0054/2025
Jahresbericht 2024 des Naturschutzwartes Bezirk 7 Nord
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
Jahresbericht 2024
7802 Zeichen
JAHRESBERICHT NATURSCHUTZWACHT Köln 2024 Bezirk 7 Jonas Wieder machte ich dieses Jahr regelmäßig Bezirksbefahrungen, entfernte dabei u.a. umweltschädliche Abfälle und entsorgte diese. Besonders oft geschah dies am Albertysee, wo diesmal z.B. eine größere Menge an Batterien weggeworfen worden war. Überall fiel mir auch eine neue Müllsorte auf: Kartuschen und daneben schwarze, unaufgeblasene Luftballons. Naiv wie ich war, wunderte mich das zunächst, bis ich herausbekam, dass es sich um das neue Ding der Drogenwelt handelte, nämlich Lachgas. Auch die Naturschutzbeschilderungen kontrollierte ich dabei. Mehrere LSG- und LB-Schilder schnitt ich von Zweigbewuchs frei. Ich meldete ein völlig entfärbtes und daher unleserliches Schild am Rolshover Hof. Zudem meldete ich natürlich wieder das verdrehte LB-Schild am Alten Deutzer Postweg, welches seit nunmehr sechs Jahren von der Straße aus nicht mehr lesbar ist. Im Artenschutz gab es ebenfalls wieder neue Beobachtungen, die ich der Biostation und/oder der UNB meldete. Die beiden Kölner Vorkommen des seltenen Feenkrebses kontrollierte ich im Januar, Mai und Juni darauf, ob sie noch unbeeinträchtigt waren. Es gab keine Schädigungen. In beiden Fällen stellte ich fest, dass die Krebse sich nach Jahren wieder entwickelt hatten und zahlreich durch die flachen Pfützen schwammen. Ich kontrollierte auch den Wegrand, der durch Gasleitungsarbeiten als Habitat völlig zerstört worden war: Erleichtert sah ich hier wieder viele Exemplare des Kleinen Glühwürmchens fliegen. Zusätzlich konnte ich dann noch den Fund einer Larve des selteneren Großen Glühwürmchens an der Kiesgrube Alberty melden. Die "Wildbiene des Jahres" war 2024 die auffallend große Holzbiene. Da war ich natürlich froh, dass in meinem Naturgarten ein Weibchen dieser noch relativ seltenen, sich von Süden ausbreitenden Art ein Nest in einen von mir eigens hier stehengelassenen Baumstumpf nagte. Spät im Jahr erschien hier sogar nochmal ein Tier der Folgegeneration. Im NSG Albertysee sah ich wie im Vorjahr einen Frühen Schilfjäger (gefährdete Libelle). Um endlich festzustellen, ob es nicht auch im NSG Ringelnattern gibt, fuhr ich einmal das gesamte, sonst teils unzugängliche Ufer langsam mit meinem aufblasbaren "Dienstboot" ab, welches ich hier im zurückgelassenen Müll eines Obdachlosenlagers gefunden hatte. Auch dies brachte keinen Erfolg. Immerhin sah ich auf einer sonnenexponierten Böschung zwei Mauereidechsen. Die Art ist also jetzt auch hier etabliert. Danach ergab sich eine erstaunliche Entwicklung. Der Landesvorsitzende des BUND konnte eine Natter an einem der von uns im NSG angelegten Tümpel fotographieren. Tags darauf sah ich sie auch. Ein Praktikant eines Arbeitseinsatzes sah wenig später eine wegschlüpfende Natter in der Nähe. Eine Bürgerin erzählte mir, dass am südlichen Sandstrand eine Natter aus dem Gestrüpp ins Wasser geschlüpft und davongeschwommen sei. Dann sah sie zusammen mit einem Begleiter noch eine an der Südostgrenze des NSG. Schließlich informierte mich ein Mitglied der hier aktiven Schwulenszene, auf dem Pfad entlang der Bahnstrecke eine Natter an einem Tümpel gesehen zu haben. Dann hatten wir nochmal einen Einsatz am erstgenannten Tümpel und sahen eine kleine Natter in der Morgenkühle träge vor uns wegkriechen. Womöglich leben die Nattern hier z.T. von den Teichmolchen. Das hatten wir so nicht erwartet, nach all der mühsamen, erfolglosen Suche der letzten Jahre und nach Jahrzehnten am See! Der alte, von uns restaurierte Fahrspurtümpel ist also ein Erfolg geworden. Allein herpetologisch gesehen gibt es hier nun Teichmolch, Erdkröte, Kreuzkröte, Zaueidechse und Ringelnatter. Ganz in der Nähe meines Hauses fand ich, erstmals in dieser Gegend, einen leider überfahrenen Gartenschläfer. Dies