1903/2021
Beantwortung einer mündlichen Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zu TOP 14.16 „Vorstellung des zweiten Berichts zur Kommunalen Pflegeplanung der Stadt Köln nach dem Alten- und Pflegegesetz Nordrhein-Westfalen (APG NRW)" vom 15. April 2021
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Beantwortung einer mündl. Anfrage Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle V/503/1 Vorlagen-Nummer 25.05.2021 1903/2021 Beantwortung einer mündlichen Anfrage aus einer früheren Sitzung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren 27.05.2021 Stadtarbeitsgemeinschaft Lesben, Schwule und Transgender 22.06.2021 Stadtarbeitsgemeinschaft Seniorenpolitik 08.10.2021 Beantwortung einer mündlichen Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zu TOP 14.16 „Vorstellung des zweiten Berichts zur Kommunalen Pflegeplanung der Stadt Köln nach dem Alten- und Pflegegesetz Nordrhein-Westfalen (APG NRW)" vom 15. April 2021 Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen merkt an und fragt: „Im Bericht taucht die kultursensible Pflege mit einem ausschließlichen Fokus auf Herkunft und Migra- tion auf. Kultursensible Pflege umfasst aber viele weitere Punkte, wie auch die Berücksichtigung von LSBTIQ* in der (Alten-)Pflege. Wie wird dieses breite Verständnis der kultursensiblen Pflege zukünf- tig angewandt und die besonderen Belange von LSBTIQ* berücksichtigt?“ Die Verwaltung hat das Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik (ISG) um Stel- lungnahme gebeten und zitiert die Antwort wie folgt: „Die Diskussion um kultursensible Pflege wird schon seit mehreren Jahrzehnten geführt. Dabei lag der Fokus bisher auf Fragen wie zum Beispiel: Wie können Pflegebedürftige und ihre Angehörigen über (a) Krankheitsbilder und Verläufe von Pflegebedürftigkeit und Demenz sowie (b) über verfügbare Angebote hierzu informiert werden, wenn sie schlecht Deutsch sprechen und verstehen? Wie können unterstützungsbedürftige Personen, die gegenüber Behörden (einschließlich Leis- tungsträgern wie Pflegeversicherung und Sozialamt) unsicher sind, besser erreicht und zur In- anspruchnahme zustehender Unterstützungsangebote überzeugt werden? Wie können die Angebote der Pflege selbst so gestaltet werden, dass religiös und kulturell be- dingte Besonderheiten wie bestimmte Hygienevorschriften, Ernährungsvorgaben, Schamge- fühle und Tabuthemen, geschlechtsrollenspezifische Erwartungen et cetera seitens der Pfle- gebedürftigen berücksichtigt werden? Zu diesen Fragen wurde im Rahmen der Pflegeplanung ein Workshop am 25. Juni 2020 durchge- führt, in dem die Perspektiven von Personen mit Migrationshintergrund einbezogen wurden. Die Er- gebnisse dieses Workshops sind in Kapitel 8.1 des zweiten Berichts dokumentiert. Die Fragen, die eine diskriminierungsfreie Teilhabe von Pflegebedürftigen mit LSBTIQ*-Orientierung betreffen, sind meist anders gelagert. Hier geht es weniger um Sprachproblematik, Hygiene- oder Ernährungsformen, sondern um offenes Denken und eine pflegerische Konzeption, in der diese Of- fenheit zum Ausdruck kommt. Diese Thematik wurde im Rahmen einer Sitzung der begleitenden Pro- jektgruppe erörtert mit dem Ergebnis, dass die Erweiterung des Begriffs „Kultursensibilität“ in diesem 2 Sinne zu diskutieren sein wird, aber derzeit noch nicht hinreichend klar ist. So bestand z.B. bei der Diskussion eines Fragebogens an die Pflegeheimanbieter Konsens darüber, dass die Zahl der Be- wohner*innen differenziert nach männlichem und weiblichem Geschlecht statistisch erhoben werden kann, dass aber eine Einschätzung der Einrichtungsleitung, wie viele Pflegebedürftige bei ihnen woh- nen, die den LSBTIQ* zuzurechnen sind, nicht erfragt werden sollte. Man kam überein, dass auf An- gebote, die sich explizit als offen verstehen, hingewiesen werden soll. Dazu heißt es Auf S. 58 des Berichts: „Zwei weitere Einrichtungen in den Bezirken Lindenthal und Ehrendfeld bieten allen Bewoh- nern*innen, unabhängig von Nationalität, ethnischer Zugehörigkeit, Geschlecht, sozialer Stellung und religiöser oder politischer Überzeugung, Pflege und Betreuung.“ Weiterhin wurde in der Befragung der Anbieter in offener Form nach inhaltlichen Schwerpunkten ge- fragt. Allerdings bezog sich keine der Antworten auf spezielle Konzepte, die sich an LSBTIQ* richten. Im Zuge der Vorbereitung des 3. Pflegeberichts ist eine Veranstaltung zur weiteren Einbeziehung dieser Thematik in die Pflegeplanung vorgesehen.“ Ergänzende Antwort der Verwaltung: Die Verwaltung hat die Kommunale Konferenz Alter und Pflege am 22. April 2021 mit dem Schwer- punktthema „Spezifische Lebenslage und spezifische Bedarfe von schwulen, lesbischen und transge- schlechtlichen Senior*innen“ digital veranstaltet. Die Resonanz war sehr positiv und erste Erfolge einer gelungenen Vernetzung der verschiedenen teilnehmenden Akteure konnten bereits verzeichnet werden, wie im Nachgang rubicon e.V. mitteilte. Für den Herbst 2021 plant die Verwaltung als Kooperation des Amtes für Soziales, Arbeit und Senio- ren und des Amtes für Integration und Vielfalt eine Fachveranstaltung zu diesem wichtigen Thema. Beide Veranstaltungen waren ursprünglich bereits für das Jahr 2020 vorgesehen, mussten pande- miebedingt aber leider mehrfach zeitlich verschoben werden. gez. Dr. Rau
Beratungsverlauf (3)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 1903/2021
- Typ
- Beantwortung e. mündl. Anfrage (Auss.)
- Datum
- 25.05.2021
- Erstellt
- 19.05.2021 10:25