Monitoringbericht (allgemeinbildende Schulen und Berufskollegs) 2018
Mitteilung Ausschuss 3779/2018 vom 20.12.2018
Stand: Am 18.03.2019 im Ausschuss Schule und Weiterbildung beraten. Ergebnis: Kenntnis genommen.
Die KI fasst die Dokumente zusammen. Das dauert bis zu drei Minuten.
Dokumente
-
Mitteilung Ausschuss
PDF
Automatisch aus dem PDF ausgelesen, Lesefehler sind möglich.
Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle IV/IV/2 Vorlagen-Nummer 20.12.2018 3779/2018 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Schule und Weiterbildung 28.01.2019 Monitoringbericht (allgemeinbildende Schulen und Berufskollegs) 2018 Kommunales Bildungsmonitoring stellt steuerungsrelevante Daten zum lebenslangen Lernen bereit. Der vorliegende Bericht (Anlage) fokussiert auf den Ausschnitt des Lernens, der an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen stattfindet. Gez. Dr. Klein -
Anlage_Angebote und Maßnahmen
PDF
Automatisch aus dem PDF ausgelesen, Lesefehler sind möglich.
Angebote und Maßnahmen, mit denen die Stadt und pri vate Träger die (Re- )Integration gefährdeter Kinder und Jugendliche in einen erfolgreichen, abschlussorientierten Bildungsverlauf unterstützen. Alle Angebote enthalten auch Elemente eines Coachings: Träger Thema/Titel Konzept in Stichworten Schulamt für die Stadt Köln Konzept zur Schulpflichtüberwachung u.a. „Dokumentationsbogen Schulabsentismus“ für weiterführende Schulen: dokumentiert erfolgte Schritte und Maßnahmen 1 Schulpsychologisch er Dienst der Stadt Köln Beratung Einzelfallberatungen für SchülerInnen und Eltern, wie auch Qualifizierungen für LehrerInnen und Schule. Amt für Schulentwicklung Schulsozialarbeit 131,5 Stellen Schulsozialarbeit a n 131 Kölner Schulen aller Schulformen sprechen präventiv und intervenierend auch SchülerInnen an, die sich der Teilnahme am Unterricht zeitweise entziehen und abbruchgefährdet sind. Eine Erhöhung um 15 Stellen ist beschlossen und im Haushalt eingeplant. Jugendamt der Stadt Köln und Kölner Schulen Kooperations- und Kinderschutzvereinbarung zwischen dem Amt für Kinder, Jugend und Familie der Stadt Köln und den Kölner Schulen im jeweiligen Stadtbezirk, um Abläufe der Verfahren im Rahmen des Kinderschutzes zu regeln. Die Vereinbarung hat zum Ziel, ein gemeinsames fachliches Verständnis zur Erfüllung der Aufgaben bezogen auf Kinder und Jugendliche in schwierigen Bildungs- und Lebenssituationen zu entwickeln. Die Vereinbarung beschreibt konkret und transparent die Aufgaben von Jugendamt und Schule im Einzelfall und insbesondere hinsichtlich der Verfahren im Rahmen des Kinderschutzes. Auch Schulversäumnisse können ein Hinweis auf einen Beratungs- oder Hilfebedarf von Kindern und ihren Eltern sein, unter bestimmten Umständen können sie auch ein Hinweis auf eine Kindeswohlgefährdung sein. Schule und Jugendamt schreiben in der Vereinbarung verbindliche Handlungsabläufe in diesen Fällen in der jeweiligen Institution und in der Kooperation miteinander fest. Der Vereinbarungstext wurde im Zusammenwirken von Vertreter/innen des Jugendamtes und der Schule 1 http://kp1ua090/intranet/themen/schulen/schulaufsicht/schulangelegenheiten/00914/index.html aktualisiert und im Herbst 2018 allen Akteuren zugänglich gemacht. Schulamt für die Stadt Köln & Amt für Kinder, Jugend und Familie „Netzwerk Erziehung in Schule“ (NEIS) Kooperation auf Stadtteilebene zur Gewaltprävention und zur Bearbeitung anderer Jugendprobleme im schulischen Kontext. * Amt für Kinder, Jugend und Familie & Schulamt für die Stadt Köln & verschiedene Träger der freien Jugendhilfe Schulmüdenprojekte: ämterübergreifend abgestimmtes Verfahren zum Wechsel von sog. „schulmüden“ Jugendlichen im letzten Schulbesuchsjahr / im Übergang Schule-Beruf an einen „außerschulischem Lernort“, um dort den Erwerb des Schulabschlusses unter veränderten Bedingungen zu ermöglichen. • Jugendwerksta tt Vingst • Jugendwerksta tt Kalk • MotiviaWerkstatt Schule/InVia e.V. • Handwerkerinn enhaus Köln JWK Klettenberg „Weggefährten“ Als Projekt abgeschlossen am 31.03.2016. Modulares, aufsuchendes Konzept zur Prävention von Schulmüdigkeit für GrundschülerInnen und ihre Familien JWK Klettenberg „Schule XXL“ „Schule XXL-mobil Projekt zur Prävention von Schulmüdigkeit und Förderung der Berufswahlkompetenz, ab Klasse 6 an ausgewählten Kooperationsschulen Rom e.V. „Amaro Ker“ „Amen Ushta“ „Angle Dikhas“ ganzheitlichen Ansatz von Familienarbeit, schulischer Förderung, Kooperation und individueller Begleitung zur Unterstützung der Integration von Kindern und Jugendlichen aus Romafamilien in schulische Regelsysteme Apeiros e.V. Überregionaler Anbieter von Unterstützungsleistungen im Thema Schulverweigerung für Eltern und Kinder sowie für Schulen und Jugendämter Systemisch ausgerichtete, aufsuchende Einzelfallhilfe auf der Basis von Diagnostik, Fehlzeitenmanagement, standardisierter Intervention und individueller Beratung. Gesundheitsamt der Stadt Köln „Kinder- und Jugendpsychiatrische Beratungsstelle-KJP“ Therapeutisch ausgerichtetes Beratungs- und Coachingangebot für sehr langzeitig absente Kinder und Jugendliche mit dem Ziel, über Vermittlung in stationäre oder ambulante Therapie oder in sozialpädagogische Familienhilfe (SPF) langfristig Lern- und Schulfähigkeit wieder herzustellen. Amt für Kinder, Jugend und Familie der Stadt Köln in Kooperation mit der personalintensives Einzelcoaching für Jugendliche, die aus den Regelsystemen von Schule 1 Koordinationsstelle Streetwork bei der Stadt Köln 8 Streetworkstellen bei der Stadt Köln Fachstelle für Gewaltprävention des Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Köln e.V. und dem Jobcenter Köln wie auch von SGB II, III und VIII herausfallen – „entkoppelte oder von Entkoppelung bedrohte Jugendliche“ 10 Streetworkstellen bei der Arbeiterwohlfahrt im Kreisverband Köln e.V. Seit dem 01.03.2017 sind damit jedem Stadtbezirk 2 StreetworkerInnen als verbindliches Tandem zugeordnet. Angebote und Maßnahmen, mit denen die Stadt und pri vate Träger die (Re- )Integration gefährdeter Kinder und Jugendliche in einen erfolgreichen, abschlussorientierten Bildungsverlauf unterstützen. Alle Angebote enthalten auch Elemente eines Coachings: Träger Thema/Titel Konzept in Stichworten Schulamt für die Stadt Köln Konzept zur Schulpflichtüberwachung u.a. „Dokumentationsbogen Schulabsentismus“ für weiterführende Schulen: dokumentiert erfolgte Schritte und Maßnahmen 2 Schulpsychologisch er Dienst der Stadt Köln Beratung Einzelfallberatungen für SchülerInnen und Eltern, wie auch Qualifizierungen für LehrerInnen und Schule. Amt für Schulentwicklung Schulsozialarbeit 131,5 Stellen Schulsozialarbeit a n 131 Kölner Schulen aller Schulformen sprechen präventiv und intervenierend auch SchülerInnen an, die sich der Teilnahme am Unterricht zeitweise entziehen und abbruchgefährdet sind. Eine Erhöhung um 15 Stellen ist beschlossen und im Haushalt eingeplant. Jugendamt der Stadt Köln und Kölner Schulen Kooperations- und Kinderschutzvereinbarung zwischen dem Amt für Kinder, Jugend und Familie der Stadt Köln und den Kölner Schulen im jeweiligen Stadtbezirk, um Abläufe der Verfahren im Rahmen des Kinderschutzes zu regeln. Die Vereinbarung hat zum Ziel, ein gemeinsames fachliches Verständnis zur Erfüllung der Aufgaben bezogen auf Kinder und Jugendliche in schwierigen Bildungs- und Lebenssituationen zu entwickeln. Die Vereinbarung beschreibt konkret und transparent die Aufgaben von Jugendamt und Schule im Einzelfall und insbesondere hinsichtlich der Verfahren im Rahmen des Kinderschutzes. Auch Schulversäumnisse können ein Hinweis auf einen Beratungs- oder Hilfebedarf von Kindern und ihren Eltern sein, unter bestimmten Umständen können sie auch ein Hinweis auf eine Kindeswohlgefährdung sein. Schule und Jugendamt schreiben in der 2 http://kp1ua090/intranet/themen/schulen/schulaufsicht/schulangelegenheiten/00914/index.html Vereinbarung verbindliche Handlungsabläufe in diesen Fällen in der jeweiligen Institution und in der Kooperation miteinander fest. Der Vereinbarungstext wurde im Zusammenwirken von Vertreter/innen des Jugendamtes und der Schule aktualisiert und im Herbst 2018 allen Akteuren zugänglich gemacht. Schulamt für die Stadt Köln & Amt für Kinder, Jugend und Familie „Netzwerk Erziehung in Schule“ (NEIS) Kooperation auf Stadtteilebene zur Gewaltprävention und zur Bearbeitung anderer Jugendprobleme im schulischen Kontext. Amt für Kinder, Jugend und Familie & Schulamt für die Stadt Köln & verschiedene Träger der freien Jugendhilfe Schulmüdenprojekte: ämterübergreifend abgestimmtes Verfahren zum Wechsel von sog. „schulmüden“ Jugendlichen im letzten Schulbesuchsjahr / im Übergang Schule-Beruf an einen „außerschulischem Lernort“, um dort den Erwerb des Schulabschlusses unter veränderten Bedingungen zu ermöglichen. • Jugendwerksta tt Vingst • Jugendwerksta tt Kalk • MotiviaWerkstatt Schule/InVia e.V. • Handwerkerinn enhaus Köln JWK Klettenberg „Weggefährten“ Als Projekt abgeschlossen am 31.03.2016. Modulares, aufsuchendes Konzept zur Prävention von Schulmüdigkeit für GrundschülerInnen und ihre Familien JWK Klettenberg „Schule XXL“ „Schule XXL-mobil Projekt zur Prävention von Schulmüdigkeit und Förderung der Berufswahlkompetenz, ab Klasse 6 an ausgewählten Kooperationsschulen Rom e.V. „Amaro Ker“ „Amen Ushta“ „Angle Dikhas“ ganzheitlichen Ansatz von Familienarbeit, schulischer Förderung, Kooperation und individueller Begleitung zur Unterstützung der Integration von Kindern und Jugendlichen aus Romafamilien in schulische Regelsysteme Apeiros e.V. Überregionaler Anbieter von Unterstützungsleistungen im Thema Schulverweigerung für Eltern und Kinder sowie für Schulen und Jugendämter Systemisch ausgerichtete, aufsuchende Einzelfallhilfe auf der Basis von Diagnostik, Fehlzeitenmanagement, standardisierter Intervention und individueller Beratung. Gesundheitsamt der Stadt Köln „Kinder- und Jugendpsychiatrische Beratungsstelle-KJP“ Therapeutisch ausgerichtetes Beratungs- und Coachingangebot für sehr langzeitig absente Kinder und Jugendliche mit dem Ziel, über Vermittlung in stationäre oder ambulante Therapie oder in sozialpädagogische Familienhilfe (SPF) langfristig Lern- und Schulfähigkeit wieder herzustellen. Amt für Kinder, Jugend und Familie der Stadt Köln in Kooperation mit der Fachstelle für Gewaltprävention des Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Köln e.V. und dem Jobcenter Köln personalintensives Einzelcoaching für Jugendliche, die aus den Regelsystemen von Schule wie auch von SGB II, III und VIII herausfallen – „entkoppelte oder von Entkoppelung bedrohte Jugendliche“ 1 Koordinationsstelle Streetwork bei der Stadt Köln 8 Streetworkstellen bei der Stadt Köln 10 Streetworkstellen bei der Arbeiterwohlfahrt im Kreisverband Köln e.V. Seit dem 01.03.2017 sind damit jedem Stadtbezirk 2 StreetworkerInnen als verbindliches Tandem zugeordnet. Trotz des festgestellten Erfolgs sind Auswirkungen dieser Maßnahmen oft zeitlich und lokal begrenzt. Die Projekte und Initiativen bestehen parallel zueinander und ohne Verbindung zu anderen Initiativen. Um die Effekte der einzelnen Maßnahmen gemeinsam zu nutzen und nachhaltig zu übertragen, sollten die beteiligten Akteure in Köln künftig verstärkt an der Entwicklung einer abgestimmten kommunalen Strategie arbeiten 3. Das Regionale Bildungsbüro wird mit dem Netzwerk Erziehung in Schule (NEIS) an einer kommunal abgestimmten Strategie arbeiten. Zwischenzeitig wird das Thema wie folgt aufgegriffen: Der Lenkungskreis „Regionale Bildungslandschaft“ hat sich in seiner Klausurtagung 2016 mit Ausprägungsformen und Handlungsstrategien im Themenfeld: „Entkoppelte Jugendliche“ beschäftigt, um die Angebots- und Bedarfslage in Köln zu sichten. Die Koordinierungsgruppe NEIS hat im Frühsommer 2018 eine Arbeitsgruppe gebildet, die den „Absentismus an Kölner Schulen“ in seiner aktuellen Ausprägung erfasst und bedarfsgerechte Maßnahmen entwickelt, abstimmt und umsetzt. Das Regionale Bildungsbüro ist Teil der Arbeitsgruppe und hat die Erstellung und Auswertung des Fragebogens für alle Kölner Schulen übernommen. Die Rückmeldung der Befragungsergebnisse an die Schulen und an die Berufskollegs ist Anfang Dezember 2018 erfolgt. Ab Januar 2019 arbeitet die Arbeitsgruppe daran, die gemeldeten Bedarfe auszuwerten und geeignete Maßnahmen abzustimmen. 3 Mitteilungen der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen- Bekämpfung des Schulabbruchs – ein wichtiger Beitrag zur Agenda Europa 2020, Brüssel 2011 -
Bericht SJ 2017_18
PDF
Automatisch aus dem PDF ausgelesen, Lesefehler sind möglich.
