0886/2024
Referat für Geschichtsinitiativen
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Anlage 1 Dokumentation
23298 Zeichen
Referat für Geschichtsinitiativen Koordinierungsstelle für einzelne Akteur*innen, Initiativen und Institutionen mit Vermittlung von Stadtgeschichte als Schwerpunkt Laufzeit: 1. September 2023 bis 29. Februar 2024 2 Inhaltsverzeichnis 1 Über das Referat für Geschichtsinitiativen ............................................................... 3 2 Ziele des Referats für Geschichtsinitiativen ............................................................. 4 3 Aufgaben des Referats für Geschichtsinitiativen ..................................................... 5 4 Meilensteine während der Projektlaufzeit ................................................................ 6 4.1 Vorstellung des neuen Referats & erste Kontaktaufnahme ............................... 7 4.2 Einzelgespräche & Austausch mit den Initiativen .............................................. 7 4.3 Organisation und Durchführung einer Info- & Netzwerkveranstaltung .............. 8 4.4 Umfrage zu aktuellen Bedarfen und Herausforderungen in der Geschichtsvermittlung ............................................................................................. 8 4.5 Plattform „KOMPASS.Stadtgeschichte“ .......................................................... 11 5 Ausblick: Eine Stelle für alle Geschichtsinitiativen ................................................. 11 6 Budget & Finanzierung .......................................................................................... 13 7 Anlagen ................................................................................................................. 13 3 1 Über das Referat für Geschichtsinitiativen Im Jahr 2019 gab das Planungsreferat des Kulturdezernats die neue Broschüre Kulturentwicklungsplanung heraus, in der die Ziele und Planungen der Kultur in Köln zusammengetragen sind. Die vorgestellten Ansätze sind das Ergebnis eines umfangreichen Beteiligu ngsprozesses, der auch weiterhin andauert. Unter dem Leitbegriff „Gedächtnis der Stadt“ beschäftigten sich Vertreter*innen unterschiedlicher Institutionen sowie der Stadthistoriker*innen-Szene mit Fragen rund um die Erforschung und Vermittlung der Stadtgeschichte. Besonders im Fokus standen dabei die Probleme und Herausforderungen, mit denen sich Akteur*innen konfrontiert sehen. Eine wesentliche an Verwaltung und Politik herangetragene Forderung war die Einrichtung einer Anlaufstelle, die die Wünsche und In teressen der Historiker*innen- Gemeinschaft unterstützt und ihre Aktivitäten fördert. Mit de r Einrichtung des Referats für Geschichtsinitiativen für einen Zeitraum von zunächst sechs Monaten entsprach die Stadt Köln eben diesem Wunsch mit einer ersten Maßnahme. Bei einer dauerhaften Etablierung wird die Koordinierungsstelle im Austausch mit den Akteur*innen Konzepte entwickeln, die die Geschichte und Geschichten Kölns mit all ihren Facetten aus 2.000 J ahren sichtbar machen – für Bewohner*innen ebenso wie für Besucher*innen der Stadt. Welche Potenziale hier gegeben sind und wie entsprechende Projekte aussehen könnten, zeigen einzelne Beispiele aus der Pilotphase. Die Referentin für Geschichtsinitiativen war vom 1. September 2023 bis 29. Februar 2024 im Planungsreferat des Kulturdezernats tätig und stand als Ansprechpartnerin für einzelne Akteur*innen, Vereine und Institutionen rund um das Thema Stadtgeschichte zur Verfügung . Zu Beginn formulierte sie