V/0310/2008
Westfälische Schule für Musik: Viermal führend in NRW
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Berichtsvorlage
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V/0310/2008 DER OBERBÜRGERMEISTER Westf. Schule für Musik Betrifft Westfälische Schule für Musik: Viermal führend in NRW Beratungsfolge 28.05.2008 Ausschuss für Schule und Weiterbildung Bericht Bericht: Bericht: Die Westfälische Schule für Musik legt hiermit einen Bericht zu vier aktuellen Projekten und Aus- zeichnungen vor, die außerhalb des bekannten „Kerngeschäftes“ einer Musikschule angesiedelt sind und so auch unabhängig von Haushaltsgesprächen und Berichtswesen besondere Aufmerk- samkeit verdienen. 1. Elementare Bildungsoffensive „Jedem Kind seine Stimme“ Jedes Grundschulkind mit Gesang erreichen. Wirklich jedes Kind, unabhängig von Bildung, Kultur oder sozialem Stand. Dieses ehrgeizige Ziel hat sich die WSfM mit dem bundesweit einmaligen Modellprojekt "Jedem Kind seine Stimme" gesteckt. Denn Singen ist die elemen- tarste Form des Musizierens. Sie stiftet kulturelle Identität und fördert den interkulturellen Dia- log. Schon jetzt steht Münsters Musikschulangebot mit 7,8 % erreichter Kinder im Familienatlas 2007 an zweiter Stelle unter Deutschlands 40 größten Städten. Im Sinne einer wirklichen Chancengleichheit und angesichts der Perspektive, Potentiale durch musikalische Bildung zu erschließen, ist dies immer noch viel zu wenig! Der Wert von 7,8% soll und kann durch „Jedem Kind seine Stimme“ deutlich in Richtung einer 100%-igen Erreichbarkeit von Grundschulkindern gesteigert werden. Auf der Basis eines solchen Fundaments können Kinder und ihre Eltern dann eine qualifizierte und belastbare Entscheidung für (oder auch gegen) eine weiterführende, zeitaufwändige, für die Kommune und Familien teurere Vokal- oder Instrumentalausbildung treffen. Kombination aus Kinderchor und Lehrerfortbildung Erste Erfahrungen mit Kindern aus 20 Nationen in Kinderhaus hatten der Projektleiterin Inga Mareile Reuther, die den Bezirk Nord der WSfM leitet, Mut gemacht, das Projekt auszuweiten. Es kommt ohne Instrument aus und braucht keinen zeitintensiven Unterricht. Der Einstieg in die Welt der Musik wird vielmehr leicht gemacht. Singende Kinder, singende Lehrkräfte, singende Schulen: Bis zum Jahr 2010 sollen alle 46 Grundschulen eine musikalische Grundversorgung erhalten. Vorlagen-Nr.: V/0310/2008 Auskunft erteilt: Herr Rademacher Ruf: 9 81 03 12 E-Mail: RademacU@stadt-muenster.de Datum: 15.04.2008 Öffentliche Berichtsvorlage 2 V/0310/2008 Herzstück von "Jedem Kind seine Stimme" ist eine Kombination aus Kinderchor und Lehrerfort- bildung. Die Kinder eines Auswahlchores an den beteiligten Grundschulen erfahren die inten- sivste Förderung. Sie lernen über aktives Singen, Bewegen, Spielen und Sprechen, über Aus- druck und Emotion, wie sie die eigene Stimme einsetzen und genießen können. Der Kinderchor ist die Keimzelle einer „Singenden Grundschule“. Alle Lehrkräfte der Schule - egal ob der Schwerpunkt ihrer Ausbildung eigentlich Mathematik, Sprache oder Sport war - werden musikalisch fit gemacht. Eine einjährige Fortbildung durch die WSfM befähigt die Pädagogen, das Singen quasi als "tägliche Grundnahrung" in den Schulall- tag einfließen zu lassen. Dies wird - das hat die Erprobungsphase bereits gezeigt - umso leichter gelingen, da es in jeder Klasse einige Kinderchormitglieder gibt, die mit dem gemeinsamen Liedgut (es ist im Chor und den Schulklassen immer gleich) vertraut sind und die anderen mitziehen. So wird schließlich eine ganze Schulgemeinschaft zu einer „Singenden Grundschule“. Förderer und Unterstützer Das auf drei Jahre angelegte Modellprojekt wird von drei Partnern geschultert: Die Gesamtkos- ten von ca. 250 000 Euro stellen das Land Nordrhein-Westfalen, die Sparkasse Münsterland Ost und die Stadt Münster (anteilige Personalkosten) zur Verfügung. Zusätzliche Unterstützung leistet der Lions Club Münster Annette von Dr oste-Hülshoff. "Jedem Kind seine Stimme" wird von der Universität Münster wissenschaftlich begleitet. Erfahrungen und Ergebnisse sollen Thema eines Symposiums - geplant für Mitte 2009 - sein. Der geglückte Start: 2100 täglich singende Grundschüler Seit diesem Schuljahr sind die die ersten neun Grundschulen in Münster am Start. Neun Schu- len, das heißt in Zahlen: 2100 täglich singende Schülerinnen und Schüler; 60 Lehrkräfte, die in Sachen „Singen und Stimme“ fortgebildet werden; 15 neue Schulchöre mit 500 Chorkindern. Anders ausgedrückt: Mit den neun Schulen erhalten 22 Prozent aller Grundschüler in Münster ein Stück elementarer musikalischer Bildung. In einem Informationstreffen für interessierte Grundschulleitungen, das am 13.3. in Kinderhaus stattfand, haben bereits neun weitere Schulen konkret den Einstieg für das Schuljahr 2008/09 