1 Monitoringbericht (2018): bildungsstatistische Analysen und kommunale Steuerungsansätze (Allgemeinbildende Schulen und Berufskollegs) 2 Inhaltsverzeichnis 1 Einleitung ...................................... ................................................................................................... 3 2 Zusammenfassung und Steuerungsansätze ........... ......................................................................... 4 3 Bildungsbereich: allgemeinbildende Schulen....... ........................................................................... 8 3.1 Bildungsteilnahme ......................................................................................................................... 8 3.1.1 Bildungsteilnahme insgesamt (Jg. 5 bis 13) ............................................................................ 8 3.1.2 Bildungsteilnahme von ausländischen Lernenden (Jg. 5 bis 13) .......................................... 10 3.1.3 Bildungsteilnahme von armutsgefährdeten Lernenden (Jg. 5 bis 13, städt. Schulen) ......... 11 3.1.4 Armut und Teilnahme an Ganztagsangeboten (Jg. 1 bis 4) .................................................. 12 3.1.5 Lernenden mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf (Jg. 1 bis 10)........................ 13 3.2 Übergänge und Schulformwechsel ............................................................................................. 15 3.2.1 Übergang von der Grundschule auf die weiterführende Schule .......................................... 15 3.2.2 Schulformwechsel während der Sek. I ................................................................................. 17 3.2.3 Übergang von der Sek. I in die Sek. II (allgemeinbildenden und beruflichen Schulen) ........ 19 3.2.4 Wechsel zwischen dem Förderschul- und dem Regelschulsystem (Jg. 1 bis 10) ................. 22 3.3 Klassengröße (Jg. 1 bis 10) ........................................................................................................... 23 3.3.1 Klassengröße in Regelklassen ............................................................................................... 23 3.3.2 Klassengröße und Förderanteil in Regelklassen mit Gemeinsamem Lernen ....................... 24 3.4 Abschlüsse ................................................................................................................................... 25 3.4.1 Schulabgänger/innen ohne Hauptschulabschluss ................................................................ 25 3.5 Sozialgeldbezug als zentraler Bedarfsindikator für Bildung ........................................................ 27 4 Bildungsbereich: Berufliche Schulen ............. ................................................................................ 29 4.1 Allgemeine Bemerkungen ........................................................................................................... 29 4.2 Bildungseinrichtungen und Bildungsteilnahme .......................................................................... 30 4.3 Erfolgsquote beim Abschluss beruflicher Bildungsgänge ........................................................... 33 5 Weiterbildungskollegs .......................... ......................................................................................... 34 5.1 Allgemeine Bemerkungen ........................................................................................................... 34 5.2 Studierendenzahlen .................................................................................................................... 35 5.3 Bildungsbeteiligung ausländischer Studierender ........................................................................ 35 5.4 Zugänge nach schulischer Vorbildung ......................................................................................... 36 3 1 Einleitung Kommunales Bildungsmonitoring stellt steuerungsrelevante Daten zum lebenslangen Lernen bereit. Der vorliegende Bericht fokussiert auf den Ausschnitt des Lernens, der an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen stattfindet. Im Rahmen des Bundesprogramms „Lernen vor Ort“ wurde ein Anwendungsleitfaden zum Aufbau eines kommunalen Bildungsmonitorings in Landkreisen und kreisfreien Städten erstellt und als Orientierungsrahmen zur Ve rfügung gestellt 1. Die Auswahl der Kennzahlen für den vorliegenden Bericht wurde i n Anlehnung hieran vorgenom- men und bei Bedarf und nach Möglichkeit ergänzt. Eine Differenzierung der Kennzahlen nach Herkunft u nd ökonomischer Lage zeigen Segregationstendenzen und geben zusammen mit der In formation über sonderpäda- gogischen Unterstützungsbedarf der Lernenden wichti ge Hinweise für die Steuerung kommunaler Bildungsressourcen, die auf Prävention u nd auf die Kompensation von Bildungsbenachteiligung am Lernort Schule abzielen. Aufgrund der eingeschränkten Validität der landesstatistischen Daten zum Migrati onshintergrund 2 wurde auf deren Auswertung verzichtet und ersatzweise das ebenfalls schulstatistisch erfasste Merk- mal „Ausländer/in“, d.h. Schüler/innen ohne deutschen Pass 3, verwendet. Die Berichterstattung bezieht sich in erster Linie auf die amtliche Schulstatistik. Teils wurden eigene Auswertungen des Gemeindedatensatzes für Köln (Data Warehouse des Kölner Amtes für Stadtentwicklung und Statistik ) vorgenommen. Teils wurden, für NRW-Städtevergleiche, Auswertungen unter Verwen dung der Kommunalen Bil- dungsdatenbank 4 angestellt. Für Vergleiche zu bundesweiten Entwicklungen und den Entwicklungen in den Bundesländern wurden Veröffent lichungen des Statistischen Bundesamtes und des Landesbetriebs Statistik NRW he rangezogen. 1 Statistisches Bundesamt, Statistisches Landesamt Baden-Württemberg; Deutsches Institut für Erwachsenen- bildung, unter Mitarbeit der Statistischen Landesämter (2018): Anwendungsleitfaden zum Aufbau eines ko m- munalen Bildungsmonitorings. 2 Groos, Thomas (2016): Schulsegregation messen, Sozialindex für Grundschulen, Arbeitspapiere wissenschaft- liche Begleitforschung „Kein Kind zurücklassen!“ Werkstattbericht, Bertelsmann-Stiftung und Zentrum fü r in- terdisziplinäre Regionalforschung Ruhr-Universität Bochum (Hg), Gütersloh, Seite 46. 3 Lernende, die über keinen deutschen Pass verfügen, werden in der amtlichen Schulstatistik als ausländ ische Schüler/innen erfasst. „Seit dem 1. Januar 2000 erwirbt ein Kind ausländischer Eltern die deutsche Staatsange- hörigkeit bei Geburt, wenn ein Elternteil seinen gewöhnlichen rechtmäßigen Aufenthalt seit acht Jahren in Deutschland hat und eine Aufenthaltsberechtigung oder seit drei Jahren eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis besitzt. Bis zur Volljährigkeit besteht eine doppelte Staatsbürgerschaft. Anschließend muss sich eine Person unter bestimmten Voraussetzungen nicht mehr für eine der beiden Staatsangehörigkeiten entscheiden, son- dern darf beide behalten. In der Schulstatistik und der Bevölkerungsstatistik werden Menschen mit doppelter Staatsangehörigkeit in der Regel als Deutsche nachgewiesen.“ Vgl. Statistisches Bundesamt (Destatis): Schulen auf einen Blick – Ausgabe 2018, Mai 2018, Seite 18. 4 Die „Kommunale Bildungsdatenbank“ wurde von den Statistischen Ämtern des Bundes und der Länder im Rahmen von „Lernen vor Ort“ erstellt und ist abrufbar unter: https://www.bildungsmonitoring.de/bildung/online/logon (Stand: 11.20.2018) 4 Während der Auswertungsarbeiten lagen die landessta tistischen Daten sowie der Gemeindedatensatz für Köln zum Schuljahr 2017/18 vo r. Die Kommunale Bildungs- datenbank befand sich auf dem Stand 2016/17. Für eine erste Einordnung der Kölner Lage im Berichtsjahr wurden Zeitreihen erstellt sow ie für einige Kennzahlen Verglei- che mit dem NRW-Landesdurchschnitt und mit den zehn einwohnerstärksten Städten Nordrhein-Westfalens (Stand 31.12.2017) 5 vorgenommen. 2 Zusammenfassung und Steuerungsansätze Die Kölner Schulstruktur ist weiter im Wandel; die Bedeutung von Gymnasien und Gesamtschulen nimmt zu, zu Lasten vor allem der Sch ülerzahlen an Hauptschulen. Der Blick auf die Entwicklungen in Deutschland und in den großen NRW-Städten zeigt eine enorme Spannweite der Kennzahlen bzw. ei ne große Vielfalt der Systeme (siehe unter 3.1.1). So reicht die Spannweite der K ennzahl „Anteil der Lernenden an Integrierten Gesamtschulen in der Sekundarstufe I“ deutschlandweit von 73,8% in Bremen bis zu 0,3% in Bayern. Wünschenswert für ein e fachliche Orientierung von Landespolitik, Eltern und Schulträgern wären belast bare Erkenntnisse über Zusam- menhänge von der Schulform auf der einen Seite und dem Bildungserfolg (kognitive, emotionale und soziale Bildung) auf der anderen Seite. In gegliederten Schulsystemen gilt der Übergang von der Grundschule in die Sekun- darstufe I als hochgradig selektiv. Das trifft auch auf Köln zu: Viertklässler/innen aus Stadtteilen mit hohen SGB-II-Bezugsquoten erhalten deutlich seltener eine uneinge- schränkte Gymnasialempfehlung (Mindestwert: 6,3%) a ls Viertklässler/innen in ver- gleichsweise privilegierten Stadtteilen (Höchstwert : 82,5%). Außerdem wechseln Viertklässler/innen ohne deutschen Pass deutlich hä ufiger auf eine Hauptschule als ihre deutschen Mitschüler/innen (siehe 3.2.1). Der Wechsel von der Grundschule an eine Förderschule ist beim Übergang in die Sekundar stufe I vergleichsweise unbe- deutend; im Schuljahr 2017/18 waren dies 57 Kinder (3.2.4). 1,8 % der Realschüler/innen (216 Lernende) und 1,8% der Gymnasiasten/innen (345 Lernende) wechselten während der Sekundarstufe I zu einer Schulform, die zu einem niedrigeren Bildungsabschluss führt; Gymnasiasten/innen überwiegend im Anschluss an die 6. Klasse; Realschüler/innen nach der 6., 7. , oder 8. Klasse. Das „Wechsel- verhalten“ Kölner Gymnasiasten/innen ist mit dem la ndesweiten Wechselgeschehen (2,6%) vergleichbar. Ausländische Gymnasiasten/inne n und Realschüler/innen wechselten in Köln häufiger als ihre deutschen Mits chüler/innen (siehe 3.2.2). Ferner wechselten 0,15% (bzw. 76 Schüler/innen) der Lernen den an eine Förderschule (siehe 3.2.4). 5 Landesbetrieb Statistik IT.NRW (2018): Top Ten der größten Städte am 31.12.2017, Düsseldorf, abrufbar un- ter: https://www.it.nrw.de/statistik/a/daten/eckdaten/r511dichte.html (Stand: 11.10.2018) 5 Der Anteil der Schüler/innen, die ohne einen Hauptschulabschluss die Sekundarstufe I beenden, ist von 9% im Abgangsjahr 2005 auf 5% im Abgangsjahr 2017 gesunken (NRW: 5,8%). Von den 451 Abgängen ohne Abschluss ha ben 84% zuvor eine Hauptschule (137 Abgänge) oder eine Förderschule (2 42 Abgänge 6) besucht; dem- nach beendeten 55% der Förderschüler/innen und 15% der Hauptschüler/innen die Sekundarstufe I ohne Hauptschulabschluss. Jugendlic he ohne deutschen Pass ver- lassen die weiterführenden Schulen deutlich häufige r ohne Hauptschulabschluss (10%) als ihre deutschen Mitschüler/innen (3,9%) (siehe 3.4.1). Bildungsbiografische Entscheidungen, die beim Überg ang in die weiterführende Schule getroffen wurden, wurden selten im Verlaufe der Sekundarstufe I zugunsten einer Schulform verändert, die zu einem höheren Bil dungsabschluss führt (siehe 3.2.2). Dagegen entschieden sich im Anschluss an di e Sekundarstufe I 31,8% der Kölner Realschüler/innen und 4,8% der Kölner Haupts chüler/innen für die Fortfüh- rung ihrer Schullaufbahn an einer Gesamtschule, ein em Gymnasium oder einem Be- rufskolleg (siehe 3.2.3). Die jungen Menschen, die in die Sekundarstufe II we chseln, münden wie folgt in die Bildungsgänge der Gymnasien, Gesamtschulen und Beru fskollegs ein: 58,2% der Kölner Hauptschüler/innen und 11,3% der Kölner Real schüler/innen wechselten in das Übergangssystem der Berufskollegs, in dem beruf svorbereitende Kompetenzen vermittelt werden. Die Anzahl der Jugendlichen, die eine Duale Ausbildung beginnen, sinkt seit Jahren; in Köln um 14% seit dem Schuljah r 2008/09 und landesweit um 13%. Auffallend ist, dass der Rückgang der Auszubil dendenzahlen zum SJ 2017/18 erstmals seit Jahren stagniert und die Zahl der Übe rgänge in das Übergangssystem deutlich gestiegen ist. Im Städtevergleich fällt de r vergleichsweise geringe Bedeu- tungsverlust der Dualen Ausbildung in Münster um nu r 3,5% seit dem Schuljahr 2011/12 auf (siehe 4.2). Im Oktober 2018 waren rd. 530 Schüler/innen der Abg angsklassen des Schuljahres 2017/18 noch unversorgt, d.h. trotz Berufsschulpfli cht noch in keinen Bildungsgang der Sekundarstufe II eingemündet. Tagesaktuelle Aus sagen über die Anzahl der un- versorgten Jugendlichen können seit Einführung des Online-Bewerbungsportals der Stadt Köln (Schüler-Online) getätigt werden und bil den eine wichtige Grundlage für die Steuerung des Übergangsgeschehens (siehe 3.2.3.1). Die Anzahl der Kinder und Jugendlichen, die an Förd erschulen unterrichtet werden, ist seit dem Schuljahr 2005/06 um 1.293 Lernende bz w. um 26% im Schuljahr 2017/18 gesunken. Die Exklusionsquote (Anteil der F örderschüler/innen an allen Schülern/innen der Jahrgangsstufen 1 bis 10) ist vo n 5,3% auf 4% gesunken, eine Entwicklung für die in erster Linie der Rückgang de r Förderschüler/innen mit Lern- und Entwicklungsbeeinträchtigungen ursächlich ist. Ausländische Lernende besu- 6 Die Abgänger/innen einer Förderschule haben überwiegend einen Abschluss für Lern- oder geistig Beeinträch- tigte erworben. 6 chen häufiger eine Förderschule als ihre deutschen Mitschüler/innen und sind in den Förderschwerpunkten „Lernen“ und „geistige Entwickl ung“ überrepräsentiert (siehe 3.1.5). An der schulischen Inklusion sind die Schulformen u nterschiedlich stark beteiligt; bei 68% der Regelklassen an Hauptschulen, bei 61% der R egelklassen an Gesamtschu- len, bei 40% der Regelklassen an Realschulen und be i 5% der Regelklassen an Gymnasien zählen Lernende mit sonderpädagogischem U nterstützungsbedarf zur Klassengemeinschaft. Im Durchschnitt am meisten för derbedürftige Lernende wer- den in den Gesamtschulen unterrichtet (4,1 Lernende pro Klasse), in den Hauptschu- len sind es 3,2 und an Realschulen 2,7 Lernende. En tsprechend unterschiedlich sind die Anforderungen mit Blick auf die erforderliche K ompensation von Bildungsbenach- teiligung in den Klassen und Schulen (3.3.2). Rd. 50% der Kinder und Jugendlichen mit sonderpädag ogischem Unterstützungsbe- darf (Inklusionsanteil) lernen an einer Regelschule . Damit ist das Ziel, auf das sich die Bundesrepublik Deutschland mit Unterzeichnung d er UN- Behindertenrechtskonvention verpflichtet hat, aber noch nicht erreicht. Hinzu kommt, dass die große Bandbreite der in der Praxis anzutre ffenden Klassengrößen und An- teile der förderbedürftigen Schüler/innen in den Kl assen (siehe 3.3.2) vermuten lässt, dass die Voraussetzungen für eine bestmögliche Förd erung aller Lernenden nicht immer vorliegen. Hier möchte das zuständige Landesm inisterium nachsteuern. Der inzwischen vorliegende Erlass zur Neuausrichtung de r Inklusion an weiterführenden Schulen 7 lässt allerdings Fragen offen: der für die Prävent ionsarbeit so bedeutsame Grundschulbereich bleibt unberücksichtigt, auf die Formulierung verbindlicher Quali- tätskriterien für inklusive Bildung und Erziehung, für inklusiven Schulbau und für die Ausstattung mit inklusiven Lehr- und Lernmaterialie n wird weitestgehend verzichtet, die Rolle der Gymnasien in einem inklusiven Bildung ssystem wurde relativiert, das umstrittene AO-SF-Verfahren wird in seiner Bedeutun g erneut gestärkt und zur Grundlage der Ressourcensteuerung gemacht, die komm unalen Bildungsressourcen bleiben unberücksichtigt, um nur einige Kritikpunkt e zu nennen. 