stellenspezifische Meilensteine, die im Rahmen der Projektlaufzeit erreicht werden sollten. Diese werden im folgenden Abschnitt ab Seite 6 aufgeführt und erläutert. Grundlegende Ziele waren neben einem Kennenlernen der aktiven Historiker*innen- Gemeinschaft, ihrer Aktivitäten und Ideen auch die gemeinsame Identifikation von Herausforderungen und daraus resultierenden Bedarfen sowie erste Überlegungen zu möglichen Projekten oder Kooperationen. Dabei stand ein Austausch auf Augenhöhe 4 im Vordergrund, der die Basis für die Erarbeitung wichtiger Impulse für die künftige Vermittlung von Kölner Geschichten bildete. Bei Aufnahme der Tätigkeit konnte vereinzelt auf Kontakte aus vorhergehenden Tätigkeiten und persönlichen Netzwerken sowie Kommunikationen im Rahmen von Vorarbeiten zurückgegriffen werden. Allerdings existierte keine Adressdatenbank oder Ähnliches, in der die Geschichtsinitiativen, ihre Ansprechpersonen und Kontaktmöglichkeiten zusammengeführt waren. Nach einer grundlegenden Recherche möglicher Akteur*innen, beinhaltete d ie erste Kontaktaufnahme daher neben einer kurzen Vorstellung auch die dringende Einladung, das Anschreiben an andere engagierte Geschichtsvermittler*innen weiterzuleiten. So konnte während der sechsmonatigen Projektlaufzeit ein umfangreicher Adressverteiler mit Aktiven und Interessierten zusammengestellt werden. Dieser bildet künftig die Basis für eine zielgerichtete Kommunikation über geplante Aktivitäten und eine Förderung des Netzwerks durch die Stadt Köln. Die hierin enthaltenen Kontaktinformationen von Interessierten sind darüber hin aus für die städtischen Institutionen wie zum Beispiel Museen und Archive interessant, um auf diese Weise neue Zielgruppen und damit potenzielle Besucher*innen zu erschließen. 2 Ziele des Referats für Geschichtsinitiativen Die vorhergehende Beschreibung z eigt bereits, dass das Referat für Geschichtsinitiativen als Bindeglied zwischen den Stadthistoriker*innen, den Institutionen sowie der städtischen Verwaltung funktionieren soll. Entsprechend ist eines der vorrangigen Anliegen die nachhaltige Stärkung des Netzwerks, sodass Kooperationen und gemeinsame Projekte der verschiedene n Akteur*innen gefördert werden können. Eine Unterstützung der Geschichtsvermittler*innen und ihrer Vorhaben kann auf vielfältige Weise erfolgen, so beispielsweise auf der Suche nach geeigneten Förderungen, Räumlichkeiten oder den richtigen Ansprechpersonen in den zuständigen Ämtern oder Organisationen. Auch hier spielt der Aufbau der Kontakte eine wesentliche Rolle, sodass schließlich sowohl die institutionellen als auch die individuellen – und hier insbesondere die ehrenamtlichen – Akteur*innen entlastet werden. Darüber hinaus kann das Referat die Interessen der Stadthistoriker*innen in den politischen Raum transportieren und mit einer transparenten und wertschätzenden 5 Kommunikationsstrategie als Schnittstelle in die Verwaltung hineinwirken. Kooperationen und ein regelmäßiger Austausch mit Kölner Bildungseinrichtungen wie zum Beispiel der Universität zu Köln, Technischen Hochschule oder Volkshochschule sollen einen steti gen Transfer in und aus Forschung und Wissenschaft ermöglichen. Schließlich dienen alle Aktivitäten des Referats und die in Folge eingerichteten Strukturen einer Sichtbarmachung des vielfältigen Engagements im Bereich Geschichtsvermittlung. Basierend auf den beschriebenen Ziele n definierte das Referat für die Dauer der Projektlaufzeit insge samt vie r zentrale Meilensteine, die an späterer Stelle näher ausgeführt werden. 