4342/2022
Bürgereingabe nach § 24 GO– „Hochwasser- und Starkregenschutz in Dünn-wald / Höhenhaus“ Aktenzeichen 161/22 B
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Anlage-1_Bürgerantrag
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Gleichlautend an: Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker Rathaus Köln Herrn Bezirksbürgermeister Norbert Fuchs Bezirksrathaus Köln-Mülheim Köln, den 12.09.2022 Anregung nach § 24 GO NRW Gemeindeordnung für das Land Nordrhein-Westfalen (GO NRW) der Bürgerinitiative Hochwasserschutz Dünnwald / Höhenhaus zur nächsten Sitzung der Bezirksvertretung 9: Hochwasser- und Starkregenschutz in Dünnwald / Höhenhaus Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, sehr geehrter Herr Bezirksbürgermeister, wir bitten Sie, diese Bürgereingabe auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung 9 in Köln Mülheim, des Ausschusses Bürgerbeteiligung, Anregung und Beschwerden, des Ausschusses Klima, Umwelt und Grün, des Stadtentwicklungsausschusses und des Verkehrsausschusses der Stadt Köln zu setzen. Hintergrundinformation Am 14. Juli 2022 kam es aufgrund von andauernden Niederschlägen in ganz NRW zu vielen und massiven Überflutungen durch Starkregen. Auch in Köln-Dünnwald / Höhenhaus wurden ca. 150 Häuser und ein altes Rittergut (viele Keller inkl. teilweise mit Erdgeschossen) in Folge dieses besonderen Ereignisses überflutet. Die Überflutung führte in der Folge zu massiven Schäden an den betroffenen Grundstücken, Gebäuden, Infrastrukturen bis hin zum geplanten Abriss von 3 kompletten Gebäuden (Öltankschaden im Demuntweg) mit einer Gesamtschadens- summe von mindestens 15 Millionen Euro. Wie konnte es zu diesen Überflutungsereignissen kommen? Die Böden waren durch mehrtägigen Dauerregen in Kombination mit enormen Starkregenspitzen am Schadentag selbst, weitestgehend gesättigt und konnten kein weiteres Regenwasser und keinen weiteren Oberflächenabfluß mehr aufnehmen. Entsprechende Wetter- und Niederschlagsdaten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sowie eine entsprechende Unwetterwarnung lagen frühzeitig ab mindestens dem 11.07.2021 für das Gebiet Bergisch Gladbach und Köln vor und wurden je näher das Ereignis kam, lokal präziser. Quelle 1: https://wetterkanal.kachelmannwetter.com/meteorologische-chronologie-der-flutkatas trophe-im-westen-deutschlands-im-juli-2021/ Anlage 5: Hydro-klimatologische Einordnung der Stark- und Dauerniederschläge in Teilen Deutschlands im Zusammenhang mit dem Tiefdruckgebiet „Bernd“ vom 12. bis 19. Juli 2021 Während auf Bergisch Gladbacher Gebiet früh am 14.07.2021 bereits der Katastrophenfall ausgerufen und ein Krisenstab eingerichtet wurde, bekamen wir Kölner in Dünnwald und Höhenhaus keine Warnungen und das Leben nahm seinen gewohnten Lauf. Aufmerksam wurde die nähere Umgebung und die Auswirkung des Regens auf die unmittelbare Situation beobachtet, aber von dem sich anbahnenden Unheil aus Bergisch Gladbach bekamen wir Unterlieger nichts mit. Im weiteren Verlauf des Ereignisses sind alle rechtsrheinischen Bäche auf Bergisch Gladbacher Seite so stark im Pegel angestiegen, dass das Wasser auf breiter Front ausuferte und großflächig das Gebiet der Stadt Bergisch Gladbach und anschließend das angrenzende Gebiet der Stadt Köln überflutete. Alle Regenrückhaltebecken der Stadt Bergisch Gladbach sind übergelaufen. Das Regenwasser wird in Bergisch Gladbach über eigene Regenkanäle dem rrh. Randkanal direkt zugeleitet. Sämtliches andere Wasser geht über den Schmutzwasser- zufluss zuerst an das Klärwerk Benningfeld in Refrath, wird dort laut Betreiber in Bachqualität aufbereitet und anschließend direkt in den rrh. Randkanal eingeleitet. Der rrh. Randkanal führt das Wasser direkt in den Rhein ab. Von dort wird das Bach- und Regenwasser in die Nordsee weitergeleitet. Exponiertes Risiko Der rrh. Randkanal hat als dringlichste Aufgaben, den Hochwasserschutz der Stadt Bergisch Gladbach durch Starkregen zu gewährleisten und das geklärte Schmutzwasser der Stadt Bergisch Gladbach auf direktem Wege in den Rhein einzuleiten. Betreiber des rrh. Randkanales ist der Zweckverband rechtsrheinischer Randkanal. Eigentümer des Verbandes sind die Städte Köln und Bergisch Gladbach. Der rrh. Randkanal beginnt in Refrath / Brück kurz vor der A 4 am Frankenforster Bachsystem. Der Querschnitt beträgt hinter dem Absetzbecken am Frankenforster Bach ca. 2,60m x 3,30m. Das sind 8,58 qm. Im weiteren Verlauf und durch die Einleitung des Strunde Bachsystems vergrößert sich der Kanal auf 16 qm bis zum Hochwasserrück- haltebecken Diepeschrath. Kurz hinter diesem Becken verkleinert sich der Kanal auf dann 5,3 qm auf Kölner Gebiet bis zum Rhein. Somit läuft alles Wasser, welches aus dem Stadtgebiet Bergisch Gladbach durch den rrh. Randkanal wegtransportiert wird, immer direkt an Köln Dünnwald / Höhenhaus vorbei. Das Hochwasserrückhaltebecken stellt mit seiner exponierten Lage oberhalb eines Trichters, der den direkten Abfluss nach Köln Dünnwald / Höhenhaus gewährleistet, eine direkte und massive Bedrohung für die Unterlieger Dünnwald / Höhenhaus dar. Insbesondere dann, wenn das Hochwasserrückhaltebecken Kanalwasser in den Trichter abschlägt. Folgende Bachsysteme wässern bei Hochwasser durch Starkregen in den rrh. Randkanal: Frankenforstbach, Strunde, Mutzbach, Katterbach. Wir betrachten am Schadentag lokal die Bäche im Zulauf nach Köln Dünnwald / Höhenhaus (Bachsystem Mutzbach: der Mutzbach selbst, der Handbach und der Weidenbach), die Überflutung der Katterbachstraße am Hochwasserrückhaltebecken Diepeschrath, den Regenkanal Katterbachstr. sowie das Überlaufen des Beckens selbst. Das Wasser (Bachwasser und Kanalwasser aus dem überlaufenden Hochwasserrückhaltebecken) floss entlang des Taltiefsten auf das Kölner Stadtgebiet ab. Zeitgleich ist der Regenkanal, der Wasser aus den Bergisch Gladbacher Stadtteilen Schildgen und Katterbach direkt unterhalb des Regenrückhaltebeckens Diepeschrath in den rrh. Randkanal einleitet, übergelaufen und hat die Katterbachstraße im Teilabschnitt ab dem Hundevereinsheim bis hin zum Abzweig Diepeschrather Weg zusätzlich geflutet. Dieses Wasser trat aus den Kanaldeckeln aus und floss gemeinsam mit dem Bach- und Kanalwasser durch das Kölner Naturschutz- gebiet 9 (Oberer Mutzbach) in den Wald Richtung Dünnwalder Wildpark. Die Ursache war u.a. ein Kanalüberstau / Rückstau im rrh. Randkanal. Dieser Regenkanal hat einen Querschnitt von 2,5 m2 und trifft unterhalb des Regenrückhaltebecken auf den sehr verkleinerten rrh. Randkanal mit einem Querschnitt von 5,3 m2. Zum Zeitpunkt des Geschehens war der rrh. Randkanal hydrologisch nicht mehr in der Lage das zusätzliche Wasser aus diesem Regenkanal Katterbachstr. noch aufzunehmen und schadlos in den Rhein abzuleiten. Der rrh. Randkanal war zu diesem Zeitpunkt zudem so überfüllt, daß z.B. innerhalb von 6 Minuten zw. 17:30h und 17:36h ein Überstauereignis abspielte. Zur Kläranlage Benningfeld (Berg. Gladbach, Refrath) ist uns bekannt: Die Ableitung der Kläranlage Beningsfeld in den Rechtsrheinischen Kölner Randkanal wurde zu keinem Zeitpunkt geschlossen. Vielmehr war die zu diesem Zeitpunkt begrenzte Aufnahmekapazität des Randkanals die Ursache dafür, dass teilweise der Zulauf aus dem Schmutzwasserkanal zur Kläranlage limitiert werden musste, um die bereits eingetretene Überflutung der Kläranlage einzudämmen. Die SteB spricht hier von ca. 16:30h, Wie lange der rrh. Randkanal eine begrenzte Aufnahmekapazität hatte, ist uns unbekannt. Die Automatik des Regenrückhaltebeckens Diepeschrath musste zudem hektisch händisch abgeschaltet werden und alle Schieber wurden geöffnet. Nachdem der Mitarbeiter vor Ort das Becken nach 19:15h verließ, lief auch das Regenrückhaltebecken stundenlang in den Kölner Wald über. Zusätzlich schlug das Wasser des Bachsystems Mutzbach in das ohnehin volle Becken ab. Der Mutzbach sollte rechnerisch einen gewissen Anteil in das Hochwasserrückhaltebecken Diepeschrath abschlagen (also einleiten) können. Das Becken war zum Zeitpunkt des Verlassens gut gefüllt. Die Katastrophe nahm ungebremst und ohne Warnung der Unterlieger Ihren Lauf. Als Überlaufzeitpunkt des Hochwasserrückhaltebecken Diepeschrath gab die SteB aus aktuellem Anlass gegenüber der Bürgerinitiative Hochwasserschutz Dünnwald / Höhenhaus