erklärt. Die Fortbildung der dafür benötigten Chorlehrkräfte an der WSfM läuft auf Hochtouren. Das Modell „Jedem Kind seine Stimme“ wird nicht allein vom Land, der Sparkasse Münsterland Ost und der Stadt Münster als wegweisend angesehen. Es könnte eine viel versprechende, auch auf andere Städte übertragbare „westfälische“ Variante oder Ergänzung des zunächst auf die Ruhr-Region fokussierten Projektes „Jedem Kind ein Instrument“ sein. 2. Erster Preis im NRW-Wettbewerb „klasse musiziert“ für Streicherklasse an der Wartburg-Grundschule Sieben Bläser- und acht Streicherklassen aus NRW trafen sich am 9. März zum Wettbewerb "klasse musiziert!" Zum dritten Mal hatte die Musikschule Lüdenscheid, der Landesmusikrat NRW, der Verband Deutscher Schulmusiker NRW und der Landesverband der Musikschulen in NRW in das Bergstadt-Gymnasium Lüdenscheid eingeladen. Zum ersten Mal mit dabei: die Streicherklasse der Wartburgschule mit ihren Instrumentallehrern Anke Solle und Burkhard Heidbrink. Ein mutiger Schritt, wie Anke Solle mit leichtem Schrecken feststellte, als sie die Liste der angemeldeten Streicherklassen erhielt: die Wartburgschule war neben sieben Gymnasien die einzige Grundschule in der Kategorie! Doch stolz auf ihre "Ge- meinschaftsmusik" ließen sich die 24 Viertklä ssler und ihre Lehrer davon nicht beirren. Souve- rän meisterten sie ihren großen Auftritt vor der Jury. Entsprechend groß war der Jubel, als der erste Preis für die Wartburgschule mit den jüngsten Teilnehmern ihrer Kategorie verkündet wurde. Lediglich ein Gymnasium aus Siegen hatte auch einen 1. Preis erhalten. Die Streicherklasse an der Wartburgschule erhält seit Sommer 2006 Unterricht im Klassenver- band nach der so genannten Rolland-Methode. Wesentliches Merkmal der Methode ist das Ar- 3 V/0310/2008 beiten mit einer heterogenen Großgruppe, in der die vier verschiedenen Streichinstrumente von der ersten Stunde an ein Orchester bilden. Da bei der Gruppengröße von mehr als 20 Schülern eine Lehrkraft unmöglich verantwortlich allein unterrichten kann, prägt Team-Teaching den Un- terricht entscheidend. Seit 2004 bietet die Musikschule diese Unterrichtsform an der Wartburg- schule und Norbertschule mit großem Erfolg an. 3. Erster Preis im NRW Orchesterwettbewerb für das Jugendkammerorchester der WSfM Das Westfälische Jugendkammerorchester wurde im Mai 2007 von Tor Song Tan gegründet. Bereits im November des gleichen Jahres gewann das Orchester beim 7. Landeswettbewerb NRW den 1. Preis. Einen Monat später, im Dezember, erschien die erste CD-Aufnahme des 38-köpfigen Orchesters. Zusammen mit dem Westfälischen Jugendsinfonieorchester unter- nahm das Ensemble im November eine erfolgre iche Konzertreise nach Tunesien. Für Herbst 2008 ist über das Goethe-Institut eine Konzertreise nach Malaysia geplant. Dem Erfolg liegt eine langjährige, intensive Streicherarbeit an der Westfälischen Schule für Mu- sik zugrunde, die dem Ensemblespiel von Anfang an einen hohen Stellenwert einräumt. So er- spielt sich auch das Kinderorchester "Junges Streichorchester" regelmäßig Auszeichnungen bei den Orchesterwettbewerben auf Landes- und Bundesebene. 4. 19 erste Preise beim Landeswettbewerb „Jugend Musiziert“ NRW, davon drei in Kooperation mit den Hochschulen Münster und Detmold Die Bilanz kann sich sehen lassen. Beim 45. Landeswettbewerb "Jugend musiziert", der vom 5. bis 9. März in Münster stattfand, holten Schülerinnen und Schüler der Musikschule 19 erste Preise, 3 zweite und 2 dritte Preise. Für 11 von ihnen heißt es jetzt "nach dem Wettbewerb ist vor dem Wettbewerb". Denn sie er- spielten sich mit dem 1. Preis eine Weiterleitung zum Bundeswettbewerb, der vom 10. bis 17. Mai in Saarbrücken über die Bühne gehen wird. Alle münsteraner Teilnehmer am Bundeswett- bewerb sind Schülerinnen und Schüler der WSfM. Drei weitere erste Preise gingen auch an Charlotte Jonen, Rica und Patrick Schultes, die als Jungstudierende ihren Unterricht an den Hochschulen Detmold und Münster erhalten, aber ak- tive Mitglieder in Orchestern der Musikschule sind. In einer Zeit, die geprägt ist von Kosten– und Leistungsvergleichen - inter kommunal aber auch unter den kommunal geförderten Musikschulen innerhalb Münsters -, zeigt die Westfäli- sche Schule für Musik hiermit, welche Qualitäten nur eine öffentlich geförderte, ausreichend mit festangestelltem Personal und den notwendigen Ressourcen für Führung und Innovation ausgestattete Großstadt-Musikschule gewährleisten kann. In Vertretung Dr. Andrea Hanke Stadträtin 4 V/0310/2008
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (1)
- Kinderhaus
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Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0310/2008
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 30.04.2008
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37