3 Aufgaben des Referats für Geschichtsinitiativen Zentrale Aufgaben während der Pilot phase waren zum einen der Aufbau und die Erprobung möglicher Strukturen für die Arbeit des Referats sowie zum anderen das bereits thematisierte Kennenlernen der Stadthistoriker*innen und ihrer Aktivitäten. Auch in dieser Phase trat das Referat bereits als Anlauf - und Koordinierungsstelle für die Geschichtsinitiativen in Erscheinung. Es übernahm bereits Aufgaben, die bei einer dauerhaften Einrichtung der Stelle ebenfalls die Arbeit des*der Referenten*Referentin prägen würden: Hierzu zählen die Abstimmung mit anderen Dienststellen und Ämtern innerhalb der Stadtverwaltung ebenso wie die Unterstützung bei individuellen Bedarfen wie zum Beispiel auf der Suche nach geeigneten Kooperationspartner*innen, Räumlichkeiten oder Fördermöglichkeiten. Die Pflege, das heißt Erweiterung und zugleich Spezifizierung, des bereits vorgestellten Adressverteilers ist für weitere Aktivitäten wesentlich. So können hierüber perspektivisch Veranstaltungen und Angebote innerhalb des Netzwerks kommuniziert werden. Auch koordi nierte, gemeinsame Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit, beispielsweise im Kontext von Aktions - und Thementagen, oder die Teilnahme an letztgenannten sind denkbar und würden zu einer höheren Sichtbarkeit der Geschichtsinitiativen beitragen. Eine Stärkung d es Netzwerks kann zusätzlich durch die Organisation und Durchführung von Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit Bildungseinrichtungen 6 sowie für das Netzwerk erfolgen, bei denen die Möglichkeit zum Austausch über gemeinsame Herausforderungen und Chancen gegeben ist. Der regelmäßige Austausch ermöglicht die Entwicklung konkreter und bedarfsorientierter Maßnahmen. Diese können beispielsweise im Rahmen von Schulungs- und Weiterbildungsangeboten aufgegriffen werden und schließlich einer Professionalisierung, Kompetenzerweiterung oder Sicherung des Engagements und Wissensbestands dienen. Die Initiierung und Betreuung einer digitalen Plattform , auf der sich die Geschichtsinitiativen vorstellen und auf bevorstehende Veranstaltungen aufmerksam machen können, bünd elt Informationen und stellt diese Interessierten an einem zentralen Ort zur Verfügung. Mit der Einrichtung des geplanten Arbeitskreises „Gedächtnis der Stadt“ wurde während der sechsmonatigen Laufzeit noch nicht begonnen. Erste Überlegungen zeigen jedoch auf, wie eine hierfür geeignete Struktur geschaffen werden und die Vertretung der Interessen aller Beteiligten organisiert sein kann. Näheres hierzu ist im Abschnitt 5 ab Seite 11 beschrieben. Die Erprobungsphase für das Referat hat gezeigt, dass dieses als Anlaufstelle von den Geschichtsinitiativen als wichtig erachtet und angenommen würde. Es wurde zudem mehrfach und von unterschiedlichen Akteur*innen mit Nachdruck unterstrichen, dass mit einer Referent*innen -Stelle ein em grundsätzlichen Bedarf nach Unte rstützung begegnet würde. 4 Meilensteine während der Projektlaufzeit Für die Pilotphase de s eingerichteten Referats für Geschichtsinitiativen wurden zu Beginn der Laufzeit die vier folgenden, projektspezifischen Meilensteine festgelegt: Vorstellung des neuen Referats und erste Kontaktaufnahme mit Akteur*innen, Austausch mit den einzelnen Geschichtsinitiativen, Organisation und Durchführung einer Info- und Netzwerkveranstaltung, Konzeption, Versand und Auswertung einer Umfrage zu den Bedarfen der Geschichtsvermittler*innen und Herausforderungen für die Stadtgeschichte. 