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A-H/0015/2019

Vorgehensweise zur Eindämmung des erhöhten Vorkommens des Eichenprozessionsspinners

Antrag an die BV Hiltrup 26.08.2019

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Nächste Beratung: Bezirksvertretung Münster-Hiltrup, Sitzung am 03.09.2019, TOP 7.4

Antrag A-H-0015-2019

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Antrag A-H-0015-2019

5984 Zeichen

A-H/0015/2019

Antrag

BÜNDNIS 90
DIE GRÜNEN MRN"

 GAL MÜNSTER

Bündnis 90 / Die Grünen / GAL

Fraktion in der BV Hiltrup
Windthorststr. 7

Vorgehensweise zur Eindämmung des erhöhten 48147 Münster
Vorkommens des Eichenprozessionsspinners Fon: 0251 /8 99 58 10

27.06.2019

ratsfraktion@gruene-muenster.de

www.gruene-muenster.de
www.gruene-hiltrup.de

Die Bezirksvertretung Hiltrup möge beschließen:

Die Verwaltung der Stadt Münster wird beauftragt, ein Maßnahmenkonzept zur Eindämmung des
massenhaften Auftretens des Eichenprozessionsspinners auszuarbeiten und der Bezirksvertretung

innerhalb der nächsten drei Monate vorzulegen.

Hierbei sind insbesondere folgende Punkte zu beachten:

1)

2)

3)

4)

5)

Es sind frühzeitig ausreichende personelle und materielle Kapazitäten
vorzuplanen, um kurzfristige Reaktionen binnen weniger Tage an allen sensiblen
Örtlichkeiten zu ermöglichen. Zur Entfernung von Gespinsten ist eine
Prioritätenliste zu führen. Höchste Priorität haben sensible öffentliche / soziale
Einrichtungen wie Schulen und Kindergärten. An öffentlichen Straßen, Wegen
und Plätzen ist eine Entfernung im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht in
Berührungshöhe zu priorisieren.

Auf invasive Maßnahmen wie zum Beispiel der Einsatz von Bioziden und
Pestiziden sind zu verzichten, solange keine Kenntnisse bezüglich der
Langzeitwirkungen auf den Menschen und die im Einsatzgebiet vorkommenden
Tierarten vorliegen.

Natürliche Bekämpfungsmaßnahmen wie zum Beispiel das Aufhängen von
Fledermäusen- und Vogelhäusern an befallenen Eichen, sind noch in diesem Jahr
(2019) zu realisieren.

E sind Erkenntnisse zu sammeln, welche weiteren natürlichen Maßnahmen
geeignet zu sein scheinen, um den EPS auf Dauer wieder einzudämmen.

Das Fällen von Eichen ist aufgrund eines möglichen EPS Befalls, auch in
sensiblen Bereichen, zu untersagen.

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BÜNDNIS 90
DIE GRÜNEN MEN"

ET GL MÜNSTER

Begründung:

Das Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit der Stadt Münster gibt auf seiner Homepage an,
dass sich das Vorkommen des Eichenprozessionsspinners stark vermehrt hat. Im Jahr 2018 seien im
Stadtgebiet von Münster bisher mehr als 6000 Gespinste von Fachfirmen mechanisch durch Absaugen
beseitigt worden. 2019 ist die Anzahl der Gespinste erneut gestiegen. Die Stadtverwaltung habe sechs
Hubsteiger-Kolonnen im Einsatz.

