V/0533/2014
Verkehrsverhalten und Verkehrsmittelwahl der Münsteraner - Ergebnisse einer Haushaltsbefragung im Herbst 2013
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Berichtsvorlage
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V/0533/2014 DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung Betrifft Verkehrsverhalten und Verkehrsmittelwahl der Münsteraner - Ergebnisse einer Haushaltsbefragung im Herbst 2013 Beratungsfolge 27.08.2014 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wohnen Bericht Bericht: Die Stadt Münster b eauftragte 2013 bereits zum sechsten Mal seit 1982 eine Haushaltsbefr a- gung, um das Verkehrsverhalten der Münsteraner Bevölkerung zu analysieren. Die Unters u- chung en thält eine differenzierte Bestandsaufnahme zu den Wegen und den dabei genutzten Verkehrsmitteln der Bewohner Münsters. Die Studie liefert damit für verschiedene Fachbereiche der Stadt Münster aktuelle Daten, um auch weiterhin auf einer gesicherten Datenbasis Entscheidungsprozesse durchführen zu können. Hierzu zählen insbesondere der Luftqualität splan, der Lärmaktionsplan, der 3. Nahverkehrsplan, das Klimaschutzkonzept und die vielseitigen Fragestellungen aus der Stadt - und Verkehrspla- nung. Darüber hinaus finden die Ergebnisse Eingang in das softwaregestützte Verkehrsmodell der Stadt Münster, mit dessen Hilfe konkrete Planungen und langfristige Strategien entwickelt und geprüft werden können. Die Ergebnisse dieser Haushaltsbefragung Münster 2013 liegen nun vor. In der Schriftenreihe „Beiträge zur Stadtforschung Stadtentwicklung Stadtplanung Verke hrsplanung 1/2014“ sind die wesentlichen Ergebnisse der Befragung unter dem Titel „Verkehrsverhalten und Verkehrsmittel der Münsteraner – Ergebnisse einer Haushaltsbefragung im Herbst 2013“ dokumentiert (Anlage). 71 % Umweltverbund - damit ist das Verkehr sverhalten der Münsteranerinnen und Münsteraner vorbildlich. Diese hohe Quote belegt, dass sich die Münsteranerinnen und Münsteraner sehr umweltbewusst verhalten und die Autonutzung mit zunehmender Tendenz an Bedeutung verliert. Das ist nur eines der span nenden Ergebnisse dieser Studie. Für den Stadt- und Verkehrsplaner sind aber nicht nur die Entwicklungen bei den öffentlichkeitswirksamen Eckgrößen von Bede u- tungen, sondern insbesondere auch die fachspezifischen Detailergebnisse. Zum Be ispiel, dass im Bin nenverkehr mittlerweile mehr Kilometer mit dem Fahrrad als mit dem Kfz unternommen werden. Die Tagesganglinien vom Kfz - und Radverkehr verlaufen fast identisch , die Durc h- Vorlagen-Nr.: V/0533/2014 Auskunft erteilt: Herr Renkhoff Ruf: 492 61 52 E-Mail: Renkhoff@stadt-muenster.de Datum: 08.08.2014 Öffentliche Berichtsvorlage 2 V/0533/2014 schnittsgeschwindigkeit beim Auto liegt bei ca. 30 Km/h und über 30 % aller Wege haben ihre Ziele und Quel len im Stadtbezirk Mitte . Hieraus ergeben sich für die Zukunft Fragestellungen, zum Beispiel an die Aufteilung der Verkehrsflächen oder das Geschwindigkeitsniveau auf uns e- ren innerstädtischen Straßen. Diese Fragen müssen in einer zukun ftsweisenden Stadt - und Verkehrsplanung berücksichtigt werden, um den Stellenwert der Verkehrsmittel des Umweltverbundes (Fuß,Rad,ÖV) weiter zu stärken. i. V. gez. Schultheiß Anlage: Broschüre „Verkehrsverhalten und Verkehrsmittelwahl der Münsteraner – Ergebnisse einer Haushaltsbefragung im Herbst 2013“
Anlage
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Verkehrsverhalten und Verkehrsmittelwahl der Münsteraner Ergebnisse einer Haushaltsbefragung im Herbst 2013 Beiträge zur Stadtforschung·Stadtentwicklung·Stadtplanung·Verkehrsplanung 1/2014 Anlage zur Vorlage V/0533/2014 Auftraggeber/Herausgeber: Stadt Münster Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung Abteilung Verkehrsplanung 48127 Münster Auftragnehmer: Omnitrend GmbH Seeburgstraße 100 04103 Leipzig 3 Vorwort 71 % Umweltverbund, damit ist das Verkehrsverhalten der Münst e- ranerinnen und Münsteraner vo rbildlich – diese hohe Quote belegt, dass sich die Münsteranerinnen und Münsteraner sehr umweltb e- wusst verhalten und die Autonutzung mit zunehmender Tendenz an Bedeutung verliert. Das ist nur eines der interessanten Ergebnisse dieser Studie, mit der das Amt für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehrsplanung das Verkehrsverhalten und die Verkehrsmittelwahl der Münsteraner nun schon zum sechsten Mal seit 1982 untersucht