7 Sie bildeten die Grundlage für Entscheidungen zur Vorgehensweise und weiteren Schritten im Zeitraum von September 2023 bis Februar 2024. 4.1 Vorstellung des neuen Referats & erste Kontaktaufnahme Aufgrund der begrenzten Laufzeit handelte es sich bei der ersten Recherche von Initiativen und einzelnen Akteur*innen im Ergebnis nicht um eine abge schlossene Zusammenstellung: Vielmehr wurden im ersten Schritt rund 150 Kontakte per E-Mail adressiert. Neben einer kurzen Vorstellung des Vorhabens und der Ziele des Projekts, beinhaltete das Anschreiben die Einladung, dieses an weitere Stadthistoriker*innen im eigenen Umfeld weiterzuleiten. Auf diese Weise erreichten zusätzliche, interessierte Nachfragen sowie Bitten um Aufnahme in den Verteiler das Referat und immer wieder konnten neue Kontakte im Verlauf des Projekts ergänzt werden. Der Verteiler umfasst aktuell rund 250 Kontakteinträge. Viele der kontaktierten Ansprechpersonen oder andere, zuständige Vertreter*innen der Organisationen haben sich zurückgemeldet, sodass ein Austausch über Strukturen und Aktivitäten sowie die damit verbundenen Chancen und Herausforderungen folgen konnte. 4.2 Einzelgespräche & Austausch mit den Initiativen Da eine wesentliche Aufgabe darin bestand, die aktiven Akteur*innen kennenzulernen, beinhaltete das Anschreiben auch die Bitte um Kontaktaufnahme für die Abstimmung von Gesprächsterminen. Hierin waren die inhaltlichen und praktischen Schwerpunkte ebenso Thema, wie die Stimmung innerhalb der Geschichtsszene und die aktuelle Qualität der Vernetzung unter den Akteur*innen. Auf diese Weise konnten Interessierte von ihren Projekten oder Organisationen berichten und spezifische Bedarfe im direkten Austausch mit der Referentin schildern. Die formulierten Bedarfe variieren und reichen von struktur eller oder finanzieller Unterstützung bis hin zu Ausstellungs - oder Lagerflächen. Hinzu kommt der gemeinsame Wunsch nach mehr Austausch innerhalb des Netzwerks sowie eine Verbesserung der Kommunikation mit Politik und Verwaltung. Insgesamt fanden etwa 50 Einzelgespräche statt, darunter mit Vertreter*innen anderer städtischer Dienststellen , diverser Geschichtsvereine und einzelner Projekte. 8 4.3 Organisation und Durchführung einer Info- & Netzwerkveranstaltung Unter dem Titel „Fokus Vergangenheit: Gemei nsam Stadtgeschichte machen“ , lud die Stadt Köln am 23. Januar 2024 Vertreter*innen von Institutionen, Vereinen und Geschichtsinitiativen sowie Akteur*innen, die sich mit der Vermittlung von Stadtgeschichte beschäftigen, zu einem Netzwerktreffen in das NS- Dokumentationszentrum der Stadt Köln ein. Im Rahmen der Veranstaltung gab das Referat für Geschichtsinitiativen Einblicke in die eigenen Aufgaben und Ziele. Rund 120 Personen folgten der Einladung und bet eiligten sich nach dem Bericht der Referentin sowie einem Zwischenstand hinsichtlich der Kooperation mit dem Lehrstuhl und einem Input zum Thema Nachhaltigkeit in der Geschichtsvermittlung an dem Diskurs. Die Veranstaltung wurde von vielen als wichtiger Schritt wahrgenommen, dem weitere Formate – dann jedoch mit spezifischerem, thematischen Zuschnitt – folgen müssten. Ehren- und hauptamtliche Geschichtsvermittler*innen werteten den Abend ebenso wie die Referentin insbesondere aufgrund der großen Resonanz als Beleg für den Wunsch nach mehr Vernetzung sowie ei n Signal an Verwaltung und Politik für eine stärkere Wahrnehmung der Aktivitäten – unabhängig, ob diese von institutionellen oder individuellen Akteur*innen umgesetzt werden. Über die Veranstaltung berichtete der Kölner Stadt-Anzeiger am 24. Januar 2024. Der Artikel ist hier verfügbar. 