inspirierte mich natürlich dazu, in der angrenzenden älteren Baumhecke meine zwei bis dahin herumliegenden Gartenschläferkästen anzubringen, die ich so endlich sinnvoll verwenden konnte. Am Alten Deutzer Postweg entdeckte ich ein Exemplar des Frischgrünen Zypergrases und meldete das Vorkommen dieses sich ausbreitenden Neophyten. Das Vorkommen des Zottigen Herzgespanns an einem Feldwegrand existiert nicht nur noch, es hat sich sogar vergrößert und sich noch auf den gegenüberliegenden Wegrand ausgedehnt. Im NSG Albertysee ist ein weiterer Fleck der stark gefährdeten Flechte Cladonia foliacea entstanden. Auch das ist eine positive Entwicklung, nachdem die erste von mir gefundene Stelle einen etwas dünnen, durch Verbuschung gefährdeten Eindruck gemacht hatte. Auch Arbeitseinsätze standen wieder auf dem Programm. In Arbeitsgruppen des BUND, der das NSG betreut, hielten wir die Vegetation um den Fahrspurtümpel kurz, um einen Anwanderungskorridor für Kreuzkröten zu erhalten. Diese laichten dann auch wirklich ab, und es kam zu erfolgreicher Larvenentwicklung. Auch entfernten wir wieder Robinien auf der Sandrasenböschung, die noch immer in allerdings abnehmender Anzahl austreiben. Dabei bemühten sich der Landesvorsitzende und teilweise auch ich, wie immer um Vermittlung von Kenntnissen an die jungen Mitarbeiter vom Bundesfreiwilligendienst. Wir überprüften unsere langfristigen Erfolge wieder durch quantitative Erfassung, also Zählen der entfernten Austriebe. Die beiden Teilseen wurden wieder von Tausenden Besuchern überlaufen. Immer wieder wies ich auf den Schutzstatus hin, ohne viel erreichen zu können. Kontrollen der Ordnungskräfte stellte ich nicht mehr fest. Auch der zur Schwulenszene im NSG gehörende Mann, den ich schon im Bericht von 2018 als besonders aggressiv und bedrohlich geschildert hatte, kommt weiter fast täglich im Sommer, oft auch außerhalb der Saison. Er trägt weiterhin immer irgendein blaues Kleidungsstück hier und heißt daher bei uns "der Blaumann". Mit den Biotopmanagementmaßnahmen ist er unzufrieden und fordert von mir, den er abgrundtief hasst, deren sofortige Einstellung. Er hat, wie erwähnt, offenbar Wahnvorstellungen. Die Maßnahmen sieht er als Naturfrevel und schreibt sie allein mir zu. Ich sei ein "A...loch" und ein "kranker Psycho", er rief "F... dich!" und zeigte den Mittelfinger. Angeblich habe er mich angezeigt. Er ist überzeugt, dass ich mit der Motorsäge Bäume gefällt habe und auf dem Zugangspfad Löcher grabe, damit er nicht mehr ins Gelände radeln kann. Ich muss abwarten, ob die Situation sich weiter zuspitzt und wie ernst seine Drohungen gemeint sind. Er ist auch in der Schwulenszene umstritten, fast immer allein und läuft immer mit grimmigem Gesicht den Pfad entlang; ich habe ihn noch nie lachen oder lächeln gesehen. Ich mache mir Sorgen, dass ich mich irgendwann in Notwehr verteidigen muss. Das wäre nicht gut, denn die UNB braucht keinen prügelnden Naturschutzwart. Im Rathaus Porz legte ich Informationsmaterial aus. Themen waren diesmal Gärtnern in der Stadt, Vielfaltsgarten-Wettbewerb, richtiges Verhalten in Feld und Wald, Erfassung von Sperber und Leuchtkäferarten in Köln. Auch Hefte der Reihe "Natur in NRW" legte ich dazu. Einen Ansprechpartner bei der UNB hatte ich nicht mehr. Meine Meldungen gehen immer noch an einen Ex-Mitarbeiter, jetzt im Grünflächenamt, der dies dann weiterleitet. Das scheint auch zu funktionieren. Ein Umweltverband erstellte eine online-Seite mit Aussagen, welche das Verhalten des Lesers in der Wahlkabine beeinflussen sollen. Ich schrieb darauf eine mail, in der ich dazu riet, sich mit den betreffenden Erkenntnissen an den Verfassungsschutz zu wenden. Ich bin ja nur ein kleiner Naturschützer und eigne mich nicht als Politaktivist. Ich bedankte mich daher für die bisherige Zusammenarbeit, erklärte diese für beendet und bat, meine Adresse zu löschen und dies nicht persönlich zu nehmen.
