2021/2025
Verbraucherberatung im Quartier: Jahresbericht 2024
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Anlage - Jahresbericht 2024
68470 Zeichen
Seite 1
Verbraucherberatung
im Quartier Köln
Im Quartier.
Für Sie.
Da.
Seite 2
Inhaltsverzeichnis
1 Übergeordnete Ziele der "Verbraucherberatung im Quartier".............................................1
2 Überblick Input/Ressourcen....................................................................................................2
3 Überblick: Outputs/Leistungen nach Ziel...............................................................................6
Übergeordnetes Ziel 1: Niederschwelliger und frühzeitiger Zugang zu rechtlicher
Beratung und Vertretung für Bürger:innen, die den Weg nicht oder nur schwer in eine
Beratungsstelle der Verbraucherzentrale finden..................................................................6
Übergeordnetes Ziel 2: Kooperative Vernetzung und Synergienutzung vorhandener
Strukturen, um die bestehenden Hilfen und Angebote bestmöglich miteinander zu
vernetzen und die Maßnahmen bedarfsgerechter, passgenauer und wirkungsvoller
auszurichten.......................................................................................................................18
Übergeordnetes Ziel 3: Präventiv tätig werden und durch Bildung und Information dazu
beitragen, dass bestimmte Probleme im Verbraucheralltag gar nicht erst auftreten und das
Selbsthilfepotential gestärkt wird........................................................................................30
Übergeordnetes Ziel 4: Sensor- und Frühwarnfunktion mit Blick auf
verbraucherrechtliche Fallstricke, um diese bereits in der Entstehung zu unterbinden.....36
Übergeordnetes Ziel 5: Entwicklung von Strategie und Ansatzpunkten zur Erhöhung der
Reichweite mit dem Ziel, eine präventive Wirkung des aufsuchenden Arbeitsansatzes in
allen 15 Kölner Sozialräumen zu entfalten.........................................................................40
Übergeordnetes Ziel 6: Identifizierung von strukturellen Problemlagen, Lücken im
Hilfesystem, Handlungsempfehlungen an die Stadt Köln.................................................. 41
"Verbraucherberatung im Quartier": Rückblick 2024 und Ausblick 2025............................43
Seite 1
1 Übergeordnete Ziele der
"Verbraucherberatung im Quartier"
• Sitzung des Beirats in der
Verbraucherzentrale Köln
• Auswertung identifizierter
Problemlagen und deren Aufbereitung
für Handlungsempfehlungen an Politik
und Verwaltung
• Gute Erreichbarkeit per Telefon und
Email
• Zielgruppengerechte persönliche
Ansprache
• Jede:r ist erstmal richtig –
Lotsenfunktion
• Flexible Ausrichtung auf aktuelle
Bedarfe
• Aufbereitung von Informationen,
Musterbriefen und Checklisten zu
unseriösen Geschäftspraktiken in
einfacher Sprache, teils mehrsprachig
• Verbreitung über Infostände / digitale
Wege / sonstige Aktionen und
Multiplikator:innen
• Kontinuierlicher Austausch mit
Akteur:innen im Stadtteil
• qualifizierte gegenseitige Verweise
• Information, inhaltlicher Austausch
• Multiplikator:innen-Schulung
• Anknüpfung an integriertes Handlungskonzept
• Verbesserte Vernetzung der Hilfs- und Unterstützungsangebote
• Nachhaltiger Beitrag zur sozialen Stabilisierung
• Bedarf an kommunalen Transferleistungen wird mittelfristig reduziert
• Infos und Aktionen da, wo die
Menschen sind
• niederschwellige Bildung zu Themen
praktischer Bedeutung
• flexible Ausgestaltung der Bildungs-
formate z.B. mit Übersetzung
• Vernetzung mit Sozialraumkoordination
• Angebotsvorstellung in
Sozialraumkonferenzen
• Zurverfügungstellung von
Frühwarnmaterialien zum Einsatz in
allen Sozialräumen
• Quartiers-Newsletter
• Gute Erreichbarkeit per Telefon und
Email
• Zielgruppengerechte persönliche
Ansprache
• Jede:r ist erstmal richtig –
Lotsenfunktion
• Flexible Ausrichtung auf aktuelle
Bedarfe
• Aufbereitung von Informationen,
Musterbriefen und Checklisten zu
unseriösen Geschäftspraktiken in
einfacher Sprache, teils mehrsprachig
• Verbreitung über Infostände / digitale
Wege / sonstige Aktionen und
Multiplikator:innen
• Kontinuierlicher Austausch mit
Akteur:innen im Stadtteil
• qualifizierte gegenseitige Verweise
• Information, inhaltlicher Austausch
• Multiplikator:innen-Schulung
• Sitzung des Beirats in der
Verbraucherzentrale Köln
• Auswertung identifizierter
Problemlagen und deren Aufbereitung
für Handlungsempfehlungen an Politik
und Verwaltung
• Anknüpfung an integriertes Handlungskonzept
• Verbesserte Vernetzung der Hilfs- und Unterstützungsangebote
• Nachhaltiger Beitrag zur sozialen Stabilisierung
• Bedarf an kommunalen Transferleistungen wird mittelfristig reduziert
• Infos und Aktionen da, wo die
Menschen sind
• niederschwellige Bildung zu Themen
praktischer Bedeutung
• flexible Ausgestaltung der Bildungs-
formate z.B. mit Übersetzung
• Vernetzung mit Sozialraumkoordination
• Angebotsvorstellung in
Sozialraumkonferenzen
• Zurverfügungstellung von
Frühwarnmaterialien zum Einsatz in
allen Sozialräumen
• Quartiers-Newsletter
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2 Überblick Input/Ressourcen
Ansatz der „Verbraucherberatung im Quartier“
Mit Mitteln des Ministeriums für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-
Westfalen (seit 2015) und der Stadt Köln (seit 2017) hat die Verbraucherzentrale NRW die
Möglichkeit in strukturschwachen Stadtquartieren Verbraucher:innen direkt in ihrem Lebensumfeld
zu unterstützen.
Zentrale Zielgruppen sind Verbraucher:innen, die de n Weg in die Beratungsstelle der
Verbraucherzentrale in der Kölner Innenstadt nur schwer oder gar nicht finden und vielfach multiple
Problemlagen haben. Hierzu zählen insbesondere Armu tsbetroffene, Erwerbslose, Menschen mit
geringen Deutschkenntnissen, Ältere, Jugendliche oder junge Erwachsene und Menschen mit
Beeinträchtigungen.
Seit September 2015 bietet die Verbraucherzentrale NRW in Köln neben der Beratungsstelle in der
Innenstadt ein Angebot in den Sozialräumen Chorweiler, Blumenberg und Seeberg-Nord,
Höhenberg und Vingst, Kalk sowie Humboldt-Gremberg an. Im direkten Wohnumfeld ist die
"Verbraucherberatung im Quartier" niederschwellig a nsprechbar. Beraterinnen mit
Rechtsberatungsbefugnis bieten verbraucherrechtlich e Beratungen in wöchentlichen
Sprechstunden an und übernehmen die außergerichtlic he rechtliche Vertretung. Präventions- und
Bildungsarbeit vor Ort wird geleistet und an Aktion en und Festen teilgenommen. Die
"Verbraucherberatung im Quartier" ist in den jeweil igen Sozialräumen gut vernetzt und ein fester
Bestandteil der Unterstützungslandschaft.
Seit 2020 werden geeignete Strategien und Ansatzpun kte zur Erhöhung der Reichweite mit dem
Ziel entwickelt, eine präventive Wirkung in allen Kölner Sozialräumen zu entfalten.
Ressourcen und Team der
"Verbraucherberatung im Quartier":
• eine Planstelle Teamleitung
• zwei Planstellen Beratungskraft
• eine 0,5 Planstelle Assistenz
• zweistündige Honorar-Rechtsanwaltstätigkeit pro Woche
• eine ehrenamtliche Verbraucherbegleitung (seit 2021)
• nach Bedarf Aushilfen
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Die Teamleitung ist disziplinarische Personalvorgesetzte für das Team der Verbraucherberatung im
Quartier, sie begleitet die strategische Weiterentw icklung der aufsuchenden Verbraucherarbeit in
Köln und ist für systematische Auswertung identifiz ierter Problemlagen und deren Aufbereitung für
Handlungsempfehlungen an Verwaltung und Politik zus tändig. Ferner obliegt ihr die
Reichweitenerhöhung in weitere Sozialräume durch en tsprechende Öffentlichkeitsarbeit und eine
gute Vernetzung mit den Sozialraumkoordinator:innen und weiteren Schlüsselpersonen in den
Sozialräumen. Auch die Erstellung regelmäßiger News letter mit aktuellen und
zielgruppenspezifischen Informationen für Kooperati onspartner:innen und Multiplikator:innen, die
überwiegend Angebote insbesondere für verletzlichen Verbraucher:innen vorhalten, gehört zu
ihrem Aufgabenbereich.
Die Beratungskraftstellen werden durch zwei Teilzeitmitarbeiterinnen und eine Mitarbeiterin in
Vollzeit besetzt. Die Mitarbeiterinnen werden in Ch orweiler/ Blumenberg/ Seeberg-Nord,
Höhenberg/ Vingst, Kalk und Humboldt-Gremberg schwe rpunktmäßig so eingesetzt, dass jeweils
eine Verbraucherberaterin "das Gesicht der Verbrauc herzentrale" in einem Sozialraum darstellt.
Denn eine präsente Vertrauensperson ist für die Arbeit im Quartier wichtig, da sie die
Hemmschwelle der Bewohner:innen zur Angebotsnutzung senkt. Chorweiler/Blumenberg/Seeberg-
Nord sowie Höhenberg/Vingst werden von je einer Kollegin mit einem halben Stellenanteil betreut.
Die Kollegin in Vollzeit kümmert sich vorrangig um die Sozialräume Kalk und Humboldt-Gremberg.
Zwischen Höhenberg/Vingst, Humboldt-Gremberg und Kalk gibt es im Stadtbezirk Köln-Kalk
übergreifende Strukturen innerhalb der Akteurenland schaft und hinsichtlich diverser Arbeitskreise
und -konferenzen. Dahingehende Aktivitäten werden mit dem vollen Stellenanteil abgedeckt.