4.4 Umfrage zu aktuellen Bedarfen und Herausforderungen in der Geschichtsvermittlung Um die konkreten Bedarfe der Akteur*innen – unabhängig davon, ob auf individueller oder institutioneller Ebene – kennenzulernen und notwendige Unterstützungsmöglichkeiten identifizieren zu können, ist in e nger Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Public History an der Universität zu Köln eine Umfrage entstanden. Darin geht es um das Engagement der Stadthistoriker*innen, i hre Aktivitäten und die Herausforderungen, denen sie in der Geschichtsvermittlung begegnen. Die Ergebnisse dieser Umfrage fließen bei einer Etablierung des Referats in die Maßnahmenentwicklung der Koordinierungsstelle der Stadt Köln sowie außerdem in das von Annika Häberlein am Lehrstuhl für Public History der Universität 9 zu Köln durchgeführte Forschungsprojekt „Gesch ichtsvermittlung in Köln im 21. Jahrhundert“ ein. Insgesamt haben mehr als 120 Teilnehmer*i nnen die Umfrage vollumfänglich abgeschlossen, das heißt alle Fragen beantwortet (Stand: Februar 2024). Eine Teilnahme ist noc h bis Ende Februar möglich. Die erhobenen Daten werden anschließend in Gänze an die Kolleginnen des Lehrstuhls weitergeleitet, sodass eine vollständige wissenschaftliche Auswertung erfolgen kann. Bisherige Ergebnisse geben beispielsweise Aufschluss, wie h och der Anteil ehrenamtlichen Engagements ist und welche Organisationen sich an der Umfrage beteiligt haben (s. Abbildungen 1 und 2): Abbildung 1 10 Abbildung 2 Weitere Antworten zeigen außerdem die Anzahl der Stunden, die durchschnittlich für das Engagement aufgewendet werden. Darüber hinaus gab es an einzelnen Stellen für Teilnehmer*innen die Möglichkeit ausführlicher zu antworten. Eine umfassende Aufarbeitung erfolgt im Rahmen des angesprochenen Forschungsprojekts. Hier sind ergänzend, weiterführende Interviews mit Akteur*innen vorgesehen. Die Bereitschaft hierfür wurde ebenfalls in der Umfrage abgefragt und fiel mit einer Zustimmung von etwa zwei Drittel der Befragten sehr positiv aus: Abbildung 3 11 4.5 Plattform „KOMPASS.Stadtgeschichte“ Ein mögliches Instrument, das sowohl zu einer erhöhten Sichtbarkeit beiträgt als auch die Möglichkeiten der Vernetzung stärkt, ist die Einrichtung einer digitalen Plattform. Ersten konzeptionellen Ideen zufolge, können sich hier Geschichtsinitiativen mit einem kurzen Profil (ähnlich dem auf Social Media-Plattformen inklusive Beschreibung sowie einer Auswahl an Fotos) und – sofern gewünscht – spezifischen Kontaktdaten vorstellen. Auf den Profilseiten stellen die Organisationen und Projekte sich und ihre Aktivitäten vor. Darüber hinaus sollte ein integrierter Ve ranstaltungskalender übersichtlich bevorstehende Angebote präsentieren. Auf diese Weise haben Besucher*innen der Website an einem zentralen Ort Zugriff auf grundlegende Informationen. Sie können sich wahlweise über eine Karten - oder Listenansicht navigieren und die eigene Auswahl mithilfe einer Schlagwortsuche eingrenzen. Registrierte Nutzer*innen – wie zum Beispiel die Ersteller*innen der Profile – finden hier hilfreiche Kontaktinformationen, um zum Beispiel neue Kooperationspartner*innen identifizieren und ansprechen zu können. Eine solche Plattform schließt eine Lücke, in dem sie institutionelle ebenso wie individuelle Akteur*innen in ih rer Darstellung berücksichtigt und an einem gemeinsamen Ort