2.000.000
Nürnberg Frühlingsfest 1.800.000
Nürnberg Herbstvolksfest 1.700.000
Oldenburg Kramermarkt 1.500.000
Straubing Gäubodenvolksfest 1.400.000
Stuttgart Frühlingsfest 1.300.000
Erlangen Bergkirchweih 1.300.000
Paderborn Libori 1.200.000
Bonn Pützchens Markt 1.200.000
Hannover Schützenfest 1.000.000
Bremen Osterwiese 1.000.000
Fürth Michaeliskirchweih 1.000.000
Hamburg Hafengeburtstag 1.000.000
Hannover Frühlingsfest 1.000.000
Neuss Bürger-Schützenfest 1.000.000
Ob-Sterkrade Fronleichnamskirmes 1.000.000
Rosenheim Herbstfest 1.000.000
Rostock Hanse Sail 1.000.000
Soest Allerheiligenkirmes 1.000.000
Düren Annakirmes 800.000
Rudolstadt Vogelschießen 500.000
Lutherstadt Eisleben Eisleber Wiesenmarkt 500.000
Quelle: Eigene Recherchen
Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 31
3.3.4 Begleitung beim Volksfestbesuch
Volksfestbesuche werden in Begleitung unternommen. In der Online-Panel-Befragung gaben ins-
gesamt über 90% der befragten Volksfestbesucher an, dass sie das letzte Volksfest in Begleitung
besucht haben. Im Schnitt waren sie mit 3 Personen auf dem Volksfest. 8% waren in einer Gruppe
von 6 bis 10 Personen unterwegs, 2% mit noch größeren Gruppen.
28% aller Befragten gab an, den letzten Volksfestbesuch mit einem oder mehreren Kindern unter-
nommen zu haben. Von den 464 Befragten, die Angaben zur Anzahl der Kinder machten, die sie
begleitet haben, waren 64% mit einem Kind und 27% mit zwei Kindern auf dem letzten Volksfest.
Die Kinder der Befragten waren im Durchschnitt 10 Jahre alt.
Abbildung 10: Anzahl der begleitenden Kinder beim letzten Volksfestbesuch
Quelle: Darstellung ift GmbH auf Basis Online-Panel-Befragung Volksfestbesucher n=464, alle Befragten, die mit
Kindern das letzte Volksfest besucht haben
1 Kind
64%
2 Kinder
27%
3 Kinder
5%
> 3 Kinder
4%
Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 32
3.4 Größe und Frequentierung der besuchten Volksfeste
Nach der Einschätzung der im Rahmen der Online-Panel-Umfrage befragten Volksfestbesucher
handelte es sich bei:
28% der zuletzt besuchten Volksfeste um „große Volksfeste“,
bei 45% um „mittlere Volksfeste“ und
bei 27% um „kleine Volksfeste“.
Geht man davon aus, dass ausländische Besucher primär die großen Volksfeste (wie z.B. das
Oktoberfest) aufsuchen, so ergibt sich daraus in etwa folgende Verteilung der Besuche:
ca. 53,1 Mio. Besuche auf großen Volksfesten,
ca. 85,3 Mio. Besuche auf mittleren Volksfesten und
ca. 51,2 Mio. Besuche auf kleinen Volksfesten.
Bei der Frage nach der Frequentierung des besuchten Volksfestes gaben 30% der Befragten an,
es sei „richtig voll“ gewesen. Als „gut besucht“ bezeichneten 63% der Befragten das zuletzt be-
suchte Volksfest. Rund 7% gaben „es waren wenig Leute da“ an. Setzt man diese Angaben in
Bezug zur Größe des besuchten Volksfestes, so ze igt sich, dass vor allem die kleinen Volksfeste
schwach frequentiert waren:
„Richtig voll“ waren 51% der besuchten großen Volksfeste, aber nur 12% der besuchten kleinen
Volksfeste.
„Wenig Leute“ waren auf lediglich 5% der besuchten großen Volksfeste, aber auf 69% der be-
suchten kleinen Volksfeste.
Ausgehend von den dargestellten Ergebnissen kann die Struktur von Volksfestangebot und -nach-
frage wie folgt zusammengefasst werden.
Tabelle 6: Strukturdaten der Volksfeste nach ihrer Größe
Volksfestgröße Besucher in Mio. Volksfeste* Ø Besuche
Groß 53,1 160 ca. 330.000
Mittel 85,3 3.120 ca. 27.000
Klein 51,2 6.470 ca. 8.000
Gesamt 189,6 9.750 19.500
Eigene Darstellung ift GmbH 2018, alle Werte gerundet, * Schätzung auf Basis Komet-Kalender und DSB
Die vergleichsweise geringe Zahl von Besuchern der Vielzahl kleinerer Volksfeste macht deutlich,
warum diese Veranstaltungen für viele Schausteller nicht mehr attraktiv sind. Angesichts der ge-
ringen Frequenzen ist es bei annähernd gleichen Betriebskosten wesentlich schwerer, ausrei-
chende Einnahmen zu erzielen.
Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 33
4. Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste 2018
Im Rahmen der Ermittlung der wirtschaftlichen Bedeutung der Volksfeste werden auf Basis der
Angaben zu den Besucherausgaben zunächst die Branchenumsätze ermittelt. Anschließend wer-
den auf Basis der Angaben der Schausteller zu ihrer Ausgabenstruktur die direkten monetären
Effekte für die ausrichtenden Kommunen ermittelt. Dazu zählen Wertschöpfung, Arbeitsmarktef-
fekte und fiskalische Effekte. Die wirtschaftlichen Effekte durch Investitionen, Transportkosten der
Schausteller sowie Einkommen der Schausteller bleiben unberücksichtigt.
4.1 Ausgaben der Volksfestbesucher
Im Rahmen der Online-Panel-Befragung wurden 1.647 Personen, welche in den jeweils zurücklie-
genden sechs Wochen ein Volksfest besucht hatten, zu ihren Ausgaben auf dem zuletzt besuchten
Volksfest befragt.
4.1.1 Höhe und Struktur der Tagesausgaben
Volksfestbesucher in Deutschland geben ausgehend von den Ergebnissen der Online-Panel-Be-
fragung durchschnittlich 52,53 Euro pro Besuch aus. Diese Ausgaben beziehen sich auf durch-
schnittlich 2,1 Personen. Somit ergeben sich auf Basis der durchgeführten Online-Panel-Befragung
durchschnittliche Pro-Kopf-Ausgaben von rund 25,00 Euro je Besuchstag.
Tabelle 7: Ausgaben auf Volksfesten 2018
Ausgaben für Ausgaben in Euro
gesamt pro Kopf
Gastronomie 22,80 10,90
Einkäufe 10,00 4,70
Fahrgeschäfte 9,80 4,70
Spielgeschäft 4,10 2,00
Sonstiges 2,10 1,00
Schau und Belustigung 2,00 0,90
Schießen 1,80 0,90
Quelle: Online-Panel-Befragung Volksfestbesucher n=1.647, Werte gerundet
Mit Abstand die höchsten Ausgaben werden für Gastronomie (inkl. Imbiss) getätigt, nämlich 43%
der Gesamtausgaben. Es folgen die Einkäufe, zu denen beispielsweise auch Süßwaren zählen,
mit 19%. Ähnlich viel wird für die Fahrgeschäfte aufgewendet (19%). Für das Schießen (3%),
Schau und Belustigung (4%), Spielgeschäfte (8%) beziehungsweise Sonstiges (4%) wird jeweils
deutlich weniger ausgegeben.
Wer ein bis fünf Tage pro Jahr auf ein Volksfest geht, gibt pro Tag und Kopf durchschnittlich
rund 17,20 Euro aus.
Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 34
Besucher mit sechs bis zehn jährlichen Besuchen geben pro Tag und Kopf 25,30 Euro aus.
Regelmäßige Volksfestbesucher (16 oder mehr Besuche pro Jahr) geben durchschnittlich rund
35,70 Euro pro Kopf aus.
Auf dieser Basis sowie der in Kapitel 3.3.3 dargestellten Zahl der Volksfestbesuche ergeben sich
Gesamtausgaben auf deutschen Volksfesten durch Besucher mit Wohnsitz in Deutschland in Höhe
von 4,52 Mrd. Euro. Dazu kommen die Ausgaben der ausländischen Besucher. Aus Mangel an
qualifizierten Daten wird für die Besucher mit Wohnsitz im Ausland von den gleichen Pro-Kopf-
Ausgaben ausgegangen.
10 Auf dieser Basis ergeben sich rund 226 Mio. Euro, die ausländische
Besucher auf deutschen Volksfesten lassen.
Insgesamt werden somit auf deutschen Volksf esten pro Jahr durch die Besucher aktuell
brutto 4,75 Mrd. Euro ausgegeben.
Dieser Umsatz fließt aber nur zu einem gewissen Teil der traditionellen Schaustellerbranche
zu, da Volksfeste und Weihnachtsmärkte nich t nur von Schaustellern, sondern von zehn-
tausenden Markthändlern, Brau ereien, Vereinen, der örtliche n Gastronomie, Metzgereien,
Bäckereien und Kunsthandwerkern beschickt werden.
Der Anteil der Schausteller an der Gesamtzahl der Beschicker solcher Veranstaltungen be-
trägt zwischen ca. 20 und 90 %.
4.1.1.1 Ausgaben in Abhängigkeit vo n der Größe des besuchten
Volksfestes
Wie auch in anderen Branchen der Freizeitwirtschaft gibt es bei den Volksfesten einen Zusammen-
hang zwischen der Größe und der Höhe der durch die Besucher getätigten Ausgaben. Dies hängt
u.a. damit zusammen, dass die Aufenthaltsdauer auf einer größeren und somit auch besucherstär-
keren Veranstaltung länger ist. Man braucht schlichtweg mehr Zeit, um das Angebot auszuschöp-
fen.
Wer zuletzt ein großes Volksfest besucht hat, gab pro Tag und Kopf durchschnittlich rund 35,00
Euro aus.
Besucher mittlerer Volksfeste gaben pro Tag und Kopf durchschnittlich rund 24,00 Euro aus.
Besucher kleiner Volksfeste hatten Pro-Kopf-Ausgaben von durchschnittlich gerundet 17,00
Euro pro Tag.
Höhere Ausgaben bei größeren Volksfesten bedeuten, dass der Um satzanteil der großen
Volksfeste noch wesentlich größer ist, als ih r Anteil an den Besuchszahlen auf deutschen
Volksfesten. Das macht sie selbstverständlich auch für die Schausteller besonders interes-
sant. Auf der anderen Seite sorgen die geri ngen Pro-Kopf-Ausgaben bei Volksfesten mit
10 Tatsächlich dürften die Ausgaben der ausländischen Besucher überdurchschnittlich sein, da sie einerseits
primär die besonders großen Volksfeste ansteuern (allen voran das Oktoberfest) und andererseits längere
Anreisewege als die deutschen Besucher haben. Solche längeren Anreisewege korrelieren in der Freizeitwirt-
schaft mit der Ausgabenhöhe.
Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 35
wenigen Besuchern dafür, dass diese für die Schausteller und damit letztlich auch für die
Besucher immer unattraktiver werden. Die Folge ist ein Konzentrationsprozess, der auch
aus anderen Bereichen der Freizeitwirtschaft bekannt ist.
4.1.1.2 Ausgaben in Abhängigkeit von soziodemografischen
Merkmalen
Die Höhe der auf Volksfesten getätigten Ausgaben hängt stark mit dem jeweiligen Einkommen der
Besucher zusammen. So geben Personen mit einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen von
bis zu 900 Euro rund 19,70 Euro pro Kopf aus, während Personen mit einem Einkommen von 901
bis 1.300 Euro mit durchschnittlich gerundet 18,00 Euro pro Kopf die niedrigsten Ausgaben auf-
weisen. Personen mit einem Einkommen von 3.600 bis 5.000 Euro haben durchschnittliche Pro-
Kopf-Ausgaben von 29,60 Euro pro Tag. Personen mit mehr als 5.000 Euro Haushaltsnettoein-
kommen geben durchschnittlich sogar 34,20 Euro pro Kopf und Tag aus. Insofern beeinflusst auch
die Kaufkraft am Veranstaltungsort das Umsatzpotenzial eines Volksfestes maßgeblich.
Zwischen dem Alter der Besucher und der Höhe der Pro-Kopf-Ausgaben besteht ebenfalls ein Zu-
sammenhang, wobei sich hier auch die in Abhängigkeit vom Alter unterschiedliche Einkommens-
situation widerspiegelt. Am wenigsten geben die 14- bis 24-Jährigen mit gerundet 19,10 Euro pro
Kopf aus. Am meisten geben die 25- bis 34-Jährigen mit rund 32,50 Euro pro Kopf aus. Mit zuneh-
mendem Alter sinken die Ausgaben dann wieder. Bei den über 55-Jährigen sind es noch 22,30
Euro.
Männer sind deutlich ausgabefreudiger als Frauen: Sie geben gerundet 27,10 Euro pro Kopf und
Tag aus, Frauen nur 22,80 Euro.
4.2 Regionalwirtschaftliche Effekt e der deutschen Volksfeste
Die durch die Volksfeste ausgelösten regionalwirtschaftlichen Effekte umfassen:
Monetäre Effekte durch die Ausgaben von Besuchern und Schaustellern vor Ort
Einkommenswirkungen (Wertschöpfungseffekt),
Arbeitsmarkteffekte und
fiskalische Effekte (für die kommunalen Haushalte).
Auf Basis der entsprechenden Ergebnisse werden am Ende des Kapitels leicht anzuwendende
Kennziffern zur Abschätzung der verschiedenen regionalwirtschaftlichen Effekte eines Volksfestes
in Abhängigkeit von seiner Größe und Dauer dargestellt.
4.2.1 Monetäre Effekte
Die monetären Effekte von Volksfesten ergeben sich primär durch:
den Vorleistungsbezug der Schaustellerunternehmen am Veranstaltungsort,
zu entrichtende Abgaben und Gebühren,
Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 36
die Konsumausgaben der Schausteller, ihrer Familienangehörigen sowie ihrer Beschäftigten
und
die Ausgaben, welche seitens der Volksfestbesucher außerhalb des Volksfestgeländes getätigt
werden. Dazu zählen beispielsweise Ausgaben für öffentliche Transportmittel oder eine Hotel-
übernachtung. Dabei werden nur die Volksfestbesucher berücksichtigt, die als Tourist im Rah-
men einer Übernachtungsreise oder als Tagesausflügler mit Hauptanlass Volksfestbesuch die
jeweilige Veranstaltung besuchen.
4.2.1.1 Betriebskosten (ink l. Personalkosten)
Für den Betrieb ihrer Geschäfte entstehen den Schaustellern vor Ort Kosten. Im Rahmen der Be-
fragung wurden die entsprechenden Betriebskosten im letzten Jahr insgesamt abgefragt sowie der
jeweilige Anteil, der üblicherweise aus Ausgaben am Veranstaltungsort resultiert.
In Summe beliefen sich die angegebenen Betriebskosten vor Ort auf durchschnittlich rund 225.000
Euro im letzten Jahr. 54% der Kosten fielen vor Ort an. Dabei schwankt die Höhe der jeweiligen
Anteile der Ausgaben am Veranstaltungsort von rund einem Drittel für Personal
11 und technische
Abnahmen, rund 40% für Wareneinkäufe und Reparaturen, über 50% für sonstige Gebühren und
Lebensmitteleinkäufe zur Weiterverarbeitung im Betrieb vor Ort, über zwei Drittel für Werbung,
Strom/Betriebsstoffe oder (Ab-)Wasser bis hin zu 100% für die Standgebühren.
Die wichtigste Position der Kosten vor Ort bilden dabei die Standgebühren und sonstigen Gebühren
mit über 67.000 Euro pro Jahr und knapp 43.000 Euro Wareneinkäufe für den Betrieb.
Bei 5.300 Schaustellerunternehmen bedeutet dies rund 1,2 Mrd. Euro, die jährlich durch die Schau-
stellerunternehmen für Betriebskosten vor Ort aufgewendet werden.
4.2.1.2 Persönliche Ausgaben
Die Schaustellerfamilien wurden zu ihren persönlichen Ausgaben während des Volksfestes vor Ort
befragt. Im Durchschnitt ergaben sich:
Ausgaben von rund 75,90 Euro pro Tag, die sich auf
durchschnittliche Tagespersonenausgaben von rund 22,00 Euro bedeuten.
Hochgerechnet auf 149,4 beschickte Veranstaltungstage ergeben sich Gesamtausgaben von rund
11.344 Euro pro Unternehmen. Das bedeutet, dass 5.300 Schaustellerunternehmen über 60,1 Mio.
Euro an Konsumausgaben in den Standortkommunen tätigen. Durch die nicht zur Schaustellerfa-
milie gehörenden festen Mitarbeiter kommen bei Annahme gleicher Tagespersonenausgaben
schätzungsweise weitere 29,6 Mio. Euro an persönlichen Ausgaben hinzu.
11 Hierunter fallen insbesondere die Ausgaben der Aushilfen, die meist vor Ort engagiert werden.
rund 3,4 Personen (inkl. nicht mitarbeitende Familienangehörige) bezogen und somit
Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 37
4.2.1.3 Ausgaben von Volksfestbesu chern außerhalb des Volks-
festgeländes
In der Online-Panel-Befragung wurden auch die Ausgaben der Volksfestbesucher außerhalb des
Volksfestgeländes abgefragt. 34,6% der Befragten, die in den letzten sechs Wochen ein Volksfest
besucht haben, gaben an, auch außerhalb des Veranstaltungsgeländes Ausgaben getätigt zu ha-
ben.
Für 65,3% der Besucher war der Volksfestbesuch der Hauptanlass für einen gezielten Tagesaus-
flug vom Wohnort aus. Weitere sechs Prozent besuchten die Veranstaltung im Rahmen einer mehr-
tägigen Reise mit Übernachtung.
Ausgehend von den Ergebnissen der Online-Panel-Befragung gibt dieser Anteil der Volksfestbe-
sucher durchschnittlich 61,80 Euro pro Besuch außerhalb des Veranstaltungsgeländes aus. Diese
Ausgaben beziehen sich auf durchschnittlich 2,1 Personen. Somit ergeben sich für rund 35% der
Volksfestbesucher zusätzliche durchschnittliche Pro-Kopf-Ausgaben von 29,70 Euro je Besuchs-
tag für Ausgaben außerhalb des Volksfestgeländes.
Tabelle 8: Ausgaben außerhalb des Volksfestgeländes 2018
Ausgaben für Ausgaben in Euro
gesamt pro Kopf
Einzelhandel 24,80 11,80
Verpflegung im Gast-
gewerbe 17,00 8,10
Übernachtung 9,10 4,30
Freizeitaktivitäten 4,00 1,90
ÖPNV 2,80 1,00
Dienstleistungen 2,20 1,00
Taxi 2,00 0,90
Quelle: Online-Panel-Befragung Volksfestbesucher n=569, Werte gerundet
Geben nun 34,6% der 189,7 Mio. Volksfestbesucher 29,70 Euro außerhalb des Volksfestgeländes
aus und berücksichtigt man dabei nur die Ausgaben der rund 71% Volksfestbesucher, die als Tou-
risten mit Übernachtung bzw. als Tagesausflügler mit Hauptanlass Volksfestbesuch die jeweilige
Veranstaltung besuchten, dann ergeben sich weitere Ausgaben in Höhe von insgesamt 1.388 Mio.
Euro brutto.
Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 38
4.2.1.4 Zusammenfassung der monetären Effekte
Insgesamt summieren sich die monetären Effe kte durch die Betriebskosten (1,195 Mrd.
Euro), die Konsumausgaben der Schausteller, ihrer Familien und Angestellten (90 Mio.
Euro) sowie die Ausgaben der Volksfestbesucher außerhalb des Volksfestgeländes (1.388
Mio. Euro) auf rund 2.67 Mrd. Euro brutto.
4.2.2 Wertschöpfungseffekt
Die Wertschöpfung entspricht dem von einer Branche in einer bestimmten Periode (z.B. in einem
Geschäftsjahr) geschaffenen Wertzuwachs. Sie gilt heute als die geeignetste Größe, um die Leis-
tung eines Unternehmens bzw. einer Branche zu messen.
Abbildung 11: Die Wertschöpfung im Überblick
Eigene Darstellung ift GmbH 2013
Bei der Ermittlung der Wertschöpfung sind folgende Faktoren relevant:
Vorleistungen sind Güter und Dienstleistungen, die nicht in der eigenen Unternehmung pro-
duziert werden, sondern von Dritten bezogen werden. Also z.B. Warenbezüge, Energie, Ver-
brauchsmaterial, Versicherungen usw.
Bei der Bruttowertschöpfung handelt es sich um die Gesamtunternehmungsleistung (Produk-
tionswert = Umsatz abzgl. Mehrwertsteuer) abzüglich der Vorleistungen.
Die Nettowertschöpfung errechnet sich aus der Bruttowertschöpfung abzüglich der in der Un-
ternehmung vorgenommenen Abschreibungen. Die Nettowertschöpfung wird verteilt und fließt
so wiederum in die Volkswirtschaft ein: In Form von Löhnen an das Personal, von Zinsen an
GESAMTUNTERNEHMUNGSLEISTUNG
(Produktionswert = Umsatz ./. MwSt)
BRUTTOWERTSCHÖPFUNG
NETTOWERTSCHÖPFUNG
Vorleistungen
Abschreibungen
Mitarbeiter (Lohn)
Staat (Steuern)
Fremdkapitalgeber
(Fremdkapitalzinsen)
Eigenkapitalgeber (Dividenden)
Unternehmung (Gewinn)
GESAMTUNTERNEHMUNGSLEISTUNG
(Produktionswert = Umsatz ./. MwSt)
BRUTTOWERTSCHÖPFUNG
NETTOWERTSCHÖPFUNG
Vorleistungen
Abschreibungen
Mitarbeiter (Lohn)
Staat (Steuern)
Fremdkapitalgeber
(Fremdkapitalzinsen)
Eigenkapitalgeber (Dividenden)
Unternehmung (Gewinn)
Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 39
die Fremdkapitalgeber, von Dividenden an die Eigenkapitalgeber und von Reingewinn an die
Unternehmung (zur eventuellen Reinvestition).
Das Bruttoinlandsprodukt ist die Summe der Bruttowertschöpfungen aller Wirtschaftszweige
in einer Volkswirtschaft.
Zur Berechnung der Wertschöpfung aus den Umsätzen werden Quoten herangezogen. Diese
Wertschöpfungsquoten, die je nach Wirtschaftsbereich differieren, drücken aus, wie einkommens-
wirksam die Umsätze sind, also wie viel Prozent des Nettoumsatzes tatsächlich als Löhne, Gehäl-
ter und Gewinne verbleiben, also zu Einkommen werden. Die Wertschöpfungsquoten reichen da-
bei von zwölf Prozent im Lebensmitteleinzelhandel bis zu 58% im Personennahverkehr.
12
Tabelle 9: Wertschöpfungsquoten
Bereich Wertschöp-
fungsquote
Gewerbliche Beherbergungsbetriebe 42%
Gastronomiebetriebe 45%
Unterhaltungs- und Sporteinrichtungen 50%
Lebensmitteleinzelhandel 12%
Sonstiger Einzelhandel 20%
Personennahverkehr 58%
Sonstige Dienstleister 55%
Quelle: dwif Nr. 50, S. 132; dwif 49, S.144, dwif 53, S. 114 f.
Für die Betriebskosten der Schausteller ergibt sich auf dieser Basis eine durchschnittliche Wert-
schöpfungsquote von 43%. Die Personalkosten sind zu 100% Löhne. Bei den Konsumausgaben
der Schausteller und Besucher außerhalb des Volksfestgeländes kann von 30% ausgegangen wer-
den. Insgesamt ergibt sich daraus eine Wertschöpfung an den Ausrichtungsorten in Höhe von rund
900,1 Mio. Euro (1. Umsatzstufe), das entspricht einer Quote von 38,3%.
Die direkten Ausgaben der Schausteller werden also nur teilweise zu Einkommen. Die Differenz
zwischen Nettoumsatz und Wertschöpfung der 1. Umsatzstufe wird für sogenannte Vorleistungen
zum Aufbau bzw. zur Aufrechterhaltung der Dienstleistungen verwendet. Durch diesen Vorleis-
tungsbezug entsteht ebenfalls Wertschöpfung.
Da die Vorleistungsverflechtungen dieser 2. Umsatzstufe nicht im Detail nachzuvollziehen sind,
wird eine durchschnittliche Wertschöpfungsquote in Höhe von 30% angesetzt.
13 Auf dieser Basis
12 Quelle: dwif Nr. 50, S. 132; dwif 49, S. 144, dwif 53, S. 114 f.
13 Vgl. dwif 49, S. 146
Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 40
ergeben sich Einkommenswirkungen in der 2. Umsatzstufe in Höhe von 435,3 Mio. Euro. Die ge-
samten Einkommenswirkungen lassen sich durch Addition der Werte für die 1. und 2. Umsatzstufe
ermitteln und betragen demzufolge über 1.335 Mio. Euro.
4.2.3 Arbeitsmarkteffekte
Es kann lediglich ein fiktives Äquivalent an Vollarbeitsplätzen ermittelt werden. Hierzu wird folgende
Hilfsrechnung angestellt:
Berechnungsgrundlage sind die von den Schaustellern und Besuchern außerhalb des Volks-
festgeländes ausgehenden absoluten Einkommenswirkungen der 1. und 2. Umsatzstufe von
insgesamt 1.335 Mio. Euro.
Das durchschnittliche Volkseinkommen lag in Deutschland 2017 bei insgesamt rund 29.718
Euro pro Kopf, umgerechnet auf 44,27 Mio. Erwerbstätige in Deutschland (Arbeitnehmer und
Unternehmer) ergibt sich ein durchschnittliches Einkommen pro Erwerbstätigem von 55.488
Euro.
Aus der Gegenüberstellung dieser Indikatoren lässt sich ein theoretisches Äquivalent von rund
23.900 Beziehern eines durchschnittlichen Einkommens pro Erwerbstätigen durch die Volks-
feste ableiten.
Dazu kommen die 31.800 Beschäftigten der Schaustellerbetriebe selbst.
Insgesamt sorgt die Branche also für rund 55.700 Vollzeitstellenäquivalente, der somit über
110.000 Menschen in Deutschland ihren Lebensunterhalt verdanken.
4.2.4 Fiskalische Effekte
Umsätze bewirken nicht nur Einkommens- und Beschäftigungseffekte, sondern tragen auch zum
Steueraufkommen bei. Über das in den Bruttoumsätzen der Branche von rund 7,6 Mrd. Euro (inkl.
Weihnachtsmärkte) enthaltene Umsatzsteueraufkommen fließen Bund, Ländern und Kommunen
über 1,0 Mrd. Euro als Gemeinschaftssteuer zu.
Durch die erzielten Einkommen (inkl. der außerhalb der Volksfeste, aber diesen zurechenbaren
Ausgaben) werden bei einem unterstellten durchschnittlichen Steuersatz von 15% weitere rund
200 Mio. Euro an Gemeinschaftssteuern erzielt.
Insgesamt ergeben sich somit Gemeinschaftssteuereinnahmen in Höhe von über 1,2 Mrd. Euro.
Hinzu kommen weitere Effekte durch die von den Schaustellern direkt an die Kommunen zu ent-
richtenden Gebühren und Abgaben auf Volksfesten. Diese belaufen sich auf rund 338 Mio. Euro
pro Jahr oder gerundet 1,80 Euro pro Besucher.
Insgesamt fließen den öffentlichen Kassen daher aus der Schaustellerbranche rund 1,6 Mrd. Euro
zu. Das sind rund 8,30 Euro pro Besucher.
Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 41
Das Steueraufkommen auf kommunaler Ebene lässt sich nicht exakt ermitteln, näherungsweise
kann jedoch der für touristische Umsätze bekannte Satz von 2,5 - 3% vom Nettoumsatz herange-
zogen werden. Aus Gründen der Vorsicht wird mit dem Wert von 2,5% gerechnet. Daraus ergeben
sich Steuereinnahmen für die Kommunen in Höhe von über 103 Mio. Euro, im Durchschnitt also
54 Cent pro Volksfestbesuch.
Insgesamt profitieren die Kommunen demnach über Gebühren und Steuern direkt mit über 2,30
Euro pro Besucher.
4.2.5 Kennziffern zur Bemessung der regionalwirtsc haftlichen Effekte
Für die rund 9.750 deutschen Volksfeste (ohne die zusätzlich geschätzten 3.000 Weihnachts-
märkte) wurden Umsätze in Höhe von 4,75 Mrd. Euro ermittelt, von denen rund 1,2 Mrd. Euro über
die Ausgaben der Schaustellerbetriebe in die örtliche Wirtschaft fließen. Darin enthalten sind rund
338,4 Mio. Euro für kommunale Abgaben und Gebühren. Weitere 1,39 Mrd. Euro fließt durch Aus-
gaben der Volksfestbesucher außerhalb des Volksfestgeländes in die örtliche Wirtschaft. Die Wert-
schöpfungseffekte belaufen sich in den ausrichtenden Kommunen auf insgesamt rund 1,335 Mrd.
Euro, was für insgesamt 23.910 rechnerische Vollzeitstellenäquivalente sorgt.
Umgerechnet auf ein durchschnittliches Volksfest bedeutet dies:
rund 487.000 Euro direkter Umsatz vor Ort durch die Schaustellerbetriebe
nahezu 35.000 Euro an Abgaben und Gebühren, die direkt den Kommunen zufließen
eine Wertschöpfung von etwa 137.000 Euro
2,5 Vollzeitstellenäquivalente
Pro Besucher ergeben sich folgende Durchschnittswerte:
14,10 Euro direkter Umsatz in der örtlichen Wirtschaft (inkl. der Ausgaben der Besucher außer-
halb des Volksfestes für Taxi, ÖPNV, Hotel o.ä.)
Rund 1,80 Euro an Abgaben und Gebühren, die direkt den Kommunen zufließen, und
2,30 Euro, wenn man die geschätzten Steuern hinzurechnet
Über 7,00 Euro Wertschöpfung vor Ort
Darüber hinaus wird pro knapp 8.000 Besuchen auf einem Volksfest eine dauerhafte Vollzeitstelle
am Veranstaltungsort gesichert.
Die genannten Effekte pro Besuch fallen bei großen, besuchsstarken Volksfesten pro Besuch hö-
her aus, bei kleinen Volksfesten pro Besuch geringer. Als Grundlage für die Bemessung der Effekte
einzelner Veranstaltungen sind diese Durchschnittswerte daher nicht geeignet, da, wie zuvor auf-
gezeigt, die Anzahl der Besucher pro Geschäft und Tag sowie die Ausgaben pro Besucher mit der
Größe der Volksfeste, im Ergebnis also der auf dem Volksfest erzielte Umsatz, zunehmen.
Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 42
5. Die Bedeutung der Weihnachtsmärkte für das Schaustel-
lergewerbe
Im Fokus der vorliegenden Studie standen die traditionellen Volksfeste in Deutschland. Wegen der
zunehmenden Bedeutung der Weihnachtsmärkte für das Schaustellergewerbe wurden im Rahmen
der Untersuchung auch Daten zu diesem Marktsegment erhoben.
Nicht zuletzt wegen der zunehmenden Zahl der Weihnachtsmärkte nimmt die Bedeutung von Weih-
nachtsmärkten für das Schaustellergewerbe zu. Von den befragten Unternehmen gaben 93% an,
auch Weihnachtsmärkte zu beschicken.
Anzahl der Veranstaltungen
Im Durchschnitt beschicken die Unternehmen mit ihrem wichtigsten Geschäft 22 Veranstaltungen
pro Jahr. Insgesamt stehen die Schausteller (ohne Tage für Auf- und Abbau) durchschnittlich an
149,4 Tagen pro Jahr auf Volksfesten und Weihnachtsmärkten.
Von den Schaustellerunternehmen, die Weihnachtsmärkte beschicken, sind 55% lediglich auf nur
einem Weihnachtsmarkt präsent, 28% auf zwei Märk ten. Häufig sind Schausteller mit einem aus-
schließlich zu diesem Zweck vorhandenen Geschäft auf den Weihnachtsmärkten präsent. Im
Durchschnitt werden von jedem Schaustellerunternehmen 1,4 Weihnachtsmärkte beschickt, ein-
schließlich der Unternehmen, die solche Veranstaltungen nicht beschicken. Es ist davon auszuge-
hen, dass es sich bei Beschickung lediglich eines Weihnachtsmarktes um längere Veranstaltungen
handelt. In den großen Städten dauern die Weihnachtsmärkte meist drei bis vier Wochen.
Besuchsintensität
Im Rahmen der Online-Befragung (n=2.948, deutsche Bevölkerung zwischen 14 und 70 Jahren in
Haushalten mit Internetanschluss) gaben 77,2% der Befragten an, in den letzten zwölf Monaten
mindestens ein Mal einen Weihnachtsmarkt besucht zu haben.
Besuchshäufigkeit
Mit durchschnittlich rund 3,3 Besuchen pro Jahr werden insgesamt etwas weniger Besuche getätigt
als auf Volksfesten, was mit der kürzeren Weihnachtsmarktsaison zusammenhängt.
Diese Besuchshäufigkeit ist bei den 25- bis 34-Jä hrigen am höchsten mit 4,4 Besuchen pro Jahr.
Die 14- bis 24-Jährigen haben in den vergangenen zwölf Monaten an 4,3 Tagen einen Weihnachts-
markt besucht. Die über 45-Jährigen gaben noch 3,0 Besuche an. Mit 2,9 Besuchstagen pro Jahr
gehen die über 55-Jährigen am seltensten auf Weihnachtsmärkte. Die Besuchshäufigkeit liegt bei
Männern etwas höher als bei Frauen. Die Besuchshäufigkeit auf Weihnachtsmärkten ist in allen
Einkommensgruppen ähnlich hoch. Personen mit einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen
von 1.500-2.000 Euro besuchten Weihnachtsmärkte mit 4,3 Tagen am häufigsten.
Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 43
Umfang der Weihnachtsmarktbesuche
Aus der Weihnachtsmarktbesuchsintensität und der Besuchshäufigkeit lässt sich das Besuchsvo-
lumen ableiten und auf die Bevölkerung im Alter von 14 bis 70 Jahren hochrechnen:
Grundgesamtheit 59,7 Mio. x 77,2% x 3,3 Besuche p.a. = 152,1 Mio. Besuche
Das entspricht einer Aktivitätsquote von 2,6 Besuchen pro Person.
Für die ausländischen Besucher, die beispielsweise auf den Kölner Weihnachtsmärkten14 eine sehr
große Rolle spielen, gehen wir von einem Volumen von 5% der deutschen Besucher aus, also von
insgesamt 7,6 Mio. ausländischen Besuchen auf deutschen Weihnachtsmärkten.
Dies entspricht rund 4,8% aller Besuche.
Insgesamt ergibt sich somit folgendes Besuchsvolumen:
159,7 Mio. Besuche auf deutschen Weihnachtsmärkten pro Jahr15.
Damit bestätigen sich die Ergebnisse aktuelle r empirischer Untersuchungen zur Bedeutung und
der Nachfrage von Weihnachtsmärkten in Deutschland, die von Besuchen bzw. Besuchsabsichten
von über 70% bis 80% der deutschen Bevölkerung ausgehen. So ermittelte beispielsweise das
renommierte und international tätige Marktforschungsunternehmen YouGov im Herbst 2017, dass
71% der Deutschen einen Weihnachtsmarktbesuch in der Adventszeit 2017 planen. 16 Eine bun-
desweite Umfrage unter mehr als 1.100 Nutzern des Städteportals meinestadt.de aus 2012 ermit-
telte, dass jährlich 80% der Deutschen Weihnachtsmarktbesuche in der Adventszeit unterneh-
men.17
Die folgende Tabelle zeigt die offiziellen Besuchszahlen der 10 besucherstärksten Weihnachts-
märkte in Deutschland.18 Allein die Besucherzahlen der zehn größten Weihnachtsmärkte machen
mit rund 27,7 Mio. Besuchern bereits 15% der Gesamtbesucherzahl auf deutschen Weihnachts-
märkten aus.
14 Nach Angaben der IHK Köln 19,3% der Besucher, das entspricht bereits rund 1,2 Mio. Besuchen.
15 Bezieht sich auf den Zeitraum Nov. 2016 bis Jan. 2017. Entspricht rund 145.000 Besuchern pro im Komet-
Kalender erfassten Weihnachtsmarkt und rund 53.000 Besuchern pro Veranstaltung bezogen auf alle (vermu-
teten) 3.000 Weihnachtsmärkte.
16 Repräsentative Befragung von 1.016 Personen ab 18 Jahren im Rahmen des YouGov Omnibus.
17 Untersuchung von meinestadt.de zitiert nach www.wi wo.de/unternehmen/dienstleister/umfrage-weihnachts-
maerkte-deutsche-moegens-klein/7480580.html.
18 Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 44
Tabelle 10: Die größten Weihnachtsmärkte in Deutschland (offizielle Besuchszahlen 2017)
Ort Weihnachtsmarkt Besuche offiziell
Köln Roncalliplatz/Heumarkt/Alter Markt 6.000.000
Stuttgart 3.500.000
München Christkindlmarkt 3.000.000
Frankfurt Römer 2.600.000
Dresden Striezelmarkt 2.500.000
Hamburg Rathaus 2.500.000
Nürnberg Christkindlesmarkt 2.100.000
Leipzig 2.000.000
Erfurt Domplatz 2.000.000
Dortmund Hansaplatz 1.500.000
Eigene Darstellung ift GmbH 2018 auf Basis der Recherche offizieller Besucherangaben
Umsätze
Im Rahmen der Online-Panel-Befragung von Vo lksfestbesuchern wurde ermittelt, dass Weih-
nachtsmarktbesucher durchschnittlich 18,00 Euro pro Besuch auf dem Weihnachtsmarkt ausge-
Diese rund 2,88 Mrd. Euro Umsatz auf den deutschen Weihnachtsmärkten fließen aber nur zu
einem gewissen Teil der traditionellen Schaustellerbranche zu, da die dort ebenfalls tätigen Markt-
händler (Kunsthandwerk etc.) nicht der hier untersuchten Schaustellerbranche angehören.
Perspektiven
Ein bedeutender Faktor sind die Weihnachtsmärkte für die Schausteller aber bereits seit über 25
Jahren und ihre Bedeutung nimmt stetig zu: 68% der Schausteller gaben an, dass die Bedeutung
der Weihnachtsmärkte in den letzten fünf Jahren (stark) zugenommen hat.
ben. Demzufolge beträgt der aus Weihnachtsmärkten resultierende Umsatz rund 2,88 Mrd. Euro.
Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 45
Abbildung 12: Bedeutung der Weihnachtsmärkte
Quelle: Schaustellerbefragung 2018, n=162
stark gestiegen
26%
gestiegen
42%
unverändert
25%
gesunken
6%
stark gesunken
1%
Die wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland 2018, ift GmbH S. 46
6. Trends und Ausblick
Abgesehen von den Top-Veranstaltungen, die auch ihre Besucherzahlen weiter ausbauen konn-
ten, mussten die deutschen Volksfeste in den letzten Jahren nur noch leichte Rückgänge bei der
Veranstaltungszahl (vor allem kleiner Volksfeste) hinnehmen. Das noch vor einigen Jahren be-
fürchtete Sterben der Volksfeste ist gestoppt. Trotzdem sehen sich die Schausteller einem immer
intensiveren Wettbewerb um die freie Zeit und das frei verfügbare Einkommen der potenziellen
Kunden ausgesetzt. Es erstaunt daher nicht, dass vor diesem Hintergrund die aktuelle Situation
und die Zukunftsaussichten der Branche durch die Schausteller selbst eher skeptisch beurteilt wer-
den. Allerdings ist diese Skepsis in der Branche nicht mehr so groß wie vor einigen Jahren.
Dass das grundlegende Konzept der Volksfeste, eine temporäre, erlebnisorientierte Veranstaltung
unter freiem Himmel im Herzen einer Stadt, mehr als zeitgemäß ist, beweist der gewachsene Zu-
spruch der Bevölkerung für Volksfeste und auch Weihnachtsmärkte in den letzten Jahren. Jedoch
werden weiterhin Anpassungsmaßnahmen in der Branche und seitens der veranstaltenden Kom-
munen unumgänglich sein, will man die Bedeutung der kulturhistorischen Institution Volksfest
nachhaltig sichern und ausbauen. Die klare Professionalisierung der Branche und das gewachsene
Bewusstsein der Bedeutung der Volksfeste in den Kommunen in den letzten Jahren bieten aber
aktuell gute Chancen dafür.
Zudem gibt es einige allgemeine Trends in der Gesellschaft und ihrem Freizeitverhalten, die für die
Volksfeste durchaus Chancen bieten:
Der Trend zu virtuellen digitalen Welten und virtuellen Beziehungen in sozialen Netzwerken löst
einen Gegentrend aus, in dessen Mittelpunkt authentische Erlebnisse und reale Begegnungen
stehen. Volksfeste bieten dafür eine ideale Plattform. Das Publikum goutiert dies mit wachsen-
den Besuchszahlen.
Outdoor schlägt Indoor: Wiederum die Weihnachtsmärkte sind der beste Beweis dafür, dass es
eigentlich kein schlechtes Wetter mehr gibt. Wie sonst könnten Veranstaltungen während der
objektiv betrachtet wettermäßig ungünstigsten Zeit des Jahres so erfolgreich sein? Outdoor-
events und außenorientierte Freizeitanlagen sind auf breiter Front erfolgreich, dafür spricht
auch die inzwischen weit verbreitete Winteröffnung von Freizeitparks. Indooranlagen klagen
zunehmend über Frequenzprobleme, sobald das Wetter für Outdooraktivitäten nur einigerma-
ßen akzeptabel ist. Für die im Freiem stattfindenden Volksfeste stellt dies eine Chance dar.
