SV-2009/0086
Antrag der Fraktion Bü 90/Grüne vom 7. Dezember 2009 betr. Keiner Zerschlagung des Jobcenters Darmstadt - Hilfen aus einer Hand erhalten!
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SV-2009/0086
3943 Zeichen
Vorlage-Nr. SV-2009/0086
STADTVERORDNETENFRAKTION
DARMSTADT
LAUTESCHLÄGERSTRASSE 38 64289 DARMSTADT
TELEFON: 0 61 51/6 14 30 TELEFAX: 0 61 51/6 14 01
E-MAIL: FRAKTION@GRUENE-DARMSTADT.DE
Antrag der Fraktion Bü 90/Grüne vom 7. Dezember 2009 betr. Keiner Zerschlagung des
Jobcenters Darmstadt - Hilfen aus einer Hand erhalten!
7. DEZEMBER 2009
ANTRAG
Keine Zerschlagung des Jobcenters Darmstadt - Hilfen aus einer Hand erhalten!
Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:
1. Die Stadtverordnetenversammlung kritisiert, dass die CDU/FDP Koalition auf Bundesebene
sich bei der notwendigen Neuordnung der Jobcenter auf die schlechteste aller Lösungen
geeinigt hat: Die faktische Zerschlagung der Arbeitsgemeinschaften (ARGEN) als Träger der
Jobcenter.
2. Durch den Beschluss der zukünftig getrennten Trägerschaft von Agenturen für Arbeit und
Kommunen werden zukünftig die Arbeitslosen der ARGE Darmstadt die Leidtragenden sein.
Sie werden keine Leistungen mehr aus einer Hand bekommen, sondern mit doppelten
Ämtergängen und doppelter Antragsbürokratie konfrontiert sein. Diese getrennte
Aufgabenwahrnehmung ist ein Rückfall in alte Zeiten vor der Zusammenlegung der Sozial–
und Arbeitslosenhilfe.
3. Die Stadtverordnetenversammlung kritisiert weiterhin, dass durch die getrennten
Zuständigkeiten wieder der Bundesagentur für Arbeit die alleinige Zuständigkeit für die
arbeitsmarktpolitischen Instrumente und Hilfen zufällt. Damit wird der zentralistische Zugriff
der Bundesagentur für Arbeit gestärkt, lokale Entscheidungen erschwert.
4. Die Stadtverordnetenversammlung kritisiert auch das Vorhaben der CDU/FDP-Koalition auf
Bundesebene, die arbeitsmarktpolitischen Instrumente „deutlich zu reduzieren“. Gerade diese
umfangreichen, flexiblen und kreativen Instrumente der Eingliederungshilfen sind Kernstück
moderner und aktivierender Arbeitsmarktpolitik. Sie zu reduzieren schadet den
Hilfesuchenden und verhindert deren umfassende Unterstützung und damit eine mögliche
rasche Integration in den Arbeitsmarkt.
5. Die Stadtverordnetenversammlung fordert deshalb den Oberbürgermeister und die
Landesregierung auf, auf Bundesebene und im Bundesrat ihren Einfluss dahingehend
auszuüben, dass die Bundesregierung die Kraft zu einer Grundgesetzänderung aufbringt, die
Hilfen für Arbeitslose in einer Hand und unter einem Dach auch zukünftig ermöglicht. Die
Wissenschaftsstadt Darmstadt, ihre Eigenständigkeit, ihre Kompetenzen und ihre Instrumente
in der lokalen Arbeitsmarktpolitik müssen gestärkt werden, anstatt sie zu schwächen.
2
Begründung:
Besonders in der jetzigen wirtschaftlich schwierigen Situation benötigt die Wissenschaftsstadt
Darmstadt die Möglichkeit Langzeitarbeitslosen passgenaue lokale Hilfen aus einer Hand und einem
Guss gewähren zu können.
Durch die Beschlüsse des Koalitionsvertrages auf Bundesebene wurde aber genau das Gegenteil
beschlossen. So soll die Bundesagentur die alleinige Zuständigkeit der arbeitsmarktpolitischen
Instrumente erhalten. Damit wird der zentralistische Zugriff der Bundesagentur für Arbeit gestärkt,
lokale Entscheidungen erschwert.
Gerade die bestehenden umfangreichen, flexiblen und kreativen Instrumente der Eingliederungshilfen
des Jobcenters sind Kernstück moderner und aktivierender Arbeitsmarktpolitik. Sie zu reduzieren
schadet den Hilfesuchenden und verhindert deren umfassende Unterstützung und damit eine
mögliche rasche Integration in den Arbeitsmarkt.
Damit die bisherige regionale Arbeitsmarktpolitik erfolgreich weitergeführt werden kann, werden
Oberbürgermeister und Landesregierung aufgefordert, auf Bundesebene dafür einzutreten, dass die
Hilfen für Arbeitslose in einer Hand und unter einem Dach auch zukünftig möglich bleiben.
Christian Grunwald Brigitte Lindscheid
Yücel Akdeniz (Fraktionsvorsitzende)
Dr. Joachim Reus
Hildegard Förster-Heldmann
(Stadtverordnete)
Beratungsverlauf (1)
Orte (1)
- Lauteschlägerstraße 38
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Details
- Vorlagen-Nr.
- SV-2009/0086
- Typ
- Antrag
- Datum
- 08.12.2009
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00