V/0648/2010
Verzicht auf Umbenennung der Straße Carl-Neuendorff-Weg
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Beschlussvorlage
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V/0648/2010 DER OBERBÜRGERMEISTER Vermessungs- und Katasteramt Betrifft Verzicht auf Umbenennung der Straße Carl-Neuendorff-Weg Beratungsfolge 04.11.2010 Bezirksvertretung Münster-West Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Dem Vorschlag, den Carl-Neuendorff-Weg in Karl-Heinz-Garbe-Weg umzubenennen, wird nicht gefolgt. 2. Die Anregung nach § 24 der Gemeindeordnung lfd. Nr. 63/2010 ist damit erledigt. II. Kosten/Folgekosten Es entstehen keine Kosten und keine Folgekosten. Begründung: Am Samstag, dem 08.05.2010, berichtete die Münstersche Zeitung über Vorwürfe, die ein ehemaliger Messdiener aus Nienberge gegen den damaligen Jugendkaplan Carl Neuendorff erhoben hat (Siehe Anlage 1). Carl Neuendorf war von 1953 bis 1976 Pfarrer der Kirchengemeinde St. Sebastian in Nienberge. Nach ihm ist am 21.08.2008 der Carl-Neuendorff-Weg benannt worden. Mit Schreiben vom 14.05.2010 beantragte Prof. Dr. Karlheinz Nagels, Waldweg 13 in Münster, den Carl-Neuendorff-Weg umzubenennen, falls sich die Beschuldigungen gegen Pfarrer Carl Neuendorff als richtig herausstellen (Anlage 2). Zu den Vorwürfen wurde der Vorsitzende der Bischöflichen Kommission für Fälle sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen um Stellungnahme gebeten. Pfarrer Dr. Hans Döink teilte mit Schreiben vom 29.06.2010 mit, der Kommission seien „keinerlei andere Beschuldigungen ge- gen Pfarrer Neuendorf bekannt geworden.“ Dr. Döink verwies auf weitergehende Nachfor- schungen in Waltrop, in Velen und in Nienberge, die „nicht den geringsten Hinweis auf Vorlagen-Nr.: V/0648/2010 Auskunft erteilt: Herr Zimmermann Ruf: 492 62 42 E-Mail: ZimmermannBernhard@stadt-muenster.de Datum: 26.08.2010 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0648/2010 ähnliche Übergriffe“ ergeben haben. Da Pfarrer Neuendorff bereits seit 1987 verstorben ist, werde die Kommission den Beschuldigungen nicht nachgehen. Nachdem die Vorwürfe gegen Pfarrer Neuendorff nicht bestätigt wurden, gibt es keinen An- lass, den Carl-Neuendorff-Weg umzubenennen. In Vertretung Schultheiß Stadtdirektor Anlagen: 1. Zeitungsartikel der Münsterschen Zeitung am 08.05.2010 2. Anregung nach § 24 GO Nr. 63/2010
Zeitungsartikel-der-MZ-08-05-2010
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Der Carl-Neuendorf-Weg im Nienberger Neuba vorgeworfen werden. Vermessungs- u. Katasteramt Eıng Carl-Neuendorff-Weg Carl Neuendorff (1906-198) Pfarr era Kirchengemeinde St. Sebastian 153-1976 ugebiet ist nach dem Pfarrer bena 19 MAI 201 m innt, dem jetzt unter anderem sexuelle Übergriffe MZ-Foto Böckling Schlimme Erinnerungen Früherer Nienberger Pfarrer der Gewalt und sexueller Übergriffe beschuldigt NIENBERGE » Die Vorwürfe wiegen schwer: Von Miss- handlungen ist die Rede und sogar von sexuellen Übergriffen. Die Klagewelle mit Berichten unglaubli- cher Vorkommnisse, sie ha- ben nun auch die Pfarrge- meinde St. Sebastian er- reicht. Ankläger ist ein ehemaliger Messdiener aus Nienberge. Er berichtet, wie er von einem Geistlichen gepeinigt worden sei. Einem Priester, nach dem eine Straße im Neubaugebiet am Waltruper Weg benannt ist: Carl Neuendorff. Lange hat sich Hinrich Schwarthoff Gedanken ge- acht: „Sollte ich jetzt auch - wie viele andere es tun - meine Erfahrungen mit ei- nem katholischen Priester und die Gründe, die zu mei- nem Austritt aus der Glau- bensgemeinschaft geführt hatten, an die Öffentlichkeit bringen?