am 24.08.2022 und 31.08.2022 zu, dass dieses am 14.07.2022 um ca. 20h übergelaufen sei. Die Bürgerinitiative hält anhand der nachweislich halbstündigen Erhöhung der Pegelstände um einen Meter im Becken einen Überlauf ab ca. 19.35h bis 19:45h für realistischer und hält 20h für zu spät. Siehe auch hierzu die Dokumentation aus dem Beckentagebuch des Hochwasserrückhaltebecken Diepeschrath. Als Dauer des Überlaufes nannte die SteB einen Zeitpunkt bis 23.30h/24h. Wir haben einen Augenzeugen, der um 23:30h noch vor Ort war und berichtete, dass das Becken immer noch ungebremst überlief. Auch zu hinterfragen ist die Ablaufgeschwindigkeit des durch den Kanal in das Becken schießende Wasser bis zum Erreichen der Leuchterbruchsiedlung. Die Bürgerinitiative hält ca. 18 bis 25 Minuten für realistisch, die SteB lag anfänglich bei 150 Minuten und aktuell bei ca. 45 Minuten. Zu Erinnerung, in den protokollierten Sitzungen der Bezirksvertretung 9 am 06.09.2021 und 25.10.2021 gaben die SteB und der Wupperverband an, dass die Katterbachstraße nicht überschwemmt wurden und auch nicht das Hochwasserrückhaltebecken übergelaufen ist. Es gäbe hierfür keine Spuren. Die ausufernden Bäche (speziell der Mutzbach, Handbach und Weidenbach) vor dem Dünnwalder Wald sowie der rrh. Randkanal in Kombination mit dem Regenrückhaltebecken in Diepeschrath (als Hochwasserschutz der Stadt Bergisch Gladbach in Betrieb genommen) und dem Wasseraustritt aus den Kanalschächten entlang der Katterbachstraße führten in der Schadensnacht somit nachweislich zur Überflutung des Dünnwalder Waldes, des Dünnwalder Waldbades sowie des Wildparkes (große Teile der Zaunanlagen der Wildtiergehege wurden dabei zerstört), des Forstbetriebshofes, der kompletten Leuchterbruchsiedlung, des angrenzenden Rittergutes Haus Haan sowie der in Höhenhaus gelegenen Anrainerstraßen des Zeisbuschweges, inklusive des Gleisbettes und der Haltestelle der Linie 4 an der Leuchterstraße sowie der Bundesstraße Berliner Straße in Fahrtrichtung aus Dünnwald in den Stadtteil Höhenhaus. Das Regenrückhaltebecken Diepeschrath überflutete somit zusätzlich zu den o.g. Bächen mit mindestens ca. 12.000 - 20.000 Liter die Sekunde (die offizielle Beckenfüllmenge des HRB Diepeschrath beträgt 236.000 cbm) (siehe Anlage 1 – S. 20) über Stunden, noch weit nach dem letzten gefallenen Regen, den Unterlieger in Köln-Dünnwald / Höhenhaus. Bei einem ca. 4 stündigen Überlauf und 12.000 l/s wären das 172.800 cbm Flutwasser und bei 20.000 l/s sogar 288.000 cbm Flutwasser aus dem rrh. Randkanal, welches direkt durch das Naturschutzgebiet Oberer Mutzbach abfloss. Wir halten fest, dieses Flutwasser (Kanalwasser) aus dem rrh. Randkanal führte erst zu den massiven Schäden in der Siedlung. Auch wenn das Bachwasser aus den Bachsystemen Mutzbach / Katterbach zuerst ab ca. 18:30h die Siedlung erreichte. Dieses Bachwasser führte auch zu ersten Schäden und Flutungen in der Siedlung Leuchterbruch (vornehmlich in der Straße En de Fluhdänne), bekam aber erst mit der “Flutwelle aus dem Hochwasserrückhaltebecken Diepeschrath eine besondere Dramatik und Dynamik. Die Akteneinsicht bei der SteB am 14.2. zeigt weiterhin einen nicht planmäßigen Umgang mit der Betriebsvorschrift / Betriebsanweisung (siehe Anlage 2). Entgegen der Betriebsanleitung das HRB Diepeschrath bei einem Stauziel von 58,00 mNN das Becken zu schließen, um den Unterlieger Dünnwald zu schützen, wurden die Schieber manuell wieder geöffnet. Wir zitieren aus dem Beckentagebuch: “Denn irgendwohin musste das Wasser schließlich.” Der Passus, “um den Unterlieger zu schützen” steht wortwörtlich und als unverrück- barer Schutzgedanke in der Betriebsanleitung. Auf den Schutz haben die Dünnwalder und Höhenhaus vertraut. Das Wasser aus dem Hochwasserrück- haltebecken kam dennoch schlussendlich nach Dünnwald / Höhenhaus. Aus unerklärlichen Gründen verließ der Mitarbeiter entgegen der Betriebsanweisung das Hochwasserrückhaltebecken und konnte somit zu keinem späteren Zeitpunkt mehr in das Geschehen aktiv eingreifen. Wir halten fest. Das Hochwasserrückhaltebecken war ab 19:15h offen, verwaist und damit sich selbst überlassen. Somit floss das Wasser aus dem Kanal, durch das Hochwasserrück- haltebecken ungebremst und unbeaufsichtigt in den Trichter nach Dünnwald. Die Topografie des Waldes ist sehr einfach erklärt. Es geht in einem Trichter hangabwärts. Am Ende des Trichters befindet sich Dünnwald und in Dünnwald die Leuchterbruch- siedlung und dahinter in Höhenhaus das Rittergut Haus Haan. Die Siedlung lief im späteren Verlauf voll wie eine sich langsam füllende Badewanne. Das Rittergut Haus Haan hatte die Besonderheit, dass dort der rrh. Randkanal das Gelände zusätzlich geflutet hat. Zuerst durch den Überlauf im Burggraben und im Anschluß auch noch durch Wasseraustritt durch die sich im Gelände befindenden Schachtdeckel. Erst später im Verlauf der kompletten Überflutung der Leuchterbruch- siedlung traf als drittes Flutereignis auch noch der o.g. Oberflächenabfluss vom Hochwasserrückhaltebecken ein und führte dazu, dass die gesamte Burganlage dem Wasser zum Opfer fiel. Der genaue Hergang des sehr komplexen Ereignisses wurde dabei von der Bürgerinitiative Hochwasserschutz Dünnwald / Höhenhaus rekonstruiert und dokumentiert. Dazu wurden unzählige Interviews mit Betroffenen und Zeugen geführt, die zu dem Zeitpunkt vor Ort gewesen waren. Der Bürgerinitiative liegen daher viele Zeugenaussagen, Fotos sowie Videomaterial vor, die den Verlauf lückenlos mit Zahlen, Daten und Fakten belegen. Den genauen bebilderten Hergang entnehmen sie der Anlage 1 - (Präsentation Bürgerinitiative Dünnwald / Höhenhaus). Die Erkenntnisse werden zudem auf der Website ständig aktualisiert: https://hochwasserschutz-duennwald.de/ Somit ist das Starkregenereignis in Köln Dünnwald und Höhenhaus so gut dokumentiert, daß der Ablauf auf der Zeitereignisleiste hergeleitet werden kann. Festzuhalten ist, dass die Einrichtungen für den Hochwasser-/Katastrophenschutz für Dünnwald / Höhenhaus nicht ausgereicht haben, um die Bürger vor dem Überflutungsereignis zu schützen. Auch wurden die Bürger in keinster Weise gewarnt, obwohl die dazu notwendigen Informationen spätestens ab 19:15h vorgelegen haben müssen, als das Becken sowie das Bachsystem sich selbst überlassen wurde. Spätestens in dieser sich anbahnenden Katastrophensituation hätte der Unterlieger in Dünnwald / Höhenhaus ausdrücklich gewarnt werden müssen. Hier besteht aus Sicht der Bürgerinitiative massiver und dringlicher Handlungsbedarf. Weiterhin ist festzustellen, dass es nach der ursprünglichen Planung des rechtsrheinischen Randkanals in Kombination mit dem Regenrückhaltebecken Diepeschrath sowie deren Vorsystemen signifikante Änderungen gegeben hat, die das Gesamtsystem zusätzlich belasten, an die Belastungsgrenzen und weit darüber hinaus gebracht haben. Beispiele: - Steigende Wahrscheinlichkeit für weitere Extremwetterereignisse durch den fortschreitenden Klimawandel - die Starkregensaison wechselt sich mit dem anderen Extrem der Dürre-/Hitzesaison ab - Einleitung von zusätzlichen Wasservolumen durch die Kläranlage Benningfeld (Bergisch Gladbach). Planung waren 800 l/s. Aktuell liegt die Einleitung schon bei: 1.250 l/s in den rechtsrheinischen Randkanal - Erheblich erhöhte Wassermassen im Zulauf des Gesamtsystems durch stärkere Einleitung von Wasser auf Bergisch Gladbacher Stadtgebiet. - Durchführung des Millionenprojektes “Strunde hoch 4” zum Ausbau des Hochwasserschutzes in Bergisch Gladbach. Ziel ist es, noch mehr Wasser in noch kürzerer Zeit durch den rrh. Randkanal wegzuschaffen. - Zusätzliche Erweiterung des Starkregenschutzkonzeptes des Oberliegers Berg. Gladbach (Erweiterung der direkten Zuläufe an den rrh. Randkanal sowie Erhöhung der Einleitungskapazität in den rrh. Randkanal) - Zusätzliche massive Versiegelung von weiteren Flächen, bei gleichzeitigem Wegfall von wertvollem Retentionsraum im gesamten Bergisch Gladbacher Stadtgebiet - Wegfall von speichernder Waldfläche durch Abholzung z.B. zur Schaffung von Bauland und durch die extreme Trockenheit der letzten Jahre Somit ist die Umsetzung eines erweiterten Starkregenschutzes gegen Überschwemmung dringend geboten. Akute Sofortmassnahmen zum Schutz des Unterliegers Köln-Dünnwald / Höhenhaus sind unbedingt