hat. Hierfür wurden im Oktober und November 2013 insgesam t 3.490 Personen aus 1.516 Münsteraner Haushalten zu ihrem Mobilitätsverhalten befragt. Zuvor wurden knapp 10.000 z u- fällig ausgewählte Haushalte mit einem Ankündigungsschreiben informiert. Es wurde deutlich darauf hingewiesen, dass die Tei lnahme an der Bef ragung freiwillig ist und die Belange des Datenschutzes eingehalten werden. Daraufhin h aben sich 849 Haushalte bereit erklärt telefonisch und 667 online an der Befragung teilzunehmen. Für diese hohe Bereitschaft der Münsteranerinnen und Münsteraner möchte ich mich an dieser Stelle herzlich bedanken. Denn nur hierdurch konnte bereits im ersten A n- lauf die notwendige Stichprobe für eine repräsentative Umfrage erzielt werden. Für den Stadt- und Verkehrsplaner sind aber nicht nur die Entwicklungen bei den öffe ntlichkeitswirk- samen Eckgrößen von Bedeutungen, sondern insbesondere auch die fachspezifischen Detailerge b- nisse - zum Beispiel, dass im Binnenverkehr mittlerweile weitere Wege mit dem Fahrrad als mit dem Kfz unternommen werden und dass d ie Nutzung von Kfz und Rad im Tagesverlauf fast identisch ist. Die Durchschnittsgeschwindigkeit beim Auto liegt bei ca. 30 km/h und über 30 % aller Wege haben ihre Ziele und Quellen im Stadtbezirk Mitte. Hieraus ergeben sich für die Zukunft Fragestellungen, zum Beispiel an d ie Aufteilung der Verkehrsflächen oder das Geschwindigkeitsniveau auf unseren i n- nerstädtischen Straßen. Ich freue mich, dass bei den Münsteranerinnen und Münsteranern der Trend zur umweltgerechten Mobilität offensichtlich noch weiter zugenommen hat. Haben Sie Fragen, Anregungen oder auch Kr i- tik, die Mitarbeiter der Verkehrsplanung im Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung stehen Ihnen hierfür telefonisch oder auch in einem persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Ich wünsche eine interessante Lektüre! Hartwig Schultheiß Stadtdirektor 4 Inhalt 1 Methodik .......................................................................................................................................................... 5 2 Mobilitätskennziffern ........................................................................................................................................ 6 3 Fahrzeugausstattung der Haushalte ................................................................................................................ 6 4 Mobilität: Außer-Haus-Anteil und Wegeanzahl................................................................................................. 7 5 Verkehrsmittelwahl ........................................................................................................................................... 9 6 Zeitliche Aspekte ............................................................................................................................................ 15 7 Entfernungen.................................................................................................................................................. 18 8 Geschwindigkeiten ......................................................................................................................................... 20 9 Räumliche Ziele ............................................................................................................................................. 20 10 Wegzwecke .................................................................................................................................................... 21 11 Zusammenfassung ......................................................................................................................................... 24 Tabellenverzeichnis Tab. 1 Datengrundlage .................................................................................................................................... 5 Tab. 2 Mobilitätskennzahlen ............................................................................................................................ 6 Tab. 3 Wegedauer nach genutztem Verkehrsmittel ....................................................................................... 15 Tab. 4 Wegentfernungen ............................................................................................................................... 