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Verbraucherberatung im Quartier: Jahresbericht 2024

Mitteilung Ausschuss 2021/2025 vom 25.11.2025

Stand: Am 27.11.2025 im Ausschuss Soziales, Gesundheit, Seniorinnen und Senioren beraten. Ergebnis: Kenntnis genommen.

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  • Anlage - Jahresbericht 2024

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    Seite 1 Verbraucherberatung im Quartier Köln Im Quartier. Für Sie. Da. Seite 2 Inhaltsverzeichnis 1 Übergeordnete Ziele der "Verbraucherberatung im Quartier".............................................1 2 Überblick Input/Ressourcen....................................................................................................2 3 Überblick: Outputs/Leistungen nach Ziel...............................................................................6 Übergeordnetes Ziel 1: Niederschwelliger und frühzeitiger Zugang zu rechtlicher Beratung und Vertretung für Bürger:innen, die den Weg nicht oder nur schwer in eine Beratungsstelle der Verbraucherzentrale finden..................................................................6 Übergeordnetes Ziel 2: Kooperative Vernetzung und Synergienutzung vorhandener Strukturen, um die bestehenden Hilfen und Angebote bestmöglich miteinander zu vernetzen und die Maßnahmen bedarfsgerechter, passgenauer und wirkungsvoller auszurichten.......................................................................................................................18 Übergeordnetes Ziel 3: Präventiv tätig werden und durch Bildung und Information dazu beitragen, dass bestimmte Probleme im Verbraucheralltag gar nicht erst auftreten und das Selbsthilfepotential gestärkt wird........................................................................................30 Übergeordnetes Ziel 4: Sensor- und Frühwarnfunktion mit Blick auf verbraucherrechtliche Fallstricke, um diese bereits in der Entstehung zu unterbinden.....36 Übergeordnetes Ziel 5: Entwicklung von Strategie und Ansatzpunkten zur Erhöhung der Reichweite mit dem Ziel, eine präventive Wirkung des aufsuchenden Arbeitsansatzes in allen 15 Kölner Sozialräumen zu entfalten.........................................................................40 Übergeordnetes Ziel 6: Identifizierung von strukturellen Problemlagen, Lücken im Hilfesystem, Handlungsempfehlungen an die Stadt Köln.................................................. 41 "Verbraucherberatung im Quartier": Rückblick 2024 und Ausblick 2025............................43 Seite 1 1 Übergeordnete Ziele der "Verbraucherberatung im Quartier" • Sitzung des Beirats in der Verbraucherzentrale Köln • Auswertung identifizierter Problemlagen und deren Aufbereitung für Handlungsempfehlungen an Politik und Verwaltung • Gute Erreichbarkeit per Telefon und Email • Zielgruppengerechte persönliche Ansprache • Jede:r ist erstmal richtig – Lotsenfunktion • Flexible Ausrichtung auf aktuelle Bedarfe • Aufbereitung von Informationen, Musterbriefen und Checklisten zu unseriösen Geschäftspraktiken in einfacher Sprache, teils mehrsprachig • Verbreitung über Infostände / digitale Wege / sonstige Aktionen und Multiplikator:innen • Kontinuierlicher Austausch mit Akteur:innen im Stadtteil • qualifizierte gegenseitige Verweise • Information, inhaltlicher Austausch • Multiplikator:innen-Schulung • Anknüpfung an integriertes Handlungskonzept • Verbesserte Vernetzung der Hilfs- und Unterstützungsangebote • Nachhaltiger Beitrag zur sozialen Stabilisierung • Bedarf an kommunalen Transferleistungen wird mittelfristig reduziert • Infos und Aktionen da, wo die Menschen sind • niederschwellige Bildung zu Themen praktischer Bedeutung • flexible Ausgestaltung der Bildungs- formate z.B. mit Übersetzung • Vernetzung mit Sozialraumkoordination • Angebotsvorstellung in Sozialraumkonferenzen • Zurverfügungstellung von Frühwarnmaterialien zum Einsatz in allen Sozialräumen • Quartiers-Newsletter • Gute Erreichbarkeit per Telefon und Email • Zielgruppengerechte persönliche Ansprache • Jede:r ist erstmal richtig – Lotsenfunktion • Flexible Ausrichtung auf aktuelle Bedarfe • Aufbereitung von Informationen, Musterbriefen und Checklisten zu unseriösen Geschäftspraktiken in einfacher Sprache, teils mehrsprachig • Verbreitung über Infostände / digitale Wege / sonstige Aktionen und Multiplikator:innen • Kontinuierlicher Austausch mit Akteur:innen im Stadtteil • qualifizierte gegenseitige Verweise • Information, inhaltlicher Austausch • Multiplikator:innen-Schulung • Sitzung des Beirats in der Verbraucherzentrale Köln • Auswertung identifizierter Problemlagen und deren Aufbereitung für Handlungsempfehlungen an Politik und Verwaltung • Anknüpfung an integriertes Handlungskonzept • Verbesserte Vernetzung der Hilfs- und Unterstützungsangebote • Nachhaltiger Beitrag zur sozialen Stabilisierung • Bedarf an kommunalen Transferleistungen wird mittelfristig reduziert • Infos und Aktionen da, wo die Menschen sind • niederschwellige Bildung zu Themen praktischer Bedeutung • flexible Ausgestaltung der Bildungs- formate z.B. mit Übersetzung • Vernetzung mit Sozialraumkoordination • Angebotsvorstellung in Sozialraumkonferenzen • Zurverfügungstellung von Frühwarnmaterialien zum Einsatz in allen Sozialräumen • Quartiers-Newsletter Seite 2 2 Überblick Input/Ressourcen Ansatz der „Verbraucherberatung im Quartier“ Mit Mitteln des Ministeriums für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein- Westfalen (seit 2015) und der Stadt Köln (seit 2017) hat die Verbraucherzentrale NRW die Möglichkeit in strukturschwachen Stadtquartieren Verbraucher:innen direkt in ihrem Lebensumfeld zu unterstützen. Zentrale Zielgruppen sind Verbraucher:innen, die de n Weg in die Beratungsstelle der Verbraucherzentrale in der Kölner Innenstadt nur schwer oder gar nicht finden und vielfach multiple Problemlagen haben. Hierzu zählen insbesondere Armu tsbetroffene, Erwerbslose, Menschen mit geringen Deutschkenntnissen, Ältere, Jugendliche oder junge Erwachsene und Menschen mit Beeinträchtigungen. Seit September 2015 bietet die Verbraucherzentrale NRW in Köln neben der Beratungsstelle in der Innenstadt ein Angebot in den Sozialräumen Chorweiler, Blumenberg und Seeberg-Nord, Höhenberg und Vingst, Kalk sowie Humboldt-Gremberg an. Im direkten Wohnumfeld ist die "Verbraucherberatung im Quartier" niederschwellig a nsprechbar. Beraterinnen mit Rechtsberatungsbefugnis bieten verbraucherrechtlich e Beratungen in wöchentlichen Sprechstunden an und übernehmen die außergerichtlic he rechtliche Vertretung. Präventions- und Bildungsarbeit vor Ort wird geleistet und an Aktion en und Festen teilgenommen. Die "Verbraucherberatung im Quartier" ist in den jeweil igen Sozialräumen gut vernetzt und ein fester Bestandteil der Unterstützungslandschaft. Seit 2020 werden geeignete Strategien und Ansatzpun kte zur Erhöhung der Reichweite mit dem Ziel entwickelt, eine präventive Wirkung in allen Kölner Sozialräumen zu entfalten. Ressourcen und Team der "Verbraucherberatung im Quartier": • eine Planstelle Teamleitung • zwei Planstellen Beratungskraft • eine 0,5 Planstelle Assistenz • zweistündige Honorar-Rechtsanwaltstätigkeit pro Woche • eine ehrenamtliche Verbraucherbegleitung (seit 2021) • nach Bedarf Aushilfen Seite 3 Die Teamleitung ist disziplinarische Personalvorgesetzte für das Team der Verbraucherberatung im Quartier, sie begleitet die strategische Weiterentw icklung der aufsuchenden Verbraucherarbeit in Köln und ist für systematische Auswertung identifiz ierter Problemlagen und deren Aufbereitung für Handlungsempfehlungen an Verwaltung und Politik zus tändig. Ferner obliegt ihr die Reichweitenerhöhung in weitere Sozialräume durch en tsprechende Öffentlichkeitsarbeit und eine gute Vernetzung mit den Sozialraumkoordinator:innen und weiteren Schlüsselpersonen in den Sozialräumen. Auch die Erstellung regelmäßiger News letter mit aktuellen und zielgruppenspezifischen Informationen für Kooperati onspartner:innen und Multiplikator:innen, die überwiegend Angebote insbesondere für verletzlichen Verbraucher:innen vorhalten, gehört zu ihrem Aufgabenbereich. Die Beratungskraftstellen werden durch zwei Teilzeitmitarbeiterinnen und eine Mitarbeiterin in Vollzeit besetzt. Die Mitarbeiterinnen werden in Ch orweiler/ Blumenberg/ Seeberg-Nord, Höhenberg/ Vingst, Kalk und Humboldt-Gremberg schwe rpunktmäßig so eingesetzt, dass jeweils eine Verbraucherberaterin "das Gesicht der Verbrauc herzentrale" in einem Sozialraum darstellt. Denn eine präsente