umzusetzen. Vorschläge der Bürgerinitiative Die Vorschläge der Bürgerinitiative Hochwasserschutz Dünnwald / Höhenhaus sind kostengünstig und dabei effektiv. Die nachfolgenden Vorschläge wurden auch mit den Beteiligten Institutionen (StEB, Wupperverband, Untere Wasserbehörde, Strundeverband) am 6.5.2022 vor Ort mit der Bürgerinitiative Hochwasserschutz Dünnwald / Höhenhaus am Hochwasserrückhaltebecken und im Dünnwalder Wald besprochen. Alle demokratischen Parteien des Bezirkes Köln-Mülheim wurden von uns im Vorfeld informiert und konsultiert. Ziele und Vorschläge der Eingabe Nach Aufarbeitung des Ereignisses durch unsere Bürgerinitiative erwarten wir eine zeitnahe Beantwortung der noch offenen Fragen an die zuständigen Stellen sowie die Umsetzung der Vorschläge zur Gewährleistung eines funktionierenden und verbindlichen Starkregenschutzes in Köln-Dünnwald / Höhenhaus. Dazu sind die folgenden Aktionen / Punkte notwendig: 1. Klärung des Betriebs des Regenrückhaltebeckens bei Starkregen: Organisatorische, kurzfristige Klärung der Arbeits-, Betriebsanweisung (z.B. Schieber öffnen oder schließen) insbesondere bei drohendem Überlauf des Regenrückhaltebeckens (z.B. Klärung der Frage, ob wieder entgegen der Betriebsanweisung in den Staubetrieb eingegriffen wird oder nicht? Siehe dazu auch Anlage 2: Mitschrift zum Betrieb und Betriebsanweisung_2022-02-14). Im Katastrophenfall muß die Betriebsanleitung des HRB Diepeschrath unmissverständlich beinhalten, wie und wann die Schieber zu- oder aufgefahren werden. 2. Erstellung und Umsetzung eines Informations- und Alarmkonzeptes: Implementierung eines stabilen und effektiven Frühwarnsystemes auf dem Stadtgebiet der Stadt Bergisch Gladbach und Köln, welches verlässlich die Unterlieger vor einer ähnlichen Situation rechtzeitig warnt (siehe Anlage 3a und 3b). Als weiteres Beispiel könnte die Firma Hydrotec mit ihren Lösungsansätzen dienen. Nach Rücksprache mit Ingenieuren dieser Firma existiert ein Alarmkonzept bereits in Zusammenarbeit mit dem Wupperverband und bezieht sich als Referenz Projekt auf den Fluss Wupper. Das Konzept finden Sie unter www.hydrotec.de/hydrothemen-nr-42/ 3. Überarbeitung und Neu-Berechnung der Planungsgrundlagen für den Hochwasserschutz durch Starkregen, welche alle aktuellen Einflussgrößen (siehe oben) mit berücksichtigt: a. Zahlentechnische Erfassung des Starkregenereignis vom 14.7. b. Welche Planungs-, Rechengrößen haben sich zwischen Planung, Bau und aktuellem Zustand geändert und wie gehen diese in die Neu-Berechnung ein (z.B. Versiegelung, Abholzung, Erhöhung der Zuflussmengen in Berg. Gladbach etc.pp., …)? Wir müssen das tatsächliche Überschwemmungsgebiet vom 14.07.2021 neu festlegen. Die Bezirksregierung Köln hat z.B. ein neues Überschwemmungsgebiet für die Erft festgelegt. Wir zitieren aus einem WDR Beitrag: “Die neue Karte zeigt, wo statistisch gesehen mit Hochwasser zu rechnen ist. Das neue Überschwemmungsgebiet ist deutlich größer als das bisherige. Für die Berechnung hat die Bezirksregierung Luftbilder der Flut 2021 ausgewertet, Pegelstände verglichen und eine Computersimulation erstellt. Neu in dem markierten Bereich sind auch einige Wohngebiete, wie etwa ein Neubaugebiet in Blessem nahe der B265. "Wenn wir dieses Überschwemmungsgebiet schon vorher gehabt hätten, dann hätte hier gar kein Neubaugebiet errichtet werden dürfen", sagt Horst Büther von der Bezirksregierung, "jetzt ist natürlich Bestandsschutz da." Außerdem arbeitet die Verwaltung am Hochwasserschutz für das gesamte Stadtgebiet, prüft mögliche Maßnahmen. Zum Beispiel dadurch, so Dirk Schulz, technischer Beigeordneter in Erftstadt, "dass wir das Wasser zurückhalten, versickern, dass wir Dämme bauen, dass wir schauen, wie man das Wasser umleiten kann." Auch mit dem Erftverband ist die Stadt im engen Austausch, vieles sei ineinander verzahnt. Frühzeitige Warnungen sind wichtig Grundsätzlich spielt auch der Faktor Zeit eine wichtige Rolle. Das Modell von Hydrologin Antje Geschwentner zeigt, dass das Wasser erst nach mehr als sechs Stunden Erftstadt-Frauenthal erreicht, erst nach 16 Stunden ist es am Neubaugebiet an der B265 angekommen. Die Berechnungen der Bezirksregierung zeigen wie wichtig ist es, frühzeitig zu warnen – und im Fall der Fälle Evakuierungsmaßnahmen einzuleiten.” Quelle: www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/neues-ueberschwemmungsgebiet-erft100.html c. Zusätzlich fordern wir die Verwaltung auf, die Starkregensimulation (wie sie bereits für Bergisch Gladbach erstellt wurde) auch auf Kölner Gebiet fortzusetzen. Siehe dazu: https://mapview.hydrotec.de/models/SRGK-RBK-N100/viewer/index.html d. Abgleich der Rechengrößen und Grundlagen zur Berechnung eines 20/50/100/200/500-jährigen Ereignisses zur Planungszeit und nach den heutigen Erfahrungen. Die Fragestellung sollte lauten: Wie würde man heute den Randkanal bauen? Mit einem Regenrückhaltebecken oder doch ein größerer Kanal mit dem selben Leitungsquerschnitt wie der Randkanal in Bergisch Gladbach kurz vor dem Hochwasserrückhaltebecken ? Anmerkung: Der rrh Randkanal hat vor dem Becken und auf Bergisch Gladbacher Seite einen Querschnitt von 16 m2 und auf der Kölner Seite (hinter dem Regenrückhaltebecken Diepeschrather Mühle) nur einen Querschnitt von 5,3 m2. Sie fragen sich sicherlich gerade, warum ist der Kanal auf Kölner Gebiet soviel kleiner ? Weil die Kölner beim Bau Kosten sparen wollten. Exakt so steht es in dem uns vorliegenden Planfeststellungsverfahren vom 17.06.1993 auf Seite 12. Vorgehensweise: - Entwicklung eines hydrologisch-hydraulischen Gesamtmodell- Instrumentariums des Plan-Zustands durch die Integration von Planungsdaten und die Auswertung von hydrologischen Zeitreihen aus unterschiedlichen Modellanwendungen - Ermittlung der Starkregengefährdung zur Integration in das bestehende Hochwasserschutzkonzept - Gleichzeitige hydraulische Modellierung der Überflutung durch Hochwasser, Sturzflut, Rückstau und Kanalüberstau - wir benötigen dazu organisatorische und verbindliche Maßnahmen, damit im Katastrophenfall der Katastrophenschutz verläßlich funktioniert 4. Schaffung von maximalen Retentionsflächen im Wald (siehe Beschreibung Anlage 1 – S. 23) durch die befestigte Erhöhung der Katterbachstrasse sowie des Waldweges im Wildpark vor dem Forstbetriebshof. Der bereits durch den Wupperverband als notwendig befundene und anschließend gebaute Wall vor dem Dünnwalder Waldbad, sollte an der neuralgischen Brücke angeschlossen und auf der gegenüberliegenden Seite entlang dem Geländeprofil als befestigter Wall weitergeführt und entsprechend erhöht werden. Alternativ mit Überlaufmodellierung in den Gänseweiher bzw. vom Gänseweiher per unterirdischen Zulauf in den Höhenfelder See. Damit würde eine Überflutung des Unterliegers Dünnwald / Höhenhaus weitestgehend vermieden werden. Direkter Anschluss des “blauen Beckens” als zusätzliches Pufferbecken an den rrh. Randkanal. Diese Vorschläge sind in den Anlagen 6a und 6b bildlich dargestellt. Weiterhin sollten Erhöhungen von geeigneten Waldwegen zum optimalen Einstauen in der Fläche genutzt werden. Damit das Wasser möglichst in die Breite abgeleitet und lange im Wald gepuffert wird und bereits vor dem Wildpark aufgestaut werden kann. Für den Tierschutz sollten “überflutungssichere Inseln” in den jeweiligen Gehegen eingeplant werden.S 5. Beantwortung der Frage: Was tun die Verantwortlichen, um die katastrophalen Auswirkungen eines solchen Ereignisses in Zukunft zu minimieren? 6. Konsequente Erweiterung von Retentionsflächen / Volumina nicht nur in Köln, sondern auch im Zulauf des Systems (Stadtgebiet Bergisch Gladbach). 7. Klärung der Frage: Wie sieht die Planung der Stadt Köln aus, wenn die Stadt Bergisch Gladbach immer mehr Wasser in den rechtsrheinischen Randkanal und das Rückhaltebecken Diepeschrather Mühle einleitet? 8. Für Haus Haan benötigen wir druckdichte Kanaldeckel am rrh. Randkanal die dieses Rittergut gegen Wasseraustritt aufgrund von Kanalrück- und überstau schützen sowie eine Lösung für den Überlauf im Burggraben. 9. Sofortiger Stopp des Projektes “Strunde hoch 4” in Bergisch Gladbach bis zur hydrologischen Neuberechnung des rrh. Randkanals und Sicherstellung, daß der Unterlieger keinen Nachteil aus dem Hochwasserschutz des Oberliegers hat. (Der Strundeverband plant massive weitere Einleitungen in den rrh. Randkanal.) Dies stellt eine signifikante Verschlechterung des Hochwasserschutzes für den Unterlieger dar. Letzteres ist gesetzlich verboten. 