18 Tab. 5 Durchschnittliche Geschwindigkeiten in km/h nach genutztem Verkehrsmittel ................................... 20 Tab. 6 Quelle-Ziel-Matrix................................................................................................................................ 20 Tab. 7 Dauer und Entfernung nach Wegzweck .............................................................................................. 23 Abbildungsverzeichnis Abb. 1 Fahrzeugausstattung der Haushalte ..................................................................................................... 6 Abb. 2 Mobilität am Stichtag nach Alter und Geschlecht .................................................................................. 7 Abb. 3 Wege pro Tag nach Alter und Geschlecht ............................................................................................ 8 Abb. 4 Generelle Nutzungshäufigkeit von Verkehrsmitteln werktags ............................................................... 9 Abb. 5 Generelle Nutzungshäufigkeit von Verkehrsmitteln am Wochenende ................................................ 10 Abb. 6 Verkehrsmittelwahl.............................................................................................................................. 11 Abb. 7 Genutzte Verkehrsmittel nach Alter, Geschlecht und Wohnort ........................................................... 12 Abb. 8 Anteile der genutztem Verkehrsmittel an den zurückgelegten Wegen und den zurückgelegten Entfernungen im Binnenverkehr ................................................................................ 13 Abb. 9 Genutzte Verkehrsmittel im Zeitvergleich ........................................................................................... 14 Abb. 10 Genutzte Verkehrsmittel im bundesdeutschen Vergleich .................................................................... 14 Abb. 11 Aufenthaltsdauer im Verkehr am Stichtag (min/Person) nach Alter, Geschlecht ................................ 15 Abb. 12 Wege nach Stunde, in der der Weg überwiegend stattgefunden hat (Tagesganglinie) ...................... 16 Abb. 13 Wegzweckanteile nach Stunde, in der der Weg überwiegend stattgefunden hat ............................... 17 Abb. 14 Genutzte Verkehrsmittel nach Wegentfernung ................................................................................... 18 Abb. 15 Gesamtkilometer am Stichtag pro mobiler Person nach Alter und Geschlecht ................................... 19 Abb. 16 Wegzwecke nach Geschlecht ............................................................................................................. 21 Abb. 17 Verkehrsmittelnutzung nach Wegzweck ............................................................................................. 22 5 1 Methodik Die folgenden Auswertungen beruhen auf der Befragung von 1.516 Haushalten mit 3.490 Personen. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Gesamtbevölkerung Münsters. Das Mobilitätsverhalten von Kindern wurde über die Eltern erfasst. Die zufällig ausgewählten Haushalte erhielten zunächst Befragungsunterlagen per Post und konnten dann auswählen, ob sie das Interview selbständig online ausfüllen oder sich telefonisch befragen las- sen. Die Teilnahme war freiwillig. Die Interviews f anden im Oktober und November 2013 statt. Im Mittelpunkt stand die Erfassung aller zurückgelegten Wege für einen vorgegebenen Stichtag (Montag bis Freitag). Für diese Wege wurden unter anderem das Verkehrsmittel, der Zweck und die Entfernung ermittelt. Aus dem Durchschnitt der über 12.000 berichteten Wege ergibt sich ein repräsentati ves Bild des werktäglichen Mobilitätsverhal- tens der Bevölkerung. Tab. 1 Datengrundlage Haushalte Personen Wege Innenstadt 628 1.317 4.736 Außenstadt 888 2.173 7.324 Gesamt 1.516 3.490 12.060 6 2 Mobilitätskennziffern Im Durchschnitt legt jeder Münsteraner und jede Münsteranerin 3,4 Wege am Tag zurück. Darunter befinden sich 0,7 Fußwege, 0,4 Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln und eine Fahrt mit einem pr i- vaten Kraftfahrzeug. Di e meisten Wege werden bei durchschnittlich 1,3 Fahrten mit dem Fahrrad g e- macht. Im Mittel dauert ein Weg 21 Minuten und ist 8,5 Kilometer lang (im Binnenverkehr 3,3 km). Wer mobil ist, hält sich 75 Minuten am Tag im Verkehr auf. Tab. 2 Mobilitätskennzahlen Wege pro Tag 3,42 zu Fuß 0,74 Fahrrad 1,34 Bus und Bahn 0,35 KFZ 0,99 Mittlere Weglänge 8,5 Kilometer Mittlere Wegdauer 21 Minuten Zeitbudget mobiler Personen 75 Minuten/Tag 3 Fahrzeugausstattung der Haushalte Drei Viertel der Haushalte in Münster verfügen über mindestens ein Auto, wobei der Anteil von Hau s- halten mit mehr als ein em Pkw sehr gering ist (1%). Im Mittel ergeben sich 0,8 Pkw pro Haushalt. Die Fahrradausstattung ist mit durchschnittlich 2,3 Rädern pro Haushalt hoch. In nur 8% der Haushalte befindet sich überhaupt kein Fahrrad. 