Die Verbraucherberaterinnen vertreten sich nach Mög lichkeit gegenseitig bei Urlaub, Krankheit
oder Fortbildungen und unterstützen sich bei besond erer Arbeitsbelastung, um eine verlässliche
Erreichbarkeit in den Sprechstunden vorzuhalten, Na chfragen zu bedienen oder Aktionen durch-
zuführen. Um eine ausreichende Infostandbesetzung v on mindestens zwei Personen bei Festen
sicherzustellen, kommt in der Regel zusätzlich eine teamexterne Aushilfe hinzu.
Im Januar 2024 übernahm eine neue Kollegin die Voll zeitstelle und es bedurfte zunächst einer
soliden Einarbeitung in die Themenvielfalt der Bera tungs-, Präventions- und Bildungsangebote,
der Instrumente sowie in die sozialraumbezogene Aktions- und Öffentlichkeitsarbeit der
Verbraucherzentrale in Köln. Ferner musste die neue Kollegin die so genannte Vollumfängliche
Rechtsbesorgungsbefugnis im Rahmen eines einjährige n Fernlehrgangs erlangen. Diese
Ausbildung erfolgt in Zusammenarbeit mit dem vzbv-Bundesverband und ist Voraussetzung für die
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Durchführung einer individuellen Rechtsberatung und -vertretung bei der Verbraucherzentrale.
Damit dennoch die Sprechstunden im Sozialraum Kalk/ Humboldt-Gremberg weiterhin möglichst
niederschwellig vorgehalten werden konnten, unterst ützte eine juristisch sehr erfahrene
Mitarbeiterin der Allgemeinen Verbraucherberatung i n Köln das Quartiersteam in der
Rechtsberatung und -vertretung.
Im Januar 2024 startete auch die neue Teamleiterin. Doch leider musste die Kollegin uns aus
persönlichen Gründen zu Ende März bereits wieder ve rlassen. Aus sehr verschiedenen Gründen
konnte die vakante Stelle der Teamleitung im Laufe des Berichtsjahres nicht nachbesetzt werden.
Die Leiterin der Kölner Beratungsstelle der Verbraucherzentrale NRW übernahm daher
interimsmäßig auch die disziplinarische und inhaltl iche Führung des Teams der
Verbraucherberatung im Quartier. Begleitet wurde sie von der für Köln zuständigen Regionalleiterin
der Verbraucherzentrale NRW insbesondere bei konzep tionellen und qualitätssichernden
Maßnahmen.
Erst im Februar 2025 konnte die Stelle der Teamleitung neu besetzt werden.
Auch im Jahr 2024 unterstützte eine Ehrenamtlerin stundenweise die hauptamtliche Beratungskraft
am Standort Chorweiler. Sie gab Verbraucher:innen i n Rücksprache mit der Verbraucherberaterin
praktische Hilfestellungen bei den vielfältigen Anf orderungen des Konsumalltags. Dies kann das
Sortieren von Vertragsunterlagen oder das Abschreiben von Musterbriefen sein, um etwa Verträge
zu widerrufen. Auch bei Veranstaltungen und Aktionen unterstützte sie engagiert die hauptamtliche
Mitarbeiterin. Die Ausweitung des Ehrenamts auf wei tere Sozialräume scheiterte bislang leider an
geeigneten Interessent:innen.
Ein Honoraranwalt der Verbraucherzentrale NRW übern ahm stundenweise vorrangig besonders
komplexe Rechtsfälle oder Themen außerhalb der aktuellen Rechtsberatungsbefugnis der
Mitarbeiterinnen. Er führte die Kommunikation mit d er Anbieterseite. Die Verbraucherberaterinnen
führten im Anschluss die niederschwellige Kommunika tion mit den Ratsuchenden und
„übersetzten“ komplexe rechtliche Sachverhalte, die für den weiteren Beratungsverlauf notwendig
sind.
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Statistische Erfassung
Im Vertrag zwischen der Stadt Köln und der Verbrauc herzentrale NRW zur
"Verbraucherberatung
im Quartier" vom 17.07.2019 wurde in § 5 festgehalt en, dass „ein übersichtliches Erhebungsraster
zu noch zu vereinbarenden Kennziffern der "Verbraucherberatung im Quartier" zu entwickeln sei ,
welches Aussagen zur Erfolgsbilanz der Arbeit und zu deren Wirkungen in den jeweiligen
Sozialräumen ermöglicht“. Und dass dieses in den Jahresbericht integriert wird.
Die Orientierung an den übergeordneten Zielen 1 bis 6 soll eine Aussage ermöglichen, wie sich die
Erfolge der aufsuchenden Verbraucherarbeit in den Sozialräumen abgebildet und welche
strukturellen Problemlagen in den Blick genommen we rden sollten. Grundlage für die Ableitung
aus der Praxissicht sind sowohl qualitative als auch quantitative Indikatoren.
Verbraucherrechtliche Anliegen werden in einem elek tronischen Statistiksystem der Verbraucher-
zentrale NRW erfasst. Die Daten werden von der Grup pe Controlling der Verbraucherzentrale
NRW aufbereitet und auf Plausibilität geprüft. Mit Abschluss eines Verbraucherfalles wird manuell
in einer Übersichtstabelle nach "erfolgreich" oder "nicht erfolgreich/ohne Ergebnis" kategorisiert.
Zu den Zielen der "Verbraucherberatung im Quartie r" gehören ferner u. a. der Aufbau und die
Pflege einer bedarfsgerechten Verweisstruktur sowie die Bildungs- und Präventionsarbeit. Die
Führung und Auswertung einer Aktionstabelle soll da zu beitragen, Aussagen über das Erreichen
der Zielsetzung zu treffen. In dieser Tabelle werden Veranstaltungen und Aktionen in den
Quartieren und die Beteiligung von Seiten der Verbr aucher:innen und Kooperationspartner:innen
festgehalten.
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3 Überblick: Outputs/Leistungen nach Ziel
Übergeordnetes Ziel 1: Niederschwelliger und frühzeitiger Zugang zu
rechtlicher Beratung und Vertretung für Bürger:inne n, die den Weg nicht
oder nur schwer in eine Beratungsstelle der Verbraucherzentrale finden
Tabelle 1: Anzahl (n) der jeweiligen Anliegen für die "Verbraucherberatung im Quartier" 2024
Anliegen gesamt (n) Chorweiler (n) Kalk,
Hum.-Grem. (n)
Höhenberg-
Vingst (n)
Gesamt 728 208 236 284
Verweis 102 32 56 14
Auskunft 94 25 31 38
Rechtsbesorgung 532 151 149 232
Rechtsberatung 255 73 71 111
Folgerechtsberatung 63 8 19 36
Rechtsvertretung 182 67 51 64
Folgerechtsvertretung 32 3 8 21
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Diagramm 1: Rechtsbesorgungen1 (n) nach Thema für "Verbraucherberatung im Quartier"
Diagramm 2: Rechtsbesorgungen (%) nach Thema für einzelne Quartiersstandorte
1 "Rechtsbesorgungen" umfassen alle Rechts- und Folg eberatung sowie Rechts- und Folgerechtsvertretung
Kalk /
Humboldt-Gremberg
Höhenberg
Vingst
Chorweiler
Energie und Wasser
Alltagsverträge
Telekommunikation und Digitales
Reise/Mobilität
Handwerker und Kundendienste
Finanzierungen
Zahlungsverkehr
Sonstige
0
50
100
150
200
250
300
246
167
94
2 5 5 11 2
Rechtsbesorgungen
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Verbraucherberatung im Quartier bleibt eine vielgefragte Anlaufstelle in den Sozialräumen
Mit insgesamt 728 Verbraucheranliegen blieb die „Ve rbraucherberatung im Quartier“ auch im Jahr
2024 ein wichtiger Teil der Beratungsinfrastruktur in den Stadtteilen, auch wenn die Anzahl der
Beratungen zurückgegangen ist. Dafür gibt es einige strukturelle und vor allem personelle Gründe.
Die neue Vollzeitmitarbeiterin musste zunächst – wie oben beschrieben – den Fernlehrgang
absolvieren. Durch die eingesetzte Mitarbeiterin des Kölner Beratungsteams erhielten die
Sozialraumbewohner:innen kompetente und bedarfsgerechte Unterstützung in wichtigen und
dringenden Rechtsanliegen, gleichwohl waren die Kap azitäten begrenzter.
Sozialraumbewohner:innen, die ein dringendes energierechtliches Anliegen hatten, wurden
teilweise in die Sprechstunde nach Höhenberg-Vingst oder in die Beratungsstelle an der
Frankenwerft gelotst.
Die Stelle der Teamleitung war über viele Monate hinweg nicht besetzt. Die befristete
Stellenaufstockung mit zehn Wochenstunden, die in 2023 mit kommunalen Zusatzmittel im
Rahmen der Energiepreiskrise gelang, gab es in 2024 nicht mehr, da keine Teilzeitmitarbeiterin in
der Verbraucherberatung im Quartier aufstocken konnte.
Die Anzahl der aufwendigen Rechtsbesorgungen blieb trotz dieser personellen Umstände mit 532
hoch. Es wurden 318 Rechtsberatungen durchgeführt, davon war etwa ein Viertel
Folgeberatungen. Letztere werden immer dann statist isch erfasst, wenn es im vorliegenden Fall
einen neuen Aspekt zu beraten gilt. Abgebildet wird dagegen nicht der Aufwand, den die
Aktenbearbeitung nach sich zieht. Circa zwei Drittel der Rechtsberatungen (214) zogen eine
umfangreiche Rechtsvertretung nach sich.
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Diagramm 3: Verweis und Auskunft (n) nach Thema für "Verbraucherberatung im Quartier"
Energiekosten bleiben das zentrale Thema in allen Sozialräumen
Auch 2024 blieb das Thema (nicht)bezahlbare Energie das Leitmotiv in der Beratung, auch wenn
es sich von Sozialraum zu Sozialraum unterschied. D ie Rechtsvertretungen zu energierechtlichen
Anliegen waren dabei durchweg komplex und die Verha ndlungen mit Energieversorgern zogen
sich regelmäßig über mehrere Wochen hin. Fragen zu Abrechnungen und rechtlichen Fallstricken
sowie nach Hilfestellungen in finanziellen Notlagen dominierten dabei die Beratungs- und
Präventionsarbeit. Viele der Ratsuchenden hatten Schwierigkeiten, die Energielieferverträge
rechtlich zu verstehen und daraus ihre Pflichten abzuleiten. Regelmäßig wurden die Schreiben der
Energieversorger mit der Ankündigung einer Preiserh öhung nicht als solche erkannt. Dies führte
dazu, dass die Betroffenen ihr Sonderkündigungsrecht nicht in Anspruch nahmen.