Deutscher Schaustellerbund e. V. (DSB)
Am Weidendamm 1 A
10117 Berlin
Telefon: 030 - 59 00 99 780
Telefax: 030 - 59 00 99 787
E-Mail: mail@dsbev.de
Internet: www.dsbev.de
Retailbericht Köln
2019/2020
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Einkaufsstraßen in Köln
Sülzburgstraße
Breite Straße
Apostelnstraße
Venloer Straße
Neusser Straße
Neusser Straße
Eigelstein
Kaiser-Wilhelm-Ring
Aachener Straße
Dürener Straße
Zülpicher Straße
Frankfurter Straße
Pfeilstraße
Maastrichter Straße
Hohenzollernring
Aachener Straße
Friesenwall
Hohenstaufenring
Mittelstraße
Ehrenstraße
Zülpicher Straße
Berrenrather Straße
Höninger Weg
Goltsteinstraße
Hauptstraße
Deutzer Freiheit Kalker Hauptstraße
Gürzenichstraße
Severinstraße
Bonner Straße
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Zahlen und Fakten
Passantenfrequenzmessungen 2019
Ehrenstraße
Gürzenichstraße
Hohenzollernring (Rudolfplatz)
Breite Straße
Eigelstein
Kalker Hauptstraße
Neusser Straße
Sülzburgstraße
Deutzer Freiheit
Neusser Straße
Bonner Straße
Venloer Straße
Severinstraße
Hohenzollernring (Friesenplatz)
Hohenstaufenring
Zülpicher Straße
Mittelstraße
Aachener Straße
Frankfurter Straße
Hauptstraße
Dürener Straße
Kaiser-Wilhelm-Ring
Apostelnstraße
Aachener Straße
Berrenrather Straße
Maastrichter Straße
Friesenwall
Zülpicher Straße
Höninger Weg
Goltsteinstraße
Pfeilstraße
Dellbrücker Hauptstraße
Bahnhofstraße
Platzierung Straße Stadtteil Frequenz* (1.Stunde) Frequenz* (2.Stunde) Summe Ø-Frequenz*
2.460
2.280
2.304
2.196
2.520
2.088
1.992
1.932
1.848
1.752
1.776
1.464
1.368
1.308
1.284
1.392
1.380
1.164
1.176
1.104
984
1.044
936
1.044
924
816
756
648
564
528
552
540
168
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
32
33
2.370
2.334
2.214
2.202
2.028
1.998
1.878
1.800
1.800
1.680
1.626
1.524
1.428
1.380
1.362
1.278
1.260
1.248
1.212
1.128
1.050
1.008
978
924
858
840
738
690
636
570
534
498
186
4.740
4.668
4.428
4.404
4.056
3.996
3.756
3.600
3.600
3.360
3.252
3.048
2.856
2.760
2.724
2.556
2.520
2.496
2.424
2.256
2.100
2.016
1.956
1.848
1.716
1.680
1.476
1.380
1.272
1.140
1.068
996
372
*Passanten pro Stunde
Altstadt-Nord
Altstadt-Nord
Neustadt-Süd
Altstadt-Nord
Altstadt-Nord
Kalk
Nippes
Sülz
Deutz
Neustadt-Nord
Neustadt-Süd
Ehrenfeld
Altstadt-Süd
Neustadt-Nord
Neustadt-Süd
Neustadt-Süd
Altstadt-Nord
Neustadt-Süd
Mülheim
Rodenkirchen
Lindenthal
Neustadt-Nord
Altstadt-Nord
Braunsfeld
Sülz
Neustadt-Süd
Altstadt-Nord
Sülz
Zollstock
Bayenthal
Altstadt-Nord
Dellbrück
Porz
2.280
2.388
2.124
2.208
1.536
1.908
1.764
1.668
1.752
1.608
1.476
1.584
1.488
1.452
1.440
1.164
1.140
1.332
1.248
1.152
1.116
972
1.020
804
792
864
720
732
708
612
516
456
204
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Vergleichstabelle Vorjahre
Ehrenstraße
Gürzenichstraße
Hohenzollernring (Rudolfplatz)
Breite Straße
Eigelstein
Kalker Hauptstraße
Neusser Straße
Sülzburgstraße
Deutzer Freiheit
Neusser Straße
Bonner Straße
Venloer Straße
Severinstraße
Hohenzollernring (Friesenplatz)
Hohenstaufenring
Zülpicher Straße
Mittelstraße
Aachener Straße
Frankfurter Straße
Hauptstraße
Dürener Straße
Kaiser-Wilhelm-Ring
Apostelnstraße
Aachener Straße
Berrenrather Straße
Maastrichter Straße
Friesenwall
Zülpicher Straße
Höninger Weg
Goltsteinstraße
Pfeilstraße
Dellbrücker Hauptstraße
Bahnhofstraße
Altstadt-Nord
Altstadt-Nord
Neustadt-Süd
Altstadt-Nord
Altstadt-Nord
Kalk
Nippes
Sülz
Deutz
Neustadt-Nord
Neustadt-Süd
Ehrenfeld
Altstadt-Süd
Neustadt-Nord
Neustadt-Süd
Neustadt-Süd
Altstadt-Nord
Neustadt-Süd
Mülheim
Rodenkirchen
Lindenthal
Neustadt-Nord
Altstadt-Nord
Braunsfeld
Sülz
Neustadt-Süd
Altstadt-Nord
Sülz
Zollstock
Bayenthal
Altstadt-Nord
Dellbrück
Porz
Straße Stadtteil Ø-Frequenz* Trend zu 2018 Ø-Frequenz* Trend zu 2016 Ø-Frequenz*
2019 2018 2016
2.370
2.334
2.214
2.202
2.028
1.998
1.878
1.800
1.800
1.680
1.626
1.524
1.428
1.380
1.362
1.278
1.260
1.248
1.212
1.128
1.050
1.008
978
924
858
840
738
690
636
570
534
498
186
gestiegen
gestiegen
gestiegen
gestiegen
gestiegen
gestiegen
gestiegen
gestiegen
gestiegen
gestiegen
leicht gestiegen
leicht gesunken
gestiegen
gesunken
gestiegen
gestiegen
leicht gesunken
gestiegen
gesunken
gestiegen
gestiegen
gestiegen
leicht gesunken
gestiegen
leicht gesunken
gestiegen
leicht gestiegen
gestiegen
leicht gesunken
gestiegen
gesunken
gesunken
gesunken
gesunken
k. A.
leicht gesunken
gesunken
leicht gestiegen
gesunken
leicht gestiegen
stagniert
stagniert
leicht gesunken
gestiegen
gestiegen
stagniert
leicht gesunken
gesunken
leicht gesunken
leicht gesunken
leicht gestiegen
gestiegen
gesunken
leicht gestiegen
gesunken
leicht gesunken
leicht gesunken
leicht gesunken
gesunken
gestiegen
gestiegen
leicht gesunken
leicht gestiegen
gesunken
k. A.
gesunken
2.184
k. A.
964
2.220
725
1.667
1.822
872
713
1.192
996
1.396
1.107
892
814
687
1.372
819
649
1.781
720
722
1.021
497
839
1.059
420
413
756
312
1.255
k. A.
1.079
1.663
2.236
937
1.343
800
1.345
1.896
871
731
936
1.277
1.744
1.113
818
496
606
1.348
891
1.737
602
821
627
999
424
655
532
680
618
717
354
637
670
551
conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 05
Köln Retailmarkt
Frequenzzählung
Die Stadt Köln ist mit 1.090 Einwohnern (Stand 31.12.2018, Quelle: Stadt Köln) die viertgrößte Stadt in Deutschland. Die Kölner
Innenstadt, Lindenthal und Mülheim sind die einwohnerstärksten Stadtbezirke. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig
Beschäftigten ist 2018 mit 578.200 (Vorjahr 2017: 533.600) ebenfalls angestiegen (Stand 30.09.2018; Quelle: Stadt Köln). Die
Arbeitslosenzahl ist im Jahresverlauf, mit 43.595 Arbeitslosen (Dezember 2018: 48.473), deutlich gesunken.
Die Studie wurde am Freitag, den 05.07.2019 bei bewölktem Wetter und einer Temperatur von ca. 23 Grad durchgeführt. Gemessen
wurde an 33 Einkaufsstraßen in B-Lage (Konsum- und Niveaulagen in der Innenstadt und Stadtteillagen) zwischen 12 Uhr und 14
Uhr. Aus dem Ergebnis der zwei Stunden wurde sowohl ein Mittelwert als auch ein Ranking gebildet.
FaktenKurzgefasst
Der Mieterbesatz, der in dieser Studie betrachteten Stadtteillagen und B-Lagen,
besteht überwiegend aus lokalen Ladenbetreibern (z. B. Friseure, Apotheken,
Bekleidungsgeschäften, Kioskbetriebe, Gastronomiebetriebe usw.) und Filialisten
aus dem Lebensmittel- und Drogeriebereich (z. B. dm oder REWE). Die höchs-
te Passantenfrequenz konnte auf der Ehrenstraße (2.370 Passanten/ Stunde)
gemessen werden. Darauf folgen die beliebten Stadtteillagen Gürzenichstra-
ße (2.334 Passanten/ Stunde), Hohenzollernring (2.214 Passanten/ Stunde), die
Breite Straße (2.202 Passanten/ Stunde) sowie der Eigelstein (2.028 Passanten/
Stunde). Vervollständigt wird die TOP 10 in unserem Bericht durch die Kalker
Hauptstraße (1.998 Passanten/ Stunde) und Neusser Straße (1.878
Passanten/ Stunde) auf Platz 7 bzw. 8 sowie die Sülzburgstraße (1.800 Passanten/
Stunde) auf Platz 9, die Deutzer Freiheit (1.800 Passanten/ Stunde). Den Schluss
macht die Neusser Straße mit Platz 10, welche in unserem Ranking zweimal
vertreten ist (1.680 Passanten/ Stunde).
Ihre Entscheidung: A- oder B-Lage: Im Vergleich zu den Stadtteillagen und
B-Lagen, bieten die 1A-Lagen durch den Branchenmix an internationalen
und nationalen Filialisten natürlich eine hohe Anziehungskraft und somit
wesentlich höhere Passantenströme mit zum Teil über 10.000 Passanten je
Stunde (z. B. Hohe Straße und Schildergasse). Auf der anderen Seite sind die
Mieten in diesen Lagen um ein vielfaches höher. Für einige Nutzer, insbesondere
Einzelhandels- und Gastronomiebetreiber mit ausgefallenen Konzepten, kann
der ideale Mix aus Frequenz und Kundengruppe deutlich besser sein, als der
stumpfe Blick auf die Passantenströme.
Neueröffnungen
Innenstadt 2019
Dyson Demo Store (Hohe Straße 52)
Edited-Fashion Shop (Ehrenstraße 29)
Arket (Ehrenstraße 29)
Søstrene Grene (Breite Straße 80-90)
Teufel Store (Hohe Straße 41-45)
Yves Delorme Boutique (Mittelstraße 42)
Smyths Toys Superstore (Breite Straße 80-90)
Sephora (Schildergasse 41-45)
Coa (Friesenplatz 2)
Remos (Aachener Straße 21)
Wilma Wunder (Friesenstraße 82)
Coyacan (Friesenstraße 80)
Einwohner (in Tsd.)
Sozialversicherungspflichtig
Beschäftigte (in Tsd.)
Arbeitslosenquote (in %)
Einzelhandelsrelevanter
Kaufkraftindex
Umsatzkennziffer
Zentralitätskennziffer
Übernachtungsanzahl (in Mio.)
1.090
578
8,06
107,0
120,5
112,8
5,77
06 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020
Lagebeschreibung
Die Ehrenstraße liegt bei unserem diesjährigen Ranking mit einer Frequenz von
2.370 Passanten pro Stunde auf Platz 1. Die Frequenz ist im Vergleich zum letz-
ten Jahr stark gestiegen. Dies macht sehr deutlich, dass die Ehrenstraße bei
vielen Passanten weiterhin eine sehr wichtige Stellung einnimmt. Sie befindet
sich inmitten des Shoppingrundlaufs der City, zwischen der Breite Straße und
dem Hohenzollernring. Der Einzelhandelsbesatz der Ehrenstraße besteht über-
wiegend aus Filialisten aus den Bereichen Textil, Elektronik sowie Kosmetik.
Insbesondere Unternehmen wie „Weekday“, „& Other Stories“ oder „COS“
locken tagtäglich eine Vielzahl von Besuchern. Mit der Neueröffnung von
„Arket“ in der ehemaligen „Zara“ Filiale auf der Ehrenstraße 14-16, wird in
diesem Jahr ein weiterer Textilhändler dazukommen. Als Kundengruppen sind
überwiegend die Mittelschicht sowie die gehobene Mittelschicht als auch viele
Studenten und junge Menschen zu erkennen. Nicht nur Textil- sondern auch
Kosmetikhändler wie „Rituals“ und „MAC Cosmetics“, sorgen für einen gesunden
Ausgleich in Hinblick auf verschiedene Handelsgüter.
Ehrenstraße
Altstadt-Nord
Highlights
01 YAYA
02 Tigha
03 Rituals
04 LFDY
05 Pick & Weight
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Ehrenstraße 31)
2.184
1.663
2.370
Detailkarte
Friesenwall
Alte Wallgasse
Pfeilstraße
Ehrenstraße
Ehrenstraße
Apostelngasse
Große Brinkgasse
Benesisstraße
04
01
03
02
05
conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 07
Lagebeschreibung
Die Gürzenichstraße wurde in unserem diesjährigen Retailbericht zum zweiten
Mal berücksichtigt und sichert sich umgehend Platz 2 unseres Rankings. Mit
einer Kundenfrequenz von durchschnittlich 2.334 Passanten pro Stunde liegt
die Gürzenichstraße deutlich vor der Aachener Straße (Neustadt Süd, Platz 18)
der meist besuchten Straßen. Dies liegt unter anderem an der Nähe zu den
absoluten 1 A-Lagen Kölns, der Schildergasse und der Hohe Straße, die sich
bis zum Kölner Hauptbahnhof und dem Wahrzeichen der Stadt, dem „Kölner
Dom“, erstreckt. In dem Gürzenich Quartier befinden sich unter anderem der
„ST. GEORGE“-Store sowie eine „Kamps“-Bäckerei und ein „L ’Osteria“-
Restaurant, welche zusätzlich nochmals für einen hohen Kundenzuwachs sorgen.
Für weitere Besucher sorgen die bekannten Filialisten „dm“, „Hard Rock Café“
sowie „Starbucks“, die auch gleichzeitig jüngeres Publikum anziehen. Des
Weiteren fungiert die Gürzenichstraße als Verbindung zwischen den Einkaufs-
straßen und dem beliebten Heumarkt, der ein außergewöhnlich großes gastro-
nomisches Angebot bietet.
Gürzenichstraße
Altstadt-Nord
Highlights
01 BUTLERS
02 dm
03 Hard Rock Café Köln
04 Starbucks
05 Saturn
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Gürzenichstraße 21 a-c)
Keine Auswertung
2.236
2.334
05
Pipinstraße
Augustinerstraße
Gürzenichstraße
Heumarkt
Heumarkt
Deutzer BrückeGroße Sandkaul
04
01
01
03
01
01
02
Detailkarte
08 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020
Natürlich dürfen auch die Kölner Ringe im Bereich der Innenstadt nicht in unse-
rem Retailbericht fehlen. Die höchste Frequenz an den Kölner Ringen weist der
Abschnitt zwischen Rudolfplatz und Palmstraße auf. Mit einer durchschnittlichen
Kundenfrequenz von 2.214 Passanten pro Stunde steigt der Standort im Vergleich
zu 2018 (durchschnittlich 937 Passanten pro Stunde) rapide an. Dies könnte an der
vielfältigen Auswahl an Gastronomiebetrieben liegen, wie zum Beispiel an dem
indischen Streetfood-Konzept „eatDOORI“ sowie dem italienischen Konzept
,,Adaccio“. Besonders die Burger Konzepte „Hans im Glück“, „Marx & Engels –
Die Burgergesellschaft“ sowie das „Spencer & Hill“, mit seinen traditionellen
italienischen Speisen in modernsten Räumlichkeiten, ziehen viele Kunden an.
Zusätzlich fungieren „REWE City“, „BUTLERS“ und „dm“ als weitere Frequenz-
bringer. Aufgrund der Nähe zur Ehrenstraße profitiert der Hohenzollernring auch
von einer Vielzahl an Shoppingtouristen. Die Erreichbarkeit mit den öffentlichen
Verkehrsmitteln ist nahezu perfekt. Zudem ist erkennbar, dass die Frequenz an
diesem Standort in den Abendstunden förmlich explodiert, da es sich um eine
beliebte Ausgehmeile handelt. Als Kundengruppe lässt sich die Mittelschicht
erkennen. Insbesondere in den Abendstunden ist ein überwiegender Anteil an
jungen Menschen zu erkennen.
Lagebeschreibung
Hohenzollernring
Rudolfplatz
Highlights
01 REWE City
02 dm
03 Café Il Barista
04 BUTLERS
05 Spencer & Hill
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Hohenzollernring 20)
964
937
2.214
Detailkarte
Hohenzollernring Hahnenstraße
Maastrichter Straße
Hohenzollernring
04
01
03
02
05
conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 09
Im Vergleich zum letzten Jahr ist die Frequenz in der Breite Straße deutlich
gestiegen. Mit durchschnittlich 2.202 Besuchern pro Stunde (2018: 1.343
Besuchern pro Stunde) zählt sie zu den TOP 10 unseres Rankings. Die
Breite Straße befindet sich inmitten des Shoppingrundlaufs der City, zwischen
der Hohe Straße sowie der Ehrenstraße und ist daher bestens erreichbar. Der
Einzelhandelsbesatz der Breite Straße besteht überwiegend aus Filialisten
der Bereiche Textil, Elektronik, Warenhäuser, Bäckereien usw. Als Magneten
wirken das „Karstadt“ Warenhaus, „Urban Outfitters“ oder auch der „REWE“
Markt in den Opern Passagen. Neueröffnungen wie „Decathlon“ im Quincy
(Breite Straße 80-90) und „EXKI“ (Breite Straße 1) in den Opern Passagen
zählen ebenfalls zu den Magnetfilialen. Des Weiteren sind Läden wie „Søstrene
Grene“ oder „Smyths Toys Superstore“ im DuMont-Carré dazu gestoßen, was
auf eine vielfältige und belebte Straße hinweist. Das gastronomische Angebot
wurde ebenfalls durch die Neueröffnung von „Café Extrablatt“ (Breite Str. 98)
erweitert. Als weitere Kundengruppen sind überwiegend die Mittelschicht sowie
die gehobene Mittelschicht erkennbar.
Lagebeschreibung
Breite Straße
Altstadt-Nord
Highlights
01 Karstadt
02 Decathlon
03 REWE
04 Zalando-Outlet
05 Rossmann
Frequenz
2016:
2018:
2019: 2.202
(Messpunkt: Breite Straße 100)
2.220
1.343
Detailkarte
Breite Straße
Auf dem Berlich
Breite Straße
Breite Straße
Glockengasse
04
01
03
02
05
10 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020
Der Eigelstein befindet sich im Kölner Stadtteil Altstadt-Nord, mitten im soge-
nannten „Eigelstein-Viertel“, welches neben dem Severinsviertel zu den ursprüng-
lichsten „Veedeln“ der Stadt Köln zählt. Mit einer durchschnittlichen Frequenz von
2.028 Passanten pro Stunde liegt dieser Wert deutlich über dem aus 2018 (durch-
schnittlich 800 Passanten pro Stunde). Die hohe Passantenfrequenz ist neben dem
guten Mix aus Einzelhandel und Gastronomie auch auf die gute Erreichbarkeit
des Standortes zurückzuführen. Im Norden beginnt der Eigelstein am Ebertplatz
und im Süden endet er an der Kreuzung Turiner Straße, nur wenige Meter vom
Kölner Hauptbahnhof entfernt. Die Anbindung an den ÖPNV sowie das DB-Netz
ist daher hervorragend. Als Kundenmagneten sind die Einzelhändler „REWE“,
„dm“ und „PENNY-Markt“ sowie die Gastronomiebetriebe, wie z. B. „Freddy
Schilling“, „Ristorante Rossini“ und das an den Eigelstein angrenzende „Café
Extrablatt“ zu nennen. Insbesondere der mit zahlreichen Gastronomiebetrieben
bestückte Platz vor der Eigelsteintorburg lädt die Kunden zum Verweilen ein.
Zudem hatte die „Privatbrauerei Gaffel Becker & Co. OHG“ seit 1908 ihren
Brauereisitz in der Hausnummer 41, jedoch zog man mit der Produktion inzwi-
schen vollständig an den neuen Braustandort in Köln-Porz um. Die Mittelschicht
ist die am stärksten vertretene Kundengruppe an diesem Standort.
Lagebeschreibung
Eigelstein
Altstadt-Nord
Highlights
01 REWE
02 dm
03 KODi
04 Freddy Schilling
05 Café Extrablatt
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Eigelstein 80)
725
800
2.028
05
01
03
02
04
Detailkarte
Eigelstein
Weidengasse Lübecker Straße
Dagobertstraße
conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 11
Lagebeschreibung
Im Vergleich zu einer durchschnittlichen Frequenz von 1.345 Passanten pro
Stunde in 2018, hat die Kalker Hauptstraße dieses Jahr wieder deutlich an
Zuwachs gewonnen. Mit einer Passantenfrequenz von 1.998 Passanten pro
Stunde ist dieser Wert deutlich höher als letztes Jahr. Dies ist hauptsächlich
auf die positive Entwicklung des Stadtteils Kalk zurückzuführen, welcher für
Bewohner, Büronutzer und Einzelhändler immer attraktiver wird. So konnten
am Deutzer Feld, in unmittelbarer Nähe zur Kalker Hauptstraße, zahlreiche
Neubauprojekte (sowohl Wohn- als auch Gewerbeprojekte) entwickelt werden.
Diese unterstreichen die Beliebtheit des Standortes. Als absoluter Kunden-
magnet fungiert das Einkaufszentrum „Köln Arcaden“, am Anfang der Kalker
Hauptstraße. Der Einzelhandelsbesatz der Kalker Hauptstraße ist zudem sehr
vielfältig, weshalb alle denkbaren Sozialgruppen vorzufinden sind. Angefangen
bei Discountern wie „TEDi“ und „fairstore“ findet man außerdem Drogeriemärkte
wie „dm“ und „Rossmann“ an diesem Standort. Diese fungieren, ebenso wie die
Neueröffnung des Kauflands (Kalker Hauptstraße 112), als Kundenmagnete.
Kalker Hauptstraße
Kalk
Highlights
01 Köln Arcarden
02 TEDi
03 Kaufland
04 Rossmann
05 BackWerk
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Kalker Hauptstraße 113)
1.667
1.345
1.998
Kalker Hauptstraße
Kalker Hauptstraße
Kalk-Mülheimer-Straße
Rolshover Straße
Sieverstraße
04
01
03
02
05
Detailkarte
12 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020
Auch in diesem Jahr zählt die Neusser Straße zu den beliebtesten Stadtteil-
lagen unserer Frequenzmessung. Mit einer Besucherzahl von 1.878 Passanten
pro Stunde, befindet sich die Neusser Straße in unserem Ranking im vorderen
Mittelfeld. Dies ist zum einen auf den guten Mietermix und zum anderen auf die
Bedeutung der Neusser Straße für die Bewohner des Kölner Nordens (Stadtbe-
zirk Nippes) zurückzuführen. Neben zahlreichen Einzelhandelsbetrieben aus den
Bereichen Lebensmittel, Drogerie und Textil gibt es auch ein vielfältiges Angebot
an Gastronomie. Darüber hinaus befindet sich ein „GALERIA Kaufhof“ Waren-
haus in bester Lage auf der Neusser Straße. Zusätzlich fungieren ein „REWE“, ein
„dm“ sowie ein „Alnatura Super Natur Markt“ als Kundenmagneten. Ein weiterer
Pluspunkt der Neusser Straße ist zudem die gute Erreichbarkeit. Als
Kundengruppe lässt sich die Mittelschicht erkennen. Obendrein verkehren auf der
Neusser Straße auch viele junge Menschen und Studenten, da sich Nippes im
Laufe der Jahre zu einem Szeneviertel entwickelt hat.
Lagebeschreibung
Neusser Straße
Nippes
Highlights
01 GALERIA Kaufhof
02 REWE
03 dm
04 Alnatura Super Natur Markt
05 Douglas
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Neusser Straße 250)
1.822
1.896
1.878
04
01
03
02
05 Neusser Straße
Neusser Straße
Wilhelmstraße
Kempener Straße
Detailkarte
conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 13
Lagebeschreibung
Auf Platz 8 unseres Rankings liegt die Sülzburgstraße im Kölner Veedel Sülz, mit
einer durchschnittlichen Frequenz von 1.800 Passanten pro Stunde. Im Vergleich
zu 2018 (durchschnittlich 871 Passanten pro Stunde) ist die Frequenz stark gestie-
gen. Weiterhin dient die Sülzburgstraße neben der Berrenrather Straße und der
Zülpicher Straße als Haupteinkaufsstraße für die Stadtteile Sülz und Klettenberg.
Aufgrund des hervorragenden Mietermixes ist dieser Standort bereits seit
Jahrzehnten beliebt und insbesondere bei Filialisten aus dem Bereich Einzel-
handel sehr gefragt. Neben den beiden Drogeriemärkten „dm“ und „Rossmann“
findet der Kunde auch den Lebensmittelhändler „Aldi“ vor. Darüber hinaus gibt
es auf der Sülzburgstraße Niederlassungen der Parfümerie „Douglas“ sowie der
Buchhandlung „Mayersche Buchhandlung“. Beide Unternehmen sind ansons-
ten fast ausschließlich in den Innenstädten Deutschlands wiederzufinden, was
die Attraktivität der Sülzburgstraße nochmals unterstreicht. Weitere Frequenz-
bringer sind „Kochhaus Sülz“, „Blumen Risse“ sowie „Tchibo“. Die Anbindung an
das ÖPNV-Netz ist durch die nahegelegene Haltestelle „Sülzburgstraße“ mit der
Linie 18 ideal – ein weiterer Pluspunkt für die Sülzburgstraße. Die nächstgelege-
ne Autobahnauffahrt (A4) erreicht man über die Luxemburger Straße zudem in
wenigen Fahrminuten. Als Kundengruppen lassen sich insbesondere die Mittel-
schicht sowie die gehobene Mittelschicht erkennen.
Sülzburgstraße
Sülz
Highlights
01 Douglas
02 Mayersche Buchhandlung
03 dm
04 Rossmann
05 Aldi Süd
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Sülzburgstraße 35)
872
871
1.800
Sülzburgstraße
Sülzburgstraße
Wittekindstraße
Berrenratherstraße Emmastraße
Luxemburgerstraße
04
01
03
Emmastraße
03
02
Sülzburgstraße
05
Luxemburgerstraße
Detailkarte
14 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020
Lagebeschreibung
Die Deutzer Freiheit landet auf Platz 9 unseres Rankings. Im Vergleich zu 2018
(durchschnittlich 731 Passanten pro Stunde) ist die Frequenz mit 1.800 Passanten
pro Stunde deutlich angestiegen. Ohnehin steht die Beliebtheit der Deutzer Freiheit
außer Frage, was insbesondere daran zu erkennen ist, dass an diesem Standort
kaum Mieterwechsel stattfinden – ein Zeichen für zufriedene Mieter. Als Kunden-
magnete lassen sich – wie so oft – die Unternehmen „REWE“ und „dm“ erkennen.
Ebenfalls für die Attraktivität des Standortes verantwortlich ist der Lebensmittel-
händler „denn’s Biomarkt“. Die im letzten Jahr neu eröffnete „Mayersche Buch-
handlung“ konnte sich gut etablieren und sorgt mit ihrer Filiale für einen weite-
ren großen Kundenzuwachs. Aufgrund der guten Anbindung an das ÖPNV-Netz
(Stadtbahnhaltestelle „Deutzer Freiheit“ mit den Linien 1, 7 und 9) ist es für die
Kunden zudem leicht den Standort zu erreichen. Weitere Faktoren für die Attrak-
tivität der Deutzer Freiheit sind die Nähe zum neu gestalteten „Rheinboulevard“,
der „LANXESS Arena“ und dem „Tanzbrunnen“ sowie zum „Jugendpark Köln“
und zu den „Poller Wiesen“. Zudem zählt die Deutzer Kirmes seit Jahrzehnten zu
den beliebtesten Kölner Volksfesten und lockt jährlich zahlreiche Kunden an.
Als Kundengruppe lässt sich vor allem die Mittelschicht erkennen.
Deutzer Freiheit
Deutz
Highlights
01 REWE
02 dm
03 denn‘s Biomarkt
04 Reformhaus Bacher
05 Mayersche Buchhandlung
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Deutzer Freiheit 84-86)
713
731
1.800
Detailkarte
Deutzer Freiheit Deutzer Freiheit
Reischplatz
Gotenring
Graf-Geßler-Straße
Siegburger Straße Mathildenstraße
04
01
03
03
02
05
conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 15
Lagebeschreibung
Mit einer Frequenz von durchschnittlich von 1.680 Passanten pro Stunde schafft
es die Neusser Straße im Stadtteil Neustadt-Nord in diesem Jahr erneut unter die
TOP 10 der am höchst frequentierten B-Lagen Kölns. Die Frequenz rund um den
Ebertplatz ist im Vergleich zum vorigen Jahr deutlich gestiegen (2018 durchschnitt-
lich 936 Passanten pro Stunde), dies unterstützt unsere Prognose vom vergange-
nen Jahr, dass die Neusser Straße ein sehr attraktiver Standort ist und es auch
weiterhin bleiben wird. Als Frequenzbringer fungieren unter anderem der „dm“
Drogeriemarkt sowie „REWE City“. Darüber hinaus gibt es auf der Neusser Straße
einige beliebte Gastronomiebetriebe, wie z. B. „Feuer & Flamme“, „Supasalad“ und
„Bento Box“, die für eine gute Frequenz sorgen. Aufgrund der guten Anbindung
an das ÖPNV-Netz ist die Neusser Straße für Kunden und Besucher problemlos
erreichbar, was sicherlich eine weitere Ursache für die Beliebtheit des Standortes
ist. Als Kundengruppe lässt sich hauptsächlich die Mittelschicht erkennen.
Neusser Straße
Neustadt-Nord/ Agnesviertel
Highlights
01 REWE City
02 dm
03 Feuer & Flamme
04 Supasalad
05 BENTO BOX
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Neusser Straße 2)
1.192
936
1.680
Neusser Straße
Schilling Straße
Theodor-Heuss-Ring
Balthasarstraße
Weißenburgstraße
04
01
03
02
Balthasarstraße
05
Theodor-Heuss-Ring
Detailkarte
16 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020
Lagebeschreibung
Ein weiterer beliebter Standort ist die Bonner Straße, im Stadtteil Neustadt-Süd. Die
dort gemessene Passantenfrequenz liegt bei 1.626 Passanten pro Stunde. Der fre-
quenzstärkste Bereich der Bonner Straße beginnt am Chlodwigplatz und endet an
der Kreuzung Bonner Wall. Die Bonner Straße mündet am Ende in den Kölner Ver-
teilerkreis sowie der Zufahrt zu den Autobahnen A555 und A4. Die gute Anbindung
an das Autobahnnetz und die Verbindung zum Chlodwigplatz sind beides aus-
schlaggebende Faktoren für die hohe Kundenfrequenz. Aufgrund seines Flairs zählt
dieser Standort zudem seit Jahren zu den beliebtesten Ecken Kölns. Insbesondere
die Vielfalt an Gastronomiebetrieben rund um den Chlodwigplatz und der Bonner
Straße tragen stark zur hohen Kundenfrequenz bei. Als Kundenmagnete fungie-
ren beispielsweise das Burger Konzept „Die fette Kuh“, das neapolitanische Pizza-
konzept „485 Grad“, „Sushi Ninja“ sowie das außergewöhnliche Cornflakes Konzept
„Flakes Corner“. Das außergewöhnliche Angebot an Gastronomiebetrieben wurde
zudem um das Konzept „Mangal-LP10“ von Lukas Podolski erweitert. Weitere
Frequenzbringer sind „REWE City“ und „Bierlager“, ein Craft Beer Store mit
riesiger Auswahl. Die erkennbare Kundengruppe ist hauptsächlich die Mittel-
schicht. Des Weiteren verkehren zahlreiche junge Menschen in diesem Veedel.
Bonner Straße
Neustadt-Süd
Highlights
01 Die fette Kuh
02 REWE City
03 Mangal X LP10
04 Coffee Fellows
05 Sushi Ninja
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Bonner Straße 13)
996
1.277
1.626
Detailkarte
Bonner Straße
Bonner Straße
Rolandstraße
Elsastraße
Kurfürstenstraße
04
01
03
03
02
05
conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 17
Lagebeschreibung
Bereits seit einigen Jahren erfährt die Venloer Straße eine große Beliebtheit. Im
Jahr 2018 wurde eine durchschnittliche Passantenfrequenz von 1.744 gemessen.
So liegt der Wert in diesem Jahr mit 1.524 etwas darunter. Die Venloer
Straße gilt damit weiterhin als ein sehr attraktiver Standort, sowohl für Einzel-
händler als auch für Gastronomiebetriebe. Jährlich eröffnen auf der Venloer
Straße zahlreiche neue Konzepte. Darüber hinaus fungieren die Drogeriemarkt-
Größen „dm“ und „Rossmann“ sowie die Lebensmitteleinzelhändler „REWE“
und „denn’s Biomarkt“ als Frequenzbringer. Auf der anderen Straßenseite
gelegen, sorgt der ,,Alnatura Super Natur Markt‘‘ für einen gewissen Ausgleich
in Bezug auf die große Auswahl an Biolebensmittelmärkten. Durch zahlreiche
künftige Neubauprojekte, wie z. B. die Entwicklung des „Heliosgeländes“, wird
der Standort Ehrenfeld auch in Zukunft an Attraktivität gewinnen.
Venloer Straße
Ehrenfeld
Highlights
01 Alnatura Super Natur Markt
02 REWE
03 dm
04 Rossmann
05 Fielmann
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Venloer Straße 369)
1.396
1.744
1.524
Gutenbergstraße
Venloer Straße
Venloer Straße
Körnerstraße
Rothehausstraße
Sömmeringstraße
Ehrenfeldgürtel
Neptunstraße
Venloer Straße
04
01
Venloer Straße
03
02
05
Gutenbergstraße
Gutenbergstraße
Detailkarte
18 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020
Die Severinstraße im Stadtteil Neustadt-Süd mit einer durchschnittlichen Frequenz
von 1.428 Passanten pro Stunde hat es leider nicht unter die Top 10 der beliebtesten
B-Lagen Kölns geschafft. Im Vergleich zum Vorjahr (durchschnittlich 1.113 Passan-
ten pro Stunde) ist die Frequenz an diesem Standort trotzdem stark angestiegen,
was die Attraktivität des Standortes unterstreicht. Die Severinstraße, welche an der
Severinstorburg beginnt und an ihrem Ende in den Waidmarkt mündet, fungiert als
Haupteinkaufsstraße für die Kölner Südstadt. Die Abschnitte unmittelbar hinter der
Severinstorburg sowie zwischen der Jakobstraße und der Landsbergstraße sind die
vermeintlich am höchst frequentiertesten Bereiche dieses Standortes. Aufgrund
des vielfältigen Angebotes an Einzelhandels- und Gastronomiebetrieben erfährt die
Severinstraße seit Jahrzehnten eine große Beliebtheit. Als Kundenmagnete
lassen sich „REWE City“ und „dm“ identifizieren. Durch die Neueröffnungen des
„Alnatura Super Bio Marktes“ (Severinstraße 35-37) sowie von „Amei Food Culture“
(Severinstraße 111) konnte der Standort sein großes Angebot an Lebensmitteln
erweitern. Zudem hat NKD durch die Vermittlung von Larbig & Mortag in 2019
eine neue Filiale (Severinstraße 113) bezogen. Die Nähe zum Rhein und zur
Innenstadt sowie die gute Anbindung an das ÖPNV-Netz tragen ebenfalls stark
zur Attraktivität des Standortes bei. Des Weiteren zählt die Südstadt zu den
beliebtesten Wohnlagen Kölns, sicherlich ein zusätzlicher Faktor für die hohe
Passantenfrequenz.
Lagebeschreibung
Severinstraße
Altstadt-Süd
Highlights
01 NKD
02 dm
03 REWE City
04 Casita Mexicana
05 Alnatura
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Severinstraße 35)
1.107
1.113
1.428
04
01
03
02
05
Detailkarte
Achterstraße
Severinstraße
Landsbergerstraße
Jakobstraße
An St. Magdalenen
conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 19
Lagebeschreibung
Mit einer durchschnittlichen Kundenfrequenz von 1.380 Passanten pro Stunde
liegt der Abschnitt Palmstraße bis Friesenplatz des Hohenzollernrings auf Platz 14
unseres Rankings. Im Vergleich zu 2018 (durchschnittlich 818 Passanten pro
Stunde) steigt die Frequenz deutlich. Auch an diesem Standort überwiegen die
Gastronomiebetriebe. Beliebte Anlaufstellen sind z. B. „Starbucks“ und „SAUSA-
LITOS“ sowie die Neueröffnungen „Wilma Wunder “(Friesenstraße 28) und „Coya-
can“(Friesenstraße 80), die das ohnehin schon große Gastronomieangebot noch-
mals erweitern. Die Frequenzbringer aus Sicht der Einzelhändler sind in diesem
Bereich insbesondere der Drogeriemarkt „dm“ und der bekannte Second-
Hand-Store „Vintage & Rags“. Spannend bleibt die Frage, wie sich die Immobi-
lienentwicklungen am Friesenplatz (Friesenplatz 2, Hohenzollernring 70 und
Hohenzollernring 79-89) auf die Passantenfrequenzen auswirken. conceptstories
geht von einem starken Zuwachs aus. Die Anbindung an das ÖPNV-Netz ist
am Friesenplatz genauso ausgezeichnet wie am Rudolfplatz. Daher ist es für die
Kunden ein Leichtes, diesen Standort zu erreichen. Auch hier ist anzumerken,
dass die Frequenz an diesem Standort in den Abendstunden förmlich explodiert.
Als Kundengruppe lässt sich die Mittelschicht erkennen.
Hohenzollernring
Friesenplatz
Highlights
01 Coyacan
02 SAUSALITOS
03 Wilma Wunder
04 dm
05 Starbucks
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Hohenzollernring 72)
892
818
1.380
Detailkarte
Hohenzollernring
Hohenzollernring
Magnusstraße
05
01
03
02
04
05
HohenstaufenringHohenstaufenring
Engelbertstraße
Lindenstraße
Zülpicher Platz
SchaafenstraßeSchaevenstraße
20 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020
Lagebeschreibung
Der Hohenstaufenring gilt neben dem Kaiser-Wilhelm-Ring als die Möbelmeile
Kölns und darf daher in unserem Retailbericht nicht fehlen. Mit einer diesjähri-
gen durchschnittlichen Kundenfrequenz von 1.362 Passanten pro Stunde landet
der Standort auf Platz 15 unseres Rankings. Dieser Wert liegt deutlich über der
Kundenfrequenz von 2018 (durchschnittlich 496 Passanten pro Stunde). Neben
den bekannten Größen des exklusiven Möbelhandels wie z. B. „WHO’S PERFECT“,
„Pfannes & Virnich“, „Ligne Roset“ usw. konnten sich in den vergangenen Jahren
auch einige andere Konzepte an diesem Standort etablieren. So konnte Larbig &
Mortag Immobilien in diesem Jahr das angesagte Skandinavische Möbelkon-
zept ,,Sofa Company“ im Hohenstaufenring 42 unterbringen. Es ist nach Berlin,
Hamburg und München die vierte Filiale des Unternehmens in Deutschland.
Weitere Frequenzbringer am Hohenstaufenring sind zudem die Lebensmittel-
einzelhändler „REWE“ und „REWE City“ am Zülpicher Platz sowie „LIDL “
(Habsburgerring 2) am Rudolfplatz. Die ideale Anbindung an das ÖPNV-Netz ist
mit Sicherheit ein weiterer Grund für die hohe Passantenfrequenz. Wie bei allen
angegebenen Standorten rund um den Rudolfplatz ist davon auszugehen, dass
auch der Hohenstaufenring mit Fertigstellung der beiden Neubauprojekte an
diesem Standort weiter an Frequenz hinzugewinnen wird. Erkennbare Kunden-
gruppen sind die Mittelschicht und die gehobene Mittelschicht.
Hohenstaufenring
Neustadt-Süd
Highlights
01 REWE
02 WHO‘S PERFECT
03 SofaCompany
04 BoConcept Köln
05 WonderWaffel
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Hohenstaufenring 30)
814
496
1.362
Zülpicher Platz
Detailkarte
04
01
04
03
02
conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 21
Lagebeschreibung
Die Zülpicher Straße im Stadtteil Neustadt-Süd befindet sich mit einer durch-
schnittlichen Frequenz von 1.278 Passanten pro Stunde auf Platz 16 unseres
Rankings und ist dadurch im Vergleich zu 2018 (durchschnittliche Passantenfre-
quenz pro Stunde: 606) rapide gestiegen. Der Mieterbesatz an diesem Standort
besteht zudem hauptsächlich aus Gastronomiebetrieben, weshalb die Passan-
tenfrequenz in den Abendstunden deutlich höher ist als tagsüber. Als Frequenz-
bringer fungieren insbesondere die Restaurants „Mango“, „Borsalino“ und
„Magnus“. Durch die Eröffnung einer Filiale von „Pizza Hut“ in der Zülpicher
Straße 12 sowie des Lebensmitteldiscounters „PENNY-Markt“ in der benach-
barten Dasselstraße 1-29 konnte die Attraktivität des Standortes weiter ge-
steigert werden. Das kultige Restaurant „bei Oma Kleinmann“ ist des Weiteren
seit Jahren eine beliebte Anlaufstelle für Anwohner und Touristen. Ein weiterer
Pluspunkt für die Zülpicher Straße ist die gute Anbindung an das ÖPNV- und das
DB-Netz (Stadtbahnhaltestellen Zülpicher Platz (Linien 9, 12, 15), Dasselstraße
(Linie 9) und der Bahnhof Süd). Als Kundengruppe lässt sich vor allem die
Mittelschicht, hauptsächlich jedoch junge Menschen und Studenten, erkennen.
Zülpicher Straße
Neustadt-Süd
Highlights
01 Mango
02 Pizza Hut
03 Borsalino
04 Magnus
05 Lenny & Pino‘s
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Zülpicher Straße 23)
687
606
1.278
Detailkarte
Zülpicher Straße
Zülpicher Straße
Dasselstraße
Heinsbergstraße
Roonstraße
Hohenstaufenring
04
01
03
Zülpicher Straße
02
Zülpicher Straße
05
22 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020
Genauso wie in der Breite Straße und der Ehrenstraße ist auch die Passanten-
frequenz in der Mittelstraße im Vergleich zum Vorjahr leicht rückgängig. Passier-
ten in 2018 noch durchschnittlich 1.348 Besucher die Straße, so sind es in diesem
Jahr etwas weniger Besucher (durchschnittlich 1.260 Passanten pro Stunde).