Vertrauensperson ist für die Arbeit im Quartier wichtig, da sie die Hemmschwelle der Bewohner:innen zur Angebotsnutzung senkt. Chorweiler/Blumenberg/Seeberg- Nord sowie Höhenberg/Vingst werden von je einer Kollegin mit einem halben Stellenanteil betreut. Die Kollegin in Vollzeit kümmert sich vorrangig um die Sozialräume Kalk und Humboldt-Gremberg. Zwischen Höhenberg/Vingst, Humboldt-Gremberg und Kalk gibt es im Stadtbezirk Köln-Kalk übergreifende Strukturen innerhalb der Akteurenland schaft und hinsichtlich diverser Arbeitskreise und -konferenzen. Dahingehende Aktivitäten werden mit dem vollen Stellenanteil abgedeckt. Die Verbraucherberaterinnen vertreten sich nach Mög lichkeit gegenseitig bei Urlaub, Krankheit oder Fortbildungen und unterstützen sich bei besond erer Arbeitsbelastung, um eine verlässliche Erreichbarkeit in den Sprechstunden vorzuhalten, Na chfragen zu bedienen oder Aktionen durch- zuführen. Um eine ausreichende Infostandbesetzung v on mindestens zwei Personen bei Festen sicherzustellen, kommt in der Regel zusätzlich eine teamexterne Aushilfe hinzu. Im Januar 2024 übernahm eine neue Kollegin die Voll zeitstelle und es bedurfte zunächst einer soliden Einarbeitung in die Themenvielfalt der Bera tungs-, Präventions- und Bildungsangebote, der Instrumente sowie in die sozialraumbezogene Aktions- und Öffentlichkeitsarbeit der Verbraucherzentrale in Köln. Ferner musste die neue Kollegin die so genannte Vollumfängliche Rechtsbesorgungsbefugnis im Rahmen eines einjährige n Fernlehrgangs erlangen. Diese Ausbildung erfolgt in Zusammenarbeit mit dem vzbv-Bundesverband und ist Voraussetzung für die Seite 4 Durchführung einer individuellen Rechtsberatung und -vertretung bei der Verbraucherzentrale. Damit dennoch die Sprechstunden im Sozialraum Kalk/ Humboldt-Gremberg weiterhin möglichst niederschwellig vorgehalten werden konnten, unterst ützte eine juristisch sehr erfahrene Mitarbeiterin der Allgemeinen Verbraucherberatung i n Köln das Quartiersteam in der Rechtsberatung und -vertretung. Im Januar 2024 startete auch die neue Teamleiterin. Doch leider musste die Kollegin uns aus persönlichen Gründen zu Ende März bereits wieder ve rlassen. Aus sehr verschiedenen Gründen konnte die vakante Stelle der Teamleitung im Laufe des Berichtsjahres nicht nachbesetzt werden. Die Leiterin der Kölner Beratungsstelle der Verbraucherzentrale NRW übernahm daher interimsmäßig auch die disziplinarische und inhaltl iche Führung des Teams der Verbraucherberatung im Quartier. Begleitet wurde sie von der für Köln zuständigen Regionalleiterin der Verbraucherzentrale NRW insbesondere bei konzep tionellen und qualitätssichernden Maßnahmen. Erst im Februar 2025 konnte die Stelle der Teamleitung neu besetzt werden. Auch im Jahr 2024 unterstützte eine Ehrenamtlerin stundenweise die hauptamtliche Beratungskraft am Standort Chorweiler. Sie gab Verbraucher:innen i n Rücksprache mit der Verbraucherberaterin praktische Hilfestellungen bei den vielfältigen Anf orderungen des Konsumalltags. Dies kann das Sortieren von Vertragsunterlagen oder das Abschreiben von Musterbriefen sein, um etwa Verträge zu widerrufen. Auch bei Veranstaltungen und Aktionen unterstützte sie engagiert die hauptamtliche Mitarbeiterin. Die Ausweitung des Ehrenamts auf wei tere Sozialräume scheiterte bislang leider an geeigneten Interessent:innen. Ein Honoraranwalt der Verbraucherzentrale NRW übern ahm stundenweise vorrangig besonders komplexe Rechtsfälle oder Themen außerhalb der aktuellen Rechtsberatungsbefugnis der Mitarbeiterinnen. Er führte die Kommunikation mit d er Anbieterseite. Die Verbraucherberaterinnen führten im Anschluss die niederschwellige Kommunika tion mit den Ratsuchenden und „übersetzten“ komplexe rechtliche Sachverhalte, die für den weiteren Beratungsverlauf notwendig sind. Seite 5 Statistische Erfassung Im Vertrag zwischen der Stadt Köln und der Verbrauc herzentrale NRW zur "Verbraucherberatung im Quartier" vom 17.07.2019 wurde in § 5 festgehalt en, dass „ein übersichtliches Erhebungsraster zu noch zu vereinbarenden Kennziffern der "Verbraucherberatung im Quartier" zu entwickeln sei , welches Aussagen zur Erfolgsbilanz der Arbeit und zu deren Wirkungen in den jeweiligen Sozialräumen ermöglicht“. Und dass dieses in den Jahresbericht integriert wird. Die Orientierung an den übergeordneten Zielen 1 bis 6 soll eine Aussage ermöglichen, wie sich die Erfolge der aufsuchenden Verbraucherarbeit in den Sozialräumen abgebildet und welche strukturellen Problemlagen in den Blick genommen we rden sollten. Grundlage für die Ableitung aus der Praxissicht sind sowohl qualitative als auch quantitative Indikatoren. Verbraucherrechtliche Anliegen werden in einem elek tronischen Statistiksystem der Verbraucher- zentrale NRW erfasst. Die Daten werden von der Grup pe Controlling der Verbraucherzentrale NRW aufbereitet und auf Plausibilität geprüft. Mit Abschluss eines Verbraucherfalles wird manuell in einer Übersichtstabelle nach "erfolgreich" oder "nicht erfolgreich/ohne Ergebnis" kategorisiert. Zu den Zielen der "Verbraucherberatung im Quartie r" gehören ferner u. a. der Aufbau und die Pflege einer bedarfsgerechten Verweisstruktur sowie die Bildungs- und Präventionsarbeit. Die Führung und Auswertung einer Aktionstabelle soll da zu beitragen, Aussagen über das Erreichen der Zielsetzung zu treffen. In dieser Tabelle werden Veranstaltungen und Aktionen in den Quartieren und die Beteiligung von Seiten der Verbr aucher:innen und Kooperationspartner:innen festgehalten. Seite 6 3 Überblick: Outputs/Leistungen nach Ziel Übergeordnetes Ziel 1: Niederschwelliger und frühzeitiger Zugang zu rechtlicher Beratung und Vertretung für Bürger:inne n, die den Weg nicht oder nur schwer in eine Beratungsstelle der Verbraucherzentrale finden Tabelle 1: Anzahl (n) der jeweiligen Anliegen für die "Verbraucherberatung im Quartier" 2024 Anliegen gesamt (n) Chorweiler (n) Kalk, Hum.-Grem. (n) Höhenberg- Vingst (n) Gesamt 728 208 236 284 Verweis 102 32 56 14 Auskunft 94 25 31 38 Rechtsbesorgung 532 151 149 232 Rechtsberatung 255 73 71 111 Folgerechtsberatung 63 8 19 36 Rechtsvertretung 182 67 51 64 Folgerechtsvertretung 32 3 8 21 Seite 7 Diagramm 1: Rechtsbesorgungen1 (n) nach Thema für "Verbraucherberatung im Quartier" Diagramm 2: Rechtsbesorgungen (%) nach Thema für einzelne Quartiersstandorte 1 "Rechtsbesorgungen" umfassen alle Rechts- und Folg eberatung sowie Rechts- und Folgerechtsvertretung Kalk / Humboldt-Gremberg Höhenberg Vingst Chorweiler Energie und Wasser Alltagsverträge Telekommunikation und Digitales Reise/Mobilität Handwerker und Kundendienste Finanzierungen Zahlungsverkehr Sonstige 0 50 100 150 200 250 300 246 167 94 2 5 5 11 2 Rechtsbesorgungen Seite 8 Verbraucherberatung im Quartier bleibt eine vielgefragte Anlaufstelle in den Sozialräumen Mit insgesamt 728 Verbraucheranliegen blieb die „Ve rbraucherberatung im Quartier“ auch im Jahr 2024 ein wichtiger Teil der Beratungsinfrastruktur in den Stadtteilen, auch wenn die Anzahl der Beratungen zurückgegangen ist. Dafür gibt es einige strukturelle und vor allem personelle Gründe. Die neue Vollzeitmitarbeiterin musste zunächst – wie oben beschrieben – den Fernlehrgang absolvieren. Durch die eingesetzte Mitarbeiterin des Kölner Beratungsteams erhielten die Sozialraumbewohner:innen kompetente und bedarfsgerechte Unterstützung in wichtigen und dringenden Rechtsanliegen, gleichwohl waren die Kap azitäten begrenzter. Sozialraumbewohner:innen, die ein dringendes energierechtliches Anliegen hatten, wurden teilweise in die Sprechstunde nach Höhenberg-Vingst oder in die Beratungsstelle an der Frankenwerft gelotst. Die Stelle der Teamleitung war über viele Monate hinweg nicht besetzt. Die befristete Stellenaufstockung mit zehn Wochenstunden, die in 2023 mit kommunalen Zusatzmittel im Rahmen der Energiepreiskrise gelang, gab es in 2024 nicht mehr, da keine Teilzeitmitarbeiterin in der Verbraucherberatung im Quartier aufstocken konnte. Die Anzahl der aufwendigen Rechtsbesorgungen blieb trotz dieser personellen Umstände mit 532 hoch. Es wurden 318 Rechtsberatungen durchgeführt, davon war etwa ein Viertel Folgeberatungen. Letztere werden immer dann statist isch erfasst, wenn es im vorliegenden Fall einen neuen Aspekt zu beraten gilt. Abgebildet wird dagegen nicht der Aufwand, den die Aktenbearbeitung nach sich zieht. Circa zwei Drittel der Rechtsberatungen (214) zogen eine umfangreiche Rechtsvertretung nach sich. Seite 9 Diagramm 3: Verweis und Auskunft (n) nach Thema für "Verbraucherberatung