AN/0433/2017
Ersetzungsantrag zu TOP 4.1 Antrag Fraktion CDU: „Kreuzstein zur Erinnerung an die Opfer des Völkermords an den Armeniern“
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
SPD Änderungsantrag nach § 13
4971 Zeichen
An die Vorsitzende des Hauptausschusses Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker SPD-Fraktion im Rat der Stadt Köln Rathaus, Spanischer Bau 50667 Köln fon 0221. 221 259 50 fax 0221. 221 246 57 mail fraktion@koelnspd.de web www.koelnspd.de Eingang beim Büro der Oberbürgermeisterin: 13.03.2017 AN/0433/2017 Änderungs- bzw. Zusatzantrag gem. § 13 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Hauptausschuss 13.03.2017 Ersetzungsantrag zu TOP 4.1 Antrag Fraktion CDU: „Kreuzstein zur Erinnerung an die Opfer des Völkermords an den Armeniern„ Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, die Antragsteller bitten Sie, folgenden Änderungsantrag zu TOP 4.1 der Haupt- ausschusssitzung vom 13.03.2017 aufzunehmen. Der Beschlussvorschlag wird wie folgt ersetzt: Präambel: Am 2. Juni hat der Deutsche Bundestag mit breiter Mehrheit den Antrag „Erinne- rung und Gedenken an den Völkermord an den Armeniern und anderen christli- chen Minderheiten in den Jahren 1915 und 1916“ der Fraktionen CDU/CSU, SPD und Bündnis90/Die Grünen beschlossen. Darin wird der Völkermord an den Ar- meniern im Osmanischen Reich in aller Deutlichkeit beklagt und verurteilt. In den Entschließung heißt es: „Der Deutsche Bundestag verneigt sich vor den Opfern der Vertreibungen und Massaker an den Armeniern und anderen christlichen Minderheiten des Osmanischen Reiches, die vor über hundert Jahren ihren An- fang nahmen. Er beklagt die Taten der damaligen jungtürkischen Regierung, die zur fast vollständigen Vernichtung der Armenier im Osmanischen Reich geführt haben. Ebenso waren Angehörige anderer christlicher Volksgruppen, insbesonde- re aramäisch-assyrische und chaldäische Christen von Deportationen und Massa- kern betroffen. Im Auftrag des damaligen jungtürkischen Regimes begannen am 24. April 1915 im osmanischen Konstantinopel die planmäßige Vertreibung und Vernichtung von über einer Million ethnischer Armenier. Ihr Schicksal steht bei- spielhaft für die Geschichte der Massenvernichtungen, der ethnischen Säuberun- gen, der Vertreibungen, ja der Völkermorde, von denen das 20. Jahrhundert auf so schreckliche Weise gezeichnet ist. Dabei wissen wir um die Einzigartigkeit des - 2 - Holocaust, für den Deutschland Schuld und Verantwortung trägt. […] Der Bun- destag bekennt sich zur besonderen historischen Verantwortung Deutschlands. Dazu gehört, Türken und Armenier dabei zu unterstützen, über die Gräben der Vergangenheit hinweg nach Wegen der Versöhnung und Verständigung zu su- chen.“ Die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Köln begrüßt die Klarstellung des Deutschen Bundestages hinsichtlich der historischen Bewertung und Einordnung dieses Ver- brechens zu Beginn des 20, Jahrhunderts mit allem Nachdruck. Sie unterstützt den Wunsch, den Nachfahren der Opfer des Völkermordes, eine angemessene Form und einen Ort des Gedenkens und der Trauer zu ermöglichen. Hierdurch soll ein Beitrag geleistet werden zur Aussöhnung zwischen den Nachfahren der Opfer- und der Tätergenerationen. Beschluss: Der Hauptausschuss beauftragt die Verwaltung, eine geeignete Form und einen angemessenen Ort der Erinnerung an die Opfer des Völkermords an den Armeni- ern im damaligen Osmanischen Reich in den Jahren 1915/1916 zu finden und vorzuschlagen. Der Vorschlag soll auch auf Grundlage der Antworten auf die von der SPD-Fraktion am 26.04.2016 gestellten und noch nicht beantworteten Anfra- ge im Ausschuss für Anregungen und Beschwerde erfolgen. Begründung: Die SPD-Fraktion hält den Wunsch der armenischen Gemeinde nach einer ange- messenen Form und einem geeigneten Ort der Trauer und des Gedenkens an die Opfer des Völkermordes 1915/16 im damaligen Osmanischen Reich für völlig le- gitim und unterstützenwert. Im Sinne des friedlichen und partnerschaftlichen Zu- sammenlebens aller ethnischen und religiösen Gruppen in unserer Stadt, soll da- bei aber auch der Aspekt der Aussöhnung der ehemals verfeindeten Gruppen im Mittelpunkt stehen. Dafür müssen in einem transparenten Prozess alle Beteiligten „mitgenommen“ und sämtliche Schritte kommunikativ begleitet sowie rechtlich sicher dargestellt werden. Vor diesem Hintergrund hat die SPD-Fraktion in einer Anfrage am 26.04.2016 an die Verwaltung um Beantwortung von entscheidungs- relevanten Fragen gebeten, wie z.B. die rechtlichen Voraussetzungen zu überprü- fen, präjudizierende Wirkungen abzuschätzen, bisherige Beispiele in Köln und anderen Kommunen darzustellen, mögliche alternative Gedenkformen darzustel- len und ggf. den Diskussions- und Abwägungsprozess mit allen möglichen be- troffenen Gruppen darzustellen. Leider wurde die Anfrage von der Verwaltung bislang nicht beantwortet. Die Verwaltung soll deshalb jetzt auf diesem Wege um einen Vorschlag für eine geeignete Form und einen Ort des Gedenkens und zu- gleich der Versöhnung gebeten werden. Mit freundlichen Grüßen gez. Dr. Barbara Lübbecke SPD-Fraktionsgeschäftsführerin
Beratungsverlauf (1)
Details
- Aktenzeichen
- AN/0433/2017
- Typ
- SPD Änderungsantrag nach § 13
- Datum
- 14.03.2017
- Erstellt
- 03.08.2017 00:27