10. Sofortiger Stopp neuer Einleitungen und Begrenzung vorhandener Einleitungen auf den Wert des Planfeststellungsbeschlusses vom 17.06.1993 in den rrh. Randkanal und Klärung welche Einleitungen seit dem Fertigstellen des Hochwasserrückhaltebecken Diepeschrath neu hinzugekommen sind und in welcher Größenordnung zusätzlich eingeleitet wird. 11. Gewinnung neuer Retentionsfläche auf Bergisch Gladbacher Grund und Boden mit Zielsetzung, den Abfluss von Oberflächenwasser nach Köln zu puffern und zu kontrollieren bzw. das kostbare Regenwasser in der Regensaison für die trockene Dürresaison zwischenzuspeichern und nicht einfach in die Nordsee abzuleiten. 12. Änderung und Anpassung des Regionalplanes Köln mit dem Ziel wertvolle Retentionsfläche zu gewinnen und dabei zusätzlich Entsiegelungen vorzunehmen. 13. Änderungen der Bauordnung für den Bezirk Köln mit dem Ziel, die geänderten Überflutungsgebiete eindeutig im Bestand und bei ausgewiesenen Neubauflächen zu identifizieren. Für Neubauten in Überflutungsgebieten müssen Starkregenschutz- auflagen verbindlich werden, bei gleichzeitiger Förderung von Starkregenschutz- maßnahmen für Bestandsgebäude, die in den detektierten Überflutungsgebieten liegen 14. Sensibilisierung der Anwohner von Überflutungsgebieten mit diesbezüglicher Aufklärung. 15. Konsequente Umsetzung des Schwammstadtkonzeptes für die Stadt Köln und Stadt Bergisch Gladbach. 16. Insbesondere wäre zu untersuchen, welche Maßnahmen gegen Starkregen zugleich einen günstigen Hitze- bzw. Dürreschutz darstellen könnten. Es gilt, sich dem Klimawandel gezielt und nachhaltig entgegenzustellen. Dies ist als Generationenaufgabe zu verstehen. 17. Fortlaufende sowie zeitnahe Einbeziehung und Information der Bürgerinitiative Hochwasserschutz Dünnwald / Höhenhaus über geplante Aktivitäten und Maßnahmen der Institutionen (z.B. monatlich). 18. Fachliche Evaluierung der Vorschläge der Bürgerinitiative Hochwasserschutz Dünnwald / Höhenhaus. 19. Umsetzung der Vorschläge zum Hochwasserschutz der Bürgerinitiative Hochwasserschutz Dünnwald / Höhenhaus. 20. Trennung der Hochwasserschutzmassnahmen in Massnahmen gegen die Ausuferungen der Bachsysteme im Dellbrücker und Dünnwalder Wald UND in einen wirksamen Schutz gegen das Überlaufen des Hochwasserrückhaltebecken Diepeschrath. 21. Aufarbeitung des Krisenmanagement der SteB und des Wupperverbandes in Bezug auf den Hochwasserschutz in Dünnwald / Höhenhaus zum Starkregenereignis 14.07.2021. Die diesbezüglichen Fragen haben wir Anlage 4 erarbeitet. 22. Für sämtliche Punkte ist es unerlässlich, dass die Städte Bergisch Gladbach und Köln sowie die Beteiligten Verbände, wie z.B. der Wupperverband und Strundeverband sowie alle weiteren Beteiligten gemeinsam an einem stadtübergreifenden Starkregenkonzept arbeiten. Erst durch Zusammenarbeit, Austausch und Abstimmung des gemeinsamen Hochwasserschutzes gegen Starkregen ist ein Gelingen für die Zukunft möglich. Wir haben Verständnis für das berechtigte Interesse der Stadt Bergisch Gladbach, die einen funktionierenden Hochwasserschutz durch Starkregen für Ihre Bürger organisiert hat und weiter konsequent betreibt. Zum Schutz Ihrer Bürger. Wir fordern als Unterlieger und Bürger der Stadt Köln, die im Einzugsgebiet eines der größten Hochwasserrückhaltebecken der Region liegen, ebenfalls Schutz vor Starkregenüberflutung des Bachsystems Mutzbach und vor allem vor dem Überlaufen des Hochwasserrückhalte- becken Diepeschrath. Wir fordern Sicherheit und die Wiederherstellung von Urvertrauen. Die Verwaltung wird hiermit aufgefordert anhand der vorgenannten Punkte 1 bis 22 geeignete Maßnahmen zum Schutz des Unterliegers Köln Dünnwald / Höhenhaus zu treffen. Ihre Bürgerinitiative Dünnwald / Höhenhaus _______________________________ _________________________________ Ulf Tenholte Jürgen Hein _______________________________ _________________________________ Detlev Tschentscher Thomas Möritz Anlage 1: Präsentation der Bürgerinitiative (Update 2) Anlage 2: Akteneinsicht SteB - Mitschrift zum Betrieb und Betriebsanweisung_2022-02-14 Anlage 3: Beispiel einer Steuerungs- und Meldetechnik Anlage 4: Aufarbeitung des Krisenmanagement der SteB und des Wupperverbande Anlage 5: Hydro-klimatologische Einordnung der Stark- und Dauerniederschläge in Teilen Deutschlands im Zusammenhang mit dem Tiefdruckgebiet „Bernd“ vom 12. bis 19. Juli 2021 Anlage 6: Vorschläge / Schaffung von maximalen Retentionsflächen im Wald Anlage 2 “Rückhaltebecken "Diepeschrath, rrh. Randkanal Betriebsvorschrift" a) Funktionsbeschreibung ..... Das Stauziel für das RHB ist auf +58,00 m festgesetzt. Die Zulaufschieber schließen bei erreichen des Stauzieles automatisch über die SPS bzw. nach dem Abfallen des Beckenpegels öffnen sie automatisch. b) Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten ..... c) Betriebsplan für den Hochwasserfall Bei einem Einstau wird über die derzeitige Störmeldeeinrichtung die Rufnummer xxx bzw. yyyy angewählt. Dies erfolgt bei Überschreitung der Zulaufschwelle (54,50mNN). Der Einstau ist zu beobachten. Ist das Stauziel von 58,00 mNN erreicht, schließen die Zulaufschieber automatisch. Sobald der Randkanal wieder aufnahmefähig ist, öffnen die Schieber, damit sich das Becken entleert. Ab 56,00 mNN und weiter steigenden Wasserspiegel sowie Netzausfall ist ein Netzersatzaggregat mit einer Leistung von 20 kVA und der K - Nr. 6980 vom Betriebspunkt Ostmerheimer Straße 555 anzufahren und anzuschließen. Ab 57,00 mNN ist eine ständige Bereitschaft vor Ort einzurichten. Hochwassermelde- und -Alarmplan Der Bereitschaftsdienst von TB meldet das Einstauziel an mindestens eine der in Punkt b aufgeführten Personen. Die Meldung erfolgt der Reihenfolge von unten nach oben. Die zuständige Person setzt entsprechend der im Betriebsplan für den Hochwasserfall aufgestellten Maßnahmen in Bewegung und überwacht diese. Ab 56,00 mNN steigend wird der Geschäftsführer des Zweckverbandes umgehend informiert. Bei Einstau unterhalb 56,00 mNN zum nächstmöglichen Zeitpunkt. Quelle: Einsichtnahme bei der SteB in die Akte “Betriebsanweisung rrh. Randkanal” Tatsächlich geschah folgendes. Wir zitieren aus dem Beckentagebuch. Wie soll die Automatisierung des Beckens funktionieren: - 1) zum Schutz der Messtelle "Am Klosterhof" soll die "Regelschieber" SBW9902 in der Mess-/Steuerwarte Diepeschrath in 25 % Schritten bis auf 0 zufahren. - 2) Die Anforderung 0% wurde vorher vorsorglich gegen 15 % getauscht. Damit vorsorglich eine Drehmomentstörung nicht auftreten kann. - 3) Zusätzlich sollen die Absperrschieber im Beckeneinlauf bei einem Stauziel von 58,00 mNN schließen um ein Überlaufen des Beckens zu verhindern. Wie später zu lesen ist, ist diese Funktion bei einem außergewöhnlichen Regenereignis wie am 14.07.21 nicht sinnvoll, da das Wasser irgendwohin muß. Ablauf des Regenereignisses am 14.07.21 - die Automatisierung ging in Betrieb und das Becken funktionierte in seinen Parametern - Gegen Mittag war der Wald um das Becken schon voll Wasser, das Becken selbst leer - Das Becken füllte sich gegen 16:34h, da der Regelschieber erst nach 75% und dann nach 50% fuhr - zum selben Zeitpunkt war die Straße neben dem Becken bereits unter Wasser und war nicht mehr zu befahren - um 17h wurde der Betriebsingenieur informiert, der Beckenstand lag bei 54 mNN. - es kam um 17h zu einem starken Anstieg des Zuflusses ins Becken (12.000l Liter pro Sekunde, später am Abend sogar 20.000 l pro Sekunde - die Sonden am Becken zeigten unterschiedliche Werte, somit wurde per Pegellatte im Becken gemessen - 17:29 Pegellatte bei 54,80 mNN, Messung aus dem Leitsystem 17:26 = 54,73 mNN - Füllstand am Klosterhof stieg über seine nächste MArke, der Schieber der Mess- und Steuerwarte fuhr auf 25 % zu - Gleichzeitig stieg der Druck an der Beckendrucksonde im Einlauf auf 58 mNN, dass führt nach der Automatisierung dazu, dass die Absperrschieber zu fuhren. - Beides zusammen sorgte für einen rapiden Anstieg des Füllstandes im Randkanal, welcher sich durch die obenliegenden Betondeckel am Becken entlud. - Es wurde sofort reagiert und der Regelschieber per Handbetrieb auf 60 % aufgefahren, danach