im Quartier" Energiekosten bleiben das zentrale Thema in allen Sozialräumen Auch 2024 blieb das Thema (nicht)bezahlbare Energie das Leitmotiv in der Beratung, auch wenn es sich von Sozialraum zu Sozialraum unterschied. D ie Rechtsvertretungen zu energierechtlichen Anliegen waren dabei durchweg komplex und die Verha ndlungen mit Energieversorgern zogen sich regelmäßig über mehrere Wochen hin. Fragen zu Abrechnungen und rechtlichen Fallstricken sowie nach Hilfestellungen in finanziellen Notlagen dominierten dabei die Beratungs- und Präventionsarbeit. Viele der Ratsuchenden hatten Schwierigkeiten, die Energielieferverträge rechtlich zu verstehen und daraus ihre Pflichten abzuleiten. Regelmäßig wurden die Schreiben der Energieversorger mit der Ankündigung einer Preiserh öhung nicht als solche erkannt. Dies führte dazu, dass die Betroffenen ihr Sonderkündigungsrecht nicht in Anspruch nahmen. Verletzliche Verbraucher:innen können darüber hinau s oft schwer nachvollziehen, wie Verträge grundsätzlich zustande gekommen sind und warum Energieanbieter Rückforderungen an sie richten oder monatliche Abschläge erhöht werden. Be reits der Umgang mit dem Stromzähler (Ablesen der Zählerstände) ist für viele Sozialraumbewohner:innen eine große Hürde. Energie und Wasser Gesundheit Alltagsverträge Telekommunikation und Digitales Reise/Mobilität BauenundWohnen Handwerker und Kundendienste Geldanlage/Altersvorsorge Finanzierungen Versicherungen Zahlungsverkehr Sonstige 0 5 10 15 20 25 30 35 11 8 14 1 3 28 2 2 2 5 1 25 19 7 27 7 3 6 0 0 4 8 7 6 Verweis Auskunft Seite 10 Die Bearbeitung von Energierechtsfällen ist in der Regel nicht mit einem Schreiben erledigt. Eine Einigung zwischen der Verbraucherzentrale NRW und d em Energieanbieter kommt vielfach erst nach mehreren Reklamationen zustande. Oft müssen zu dem mehrere Energieanbieter pro Rat- suchenden angeschrieben werden, weil es regelmäßig zwei bis drei Anbieter und einen Netzbetreiber gibt und somit drei bis vier Adressen in nur einem Fall mit entsprechend hohem Rechtsvertretungsaufwand. Exemplarische Fallbeispiele zur energierechtlichen Beratung und -vertretung Fallbeispiel 1: E wie einfach Der Verbraucher reklamierte eine Nachforderung über 735,56 Euro aus der Jahresabrechnung und eine neue Abschlagsforderung in Höhe von 176 Euro. Beides war für ihn weder nachvollziehbar noch finanzierbar. Nach unserer Überprüfung der Jah resabrechnung stellten wir fest, dass mit einem viel zu hoch geschätzten Zählerstand am Ables eende gerechnet worden war. Daraus ergab sich ein viel zu hoch geschätzter jährlicher Energi everbrauch, aus dem sich der zu hohe neue Abschlag ergab. Nach entsprechender Reklamation wurde der Abschlag angemessen reduziert und die Jahresabrechnung korrigiert. Der Verbraucher erhielt eine Gutschrift. Präventiv haben wir unserem Mandanten die wesentlic hen Grundlagen des Stromvertrags erklärt. Diese waren ihm in keiner Weise bekannt. Fallbeispiel 2: Zählerverwechslung Der Verbraucher kam mit einem Dolmetscher zur Beratung und teilte mit, dass er an zwei Stromanbieter Zahlungen leisten muss. Nach umfangre icher Überprüfung der Unterlagen stellten wir fest, dass der Ratsuchende seit über einem Jahr Strom für einen Zähler bezahlt, welcher nicht zu seiner Wohnung gehört. Der Grundversorger wandte sich nun an unseren Mandanten und stellte ihm den Stromverbrauch laut dem richtigen Zähler fü r das vergangene Jahr in Rechnung und forderte einen hohen Abschlag für den aktuellen Str omverbrauch. Die Zählerverwechslung ergab sich laut unserer Recherche aus der Mitteilung der falschen Zählernummer von Rheinenergie an Eprimo. Wir konnten erreichen, dass die Zahlungen an Eprimo auf die richtige Zählernummer unseres Mandanten gebucht wurden und die Rheinenergie erst im Anschluss an Eprimo die Belieferung des Seite 11 richtigen Zählers abrechnete. Dadurch reduzierte si ch die Forderung der Energieanbieter gegen unseren Kunden um mehr als 1000 Euro. Im Zuge der R echtsbesorgung wechselte unser Mandant auch in den Sondervertrag der Rheinenergie, was ihm zusätzliche finanzielle Entlastung brachte. Besonders brisant ist in diesem Fall, dass der Kunde ohne die von uns erreichte Einigung zwischen den Energieanbietern, voraussichtlich kein e Möglichkeiten gehabt hätte, die Stromzahlungen für den Stromzähler, welcher nicht zu seiner Wohnung gehört, erstattet zu bekommen. Unser Mandant hätte zwar Rückerstattungsansprüche g egen denjenigen gehabt, der den Strom verbraucht hat. Allerdings hätte er diesen Anspruch aus mannigfaltigen Hürden voraussichtlich nicht durchsetzen können: Der Kunde spricht kein D eutsch und verfügt über zu geringe finanzielle Mittel, um einen Anwalt zu engagieren. Er hätte nic ht gewusst, wie der Verbrauch des gezahlten Stroms zu ermitteln gewesen wäre. Außerdem wohnt un ser Mandant in einem Haus mit ständig wechselnden Bewohner:innen mit dem geringen oder keinem Einkommen. Selbst wenn er Beratungskostenhilfe erhalten hätte und die Persone n hätte ermitteln können, welche den Strom genutzt haben, hätte eine sehr große Wahrscheinlich keit bestanden, dass diese die Forderung hätten nicht zahlen können. Fallbeispiel 3: Wenn Online-Kommunikation fehlschlägt Anfang November 2024 kam eine Verbraucherin in die Beratung, die von Problemen mit ihrem Stromanbieter berichtete. Zum einen lag ihr eine Rechnung vor, die sie nicht nachvollziehen konnte. Zum anderen stiegen von Jahr zu Jahr ihre A bschlagszahlungen, was sie sich ebenfalls nicht erklären konnte. Sowohl das mangelnde Wissen der Ratsuchenden zum Thema Energie als auch die geringen Deutschkenntnisse stellten hier große Herausforderungen dar. Nachdem wir mit dem Anbieter in Kontakt traten, ste llte sich heraus, dass sich unter anderem der Preis pro Kilowattstunde seit April 2024 um 15 Cent erhöht hatte. Zudem lief jegliche Kommunikation über E-Mails und das Kundenportal, da die Kundin einen Vertrag mit Online- Kommunikation abgeschlossen hatte. Dessen war sich die Verbraucherin nicht bewusst. Darüber hinaus versäumte sie es, dem Anbieter ihre neue E-Mailadresse mitzuteilen mit der Folge, dass die Kundin unter anderem das vom Unternehmen verschickt e Preisanpassungsschreiben nicht zur Kenntnis genommen hatte und somit auch nicht ihr Re cht auf Sonderkündigung bei Preiserhöhung ausübte. Sie hatte sich ebenfalls nie in dem Online -Portal des Anbieters registriert und demnach nie Ihre Vertragsdetails oder Jahresabrechnungen an geschaut. Die Verbraucherin hatte keinen Seite 12 Überblick über ihren Stromverbrauch und wusste nich t, dass beispielsweise Zählerstände an den Anbieter mitzuteilen sind. Ihr Stromverbrauch wurde jahrelang meist nur geschätzt. Es dauerte mehrere Wochen, bis wir alle Fragen mit der Kundin und dem Unternehmen klären konnten. Wir vermittelten der Ratsuchenden wichtige Basiskenntnisse in Bezug auf Strom, Abschlagszahlungen und Stromsparen, um die Handlungskompetenzen für die Zukunft zu stärken. Zudem konnten wir erreichen, dass der Anbieter die Kundin mehrere Monate vor Vertragsende aus dem Vertrag entlassen hat und sie zu einem günstigeren Anbieter wechseln konnte. Um zukünftige Stromschulden zu vermeiden, wurde der Verbraucherin nahe gelegt, ihren Stromverbrauch im Blick zu behalten, verbunden mit dem Angebot, in einigen Monaten ihren Verbrauch gemeinsam zu überprüfen. Fallbeispiel 4: Rheinenergie Gassperrandrohung Dem Mandanten war beim Einzug in die neue Wohnung n icht bekannt, dass er eigenständig einen Gasvertrag abschließen muss. Er hat deshalb ein Jah r lang Gas verbraucht, ohne es zu bezahlen. Die darauffolgende Jahresabrechnung konnte er nicht zahlen. Bei der Überprüfung der Rechnung stellten wir fest, dass die Verbrauchprognose viel zu gering war und der geschätzte Zählerstand höher war, als der abgelesene Wert. Der Anbieter korrigierte die Rechnung. Wir haben eine Ratenzahlungsvereinbarung mit festgeschriebener For derung für unseren Mandanten erreicht und ihn hinsichtlich eines angemessenen Abschlags und Wechsel in den Sondervertrag beraten. Im Zuge der Beratung haben wir auch seinen Stromver trag überprüft. Auch hier konnte durch eine Anpassung des Abschlags auf den Verbrauch unseres Mandanten eine hohe Nachforderung verhindert werden. Beratungsnotwendigkeit zu den Alltagsverträgen hat zugenommen Die Nachfrage rund um das Thema Energie bzw. Energi ekosten blieb zwar zentral, war dennoch nicht die einzige Herausforderung, der sich unsere Beraterinnen stellen mussten. Die Anzahl der Ratsuchenden, die Rechtsprobleme mit den den Alltag