8 Gleichwohl wird die Verwaltung weiter daran arbeiten, die kommunalen bi ldungsrelevanten Handlungs- spielräume bestmöglich zu nutzen (siehe hierzu die nachfolgenden Ausführungen sowie die Mitteilung „Zwischenbilanz zum kommunalen Inklusionsplan und ein Aus- blick auf seine Fortschreibung“; session 3250/2018). 7abrufbar unter: https://www.schulministerium.nrw.de/docs/Schulsystem/Inklusion/Kontext/Runderlass_Neuausrichtung_Inklu sion_oeffentliche_Schulen.pdf (Stand: 09.11.2018) 8 Eine Stellungnahme der Stadt Köln, die u.a. diese Kritikpunkte formuliert wurde dem Städtetag zur Verfügung gestellt. Eine Stellungnahme der Monitoring-Stelle UN-BRK am Deutschen Institut für Menschenrechte zum Erlassentwurf der Landesregierung ist abrufbar unter: https://www.institut-fuer- menschenrechte.de/fileadmin/user_upload/Publikationen/Stellungnahmen/MSt_UN- BRK_Stellungnahme_Ausschuss_Schule_Bildung_LT_NRW_2018.pdf (Stand: 11.10.2018) 7 Die durchschnittlichen Klassengrößen in NRW liegen über den deutschlandweiten Durchschnittswerten. Mit Ausnahme der Schulform der Gesamtschulen, liegen die durchschnittlichen Klassengrößen in Köln noch über den Werten Nordrhein- Westfalens. Im SJ 2017/18 überstieg in 38% der Gymn asialklassen der Jahrgangs- stufen 5 bis 8 die Zahl der Schüler/innen pro Klass e den Klassenfrequenzhöchstwert von 29 Lernenden. Außer für die Schulform der Hauptschulen war festzustellen, dass die durchschnittliche Klassengröße einer Klassengem einschaft zu der Lernende mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf zählen, ge ringer war als die einer Re- gelklasse ohne Gemeinsames Lernen. „Bildungspotenziale werden hierzulande nicht ausges chöpft. Das lässt sich daran erkennen, dass der individuelle Bildungserfolg stärker von der sozioök onomischen Herkunft abhängt als in den meisten anderen OECD-Ländern. Bildungsarmut kann gesenkt we rden, wenn die betroffenen Personen durch eine bessere Förderung als bisher ein höheres Qualifikationsniveau erreichen.“ 9 Dem trägt Köln Rechnung, indem kommunale Bildungsre ssourcen bedarfsorientiert und nicht nach dem Gießkannenprinzip verteilt werde n (siehe 3.5). Allerdings deuten die empirischen Befunde darauf hin, dass noch Handl ungsbedarf besteht.10 Es wäre zu prüfen, ob eine weitere Stärkung der Bedarfsorientierung (institutionell z.B. über den Schulsozialindex) und eine Qualitätsoffensive kommunaler Bildungsför- derung mit dem Schwerpunkt einer Erhöhung der Wirksamkeit vorhandener Maß- nahmen geeignet wären, noch ungenutzte Bildungspote ntiale auszuschöpfen. Die kommunale Inklusionsplanung trägt diesem Gedanken Rechnung, in dem das Thema Multiprofessionalität an Schulen mit Gemeinsamem Le rnen als ein Schwerpunktthe- ma der derzeit erarbeiteten Fortschreibung festgelegt wurde (session 3250/2018). Konkret wäre zu überlegen, ob kommunale Bildungsres sourcen stärker noch ge- meinsam geplant werden: Damit Synergien der sich au feinander beziehenden Bil- dungsressourcen 11 besser genutzt, die multiprofessionelle Zusammenar beit bei der Förderung von Schülern/innen weiter gefördert und F inanzierungsfragen im Gesamt- kontext (Reduzierung von „Verteilungskonflikten“) e rörtert werden können, sollten sich intrakommunale Planungen stärker vernetzen und aufeinander beziehen. Die Optimierung intrakommunaler Schnittstellen wäre auß erdem dazu geeignet, das Schulmanagement bei der Konzeption und Organisation zu unterstützen, das durch 9Vgl. „Bildungsarmut - Auswirkungen, Ursachen, Maßnahmen; Bundeszentrale für politische Bildung; abrufbar unter: http://www.bpb.de/apuz/30383/bildungsarmut-auswirku ngen-ursachen-massnahmen?p=all (Stand: 22.05.2018) 10 siehe hierzu die bildungsstatistischen Befunde, die auf erhebliche Segregationstendenzen hinweisen: konkret Bildungsbeteiligung, Übergangsquoten, Wechsel der Schulformen während der Sekundarstufe I, Abgänge ohn e Abschluss, Übergänge in das Übergangssystem und exklusive Beschulung von armutsgefährdeten und ausländ i- schen Lernenden 11 In diesem Zusammenhang zu nennen sind beispielsweise: kommunale Schulpsychologie und Erziehungsbera- tung, Ganztag, kommunale Schulsozialarbeit, Angebote kultureller Bildung und der Bildungsberatung, Angebo- te aus dem Bereich der offenen Kinder- und Jugendarbeit, des erzieherischen Kinder- und Jugendschutzes so- wie der Jugendsozialarbeit, Hilfen zur Erziehung, kommunale Mittel für Lehrmittel, Stellenanteile für Schulsek- retariate und Schulhausmeister. 8 die Heterogenisierung der Lerngruppen enorm an Bede utung und Komplexität ge- wonnen hat. Überdies stellt sich die Frage, ob und wie sich die Abstimmung mit den Bildungsres- sourcen des Landes verbessern lässt: Schulen und Sc hulaufsicht sind gemäß § 3 Absatz 3 SchulG zur kontinuierlichen Qualitätsentwi cklung und Qualitätssicherung verpflichtet; dies umfasst die gesamte Bildungs- un d Erziehungsarbeit der Schule. Ziel der Qualitätsanalyse (QA) ist es, die Qualität von Schule zu erfassen, zu spie- geln und Impulse für die Weiterentwicklung zu geben. Eine stärkere Berücksichtigung kommunaler Bildungsressourcen, z.B. im „Referenzrahmen Schulqualität und Schul- entwicklung“ als Orientierungsrahmen für Schulen (G elingensbedingungen multipro- fessioneller Zusammenarbeit) und bei der Qualitätsanalyse an Schulen (gemeinsame Erörterung konkreter Unterstützungsmöglichkeiten du rch kommunale Bildungsres- sourcen im Rahmen der Abschlussberichterstattung), wäre wünschenswert. Zusätzlich zur Optimierung einzelner Bildungsressou rcen und deren Vernetzung sind Standards erforderlich, die die Einbindung nicht-sc hulischer Bildungsressourcen am Lernort Schule strukturell absichern, ebenso wie ei ne zunehmende Geltendmachung der vom Gesetzgeber - z.B. im Bereich des Offenen G anztags über die inhaltliche Ausgestaltung der Kooperationsvereinbarungen - bere its vorgesehenen Möglichkei- ten kommunaler Einflussnahme. 3 Bildungsbereich: allgemeinbildende Schulen 3.1 Bildungsteilnahme Die Anzahl der Schüler/innen je Schulform gibt Aufs chluss über das angestrebte Bildungsni- veau und ist für die Planung von Schulgebäuden und (weiterführenden) sch ulischen Angeboten von Bedeutung. Dies gilt allerdings nur vorbehaltlich eines komplett bedarfs- gerechten Schulformangebotes , von dem in Köln - aufgrund der hohen Zahl von Ges amt- schulabweisungen und der hohen Zahl an zu bildenden Mehrklassen an Gymnasien - derzeit noch nicht auszugehen ist. Bei der Berechnung wird die Anzahl der Schüler/innen der jewei- ligen Schulform ins Verhältnis zur Anzahl der Schüler/innen insgesamt gesetzt. 3.1.1 Bildungsteilnahme insgesamt (Jg. 5 bis 13) Im Schuljahr 2017/18 wurden in Köln 62.214 Schüler/ innen an den vier weiterführen- den Schulformen in den Jahrgangsstufen 5 bis 13 unt errichtet; davon besuchte jeder zweite Lernende ein Gymnasium (Jg. 5 bis 12), 22,4% eine Gesamtschule (Jg. 5 bis 13), 19,4% eine Realschule (Jg. 5 bis 10) und 8,1% eine Hauptschule (Jg. 5 bis 10). Die Höhe der Anteilswerte wird beeinflusst von dem Schulformangebot, von dem an- gestrebten Bildungsniveau und von der Anzahl der sc hulformtypischen Jahrgangs- stufen. 9 Im Zeitvergleich werden die strukturellen Veränderu ngen der Kölner Schullandschaft sichtbar, die sich durch einen rückläufigen Trend d er Schülerschaft an Hauptschulen (von 18,5% im SJ 2005/06 auf 8,1% im SJ 2017/18) zu gunsten zunehmender Schü- lerzahlen in erster Linie an den Gymnasien (von 44, 6% im SJ 2005/06 auf 50,1% im SJ 2017/18) und seit dem sogenannten NRW-Schulkonse ns aus dem Sommer 2011 auch an Gesamtschulen (von 17,3% im SJ 2010/11 auf 22,4% im SJ 2017/18) be- merkbar macht (Tab. 1). Tab. 1: Verteilung der Schüler/innen auf die weiterführenden Schulformen (Jg. 5 bis 13) in Köln und NRW, Zeitreihe Eine vergleichbare Entwicklung zeigt sich auf der Landesebene allerdings mit großen Unterschieden zwischen den großen NRW Städten . Im Unterschied zur landesdurch- schnittlichen Entwicklung bleibt in Köln die Bedeutung von integrierten Schulformen 12 sowohl bezogen auf die Schulformenvielfalt als auch bezogen auf die Größe der Schülerschaft ( Köln im SJ 2016/17: 21,9% ) noch hinter der landesweiten Entwick- lung (NRW im SJ 2016/17: 29,2%) zurück, obwohl eine ganze Reihe von neuen Ge- samtschulen in den letzten Jahren realisiert wurde. Der Städtevergleich zeigt, dass die Schüleranteile integrierter Schulformen in Duis- burg (48,2%) und Bochum (37,4%) über dem Landesdurchschnitt liegen. Dieses Ergebnis korrespondiert mit überdurchschnittlichen Anteilen von integrierten Schulen an allen Schulen in diesen Städten (Duisburg: 47%, Bochum: 42%; zum Vergleich: NRW: 30%, Köln: 15%). Städte mit eher unterdurchsch nittlichen Schüleranteilen an integrierten Schulformen zeichnen sich durch überdurchschnittliche Gymnasialanteile aus. Das trifft besonders auf die Städte Münster (15,2% - Anteil integrierter Schul- formen und 60,1% - Gymnasialanteil), Bonn (21% - Anteil integrierter Schulformen und 58,6% Gymnasialanteil) und Düsseldorf (17,7% - Anteil integrierter Schulformen und 53,2% -Gymnasialanteil) zu. Vor allem in Bonn u nd Münster scheinen sich die Gymnasien den Herausforderungen zunehmender Schülerheterogenität zu stel- len , denn auch ihre Realschul- und Hauptschulanteile s ind unterdurchschnittlich (Tab. 2). 12 Gesamtschule, Gemeinschaftsschule, Sekundarschule, PRIMUS-Schule Anzahl in % Anzahl in % Anzahl in % Anzahl in % Anzahl in % A nzahl in % Hauptschulen 267.156 19,0% 11.523 18,5% 188.055 14,1% 7.797 12,7% 87.816 7,3% 5.183 8,4% Realschulen 337.697 24,0% 12.916 20,7% 311.045 23,3% 12.359 20,1% 235.524 19,6% 12.275 19,9% Gymnasien* 569.077 40,4% 27.815 44,6% 596.863 44,7% 30.580 49,8% 527.499 43,9% 30.774 49,9% Integrierte Gesamtschulen 233.348 16,6% 10.105 16,2% 238.043 17,8% 10.645 17,3% 294.749 24,5% 13.499 21,9% Gemeinschaftsschulen - - - - - - - - 4.281 0,4% - - Sekundarschulen - - - - - - - - 50.383 4,2% - - PRIMUS-Schulen - - - - - - - - 1.650 0,1% - - Insgesamt 1.407.278 100% 62.359 100% 1.334.006 100% 61.381 100% 1.201.902 100% 61.731 100% * G-8 Einführung im Jahr 2015, d.h. dass der Erwerb der Allgemeinen Hochschulreife an einem Gymnasium nach 8 Jahren (Jg. 5 bis 12) statt nach 9 Jahren (J g. 5 bis 13) möglich wurde. SJ 2016/17 NRW Köln NRW Köln NRW Köln SJ 2010/11 SJ 2005/06 10 Tab. 2: Verteilung der Schüler/innen auf die weiterführenden Schulformen (Jg. 5 bis 13) im NRW-Städtevergleich, SJ 2016/17 Die hohe Nachfrage nach Gesamtschulplätzen (rd. 960 Ablehnungen für das Schul- jahr 2018/19) auf der einen Seite und das Bemühen v on Politik und Verwaltung, mehr Schulplätze im Gesamtschulsystem zu schaffen, lassen erwarten, dass sich die Kölner Schullandschaft in Zukunft weiter zugunsten integrierter Schulsysteme entwi- ckeln wird. Deutschlandweit (hier bezogen auf die Lernenden in der Sekundarstufe I ) belief sich der Anteil der Lernenden an Gesamtschulen im Schuljahr 2016/17 auf 18%. Höhere Anteile als in NRW (25,3%) erreichten die Bu ndesländer Bremen (73,8%) , Saarland (60,8%), Schleswig-Holstein (58,5%), Hambu rg (54,8%) und Berlin (41,1%). Die geringsten Anteile wurden in Bayern (0 ,3%) und Mecklenburg- Vorpommern (9,3%) erzielt 13 . 3.1.2 Bildungsteilnahme von ausländischen Lernenden14 (Jg. 5 bis 13) Der Anteil ausländischer Lernender, die eine Schulf orm besuchen, an allen ausländi- schen Lernenden gibt Hinweise auf die Bildungsbiografien ausländischer Kinder und Jugendlicher und erlaubt einen Vergleich zu den Bildungsbiograf ien ihrer deut- schen Mitschüler/innen. In Köln besaßen im Schuljahr 2017/18 von insgesamt 62.214 Schülern/innen der weiterführenden Schulen 9.069 Lernende keinen deuts chen Pass. Ausländische Kinder und Jugendliche besuchten seltener ein Gymna sium (29,5%) als der Durchschnitt aller Schüler/innen (50,1%). Dagegen l ernten sie sehr viel häufiger an Hauptschulen (24,8%; alle Lernenden: 8,1%) und ware n auch an Realschulen (24,7%; alle Lernenden: 19,4%) überrepräsentiert. F ür NRW zeigt sich ein vergleich- bares Bild (Tab. 3). 13 Statistisches Bundesamt (Destatis) (2018): Schulen auf einen Blick – Ausgabe 2018, Seite 12. 14 Lernende, die über keinen deutschen Pass verfügen, werden in der amtlichen Schulstatistik als ausländ ische Schüler/innen erfasst. „Seit dem 1. Januar 2000 erwirbt ein Kind ausländischer Eltern die deutsche Staatsange- hörigkeit bei Geburt, wenn ein Elternteil seinen gewöhnlichen rechtmäßigen Aufenthalt seit acht Jahren in Deutschland hat und eine Aufenthaltsberechtigung oder seit drei Jahren eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis besitzt. Bis zur Volljährigkeit besteht eine doppelte Staatsbürgerschaft. Anschließend muss sich eine Person unter bestimmten Voraussetzungen nicht mehr für eine der beiden Staatsangehörigkeiten entscheiden, son- dern darf beide behalten. In der Schulstatistik und der Bevölkerungsstatistik werden Menschen mit doppelter Staatsangehörigkeit in der Regel als Deutsche nachgewiesen.