mit Blick auf die Meßstelle Klosterhof nur noch langsam, um dort keine Überflutung zu verursachen - Gleichzeitig wurden beide Absperrschieber wieder komplett aufgefahren, um den Kanal zu entlasten. Diese waren etwa bei 40%. - Das Überstauereignis spielte sich im Zeitraum 17:30h bis 17:36h ab, danach normalisierte sich der Zustand wieder. Um 18:30h wurde xxxx informiert, daß die Automatisierung des Beckens in seinem jetzigen Zustandes während des Starkregens nicht mehr zu verantworten sei und dass alle Schieber erstmal in Hand aufgelassen werden, da sich das Becken trotz weit offener Regelschieber immer wieder füllt. Der Beckenstand betrug jetzt 57 mNN. Herr xxx bat am Telefonat den Geschäftsführer zu informieren, was um 18:32h geschah. Nachdem der Regelschieber kontrolliert aufgefahren war, wurde im Becken um 19:15h nochmals Fotos gemacht und es anschließend verlassen, da dort nichts mehr getan werden konnte und es noch weitere Störungen aufgrund Starkregens gab. Der Wald hinter dem Becken (Ostseite) schlug bereits in unser Becken ab. NACHBERICHT HRB DIEPESCHRATH - Am 14.07.2021 wurde das Becken Diepeschrath fernwirksam an die ASZ angebunden, die Automatisierung wurde eingespielt und während des Regenereignisses geprüft. Quelle: Einsichtnahme bei der SteB in das Beckentagebuch "Bericht des Betriebsingenieur rr. Kölner Randkanal 2021 (inkl. HRB Diepeschrath) und den Nachbericht zur Beckensteuerung jeweils am 14.07.2021 Anlage 3b: Erstellung und Umsetzung eines Informations- und Alarmkonzeptes Der Betreiber des linksrheinischen Randkanals hat bereits Maßnahmen zur Wiederherstellung des „Urvertrauen“ der Bachanlieger vorgenommen. Hier arbeiten der Pulheimer Bachverband, die Stadt Pulheim, der Zweckverband Kölner Randkanal (ZKR), die Untere Wasserbehörde Rhein-Erft-Kreis und die Bezirksregierung Köln Hand in Hand und setzen konkrete Massnahmen um. In Köln auf der rechten Rheinseite am rrh. Randkanal passiert leider immer noch nichts. Wir stellen uns valide Daten vor, die den Pegelstand und die Fliessgeschwindigkeit an ausgewählten Standorten im und am Hochwasserrückhaltebecken Diepeschrath sowie im Vorflutsystem auf Bergisch Gladbacher Boden erfassen. Diese Daten sollten im Starkregenfall die Betreiber des Hochwasserrückhaltebecken Diepeschrath in die Lage versetzen können, die tatsächlichen Wetterdaten vor Ort mit den tatsächlichen Pegeldaten und Abflussdaten des Starkregens in eine Echtzeit Überflutungssimulation zu überführen, um notwendige Entscheidungen klar treffen können. Nichts ist im Katastrophenfall wichtiger als valide Daten, um Handlungen ableiten zu können. Quelle 1: https://pulheimerbach.de/allgemein/gewaesserkreuzung-pulheimer-bach-koelner-randkanal-soll-ertuechtigt-werden/ Quelle 2: https://www.rheinische-anzeigenblaetter.de/pulheim/c-nachrichten/drei-beschluesse-fuer-den-hochwasserschutz_a250613 Anlage 4: Aufarbeitung des Krisenmanagement der SteB und des Wupperverbande Ziel dieser Anlage ist es, den Ablauf vor dem 14.07.2021 und den Ablauf am Starkregentag selbst exakt durch den Betreiber rekonstruieren zu können. Nicht um einen Schuldigen zu finden, sondern um aus diesen Erkenntnissen eine exakte Handlungsempfehlung für zukünftige Ereignisse ableiten zu können. Welche Planungen, Vorsichtsmaßnahmen traf die SteB sowie der Wupperverband in Bezug auf das Bachsystem Mutzbach bzw. das Hochwasserrückhaltebecken Diepeschrath vor und am 14.07.2021 ? Wie wurde das Ereignis am Starkregentag selbst eingestuft ? Ab wann lagen gesicherte Wetterdaten vor, die das Ausmaß der zu erwartenden Situation vage bzw. eindeutig aufzeigen konnten ? Gab es in den Tagen vor dem Starkregenereignis am 14.07.21 oder am Tag selbst Kontakt zur Stadt Bergisch Gladbach, zu den Abwasserwerken Bergisch Gladbach, zum Strundeverband, zum Wupperverband, zum Klärwerk Benningfeld, zu Polizei, THW, Feuerwehr ? Wenn ja, wann und was war der Inhalt des Kontaktes ? Gab es am 14.07.21 Hinweise zum Katastrophenalarm in Bergisch Gladbach ? Gab es Kontakt zum Stab für Außergewöhnliche Ereignisse in Bergisch Gladbach ? Wenn ja, wann und was war der Inhalt des Kontaktes ? Wenn nein, warum gab es keinen Kontakt ? Gab es eine Katastrophenleitzentrale // Stab für Außergewöhnliche Ereignisse bei der SteB für das Stadtgebiet Köln, die sich mit den rechtsrheinischen Bächen die aus Bergisch Gladbach nach Köln fließen und mit dem Hochwasserückhaltebecken Diepeschrath beschäftigt hat ? Wenn ja, wie sah das Konzept aus ? Wenn nein, warum gab es kein Konzept ? Ab wann war die SteB bzw. der Wupperverband vor Ort am Hochwasserrückhalte- becken ? Am 14.07.21 / 15.07.21 und was wurde dort genau getan ? Ab wann war der Mitarbeiter am 14.07.2021 vor Ort ? War er die ganze Zeit vor Ort oder hat er zwischenzeitlich das Hochwasserrückhaltebecken verlassen ? Laut Beckentagebuch wurde der Mitarbeiter am Becken woanders dringender gebraucht. Wohin ist der SteB Mitarbeiter nach 19:15h eigentlich gefahren, als er das HRB verlassen hat und warum? Was hat der Mitarbeiter vor Ort vom Hochwasser rund um das Hochwasserrückhalte- becken Diepeschrath bzw. vom Wasserstand im Dünnwalder Wald nach 19:15h noch gesehen / mitbekommen ? Gab es in der Starkregennacht selbst noch Kontakt zwischen der SteB und dem Wupperverband bzw. der Stadt Bergisch Gladbach / Stadt Köln nach 18:00h ? Wenn ja, mit welchem Ergebnis ? Wurde nach dem Verlassen des Hochwasserrückhaltebecken in irgendeiner Art und Weise versucht, die aktuelle Lage am Hochwasserrückhaltebecken in Erfahrung zu bringen ? Wenn ja, mit welchem Ergebnis und wenn nein, warum nicht ? War die SteB / der Wupperverband tagsüber am 14.07.2021 im Dünnwalder Wald / Diepeschrather Wald mit Einsatzkräften unterwegs ? Wenn ja, wann und wo und was waren die Erkenntnisse ?
Anlage-2_Bürgerantrag_Anhang_1
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Bürgerini(a(ve Hochwasserschutz Dünnwald / HöhenhausDas Hochwasser-Ereignis vom 14./15.07.2021 Zusammenfassung –Update 2Nach Unterlagen Einsicht bei der StEBund weitere Erkenntnisse durch Betroffene und Bürger Bürgerini(a(ve Hochwasserschutz Dünnwald Höhenhaus Bürgerini(a(ve Hochwasserschutz Dünnwald Höhenhaus Inhalt1.Die Bürgerinitiative Hochwasserschutz Dünnwald/Höhenhaus2.Die Ereignisse am 14. Juli 20211.Die Wetterlage2.Die Überflutungen3.Wo kamen die Unmengen an Wasser her?1.Aussage StEBvom 31.08.2021, Informationsveranstaltung und auf der 7.Sitzung der BV Mülheim vom 06.09.20212.Wupperverband auf der8.Sitzung der BV Mülheim am 25.10.20214.Wo kamen die Unmengen an Wasser her?1.Nachweis und Berechnung durch die Bürgerinitiative2.Abgleich der Erkenntnisse5.Das „Retentionsbecken DiepeschratherMühle“ und seine Bedeutung 1.Hintergründe: Rechtsrheinischer Randkanal und „Regenrückhaltebecken DiepeschratherMühle“2.Bedeutung während der Flutkatastrophe vom 14./15.07.20216.Involvierte Organisationseinheiten7.Vorschläge zur Verbesserung des Hochwasserschutzes8.Nächste Schritte Bürgerini(a(ve Hochwasserschutz Dünnwald Höhenhaus 1. Die Bürgerini1a1ve Hochwasserschutz Dünnwald•Die Bürgerini*a*ve hat sich nach dem Überflutungsereignissen vom 14./15.07.2021 gegründet und besteht aus 4 Ini*atoren und über 100 Interessierten/Unterstützern•Die Ziele der Bürgerini*a*ve:•Faktenbasierte Aufarbeitung der Geschehnisse•Verbesserung des Hochwasserschutzes von Dünnwald/Höhenhaus•Verbesserung der Informa[on über ähnliche Hochwasserereignisse•Vermeidung gleichar[ger Ereignisse Weitere Informa*onen: hHps://hochwasserschutz-duennwald.de/ Bürgerini(a(ve Hochwasserschutz Dünnwald Höhenhaus 2. Die Ereignisse am 14. Juli 20212.1 Die We)erereignisse•Starkregenereignis historischen Ausmaßes (Einschätzung Wupperverband: 1.000 jähriges Ereignis, SteBirgendwo oberhalb 250 Jahren –BürgerinEaEve: vermuten durch Klimawandel einheuEges 50 jähriges Ereignis)•Im Vorfeld gab es umfangreiche offizielle Warnungen vor dem Starkregenereignis •Die Stadt Bergisch Gladbach hat vorbildlichreagiert und die Bevölkerung entsprechend (z.B.: durch Radio) gewarnt, was in Köln leider nicht erfolgte•Die Einrichtungen zum Hochwasserschutz in Köln konnten die Bürger nicht vor massiven Überflutungen schützen Während der Ereignisse vom 14.07 sind etwa 400.000-700.000 m3 Wasser nach Dünnwald geflossen. ~150 hundert Häuser wurden geflutet (Keller oder Keller incl. Erdgeschoß) Bürgerinitiative Hochwasserschutz Dünnwald Höhenhaus Waldbad überflutet Überflutung von Dünnwald und dem Waldbad DünnwaldÜberflutung des WildparksÜberflutung von Dünnwald, StrasseEn de Fludenne 2. Die Ereignisse am 14. Juli 20212.2.Die Überflutungen Bürgerini(a(ve Hochwasserschutz Dünnwald Höhenhaus Quelle: Folien, Vortrag Henning Werker (StEB) , in Infoveranstaltung 31.08.2021, Mülheim 3. Wo kamen die Unmengen an Wasser her?3.1. Aussage der StEBvom 31.08.2021 und06.09.2021•Die StEBwar weder während der Überflutungsereignisse noch direkt danach vor Ort•Die StEBberud sich auf die offiziellen Überflutungskarten und theore[sche Berechnungsmodelle. Sie war während der Überflutungsereignisse nicht mehr vor Ort gewesen.