Verletzliche Verbraucher:innen können darüber hinau s oft schwer nachvollziehen, wie Verträge
grundsätzlich zustande gekommen sind und warum Energieanbieter Rückforderungen an sie
richten oder monatliche Abschläge erhöht werden. Be reits der Umgang mit dem Stromzähler
(Ablesen der Zählerstände) ist für viele Sozialraumbewohner:innen eine große Hürde.
Energie und Wasser
Gesundheit
Alltagsverträge
Telekommunikation und Digitales
Reise/Mobilität
BauenundWohnen
Handwerker und Kundendienste
Geldanlage/Altersvorsorge
Finanzierungen
Versicherungen
Zahlungsverkehr
Sonstige
0
5
10
15
20
25
30
35
11
8
14
1
3
28
2 2 2
5
1
25
19
7
27
7
3
6
0 0
4
8 7 6
Verweis Auskunft
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Die Bearbeitung von Energierechtsfällen ist in der Regel nicht mit einem Schreiben erledigt. Eine
Einigung zwischen der Verbraucherzentrale NRW und d em Energieanbieter kommt vielfach erst
nach mehreren Reklamationen zustande. Oft müssen zu dem mehrere Energieanbieter pro Rat-
suchenden angeschrieben werden, weil es regelmäßig zwei bis drei Anbieter und einen
Netzbetreiber gibt und somit drei bis vier Adressen in nur einem Fall mit entsprechend hohem
Rechtsvertretungsaufwand.
Exemplarische Fallbeispiele zur energierechtlichen Beratung und -vertretung
Fallbeispiel 1: E wie einfach
Der Verbraucher reklamierte eine Nachforderung über 735,56 Euro aus der Jahresabrechnung und
eine neue Abschlagsforderung in Höhe von 176 Euro. Beides war für ihn weder nachvollziehbar
noch finanzierbar. Nach unserer Überprüfung der Jah resabrechnung stellten wir fest, dass mit
einem viel zu hoch geschätzten Zählerstand am Ables eende gerechnet worden war. Daraus ergab
sich ein viel zu hoch geschätzter jährlicher Energi everbrauch, aus dem sich der zu hohe neue
Abschlag ergab.
Nach entsprechender Reklamation wurde der Abschlag angemessen reduziert und die
Jahresabrechnung korrigiert. Der Verbraucher erhielt eine Gutschrift.
Präventiv haben wir unserem Mandanten die wesentlic hen Grundlagen des Stromvertrags erklärt.
Diese waren ihm in keiner Weise bekannt.
Fallbeispiel 2: Zählerverwechslung
Der Verbraucher kam mit einem Dolmetscher zur Beratung und teilte mit, dass er an zwei
Stromanbieter Zahlungen leisten muss. Nach umfangre icher Überprüfung der Unterlagen stellten
wir fest, dass der Ratsuchende seit über einem Jahr Strom für einen Zähler bezahlt, welcher nicht
zu seiner Wohnung gehört. Der Grundversorger wandte sich nun an unseren Mandanten und stellte
ihm den Stromverbrauch laut dem richtigen Zähler fü r das vergangene Jahr in Rechnung und
forderte einen hohen Abschlag für den aktuellen Str omverbrauch. Die Zählerverwechslung ergab
sich laut unserer Recherche aus der Mitteilung der falschen Zählernummer von Rheinenergie an
Eprimo.
Wir konnten erreichen, dass die Zahlungen an Eprimo auf die richtige Zählernummer unseres
Mandanten gebucht wurden und die Rheinenergie erst im Anschluss an Eprimo die Belieferung des
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richtigen Zählers abrechnete. Dadurch reduzierte si ch die Forderung der Energieanbieter gegen
unseren Kunden um mehr als 1000 Euro. Im Zuge der R echtsbesorgung wechselte unser Mandant
auch in den Sondervertrag der Rheinenergie, was ihm zusätzliche finanzielle Entlastung brachte.
Besonders brisant ist in diesem Fall, dass der Kunde ohne die von uns erreichte Einigung
zwischen den Energieanbietern, voraussichtlich kein e Möglichkeiten gehabt hätte, die
Stromzahlungen für den Stromzähler, welcher nicht zu seiner Wohnung gehört, erstattet zu
bekommen.
Unser Mandant hätte zwar Rückerstattungsansprüche g egen denjenigen gehabt, der den Strom
verbraucht hat. Allerdings hätte er diesen Anspruch aus mannigfaltigen Hürden voraussichtlich
nicht durchsetzen können: Der Kunde spricht kein D eutsch und verfügt über zu geringe finanzielle
Mittel, um einen Anwalt zu engagieren. Er hätte nic ht gewusst, wie der Verbrauch des gezahlten
Stroms zu ermitteln gewesen wäre. Außerdem wohnt un ser Mandant in einem Haus mit ständig
wechselnden Bewohner:innen mit dem geringen oder keinem Einkommen. Selbst wenn er
Beratungskostenhilfe erhalten hätte und die Persone n hätte ermitteln können, welche den Strom
genutzt haben, hätte eine sehr große Wahrscheinlich keit bestanden, dass diese die Forderung
hätten nicht zahlen können.
Fallbeispiel 3: Wenn Online-Kommunikation fehlschlägt
Anfang November 2024 kam eine Verbraucherin in die Beratung, die von Problemen mit ihrem
Stromanbieter berichtete. Zum einen lag ihr eine Rechnung vor, die sie nicht nachvollziehen
konnte. Zum anderen stiegen von Jahr zu Jahr ihre A bschlagszahlungen, was sie sich ebenfalls
nicht erklären konnte. Sowohl das mangelnde Wissen der Ratsuchenden zum Thema Energie als
auch die geringen Deutschkenntnisse stellten hier große Herausforderungen dar.
Nachdem wir mit dem Anbieter in Kontakt traten, ste llte sich heraus, dass sich unter anderem der
Preis pro Kilowattstunde seit April 2024 um 15 Cent erhöht hatte. Zudem lief jegliche
Kommunikation über E-Mails und das Kundenportal, da die Kundin einen Vertrag mit Online-
Kommunikation abgeschlossen hatte. Dessen war sich die Verbraucherin nicht bewusst. Darüber
hinaus versäumte sie es, dem Anbieter ihre neue E-Mailadresse mitzuteilen mit der Folge, dass die
Kundin unter anderem das vom Unternehmen verschickt e Preisanpassungsschreiben nicht zur
Kenntnis genommen hatte und somit auch nicht ihr Re cht auf Sonderkündigung bei Preiserhöhung
ausübte. Sie hatte sich ebenfalls nie in dem Online -Portal des Anbieters registriert und demnach
nie Ihre Vertragsdetails oder Jahresabrechnungen an geschaut. Die Verbraucherin hatte keinen
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Überblick über ihren Stromverbrauch und wusste nich t, dass beispielsweise Zählerstände an den
Anbieter mitzuteilen sind. Ihr Stromverbrauch wurde jahrelang meist nur geschätzt.
Es dauerte mehrere Wochen, bis wir alle Fragen mit der Kundin und dem Unternehmen klären
konnten. Wir vermittelten der Ratsuchenden wichtige Basiskenntnisse in Bezug auf Strom,
Abschlagszahlungen und Stromsparen, um die Handlungskompetenzen für die Zukunft zu stärken.
Zudem konnten wir erreichen, dass der Anbieter die Kundin mehrere Monate vor Vertragsende aus
dem Vertrag entlassen hat und sie zu einem günstigeren Anbieter wechseln konnte. Um zukünftige
Stromschulden zu vermeiden, wurde der Verbraucherin nahe gelegt, ihren Stromverbrauch im Blick
zu behalten, verbunden mit dem Angebot, in einigen Monaten ihren Verbrauch gemeinsam zu
überprüfen.
Fallbeispiel 4: Rheinenergie Gassperrandrohung
Dem Mandanten war beim Einzug in die neue Wohnung n icht bekannt, dass er eigenständig einen
Gasvertrag abschließen muss. Er hat deshalb ein Jah r lang Gas verbraucht, ohne es zu bezahlen.
Die darauffolgende Jahresabrechnung konnte er nicht zahlen. Bei der Überprüfung der Rechnung
stellten wir fest, dass die Verbrauchprognose viel zu gering war und der geschätzte Zählerstand
höher war, als der abgelesene Wert. Der Anbieter korrigierte die Rechnung. Wir haben eine
Ratenzahlungsvereinbarung mit festgeschriebener For derung für unseren Mandanten erreicht und
ihn hinsichtlich eines angemessenen Abschlags und Wechsel in den Sondervertrag beraten.
Im Zuge der Beratung haben wir auch seinen Stromver trag überprüft. Auch hier konnte durch eine
Anpassung des Abschlags auf den Verbrauch unseres Mandanten eine hohe Nachforderung
verhindert werden.
Beratungsnotwendigkeit zu den Alltagsverträgen hat zugenommen
Die Nachfrage rund um das Thema Energie bzw. Energi ekosten blieb zwar zentral, war dennoch
nicht die einzige Herausforderung, der sich unsere Beraterinnen stellen mussten. Die Anzahl der
Ratsuchenden, die Rechtsprobleme mit den den Alltag sverträgen vortrugen, stieg an. Dies zeigt
erfreulicherweise auch, dass die Beratungsangebote der Verbraucherzentrale NRW in den
Sozialräumen den Bewohner:innen, aber auch den Kooperationspartner:innen bekannt sind.
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Zeitschriftenabonnements
Immer wieder wenden sich Kund:innen an uns, die Rec hnungen und Zahlungserinnerungen für
angeblich abgeschlossene Zeitschriftenabonnements bekommen. In einigen Fällen war bereits ein
Inkassounternehmen eingeschaltet. Häufig zahlen Ver braucher:innen die geforderten Beträge, um
keinen Ärger zu bekommen - verbunden mit der Hoffnu ng, dass die Angelegenheit damit geklärt
sei. In der Regel folgen jedoch weitere Rechnungen, da das Abonnement vermeintlich über
mehrere Monate abgeschlossen wurde und quartalsweise gezahlt werden muss.