“ Vgl. Bundesamt für Statistik (Destatis) (2018): Schulen auf einen Blick – Ausgabe 2018, Seite 18. NRW Köln Düsseldorf Dortmund Essen Duisburg Bochum Wuppertal Bielefeld Bonn Mü nster Hauptschulen 7,3% 8,4% 8,5% 8,0% 4,3% 4,4% 4,5% 9,1% 4,4% 6,0% 7,1% Realschulen 19,6% 19,9% 20,6% 22,2% 20,1% 12,3% 15,9% 21,0% 26,2% 14,4% 1 7,6% Gymnasien 43,9% 49,9% 53,2% 41,8% 49,6% 35,1% 42,2% 39,2% 43,1% 58,6% 6 0,1% Gesamtschulen 24,5% 21,9% 17,7% 26,9% 23,8% 45,1% 30,9% 30,7% 24,8% 21,0% 1 1,4% Gemeinschaftsschulen 0,4% 0,0% 0,0% 0,0% 0,0% 0,0% 2,5% 0,0% 0,0% 0,0% 0,0% Sekundarschulen 4,2% 0,0% 0,0% 1,1% 2,3% 3,1% 4,0% 0,0% 1,4% 0,0% 2,0% PRIMUS-Schulen 0,1% 0,0% 0,0% 0,0% 0,0% 0,0% 0,0% 0,0% 0,0% 0,0% 1,8% Insgesamt 100% 100% 100% 100% 100% 100% 100% 100% 100% 100% 100% 11 Tab 3. Verteilung der Schüler/innen (SuS) nach Herkunft auf die weiterführenden Schulformen (Jg. 5 bis 13) in Köln und NRW, SJ 2017/18 Auch im NRW-Städtevergleich wird deutlich, dass aus ländische Lernende an Haupt- schulen über- und an Gymnasien unterrepräsentiert s ind (Tab. 4). Allerdings unter- scheiden sich die Städte in Bezug auf das Ausmaß de r Unterschiede zwischen aus- ländischer und durchschnittlicher Bildungsbeteiligu ng. Am stärksten ausgeprägt ist diese Diskrepanz für die Stadt Münster zu erkennen: 34% der ausländischen Ler- nenden besuchen eine Hauptschule (insgesamt: 7,1%, siehe Tab. 2) und 29,2% ein Gymnasium (insgesamt: 60,1%, siehe Tab. 2). Tab. 4: Verteilung der ausländischen Schüler/innen auf die Schulformen (Jg. 5 bis 13) im NRW-Städtevergleich, SJ 2016/17 Bezogen auf den Schulbesuch in der Sekundarstufe I stellt das Bundesamt für Statis- tik insgesamt für Deutschland (SJ 2016/17) fest, da ss ausländische Lernende häufi- ger eine Hauptschule (26%; insgesamt: 10,3%) und seltener ein Gymnasium (17,6%; insgesamt: 34,2%) besuchen 15 . 3.1.3 Bildungsteilnahme von armutsgefährdeten Lernenden (Jg. 5 bis 13, städt. Schulen) Die Verteilung der armutsgefährdeten Lernenden auf die Schulformen gibt Hinweise auf die Bildungsbiografien dieser Schülergruppe und erlaubt einen Vergleich zu den Bildungsbiografien ihrer Mitschüler/innen. Die Betrachtung erfolgt auf der Grund- lage des SGB-II-Dichteindex, der aufgrund der Daten lage (Schülerwohnortdaten la- gen nur für die städtischen Schulen vor) ausschließ lich für städtische Schulen ermit- 15 Statistisches Bundesamt (Destatis) (2018): Schulen auf einen Blick – Ausgabe 2018, Seite 12, 19. abs. in % abs. in % abs. in % abs. in % Hauptschulen 72.066 6,1% 21.537 19,0% 5.025 8,1% 2.252 24,8% Realschulen 219.990 18,6% 23.459 20,7% 12.099 19,4% 2.240 24,7% Gymnasien 519.798 43,9% 29.443 26,0% 31.178 50,1% 2.672 29,5% Gesamtschulen 307.975 26,0% 32.152 28,3% 13.912 22,4% 1.905 21,0% Gemeinschaftsschulen 4.184 0,4% 425 0,4% - - - - PRIMUS-Schulen 2.041 0,2% 299 0,3% - - - - Sekundarschulen 57.877 4,9% 6.123 5,4% - - - - Insgesamt 1.183.931 100% 113.438 100% 62.214 100% 9.069 100% NRW SuS ausländ. SuS Köln SuS ausländ. SuS NRW Köln Düsseldorf Dortmund Essen Duisburg Bochum Wupper tal Bielefeld Bonn Münster Hauptschulen 21,6% 24,5% 18,8% 18,3% 12,0% 12,0% 11,2% 19,3 % 22,0% 24,0% 34,0% Realschulen 20,2% 24,9% 20,4% 21,9% 21,1% 13,9% 18,0% 27,0% 32,7% 21,8% 21,1% Gymnasien 26,4% 29,2% 34,5% 31,1% 36,0% 19,4% 31,4% 26,4% 20 ,3% 34,6% 29,2% Gesamtschulen 27,0% 21,5% 26,4% 27,5% 30,6% 50,0% 26,3% 27, 3% 24,3% 19,7% 3,9% Gemeinschaftsschulen 0,4% 0,0% 0,0% 0,0% 0,0% 0,0% 7,5% 0,0 % 0,0% 0,0% 0,0% PRIMUS-Schule 0,2% 0,0% 0,0% 0,0% 0,0% 0,0% 0,0% 0,0% 0,0% 0, 0% 5,9% Sekundarschulen 4,3% 0,0% 0,0% 1,3% 0,3% 4,6% 5,6% 0,0% 0,8% 0,0% 5,9% insgesamt 100% 100% 100% 100% 100% 100% 100% 100% 100% 100% 10 0% 12 telt wurde (siehe 3.5). Weil der SGB-II-Dichteindex aktuell den Stand SJ 2016/17 hat, beziehen sich die landesstatistischen Vergleichswerte auf dasselbe Schuljahr. Von den insgesamt 56.606 Schülern/innen, die im SJ 2016/17 die Jahrgangsstufe 5 bis 13 einer städtischen Schule besucht haben, lebt en 11.470 Lernende bzw. 20,3% in Bedarfsgemeinschaften, die Sozialgeld bezogen (Tab. 5). Tab. 5: Verteilung der Schüler/innen (insgesamt und mit Sozialgeldbezug) auf die Schulformen (Jg. 5 bis 13) an städti- schen Schulen in Köln, SJ 2016/17 Die Verteilung auf die Schulform zeigt, dass Kölner Kinder und Jugendliche, die Sozialgeld beziehen, seltener ein Gymnasium (30%) besuchen als der Durch- schnitt der an städtischen Schulen Lernenden (47,9% im SJ 2016/17). Demgegen- über lernen sie häufiger an Hauptschulen (16,4%; al le Lernende an städtischen Schulen im SJ 2016/17: 9,1%) und an Realschulen (27 ,1%; alle Lernenden an städti- schen Schulen im SJ 2016/17: 20,4%). 3.1.4 Armut und Teilnahme an Ganztagsangeboten (Jg. 1 bis 4) Der Anteil der Teilnehmer/innen an Ganztagsangebote n gibt Hinweise auf die Errei- chung von gleichstellungs- und bildungspolitischen Zielsetzungen . Letztere sind vor allem im Zusammenhang mit der Kompensation von Bildungsbenachteiligung von Interesse, die in Folge von Herkunft, Sprache und A rmut entstehen können. Im Schuljahr 2016/17 haben stadtweit rd. 74% der Gr undschüler/innen den Offenen Ganztag einer Grundschule besucht. Es zeigt sich, d ass die Ganztagsbeteiligung an Grundschulen mit vergleichsweise geringer Armuts belastung höher zu sein scheint als an Grundschulen mit höherer Armutsbelas tung . So beläuft sich die Ganztagsbeteiligung an den 20 Grundschulen mit eine m SGB-II-Dichteindex von mindestens 40% auf unterdurchschnittliche 65%. An d en 73 Kölner Grundschulen, die Sozialgeldbezugsquoten von weniger als 20% aufw eisen, beläuft sich der Anteil der Schüler/innen im Offenen Ganztag auf 80%. Schüler/innen mit Sozialgeldbezug* abs. in % abs. in % in % von allen Schülern/innen einer Schulform Hauptschule 5.129 9,1% 1.883 16,4% 36,7% Realschule 11.568 20,4% 3.112 27,1% 26,9% Gymnasium 27.089 47,9% 3.445 30,0% 12,7% Gesamtschule 12.820 22,6% 3.030 26,4% 23,6% Insgesamt 56.606 100% 11.470 100% 20,3% * lt. Schätzung Schulsozialindex Schüler/innen Schüler/innen mit Sozialgeldbezug* 13 3.1.5 Lernenden mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf (Jg. 1 bis 10) Mit der Förderschulbesuchsquote (= Exklusionsquote) wird der Anteil aller Kinder und Jugendlichen, die eine Förderschule besuchen, u nd damit das Ausmaß der ex- klusiven Beschulung berechnet. In Anlehnung an die Festlegungen der Deutschen UNESCO-Kommission e.V. bezieht sich die Exklusionsq uote im Kölner Monitoring auf die Schüler/innen der Jahrgangsstufen 1 bis 10, die an Förderschulen unterrich- tet werden. Im Schuljahr 2017/18 lernten in den Jahrgangsstufen 1 bis 10 der Kölner Förder- schulen insgesamt 3.622 Kinder und Jugendliche. Dav on besuchten 790 Lernende (bzw. 21%) eine Förderschule des Landschaftsverbandes Rheinland (Sprache Sek. I, körperlich-motorische Entwicklung und Sinnesbeeintr ächtigungen). Im Vergleich mit dem Vorjahr lernten 17 Kinder und Jugendliche mehr (3 Schüler/innen mit körperli- chen-motorischen Beeinträchtigungen und 14 Schüler/ innen mit sprachlichen Beein- trächtigungen) an den Förderschulen des Landschaftsverbandes Rheinland. Die Kölner Exklusionsquote ist von 5,3% im SJ 2005/ 06 auf 4% im SJ 2017/18 ge- sunken und die Anzahl der Förderschüler/innen ist u m 26,3% bzw. um 1.293 Schü- lern/innen gesunken. Der Rückgang der exklusiven Förderung geht in erster Linie auf den Rückgang von Förderschülern/innen mit Lern- und Entwicklungs beeinträchtigungen zu- rück (-1.266 SuS seit dem SJ 2005/06 bzw. -765 seit dem SJ 2012/13), während im gleichen Zeitraum die Gesamtzahl der Lernenden mit diesen Beeinträchtigungen ge- stiegen ist. Innerhalb dieser Förderschwerpunkte wi rd eine veränderte „Etikettie- rungspraxis“ vermutet: weniger „Lernen“ und mehr „emotionale und soziale Entwick- lung“. Für die Lernenden ist dies mit der grundsätz lich positiv zu bewertenden Kon- sequenz verbunden, weil bei der sonderpädagogischen Förderung im Förderschwer- punkt emotionale und soziale Entwicklung der Erwerb aller allgemeinbildenden Schulabschlüsse möglich bleibt. 16 Die Förderschulbesuchsquote „Sprache“ ist bis zum SJ 2012/13 gestiegen und entwickelt sich seithe r in der Primarstufe rückläufig. In der Sekundarstufe I entwickelt sich die Kennzahl bis 2016/17 rückläufig und ist im SJ 2017/18 leicht (um 0,02 Prozentpunkte bzw. um 14 Schüler/innen) angestiegen. Die Exklusionsquote „Lern- und Entwicklungsbeeinträ chtigung“ insgesamt ist von 4,01% im SJ 2005/06 auf 2,72% im SJ 2017/18 gesunken (Tab. 6). 16 Lt. § 35 der Ausbildungsordnung sonderpädagogische Förderung - AO-SF führt die Klasse 10 zum Abschluss des Bildungsgangs Lernen. In einem besonderen Bildungsgang führt die Klasse 10 nach Vorliegen bestimmter Leistungsvoraussetzungen zu einem dem Hauptschulabschluss (nach Klasse 9) gleichwertigen Abschluss. 14 Tab. 6: Anteil der Förderschüler/innen nach Förderschwerpunkten an allen Schülern/innen (SuS) in den Jg. 1 bis 10 in Köln, Zeitreihe (LVR-Förderschwerpunkte sind grau markiert) Die Exklusionsquoten „körperliche und motorische En twicklung“ sowie „geistige Ent- wicklung“ sind bis zum SJ 2011/12 (körperliche-moto rische Entwicklung) bzw. SJ 2012/13 (geistige Entwicklung) gestiegen und seithe r gesunken (körperliche- motorische Entwicklung) bzw. nahezu unverändert geb lieben (geistige Entwicklung). Auch bundesweit hat sich für die Kinder und Jugendl ichen mit geistigen Entwick- lungsbeeinträchtigungen in den letzten Jahren wenig verändert. Die entsprechenden Quoten für Lernende mit dem Förderschwerpunkt Hören und Kommunikation schwanken und sinken für den Förderschwerpunkt Sehen. Ausländische Lernende (Exklusionsquote: 6,3% im SJ 2017/18) besuchen häufiger eine Förderschule als der Durchschnitt der Schüler/ innen (Exklusionsquote. 4% im SJ 2017/18). Sie sind besonders in den Förderbereic hen „Lernen“ (2,7%; im Durch- schnitt: 0,92%) und „geistige Entwicklung“ (1,1%; im Durchschnitt: 0,59%) überreprä- sentiert. Weitere Informationen zur Inklusionsentwicklung an Kölner Schulen können dem Kurzbericht Inklusionsmonitoring; Stand Schuljahr 2 017/18 (session 1884/2018) ent- nommen werden. Die Exklusionsquote der Kommunalen Bildungsdatenban k berücksichtigt neben den Lernenden der Jg. 1 bis 10 die vorschulische Förder ung für hör- und sehgeschädigte Kinder und die Schulen für Kranke. In Köln sind die s insgesamt 611 Kinder und Ju- gendliche bzw. 13,5% der in der Kommunalen Bildungs datenbank ausgewiesenen Förderschüler/innen. Beim interkommunalen Vergleich ist außerdem zu berücksichti- gen, dass die 23 überörtlich wirksamen Förderschule n des Landschaftsverbandes Rheinland nicht gleichmäßig auf die Städte verteilt sind. Die lokalen Steuerungsmög- lichkeiten beschränken sich hier auf die Lernenden am Förderschulstandort. Inklusi- onserfolge, die bezogen auf diese Förderschwerpunkt e in den Herkunftsgemeinden der auswärtigen Förderschüler/innen erzielt werden, beeinflussen die Exklusionsquo- te am Förderschulstandort positiv. Im Vergleich der großen NRW-Städte befinden sich mi t insgesamt fünf Förderschu- SuS absolut SuS in % Prozent- punkten Lernen 2,46% 2,29% 1,86% 1,04% 0,92% -775 -48,4% -0,95 emotionale und soziale Entwicklung 0,86% 1,05% 0,98% 1, 05% 1,08% 136 16,2% 0,10 Sprache (Primarstufe) 0,45% 0,57% 0,61% 0,57% 0,56% -20 -3 ,8% -0,04 Sprache (Sekundarstufe I) 0,25% 0,29% 0,27% 0,15% 0,17% - 87 -36,9% -0,11 körderliche und motorische Entwicklung 0,51% 0,54% 0,5 1% 0,41% 0,41% -68 -15,5% -0,10 geistige Entwicklung 0,47% 0,58% 0,60% 0,59% 0,59% 16 3,1% -0,01 Hören und Kommunikation 0,22% 0,24% 0,23% 0,25% 0,24% 26 1 3,3% 0,02 Sehen 0,09% 0,08% 0,05% 0,05% 0,05% 7 17,1% 0,01 Insgesamt 5,30% 5,62% 5,10% 4,12% 4,01% -765 -26,3% -1,09 Veränderung SJ 2017/18 zu SJ 2012/13 in: 2005/06 2010/11 2012/13 2016/17 2017/18 15 len die meisten Schulstandorte des Landschaftsverba ndes Rheinland in Köln. Trotz- dem haben nur zwei Städte (Wuppertal: 3,5% und Bonn : 3%) geringere Exklusions- quoten (Tab. 7) als Köln. Die höchste Exklusionsquo te ist für Bielefeld (5,2%) fest- stellbar. Tab. 7: Schüler/innen der Förderschulen/Schulen für Kranke im NRW Städtevergleich, SJ 2016/17 Im Bundesdurchschnitt wurde im SJ 2016/17 eine Exklusionsquote von 4,3% erreicht (SJ 2008/09: 4,9% 17 ), mit großen Unterschieden zwischen den Bundesländ ern; in Bremen betrug der Anteil der Förderschüler/innen an allen Lernenden der Jahr- gangsstufen 1 bis 10 nur noch 1% (SJ 2008/09/: 4,6% ) und in Mecklenburg- Vorpommern belief sich der entsprechende Anteil auf 6,3% (SJ 2008/09: 8,8%) 18 . 3.2 Übergänge und Schulformwechsel Kennzahlen zu den Übergängen und Schulformwechseln liefern besonders bei stark gegliederten Schulsystemen Informationen über die bildungsbiografische Orientie- rung, über Segregationstendenzen verschiedener Gruppen und über die Durch- lässigkeit des Schulsystems. Die Summe der Übergangsquoten addiert sich nicht zu 100%, weil im Nenner der Kennzahlen der Anfangsb estand der Abschlussklassen (des 4. Schuljahres bzw. des 9. oder 10. Schuljahre s) verwendet wird. Die Zahl der Zu- und Abgänge während des Schuljahres werden mit der amtlichen Statistik nicht erhoben . 3.2.1 Übergang von der Grundschule auf die weiterführende Schule Die Übergangsquote von der Grundschule auf weiterfü hrende Schulen gibt an, wel- cher Anteil der Grundschüler/innen auf die verschie denen weiterführenden Schulfor- men wechselt. Auch hier gilt, dass die Übergangsquo ten umso weniger die tatsächli- chen Schulformpräferenzen von Schülern/innen und El tern wiederspiegeln, je weni- ger sich Schulformangebot und –nachfrage entsprechen (siehe hierzu auch 3.1.1). 17 Klemm, Klaus (2018): Unterwegs zur inklusiven Schule – Lagebericht 2018 aus bildungsstatistischer Per spek- tive, Bertelsmann-Stiftung (Hg), Gütersloh. 