•Die StEBgeht von „wild abfließendem Oberflächenwasser“ wobei es sich um Oberflächenwasser aus dem „Einzugsgebiet Mutzbach“ handelt.•Es gabKEINEN Überlauf desHRB DiepeschrathHinweis 1: Die Defini6onen für die Ereignisse vom 14.715.07.2021 variieren je nach Dokument und Teilnehmer zwischen einem 1000/200/100/50 jährigen Ereignisses!!!Hinweis 2: Eine Ortsbegehung des kompleNen Flutweges mit 2 Mitarbeitern der StEBund der Bürgerini6a6ve hat staNgefunden. Der StEBwurden auch alle Unterlagen, Dokumente, Fotos, Videos bezüglich des tatsächlichen Flutweges zur Verfügung gestellt Bürgerini(a(ve Hochwasserschutz Dünnwald Höhenhaus Quelle: Folien, Vortrag Wupperverband, Sitzungder Bezirksvertretung 25.10.2021 3. Wo kamen die Unmengen an Wasser her?3.2. Aussage Wupperverband vom 25.10.2021 •Der Wupperverband geht von den gleichen theoreNschen Berechnungsmodellen wie die StEBaus•Aussage Wupperverband: „Wasser kommt bei „130 Liter/m2 in der Fläche“ von überall...“•Der Wupperverband nennt als Quelle für das Wasser: „Dünnwald: Vom Gewässer her aus dem Kanal“•Auch der Wupperverband war weder während der Überflutungsereignisse noch direkt danach vor Ort•Der Wupperverband verweist bezüglich des „tatsächlichen Hergangs“ auf dieHomepage der BürgeriniNaNve Bürgerini(a(ve Hochwasserschutz Dünnwald Höhenhaus 4. Wo kamen die Unmengen an Wasser her?4.1 Nachweis und Berechnung durch die Bürgerinitiative•Die DokumentaLon des Flutweges erfolgte miOels Foto und Filmaufnahmen direkt nach dem Ereignis•Ergänzende Zeugenaussagen belegen die Ergebnisse=> Siehe auch h_ps://hochwasserschutz-duennwald.de/•Zusammenfassung: •Die Darstellungen der StEBund des Wupperverbandes zum Hergang des Flutereignisses decken sich nichtmit den Beobachtungen und den zahlreichen Zeugenaussagen/Fotos/Videobeweisen•Einen großen und zeitlich anhaltenden Beitrag zu den Überschwemmungen hat das Überlaufen des Regenrückhaltebeckens DiepeschratherMühle geleistet. Die SteBhat miOlerweile eingeräumenmüssen, dass das HRB Diepeschrathübergelaufen ist.•Berechnung der Wasser-Überlaufmenge durch einfache mathemaLsche Berechnung (basierend auf Angaben des Planfeststellungsbeschluss), offizielle Erkenntnisse über Fließgeschwindigkeiten sowie ergänzende Berechnung durch Bildmaterial•Das Wasser das in Dünnwald angekommen ist, ist das Wasser aus Bergisch Gladbach gewesen.Es handelt sich um das Wasser der Bäche Weidenbach, Handbachund Mutzbachdie am HRB zusammenlaufen und alles Wasser, welches direkt durch Regenkanäle oder indirekt über die Klaranlage Benningfeldin denrechtsrheinischen Randkanal eingeleitet werden und letztendlich das Rückhaltebecken HRB Diepeschratham 14.07.2021 ab ca. 20h zum Überlaufen gebracht hat Bürgerini(a(ve Hochwasserschutz Dünnwald Höhenhaus Fotos und Videoaufnahmen zeigen ganz klar, dass sehr große Wassermassen vom Regenrückhaltebecken über die Ka_erbachstraßeins Naturschutzgebiet „Oberer Mutzbach“ geflossen sind!Nach Aussagen von Mitarbeitern des Waldbades (die die Ka_erbachstraßelang gefahren sind) war der Wasserstand teilweise so hoch, dass sie „mit ihrem SUV fast nicht mehr durchgekommen“ sind 4. Wo kamen die Unmengen an Wasser her?4.1 Überflutung Ka)erbachStraße Bürgerini(a(ve Hochwasserschutz Dünnwald Höhenhaus 4. Wo kamen die Unmengen an Wasser her?4.1 Überflutung Ka)erbachStraße und Überlauf RRB Bürgerinitiative Hochwasserschutz Dünnwald Höhenhaus 4. Wo kamen die Unmengen an Wasser her?4.2 Abgleich Aussage der StEBund unsere Erkenntnisse Quelle: Folien, Vortrag Henning Werker (StEB) , in Infoveranstaltung 31.08.2021, Mülheim Zitat H. Werker: „…Das Wasser ist nicht über die Ka8erbachstrassehinaus gekommen…“ Zitat H. Werker: „…Es hat laut unseren Modellen keinen Abschlag aus dem RegenrückhaltebckenDiepeschratherMühle gegeben…“ Zitat H. Werker: „…Ein Großteil des Wassers ist wild abfließendes Oberflächenwasser aus dem Bereich oberhalb des Mutzbachesgewesen …“ Zitat H. Werker: „…Der Mutzbachhat das Wasser dann weiter nach Dünnwald geleitet …“ Zitat H. Werker: „…Das Becken lässt sich nicht steuern…“ Bürgerini(a(ve Hochwasserschutz Dünnwald HöhenhausQuelle: Folien, Vortrag Wupperverband, Sitzungder Bezirksvertretung 25.10.2021 4. Wo kamen die Unmengen an Wasser her?4.2 Abgleich Aussage des Wupperverband und unsere Erkenntnisse Zitat Mitarbeiter StEBwährend Ortsbesichtigung: „…Das Wasser ist nicht über die Katterbachstrßsegelaufen… Das Wasser was über den Mutzbachkam ist über das 80cm im Durchmesser Rohr an der Katterbachstraßegelaufen“ Bürgerini(a(ve Hochwasserschutz Dünnwald Höhenhaus •Das Wasser ist genau gemäß der topographischen Gegebenheiten vor Ort abgelaufen•Auch die offiziellen Hochwassergefahrenkarten waren halbwegs korrekt, bis auf die Tatsache, dass die Karten vorsehen, dass das Wasser im Wildpark versickert. Das ist nicht passiert, sondern die Wassermassen sind durch den Wildpark weiter Richtung Dünnwald geflossen! 4. Wo kamen die Unmengen an Wasser her?4.2 topographischen Gegebenheiten vor Ort Bürgerini(a(ve Hochwasserschutz Dünnwald Höhenhaus 4. Wo kamen die Unmengen an Wasser her?4.2 Wie das Wasser wirklich geflossen ist Bürgerini(a(ve Hochwasserschutz Dünnwald Höhenhaus 4. Wo kamen die Unmengen an Wasser her?4.2 Wie das Wasser wirklich geflossen ist Bürgerini(a(ve Hochwasserschutz Dünnwald Höhenhaus 5. Regenrückhaltebecken Diepeschrathund rechtsrheinischer Randkanal •Das „Regenrückhaltebecken DiepeschratherMühle“ ist ein Ausgleichsbecken für den rechtsrheinischen Randkanals und dient dem Hochwasserschutz (als Puffer)•Das Becken wird vom Zweckverband „Rechtsrheinischer Randkanal (51% Stadt Köln/ 49% Stadt Bergisch Gladbach) betrieben•Das Becken ist mit über 230.000m3 Wasser das größte Rückhaltenbeckenim Zuständigkeitsbereich der StEB(auch wenn es offiziell auf Bergisch Gladbacher Grund ist) und scheinbar auch in NRW.•Das Becken ist am 14./15.07.2021 übergelaufen und hat maßgeblich zu den Überschwemmungen in Dünnwald/Höhenhaus geführt RetenQonsbecken DiepeschratherMühle, leer. RetenQonsbecken DiepeschratherMühle, am 14.07.2021 um 18:00 kurz vor dem Überlaufen (Quelle: StEB) Bürgerini(a(ve Hochwasserschutz Dünnwald Höhenhaus •Planfeststellungsverfahren von 1995, III. Begründung*: .•.„Das Hochwasserrückhaltebeckenwird zur Abpufferungaußerordentlicher Niederschlagsereignisse bis zu einer Wiederkehrwahrscheinlichkeit von 50 Jahren benöNgt. •..Im Zusammenhang mit der Planung des Randkanals wurde ein Rückhaltebeckenin Bereich Diepeschrathvorgesehen, um den unterhalb IiegendenKanalabschni_ bis zum Rhein kleiner dimensionieren und so erhebliche Kosten einsparen zu können. (!!!)•Die Stadt Köln wollte hier also Kosten sparen und hat den rechtsrheinischen Randkanal (aus heu[ger Sicht) bewusst unterdimensioniert•Die Planungsgrundlagen für das Rückhaltebecken/System Randkanal hänen 2015 laut Planfeststellungsverfahren neu überprüd werden sollen. *Quelle: Planfeststellungsverfahren Bau Rückhaltebeckens, 1995 5. Warum war das Regenrückhaltebecken notwendig? Bürgerini(a(ve Hochwasserschutz Dünnwald Höhenhaus 16 qm Zulauf: Bergisch Gladbach 4m 4m 5,3 qm Ablauf: Köln DN2600 Quelle: Planfeststellungsverfahren Bau Rückhaltebeckens, 1995 5. Bauweise Bürgerini(a(ve Hochwasserschutz Dünnwald Höhenhaus Quelle: Folien, Vortrag Wupperverband, Sitzungder Bezirksvertretung 25.10.2021 5. Funk1onsweise des Reten1onsbeckens•Das Reten[onsbecken dient als Puffer für die Wassermassen, die sich „anstauen“ da der Querschnin auf der Kölner Seite signifikant kleiner als auf der Bergisch Gladbacher Seite ist•Ein Überlaufen des Reten[onsbeckens (in das Kölner Naturschutzgebiet 9 „Oberer Mutzbach“) ist laut Planfeststellungsverfahren von 1995 nicht vorgesehen wird aber für ein „200 jähriges Ereignis“ mit in den offiziellen Hochwasserkarten vorgesehen!