AN/0272/2021
Antragsstau beim Wohngeld beenden
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Gem. Antrag nach § 3 (SPD)
3819 Zeichen
SPD-Fraktion im Rat der Stadt Köln
Fraktion DIE LINKE im Rat der Stadt Köln
Ratsgruppe GUT Köln
An den Vorsitzenden des Ausschusses
für Soziales und Senioren
Herrn Daniel Bauer-Dahm
An Frau Oberbürgermeisterin
Henriette Reker
Eingang beim Amt der Oberbürgermeisterin: 15.02.2021
AN/0272/2021
Antrag gem. § 3 der Geschäftsordnung des Rates
Gremium Datum der Sitzung
Ausschuss Soziales und Senioren 15.04.2021
Antragsstau beim Wohngeld beenden
Sehr geehrter Frau Oberbürgermeisterin,
sehr geehrter Herr Ausschussvorsitzender,
die Antragsteller bitten Sie, folgenden Antrag in die Tagesordnung des Ausschusses für So-
ziales und Senioren am 25.02.2021 aufzunehmen:
Beschluss:
Die Verwaltung wird beauftragt,
1. eine auskömmliche Erhöhung der vorgesehenen Stellen in der Wohngeldstelle zu veran-
lassen.
2. kurzfristige Möglichkeiten auszuloten, ob Mitarbeiter*innen aus anderen Dienststellen
aushelfen können und zu prüfen, ob aus der Mehrarbeitsaktion durch Mitarbeiter*innen
anderer Bereiche eingeplante und regulär vergütete Stellen geschaffen werden können.
Begründung:
Seit Jahren kommt es immer wieder zu Klagen über erhebliche Bearbeitungszeiten bei der
Beantragung von Wohngeld. Mit der Corona-Pandemie hat sich die Lage verschärft: Mehr
Menschen beantragen das Geld, auch, um ihre Corona-bedingten Ausfälle zu kompensieren.
Aber auch die Wohngeldnovelle, die den Kreis der Leistungsberechtigten erweitern sollte,
hat zu mehr Anträgen geführt. Insgesamt ca. 22% mehr Anträge sind es aus diesen Gründen
2020 gewesen.1
1 https://www.ksta.de/koeln/trotz-persona laufstockung -antragsstau -bei-der-stadt---5000 -koelner-
warten-auf-wohngeld-37745486
- 2 -
Grund für den Bearbeitungsstau waren unter anderem längerfristig erhöhte Krankenstände
sowie nicht besetzte Stellen. Im Mai teilte die Verwaltung mit, dass bei 1.589 Wohngeldan-
trägen die Zeit zwischen Antragstellung und Bewilligung bei vier und mehr Monaten lag. Der
Stau sollte mit befristet eingestellten Kräften abgebaut werden. Und tatsächlich gab es klei-
nere Erfolgsmeldungen, wie aus Antworten der Verwaltung auf entsprechende Anfragen her-
vorgeht. So konnte die Verwaltung in den ersten sieben Monaten des Jahres 2020 etwa 18%
mehr Anträge als im Vergleichszeitraum des Vorjahres bearbeiten. Dies war auch Ergebnis
einer freiwilligen Mehrarbeitsaktion mit großer Beteiligung unter den Angestellten.
Bis vor einigen Monaten arbeitete die Wohngeldstelle noch mit bloß 85% ihrer geplanten
Kapazität. Der Rückstand in der Besetzung der Stellen konnte jedoch inzwischen aufgeholt
werden. Ende Januar betrug diese laut einer Antwort 91,6%. Dabei beträgt die Zahl der
Planstellen für das Wohngeld 70,21.
Beim Wohngeld hatte es Fälle gegeben, in denen erst nach einem halben Jahr der Bescheid
eingetroffen war. Und auch vor Auftreten des Corona-Virus hatte es Berichte über ähnlich
lange, unzumutbare Bearbeitungszeiten gegeben. Die angekündigten und durchgeführten
Maßnahmen haben teils zu einer Stabilisierung geführt, jedoch keine Abhilfe beim grundsätz-
lichen Problem geschaffen. So stagniert die Zahl der noch offenen Anträge bei der gegen-
wärtigen Geschwindigkeit der Abarbeitung bei etwa 5000 Anträgen. Es kommen also ge-
genwärtig in etwa so viele Anträge neu hinzu, wie im selben Zeitraum abgearbeitet werden
können. Das ist in Zeiten der Corona-Krise besonders problematisch: Viele private Haushalte
leiden unter erheblichen Einkommenseinbußen und können ggf. die Miete nicht mehr bezah-
len.
Mit freundlichen Grüßen
gez. Mike Homann gez. Michael Weisenstein
SPD-Fraktionsgeschäftsführer Fraktionsgeschäftsführer DIE
LINKE
gez. Karina Syndicus und Thor Zimmermann
Ratsgruppe GUT Köln
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: endgültig abgelehnt
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- AN/0272/2021
- Typ
- Gem. Antrag nach § 3 (SPD)
- Datum
- 17.02.2021
- Erstellt
- 15.02.2021 11:25