Wenden sich die Verbraucher:innen eigenständig an d as Unternehmen, um die Angelegenheit zu
klären, wird ihnen meist eine vermeintliche Auftrag sbestätigung zugeschickt und ihnen mitgeteilt,
dass das Abonnement erst in mehreren Monaten gekünd igt werden kann. Erst wenn sich die
Verbraucherzentrale an den Anbieter wendet und den Vertragsabschluss bestreitet, lenkt das
Unternehmen ein und storniert in der Regel den verm eintlichen Vertrag. In einigen Fällen konnten
wir auch erreichen, dass bereits gezahlte Beiträge an die Kund:innen erstattet wurden.
Fake-Shops
Internetplattformen, die mit besonders günstigen Angeboten locken, erscheinen gerade den
„verletzlichen“ Verbraucher:innen besonders attraktiv. Diese Fälle können leider von den
Verbrauchberaterinnen selten zufriedenstellend gelöst werden, wenn das Geld bereits überwiesen
wurde. Prävention und Bildung spielen hier eine eno rm wichtige Rolle wie der unten beschriebene
Fall aufzeigt:
Ein Verbraucher wollte für seinen Sohn einen E-Scooter kaufen. Im Internet fand er ein
(vermeintlich) super günstiges Angebot. Nachdem er seine Daten in die Bestellmaske eingegeben
hatte, schloss er den Bestellvorgang - “jetzt kaufe n“ - ab. Er bekam jedoch keine
Bestellbestätigung. Stattdessen eine SMS vom Anbiet er, der ihn aufforderte den Bestellvorgang
abzuschließen und ihm dafür einen 10%igen Sofort-Rabatt einräumte. Der Kunde willigte ein.
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Danach bekam er die nächste SMS:
Der Kunde reagierte diesmal nicht. Die Ware kam niemals an. Stattdessen forderte ein
Zahlungsdienstleister den Betrag zweimal für zwei R echnungsnummern. Der Verbraucher nahm
erfolglos Kontakt zum Anbieter auf. Auf der Shop-Se ite gab es kein Impressum. Es handelte sich
hier um einen Fake-Shop. Die Seite existiert mittle rweile nicht mehr. Der Verbraucher wandte sich
Rat suchend an die Verbraucherberatung im Quartier, die ein Storno der Beiträge vom
Zahlungsdienstleister erfolgreich erreichte.
Besondere Herausforderungen in der Arbeit
mit verletzlichen Verbraucher:innen
Seite 15
Die Verbraucherberaterinnen stehen regelmäßig vor der immensen Herausforderung, die
Kernanliegen der Verbraucher:innen herauszuarbeiten.
Zunächst einmal gilt es im Austausch mit den Ratsuchenden, die eigentliche Thematik des
Anliegens zu durchdringen. Im zweiten Schritt solle n die konkreten Probleme erörtert werden. Die
mitgebrachten Unterlagen sind oft nicht vollständig oder teilweise nur auf dem Smartphone
hinterlegt. In einigen Fällen liegen den Ratsuchend en gar keine Unterlagen vor, weshalb die
Fallklärung eines längeren Zeitraums bedarf.
Eine Zielgruppe mit geringem Selbsthilfepotential u nd multiplen Problemlagen erfordert zudem
eine zeitintensive Unterstützung während des Berat ungs- und Vertretungsvorgangs, u. a. weil die
Rechtssuchende die Korrespondenz mit der Anbieterse ite nicht verstehen und der Inhalt des
Briefes sowie Handlungsaufforderungen nachvollziehb ar erklärt werden müssen. Häufig müssen
sogar Schlüsselpersonen wie Multiplikator:innen, Ehrenamtliche oder etwa Familienmitglieder
des/der Ratsuchenden in den Fallverlauf miteinbezogen werden, was eine aufwändigere
Kommunikation mit allen Beteiligten bedeutet.
Nicht selten wird durch die gut gemeinte Hilfe Dritter mangels geeigneten Fachwissens den
betroffenen Verbraucher:innen sogar eher geschadet oder die Rechtslage unnötig verkompliziert.
Auch dadurch ergeben sich sehr umfassende Sachverhalte und in vielen Fällen komplexere
Problemlagen.
Häufig gestaltet sich zudem die Kommunikation mit den Kund:innen schwierig, da aus
verschiedensten Gründen auf E-Mails, Briefe und Anrufe nicht bzw. nur zeitverzögert reagiert wird.
Auch mehrfach erforderliche Versuche der Kontaktaufnahme ziehen die Bearbeitung der
Angelegenheit in die Länge.
Sprachliche Barrieren führen dazu, dass Ratsuchende ihre Anliegen nur schwer schildern können.
Mitgebrachten Dolmetscher:innen fehlt es häufig das entsprechende Basiswissen zum
Sachverhalt. Daraus erwächst die Notwendigkeit dem/der Dolmetscher:in das entsprechende
Konzept derart zu erklären, dass diese:r es korrekt übersetzt und bei der Übersetzung des
Kundenanliegens alle für die qualitätsgesicherte Be ratung wesentlichen Punkte mit transportiert
werden.
In Einzelfällen ist es erforderlich, dass die Berat er:innen fortlaufend sicherstellen, dass von den
Ratsuchenden besprochene Aufgaben erledigt und Abläufe (z.B. Zahlungsverpflichtungen)
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eingehalten werden, um eine nachhaltige und langfr istige Lösung sicherzustellen. In den Fällen,
wenn die Verbraucher:innen von Sozialarbeiter:innen begleitet werden, ist dieses Ziel einfacher zu
erreichen. Die Beraterinnen informieren zwar in die sen Situationen beide über den Fallfortgang,
was zusätzliche Zeit in Anspruch nehmen kann. Die Begleitung durch die Sozialarbeiter:innen führt
aber meistens dazu, dass die Kund:innen von der Sozialberatung im Bedarfsfall weiter zielgerichtet
unterstützt werden und somit die Fälle langfristig gut abgeschlossen werden. Hier leistet die
aufsuchende Verbraucherarbeit einen wichtigen nachhaltigen Beitrag zur sozialen S tabilisierung.
Der Bedarf an kommunalen Transferleistungen wird mi ttelfristig reduziert sowie die
Konsumkompetenz gestärkt.
Erfolgskennzahlen der rechtlichen Vertretung
Durchsetzung von Verbraucheransprüchen gegenüber dem Anbieter
In 77 Prozent der in 2024 aufgenommenen Fälle konnt en die Verbraucheransprüche im Rahmen
der Rechtsbesorgung erfolgreich durchgesetzt werden. Die Verbraucher:innen zogen einen
direkten wirtschaftlichen Nutzen aus Erstattungen, Einsparungen, abgewehrten Forderungen oder
stornierten Verträgen. Insgesamt 34. 966,60 Euro verblieben Verbraucher:innen dank erfolgreicher
Rechtsvertretungen. Sie bekamen von den Unternehmen entweder Geld zurück oder mussten
deren Forderung nicht begleichen. Dabei handelt es sich um Beiträge zwischen 20 und 9. 000
Euro.
Hinzu kamen Erstattungen aus Reklamationen bzw. dem Austausch von Haushalts- und
Elektrogeräten während der Gewährleistungszeit oder das Nachbessern von Handwerker-
leistungen. Diese Ersparnisse können nicht genau be ziffert werden. In weiteren Fällen profitierten
Ratsuchende von der Klärung der Rechtslage, auch wenn die Forderung der Gegenseite
berechtigt war. Kostenintensive Mahn- und Inkassove rfahren konnten gestoppt und potentielle
Schuldenfallen abgewehrt werden, indem Verbraucher:innen zu einem weiteren nachhaltigen
Umgang mit ihrer individuellen, wirtschaftlichen Si tuation beraten wurden (z.B. Prüfung leistbarer
Ratenzahlungsvereinbarungen, keine Zahlungen aus dem Unpfändbaren).
Zusätzlich ist davon auszugehen, dass durch die Rec htsberatung und -vertretung – unabhängig
von deren Ausgang – weitere Folgekosten vermieden w urden, da für kostenintensive Gerichts-
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verfahren keine Notwendigkeit mehr besteht. Dies en tlastet die Rechtssuchenden vom Prozess-
kostenrisiko und die öffentliche Hand von Aufwendungen für die Prozesskostenhilfe.
In elf Prozent der Fälle stand das Ergebnis zum Jah resende noch aus, da die Verhandlungen mit
Anbietern noch im Gange waren. Die weiteren zehn Pr ozent wurden ohne Ergebnis
abgeschlossen, da entweder der/die Verbraucher:in i m Fallverlauf nicht mehr erreichbar war oder
eine Reaktion der Anbieterseite trotz mehrfacher Ko ntaktversuche in Namen der
Verbraucherzentrale ausblieb. Hier musste im Einzelfall auch für weitere Erfolgsaussichten auf den
gerichtlichen Klageweg verwiesen werden.
Nicht zuletzt wurden in den Beratungssituationen Präventionsarbeit und Hilfe zur Selbsthilfe
geleistet, um die Verbraucher:innen in die Lage zu versetzen, verbraucherrechtlichen Fallen
auszuweichen oder frühzeitig rechtlichen Rat einzuholen.