•Seit dem Planfeststellungverfahrens hat sich eine signifikante Erhöhung der Wasserzuflüsse in den RrRKauf Bergisch Gladbacher Gebiet ergeben!•Die Berechnungsgrundlagen von 1995 haben sich Nachweislich als nicht mehr realis[sch herausgestellt und wurden von der Realität eingeholt und überholt (Klimawandel verändert Regenmenge und Extremwener) Bürgerini(a(ve Hochwasserschutz Dünnwald Höhenhaus 5. Funk1onsweise des Reten1onsbeckensAktualisierte Informa1onen nach Akteneinsicht bei der StEBam 14. Februar 2022•Entgegen der Aussage von Herrn Werker, lässt sich der Zulauf in den „Kölner“ -Randkanal (Regelschieber) als auch in das Becken (Absperrschieber) minels Schieber regulieren•Laut Betriebsvorschrid ist der Zulauf zum RRB am einer gewissen Beckenfüllhöhe zu schließen (Anlage 2 –7.1 Rückhaltebecken rrh. Randkanal –Betriebsvorschrid –Seite 1) um den Unterlieger Dünnwald zu schützen.•Laut Betriebsvorschrid ist ab 57 mNNeine ständige Bereitschad vor Ort einzurichten (Anlage 2 –7.1 Rückhaltebecken rrh. Randkanal –Betriebsvorschrid –Seite 2)Wir fragen uns:-Warum wurden diese Anweisungen nicht befolgt?-Warum wurde laut „Nachbericht“ das Becken manuell geöffnet? Bürgerini(a(ve Hochwasserschutz Dünnwald Höhenhaus 5. Funk1onsweise des Reten1onsbeckensFunk1onsweise (Details aus der BetriebsvorschriC) : •Eine Beschickung des Rückhaltebeckens Diepeschrathüber das Einlauvauwerk erfolgt bei extremen Starkregen, wenn das Abflussvermögen des Randkanals unterhalb des RHB überschrinen wird und der Wasserspiegel im oberhalb liegenden Kanalstauraum über die Wehrschwelle des Überlauvauwerkes von 54,50 mNNansteigt.•Der Abfluss in der unteren Randkanalstrecke wird durch Regelschieber in der Mess-und Steuerwarte so gesteuert, dass im Messschacht „Am Klosterhof" in Köln-Dünnwald ein Wasseraustrin verhindert wird.•Die Beckenentleerung erfolgt über das Auslauvauwerk sowie -bei einem Einstauüber 54,50 mNNüber die Schwelle des Einlauvauwerkes. Wenn die Druckhöhe Im rrh. Randkanal über dem Beckeneinstauliegt, verhindert eine Rückstauklappe im Auslauvauwerk einen rückwer[gen Zufluss zum RHB.•Das Stauzielfür das RHB ist auf NN +58,00 m festgesetzt. Die Zulaufschieber schließen bei erreichen des Stauzieles automa7schüber die SPSbzw. nach dem Abfallen des Beckenpegels öffnen sie automa[sch Berechnung Rückhaltebecken238.000 m3 Maße Kanal-Maße Kanal-Fläche (qm) Zulauf Kanal Bergisch Gladbach 4x4 m 16 Ablauf Kölner-Kanal DN 2600 (2600mm) 5,3066 Differenz (q) 10,6934 Berechnung m/s Volumen m3/s (V=q*v)4 Std/m3Verhältniss RHB Fließgeschwindigkeit Mutzbach (v) 2 21,3868 307970 129% ...in Rohren 3 32,0802 461955 194% ...in Rohren (erhöhter Druck) 4 42,7736 615940 259% Stunden Sec Geschätze Dauer des Überlauf 4 14400 Beginn ca. 19:30 Uhr Foto StEB Ende ca. 23:30 Uhr Alternative Berechnung 1 Höhe Breite m2 m/s m3 Verhältniss RHB Wasser über Dünnwalder Mauspfad 0,4 70 28 2 806400 339% 0,4 70 28 1,5 604800 254% 0,4 70 28 1 403200 169% Alternative Berechnung 2 Höhe Breite m2 m/s m3 Verhältniss RHB Wasser Austritt am Rückhaltebecken 0,25 100 25 2 720000 303% Bezogen auf "Geschwämsel"-Spuren 0,25 100 25 1,5 540000 227% 0,25 100 25 1 360000 151% weitere Infos: Bei Wasser oder wasserähnlichen Flüssigkeiten ist ab etwa 3,5 m/s mit einer Geräuschentwicklung zu rechnen Bürgerini(a(ve Hochwasserschutz Dünnwald Höhenhaus 6. Involvierte Organisa1onseinheiten bei der Verbesserung des Hochwasserschutzes Dünnwald Allein die StEBmit der Lösung des Problems zu beaumragen macht hier nicht wirklich Sinn, denn es sind viele unterschiedliche OrgansiaNonseinheiten mit ganz unterschiedlichen Interessen involviert. Hier kommen nur übergeordnete OrganisaNonen die im Aumrag der PoliNk agieren als Lösungslieferanten in Frage! Bürgerini(a(ve Hochwasserschutz Dünnwald Höhenhaus 7. Vorschläge zur Verbesserung des Starkregenschutzes für Dünnwald/HöhenhausKurzfris*g:1.Überarbeitung der Betriebsanweisung incl. Umgang im Katastrophenfall2.Neuberechnung des Gesamtsystem und Überarbeitung der Betriebsanweisung (incl. Umgang im Katastrophenfall)1.Faktoren: Einleitungsmenge, Abholzung, Versiegelung, Zusammenspiel rrRKund Katerbachkanal, Bäche…2.Es muss verhindert werden, dass weitere Zuläufe an den rechtsrheinischen Randkanal durch die Stadt Bergisch Gladbach erfolgen (z.B. Projekt Anbindung der Strunde (Strunde hoch 4)3.Der Zulauf in das HRB „DiepeschratherMühle“ sollte bis zu einer weiteren Umsetzung von weiteren Baulichen Maßnahmen seitens der Stadt Köln auf das Maß reduziert werden, welches dem Planfeststellungsverfahren für den Bau des RetenXonsbeckens entspricht!3.Erstellung Alarm-, InformaNonskonzept bei Starkregen4.KostengünsNge und effekNve Erweiterung um Oberflächenwasser zu speichern (siehe nächste Seite)Mi(elfris.g: Einbindung Höhenfelderseefür den Katastrophen-Überlauf & Konzept „Schwammstadt“ Bürgerini(a(ve Hochwasserschutz Dünnwald Höhenhaus 7. Vorschläge der Bürgerini1a1ve Hochwasserschutz DünnwaldKostengünsNger Hochwasserschutz: Erhöhung „Damm Ka_erbach“ und „Damm Ende Wildpark“ DiskuNert mit StEB, Wupperverband, Strunde-Verband, Untere Wasserbehörde am 6.5. „Vor Ort“ Bürgerini(a(ve Hochwasserschutz Dünnwald Höhenhaus 8. Nächste Schri.e1.Für die Mitglieder der Bürgerini[a[ve Hochwasserschutz Dünnwald/Höhenhaus ist das hier nicht „irgend ein Projekt“ sondern eine Realität die nach wie vor signifikant unser Leben bes[mmt!2.Wir nehmen den persönlichen Hochwasserschutz eines jeden Einzelnen sehr ernst und haben deshalb das Hochwassermobil der HRC nach Dünnwald eingeladen, um für den Eigenschutz die Nachbarn zu sensibilisieren3.Wir als Bürgerini[a[ve Hochwasserschutz Dünnwald/Höhenhaus verstehen uns als Partner auf Augenhöhe, der Ihnen Zahlen, Daten, Fakten und Entscheidungsvorlagen liefern wird, damit die rich[gen poli[schen Weichenstellungen getroffen werden können4.Eine Neuplanung des Hochwasserschutzes und eine Überarbeitung deren Planungsgrundlagen ist unausweichlich. Sobald die Ergebnisse dieser Analysen vorliegen gilt es jedoch diese auch in die Tat umzusetzen! Bürgerini(a(ve Hochwasserschutz Dünnwald Höhenhaus BackUp BACKUP Bürgerini(a(ve Hochwasserschutz Dünnwald Höhenhaus 7. Poten1elle Vorschläge der Bürgerini1a1ve Hochwasserschutz Dünnwald zusätzlich zu Maßnahmen in BGKostengünsNger Hochwasserschutz: Ableitung von potenNellen Überschwemmungswasser in 3 „Senken“ (Alle können später in den rechtsrheinischen Randkanal abgepumpt werden)
Beschlussvorlage Bezirksvertretung
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Dezernat, Dienststelle VIII/VIII Vorlagen-Nummer 4342/2022 Freigabedatum Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Bürgereingabe nach § 24 GO– „Hochwasser- und Starkregenschutz in Dünnwald / Höhenhaus„ Aktenzeichen 161/22 B Beschlussorgan Bezirksvertretung 9 (Mülheim) Gremium Datum Beschluss: Die Bezirksvertretung Mülheim dankt den Petenten für die Eingabe. Die von den StEB und den anderen beteiligten Akteuren (Verbände, Fachverwaltungen sowie Bürgervereine und –initiativen) identifizierten Hochwasservorsorgemaßnahmen werden weiter verfolgt. Dabei werden auch die Ideen der Bürgerinitiative Hochwasserschutz Dünnwald / Hö- henhaus geprüft. Ein von den StEB in Auftrag gegebenes Gutachten (Hydraulisches Modell des Oberflächenabflusses), wird für das zweite Quartal 2023 erwartet. Nach Vorliegen wird eine Informationsveranstaltung, mit allen beteiligten Akteuren durchgeführt. Bezirksvertretung 9 (Mülheim) 13.03.2023 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Auswirkungen auf den Klimaschutz Nein Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung) Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung) Begründung: Das Starkregenereignisses im Zusammenhang mit dem Tief „Bernd“ vom 12.07.