5% der Haushalte besitzen bereits ein Elektro -Fahrrad. Dieser Anteil dürfte in den nächsten Jahren ansteigen. Abb. 1 Fahrzeugausstattung der Haushalte Anteile in % 24,2 8,2 95,2 74,8 30,8 28,6 32,4 3,6 1,01,1 <0,5 Pkw Fahrräder E-Fahrräder 3 und mehr 2 1 0 7 4 Mobilität: Außer-Haus-Anteil und Wegeanzahl 7% der Bevölkeru ng bleibt an einem durchschnittlichen Tag unter der Woche durchgehend in der Wohnung. Alle anderen sind Verkehrsteilnehmer. Den höchsten Außer -Haus-Anteil haben Kinder und Jugendliche bis 17 Jahren (95%), da sich in dieser Gruppe die Schulpflicht bemerkbar macht. Am we- nigsten mobil sind ältere Leute ab 66 Jahren (20% keine Wege am Stichtag). Zwischen Mä nnern und Frauen gibt es nur einen geringen Unterschied. Abb. 2 Mobilität am Stichtag nach Alter und Geschlecht in %, Alter in Jahren 86,5 94,6 85,0 90,7 87,3 71,7 87,1 85,9 6,2 10,0 4,9 5,9 8,8 6,0 6,3 7,3 5,0 4,4 6,8 19,5 6,9 7,8 2,3 3,1 Gesamt 0-17 18-24 25-44 45-65 66+ männlich weiblich AlterGeschlecht mobil mobil, aber nicht in Münster nicht mobil 8 Kinder und Jugendliche besitzen zwar den höchsten Außer-Haus-Anteil, legen mit durchschnittlich 3,1 Wegen pro Tag weniger Strecken zurück als Erwachsene zwischen 18 und 65 Jahren (3,7 Wege pro Tag). Der Wert für Senioren ab 66 Jahre ist mit durchschnittlich 2,8 Wegen pro Tag a m niedrigsten. Betrachtet man jedoch nur die am Stichtag mobilen Seniore n, so liegt die Wegeanzahl mit 4 genau im Durchschnitt aller mobilen Personen. Die relativ geringe Mobilität von Kindern und Jugendlichen könnte einerseits daran liegen, dass es neben dem Schulweg weniger Pflichtwege – z.B. zum Einkaufen oder zum Holen oder Bringen and e- rer Personen – gibt als bei E rwachsenen. Andererseits könnte es auch ein Hinweis darauf sein, dass junge Menschen zunehmend Wege virtuell im Internet zurücklegen, wie z.B . Freunde treffen. Abb. 3 Wege pro Tag nach Alter und Geschlecht Die Wegeanzahl unterscheidet sich zwischen Männern und Frauen nur geringfügig. 3,4 3,1 3,6 3,7 3,6 2,8 3,4 3,4 4,0 3,2 4,2 4,1 4,1 4,0 4,0 3,9 0-17 18-24 25-44 45-65 66+ Frauen Männer Gesamt Alter Geschlecht pro Person pro mobile Person 9 5 Verkehrsmittelwahl Die Befragten sollten selbst einschätzen, wie oft sie verschiedene Verkehrsmittel generel l nutzen. Die generellen Nutzungshäufigkeiten bilden Zielgruppen und Präferenzen ab und liefern damit eine E r- gänzung zur tatsächlich an einem vorgegebenen Stichtag berichteten Verkehrsmittelwahl (siehe Abb. 6). Zwei Drittel der Münsteranerinnen und Münsteraner sagen von sich selbst , unter der Woche an min- destens drei Tagen Rad zu fahren. Damit ist das Fahrrad in Münster das bei weitem bevorzugte Ver- kehrsmittel. Der Wert spiegelt die ausgeprägte Radfahrkultur in der Stadt wider. Das Auto nutzen 36% der Einwohner Münsters fast täglich als Fahrer oder Mitfahrer. 17% der Bevölkerung fährt fast werk- täglich mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Ebenso viele geben an, nie Bus und Bahn zu nutzen. Insge- samt weisen die öffentlichen Verkehrsmi ttel einen hohen Anteil von Gelegenheitskunden auf (insg e- samt 50% vierteljährig, monatlich oder wöchentlich). Abb. 4 Generelle Nutzungshäufigkeit von Verkehrsmitteln werktags Selbsteinschätzung, Anteile in % 16,6 8,3 11,2 16,7 5,4 15,2 6,0 20,3 17,0 6,2 14,5 27,8 11,8 16,6 35,5 65,7 3,4 1,6 ÖV werktags Pkw werktags Fahrrad werktags 3 - 6 Tage/Woche 1 - 2 Tage/Woche 1 - 3 Tage/Monat 1 - 2 Tage/Vierteljahr seltener nie 10 Auch an den Wochenenden ist das Fahrrad sehr be liebt. 54% der Münsteranerinnen und Münsteraner geben an, das Fahrrad fast jedes Wochenende zu nutzen. 