Dies änderte jedoch nichts daran, dass die Mittelstraße weiterhin ein attraktiver
Standort für Sozialgruppen der gehobenen Mittelschicht sowie die Oberschicht
bleibt. Sie besteht überwiegend aus Filialisten aus den Bereichen Textil und
Wohnungseinrichtung. Aufgrund der optimalen Lage zwischen Neumarkt und
Rudolfplatz ist die Erreichbarkeit der Mittelstraße zudem ideal. Die Kunden-
magnete sind, wie auch in den letzten Jahren, u. a. „APROPOS“, „LACOSTE“,
„Massimo Dutti“ und „ZARA HOME“. Durch die Neueröffnung des Textilhandels
,,Yves Delorme“ (Mittelstraße 42) ist ein weiterer Kundenmagnet dazu gekom-
men, welcher sich ausschließlich auf den Verkauf von hochwertigen Heimtextilien
konzentriert.
Lagebeschreibung
Mittelstraße
Altstadt-Nord
Highlights
01 APROPROS
02 LACOSTE
03 Tesla
04 Shoepassion
05 Massimo Dutti
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Mittelstraße 40)
1.372
1.348
1.260
04
01
03
02
05
Detailkarte
Benesisstraße
Pfeilstraße
Mittelstraße
Mittelstraße
conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 23
Mit einer durchschnittlichen Frequenz von 1.248 Passanten pro Stunde, liegt die
beliebte Ausgehmeile, zwischen Rudolfplatz und Aachener Weiher auf Platz 18
des Rankings. Im Vergleich zum Vorjahr (durchschnittlich 891 Passanten pro
Stunde) konnte die Aachener Straße Ihre Frequenz zudem deutlich steigern, was
die Attraktivität des Standortes verdeutlicht. Die Aachener Straße hat sich in den
vergangenen Jahren zu der absoluten Ausgehmeile Kölns entwickelt, noch vor der
Friesenstraße und dem Hohenzollernring. Dies ist sowohl auf die exponierte Lage
im Belgischen Viertel als auch auf die Vielfalt der Gastronomiebetriebe zurück-
zuführen. Insbesondere die Szenerestaurants „Salon Schmitz“, „Balthasar“ sowie
„Piccola L ’Orginale“ ziehen sowohl tagsüber als auch abends zahlreiche Kunden an.
Darüber hinaus haben sich in den vergangenen Jahren zahlreiche weitere beliebte
Gastronomiekonzepte wie z. B. „Beef Brothers“ und „The Bird“ oder auch „Burrito
Rico“ erfolgreich etabliert. Durch die Neueröffnung von “Remos“ (Aachener Straße
21) ist ein weiteres Gastronomiekonzept dazu gestoßen, welches die ausgewoge-
ne Restaurantauswahl auf der Aachener Straße abrundet. Ein weiterer Pluspunkt
ist die gute Erreichbarkeit des Standortes mit den öffentlichen Verkehrsmitteln,
welche durch die Nähe zum Rudolfplatz gegeben ist. Als Sozialgruppe lassen sich
die Mittelschicht und die gehobene Mittelschicht erkennen. Besonders in den Abend-
stunden verkehren zudem zahlreiche junge Menschen an der Aachener Straße.
Lagebeschreibung
Aachener Straße
Neustadt-Süd
Highlights
01 Balthasar
02 Salon Schmitz
03 ZEN
04 Little Nonna
05 Remos
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Aachener Straße 12)
819
891
1.248
04
01
01
03
05
02
Detailkarte
Aachener Straße Aachener Straße
Lütticher Straße
Brabanter Straße
Hohenzollernring
Brüsseler Straße
Moltkestraße
24 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020
Die Frankfurter Straße hat in diesem Jahr mit einer durchschnittlichen Passan-
tenfrequenz von 1.212 im Vergleich zu 2018 (durchschnittliche Passantenfre-
quenz pro Stunde: 1737) etwas abgenommen. Trotzdem dient der Abschnitt der
Frankfurter Straße vom Wiener Platz bis zum Bahnhof Köln-Mülheim weiterhin
als Haupteinkaufsstraße für den Stadtteil Mülheim. Der Standort hat eine große
Bedeutung für das Viertel, zumal die Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmit-
tel durch die Nähe zum Wiener Platz und zum Bahnhof Köln-Mülheim nahezu
perfekt ist. Für eine gute Passantenfrequenz sorgen die Einzelhändler „dm“ so-
wie „Woolworth“ am Wiener Platz. Zudem zieht das Einkaufszentrum „Galerie
Wiener Platz“ mit den Ankermietern „LIDL “, „TEDi“ und „KiK“ eine Vielzahl von
Kunden an. Hiervon profitiert natürlich auch die Frankfurter Straße. Die Kun-
dengruppe ist ähnlich wie eine Vielzahl der Geschäfte an diesem Standort stark
multikulturell geprägt.
Lagebeschreibung
Frankfurter Straße
Mülheim
Highlights
01 Galerie Wiener Platz
02 dm
03 Deichmann
04 Woolworth
05 Reformhaus Bacher
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Frankfurter Straße 18)
649
1.737
1.212
Rhodiusstraße
04
01
03
03
02
05
Frankfurter Straße
Mülheimer Brücke
Elisabeth-Breuer-Straße
Mülheimer Brücke
Detailkarte
conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 25
Im Vergleich zu den Vorjahren, konnte die Hauptstraße in Rodenkirchen dieses
Mal enorm an Passantenfrequenz zugewinnen. Dies liegt jedoch unter anderem
daran, dass wir bei unserer diesjährigen Messung die Frequenz des Wochen-
marktes am Maternusplatz in unsere Ergebnisse mit aufgenommen haben.
Der diesjährige Anstieg der Passantenfrequenz wird allerdings auch auf die einla-
dende Atmosphäre in Rodenkirchen zurückzuführen sein. In diesem Jahr stieg die
Anzahl in der Hauptstraße auf durchschnittlich 1.128 Passanten pro Stunde. Dies
bedeutet Platz 20 in unserem Ranking. Neben klassischen Einzelhändlern aus
den Bereichen Lebensmittel und Drogerie finden die Besucher auch ein Angebot
an Textil- und Kosmetikeinzelhändlern vor. Für die Bewohner des Stadtbezirks
Rodenkirchen dient die Hauptstraße, gemeinsam mit der Maternusstraße/ Mater-
nusplatz, als Haupteinkaufsstraße. Als Kundengruppen lassen sich hauptsäch-
lich die gehobene Mittelschicht und die Oberschicht erkennen. Die Anbindung an
das ÖPNV-Netz an diesem Standort, ist eher als schlecht zu bezeichnen. Dies ist
für die gehobene Mittelschicht bzw. die Oberschicht eher unwichtig, da diese in
der Regel mit dem PKW oder zu Fuß anreisen. Allerdings führt dies dazu, dass
relativ wenig junge Menschen oder Studenten zu diesem Standort strömen und
die Frequenz daher im Verhältnis zu einigen anderen Haupteinkaufsstraßen
geringer ausfällt.
Lagebeschreibung
Hauptstraße
Rodenkirchen
Highlights
01 Aldi Süd
02 Closed
03 Sommerhof
04 dm
05 Tchibo
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Hauptstraße 106)
1.781
602
1.128
05
04
01
03
02
Detailkarte
Hauptstraße
Hauptstraße
Maternusstraße
26 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020
Mit einer durchschnittlichen Frequenz von 1.050 Passanten pro Stunde, landet
die Dürener Straße im Stadtteil Lindenthal auf Platz 21 unseres Rankings. Im
Vergleich zu 2018 (durchschnittlich 821 Passanten pro Stunde) war der Standort
in diesem Jahr deutlich besser besucht. Nach wie vor zählt die Dürener Straße zu
den beliebtesten Einkaufsstraßen für die Bewohner Kölns, insbesondere für die
Bewohner Lindenthals. An diesem Standort lassen sich vor allem die Kunden-
gruppen der gehobenen Mittelschicht und der Oberschicht erkennen. Die Kauf-
kraft ist hier daher wesentlich höher als in vielen anderen Stadtteilen. Aufgrund der
nicht optimalen Anbindung an das ÖPNV-Netz, reist eine Vielzahl der Besucher
mit dem PKW an, was an diesem Standort am häufigen „Parken in zweiter Reihe“
zu erkennen ist. Als Kundenmagneten fungieren neben den Lebensmittelhänd-
lern „REWE“, „EDEKA“ und „denn’s Biomarkt“ auch die Drogeriemärkte „Ross-
mann“ und „dm“. Darüber hinaus ziehen die zahlreichen Mode-Boutiquen wie
„Somewear“, „Knocknok“ und „S.A.L.E“ sowie die Filiale von „Marc O‘Polo“ eine
Vielzahl von Kunden an. Die zahlreichen Gastronomiebetriebe wie z. B. „Hans im
Glück“, „Restaurant Culinarius“, „Haus Schwan“ und die „Pizzeria Piccola“ sind
aufgrund ihrer Beliebtheit gute Frequenzbringer.
Lagebeschreibung
Dürener Straße
Lindenthal
Highlights
01 REWE
02 denn‘s Biomarkt
03 Rossmann
04 Hans im Glück
05 Marc O‘Polo
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Dürener Straße 132)
720
821
1.050
Klosterstraße
Hillerstraße
Dürener Straße
Hans-Sachs-Straße
Detailkarte
04
01
03
02
05
conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 27
Lagebeschreibung
Hinter der Dürener Straße, landet der Kaiser-Wilhelm-Ring auf Platz 22 unse-
res Rankings. Dieser Standort konnte dieses Jahr mit einer Frequenz von 1.008
Passanten pro Stunde verglichen mit dem letzten Jahr (durchschnittliche Pas-
santenfrequenz pro Stunde 627), deutlich an Frequenz hinzugewinnen. Neben
dem Hohenstaufenring gilt der Kaiser-Wilhelm-Ring als zweite Möbelmeile Kölns.
Als Kundenmagnete fungieren in diesem Abschnitt des Kölner Rings vor allem
die hochwertigen Möbelhändler und Einrichtungshäuser „Pesch Wohnen“, „COR
interlübke Studio“ und „HEIDER | Wohnambiente“ sowie der Kölner Standort des
Beleuchtungsexperten „TOBIAS GRAU“. Dieses Angebot wurde durch die Eröffnung
des Inneneinrichters, „Die Einrichtung“, im Kaiser-Wilhelm-Ring 40 im Jahre 2016
nochmals erweitert. Weitere Frequenzbringer für den Standort sind die Kinobetrie-
be „Cinedom“ im Mediapark 1 sowie „Residenz“ im Kaiser-Wilhelm-Ring 30-32. Auf
Grund seiner idealen Lage zwischen dem „Belgischen Viertel“, dem „Mediapark“,
dem „Gerling-Quartier“ und dem „Friesenviertel“, ist der Kaiser-Wilhelm-Ring
auch ein sehr gefragter Bürostandort und gilt als die 1A-Lage am Kölner Büro-
markt. Dies zeigen unter anderem die beiden Projektentwicklungen „Kaiser Hof“
an der Erftstraße bzw. „Kaiser-Wilhelm-Höfe“ an der Gladbacher Straße/ Ecke
Kaiser-Wilhelm-Ring von der Art-Invest, die im absoluten Hochpreissegment
liegen. Als Kundengruppen lassen sich die Mittelschicht, die gehobene Mittel-
schicht sowie die Oberschicht des Gerling Quartiers erkennen.
Kaiser-Wilhelm-Ring
Neustadt-Nord
Highlights
01 Pesch Wohnen
02 HEIDER | Wohnambiente
03 COR interlübke Studio Köln
04 Residenz
05 Salädchen
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Kaiser-Wilhelm-Ring 10)
722
627
1.008
Kaiser-Wilhelm-Ring
Hansaring
Maybachstraße
Christophstraße
Gladbacher Straße
Maybachstraße
Maybachstraße
Detailkarte
04
01
04
03
04
02
Christophstraße
05
28 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020
Lagebeschreibung
Die Apostelnstraße ist nach der Breite Straße, der Ehrenstraße, Mittelstraße und
Pfeilstraße der fünfte Standort unserer Frequenzmessung im direkten Innenstadt-
bereich. Mit einer durchschnittlichen Passantenfrequenz von 999 im vergangenen
Jahr liegt die Passantenfrequenz in diesem Jahr mit 978 knapp darunter. Die
Apostelnstraße befindet sich zwischen dem Neumarkt und der Ehrenstraße und
dient damit unter anderem als Verbindungsstraße für die Passanten. Darüber
hinaus konnte die Apostelnstraße in den vergangenen Jahren einige attraktive
Mieter gewinnen, wie z. B. „Marc O’Polo“ und „Closed“, die zu der hohen
Kundenfrequenz beitragen. Die Gastronomiebetriebe „Törtchen Törtchen“,
„Culinarius-in-Biss by Federico“ sowie „Dulce Chocolate & Icecream“ tragen
zum guten Flair der Straße bei und laden zum Verweilen ein. Das auch über-
regional beliebte und bekannte Gloria Theater mit zahlreichen Veranstaltungen
unterschiedlichster Art, zieht auch in den Abendstunden eine Vielzahl von Kunden
an. Aufgrund der zahlreichen Parkhäuser in und um die Apostelnstraße, ist die
Erreichbarkeit mit dem PKW zudem nahezu ideal. Ein weiterer Faktor für das gute
Abschneiden des Standortes ist die Nähe zum Neumarkt, weshalb die ÖPNV-
Anbindung als ausgezeichnet zu bewerten ist. Als Kundengruppen lassen sich die
Mittelschicht sowie die gehobene Mittelschicht erkennen.
Apostelnstraße
Altstadt-Nord
Highlights
01 Marc O‘Polo
02 Brogle
03 Törtchen Törtchen
04 Closed
05 Prego Köln
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Apostelnstraße 27)
1.021
999
978
Detailkarte
Getrudenstraße
Apostelnstraße
Albertusstraße
Ehrenstraße
04
01
04
03
02
03
05
conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 29
Neben der Neusser Straße und der Zülpicher Straße, ist auch die Aachener Straße gleich
zweimal in unserem Retailbericht vertreten. Auf Platz 18 unseres Rankings mit dem Stadtteil
Neustadt-Süd und nun, auf Platz 24, mit dem Stadtteil Braunsfeld. Im Vergleich zur Aachener
Straße im Stadtteil Neustadt-Süd weist dieser Standort mit einer durchschnittlichen Frequenz
von 924 Passanten pro Stunde jedoch einen niedrigeren Wert auf. Darüber hinaus hat sich
die Passantenfrequenz zum letzten Jahr (durchschnittliche Passantenfrequenz pro Stunde
424) mehr als verdoppelt. Die Aachener Straße fungiert als Haupteinkaufsstraße für die Be-
wohner der Stadtteile Braunsfeld, Junkersdorf und Müngersdorf. Dies ist neben der guten
Erreichbarkeit des Standortes mit den öffentlichen Verkehrsmitteln (u. a. Stadtbahn-
haltestellen Clarenbachstift und Maarweg mit der Linie 1) und dem PKW auch auf den
guten Mietermix zurückzuführen. Neben den Lebensmittelhändlern „REWE“ und
„TEMMA“, finden die Passanten auch eine Filiale des Drogeriemarktes „dm“ sowie zahlreiche
Bankfilialen („Kölner Bank eG“, „Commerzbank“, „Sparkasse Köln/ Bonn“ usw.) und
Bäckereien („Bäckerei Café Merzenich“, „Schmitz + Nittenwilm“, „Heinemann“ und „Bäckerei
Ecke“) vor. Als Kundenmagnete lassen sich insbesondere „REWE“, „TEMMA“ und „dm“
erkennen. Zahlreiche Gastronomiebetriebe, wie z. B. „Brauhaus Gaffel im Marienbild“ oder
„Kölsche Art“, laden zudem zum Verweilen ein und runden das gute Gesamtbild des
Standortes ab. Mit den Neueröffnungen von „SPATZ – Health Food Deli & Café“ (Aachener
Str. 503) sowie von „Fairytale Frozen Yogurt“ (Aachener Str. 505) konnte die Aachener Straße
zudem zwei trendige Gastronomiekonzepte hinzugewinnen. Als Kundengruppen sind
besonders die gehobene Mittelschicht und die Oberschicht erkennbar.
Lagebeschreibung
Aachener Straße
Braunsfeld
Highlights
01 REWE
02 TEMMA
03 Bento Box
04 dm
05 Gaffel im Marienbild
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Aachener Straße 519)
497
424
924
Detailkarte
Aachener Straße
Voigtelstraße
Braunstraße
Maarweg
Maarweg
Paulistraße
01
02
03
04
04
05
30 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020
Lagebeschreibung
Ein weiterer Standort in Sülz, die Berrenrather Straße, befindet sich in un-
serem Ranking hinter der Aachener Straße auf Platz 25. Mit einer durch-
schnittlichen Frequenz von 858 Passanten pro Stunde, ist die Frequenz im
Vergleich zu 2018 (durchschnittlich 655 Passanten pro Stunde) stark gestiegen.
Die Berrenrather Straße ist neben der Sülzburgstraße und der Zülpicher Straße
die Haupteinkaufsstraße der Veedel Sülz und Klettenberg. Die Frequenzbringer
an diesem Standort sind neben den beiden Bio-Märkten „Alnatura Super Natur
Markt“ und „Naturata“, die Textileinzelhändler „S.A.L.E“ und „LANIUS“, der Sport-
artikeleinzelhändler „Muskelkater Sport“ sowie die Eismanufaktur „Keiserlich“,
welche sich seit der Eröffnung 2016 gut etablieren konnte und für einen hohen
Kundenzuwachs sorgt. Ähnlich wie in der Sülzburgstraße, ist die Anbindung an
das ÖPNV-Netz durch die nahegelegene Haltestelle „Sülzburgstraße“ mit der
Linie 18 auch hier ideal. Die nächstgelegene Autobahnauffahrt (A4) erreicht man
über die Luxemburger Straße zudem ebenfalls in wenigen Fahrminuten. Als
Kundengruppen sind die Mittelschicht und die gehobene Mittelschicht erkennbar.
Berrenrather Straße
Sülz
Highlights
01 Alnatura Super Natur Markt
02 Muskelkater Sport
03 EDEKA
04 Keiserlich
05 S.A.L.E.
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Berrenrather Straße 240)
839
655
858
Detailkarte
Berrenrather Straße
Berrenrather Straße
Nikolausplatz
Sülzburgstraße
Redwitzstraße
05
04
01
03
02
conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 31
Die Maastrichter Straße im Stadtteil Neustadt-Nord, findet sich ebenfalls zum
dritten Mal in unserem Retailbericht wieder. Mitten im Belgischen Viertel gelegen,
erfährt dieser Standort seit Jahren eine stark wachsende Beliebtheit. Mit einer
Frequenz von durchschnittlich 840 Passanten pro Stunde, liegt die Maastrich-
ter Straße wieder weiter oben auf Platz 26 unseres Rankings, welche im Vorjahr
eine Frequenz von nur 532 Passanten pro Stunde umfasste. Neben der Nähe zur
Innenstadt - die Ehrenstraße ist in wenigen Metern zu erreichen – ist die Attrak-
tivität auch mit der Vielzahl an kleinen Boutiquen und Einzelhandelsbetrieben zu
begründen. „Schee“ (Shop für Drucke und Motive), „boutique fraukayser“
(Geschenkartikelgeschäft) sowie das Herrenmodegeschäft „Monsieur Courbet“
und der Concept Store „Simon und Renoldi“ fungieren als Frequenzbringer für
die Straße. Die zahlreichen Gastronomiebetriebe wie „Noa“, „Little Ink“ sowie
das in 2017 neu eröffnete „Daikan“ tragen ebenfalls zu der Frequenz bei und
runden das gute Gesamtbild ab. Darüber hinaus läuft die Maastrichter Straße auf
den Brüsseler Platz zu, welcher in den vergangenen Jahren zu einem der angesag-
testen Treffpunkte der Kölner Innenstadt geworden ist. Als Kundengruppe lässt
sich insbesondere die Mittelschicht erkennen.
Lagebeschreibung
Maastrichter Straße
Neustadt-Süd
Highlights
01 Schee
02 Markthalle Belgisches Viertel
03 Monsieur Courbet
04 Simon und Renoldi
05 Noa
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Maastrichter Straße 3)
1.059
532
840
05
04
01
03
02
Detailkarte
Maastrichter Straße
Brabanter Straße
Hohenzollernring
32 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020
Lagebeschreibung
Der Friesenwall, als weiterer Standort der Kölner Innenstadt, belegt Platz 27 unse-
res Rankings. Dieser Standort konnte im Vergleich zum Vorjahr (durchschnittliche
Frequenz von 680 Passanten pro Stunde) mit durchschnittlich 738 Passanten pro
Stunde etwas an Frequenz hinzugewinnen. Ohnehin ist der Friesenwall bei zahlrei-
chen Einzelhändlern und auch bei zahlreichen Kunden sehr beliebt. Dies spiegelt
sich insbesondere in dem kaum vorhandenen Leerstand in der Straße wider. Zwar
findet ab und zu ein Mieterwechsel in der Straße statt, allerdings gibt es keinen
dauerhaften Leerstand zu verzeichnen. Als Frequenzbringer lassen sich „REWE
City“, die Boutiquen „G1O1A“ und „Luxefashion“ sowie der Store des Schweizer Ta-
schenherstellers und Händlers „FREITAG“ erkennen. Durch die Neueröffnung von
MALOA Poke Bowl (Friesenwall 24D, 50672 Köln) konnte der Standort sein gastro-
nomisches Angebot weiterentwickeln. Zudem dient der Friesenwall als Verbindung
zwischen Rudolfplatz und Ehrenstraße. Ein zweiter Faktor für die solide Passan-
tenfrequenz. Vor allem die Kundengruppen Mittelschicht und die gehobene Mittel-
schicht sind an diesem Standort stark vertreten.
Friesenwall
Altstadt-Nord
Highlights
01 MALOA Poke Bowl
02 FREITAG Store
03 REWE City
04 Frittenwerk
05 G101A
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Friesenwall 1)
420
680
738
05
Detailkarte
Friesenwall
Ehrenstraße
Mittelstraße
Pfeilstraße
Kettengasse
04
01
03
02
conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 33
Auch die Zülpicher Straße ist, nach der Aachener Straße und der Neusser Straße,
mit einem zweiten Standort in unserem Frequenzbericht vertreten. Mit einer durch-
schnittlichen Frequenz von 690 Passanten pro Stunde liegt die Zülpicher Straße
im beliebten Kölner Veedel Sülz auf Platz 28 unseres Rankings und konnte sich im
Vergleich zum Vorjahr (618 Passanten pro Stunde) leicht steigern. Neben der Sülz-
burgstraße und der Berrenrather Straße ist die Zülpicher Straße zudem der dritte
Sülzer Standort, der in unserem Ranking vertreten ist und welcher für dieses
Viertel als Einkaufsstraße dient. Die Vielzahl an guten Einkaufslagen im Stadtteil
Sülz in unserem Retailbericht unterstreicht nochmals die Attraktivität des Stand-
ortes. Als Pluspunkte für die Zülpicher Straße lassen sich neben der idealen
Anbindung an das ÖPNV-Netz (Stadtbahnhaltestellen Lindenburg und Weyertal
mit der Linie 9) auch der gute Mietermix sowie das vielfältige Angebot an Gas-
tronomiebetrieben nennen. Die zahlreichen Cafés (z. B. „Lieblings“, „Café Wo
ist Tom“ und „Café Krümel“) und die Vielzahl an Restaurants (z. B. „Brasserie
Marie“ und „Haus Demmer“) laden zudem zum Verweilen ein. Die Kundenmagnete
an diesem Standort sind die Lebensmitteldiscounter „LIDL “ und „Netto Marken-
Discount“. Kleine Boutiquen, wie z. B. das „cava-cava“, ziehen tagtäglich ebenfalls
viele Kunden an. Als Kundengruppe ist insbesondere die Mittelschicht erkennbar.
Lagebeschreibung
Zülpicher Straße
Sülz
Highlights
01 Lieblings
02 Café Wo ist Tom
03 Netto
04 LIDL
05 cava-cava
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Zülpicher Straße 23)
413
618
690
Detailkarte
Gustavstraße
Ägidiusstraße
Weyertal
Palanterstraße
Zülpicherstraße
Laudahnstraße
04
Gustavstraße
01
03
02
05
34 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020
Auf Platz 29 unseres Rankings liegt der Höninger Weg, im Kölner Stadtteil
Zollstock. Mit einer durchschnittlichen Frequenz von 636 Passanten pro Stunde
konnte der Höninger Weg das Vorjahresergebnis (durchschnittlich 717 Passanten
pro Stunde) dieses Mal zwar nicht erreichen, jedoch dient der Standort auch
weiterhin als Haupteinkaufsstraße für die Bewohner Zollstocks. Hinsichtlich
der Werte der Passantenfrequenz wird der Höninger Weg daher auch in den
kommenden Jahren stabil bleiben und sich nur marginal ändern. Als Frequenz-
bringer fungieren an diesem Standort insbesondere der Lebensmitteleinzelhänd-
ler „REWE City“ sowie der Drogeriemarkt „dm“. Weitere Kundenmagnete sind
„Tchibo“ und „KiK“. Neben dem guten Mietermix am Höninger Weg ist die gute
Erreichbarkeit mit den öffentlichen Verkehrsmitteln (u. a. Stadtbahnhaltestellen
„Höninger Weg“ und „Herthastraße“) ein weiterer Pluspunkt für den Standort. Als
Kundengruppe ist überwiegend die Mittelschicht erkennbar.
Lagebeschreibung
Höninger Weg
Zollstock
Highlights
01 REWE City
02 Schmitz & Nittenwilm
03 dm
04 KiK
05 Tchibo
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Höninger Weg 185)
756
717
636
Detailkarte
Höninger Weg
Höninger WegGottesweg
Herthastraße
04
01
03
02
05
conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 35
Lagebeschreibung
Auf Platz 30 unseres Rankings, liegt die Goltsteinstraße im Stadtteil Bayenthal
mit einer durchschnittlichen Frequenz von 570 Passanten pro Stunde. Auch die
Goltsteinstraße wird zum dritten Mal in unserem Retailbericht aufgeführt und
konnte sich im Hinblick auf die Passantenfrequenz zum Vorjahr (durchschnitt-
lich 354 Passanten pro Stunde) erfreulicherweise verbessern. Dieser Standort
dient neben der Bonner Straße als Haupteinkaufsstraße für die Bewohner der
Stadtteile Bayenthal und Marienburg. Insbesondere ist das Goltsteinforum bei
den Passanten und Besuchern weitaus etabliert und dient daher als absoluter
Frequenzbringer. Die Beliebtheit des Goltsteinforums lässt sich hauptsächlich
auf den hervorragenden Mietermix zurückführen. Neben den Lebensmittelhänd-
lern „PENNY-Markt“, „REWE City“ und „Alnatura Super Natur Markt“, finden die
Kunden auch einen „dm“ Drogeriemarkt, eine Metzgerei („Metzgerei Kremer“)
sowie eine Bäckerei („Schmitz + Nittenwilm“) vor. Eine weitere beliebte Bäcke-
rei, die Bäckerei „Mauel 1883“, befindet sich darüber hinaus ebenfalls in direk-
ter Nachbarschaft zum Goltsteinforum, in der Goltsteinstraße 79. Die Nahver-
sorgung für die umliegenden Bewohner ist daher als ideal zu bezeichnen. Als
Kundengruppen lassen sich die Mittelschicht, die gehobene Mittelschicht
sowie die Oberschicht erkennen. An heißen Sommertagen erfreut sich besonders
die Eisdiele „Il Gelato di Ferigo“ über einen starken Kundenandrang.
Goltsteinstraße
Bayenthal
Highlights
01 REWE City
02 Alnatura
03 dm
04 Il Gelato di Ferigo
05 Ristorante Sardinia
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Goltsteinstraße 91)
312
354
570
Detailkarte
Goltsteinstraße
Tacitusstraße
Alteburger Straße
Goltsteinstraße
Schönhauser Straße
Koblenzer Straße
Cäsarstraße
Goltsteinstraße
04
01
03
02
Cäsarstraße
05
36 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020
In der Pfeilstraße ist die Passantenfrequenz im Vergleich zur Ehrenstraße, Breite
Straße und zur Mittelstraße deutlich niedriger. Wurden im Jahr 2018 noch durch-
schnittlich 637 Passanten pro Stunde erfasst, so waren es in diesem Jahr durch-
schnittlich nur noch 534 Passanten. Es ist daher festzuhalten, dass die Kunden-
frequenz in der Pfeilstraße erneut gesunken ist. Trotzdem ist die Pfeilstraße bei
Kunden und Einzelhändlern nach wie vor sehr beliebt, was nicht zuletzt auf die
gute Lage der Straße zwischen Rudolfplatz und Ehrenstraße zurückzuführen ist.
Dies zeigt unter anderem auch die Ansiedlung des niederländischen Trendbrillen-
händlers „Ace & Tate“, der im Frühjahr 2017 durch die Vermittlung von Larbig &
Mortag Immobilien den Standort in der Pfeilstraße 38-40 eröffnen konnte.
Darüber hinaus sind insbesondere das australische Kosmetikgeschäft „Aesop“ und
die in 2018 neu eröffnete „HENNE. Weinbar“ Frequenzbringer der Straße. Darüber
hinaus kommen auch Einrichtungs- und Tapetenliebhaber in der Pfeilstraße durch
die Stores von „livingwalls cologne“ und „Farrow & Ball“ auf ihre Kosten. Das auch
überregional bekannte „Eiscafé Breda“, zieht zudem mit seiner vielfältigen Eisaus-
wahl schon seit vielen Jahren viele Kunden an. In diesem Jahr können sich die
Besucher auf das hochwertige Café Konzept „Café Il Barista“ freuen, welches
conceptstories Immobilien vermittelt hat. Als Kundengruppen lassen sich überwie-
gend die Mittelschicht sowie die gehobene Mittelschicht erkennen.
Lagebeschreibung
Pfeilstraße
Altstadt-Nord
Highlights
01 Aesop
02 Jumeirah Store
03 Henne. Weinbar
04 Ace & Tate
05 Farrow & Ball
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Pfeilstraße 38-40)
1.255
637
534
Pfeilstraße
Ehrenstraße
Friesenwall
04
01
04
03
02
05
Pfeilstraße
Detailkarte
Mittelstraße
conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 37
Zum zweiten Mal haben wir in diesem Jahr die Passantenfrequenz der Dell-
brücker Hauptstraße im rechtsrheinischen Köln-Dellbrück ermittelt. Diese hat
es mit 498 Passanten pro Stunde leider nur auf Platz 32 in unserem Ranking
geschafft. Im Vergleich zu letztem Jahr ist der Wert gefallen (2018 durchschnittlich
670 Passanten pro Stunde). Der Standort fungiert als Haupteinkaufsstraße
Dellbrück‘s und konnte in der Vergangenheit zahlreiche Frequenzbringer, wie
zum Beispiel den Lebensmittelhändler „REWE City“ sowie den Drogeriemarkt
„dm“, für sich gewinnen. Des Weiteren dienen Läden wie „Tchibo“, „NKD“ oder
auch „Vom Fass“ als Kundenmagnete. Die Anbindung an das ÖPNV-Netz ist
aufgrund der nahegelegenen S- und U-Bahn Haltestellen (S11, Linie 18 und
Linie 3) als sehr gut zu bezeichnen. Über die drei dort verkehrenden Bahnen,
erreichen Sie das Kölner Zentrum in nur wenigen Fahrminuten. Auch eine gute
Anbindung an das Autobahnnetz ist aufgrund der ca. 5 Fahrminuten entfernten
Autobahnanschlussstelle (A3) gewährleistet. Als Kundengruppe ist auf der
Dellbrücker Hauptstraße insbesondere die Mittelschicht sowie die gehobene
Mittelschicht zu erkennen.
Lagebeschreibung
Dellbrücker Hauptstraße
Dellbrück
Highlights
01 REWE City
02 dm
03 Tchibo
04 NKD
05 VOM FASS
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Dellbrücker Hauptstraße 92)
Keine Auswertung
670
498
Detailkarte
Marthastraße
Dellbrücker Hauptstraße
Marthastraße
Idastraße
Idastraße
Idastraße
Grafenmühlenweg
Von-Quadt-Straße
Von-Quadt-Straße
Im Riephagen
An der Kemperwiese
Bergisch Gladbacher Straße
04
01
03
01
02
02
05
38 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020
Lagebeschreibung
Die Bahnhofstraße im Stadtteil Köln-Porz, welche jetzt schon des Öfteren in unserem
Retailbericht erschien, weist eine durchschnittliche Frequenz von 186 Passanten pro
Stunde auf. Diese Passantenanzahl ist zum Vorjahr (durchschnittlich 551 Passanten
pro Stunde) stark gesunken. Nach der Frankfurter Straße, der Kalker Hauptstraße
und der Dellbrücker Hauptstraße ist die Bahnhofstraße damit der vierte Standort
im rechtsrheinischen Köln, der in unserem diesjährigen Bericht Berücksichtigung
findet. Die Frequenz ist neben der guten Anbindung an das DB- und ÖPNV-Netz
(Bahnhof Porz und Haltestelle Porz-Markt) sowie an das Autobahnnetz (Autobahn-
auffahrt A59) auch auf das in direkter Nachbarschaft befindliche Shoppingcenter
„City Center Porz“ zurückzuführen. Dieses fungiert als absoluter Kundenmagnet
und zieht tagtäglich zahlreiche Kunden nach Porz. Der Kundschaft wird im „City
Center Porz“ ein sehr ausgewogener Mietermix geboten. Neben einem „dm“ Droge-
riemarkt findet man hier unter anderem auch eine „C&A“ sowie eine „Saturn“ Nie-
derlassung. Eine Teilfläche des „Saturn“, konnte durch die Vermittlung von Larbig
& Mortag Immobilien an „Aldi Süd“ vermietet werden, was sicherlich zu einem wei-
teren Frequenzanstieg an diesem Standort führt. Neben dem City Center Porz gibt
es in der Bahnhofstraße weitere Mieter, wie z. B. „Blumen Risse“ sowie ein „Schum
EuroShop“, welche ebenso zu der Passantenfrequenz beitragen. Spannend bleibt,
wie sich das Projekt „Neu Mitte Porz“ auf die Passantenfrequenz auswirken wird.
Als Kundengruppe lässt sich insbesondere die Mittelschicht erkennen.
Bahnhofstraße
Porz
Highlights
01 City Center Porz
02 Tchibo
03 Commerzbank
04 Schum EuroShop
05 Parfümerie Scholz
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Bahnhofstraße 19)
1.079
551
186
Detailkarte
Bahnhofstraße
Hauptstraße
Bahnhofstraße
Goethestraße
FriedrichstraßeFriedrich-Ebert-Ufer
05
04
01
03
02
conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 39
Angebot und Nachfrage
Die Nachfrage an guten Ladenlokalen ist in den beliebtesten Innenstadt- (u. a. Ehrenstra-
ße, Breite Straße) und Stadtteillagen (u. a. Neusser Straße, Venloer Straße) zuletzt wei-
ter gestiegen. Trotzdem sind vor allem in schwächeren Innenstadt- und Stadtteillagen
vermehrt lange Leerstandsphasen zu erkennen. Dies liegt insbesondere daran, dass die
Frequenz dort eher rückläufig ist und sich die Umsätze der Händler im gleichen Ver-
hältnis entwickeln. Dadurch können viele Händler, die vor wenigen Jahren aufgerufenen
Mieten, nicht mehr zahlen. Dadurch verändert sich der Einzelhandelsbesatz schneller als
in 1A-Lagen, wenngleich das Angebot an Ladenlokalen auch dort in den letzten Jahren
deutlich angestiegen ist. Eine Lösung gegen Leerstände kann in einigen Fällen eine Um-
wandlung in andere Nutzungsarten, z. B. Büro oder Gastronomie, sein. Die Nachfrage an
Gastronomieflächen ist ungebrochen hoch, da weiterhin neue Konzepte auf den Markt
drängen und das Erlebnis Essen gehen/ Ausgehen auch in Zukunft stärker in den Fokus
der Menschen rückt. Wie bereits in den vergangenen Jahren geschildert, hat Deutsch-
land im Vergleich zum europäischen Ausland im Gastronomiebereich zudem extrem ho-
hen Nachholbedarf. Aber Vorsicht, eine Umwandlung der Nutzung (Nutzungsänderung)
macht nicht in jedem Fall Sinn und ist im Einzelfall zu beurteilen. Bei einer Nutzungsän-
derung muss beispielsweise berücksichtigt werden, dass die Bearbeitungszeit bei der
Behörde derzeit bei etwa 4 bis 8 Monaten, in Einzelfällen sogar länger, liegt.
Mietpreise
Wie auch in den letzten Jahren erwähnt, lassen sich die hohen Mieten aus den vergange-
nen Jahren in vielen Lagen kaum noch erzielen. Da die Eigentümer diese Situation zuneh-
mend erkannt haben, sind die Mietpreisforderungen vielerorts merklich zurückgegangen
und es konnten teils lange Zeit leerstehende Ladenlokale vermietet werden. In einigen
beliebten B-Lagen (u. a. Venloer Straße, Neusser Straße) bleiben die Mieten konstant. Da-
hingegen ist in besonders beliebten Gastronomielagen nach wie vor ein kleiner Anstieg
der Mietpreise zu erkennen, was der hohen Nachfrage an Gastronomieflächen geschuldet
ist. In guten Stadtteillagen sind Höchstmieten von ca. 30 bis 40 EUR/ m² erzielbar. In den
beliebten Innenstadtlagen (Breite Straße, Ehrenstraße, Mittelstraße) liegen die Höchst-
mieten zwischen 80 bis 100 EUR/ m². In den klassischen 1A-Lagen (Schildergasse, Hohe
Straße) liegen die Höchstmieten zwischen 250 bis 270 EUR/ m². Am Wallrafplatz können
teilweise Höchstmieten von bis zu 280 EUR/ m² erzielt werden.
Der Retailmarkt
Marktsituation
- Viel Fluktuation durch hohe Mieten
- Steigende Nachfrage an Gastronomie-
flächen
- Lange Bearbeitungszeiten für Nutzungs-
änderungen
Mietpreise nach Lagen
30 bis 40 EUR/ m²
in Stadtteillagen
80 bis 100 EUR/ m²
in Innenstadtlagen
250 bis 270 EUR/ m²
in 1A-Lagen
bis zu 280 EUR/ m²
am Wallrafplatz
Auf den Punkt gebracht
- Einzelhändler müssen neue Ideen entwickeln
- Gastronomie boomt weiterhin
- Mietfl ächen müssen fl exibler werden
- Mieten sinken oder bleiben konstant
40 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020
Die Retailmakler von conceptstories Immobilien gehen davon aus, dass sich die
Nachfragesituation aus dem Einzelhandelsbereich in den kommenden Jahren
weiter bessern wird. Dies ist insbesondere daran zu erkennen, dass vermehrt
neue Konzepte auf den Markt drängen und die Kombinationen aus Einzelhandel
und Onlinehandel (z. B. durch Abholstationen der im Internet bestellten Artikel)
sowie teilweise mit Gastronomienutzungen (z. B. durch Café-Bars in Shops) im-
mer stärker Berücksichtigung findet und miteinander harmonieren kann.
Darüber hinaus wird die Nachfrage an Gastronomieflächen weiter steigen,
weshalb die Gastronomie auch zu Beginn des neuen Jahrzehnts weiter in den
Fokus rücken wird. Dies ist beispielweise durch die Nachvermietung der „Gerry
Weber“-Stores auf der Schildergasse zu erkennen. Dort wird nach vorliegender
Nutzungsgenehmigung die amerikanische Burger-Kette „Five-Guys“ eröffnen.
Insbesondere bei Neubauprojekten ist daher zu empfehlen, die Mietflächen be-
sonders flexibel zu gestalten, um sowohl eine Einzelhandels- als auch eine Gast-
ronomie- oder, je nach Lage, eine Büronutzung zu ermöglichen.
Die Nachvermietung von Ladenflächen wird aufgrund der sehr unterschiedlichen
Passantenfrequenzen und Sozialgruppen an den verschiedenen Standorten in
Köln auch in Zukunft lebhaft bleiben. Die Herausforderungen für künftige Mieter
aber auch die Retailmakler wird darin bestehen, die richtige Lage bzw. den geeig-
neten Standort für die individuellen Konzepte ausfindig zu machen.
Eigentümer sollten, trotz des zum Teil hohen Aufwandes und Kosten, einer Um-
nutzung Ihrer Mietflächen (z. B. zu einer Büro- oder Gastronomienutzung) zu-
künftig offener gegenüberstehen, um eine langfriste und nachhaltige Vermietung
sicherstellen zu können. Dies zahlt sich über einen längeren Betrachtungszeit-
raum in der Regel aus, jedoch ist dies natürlich von Fall zu Fall zu begutachten.
Prognose
Ausblick
Raum für Erfolgsgeschichten. Larbig & Mortag, imovo und CUBION. Drei Partner – eine Story. 2018 entstand die Idee, den
Bereich Einzelhandelsflächen- und Gastronomievermietung, der sich bereits seit 2012 erfolgreich bei Larbig & Mortag in einem stark
umkämpften Bereich in Köln und Bonn behaupten konnte, auf die Marktgebiete der Partner imovo (Großraum Düsseldorf) und CUBION
(Großraum Ruhrgebiet) zu erweitern. Mit der Gründung von conceptstories Immobilien in 2019 als gemeinsames Unternehmen und
dem Markteintritt im Januar 2020 wurde die Idee umgesetzt. Die Gründer haben den Unternehmensstart bewusst in einer schwieri-
gen und wandelnden Marktphase gewählt, um den Umbruch in diesem Segment gemeinsam mitzugestalten und sich gemeinsam mit
unseren Kunden den Chancen, neuen Aufgaben und Herausforderungen zu stellen.
Ihre Makler für Einzelhandels- und Gastronomieflächen
LADENVERMIETUNG
MAX QUENTIN VERWICK
0221 998 997 33
verwick@conceptstories.de
GASTRONOMIEVERMIETUNG
MICHÈL MESSMER
0221 998 997 41
messmer@conceptstories.de
TEAMASSISTENZ
JANINA KÜHLER
0221 998 997 39
kuehler@conceptstories.de
AUSZUBILDENDER ZUM IMMOBILIENKAUFMANN
TIM GAGSTAETTER
0221 998 997 34
gagstaetter@conceptstories.de
REGIONALLEITER LADENVERMIETUNG NRW
RADU-GEORGE MOLDOVAN
0221 998 997 62
moldovan@conceptstories.de
ABTEILUNGSLEITER LADENVERMIETUNG
JAN SEIDENFADEN
0221 998 997 40
seidenfaden@conceptstories.de
Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme!