zusammenbringt. Ein solches Angebot bedarf einer Administra tion, welche die Profile bei Ihrer Anfrage zwecks Aufnahme sichtet und darüber hinaus Einheitlichkeit und Qualität sicherstellt. Aufgrund dieser Notwendigkeit wurden im Projektzeitraum zunächst nur die Konzeption und Design der Plattform beauftragt. Hierfür wurden ausgewählte Beispielprofile zusammengetragen sowie zentrale Infos erstellt. Auf diese Weise kann das Referat bei ständiger Einrichtung Zeit und Ressourcen einsparen und unmittelbar in die Programmierung einsteigen. Eine konkret planbare Maßnahme m it schneller Einsatzmöglichkeit ist das Ergebnis dieses konzeptionellen Gedankens. 5 Ausblick: Eine Stelle für alle Geschichtsinitiativen Die vori gen Ausführungen zeigen bereits, welche Aufgaben ein dauerhaft eingerichtetes Referat übernehmen könnte. Deut lich wurde während der Pilotphase aber auch, dass mit der Etablierung vielfältige Erwartun gen und Anforderungen einhergingen. Eigene Projekte können daher nur in begrenztem Maße realisiert 12 werden, sofern sich der Koordinationsaufwand hierfür gering verhält . Der Fokus liegt jedoch auf der Unterstützung der Geschichtsinitiativen durch eine*n Referentin*Referenten, die*der als Ansprechperson zur Verfügung steht und gemeinsam Lösungen entwickelt. Die damit verbundene Stärkung des Netzwerks spiegelt sich dann au ch in der Vielfalt der Aktivitäten rund um die Ver mittlung von Stadtgeschichte wider. Um das Referat für Geschichtsinitiativen zu unterstützen, einzelne Aufgaben auszulagern und vor allem die Interessensvertretung (auch mit Blick auf den geplanten Arbeitskreis „Gedächtnis der Stadt“) sinnvoll zu strukturieren, ist über die Einrichtung einer unabhängigen Organisation nachzudenken. Diese könnte in Aufbau, Aufgaben und Zielsetzung dem Kulturnetz Köln ähneln. Hintergrund wäre auch hier die Bedürfnisse der Akteu r*innen aufzugreifen, zu kommunizieren und als eine Art Interessensvertretung der Geschichtsvermittler*innen i n Köln aufzutreten. Die Organisation mit unterschiedlichen Sparten (zum Beispiel „Museale Vermittlung“, „Archiv & Sammlung“, „Veedelsgeschichte“ , „Brauchtum“ etc.) ermöglicht durch ihre Struktur einen intensiven und auf die gemeinsamen Bedürfnisse ausgelegten Austausch sowie ggf. gemeinsame Projekte innerhalb der jeweiligen Arbeitsgruppe. Dabei können Kernaufgabengebiete oder thematische Fokussierungen die Grundlage für eine Zuordnung darstellen. Zum anderen erleichtert die Auswahl eines*einer Sprecher*in eine spa rtenübergreifende und direkte Kommunikation mit dem Referat für Geschichtsinitiativen, sodass Kapazitäten effizient gebündelt werden können. Eine mögliche Organisationsform ist – ebenfalls dem Beispiel des Kulturnetzes folgend – ein gemeinnütziger und eingetragener Verein, über dessen Satzung Ziele und Voraussetzungen geregelt werden können. In enger Abstimmung mit dem Referat könnte das Netzwerk gestärkt und wichtige Kooperationen mit weiteren Partner*innen aufgebaut werden. Ein angedachter Arbeitskreis „Gedächtnis der Stadt“ könnte in den Aufbau dieser Form der Interessensvertretung integriert werden und so den Ressourcenaufwand auf Seiten der Verwaltung reduzieren. Mit Blick auf Zuständigkeiten, Aufgaben und insbesondere Inhalte nimmt das Kölnische Stadtmuseum als zentrale (institutionelle) Anlaufstelle für die Vermittlung von Stadtgeschichte eine besondere Rolle ein. Unabhängig von einer mö glichen organisatorischen Anbindung des Referats an die Institution, sind eine enge 13 Abstimmung bei der D efinition