23% nutzen es an 1 -2 Wochenenden im Monat. Ebenfalls hoch im K urs steht das Auto. N ach eigenen Angaben sind 40% der Bevölkerung Münsters regelmäßig an den Wochenenden mit dem Auto unterwegs. Die öffentlichen Verkehrsmittel werden an Wochenenden deutlich weniger als das Fahrrad und das Auto genutzt. Nahezu die Hälfte der Einwohner nutzt die öffentlichen Verkehrsmittel nur sehr selten oder nie. Abb. 5 Generelle Nutzungshäufigkeit von Verkehrsmitteln am Wochenende Selbsteinschätzung, Anteile in % 26,8 7,9 12,7 22,8 5,7 5,8 18,2 10,0 19,5 36,8 22,8 12,7 39,6 54,4 4,3 ÖV am Wochenende Pkw am Wochenende Fahrrad am Wochenende 3 - 5 Wochenenden/Monat 1 - 2 Wochenenden/Monat 1 - 2 Wochenenden/Vierteljahr seltener nie 11 Die folgenden Werte stellen die tatsächliche Verkehrsmittelnutzung für einen mittleren Werktag (nur Montag bis Freitag) im Herbst 2013 dar. Die Anteile der einzelnen Verkehrsmittel beziehen sich je- weils auf das genutzte Haupt verkehrsmittel für einen Weg. So wird z.B. die Kombination aus einem Fußweg zur Haltestelle und einer Busfahrt als Weg mit einem öffentlichen Verkehrsmittel gezählt. Die Bevölkerung Münsters legt 39% aller Wege mit dem Fahrrad und 22% nur zu Fuß zurück. Auf j e- dem zehnten Weg werden öffentliche Verkehrsmittel genutzt. Der Anteil von Fahrten mit p rivaten Kraftfahrzeugen als Fahrer beträgt 24% und als Mitfahrer 5%. Das Mobilitätsverhalten der Münster a- nerinnen und Münsteraner ist damit ausgesprochen umweltfreundlich. Abb. 6 Verkehrsmittelwahl Anteile der Hauptverkehrsmittel an allen Wegen in %, nur Mo-Fr Betrachtet man nur die Wege innerhalb von Münster (Binnenverkehr), so liegt der Radanteil sogar bei 43%. Bei Fahrten über die Stadtgrenze hinaus (Quell -/Zielverkehr) dominiert das Auto mit 72% (58% Fahrer, 14% Mitfahrer). Busse und Bahnen erreichen einen Anteil von 26%. 23,921,7 42,839,1 25,5 8,7 10,2 13,8 4,25,1 58,2 20,423,9 2,5 Quell-/ZielverkehrBinnenverkehrGesamt Kfz als Fahrer Kfz als Mitfahrer ÖV Fahrrad zu Fuß 12 Kinder, Jugendliche und jung e Erwachsene bis 24 Jahre nutzen überdurchschnittlich oft di e öffentli- chen Verkehrsmittel und das Fahrrad ( 15% ÖV, rund 50% Fahrrad) . Senioren ab 66 Jahren gehen häufiger zu Fuß (37%). Überdurchschnittlich oft wird der Pkw von Erwachsenen mittleren Alters g e- nutzt. Frauen und Männer liegen bei der Wahl ihrer Verkehr smittel nicht weit auseinander. Frauen gehen etwas öfter zu Fuß als Männer, während diese häufiger Fahrrad fahren. Abb. 7 Genutzte Verkehrsmittel nach Alter, Geschlecht und Wohnort Anteile der Hauptverkehrsmittel an allen Wegen in %, nur Mo-Fr Die Siedlungsstruktur des Wohnbezirks beeinflusst die Verkehrsmittelnutzung. So ist der Fußwegea n- teil im Stadtbezirk Mitte mit 28% besonders hoch. In Südost ist dagegen das Auto das wichtigste Ve r- kehrsmittel. 21,7 19,4 20,4 19,8 18,8 36,8 20,5 22,9 28,3 19,7 10,4 10,7 16,0 20,2 39,1 48,7 53,6 34,5 37,0 25,2 41,7 36,8 41,5 45,7 36,9 32,5 31,3 29,8 10,2 14,9 8,5 9,3 4,9 9,4 10,9 5,5 8,2 19,6 19,0 11,8 16,2 5,1 16,5 4,1 4,3 5,6 3,9 6,3 3,4 4,0 8,3 11,6 8,2 5,4 23,9 9,4 33,0 30,6 27,7 24,6 23,1 21,4 22,4 24,8 26,2 32,7 28,4 15,1 1,5 0,4 Gesamt 0-17 18-24 25-44 45-65 66+ männlich weiblich Mitte West Nord Ost Südost Hiltrup AlterGeschl.Bezirk zu Fuß Fahrrad ÖV Kfz als Mitfahrer Kfz als Fahrer 13 Bisher wurden die Verkehrsmittelanteile bezüglich aller W ege betrachtet. Berücksichtigt man die We g- längen, so lassen sich die Anteile der Verkehrsmittel an der Gesamtentfernung darstellen (Verkehrs- leistung oder Verkehrsaufwand). Von allen zurückgelegten Kilometern im Binnenverkehr entfallen 37% auf das Fahrrad. Der Wegean- teil liegt bei 43%. Das Auto wird für 25% der Wege genutzt und hat aufgrund der längeren Fahrstr e- cken einen Anteil von 39% an allen gefahrenen Kilometern. Mit dem öffentlichen Verkehr werden 18% aller Kilometer bewältigt bei einem Weganteil von 9%. Fußwege haben einen Anteil von 2 4% an allen Wegen, aber tragen wegen der relativ kurzen Dista n- zen nur 5% zur Verkehrsleistung bei. Abb. 8 Anteile der genutztem Verkehrsmittel an den zurückgelegten Wegen und den zurück- gelegten Entfernungen im Binnenverkehr Anteil in %; ohne „sonstige Verkehrsmittel“; nur Wege im Binnenverkehr Münster; Verkehrsleistung: nur Wege bei denen eine plausible Entfernung berechnet werden konnte 23,9 42,8 37,4 8,7 18,1 4,2 5,4 20,4 33,9 5,1 Anteil an WegenAnteil an Entfernung Kfz als Fahrer Kfz als Mitfahrer ÖV Fahrrad zu Fuß 14 Die Entwicklung der Verkehrsmittelnutzung seit 1982 ist durch folgende Tendenzen gekenn zeichnet: Der Radanteil steigt weiter und erreicht im Jahr 2013 einen Spitzenwert . Der Pkw-Anteil ist deutlich gesunken, während der ÖV-Anteil seit 2001 nahezu konstant