Über Uns
Dieser Bericht wurde mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt und basiert auf Informationen aus Quellen, die wir für zuverlässig erachten, aber für deren Genauigkeit, Vollständigkeit und Richtigkeit wir keine Haftung
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Empfehlungen berücksichtigen nicht individuelle Kundensituationen, -ziele oder -bedürfnisse und sind nicht für die Empfehlung einzelner Wertpapiere, Finanzanlagen oder Strategien einzel- ner Kunden bestimmt.
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Schäden, die aus Ungenauigkeiten, Unvollständigkeiten oder Fehlern in diesem Bericht entstehen. Map tiles by Stamen Design, under CC BY 3.0. Data by OpenStreetMap, under ODbL
conceptstories Immobilien GmbH
Theodor-Heuss-Ring 23 | 50668 Köln
T. 0800 998 997-7
Ein Partner von:
Larbig & Mortag GmbH
2008 gegründet, haben wir uns seit 2012 zum
größten Makler für Gewerbeimmobilien in Köln
entwickelt. Ob Laden, Gastronomie, Büro, Loft,
Praxis, Lager oder Investment. Derzeit besteht
unser Team aus 34 Mitarbeitern. Seit 2013
haben wir eine erfolgreiche Bonner Nieder-
lassung und seit 2016 einen weiteren Standort
in Leverkusen. Nicht, dass Größe alles wäre.
Aber sie ist ein Indikator für den Erfolg unserer
Strategie: Ihnen mit professioneller Beratung
zur passenden Gewerbeimmobilie zu verhel-
fen – und das gerne im persönlichen Dialog.
Larbig & Mortag ist regional tief verbunden,
inhabergeführt und bietet über das Netzwerk
NAI apollo group einen nationalen und interna-
tionalen Anschluss.
imovo GmbH
Ein hohes Maß an Kundenorientierung – das
ist auch das Erfolgsrezept des Immobilien-
beratungsunternehmens imovo. „Der Kunde,
der sich für imovo entscheidet, bekommt ein
starkes Team zur Seite gestellt, welches sich
als Berater und Problemlöser auf Augenhöhe
versteht“, verspricht Knud Schaaf, geschäfts-
führender Gesellschafter von imovo. „Wir
betrachten Projekte immer ganzheitlich,
gehen auf jeden Anspruch ein und kreativ über
Standards hinaus.“ Offenheit und Ehrlichkeit
in der Kommunikation, Verantwortungsbe-
wusstsein, Zielorientierung und Präzision in
der Ausführung – diese Werte reklamiert das
Unternehmen. Schaaf: „Unsere Kunden kön-
nen sich auf uns als Partner verlassen.“
CUBION Immobilien AG
Im Ruhrgebiet kennen wir jeden Stein! Unser
Team von Immobilienexperten beobachtet
genau was im Ruhrgebiet geschieht und wer
sich am Markt bewegt. Das setzen wir zu
Ihrem Vorteil ein. Denn wir wissen, wann Ver-
träge auslaufen, wer auf der Suche ist, ken-
nen den Wettbewerb und dessen Preise und
können dank unserem umfangreichen Netz-
werk stets die besten Kandidaten vermitteln.
Seit 2005 haben wir unzählige Unterneh-
men, vom Konzern bis zum Start-Up, in neue
Flächen begleitet und dabei über eine Million
Quadratmeter vermietet. Das macht uns zu
einem der erfolgreichsten, inhabergeführten
Immobilienberater im Ruhrgebiet.
Mehr Informationen
finden Sie im
Web unter:
www.conceptstories.de
Retailmarkt.
1.1 Verkaufsfläche:
Die Mietfläche, welche zum Verkauf dient zzgl.
Treppen, Gänge, Schaufenster und Freiflächen,
wird, sofern sie dem Kunden zugänglich ist,
als Verkaufsfläche bezeichnet. Dazu gehören
auch Flächen, die nicht nur vorübergehend für
Verkaufszwecke genutzt werden.
1.2 Gesamt-/ Geschäftsfläche:
Die gesamte betrieblich genutzte Fläche eines
Einzelhandels, welche sich aus der Verkaufs-,
Ausstellungs-, Versand-, Büro- und Lagerfläche
sowie Sozialräumen zusammensetzt, wird als
Geschäftsfläche bezeichnet. Die Berücksichti-
gung der Büro-, Versand- und Lagerflächen, un-
terscheidet die Gesamt- oder auch Geschäfts-
fläche von der reinen Verkaufsfläche.
1.3 1A- und B-Lage:
Die umsatzstärksten und höchstfrequentierten
Lagen der Einkaufs- bzw. Geschäftszentren einer
Stadt werden als 1A-Lage betitelt. Diese können
entweder nur ein Teil oder eine gesamte Einkaufs-
straße umfassen. Eine 1A-Lage ist definierbar
durch folgende Kriterien:
- Passantenfrequenz
- Erzielbare Spitzenmiete für eine Ladenfläche
- Branchenstruktur
- Innerstädtische Lage im Hauptgeschäftszentrum
- Filialisierungsgrad: Mieterbestand internatio-
naler, nationaler und örtlicher Einzelhändler
Die B-Lage grenzt an die 1A-Lage an und
definiert sich meist aus Nebenstraßen der
Haupteinkaufsstraßen. Noch weiter entfernte
Lagen werden als Streu- bzw. Nebenlagen
bezeichnet.
Wenn in Großstädten sehr ausgedehnte Einkaufs-
straßen mit mehreren 1A-Lagen vorhanden sind,
kann zwischen diesen in beispielsweise Luxus-
oder Konsumlage unterschieden werden.
Allgemeine Definitionen
- 1A-Lage: Der Standort erreicht ca. 80- 100 % der
Spitzenmiete der Stadt und ca. 70-100 % der höchs-
ten Passanten- frequenz des Straßenabschnittes.
- B-Lage: Der Standort erreicht ca. 40-80 % der
Spitzenmiete der Stadt und ca. 40-70 % der höchs-
ten Passantenfrequenz des Straßenabschnittes.
- Streu- bzw. Nebenlagen: Hier werden Mieten
bzw. Passantenfrequenzen unter 40 % erreicht.
- Stadtteillage: Liegt außerhalb des Hauptein-
kaufsbereiches einer Stadt. Mietpreisniveau und
Passantenfrequenz sind vergleichbar mit der
einer zentralen B-Lage.
1.4 Spitzenmiete:
Die nachhaltig höchste erzielbare nominale
Miete bei Neuvermietungen in einer hochwertigen
Ideal-Verkaufsfläche in 1A-Lage, wird als
Spitzenmiete für Handelsflächen bezeichnet.
Mit einer Ideal-Verkaufsfläche ist eine Fläche
gemeint, in der „ideale“ Verkaufsbedingungen
vorzufinden sind. Die ideale Einheit liegt im
Erdgeschoss, ist i. d. R. 100 m
2 groß, barriere-
frei und gut zugeschnitten. Außerdem muss
eine Schaufensterfront vorhanden sein, welche
mindestens sechs Meter breit ist. Der Bauzu-
stand der Einheit sollte gehobenen Ansprü-
chen gerecht werden. Die Spitzenmiete dient
dazu, die Entwicklung des Marktes besser
darzustellen und basiert auf Transaktio-
nen, welche während des Betrachtungszeit-
raums durchgeführt und registriert werden.
Die angegebene Spitzenmiete bezieht sich
immer auf einen Standardmietvertrag im jewei-
ligen Markt und entspricht dem Nettomietpreis
exklusive Nebenkosten, lokale Steuern oder
Incentives. Berechnet wird die Spitzenmiete
immer zum Ende eines Quartals.
1.5 Filialist:
Filialen werden die Niederlassungen eines
Einzelhandelsunternehmens bezeichnet, wel-
che zwar vom Standort her getrennt vonein-
ander sind, jedoch rechtlich und wirtschaftlich
unselbstständig sind. Einzelhändler mit mehr
als 3 Filialen, unabhängig davon, ob diese
Standorte regional oder überregional verteilt
sind, werden Filialisten genannt. Ein Unterneh-
men mit 3 oder mehr Filialen in nur einer Region
wird daher ebenfalls als Filialist definiert.
1.6 Passantenfrequenz:
Die Passantenfrequenzzählung erfolgte an 31
Einkaufsstraßen in B-Lage (hochwertige Ni-
veaulagen in der Innenstadt und Stadtteillagen).
Aus dem Ergebnis der zwei Stunden wurde ein
Mittelwert errechnet. Hieraus wurde ein Ran-
king gebildet, welches in unserem Retailbericht
zu finden ist.
1.7 Branchen:
Bei einer Zählung von ortsansässigen Einzel-
handelbetrieben werden nur die in der schema-
tisierten Darstellung der 1A-Lage registrierten
Geschäfte berücksichtigt. Zwischen all diesen
Einzelhändlern wird nach zwölf Branchengruppen
unterschieden:
- Accessoires
- Schmuck/ Juwelier
- Bank/ Versicherung
- Sport/ Outdoor
- Textil
- Gastronomie
- Telekommunikation/ Elektronik
- Gesundheit/ Beauty Warenhaus
- Schreibwaren/ Bücher
- Heim-/ Wohnbedarf
- Schuhe/ Lederwaren
1.8 Ladenlokal:
Einheiten, welche zum Verkauf von Waren und
Dienstleistungen dienen und meist in Einkaufsstra-
ßen liegen, werden als Ladenlokal bezeichnet.
conceptstories Immobilien GmbH
Theodor-Heuss-Ring 23
50668 Köln | T. 0800 998 997-7
Ergebnispräsentation der bundesweiten Befragung von über
33.000 Innenstadtbesuchern – Pressekonferenz
Vitale Innenstädte
Berlin, 27. Januar 2015
Vitale Innenstädte 2014 2
Hintergrund und Zielsetzung der Untersuchung
Ergebnisse der Untersuchung
Konsequenzen
2
Vitale Innenstädte 2014
3
1
Vitale Innenstädte 2014 3
3,4
4,4
5,6
6,6
7,4
8,4
9,4
5,9
7,7
9,9
11,6
13,1
14,9
16,6
2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 H
Anteil Online-Handel
am Umsatz des
Einzelhandels nach
HDE
Anteil Online-Handel
am Umsatz des
Einzelhandels nach
HDE, ohne FMCG
Anteil des Online-Handels am Einzelhandel (in %)
Wo kein Wachstum ist, herrscht Verdrängung: Der Anteil des Online-Handels am
Einzelhandel wächst stetig, denn …
Quelle: IFH Köln, Branchenreport Online-Handel, 2014. Hochrechnung (H).
Vitale Innenstädte 2014 4
14,8
18,4 23,8 28,7 33,1 37,7 42,8
111,7
+24,2 +29,5
+20,6
+15,2 +14,1 +13,3
2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 H 2020 T
Online-Handel
Umsatz in Mrd. Euro
VÄ z. VJ in %
Marktvolumen Online-Handel (in Mrd. Euro)
… der E-Commerce entwickelt sich rasant – für 2014 werden wieder zweistellige
Zuwachsraten erwartet.
Konsumgüter B2C zu Endverbraucherpreisen, ohne Dienstleistungen, Hochrechnung (H)
IFH Köln, Branchenreport Online-Handel, 2014.
+24,2 +29,5
Umsatzanteil
E-Commerce
am Handel
i.e.S.:
2013: 8,4%
2020: 23,2%
Vitale Innenstädte 2014 5
Untersuchung „Vitale Innenstädte 2014“
VITALE INNENSTÄDTE 2014
Passanten-Befragung zur
Attraktivität der deutschen Innenstadt
62 Städte (N, W, O, S), > 33.000 Interviews
synchron erhoben am Do (25.09.) und Sa (27.09.)
Vitale Innenstädte 2014 6
Hintergrund und Zielsetzung der Untersuchung
Ergebnisse der Untersuchung
Konsequenzen
2
Vitale Innenstädte 2014
3
1
Vitale Innenstädte 2014 7
Ergebnisse
(1) Deutsche Innenstädte erhalten die Gesamtnote 3 +
Untersuchung „Vitale Innenstädte 2014“
Vitale Innenstädte 2014 8
Top-Performer in
den einzelnen
Ortsgrößenklassen
Welche Schulnote würden Sie
dieser [der von Ihnen besuchten]
Innenstadt in Bezug auf ihre
Attraktivität geben?*
Deutsche Innenstädte erhalten die Gesamtnote 3 +
2,7
Gesamtdurchschnitt über alle
62 teilnehmenden Städte
Hamburg
Münster
Regensburg
Landshut
Bietigheim-
Bissingen
Freyung
*Bewertung anhand von Schulnoten 1 bis 6, Gesamtdurchschnitte über alle teilnehmenden Städte der entsprechenden Ortsgrößen
Durchschnittsnoten der
Städte in den einzelnen
Ortsgrößenklassen
2,5
2,5
2,7
2,7
2,7
3,0
über
500.000
200.000 bis
500.000
100.000 bis
200.000
50.000 bis
100.000
25.000 bis
50.000
bis 25.000
Ø nach OrtsgrößeEinwohner
Vitale Innenstädte 2014 9
Ergebnisse
(1) Deutsche Innenstädte erhalten die Gesamtnote 3 +
(2) Innenstädte sind bei Alt und Jung beliebt
Untersuchung „Vitale Innenstädte 2014“
Vitale Innenstädte 2014 10
Durchschnittsnoten der
Städte in den einzelnen
Altersklassen*
2,7
2,6
2,6
2,6
2,7
2,6
16 bis 19
Jahre
20 bis 29
Jahre
30 bis 39
Jahre
40 bis 49
Jahre
50 bis 59
Jahre
60 Jahre
und älter
Innenstädte sind bei Alt und Jung beliebt
*Bewertung anhand von Schulnoten 1 bis 6
Altersstruktur der Innenstadtbesucher
nach Ortsgrößenklassen
Vitale Innenstädte 2014 11
Ergebnisse
(1) Deutsche Innenstädte erhalten die Gesamtnote 3 +
(2) Innenstädte sind bei Alt und Jung beliebt
(3) Einzelbewertungen: Von „gut“ bis „mangelhaft“
ist alles dabei
Untersuchung „Vitale Innenstädte 2014“
Vitale Innenstädte 2014 12
1 2 3 4 5 6
Gestaltung der Innenstadt
Ambiente/ Atmosphäre/ Flair
Erlebnischarakter
regionale Verbundenheit
Sauberkeit
Sicherheit
Vielfalt und Angebot der Geschäfte
Gastronomieangebot
Freizeitangebot
Besucherzahl
Erreichbarkeit
Parkmöglichkeiten
Barrierefreiheit
Bestes Stadtergebnis
Durchschnittsergebnis*
Schlechtestes Stadtergebnis
Wie bewerten Sie die Attraktivität dieser Innenstadt im Hinblick auf …
ungenügendsehr gut
Einzelbewertungen:
Von „gut“ bis „mangelhaft“ ist alles dabei
*Mittelwert der Ortsgrößendurchschnitte
Vitale Innenstädte 2014 13
< 25.000
EW
25.000-
50.000 EW
50.000-
100.000 EW
100.000-
200.000 EW
200.000-
500.000 EW
> 500.000
EW Ø
Erreichbarkeit 2,4 2,2 2,1 2,0 1,9 1,8 2,1
Gastronomieangebot 2,8 2,6 2,6 2,2 2,2 2,3 2,5
Gestaltung der Innenstadt 2,7 2,6 2,6 2,7 2,5 2,5 2,6
Regionale Verbundenheit 2,8 2,5 2,5 2,5 2,4 2,5 2,6
Sauberkeit 2,5 2,6 2,5 2,7 2,7 2,9 2,6
Sicherheit 2,6 2,6 2,6 2,6 2,6 2,7 2,6
Ambiente/Atmosphäre/Flair 3,0 2,7 2,7 2,6 2,5 2,6 2,7
Vielfalt und Angebot der
Geschäfte 3,2 2,9 2,7 2,5 2,2 2,1 2,7
Besucherzahl/-frequenz 3,4 2,9 2,7 2,4 2,4 2,1 2,8
Barrierefreiheit 2,9 2,8 2,8 2,8 2,8 3,0 2,9
Parkmöglichkeiten 2,7 2,9 3,0 3,3 3,2 3,6 3,0
Freizeitangebot 3,7 3,3 3,1 2,4 2,4 2,5 3,1
Erlebnischarakter 3,6 3,4 3,2 2,9 2,8 2,7 3,2
Einzelbewertungen:
Von „gut“ bis „mangelhaft“ ist alles dabei
*Bewertung anhand von Schulnoten 1 bis 6
Dieses Einzelkriterium wurde im Vergleich zum Durchschnitt in der entsprechenden Ortsgröße besser bewertet
Wie bewerten Sie die Attraktivität der Innenstadt im Hinblick auf …*
Vitale Innenstädte 2014 14
Ergebnisse
(1) Deutsche Innenstädte erhalten die Gesamtnote 3 +
(2) Innenstädte sind bei Alt und Jung beliebt
(3) Einzelbewertungen: Von „gut“ bis „mangelhaft“
ist alles dabei
(4) Multifunktionale Stadt: Versorgung vs. Freizeit
Untersuchung „Vitale Innenstädte 2014“
Vitale Innenstädte 2014 15
Multifunktionale Stadt: Versorgung vs. Freizeit
Wie würden Sie diese Innenstadt zuordnen? Es ist eine Innenstadt…
43
30
19
11 12 8
20
38
45
47
53 55
48
47
19 25
34 37 33
44
32
bis 25.000
Einwohner
25.000 bis
50.000
Einwohner
50.000 bis
100.000
Einwohner
100.000 bis
200.000
Einwohner
200.000 bis
500.000
Einwohner
mehr als
500.000
Einwohner
Ø
...eher für Freizeit und
Stadtbummel
sowohl als auch
...eher für die tägliche
Versorgung
Angaben in % der Befragten
Vitale Innenstädte 2014 16
Multifunktionale Stadt: Versorgung vs. Freizeit
Mit zunehmender Ortsgröße sinkt die Bedeutung für die tägliche
Versorgung, Freizeit/Stadtbummel tritt als Besuchsmotiv in den Vordergrund
62 53 54 50 49 37
43
30
19
11 12
8
19
26
34 37
33
44
0,0
5,0
10,0
15,0
20,0
25,0
30,0
35,0
40,0
45,0
50,0
0,0
10,0
20,0
30,0
40,0
50,0
60,0
70,0
bis 25.000
Einwohner
25.000 bis
50.000
Einwohner
50.000 bis
100.000
Einwohner
100.000 bis
200.000
Einwohner
200.000 bis
500.000
Einwohner
mehr als
500.000
Einwohner
Besuchshäufigkeit der Stadt und Besuchsmotiv
Anteil der Besucher, die täglich oder mehrmals pro Woche die Innenstadt besuchen
Innenstadt für die tägliche Versorgung
Innenstadt für Freizeit / Stadtbummel
Angaben in % der Befragten
Vitale Innenstädte 2014 17
Wer shoppt wann in der Innenstadt?
56
40
33
43
11 17
Donnerstag Samstag
Mehr als 2
Personen
2 Personen
1 Person
Angaben in % der Befragten
Am Samstag sinken die Anteile der „Single-Einkäufer“ zu
Gunsten der „Shopping-Paare“ und der „Shopping-Familien“.
+ 6
+ 10
- 16
Vitale Innenstädte 2014 18
Ergebnisse
(1) Deutsche Innenstädte erhalten die Gesamtnote 3 +
(2) Innenstädte sind bei Alt und Jung beliebt
(3) Einzelbewertungen: Von „gut“ bis „mangelhaft“
ist alles dabei
(4) Multifunktionale Stadt: Versorgung vs. Freizeit
(5) Innenstadtattraktivität: Was beflügelt, was belastet?
Untersuchung „Vitale Innenstädte 2014“
Vitale Innenstädte 2014 19
0,31 0,30 0,18 0,13 0,10 0,10 0,05 0,05* 0,04 0,03 0,03* 0,02* 0,00*
-0,13 -0,08 -0,07 -0,02* -0,02* -0,15 -0,04* -0,11 -0,05 -0,07 -0,03* -0,07 -0,03
Innenstadtattraktivität: Was beflügelt, was belastet?
Wie beeinflussen die Einzelmerkmale die Gesamtattraktivität einer Stadt?
Der Ausschlag der Balken informiert darüber, in welchem Ausmaß ein Einzelmerkmal die
Gesamtattraktivität einer Stadt beeinflusst:
Ein Ausschlag in den positiven (grünen) Bereich bedeutet, dass sich über das
Einzelmerkmal die Attraktivität einer Stadt aktiv steigern lässt.
Ein Ausschlag in den negativen (roten) Bereich bedeutet, dass bei Nicht-
/Schlechterfüllung des Einzelmerkmals die Attraktivität einer Stadt unweigerlich sinkt.
*Nicht signifikant ungleich Null (Signifikanzniveau < 95%)
Einfluss auf die Attraktivität
+
-
Vitale Innenstädte 2014 20
Welche Sortimente vermissen Sie in dieser Innenstadt?
Innenstadtattraktivität: Was beflügelt, was belastet?
19
42
14
15
12
6
6
26
11
19
31
10
11
6
2
4
22
14
34
25
6
8
3
3
2
18
11
20
26
4
7
3
2
2
7
5
24
23
5
8
3
4
2
10
7
20
12
4
7
3
4
1
5
5
23
26
7
9
5
4
3
15
9
Im Ortsgrößenvergleich überdurchschnittlich hoher Besucheranteil, der diesen Sortimentsbereich vermisst.
Im Ortsgrößenvergleich unterdurchschnittlich hoher Besucheranteil, der diesen Sortimentsbereich vermisst.
Anteil der Befragten (in %),
die in der Innenstadt den
jeweiligen Sortiments-
bereich vermissen
Ortsgrößenklasse (Einwohner)
Øbis 25.000 25.000 bis
50.000
50.000 bis
100.000
100.000 bis
200.000
200.000 bis
500.000
mehr als
500.000
Lebensmittel / Getränke
Bekleidung / Fashion
Schuhe / Lederwaren
Sportartikel / Hobby /
Freizeit
Kosmetik / Drogerie /
Gesundheit
Bücher / Zeitschriften /
Schreibwaren
Uhren / Schmuck /
Accessoires
Multimedia / Elektronik /
Foto
Haushaltswaren / Deko
Vitale Innenstädte 2014 21
Ergebnisse
(1) Deutsche Innenstädte erhalten die Gesamtnote 3 +
(2) Innenstädte sind bei Alt und Jung beliebt
(3) Einzelbewertungen: Von „gut“ bis „mangelhaft“
ist alles dabei
(4) Multifunktionale Stadt: Versorgung vs. Freizeit
(5) Innenstadtattraktivität: Was beflügelt, was belastet
(6) Online-Handel: Städte unterschiedlicher Größe
gleichermaßen von Frequenzverlusten betroffen
Untersuchung „Vitale Innenstädte 2014“
Vitale Innenstädte 2014 22
Hat sich Ihr Einkaufsverhalten in der Innenstadt durch das Angebot,
online einkaufen zu können, verändert?
21
19 19
20 21 21
20
bis 25.000
Einwohner
25.000 bis
50.000
Einwohner
50.000 bis
100.000
Einwohner
100.000 bis
200.000
Einwohner
200.000 bis
500.000
Einwohner
mehr als
500.000
Einwohner
Ø
Ja, ich kaufe verstärkt
online ein und
besuche daher diese
Innenstadt zum
Einkaufen seltener
Angaben in % der Befragten
Online-Handel: Städte unterschiedlicher Größe
gleichermaßen von Frequenzverlusten betroffen
Vitale Innenstädte 2014 23
Hintergrund und Zielsetzung der Untersuchung
Ergebnisse der Untersuchung
Konsequenzen
2
Vitale Innenstädte 2014
3
1
Vitale Innenstädte 2014 24
Allgemein: In Zeiten steigender Online-Umsätze und zunehmendem
Verdrängungswettbewerb sowie heterogener Innenstadt-Funktionen ist Kooperation
notwendiger denn je: Keine attraktiven und vitalen Innenstädte ohne Handel und
kooperierendes City-Management.
Zentrale Herausforderung: Übernahme von Funktionen und Aufgaben durch alle
beteiligten Stakeholdergruppen:
Handel: Zum Existenzerhalt und zur Kompensation möglicher Umsatzverlagerungen
in den Online-Handel: Nutzung aller Vertriebswege.
Bestmögliche Bedienung des Erlebnischarakters – einem zentralen Erfolgstreiber
der Innenstadt. Reges Engagement bei abgestimmten Marketing-Maßnahmen für
die jeweilige Stadt und ihre Besucher.
Immobilienwirtschaft: Aktiver Beitrag zur Stabilisierung bzw. Entwicklung des
Standortes über die Verbesserung ambiente-bezogener Attraktivitätsfaktoren.
Entwicklung zukunftsfähiger Raum- und Mietmodelle, um bei veränderten
Gegebenheiten Flexibilität sicherstellen.
City-Marketing: Vereinbarkeit der unterschiedlichen Interessen der Stakeholder vor
Ort, die durch die Moderation des jeweiligen City-Marketings kooperativ
zusammengeführt werden können.
Konsequenzen der Analyse „Vitale Innenstädte 2014“ I/II
Vitale Innenstädte 2014 25
Kommune/Stadt: Bearbeitung und Verbesserung von Attraktivitätsfaktoren und
Berücksichtigung der Multifunktionalität von Innenstädten. Aktive Unterstützung
des Handels allgemein und mit Blick auf angegliederte Wirtschaftszweige
(Dienstleister, Immobilienwirtschaft, Gastronomie, Kultur). Höhere Frequenzen zur
Vitalität der Stadt durch z.B. optimierte Infrastruktur, Erreichbarkeit oder weniger
administrative Anforderungen.
Politik: Erweiterte Betrachtung des Handels in seinem gesellschaftlichen und
gesamtwirtschaftlichen Kontext. Entwicklung fortlaufender, regional ausgerichteter
Einzelhandelskonzepte, die das Wechselspiel mit anderen Wirtschaftszweigen
berücksichtigen. Behörden und Stadtplaner berücksichtigen stärker die zunehmende
Multifunktionalität der Städte.
Standesvertretungen: Heterogene Bewertungen und Anforderungen signalisieren
Handlungsbedarf ohne Patentrezept. Dialog, Zusammenarbeit und Empathie
aller beteiligten Stakeholdergruppen sind – regional wie auch überregional – bei
der Suche nach Lösungsansätzen gefragt.
Konsequenzen der Analyse „Vitale Innenstädte 2014“ II/II
Bildquellen: © Sindy/Fotolia.com; © Andres Rodriguez/Fotolia.com
© STADTMARKETING KÖLN | 2016 1
Vorstellung der Ergebnisse der
Passanten-Befragung und Zählung
offener Sonntag 8.Oktober 2017
in Zusammenarbeit mit
IG SCHILDERGASSE
Standorte Zählung/Befragung verkaufsoffener Sonntag 08.10.2017, Kölner Innenstadt
Roncalliplatz
3,0tsd.qm
AlterMarkt
1,6tsd.qm
Heumarkt
3,1tsd.qm
Neumarkt
4,5tsd.qm
Rudolfplatz
ca. 1,0tsd qm
STANDORT 1
STANDORT 2
STANDORT 3
STANDORT 4
STANDORT 5
Zählung Passanten verkaufsoffener Sonntag, 8. Oktober 2017 KÖLN
Anzahl Besucher pro Standort (wechselhaftes, trüb/regnerisches Wetter, Temp. 14 Grad Celsius)
Quellen: Stadtmarketing Köln, Oktober 2017
29.670
37.306 35.352
27.834
9.198
139.360
0
20.000
40.000
60.000
80.000
100.000
120.000
140.000
Standort 1 Standort 2 Standort 3 Standort 4 Standort 5 GESAMT
Zählung Passanten verkaufsoffener Sonntag, 8. Oktober 2017 KÖLN
Anzahl Besucher im Tagesverlauf
Quellen: Stadtmarketing Köln, Oktober 2017
20.556
31.554
32.624
26.948 27.678
0
10.000
20.000
30.000
40.000
13:00-14:00 14:00-15:00 15:00-16:00 16:00-17:00 17:00-18:00
Befragung Passanten verkaufsoffener Sonntag, 8. Oktober 2017 KÖLN
Herkunft der Besucher (Anzahl ausgewerteter Interviews n= 249)
Quellen: Stadtmarketing Köln, Oktober 2017
117
112
20
0
20
40
60
80
100
120
Aus Köln Von Außerhalb Aus dem Ausland
Auswahl:
China, Chile, Italien,
Argentinien, Spanien,
Schweiz, Russland,
Polen, Indonesien,
Türkei
Engere Region 71
Weitere Region 41
Befragung Passanten verkaufsoffener Sonntag, 8. Oktober 2017 KÖLN
Personenanzahl (Anzahl ausgewerteter Interviews n= 249)
Quellen: Stadtmarketing Köln, Oktober 2017
36
134
36
27
16
0
20
40
60
80
100
120
140
Alleine zu Zweit zu Dritt zu Viert > als vier
Befragung Passanten verkaufsoffener Sonntag, 8. Oktober 2017 KÖLN
Besuchsmotive (Anzahl ausgewerteter Interviews n= 246; Mehrfachnennungen waren möglich)
Quellen: Stadtmarketing Köln, Oktober 2017
33
130
49
26
79
149
0 50 100 150
Bummeln/Spazieren
gehen
Gastronomiebesuche
Freunde/Bekannte
treffen
Allgemeine
Freizeitgestaltung
verkaufsoffener
Sonntag
Sonstiges
Davon 54 ausschließlich
Bummeln/Spazierengehen + Einkaufen = 53 %
Gastronomiebesuche + Einkaufen = 17 %
Freunde/Bekannt treffen + Einkaufen = 9 %
Allgemeine Freizeitgestaltung + Einkaufen = 12 %
Sonstiges (Anuga, Streetfood-Festival) + Einkaufen = 9 %
Befragung Passanten verkaufsoffener Sonntag, 8. Oktober 2017 KÖLN
Besuchsmotive Kombination (Anzahl ausgewertete Interviews n= 247; Mehrfachnennungen waren
möglich)
Quellen: Stadtmarketing Köln, Oktober 2017
Befragung Passanten verkaufsoffener Sonntag, 8. Oktober 2017 KÖLN
Einkauf/Kein Einkauf (Anzahl ausgewerteter Interviews n= 249)
Quellen: Stadtmarketing Köln, Oktober 2017
42
61
146
0 50 100 150
Einkauf
Kein Einkauf
Unentschlossen
Durchschnittlicher
Einkaufsbetrag:
140,85 €
Befragung Passanten verkaufsoffener Sonntag, 8. Oktober 2017 KÖLN
Kirchengängern (Anzahl ausgewerteter Interviews n= 249)
Quellen: Stadtmarketing Köln, Oktober 2017
214
35
0 50 100 150 200
Ja
Nein
Anlage 4 Anträge Sülz Klettenberg
156144 Zeichen
Antrag auf einen verkaufsoffenen Sonntag im Anschluss an den Tag des Veedels
am 26. April 2026
ISK Carrée Sülz-Klettenberg e. V.
Geschäftsstelle:
Bezeichnung des Anlass: Markt:
Messe:
Örtliches Fest:
Volksfest
Bunt im Carrée
Sülzer Veedelsfest
zum 2. Mal an dem Sonntag, den 26.
April 2026 im Anschluss an den „Tag des
Veedels“
Ähnliche Veranstaltung:
Das Carrée-Fest im September
Anlassbeschreibung: An dem Wochenende des Tag des
Veedels & verkaufsoffenen Sonntags
veranstaltet
die ISK Carrée Sülz-Klettenberg e.V.
das Sülzer Veedelsfest und nutzt
dafür ebenfalls den 3.
Verkaufsoffenen Sonntag
Bildet die Anlassveranstaltung den Hauptgrund
für Besucher/Besucherinnen die Veranstaltung
zu besuchen oder steht die Ladenöffnung im
Vordergrund?
Die Verwaltung muss insbesondere darlegen, dass und wie die
hinter den in § 6 Abs. 1 S. 2 Nr. 2 bis 5 LÖG NRW genannten
öffentlichen Interessen durch die Ladenöffnung an Sonn- und
Feiertagen gefördert werden können. Dabei ist vor allem
herauszuarbeiten, warum das Umsatz- oder Shoppinginteresse
hierbei nicht im Vordergrund steht.
X Ja
☐ nein
(wenn nein, keine Aussicht auf Erfolg für
eine Genehmigung durch den Rat der
Stadt Köln)
Bei dem Anlass handelt es sich um:
☐ eine historische Veranstaltung
X TRADITION: Zum 2. Mal stattfindende
Veranstaltung, und soll eine Plattform
zum interkulturellen Austausch der
Bewohner und aller dort lebenden
Menschen sein, um die Buntheit und
Vielfalt der Menschen hier untereinander
erlebbar und verständlich machen die
auch in den Folgejahre immer mit dem
TdV stattfinden soll
Antrag auf einen verkaufsoffenen Sonntag im Anschluss an den Tag des Veedels
am 26. April 2026
Besteht ein unmittelbar räumlicher und
zeitlicher Bezug zur Anlassveranstaltung und
den zur Öffnung vorgesehenen
Verkaufsstellen?
Hinweis: Von einer räumlichen Nähe ist regelmäßig
insbesondere dann auszugehen, wenn die örtliche Veranstaltung
in den Straßenzügen, die zur Ladenöffnung vorgesehen sind,
stattfindet.
Eine zeitliche Nähe besteht dann, wenn die örtliche
Veranstaltung am selben Tag, nicht notwendig zeitgleich, jedoch
zeitlich überlappend stattfindet.
Zwischen Veranstaltung und Verkaufsstellenöffnung muss ein
angemessenes Verhältnis bestehen. Die in der Vergangenheit
geschaffenen Anlässe um eine Verkaufsstellenöffnung zu
erreichen, wie z.B. der Flohmarkt auf einem Möbelhausgelände,
sogenannte Bauernmärkte mit 10 Zeltverkaufsstellen von
Reisegewerbetreibenden, Grillfest (Spanferkelgrillen) in einem
Gewerbegebiet, Hüpfburgen- und Eiertierveranstaltungen
werden nicht genügen, Verkaufsstellenöffnungen zu
genehmigen. Orientieren Sie sich hier an die vom Rat zuletzt
genehmigten Anlässe.
Räumliche Nähe ist gegeben bei örtlichen Veranstaltungen in
den Straßenzügen, die zur Ladenöffnung vorgesehen ist;
Gesamtveranstaltungsbereich einschl. Verbindungs- und
Nebenstraßen, wenn die Veranstaltungsorte über diesen Bereich
verteilt sind; eine Ausweitung über den Bereich hinaus, wird
nicht genehmigungsfähig sein;
X ja, das Veedelsfest steht im
Vordergrund! und soll ein fester
Bestandteil in Sülz werden und vor allem
den Zusammenhalt der Menschen vor
und in den Geschäften, in
Organisationen, in Vereinen, in Initiativen
vor Ort fördern.
Zentraler Anlaufpunkt soll die
Schaubühne sein. Auftritte und ggfs.
eine Modeschau lokaler Händler soll für
ein nettes Zusammensein sorgen.
Es präsentieren sich auf der
abgesperrten Straße viele Mitglieder der
ISK Carrée e. V., ansässige
Unternehmen aus unserem Veedel und
auch soziale Vereine und Projekte aus
Sülz und Köln.
Geplant ist eine Genussmeile mit
ausgefallenen Speisen und Getränken –
wie besondere Weine und Cocktails -
unserer ansässigen Gaststätten und
Restaurants, die größtenteils auch
Mitglieder in der ISK Carrée e. V. sind.
- Herzhafte Speisen:
- Internationale Klassiker:
- Bratwurst im Brötchen
- Falafel im Fladenbrot
- Currywurst mit Pommes
- Tacos mit verschiedenen
Füllungen
- Fischbrötchen mit
Matjesheringen
- Vegane & Vegetarische
Optionen:
- Vegane Burger mit Avocado und
Sprossen
- Vegetarische Quiche
- Süßkartoffelpommes
- Wraps mit Hummus und
Grillgemüse
- Gemüse-Curry mit Reis
- Regionale Spezialitäten:
- Brezeln
- Flammkuchen
- Reibekuchen mit Apfelmus
- Maultaschen (auch vegetarisch)
- Fischbrötchen
-
- Süße Speisen & Desserts:
- Klassische Snacks:
- Zuckerwatte
- Gebrannte Mandeln
Antrag auf einen verkaufsoffenen Sonntag im Anschluss an den Tag des Veedels
am 26. April 2026
- Belgische Waffeln mit Sahne und
Obst
- Crepes mit Nutella oder Zimt und
Zucker
- Donuts und Muffins
- Eis & Kalte Desserts:
- Gelato und Frozen Yogurt
- Eiskaffee und Eisschokolade
- Smoothie Bowls mit frischen
Früchten
-
- Getränke:
- Bier vom Fass und lokale Craft-
Biere
- Wein und Sektbars
- Cocktails und Mocktails
- Kaffee-Spezialitäten (Espresso,
Cappuccino, Cold Brew,…)
- Hausgemachte Limonaden und
Eistee
Weiter werden folgende Partner im
Bereich des Einzelhandels vor Ort
vertreten sein:
Mode & Lifestyle:
• Streetwear und urbane Mode
(viele Einzelhändler aus Sülz
möglich)
• Second-Hand- und Vintage-
Kleidung
• Nachhaltige Accessoires und
Schmuck (Einbindung
Pleasierchen ->
Wiederverwendung getrockneter
Blumen)
• Faire Mode und
umweltfreundliche Textilien
• Zero-Waste- und Unverpackt-
Produkte (zB einbinden Tante
Olga aus Sülz)
Kunst & Kreativität:
• Kunstausstellungen und
Fotografie
• Workshops für Handwerk und
DIY-Projekte (zB Pottery Art aus
Sülz einbinden)
• Stände mit handgemachtem
Schmuck und Kunsthandwerk
(zB VonJuka aus Sülz)
• Urban Gardening und Pflanzen-
Deko
•
Antrag auf einen verkaufsoffenen Sonntag im Anschluss an den Tag des Veedels
am 26. April 2026
Sport & Freizeit:
• Outdoor-Sportstationen (zB durch
Breitensportverein und ISK-
Mitglied DJK Südwest, Blauweiß
Köln oder den RSV Köln Rugby)
• Fahrradstände mit Zubehör und
Reparatur-Services (zB von
Muskelkatersport aus Sülz oder
Sport Bülle)
• Teststationen für Freizeitgeräte
(z. B. E-Scooter, Inlineskates)
• Pilates und Yoga (zB durch das
Seniorennetzwerk)
Familie & Kinderangebote:
• Kinderbastelstationen und
Malworkshops (Einbindung von
Grundschulen und Kindergärten
aus Sülz)
• Luftballonkunst und
Zaubershows?
• Bewegungs- und
Geschicklichkeitsspiele
Soziale Initiativen & Umweltprojekte:
• Nachhaltigkeitsinitiativen und
Infostände zu Umweltschutz (zB
Viva con Agua einbinden)
• Lebensmittelretter und
Foodsharing-Projekte
• Trinkwasserstationen und
Wasserprojekte (Umsetzbar?)
• Workshops zur Mülltrennung und
Recycling und Aufklärung von
dessen bedarf (zB von
AWB/Remondis)
• Infostände, wie:
Obdachlosenhilfe, Lebenshilfe,
Schulbau in ärmeren Nationen
usw
• Konkrete Vereine/Projekte, mit
welchen die ISK auf dem sülzer
Weihnachtsdorf schon erfolgreich
zusammengearbeitet hat:
Treffpunkt Köln, UMsteuern,
Lebenshilfe, Goldmarie,
Lensewelten, International
Justice Mission, Makuyuni EV,
Empowerment und viele mehr…
Unsere im Veedel ansässigen sozialen
Vereine und Organisationen bekommen
die Möglichkeit, sich kostenfrei zu
Antrag auf einen verkaufsoffenen Sonntag im Anschluss an den Tag des Veedels
am 26. April 2026
präsentieren, mit den Mitmenschen in
Kontakt zu kommen und für Spenden zu
werben.
Für die Kinder wird es spezielle
Angebote geben. Hüpfburg, Karussels,
Mitmachaktionen, wie
Malaktionen von verschiedenen
Geschäften. Einbindung der ansässigen
Kitas.
Eine Tombola mit dem Erlös für einen
guten Zweck wird durchgeführt.
☐ nein (wenn nein, keine Aussicht auf
Erfolg für eine Genehmigung durch den
Rat der Stadt Köln)
Die Schaubühne wird folgendes
Programm beinhalten:
Musik & Kultur:
• Akustik-Konzerte lokaler Bands
und Singer-Songwriter
• Karnevalsbands (zB Lupo, Björn
Heuser)
• Chor- Auftritte (zB Schiller-Chor,
HVB-Chor, Chor der katholischen
oder evangelischen Gemeinden
Sülz Klettenberg, ..)
• Poetry Slams zu den Themen
Nachhaltigkeit und Klima
• Tanzvorführungen (z. B. von
Karnevalsvereinen aus Sülz &
Umgebung)
• Kunstausstellungen und
künstlerische Darbietungen (zB
von Casamax, Kunstsalon oder
Kultursalon Freiraum Köln Sülz)
Podiumsdiskussionen & Vorträge:
• Podiumsdiskussionen zu Themen
wie Klimaschutz, Zero-Waste und
Mobilität (zB von Vytal, Recup,
Pappstar Zirkulärsystem)
• Talk-Runden mit lokalen
Aktivisten, Unternehmen oder
Politikern (zB Aaron Appuhn,
CDU, Moritz von Heilandt)
• Vorträge zu nachhaltigem
Konsum und Ernährung
• Präsentationen von Start-ups im
Umweltbereich /
Nachhaltigkeitssektor oder
generell aus Sülz
• Lesungen aus Büchern oder
Artikeln zu ökologischen Themen
Antrag auf einen verkaufsoffenen Sonntag im Anschluss an den Tag des Veedels
am 26. April 2026
(zB Mayersche aus Sülz
einbinden)
•
Workshops & Mitmach-Aktionen:
• Upcycling-Workshops auf der
Bühne (z. B. Kleidung, Möbel
oder Taschen)
• DIY-Workshops für
Naturkosmetik oder
Haushaltsprodukte (zB Douglas
Sülzburgstraße)
• Mitmach-Yoga oder
Bewegungsmeditationen (zB
Shaktiyoga aus Sülz)
Interaktive Formate & Wettbewerbe:
• Quizrunden zum Thema
Nachhaltigkeit mit kleinen
Preisen (zB von Impact Café)
• Live-Challenges zum
Müllsammeln oder CO₂-
Fußabdruck-Reduzierung
(Umsetzbar mit AWB ?)