sverträgen vortrugen, stieg an. Dies zeigt erfreulicherweise auch, dass die Beratungsangebote der Verbraucherzentrale NRW in den Sozialräumen den Bewohner:innen, aber auch den Kooperationspartner:innen bekannt sind. Seite 13 Zeitschriftenabonnements Immer wieder wenden sich Kund:innen an uns, die Rec hnungen und Zahlungserinnerungen für angeblich abgeschlossene Zeitschriftenabonnements bekommen. In einigen Fällen war bereits ein Inkassounternehmen eingeschaltet. Häufig zahlen Ver braucher:innen die geforderten Beträge, um keinen Ärger zu bekommen - verbunden mit der Hoffnu ng, dass die Angelegenheit damit geklärt sei. In der Regel folgen jedoch weitere Rechnungen, da das Abonnement vermeintlich über mehrere Monate abgeschlossen wurde und quartalsweise gezahlt werden muss. Wenden sich die Verbraucher:innen eigenständig an d as Unternehmen, um die Angelegenheit zu klären, wird ihnen meist eine vermeintliche Auftrag sbestätigung zugeschickt und ihnen mitgeteilt, dass das Abonnement erst in mehreren Monaten gekünd igt werden kann. Erst wenn sich die Verbraucherzentrale an den Anbieter wendet und den Vertragsabschluss bestreitet, lenkt das Unternehmen ein und storniert in der Regel den verm eintlichen Vertrag. In einigen Fällen konnten wir auch erreichen, dass bereits gezahlte Beiträge an die Kund:innen erstattet wurden. Fake-Shops Internetplattformen, die mit besonders günstigen Angeboten locken, erscheinen gerade den „verletzlichen“ Verbraucher:innen besonders attraktiv. Diese Fälle können leider von den Verbrauchberaterinnen selten zufriedenstellend gelöst werden, wenn das Geld bereits überwiesen wurde. Prävention und Bildung spielen hier eine eno rm wichtige Rolle wie der unten beschriebene Fall aufzeigt: Ein Verbraucher wollte für seinen Sohn einen E-Scooter kaufen. Im Internet fand er ein (vermeintlich) super günstiges Angebot. Nachdem er seine Daten in die Bestellmaske eingegeben hatte, schloss er den Bestellvorgang - “jetzt kaufe n“ - ab. Er bekam jedoch keine Bestellbestätigung. Stattdessen eine SMS vom Anbiet er, der ihn aufforderte den Bestellvorgang abzuschließen und ihm dafür einen 10%igen Sofort-Rabatt einräumte. Der Kunde willigte ein. Seite 14 Danach bekam er die nächste SMS: Der Kunde reagierte diesmal nicht. Die Ware kam niemals an. Stattdessen forderte ein Zahlungsdienstleister den Betrag zweimal für zwei R echnungsnummern. Der Verbraucher nahm erfolglos Kontakt zum Anbieter auf. Auf der Shop-Se ite gab es kein Impressum. Es handelte sich hier um einen Fake-Shop. Die Seite existiert mittle rweile nicht mehr. Der Verbraucher wandte sich Rat suchend an die Verbraucherberatung im Quartier, die ein Storno der Beiträge vom Zahlungsdienstleister erfolgreich erreichte. Besondere Herausforderungen in der Arbeit mit verletzlichen Verbraucher:innen Seite 15 Die Verbraucherberaterinnen stehen regelmäßig vor der immensen Herausforderung, die Kernanliegen der Verbraucher:innen herauszuarbeiten. Zunächst einmal gilt es im Austausch mit den Ratsuchenden, die eigentliche Thematik des Anliegens zu durchdringen. Im zweiten Schritt solle n die konkreten Probleme erörtert werden. Die mitgebrachten Unterlagen sind oft nicht vollständig oder teilweise nur auf dem Smartphone hinterlegt. In einigen Fällen liegen den Ratsuchend en gar keine Unterlagen vor, weshalb die Fallklärung eines längeren Zeitraums bedarf. Eine Zielgruppe mit geringem Selbsthilfepotential u nd multiplen Problemlagen erfordert zudem eine zeitintensive Unterstützung während des Berat ungs- und Vertretungsvorgangs, u. a. weil die Rechtssuchende die Korrespondenz mit der Anbieterse ite nicht verstehen und der Inhalt des Briefes sowie Handlungsaufforderungen nachvollziehb ar erklärt werden müssen. Häufig müssen sogar Schlüsselpersonen wie Multiplikator:innen, Ehrenamtliche oder etwa Familienmitglieder des/der Ratsuchenden in den Fallverlauf miteinbezogen werden, was eine aufwändigere Kommunikation mit allen Beteiligten bedeutet. Nicht selten wird durch die gut gemeinte Hilfe Dritter mangels geeigneten Fachwissens den betroffenen Verbraucher:innen sogar eher geschadet oder die Rechtslage unnötig verkompliziert. Auch dadurch ergeben sich sehr umfassende Sachverhalte und in vielen Fällen komplexere Problemlagen. Häufig gestaltet sich zudem die Kommunikation mit den Kund:innen schwierig, da aus verschiedensten Gründen auf E-Mails, Briefe und Anrufe nicht bzw. nur zeitverzögert reagiert wird. Auch mehrfach erforderliche Versuche der Kontaktaufnahme ziehen die Bearbeitung der Angelegenheit in die Länge. Sprachliche Barrieren führen dazu, dass Ratsuchende ihre Anliegen nur schwer schildern können. Mitgebrachten Dolmetscher:innen fehlt es häufig das entsprechende Basiswissen zum Sachverhalt. Daraus erwächst die Notwendigkeit dem/der Dolmetscher:in das entsprechende Konzept derart zu erklären, dass diese:r es korrekt übersetzt und bei der Übersetzung des Kundenanliegens alle für die qualitätsgesicherte Be ratung wesentlichen Punkte mit transportiert werden. In Einzelfällen ist es erforderlich, dass die Berat er:innen fortlaufend sicherstellen, dass von den Ratsuchenden besprochene Aufgaben erledigt und Abläufe (z.B. Zahlungsverpflichtungen) Seite 16 eingehalten werden, um eine nachhaltige und langfr istige Lösung sicherzustellen. In den Fällen, wenn die Verbraucher:innen von Sozialarbeiter:innen begleitet werden, ist dieses Ziel einfacher zu erreichen. Die Beraterinnen informieren zwar in die sen Situationen beide über den Fallfortgang, was zusätzliche Zeit in Anspruch nehmen kann. Die Begleitung durch die Sozialarbeiter:innen führt aber meistens dazu, dass die Kund:innen von der Sozialberatung im Bedarfsfall weiter zielgerichtet unterstützt werden und somit die Fälle langfristig gut abgeschlossen werden. Hier leistet die aufsuchende Verbraucherarbeit einen wichtigen nachhaltigen Beitrag zur sozialen S tabilisierung. Der Bedarf an kommunalen Transferleistungen wird mi ttelfristig reduziert sowie die Konsumkompetenz gestärkt. Erfolgskennzahlen der rechtlichen Vertretung Durchsetzung von Verbraucheransprüchen gegenüber dem Anbieter In 77 Prozent der in 2024 aufgenommenen Fälle konnt en die Verbraucheransprüche im Rahmen der Rechtsbesorgung erfolgreich durchgesetzt werden. Die Verbraucher:innen zogen einen direkten wirtschaftlichen Nutzen aus Erstattungen, Einsparungen, abgewehrten Forderungen oder stornierten Verträgen. Insgesamt 34. 966,60 Euro verblieben Verbraucher:innen dank erfolgreicher Rechtsvertretungen. Sie bekamen von den Unternehmen entweder Geld zurück oder mussten deren Forderung nicht begleichen. Dabei handelt es sich um Beiträge zwischen 20 und 9. 000 Euro. Hinzu kamen Erstattungen aus Reklamationen bzw. dem Austausch von Haushalts- und Elektrogeräten während der Gewährleistungszeit oder das Nachbessern von Handwerker- leistungen. Diese Ersparnisse können nicht genau be ziffert werden. In weiteren Fällen profitierten Ratsuchende von der Klärung der Rechtslage, auch wenn die Forderung der Gegenseite berechtigt war. Kostenintensive Mahn- und Inkassove rfahren konnten gestoppt und potentielle Schuldenfallen abgewehrt werden, indem Verbraucher:innen zu einem weiteren nachhaltigen Umgang mit ihrer individuellen, wirtschaftlichen Si tuation beraten wurden (z.B. Prüfung leistbarer Ratenzahlungsvereinbarungen, keine Zahlungen aus dem Unpfändbaren). Zusätzlich ist davon auszugehen, dass durch die Rec htsberatung und -vertretung – unabhängig von deren Ausgang – weitere Folgekosten vermieden w urden, da für kostenintensive Gerichts- Seite 17 verfahren keine Notwendigkeit mehr besteht. Dies en tlastet die Rechtssuchenden vom Prozess- kostenrisiko und die öffentliche Hand von Aufwendungen für die Prozesskostenhilfe. In elf Prozent der Fälle stand das Ergebnis zum Jah resende noch aus, da die Verhandlungen mit Anbietern noch im Gange waren. Die weiteren zehn Pr ozent wurden ohne Ergebnis abgeschlossen, da entweder der/die Verbraucher:in i m Fallverlauf nicht mehr erreichbar war oder eine Reaktion der Anbieterseite trotz mehrfacher Ko ntaktversuche in Namen der Verbraucherzentrale ausblieb. Hier musste im Einzelfall auch für weitere Erfolgsaussichten auf den gerichtlichen Klageweg verwiesen werden. Nicht zuletzt wurden in den Beratungssituationen Präventionsarbeit und Hilfe zur Selbsthilfe geleistet, um die Verbraucher:innen in die Lage zu versetzen, verbraucherrechtlichen Fallen auszuweichen oder frühzeitig rechtlichen Rat einzuholen. Dankesnachrichten von Verbraucher:innen und Multiplikator:innen nach erfolgter Verbraucherberatung „Dankeschön für die vielen hilfreichen Informationen“ „Vielen Dank, dass Sie sich immer so schnell zurückmelden und uns und unseren Teilnehmenden so unkompliziert helfen! DANKE!