bei 10% blieb . Bei den Fußwegen ist ei- ne uneinheitliche Entwicklung zu erkennen: Nach n iedrigeren Werten in den Jahren 2007 und 2001 liegt der Anteil wieder auf dem Niveau der 90er Jahre. Abb. 9 Genutzte Verkehrsmittel im Zeitvergleich Anteile in % Das Mobilitätsverhalten der Münsteranerinnen und Münsteraner ist außergewöhnlich: Der Rada nteil ist im Vergleich zum bundesweiten Durchschnitt, aber auch im Vergleich zum Durchschnitt aller deut- schen Kernstädte fast viermal so hoch. Dafür ist vor allem der Autoanteil deutlich geringer. Abb. 10 Genutzte Verkehrsmittel im bundesdeutschen Vergleich Anteile in %; Quellen: Deutschland und Kernstädte: infas (2009): MiD 2008 Tabellenband, S. 26; Werte beziehen sich auf alle Tage einschl. Wochenende 21,715,713,421,521,225,0 39,1 37,635,2 31,733,929,2 10,2 10,4 10,99,56,66,6 29,036,340,537,338,339,2 201320072001199419901982 Kfz ÖV Fahrrad Fuß 21,7 23,7 27,2 39,1 10,0 9,8 10,2 8,5 14,7 29,0 57,8 48,2 Münster Deutschland Kernstädte Kfz ÖV Fahrrad Fuß 15 6 Zeitliche Aspekte Der durchschnittliche Weg der Münsteraner innen und Münsteraner dauert 21 Minuten. Fußwege wer- den im Schnitt in 13 Minuten erledigt, davon 62% in unter 10 Minuten. Die durchschnittliche Fahrt mit dem Rad beträgt 14 Minuten. Die Wegdauer im öffentlichen Verkehr ist mit durchschnittlich 50 Minu- ten relativ lang. In diesem Durchschnittswert fließen neben der eigentlichen Fahrtzeit mit Bussen und Bahnen auch die Fußwege und Wartezeiten ein. Autofahrer brauchen im Durchschnitt 23 Minuten für eine Strecke. Tab. 3 Wegedauer nach genutztem Verkehrsmittel in Zeilen %, n = ungewichtete Fallzahl; ohne „sonstige Verkehrsmittel"; nur Wege, bei denen eine Entfernung be- rechnet werden konnte und die plausible Geschwindigkeiten aufweisen; ohne Wege im „übrigen Verkehr“ (Quelle- und Ziel außerhalb Münster) mittlere Weg- dauer in min 0-5 min 6-10 min 11-15 min 16-20 min 21-30 min 31-60 min > 60 min n Gesamt 20,6 19,3 19,9 21,1 12,5 12,5 12,0 2,6 9997 Hauptverkehrs- mittel zu Fuß 13,1 41,8 20,0 15,5 7,4 11,0 3,5 0,9 1917 Fahrrad 14,1 18,7 26,7 29,0 14,0 8,6 2,9 0,0 3652 Kfz Mitfahrer 28,0 9,1 12,2 22,6 13,6 21,3 16,0 5,2 862 Kfz Fahrer 23,2 10,1 17,5 20,4 14,9 16,9 19,1 1,2 2763 ÖV 49,9 0,5 3,6 6,0 12,3 16,3 44,6 16,8 741 Insgesamt sind die mobilen Einwohner Münsters etwa 75 Minuten am Tag im Verkehr unterwegs. Wobei Kinder und Jugendliche mit knapp einer Stunde deutlich weniger Zeit für ihre Wege aufbringen müssen als junge Erwachsene zwischen 18 und 24 Jahren (106 Minuten). Der größte Teil der Münsteraner innen und Münsteraner ist maximal 3 Stunden am Tag unterwegs. 16% brauchen weniger als eine halbe Stunde für ihre Wege, 32% 30 bis 59 Minuten und 38% 1 bis 2 Stunden. Nur durchschnittlich 5% der Einwohner Münsters sind 3, 4 oder mehr Stunden mobil. Abb. 11 Aufenthaltsdauer im Verkehr am Stichtag (min/Person) nach Alter, Geschlecht in Zeilen-%; Mittelwert der Aufenthaltsdauer in Minuten; nur Wege, bei denen eine Entfernung berechnet werden konnte und die plausible Geschwindigkeiten aufweisen; Alter in Jahre 16,2 28,7 5,3 15,9 12,0 22,9 16,2 16,3 16,4 16,2 31,8 31,9 28,7 37,3 29,6 27,5 32,5 31,2 30,4 32,2 37,8 34,2 42,5 33,2 43,7 34,8 36,5 39,0 32,5 38,2 9,0 11,2 10,1 9,7 10,5 9,4 8,6 17,5 8,4 5,8 2,4 3,1 2,7 2,9 2,6 2,1 1,9 0,8 2,4 1,9 1,4 2,6 2,0 6,5 1,0 3,2 3,4 1,9 1,4 2,4 Gesamt 0-17 18-24 25-44 45-65 66+ männlich weiblich ja nein bis 29 Min. 30 bis 59 Min. ab 1 bis unter 2 Std. ab 2 bis unter 3 Std. ab 3 bis unter 4 Std. ab 4 und mehr Std. Ø Alter Geschlecht Mobilitäts- einschränkung 75 59 106 69 78 69 77 73 72 75 16 In der Morgenstunde zwischen 7:00 und 8:00 Uhr überlagert sich der Berufs- und Ausbildungsverkehr. Dies führt zu einer Nachfrage spitze, die besonders stark im öffentlichen Verkehr au sgeprägt ist. Die Zahl der Fahrten lässt am Vormittag bei den öffentlichen Verkehrsmitte ln deutlich nach, steigt in der Mittagszeit wieder an und erreicht am Nachmittag einen zweiten Höhepunkt. Die Tagesganglinie beim Pkw - und beim Fahrrad verläuft fast parallel und ist durch die beiden Nac h- fragespitzen am Morgen und Abend gekennzeichnet. Das Maximum der zweiten Tageshälfte wird erst nach 18.00 Uhr erreicht. Reine Fußwege werden überwiegend mittags und spätnachmittags erledigt. Abb. 12 Wege nach Stunde, in der der Weg überwiegend stattgefunden hat (Tagesganglinie) Wegeanteil in %; n (Wege) zu Fuß = 