der Aufgaben sowie deren Beteiligung an der Kommunikation mit den Stadthistoriker*innen entscheidend. Da die Stelle zum 29. Februar 2024 endet , wurden von Seiten der Akteur*innen Bedenken über die Perspektive geäußert. Ein Grund hierfür ist der Wegfall einer zentralen Ansprechperson. Um dieser Lücke entgegenzuwirken, ist die Konzeption, Initiierung und Umsetzung einer Organisation mit dem zuvor beschriebenen Charakter ein denkbares Vorgehen. Zudem wird dringend empfohlen, dass das weitere Vorgehen transparent und nachvollziehbar über den zusammengestellten Verteiler kommuniziert wird. Ausbleibende Informationen würden in diesem Falle bei v ielen Akteur*innen für Unmut sorgen und dem Ziel eines besseren Verhältnisses insbesondere zu institutionellen Partner*innen und solchen aus der Verwaltung entgegenstehen. 6 Budget & Finanzierung Für die dauerhafte Einrichtung des Referats für Geschichtsinitia tiven ist mit Blick auf die jährlichen Kosten zunächst der Aufwand für die Personalstelle der*des Referentin*Referenten (E13, Vollzeit) zu nennen. Hierfür fallen jährlich rund 92.000,00 Euro an. Das weitere Budget, das heißt die notwendigen Sachkosten, hän gen vom Zuschnitt der Aufgaben ab und könnten Positionen wie zum Beispiel die Organisation von Netzwerkveranstaltungen (Bedarf für quartalsweise Ausrichtung: ca. 15.000,00 Euro) sowie die bereits angesprochene Programmierung einer zentralen Plattform für Geschichtsinitiativen (einmaliger Bedarf: rund 36.000,00 Euro ) beinhalten. Weitere denkbare Positionen sind in Abstimmung mit dem Kulturamt der Stadt Köln die Einrichtung einer Förderlinie, die durch das Referat betreut wird und mit deren Hilfe kleinere Zuschüsse gewährt werden können. Darüber hinaus ist ein Ansatz für Druckkosten beziehungsweise eigene Publikationsvorhaben und kleinere Marketingmaßnahmen einzuplanen (jährlicher Bedarf in Höhe von rund 5.000,00 Euro). Mit dieser finanziellen Ausstattung k ann das Referat die angetragenen, grundlegenden Aufgaben ausüben. 7 Anlagen
Mitteilung Ausschuss
4850 Zeichen
Dezernat, Dienststelle VII/VII/4 Vorlagen-Nummer 15.04.2024 0886/2024 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Kunst und Kultur 30.04.2024 Referat für Geschichtsinitiativen Unter dem Leitbegriff „Gedächtnis der Stadt“ beschäftigten sich Vertreter*innen unterschiedli- cher Institutionen sowie der Stadthistoriker*innen-Szene im Rahmen der Kulturentwicklungs- planung mit Fragen rund um die Vermittlung und Erforschung der Kölner Stadtgeschichte. Be- sonders im Fokus standen dabei die Probleme und Herausforderungen, mit denen sich Ak- teur*innen konfrontiert sehen. Eine wesentliche Forderung, die an Verwaltung und Politik her- angetragen wurde, war eine Anlaufstelle, die die Bedürfnisse der Szene unterstützt und ihre Aktivitäten fördert. Mit der neu und zunächst für sechs Monate eingerichteten Stelle einer Re- ferentin für Geschichtsinitiativen entsprach die Stadt Köln eben diesem Wunsch. Die Koordi- nierungsstelle entwickelte im Austausch mit den Akteur*innen Konzepte und Ideen, die die Geschichte und Geschichten mit all ihren Facetten aus 2.000 Jahren Kölner Stadtgeschichte sichtbar machen – für Kölner*innen ebenso wie für Besucher*innen der Stadt. Die Stelle des Referats für Geschichtsinitiativen war vom 1. September 2023 bis 29. Februar 2024 besetzt und diente als Anlaufstelle für Akteur*innen, die sich alleine oder im Rahmen ih- rer Tätigkeit für eine Organisation mit dem Thema Stadtgeschichte beschäftigen. In einem ersten