Dankesnachrichten von Verbraucher:innen und Multiplikator:innen nach erfolgter Verbraucherberatung
„Dankeschön für
die vielen
hilfreichen
Informationen“
„Vielen Dank, dass Sie sich immer so
schnell zurückmelden und uns und
unseren Teilnehmenden so
unkompliziert helfen! DANKE!“
„Ich bin wirklich dankbar für
Ihre Hilfe, ich weis nicht,
was wir ohne Sie tun
würden, vielen dank
nochmals“
„Erneut vielen Dank für
die schnelle
Rückmeldung und die
hilfreichen Infos!“
„Vielen Dank für Ihre
Hilfe“
„Trotzt alledem super
nett das Sie dran
geblieben sind, kenne
ich so gar nicht, bei mir
ist eher so dad ich
hinter ran tele. Und
dann höre, es ist nicht
angekommen ect.“
„Danke für die
schnelle
Rückmeldung und
die hilfreichen
Tipps!“
Seite 18
Übergeordnetes Ziel 2: Kooperative Vernetzung und Synergienutzung
vorhandener Strukturen, um die bestehenden Hilfen und Angebote
bestmöglich miteinander zu vernetzen und die Maßnahmen
bedarfsgerechter, passgenauer und wirkungsvoller auszurichten
Tabelle 2: Kooperationen und Maßnahmen
Zielgruppe: Alle Sozialraumbewohner:innen
Kalk und Humboldt-Gremberg
Kooperationen Angebote und Maßnahmen
Außenstelle des
Interkulturellen Dienstes
(IKD)
Jede zweite Woche persönliche Sprechstunden bzw. durchgehende
telefonische und elektronische Erreichbarkeit
Lotsenfunktion, thematischer Austausch und funktionierende
Verweisstruktur zu Beratungs- und Bildungsangeboten vor Ort
Bekanntmachung von Veranstaltungen, Sprechstunden und aktuellen
Themen durch Plakataushang und
Flyerauslage
Sozialraumkoordination
Kalk
Bekanntmachung von Informationen und Frühwarnmaterialien durch
Plakataushang und Flyerauslage; mediale Streuung durch Homepage-
Einträge, E-Mail-Verteiler und Newsletter der Sozialraumkoordination;
regelmäßige Verbrauchertipps auf der Homepage der
Sozialraumkoordination
Teilnahme an der Stadtteilkonferenz
Sozialraumkoordination
Humboldt-Gremberg
Bekanntmachung von Informationen und Frühwarnmaterialien durch
Plakataushang und Flyerauslage; mediale Streuung durch Homepage-
Einträge, E-Mail-Verteiler und Newsletter der Sozialraumkoordination;
regelmäßige Verbrauchertipps auf der Homepage der
Sozialraumkoordination
Teilnahme am Runden Tisch
Seite 19
GAG Quartierstreff
Jede zweite Woche persönliche Sprechstunden bzw. durchgehende
telefonische und elektronische Erreichbarkeit
Kontaktaufnahme zur Nachbarschaft und Bewerbung des Angebotes
Warnflyer zum Thema Online-Dienstleistungen in Kalk verteilt
Gemeinwesenarbeit
Veedel e. V.
funktionierende Verweisstruktur und thematischer Austausch;
Bekanntmachung von Veranstaltungen, Sprechstunden und aktuellen
Themen
Nachbarschaftstreff;
Pavillon e.V.
Funktionierende Verweisstruktur und fachlicher Austausch;
Bekanntmachung von Veranstaltungen, Sprechstunden und aktuellen
Themen.
Diakonie
Michaelshoven
BerMico und BeWo
Lotsenfunktion, funktionierende Verweisstruktur und thematischer
Austausch
Caritas, Chancen
geben Info- und Aktionsstand „Allgemeines Verbraucherrecht“
Diakonie Jugendarbeit Lotsenfunktion, funktionieren de Verweisstruktur
Gemeinwesenbüro
Kalk-Nord
Lotsenfunktion, funktionierende Verweisstruktur, Austausch zu aktuellen
Themen
Kölner Freiwilligen
Agentur Verweisstruktur
Nachbarschaftstreff
GAG, Loestr.
Verweisstruktur
Warnflyer zum Thema Online-Dienstleistungen in Kalk verteilt
Pavillon e.V. Lotsenfunktion, gegenseitige Verweiss truktur
SKM Lotsenfunktion, gegenseitige Verweisstruktur
Seite 20
solimed Lotsenfunktion, gegenseitige Verweisstruktu r
Seniorennetzwerke
Humboldt-Gremberg
Lotsenfunktion, gegenseitige Verweisstruktur
Workshop zum Thema „Telekommunikation“
Stadteilbüro Kalk-Nord
Veedel e.V
Info- und Aktionsstand zum Thema „Allgemeiner Verbraucherrecht“
Stadtteilbibliothek
Bewerbung von Veranstaltungen für Verbraucher:innen, Teilnahme
an Infostand
Höhenberg und Vingst
Kooperationen Angebote und Maßnahmen
Bürgerzentrum Vingst/
Vingster Treff
wöchentliche persönliche Sprechstunde bzw. durchgehende
telefonische und elektronische Erreichbarkeit
Lotsenfunktion, thematischer Austausch und funktionierende
Verweisstruktur zu Beratungs- und Bildungsangeboten vor Ort
Bekanntmachung des Angebots auf der Homepage, durch
Plakataushang und Flyerauslage
Veranstaltungs- und Aktionsdurchführungen wie z. Energieworkshop,
Multiplikator:innenschulungen
Stadtteiltreffen
Höhenberg und Vingst
Teilnahme am Stadtteiltreffen
Vernetzung, funktionierende Verweisstruktur, thematischer Austausch
zwischen teilnehmenden Akteur:innen; Bekanntmachung von
Veranstaltungen, Sprechstunden und aktuellen Themen
Seite 21
Stadtteilwohnung
Passauer Str.
Vernetzung, funktionierende Verweisstruktur und thematischer
Austausch
Sozialraumkoordination
Höhenberg-Vingst
Aktionen "Infobox" auf dem Vingster Markt zu den Themen „Allgemeiner
Verbraucherrecht“, „Telekommunikation“ und „Bu now pay later“
Bekanntmachung von Informationen und Frühwarnmaterialien durch
Plakataushang und Flyerauslage; mediale Streuung durch Homepage-
Einträge, E-Mail-Verteiler, Ausgabe von Material
Gastgeber bei Stadtteilspaziergang
Vingster Treff
Campus Arbeit
Verweisstruktur
Bildungseinheit „Versicherungen“
GAG
Sozialmanagement
Lotsenfunktion und Verweisstruktur
Info- und Aktionsstand beim Stadtteilfest zum Thema Energie
Veedel e.V. Lotsenfunktion und Verweisstruktur
Sozialraumübergreifend Kalk, Humboldt-Gremberg, Höhenberg, Vingst (Bezirk 8)
Kooperationen Angebote und Maßnahmen
Runder Tisch
Seniorenarbeit Bezirk
Kalk
Teilnahme am Runden Tisch
Bewerbung von Veranstaltungen für Verbraucher:innen, Lotsenfunktion,
Einbringen von Themen, funktionierende Verweisstruktur und
thematischer Austausch zwischen teilnehmenden Akteur:innen
AK Beratung Bezirk
Kalk
Bewerbung von Veranstaltungen für Verbraucher:innen,
Lotsenfunktion, Einbringen von Themen, funktionierende
Verweisstruktur und thematischer Austausch zwischen
teilnehmenden Akteur:innen
Seite 22
Café im Veedel von
Veedel e.V.
Workshop „Energie gewusst wie“
SPZ Köln Kalk
Vorstellung der aufsuchenden Verbraucherarbeit
Bildungseinheiten und Workshops für Verbraucher:innen und
Multiplikator:innen zum Themen Energie
Dialog der Kulturen Vernetzung, fachlicher Austausch und Aufbau eines funktionierenden
Verweissystems
Chorweiler, Blumenberg und Seeberg-Nord
Kooperationen Angebote und Maßnahmen
Kulturbrücke
wöchentliche persönliche Sprechstunden bzw. durchgehende
telefonische und elektronische Erreichbarkeit
Lotsenfunktion und funktionierende Verweisstruktur zu
Beratungsangeboten vor Ort; Bekanntmachung von Veranstaltungen,
Sprechstunden und aktuellen Themen durch Plakataushang und
Flyerauslage
Ehrenamtsprojekt „Ordnung im Ordner“
Sozialraumkoordination
Chorweiler
Bekanntmachung von Informationen und Frühwarnmaterialien durch
Plakataushang und Flyerauslage; mediale Streuung durch Homepage-
Einträge, E-Mail-Verteiler
Aktions- und Infostände auf Stadtteil- und Bezirksfest Chorweiler
Stadtteilkonferenz
Chorweiler, Blumenberg
und Seeberg-Nord
Teilnahme an den Konferenzen
Vernetzung, funktionierende Verweisstruktur und thematischer
Austausch zwischen teilnehmenden Akteur:innen; Bekanntmachung von
Veranstaltungen, Sprechstunden und aktuellen Themen
AK Beratung/ Fiz e. V. Regelmäßige Teilnahme
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Vernetzung, fachlicher Austausch und Aufrechterhaltung eines
funktionierenden Verweissystems
GAG Immobilien AG Verweisstruktur
dieKümmerei Vernetzung und Aufbau eines funktioniere ndes Verweissystems
Zug um Zug
Campus Arbeit
Lotsenfunktion und Verweisstruktur
SKF Schuldenberatung Lotsenfunktion, funktionierende Verweisstruktur und thematischer
Austausch zu Überschuldung
Sozialraumerweiterung
Kooperationen Angebote und Maßnahmen
IN VIA
Lotsenfunktion, funktionierende Verweisstruktur und Austausch über
Auswirkungen Energiepreiskrise; Bekanntmachung von
Veranstaltungen, Sprechstunden und aktuellen Themen
Sozialraumkoordinator:
innen
Vorstellung der aufsuchenden Verbraucherberatung und Austausch
über Bedarfe und Angebote
SPZ Rodenkirchen Workshop zum Thema Stromvertrag im Rahmen der Aktionswoche
„Energie gewusst wie“
Stiftung Leuchtfeuer Vorstellung der aufsuchenden Verbraucherberatung und Austausch
über Bedarfe und Angebote
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Zielgruppe: Menschen mit Migrationshintergrund
Kalk und Humboldt-Gremberg
Kooperationen Angebote und Maßnahmen
Interkultureller Dienst
(IKD) Lotsenfunktion und gegenseitige Verweisstruktur, inhaltlicher Austausch
Stadt Köln und Ceno
e.V.
Austausch zu Unterstützungsmöglichkeiten für Geflüchtete aus der
Ukraine
Lotsenfunktion, funktionierende Verweisstruktur
Stadt Köln Sozialdienst
für Geflüchtete
Austausch zur Situation in Kalker Geflüchtetenunterkünften.
