3074/2022
Personalkapazitäten und Stellenbesetzungen auf neurologischen Intensivstationen (AN/1637/2022)
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Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle V/53 Vorlagen-Nummer 26.09.2022 3074/2022 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Gesundheitsausschuss 27.09.2022 Personalkapazitäten und Stellenbesetzungen auf neurologischen Intensivstationen (AN/1637/2022) Mit der Anfrage AN/1637/2022 stellt die Fraktion Die Linke folgende Fragen: 1. Wie viele Betten sind in den genannten Kliniken für akute Schlaganfallspatient*innen vorgese- hen und wie viele davon können auch wirklich belegt werden? 2. Können alle Kliniken eine Zertifizierung der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft und der Deutschen Schlaganfall-Hilfe als überregionale Stroke Unit vorweisen und was bedeutet eine solche Zertifizierung im Detail? 3. Sind auf den Stroke-Unit-Stationen der genannten Kliniken alle pflegerischen und ärztlichen Stellen besetzt und wenn nicht, wie viele offene Stellen müssen besetzt werden? 4. Werden die Schlaganfall-Patient*innen auch ausreichend von Logopäd*innen, Physiothera- peut*innen und Ergotherapeut*innen betreut und erhalten auch am Wochenende entspre- chende Trainingseinheiten? 5. Gibt es klinikbezogene Auswertungen über den Erfolg einer zeitnahen medizinischen Versor- gung nach einem akuten Schlaganfall-Ereignis und wie sehen die Ergebnisse aus? Die Verwaltung antwortet wie folgt: Zu 1.: Wie viele Betten sind in den genannten Kliniken für akute Schlaganfallspatient*innen vorgesehen und wie viele davon können auch wirklich belegt werden? In den Feststellungsbescheiden der Bezirksregierung ist die Anzahl der Betten für jede Stroke Unit der Krankenhäuser - Merheim: 12 Betten - Uniklinik: 16 Betten - Heilig-Geist-KH: 8 Betten ausgewiesen. Die Belegung hängt derzeit vom vorhandenen Personal ab, was sich täglich ändern kann und sich deshalb nicht pauschal beantworten lässt. Maßgeblich ist, dass neu auftretende Schlaganfallpatienten durch den Rettungsdienst in Köln jederzeit auch versorgt werden können, was derzeit der Fall ist. 2 Zu 2.: Können alle Kliniken eine Zertifizierung der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft und der Deutschen Schlaganfall-Hilfe als überregionale Stroke Unit vorweisen und was be- deutet eine solche Zertifizierung im Detail? Es gib in Deutschland von medizinischen Fachgesellschaften Zertifizierungen für Stroke Units (Bei- spiel: https://www.dsg-info.de/stroke-units-neurovaskulaere-netzwerke/). Sie umfassen die Anforde- rungen, die eine Stroke Unit nach dem Stand von Wissenschaft und Technik erfüllen muss, um eine fachgerechte Schlaganfall Diagnostik und Therapie durchführen zu können. Die Kliniken der Stadt Köln verfügen am Standort Merheim über eine zertifizierte Stroke Unit. Eine Zertifizierung als Stroke Unit definiert strukturelle Voraussetzungen und Qualitätsindikatoren mit interdisziplinären Schnittstel- len unter anderem zur Notaufnahme, der kardiologischen Abteilung, der radiologischen Abteilung, der neurochirurgischen Abteilung, der gefäßchirurgischen Abteilung, der kardio-vaskulärem Diagnostikbe- reich, der Physiotherapie, der Ergotherapie, der Logopädie und dem Sozialdienst. Des Weiteren exis- tiert ein zertifiziertes neurovaskulären Netzwerk, das die relevanten Schlaganfallzentren im Großraum Köln zusammenfasst. Zu 3.: Sind auf den Stroke-Unit-Stationen der genannten Kliniken alle pflegerischen und ärztli- chen Stellen besetzt und wenn nicht, wie viele offene Stellen müssen besetzt werden? Auf der Stroke-Unit-Station der Kliniken der Stadt Köln sind aktuell 14,94 VZK pflegerische Stellen besetzt, bei einem SOLL von 27,42 VZK. Es fehlen 12,48 VZK im pflegerischen Bereich. Im ärztlichen Bereich sind sämtliche Stellen