Mitteilung BV
2488 Zeichen
Dezernat, Dienststelle VIII/57/571 Vorlagen-Nummer 0054/2025 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Naturschutzbeirat bei der Unteren Naturschutzbehörde 27.01.2025 Bezirksvertretung 7 (Porz) 30.01.2025 Jahresbericht 2024 des Naturschutzwartes Bezirk 7 Nord In der Anlage erhalten Sie den Jahresbericht 2024 der Naturschutzwacht, Herr Jonas, für den Bezirk 7 (Nord). Stellungnahme der Verwaltung: Die Untere Naturschutzbehörde bedankt sich bei Herrn Jonas für seinen Einsatz als Natur- schutzwart. Die Verwaltung nimmt wie folgt Stellung: Müll am Albertisee Im Jahr 2024 haben hier mehrere Müllsammelaktionen der K.R.A.K.E. e. V. stattgefunden, es gibt in der Nähe der Brücke eine Sammelstelle für anfallenden Müll. Dieser wird dort auf An- frage von der ABW abgeholt. Vor dem Hintergrund des geplanten Abrisses der Brücke Gilgaustraße sind wir bemüht, dass dort im Jahr 2025 vorher noch eine Müllsammelaktion in Kooperation mit der K.R.A.K.E. e. V durchgeführt wird. Sobald die Brücke abgerissen wurde ist davon auszugehen, dass sich der Mülleintrag in diesem Gebiet verringert. Beschilderung LB-Schilder am Rolshover Hof und Alter Deutzer Postweg Die Schilder werden ausgetauscht. Die Korrektur der Schilder in den Geschützten Land- schaftsbestandteilen Rolshover Hof und am Alten Deutzer Postweg werden schnellst möglich von der der Unteren Naturschutzbehörde bearbeitet. Meldungen Tier- und Pflanzenfunde Die Meldungen wurden an das Sachgebiet Freilandartenschutz der UNB weitergeleitet. Wiederholtes illegales Lagern am See Das Ordnungsamt wird regelmäßig gebeten, insbesondere in den Sommermonaten das Ge- biet um die Albertiseen fokussiert zu kontrollieren, um das illegale Betreten zu minimieren. 2 Durch den Rückbau der Brücke über die Autobahn sollte das Aufkommen von illegalen Besu- chern weiter minimiert werden. Verhaltensauffällige aggressive Person Es tut uns sehr Leid, dass Herr Jonas im Rahmen seiner Tätigkeit als Naturschutzwart solch unangenehmen Situationen ausgesetzt ist. Grundsätzlich sollte in so einem Fall sofort das Ordnungsamt oder die Polizei hinzugezogen werden, um die Sicherheit von Herrn Jonas zu gewährleisten. Ansprechpartner in der UNB Seit dem 01.01.2025 ist Herr Julius Dill (julius.dill@stadt-koeln.de, 0221-221-24160) zuständi- ger Sachbearbeiter für den Stadtbezirk Porz. Alle zukünftigen Meldungen von Herrn Jonas können gerne direkt an Ihn geschickt werden.
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 0054/2025
- Typ
- Mitteilung BV
- Datum
- 22.01.2025
- Erstellt
- 08.01.2025 10:31