Zusätzlich sind Ende April 2019 ca. 1000 Eichen am Heumannweg, in Handorf, in Gelmer und an
einigen Straßen im südwestlichen Stadtgebiet mit einem Biozid besprüht worden. Trotz dieser
Maßnahmen kam es zu einer massiven Ausbreitung des EPS in Münster. Dieser hatte für viele
Menschen auch gesundheitliche Folgen, denn der Kontakt mit den Nesselhärchen des EPS kann
allergische Reaktionen beim Menschen, Haus- und Nutztier auslösen. So berichtete die WN am
25.06.2019, dass gerade auch Schulen und somit sensible Orte von der massiven Plage betroffen seien:
So bestätigt „[d]er Leiter des Kardinal-von-Galen-Gymnasiums [...], dass zahlreiche Schülerinnen und
Schüler, Mitglieder des Kollegiums und der Verwaltung betroffen seien“. Häufig führe das massive
Auftreten des EPS zu „heftigen Hautausschlag“, aber auch massivere Reaktionen seien möglich. Die
sogenannte Raupendermatitis kann durch die „Brennhaare‘“ der Raupe, welche diese ab dem dritten
Larvenstadium auf dem Rücken tragen, ausgelöst werden. Hierbei ist insbesondere zu beachten, dass
diese „Brennhaare“ nicht lokal gebunden sind, sondern kilometerweit mit dem Wind transportiert
werden können. Die Raupendermatitis zeichnet sich unter anderem durch äußerst starken Juckreiz,
Hautrötungen mit Bildung von Quaddeln und Bläschen aus, aber es kann auch zu einer Reizung der
Atemwege oder beim Verschlucken der Härchen zu Schleimhautschwellungen und Entzündungen im
Rachenraum kommen (vgl. Ärzteblatt 2017).

Daher ist es wichtig, dass die Stadtverwaltung Münster für den kommenden Sommer vermehrt auch
auf andere Methoden, wie beispielsweise die Unterstützung von natürlichen Fressfeinden des EPS
setzt, damit diese den massiven Befall durch den EPS ebenfalls eindämmen können. Hier kann es unter
anderem hilfreich sein, dass Nistplätze/ Vogelhäuser an Bäumen für Maisen, Rotkehlen und
Fledermäuse angebracht werden, aber auch Insektenhotels. für Wanzen, Schlupfwespen und
Raupenfliegen beispielsweise in sensiblen Bereichen installiert werden. Diese Tiere sollten dann auch
in einem nächsten Schritt durch eine artvielfaltfördernde Bepflanzung der Straßenränder unterstützt
werden. Die Bewirtschaftung dieser Grünstreifen sollte dabei möglichst insektenschonend ausfallen,
indem bestimmte Schnitthöhen nicht unterschritten, die Anzahl der Mäheinsätze gedrosselt und
Altgrasstreifen erhalten bleiben. Zudem sollte der Einsatz von Saug- und Kreiselmähern sowie von
Mulchgeräten untersagt werden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Berichterstattung, aber auch der Kontakt mit den
Bewohner*innen aus Hiltrup, Amelsbüren und Berg Fiedel gezeigt hat, dass einige Menschen im
Zusammenhang mit dem EPS eine (große) Verunsicherung spüren. So berichtete die WN am
08.06.2019, dass innerhalb einer Woche mehr als 400 Anrufe bei der Stadtverwaltung eingegangen
seien, um sowohl (neue) Gespinste zu melden als auch Nachfragen in Bezug auf die Gefährlichkeit des
EPS zu stellen. Daher scheint es nicht nür ratsam der Öffentlichkeit im nächsten Jahr mehr
Informationen zum Themenbereich EPS zur Verfügung zu stellen, sondern auch die in diesem Jahr

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BÜNDNIS 90
DIE ErlnEn AR

Er GA Münster

brisante Thematik mehr in den Fokus der Verwaltungsarbeit zu stellen, indem verschiedene Methoden
präventiv gebündelt zum Einsatz kommen, damit im nächsten Jahr weniger öffentliche
Veranstaltungen, Sportfeste, etc. unter dem Auftritt des wärmeliebenden EPS zu leiden haben. Auch
sollte die Stadtverwaltung, auch in Hinblick auf den ausgerufenen Klimanotstand klarzustellen, dass
keine Eichen aufgrund des EPS gefällt werden dürfen.

gez.

Carsten Peters

Wilfried Stein

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Beratungsverlauf (1)

03.09.2019 Bezirksvertretung Münster-Hiltrup
TOP 7.4 Antrag Entscheidung

Beschluss: entfällt

Zur Sitzung

Orte (1)

  • Windthorststraße 7

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Details

Aktenzeichen
A-H/0015/2019
Typ
Antrag an die BV Hiltrup
Datum
26.08.2019
Erstellt
06.10.2020 14:37