• Wettbewerb für die kreativste
Zero-Waste-Idee?
Abschlussveranstaltung:
• Danksagungen und eventuell
Spendenübergabe an
Umweltprojekte
Zieht die Anlassveranstaltung mehr Besucher
als die der Verkaufsstellenöffnung?
Fragestellung wird trotz Wegfall der Besucherprognose gestellt
(vgl. Beschluss des VG Düsseldorf v. 22.05.2018);entgegen der
Anwendungshilfe; juristische Bewertung der Verwaltung;
X ja, das hat die Erfahrung von anderen
VOS gezeigt
☐ nein (wenn nein, keine Aussicht auf
Erfolg für eine Genehmigung durch den
Rat der Stadt Köln)
Besucher wegen Anlassveranstaltung:
Besucher wegen Verkaufsstellenöffnung:
Ca. 80.000 BesucherInnen. Deutlich
mehr als wegen der
Verkaufsstellenöffnung.
Viele unserer Besucher kommen nur
wegen des Volks- und Veedelsfestes
aus ganz Köln und dem angrenzenden
Umland.
Im vergangenen Jahr hatten wir
entgegen unserem Antrag die Fläche
drastisch verkleinert (von der Lotharstr,
bis Sülzburgstraße) sodass es viel zu
klein war und mehr als 50.000 Besucher
anwesend waren - geschätzt an den
beiden Tagen ca. 80.000 Besucher
4.290
Antrag auf einen verkaufsoffenen Sonntag im Anschluss an den Tag des Veedels
am 26. April 2026
Veranstaltungsfläche:
Verkaufsfläche:
Die im Vorjahr beantragte Fläche haben
wir für das 1. Fest dieser Art nicht
genutzt und auf den Bereich Lotharstr.
bis Sülzburgstr. begrenzt. dies war aber
für den großen Andrang zu wenig und
möchten in 2026 die Fläche erweitern
auf die
Berrenrather Straße: vom Weyertal
bis Gerolsteiner Straße
Ca. 3.000 qm entfallen auf die Geschäfte
im Bereich der abgesperrten Fläche auf
der Berrenrather Straße, von denen 50
bis 60 der ISK Carrée angehören. Die
restlichen unserer über 100 Mitglieder
haben die Möglichkeit, mit einem Stand
auf der Straße im abgesperrten Bereich
teilzunehmen, die Leistung Ihrer Betriebe
an diesem Wochenende zu zeigen.
Natürlich dürfen sich auch vor allem
ortsansässige Geschäfte beteiligen, die
nicht der ISK Carrée e. v. angehören.
Quellenangabe und Belege zu
Besucheraufkommen, Veranstaltungsfläche
und Verkaufsfläche:
Das OVG Münster verlangt, dass sich die Stadt Köln in einer für
die gerichtliche Überprüfung nachvollziehbaren und
dokumentierten Klarheit über Charakter, Größe und Zuschnitt
der Veranstaltung verschafft (auch hier VG Düsseldorf)
Für die Hauptgeschäftsstraße im Bereich
des Sülzer Festes – Berrenratherstraße
ergibt die Passantenfrequenzmessung
aus dem Retailbericht B-Lagen in Köln
2019/2020 der Fa. Larbig & Mortag
Immobilien GmbH eine Zahl von 858
Passanten je Stunde. Bei 5 stündiger
Öffnung der Geschäfte am Sonntag
ergibt das 4280 Besucher für die
Geschäfte.
Die nachfolgend genannten Sachgründe
wurden im Rahmen der Novellierung des LÖG
geschaffen.
Verkaufsoffene Sonntage wurden bis dahin
ausschließlich aufgrund von Veranstaltungen
von den zur Antragstellung berechtigten
Interessengemeinschaften genehmigt.
Eine Antragstellung von Seiten der Verwaltung
ist nicht beabsichtigt und vom Rat in Richtung
Verwaltung (politische/wirtschaftspolitische
Erwägungen) auch nicht aufgegeben.
Die nachfolgenden Sachgründe können
allerdings kumulativ vorliegen und der
Verwaltung dazu dienen, dem Rat das
öffentliche Interesse über den Anlass-bezug/-
Zusammenhang hinaus zu begründen.
Hier sind die
Antragsberechtigten/Interessengemeinschaften
gefordert, diese Sachgründe geltend zu
Wir schätzen die BesucherInnen für das
Jahr 2026 auf circa 80.000 Personen.
Wir orientieren uns hierbei konservativ
an den Zahlen des Vorjahres bei dem
ca. 50.00 Besucher*Innen auf einer
kleineren Fläche anwesend waren..
Diese Vorgehensweise, anhand von
qualitativen Daten den prägenden
Charakter einer Veranstaltung zu
belegen, wird vom OVG für das Land
NRW anerkannt. Auf einer
Informationsveranstaltung am 21. 06.
2017 mit dem OVG Münster beim
Ministerium für Wirtschaft, Energie
Industrie; Mittelstand und Handwerk des
Landes NRW erläuterten die OVG
Richter Details ihrer Rechtsprechung.
(Informationen hierzu von der IHK Köln)
Nach Aussagen der OVG Richter ist es
zulässig, dass der prägende Charakter
Antrag auf einen verkaufsoffenen Sonntag im Anschluss an den Tag des Veedels
am 26. April 2026
machen/nachzuweisen und überprüfbare
Belege vorzulegen.
Das Einzelhandels- und Zentrenkonzept liegt
hier zum Download bereit. Es wird gefordert,
dass die Kommune auf der Grundlage eines
Einzelhandelskonzepts mit der
Sonntagsöffnung gezielt einen der genannten
Sachgründe verfolgt. Derzeit enthält das
Einzelhandelskonzept Sonntagsöffnungen
noch nicht als Mittel, um das öffentliche
Interesse in Gestalt der benannten weiteren
Sachgründe zu fördern. Die nachfolgend
genannten Sachgründe können daher derzeit
nicht mit dem aktuellen Einzelhandelskonzept
begründet werden.
einer Veranstaltung beispielweise
anhand von Presseberichterstattungen
der letzten Jahre, Berichten des
Ordnungsamtes über vergangene
Veranstaltungen, Aussagen über
Straßensperrungen, Verkehrs- und
Parkraumkonzepten als auch anhand
von der Art und Umfang der
Veranstaltungswerbung belegt werden
kann. In seinem Urteil
(Entscheidungsdatum 07. 12. 2017
Aktenzeichen4 B 1538/17) bekräftigt das
OVG diese Sichtweise. Auf einige
Punkte möchten wir im Folgenden
eingehen.
Werbung:
Wir planen zwei Banner auf der
Berrenrather Straße aufzuhängen,
welche auf das Sülzer Veedelsfest
aufmerksam machen. Weiter planen wir
mit circa 3000 Flyern und 500 Plakaten,
welche in und um Sülz herum verteilt
werden und bei unseren ISK- Mitgliedern
in den Schaufenstern aushängen. Neben
Presseartikeln vom KstA und dem
Express planen wir, die großen Blogs
der sozialen Medien wie Rausgegangen
Köln, mit Vergnügen Köln, inSülz,
unserer homepage und den social media
Aktivitäten der Teilnehmer, und Mr. Köln
mit einzubinden, um im Vorfeld eine
große Reichweite zu generieren.
In der kostenlosen Zeitung EXPRESS
wird zum Wochenende auf die
Veranstaltung hingewiesen und auf den
beweglichen Werbebannern der Fa.
Stroer wird in der ganzen Woche zuvor
darauf hingewiesen. Beide
Werbemaßnahmen werden von
KölnBusiness gesponsort.
Öffentliche Zuschüsse:
Für die Planung und die Durchführung
des Straßenfestes ist die Deli
Eventservice GmbH & Co.KG zuständig,
die uns auch mit der Werbung
unterstützt.
Stadt Köln mit KölnBusiness
Ladenöffnung dient dem Erhalt, der Stärkung
oder Entwicklung eines vielfältigen stationären
Einzelhandelsangebots
Hinweis: Der amtlichen Begründung zum Gesetzesentwurf ist zu
entnehmen, dass der stationäre Einzelhandel vielerorts einer
Gefährdung durch den Online-Handel unterliegt. Dem soll durch
begrenzte Freigabe von Sonntagsöffnungen begegnet werden.
Neben dem Sülzer Veedelsfest lassen
sich für ein breiteres Publikum, welches
sonst nicht den Weg nach Sülz-
Klettenberg findet, neue inhabergeführte
Geschäfte entdecken, die ein
individuelles Sortiment führen und sich
Antrag auf einen verkaufsoffenen Sonntag im Anschluss an den Tag des Veedels
am 26. April 2026
Hier sei auf den Beschluss des OVG Münster vom 27.04.2018
hingewiesen. Die Kammer kommt hier nämlich, anders als der
Gesetzgeber zu dem Ergebnis, dass die allgemeine, für den
stationären Einzelhandel einer jeden Kommune ganzjährig
bestehende Konkurrenzsituation zum Onlinehandel für sich
genommen nicht geeignet ist, eine Ausnahme von der Regel der
Sonn- und Feiertagsruhe zu begründen. Die Kammer weist
ausdrücklich darauf hin, dass der Einzelhandel selbst und
ausdrücklich gefordert ist, stets gewichtige, im Einzelfall
festzustellende und in der Abwägung dem gebotenen Sonn- und
Feiertagsschutz gegenüberzustellende öffentliche Interessen
vorzutragen.
Es werden danach Belege benötigt, die nachprüfbar ausführen,
dass der stationäre Einzelhandel vor Ort gefährdet ist. (z.B.
Leerstände; Verarmung des Angebots, Erhalt bestehender oder
Schaffung neuer Arbeitsplätze)
vom Onlinehandel insbesondere durch
ganz persönlichen Service und
individuelle Angebote abheben. Das
wiederum stärkt die Vielfalt und
Entwicklung des bunten stationären
Einzelhandelsangebots und fördert den
Absatz im Veedel. Viele Einzelhändler
beteiligen sich auch vor dem eigenen
Ladenlokal an dem Sülzer Veedelsfest
und können so ein erweitertes Sortiment
anbieten und mit den Mitmenschen auf
bunte Art und Weise in Kontakt kommen.
Ladenöffnung dient dem Erhalt, der Stärkung
oder Entwicklung zentraler
Versorgungsbereiche (Versorgungsinteresse,
insbesondere weniger mobiler und ältere Teile
der Bevölkerung; Sicherstellung wohnortnaher
Versorgung)
Hinter dem Sachgrund steht das grundgesetzlich geschützte
Versorgungsinteresse der Bevölkerung, insbesondere der
weniger mobilen und älteren Teile der Bevölkerung. Zentrale
Versorgungsbereiche müssen erhalten bleiben, da ihnen eine
herausragende Bedeutung für den Bestand und die Entwicklung
der Städte und Gemeinden, insbesondere der Sicherstellung
wohnortnaher Versorgung zukommt. Als zentrale
Versorgungsbereiche gelten daher nicht nur Stadtteilzentren, die
im überörtlichen Funktionszusammenhang eine bedeutende
Rolle einnehmen, sondern auch die Quartiers- und
Nahversorgungs- bzw. Nahbereichszentren.
Wenn es in unseren Veedeln keine
attraktiven v. o. Sonntage gibt, verlieren
die Bewohner teilweise die Bindung zu
den Ladenbetreibern und wandern in
große Einkaufszentren ab oder bestellen
bei Lieferdiensten, was den anonymen
rein kapitalgesteuerten oft ortsfremden
Onlinehandel stärkt, so dass die Gefahr
besteht, dass der
Nahversorgungsbereich mit Geschäften
im Besonderen für Senioren, nicht ganz
mobile Menschen und junge Familien
nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben ist,
dann die Vielfalt wegfällt, und die
sozialen Netzwerke wegbrechen.
Ladenöffnung dient der Belebung der
Innenstädte, Ortskerne, Stadt- oder
Ortsteilzentren
Mit dem Sachgrund soll der Gefahr einer drohenden Verödung
der Innenstädte mit negativen Auswirkungen
auf die örtlichen Lebens- und Wohnverhältnisse der Bevölkerung
begegnet werden. Zielrichtung der Regelung ist es,
umfangreichen Leerständen bei Gewerbe- und Wohnimmobilien
und der Abwanderung von Einzelhändlern und
Einzelhändlerinnen oder deren Geschäftsaufgabe
entgegenzuwirken. Er soll der Belebung der Innenstädte und
örtlichen Zentren dienen.
Das Sülzer Veedelsfest mit einem v. o.
Sonntag ist wichtig, damit die noch
vorhandenen Geschäfte die Vielfalt des
Veedels auf besondere Weise in einem
aussergewöhnlich attraktiven Rahmen
präsentieren können. Das Image des
Veedels wird gestärkt und einer
Abwanderung von Einzelhändlern wird
somit entgegenwirkt.
(Schwerpunkt Berrenrather Straße und
angrenzende Straßen) wo unsere
Mitglieder ansässig sind,
.
Ladenöffnung steigert überörtliche Sichtbarkeit
der jeweiligen Kommune als attraktiver und
lebenswerter Standort, insbesondere für den
Tourismus und die Freizeitgestaltung, als
Wohn- und Gewerbestandort sowie Standort
von kulturellen und sportlichen Einrichtungen
Das Interesse von Kommunen, als attraktiver und lebenswerter
Standort wahrgenommen zu werden und sich entsprechend
selbst darstellen zu können und sichtbar zu machen, stellt aus
Sicht des Landesgesetzgebers ebenfalls einen gewichtigen
Sachgrund dar. Der Sachgrund zielt auch auf den Erhalt
kleinerer Kommunen ab, da diese im Gegensatz zu größeren
Städten mehr
Schwierigkeiten haben, neue Einwohner und Unternehmen
anzuziehen.
Er wird daher hier nicht weiter ausgeführt.
Durch das Straßenfest mit dem
dazugehörigen v. o. Sonntag steigern wir
die Attraktivität unseres Stadtteils, mit
weiteren Angeboten für die
Freizeitgestaltung. Beim Rundgang
durchs Veedel lassen sich attraktive
Sport- und Freizeiteinrichtungen
entdecken, die man sonst als Besucher
vielleicht nicht wahrnehmen würde.
Antrag auf einen verkaufsoffenen Sonntag im Anschluss an den Tag des Veedels
am 26. April 2026
Presseberichte
https://www.ksta.de/koeln/lindenthal/suelz/strassenfest-bunt-in-suelz-findet-ende-april-zum-
ersten-mal-statt-1004719
https://insuelz.com/2025/04/15/bunt-im-carree/
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/9/1/16/27/17/7/i255/16/5/22/i255/43/3/1/17/9/i255/7/9/47/5/22/8/i255/7/8/1/i255/10/6/8/1/8/5/i255/30/54/7/9/i255/14/6/27/28/i255/17/8/6/9/8/5
/3/16/7/i255/3/14/14/8/1/i255/34/8/14/9/i255/40/i255/42/14/3/7/i255/9/6/17/i255/29/1/8/6/i255/16/5/22/i255/23/6/9/i255/10/6/8/14/i255/55/6/8/31/8
/20/16/31/8/i255/1/8/6/9/8/9/36/i255/37/38/6/i255/7/27/28/8/5/i255/28/3/5/22/i255/2/8/i255/23/3/27/28/9/8/5/i255/24/5/6/i255/17/3/9/8/5
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Antrag auf Ladenöffnung zur Kunst im Carrée für den 18. Oktober 2026
Antragsteller: ISK Carrée e.V.
Geschäftsstelle
Bezeichnung des Anlass: Markt:
Messe:
Örtliches Fest:
Kunstmeile zum 24. mal
„kunst im carrée“
mit großem Kultur- und Familienfest
Anlassbeschreibung:
Eröffnungswochenende: am 3. Sonntag im
Oktober am 18. 10. 2026
- Eröffnung der Kunstmeile,
Preisverleihung, mit Ansprache dem
oder der Bezirksbürgermeister*in
Lindenthal NAME?; Kunst-Spaziergang
und 1 Familienführung zu den Galerie-
Fenstern
- Zentrale Veranstaltung 5
Kleinkunstbühnen Open-Air
(Literatur/Poesie, Musik
(Wandelkonzerte), Tanz, Stand-up
Comedy) und Künstler- und
Designmarkt (ca 40 Aussteller) im
Internationalen Caritaszentrum Köln-
Sülz
- KitTa St. Nikolaus, Platz vor St.
Borromäus
- Licht- und Photoinstallationen an 5-6
Standorten Open-Air
- ERWEITERT: Vernetzung mit mehreren
Schulen, Künstler-Kalligraphie-Projekt,
- ERWEITERT: Kreative Kinder-Mitmach-
Aktionen an 3 Standorten
Die ISK Carrée e. V. veranstaltet
bereits zum 24. mal die jährlich stattfindende
Kunstmeile „Kunst im Carrée“
im Veedel Sülz-Klettenberg.
In diesem Jahr führen wir die Veranstaltung wieder
für 1 Woche vom 18. bis 26. Oktober 2026 durch.
Für diese Zeit stellen die Künstlerinnen und
Künstler in über 60 Geschäften/Galeriefenstern
und Einrichtungen im gesamten Carree ihre
Kunstwerke zu dem diesjährigen Thema, das
später noch bekannt gegeben wird
Antrag auf Ladenöffnung zur Kunst im Carrée für den 18. Oktober 2026
Die Vernissage zur Eröffnung der Kunst im
Carrée ist für den Sonntag, den 18. 10. 2026 um
11 Uhr im Pfarrsaal von St. Nikolaus, Berrenrather
Str. 256 geplant. Dort findet auch die
Preisverleihung für das beste Kunstwerk, sowie die
Ehrung für die beiden Plakatkünstler statt.
Danach können Gäste und Kunstinteressierte die
Kunst in den Galeriefenstern der Geschäfte
sehen und mit den Künstlern in Diskurs gehen.
Hierzu sind die ausstellenden Künstler in den
Geschäften anwesend und es werden kleine
Snacks und Getränke angeboten, so dass über 60
kleine Vernissagen stattfinden.
Das Open-Air Programm zieht kunst- und
kulturinteressierte Besucher überregional an.
Ortsansässige Vereine und Initiativen zeigen
schauspielerisches/literarisches/tänzerisches/
musikalisches Programm auf 3 Open-Air
Minibühnen auf privaten, aber öffentlich
zugänglichen Grundstücken.
Das Internationale Caritaszentrum präsentiert
eine Open-Air Kulturbühne mit Kunstschaffenden
auf dem Kirchenvorplatz vor St. Borromäus aus
dem sozialen und integrativen Bildungs-, Kultur-
und Freizeitangebot.
Die kulturellen Open-Air Minibühnen auf privatem
Gelände, öffentlich zugänglich mit freiem Eintritt
haben Auf dem Programm steht, Erleben Sie
exzellente Poeten/Literaten/Musiker und
Performance-Künstler in kurzen Vorstellungs-
Sequenzen am Eröffnungstag.
3 Standorte mit kreativen Malaktionen für
Kinder gemeinsam mit Künstlern und Ausstellern
z.B. u.a. vor und in der Apotheke am Questerhof.
Die Kindergärten von St. Nikolaus und St. Karl
Borromäus machen mit einer Künstlerin eine
Malaktion und Kunstaktionen vor Ort.
Vernetzung mit Schulen, Vereinen und anderen
Kulturschaffenden:
Die in Sülz und Klettenberg ansässigen Schulen
und Gymnasien sind mit künstlerischen Aktionen
eingebunden: Hildegard von Bingen Gymnasium
und Schillergymnasium. Die besten Kunstwerke
der Schüler werden in verschiedenen Geschäften
ausgestellt und prämiert.
Ein renommierter Künstler aus Köln begleitet ein
kombiniertes Literatur- und Kunstprojekt mit
kalligraphischer Schreibkunst für Grundschüler –
ein Projekt, das gemeinsames kreatives Arbeiten
und Schönschreiben fördert. Sie erstellen in
Zusammenarbeit mit dem Künstler das größte
Antrag auf Ladenöffnung zur Kunst im Carrée für den 18. Oktober 2026
Kunstwerk aus einzelnen Bildelementen ca.49
Bildtafeln 1.40 x 2 m.
In der St. Nikolauskirche wird es an den
Eröffnungssonntagen ein Orgel- bzw. ein
Chorkonzert geben.
Vor der Kirche ist eine Darbietung von
verschiedenen Chören geplant.
Wandelkonzerte vor den Geschäften untermalen
den Spaziergang der Besucher mit Musik in
Zusammenarbeit mit der Rheinischen Musikschule
Sülz.
An verschiedenen Punkten in der Zülpicher Straße,
der Berrenrather Straße, der Sülzburgstraße und
der Luxemburger Straße werden Abbildungen der
Highlights im öffentlichen Raum gezeigt. So
kann man die Kunstwerke der bisherigen
Preisträger genießen und wird gleichzeitig
neugierig auf die Kunstwerke die in diesem Jahr
und unter dem diesjährigen Thema zu sehen sind.
Für die intensive Auseinandersetzung mit
Kunstwerken und Künstlern begleitet eine sehr
aufwendige, bedienerfreundliche sowie
dokumentierende Webseite die Kunstmeile mit
Kulturfest www.kunstimcarre.de. Hier haben alle
die Chance, auch noch einmal eine virtuelle
Kunst im Carrée zu erleben, die über das Maß
eines Kataloges weit hinausgeht. Auf der Webseite
der Interessengemeinschaft finden die Besucher
das ausführliche und aktuelle Programm zum
Kulturfest
www.carree-suelz-klettenberg.de
Alle Teilnehmer präsentieren ihre Kunstwerke in
den Schaufenstern, so dass die Kunst beim
Flanieren durch das Veedel deutlich sichtbar sein
wird. Das gesamte ISK-Carree wird so zum
Ausstellungsort unter Einbindung von
Einrichtungen des öffentlichen, sozialen und
kulturellen Lebens. Es ist eine kulturelle
Traditionsveranstaltung für das ganze Veedel,
mit Open-Air Künstlermarkt, mehreren Open-
Air Kulturbühnen, Foto- und Lichtinstallationen
an Fassaden, Kinder-Mitmach-Aktionen und
Kunst-Spaziergängen weit über die
Geschäftswelt hinaus.
Der Fokus liegt also nicht nur jeweils auf den
Einzelkünstlern, sondern auch auf dem
verbindenden und die Gemeinschaft stärkenden
Element der kreativen Tätigkeit. Wir sind seit
Jahren vernetzt mit weiteren Kultureinrichtungen
im Veedel: Kino – Seniorenkino, Casamax-
Antrag auf Ladenöffnung zur Kunst im Carrée für den 18. Oktober 2026
Theater, Kunstgalerien, Hildegard von Bingen
Gymnasium, Schillergymnasium, Manderscheider
Grundschule, Erzbischöfliches Berufskolleg,
Maskenbildnerschule, Malschulen, Künstler-
Ateliers, Tanzschulen, Internationales Caritas-
Zentrum etc. die sich mit unterschiedlichen
Programmpunkten zur kunst im carrée einbringen.
Sämtliche Orte sind einheitlich mit Fahnen
gekennzeichnet und auch durch Familien-
Führungen und Wandelkonzerte miteinander
verbunden sowie über einen gedruckten Stadtplan
gut aufzufinden.
Bildet die Anlassveranstaltung den
Hauptgrund für
Besucher/Besucherinnen die
Veranstaltung zu besuchen oder
steht die Ladenöffnung im
Vordergrund?
Die Verwaltung muss insbesondere
darlegen, dass und wie die hinter
den in § 6 Abs. 1 S. 2 Nr. 2 bis 5
LÖG NRW genannten öffentlichen
Interessen durch die Ladenöffnung
an Sonn- und Feiertagen gefördert
werden können. Dabei ist vor allem
herauszuarbeiten, warum das
Umsatz- oder Shoppinginteresse
hierbei nicht im Vordergrund steht.
X ja
die Kunstausstellung Open-Air und in den
Schaufenstern, sowie die open-Air Minibühnen mit
vielfältigem kulturellem/musikalischem
Rahmenprogramm
☐ nein
(wenn nein, keine Aussicht auf Erfolg für eine
Genehmigung durch den Rat der Stadt Köln)
Bei dem Anlass handelt es sich um: ☐ eine historische Veranstaltung
X eine Veranstaltung, welche zum 24. mal
stattfindet
☐ erstmalig stattfindende Veranstaltung
Besteht ein unmittelbar räumlicher
und zeitlicher Bezug zur
Anlassveranstaltung und den zur
Öffnung vorgesehenen
Verkaufsstellen?
Hinweis: Von einer räumlichen Nähe
ist regelmäßig insbesondere dann
auszugehen, wenn die örtliche
Veranstaltung in den Straßenzügen,
die zur Ladenöffnung vorgesehen
sind, stattfindet.
Eine zeitliche Nähe besteht dann,
wenn die örtliche Veranstaltung am
selben Tag, nicht notwendig
zeitgleich, jedoch zeitlich
überlappend stattfindet.
Zwischen Veranstaltung und
Verkaufsstellenöffnung muss ein
X ja,
die Kunst, das Erleben von kulturellem
Rahmenprogramm und das gemeinsame kreative
Gestalten stehen im Vordergrund!
Die Ausstellungsorte sind quer durchs Viertel
verstreut. Organisierte und geführte Rundgänge für
alle Interessierten finden statt.
☐ nein (wenn nein, keine Aussicht auf
Erfolg für eine Genehmigung durch den Rat der
Stadt Köln)
Antrag auf Ladenöffnung zur Kunst im Carrée für den 18. Oktober 2026
angemessenes Verhältnis bestehen.
Die in der Vergangenheit
geschaffenen Anlässe um eine
Verkaufsstellenöffnung zu erreichen,
wie z.B. der Flohmarkt auf einem
Möbelhausgelände, sogenannte
Bauernmärkte mit 10
Zeltverkaufsstellen von
Reisegewerbetreibenden, Grillfest
(Spanferkelgrillen) in einem
Gewerbegebiet, Hüpfburgen- und
Eiertierveranstaltungen werden nicht
genügen, Verkaufsstellenöffnungen
zu genehmigen. Orientieren Sie sich
hier an die vom Rat zuletzt
genehmigten Anlässe.
Räumliche Nähe ist gegeben bei
örtlichen Veranstaltungen in den
Straßenzügen, die zur Ladenöffnung
vorgesehen ist;
Gesamtveranstaltungsbereich
einschl. Verbindungs- und
Nebenstraßen, wenn die
Veranstaltungsorte über diesen
Bereich verteilt sind; eine
Ausweitung über den Bereich
hinaus, wird nicht
genehmigungsfähig sein;
Zieht die Anlassveranstaltung mehr
Besucher als die der
Verkaufsstellenöffnung?
Fragestellung wird trotz Wegfall der
Besucherprognose gestellt (vgl.
Beschluss des VG Düsseldorf v.
22.05.2018);entgegen der
Anwendungshilfe; juristische
Bewertung der Verwaltung;
X ja
☐ nein (wenn nein, keine Aussicht auf Erfolg für
eine Genehmigung durch den Rat der Stadt Köln)
Besucher wegen
Anlassveranstaltung:
Besucher wegen
Verkaufsstellenöffnung:
Veranstaltungsfläche:
Verkaufsfläche:
12.000 – 15.000
8.000 bis 10.000
Geschäfte und Plätze im Viertel:
Berrenrather Str.: Weyerthal. bis Sülzgürtel
Luxemburger Str.: Konradstraße bis Hardtstraße
Sülzburgstr.: von der Luxemburger Straße bis
Zülpicher Straße.
Zülpicher Str.: Weyertal. bis Sülzgürtel
Und viele im Carrée liegende Querstraßen.
Antrag auf Ladenöffnung zur Kunst im Carrée für den 18. Oktober 2026
Ca. 5.000 qm entfallen auf die ausstellenden
Geschäfte.
ca. 50 Mitglieder der z. Zt. 100 ISK Geschäfte und
ca. 10 Nicht-ISK Mitglieder werden sich an der
Kunstmeile beteiligen. Diese Geschäfte und
Institutionen haben eine Größenordnung von 70
bis 150 qm Verkaufsfläche. Einige auch mehr.
Quellenangabe und Belege zu
Besucheraufkommen,
Veranstaltungsfläche und
Verkaufsfläche:
Das OVG Münster verlangt, dass
sich die Stadt Köln in einer für die
gerichtliche Überprüfung
nachvollziehbaren und
dokumentierten Klarheit über
Charakter, Größe und Zuschnitt der
Veranstaltung verschafft (auch hier
VG Düsseldorf)
Für die 3 Hauptgeschäftsstraßen (Berrenrather-,
Sülzburg- und Zülpicher Straße) ergibt die
Passantenfrequenzmessung aus dem Retailbericht
B-Lagen in Köln für die Jahre 2019/20 der Fa.
Larbig & Mortag Immobilien GmbH eine Zahl von
1.800 bis 2.000 Passanten je Stunde.
Bei 5 stündiger Öffnung der Geschäfte am
Sonntag ergibt das 10.000 Besucher für die
Geschäfte.
Die nachfolgend genannten
Sachgründe wurden im Rahmen der
Novellierung des LÖG geschaffen.
Verkaufsoffene Sonntage wurden bis
dahin ausschließlich aufgrund von
Veranstaltungen von den zur
Antragstellung berechtigten
Interessengemeinschaften
genehmigt.
Eine Antragstellung von Seiten der
Verwaltung ist nicht beabsichtigt und
vom Rat in Richtung Verwaltung
(politische/wirtschaftspolitische
Erwägungen) auch nicht
aufgegeben.
Die nachfolgenden Sachgründe
können allerdings kumulativ
vorliegen und der Verwaltung dazu
dienen, dem Rat das öffentliche
Interesse über den Anlass-bezug/-
zusammenhang hinaus zu
begründen.
Hier sind die
Antragsberechtigten/Interessengeme
inschaften gefordert, diese
Sachgründe geltend zu
machen/nachzuweisen und
überprüfbare Belege vorzulegen.
Das Einzelhandels- und
Zentrenkonzept liegt hier zum
Download bereit. Es wird gefordert,
dass die Kommune auf der
Grundlage eines
Einzelhandelskonzepts mit der
Sonntagsöffnung gezielt einen der
genannten Sachgründe verfolgt.
Eine Zählung der Besucher für die Kunst im Carrée
wurde in den vergangenen Jahren nicht
durchgeführt. In der Presse wurde über eine
Vielzahl von Besuchern berichtet - aber keine
konkreten Zahlen.
Die Besucher können nur so von uns geschätzt
werden. Es werden ca. 5.000 Veranstaltungs- und
Programmflyer verteilt.
Diese Vorgehensweise, anhand von qualitativen
Daten den prägenden Charakter einer
Veranstaltung zu belegen, wird vom OVG für das
Land NRW anerkannt. Auf einer
Informationsveranstaltung am 21. 06. 2017 mit
dem OVG Münster beim Ministerium für Wirtschaft,
Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des
Landes NRW erläuterten die OVG Richter Details
ihrer Rechtsprechung. (Information hierzu von
der IHK Köln) Nach Aussagen der OVG Richter ist
es zulässig, dass der prägende Charakter einer
Veranstaltung beispielweise anhand von
Pressebericherstattungen der letzten Jahre,
Berichten des Ordnungsamtes über vergangene
Veranstaltungen, Sicherheitskonzepten für die
geplante Veranstaltung, Aussagen über
Straßensperrungen, Verkehrs- und
Parkraumkonzepten als auch anhand von der Art
und Umfang der Veranstaltungswerbung belegt
werden kann. In seinem Urteil
(Entscheidungsdatum 07. 12. 2017 Aktenzeichen 4
B 1538/17) bekräftigt das OVG diese Sichtweise.
Auf einige Punkte möchten wir im Folgenden
eingehen:
Antrag auf Ladenöffnung zur Kunst im Carrée für den 18. Oktober 2026
Derzeit enthält das
Einzelhandelskonzept
Sonntagsöffnungen noch nicht als
Mittel, um das öffentliche Interesse
in Gestalt der benannten weiteren
Sachgründe zu fördern. Die
nachfolgend genannten Sachgründe
können daher derzeit nicht mit dem
aktuellen Einzelhandelskonzept
begründet werden.
Werbung:
3 Wochen vor der Veranstaltung wirbt ein Banner
über der Berrenrather Straße für die Veranstaltung.
Im Jahr 2023 haben wir ca. 5.000 Ankündigungs-
und Programm-Flyer und ca. 400 hochwertige
doppelseitige Ankündigungsplakate mit 2 Motiven
verteilen lassen, die mit einem QR Code
aufgerufen werden können. Zusätzlich werden die
gängigen Social Mediakanäle intensiv bespielt, um
die Veranstaltung bei einem großen Publikum zu
bewerben. Anfang September ist zur Ankündigung
eine Anzeige im Stadtteilmagazin „INsülz“
In der kostenlosen Zeitung EXPRESS wird zum
Wochenende auf die Veranstaltung hingewiesen
und auf den beweglichen Werbebannern der Fa.
Stroer wird in der ganzen Woche zuvor darauf
hingewiesen. Beide Werbemaßnahmen werden
von KölnBusiness gesponsort.
Presseberichte:
Der Kölner Stadt-Anzeiger, die Kölnische
Rundschau, der Kölner Wochenspiegel sowie das
Stadtteilmagazin „INsülz“ haben in allen Jahren
zuvor eine Vor- und Nachberichterstattung mit
Bildern über die Kunst im Carrée berichtet. Auf
unserer Webseite www.carree-suelz-
klettenberg.de und auf www.veedellieben.de
werden wir im Vorfeld, wie auch danach über die
Künstler und Ihre Werke berichten. Gleiches gilt
auch für die eigene Webseite unserer Kunst im
Carrée, von unserer Organisatorin Frau Brigitte
Hellwig. Hier wird ausführlich im Vorfeld wie auch
zum Abschluss über die Kunst im Carrée berichtet.
www.kunstimcarree.de
Öffentliche Zuschüsse und Sponsoren:
Für die Durchführung der Kunst im Carrée wurden
in den letzten 10 Jahren Zuschüsse aus
bezirksorientierten Mitteln gewährt. Ebenso ist die
Sparkasse KölnBonn einer unserer Sponsoren
sowie Werbemaßnamen von KölnBusiness in
Verbindungmit der Firma Stroer.
Im Ergebnis der dargestellten Fakten ist
festzuhalten, dass die Kunst im Carrée einen
prägenden Charakter hat und nicht die
Ladenöffnung im Vordergrund steht.
Die Ladenöffnung dient nur dazu, dass die
kunstinteressierten Besucher auch mit
Künstlern leichter in Kontakt kommen können.
Ladenöffnung dient dem Erhalt, der
Stärkung oder Entwicklung eines
vielfältigen stationären
Einzelhandelsangebots
Hinweis: Der amtlichen Begründung
zum Gesetzesentwurf ist zu
Antrag auf Ladenöffnung zur Kunst im Carrée für den 18. Oktober 2026
entnehmen, dass der stationäre
Einzelhandel vielerorts einer
Gefährdung durch den Online-
Handel unterliegt. Dem soll durch
begrenzte Freigabe von
Sonntagsöffnungen begegnet
werden. Hier sei auf den Beschluss
des OVG Münster vom 27.04.2018
hingewiesen. Die Kammer kommt
hier nämlich, anders als der
Gesetzgeber zu dem Ergebnis, dass
die allgemeine, für den stationären
Einzelhandel einer jeden Kommune
ganzjährig bestehende
Konkurrenzsituation zum
Onlinehandel für sich genommen
nicht geeignet ist, eine Ausnahme
von der Regel der Sonn- und
Feiertagsruhe zu begründen. Die
Kammer weist ausdrücklich darauf
hin, dass der Einzelhandel selbst
und ausdrücklich gefordert ist, stets
gewichtige, im Einzelfall
festzustellende und in der Abwägung
dem gebotenen Sonn- und
Feiertagsschutz
gegenüberzustellende öffentliche
Interessen vorzutragen.
Es werden danach Belege benötigt,
die nachprüfbar ausführen, dass der
stationäre Einzelhandel vor Ort
gefährdet ist. (z.B. Leerstände;
Verarmung des Angebots, Erhalt
bestehender oder Schaffung neuer
Arbeitsplätze)
Ladenöffnung dient dem Erhalt, der
Stärkung oder Entwicklung zentraler
Versorgungsbereiche
(Versorgungsinteresse,
insbesondere weniger mobiler und
ältere Teile der Bevölkerung;
Sicherstellung wohnortnaher
Versorgung)
Hinter dem Sachgrund steht das
grundgesetzlich geschützte
Versorgungsinteresse der
Bevölkerung, insbesondere der
weniger mobilen und älteren Teile
der Bevölkerung. Zentrale
Versorgungsbereiche müssen
erhalten bleiben, da ihnen eine
herausragende Bedeutung für den
Bestand und die Entwicklung der
Städte und Gemeinden,
insbesondere der Sicherstellung
wohnortnaher Versorgung zukommt.
Antrag auf Ladenöffnung zur Kunst im Carrée für den 18. Oktober 2026
Als zentrale Versorgungsbereiche
gelten daher nicht nur
Stadtteilzentren, die im überörtlichen
Funktionszusammenhang eine
bedeutende Rolle einnehmen,
sondern auch die Quartiers- und
Nahversorgungs- bzw.
Nahbereichszentren.
Ladenöffnung dient der Belebung
der Innenstädte, Ortskerne, Stadt-
oder Ortsteilzentren
Mit dem Sachgrund soll der Gefahr
einer drohenden Verödung der
Innenstädte mit negativen
Auswirkungen
auf die örtlichen Lebens- und
Wohnverhältnisse der Bevölkerung
begegnet werden. Zielrichtung der
Regelung ist es, umfangreichen
Leerständen bei Gewerbe- und
Wohnimmobilien und der
Abwanderung von Einzelhändlern
und Einzelhändlerinnen oder deren
Geschäftsaufgabe
entgegenzuwirken. Er soll der
Belebung der Innenstädte und
örtlichen Zentren dienen.
KiC_insuelz_04_2024.pdf
KiC_insuelz_04_2022.pdf
KiC_insuelz_04_2023.pdf
KiC_insuelz_04_2021.pdf
KiC_insuelz_04_2020.pdf
Werbung KölnBusiness KiC.pdf
2024_10-16_Teil 2 der Ankündigung im KSTA.docx24-10-16 Anzeige
Express.jpeg
INkunst leben
Die 18. kunst im carrée „Glücksmomente“ zeigte Werke
von 83 Künstler an 71 Ausstellungsorten –
Gewinnerin Nadine Magner bewegte mit illustrierten „Sunday Short-Stories“.
In den Krisen des Daseins erinnert sich der Mensch an Momente der Gebor-
genheit, Ausgelassenheit, Freundschaft und der Liebe. Unabhängig von Zeit
und Raum empfi ndet er dies über die Dekaden als real existierendes Phäno-
men. Allein Sicherheit erkennt das Individuum als fl üchtige Illusion, die unab-
hängig von wirtschaftlicher Lage, familiärer Situation oder Beziehungsstatus
mehr Einbildung denn Wirklichkeit bleibt. So auch in Zeiten von COVID-19.
Vielleicht gerade wegen des grassierenden Virus und der damit verbundenen
Ängste wartete die 18. kunst im carrée mit einer Rekordzahl an Künstlern sowie
Ausstellern in Geschäften, Gastronomien, Praxen und sozialen Einrichtungen
>>
KUNST
IM CARRÉE
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Von den
Sehnsüchten
eines Sonntags
Fotos: Nonnenmacher
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leben INkunst
Fotos: Nonnenmacher
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INkunst leben
entlang der Zülpicher, Berrenrather, Sülzburg- und Luxemburger
Straße auf, denn das Verlangen nach persönlichem Ausdruck
wächst in den Epochen der Irritation und Sprachlosigkeit ange-
sichts einer fragwürdigen Gegenwart, deren Brücken in die Zukunft
rissig und einsturzgefährdet sind. 83 Kunstschaffende, davon mehr
als die Hälfte aus dem Bezirk Lindenthal, fanden für ihre Werke
aus den Bereichen Malerei, Fotografie, Video, Plastik, Grafik so-
wie Mixed-Media an 71 Ausstellungsorten ein temporäres Zuhause
und demonstrierten auf dem pandemiegeschwächten Kunstsektor
ihre Vitalität. Gar die Lyrik war mit einem Band (Joachim Romes,
„Gedichte aus dem Leben“) vertreten und belegte die stilistische
Offenheit der etablierten Veranstaltungsreihe.
Kurze Geschichten über die Leichtigkeit des Lebens
Als Gewinnerin aus dem an die Veranstaltung gekop-
pelten Wettbewerb ging die Kölner Grafik-Designerin
Nadine Magner mit ihren „Sunday Short-Stories“ her-
vor – einer originellen Sammlung von Illustrationen und
animierten Grafikformaten, die im „Springs Pilates Stu-
dio“ und bei „Deli Sülz“ zu sehen waren. Die eigentli-
che Leichtigkeit des Lebens zelebrierend, beschwörten
die unprätentiösen Werke den Geist vergangener (und
kommender) Sonntage als unverrückbare Wohlfühlta-
ge abseits von Hektik und Sorgen einer neuen Woche
einfühlsam wie humorvoll. Weitere Auszeichnungen
gingen an Thomas Koken für seine introvertierte Holz-
arbeit zweier Umarmender bei „brune küchen“ sowie
Martina Spiller mit ihrer colorierten Achterbahnfahrt
der Gefühle in der „Kleinen Markthalle“ als Flyer- res-
pektive Plakatmotive. Die Balance zwischen abstrakten
und figürlichen, stillen, impulsiven, strukturierten sowie scheinbar
freien Kompositionen auf einer der größten städtischen Ausstel-
lungsflächen spiegelte sich dabei nicht nur in den Schaufenstern
der Geschäfte wider. Auch in zahlreichen Häusern profitierten
die Besucher von der nicht alltäglichen Kooperation zwischen
Gewerbetreibenden und Künstlern, die im Programm Führungen
von Kunsthistorikerin Brigitte Hellwig, einen Ateliermarkt, Musik-
Performances und Rikschaservices zu den Ausstellungsorten vor-
sah. Dass im Laufe der nahezu zwei Jahrzehnte währenden Event-
Historie die künstlerische Wertschätzung gewachsen ist, zeigte
sich unter anderem an der üppigen Gestaltung des ABS auf dem
Gottesweg. Die Restaurantbesitzer hatten Susanne Beuscher weite
Flächen des Innenraums als Leinwand für deren bizarr-liebevoll-
trotzköpfig anmutende Charaktere aus einem Paralleluniversum zur
Verfügung gestellt. Mit über 20 Arbeiten erhielt die Malerin quasi
eine eigene Werkschau innerhalb der Ausstellung.
