A-H/0015/2019
Vorgehensweise zur Eindämmung des erhöhten Vorkommens des Eichenprozessionsspinners
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Antrag A-H-0015-2019
5984 Zeichen
A-H/0015/2019 Antrag BÜNDNIS 90 DIE GRÜNEN MRN" GAL MÜNSTER Bündnis 90 / Die Grünen / GAL Fraktion in der BV Hiltrup Windthorststr. 7 Vorgehensweise zur Eindämmung des erhöhten 48147 Münster Vorkommens des Eichenprozessionsspinners Fon: 0251 /8 99 58 10 27.06.2019 ratsfraktion@gruene-muenster.de www.gruene-muenster.de www.gruene-hiltrup.de Die Bezirksvertretung Hiltrup möge beschließen: Die Verwaltung der Stadt Münster wird beauftragt, ein Maßnahmenkonzept zur Eindämmung des massenhaften Auftretens des Eichenprozessionsspinners auszuarbeiten und der Bezirksvertretung innerhalb der nächsten drei Monate vorzulegen. Hierbei sind insbesondere folgende Punkte zu beachten: 1) 2) 3) 4) 5) Es sind frühzeitig ausreichende personelle und materielle Kapazitäten vorzuplanen, um kurzfristige Reaktionen binnen weniger Tage an allen sensiblen Örtlichkeiten zu ermöglichen. Zur Entfernung von Gespinsten ist eine Prioritätenliste zu führen. Höchste Priorität haben sensible öffentliche / soziale Einrichtungen wie Schulen und Kindergärten. An öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen ist eine Entfernung im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht in Berührungshöhe zu priorisieren. Auf invasive Maßnahmen wie zum Beispiel der Einsatz von Bioziden und Pestiziden sind zu verzichten, solange keine Kenntnisse bezüglich der Langzeitwirkungen auf den Menschen und die im Einsatzgebiet vorkommenden Tierarten vorliegen. Natürliche Bekämpfungsmaßnahmen wie zum Beispiel das Aufhängen von Fledermäusen- und Vogelhäusern an befallenen Eichen, sind noch in diesem Jahr (2019) zu realisieren. E sind Erkenntnisse zu sammeln, welche weiteren natürlichen Maßnahmen geeignet zu sein scheinen, um den EPS auf Dauer wieder einzudämmen. Das Fällen von Eichen ist aufgrund eines möglichen EPS Befalls, auch in sensiblen Bereichen, zu untersagen. Seite 1 von 3 BÜNDNIS 90 DIE GRÜNEN MEN" ET GL MÜNSTER Begründung: Das Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit der Stadt Münster gibt auf seiner Homepage an, dass sich das Vorkommen des Eichenprozessionsspinners stark vermehrt hat. Im Jahr 2018 seien im Stadtgebiet von Münster bisher mehr als 6000 Gespinste von Fachfirmen mechanisch durch Absaugen beseitigt worden. 2019 ist die Anzahl der Gespinste erneut gestiegen. Die Stadtverwaltung habe sechs Hubsteiger-Kolonnen im Einsatz. Zusätzlich sind Ende April 2019 ca. 1000 Eichen am Heumannweg, in Handorf, in Gelmer und an einigen Straßen im südwestlichen Stadtgebiet mit einem Biozid besprüht worden. Trotz dieser Maßnahmen kam es zu einer massiven Ausbreitung des EPS in Münster. Dieser hatte für viele Menschen auch gesundheitliche Folgen, denn der Kontakt mit den Nesselhärchen des EPS kann allergische Reaktionen beim Menschen, Haus- und Nutztier auslösen. So berichtete die WN am 25.06.2019, dass gerade auch Schulen und somit sensible Orte von der massiven Plage betroffen seien: So bestätigt „[d]er Leiter des Kardinal-von-Galen-Gymnasiums [...], dass zahlreiche Schülerinnen und Schüler, Mitglieder des Kollegiums und der Verwaltung betroffen seien“. Häufig führe das massive Auftreten des EPS zu „heftigen Hautausschlag“, aber auch massivere Reaktionen seien möglich. Die sogenannte Raupendermatitis kann durch die „Brennhaare‘“ der Raupe, welche diese ab dem dritten Larvenstadium auf dem Rücken tragen, ausgelöst werden. Hierbei ist insbesondere zu beachten, dass diese „Brennhaare“ nicht lokal gebunden sind, sondern kilometerweit mit dem Wind transportiert werden können. Die Raupendermatitis zeichnet sich unter anderem durch äußerst starken Juckreiz, Hautrötungen mit Bildung von Quaddeln und Bläschen aus, aber es kann auch zu einer Reizung der Atemwege oder beim Verschlucken der Härchen zu Schleimhautschwellungen und Entzündungen im Rachenraum kommen (vgl. Ärzteblatt 2017). Daher ist es wichtig, dass die Stadtverwaltung Münster für den kommenden Sommer vermehrt auch auf andere Methoden, wie beispielsweise die Unterstützung von natürlichen Fressfeinden des EPS setzt, damit diese den massiven Befall durch den EPS ebenfalls eindämmen können. Hier kann es unter anderem hilfreich sein, dass Nistplätze/ Vogelhäuser an Bäumen für Maisen, Rotkehlen und Fledermäuse angebracht werden, aber auch Insektenhotels. für Wanzen, Schlupfwespen und Raupenfliegen beispielsweise in sensiblen Bereichen installiert werden. Diese Tiere sollten dann auch in einem nächsten Schritt durch eine artvielfaltfördernde Bepflanzung der Straßenränder unterstützt werden. Die Bewirtschaftung dieser Grünstreifen sollte dabei möglichst insektenschonend ausfallen, indem bestimmte Schnitthöhen nicht unterschritten, die Anzahl der Mäheinsätze gedrosselt und Altgrasstreifen erhalten bleiben. Zudem sollte der Einsatz von Saug- und Kreiselmähern sowie von Mulchgeräten untersagt werden. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Berichterstattung, aber auch der Kontakt mit den Bewohner*innen aus Hiltrup, Amelsbüren und Berg Fiedel gezeigt hat, dass einige Menschen im Zusammenhang mit dem EPS eine (große) Verunsicherung spüren. So berichtete die WN am 08.06.2019, dass innerhalb einer Woche mehr als 400 Anrufe bei der Stadtverwaltung eingegangen seien, um sowohl (neue) Gespinste zu melden als auch Nachfragen in Bezug auf die Gefährlichkeit des EPS zu stellen. Daher scheint es nicht nür ratsam der Öffentlichkeit im nächsten Jahr mehr Informationen zum Themenbereich EPS zur Verfügung zu stellen, sondern auch die in diesem Jahr Seite 2 von 3 BÜNDNIS 90 DIE ErlnEn AR Er GA Münster brisante Thematik mehr in den Fokus der Verwaltungsarbeit zu stellen, indem verschiedene Methoden präventiv gebündelt zum Einsatz kommen, damit im nächsten Jahr weniger öffentliche Veranstaltungen, Sportfeste, etc. unter dem Auftritt des wärmeliebenden EPS zu leiden haben. Auch sollte die Stadtverwaltung, auch in Hinblick auf den ausgerufenen Klimanotstand klarzustellen, dass keine Eichen aufgrund des EPS gefällt werden dürfen. gez. Carsten Peters Wilfried Stein Seite 3 von 3
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: entfällt
Zur SitzungOrte (1)
- Windthorststraße 7
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Details
- Aktenzeichen
- A-H/0015/2019
- Typ
- Antrag an die BV Hiltrup
- Datum
- 26.08.2019
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37