Lotsenfunktion, funktionierende Verweisstruktur
Sozialraumübergreifend Kalk, Humboldt-Gremberg, Höhenberg, Vingst (Bezirk 8)
Kooperationen Angebote und Maßnahmen
Katholische
Kirchengemeinde St.
Theodor
Workshop zum Thema „Frag doch mal Verbraucherzentrale“ mit
anschließendem Austausch
Workshop zum Thema „Umgang mit Geld“
Sozialraumübergreifend Kalk, Humboldt-Gremberg, Höhenberg, Vingst (Bezirk 8)
Kooperationen Angebote und Maßnahmen
Fachdienst für
Integration und Migration
Lotsenfunktion, funktionierende Verweisstruktur und thematischer
Austausch; Bekanntmachung von Veranstaltungen, Sprechstunden und
aktuellen Themen
Case Management des
Kommunalen
Integrations-
managements
Lotsenfunktion, funktionierende Verweisstruktur und thematischer
Austausch; Bekanntmachung von Veranstaltungen, Sprechstunden und
aktuellen Themen
Seite 25
AK Geflüchtete Bezirk
Kalk
Teilnahme am Runden Tisch
Vernetzung, funktionierende Verweisstruktur und thematischer
Austausch zwischen teilnehmenden Akteur:innen; Bekanntmachung
von Veranstaltungen und der Sprechstunde
INKA Inhaltlicher Austausch, gegenseitige Verweisst ruktur
Dialog der Kulturen
Teilnahme am Runden Tisch
Vernetzung, funktionierende Verweisstruktur und thematischer
Austausch zwischen teilnehmenden Akteur:innen; Bekanntmachung
von Veranstaltungen und der Sprechstunde
Chorweiler, Blumenberg und Seeberg-Nord
Kooperationen Angebote und Maßnahmen
FIZ e.V. Workshop zum Thema „Energie“
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Zielgruppe: Familien und Kinder
Kalk und Humboldt-Gremberg
Kooperationen Angebote und Maßnahmen
180 Grad Wende
Vernetzung, funktionierende Verweisstruktur und thematischer
Austausch
Adolph Kolping Schule Info- und Aktionsstand
GGS Lohmarer Str. Workshop zum Thema „Energie“ im R ahmen des Elterncafés
Höhenberg und Vingst
Kooperationen Angebote und Maßnahmen
Familienwerkstatt HöVi Workshop „Erste eigene Wohnun g“
HöVi-Land Info- und Aktionsstände zu den Themen „Bezahlmethoden im Internet“
und „Zuckergehalt in Getränken“
KGS Heßhofstraße
Vernetzung, funktionierende Verweisstruktur und thematischer
Austausch
Workshop zum Thema „Energie“
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Zielgruppe: Jugendliche und junge Erwachsene
Kalk und Humboldt-Gremberg
Kooperationen Angebote und Maßnahmen
Pavillon e.V. Vernetzung und Angebotsvorstellung, Lo tsenfunktion
Adolph-Kolping-Schule Austausch, Planung möglicher P räventionseinheiten
180° Wende Austausch, Planung, Aufbau einer funktio nierenden Verweisstruktur
Höhenberg und Vingst
Kooperationen Angebote und Maßnahmen
Familienwerkstatt HöVi Workshop „Erste eigene Wohnun g“
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Zielgruppe: Senior:innen
Kalk und Humboldt-Gremberg
Kooperationen Angebote und Maßnahmen
Gremberger Treff
Vernetzung und Angebotsvorstellung, Lotsenfunktion
Bekanntmachung von Informationen und Frühwarnmaterialien durch
Plakataushang und Flyerauslage, mediale Streuung über Social-Media-
Plattform
Seniorennetzwerk
Humboldt-Gremberg
Lotsenfunktion, Bekanntmachung von Informationen und
Frühwarnmaterialien durch Plakataushang und Flyerauslage
Workshop zum Thema „Telekommunikation“
Höhenberg und Vingst
Kooperationen Angebote und Maßnahmen
Seniorennetzwerk
Höhenberg Angebotsvorstellung, Aufbau der Verweisstruktur
Seniorenberatung der
Johanniter Vernetzung, funktionierende Verweisstruktur
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Sozialraumübergreifend Kalk, Humboldt-Gremberg, Höhenberg, Vingst (Bezirk 8)
Kooperationen Angebote und Maßnahmen
Runder Tisch
Seniorenarbeit Kalk
Vernetzung, funktionierende Verweisstruktur und thematischer
Austausch zwischen teilnehmenden Akteur:innen
Bekanntmachung von Informationen, Veranstaltungen und der
Sprechstunden
Seniorenkoordination
Kalk
Lotsenfunktion; Bekanntmachung von Informationen (u. a. Überblick
digitaler Angebote der Verbraucherzentrale NRW für Senior:innen) und
Frühwarnmaterialien, Veranstaltungen und der Sprechstunde;
Infostreuung über Email-Verteiler
Chorweiler, Blumenberg und Seeberg-Nord
Kooperationen Angebote und Maßnahmen
Seniorenkoordination
Chorweiler
Lotsenfunktion; Bekanntmachung von Informationen (u. a. Überblick
digitaler Angebote der Verbraucherzentrale NRW für Senior:innen) und
Frühwarnmaterialien, Veranstaltungen und der Sprechstunde,
Infostreuung über Email-Verteiler
Info- und Aktionsstand zum allgemeinen Verbraucherrecht
"Verbraucherberatung im Quartier" ist fester Bestandteil in der Unterstützungslandschaft
Die Verbraucherberatung im Quartier" wird in den Arbeitsgruppen und Konferenzen für ihre
Expertise und Impulse geschätzt. Durch ihre vielfäl tigen Aktionen, Festteilnahmen und
Veranstaltungen wird sie als wichtige und verlässli che Partnerin in der örtlichen Präventions- und
Bildungsarbeit angesehen. Die rund 100 kooperativen Organisationen, Institutionen, örtlichen
Akteur:innen und Vereine in Tabelle 2 zeigen, dass die Zielgruppen der "Verbraucherberatung im
Quartier" mehrfach erreicht werden. Jährlich kommen neue Kooperationen dazu.
Darüber hinaus können Ratsuchende dank etablierter und gut gepflegter Vernetzungsstrukturen
zielgerichtet innerhalb der Sozialräume und der kom munalen Hilfs- und Unterstützungsstrukturen
vermittelt werden. Nur in engem Schulterschluss mit unseren kommunalen Netzwerkpartner:innen
lassen sich viele Verbraucherprobleme frühzeitig er kennen und zusammen adressatengerecht
lösen.
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Übergeordnetes Ziel 3: Präventiv tätig werden und durch Bildung und
Information dazu beitragen, dass bestimmte Probleme im Verbraucheralltag
gar nicht erst auftreten und das Selbsthilfepotential gestärkt wird
Tabelle 3: Präventions- und Bildungsarbeit vor Ort für Quartier Gesamt und je Sozialraum
Art des Angebots Sozialraum Aktionen (n) Teilnehmende (n)
Vorträge, Bildungseinheiten Gesamt 14 157
Chorweiler 1 18
Höhenberg-Vingst 9 86
Kalk, Hum.-Grem. 2 22
Sozialraumübergreifend 2 31
Info- und Aktionsstand Gesamt 15 1.155
Chorweiler 3 560
Höhenberg-Vingst 8 533
Kalk, Hum.-Grem. 4 62
Sozialraumübergreifend 0 0
Infovortrag,Schulung für
Multiplikator:innen
Gesamt 2 23
Chorweiler 0 0
Höhenberg-Vingst 1 8
Kalk, Hum.-Grem, 0 0
Sozialraumübergreifend 1 15
Sonstige Aktionsformate
1 Gesamt 1 7
Chorweiler 0 0
Höhenberg-Vingst 1 7
Kalk, Hum.-Grem. 0 0
Sozialraumübergreifend 0 0
Gesamt 32 1.342
1 Zu sonstigen Aktionsformaten zählen Aktionen, die sich sonst keiner der übrigen Kategorien zuordnen lassen, z. B.
gezielte Plakataktionen in Hausfluren, Infomaterialstreuung über Lebensmittelausgaben oder Verteilung von
Infotaschen.
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Im Berichtsjahr konnten 32 Angebote realisiert werden, mit denen 1342 Menschen erreicht wurden.
Durch die Unterstützung der ehrenamtlichen Mitarbeiterin konnte in einigen Fällen den
Verbraucher:innen bei dem Sortieren der Unterlagen unter die Arme gegriffen werden.
Der thematische Schwerpunkt lag auch in diesem Beri chtsjahr bei Anliegen rund um Energie und
Energiekosten. Das Themenfeld Digitalisierung/Inter net - insbesondere die Glasfaserumstellung -
fand ebenfalls große Resonanz.
Wiederholt mussten wir feststellen, dass die notwendige und w irksame Präventionsarbeit am
effektivsten in bestehenden Gruppen durchzuführen ist.
Angebotsbeispiele:
Eltern-Café Humboldt-Gremberg
2024 fanden insgesamt drei Vorträge in Zusammenarbeit mit dem Eltern-Cafè an der Katholischen
Grundschule Heßhofstraße und der Gemeinschaftsgrundschule Lohmarer Straße statt. In
entspannter Atmosphäre hatten die Besucher:innen die Gelegenheit, sich zu den Themen
Stromverbrauch und Verträge/ Taschengeldparagraf zu informieren. Nach dem Vortrag gab es
ausreichend Gelegenheit, Fragen zu stellen und sich über persönliche Erfahrungen
auszutauschen. Insgesamt kamen alle Veranstaltungen gut an – besonders wurde der authentische
Bezug zu persönlichen Erfahrungen geschätzt.
Senioren- Café Humboldt-Gremberg
Im Zuge des Wegfalls des Nebenkosten-Privilegs haben wir im Senioren-Café Humboldt-Gremberg
einen Vortrag zu dem Thema gehalten. Die Senioren und Seniorinnen sollten vor allem
sensibilisiert werden, sich weder durch subtile Werbung von Anbietern noch von aggressiven
Vertriebspartnern an der Haustür unter Druck setzte n zu lassen, schnell einen neuen Vertrag
abzuschließen. Zudem klärten wir über die gesetzli chen Änderungen auf und gaben einen kurzen
Überblick über die weiteren Möglichkeiten, zukünftig Fernsehprogramme empfangen zu können.