“ „Ich bin wirklich dankbar für Ihre Hilfe, ich weis nicht, was wir ohne Sie tun würden, vielen dank nochmals“ „Erneut vielen Dank für die schnelle Rückmeldung und die hilfreichen Infos!“ „Vielen Dank für Ihre Hilfe“ „Trotzt alledem super nett das Sie dran geblieben sind, kenne ich so gar nicht, bei mir ist eher so dad ich hinter ran tele. Und dann höre, es ist nicht angekommen ect.“ „Danke für die schnelle Rückmeldung und die hilfreichen Tipps!“ Seite 18 Übergeordnetes Ziel 2: Kooperative Vernetzung und Synergienutzung vorhandener Strukturen, um die bestehenden Hilfen und Angebote bestmöglich miteinander zu vernetzen und die Maßnahmen bedarfsgerechter, passgenauer und wirkungsvoller auszurichten Tabelle 2: Kooperationen und Maßnahmen Zielgruppe: Alle Sozialraumbewohner:innen Kalk und Humboldt-Gremberg Kooperationen Angebote und Maßnahmen Außenstelle des Interkulturellen Dienstes (IKD) Jede zweite Woche persönliche Sprechstunden bzw. durchgehende telefonische und elektronische Erreichbarkeit Lotsenfunktion, thematischer Austausch und funktionierende Verweisstruktur zu Beratungs- und Bildungsangeboten vor Ort Bekanntmachung von Veranstaltungen, Sprechstunden und aktuellen Themen durch Plakataushang und Flyerauslage Sozialraumkoordination Kalk Bekanntmachung von Informationen und Frühwarnmaterialien durch Plakataushang und Flyerauslage; mediale Streuung durch Homepage- Einträge, E-Mail-Verteiler und Newsletter der Sozialraumkoordination; regelmäßige Verbrauchertipps auf der Homepage der Sozialraumkoordination Teilnahme an der Stadtteilkonferenz Sozialraumkoordination Humboldt-Gremberg Bekanntmachung von Informationen und Frühwarnmaterialien durch Plakataushang und Flyerauslage; mediale Streuung durch Homepage- Einträge, E-Mail-Verteiler und Newsletter der Sozialraumkoordination; regelmäßige Verbrauchertipps auf der Homepage der Sozialraumkoordination Teilnahme am Runden Tisch Seite 19 GAG Quartierstreff Jede zweite Woche persönliche Sprechstunden bzw. durchgehende telefonische und elektronische Erreichbarkeit Kontaktaufnahme zur Nachbarschaft und Bewerbung des Angebotes Warnflyer zum Thema Online-Dienstleistungen in Kalk verteilt Gemeinwesenarbeit Veedel e. V. funktionierende Verweisstruktur und thematischer Austausch; Bekanntmachung von Veranstaltungen, Sprechstunden und aktuellen Themen Nachbarschaftstreff; Pavillon e.V. Funktionierende Verweisstruktur und fachlicher Austausch; Bekanntmachung von Veranstaltungen, Sprechstunden und aktuellen Themen. Diakonie Michaelshoven BerMico und BeWo Lotsenfunktion, funktionierende Verweisstruktur und thematischer Austausch Caritas, Chancen geben Info- und Aktionsstand „Allgemeines Verbraucherrecht“ Diakonie Jugendarbeit Lotsenfunktion, funktionieren de Verweisstruktur Gemeinwesenbüro Kalk-Nord Lotsenfunktion, funktionierende Verweisstruktur, Austausch zu aktuellen Themen Kölner Freiwilligen Agentur Verweisstruktur Nachbarschaftstreff GAG, Loestr. Verweisstruktur Warnflyer zum Thema Online-Dienstleistungen in Kalk verteilt Pavillon e.V. Lotsenfunktion, gegenseitige Verweiss truktur SKM Lotsenfunktion, gegenseitige Verweisstruktur Seite 20 solimed Lotsenfunktion, gegenseitige Verweisstruktu r Seniorennetzwerke Humboldt-Gremberg Lotsenfunktion, gegenseitige Verweisstruktur Workshop zum Thema „Telekommunikation“ Stadteilbüro Kalk-Nord Veedel e.V Info- und Aktionsstand zum Thema „Allgemeiner Verbraucherrecht“ Stadtteilbibliothek Bewerbung von Veranstaltungen für Verbraucher:innen, Teilnahme an Infostand Höhenberg und Vingst Kooperationen Angebote und Maßnahmen Bürgerzentrum Vingst/ Vingster Treff wöchentliche persönliche Sprechstunde bzw. durchgehende telefonische und elektronische Erreichbarkeit Lotsenfunktion, thematischer Austausch und funktionierende Verweisstruktur zu Beratungs- und Bildungsangeboten vor Ort Bekanntmachung des Angebots auf der Homepage, durch Plakataushang und Flyerauslage Veranstaltungs- und Aktionsdurchführungen wie z. Energieworkshop, Multiplikator:innenschulungen Stadtteiltreffen Höhenberg und Vingst Teilnahme am Stadtteiltreffen Vernetzung, funktionierende Verweisstruktur, thematischer Austausch zwischen teilnehmenden Akteur:innen; Bekanntmachung von Veranstaltungen, Sprechstunden und aktuellen Themen Seite 21 Stadtteilwohnung Passauer Str. Vernetzung, funktionierende Verweisstruktur und thematischer Austausch Sozialraumkoordination Höhenberg-Vingst Aktionen "Infobox" auf dem Vingster Markt zu den Themen „Allgemeiner Verbraucherrecht“, „Telekommunikation“ und „Bu now pay later“ Bekanntmachung von Informationen und Frühwarnmaterialien durch Plakataushang und Flyerauslage; mediale Streuung durch Homepage- Einträge, E-Mail-Verteiler, Ausgabe von Material Gastgeber bei Stadtteilspaziergang Vingster Treff Campus Arbeit Verweisstruktur Bildungseinheit „Versicherungen“ GAG Sozialmanagement Lotsenfunktion und Verweisstruktur Info- und Aktionsstand beim Stadtteilfest zum Thema Energie Veedel e.V. Lotsenfunktion und Verweisstruktur Sozialraumübergreifend Kalk, Humboldt-Gremberg, Höhenberg, Vingst (Bezirk 8) Kooperationen Angebote und Maßnahmen Runder Tisch Seniorenarbeit Bezirk Kalk Teilnahme am Runden Tisch Bewerbung von Veranstaltungen für Verbraucher:innen, Lotsenfunktion, Einbringen von Themen, funktionierende Verweisstruktur und thematischer Austausch zwischen teilnehmenden Akteur:innen AK Beratung Bezirk Kalk Bewerbung von Veranstaltungen für Verbraucher:innen, Lotsenfunktion, Einbringen von Themen, funktionierende Verweisstruktur und thematischer Austausch zwischen teilnehmenden Akteur:innen Seite 22 Café im Veedel von Veedel e.V. Workshop „Energie gewusst wie“ SPZ Köln Kalk Vorstellung der aufsuchenden Verbraucherarbeit Bildungseinheiten und Workshops für Verbraucher:innen und Multiplikator:innen zum Themen Energie Dialog der Kulturen Vernetzung, fachlicher Austausch und Aufbau eines funktionierenden Verweissystems Chorweiler, Blumenberg und Seeberg-Nord Kooperationen Angebote und Maßnahmen Kulturbrücke wöchentliche persönliche Sprechstunden bzw. durchgehende telefonische und elektronische Erreichbarkeit Lotsenfunktion und funktionierende Verweisstruktur zu Beratungsangeboten vor Ort; Bekanntmachung von Veranstaltungen, Sprechstunden und aktuellen Themen durch Plakataushang und Flyerauslage Ehrenamtsprojekt „Ordnung im Ordner“ Sozialraumkoordination Chorweiler Bekanntmachung von Informationen und Frühwarnmaterialien durch Plakataushang und Flyerauslage; mediale Streuung durch Homepage- Einträge, E-Mail-Verteiler Aktions- und Infostände auf Stadtteil- und Bezirksfest Chorweiler Stadtteilkonferenz Chorweiler, Blumenberg und Seeberg-Nord Teilnahme an den Konferenzen Vernetzung, funktionierende Verweisstruktur und thematischer Austausch zwischen teilnehmenden Akteur:innen; Bekanntmachung von Veranstaltungen, Sprechstunden und aktuellen Themen AK Beratung/ Fiz e. V. Regelmäßige Teilnahme Seite 23 Vernetzung, fachlicher Austausch und Aufrechterhaltung eines funktionierenden Verweissystems GAG Immobilien AG Verweisstruktur dieKümmerei Vernetzung und Aufbau eines funktioniere ndes Verweissystems Zug um Zug Campus Arbeit Lotsenfunktion und Verweisstruktur SKF Schuldenberatung Lotsenfunktion, funktionierende Verweisstruktur und thematischer Austausch zu Überschuldung Sozialraumerweiterung Kooperationen Angebote und Maßnahmen IN VIA Lotsenfunktion, funktionierende Verweisstruktur und Austausch über Auswirkungen Energiepreiskrise; Bekanntmachung von Veranstaltungen, Sprechstunden und aktuellen Themen Sozialraumkoordinator: innen Vorstellung der aufsuchenden Verbraucherberatung und Austausch über Bedarfe und Angebote SPZ Rodenkirchen Workshop zum Thema Stromvertrag im Rahmen der Aktionswoche „Energie gewusst wie“ Stiftung Leuchtfeuer Vorstellung der aufsuchenden Verbraucherberatung und Austausch über Bedarfe und Angebote Seite 24 Zielgruppe: Menschen mit Migrationshintergrund Kalk und Humboldt-Gremberg Kooperationen Angebote und Maßnahmen Interkultureller Dienst (IKD) Lotsenfunktion und gegenseitige Verweisstruktur, inhaltlicher Austausch Stadt Köln und Ceno e.V. Austausch zu Unterstützungsmöglichkeiten für Geflüchtete aus der Ukraine Lotsenfunktion, funktionierende Verweisstruktur Stadt Köln Sozialdienst für Geflüchtete Austausch zur Situation in Kalker Geflüchtetenunterkünften. Lotsenfunktion, funktionierende