besetzt. In Gesprächen mit den Krankenhäusern zeigt sich, dass das verfügbare Personal nicht nur von der Besetzung der vorhandenen Stellen, sondern auch vom Kran- kenstand, Teilzeitarbeit und weiteren Faktoren abhängig ist, die zu Tagesschwankungen führen. Zu 4.: Werden die Schlaganfall-Patient*innen auch ausreichend von Logopäd*innen, Physio- therapeut*innen und Ergotherapeut*innen betreut und erhalten auch am Wochenende entsprechende Trainingseinheiten? Das Vorhandensein von Logopäden*innen ist Teil einer Stroke Unit und damit keine „Kann-Leistung“. Alle genannten Bereiche (Logopädie, Physiotherapie und Ergotherapie) sind personell und strukturell vorhanden. Aktuell wird der Bereich restrukturiert. Zu 5.: Gibt es klinikbezogene Auswertungen über den Erfolg einer zeitnahen medizinischen Versorgung nach einem akuten Schlaganfall-Ereignis und wie sehen die Ergebnisse aus? Sämtliche Patienten mit Schlaganfalldiagnose werden durch die Kliniken der Stadt Köln im bundes- weiten Schlaganfallregister gelistet. Zusätzlich werden interventionell-radiologisch behandelte Schlaganfälle (sogenannte „Thrombektomien“) im Register der Deutschen Gesellschaft für Interventi- onelle Radiologie und minimal-invasive Therapie (DeGIR) geführt. Sämtliche Qualitätsindikatoren wurden bei der Zertifizierung zur Stroke-Unit evaluiert und erfüllen die erforderlichen Vorgaben. Es gibt internationale Studien mit der Beteiligung Kölner Wissenschaftler. Forschung im Bereich „Stroke“ ist heute meist hochspezialisiert, oft multizentrisch und vielfach länderübergreifend. Aktuelle Beispiele dafür: 3 1. Venketasubramanian N, Anderson C, Ay H, Aybek S, Brinjikji W, de Freitas GR, Del Brutto OH, Fassbender K, Fujimura M, Goldstein LB, Haberl RL, Hankey GJ, Heiss WD, Lestro Henriques I, Ka- se CS, Kim JS, Koga M, Kokubo Y, Kuroda S, Lee K, Lee TH, Liebeskind DS, Lip GYH, Meairs S, Medvedev R, Mehndiratta MM, Mohr JP, Nagayama M, Pantoni L, Papanagiotou P, Parrilla G, Pastori D, Pendlebury ST, Pettigrew LC, Renjen PN, Rundek T, Schminke U, Shinohara Y, Tang WK, Toyoda K, Wartenberg KE, Wasay M, Hennerici MG. Stroke Care during the COVID-19 Pandemic: Interna- tional Expert Panel Review.. Cerebrovasc Dis. 2021;50(3):245-261. doi: 10.1159/000514155 2. Milija D Mijajlović , Aleksandra Pavlović , Michael Brainin , Wolf-Dieter Heiss , Terence J Quinn , Hege B Ihle-Hansen , Dirk M Hermann , Einor Ben Assayag , Edo Richard, Alexander Thiel , Efrat Kliper , Yong-Il Shin , Yun-Hee Kim , SeongHye Choi , San Jung , Yeong-Bae Lee, Osman Sinanović , Deborah A Levine , Ilana Schlesinger, Gillian Mead , Vuk Milošević , Didier Leys , Guri Hagberg , Marie Helene Ursin , Yvonne Teuschl , Semyon Prokopenko , Elena Mozhey- ko , Anna Bezdenezhnykh , Karl Matz , Vuk Aleksić , DafinFior Muresanu , Amos D Korczyn , Natan M Bornstein. Post-stroke dementia - a comprehensive review. BMC Med 2017 Jan 18;15(1):11. doi: 10.1186/s12916-017-0779-7 3. Meyer L, Stracke CP, Jungi N, Wallocha M, Broocks G, Sporns PB, Maegerlein C, Dorn F, Zim- mermann H, Naziri W, Abdullayev N, Kabbasch C, Behme D, Jamous A, Maus V, Fischer S, Möhlen- bruch M, Weyland CS, Langner S, Meila D, Miszczuk M, Siebert E, Lowens S, Krause LU, Yeo LLL, Tan BY, Anil G, Gory B, Galván J, Arteaga MS, Navia P, Raz E, Shapiro M, Arnberg F, Zelenák K, Martinez-Galdamez M, Fischer U, Kastrup A, Roth C, Papanagiotou P, Kemmling A, Gralla J, Psy- chogios MN, Andersson T, Chapot R, Fiehler J, Kaesmacher J, Hanning U. Thrombectomy for Pri- mary Distal Posterior Cerebral Artery Occlusion Stroke: The TOPMOST Study. JAMA Neurol. 2021 Apr 1;78(4):434-444. doi: 10.1001/jamaneurol.2021. Gez. Dr. Rau
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3074/2022
- Typ
- Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
- Datum
- 26.09.2022
- Erstellt
- 19.09.2022 11:51