2235; n (Wege) Fahrrad = 4251; n (Wege) MIV = 4320; n (Wege) ÖV = 776; ohne Wege im „übrigen Verkehr“ % 0 2 4 6 8 10 12 14 16 00:00 01:00 02:00 03:00 04:00 05:00 06:00 07:00 08:00 09:00 10:00 11:00 12:00 13:00 14:00 15:00 16:00 17:00 18:00 19:00 20:00 21:00 22:00 23:00 Uhrzeit Kfz Fahrrad ÖV zu Fuß 17 Betrachtet man, zu welchem Zweck die Wege zu den unterschiedlichen Zeiten unternommen we rden, so sieht man deutlich, dass Arbeits - und Ausbildungswege den größten Anteil an den morgendl ichen Wegen der Münsteranerinnen und Münsteraner haben. Für die Mittagsspitze ist die Überlagerung verschiedener Zwecke verantwortlich: Wege von der Arbeit oder der Schule nach Hause, das Abholen der Kinder (Wegzweck Begleitung), dienstliche Wege, Ei n- käufe und Freizeitwege. Ein hohes Verkehrsaufkommen herrscht zwischen 16.00 bis 19. 00, da sich auch hier verschiedene Wegzwecke addieren, wobei der Freizeit- und Einkaufsverkehr die größte Bedeutung hat. Abb. 13 Wegzweckanteile nach Stunde, in der der Weg überwiegend stattgefunden hat ohne Wegzweck "sonstige"; ohne Wege im „übrigen Verkehr“ 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 00:00 01:00 02:00 03:00 04:00 05:00 06:00 07:00 08:00 09:00 10:00 11:00 12:00 13:00 14:00 15:00 16:00 17:00 18:00 19:00 20:00 21:00 22:00 23:00 Uhrzeit % Begleitung Freizeit Ausbildung Einkauf private Erledigung dienstlich/geschäftlich Arbeit Studium 18 7 Entfernungen Die Entfernung hängt stark vom genutzten Verkehrsmittel ab: Die Fußwege der Münsteranerinnen und Münsteraner haben eine durchschnittliche L änge von 700 Metern. Mit dem Fahrrad werden im Schnitt 2,9 Kilometer zurückgelegt. Fahrten mit dem Auto gehen im Mit tel über 15,8 Kilometer. Die durc h- schnittliche Reiseweite mit dem Bus beträgt 8,9 km und mit dem Nahverkehrszug 52 Kilometer. Tab. 4 Wegentfernungen ohne „sonstige Verkehrsmittel“ und „Fernverkehr“; nur Wege, bei denen eine Entfernung berechnet werden konn- te und die plausible Geschwindigkeiten aufweisen; ohne Wege im „übrigen Verkehr“ Gesamt 8,5 km Fuß 0,7 km Fahrrad 2,9 km KFZ 15,8 km Bus 8,9 km Nahverkehrszug 52,3 km Kurze Wege bis 1 km machen 23% aller Wege aus. Diese legen die Münsteranerinnen und Münstera- ner überwiegend zu Fuß (78% ) oder mit dem Fahrrad ( 22%) zurück . Zwei Drittel der Strecken zw i- schen 1 und 4 km (Anteil dieser Entfernungsklasse: 39%) werden mit dem Fahrrad gefahren . Selbst zwischen 4 und 6 km erreicht das Fahrrad ein en Anteil von fast 50%. Erst ab 6 km Weglänge löst das Auto das Fahrrad als das dominierende Verkehrsmittel ab. Diese längeren Wegstrecken haben insg e- samt einen Anteil von 25%. Der öffentlich e Verkehr erreicht ab 5 km Weglänge deutlich überdurc h- schnittliche Anteile von mehr als 15%. Abb. 14 Genutzte Verkehrsmittel nach Wegentfernung in %; ohne „sonstige Verkehrsmittel“ und „Fernverkehr“; nur Wege, bei denen eine Entfernung berechnet werden konnte und die plausible Geschwindigkeiten aufweisen; ohne Wege im „übrigen Verkehr“ 77,8 21,2 3,5 4,1 21,6 64,2 64,6 67,4 48,5 44,3 23,9 18,9 17,8 4,7 6,3 9,6 5,8 11,7 14,8 30,4 24,8 16,1 49,3 23,1 28,6 11,5 22,3 25,2 39,1 39,6 45,6 56,3 61,9 46,1 70,6 71,4 1,30,61,6 3,1 0,1 0,6 0 - 1 >1 - 2 >2 - 3 >3 - 4 >4 - 5 >5 - 6 >6 - 7 >7 - 8 >8 - 9 >9 - 10 >10 - 20 >20 km Kfz ÖV Fahrrad zu Fuß 23,2 14,2 13,5 11 7,8 5,3 4,1 3,9 2,4 2,4 4,2 8,1Anteil Entfer- nungsklasse 19 Im Durchschnitt legt jeder Münsteraner und jede Münsteranerin werktäglich insgesamt 33 Kilometer zurück (der Wert bezieht sich nur auf mobile Personen) . Kinder und Jugendliche sowie ältere Me n- schen bewältigen eine deutlich kürzere Gesamtstrecke (durchschnittlich 19 Kilometer). Die längste Entfernung überwinden mit 59 Kilometern junge Erwachsene zwischen 18 und 24 Jahren. In dieser Altersgruppe gibt es mit 15% einen überdurchschnittlich hohen Anteil mit einer Gesamtstrecke von über 100 km. Männer haben mit durchschnittlich 36 Kilometern einen höheren Mobilitätsaufwand als Frauen (30 km). Abb. 15 Gesamtkilometer am Stichtag pro mobiler Person nach Alter und Geschlecht Anteile in %; Mittelwert der Gesamtkilometer der in Münster mobilen Personen (86,5%); nur Wege, bei denen ei- ne Entfernung berechnet werden konnte und die plausible Geschwindigkeiten aufweisen; ohne Wege im „übrigen Verkehr“ 20,5 37,6 10,0 16,9 14,1 33,2 19,4 21,6 36,3 19,6 21,3 22,1 19,7 25,4 19,2 16,9 20,0 22,5 16,4 21,6 36,1 32,8 46,6 29,7 40,0 34,4 