Verweisstruktur Sozialraumübergreifend Kalk, Humboldt-Gremberg, Höhenberg, Vingst (Bezirk 8) Kooperationen Angebote und Maßnahmen Katholische Kirchengemeinde St. Theodor Workshop zum Thema „Frag doch mal Verbraucherzentrale“ mit anschließendem Austausch Workshop zum Thema „Umgang mit Geld“ Sozialraumübergreifend Kalk, Humboldt-Gremberg, Höhenberg, Vingst (Bezirk 8) Kooperationen Angebote und Maßnahmen Fachdienst für Integration und Migration Lotsenfunktion, funktionierende Verweisstruktur und thematischer Austausch; Bekanntmachung von Veranstaltungen, Sprechstunden und aktuellen Themen Case Management des Kommunalen Integrations- managements Lotsenfunktion, funktionierende Verweisstruktur und thematischer Austausch; Bekanntmachung von Veranstaltungen, Sprechstunden und aktuellen Themen Seite 25 AK Geflüchtete Bezirk Kalk Teilnahme am Runden Tisch Vernetzung, funktionierende Verweisstruktur und thematischer Austausch zwischen teilnehmenden Akteur:innen; Bekanntmachung von Veranstaltungen und der Sprechstunde INKA Inhaltlicher Austausch, gegenseitige Verweisst ruktur Dialog der Kulturen Teilnahme am Runden Tisch Vernetzung, funktionierende Verweisstruktur und thematischer Austausch zwischen teilnehmenden Akteur:innen; Bekanntmachung von Veranstaltungen und der Sprechstunde Chorweiler, Blumenberg und Seeberg-Nord Kooperationen Angebote und Maßnahmen FIZ e.V. Workshop zum Thema „Energie“ Seite 26 Zielgruppe: Familien und Kinder Kalk und Humboldt-Gremberg Kooperationen Angebote und Maßnahmen 180 Grad Wende Vernetzung, funktionierende Verweisstruktur und thematischer Austausch Adolph Kolping Schule Info- und Aktionsstand GGS Lohmarer Str. Workshop zum Thema „Energie“ im R ahmen des Elterncafés Höhenberg und Vingst Kooperationen Angebote und Maßnahmen Familienwerkstatt HöVi Workshop „Erste eigene Wohnun g“ HöVi-Land Info- und Aktionsstände zu den Themen „Bezahlmethoden im Internet“ und „Zuckergehalt in Getränken“ KGS Heßhofstraße Vernetzung, funktionierende Verweisstruktur und thematischer Austausch Workshop zum Thema „Energie“ Seite 27 Zielgruppe: Jugendliche und junge Erwachsene Kalk und Humboldt-Gremberg Kooperationen Angebote und Maßnahmen Pavillon e.V. Vernetzung und Angebotsvorstellung, Lo tsenfunktion Adolph-Kolping-Schule Austausch, Planung möglicher P räventionseinheiten 180° Wende Austausch, Planung, Aufbau einer funktio nierenden Verweisstruktur Höhenberg und Vingst Kooperationen Angebote und Maßnahmen Familienwerkstatt HöVi Workshop „Erste eigene Wohnun g“ Seite 28 Zielgruppe: Senior:innen Kalk und Humboldt-Gremberg Kooperationen Angebote und Maßnahmen Gremberger Treff Vernetzung und Angebotsvorstellung, Lotsenfunktion Bekanntmachung von Informationen und Frühwarnmaterialien durch Plakataushang und Flyerauslage, mediale Streuung über Social-Media- Plattform Seniorennetzwerk Humboldt-Gremberg Lotsenfunktion, Bekanntmachung von Informationen und Frühwarnmaterialien durch Plakataushang und Flyerauslage Workshop zum Thema „Telekommunikation“ Höhenberg und Vingst Kooperationen Angebote und Maßnahmen Seniorennetzwerk Höhenberg Angebotsvorstellung, Aufbau der Verweisstruktur Seniorenberatung der Johanniter Vernetzung, funktionierende Verweisstruktur Seite 29 Sozialraumübergreifend Kalk, Humboldt-Gremberg, Höhenberg, Vingst (Bezirk 8) Kooperationen Angebote und Maßnahmen Runder Tisch Seniorenarbeit Kalk Vernetzung, funktionierende Verweisstruktur und thematischer Austausch zwischen teilnehmenden Akteur:innen Bekanntmachung von Informationen, Veranstaltungen und der Sprechstunden Seniorenkoordination Kalk Lotsenfunktion; Bekanntmachung von Informationen (u. a. Überblick digitaler Angebote der Verbraucherzentrale NRW für Senior:innen) und Frühwarnmaterialien, Veranstaltungen und der Sprechstunde; Infostreuung über Email-Verteiler Chorweiler, Blumenberg und Seeberg-Nord Kooperationen Angebote und Maßnahmen Seniorenkoordination Chorweiler Lotsenfunktion; Bekanntmachung von Informationen (u. a. Überblick digitaler Angebote der Verbraucherzentrale NRW für Senior:innen) und Frühwarnmaterialien, Veranstaltungen und der Sprechstunde, Infostreuung über Email-Verteiler Info- und Aktionsstand zum allgemeinen Verbraucherrecht "Verbraucherberatung im Quartier" ist fester Bestandteil in der Unterstützungslandschaft Die Verbraucherberatung im Quartier" wird in den Arbeitsgruppen und Konferenzen für ihre Expertise und Impulse geschätzt. Durch ihre vielfäl tigen Aktionen, Festteilnahmen und Veranstaltungen wird sie als wichtige und verlässli che Partnerin in der örtlichen Präventions- und Bildungsarbeit angesehen. Die rund 100 kooperativen Organisationen, Institutionen, örtlichen Akteur:innen und Vereine in Tabelle 2 zeigen, dass die Zielgruppen der "Verbraucherberatung im Quartier" mehrfach erreicht werden. Jährlich kommen neue Kooperationen dazu. Darüber hinaus können Ratsuchende dank etablierter und gut gepflegter Vernetzungsstrukturen zielgerichtet innerhalb der Sozialräume und der kom munalen Hilfs- und Unterstützungsstrukturen vermittelt werden. Nur in engem Schulterschluss mit unseren kommunalen Netzwerkpartner:innen lassen sich viele Verbraucherprobleme frühzeitig er kennen und zusammen adressatengerecht lösen. Seite 30 Übergeordnetes Ziel 3: Präventiv tätig werden und durch Bildung und Information dazu beitragen, dass bestimmte Probleme im Verbraucheralltag gar nicht erst auftreten und das Selbsthilfepotential gestärkt wird Tabelle 3: Präventions- und Bildungsarbeit vor Ort für Quartier Gesamt und je Sozialraum Art des Angebots Sozialraum Aktionen (n) Teilnehmende (n) Vorträge, Bildungseinheiten Gesamt 14 157 Chorweiler 1 18 Höhenberg-Vingst 9 86 Kalk, Hum.-Grem. 2 22 Sozialraumübergreifend 2 31 Info- und Aktionsstand Gesamt 15 1.155 Chorweiler 3 560 Höhenberg-Vingst 8 533 Kalk, Hum.-Grem. 4 62 Sozialraumübergreifend 0 0 Infovortrag,Schulung für Multiplikator:innen Gesamt 2 23 Chorweiler 0 0 Höhenberg-Vingst 1 8 Kalk, Hum.-Grem, 0 0 Sozialraumübergreifend 1 15 Sonstige Aktionsformate 1 Gesamt 1 7 Chorweiler 0 0 Höhenberg-Vingst 1 7 Kalk, Hum.-Grem. 0 0 Sozialraumübergreifend 0 0 Gesamt 32 1.342 1 Zu sonstigen Aktionsformaten zählen Aktionen, die sich sonst keiner der übrigen Kategorien zuordnen lassen, z. B. gezielte Plakataktionen in Hausfluren, Infomaterialstreuung über Lebensmittelausgaben oder Verteilung von Infotaschen. Seite 31 Im Berichtsjahr konnten 32 Angebote realisiert werden, mit denen 1342 Menschen erreicht wurden. Durch die Unterstützung der ehrenamtlichen Mitarbeiterin konnte in einigen Fällen den Verbraucher:innen bei dem Sortieren der Unterlagen unter die Arme gegriffen werden. Der thematische Schwerpunkt lag auch in diesem Beri chtsjahr bei Anliegen rund um Energie und Energiekosten. Das Themenfeld Digitalisierung/Inter net - insbesondere die Glasfaserumstellung - fand ebenfalls große Resonanz. Wiederholt mussten wir feststellen, dass die notwendige und w irksame Präventionsarbeit am effektivsten in bestehenden Gruppen durchzuführen ist. Angebotsbeispiele: Eltern-Café Humboldt-Gremberg 2024 fanden insgesamt drei Vorträge in Zusammenarbeit mit dem Eltern-Cafè an der Katholischen Grundschule Heßhofstraße und der Gemeinschaftsgrundschule Lohmarer Straße statt. In entspannter Atmosphäre hatten die Besucher:innen die Gelegenheit, sich zu den Themen Stromverbrauch und Verträge/ Taschengeldparagraf zu informieren. Nach dem Vortrag gab es ausreichend Gelegenheit, Fragen zu stellen und sich über persönliche Erfahrungen auszutauschen. Insgesamt kamen alle Veranstaltungen gut an – besonders wurde der authentische Bezug zu persönlichen Erfahrungen geschätzt. Senioren- Café Humboldt-Gremberg Im Zuge des Wegfalls des Nebenkosten-Privilegs haben wir im Senioren-Café Humboldt-Gremberg einen Vortrag zu dem Thema gehalten. Die Senioren und Seniorinnen sollten vor allem sensibilisiert werden, sich weder durch subtile Werbung von Anbietern noch von aggressiven Vertriebspartnern an der Haustür unter Druck setzte n zu lassen, schnell einen neuen Vertrag abzuschließen. Zudem klärten wir über die gesetzli chen Änderungen auf und gaben einen kurzen Überblick über die weiteren Möglichkeiten, zukünftig Fernsehprogramme empfangen zu können. Buy now, pay later „Haben Sie schon einmal „Buy now, pay later“ genutz t?