18 Statistisches Bundesamt (Destatis) (2018): Schulen auf einen Blick – Ausgabe 2018, Seite 23. NRW Köln Düsseldorf Dortmund Essen Duisburg Bochum Wuppert al Bielefeld Bonn Münster SuS insgesamt 1.930.151 104.460 59.405 59.257 58.668 51.5 01 36.016 37.322 37.641 39.704 32.162 SuS an Förderschulen* 76.883 4.517 2.765 2.525 2.999 2.26 7 1.837 1.319 1.943 1.198 1.632 SuS an Förderschulen in % 4,0% 4,3% 4,7% 4,3% 5,1% 4,4% 5, 1% 3,5% 5,2% 3,0% 5,1% *Frühförderung (264 SuS); Hausfrüherziehung für Hör- und Sehgeschädigte (192 SuS); Schule für Kranke (155 SuS); Jg. 1 bis 10 (3.706 SuS), Sek. II (203 SuS) in diesen Städten befinden sich folgen LVR-Förderschulen: Köln: 5 Schulen; Sehen, Hören und Kommunikation, Sprache, Körperliche und motorische Entwicklung Düsseldorf: 4 Schulen; Sehen, Hören und Kommunikation, Sprache, Körperliche und motorische Entwicklung Essen: 3 Schulen; Hören und Kommunikation, Sprache, Körperliche und motorische Entwicklung Duisburg: 2 Schulen; Sehen, Körperliche und motorische Entwicklung Wuppertal: 1 Schule; Körperliche und motorische Entwicklung Bonn: 1 Schule, körperliche und motorische Entwicklung 16 Im Schuljahr 2017/18 sind 8.467 Grundschüler/innen von einer Kölner Grundschule an eine weiterführende Schule gewechselt. Mit 47,5% wechselte der größte Anteil der Schüler/innen auf ein Gymnasium , rd. 23% wechselten auf eine Gesamtschu- le, 20,2% auf eine Realschule und 5,3% auf eine Hau ptschule (Tab. 8). Im Vergleich zum Schuljahr 2005/06 zeigt sich ein Anstieg der We chsel an ein Gymnasium (SJ 2005/06: 40,6%) oder an eine Gesamtschule (SJ 2005/ 06: 16,9%) und ein Rückgang der Wechsel an eine Hauptschule (SJ 2005/06: 14,3%). Tab. 8: Übergänge und Übergangsquoten von der Grundschule auf weiterführende Schulen, Köln und NRW, Zeitreihe In einem gegliederten Schulsystem gilt der Übergang in die weiterführende Schule als hochgradig selektiv , ein Sachverhalt, der auch für Köln in Bezug auf die Merkmale ökonomische Lage und Herkunft festzustellen ist. Von den ausländischen Viertklässlern/innen wechselt en zum SJ 2017/18 nur 21% auf ein Gymnasium. Dafür wechselten sie häufiger an eine Hauptschule (15,3%) bzw. an eine Realschule (23,2%) als der Durchschnit t der Viertklässler/innen. Außer- dem ist ein starker statistischer Zusammenhang zwis chen dem Sozialgeldbezug von Schülern/innen einer Kölner Grundschule und den Gym nasialempfehlungen, die an dieser Grundschule ausgesprochen wurden, festzustellen. Der Korrelationskoeffizient beträgt - 0,73, d.h. dass Grundschulen mit einem ho hen Anteil von armutsgefährde- ten Lernenden deutlich weniger Kinder an ein Gymnas ium abgeben als Grundschu- len mit geringen Armutsanteilen (siehe 3.5). Die ta tsächlichen Übergänge orientieren sich stark an den ausgesprochenen Empfehlungen. So lagen im SJ 2017/18 für rd. 80% der Übergänge an ein Gymnasium entsprechende Sc hulformempfehlungen vor (session 1839/2018). Im Vergleich mit der landesweiten Entwicklung in NR W fallen die in Köln höheren Wechselquoten in das gegliederte Schulsystem (in er ster Linie an ein Gymnasium: Köln: 48% und NRW: 40% im SJ 2016/17, Tab. 9) und d ie geringeren Wechselquo- ten in das Integrierte Schulsystem auf (Köln: 22,9% und NRW: 33,9%) ins Auge. Mit einer Anpassung des Schulplatzangebotes an Kölner G esamtschulen an die Nach- frage (960 Ablehnungen zum Schuljahr 2018/19) ist m it einer Annäherung der Kölner Übergangsquoten an den landesweiten Durchschnitt zu rechnen. abs. in % abs. in % abs. in % Hauptschule 15,9 % 14,3 % 10,1 % 7,5 % 5.827 3,8% 488 5,7% 4 69 5,3% Realschule 26,8 % 22,9 % 27,9 % 23,8 % 30.879 20,3% 1.792 2 0,9% 1.771 20,2% Gymnasium 36,9 % 40,6 % 40,0 % 46,3 % 60.865 40,0% 4.116 48 ,0% 4.164 47,5% Gesamtschule 17,2 % 16,9 % 18,7 % 18,0 % 41.287 27,1% 1.94 9 22,7% 1.987 22,7% Gemeinschaftschule 0,0 % 0,0 % 0,7 % 1,7 % 529 0,3% 0 0,0% 1 0,0% Sekundarschule 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 % 9.688 6,4% 13 0,2% 14 0,2% Primusschule 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 % 185 0,1% 0 0,0% 0 0,0% sonstige Schulen 0,7 % 0,7 % 0,5 % 0,6 % 907 0,6% 54 0,6% 61 0,7% Insgesamt 97,5 % 95,4 % 97,9 % 97,9 % 150.167 98,6% 8.412 9 8,1% 8.467 96,5% Köln SJ 2017/18 SJ 2005/06 SJ 2011/12 NRW Köln SJ 2016/17 NRW Köln NRW Köln 17 Die höchsten Übergangsquoten an integrierte Schulfo rmen weisen die Städte Duis- burg (51,6%), Bochum (36,9%) und Wuppertal (31,2%) auf (Tab. 9). Tab. 9: Übergangsquoten von der Grundschule auf die weiterführenden Schulen im NRW-Städtevergleich, SJ 2016/17 Deutschlandweit wechselten im SJ 2016/17 mit 40% di e meisten Grundschüler/innen auf ein Gymnasium (plus 2 Prozentpunkte seit SJ 2006/07), 17% auf eine Realschule (minus 7 Prozentpunkte im Zehnjahresvergleich) und 7% auf eine Hauptschule (mi- nus 11 Prozentpunkte im Zehnjahresvergleich). Außer dem wechselten 16% auf inte- grierte Gesamtschulen (plus 8 Prozentpunkte im Zehn jahresvergleich) und weitere 12% auf Schularten mit mehreren Bildungsgängen (plu s 6 Prozentpunkte im Zehn- jahresvergleich). Die Übergangsquoten unterscheiden sich stark zwischen den Bun- desländern und reichten von 0,3% in Bayern bis zu 72% in Bremen. 19 3.2.2 Schulformwechsel während der Sek. I Die Quote der Schulformwechsel zeigt das Ausmaß, in dem Schüler/innen die mit dem Übergang in die Sekundarstufe I begonnene Schul laufbahn noch während der Sekundarstufe I verändern. Die Kennzahl errechnet s ich als Quotient aus der Anzahl der Übergänge von der Herkunftsschulform zur Zielsc hulform und der Anzahl der Lernenden, die im vergangenen Jahr die Herkunftssch ulform besucht haben, jeweils bezogen auf die Sekundarstufe I. Zum Schuljahr 2017/18 wechselten 345 Gymnasiasten/i nnen zu einer Realschule und 216 Realschüler/innen zu einer Hauptschule, d.h ., dass jeweils 1,8% der Gym- nasiasten/innen und der Realschüler/innen im Verlaufe der Sekundarstufe I vo- raussichtlich einen geringer qualifizierenden Bildungsabschluss erreichen wer- den, als noch beim Übergang in die Sekundarstufe I vorgesehen war (Tab. 10). Der Anteil der Realschüler/innen mit entsprechenden bil dungsbiografischen Veränderun- gen ist bis zum SJ 2014/15 (1,3%; SJ 2005/06: 2,2%) gesunken. Seit dem Schuljahr 2014/15 steigen die Wechselquoten der Realschulen ( SJ 2014/15: 1,3%) aber auch der Gymnasien (SJ 2014/15: 1,4%) wieder an. 63% der ehemaligen Gymnasiasten/innen wechselten be im Übergang in die Jahr- gangsstufe 7 (bzw. 51% der ehemaligen Realschüler/i nnen) und weitere 25% beim Übergang in die Jahrgangsstufen 8 und 9 (bzw. 41% d er ehemaligen Realschü- ler/innen). 19 Statistisches Bundesamt (Destatis) (2018): Schulen auf einen Blick – Ausgabe 2018, Seite 26f. NRW Köln Düsseldorf Dortmund Duisburg Bochum Wuppertal Bie lefeld Bonn Münster Hauptschulen 3,8 % 5,7 % 5,1 % 4,2 % 1,6 % 3,2 % 7,0 % 0,8 % 5,6 % 4,9 % Realschulen 20,3 % 20,9 % 24,1 % 25,0 % 11,3 % 19,1 % 23,1 % 29,4 % 16,9 % 21,0 % Gymnasien 40,0 % 48,0 % 49,8 % 38,8 % 33,3 % 39,1 % 34,4 % 39,5 % 52,7 % 52,0 % Gesamtschulen 27,1 % 22,7 % 18,8 % 27,2 % 44,2 % 29,6 % 30 ,9 % 25,9 % 23,5 % 15,4 % Gemeischaftsschulen 0,3 % 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,1 % 2,9 % 0, 0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 % Sekundarschulen 6,4 % 0,2 % 0,2 % 1,5 % 7,3 % 4,4 % 0,3 % 3 ,2 % 0,1 % 2,6 % PRIMUS-Schulen 0,1 % 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0,0 % 0, 0 % 0,0 % 2,5 % sonstige Schulen 0,6 % 0,6 % 0,2 % 1,1 % 0,5 % 1,0 % 0,3 % 0,5 % 0,4 % 0,3 % 18 Der Anteil der Gymnasiasten/innen ohne deutschen Pass , die zu einer Realschule wechseln (4,5% im SJ 2017/18), liegt über dem Durch schnittswert aller Schü- ler/innen. Von den Realschülern/innen ohne deutschen Pass wechseln 3,4% zu einer Hauptschule. Wechsel zu einer Schulform mit höher qualifizierend en Schulabschlüssen oder zu einer Gesamtschule spielen während der Sekundars tufe I nahezu keine Rol- le . So vollzogen zum Schuljahr 2017/18 nur 41 Haupt- und Realschüler/innen einen Wechsel zu einer Schulform mit höher qualifizierend en Schulabschlüssen und 69 Schüler/innen wechselten zu einer Gesamtschule (41 Gymnasiasten/innen, 26 Real- schüler/innen, 2 Hauptschüler/innen). Die bildungsb iografische Orientierung von Haupt- und Realschülern/innen zugunsten von höher q ualifizierenden Schulab- schlüssen werden erst beim Übergang in die Sekundar stufe II sichtbar (siehe hierzu 3.2.3). Tab. 10: Schulformwechsel und Schulformwechselquote (Sek. I) nach Herkunftsschulform in Köln, SJ 2017/18 In der Kommunalen Bildungsdatenbank erfolgt die Beschränkung auf die Klassenstu- fen 7 bis 9 aus Gründen der interkommunalen Verglei chbarkeit, da in einigen Bun- desländern die Grundschule die Klassenstufen 1 bis 6 umfasst und beim 8-jährigen Gymnasialjahrgang die Klassenstufe 10 bereits zur Oberstufe gezählt wird. Im Schul- jahr 2016/17 haben rd. 85% der Schulformwechsel in Köln in diesen Klassenstufen stattgefunden. Das „Wechselverhalten“ Kölner Gymnasiasten/innen (2 ,7%) ist mit dem lan- desdurchschnittlichen Wechselgeschehen (2,6%) vergl eichbar . Dagegen wech- seln Kölner Hauptschüler/innen (0,8%) seltener als der/die landesdurchschnittliche Hauptschüler/in (1,4%). Auch Kölner Realschüler/inn en (2,9%) wechseln seltener als im landesweiten Durchschnitt (3,4%) (Tab. 11). Herkunftsschulform abs. in % abs. in % abs. in % abs. in % Hauptschule (n=5.183) - - 18 0,3% 2 0,04% 3 0,06% Realschule (n=12.275) 216 1,8% - - 26 0,2% 23 0,2% Gesamtschule (n=10.863) 22 0,2% 13 0,1% - - 19 0,2% Gymnasium (n=19.222) 4 0,02% 345 1,8% 41 0,2% - - Gesamtschule Gymnasium Zielschulform Hauptschule Realschule 19 Tab. 11: Schulformwechsel und Schulformwechselquoten (Jg. 7 bis 9) nach Herkunftsschulform in Köln und NRW, Zeit- reihe Der Vergleich der Wechselquoten der großen NRW-Städ te zeigt erneut beachtliche Unterschiede: so belaufen sich die gymnasialen Wech selquoten in den Städten Dortmund und Wuppertal auf jeweils 3,2% und in Müns ter auf lediglich 1,2%. Die Wechselquoten der Realschulen bewegen sich zwischen 5% in Bochum und 2,1% in Bielefeld (Tabelle 12). Tab. 12: Schulformwechsel nach Herkunftsschulform im NRW-Städtevergleich, SJ 2016/17 3.2.3 Übergang von der Sek. I in die Sek. II (allgemeinbildenden und beruflichen Schulen) Die Übergangsquote gibt das Verhältnis von der Anza hl der Wechsel in die Sekun- darstufe II zur Anzahl der Lernenden in den Abschlu ssklassen des Vorjahres (in %) an und ergänzt das Bild bildungsbiografischer Orien tierung, das die Kennzahlen zum NRW Köln NRW Köln Herkunftsschulform Anzahl in % Anzahl in % Hauptschule 0,6% 1,1% 0,9% 1,5% 889 1,4% 23 0,8% Realschule 4,3% 4,4% 3,4% 3,8% 4.540 3,4% 186 2,9% Gymnasium 3,2% 3,3% 2,4% 2,4% 5.122 2,6% 294 2,7% Gesamtschule 0,9% 1,1% 0,9% 0,8% 748 0,7% 26 0,5% Waldorfschule 2,0% 4,1% 1,9% 1,8% 75 1,6% 0 0,0% Gemeinschaftsschule n.v. n.v. n.v. n.v. 731 24,4% 0 n.v. Sekundarschule n.v. n.v. n.v. n.v. 678 4,0% 3 n.v. Primus-Schule n.v. n.v. n.v. n.v. 3 3,3% 0 n.v. sonstige Schulen* 9.031 786 Insgesamt* 21.817 1.318 Wechselquote ohne sonstige Schulen 2,5% 2,7% 2,2% 2,3% 12.786 2,4% 532 2,1% * Nenner unbekannt, da Summe der SuS in den Jg. 7 bis 9 der sonstigen Schulen unbekannt Hinter der Schulform „sonstige Schule“ verbergen si ch in Köln mehrheitlich Kinder und Jugendliche, die aus dem Ausland zugezogen sind. Im Durchschnitt der Schuljahre 2011/12 bis 2015/16 waren dies 90% bzw. 270 Schüler/innen der insgesamt rund 300 Lernenden mit der Herkunftsschulform „sonstige Schule“. Im Schuljahr 2016/17 ist die Anzahl der Lernenden, die aus dem Ausland zugezogen sind im Zuge des enormen Anst iegs der Flüchtlingszahlen deutlich auf 590 Kinder und Jugendliche angestiegen und hat sich die Herkunftsart im Vergle ich mit dem Schuljahr 2014/15 mehr als verdoppelt. Wechsel Wechsel SJ 2006/07 SJ 2010/11 NRW Wechsel in % Wechsel in % Wechsel in % Wechsel in % SJ 2016/17 Köln Anzahl in % Anzahl in % in % in % in % in % in % in % in % in % in % Hauptschule 889 1,4% 23 0,8% 0,4% 0,5% 0,7% 0,2% 3,2% 0,6% 1,5% 2,3% 2,0% Realschule 4.540 3,4% 186 2,9% 4,3% 4,4% 4,8% 2,9% 5,0% 3,4% 2,1% 4,5% 4,5% Gymnasium 5.122 2,6% 294 2,7% 2,8% 3,2% 2,2% 2,2% 2,5% 3,2% 2,2% 1,6% 1,2% Gesamtschule 748 0,7% 26 0,5% 0,8% 0,8% 0,2% 0,2% 0,6% 1,8% 0,6% 1,0% 1,2% Waldorfschule 75 1,6% 0 0,0% 0,0% 0,7% 0,6% 4,9% 1,6% 0,5% 1,6 % 0,7% 2,0% Gemeinschaftsschule 731 24,4% 0 n.v. n.v. n.v. n.v. n.v. 1,4 % n.v. n.v. n.v. n.v. Sekundarschule 678 4,0% 3 n.v. n.v. 5,9% 0,6% n.v. 1,2% n.v. 4 ,1% n.v. 4,2% Primus-Schule 3 3,3% 0 n.v. n.v. n.v. n.v. n.v. n.v. n.v. n.v. n.v. n.v. sonstige Schulen* 9.031 786 0,0% 0,0% 0,0% 0,0% 0,0% 0,0% 0, 0% 0,0% 0,0% Insgesamt* 21.817 1.318 0,0% 0,0% 0,0% 0,0% 0,0% 0,0% 0,0% 0,0% 0,0% Wechselquote ohne sonstige Schulen 12.786 2,4% 532 2,1% 2,5% 2,6% 2,2% 1,3% 2,4% 2,5% 1,7% 2,1% 2, 1% * Nenner unbekannt, da Summe der SuS in den Jg. 7 bis 9 der sonstigen Schulen unbekannt Bonn Münster Essen Duisburg Bochum Wuppertal Bielefeld NRW Köln Düsseldorf Dortmund 20 Übergang in die Sekundarstufe I und den Schulformwe chsel während der Sekundar- stufe I zeichnen. Für Köln wird außerdem die Verteilung der Haupt- un d Realschüler/innen in den Ein- gangsklassen der Sekundarstufe II an allgemeinbilde nden Schulen und Berufskol- legs dargestellt. Weil die Landesstatistik keine Au skunft darüber gibt, ob Ge- samtschüler/innen und Gymnasiasten/innen im Anschlu ss an die Sek. I oder später an ein Berufskollegs gewechselt sind, muss auf eine entsprechende Darstellung an dieser Stelle verzichtet werden. Rund 58% der Kölner Hauptschüler/innen, die zum Schuljahr 2017/18 in die Se- kundarstufe II eingemündet sind (Tendenz steigend), nahmen einen Bildungsgang im Übergangssystem der Berufskollegs auf, das berufsvorbereitende Fer tigkeiten ver- mittelt. Weitere 26% begannen eine Duale Ausbildung (Tendenz sinkend). Rd. 13% haben einen Bildungsgang mit dem Ziel begonnen, die Allgemeine Hochschulreife oder die Fachhochschulreife an einer Gesamtschule, einem Gymnasium oder einem Berufskolleg zu erwerben. Bildungsgänge an Berufsko llegs sind z.T. doppeltqualifi- zierend, d.h. sie ermöglichen zusätzlich zum schuli schen Abschluss den Erwerb ei- nes beruflichen Abschlusses. 