Erleichterung in ernsten Lagen
Als einer der wichtigen „Hauptdarsteller“ präsentierte sich im Zuge
der zweiwöchigen Veranstaltung das Wesen des Humors in vie-
lerlei Schattierungen: Manfred Boelkes Palette mit einem zuneh-
Fotos: Nonnenmacher
8
leben INkunst
mend kostbaren Gut sorgte bei „anziehend anders“ in Form von
Klopapierrollen für reinste Glücksmomente. Die Transformation von
Klassikern wie Auguste Renoirs „Frühstück der Ruderer“ in einen
Comic-Rahmen (Jérémy Piquet, Apotheke am Questerhof) oder
Rudolf Holzenthals stets neugierige Rentier-Miniaturen im „Kurio-
sikum“ verkündeten aufheiternde Botschaften im angeschlagenen
Coronamodus.
Kunst lebt
„Kunst bleibt spürbar!“, konstatierte die ehemalige Bürgermeisterin
Elfi Scho-Antwerpes ihre Impressionen anlässlich der Eröffnung im
Internationalen Caritas-Zentrum vor rund 30 anstatt der ursprüng-
lich teilnehmenden 180 Gäste. „Es ist ein großes Glück, dass diese
Veranstaltung 2020 überhaupt stattfi nden kann. Wir sehnen uns
alle nach Kunst und Kultur“, sagte die Sozialdemokratin im Rah-
men der Vernissage. Mitorganisator Sebastian Berges
von der Interessengemeinschaft Sülz/Klettenberg (ISK)
betonte die Mühen aller Häuser hinsichtlich der erar-
beiteten Hygienekonzepte und wandte sich in seiner
Rede mit einem Appell an die Stadtverwaltung: „Ein
erneuter Lockdown darf nicht stattfi nden. Bei uns sind
Sie sicher!“, bat der Apotheker um die Unterstützung
für ein Überleben des Einzelhandels. Lindenthals ehe-
malige Bezirksbürgermeisterin Helga Blömer-Frerker
(CDU) würdigte Künstler und Organisatoren für die Re-
alisierung der Werkschau in schwierigen Zeiten: „Die
Einladung war für mich ein Zeichen der Zuversicht und
Hoffnung“, erklärte die CDU-Politikerin im Beisein ihrer
Nachfolgerin Cornelia Weitekamp von Bündnis 90/Die
Grünen.
Fortsetzung folgt ...
„Vor 18 Jahren sind wir mit 34 Ausstellungsorten und 35 Künstlern
gestartet und haben diese Zahlen mehr als verdoppelt. Wir hatten
dieses Mal weit über 100 Bewerbungen zur Teilnahme. Die Mög-
lichkeiten zur Darbietung und die damit verbundenen Preise sollen
für die Künstler ein Anschub sein, auch in dieser Krise weiterzuma-
chen“, zeigte sich Projektleiterin Brigitte Hellwig von der Motivation
der Beteiligten beeindruckt. Mit Schülern des Hildegard-von-Bin-
gen-Gymnasiums vermochte es die künstlerische Leiterin zudem
erneut, eine junge Generation von Kunstschaffenden für das Groß-
Event zu gewinnen, das in seinem wundersamen Facettenreichtum
als Hymne an das Leben verstanden werden könnte.
Einblicke in die Arbeiten und Infos zu allen Künstlern bietet die
Homepage www.kunstimcarree.de. td
Preisverleihung der 18. kunst im carrée: Sebastian Berges, Brigitte Hellwig,
Elfi Scho-Antwerpes, Nadine Magner, Helga Blömer-Frerker, Thomas Koken und
Hans-Josef Schulte (von links).
Fotos: Nonnenmacher
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Gewinnerin Nicole
Compère (rechts)
stellte in der Silber-
und Goldschmiedin
Natascha Overzier
Fotoporträts von
Einzelhänder*innen
aus.
Foto: Dahl
20. Kunst im Carrée zeigte Malereien, Fotografien,
Skulpturen und Mischtechniken an 60 Orten
Stadtgesichter
erzählten
Stadtgeschichten
/two.cap/zero.cap JAHRE
KUNST IM
CARRÉE
Kunst erlebbar machen: Unter diesem
Leitgedanken fand 2002 im CASAMAX
Theater die Premiere eines Konzepts
statt, das in den folgenden Jahren
den Bühnenrand weit überschreiten
sollte. Rund 35 Geschäfte unterstüzten
seinerzeit die Idee von Initiator Sebastian
Berges, Kunst und Kommerz mittels
Ausstellungen in den Läden der Viertel
zu vereinen. Zur Jubiläumsauflage folgten
dem Aufruf in diesem Jahr 60 Adressen.
Trotz der Krisen des Einzelhandels habe
man den Glauben an eine Symbiose nie
verloren, sagte der Vorstandsvorsitzende
der Interessengemeinschaft Sülz und Klettenberg im Rahmen
seiner Rede im Caritas-Zentrum. So begeisterten sich in diesem
Jahr zahlreiche Aussteller*innen für das Motto „Stadtgesichter –
Stadtgeschichten“ mit Beiträgen aus den Bereichen Malerei,
Fotografie, Skulptur und Mixed-Media.
Emotional und zugleich entschieden zeigte sich Kuratorin Brigit-
te Hellwig: „Damals habe ich gedacht, wir machen das zwei bis
drei Jahre. Unglaublich, dass wir immer noch da sind.“ Maßgeb-
lich sei immer die Konzentration auf das Wesentliche geblieben:
„Wir haben uns bewusst gegen ein Veedels- und für ein Kunst-
und Kulturfest entschieden“, unterstrich die Kunsthistorikerin
das Credo der Reihe. Als Novum in der zwei Dekaden währenden
Historie zeichnete die Jury in diesem Jahr erstmals zwei Künst-
lerinnen mit dem ersten Platz aus. Den Preis teilten sich Bettina
Ballendat mit scheinbar auf den Straßen, Plätzen oder Hinterhö-
fen modellierten Wachsfiguren bei „Die Haarschneider“ und Fo-
tografin Nicole Compère, die in den vergangenen 30 Jahren loka-
le Geschäftsinhaber*innen porträtierte. Die dokumentarischen
Arbeiten wurden bei Silber- und Goldschmiedin Natascha Over-
zier gezeigt. „Es hat mich umgehauen, als ich die Nachricht von
der Auszeichnung gestern Nacht um halb zwölf bekam“, zeigte
6
leben INkunst
sich Compère während der Siegerehrung fassungs -
los. Eine Widerspiegelung individueller Ausdrucks -
kraft und Virtuosität boten zahlreiche Exponate in
den Läden des Carrées. So erinnerte Henning Brück
bei Concept.Hommage mit bedrückenden Schwarz-
Weiß-Aufnahmen an Grundstücksleerstände in Zei -
ten von Wohnungsnot. Dass Bild und Wort sich anzie-
hen, um existenzielle Ängste und Hoffnungen einer
anonymen Stadtgesellschaft sicht- wie hörbar zu ma-
chen, bewies Elke Grober mit Gedichten und Malerei-
en im Eco Fashion Store. Unverzichtbarer Humor im
Gleichklang mit poetischen Darstellungen erwartete
die Besucher*innen in Form von Objekten und Pa -
pierarbeiten bei Shalima. Künstlerin Ursula Traschütz
blickte dabei auf unkonventionelle Art in die Köpfe
ihrer Mitbürger*innen. Abstrakte zwischenmensch -
liche Begegnungen ließ dagegen Zeichnerin Kamù
bei Optik Dorn aufleben. Mit dünner, rastloser Feder
wurde die Großstadthektik hier mitunter fühlbar. Fest
verankert im Programm, folgten am Eröffnungstag
der Ausstellung zahlreiche Interessent*innen den
Kunst-Veedelsspaziergängen mit Erläuterungen von
Expertin Brigitte Hellwig.
Kunst total
Als weitere Bereicherungen erwiesen sich Lesungen
sowie Musikperformances auf den Open-Air-Mini -
bühnen an der Berrenrather und der Luxemburger
Straße, unter anderem mit Lyrikerin Alicia Herold,
die es vermochte, mit einfühlsamen Beiträgen die
Verlorenheit junger Menschen in den Metropolen
festzuhalten. So schreibt die Dichterin in einem ihrer
Texte: „… springen, fallen/aufkommen/kein halt/er -
schöpft vom leben, erschlagen vom fall ...“. Mit dem
„Marché de l’art deluxe“ schafften die Initiatoren im
Laufe des zweiwöchigen Programms ferner Platz für
das Sujet „Design“. Im Gemeindesaal St. Nikolaus
und bei Shalima waren Linolschnitte, Illustrationen
und Textilien zu finden. Einen Rückblick auf alle
Gewinner*innen der letzten Jahre präsentierte die
Apotheke am Questerhof. td
Bettina Ballendat
(Gewinnerin)
neben ihren
Wachsskulpturen,
Caritas-Zentrum
Foto: Dahl
7
Henning Brück,
Concept.Hommage
Repro: Kayser
Jürgen Escher,
Caritas-Zentrum
und Friedrichs –
Die Metzgerei
Repro: Kayser
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kamù
(Karin Mühlwitz),
Optik Dorn
Foto: Dahl
Ursula Klein,
Goldschmiede Tina Theves
Repro: Kayser
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Die Pat*innen aus der INsülz-Redaktion suchten sich aus der
Vielfalt der 65 Standorte mit den Präsentationen zum Thema
„faszination baum“ einige heraus, formulierten kurze Impressionen
und schossen eigene Handy-Fotos. Mit dieser Sammlung
möchten wir dem Facettenreichtum des Events aber auch den
verschiedenen Sichtweisen der Betrachter*innen gerechter
werden. Unabhängig von der subjektiven Wahrnehmung lässt
sich in der dritten Dekade des Events ein historisches Hoch
bezüglich der Sichtbarkeit formulieren. Diese Werkschau war
nicht zu übersehen. Eine komplette Darstellung aller beteiligten
Künstler*innen sowie der 65 Standorte findet sich auf der
Veranstalterseite der Interessengemeinschaft Sülz-Klettenberg
unter www.kunstimcarree.de.
INkunst leben
KUNST
IM CARRÉEDer Wald in uns allen
Neu werden: So, wie die Kunst in ihrer Ausrichtung unbeschrittene Wege wagt, will auch INsülz & klettenberg
unkonventionelle Pfade journalistischer Berichterstattung begehen. Anlässlich der 21. Auflage von Kunst im Carrée
(22. Oktober bis 5. November) entschied sich das Team für eine individuelle „Patenschaft“.
Eröffnung mit Preisverleihung im Internationalen Caritaszentrum:
v. l.: Susanne Lühring (Fotografin), Ralph Elster (Bürgermeister der Stadt Köln), Ulla Schüller (Preisträgerin), Brigitte Hellwig (Kuratorin),
Sebastian Berges (Vorsitzender ISK Carrée e.V.), Katerina Aleksieva (Leitung Internationales Caritas-Zentrum), Hans-Josef Schulte
(Geschäfsstelle ISK Carrée e.V.), Dagmar Müller (Fotografie auf dem Veranstaltungsplakat), Carmen Grau (Malerei auf dem Veranstaltungsplakat).
Auf der Bühne befinden sich die Musiker der Band Jazz Garden.
Fotos: Atkins >>
21. Kunst im Carrée präsentierte
Arbeiten zum Thema „faszination baum!“
6
leben INkunst
Foto: Thomas Dahl
Foto: Thomas Dahl
Die Mischung aus abstrakten Bäumen und pflanzlichen Formen
lassen die Bilder von Dagmar Bätz im Fitnesstreff für Frauen sehr
lebendig wirken. Ihre Farbauswahl gibt jedem Bild eine besondere
Stimmung und dadurch etwas Weiches und Gemütliches. sg
Clea Müller kreierte mit ihren Bildern im Fitnesstreff Thaimassage
schöne Stimmungen in der Natur. Besonders gefällt mir, wie das
Licht durch die Äste scheint und sich auf den Blättern spiegelt. Man
bekommt direkt Lust auf einen Spaziergang im Beethovenpark! sg
Foto: Saskia Gaymann Foto: Saskia Gaymann
Kunst-im-Carrée-Gewinnerin Ulla Schüller lässt sich vom Wald vereinnahmen. Im Hin-
tergrund sind Malereien von Anna Chulkova zu sehen. Das Foto entstand im Rahmen der
Vernissage in den Räumlichkeiten des Internationalen Caritaszentrum. Großformatige
Arbeiten der Künstlerin wurden in der Sparkasse KölnBonn ausgestellt. Der Bezug zum
Kreditinstitut wurde durch mitverarbeitete Börsenkurse aus alten Zeitungen hergestellt. td
Ulla Schüller erweiterte mit ihren Ge-
mälden verschlungene Waldwege in das
geschäftige Treiben der Stadt. td
7
INkunst leben
(Unten) Es ist so schön, dass auch Kinder
hier bei cava cava an Kunst im Carreé
teilnehmen und so die Kunst für sich
entdecken konnten. mn
(Oben) Die Bilder von Marion Knapp
bei Fifa & Muschi muten an wie Foto-
grafien und ziehen einen in ihren Bann.
Malerei mit einer faszinierenden Tiefe. mn
Foto: Monika Nonnenmacher
Foto: Monika Nonnenmacher
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leben INkunst
Johanna Gruber präsentierte stimmig zu ihrem Angebot an
skandinavischer Kindermode die naive Malerei von Sylvia van den
Heuvel. Gut könnte ich mir ihre farbenfrohen Lavendelfelder vor
Bäumen auch als Drucke auf Kinderkleidung vorstellen. hmf
Auch Natascha Overzier hatte sich für eine Künstlerin entschieden.
Nicole Compères Fotos stellen das Lichtspiel zwischen Bäumen
und Sonne in den Vordergrund. hmf
(Links) Diese herbstlich anmutende Baum-
kulisse von Cornelia Harss strahlt beim
Betrachten sehr viel Wärme, Ruhe und Gebor-
genheit aus. Ein geheimer Ort zwischen altem
Baumbestand, den ich gerne finden würde! ap
(Oben) Auch wenn dieser Baum der Künstlerin
Annette Schöll-Nick mir beim Betrachten das Gefühl
vermittelt, dass er nicht mehr viel Lebenskraft in sich
trägt, erkenne ich verborgen im Erdreich zwischen ein
paar kraft- und farblosen Wurzeln pulsierendes Leben.
Dieses versteckte Leben macht ein wenig Hoffnung,
dass es eines Tages an die Oberfläche gelangen und
dem Baum neue Vitalität schenken könnte! ap
Foto: Hanka Meves-Fricke
Foto: Hanka Meves-Fricke
Foto:: Anika Pöhner
Foto:: Anika Pöhner
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INkunst leben
Foto: Dorothee Mennicken
Wie aus griechischen Mythen entsprungen wirken manche der
schwarz-weißen Baumporträts von Theresa Kuss bei Optik
Dorn. Bei den farbigen Motiven lässt die extreme Überbelichtung
Strukturen hervortreten – es entsteht der Eindruck, als wären die
Blätter aufgemalt. Das Bild vom alten Buchenwald in Belgien besticht
durch das Licht zwischen den geraden Bäumen im Blumenmeer. dm
(Links) Dorothee Auth kombi-
nierte altes Holz mit Porträts. So
sind Risse und Jahresringe Teil der
Holzskulpturen, die sie bei Tina
Theves zeigte. Auch das mit Acryl
und Edding auf ein altes Holz-
brett gemalte Porträt von Simon
gewinnt seinen Reiz durch das
Material. dm
Foto: Dorothee Mennicken
(Rechts) Ebenfalls in der Goldschmiede
von Tina Theves präsentierte Nadine Jork
ihre Mixed Media: schlicht gezeichnete
Porträts, kombiniert mit Holzstücken,
die den Gesichtern Kontur verleihen.
Dazu ein paar Perlen als Hinweis auf den
Ausstellungsort. dm
Foto: Dorothee Mennicken
Mehrdeutig, mysteriös und faszinierend: Die Bäume in den Bildern
von Siegbert Hahn im Hörzentrum Lux muteten wie Botschafter
aus anderen Sphären an. Seine Motive sind zeitlos, seine Malerei
geprägt von klaren Farben und hoher Malkunst. Der Künstler lebt
in Köln-Braunsfeld und malt mit über 80 Jahren noch jeden Tag seit
60 Jahren. dm
Foto: Dorothee Mennicken
INkunst LEBEN
„Kölner Leidenschaften“ schaffen im Herbst 2024 alte Leiden und zeitlose Freuden auf Leinwänden, Papier sowie
weiteren Trägern. Dem Leitgedanken verpflichtet, fließen eine gewisse gotische Kathedrale, Narren-Proklama -
tionen und gehörnte Dynastien in Fußballtempeln die Hauptverkehrsstraßen in Sülz und Klettenberg Richtung
Rhein. Dom, Karneval und FC sind im Spektrum der 22. Auflage von „Kunst im Carrée“ und 56 teilnehmenden
Geschäften unübersehbar.
Aber auch subtilere Momente der Ver -
bundenheit mit ihrer Stadt hielten die
Künstler*innen in Malereien, Zeichnungen,
Fotografien, Objekten und Mixed-Media-
Arbeiten fest. In seiner Eröffnungsrede im
vollbesetzten Gemeindesaal St. Nikolaus
hob Mitorganisator Sebastian Berges die
Ideologie des Events hervor: „Mit der Ver -
anstaltung verdient niemand etwas. Das
ist trotz der Leiden im Zuge der ,Amazoni-
sierung‘ pure Leidenschaft der Geschäfte
und Künstler*innen“, betonte Berges die
schwierigen Rahmenbedingungen für den
Einzelhandel. Zu den diesjährigen Gewin -
nerinnen kürten die Initiatoren um Kura -
torin Brigitte Hellwig Carmen Grau und
Silke Ferber, die bei Else Fashion und in
der Apotheke am Questerhof ausstellen.
INsülz & klettenberg reflektiert die Vielfalt
der Arbeiten auf den folgenden Seiten mit
zahlreichen Bildaufnahmen und kurzen
Impressionen der Autor*innen. td
>>
Von Türmen, Toren, Tieren
und Menschen
Carmen Grau und Silke Ferber sind die
Preisträgerinnen der 22. „Kunst im Carrée“
Carmen Grau (r.)
und Silke Ferber (5. v. l.)
wurden im Gemein
desaal St. Nikolaus zu
den Preisträgerinnen
der „Kunst im Carrée
2024“ gekürt. Zu den
Gratulant*innen ge
hörten unter anderem
die Vorstandsmitglieder
der Interessengemein
schaft SülzKlettenberg,
Sebastian Berges
(4. v. r.) und Hans
Josef Schulte (2. v. r.),
Bezirksbürgermeisterin
Cornelia Weitekamp
(3. v. r.) sowie Bürger
meister Ralph Elster
(4. v. l.).
Silke Ferber (l.) und Carmen Grau sind die Gewinnerinnen der
22. Auflage von „Kunst im Carrée“.
Preisträgerin Silke Ferber
ist mit ihrem Köllemobil in
der Stadt unterwegs.
Foto: Dahl
Auch anlässlich der 22. Auflage
von Kunst im Carrée entschied
sich das Team für individuelle
„Patenschaften“.
Foto: Dahl
Foto: Martens
5
6
LEBEN INkunst
SILKE FERBER
IN DER APOTHEKE AM QUESTERHOF
„Der Dom ist immer der Mittelpunkt sowohl der groß -
formatigen als auch der kleinformatigen Collagen von
Silke Ferber, die im Schaufenster und in den Regalen
der Apotheke am Questerhof ausgestellt sind. Sogar
ein Bus im Stil der Bilder steht auf dem kleinen Platz
daneben. Den Werken hätte man etwas mehr Raum
und trotz des Themas etwas weniger „kölsche Sprüch“
gönnen können. dm
Foto: MennickenHEIKE FISCHER
BEI OPTIK DORN
Ein gedeckter Tisch mit umgefallenen schon trüben Gläsern, auf
dem sich ein Huhn gemütlich niedergelassen hat, entfaltete sei -
nen etwas morbiden Charme in einem der beiden großen Schau -
fenster von Optik Dorn. Eine Kaffeerösterei (Foto unten) und zwei
Gasflammen mit Schöpfkelle sind Gegenstand der Bilder im zwei-
ten Schaufenster, atmosphärisch dicht
und dennoch sehr klar fotografiert von
Heike Fischer. dm
MÖBEL COMPAGNIE ZEIGTE:
„METRO PATTERNS“ VON JÜRGEN ESCHER
Wer sagt, U-Bahn-Stationen bieten keine ästhetischen
Fotomotive, hat die Bilder von Jürgen Escher noch nicht
gesehen. Der Fotograf zeigt uns die klaren Linien, leuch-
tenden Farben und einzigartigen Formen der Kölner
U-Bahnhöfe – und lässt alltägliche Orte in neuem Licht
erscheinen.
Die Ausstellung in der Moebel Compagnie beeindruckt
durch eine perfekt durchdachte Bildkomposition, die
den Betrachter in das Bild hineinzieht. Als Grafikdesigner
fasziniert mich besonders Eschers Gespür für Achsen
und Symmetrie. Danke an Jürgen Escher für die Einbli-
cke und Erläuterungen hinter seinen Werken! rm
Foto: Martens
Foto: Mennicken
Foto: Mennicken
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MALEREI VON SYLVIA VON DEN HEUVEL
BEI JÄTTEFINT
Bilder zum Entdecken: Johanna Gruber von Jättefint hat sich für die naive Ma-
lerei von Sylvia von den Heuvel entschieden. Fast skandinavisch und damit
passend zu dem skandinavischen Geschäft auf der Wichterichstraße 6–8 sind
die kleinen Waldbilder im Schaufenster. Bei genauerem Hinsehen erkennt
man, dass jedes einzelne Blatt fein gezeichnet ist. hmf
4711 UND DER DOM NEBENEINANDER
VON MARIO GRASBERGER BEI SPIEL UND KLEID
Spiel und Kleid auf der Berrenrather Straße 234 zeigt
in diesem Jahr naturalistische Malerei von Mario Gras-
berger, der für sein Gemälde „Verspätete Heimkehr“
bereits Preise gewonnen hat, neben Kunst von Kin-
dern aus der Kindertagesstätte St. Karl Borromäus.
Obgleich beides, der 4711-Schriftzug und die kleinen
Dombilder, sich wunderbar ergänzen, geht die Kinder-
kunst leider etwas unter. Schade eigentlich, weil sie
sehr gut zu dem Geschäft, das viel von Eltern und Kin-
dern besucht wird, passt. hmf
INkunst LEBEN
Foto: MevesFricke
Foto: MevesFricke
RHEINGOLD IMMOBILIEN ZEIGTE
REALISTISCHE MALEREI
VON JOHANNES KEUSER
In den Gemälden von Johannes Keuser er-
leben wir alltägliche Augenblicke, die fast
beiläufig wirken, als könnten sie aus dem
eigenen Leben stammen. Doch gerade in
dieser Banalität liegt die Kraft seiner Kunst:
Mit feinem Humor und einem Hauch Ge-
sellschaftskritik hinterfragen seine Werke
die Geschichten, die hinter den Szenen lau-
ern. Ein spannendes Spiel mit dem Blick-
winkel – mal heiter, mal nachdenklich. rm
Foto: Martens
EDGE – das praktische Brett für die Küche
MOEBEL COMPAGNIE Berrenrather Straße 361 – 50937 Köln
oder im Onlineshop www.moebel-compagnie.com
8
LEBEN INkunst
„MIXED“ VON HEIDI DIETZE-NEUBER
BEI ROSENGARTEN
Die Bilder bestechen insbesondere durch ihre Farbge-
staltung. Die Inszenierung im Laden, ergänzt durch farb-
lich abgestimmte Blumen und Accessoires, war äußerst
gelungen. wa
Foto: GaymannKARIN MÜHLWITZ
BEI DELI SÜLZ
Bei einem leckeren Kaffee im Deli- Sülz konnte man sich schöne
Aquarelle der Künstlerin Karin Mühlwitz anschauen.
Sie hat alltägliche Impressionen und Menschen aus Köln eingefan-
gen und mit lockerem Strich auf Papier gebracht. Beim Betrachten
der Bilder kann man sich wahrhaft vorstellen, wie die Künstlerin,
mit Block und Aquarellkasten, durch Köln zieht, hier und da ein
Päuschen einlegt, um das Gesehene aufs Papier zu bringen.
Leider hingen keine Originale an den Wänden. Die Bilder wurden
stattdessen über einen großen Bildschirm gut sichtbar über der
Theke abgespielt. sg
Foto: Atkins
JEANETTE STARK-GERDES BEI [LIVING] WOHNDESIGN
Klar fällt einem beim Thema „Kölner Leidenschaften“ der Kölner Dom
ein. Hier ist er einmal ganz anders zu sehen – bunte Farben im Ge-
gensatz zum Grau der Steine. Es erinnert an Konfetti und auch an
das bunte Richter-Fenster im Dom. Und daran, dass die Stadt bunt
ist – und es hoffentlich auch bleibt. mn
Foto: Nonnenmacher
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Körperpflege
Hauswirtschaft
Betreuung
Beratung
9
INkunst LEBEN
DIE KINDER AUS DER
KITA ST. NIKOLAUS
Sehr schön war, dass sich auch die Kinder
der Kindertagesstätte St. Nikolaus an der
Kunst im Carrée beteiligten. Auch hier war
die Leidenschaft für den Kölner Dom nicht
zu übersehen. „Die hätten den ersten Platz
auf jeden Fall verdient“, meinte auch die
kunstbegeisterte Tochter unserer Fotografin
Sonja Hoffmann. sh
CARMEN GRAU
BEI ELSE FASHION
Die farbenfrohen Bilder passten sehr gut in das Else-Fashion-Ambien-
te. Die Künstlerin verarbeitet ihre große Leidenschaft zum Kölner Kar -
neval. Hier im Bild eine tanzende Karnevalsprinzesssin mit Krokodil im
Hintergrund. sh
Foto: Hoffmann
Foto: Hoffmann
CASPAR REUTER BEI VOLKSBANK
Caspar Reuter hält in der Volksbank Köln -
Bonn eG einen ungewöhnlichen Roadtrip
in die Domstadt fest. Bei seinen Werken
schaut man besser zweimal hin: Ein Abbild
der Wirklichkeit oder doch nur Fake? td
Schonen Sie Ihren Rücken. Bringen Sie Bewegung in Ihren Büroalltag.
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Foto: adobe.stock.com/Andrey Popov
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Foto: Dahl
Resumée 22. kunst im carrée 2024
56 Kunst- und Galerie-Standorte
+ 1 Kulturbühne (3 Musiker und 1 Literatin)
+ 5 Aktions-Standorte
- musikalischer Rahmen Eröffnung
- Get-Together
- open-Air-Ausstellung mit Ausschank Weinschmeckerei
- Orgelkonzert
- Midissage impact café Lyrik 3 Literaten + Jazz (3 Musiker)
- Finissage = Marché deluxe (30 Künstler)
- Lesung von Gerda Laufenberg und Jazz-Garden Abschlusskonzert
6(Pers.) + Joachim Romes
- insgesamt waren 88 Künstler im Einsatz!
- 6 Literaten
- 14 Musiker
Das erweiterte Rahmenprogramm: (alles wurde realisiert)
- 1 Kulturbühne (Musik und Literatur und 4 Stunden Programm)
- 1 Open-Air Ausstellung Kunst-bulli von Silke Ferber > positive Resonanz
- 1 Standorte marché deluxe – Kunst- und Designmarkt
- Walking Acts zum Literarischen Kunst-Spaziergang am Eröffnungs-Sonntag mit
literarischen Einlagen von Joachim Romes
- 2 Sonderausstellungen > mit deutlich mehr Werken und zusätzlichem
Programm machen den Kunst-Spaziergang noch interessanter
- 4 Kunst-Spaziergänge und 3 private Rundgänge mit Kunst-Insteressierten
(GEDOK, Frauen-Kulturkreis, Senioren-Netzwerk - Eintritt frei)
- Kinder-Kunst-Aktion
- Einbeziehung der Galerien und weiterer Kulturstandorte ins Programm
- Einbeziehung der Kirche St. Nikolaus mit Orgelkonzert
- Kooperation mit Heliosschule an 2 Standorten und mit 2x Kindergarten St.
Nikolaus und St. Karl Borromäus
Kooperation mit der Rheinischen Musikschule für das Rahmenprogramm bei
der Eröffnung
- Finissage-Programm mit Signierstunde, Lesung und Kunst-Spaziergang
Insgesamt ca. 25 Verkäufe von Kunstwerken (!)
Sehr gute und qualifizierte Presseberichterstattung im Vorfeld
gute Vernetzung im Veedel begründet, es wurde von Seiten der Schule und
Kindergarten signalisiert, dass man gerne weiter dabei wäre
durchgängig wirklich schöne Kunst (Galerie-)Fenster
Fahnen und Plakate gut
positiv:
- Musik lockt Leute an
- Finissage und Midissage waren gut besucht
- Get To gether sorgt für eine gute Stimmung bei den Künstlern
- Einbindung von Ateliers und Galerien führt zu einer weiteren
Vernetzung und Qualitätssteigerung
- Musiker wollen gerne wieder mit machen
Kölner Stadt-Anzeiger 23 Oktober. 2023
Retailbericht Köln
2019/2020
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02 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020
Einkaufsstraßen in Köln
Sülzburgstraße
Breite Straße
Apostelnstraße
Venloer Straße
Neusser Straße
Neusser Straße
Eigelstein
Kaiser-Wilhelm-Ring
Aachener Straße
Dürener Straße
Zülpicher Straße
Frankfurter Straße
Pfeilstraße
Maastrichter Straße
Hohenzollernring
Aachener Straße
Friesenwall
Hohenstaufenring
Mittelstraße
Ehrenstraße
Zülpicher Straße
Berrenrather Straße
Höninger Weg
Goltsteinstraße
Hauptstraße
Deutzer Freiheit Kalker Hauptstraße
Gürzenichstraße
Severinstraße
Bonner Straße
conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 03
Zahlen und Fakten
Passantenfrequenzmessungen 2019
Ehrenstraße
Gürzenichstraße
Hohenzollernring (Rudolfplatz)
Breite Straße
Eigelstein
Kalker Hauptstraße
Neusser Straße
Sülzburgstraße
Deutzer Freiheit
Neusser Straße
Bonner Straße
Venloer Straße
Severinstraße
Hohenzollernring (Friesenplatz)
Hohenstaufenring
Zülpicher Straße
Mittelstraße
Aachener Straße
Frankfurter Straße
Hauptstraße
Dürener Straße
Kaiser-Wilhelm-Ring
Apostelnstraße
Aachener Straße
Berrenrather Straße
Maastrichter Straße
Friesenwall
Zülpicher Straße
Höninger Weg
Goltsteinstraße
Pfeilstraße
Dellbrücker Hauptstraße
Bahnhofstraße
Platzierung Straße Stadtteil Frequenz* (1.Stunde) Frequenz* (2.Stunde) Summe Ø-Frequenz*
2.460
2.280
2.304
2.196
2.520
2.088
1.992
1.932
1.848
1.752
1.776
1.464
1.368
1.308
1.284
1.392
1.380
1.164
1.176
1.104
984
1.044
936
1.044
924
816
756
648
564
528
552
540
168
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
32
33
2.370
2.334
2.214
2.202
2.028
1.998
1.878
1.800
1.800
1.680
1.626
1.524
1.428
1.380
1.362
1.278
1.260
1.248
1.212
1.128
1.050
1.008
978
924
858
840
738
690
636
570
534
498
186
4.740
4.668
4.428
4.404
4.056
3.996
3.756
3.600
3.600
3.360
3.252
3.048
2.856
2.760
2.724
2.556
2.520
2.496
2.424
2.256
2.100
2.016
1.956
1.848
1.716
1.680
1.476
1.380
1.272
1.140
1.068
996
372
*Passanten pro Stunde
Altstadt-Nord
Altstadt-Nord
Neustadt-Süd
Altstadt-Nord
Altstadt-Nord
Kalk
Nippes
Sülz
Deutz
Neustadt-Nord
Neustadt-Süd
Ehrenfeld
Altstadt-Süd
Neustadt-Nord
Neustadt-Süd
Neustadt-Süd
Altstadt-Nord
Neustadt-Süd
Mülheim
Rodenkirchen
Lindenthal
Neustadt-Nord
Altstadt-Nord
Braunsfeld
Sülz
Neustadt-Süd
Altstadt-Nord
Sülz
Zollstock
Bayenthal
Altstadt-Nord
Dellbrück
Porz
2.280
2.388
2.124
2.208
1.536
1.908
1.764
1.668
1.752
1.608
1.476
1.584
1.488
1.452
1.440
1.164
1.140
1.332
1.248
1.152
1.116
972
1.020
804
792
864
720
732
708
612
516
456
204
04 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020
Vergleichstabelle Vorjahre
Ehrenstraße
Gürzenichstraße
Hohenzollernring (Rudolfplatz)
Breite Straße
Eigelstein
Kalker Hauptstraße
Neusser Straße
Sülzburgstraße
Deutzer Freiheit
Neusser Straße
Bonner Straße
Venloer Straße
Severinstraße
Hohenzollernring (Friesenplatz)
Hohenstaufenring
Zülpicher Straße
Mittelstraße
Aachener Straße
Frankfurter Straße
Hauptstraße
Dürener Straße
Kaiser-Wilhelm-Ring
Apostelnstraße
Aachener Straße
Berrenrather Straße
Maastrichter Straße
Friesenwall
Zülpicher Straße
Höninger Weg
Goltsteinstraße
Pfeilstraße
Dellbrücker Hauptstraße
Bahnhofstraße
Altstadt-Nord
Altstadt-Nord
Neustadt-Süd
Altstadt-Nord
Altstadt-Nord
Kalk
Nippes
Sülz
Deutz
Neustadt-Nord
Neustadt-Süd
Ehrenfeld
Altstadt-Süd
Neustadt-Nord
Neustadt-Süd
Neustadt-Süd
Altstadt-Nord
Neustadt-Süd
Mülheim
Rodenkirchen
Lindenthal
Neustadt-Nord
Altstadt-Nord
Braunsfeld
Sülz
Neustadt-Süd
Altstadt-Nord
Sülz
Zollstock
Bayenthal
Altstadt-Nord
Dellbrück
Porz
Straße Stadtteil Ø-Frequenz* Trend zu 2018 Ø-Frequenz* Trend zu 2016 Ø-Frequenz*
2019 2018 2016
2.370
2.334
2.214
2.202
2.028
1.998
1.878
1.800
1.800
1.680
1.626
1.524
1.428
1.380
1.362
1.278
1.260
1.248
1.212
1.128
1.050
1.008
978
924
858
840
738
690
636
570
534
498
186
gestiegen
gestiegen
gestiegen
gestiegen
gestiegen
gestiegen
gestiegen
gestiegen
gestiegen
gestiegen
leicht gestiegen
leicht gesunken
gestiegen
gesunken
gestiegen
gestiegen
leicht gesunken
gestiegen
gesunken
gestiegen
gestiegen
gestiegen
leicht gesunken
gestiegen
leicht gesunken
gestiegen
leicht gestiegen
gestiegen
leicht gesunken
gestiegen
gesunken
gesunken
gesunken
gesunken
k. A.
leicht gesunken
gesunken
leicht gestiegen
gesunken
leicht gestiegen
stagniert
stagniert
leicht gesunken
gestiegen
gestiegen
stagniert
leicht gesunken
gesunken
leicht gesunken
leicht gesunken
leicht gestiegen
gestiegen
gesunken
leicht gestiegen
gesunken
leicht gesunken
leicht gesunken
leicht gesunken
gesunken
gestiegen
gestiegen
leicht gesunken
leicht gestiegen
gesunken
k. A.
gesunken
2.184
k. A.
964
2.220
725
1.667
1.822
872
713
1.192
996
1.396
1.107
892
814
687
1.372
819
649
1.781
720
722
1.021
497
839
1.059
420
413
756
312
1.255
k. A.
1.079
1.663
2.236
937
1.343
800
1.345
1.896
871
731
936
1.277
1.744
1.113
818
496
606
1.348
891
1.737
602
821
627
999
424
655
532
680
618
717
354
637
670
551
conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 05
Köln Retailmarkt
Frequenzzählung
Die Stadt Köln ist mit 1.090 Einwohnern (Stand 31.12.2018, Quelle: Stadt Köln) die viertgrößte Stadt in Deutschland. Die Kölner
Innenstadt, Lindenthal und Mülheim sind die einwohnerstärksten Stadtbezirke. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig
Beschäftigten ist 2018 mit 578.200 (Vorjahr 2017: 533.600) ebenfalls angestiegen (Stand 30.09.2018; Quelle: Stadt Köln). Die
Arbeitslosenzahl ist im Jahresverlauf, mit 43.595 Arbeitslosen (Dezember 2018: 48.473), deutlich gesunken.
Die Studie wurde am Freitag, den 05.07.2019 bei bewölktem Wetter und einer Temperatur von ca. 23 Grad durchgeführt. Gemessen
wurde an 33 Einkaufsstraßen in B-Lage (Konsum- und Niveaulagen in der Innenstadt und Stadtteillagen) zwischen 12 Uhr und 14
Uhr. Aus dem Ergebnis der zwei Stunden wurde sowohl ein Mittelwert als auch ein Ranking gebildet.
FaktenKurzgefasst
Der Mieterbesatz, der in dieser Studie betrachteten Stadtteillagen und B-Lagen,
besteht überwiegend aus lokalen Ladenbetreibern (z. B. Friseure, Apotheken,
Bekleidungsgeschäften, Kioskbetriebe, Gastronomiebetriebe usw.) und Filialisten
aus dem Lebensmittel- und Drogeriebereich (z. B. dm oder REWE). Die höchs-
te Passantenfrequenz konnte auf der Ehrenstraße (2.370 Passanten/ Stunde)
gemessen werden. Darauf folgen die beliebten Stadtteillagen Gürzenichstra-
ße (2.334 Passanten/ Stunde), Hohenzollernring (2.214 Passanten/ Stunde), die
Breite Straße (2.202 Passanten/ Stunde) sowie der Eigelstein (2.028 Passanten/
Stunde). Vervollständigt wird die TOP 10 in unserem Bericht durch die Kalker
Hauptstraße (1.998 Passanten/ Stunde) und Neusser Straße (1.878
Passanten/ Stunde) auf Platz 7 bzw. 8 sowie die Sülzburgstraße (1.800 Passanten/
Stunde) auf Platz 9, die Deutzer Freiheit (1.800 Passanten/ Stunde). Den Schluss
macht die Neusser Straße mit Platz 10, welche in unserem Ranking zweimal
vertreten ist (1.680 Passanten/ Stunde).
Ihre Entscheidung: A- oder B-Lage: Im Vergleich zu den Stadtteillagen und
B-Lagen, bieten die 1A-Lagen durch den Branchenmix an internationalen
und nationalen Filialisten natürlich eine hohe Anziehungskraft und somit
wesentlich höhere Passantenströme mit zum Teil über 10.000 Passanten je
Stunde (z. B. Hohe Straße und Schildergasse). Auf der anderen Seite sind die
Mieten in diesen Lagen um ein vielfaches höher. Für einige Nutzer, insbesondere
Einzelhandels- und Gastronomiebetreiber mit ausgefallenen Konzepten, kann
der ideale Mix aus Frequenz und Kundengruppe deutlich besser sein, als der
stumpfe Blick auf die Passantenströme.
Neueröffnungen
Innenstadt 2019
Dyson Demo Store (Hohe Straße 52)
Edited-Fashion Shop (Ehrenstraße 29)
Arket (Ehrenstraße 29)
Søstrene Grene (Breite Straße 80-90)
Teufel Store (Hohe Straße 41-45)
Yves Delorme Boutique (Mittelstraße 42)
Smyths Toys Superstore (Breite Straße 80-90)
Sephora (Schildergasse 41-45)
Coa (Friesenplatz 2)
Remos (Aachener Straße 21)
Wilma Wunder (Friesenstraße 82)
Coyacan (Friesenstraße 80)
Einwohner (in Tsd.)
Sozialversicherungspflichtig
Beschäftigte (in Tsd.)
Arbeitslosenquote (in %)
Einzelhandelsrelevanter
Kaufkraftindex
Umsatzkennziffer
Zentralitätskennziffer
Übernachtungsanzahl (in Mio.)
1.090
578
8,06
107,0
120,5
112,8
5,77
06 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020
Lagebeschreibung
Die Ehrenstraße liegt bei unserem diesjährigen Ranking mit einer Frequenz von
2.370 Passanten pro Stunde auf Platz 1. Die Frequenz ist im Vergleich zum letz-
ten Jahr stark gestiegen. Dies macht sehr deutlich, dass die Ehrenstraße bei
vielen Passanten weiterhin eine sehr wichtige Stellung einnimmt. Sie befindet
sich inmitten des Shoppingrundlaufs der City, zwischen der Breite Straße und
dem Hohenzollernring. Der Einzelhandelsbesatz der Ehrenstraße besteht über-
wiegend aus Filialisten aus den Bereichen Textil, Elektronik sowie Kosmetik.
Insbesondere Unternehmen wie „Weekday“, „& Other Stories“ oder „COS“
locken tagtäglich eine Vielzahl von Besuchern. Mit der Neueröffnung von
„Arket“ in der ehemaligen „Zara“ Filiale auf der Ehrenstraße 14-16, wird in
diesem Jahr ein weiterer Textilhändler dazukommen. Als Kundengruppen sind
überwiegend die Mittelschicht sowie die gehobene Mittelschicht als auch viele
Studenten und junge Menschen zu erkennen. Nicht nur Textil- sondern auch
Kosmetikhändler wie „Rituals“ und „MAC Cosmetics“, sorgen für einen gesunden
Ausgleich in Hinblick auf verschiedene Handelsgüter.