“ Diese Frage stellten wir im Sommer 2024 an der im Stadtteil Höhenberg-Vingst regelmäßig stattfindenden Infobox am Markt an die Verbraucher:innen. Viele nutzen unser Gesprächsangebot, um einen Einblick in die Welt der Seite 32 Zahlungsmethoden zu bekommen, oder auch sich zu ein em akuten Problem beraten zu lassen. Präventiv konnte auf die Überschuldungsgefahr bei d iesen Zahlaufschubangeboten hingewiesen und über alternative Zahlsysteme informiert werden. Auch die Themen Datenschutz, Sicherheit im Onlinehandel, Erkennbarkeit von Fake-Shops und die Frage „Inwieweit kann man dem Käuferschutz der verschiedenen Zahlungsdienstleiste r vertrauen?“ wurde in den verschiedenen Gesprächen thematisiert. Die Infobox wird organisiert durch die Sozialraumko ordination Höhenberg-Vingst und informiert über Beratungsangebote und Aktionen im Stadtteil. An der Infobox stehen wechselnde Mulitplikator:innen verschiedener Einrichtungen als Informationspartner bereit. Die Verbraucherberatung im Quartier nimmt regelmäßig an diesen Terminen teil. Die Infobox ist ein bedarfsgerechtes Instrument, um auf Themen aus dem Verbraucheralltag aufmerksam zu machen. Seite 33 Seite 34 Seite 35 Info- und Aktionsstand zu „Buy now pay later“ Info- und Aktionsstand beim "Fest der Kulturen" in Chorweiler Seite 36 Übergeordnetes Ziel 4: Sensor- und Frühwarnfunktion Auffallend bleibt, dass bestimmte Verbrauchergruppe n bevorzugt für unseriöse Haustürgeschäfte umworben werden. Hier ist ein enges Zusammenspiel m it anderen Akteuren in den Sozialräumen besonders wichtig. Eine verbraucherpolitische Aufgabe der "Verbraucherberatung im Quartier" ist es, verbrauch er- rechtliche Fallstricke und dubiose Geschäftspraktik en frühzeitig zu erkennen und die Sozialraumbewohner:innen zeitnah zu informieren. Di e Problematiken fallen entweder gehäuft in den Sprechstunden auf oder werden von Multiplikator :innen gemeldet. Die "Verbraucherberatung im Quartier" erstellt daraufhin zielgruppenspezifis che Präventionsmaterialien, nimmt ihre Sensorfunktion wahr und gibt den Fachreferenten:inn en der Verbraucherzentrale NRW entsprechende Rückmeldungen zur Marktbeobachtung. K omplexe Themen werden in einfacher Sprache aufbereitet, um die enthaltenen Information en einer möglichst breiten Bevölkerungsgruppe zugänglich machen. Die Präventionsmaterialien werden an Infoständen und bei anderen Aktionsformaten vor Ort verteilt und/oder über die Kanäle der Kooperationsp artner:innen und Multiplikator:innen verbreitet. (vgl. Vernetzungsstruktur). Über viele verschiedene, nicht einzeln nachzuhaltende Kanäle verbreiten die Sozialraumakteur:innen die präventiv en Informationen analog (über Aushänge in örtlichen Schaukästen und an Schwarzen Brettern in Hauseingängen, über Briefkasteneinwürfe, Flyerverteilung, Abdrucke in Newslettern usw.). Multiplikator:innen drucken sich benötigte Infoblätter selbst aus oder werden bei Bedarf mit D ruckexemplaren von der "Verbraucherberatung Seite 37 im Quartier" beliefert. Materialien um Themen der Energiepreiskrise standen im Berichtsjahr erneut im Fokus: Materialsammlung Energie gewusst wie Da besonders die Veranstaltungen rund um das Thema Energie und speziell zum Thema Strom in den Quartieren sehr gefragt sind, haben wir aus verschiedenen zur Verfügung gestellten Materialien der Geschäftsstelle eine Sammlung zusam mengestellt, welche während oder nach Veranstaltungen als Begleitmaterial ausgegeben wird. Die verwendeten Materialien sind meist Checklisten oder konkrete Handlungsanleitungen und greifen Themen auf, die während der Veranstaltungen behandelt werden. So lernen Besuche r:innen beispielsweise in einer Veranstaltung die wichtigsten Punkte kennen, die in der eigenen Stromrechnung geprüft werden sollten. Die einzelnen Prüfschritte werden dann in den Begleitmaterialien erneut aufgelistet, um die eigene Stromrechnung zu Hause in Ruhe prüfen zu kön nen. Zudem gibt es eine „Schritt für Schritt Anleitung“ zum Ablesen des eigenen Stromzählers und zur Berechnung des eigenen Abschlags sowie eine Broschüre in leichter Sprache mit wertvollen Tipps rund um das Energiesparen zuhause. Alle Materialien werden optisch ansprechen d mit einer Banderole zusammengefasst und werden mit den Kontaktdaten der Beraterin im Quartier ergänzt. Infoflyer zu Gasfaserausbau Bis 2030 sollen nach den Plänen der Bundesregierung alle Haushalte einen Glasfaseranschluss haben. Auch in Köln wird aktuell das Glasfasernetz ausgebaut. Um die Menschen vom Glasfaserausbau zu überzeugen, gehen viele Unterneh men von Tür zu Tür und werben für ihr Angebot – teils mit unlauteren Methoden, wie zunehm ende Beschwerden bei der Verbraucherzentrale NRW zeigen. Um die Verbraucher:innen sowohl von den Anbietern zu schützen, die sie eventuell unter Druck setzen, abe r auch davor zu warnen, dass unter dem Deckmantel des Glasfaserausbaus diverse Internetverträge untergeschoben werden können, haben wir einen entsprechenden Infoflyer entworfen. Dieser wurde über Multiplikator:innen und auch direkt an die Verbraucher:innen verteilt. Seite 38 Bauchladen der Verbraucherberatung im Quartier, ausgestattet mit themenbezogenen Spielen, Flyern und Give aways. Impulsfragen mit Sketchnotes für Workshop zum Thema „Buy now pay later“ Materialmappen für Workshop „Buy now pay later“ Seite 39 Warnflyer zu aktuellen Themen Broschürensets für Workshopteilnehmer Seite 40 Übergeordnetes Ziel 5: Entwicklung von Strategie und Ansatzpunkten zur Erhöhung der Reichweite mit dem Ziel, eine präventive Wirkung des aufsuchenden Arbeitsansatzes in allen 15 Kölner Sozialräumen zu entfalten Der Abbau von Zugangshürden und die Sicherstellung von Teilhabe sind in der aufsuchenden Verbraucherarbeit in Köln besondere Anliegen. Gerade angesichts unterschiedlicher Bildungs- und Sprachniveaus sowie kultureller Hintergründe der Me nschen in der Kommune setzen wir auf eine adressatengerechte Ansprache. Die Art und Weise, wie politische Rahmensetzungen häufig kommuniziert werden, macht es nicht einfacher, sich im Verbraucheralltag entsprechend zu verhalten. Die vorgestellten Frühwarnmaterialien der "Verbraucherberatung im Quartier" wurden zum Einsatz für alle Kölner Sozialräumen zur Nutzung durch Sozi alraumakteur:innen aufbereitet und stadtweit zur freien Verfügung gestellt. Neben den Präventivinformationen wurde darin auch auf die Beratungsmöglichkeiten der Kölner Beratungsstelle der Verbraucherzentrale NRW sowie das generelle Unterstützungsangebot der Verbraucherzentrale NRW hingewiesen. Sozialraum- koordinator:innen oder auch Seniorenkoordinationen und -netzwerke der Stadt Köln wurden mit Präventionsmaterialien versorgt, die zur weiteren Streuung ihrerseits die Verbreitung über unterschiedliche Kommunikationswege vornehmen konnt en. Die besonderen Maßnahmeneffekte der Reichweitenerhöhung sind quantitativ valide nicht zu evaluieren. Zudem wurden Infomaterialien und Veranstaltungshinw eise der Fachgruppen der Verbraucher- zentrale NRW (u. a. Ernährung, Energie, Gesundheit und Pflege) und weiterer Projekte der Verbraucherzentrale NRW gezielt zur Verfügung gestellt. Hierzu fand das Thema Ernährung große Resonanz. Die Dauerbrenner-Thematik Energiepreiskrise fand ih ren Ausdruck in den Aktionswoche „Energie gewusst wie“: Cafe im Veedel, Ostheim - Veedel e.V. Im Veedelstreffpunkt „Cafe im Veedel“ in Ostheim wu rde in Zusammenarbeit mit Veedel e.V. eine Infoveranstaltung zum Thema „Meine Stromrechnung ve rstehen“ angeboten. Die Interessierten haben Basisinformationen zum Thema Stromverbrauch u nd Abschlagszahlungen bekommen und konnten mit Hilfe einzelner Prüfschritte die eigene Stromrechnung kontrollieren. Seite 41 Infostand "Energie erklärt" in der Stadtteilbibliothek Porz Zwei Mitarbeitende der Verbraucherzentrale in Köln beantworteten Interessierten Fragen zu den Themen Stromverbrauch, Zählerstand und Stromrechnun g. Am Infostand lagen zudem verschiedene Infobroschüren zum Mitnehmen aus. SPZ Rodenkirchen In Rahmen der Aktionswoche „Energie gewusst wie“ wu rde für die Besucher und Besucherinnen des Sozialpsychatrischen Zentrums Rodenkirchen ein Vortrag zum Thema „Meine Stromrechnung verstehen“ angeboten. „Was ist überhaupt ein Abschlag?“, „Warum und wie sollte ich meine Stromrechnung kontrollieren?“ „Wie kann ich Stromsc hulden vermeiden?