“ Schließlich lägen die Geschehnisse fast 60 Jah- re zurück. Verschiedene Gründe hätten ihn zunächst dazu veranlasst, zu schwei- gen. Doch nach diversen Auf- rufen aus Kirche und Politik, derartige Vergehen zu mel- den, habe er sich doch dazu entschieden, sich zu „outen“. Hinrich Schwarthoff erin- nert sich an die Jahre 1949 bis 1951: „Als Messdiener und Mitglied der katholi- schen Jungschar wurde ich häufig von unserem damali- gen Jugendkaplan Carl Neu- endorff in seine Wohnung einbestellt und geschlagen.“ Dabei habe der Geistliche „in meinen Augen lächerliche Vergehen“ ge- dieser Art seien gefolgt. An alle Anlässe, die zu den har- ten Strafmaßnahmen führten, kann sich Hinrich Schwart- hoff heute nach 60 Jahren aber nicht mehr erinnern. Der Entschluss Schwart- hoffs, aus der Kirche auszu- treten, reifte im August 1951. Als 13-Jähriger habe er weite- re Übergriffe Neuendorffs er- tragen müssen. So wie auf ei- nem Messdiener-Ausflug. „Begeistert nahm ich an die- ser Fahrt teil“, sagt der An- kläger. „Bis zu MULZt, ÄIe N Panennneensneeunnnennsnennensennne dem _ Zeit- wohl durch Er warf mir vor, ein obszö- punkt, an dem die Beichte er- nes Wort benutzt zu haben. Neuendorff fahren habe. HINRICH SCHWARTHOFF mir nach Be- An einem men (€ zug der Scheu- Nachmittag ne eines Bau- habe ihn Neuendorf in seine Wohnung zitiert, sagt der frü- here Messdiener: „Er warf mir vor, ein obszönes Wort benutzt zu haben, und for- derte mich auf, meine Hose herunterzuziehen.“ Anschlie- ßend habe der Pfarrer ihm „etwa fünf oder sechs Schlä- ge mit seiner riesigen Pranke auf das nackte Gesäß“ ver- setzt. Weitere Prügelaktionen ern bedeutete, zu ihm in den Schlafsack zu kommen.“ Den Mut sich zu weigern, habe er damals nicht aufgebracht. Zwar habe ihn der Pfarrer nicht angefasst, eindeutig ge- spürt habe er ihn aber den- noch. Ähnliche Vorkommnis- se habe es bei einer weiteren Fahrt gegeben. Auf Unterstützung seiner Eltern habe er vergeblich ge- hofft: „Nach Abschluss der Fahrt vertraute ich mich mei- ner Mutter an. Sie befahl mir in ernstem Ton und unter An- drohung von Strafe dazu zu schweigen.“ Tief enttäuscht Enttäuscht zeigt sich Schwarthoff von der Reakti- on Dr. Hans Döinks, seit 2007 bischöflicher Beauftragter zur Klärung von Missbrauchsfäl- len, als er diesem von den Vorfällen berichtet habe: „Er meinte nach freundlicher An- hörung meiner Aussagen, dass er meine Geschichte schlimm fände und er mir al- les Gute wünsche, aber er müsse weg.“ Eine Aussage, die Dr. Dö- ink so nicht stehen lassen möchte: „Er hat uns weder seine Adresse hinterlassen noch uns mitgeteilt, was er denn überhaupt möchte.“ Zudem sei der betroffene Pfarrer seit Jahren tot. Schon allein aus diesem Grund sei eine Strafverfolgung gar nicht mehr möglich. = Kay.Boeckling muensterschezeitung.de
Antrag-Nr-63-2010
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Anregung Nr. 63/2010
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (3)
- Carl-Neuendorff-Weg
- Waldweg 13
- Waltruper Weg
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Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0648/2010
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 03.09.2010
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37