Ehrenstraße
Altstadt-Nord
Highlights
01 YAYA
02 Tigha
03 Rituals
04 LFDY
05 Pick & Weight
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Ehrenstraße 31)
2.184
1.663
2.370
Detailkarte
Friesenwall
Alte Wallgasse
Pfeilstraße
Ehrenstraße
Ehrenstraße
Apostelngasse
Große Brinkgasse
Benesisstraße
04
01
03
02
05
conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 07
Lagebeschreibung
Die Gürzenichstraße wurde in unserem diesjährigen Retailbericht zum zweiten
Mal berücksichtigt und sichert sich umgehend Platz 2 unseres Rankings. Mit
einer Kundenfrequenz von durchschnittlich 2.334 Passanten pro Stunde liegt
die Gürzenichstraße deutlich vor der Aachener Straße (Neustadt Süd, Platz 18)
der meist besuchten Straßen. Dies liegt unter anderem an der Nähe zu den
absoluten 1 A-Lagen Kölns, der Schildergasse und der Hohe Straße, die sich
bis zum Kölner Hauptbahnhof und dem Wahrzeichen der Stadt, dem „Kölner
Dom“, erstreckt. In dem Gürzenich Quartier befinden sich unter anderem der
„ST. GEORGE“-Store sowie eine „Kamps“-Bäckerei und ein „L ’Osteria“-
Restaurant, welche zusätzlich nochmals für einen hohen Kundenzuwachs sorgen.
Für weitere Besucher sorgen die bekannten Filialisten „dm“, „Hard Rock Café“
sowie „Starbucks“, die auch gleichzeitig jüngeres Publikum anziehen. Des
Weiteren fungiert die Gürzenichstraße als Verbindung zwischen den Einkaufs-
straßen und dem beliebten Heumarkt, der ein außergewöhnlich großes gastro-
nomisches Angebot bietet.
Gürzenichstraße
Altstadt-Nord
Highlights
01 BUTLERS
02 dm
03 Hard Rock Café Köln
04 Starbucks
05 Saturn
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Gürzenichstraße 21 a-c)
Keine Auswertung
2.236
2.334
05
Pipinstraße
Augustinerstraße
Gürzenichstraße
Heumarkt
Heumarkt
Deutzer BrückeGroße Sandkaul
04
01
01
03
01
01
02
Detailkarte
08 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020
Natürlich dürfen auch die Kölner Ringe im Bereich der Innenstadt nicht in unse-
rem Retailbericht fehlen. Die höchste Frequenz an den Kölner Ringen weist der
Abschnitt zwischen Rudolfplatz und Palmstraße auf. Mit einer durchschnittlichen
Kundenfrequenz von 2.214 Passanten pro Stunde steigt der Standort im Vergleich
zu 2018 (durchschnittlich 937 Passanten pro Stunde) rapide an. Dies könnte an der
vielfältigen Auswahl an Gastronomiebetrieben liegen, wie zum Beispiel an dem
indischen Streetfood-Konzept „eatDOORI“ sowie dem italienischen Konzept
,,Adaccio“. Besonders die Burger Konzepte „Hans im Glück“, „Marx & Engels –
Die Burgergesellschaft“ sowie das „Spencer & Hill“, mit seinen traditionellen
italienischen Speisen in modernsten Räumlichkeiten, ziehen viele Kunden an.
Zusätzlich fungieren „REWE City“, „BUTLERS“ und „dm“ als weitere Frequenz-
bringer. Aufgrund der Nähe zur Ehrenstraße profitiert der Hohenzollernring auch
von einer Vielzahl an Shoppingtouristen. Die Erreichbarkeit mit den öffentlichen
Verkehrsmitteln ist nahezu perfekt. Zudem ist erkennbar, dass die Frequenz an
diesem Standort in den Abendstunden förmlich explodiert, da es sich um eine
beliebte Ausgehmeile handelt. Als Kundengruppe lässt sich die Mittelschicht
erkennen. Insbesondere in den Abendstunden ist ein überwiegender Anteil an
jungen Menschen zu erkennen.
Lagebeschreibung
Hohenzollernring
Rudolfplatz
Highlights
01 REWE City
02 dm
03 Café Il Barista
04 BUTLERS
05 Spencer & Hill
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Hohenzollernring 20)
964
937
2.214
Detailkarte
Hohenzollernring Hahnenstraße
Maastrichter Straße
Hohenzollernring
04
01
03
02
05
conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 09
Im Vergleich zum letzten Jahr ist die Frequenz in der Breite Straße deutlich
gestiegen. Mit durchschnittlich 2.202 Besuchern pro Stunde (2018: 1.343
Besuchern pro Stunde) zählt sie zu den TOP 10 unseres Rankings. Die
Breite Straße befindet sich inmitten des Shoppingrundlaufs der City, zwischen
der Hohe Straße sowie der Ehrenstraße und ist daher bestens erreichbar. Der
Einzelhandelsbesatz der Breite Straße besteht überwiegend aus Filialisten
der Bereiche Textil, Elektronik, Warenhäuser, Bäckereien usw. Als Magneten
wirken das „Karstadt“ Warenhaus, „Urban Outfitters“ oder auch der „REWE“
Markt in den Opern Passagen. Neueröffnungen wie „Decathlon“ im Quincy
(Breite Straße 80-90) und „EXKI“ (Breite Straße 1) in den Opern Passagen
zählen ebenfalls zu den Magnetfilialen. Des Weiteren sind Läden wie „Søstrene
Grene“ oder „Smyths Toys Superstore“ im DuMont-Carré dazu gestoßen, was
auf eine vielfältige und belebte Straße hinweist. Das gastronomische Angebot
wurde ebenfalls durch die Neueröffnung von „Café Extrablatt“ (Breite Str. 98)
erweitert. Als weitere Kundengruppen sind überwiegend die Mittelschicht sowie
die gehobene Mittelschicht erkennbar.
Lagebeschreibung
Breite Straße
Altstadt-Nord
Highlights
01 Karstadt
02 Decathlon
03 REWE
04 Zalando-Outlet
05 Rossmann
Frequenz
2016:
2018:
2019: 2.202
(Messpunkt: Breite Straße 100)
2.220
1.343
Detailkarte
Breite Straße
Auf dem Berlich
Breite Straße
Breite Straße
Glockengasse
04
01
03
02
05
10 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020
Der Eigelstein befindet sich im Kölner Stadtteil Altstadt-Nord, mitten im soge-
nannten „Eigelstein-Viertel“, welches neben dem Severinsviertel zu den ursprüng-
lichsten „Veedeln“ der Stadt Köln zählt. Mit einer durchschnittlichen Frequenz von
2.028 Passanten pro Stunde liegt dieser Wert deutlich über dem aus 2018 (durch-
schnittlich 800 Passanten pro Stunde). Die hohe Passantenfrequenz ist neben dem
guten Mix aus Einzelhandel und Gastronomie auch auf die gute Erreichbarkeit
des Standortes zurückzuführen. Im Norden beginnt der Eigelstein am Ebertplatz
und im Süden endet er an der Kreuzung Turiner Straße, nur wenige Meter vom
Kölner Hauptbahnhof entfernt. Die Anbindung an den ÖPNV sowie das DB-Netz
ist daher hervorragend. Als Kundenmagneten sind die Einzelhändler „REWE“,
„dm“ und „PENNY-Markt“ sowie die Gastronomiebetriebe, wie z. B. „Freddy
Schilling“, „Ristorante Rossini“ und das an den Eigelstein angrenzende „Café
Extrablatt“ zu nennen. Insbesondere der mit zahlreichen Gastronomiebetrieben
bestückte Platz vor der Eigelsteintorburg lädt die Kunden zum Verweilen ein.
Zudem hatte die „Privatbrauerei Gaffel Becker & Co. OHG“ seit 1908 ihren
Brauereisitz in der Hausnummer 41, jedoch zog man mit der Produktion inzwi-
schen vollständig an den neuen Braustandort in Köln-Porz um. Die Mittelschicht
ist die am stärksten vertretene Kundengruppe an diesem Standort.
Lagebeschreibung
Eigelstein
Altstadt-Nord
Highlights
01 REWE
02 dm
03 KODi
04 Freddy Schilling
05 Café Extrablatt
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Eigelstein 80)
725
800
2.028
05
01
03
02
04
Detailkarte
Eigelstein
Weidengasse Lübecker Straße
Dagobertstraße
conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 11
Lagebeschreibung
Im Vergleich zu einer durchschnittlichen Frequenz von 1.345 Passanten pro
Stunde in 2018, hat die Kalker Hauptstraße dieses Jahr wieder deutlich an
Zuwachs gewonnen. Mit einer Passantenfrequenz von 1.998 Passanten pro
Stunde ist dieser Wert deutlich höher als letztes Jahr. Dies ist hauptsächlich
auf die positive Entwicklung des Stadtteils Kalk zurückzuführen, welcher für
Bewohner, Büronutzer und Einzelhändler immer attraktiver wird. So konnten
am Deutzer Feld, in unmittelbarer Nähe zur Kalker Hauptstraße, zahlreiche
Neubauprojekte (sowohl Wohn- als auch Gewerbeprojekte) entwickelt werden.
Diese unterstreichen die Beliebtheit des Standortes. Als absoluter Kunden-
magnet fungiert das Einkaufszentrum „Köln Arcaden“, am Anfang der Kalker
Hauptstraße. Der Einzelhandelsbesatz der Kalker Hauptstraße ist zudem sehr
vielfältig, weshalb alle denkbaren Sozialgruppen vorzufinden sind. Angefangen
bei Discountern wie „TEDi“ und „fairstore“ findet man außerdem Drogeriemärkte
wie „dm“ und „Rossmann“ an diesem Standort. Diese fungieren, ebenso wie die
Neueröffnung des Kauflands (Kalker Hauptstraße 112), als Kundenmagnete.
Kalker Hauptstraße
Kalk
Highlights
01 Köln Arcarden
02 TEDi
03 Kaufland
04 Rossmann
05 BackWerk
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Kalker Hauptstraße 113)
1.667
1.345
1.998
Kalker Hauptstraße
Kalker Hauptstraße
Kalk-Mülheimer-Straße
Rolshover Straße
Sieverstraße
04
01
03
02
05
Detailkarte
12 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020
Auch in diesem Jahr zählt die Neusser Straße zu den beliebtesten Stadtteil-
lagen unserer Frequenzmessung. Mit einer Besucherzahl von 1.878 Passanten
pro Stunde, befindet sich die Neusser Straße in unserem Ranking im vorderen
Mittelfeld. Dies ist zum einen auf den guten Mietermix und zum anderen auf die
Bedeutung der Neusser Straße für die Bewohner des Kölner Nordens (Stadtbe-
zirk Nippes) zurückzuführen. Neben zahlreichen Einzelhandelsbetrieben aus den
Bereichen Lebensmittel, Drogerie und Textil gibt es auch ein vielfältiges Angebot
an Gastronomie. Darüber hinaus befindet sich ein „GALERIA Kaufhof“ Waren-
haus in bester Lage auf der Neusser Straße. Zusätzlich fungieren ein „REWE“, ein
„dm“ sowie ein „Alnatura Super Natur Markt“ als Kundenmagneten. Ein weiterer
Pluspunkt der Neusser Straße ist zudem die gute Erreichbarkeit. Als
Kundengruppe lässt sich die Mittelschicht erkennen. Obendrein verkehren auf der
Neusser Straße auch viele junge Menschen und Studenten, da sich Nippes im
Laufe der Jahre zu einem Szeneviertel entwickelt hat.
Lagebeschreibung
Neusser Straße
Nippes
Highlights
01 GALERIA Kaufhof
02 REWE
03 dm
04 Alnatura Super Natur Markt
05 Douglas
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Neusser Straße 250)
1.822
1.896
1.878
04
01
03
02
05 Neusser Straße
Neusser Straße
Wilhelmstraße
Kempener Straße
Detailkarte
conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 13
Lagebeschreibung
Auf Platz 8 unseres Rankings liegt die Sülzburgstraße im Kölner Veedel Sülz, mit
einer durchschnittlichen Frequenz von 1.800 Passanten pro Stunde. Im Vergleich
zu 2018 (durchschnittlich 871 Passanten pro Stunde) ist die Frequenz stark gestie-
gen. Weiterhin dient die Sülzburgstraße neben der Berrenrather Straße und der
Zülpicher Straße als Haupteinkaufsstraße für die Stadtteile Sülz und Klettenberg.
Aufgrund des hervorragenden Mietermixes ist dieser Standort bereits seit
Jahrzehnten beliebt und insbesondere bei Filialisten aus dem Bereich Einzel-
handel sehr gefragt. Neben den beiden Drogeriemärkten „dm“ und „Rossmann“
findet der Kunde auch den Lebensmittelhändler „Aldi“ vor. Darüber hinaus gibt
es auf der Sülzburgstraße Niederlassungen der Parfümerie „Douglas“ sowie der
Buchhandlung „Mayersche Buchhandlung“. Beide Unternehmen sind ansons-
ten fast ausschließlich in den Innenstädten Deutschlands wiederzufinden, was
die Attraktivität der Sülzburgstraße nochmals unterstreicht. Weitere Frequenz-
bringer sind „Kochhaus Sülz“, „Blumen Risse“ sowie „Tchibo“. Die Anbindung an
das ÖPNV-Netz ist durch die nahegelegene Haltestelle „Sülzburgstraße“ mit der
Linie 18 ideal – ein weiterer Pluspunkt für die Sülzburgstraße. Die nächstgelege-
ne Autobahnauffahrt (A4) erreicht man über die Luxemburger Straße zudem in
wenigen Fahrminuten. Als Kundengruppen lassen sich insbesondere die Mittel-
schicht sowie die gehobene Mittelschicht erkennen.
Sülzburgstraße
Sülz
Highlights
01 Douglas
02 Mayersche Buchhandlung
03 dm
04 Rossmann
05 Aldi Süd
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Sülzburgstraße 35)
872
871
1.800
Sülzburgstraße
Sülzburgstraße
Wittekindstraße
Berrenratherstraße Emmastraße
Luxemburgerstraße
04
01
03
Emmastraße
03
02
Sülzburgstraße
05
Luxemburgerstraße
Detailkarte
14 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020
Lagebeschreibung
Die Deutzer Freiheit landet auf Platz 9 unseres Rankings. Im Vergleich zu 2018
(durchschnittlich 731 Passanten pro Stunde) ist die Frequenz mit 1.800 Passanten
pro Stunde deutlich angestiegen. Ohnehin steht die Beliebtheit der Deutzer Freiheit
außer Frage, was insbesondere daran zu erkennen ist, dass an diesem Standort
kaum Mieterwechsel stattfinden – ein Zeichen für zufriedene Mieter. Als Kunden-
magnete lassen sich – wie so oft – die Unternehmen „REWE“ und „dm“ erkennen.
Ebenfalls für die Attraktivität des Standortes verantwortlich ist der Lebensmittel-
händler „denn’s Biomarkt“. Die im letzten Jahr neu eröffnete „Mayersche Buch-
handlung“ konnte sich gut etablieren und sorgt mit ihrer Filiale für einen weite-
ren großen Kundenzuwachs. Aufgrund der guten Anbindung an das ÖPNV-Netz
(Stadtbahnhaltestelle „Deutzer Freiheit“ mit den Linien 1, 7 und 9) ist es für die
Kunden zudem leicht den Standort zu erreichen. Weitere Faktoren für die Attrak-
tivität der Deutzer Freiheit sind die Nähe zum neu gestalteten „Rheinboulevard“,
der „LANXESS Arena“ und dem „Tanzbrunnen“ sowie zum „Jugendpark Köln“
und zu den „Poller Wiesen“. Zudem zählt die Deutzer Kirmes seit Jahrzehnten zu
den beliebtesten Kölner Volksfesten und lockt jährlich zahlreiche Kunden an.
Als Kundengruppe lässt sich vor allem die Mittelschicht erkennen.
Deutzer Freiheit
Deutz
Highlights
01 REWE
02 dm
03 denn‘s Biomarkt
04 Reformhaus Bacher
05 Mayersche Buchhandlung
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Deutzer Freiheit 84-86)
713
731
1.800
Detailkarte
Deutzer Freiheit Deutzer Freiheit
Reischplatz
Gotenring
Graf-Geßler-Straße
Siegburger Straße Mathildenstraße
04
01
03
03
02
05
conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 15
Lagebeschreibung
Mit einer Frequenz von durchschnittlich von 1.680 Passanten pro Stunde schafft
es die Neusser Straße im Stadtteil Neustadt-Nord in diesem Jahr erneut unter die
TOP 10 der am höchst frequentierten B-Lagen Kölns. Die Frequenz rund um den
Ebertplatz ist im Vergleich zum vorigen Jahr deutlich gestiegen (2018 durchschnitt-
lich 936 Passanten pro Stunde), dies unterstützt unsere Prognose vom vergange-
nen Jahr, dass die Neusser Straße ein sehr attraktiver Standort ist und es auch
weiterhin bleiben wird. Als Frequenzbringer fungieren unter anderem der „dm“
Drogeriemarkt sowie „REWE City“. Darüber hinaus gibt es auf der Neusser Straße
einige beliebte Gastronomiebetriebe, wie z. B. „Feuer & Flamme“, „Supasalad“ und
„Bento Box“, die für eine gute Frequenz sorgen. Aufgrund der guten Anbindung
an das ÖPNV-Netz ist die Neusser Straße für Kunden und Besucher problemlos
erreichbar, was sicherlich eine weitere Ursache für die Beliebtheit des Standortes
ist. Als Kundengruppe lässt sich hauptsächlich die Mittelschicht erkennen.
Neusser Straße
Neustadt-Nord/ Agnesviertel
Highlights
01 REWE City
02 dm
03 Feuer & Flamme
04 Supasalad
05 BENTO BOX
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Neusser Straße 2)
1.192
936
1.680
Neusser Straße
Schilling Straße
Theodor-Heuss-Ring
Balthasarstraße
Weißenburgstraße
04
01
03
02
Balthasarstraße
05
Theodor-Heuss-Ring
Detailkarte
16 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020
Lagebeschreibung
Ein weiterer beliebter Standort ist die Bonner Straße, im Stadtteil Neustadt-Süd. Die
dort gemessene Passantenfrequenz liegt bei 1.626 Passanten pro Stunde. Der fre-
quenzstärkste Bereich der Bonner Straße beginnt am Chlodwigplatz und endet an
der Kreuzung Bonner Wall. Die Bonner Straße mündet am Ende in den Kölner Ver-
teilerkreis sowie der Zufahrt zu den Autobahnen A555 und A4. Die gute Anbindung
an das Autobahnnetz und die Verbindung zum Chlodwigplatz sind beides aus-
schlaggebende Faktoren für die hohe Kundenfrequenz. Aufgrund seines Flairs zählt
dieser Standort zudem seit Jahren zu den beliebtesten Ecken Kölns. Insbesondere
die Vielfalt an Gastronomiebetrieben rund um den Chlodwigplatz und der Bonner
Straße tragen stark zur hohen Kundenfrequenz bei. Als Kundenmagnete fungie-
ren beispielsweise das Burger Konzept „Die fette Kuh“, das neapolitanische Pizza-
konzept „485 Grad“, „Sushi Ninja“ sowie das außergewöhnliche Cornflakes Konzept
„Flakes Corner“. Das außergewöhnliche Angebot an Gastronomiebetrieben wurde
zudem um das Konzept „Mangal-LP10“ von Lukas Podolski erweitert. Weitere
Frequenzbringer sind „REWE City“ und „Bierlager“, ein Craft Beer Store mit
riesiger Auswahl. Die erkennbare Kundengruppe ist hauptsächlich die Mittel-
schicht. Des Weiteren verkehren zahlreiche junge Menschen in diesem Veedel.
Bonner Straße
Neustadt-Süd
Highlights
01 Die fette Kuh
02 REWE City
03 Mangal X LP10
04 Coffee Fellows
05 Sushi Ninja
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Bonner Straße 13)
996
1.277
1.626
Detailkarte
Bonner Straße
Bonner Straße
Rolandstraße
Elsastraße
Kurfürstenstraße
04
01
03
03
02
05
conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 17
Lagebeschreibung
Bereits seit einigen Jahren erfährt die Venloer Straße eine große Beliebtheit. Im
Jahr 2018 wurde eine durchschnittliche Passantenfrequenz von 1.744 gemessen.
So liegt der Wert in diesem Jahr mit 1.524 etwas darunter. Die Venloer
Straße gilt damit weiterhin als ein sehr attraktiver Standort, sowohl für Einzel-
händler als auch für Gastronomiebetriebe. Jährlich eröffnen auf der Venloer
Straße zahlreiche neue Konzepte. Darüber hinaus fungieren die Drogeriemarkt-
Größen „dm“ und „Rossmann“ sowie die Lebensmitteleinzelhändler „REWE“
und „denn’s Biomarkt“ als Frequenzbringer. Auf der anderen Straßenseite
gelegen, sorgt der ,,Alnatura Super Natur Markt‘‘ für einen gewissen Ausgleich
in Bezug auf die große Auswahl an Biolebensmittelmärkten. Durch zahlreiche
künftige Neubauprojekte, wie z. B. die Entwicklung des „Heliosgeländes“, wird
der Standort Ehrenfeld auch in Zukunft an Attraktivität gewinnen.
Venloer Straße
Ehrenfeld
Highlights
01 Alnatura Super Natur Markt
02 REWE
03 dm
04 Rossmann
05 Fielmann
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Venloer Straße 369)
1.396
1.744
1.524
Gutenbergstraße
Venloer Straße
Venloer Straße
Körnerstraße
Rothehausstraße
Sömmeringstraße
Ehrenfeldgürtel
Neptunstraße
Venloer Straße
04
01
Venloer Straße
03
02
05
Gutenbergstraße
Gutenbergstraße
Detailkarte
18 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020
Die Severinstraße im Stadtteil Neustadt-Süd mit einer durchschnittlichen Frequenz
von 1.428 Passanten pro Stunde hat es leider nicht unter die Top 10 der beliebtesten
B-Lagen Kölns geschafft. Im Vergleich zum Vorjahr (durchschnittlich 1.113 Passan-
ten pro Stunde) ist die Frequenz an diesem Standort trotzdem stark angestiegen,
was die Attraktivität des Standortes unterstreicht. Die Severinstraße, welche an der
Severinstorburg beginnt und an ihrem Ende in den Waidmarkt mündet, fungiert als
Haupteinkaufsstraße für die Kölner Südstadt. Die Abschnitte unmittelbar hinter der
Severinstorburg sowie zwischen der Jakobstraße und der Landsbergstraße sind die
vermeintlich am höchst frequentiertesten Bereiche dieses Standortes. Aufgrund
des vielfältigen Angebotes an Einzelhandels- und Gastronomiebetrieben erfährt die
Severinstraße seit Jahrzehnten eine große Beliebtheit. Als Kundenmagnete
lassen sich „REWE City“ und „dm“ identifizieren. Durch die Neueröffnungen des
„Alnatura Super Bio Marktes“ (Severinstraße 35-37) sowie von „Amei Food Culture“
(Severinstraße 111) konnte der Standort sein großes Angebot an Lebensmitteln
erweitern. Zudem hat NKD durch die Vermittlung von Larbig & Mortag in 2019
eine neue Filiale (Severinstraße 113) bezogen. Die Nähe zum Rhein und zur
Innenstadt sowie die gute Anbindung an das ÖPNV-Netz tragen ebenfalls stark
zur Attraktivität des Standortes bei. Des Weiteren zählt die Südstadt zu den
beliebtesten Wohnlagen Kölns, sicherlich ein zusätzlicher Faktor für die hohe
Passantenfrequenz.
Lagebeschreibung
Severinstraße
Altstadt-Süd
Highlights
01 NKD
02 dm
03 REWE City
04 Casita Mexicana
05 Alnatura
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Severinstraße 35)
1.107
1.113
1.428
04
01
03
02
05
Detailkarte
Achterstraße
Severinstraße
Landsbergerstraße
Jakobstraße
An St. Magdalenen
conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 19
Lagebeschreibung
Mit einer durchschnittlichen Kundenfrequenz von 1.380 Passanten pro Stunde
liegt der Abschnitt Palmstraße bis Friesenplatz des Hohenzollernrings auf Platz 14
unseres Rankings. Im Vergleich zu 2018 (durchschnittlich 818 Passanten pro
Stunde) steigt die Frequenz deutlich. Auch an diesem Standort überwiegen die
Gastronomiebetriebe. Beliebte Anlaufstellen sind z. B. „Starbucks“ und „SAUSA-
LITOS“ sowie die Neueröffnungen „Wilma Wunder “(Friesenstraße 28) und „Coya-
can“(Friesenstraße 80), die das ohnehin schon große Gastronomieangebot noch-
mals erweitern. Die Frequenzbringer aus Sicht der Einzelhändler sind in diesem
Bereich insbesondere der Drogeriemarkt „dm“ und der bekannte Second-
Hand-Store „Vintage & Rags“. Spannend bleibt die Frage, wie sich die Immobi-
lienentwicklungen am Friesenplatz (Friesenplatz 2, Hohenzollernring 70 und
Hohenzollernring 79-89) auf die Passantenfrequenzen auswirken. conceptstories
geht von einem starken Zuwachs aus. Die Anbindung an das ÖPNV-Netz ist
am Friesenplatz genauso ausgezeichnet wie am Rudolfplatz. Daher ist es für die
Kunden ein Leichtes, diesen Standort zu erreichen. Auch hier ist anzumerken,
dass die Frequenz an diesem Standort in den Abendstunden förmlich explodiert.
Als Kundengruppe lässt sich die Mittelschicht erkennen.
Hohenzollernring
Friesenplatz
Highlights
01 Coyacan
02 SAUSALITOS
03 Wilma Wunder
04 dm
05 Starbucks
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Hohenzollernring 72)
892
818
1.380
Detailkarte
Hohenzollernring
Hohenzollernring
Magnusstraße
05
01
03
02
04
05
HohenstaufenringHohenstaufenring
Engelbertstraße
Lindenstraße
Zülpicher Platz
SchaafenstraßeSchaevenstraße
20 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020
Lagebeschreibung
Der Hohenstaufenring gilt neben dem Kaiser-Wilhelm-Ring als die Möbelmeile
Kölns und darf daher in unserem Retailbericht nicht fehlen. Mit einer diesjähri-
gen durchschnittlichen Kundenfrequenz von 1.362 Passanten pro Stunde landet
der Standort auf Platz 15 unseres Rankings. Dieser Wert liegt deutlich über der
Kundenfrequenz von 2018 (durchschnittlich 496 Passanten pro Stunde). Neben
den bekannten Größen des exklusiven Möbelhandels wie z. B. „WHO’S PERFECT“,
„Pfannes & Virnich“, „Ligne Roset“ usw. konnten sich in den vergangenen Jahren
auch einige andere Konzepte an diesem Standort etablieren. So konnte Larbig &
Mortag Immobilien in diesem Jahr das angesagte Skandinavische Möbelkon-
zept ,,Sofa Company“ im Hohenstaufenring 42 unterbringen. Es ist nach Berlin,
Hamburg und München die vierte Filiale des Unternehmens in Deutschland.
Weitere Frequenzbringer am Hohenstaufenring sind zudem die Lebensmittel-
einzelhändler „REWE“ und „REWE City“ am Zülpicher Platz sowie „LIDL “
(Habsburgerring 2) am Rudolfplatz. Die ideale Anbindung an das ÖPNV-Netz ist
mit Sicherheit ein weiterer Grund für die hohe Passantenfrequenz. Wie bei allen
angegebenen Standorten rund um den Rudolfplatz ist davon auszugehen, dass
auch der Hohenstaufenring mit Fertigstellung der beiden Neubauprojekte an
diesem Standort weiter an Frequenz hinzugewinnen wird. Erkennbare Kunden-
gruppen sind die Mittelschicht und die gehobene Mittelschicht.
Hohenstaufenring
Neustadt-Süd
Highlights
01 REWE
02 WHO‘S PERFECT
03 SofaCompany
04 BoConcept Köln
05 WonderWaffel
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Hohenstaufenring 30)
814
496
1.362
Zülpicher Platz
Detailkarte
04
01
04
03
02
conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 21
Lagebeschreibung
Die Zülpicher Straße im Stadtteil Neustadt-Süd befindet sich mit einer durch-
schnittlichen Frequenz von 1.278 Passanten pro Stunde auf Platz 16 unseres
Rankings und ist dadurch im Vergleich zu 2018 (durchschnittliche Passantenfre-
quenz pro Stunde: 606) rapide gestiegen. Der Mieterbesatz an diesem Standort
besteht zudem hauptsächlich aus Gastronomiebetrieben, weshalb die Passan-
tenfrequenz in den Abendstunden deutlich höher ist als tagsüber. Als Frequenz-
bringer fungieren insbesondere die Restaurants „Mango“, „Borsalino“ und
„Magnus“. Durch die Eröffnung einer Filiale von „Pizza Hut“ in der Zülpicher
Straße 12 sowie des Lebensmitteldiscounters „PENNY-Markt“ in der benach-
barten Dasselstraße 1-29 konnte die Attraktivität des Standortes weiter ge-
steigert werden. Das kultige Restaurant „bei Oma Kleinmann“ ist des Weiteren
seit Jahren eine beliebte Anlaufstelle für Anwohner und Touristen. Ein weiterer
Pluspunkt für die Zülpicher Straße ist die gute Anbindung an das ÖPNV- und das
DB-Netz (Stadtbahnhaltestellen Zülpicher Platz (Linien 9, 12, 15), Dasselstraße
(Linie 9) und der Bahnhof Süd). Als Kundengruppe lässt sich vor allem die
Mittelschicht, hauptsächlich jedoch junge Menschen und Studenten, erkennen.
Zülpicher Straße
Neustadt-Süd
Highlights
01 Mango
02 Pizza Hut
03 Borsalino
04 Magnus
05 Lenny & Pino‘s
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Zülpicher Straße 23)
687
606
1.278
Detailkarte
Zülpicher Straße
Zülpicher Straße
Dasselstraße
Heinsbergstraße
Roonstraße
Hohenstaufenring
04
01
03
Zülpicher Straße
02
Zülpicher Straße
05
22 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020
Genauso wie in der Breite Straße und der Ehrenstraße ist auch die Passanten-
frequenz in der Mittelstraße im Vergleich zum Vorjahr leicht rückgängig. Passier-
ten in 2018 noch durchschnittlich 1.348 Besucher die Straße, so sind es in diesem
Jahr etwas weniger Besucher (durchschnittlich 1.260 Passanten pro Stunde).
Dies änderte jedoch nichts daran, dass die Mittelstraße weiterhin ein attraktiver
Standort für Sozialgruppen der gehobenen Mittelschicht sowie die Oberschicht
bleibt. Sie besteht überwiegend aus Filialisten aus den Bereichen Textil und
Wohnungseinrichtung. Aufgrund der optimalen Lage zwischen Neumarkt und
Rudolfplatz ist die Erreichbarkeit der Mittelstraße zudem ideal. Die Kunden-
magnete sind, wie auch in den letzten Jahren, u. a. „APROPOS“, „LACOSTE“,
„Massimo Dutti“ und „ZARA HOME“. Durch die Neueröffnung des Textilhandels
,,Yves Delorme“ (Mittelstraße 42) ist ein weiterer Kundenmagnet dazu gekom-
men, welcher sich ausschließlich auf den Verkauf von hochwertigen Heimtextilien
konzentriert.
Lagebeschreibung
Mittelstraße
Altstadt-Nord
Highlights
01 APROPROS
02 LACOSTE
03 Tesla
04 Shoepassion
05 Massimo Dutti
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Mittelstraße 40)
1.372
1.348
1.260
04
01
03
02
05
Detailkarte
Benesisstraße
Pfeilstraße
Mittelstraße
Mittelstraße
conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 23
Mit einer durchschnittlichen Frequenz von 1.248 Passanten pro Stunde, liegt die
beliebte Ausgehmeile, zwischen Rudolfplatz und Aachener Weiher auf Platz 18
des Rankings. Im Vergleich zum Vorjahr (durchschnittlich 891 Passanten pro
Stunde) konnte die Aachener Straße Ihre Frequenz zudem deutlich steigern, was
die Attraktivität des Standortes verdeutlicht. Die Aachener Straße hat sich in den
vergangenen Jahren zu der absoluten Ausgehmeile Kölns entwickelt, noch vor der
Friesenstraße und dem Hohenzollernring. Dies ist sowohl auf die exponierte Lage
im Belgischen Viertel als auch auf die Vielfalt der Gastronomiebetriebe zurück-
zuführen. Insbesondere die Szenerestaurants „Salon Schmitz“, „Balthasar“ sowie
„Piccola L ’Orginale“ ziehen sowohl tagsüber als auch abends zahlreiche Kunden an.
Darüber hinaus haben sich in den vergangenen Jahren zahlreiche weitere beliebte
Gastronomiekonzepte wie z. B. „Beef Brothers“ und „The Bird“ oder auch „Burrito
Rico“ erfolgreich etabliert. Durch die Neueröffnung von “Remos“ (Aachener Straße
21) ist ein weiteres Gastronomiekonzept dazu gestoßen, welches die ausgewoge-
ne Restaurantauswahl auf der Aachener Straße abrundet. Ein weiterer Pluspunkt
ist die gute Erreichbarkeit des Standortes mit den öffentlichen Verkehrsmitteln,
welche durch die Nähe zum Rudolfplatz gegeben ist. Als Sozialgruppe lassen sich
die Mittelschicht und die gehobene Mittelschicht erkennen. Besonders in den Abend-
stunden verkehren zudem zahlreiche junge Menschen an der Aachener Straße.
Lagebeschreibung
Aachener Straße
Neustadt-Süd
Highlights
01 Balthasar
02 Salon Schmitz
03 ZEN
04 Little Nonna
05 Remos
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Aachener Straße 12)
819
891
1.248
04
01
01
03
05
02
Detailkarte
Aachener Straße Aachener Straße
Lütticher Straße
Brabanter Straße
Hohenzollernring
Brüsseler Straße
Moltkestraße
24 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020
Die Frankfurter Straße hat in diesem Jahr mit einer durchschnittlichen Passan-
tenfrequenz von 1.212 im Vergleich zu 2018 (durchschnittliche Passantenfre-
quenz pro Stunde: 1737) etwas abgenommen. Trotzdem dient der Abschnitt der
Frankfurter Straße vom Wiener Platz bis zum Bahnhof Köln-Mülheim weiterhin
als Haupteinkaufsstraße für den Stadtteil Mülheim. Der Standort hat eine große
Bedeutung für das Viertel, zumal die Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmit-
tel durch die Nähe zum Wiener Platz und zum Bahnhof Köln-Mülheim nahezu
perfekt ist. Für eine gute Passantenfrequenz sorgen die Einzelhändler „dm“ so-
wie „Woolworth“ am Wiener Platz. Zudem zieht das Einkaufszentrum „Galerie
Wiener Platz“ mit den Ankermietern „LIDL “, „TEDi“ und „KiK“ eine Vielzahl von
Kunden an. Hiervon profitiert natürlich auch die Frankfurter Straße. Die Kun-
dengruppe ist ähnlich wie eine Vielzahl der Geschäfte an diesem Standort stark
multikulturell geprägt.
Lagebeschreibung
Frankfurter Straße
Mülheim
Highlights
01 Galerie Wiener Platz
02 dm
03 Deichmann
04 Woolworth
05 Reformhaus Bacher
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Frankfurter Straße 18)
649
1.737
1.212
Rhodiusstraße
04
01
03
03
02
05
Frankfurter Straße
Mülheimer Brücke
Elisabeth-Breuer-Straße
Mülheimer Brücke
Detailkarte
conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 25
Im Vergleich zu den Vorjahren, konnte die Hauptstraße in Rodenkirchen dieses
Mal enorm an Passantenfrequenz zugewinnen. Dies liegt jedoch unter anderem
daran, dass wir bei unserer diesjährigen Messung die Frequenz des Wochen-
marktes am Maternusplatz in unsere Ergebnisse mit aufgenommen haben.
Der diesjährige Anstieg der Passantenfrequenz wird allerdings auch auf die einla-
dende Atmosphäre in Rodenkirchen zurückzuführen sein. In diesem Jahr stieg die
Anzahl in der Hauptstraße auf durchschnittlich 1.128 Passanten pro Stunde. Dies
bedeutet Platz 20 in unserem Ranking. Neben klassischen Einzelhändlern aus
den Bereichen Lebensmittel und Drogerie finden die Besucher auch ein Angebot
an Textil- und Kosmetikeinzelhändlern vor. Für die Bewohner des Stadtbezirks
Rodenkirchen dient die Hauptstraße, gemeinsam mit der Maternusstraße/ Mater-
nusplatz, als Haupteinkaufsstraße. Als Kundengruppen lassen sich hauptsäch-
lich die gehobene Mittelschicht und die Oberschicht erkennen. Die Anbindung an
das ÖPNV-Netz an diesem Standort, ist eher als schlecht zu bezeichnen. Dies ist
für die gehobene Mittelschicht bzw. die Oberschicht eher unwichtig, da diese in
der Regel mit dem PKW oder zu Fuß anreisen. Allerdings führt dies dazu, dass
relativ wenig junge Menschen oder Studenten zu diesem Standort strömen und
die Frequenz daher im Verhältnis zu einigen anderen Haupteinkaufsstraßen
geringer ausfällt.
Lagebeschreibung
Hauptstraße
Rodenkirchen
Highlights
01 Aldi Süd
02 Closed
03 Sommerhof
04 dm
05 Tchibo
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Hauptstraße 106)
1.781
602
1.128
05
04
01
03
02
Detailkarte
Hauptstraße
Hauptstraße
Maternusstraße
26 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020
Mit einer durchschnittlichen Frequenz von 1.050 Passanten pro Stunde, landet
die Dürener Straße im Stadtteil Lindenthal auf Platz 21 unseres Rankings. Im
Vergleich zu 2018 (durchschnittlich 821 Passanten pro Stunde) war der Standort
in diesem Jahr deutlich besser besucht. Nach wie vor zählt die Dürener Straße zu
den beliebtesten Einkaufsstraßen für die Bewohner Kölns, insbesondere für die
Bewohner Lindenthals. An diesem Standort lassen sich vor allem die Kunden-
gruppen der gehobenen Mittelschicht und der Oberschicht erkennen. Die Kauf-
kraft ist hier daher wesentlich höher als in vielen anderen Stadtteilen. Aufgrund der
nicht optimalen Anbindung an das ÖPNV-Netz, reist eine Vielzahl der Besucher
mit dem PKW an, was an diesem Standort am häufigen „Parken in zweiter Reihe“
zu erkennen ist. Als Kundenmagneten fungieren neben den Lebensmittelhänd-
lern „REWE“, „EDEKA“ und „denn’s Biomarkt“ auch die Drogeriemärkte „Ross-
mann“ und „dm“. Darüber hinaus ziehen die zahlreichen Mode-Boutiquen wie
„Somewear“, „Knocknok“ und „S.A.L.E“ sowie die Filiale von „Marc O‘Polo“ eine
Vielzahl von Kunden an. Die zahlreichen Gastronomiebetriebe wie z. B. „Hans im
Glück“, „Restaurant Culinarius“, „Haus Schwan“ und die „Pizzeria Piccola“ sind
aufgrund ihrer Beliebtheit gute Frequenzbringer.
Lagebeschreibung
Dürener Straße
Lindenthal
Highlights
01 REWE
02 denn‘s Biomarkt
03 Rossmann
04 Hans im Glück
05 Marc O‘Polo
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Dürener Straße 132)
720
821
1.050
Klosterstraße
Hillerstraße
Dürener Straße
Hans-Sachs-Straße
Detailkarte
04
01
03
02
05
conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 27
Lagebeschreibung
Hinter der Dürener Straße, landet der Kaiser-Wilhelm-Ring auf Platz 22 unse-
res Rankings. Dieser Standort konnte dieses Jahr mit einer Frequenz von 1.008
Passanten pro Stunde verglichen mit dem letzten Jahr (durchschnittliche Pas-
santenfrequenz pro Stunde 627), deutlich an Frequenz hinzugewinnen. Neben
dem Hohenstaufenring gilt der Kaiser-Wilhelm-Ring als zweite Möbelmeile Kölns.
Als Kundenmagnete fungieren in diesem Abschnitt des Kölner Rings vor allem
die hochwertigen Möbelhändler und Einrichtungshäuser „Pesch Wohnen“, „COR
interlübke Studio“ und „HEIDER | Wohnambiente“ sowie der Kölner Standort des
Beleuchtungsexperten „TOBIAS GRAU“. Dieses Angebot wurde durch die Eröffnung
des Inneneinrichters, „Die Einrichtung“, im Kaiser-Wilhelm-Ring 40 im Jahre 2016
nochmals erweitert. Weitere Frequenzbringer für den Standort sind die Kinobetrie-
be „Cinedom“ im Mediapark 1 sowie „Residenz“ im Kaiser-Wilhelm-Ring 30-32. Auf
Grund seiner idealen Lage zwischen dem „Belgischen Viertel“, dem „Mediapark“,
dem „Gerling-Quartier“ und dem „Friesenviertel“, ist der Kaiser-Wilhelm-Ring
auch ein sehr gefragter Bürostandort und gilt als die 1A-Lage am Kölner Büro-
markt. Dies zeigen unter anderem die beiden Projektentwicklungen „Kaiser Hof“
an der Erftstraße bzw. „Kaiser-Wilhelm-Höfe“ an der Gladbacher Straße/ Ecke
Kaiser-Wilhelm-Ring von der Art-Invest, die im absoluten Hochpreissegment
liegen. Als Kundengruppen lassen sich die Mittelschicht, die gehobene Mittel-
schicht sowie die Oberschicht des Gerling Quartiers erkennen.