-19.07.2021 war ein außergewöhnliches und sehr seltenes Extremereignis. Die Stadt Köln gehörte dabei zu den Gebieten mit den höchsten 72-Stunden Niederschlagswerten in Deutschland. Die vom Deutschen Wetterdienst (DWD) für das Kölner Stadtgebiet gemessenen Niederschlagshöhen treten statistisch gesehen deutlich seltener als alle 100 Jahre auf. Damit lag dieses Ereignis in seiner statistischen Wiederkehrhäufigkeit sehr weit jenseits der Wiederkehrzeiten, für die eine Kommune Hochwasserschutz leisten kann und muss. Hochwasserschutz und Hochwasser- vorsorge sind Gemeinschaftsaufgaben. Bei solchen extremen Ereignissen steht hier gemäß dem Gesetz zur Ordnung des Wasserhaushalts (WHG) § 5 Abs. 2 die private Vorsorge zur Schadensminderung im Vordergrund. In Dünnwald kam es am 14.07.2021 zu Überflutungen und Schäden durch ein komplexes Zu- sammenspiel von wildem Oberflächenabfluss aus dem Gebiet Bergisch Gladbach, Ausufe- rungen des Mutzbaches, welcher vom Wupperverband unterhalten wird, und ab etwa 20 Uhr auch Ausuferungen des Hochwasserrückhaltebeckens Diepeschrath des rrh. Kölner Randka- nals, welcher vom Zweckverband rrh. Kölner Randkanal betrieben wird. Ein detaillierter Ereignishergang (in Anlage) wurde in mehreren Ortstermine und Workshops mit der Bürgerinitiative Hochwasserschutz Dünnwald Höhenhausen (BI), den StEB Köln und den weiteren beteiligten Akteuren wie Wupperverband, UWA Bergisch Gladbach und UWA Köln, zusammen erstellt. Im Rahmen dieser Ortstermine und Workshops wurden auch erste Hochwasservorsorgemaßnahmen identifiziert. Um die Wirksamkeit und die technische, rechtliche sowie wirtschaftliche Umsetzbarkeit dieser Maßnahmen zu prüfen wird ein belastbares hydraulisches Modell des Oberflächenabflusses und des Abflusses im rrh. Kölner Randkanal benötigt. Dieses Modell wurde im April 2022 durch die StEB Köln beauftragt. Diese Untersuchung dauert derzeit noch an. Ergebnisse wer- den spätestens im 2. Quartal 2023 erwartet. Maßnahmen der öffentlichen Hand können erst nach Vorliegen belastbarer Aussagen über die Wirksamkeit potentieller Schutzmaßnahmen und ihre Umsetzbarkeit bewertet werden. Dabei sind dann auch die finanziellen Erfordernisse, die Eingriffe in die Umwelt und Landschaft sowie der Nutzen der Maßnahmen zu bewerten. Eine Informationsveranstaltung mit allen Beteiligten (Verbände, Fachverwaltungen der Städte Köln und Bergisch Gladbach sowie Bürgervereinen und –initiativen) zur Vorstellung der dann vorliegenden Überlegungen zu möglichen Maßnahmen ist nach dem Vorliegen der Ergebnis- se der hydraulischen Modellierungen vorgesehen. Anlagen: Anlage 1: Bürgerantrag Anlage 2: Bürgerantrag Anhang 1 Anlage 3: Zeitlicher Ereignisablauf 14.07.2021 3
Anlage-3_Zeitlicher_Ereignisablauf_Dokumentation_StEB_14.07.2021
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06.01.2023 1 / 6 ANLAGE Zeitablauf 14.07.2021 1. Rekonstruierter Zeitablauf Basierend auf Unterlagen der StEB Köln, der Bürgerinitiative Hochwasserschutz Dünnwald Höhenhausen (BI) und zweier Workshops am 24.08. und 31.08.22 konnte folgender zeitlicher Ablaufs des Geschehens vom 14.07.2021 etabliert werden: 1. Gegen 13:00 Uhr stand der Wald östlich des Hochwasserrückhaltebecken (HRB) Diepeschrath im Bereich des Handbachs bereits vollkommen unter Wasser. Es kam am östlichen Beckenrand, im Bereich des ehemaligen Verlaufs des Hand- bachs, zu oberirdischem Zufluss in das Becken. Abbildung 1: oberirdischer Zufluss am östlichen Beckenrand (Foto StEB Köln) 2. Die Mutzbachaue östlich der Katterbachstraße war bereits gegen 15:00 Uhr ge- füllt. Es gab keinen Abschlag aus der westlich gelegenen Aue in das HRB Diepe- schrather Mühle. 3. Gegen 16:30 Uhr war der Diepeschrather Weg nordwestlich neben dem Becken bereits nicht mehr zu befahren, da dieser unter Wasser stand (StEB Köln am 14.07.2021 vor Ort). Zu diesem Zeitpunkt lag der Wasserstand im Becken etwa 2 m unter dem Beckenrand. Abbildung 2: HRB, 16:34 Uhr (Foto StEB Köln) 2 / 6 Der Forsthof (250 m östlich der Leuchterbruchsiedlung) im Wildpark hatte um 16:15 Uhr noch kein Wasser. 4. Gegen 16:30 Uhr kam es im Waldbad zu Überflutungen. Die Überflutungen ka- men aus dem Mutzbach und dem östlich liegenden Gebiet. 5. Der Spielplatz im Wildpark hatte gegen 17 Uhr Wasser. 6. Die Überflutung im Waldbad und später am Spielplatz ging zurück. Dies ist ein In- dikator, dass etwa zu diesem Zeitpunkt das Hochufer an der Mutzbachbrücke ge- brochen sein muss (siehe Abbildung 3). 7. Abbildung 3: Gebrochene Ufereinfassung an der Mutzbachbrücke; Entlastung in Richtung Wild- park. Es kam zum Abfluss entlang der Tiefenlinie zum Wildpark und zur Leuchterbruch- siedlung. Abbildung 4: Abflussweg (Tiefenlinie) nach Bruch der Ufereinfassung an der Mutzbachbrücke zur Leuchterbruchsiedlung. Zwischen 18:00 und 19:00 Uhr ist wildabfließendes Wasser im Bereich des Wild- parks durch Foto- und Videomaterial der BI belegt. 3 / 6 An einem Maschendrahtzaun im Wildpark und Arboretum ist eine Geschwem- mselhöhe von etwa 1 m nachgewiesen. Hier hat sich anscheinend das wildabflie- ßende Wasser bis zu einer Höhe von 1 m gestaut, bevor der Zaum umschlug und eine Flutwelle nach Westen in Richtung der Straße „En de Fluhdänne“ in die Leuchterbruchsiedlung abfloss. Abbildung 5: Geschwemmselhöhe von 1 m an einem durch den Wasserdruck destruierten Ma- schendrahtzaun im Bereich Arboretum/Wildpark, etwa 250 m vor der Leuchterbruchsiedlung. 8. Gegen 18:30 Uhr erreicht die Flutwelle des oberirdisch abfließenden Wassers die Straße „En de Fluhdänne“ und erste Keller laufen voll. 9. Nachdem aufgrund der steigenden Wassermengen im HRB Diepeschrath die au- tomatisierte Steuerung in Betrieb ging, funktionierte das Becken innerhalb seiner Parameter und füllte sich planmäßig. Während der Beckenbegutachtung durch die StEB Köln stiegen der Wasserstand im Becken und auch der Wasserstand der Messstelle „Am Klosterhof“ im rrh. Köl- ner Randkanal auf ihre Grenzwerte an. Daraufhin fuhren sowohl der Schieber in der Messsteuerwarte (im Randkanal unterhalb des HRB) als auch der Zulauf- schieber zum HRB simultan zu, was zu einem plötzlichen Anstieg des Wasser- spiegels im Randkanal führte. Der Überdruck im Kanal entlud sich durch die obenliegenden Betondeckel auf dem Areal des HRBs (Abbildung 6). Abbildung 6: Betondeckel des rrh. Kölner Randkanals, HRB Diepeschrath. 4 / 6 10. Gegen 18:30 Uhr führt der Druck im rrh. Kölner Randkanal zum Wasseraustritt aus den Schachtdeckeln und dem Notüberlauf des Burggrabens am Haus Haan, südlich der Leuchterbruchsiedlung. 11. Zur Entlastung des Kanals und zum Schutz der Unterlieger (z.B. Haus Haan) wur- den der Regelschieber und die beiden Absperrschieber wieder langsam per Hand geöffnet. Trotz der geöffneten Regelschieber füllte sich das Becken weiter, daher wurden die Schieber in Rücksprache mit dem Betriebsingenieur im offenen Zu- stand belassen. Gegen 19:15 Uhr verließen die StEB Köln das gut gefüllte HRB (siehe Abbildung 7). Zu diesem Zeitpunkt war weder ein oberirdischer Zu- noch Abfluss über den Diepeschrather Weg erkennbar. Abbildung 7 Füllstand des Beckens gegen 19:15 Uhr (Foto StEB Köln) 12. Gegen 20:00 Uhr kam es zum Überlauf des HRB mit Entlastung in die Mutzbach- aue östlich der Katterbachstraße. 13. Die Messwerte an der DWD Messstation GKW Stammheim belegen, dass der Spitzenwert der Tagesniederschlagssumme (~ ¼) zwischen 18:00 und etwa 20:00 Uhr gefallen ist. Abbildung 8: Niederschlagssumme und -verteilung 14.07.2021 DWD Station GKW Stammheim. 14. Gegen 20:00 Uhr kam es zu weiteren Überflutungen in der Leuchterbruchsiedlung (Durginweg, Belaweg). Da dies zeitgleich mit dem Überlauf des HRB geschieht 5 / 6 und der Abfluss vom Becken zur Siedlung zwischen 30 - 45 Minuten dauert, ist dies sehr wahrscheinlich auf den Niederschlagspeak ab 18:00 Uhr zurückzufüh- ren. 15. Gegen 21:00 Uhr kam es zu einer erneuten Flutung des Waldbads. Da das Wald- bad durch den Uferbruch an der Mutzbachbrücke nicht mehr durch den Mutzbach geflutet werden konnte, muss es sich um oberirdischen Zufluss aus der östlich lie- genden Waldfläche gehandelt haben. Es ist unklar welche Beiträge auf den Über- lauf des Beckens und auf den Niederschlagspeak ab 18:00 Uhr zurückzuführen sind. 16. Gegen 22:00 Uhr kommt es zur oberirdischen Flutung von Haus Haan aus Rich- tung Leuchterbruchsiedlung. 17. Gegen 23:30 Uhr sinkt der Wasserstand im HRB und es kann zu keinem weiteren Abfluss in Richtung Mutzbachaue gekommen sein. 06.01.2023 6 / 6 Übersichtsplan
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: geändert beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 4342/2022
- Typ
- Beschlussvorlage Bezirksvertretung
- Datum
- 28.02.2023
- Erstellt
- 22.12.2022 16:07