Schritt stand die Recherche von Einzelakteur*innen sowie möglichen An- sprechpersonen in verschiedenen Institutionen im Vordergrund, sodass eine Mitteilung an ei- nen entsprechenden Verteiler (inzwischen rund 250 Adressen) versendet werden konnte. Ba- sierend auf einem vorläufigen Zeitplan mit möglichen Maßnahmenideen und einer IST-Ana- lyse der Stakeholder*innen im Prozess erfolgten parallel die Konzeption einer Umfrage zu den Bedarfen der Geschichtsvermittler*innen, die Vorbereitung einer Info- und Netzwerkveranstal- tung sowie der persönliche Austausch in Einzelgesprächen. Hierin waren die inhaltlichen und praktischen Schwerpunkte ebenso Thema wie die Stimmung innerhalb der Geschichtsszene und die aktuelle Qualität der Vernetzung unter den Akteur*innen. Auf diese Weise konnten mögliche Aufgaben und Erwartungshaltungen an ein stetig eingerichtetes Referat für Ge- schichtsinitiativen identifiziert und im Rahmen der Dokumentation bewertet werden. Insgesamt fanden etwa 50 Einzelgespräche mit Vertreter*innen anderer städtischer Dienst- stellen wie zum Beispiel des Stadtkonservators und des Kulturraummanagements, diverser Geschichtsvereine und einzelner Projekte statt, sodass ein intensivierter, persönlicher Aus- tausch mit den Akteur*innen einen guten Einblick in die derzeitige Situation der institutionellen und individuellen Geschichtsinitiativen bot. Die hier formulierten Bedarfe variieren und reichen von struktureller oder finanzieller Unterstützung bis hin zu Ausstellungs- oder Lagerflächen. Hinzu kommen der gemeinsame Wunsch nach mehr Austausch innerhalb der Historiker*in- nen-Gemeinschaft sowie eine Verbesserung der Kommunikation mit Politik und Verwaltung. Um über die Einzelgespräche hinaus ein möglichst ganzheitliches Bild derzeitiger Tätigkeiten 2 und aktueller Herausforderungen für Geschichtsinitiativen zeichnen zu können, wurde in en- ger Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl Public History an der Universität zu Köln eine Um- frage (Bedarfsanalyse) für die Geschichtsinitiativen entwickelt. Über 120 Nutzer*innen schlos- sen über einen Zeitraum von etwa sechs Wochen die Umfrage in vollem Umfang ab. Die Er- gebnisse dieser Untersuchung fließen in das vom Lehrstuhl für Public History an der Universi- tät zu Köln durchgeführte Forschungsprojekt „Geschichtsvermittlung in Köln im 21. Jahrhun- dert“ ein und werden im Zuge dessen auch publiziert. Unter dem Titel „Fokus Vergangenheit: Gemeinsam Stadtgeschichte machen“ lud die Stadt Köln am 23. Januar 2024 Vertreter*innen von Institutionen, Vereinen und Geschichtsinitiativen sowie Akteur*innen, die sich mit der Vermittlung von Stadtgeschichte beschäftigen, zu einem Netzwerktreffen in das NS-Dokumentstationszentrum der Stadt Köln ein. Im Rahmen der Ver- anstaltung gab das Referat für Geschichtsinitiativen Einblicke in die eigenen Aufgaben und Ziele. Rund 120 Personen folgten der Einladung zu dieser als Auftakt verstandenen Veran- staltung und beteiligten sich an dem Diskurs über Herausforderungen und Potenziale, eigene Aktivitäten und Ideen. Mit Abschluss der Projektlaufzeit gibt die anliegende Dokumentation einen ausführlichen Ein- blick in die Aktivitäten des Referats, bewertet diese vor dem Hintergrund der zu Beginn festge- setzten Ziele und macht Vorschläge für weitere Schritte. Gez. Charles Anlage: Anlage 1 Dokumentation
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 0886/2024
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 15.04.2024
- Erstellt
- 04.03.2024 14:39