Buy now, pay later
„Haben Sie schon einmal „Buy now, pay later“ genutz t?“ Diese Frage stellten wir im Sommer 2024
an der im Stadtteil Höhenberg-Vingst regelmäßig stattfindenden Infobox am Markt an die
Verbraucher:innen. Viele nutzen unser Gesprächsangebot, um einen Einblick in die Welt der
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Zahlungsmethoden zu bekommen, oder auch sich zu ein em akuten Problem beraten zu lassen.
Präventiv konnte auf die Überschuldungsgefahr bei d iesen Zahlaufschubangeboten hingewiesen
und über alternative Zahlsysteme informiert werden. Auch die Themen Datenschutz, Sicherheit im
Onlinehandel, Erkennbarkeit von Fake-Shops und die Frage „Inwieweit kann man dem
Käuferschutz der verschiedenen Zahlungsdienstleiste r vertrauen?“ wurde in den verschiedenen
Gesprächen thematisiert.
Die Infobox wird organisiert durch die Sozialraumko ordination Höhenberg-Vingst und informiert
über Beratungsangebote und Aktionen im Stadtteil. An der Infobox stehen wechselnde
Mulitplikator:innen verschiedener Einrichtungen als Informationspartner bereit. Die
Verbraucherberatung im Quartier nimmt regelmäßig an diesen Terminen teil. Die Infobox ist ein
bedarfsgerechtes Instrument, um auf Themen aus dem Verbraucheralltag aufmerksam zu machen.
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Seite 35
Info- und Aktionsstand zu
„Buy now pay later“
Info- und Aktionsstand beim "Fest der Kulturen" in Chorweiler
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Übergeordnetes Ziel 4: Sensor- und Frühwarnfunktion
Auffallend bleibt, dass bestimmte Verbrauchergruppe n bevorzugt für unseriöse Haustürgeschäfte
umworben werden. Hier ist ein enges Zusammenspiel m it anderen Akteuren in den Sozialräumen
besonders wichtig.
Eine verbraucherpolitische Aufgabe der
"Verbraucherberatung im Quartier" ist es, verbrauch er-
rechtliche Fallstricke und dubiose Geschäftspraktik en frühzeitig zu erkennen und die
Sozialraumbewohner:innen zeitnah zu informieren. Di e Problematiken fallen entweder gehäuft in
den Sprechstunden auf oder werden von Multiplikator :innen gemeldet. Die "Verbraucherberatung
im Quartier" erstellt daraufhin zielgruppenspezifis che Präventionsmaterialien, nimmt ihre
Sensorfunktion wahr und gibt den Fachreferenten:inn en der Verbraucherzentrale NRW
entsprechende Rückmeldungen zur Marktbeobachtung. K omplexe Themen werden in einfacher
Sprache aufbereitet, um die enthaltenen Information en einer möglichst breiten
Bevölkerungsgruppe zugänglich machen.
Die Präventionsmaterialien werden an Infoständen und bei anderen Aktionsformaten vor Ort
verteilt und/oder über die Kanäle der Kooperationsp artner:innen und Multiplikator:innen verbreitet.
(vgl. Vernetzungsstruktur). Über viele verschiedene, nicht einzeln nachzuhaltende Kanäle
verbreiten die Sozialraumakteur:innen die präventiv en Informationen analog (über Aushänge in
örtlichen Schaukästen und an Schwarzen Brettern in Hauseingängen, über Briefkasteneinwürfe,
Flyerverteilung, Abdrucke in Newslettern usw.). Multiplikator:innen drucken sich benötigte
Infoblätter selbst aus oder werden bei Bedarf mit D ruckexemplaren von der "Verbraucherberatung
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im Quartier" beliefert. Materialien um Themen der Energiepreiskrise standen im Berichtsjahr erneut
im Fokus:
Materialsammlung Energie gewusst wie
Da besonders die Veranstaltungen rund um das Thema Energie und speziell zum Thema Strom in
den Quartieren sehr gefragt sind, haben wir aus verschiedenen zur Verfügung gestellten
Materialien der Geschäftsstelle eine Sammlung zusam mengestellt, welche während oder nach
Veranstaltungen als Begleitmaterial ausgegeben wird. Die verwendeten Materialien sind meist
Checklisten oder konkrete Handlungsanleitungen und greifen Themen auf, die während der
Veranstaltungen behandelt werden. So lernen Besuche r:innen beispielsweise in einer
Veranstaltung die wichtigsten Punkte kennen, die in der eigenen Stromrechnung geprüft werden
sollten. Die einzelnen Prüfschritte werden dann in den Begleitmaterialien erneut aufgelistet, um die
eigene Stromrechnung zu Hause in Ruhe prüfen zu kön nen. Zudem gibt es eine „Schritt für Schritt
Anleitung“ zum Ablesen des eigenen Stromzählers und zur Berechnung des eigenen Abschlags
sowie eine Broschüre in leichter Sprache mit wertvollen Tipps rund um das Energiesparen
zuhause. Alle Materialien werden optisch ansprechen d mit einer Banderole zusammengefasst und
werden mit den Kontaktdaten der Beraterin im Quartier ergänzt.
Infoflyer zu Gasfaserausbau
Bis 2030 sollen nach den Plänen der Bundesregierung alle Haushalte einen Glasfaseranschluss
haben. Auch in Köln wird aktuell das Glasfasernetz ausgebaut. Um die Menschen vom
Glasfaserausbau zu überzeugen, gehen viele Unterneh men von Tür zu Tür und werben für ihr
Angebot – teils mit unlauteren Methoden, wie zunehm ende Beschwerden bei der
Verbraucherzentrale NRW zeigen. Um die Verbraucher:innen sowohl von den Anbietern zu
schützen, die sie eventuell unter Druck setzen, abe r auch davor zu warnen, dass unter dem
Deckmantel des Glasfaserausbaus diverse Internetverträge untergeschoben werden können,
haben wir einen entsprechenden Infoflyer entworfen. Dieser wurde über Multiplikator:innen und
auch direkt an die Verbraucher:innen verteilt.
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Bauchladen der
Verbraucherberatung
im Quartier,
ausgestattet mit
themenbezogenen
Spielen, Flyern und
Give aways.
Impulsfragen mit
Sketchnotes für Workshop
zum Thema „Buy now pay
later“
Materialmappen für
Workshop „Buy now
pay later“
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Warnflyer zu
aktuellen Themen
Broschürensets für
Workshopteilnehmer
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Übergeordnetes Ziel 5: Entwicklung von Strategie und Ansatzpunkten
zur Erhöhung der Reichweite mit dem Ziel, eine präventive Wirkung des
aufsuchenden Arbeitsansatzes in allen 15 Kölner Sozialräumen zu entfalten
Der Abbau von Zugangshürden und die Sicherstellung von Teilhabe sind in der aufsuchenden
Verbraucherarbeit in Köln besondere Anliegen. Gerade angesichts unterschiedlicher Bildungs- und
Sprachniveaus sowie kultureller Hintergründe der Me nschen in der Kommune setzen wir auf eine
adressatengerechte Ansprache. Die Art und Weise, wie politische Rahmensetzungen häufig
kommuniziert werden, macht es nicht einfacher, sich im Verbraucheralltag entsprechend zu
verhalten.
Die vorgestellten Frühwarnmaterialien der "Verbraucherberatung im Quartier" wurden zum Einsatz
für alle Kölner Sozialräumen zur Nutzung durch Sozi alraumakteur:innen aufbereitet und stadtweit
zur freien Verfügung gestellt. Neben den Präventivinformationen wurde darin auch auf die
Beratungsmöglichkeiten der Kölner Beratungsstelle der Verbraucherzentrale NRW sowie das
generelle Unterstützungsangebot der Verbraucherzentrale NRW hingewiesen. Sozialraum-
koordinator:innen oder auch Seniorenkoordinationen und -netzwerke der Stadt Köln wurden mit
Präventionsmaterialien versorgt, die zur weiteren Streuung ihrerseits die Verbreitung über
unterschiedliche Kommunikationswege vornehmen konnt en. Die besonderen Maßnahmeneffekte
der Reichweitenerhöhung sind quantitativ valide nicht zu evaluieren.
Zudem wurden Infomaterialien und Veranstaltungshinw eise der Fachgruppen der Verbraucher-
zentrale NRW (u. a. Ernährung, Energie, Gesundheit und Pflege) und weiterer Projekte der
Verbraucherzentrale NRW gezielt zur Verfügung gestellt. Hierzu fand das Thema Ernährung große
Resonanz.
Die Dauerbrenner-Thematik Energiepreiskrise fand ih ren Ausdruck in den Aktionswoche „Energie
gewusst wie“:
Cafe im Veedel, Ostheim - Veedel e.V.
Im Veedelstreffpunkt „Cafe im Veedel“ in Ostheim wu rde in Zusammenarbeit mit Veedel e.V. eine
Infoveranstaltung zum Thema „Meine Stromrechnung ve rstehen“ angeboten. Die Interessierten
haben Basisinformationen zum Thema Stromverbrauch u nd Abschlagszahlungen bekommen und
konnten mit Hilfe einzelner Prüfschritte die eigene Stromrechnung kontrollieren.
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Infostand "Energie erklärt" in der Stadtteilbibliothek Porz
Zwei Mitarbeitende der Verbraucherzentrale in Köln beantworteten Interessierten Fragen zu den
Themen Stromverbrauch, Zählerstand und Stromrechnun g. Am Infostand lagen zudem
verschiedene Infobroschüren zum Mitnehmen aus.
SPZ Rodenkirchen
In Rahmen der Aktionswoche „Energie gewusst wie“ wu rde für die Besucher und Besucherinnen
des Sozialpsychatrischen Zentrums Rodenkirchen ein Vortrag zum Thema „Meine Stromrechnung
verstehen“ angeboten. „Was ist überhaupt ein Abschlag?“, „Warum und wie sollte ich meine
Stromrechnung kontrollieren?“ „Wie kann ich Stromsc hulden vermeiden?“ - all das waren Fragen,
die in der sehr gut besuchten Veranstaltung behandelt wurden. Das Hauptaugenmerk lag vor allem
auf der Vermittlung von Basiswissen, um die Handlun gskompetenzen der Anwesenden im Hinblick
auf die eigenen Stromkosten zu stärken, um so mögliche Stromschulden oder gar eine
Stromsperre früh entgegenzuwirken. Die Anwesenden k onnten vor Ort anhand Ihrer eigenen oder
einer Beispiel-Stromrechnung verschiedene Prüfschritte nachvollziehen, im regen Austausch
verschiedene Fragen klären und viele hilfreiche Tipps für eigenes Handeln mit nach Hause
nehmen.