32% Kölner Realschüler/innen strebten den Erwerb der Allgemeine Hochschulreife an einem Gymnasium, einer Gesamtschule oder an eine m Berufskolleg an und wei- tere 37% den Erwerb der Fachhochschulreife an einem Berufskolleg. Für eine Duale Ausbildung haben sich 16% entschieden (Tendenz sink end) und 11,3% sind in das Übergangssystem eingemündet. (Tab. 13). Tab. 13: Verteilung der Kölner Haupt- und Realschüler/innen, die in die Sekundarstufe II eingemündet sind, auf die Eingangsklassen der Sekundarstufe II an Gesamtschulen, Gymnasien und an Berufskollegs, SJ 2017/18 Die Kommunale Bildungsdatenbank bildet den Übergang in die Sekundarstufe II an Gesamtschulen und Gymnasien ab, weshalb der NRW-Städtevergleich nur für diesen Bereich vorgenommen werden kann. abs. in % abs. in % Allgemeine Hochschulreife , z.T. doppeltqualifizierend (Gesamtschule, Gymnasium, Berufskolleg) 50 4,8% 657 31,8% Fachhochschulreife , z.T. doppeltqualifizierend (Berurfskolleg) 86 8,3% 755 36,6% Duale Ausbildung (Berufskolleg) 272 26,2% 323 15,6% Übergangssystem (Berufskolleg) 604 58,2% 233 11,3% Berufsfachschule (Fachoberschulreife, doppeltqualifizierend) Fachoberschule (ohne schulischen Abschluss) 25 2,4% 96 4,7% Insgesamt 1.037 100% 2.064 100% Hauptschule Realschule 21 Nahezu alle Gymnasiasten/innen haben den Übergang i n die Sekundarstufe II einer allgemeinbildenden Schule vollzogen, außerdem rd. 4 3% der Gesamtschüler/innen (NRW: 40,6%), 29,3% der Realschüler/innen (NRW: 21, 9%) und 4,5% der Haupt- schüler/innen (NRW: 4,5%). Die Kölner Übergangsquot en in die Sek. II übersteigen die landesdurchschnittlichen Werte (Tab. 14). Tab. 14: Übergänge und Übergangsquote in die Sekundarstufe II einer allgemeinbildenden Schule nach Herkunftsschul- form in Köln und NRW, Zeitreihe Beim Städtevergleich fällt auf, dass - mit Ausnahme der Stadt Dortmund – alle großen NRW-Städte überdurchschnittliche Übergangsqu oten in die Sekundar- stufe II der allgemeinbildenden Schulen aufweisen . Trotzdem sind die interkom- munalen Unterschiede erheblich: Hauptschule: Münster: 1,9% und Düsseldorf: 6,9%; Realschule: Münster: 15,8% und Bochum: 35,6%; Gesam tschule: Bielefeld: 30% und Münster: 58,4% (Tab. 15). Tab. 15: Übergangsquote in die Sekundarstufe II einer allgemeinbildenden Schule im NRW-Städtevergleich, SJ 2016/17 3.2.3.1 Tagesaktuelle Daten (kommunales Bewerbungsportal „Schüler-Online“) Schüler-Online ist ein Online-Bewerbungsportal für die Bildungsangebote an Berufs- kollegs, Gymnasien und Gesamtschulen im Anschluss an die Sekundarstufe I, das die Stadt Köln im Jahr 2015 eingeführt hat. Das Bewerbungsportal bietet Schü- lern/innen, Eltern und Lehrkräften einen aktuellen Überblick über das Bildungsange- bot der teilnehmenden Schulen (120 von 152 Schulen; nahezu alle städtischen Schu- NRW Köln NRW Köln in % in % in % in % abs. in % abs. in % Hauptschulen 3,5% 6,3% 3,9% 4,7% 837 3,4% 40 4,5% Realschulen 18,9% 26,4% 22,5% 29,9% 10.584 21,9% 595 29,3% Gymnasien 92,1% 94,4% 98,1% 99,3% 61.312 96,5% 3.538 97,3% Gesamtschulen 32,0% 34,3% 38,2% 43,2% 13.115 40,6% 678 42,8 % Freie Waldorfschulen 79,5% 97,0% 78,3% 96,7% 959 71,5% 47 7 9,7% Sekundarschulen n.v. n.v. n.v. n.v. 116 8,9% 0 n.v. Förderschulen 0,1% 2,3% 0,3% 1,7% 33 0,4% 19 4,1% sonstige Schulen* 61 8 Insgesamt 38,6% 44,4% 47,3% 53,3% 87.017 48,3% 4.925 56,8% *Nenner unbekannt, da Summe der SuS in den Jg. 7 bi s 9 der sonstigen Schulen unbekannt SJ 2016/17 SJ 2006/07 SJ 2011/12 NRW Köln NRW Köln Düsseldorf Dortmund Essen Duisburg Bochum Wuppert al Bielefeld Bonn Münster Hauptschulen 3,4% 4,5% 6,9% 4,2% 8,4% 3,8% 4,1% 3,8% 4,2% 3,7 % 1,9% Realschulen 21,9% 29,3% 31,5% 22,6% 31,0% 31,6% 35,6% 29,3% 26,6% 26,5% 15,8% Gymnasien 96,5% 97,3% 95,2% 93,3% 99,1% 96,9% 96,9% 95,9% 10 0,6% 100,9% 98,8% Gesamtschulen 40,6% 42,8% 31,5% 36,8% 38,8% 36,7% 37,2% 51, 2% 30,0% 50,2% 58,4% Freie Waldorfschulen 71,5% 79,7% 87,5% 73,8% 87,0% 20,0% 5 7,7% 80,0% 37,9% 72,7% 89,7% Sekundarschulen* 8,9% n.v. n.v. n.v. n.v. n.v. n.v. n.v. n.v . n.v. n.v. Förderschulen 0,4% 4,1% 0,4% 0,6% 0,0% 0,0% 0,0% 0,0% 0,0% 0, 8% 0,0% Insgesamt 48,3% 56,8% 54,6% 47,4% 56,1% 48,4% 53,2% 52,9% 49 ,3% 65,1% 58,8% *lt. Datenlage befinden sich keine Lernenden in den Abschlussklassen; somit ist der Nenner gleich Null und die Kennzahl nicht ermittelbar 22 len nehmen teil) und ist zugleich ein datenbasiertes Instrument zur Überwachung der Berufsschulpflicht. Gleichzeitig wird die aktuelle Übergangssituation der Kölner Schüler/innen erfasst. Tagesaktuelle Auswertungen erlauben den Blick auf die unversorgten Schüler/innen der Abgangsklassen (Klassen 10 bzw. Klassen 9 an Gymnasien) und sind eine wich- tige Grundlage für die kommunale Steuerung des Übergangs in die Sekundarstufe II. Individual- und Leistungsdaten werden nicht abgebildet. Nicht erfasst werden die Schüler/innen, die vorzeitig oder nach der Klasse 9 (an Haupt-, Real- und Gesamt- schulen) die Schule verlassen sowie die Abiturienten/innen. Im April 2018 waren rd. 29,8 der Schüler/innen in den Abgangsklassen noch unver- sorgt; diese Zahl ist in den darauf folgenden Monaten bis auf 7,1% (bzw. 532 Ler- nende) im Monat Oktober 2018 gesunken. Das bedeutet, dass auch nach Beginn des neuen Schuljahres immer noch 532 Schüler/innen keinen Anschluss hatten. Mit dem Ziel einer bedarfsorientierten Steuerung der Bildungsangebote sollen künftig zahlenmäßige Auswertungen der Bewerbungen zu Bildungsgängen der Berufskol- legs anhand aggregierter Datensätze zur Verfügung gestellt werden. 3.2.4 Wechsel zwischen dem Förderschul- und dem Regelschulsystem (Jg. 1 bis 10) Die Zahl der Wechsel von einer Förderschule zu einer Regelschule hat sich im Zeit- raum vom SJ 2008/09 bis zum SJ 2014/15 auf 132 Wech sel verdoppelt und schwankt seither zwischen 89 und 124 (Tab. 16). Wec hsel zu einer Regelschule fin- den überwiegend beim Übergang in die weiterführende Schule statt (60% bis 62%). Die Zahl der Wechsel von einer Regelschule zu einer Förderschule hat sich bis zum SJ 2014/15 auf 155 Wechsel halbiert. Nach einem Ans tieg zum SJ 2015/16 auf 245 Wechsel entwickelt sich die Zahl erneut rückläufig. Betrachtet man die Entwicklung seit dem SJ 2008/09 zeigt sich, dass immer seltener Grundschüler/innen und immer häufiger Lernende der Sekundarstufe I zu einer Förderschule wechseln. Tab. 16: Wechsel zwischen dem Förderschul- und Regelschulsystem in Köln, Zeitreihe absolut * in % absolut in % absolut in % absolut in % absolut in % abs olut in % Wechsel zu einer Regelschule 66 100% 132 100% 124 100% 89 1 00% 104 100% 15 11,4% … während der Primarstufe 14 21% 24 18% 23 19% 24 27% 25 24% 1 4,2% … im Übergang zur Sek. I (1) 40 61% 82 62% 75 60% 53 60% 63 61% 10 12,2% … in die Jahrgänge 6 bis 10 12 18% 26 20% 26 21% 12 13% 16 15 % 4 15,4% Wechsel zu einer Förderschule 319 100% 155 100% 245 100% 2 31 100% 219 100% -12 -7,7% … während der Primarstufe 161 50% 88 57% 113 46% 93 40% 86 39% -7 -8,0% … im Übergang zur Sek. I (1) 52 16% 35 23% 68 28% 60 26% 57 2 6% -3 -8,6% … in die Jahrgänge 6 bis 10 106 33% 32 21% 64 26% 78 34% 76 35% -2 -6,3% * Die Wechsel von Lernenden mit GG wurden wie folgt den Jahrgängen zugeordnet: Vor- und Unterstufe: Primarstufe; Mittel- und Oberstufe: Jahrgänge 6 bis 10. Seit dem SJ 15/16 werden für diesen Förderschwerpunkt dieselben Jahrgangsbezeichnungen verwendet. SJ 2008/09 SJ 2014/15 SJ 2015/16 Vergleich des SJ 2017/18 mit dem Vorjahr SJ 2016/17 SJ 2017/18 23 3.3 Klassengröße (Jg. 1 bis 10) Die Kennzahl gibt Auskunft über die Zahl der Schüle r/innen je Klasse und kann zur Beschreibung der Unterrichtssituation herangezogen werden. Tendenziell kann in kleineren Klassen eine intensivere Betreuung der Sc hüler/innen durch die Lehrkräfte stattfinden, jedoch steigen mit kleinen Klassengröß en die Kosten. Auf einen Städte- vergleich auf der Grundlage der Kommunalen Bildungs datenbank muss mangels Da- ten verzichtet werden. 3.3.1 Klassengröße in Regelklassen Die Verordnung zur Ausführung des § 93 Abs. 2 Schul gesetz regelt im § 6 die Klas- senbildungswerte. 20 Hiernach darf die Zahl der Schüler/innen einer Klas se den Klas- senfrequenzhöchstwert nicht überschreiten; geringfü gige Ausnahmen können von der Schulleitung in besonderen Ausnahmefällen zugel assen werden. Die Klassenbil- dungswerte für die Sekundarstufe I sind in der Tab. 17 dargestellt und unterscheiden sich aufgrund der Absenkung der Klassenbildungswert e an den Realschulen, Ge- samtschulen und Gymnasien zwischen den Jahrgangsstufen. Im Schuljahr 2017/18 lernten in Köln 46.607 Schüler/innen in 1.737 Regelklassen der Jahrgangsstufen 5 bis 10. Von den 1.737 Regelklasse n überschreiten 20,7% (bzw. 360 Regelklassen) den für Schulform und Jahrgang ge ltenden Klassenfrequenzhö- chstwert. Differenziert man die Betrachtung nach de r Schulform wird deutlich, dass besonders an Gymnasien (38% aller Klassen 5 bis 8) und Realschulen (21,4% aller Klassen 5 bis 8) zu häufig Klassen gebildet werden mussten, die über dem Klassen- frequenzhöchstwert liegen. Aber auch in den Klassen der Jahrgangsstufen 9 und 10 sind die Anteile (Gymnasien: 18,1% und Realschulen: 14,9%) noch bemerkenswert (Tab. 17). Tab. 17: Verteilung der Kölner Klassen der Sekundarstufe I auf die Klassengrößen (SJ 2017/18) Eine Betrachtung der durchschnittlichen Klassengröß en nach Schulform und Jahr- gangsstufe zeigt, dass die durchschnittlichen Klass engrößen – außer an den Ge- 20 Abrufbar unter: https://www.schulministerium.nrw.de/docs/Recht/Schulrecht/Verordnungen/93_2.pdf (Stand 11.10.2018) SuS insg. abs. in % abs. in % abs. in % abs. in % Hauptschule Kl. 5 bis 10 18, 24, 30 47 23,6% 148 74,4% 4 2,0% 199 100% 4.323 Kl. 5 bis 8 25, 27, 29 123 43,9% 97 34,6% 60 21,4% 280 100% 7 .678 Kl. 9 bis 10 26, 28, 30 95 64,2% 31 20,9% 22 14,9% 148 100% 4.027 Kl. 5 bis 8 25, 27, 29 188 33,6% 159 28,4% 213 38,0% 560 100 % 15.745 Kl 9 26, 28, 30 83 60,1% 30 21,7% 25 18,1% 138 100% 3.700 Kl. 5 bis 8 25, 27, 29 172 60,1% 87 30,4% 27 9,4% 286 100% 7. 638 Kl. 9 bis 10 26, 28, 30 72 57,1% 45 35,7% 9 7,1% 126 100% 3. 496 Sek. I Kl. 5 bis 9/10 nach Kl. differenziert 780 44,9% 597 34,4% 360 20,7% 1737 100% 46.607 Realschule Gymnasium Gesamtschule Klassen insg. Klassen Klassenfrequenzen: Mindestwert, Richtwert, Höchstwert Schülerzahl entspricht max. dem Richtwert Schülerzahl liegt über dem Richtwert und entspricht max. dem Höchstwert Schülerzahl liegt über dem Höchstwert ("zu große Klassen") 24 samtschulen - über den landesweiten Durchschnittswe rten 21 liegen. Die Klassengrö- ßen in NRW ihrerseits liegen über den bundesweiten Durchschnittswerten 22 im Schuljahr 2016/17 (Tab. 18). Tab. 18: Durchschnittliche Klassengrößen im Vergleich Köln und NRW (SJ 2017/18) und Deutschland (SJ 2016/17) 3.3.2 Klassengröße und Förderanteil in Regelklassen mit Gemeinsamem Lernen Auch für GL-Klassen gilt, dass die durchschnittliche Anzahl der Schülerzahl je Klasse zur Beschreibung der Unterrichtssituation herangezo gen werden kann. Zusätzlich kann der durchschnittliche Anteil der Lernenden mit sonderpädagogischem Unter- stützungsbedarf an der Klassengemeinschaft betrachtet werden, weil er Hinweise auf die Heterogenität der Lerngruppen im Gemeinsamen Le rnen bietet . In Anlehnung an die Definition von Schulen mit Gemeinsamem Lernen ( GL-Schulen) ist im Folgenden von Klassen mit Gemeinsamem Lernen (GL-Klassen) die Rede, wenn zumindest Lernende mit Lern- und Entwicklungsbeeinträchtigung zur Klassengemeinschaft zäh- len. Im Schuljahr 2017/18 wurden in 32% der Grundschulre gelklassen (507 GL-Klassen von 1.575 Regelklassen) und in 35% der Regelklassen der Sekundarstufe I (600 GL- Klassen von 1.737 Regelklassen) Lernende mit und oh ne Unterstützungsbedarf ge- meinsam unterrichtet (Tab. 19). Damit haben in den 1.107 GL-Klassen der Jahr- gangsstufen 1 bis 10 insgesamt 27.152 Schüler/innen mit und ohne sonderpädago- gischen Unterstützungsbedarf gemeinsam gelernt. 2.8 83 wurden im Bereich der Lern- und Entwicklungsbeeinträchtigung und 524 aufg rund von Bereich körperlichen, geistigen oder Sinnesbeeinträchtigungen unterstützt . Hinzu kommen 131 Kinder und Jugendliche mit sog. anderen Unterstützungsbedarfen 23 , die außerhalb von GL- Klassen lernten. 21 Landesbetrieb Statistik IT.NRW (2018): Allgemeinbildende Schulen in Nordrhein-Westfalen 2017, Düsseldorf, Seite 10. 22 Statistisches Bundesamt (Destatis) (2018): Schulen auf einen Blick – Ausgabe 2018, Seite 40f. 23 Körperlich-motorische Entwicklung, geistige Entwicklung, Hören-Kommunikation, Sehen Grundschule 37.469 1575 Kl. 23,8 SuS 23,5 SuS 21 SuS Hauptschule 4.323 199 Kl. 21,7 SuS 20,9 SuS 19 SuS Realschule 11.705 428 Kl. 27,3 SuS 27,1 SuS 25 SuS Gymnasium 19.445 698 Kl. 27,9 SuS 26,6 SuS 26 SuS Gesamtschule 11.134 412 Kl. 27,0 SuS 27,2 SuS 24 SuS Sek. I 46.607 1737 Kl. SuS im Durchschnitt pro Klasse SuS Klassen Köln SJ 2017/18 NRW SJ 2017/18 D (2016/17) 25 Der Anteil der GL-Klassen von allen Regelklassen wa r bei den Hauptschulen mit 68% (136 GL-Klassen von insg. 199 Regelklassen) am höchsten und betrug für die Realschulen 40,2% (172 von 428) und die Gesamtschulen 61,45 (255 von 415). Außer für die Schulform der Hauptschulen ist festzu stellen, dass die durch- schnittliche Klassengröße einer GL-Klasse geringer war als die einer Regel- klasse. In den GL-Klassen der Grundschulen lernten im Durc hschnitt 23,4 Kinder und in den GL-Klassen der weiterführenden Schulen w aren es zwischen 22,5 (Hauptschulen) und 26,6 (Realschulen). In der Primarstufe lernen durchschnittlich 2,7 Kind er mit sonderpädagogischem Un- terstützungsbedarf in einer GL-Klasse. In den weite rführenden Schulen reicht diese Kennzahl von durchschnittlich 2,5 GL-Schülern/innen an Gymnasien bis zu durch- schnittlich 4,1 GL-Schülern/innen an Gesamtschulen. Betrachtet man die Kennzahl „Anteil der förderbedürftigen Kinder an der Klassen gemeinschaft“ reichen die Werte bis zu 42% an einer Grundschulklasse. In einer Gesamtschulklasse erhalten 36% der Lernenden eine sonderpädagogische Förderung und in der „größten“ GL- Gymnasialklasse sind es 39,3%. Tab. 19: Schüler/innen (SuS)und Klassen im Gemeinsamen Lernen (GL), Köln SJ 2017/18 3.4 Abschlüsse 3.4.1 Schulabgänger/innen ohne Hauptschulabschluss Unter Schulabgänger/innen ohne Hauptschulabschluss werden auch Schüler/innen gezählt, die bestimmte Bildungsgänge der Förderschu len abgeschlossen haben. Ab- gänger/innen ohne Hauptschulabschluss haben leider geringe Aussichten auf ei- nen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz , weshalb besondere Anstrengungen für ihre Integration unternommen werden. Der Erfolg kommunaler Interventionen, die auf den Erwerb des Hauptschulabschlusses abzielen, setzt be i Lernenden mit sonderpäda- gogischem Unterstützungsbedarf in den Bereichen Ler nen und geistige Entwicklung allerdings voraus, dass die mit diesen Bildungsgäng en verbundene zieldifferente Förderung, die den Erwerb von allgemeinbildenden Ab schlüssen ausschließt, been- det wird. Grundschule 11.862 1.081 293 507 Kl. 23,4 2,7 42,0% Hauptschule 3.057 424 15 136 Kl. 22,5 3,2 38,5% Realschule 4.576 450 16 172 Kl. 26,6 2,7 33,3% Gymnasium 928 89 4 37 Kl. 25,1 2,5 39,3% Gesamtschule 6.729 839 196 255 Kl. 26,4 4,1 36,0% Sek. I 15.290 1.802 231 600 Kl. ** körperlich-motorische Entwicklung, geistige Entwicklung, Hören und Kommunikation, Sehen * Lernen, emotionale-soziale Entwicklung, Sprache GL-SuS im Durchschnitt pro Klasse Max-A nteil GL-SuS pro Klasse SuS mit anderen FSchP** Schüler/innen in GL-Klassen GL-Klassen SuS im Durchschnitt pro GL-Klasse SuS insg. LES* SuS 26 Das Schuljahr 2016/17 (d.h. im Abgangsjahr 2017; di e entsprechenden Daten wer- den mit der Landesstatistik zum SJ 2017/18 erhoben) beendeten 451 Kölner Schü- ler/innen ihre Schullaufbahn an einer allgemeinbild enden Schule ohne einen Haupt- schulabschluss. Das entspricht einem Anteil von 5% an allen Abgängen (ohne Wei- terbildungskollegs, für die die Abgangsart „ohne Abschluss“ nicht erhoben wird). Der Anteil ist in den letzten Jahren gesunken (2005: 9% und 2011: 5,8%) und lag zu- letzt unterhalb des landesdurchschnittlichen Wertes (2017: 5,8%). Landesweit ist dieser Anteil erneut von 5,5% auf 5,8% angestiegen. Der Anteil der Abgänge ohne Hauptschulabschluss war am höchsten bei den Förder- schulen (55%) und belief sich bei den Hauptschulen auf 15,1%. Somit haben insge- samt 84% bzw. 379 jungen Menschen ohne Hauptschulab schluss zuvor eine Haupt- oder eine Förderschule besucht (Tab. 20). Zu berück sichtigen ist dabei, dass 95% der abgehenden Förderschüler/innen einen Abschluss für Lern- oder Geistig- Behinderte erworben haben. Tab. 20: Abgänge ohne Hauptschulabschluss (HSA), Köln und NRW, Zeitreihe 10% (155 SuS) der Jugendlichen mit einem ausländischen Pass beenden die Schule ohne einen Hauptschulabschluss und damit deutlich häufiger als ihre deutschen Mitschüler/innen (3,9% bzw. 296 SuS) (Tab. 21). Tab. 21: Abgänge ohne Hauptschulabschluss (HSA) nach Herkunft, Köln, Abgangsjahr 2017 Beim NRW-Städtevergleich zeigt sich, dass im Abgang sjahr nur in Bonn (4,5%) und in Wuppertal (4,9%) weniger junge Menschen die Schu le ohne einen Hauptschulab- schluss verlassen haben als in Köln (5,3%) (Tab. 22 ). Ursächlich hierfür könnte die vergleichsweise geringe Bedeutung der exklusiven Beschulung in Bonn und Wupper- tal sein; so liegt der Anteil der Abgänge, die eine Förderschule verlassen, in Wupper- tal bei 3,8% und in Bonn bei 3% (Köln: 5,2%). Auch die Exklusionsquoten sind in Wuppertal und Bonn vergleichsweise gering (siehe Kapitel 3.1.5 ). NRW Köln NRW Köln Abgänge Abgänge Abgänge Abgänge Anzahl Anzahl in % Anzahl Anzahl in % Anzahl Anzahl in % Anz ahl Anzahl in % Förderschulen 68,4% 54,4% 65,9% 51,9% 8.297 5.868 70,7% 479 263 54,9% 7.855 5.544 70,6% 441 242 54,9% Hauptschulen 10,2% 17,9% 8,7% 13,5% 27.329 2.927 10,7% 1.09 2 155 14,2% 24.107 2.743 11,4% 907 137 15,1% Realschulen 0,9% 1,2% 1,0% 0,8% 47.560 353 0,7% 1.990 12 0,6% 47.569 584 1,2% 2.096 10 0,5% Gymnasien 0,4% 0,7% 0,4% 0,2% 72.767 711 1,0% 3.831 34 0,9% 69 .876 927 1,3% 3.738 27 0,7% Gesamtschulen 3,3% 2,2% 2,4% 1,6% 37.714 741 2,0% 1.753 25 1, 4% 38.018 1.028 2,7% 1.854 34 1,8% Freie Waldorfschulen 6,6% 0,0% 9,4% 3,8% 1.405 151 10,7% 34 1 2,9% 1.464 151 10,3% 67 1 1,5% Insgesamt 7,1% 9,0% 5,6% 5,8% 195.072 10.751 5,5% 9.179 490 5 ,3% 188.889 10.977 5,8% 9.103 451 5,0% NRW Abgangsjahr 2016 Köln Abgänge ohne HSA Abgänge ohne HSA in % Abgangsjahr 2005 Abgangsjahr 2011 in % in % in % Abgangsjahr 2017 NRW Köln Abgänge ohne HSA Abgänge ohne HSA Abgänge Abgänge Abgänge abs. abs. in % abs. abs. in % abs. abs. in % Förderschulen 441 242 54,9% 344 166 48,3% 97 76 78,4% Hauptschulen 907 137 15,1% 592 77 13,0% 315 60 19,0% Realschulen 2.096 10 0,5% 1.719 5 0,3% 377 5 1,3% Gymnasien 3.738 27 0,7% 3.338 20 0,6% 400 7 1,8% Gesamtschulen 1.854 34 1,8% 1.502 27 1,8% 352 7 2,0% Freie Waldorfschulen 67 1 1,5% 65 1 1,5% 2 0 0,0% Insgesamt 9.103 451 5,0% 7.560 296 3,9% 1.543 155 10,0% Insgesamt Deutsche Ausländer Abgänge ohne HSA Abgänge ohne HSA Abgänge ohne HSA 27 Tab. 22: Schulabgänger/innen ohne Hauptschulabschluss nach Herkunftsschulform im NRW-Städtevergleich, Abgangsjahr 2016 (Abgänge in % von allen Abgängen nach Schulform) Bundesweit gelang es im Abgangsjahr 2016 insgesamt 6% des Altersjahrgangs nicht, einen Hauptschulabschluss zu erwerben. Im Bu ndesländervergleich für 2016 wird deutlich, dass in den meisten ostdeutschen Bun desländern der Anteil der Schü- ler/innen ohne Hauptschulabschluss überdurchschnitt lich hoch ist. In Sachsen- Anhalt verließen 10 % eines Jahrgangs die allgemein bildenden Schulen ohne Haupt- schulabschluss. Auch hier wird auf den Zusammenhang zwischen überdurchschnittli- chen Werten bei den Abgängen ohne Hauptschulabschlu ss auf der einen Seite und überdurchschnittlich hohen Anteilen von Lernenden a n Förderschulen an der Ge- samtschülerzahl auf der anderen Seite hingewiesen. Den geringsten Anteil erreicht Niedersachsen mit 4,9% und der Wert für NRW liegt bei 5,7%.24 Allerdings ist dabei auch zu berücksichtigen, dass diese Kennzahl diejenigen Schü- le/innen nicht erfasst, denen es gelingt, ihren Hau ptschulabschluss an beruflichen Schulen oder in anderen Bildungsangeboten nachzuholen. 3.5 Sozialgeldbezug als zentraler Bedarfsindikator für Bildung Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, das s die Folgen von Kinderarmut vielfältig sind. Lernschwierigkeiten und schlechter e Schulabschlüsse können neben anderem die Konsequenzen sein, was wiederum die Cha ncen auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt erheblich beeinträchtigt und das R isiko, von Arbeitslosigkeit betrof- fen zu sein, beeinflusst. Der Bezug von Sozialgeld ist ein zentraler Bedarfsi ndikator für Bildung, weil er Hin- weise auf die ökonomische Situation der Kinder und die Erwerbsbeteiligung der El- tern gibt. Kinderarmut ist regional sehr ungleich auf das Köln er Stadtgebiet ver- teilt . 2016 betrug der SGB-II Anteil der unter 15-Jährig en stadtweit 21,5%; jedoch im Stadtteil Hahnwald nur 0,3% und im Stadtteil Finkenberg 59,5%. Hieraus resultiert, in 24 Statistisches Bundesamt (Destatis) (2018): Schulen auf einen Blick – Ausgabe 2018, Seite 34f. Das Bundesamt für Statistik ermittelt die Kennzahl nach dem sogenannten Quotensummenverfahren: für jeden einzelnen Al- tersjahrgang der Bevölkerung wird der Anteil der Abgängerinnen und Abgänger ohne Hauptschulabschluss ermittelt. Anschließend werden diese Anteile summiert. NRW Köln Düsseldorf Dortmund Essen Duisburg Bochum Wuppertal Bielefeld Bonn Münster Förderschulen 70,7% 54,9% 51,7% 57,1% 81,0% 75,1% 70,1% 60 ,3% 78,9% 58,5% 70,7% Hauptschulen 10,7% 14,2% 19,7% 17,2% 12,3% 16,3% 13,2% 12,0 % 3,4% 12,9% 11,1% Realschulen 0,7% 0,6% 0,3% 0,6% 0,8% 0,4% 0,8% 2,0% 0,5% 1,8% 0,6% Gymnasien 1,0% 0,9% 1,6% 1,7% 0,4% 1,0% 1,1% 0,5% 1,3% 1,0% 1, 1% Integrierte Gesamtschulen 2,0% 1,4% 2,9% 2,3% 4,9% 2,1% 1,9% 0,3% 1,4% 3,3% 0,8% Sekundarschulen 3,5% n.v. n.v. n.v. n.v. n.v. n.v. n.v. n.v. n.v. n.v. Freie Waldorfschulen 10,7% 2,9% 0,0% 19,2% 11,4% 20,0% 16, 5% 19,5% 20,0% 26,8% 0,0% Insgesamt 5,5% 5,3% 6,5% 6,8% 6,9% 5,8% 6,4% 4,9% 5,4% 4,5% 5, 8% 28 erster Linie wegen der besonderen Wohnortnähe für d en Primarbereich aber für die weiterführenden Schulen, dass Kinderarmut auch institutionell sehr ungleich ver- teilt ist. Der hohe statistische Zusammenhang von SGB-II Antei l der unter 15-Jährigen einer- seits und von dem Anteil der uneingeschränkten Gymn asialempfehlungen anderer- seits auf der Stadtteilebene zeigt, dass die Wirkun gskette von SGB-II Bezug und Bil- dungschancen auch in Köln von Bedeutung ist (siehe Grafik 1). Grafik 1: SGB-II-Anteil (SJ 2016/17) und Anteil der Gymnasialempfehlungen (SJ 2017/18) in den 95 Kölner Stadtteilen (SJ 2017/18) Die Berechnung des Kölner Schulsozialindex erfolgt seit 2017 in Anlehnung an eine wissenschaftliche Begleitforschung der Ruhr-Univers ität Bochum und in Zusammen- arbeit mit dem Amt für Statistik und Stadtentwicklungsplanung, in dem das zugrunde- liegende statistische Verfahren der SGB-II-Kerndich teschätzung und die Verknüp- fung mit den Wohnortdaten der Schüler/innen vorgeno mmen werden. Im Rahmen dieser Studie wurde durch einen Vergleich mit dem S ozialindex auf der Grundlage der Schuleingangsuntersuchungsdaten für die Stadt M ülheim an der Ruhr gezeigt, dass die Ergebnisse dieses Ansatzes hinreichend gen au für eine bedarfsgerechte Ressourcensteuerung sind. 25 Wie unterschiedlich die Lernausgangslagen an Kölner Schulen in Bezug auf den ge- schätzten Sozialgeldbezug der Schülerschaften aber auch in Bezug auf die Anzahl der Lernenden insgesamt, die Anzahl der Schüler/inn en in Vorbereitungsklassen und die festgestellten sonderpädagogischen Unterstützun gsbedarfe sind, zeigt die nach- 25 Groos, Thomas (2016): Schulsegregation messen, Sozialindex für Grundschulen, Arbeitspapiere wissenschaft- liche Begleitforschung „Kein Kind zurücklassen!“ Werkstattbericht, Bertelsmann-Stiftung und Zentrum fü r in- terdisziplinäre Regionalforschung Ruhr-Universität Bochum (Hg), Gütersloh. 29 folgende Tabelle (Tab. 23). Weil die Einzelwerte der Schulen stark um die Mittelwerte streuen, wurden zusätzlich zu den stadtweiten Mitte lwerten die jeweiligen Mindest- und Höchstwerte dargestellt. Ausgehend vom Stand de s Schulsozialindex (SJ 2016/17) wurden auch die übrigen Daten mit Stand 2016/17 dargestellt. Tab. 23: Heterogenität der Lernausgangslagen an Kölner Schulen im SJ 2016/17 Für die Steuerung kommunaler Ressourcen, die auf Pr ävention bzw. auf die Kom- pensation vorhandener Bildungsbenachteiligungen abz ielen, wird in Köln der Schulsozialindex als Grundlage herangezogen. So unt erscheidet sich z.B. der Ein- satz der kommunalen Schulsozialarbeit, der freiwill igen kommunalen Mittel für den Offenen Ganztag an Grundschulen oder von Angeboten kultureller Bildung an den 19 weiterführenden städtischen Schulen, an denen minde stens ein Drittel der Lernen- den arm und 14 einen ausländischen Schüleranteil vo n mindestens 25% haben, deutlich von dem Einsatz dieser Ressourcen an den S chulen, bei denen weniger als 1% der Schülerschaft arm oder ausländischer Herkunft ist. 4 Bildungsbereich: Berufliche Schulen 4.1 Allgemeine Bemerkungen Der Besuch eines Bildungsgangs der Berufskollegs se tzt die Erfüllung der Vollzeit- schulpflicht voraus, die sich in der Regel auf zehn Schulbesuchsjahre erstreckt. Ihre zentrale Bedeutung liegt in der Kombination von all gemeiner und beruflicher Bildung, d.h. sie ermöglichen eine zeitgleiche Qualifizierung im berufsbildenden (zu den beruf- städt. Schulen Anzahl Schulen Anzahl SuS SGB-II Quote Anteil ausl. SuS SuS in VK-Klassen Anzahl SuS mit sonderpäd. Förderbedarf Grundschulen 141 36.841 22% 13,7% 1.028 1.433 …Maximum 506 62,8% 57,2% 28 88 …Minimum 85 0,3% 0,0% 0 0 Hauptschulen 16 5.129 35% 43,3% 511 438 …Maximum 489 43,9% 74,0% 127 54 …Minimum 186 26,7% 22,6% 6 8 Realschulen 23 11.568 26% 19,2% 325 372 …Maximum 724 40% 34,2% 33 35 …Minimum 76 10% 5,2% 0 0 Gymnasien 30 27.089 13% 14,3% 453 69 …Maximum 1.345 34% 28,6% 74 17 …Minimum 621 3% 2,3% 0 0 Gesamtschulen 11 12.820 23% 9,1% 157 863 …Maximum 1.890 38% 31,9% 27 198 …Minimum 346 9% 7,7% 0 24 Insgesamt 221 93.447 15,1% 2.474 3.175 30 lichen Qualifikationen zählen: berufliche Kenntniss e, beruflicher Grund- und Fachbil- dung, beruflicher Weiterbildung und Berufsabschlüss e) und im allgemeinbildenden Bereich (Abschlüsse der Sekundarstufe I können nach geholt und Abschlüsse der Sekundarstufe II können erworben werden) 26 . Das Berufsausbildungssystem lässt sich in fünf groß e Teilsysteme ausdifferenzieren: das Duale Ausbildungssystem (beruflich vollqualifizierende betriebliche und sc huli- sche Unterweisung), das Schulberufssystem (beruflich vollqualifizierende vollzeit- schulische Unterweisung), das Übergangssystem (Vermittlung berufsvorbereitender Kompetenzen, beruflich nicht vollqualifizierend), d as Teilsystem „ Erwerb der Hoch- schulzugangsberechtigung “ (beruflich nicht vollqualifizierend) und die Beru fliche Weiterbildung (höher qualifizierender Berufsabschluss). 4.2 Bildungseinrichtungen und Bildungsteilnahme An 29 Kölner Berufskollegs wurden im Schuljahr 2017 /18 insgesamt 41.528 Schü- ler/innen unterrichtet. Davon lernten rd. 90% (bzw. 37.559 Lernende) an den 17 Be- rufskollegs, die sich in städtischer Trägerschaft befinden. Insgesamt strebten rund 72% der Schüler/innen einen Berufsabschluss an; 63,6% im Rahmen einer Dualen Ausbildung an einer Berufsschul e und 8,3% im Rahmen des Schulberufssystems an einer (höheren) Berufsfachsch ule oder an einem beruflichen Gymnasium. 10,6% der Schüler/innen beabsichtigen im Rahmen des Teilbereichs „Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung“ zusätzlich zum Erwerb beruflicher Kenntnisse den Erwerb der Allgemeinen bzw. der Fachhochschulreife an den hierfür vorgesehenen Bildungsgängen der höheren Berufsfachschulen, der F achoberschulen oder der be- ruflichen Gymnasien. Im Übergangssystem der Berufs- und der Berufsfachsc hulen holen 8,2% der Schü- ler/innen Abschlüsse der Sekundarstufe I nach und e rwerben darüber hinaus berufli- che Kenntnisse. 9,3% der Schüler/innen lernen im Teilsystem der beruflichen Weiterbildung (Tab. 24). 26 § 1 Ausbildungs- und Prüfungsordnung Berufskolleg – APO-BK vom 26. Mai 1999, zuletzt geändert durch Verordnung vom 30. Mai 2014. 