Kaiser-Wilhelm-Ring
Neustadt-Nord
Highlights
01 Pesch Wohnen
02 HEIDER | Wohnambiente
03 COR interlübke Studio Köln
04 Residenz
05 Salädchen
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Kaiser-Wilhelm-Ring 10)
722
627
1.008
Kaiser-Wilhelm-Ring
Hansaring
Maybachstraße
Christophstraße
Gladbacher Straße
Maybachstraße
Maybachstraße
Detailkarte
04
01
04
03
04
02
Christophstraße
05
28 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020
Lagebeschreibung
Die Apostelnstraße ist nach der Breite Straße, der Ehrenstraße, Mittelstraße und
Pfeilstraße der fünfte Standort unserer Frequenzmessung im direkten Innenstadt-
bereich. Mit einer durchschnittlichen Passantenfrequenz von 999 im vergangenen
Jahr liegt die Passantenfrequenz in diesem Jahr mit 978 knapp darunter. Die
Apostelnstraße befindet sich zwischen dem Neumarkt und der Ehrenstraße und
dient damit unter anderem als Verbindungsstraße für die Passanten. Darüber
hinaus konnte die Apostelnstraße in den vergangenen Jahren einige attraktive
Mieter gewinnen, wie z. B. „Marc O’Polo“ und „Closed“, die zu der hohen
Kundenfrequenz beitragen. Die Gastronomiebetriebe „Törtchen Törtchen“,
„Culinarius-in-Biss by Federico“ sowie „Dulce Chocolate & Icecream“ tragen
zum guten Flair der Straße bei und laden zum Verweilen ein. Das auch über-
regional beliebte und bekannte Gloria Theater mit zahlreichen Veranstaltungen
unterschiedlichster Art, zieht auch in den Abendstunden eine Vielzahl von Kunden
an. Aufgrund der zahlreichen Parkhäuser in und um die Apostelnstraße, ist die
Erreichbarkeit mit dem PKW zudem nahezu ideal. Ein weiterer Faktor für das gute
Abschneiden des Standortes ist die Nähe zum Neumarkt, weshalb die ÖPNV-
Anbindung als ausgezeichnet zu bewerten ist. Als Kundengruppen lassen sich die
Mittelschicht sowie die gehobene Mittelschicht erkennen.
Apostelnstraße
Altstadt-Nord
Highlights
01 Marc O‘Polo
02 Brogle
03 Törtchen Törtchen
04 Closed
05 Prego Köln
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Apostelnstraße 27)
1.021
999
978
Detailkarte
Getrudenstraße
Apostelnstraße
Albertusstraße
Ehrenstraße
04
01
04
03
02
03
05
conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 29
Neben der Neusser Straße und der Zülpicher Straße, ist auch die Aachener Straße gleich
zweimal in unserem Retailbericht vertreten. Auf Platz 18 unseres Rankings mit dem Stadtteil
Neustadt-Süd und nun, auf Platz 24, mit dem Stadtteil Braunsfeld. Im Vergleich zur Aachener
Straße im Stadtteil Neustadt-Süd weist dieser Standort mit einer durchschnittlichen Frequenz
von 924 Passanten pro Stunde jedoch einen niedrigeren Wert auf. Darüber hinaus hat sich
die Passantenfrequenz zum letzten Jahr (durchschnittliche Passantenfrequenz pro Stunde
424) mehr als verdoppelt. Die Aachener Straße fungiert als Haupteinkaufsstraße für die Be-
wohner der Stadtteile Braunsfeld, Junkersdorf und Müngersdorf. Dies ist neben der guten
Erreichbarkeit des Standortes mit den öffentlichen Verkehrsmitteln (u. a. Stadtbahn-
haltestellen Clarenbachstift und Maarweg mit der Linie 1) und dem PKW auch auf den
guten Mietermix zurückzuführen. Neben den Lebensmittelhändlern „REWE“ und
„TEMMA“, finden die Passanten auch eine Filiale des Drogeriemarktes „dm“ sowie zahlreiche
Bankfilialen („Kölner Bank eG“, „Commerzbank“, „Sparkasse Köln/ Bonn“ usw.) und
Bäckereien („Bäckerei Café Merzenich“, „Schmitz + Nittenwilm“, „Heinemann“ und „Bäckerei
Ecke“) vor. Als Kundenmagnete lassen sich insbesondere „REWE“, „TEMMA“ und „dm“
erkennen. Zahlreiche Gastronomiebetriebe, wie z. B. „Brauhaus Gaffel im Marienbild“ oder
„Kölsche Art“, laden zudem zum Verweilen ein und runden das gute Gesamtbild des
Standortes ab. Mit den Neueröffnungen von „SPATZ – Health Food Deli & Café“ (Aachener
Str. 503) sowie von „Fairytale Frozen Yogurt“ (Aachener Str. 505) konnte die Aachener Straße
zudem zwei trendige Gastronomiekonzepte hinzugewinnen. Als Kundengruppen sind
besonders die gehobene Mittelschicht und die Oberschicht erkennbar.
Lagebeschreibung
Aachener Straße
Braunsfeld
Highlights
01 REWE
02 TEMMA
03 Bento Box
04 dm
05 Gaffel im Marienbild
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Aachener Straße 519)
497
424
924
Detailkarte
Aachener Straße
Voigtelstraße
Braunstraße
Maarweg
Maarweg
Paulistraße
01
02
03
04
04
05
30 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020
Lagebeschreibung
Ein weiterer Standort in Sülz, die Berrenrather Straße, befindet sich in un-
serem Ranking hinter der Aachener Straße auf Platz 25. Mit einer durch-
schnittlichen Frequenz von 858 Passanten pro Stunde, ist die Frequenz im
Vergleich zu 2018 (durchschnittlich 655 Passanten pro Stunde) stark gestiegen.
Die Berrenrather Straße ist neben der Sülzburgstraße und der Zülpicher Straße
die Haupteinkaufsstraße der Veedel Sülz und Klettenberg. Die Frequenzbringer
an diesem Standort sind neben den beiden Bio-Märkten „Alnatura Super Natur
Markt“ und „Naturata“, die Textileinzelhändler „S.A.L.E“ und „LANIUS“, der Sport-
artikeleinzelhändler „Muskelkater Sport“ sowie die Eismanufaktur „Keiserlich“,
welche sich seit der Eröffnung 2016 gut etablieren konnte und für einen hohen
Kundenzuwachs sorgt. Ähnlich wie in der Sülzburgstraße, ist die Anbindung an
das ÖPNV-Netz durch die nahegelegene Haltestelle „Sülzburgstraße“ mit der
Linie 18 auch hier ideal. Die nächstgelegene Autobahnauffahrt (A4) erreicht man
über die Luxemburger Straße zudem ebenfalls in wenigen Fahrminuten. Als
Kundengruppen sind die Mittelschicht und die gehobene Mittelschicht erkennbar.
Berrenrather Straße
Sülz
Highlights
01 Alnatura Super Natur Markt
02 Muskelkater Sport
03 EDEKA
04 Keiserlich
05 S.A.L.E.
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Berrenrather Straße 240)
839
655
858
Detailkarte
Berrenrather Straße
Berrenrather Straße
Nikolausplatz
Sülzburgstraße
Redwitzstraße
05
04
01
03
02
conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 31
Die Maastrichter Straße im Stadtteil Neustadt-Nord, findet sich ebenfalls zum
dritten Mal in unserem Retailbericht wieder. Mitten im Belgischen Viertel gelegen,
erfährt dieser Standort seit Jahren eine stark wachsende Beliebtheit. Mit einer
Frequenz von durchschnittlich 840 Passanten pro Stunde, liegt die Maastrich-
ter Straße wieder weiter oben auf Platz 26 unseres Rankings, welche im Vorjahr
eine Frequenz von nur 532 Passanten pro Stunde umfasste. Neben der Nähe zur
Innenstadt - die Ehrenstraße ist in wenigen Metern zu erreichen – ist die Attrak-
tivität auch mit der Vielzahl an kleinen Boutiquen und Einzelhandelsbetrieben zu
begründen. „Schee“ (Shop für Drucke und Motive), „boutique fraukayser“
(Geschenkartikelgeschäft) sowie das Herrenmodegeschäft „Monsieur Courbet“
und der Concept Store „Simon und Renoldi“ fungieren als Frequenzbringer für
die Straße. Die zahlreichen Gastronomiebetriebe wie „Noa“, „Little Ink“ sowie
das in 2017 neu eröffnete „Daikan“ tragen ebenfalls zu der Frequenz bei und
runden das gute Gesamtbild ab. Darüber hinaus läuft die Maastrichter Straße auf
den Brüsseler Platz zu, welcher in den vergangenen Jahren zu einem der angesag-
testen Treffpunkte der Kölner Innenstadt geworden ist. Als Kundengruppe lässt
sich insbesondere die Mittelschicht erkennen.
Lagebeschreibung
Maastrichter Straße
Neustadt-Süd
Highlights
01 Schee
02 Markthalle Belgisches Viertel
03 Monsieur Courbet
04 Simon und Renoldi
05 Noa
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Maastrichter Straße 3)
1.059
532
840
05
04
01
03
02
Detailkarte
Maastrichter Straße
Brabanter Straße
Hohenzollernring
32 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020
Lagebeschreibung
Der Friesenwall, als weiterer Standort der Kölner Innenstadt, belegt Platz 27 unse-
res Rankings. Dieser Standort konnte im Vergleich zum Vorjahr (durchschnittliche
Frequenz von 680 Passanten pro Stunde) mit durchschnittlich 738 Passanten pro
Stunde etwas an Frequenz hinzugewinnen. Ohnehin ist der Friesenwall bei zahlrei-
chen Einzelhändlern und auch bei zahlreichen Kunden sehr beliebt. Dies spiegelt
sich insbesondere in dem kaum vorhandenen Leerstand in der Straße wider. Zwar
findet ab und zu ein Mieterwechsel in der Straße statt, allerdings gibt es keinen
dauerhaften Leerstand zu verzeichnen. Als Frequenzbringer lassen sich „REWE
City“, die Boutiquen „G1O1A“ und „Luxefashion“ sowie der Store des Schweizer Ta-
schenherstellers und Händlers „FREITAG“ erkennen. Durch die Neueröffnung von
MALOA Poke Bowl (Friesenwall 24D, 50672 Köln) konnte der Standort sein gastro-
nomisches Angebot weiterentwickeln. Zudem dient der Friesenwall als Verbindung
zwischen Rudolfplatz und Ehrenstraße. Ein zweiter Faktor für die solide Passan-
tenfrequenz. Vor allem die Kundengruppen Mittelschicht und die gehobene Mittel-
schicht sind an diesem Standort stark vertreten.
Friesenwall
Altstadt-Nord
Highlights
01 MALOA Poke Bowl
02 FREITAG Store
03 REWE City
04 Frittenwerk
05 G101A
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Friesenwall 1)
420
680
738
05
Detailkarte
Friesenwall
Ehrenstraße
Mittelstraße
Pfeilstraße
Kettengasse
04
01
03
02
conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 33
Auch die Zülpicher Straße ist, nach der Aachener Straße und der Neusser Straße,
mit einem zweiten Standort in unserem Frequenzbericht vertreten. Mit einer durch-
schnittlichen Frequenz von 690 Passanten pro Stunde liegt die Zülpicher Straße
im beliebten Kölner Veedel Sülz auf Platz 28 unseres Rankings und konnte sich im
Vergleich zum Vorjahr (618 Passanten pro Stunde) leicht steigern. Neben der Sülz-
burgstraße und der Berrenrather Straße ist die Zülpicher Straße zudem der dritte
Sülzer Standort, der in unserem Ranking vertreten ist und welcher für dieses
Viertel als Einkaufsstraße dient. Die Vielzahl an guten Einkaufslagen im Stadtteil
Sülz in unserem Retailbericht unterstreicht nochmals die Attraktivität des Stand-
ortes. Als Pluspunkte für die Zülpicher Straße lassen sich neben der idealen
Anbindung an das ÖPNV-Netz (Stadtbahnhaltestellen Lindenburg und Weyertal
mit der Linie 9) auch der gute Mietermix sowie das vielfältige Angebot an Gas-
tronomiebetrieben nennen. Die zahlreichen Cafés (z. B. „Lieblings“, „Café Wo
ist Tom“ und „Café Krümel“) und die Vielzahl an Restaurants (z. B. „Brasserie
Marie“ und „Haus Demmer“) laden zudem zum Verweilen ein. Die Kundenmagnete
an diesem Standort sind die Lebensmitteldiscounter „LIDL “ und „Netto Marken-
Discount“. Kleine Boutiquen, wie z. B. das „cava-cava“, ziehen tagtäglich ebenfalls
viele Kunden an. Als Kundengruppe ist insbesondere die Mittelschicht erkennbar.
Lagebeschreibung
Zülpicher Straße
Sülz
Highlights
01 Lieblings
02 Café Wo ist Tom
03 Netto
04 LIDL
05 cava-cava
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Zülpicher Straße 23)
413
618
690
Detailkarte
Gustavstraße
Ägidiusstraße
Weyertal
Palanterstraße
Zülpicherstraße
Laudahnstraße
04
Gustavstraße
01
03
02
05
34 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020
Auf Platz 29 unseres Rankings liegt der Höninger Weg, im Kölner Stadtteil
Zollstock. Mit einer durchschnittlichen Frequenz von 636 Passanten pro Stunde
konnte der Höninger Weg das Vorjahresergebnis (durchschnittlich 717 Passanten
pro Stunde) dieses Mal zwar nicht erreichen, jedoch dient der Standort auch
weiterhin als Haupteinkaufsstraße für die Bewohner Zollstocks. Hinsichtlich
der Werte der Passantenfrequenz wird der Höninger Weg daher auch in den
kommenden Jahren stabil bleiben und sich nur marginal ändern. Als Frequenz-
bringer fungieren an diesem Standort insbesondere der Lebensmitteleinzelhänd-
ler „REWE City“ sowie der Drogeriemarkt „dm“. Weitere Kundenmagnete sind
„Tchibo“ und „KiK“. Neben dem guten Mietermix am Höninger Weg ist die gute
Erreichbarkeit mit den öffentlichen Verkehrsmitteln (u. a. Stadtbahnhaltestellen
„Höninger Weg“ und „Herthastraße“) ein weiterer Pluspunkt für den Standort. Als
Kundengruppe ist überwiegend die Mittelschicht erkennbar.
Lagebeschreibung
Höninger Weg
Zollstock
Highlights
01 REWE City
02 Schmitz & Nittenwilm
03 dm
04 KiK
05 Tchibo
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Höninger Weg 185)
756
717
636
Detailkarte
Höninger Weg
Höninger WegGottesweg
Herthastraße
04
01
03
02
05
conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 35
Lagebeschreibung
Auf Platz 30 unseres Rankings, liegt die Goltsteinstraße im Stadtteil Bayenthal
mit einer durchschnittlichen Frequenz von 570 Passanten pro Stunde. Auch die
Goltsteinstraße wird zum dritten Mal in unserem Retailbericht aufgeführt und
konnte sich im Hinblick auf die Passantenfrequenz zum Vorjahr (durchschnitt-
lich 354 Passanten pro Stunde) erfreulicherweise verbessern. Dieser Standort
dient neben der Bonner Straße als Haupteinkaufsstraße für die Bewohner der
Stadtteile Bayenthal und Marienburg. Insbesondere ist das Goltsteinforum bei
den Passanten und Besuchern weitaus etabliert und dient daher als absoluter
Frequenzbringer. Die Beliebtheit des Goltsteinforums lässt sich hauptsächlich
auf den hervorragenden Mietermix zurückführen. Neben den Lebensmittelhänd-
lern „PENNY-Markt“, „REWE City“ und „Alnatura Super Natur Markt“, finden die
Kunden auch einen „dm“ Drogeriemarkt, eine Metzgerei („Metzgerei Kremer“)
sowie eine Bäckerei („Schmitz + Nittenwilm“) vor. Eine weitere beliebte Bäcke-
rei, die Bäckerei „Mauel 1883“, befindet sich darüber hinaus ebenfalls in direk-
ter Nachbarschaft zum Goltsteinforum, in der Goltsteinstraße 79. Die Nahver-
sorgung für die umliegenden Bewohner ist daher als ideal zu bezeichnen. Als
Kundengruppen lassen sich die Mittelschicht, die gehobene Mittelschicht
sowie die Oberschicht erkennen. An heißen Sommertagen erfreut sich besonders
die Eisdiele „Il Gelato di Ferigo“ über einen starken Kundenandrang.
Goltsteinstraße
Bayenthal
Highlights
01 REWE City
02 Alnatura
03 dm
04 Il Gelato di Ferigo
05 Ristorante Sardinia
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Goltsteinstraße 91)
312
354
570
Detailkarte
Goltsteinstraße
Tacitusstraße
Alteburger Straße
Goltsteinstraße
Schönhauser Straße
Koblenzer Straße
Cäsarstraße
Goltsteinstraße
04
01
03
02
Cäsarstraße
05
36 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020
In der Pfeilstraße ist die Passantenfrequenz im Vergleich zur Ehrenstraße, Breite
Straße und zur Mittelstraße deutlich niedriger. Wurden im Jahr 2018 noch durch-
schnittlich 637 Passanten pro Stunde erfasst, so waren es in diesem Jahr durch-
schnittlich nur noch 534 Passanten. Es ist daher festzuhalten, dass die Kunden-
frequenz in der Pfeilstraße erneut gesunken ist. Trotzdem ist die Pfeilstraße bei
Kunden und Einzelhändlern nach wie vor sehr beliebt, was nicht zuletzt auf die
gute Lage der Straße zwischen Rudolfplatz und Ehrenstraße zurückzuführen ist.
Dies zeigt unter anderem auch die Ansiedlung des niederländischen Trendbrillen-
händlers „Ace & Tate“, der im Frühjahr 2017 durch die Vermittlung von Larbig &
Mortag Immobilien den Standort in der Pfeilstraße 38-40 eröffnen konnte.
Darüber hinaus sind insbesondere das australische Kosmetikgeschäft „Aesop“ und
die in 2018 neu eröffnete „HENNE. Weinbar“ Frequenzbringer der Straße. Darüber
hinaus kommen auch Einrichtungs- und Tapetenliebhaber in der Pfeilstraße durch
die Stores von „livingwalls cologne“ und „Farrow & Ball“ auf ihre Kosten. Das auch
überregional bekannte „Eiscafé Breda“, zieht zudem mit seiner vielfältigen Eisaus-
wahl schon seit vielen Jahren viele Kunden an. In diesem Jahr können sich die
Besucher auf das hochwertige Café Konzept „Café Il Barista“ freuen, welches
conceptstories Immobilien vermittelt hat. Als Kundengruppen lassen sich überwie-
gend die Mittelschicht sowie die gehobene Mittelschicht erkennen.
Lagebeschreibung
Pfeilstraße
Altstadt-Nord
Highlights
01 Aesop
02 Jumeirah Store
03 Henne. Weinbar
04 Ace & Tate
05 Farrow & Ball
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Pfeilstraße 38-40)
1.255
637
534
Pfeilstraße
Ehrenstraße
Friesenwall
04
01
04
03
02
05
Pfeilstraße
Detailkarte
Mittelstraße
conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 37
Zum zweiten Mal haben wir in diesem Jahr die Passantenfrequenz der Dell-
brücker Hauptstraße im rechtsrheinischen Köln-Dellbrück ermittelt. Diese hat
es mit 498 Passanten pro Stunde leider nur auf Platz 32 in unserem Ranking
geschafft. Im Vergleich zu letztem Jahr ist der Wert gefallen (2018 durchschnittlich
670 Passanten pro Stunde). Der Standort fungiert als Haupteinkaufsstraße
Dellbrück‘s und konnte in der Vergangenheit zahlreiche Frequenzbringer, wie
zum Beispiel den Lebensmittelhändler „REWE City“ sowie den Drogeriemarkt
„dm“, für sich gewinnen. Des Weiteren dienen Läden wie „Tchibo“, „NKD“ oder
auch „Vom Fass“ als Kundenmagnete. Die Anbindung an das ÖPNV-Netz ist
aufgrund der nahegelegenen S- und U-Bahn Haltestellen (S11, Linie 18 und
Linie 3) als sehr gut zu bezeichnen. Über die drei dort verkehrenden Bahnen,
erreichen Sie das Kölner Zentrum in nur wenigen Fahrminuten. Auch eine gute
Anbindung an das Autobahnnetz ist aufgrund der ca. 5 Fahrminuten entfernten
Autobahnanschlussstelle (A3) gewährleistet. Als Kundengruppe ist auf der
Dellbrücker Hauptstraße insbesondere die Mittelschicht sowie die gehobene
Mittelschicht zu erkennen.
Lagebeschreibung
Dellbrücker Hauptstraße
Dellbrück
Highlights
01 REWE City
02 dm
03 Tchibo
04 NKD
05 VOM FASS
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Dellbrücker Hauptstraße 92)
Keine Auswertung
670
498
Detailkarte
Marthastraße
Dellbrücker Hauptstraße
Marthastraße
Idastraße
Idastraße
Idastraße
Grafenmühlenweg
Von-Quadt-Straße
Von-Quadt-Straße
Im Riephagen
An der Kemperwiese
Bergisch Gladbacher Straße
04
01
03
01
02
02
05
38 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020
Lagebeschreibung
Die Bahnhofstraße im Stadtteil Köln-Porz, welche jetzt schon des Öfteren in unserem
Retailbericht erschien, weist eine durchschnittliche Frequenz von 186 Passanten pro
Stunde auf. Diese Passantenanzahl ist zum Vorjahr (durchschnittlich 551 Passanten
pro Stunde) stark gesunken. Nach der Frankfurter Straße, der Kalker Hauptstraße
und der Dellbrücker Hauptstraße ist die Bahnhofstraße damit der vierte Standort
im rechtsrheinischen Köln, der in unserem diesjährigen Bericht Berücksichtigung
findet. Die Frequenz ist neben der guten Anbindung an das DB- und ÖPNV-Netz
(Bahnhof Porz und Haltestelle Porz-Markt) sowie an das Autobahnnetz (Autobahn-
auffahrt A59) auch auf das in direkter Nachbarschaft befindliche Shoppingcenter
„City Center Porz“ zurückzuführen. Dieses fungiert als absoluter Kundenmagnet
und zieht tagtäglich zahlreiche Kunden nach Porz. Der Kundschaft wird im „City
Center Porz“ ein sehr ausgewogener Mietermix geboten. Neben einem „dm“ Droge-
riemarkt findet man hier unter anderem auch eine „C&A“ sowie eine „Saturn“ Nie-
derlassung. Eine Teilfläche des „Saturn“, konnte durch die Vermittlung von Larbig
& Mortag Immobilien an „Aldi Süd“ vermietet werden, was sicherlich zu einem wei-
teren Frequenzanstieg an diesem Standort führt. Neben dem City Center Porz gibt
es in der Bahnhofstraße weitere Mieter, wie z. B. „Blumen Risse“ sowie ein „Schum
EuroShop“, welche ebenso zu der Passantenfrequenz beitragen. Spannend bleibt,
wie sich das Projekt „Neu Mitte Porz“ auf die Passantenfrequenz auswirken wird.
Als Kundengruppe lässt sich insbesondere die Mittelschicht erkennen.
Bahnhofstraße
Porz
Highlights
01 City Center Porz
02 Tchibo
03 Commerzbank
04 Schum EuroShop
05 Parfümerie Scholz
Frequenz
2016:
2018:
2019:
(Messpunkt: Bahnhofstraße 19)
1.079
551
186
Detailkarte
Bahnhofstraße
Hauptstraße
Bahnhofstraße
Goethestraße
FriedrichstraßeFriedrich-Ebert-Ufer
05
04
01
03
02
conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020 39
Angebot und Nachfrage
Die Nachfrage an guten Ladenlokalen ist in den beliebtesten Innenstadt- (u. a. Ehrenstra-
ße, Breite Straße) und Stadtteillagen (u. a. Neusser Straße, Venloer Straße) zuletzt wei-
ter gestiegen. Trotzdem sind vor allem in schwächeren Innenstadt- und Stadtteillagen
vermehrt lange Leerstandsphasen zu erkennen. Dies liegt insbesondere daran, dass die
Frequenz dort eher rückläufig ist und sich die Umsätze der Händler im gleichen Ver-
hältnis entwickeln. Dadurch können viele Händler, die vor wenigen Jahren aufgerufenen
Mieten, nicht mehr zahlen. Dadurch verändert sich der Einzelhandelsbesatz schneller als
in 1A-Lagen, wenngleich das Angebot an Ladenlokalen auch dort in den letzten Jahren
deutlich angestiegen ist. Eine Lösung gegen Leerstände kann in einigen Fällen eine Um-
wandlung in andere Nutzungsarten, z. B. Büro oder Gastronomie, sein. Die Nachfrage an
Gastronomieflächen ist ungebrochen hoch, da weiterhin neue Konzepte auf den Markt
drängen und das Erlebnis Essen gehen/ Ausgehen auch in Zukunft stärker in den Fokus
der Menschen rückt. Wie bereits in den vergangenen Jahren geschildert, hat Deutsch-
land im Vergleich zum europäischen Ausland im Gastronomiebereich zudem extrem ho-
hen Nachholbedarf. Aber Vorsicht, eine Umwandlung der Nutzung (Nutzungsänderung)
macht nicht in jedem Fall Sinn und ist im Einzelfall zu beurteilen. Bei einer Nutzungsän-
derung muss beispielsweise berücksichtigt werden, dass die Bearbeitungszeit bei der
Behörde derzeit bei etwa 4 bis 8 Monaten, in Einzelfällen sogar länger, liegt.
Mietpreise
Wie auch in den letzten Jahren erwähnt, lassen sich die hohen Mieten aus den vergange-
nen Jahren in vielen Lagen kaum noch erzielen. Da die Eigentümer diese Situation zuneh-
mend erkannt haben, sind die Mietpreisforderungen vielerorts merklich zurückgegangen
und es konnten teils lange Zeit leerstehende Ladenlokale vermietet werden. In einigen
beliebten B-Lagen (u. a. Venloer Straße, Neusser Straße) bleiben die Mieten konstant. Da-
hingegen ist in besonders beliebten Gastronomielagen nach wie vor ein kleiner Anstieg
der Mietpreise zu erkennen, was der hohen Nachfrage an Gastronomieflächen geschuldet
ist. In guten Stadtteillagen sind Höchstmieten von ca. 30 bis 40 EUR/ m² erzielbar. In den
beliebten Innenstadtlagen (Breite Straße, Ehrenstraße, Mittelstraße) liegen die Höchst-
mieten zwischen 80 bis 100 EUR/ m². In den klassischen 1A-Lagen (Schildergasse, Hohe
Straße) liegen die Höchstmieten zwischen 250 bis 270 EUR/ m². Am Wallrafplatz können
teilweise Höchstmieten von bis zu 280 EUR/ m² erzielt werden.
Der Retailmarkt
Marktsituation
- Viel Fluktuation durch hohe Mieten
- Steigende Nachfrage an Gastronomie-
flächen
- Lange Bearbeitungszeiten für Nutzungs-
änderungen
Mietpreise nach Lagen
30 bis 40 EUR/ m²
in Stadtteillagen
80 bis 100 EUR/ m²
in Innenstadtlagen
250 bis 270 EUR/ m²
in 1A-Lagen
bis zu 280 EUR/ m²
am Wallrafplatz
Auf den Punkt gebracht
- Einzelhändler müssen neue Ideen entwickeln
- Gastronomie boomt weiterhin
- Mietfl ächen müssen fl exibler werden
- Mieten sinken oder bleiben konstant
40 conceptstories Immobilien | Retailbericht Köln 2019/2020
Die Retailmakler von conceptstories Immobilien gehen davon aus, dass sich die
Nachfragesituation aus dem Einzelhandelsbereich in den kommenden Jahren
weiter bessern wird. Dies ist insbesondere daran zu erkennen, dass vermehrt
neue Konzepte auf den Markt drängen und die Kombinationen aus Einzelhandel
und Onlinehandel (z. B. durch Abholstationen der im Internet bestellten Artikel)
sowie teilweise mit Gastronomienutzungen (z. B. durch Café-Bars in Shops) im-
mer stärker Berücksichtigung findet und miteinander harmonieren kann.
Darüber hinaus wird die Nachfrage an Gastronomieflächen weiter steigen,
weshalb die Gastronomie auch zu Beginn des neuen Jahrzehnts weiter in den
Fokus rücken wird. Dies ist beispielweise durch die Nachvermietung der „Gerry
Weber“-Stores auf der Schildergasse zu erkennen. Dort wird nach vorliegender
Nutzungsgenehmigung die amerikanische Burger-Kette „Five-Guys“ eröffnen.
Insbesondere bei Neubauprojekten ist daher zu empfehlen, die Mietflächen be-
sonders flexibel zu gestalten, um sowohl eine Einzelhandels- als auch eine Gast-
ronomie- oder, je nach Lage, eine Büronutzung zu ermöglichen.
Die Nachvermietung von Ladenflächen wird aufgrund der sehr unterschiedlichen
Passantenfrequenzen und Sozialgruppen an den verschiedenen Standorten in
Köln auch in Zukunft lebhaft bleiben. Die Herausforderungen für künftige Mieter
aber auch die Retailmakler wird darin bestehen, die richtige Lage bzw. den geeig-
neten Standort für die individuellen Konzepte ausfindig zu machen.
Eigentümer sollten, trotz des zum Teil hohen Aufwandes und Kosten, einer Um-
nutzung Ihrer Mietflächen (z. B. zu einer Büro- oder Gastronomienutzung) zu-
künftig offener gegenüberstehen, um eine langfriste und nachhaltige Vermietung
sicherstellen zu können. Dies zahlt sich über einen längeren Betrachtungszeit-
raum in der Regel aus, jedoch ist dies natürlich von Fall zu Fall zu begutachten.
Prognose
Ausblick
Raum für Erfolgsgeschichten. Larbig & Mortag, imovo und CUBION. Drei Partner – eine Story. 2018 entstand die Idee, den
Bereich Einzelhandelsflächen- und Gastronomievermietung, der sich bereits seit 2012 erfolgreich bei Larbig & Mortag in einem stark
umkämpften Bereich in Köln und Bonn behaupten konnte, auf die Marktgebiete der Partner imovo (Großraum Düsseldorf) und CUBION
(Großraum Ruhrgebiet) zu erweitern. Mit der Gründung von conceptstories Immobilien in 2019 als gemeinsames Unternehmen und
dem Markteintritt im Januar 2020 wurde die Idee umgesetzt. Die Gründer haben den Unternehmensstart bewusst in einer schwieri-
gen und wandelnden Marktphase gewählt, um den Umbruch in diesem Segment gemeinsam mitzugestalten und sich gemeinsam mit
unseren Kunden den Chancen, neuen Aufgaben und Herausforderungen zu stellen.
Ihre Makler für Einzelhandels- und Gastronomieflächen
LADENVERMIETUNG
MAX QUENTIN VERWICK
0221 998 997 33
verwick@conceptstories.de
GASTRONOMIEVERMIETUNG
MICHÈL MESSMER
0221 998 997 41
messmer@conceptstories.de
TEAMASSISTENZ
JANINA KÜHLER
0221 998 997 39
kuehler@conceptstories.de
AUSZUBILDENDER ZUM IMMOBILIENKAUFMANN
TIM GAGSTAETTER
0221 998 997 34
gagstaetter@conceptstories.de
REGIONALLEITER LADENVERMIETUNG NRW
RADU-GEORGE MOLDOVAN
0221 998 997 62
moldovan@conceptstories.de
ABTEILUNGSLEITER LADENVERMIETUNG
JAN SEIDENFADEN
0221 998 997 40
seidenfaden@conceptstories.de
Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme!
Über Uns
Dieser Bericht wurde mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt und basiert auf Informationen aus Quellen, die wir für zuverlässig erachten, aber für deren Genauigkeit, Vollständigkeit und Richtigkeit wir keine Haftung
übernehmen. Die enthaltenen Meinungen stellen unsere Einschätzung zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichtes dar und können sich ohne Vorankündigung ändern. Historische Entwicklungen sind kein Indiz für
zukünftige Ergebnisse. Dieser Bericht ist nicht für den Vertrieb oder die Empfehlung zum Kauf oder Verkauf einer bestimmten Finanzanlage bestimmt. Die in diesem Bericht zum Ausdruck gebrachten Meinungen und
Empfehlungen berücksichtigen nicht individuelle Kundensituationen, -ziele oder -bedürfnisse und sind nicht für die Empfehlung einzelner Wertpapiere, Finanzanlagen oder Strategien einzel- ner Kunden bestimmt.
Der Empfänger dieses Berichtes muss seine eigenen unabhängigen Entscheidungen hinsichtlich einzelner Wertpapiere oder Finanzanlagen treffen. Larbig & Mortag übernimmt keine Haftung für direkte oder indirekte
Schäden, die aus Ungenauigkeiten, Unvollständigkeiten oder Fehlern in diesem Bericht entstehen. Map tiles by Stamen Design, under CC BY 3.0. Data by OpenStreetMap, under ODbL
conceptstories Immobilien GmbH
Theodor-Heuss-Ring 23 | 50668 Köln
T. 0800 998 997-7
Ein Partner von:
Larbig & Mortag GmbH
2008 gegründet, haben wir uns seit 2012 zum
größten Makler für Gewerbeimmobilien in Köln
entwickelt. Ob Laden, Gastronomie, Büro, Loft,
Praxis, Lager oder Investment. Derzeit besteht
unser Team aus 34 Mitarbeitern. Seit 2013
haben wir eine erfolgreiche Bonner Nieder-
lassung und seit 2016 einen weiteren Standort
in Leverkusen. Nicht, dass Größe alles wäre.
Aber sie ist ein Indikator für den Erfolg unserer
Strategie: Ihnen mit professioneller Beratung
zur passenden Gewerbeimmobilie zu verhel-
fen – und das gerne im persönlichen Dialog.
Larbig & Mortag ist regional tief verbunden,
inhabergeführt und bietet über das Netzwerk
NAI apollo group einen nationalen und interna-
tionalen Anschluss.
imovo GmbH
Ein hohes Maß an Kundenorientierung – das
ist auch das Erfolgsrezept des Immobilien-
beratungsunternehmens imovo. „Der Kunde,
der sich für imovo entscheidet, bekommt ein
starkes Team zur Seite gestellt, welches sich
als Berater und Problemlöser auf Augenhöhe
versteht“, verspricht Knud Schaaf, geschäfts-
führender Gesellschafter von imovo. „Wir
betrachten Projekte immer ganzheitlich,
gehen auf jeden Anspruch ein und kreativ über
Standards hinaus.“ Offenheit und Ehrlichkeit
in der Kommunikation, Verantwortungsbe-
wusstsein, Zielorientierung und Präzision in
der Ausführung – diese Werte reklamiert das
Unternehmen. Schaaf: „Unsere Kunden kön-
nen sich auf uns als Partner verlassen.“
CUBION Immobilien AG
Im Ruhrgebiet kennen wir jeden Stein! Unser
Team von Immobilienexperten beobachtet
genau was im Ruhrgebiet geschieht und wer
sich am Markt bewegt. Das setzen wir zu
Ihrem Vorteil ein. Denn wir wissen, wann Ver-
träge auslaufen, wer auf der Suche ist, ken-
nen den Wettbewerb und dessen Preise und
können dank unserem umfangreichen Netz-
werk stets die besten Kandidaten vermitteln.
Seit 2005 haben wir unzählige Unterneh-
men, vom Konzern bis zum Start-Up, in neue
Flächen begleitet und dabei über eine Million
Quadratmeter vermietet. Das macht uns zu
einem der erfolgreichsten, inhabergeführten
Immobilienberater im Ruhrgebiet.
Mehr Informationen
finden Sie im
Web unter:
www.conceptstories.de
Retailmarkt.
1.1 Verkaufsfläche:
Die Mietfläche, welche zum Verkauf dient zzgl.
Treppen, Gänge, Schaufenster und Freiflächen,
wird, sofern sie dem Kunden zugänglich ist,
als Verkaufsfläche bezeichnet. Dazu gehören
auch Flächen, die nicht nur vorübergehend für
Verkaufszwecke genutzt werden.
1.2 Gesamt-/ Geschäftsfläche:
Die gesamte betrieblich genutzte Fläche eines
Einzelhandels, welche sich aus der Verkaufs-,
Ausstellungs-, Versand-, Büro- und Lagerfläche
sowie Sozialräumen zusammensetzt, wird als
Geschäftsfläche bezeichnet. Die Berücksichti-
gung der Büro-, Versand- und Lagerflächen, un-
terscheidet die Gesamt- oder auch Geschäfts-
fläche von der reinen Verkaufsfläche.
1.3 1A- und B-Lage:
Die umsatzstärksten und höchstfrequentierten
Lagen der Einkaufs- bzw. Geschäftszentren einer
Stadt werden als 1A-Lage betitelt. Diese können
entweder nur ein Teil oder eine gesamte Einkaufs-
straße umfassen. Eine 1A-Lage ist definierbar
durch folgende Kriterien:
- Passantenfrequenz
- Erzielbare Spitzenmiete für eine Ladenfläche
- Branchenstruktur
- Innerstädtische Lage im Hauptgeschäftszentrum
- Filialisierungsgrad: Mieterbestand internatio-
naler, nationaler und örtlicher Einzelhändler
Die B-Lage grenzt an die 1A-Lage an und
definiert sich meist aus Nebenstraßen der
Haupteinkaufsstraßen. Noch weiter entfernte
Lagen werden als Streu- bzw. Nebenlagen
bezeichnet.
Wenn in Großstädten sehr ausgedehnte Einkaufs-
straßen mit mehreren 1A-Lagen vorhanden sind,
kann zwischen diesen in beispielsweise Luxus-
oder Konsumlage unterschieden werden.
Allgemeine Definitionen
- 1A-Lage: Der Standort erreicht ca. 80- 100 % der
Spitzenmiete der Stadt und ca. 70-100 % der höchs-
ten Passanten- frequenz des Straßenabschnittes.
- B-Lage: Der Standort erreicht ca. 40-80 % der
Spitzenmiete der Stadt und ca. 40-70 % der höchs-
ten Passantenfrequenz des Straßenabschnittes.
- Streu- bzw. Nebenlagen: Hier werden Mieten
bzw. Passantenfrequenzen unter 40 % erreicht.
- Stadtteillage: Liegt außerhalb des Hauptein-
kaufsbereiches einer Stadt. Mietpreisniveau und
Passantenfrequenz sind vergleichbar mit der
einer zentralen B-Lage.
1.4 Spitzenmiete:
Die nachhaltig höchste erzielbare nominale
Miete bei Neuvermietungen in einer hochwertigen
Ideal-Verkaufsfläche in 1A-Lage, wird als
Spitzenmiete für Handelsflächen bezeichnet.
Mit einer Ideal-Verkaufsfläche ist eine Fläche
gemeint, in der „ideale“ Verkaufsbedingungen
vorzufinden sind. Die ideale Einheit liegt im
Erdgeschoss, ist i. d. R. 100 m
2 groß, barriere-
frei und gut zugeschnitten. Außerdem muss
eine Schaufensterfront vorhanden sein, welche
mindestens sechs Meter breit ist. Der Bauzu-
stand der Einheit sollte gehobenen Ansprü-
chen gerecht werden. Die Spitzenmiete dient
dazu, die Entwicklung des Marktes besser
darzustellen und basiert auf Transaktio-
nen, welche während des Betrachtungszeit-
raums durchgeführt und registriert werden.
Die angegebene Spitzenmiete bezieht sich
immer auf einen Standardmietvertrag im jewei-
ligen Markt und entspricht dem Nettomietpreis
exklusive Nebenkosten, lokale Steuern oder
Incentives. Berechnet wird die Spitzenmiete
immer zum Ende eines Quartals.
1.5 Filialist:
Filialen werden die Niederlassungen eines
Einzelhandelsunternehmens bezeichnet, wel-
che zwar vom Standort her getrennt vonein-
ander sind, jedoch rechtlich und wirtschaftlich
unselbstständig sind. Einzelhändler mit mehr
als 3 Filialen, unabhängig davon, ob diese
Standorte regional oder überregional verteilt
sind, werden Filialisten genannt. Ein Unterneh-
men mit 3 oder mehr Filialen in nur einer Region
wird daher ebenfalls als Filialist definiert.
1.6 Passantenfrequenz:
Die Passantenfrequenzzählung erfolgte an 31
Einkaufsstraßen in B-Lage (hochwertige Ni-
veaulagen in der Innenstadt und Stadtteillagen).
Aus dem Ergebnis der zwei Stunden wurde ein
Mittelwert errechnet. Hieraus wurde ein Ran-
king gebildet, welches in unserem Retailbericht
zu finden ist.
1.7 Branchen:
Bei einer Zählung von ortsansässigen Einzel-
handelbetrieben werden nur die in der schema-
tisierten Darstellung der 1A-Lage registrierten
Geschäfte berücksichtigt. Zwischen all diesen
Einzelhändlern wird nach zwölf Branchengruppen
unterschieden:
- Accessoires
- Schmuck/ Juwelier
- Bank/ Versicherung
- Sport/ Outdoor
- Textil
- Gastronomie
- Telekommunikation/ Elektronik
- Gesundheit/ Beauty Warenhaus
- Schreibwaren/ Bücher
- Heim-/ Wohnbedarf
- Schuhe/ Lederwaren
1.8 Ladenlokal:
Einheiten, welche zum Verkauf von Waren und
Dienstleistungen dienen und meist in Einkaufsstra-
ßen liegen, werden als Ladenlokal bezeichnet.
conceptstories Immobilien GmbH
Theodor-Heuss-Ring 23
50668 Köln | T. 0800 998 997-7
Anlage 8 Stellungnahme Katholikenausschuss
1029 Zeichen
Von: An: Betreff: Fwd: Verkaufsoffene Sonntage - Rechtsverordnung für das Jahr 2026 Datum: Freitag, 21. November 2025 11:20:08 Sehr geehrte Damen und Herren, wir bedanken uns für die Möglichkeit, eine Stellungnahme zu den geplanten Sonntagsöffnungen der Stadt Köln abzugeben. In Übereinkunft mit der Evangelischen Kirche in Köln stellen wir fest: Sonntagsöffnungen sind aus Sicht der Kirchen weder kulturell noch wirtschaftlich erforderlich, stören die Sonntagsruhe und lösen auch keine grundlegenden Probleme. Diese Position vertreten wir seit Jahren. Sie hat sich nicht geändert. Trotz unserer grundlegend ablehnenden Haltung gegenüber Sonntagsöffnungen dürften die Anträge nachvollziehbar der aktuellen Rechtslage entsprechen. KATHOLIKENAUSSCHUSS FÜR DIE STADT KÖLN in Vertretung Ihr Anfang der weitergeleiteten Nachricht: Von: Katholikenausschuss Datum: 10. November 2025 um 13:15:46 MEZ An: Betreff: Verkaufsoffene Sonntage - Rechtsverordnung für das Jahr 2026 Von: Gesendet: Montag, 10. November 2025 09:40 Cc:
Beratungsverlauf (7)
Beschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ungeändert empfohlen
Zur SitzungBeschluss: ungeändert empfohlen
Zur SitzungBeschluss: ungeändert empfohlen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3384/2025
- Typ
- Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss
- Datum
- 29.01.2026
- Erstellt
- 26.11.2025 13:38