Durch derartige Informationsvermittlungen, Schulun gen und Angebotsvernetzung profitieren die
Kölner Sozialräume und ihre Bewohner:innen von deutlich mehr Hilfs- und Unterstützungs-
leistungen der Verbraucherzentrale NRW als über den städtischen Haushalt oder anderweitige
kommunale Mittel finanziert werden.
Übergeordnetes Ziel 6: Identifizierung von strukturellen Problemlagen,
Lücken im Hilfesystem, Handlungsempfehlungen an die Stadt Köln
Erreichbarkeit der Behörden
Nach wie vor blieb die höchste strukturelle Hürde i n der Hilfs- und Unterstützungslandschaft die
schlechte Erreichbarkeit der Behörden: Termine bei behördlichen Anlaufstellen (vor allem
Seite 42
Jobcenter, Sozialamt und Wohngeldstelle) waren oft mit extrem langen Wartezeiten verbunden,
einige Behörden waren nur schwer zu erreichen (Ausl änderamt). Langwierige Bearbeitungen bei
anfallenden Zahlungsfristen, auslaufende Leistungen oder Aufenthaltserlaubnisse belasteten
Betroffene genauso wie im vergangenen Jahr.
Die lange Bearbeitung von Leistungsanträgen/Transfe rleistungen führte regelmäßig zu
zwischenzeitlichen existentiellen Einkommenslücken. Verbraucher:innen liefen teilweise
unverschuldet Gefahr, in vertragliche Schwierigkeiten zu geraten oder ihren finanziellen
Verpflichtungen nicht nachkommen zu können. Bei fin anziellen Engpässen können Rechnungen,
Mieten, etc. nicht fristgerecht beglichen werden, dies führt zu Mahnungen und weiteren
Problematiken.
Die extrem schlechte Erreichbarkeit des Ausländeramtes hat Auswirkungen nicht nur auf
diejenigen, die Transferleistungen beziehen, sie führt außerdem nicht selten zum Verlust der
Arbeitserlaubnisse mit direkter Auswirkung auf Arbe itsverhältnisse. Dies führt zu existenziellen
Notlagen.
Formularhilfe
Für viele verletzliche Verbraucher:innen stellt das Ausfüllen der Formulare der verschiedenen
Behörden weiterhin eine große Hürde dar. Verbrauch erberater:innen haben selbst in ihren guten
Netzwerken sehr wenige Möglichkeiten die Ratsuchend en in solchen Fällen durch
Verweisberatung zu unterstützen, insbesondere seit den Kürzungen im Hilfesystem zum Ende des
Berichtsjahres.
Digitalisierung als Hürde
Digitalisierung ist aus unserem Leben nicht wegzude nken und in erster Linie erwünscht. Dennoch
verhält es sich dabei wie bei dem Ausfüllen von Formularen: Es gibt ein Teil an Verbraucher:innen,
die durch die voranschreitende Digitalisierung noc h größeren Hürden ausgesetzt werden. Bereits
vor zwei Jahren fiel den Beraterinnen auf, dass vie le Ratsuchende nur erschwert den Zugang zu
ihren eigenen Unterlagen wie Rechnungen, Verträgen, Anbieterbriefen haben. Die Ursachen
können mannigfaltig sein: fehlende oder geringe digitale Kompetenz, Unerfahrenheit, geringe
Deutschkenntnisse, fehlende Endgeräte. Viele Sozialraumbewohner:innen besitzen nur ein
Smartphone als Endgerät, was die Ansicht und Bearbe itung der digitalen Unterlagen erschweren
kann. Gerade Senior:innen vermissen feste Ansprechpartner:innen und Präsenz-Angebote, an die
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sie sich richten können, um Fragen zu stellen und ihre Angelegenheiten zu erledigen. Oft sind aber
gerade die rein digital verwalteten Angebote auch die preisgünstigeren, so dass Verbraucher:innen
sich dennoch für sie entscheiden (müssen).
Durch die Umstellung auf digitale Kommunikation bei m Jobcenter erweitert sich diese Dimension
der Verletzlichkeit unserer Ratsuchenden.
Auch hier gelingt es uns immer wieder durch Verweise an digitale Sprechstunden oder Digitalcafés
der Kooperationspartner:innen einigen Verbraucher:i nnen unter die Arme zu greifen. Dennoch
sehen wir, dass die Mehrheit derjenigen, die hierbe i Hilfe benötigen, nicht abgefangen werden
kann.
Mietpreise in Flüchtlingsunterkünften
Weiterhin beschäftigten die stark gestiegen Mietpre ise in Flüchtlingsunterkünften einige unserer
Kunden. Insbesondere diejenigen, die aus dem Leistu ngsbezug aufgrund der Arbeitsaufnahme
herauskommen, ihren Wohnsitz aber nicht verändern k önnen, kommen in finanzielle Notlagen.
Dieses Thema wird regelmäßig in den Präventionsvera nstaltungen mit der Zielgruppe
Zugewanderte von den Teilnehmenden thematisiert.
Rund ums Wohnen
Uns erreichten auch dieses Jahr viele Anfragen rund um das Thema Wohnen. Leider mussten wir
den Ratsuchenden erklären, dass wir bei den Themen Heizungs- und Nebenkostenabrechnung
sowie Klagen über Schimmelbefall nicht beraten können.
"Verbraucherberatung im Quartier":
Rückblick 2024 und Ausblick 2025
Das Jahr 2024 wurde wie erwartet vom hohen Beratungsbedarf rund um Energiepreise und
Abrechnungen dominiert. Verstärkt kamen Nachfragen zu Alltagsverträgen. Unserer Beobachtung
nach steigt sowohl die Anzahl der überschuldeten Verbraucher:innen als auch die Höhe der
Schulden.
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Im ersten Halbjahr des Berichtsjahres musste die neue Beraterin eingearbeitet werden. Sie konnte
sehr schnell eine zielführende Lösungswegberatung f ür Verbraucher:innen, die Durchführung von
Präventions- und Bildungseinheiten, die Gestaltung von Infomaterialien oder die Teilnahme an
Aktionen in den Sozialräumen übernehmen. Für die ei genständige Bearbeitung
verbraucherrechtlicher Anliegen musste aber zunächst ein Fernlehrgang Recht absolviert werden,
der vom Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzb v) durchgeführt wird. Dieser startete im
Sommer 2024.
Leider stand ein erneuter Wechsel der Teamleitung an. Die Stelle konnte im Februar 2025
erfolgreich besetzt werden. Der Aufgabenbereich der Teamleitung soll um die Rechtsbesorgung
erweitert werden, um hier nachfragegerechter die Be ratungsbedarfe ohne längere Wartezeiten
bedienen und Vertretungssituationen im Team abfedern zu können.
Der hohe Beratungsbedarf rund um Energiethema wird uns auch in 2025 begleiten. Dasselbe gilt
für Online-Shopping und damit verbundene Auseinandersetzung mit den Themen „Digitale
Zahlungsmöglichkeiten“, „Buy now pay later“, Fake-Shops. Wir möchten den umsichtigen Umgang
mit Konsum vermitteln und somit die Schuldenprävention betreiben, die gerade in Zeiten
zunehmender existenzieller Notlagen wichtiger denn je ist.
Die Fragen rund um die Einführung der elektronische n Patientenakte kommen langsam auf. Auch
auf diesem Gebiet werden wir Aufklärungsarbeit mittels Workshops und Vorträge zu der
Umstellung leisten.
Wie in den Vorjahren bleiben wir im engen, konstruk tiven und vertrauensvollen Austausch mit
lokalen Akteuren, um Synergieeffekte auszubauen, Do ppelstrukturen zu vermeiden und
adressatengerechte kompetente Verbraucherarbeit zu leisten.
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Verbraucherzentrale NRW e.V.
Verbraucherberatung im Quartier Köln
Frankenwerft 35 (Eingang Mauthgasse)
50667 Köln
Ansprechpartnerinnen:
Beate Fackeldey Tel.: 0211 91380-1474
Olga Fröhlich Tel: 0211 91380-2179
E-Mail:
koeln.quartier@verbraucherzentrale.nrw
www.verbraucherzentrale.nrw/koelnquartier
Impressum:
Herausgeber:
Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e. V.
Helmholtzstr. 19 - 40215 Düsseldorf
Fax: 0211-380 92 16 - www.verbraucherzentrale.nrw
Text: Olga Fröhlich
Layout: Kathrin Ercklentz
© Fotos:
Verbraucherzentrale NRW e. V.
© Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, 2024.
Die auszugsweise Wiedergabe für wissenschaftliche und
schulische Zwecke ist gestattet.
Grafiken und Fotos unterliegen dem Urheberrecht.
Eine Reproduktion – gleich welcher Art – ist nur nach
ausdrücklicher Genehmigung durch die Copyright-Inhaber
(s. o.) gestattet.
Mitteilung Ausschuss
803 Zeichen
Dezernat, Dienststelle V/503/1 Vorlagen-Nummer 25.11.2025 2021/2025 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Soziales, Gesundheit, Seniorinnen und Senioren 27.11.2025 Verbraucherberatung im Quartier: Jahresbericht 2024 Im Jahr 2024 hat die Verbraucherberatung im Quartier der Verbraucherzentrale Nordrhein- Westfalen in Köln durch das Amt für Soziales, Arbeit und Senioren 169.189,00 € für die lau- fende Arbeit erhalten. Die Verwaltung gibt in der Anlage den Jahresbericht 2024 über das Beratungsangebot Ver- braucherberatung im Quartier zur Kenntnis. Weitere Informationen über die Beratung im Quartier sind auf der Internetseite der Verbrau- cherzentrale Nordrhein-Westfalen zu finden: Verbraucherberatung im Quartier Gez. Dr. Rau Anlage – Jahresbericht 2024
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 2021/2025
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 25.11.2025
- Erstellt
- 17.06.2025 11:04