31 Tab. 24: Schüler/innen an Kölner Berufskollegs nach Teilbereich, Schulform, angestrebten Abschlüssen und Trägerschaft in Köln, SJ 2017/18 Nimmt man die Entwicklung der Schülerzahlen nach de n Teilbereichen und Schul- formen in den letzten zehn Jahren in den Blick, zei gt sich das folgende Bild: Insge- samt sinkt die Anzahl der Schüler/innen an Kölner B erufskollegs seit dem Schuljahr 2008/09 (46.107 Lernende); in erster Lini e, weil deutlich weniger jun- ge Menschen eine Duale Ausbildung beginnen. Gleichzeitig haben sich etwas mehr junge Menschen für einen Bildungsgang im Schul berufssystem bzw. im Teilbe- reich „Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung“ entschieden. Die Schülerzahlzu- wächse innerhalb dieser beiden Teilbereiche wurden insbesondere von den Berufli- chen Gymnasien verzeichnet, zu Lasten der Höheren Berufsfachschule im Schulbe- rufssystem und der Fachoberschule im Teilbereich „E rwerb der Hochschulzugangs- berechtigung“ (Tab. 25). Beim Vergleich des Schulja hres 2017/18 mit dem Vorjahr fällt auf, dass sich der Rückgang der Schülerzahlen im Bereich der Dualen Ausbil- dung nicht fortgesetzt hat und, dass die Schülerzah l im Übergangssystem erneut deutlich (um 385 Lernende bzw. um 13%) zugenommen hat. Tab. 25: Entwicklung der Anzahl der Schüler/innen an Kölner Berufskollegs nach Teilsystem und Schulform in Köln, Zeitreihe Insgesamt sind in NRW die Schülerzahlen in der Dual en Ausbildung im Vergleich mit städtisch privat abs. in % Duale Ausbildung Berufsschule / Dual Berufsabschlussp rüfung (Kammer) je nach Vorbildung 25.934 469 26.403 63, 6% Berufsschule /AV** berufliche Kenntnisse HSA 9 2.235 16 2.251 5,4% HSA 10 333 0 333 0,8% FOR / Berecht. zur gym. Oberst. (kann) 823 0 823 2,0% Berufsfachschule Berufsabschluss (Landesrecht) FOR / Berecht. zur gym. Oberst. (kann) 307 333 640 1,5% FHR 1.153 762 1.915 4,6% keiner 97 81 178 0,4% Berufliches Gymnasium Berufsabschluss (Landesrecht) A HR 508 191 699 1,7% Höhere Berufsfachschule (erweiterte) berufliche Kenn tnisse FHR 2.562 138 2.700 6,5% FHR 382 67 449 1,1% keiner 207 48 255 0,6% keiner AHR 151 0 151 0,4% Berufliches Gymnasium berufliche Kenntnisse AHR 858 0 858 2,1% Fachschule Berufsabschluss (staatl. gepr.) FHR (kann) 1.683 872 2.555 6,2% Fachschule für Sozialwesen Berufsabschluss (staatl. anerk.) FHR (kann) 326 992 1.318 3,2% 37.559 3.969 41.528 100,0% * HZB:= Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung ** AV:= Ausbildungsvorbereitung nach Trägerschaft Insgesamt Teilbereich Schulform beruflicher Abschluss schulische r Abschluss Insgesamt: Erwerb der HZB* Fachoberschule berufliche Kenntnisse Berufliche Weiterbildung Übergangssystem Berufsfachschule berufliche Kenntnisse Schulberufssystem Höhere Berufsfachschule Berufsabsch luss (Landesrecht) absolut absolut absolut absolut Duale Ausbildung 28.069 63,3% 30.584 66,4% 26.399 63,6% 26 .403 63,6% Übergangssystem 5.181 11,7% 4.565 7,1% 3.022 7,3% 3.407 8,2% Schulberufssystem 2.877 6,5% 100% 3.080 7,3% 100% 3.452 8,3 % 100% 3.432 8,3% … davon Berufsfachschule 536 18,6% 487 15,6% 633 18,3% 640 18,6% … davon Höhere Berufsfachschule 2.036 70,8% 2.125 66,3% 2.093 60,6% 2.093 61,0% … davon Berufliches Gymnasium 305 10,6% 468 18,0% 726 21, 0% 699 20,4% Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung 3.994 9,0% 100 % 4.083 9,2% 100% 4.382 10,6% 100% 4.413 10,6% … davon Höhere Berufsfachschule 2.438 61,0% 2.513 59,6% 2.673 61,0% 2.700 61,2% … davon Fachoberschule 1.166 29,2% 1.011 24,6% 880 20,1% 8 55 19,4% … davon Berufliches Gymnasium 390 9,8% 559 15,9% 829 18,9 % 858 19,4% Berufliche Weiterbildung 4.237 9,6% 3.795 10,1% 4.254 10, 2% 3.873 9,3% Insgesamt 44.358 100% 46.107 100% 41.509 100% 41.528 100% 2017/18 in % 2016/17 in % in % 2005/06 2008/09 in % 32 dem Höchststand der Schülerzahlentwicklung im SJ 2008/09 (354.075 Lernende) um insgesamt 46.210 Lernende bzw. um 13,1% gesunken. A ußer in Bonn und Münster wurden in allen anderen NRW-Vergleichsstädten die H öchststände im selben Jahr bzw. ein Jahr später erreicht. In Bonn und Münster trat die Trendwende 2 bis 3 Jahre später ein. In Köln ist die Anzahl der Schüler/inne n in einer Dualen Ausbildung um 4.312 Lernende bzw. um 14% gesunken Die Spannweite des prozentualen Schüler- zahlrückgangs (Vergleich SJ 2016/17 mit dem jeweili gen Höchststand) reicht von - 3,5% in Münster bis zu -20,5% in Duisburg (Tab. 26). Tab. 26: Schülerzahlen in der Dualen Ausbildung im Städtevergleich, Zeitreihe Die Bedeutung der Übergangssysteme in den Vergleich sstädten (gemessen am An- teil der Lernenden in diesem Teilsystem an allen Le rnenden an beruflichen Schulen) weisen große Unterschiede auf: während der Anteil s ich in Münster auf nur 4% be- läuft, beträgt er in Duisburg rund 14%. In Köln ler nten im Schuljahr 2016/17 6,7% der Lernenden an Berufskollegs im Übergangssystem. In a llen Vergleichsstädten hat sich die Anzahl der jungen Erwachsenen im Übergangs system in den vergangenen Jahren verringert, ist allerdings - außer in Duisbu rg – im SJ 2016/17 erneut angestie- gen (Tab. 27). Tab. 27: Schülerzahlen im Übergangssystem im Städtevergleich, Zeitreihe NRW Köln Düsseldorf Dortmund Essen Duisburg Bochum Wuppert al Bielefeld Bonn Münster 2005/06 317.889 28.069 18.714 14.114 12.602 10.374 7.596 5. 860 10.233 9.009 11.572 2006/07 321.665 28.457 19.140 14.315 12.743 10.532 7.493 5. 909 10.499 9.039 11.902 2007/08 339.870 29.484 19.583 15.550 13.082 11.272 7.887 6. 339 11.372 9.251 12.603 2008/09 354.075 30.584 20.274 16.339 13.793 11.559 8.059 6.505 11.984 9.436 12.982 2009/10 352.618 30.711 19.952 16.397 13.982 11.332 8.040 6.429 12.150 9.640 13.105 2010/11 344.662 30.241 19.485 15.765 13.818 11.122 7.824 6. 160 11.739 9.703 13.115 2011/12 339.838 29.796 19.225 15.696 13.970 10.924 7.679 6. 025 11.688 9.616 13.265 2012/13 334.815 28.983 19.045 15.440 13.556 10.508 7.400 6. 098 11.636 9.446 13.173 2013/14 329.841 28.534 18.863 15.407 13.401 10.340 7.235 6. 079 11.541 9.270 13.086 2014/15 319.334 27.555 17.993 15.019 12.732 9.668 6.962 5.8 93 11.269 8.910 12.789 2015/16 313.271 27.246 17.474 14.782 12.613 9.378 6.832 5.7 64 11.026 8.789 12.926 2016/17 307.865 26.399 17.142 14.711 12.257 9.195 6.648 5.7 02 10.942 8.674 12.798 Rückgang im Vergleich zum Höchststand -46.210 -4.312 -3.132 -1.686 -1.725 -2.364 -1.411 -803 -1.0 42 -1.029 -467 in % -13,1% -14,0% -15,4% -10,3% -12,3% -20,5% -17,5% -12,3 % -8,7% -10,6% -3,5% NRW Köln Düsseldorf Dortmund Essen Duisburg Bochum Wuppert al Bielefeld Bonn Münster 2005/06 88.831 5.181 2.460 2.584 2.722 3.690 1.368 1.901 1.2 51 1.815 913 2006/07 91.289 5.263 2.416 2.425 2.471 3.692 1.597 2.090 1.609 1.860 865 2007/08 88.961 5.302 2.474 2.230 2.911 4.106 1.485 2.027 1.200 1.870 900 2008/09 81.086 4.565 2.392 2.065 2.610 3.484 1.348 1.883 1.016 1.837 817 2009/10 78.034 3.899 2.565 2.223 2.508 3.576 1.155 2.003 1.0 33 1.649 827 2010/11 74.328 3.657 2.536 2.294 2.304 3.559 1.052 1.889 1.150 1.659 797 2011/12 66.310 3.191 2.322 2.474 2.035 2.819 991 1.782 1.015 1.592 739 2012/13 61.592 2.985 2.224 2.326 2.105 3.007 967 1.789 1.049 1.390 703 2013/14 60.347 3.115 2.072 2.253 2.071 2.770 1.030 1.741 936 1.397 741 2014/15 59.258 3.127 2.172 2.381 1.988 2.701 1.087 1.614 962 1.346 723 2015/16 56.923 2.993 2.050 2.336 2.149 2.381 1.091 1.482 1.1 93 1.077 724 2016/17 61.820 3.022 2.123 2.852 2.410 2.365 1.239 1.536 1.293 1.271 867 alle SuS an beruflichen Schulen 615.147 45.017 29.134 25.390 23.174 17.150 13.455 11.705 18 .224 14.862 21.458 Anteil an allen SuS an beruflichen Schulen im SJ 2016/17 10,0% 6,7% 7,3% 11,2% 10,4% 13,8% 9,2% 13,1% 7,1% 8,6% 4,0% 33 Bemerkenswert im Städtevergleich ist, dass in Münster auf der einen Seite ver- gleichsweise niedrige Übergänge von Haupt- und Real schülern/innen in die Sekun- darstufe II der allgemeinbildenden Schulen (1,9% bz w. 15,8%; insg. 3,4% bzw. 21,9% und Köln: 4,5% bzw. 29,3%) stattfinden und au ch die Bedeutung des Über- gangssystem der Berufskollegs vergleichsweise gerin ger ist (4% aller Schüler/innen an beruflichen Schulen; insg. 10% und Köln: 6,7%). Auf der anderen Seite ist in Münster ein deutlich geringerer Rückgang der Schüle rzahl in der Dualen Ausbildung (- 3,5%; insg.: -13,1% und Köln: -14%) zu verzeichn en. Gleichzeitig erzielt Münster im Städtevergleich die höchste Erfolgsquote (78,3%; insg. 66,5% und Köln: 68,9%). Zu prüfen wäre, worin diese Unterschiede begründet sind. 4.3 Erfolgsquote beim Abschluss beruflicher Bildungsgänge Die Erfolgsquote beim Abschluss beruflicher Bildung sgänge wird aus dem Quotient der Anzahl der Absolventen/innen mit erfolgreichem Abschluss (Zähler) und der Ge- samtzahl der Absolventen/innen der beruflichen Schu len (Nenner) ermittelt. Die Kennzahl gibt Hinweise auf das Ausmaß des Ausbildungsabbruchs und das Potential an erfolgreichen Schulabsolventen/innen und ist ein e Kennzahl für die Effizienz der angebotenen Bildungsgänge an beruflichen Schulen. 2017 haben in Köln 68,9% der Absolventen/innen eine r beruflichen Schule ihren Bil- dungsgang mit einem erfolgreichen Abschluss beendet . Die höchste Erfolgsquote ist an den Schulen für das Gesundheitswesen (99%) fests tellbar. Vergleichsweise ge- ring erscheinen die Erfolgsquoten der Fachoberschulen (64,3%) und der Berufsschu- len (66,1%). Die Kölner Erfolgsquoten liegen mit Ausnahme der Werte der Fachober- schulen und der Beruflichen Gymnasien über den ents prechenden landesweiten Durchschnittswerten. Bemerkenswert im NRW-Städtevergleich ist das überdu rchschnittliche abschneiden der Stadt Münster bei fast allen Schulformen und di e vergleichsweise große Spann- weite zwischen den Städten; z.B. ist für Duisburg e ine Erfolgsquote für die Berufs- schulen von nur 55,5% ausgewiesen während in Münste r 73,9% der Absolven- ten/innen die Schule mit Erfolg beenden. Vergleichb are Ergebnisse zeigen die Daten für die vorausgegangenen vier Jahre (Tab. 28). Tab. 28: Erfolgsquote beim Abschluss beruflicher Bildungsgänge im Städtevergleich NRW Köln Düsseldorf Dortmund Essen Duisburg Bochum Wuppert al Bielefeld Bonn Münster Berufsschulen 62,4 66,1 66,7 60,8 67,6 55,5 70,2 64,3 65,4 68 ,9 72,9 Berufsfachschulen 64,3 68,9 59,5 58,5 54,4 59,6 57,4 65,9 62 ,9 77,2 79,8 Fachoberschulen 70,1 64,3 69,5 65,9 61,8 61,2 56,9 67,8 57,2 80,5 83,4 Berufliche Gymnasien 74,4 70,6 80,1 70,3 62,2 68 55,1 55,1 6 3,3 68,1 85 Fachschulen 76,6 77,5 70,8 75,6 82,8 72,1 67,8 71 83,5 73,3 86 ,2 Schulen des Gesundheitswesens 95,9 99 98,5 95,3 94,7 85,2 95,7 97,4 97 97,6 98,5 Insgesamt 66,5 68,9 68,1 64,5 67,9 59,1 68,1 67,2 67,5 73,4 78 ,3 34 5 Weiterbildungskollegs 5.1 Allgemeine Bemerkungen Die Bildungsgänge des Weiterbildungskollegs bieten Studierenden, die ihre Schul- pflicht erfüllt haben, die Möglichkeit, Schulabschlüsse nachträglich zu erwerben und eröffnen damit Wege zu höherer Qualifizierung. Das Weiterbildungskolleg umfasst die Bildungsgänge der Abendrealschule, des Abendgym nasiums und des Kollegs (Institut zur Erlangung der Hochschulreife), die eigenständig angeboten werden. Studierende mit unterschiedlich umfangreichen beruf lichen Vorerfahrungen oder die ihre Zugangsvoraussetzungen zu einer Berufsausbildu ng oder qualifizierenden Be- rufspraxis verbessern wollen, können im Bildungsgan g der Abendrealschule den nachträglichen Erwerb von Abschlüssen der Sekundarstufe I erreichen. Der Bildungsgang des Abendgymnasiums führt Erwachsene, die andauernde Be- rufstätigkeit und schulische Ausbildung zeitgleich miteinander verbinden, zur allge- meinen Hochschulreife. Der Bildungsgang des Kollegs führt Erwachsene, die nach Berufsausbildung oder Berufstätigkeit ihre schulische Ausbildung wieder a ufnehmen, ohne eine geregelte Berufstätigkeit auszuüben, zur allgemeinen Hochschulreife 27 . Es gibt vielfältige Gründe für Erwachsene, die ihre Schulpflicht erfüllt haben, aber das Angebot der Jugendschulen nicht ausreichend nutzen konnten, einen allgemein bil- denden Schulabschluss nachträglich zu erwerben. Neb en dem Wunsch nach Verän- derung, Perspektivwechsel sowie beruflichem und soz ialem Aufstieg sind die häu- figsten Gründe familiäre Zerrüttungsprozesse, Krank heit, Unfälle, soziale Integrati- onsprobleme von Zuwandererfamilien, Sprachprobleme, frühe Mutterschaft und Fa- miliengründung, Drogensucht, Kriminalität und psychische Probleme 28 . In Köln gibt es vier Weiterbildungskollegs. Drei de r Weiterbildungskollegs befinden sich in städtischer Trägerschaft: die Abendrealschu le, Dagobertstraße mit Unterricht im Abendbereich, das Abendgymnasium, Gereonsmühleng asse mit Unterricht im Abendbereich und das Köln-Kolleg, Judenkirchhofsweg mit Unterricht im Tagesbe- reich. Die Tages- und Abendschule (TAS) ist ein st aatlich anerkanntes Weiterbil- dungskolleg (Abendrealschule und Abendgymnasium bis zur Fachhochschulreife) in privater Trägerschaft. 27 Verordnung über die Ausbildung und Prüfung in den Bildungsgängen des Weiterbildungskollegs (Ausbil- dungs- und Prüfungsordnung Weiterbildungskollegs – APO-WBK) vom 23. Februar 2000, zuletzt geändert am 10. Juli 2011, § 1 Ziel des Weiterbildungskollegs, Geltungsbereich 28 Gemeinsame Darstellung der Weiterbildungskollegs für den Schulentwicklungsplan. Mail an IV/2 vom 5. März 2013 35 Der Unterricht wird statt in Schuljahren in Semestern (Schulhalbjahren) organisiert, so dass zweimal jährlich Studierende aufgenommen werden und Abschlüsse verge- ben werden. 5.2 Studierendenzahlen Im Schuljahr 2017/18, d.h. im Wintersemester 2017 und im Sommersemester 2018, besuchten insgesamt 2.719 Studierende einen Bildungsgang am Weiterbildungskol- leg; davon lernten rd. 40% an der Tages- und Abendschule, 28,4% am Abendgym- nasium, 18,2% am Kolleg und 13,5% an der Abendrealschule. In der Zeitreihe seit dem SJ 2011/12 sind zwei Schülerzahlrückgänge feststellbar; die Schülerschaft ist zum Schuljahr 2012/13 um rd. 5% (bzw. um 158 Lernende) und zum Schuljahr 2016/17 erneut um 9,3% (bzw. um 281 Lernende) gesunken (Tab. 29). Tab. 29: Entwicklung der Studierendenzahlen an Weiterbildungskollegs, Köln, Zeitreihe 5.3 Bildungsbeteiligung ausländischer Studierender 36,4% (bzw. 991 Lernende) der Studierenden im SJ 20 17/18 waren ausländischer Herkunft (Tab. 30). Eine Gegenüberstellung der Vert eilung der Studierenden insge- samt und der ausländischen Studierenden auf die Bil dungsgänge zeigt, dass auslän- dische Studierende überproportional an der Tages- u nd Abendrealschule (57%; alle Studierende: 39,9%) und an der Abendrealschule (22, 4%, alle Studierende: 13,5%) vertreten sind. Tab. 30: Verteilung der Studierenden nach Herkunft, Köln, SJ 2017/18 2011/12 2012/13 2013/14 2014/15 2015/16 2016/17 2017/18 Abendrealschule 505 496 492 494 470 373 366 Abendgymnasium 918 849 857 826 831 791 771 Köln-Kolleg 644 565 561 540 543 511 496 Tages- und Abendschule 1.161 1.160 1.164 1.164 1.165 1.0 53 1.086 Insgesamt 3.228 3.070 3.074 3.024 3.009 2.728 2.719 abs. in % abs. in % Abendrealschule 366 13,5% 222 22,4% Abendgymnasium 771 28,4% 122 12,3% Köln-Kolleg 496 18,2% 82 8,3% Tages- und Abendschule 1.086 39,9% 565 57,0% Insgesamt 2.719 100% 991 100% SuS ausländ. SuS 36 5.4 Zugänge nach schulischer Vorbildung 31% (bzw. 332 Neuzugänge) der insgesamt 1.072 Neuzugänge an Kölner Weiterbil- dungskollegs verfügten zum Schuljahr 2017/18 über keinen Hauptschulabschluss (Tab. 31). Mit 49,2% (bzw. 295 Zugänge von 599 Neuzugängen) war der Anteil von Neuzugängen ohne Hauptschulabschluss an allen Zugängen an der Tages- und Abendschule besonders hoch. Demgegenüber besaßen 51,1% der Neuzugänge am Abendgymnasium einen Hauptschulabschluss, 69,4% der Neuzugänge am Köln- Kolleg die Fachoberschulreife und 55,9% der Neuzugänge an der Abendrealschule eine sonstige im Ausland erworbene Qualifikation. Tab. 31: Zugänge an Weiterbildungskollegs nach schulischer Vorbildung, Köln, SJ 2017/18 abs. in % abs. in % abs. in % abs. in % abs. in % ohne Abschluss 21 12,4% 8 4,4% 8 6,6% 295 49,2% 332 31% Hauptschulabschluss 50 29,4% 93 51,1% 17 14,0% 229 38,2% 389 36,3% Fachoberschulreife 4 2,4% 67 36,8% 84 69,4% 75 12,5% 230 21,5% Fachhochschulreife 0 0,0% 14 7,7% 12 9,9% 0 0,0% 26 2,4% sonstige Qualifikation, wenn aus Ausland zugezogen 9 5 55,9% 0 0,0% 0 0,0% 0 0,0% 95 8,9% Insgesamt 170 100% 182 100% 121 100% 599 100% 1072 100% Abend- realschule Abend- gymnasium Köln-Kolleg Tages-und Abendschule insgesamt
Beratungsverlauf
-
18.03.2019
Ausschuss Schule und Weiterbildung
TOP 5.1, Kenntnisnahme (Mitteilung). Ergebnis: Kenntnis genommen
Zur Rückmeldung speichern wir nur Ihre Antwort, die Seite und den Tag. Eine IP-Adresse speichern wir dazu nicht, und wir setzen kein Cookie. Mehr zum Datenschutz