“ - all das waren Fragen, die in der sehr gut besuchten Veranstaltung behandelt wurden. Das Hauptaugenmerk lag vor allem auf der Vermittlung von Basiswissen, um die Handlun gskompetenzen der Anwesenden im Hinblick auf die eigenen Stromkosten zu stärken, um so mögliche Stromschulden oder gar eine Stromsperre früh entgegenzuwirken. Die Anwesenden k onnten vor Ort anhand Ihrer eigenen oder einer Beispiel-Stromrechnung verschiedene Prüfschritte nachvollziehen, im regen Austausch verschiedene Fragen klären und viele hilfreiche Tipps für eigenes Handeln mit nach Hause nehmen. Durch derartige Informationsvermittlungen, Schulun gen und Angebotsvernetzung profitieren die Kölner Sozialräume und ihre Bewohner:innen von deutlich mehr Hilfs- und Unterstützungs- leistungen der Verbraucherzentrale NRW als über den städtischen Haushalt oder anderweitige kommunale Mittel finanziert werden. Übergeordnetes Ziel 6: Identifizierung von strukturellen Problemlagen, Lücken im Hilfesystem, Handlungsempfehlungen an die Stadt Köln Erreichbarkeit der Behörden Nach wie vor blieb die höchste strukturelle Hürde i n der Hilfs- und Unterstützungslandschaft die schlechte Erreichbarkeit der Behörden: Termine bei behördlichen Anlaufstellen (vor allem Seite 42 Jobcenter, Sozialamt und Wohngeldstelle) waren oft mit extrem langen Wartezeiten verbunden, einige Behörden waren nur schwer zu erreichen (Ausl änderamt). Langwierige Bearbeitungen bei anfallenden Zahlungsfristen, auslaufende Leistungen oder Aufenthaltserlaubnisse belasteten Betroffene genauso wie im vergangenen Jahr. Die lange Bearbeitung von Leistungsanträgen/Transfe rleistungen führte regelmäßig zu zwischenzeitlichen existentiellen Einkommenslücken. Verbraucher:innen liefen teilweise unverschuldet Gefahr, in vertragliche Schwierigkeiten zu geraten oder ihren finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen zu können. Bei fin anziellen Engpässen können Rechnungen, Mieten, etc. nicht fristgerecht beglichen werden, dies führt zu Mahnungen und weiteren Problematiken. Die extrem schlechte Erreichbarkeit des Ausländeramtes hat Auswirkungen nicht nur auf diejenigen, die Transferleistungen beziehen, sie führt außerdem nicht selten zum Verlust der Arbeitserlaubnisse mit direkter Auswirkung auf Arbe itsverhältnisse. Dies führt zu existenziellen Notlagen. Formularhilfe Für viele verletzliche Verbraucher:innen stellt das Ausfüllen der Formulare der verschiedenen Behörden weiterhin eine große Hürde dar. Verbrauch erberater:innen haben selbst in ihren guten Netzwerken sehr wenige Möglichkeiten die Ratsuchend en in solchen Fällen durch Verweisberatung zu unterstützen, insbesondere seit den Kürzungen im Hilfesystem zum Ende des Berichtsjahres. Digitalisierung als Hürde Digitalisierung ist aus unserem Leben nicht wegzude nken und in erster Linie erwünscht. Dennoch verhält es sich dabei wie bei dem Ausfüllen von Formularen: Es gibt ein Teil an Verbraucher:innen, die durch die voranschreitende Digitalisierung noc h größeren Hürden ausgesetzt werden. Bereits vor zwei Jahren fiel den Beraterinnen auf, dass vie le Ratsuchende nur erschwert den Zugang zu ihren eigenen Unterlagen wie Rechnungen, Verträgen, Anbieterbriefen haben. Die Ursachen können mannigfaltig sein: fehlende oder geringe digitale Kompetenz, Unerfahrenheit, geringe Deutschkenntnisse, fehlende Endgeräte. Viele Sozialraumbewohner:innen besitzen nur ein Smartphone als Endgerät, was die Ansicht und Bearbe itung der digitalen Unterlagen erschweren kann. Gerade Senior:innen vermissen feste Ansprechpartner:innen und Präsenz-Angebote, an die Seite 43 sie sich richten können, um Fragen zu stellen und ihre Angelegenheiten zu erledigen. Oft sind aber gerade die rein digital verwalteten Angebote auch die preisgünstigeren, so dass Verbraucher:innen sich dennoch für sie entscheiden (müssen). Durch die Umstellung auf digitale Kommunikation bei m Jobcenter erweitert sich diese Dimension der Verletzlichkeit unserer Ratsuchenden. Auch hier gelingt es uns immer wieder durch Verweise an digitale Sprechstunden oder Digitalcafés der Kooperationspartner:innen einigen Verbraucher:i nnen unter die Arme zu greifen. Dennoch sehen wir, dass die Mehrheit derjenigen, die hierbe i Hilfe benötigen, nicht abgefangen werden kann. Mietpreise in Flüchtlingsunterkünften Weiterhin beschäftigten die stark gestiegen Mietpre ise in Flüchtlingsunterkünften einige unserer Kunden. Insbesondere diejenigen, die aus dem Leistu ngsbezug aufgrund der Arbeitsaufnahme herauskommen, ihren Wohnsitz aber nicht verändern k önnen, kommen in finanzielle Notlagen. Dieses Thema wird regelmäßig in den Präventionsvera nstaltungen mit der Zielgruppe Zugewanderte von den Teilnehmenden thematisiert. Rund ums Wohnen Uns erreichten auch dieses Jahr viele Anfragen rund um das Thema Wohnen. Leider mussten wir den Ratsuchenden erklären, dass wir bei den Themen Heizungs- und Nebenkostenabrechnung sowie Klagen über Schimmelbefall nicht beraten können. "Verbraucherberatung im Quartier": Rückblick 2024 und Ausblick 2025 Das Jahr 2024 wurde wie erwartet vom hohen Beratungsbedarf rund um Energiepreise und Abrechnungen dominiert. Verstärkt kamen Nachfragen zu Alltagsverträgen. Unserer Beobachtung nach steigt sowohl die Anzahl der überschuldeten Verbraucher:innen als auch die Höhe der Schulden. Seite 44 Im ersten Halbjahr des Berichtsjahres musste die neue Beraterin eingearbeitet werden. Sie konnte sehr schnell eine zielführende Lösungswegberatung f ür Verbraucher:innen, die Durchführung von Präventions- und Bildungseinheiten, die Gestaltung von Infomaterialien oder die Teilnahme an Aktionen in den Sozialräumen übernehmen. Für die ei genständige Bearbeitung verbraucherrechtlicher Anliegen musste aber zunächst ein Fernlehrgang Recht absolviert werden, der vom Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzb v) durchgeführt wird. Dieser startete im Sommer 2024. Leider stand ein erneuter Wechsel der Teamleitung an. Die Stelle konnte im Februar 2025 erfolgreich besetzt werden. Der Aufgabenbereich der Teamleitung soll um die Rechtsbesorgung erweitert werden, um hier nachfragegerechter die Be ratungsbedarfe ohne längere Wartezeiten bedienen und Vertretungssituationen im Team abfedern zu können. Der hohe Beratungsbedarf rund um Energiethema wird uns auch in 2025 begleiten. Dasselbe gilt für Online-Shopping und damit verbundene Auseinandersetzung mit den Themen „Digitale Zahlungsmöglichkeiten“, „Buy now pay later“, Fake-Shops. Wir möchten den umsichtigen Umgang mit Konsum vermitteln und somit die Schuldenprävention betreiben, die gerade in Zeiten zunehmender existenzieller Notlagen wichtiger denn je ist. Die Fragen rund um die Einführung der elektronische n Patientenakte kommen langsam auf. Auch auf diesem Gebiet werden wir Aufklärungsarbeit mittels Workshops und Vorträge zu der Umstellung leisten. Wie in den Vorjahren bleiben wir im engen, konstruk tiven und vertrauensvollen Austausch mit lokalen Akteuren, um Synergieeffekte auszubauen, Do ppelstrukturen zu vermeiden und adressatengerechte kompetente Verbraucherarbeit zu leisten. Seite 45 Verbraucherzentrale NRW e.V. Verbraucherberatung im Quartier Köln Frankenwerft 35 (Eingang Mauthgasse) 50667 Köln Ansprechpartnerinnen: Beate Fackeldey Tel.: 0211 91380-1474 Olga Fröhlich Tel: 0211 91380-2179 E-Mail: koeln.quartier@verbraucherzentrale.nrw www.verbraucherzentrale.nrw/koelnquartier Impressum: Herausgeber: Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e. V. Helmholtzstr. 19 - 40215 Düsseldorf Fax: 0211-380 92 16 - www.verbraucherzentrale.nrw Text: Olga Fröhlich Layout: Kathrin Ercklentz © Fotos: Verbraucherzentrale NRW e. V. © Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, 2024. Die auszugsweise Wiedergabe für wissenschaftliche und schulische Zwecke ist gestattet. Grafiken und Fotos unterliegen dem Urheberrecht. Eine Reproduktion – gleich welcher Art – ist nur nach ausdrücklicher Genehmigung durch die Copyright-Inhaber (s. o.) gestattet.
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    Dezernat, Dienststelle V/503/1 Vorlagen-Nummer 25.11.2025 2021/2025 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Soziales, Gesundheit, Seniorinnen und Senioren 27.11.2025 Verbraucherberatung im Quartier: Jahresbericht 2024 Im Jahr 2024 hat die Verbraucherberatung im Quartier der Verbraucherzentrale Nordrhein- Westfalen in Köln durch das Amt für Soziales, Arbeit und Senioren 169.189,00 € für die lau- fende Arbeit erhalten. Die Verwaltung gibt in der Anlage den Jahresbericht 2024 über das Beratungsangebot Ver- braucherberatung im Quartier zur Kenntnis. Weitere Informationen über die Beratung im Quartier sind auf der Internetseite der Verbrau- cherzentrale Nordrhein-Westfalen zu finden: Verbraucherberatung im Quartier Gez. Dr. Rau Anlage – Jahresbericht 2024

Beratungsverlauf

  1. 27.11.2025

    Ausschuss Soziales, Gesundheit, Seniorinnen und Senioren

    TOP 13.11, Kenntnisnahme (Mitteilung). Ergebnis: Kenntnis genommen

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