35,9 36,2 30,5 36,5 9,1 3,7 3,6 11,5 12,6 9,0 9,8 8,4 9,6 8,9 5,5 8,8 5,4 7,3 3,8 3,5 5,7 7,5 14,9 7,7 8,7 7,6 7,5 7,6 3,0 5,3 1,9 2,0 3,4 3,7 Gesamt 0-17 18-24 25-44 45-65 66+ männlich weiblich ja nein < 5 km 5-9 km 10-24 km 25-49 km 50-100 km > 100 km Ø Alter Geschlecht Mobilitäts- einschränkung 33 19 59 32 34 19 36 30 17 33 20 8 Geschwindigkeiten Ihre Fußwege erledigen die Münsteranerinnen und Münsteraner mit einer Geschwindigkeit von 3,6 K i- lometern in der Stunde. Beim Fahrrad beträgt die Durchschnittsgeschwindigkeit fast 13 km/h, mit dem Auto rund 30 km/h. B eim ÖPNV (16 km/h) ist zu berücksichtigen, dass hier auch die Fußwege und Wartezeiten einfließen. Tab. 5 Durchschnittliche Geschwindigkeiten in km/h nach genutztem Verkehrsmittel Mittelwerte; n = ungewichtete Fallzahl; ohne „sonstige Verkehrsmittel“; nur Wege, bei denen eine Entfernung be- rechnet werden konnte und die plausible Geschwindigkeiten aufweisen, ohne Wege im „übrigen Verkehr“ Gesamt 16,4 zu Fuß 3,6 Fahrrad 12,7 MIV als Mitfahrer 29,8 MIV als Fahrer 30,7 ÖPNV 16,2 9 Räumliche Ziele Die überwiegende Mehrzahl der Wege findet innerhalb eines Stadtbezirkes statt. Aufgrund seiner ho- hen Einwohnerzahl, Arbeitsplatzdichte und Infrastruktur ist der Stadtbezirk Mitte dominierend: 33% al- ler Wege haben Start - und Ziel in diesem Stadtbezirk. Hinzu kommen weitere 31%, bei den en der Weg im Stadtbezirk Mitte entweder beginnt oder endet. Nur insgesamt 9% der Wege reichen über die Stadtgrenze hinaus. Tab. 6 Quelle-Ziel-Matrix in Gesamt-%, ohne übriger Verkehr Zielort Mitte West Nord Ost Südost Hiltrup nicht zu- geordnet außerhalb Start- ort Mitte 33,4 6,0 2,1 1,7 1,3 2,0 0,1 2,4 West 6 8,7 0,5 0,3 0,2 0,4 0,5 Nord 2,1 0,5 5 0,2 0,0 0,0 0,4 Ost 1,7 0,3 0,1 2,9 0,2 0,1 0,1 Südost 1,1 0,2 0 0,2 2,9 0,4 0,4 Hiltrup 1,9 0,4 0 0,1 0,5 7,1 0,5 nicht zugeordnet 0,3 außerhalb 2,3 0,5 0,4 0,1 0,3 0,5 0,3 - 21 10 Wegzwecke Berufs- oder ausbildungsbedingte Wege machen mit insgesamt 41% den gr ößten Anteil unter den Wegzwecken aus (davon Arbeit 22%, Ausbildung 9%, Studium 8%, dienstlich 3%). Auf Freizeitaktiv i- täten entfallen 27%, gefolgt von Einkauf (18%) und privaten Erledigungen (7%). Männer legen mit 27% deutlich mehr Arbeitswege zurück als Frauen (18%). Dafür ist der Anteil von Wegen zum Bringen oder Abholen anderer Personen bei Frauen doppelt so hoch (9%) als bei Mä n- nern. Auch Freizeitwege haben bei Frauen einen höheren Anteil (30% gegenüber 23%). Abb. 16 Wegzwecke nach Geschlecht Anteile in %; ohne "sonstige" und Erstwege „nach Hause“; ohne Wege im „übrigen Verkehr“ 22,3 27,2 17,7 8,8 8,9 8,8 7,5 7,4 7,6 6,6 4,5 8,6 7,3 6,1 8,4 18,4 19,5 17,3 26,5 22,9 29,8 1,9 3,5 2,6 Gesamt Männer Frauen Freizeit Einkauf private Erledigung Begleitung dienstlich/geschäftlich Studium Ausbildung Arbeit 22 Wege zur oder von der Arbeit werden überwiegend mit dem Auto (42%) oder dem Fahrrad (37%) z u- rückgelegt. Schüler und Auszubildende haben mit 27% einen überdurchschnittlich hohen ÖV -Anteil auf dem Weg zur Ausbildungsstätte. Studierende nutzen auf zwei Drittel ihrer Ausbildungswege das Fahrrad und nur bei 12% öffentliche Verkehrsmittel. Die höchsten Anteile haben Fußwege in den Bereichen Einkauf und Freizeit. Abb. 17 Verkehrsmittelnutzung nach Wegzweck in %; ohne Wege im „übrigen Verkehr“; ohne „sonstige Reisezweck“ und Erstwege „nach Hause“ 5,6 14,2 22,1 26,4 23,7 20,7 28,1 29,4 37,1 48,1 65,3 16,3 29,1 32,2 38,1 39,015,6 26,7 12,3 4,2 12,2 4,9 5,2 41,7 10,9 53,1 45,2 34,9 28,9 26,4 2,0 0,3 Arbeit Ausbildung Studium dienstlich/ geschäftlich Begleitung private Erledigung Einkauf Freizeit Kfz ÖV Fahrrad zu Fuß 23 Der durchschnittliche Arbeitsweg dauert 27 Minuten und ist 15 Kilometer lang. 19% der Berufspendler wohnen über 20 km von der Arbeit entfernt. Für Ausbildungswege (ohne Studium) , die durchschnittlich nur etwa ein Drittel so lang sind wie A r- beitswege, werden 22 Minuten benötigt. Studierende haben noch etwas kürzere Wege als Schüler und Auszubildende. Am kürzesten sind Einkaufswege mit durchsc hnittlich 2,7 km bei einer Wegdauer von 13 Minuten. 38% der Einkaufswege sind sogar unter 1 km weit. Freizeitwege weisen eine mittlere Entfernung von 7,3 km auf. Tab. 7 Dauer und Entfernung nach Wegzweck in Spalten-%; n = ungewichtete Fallzahl; mittlere Entfernung = Mittelwert in km; ohne „sonstigen“ Wegzweck und Erstwege „nach Hause“; nur Wege, bei denen eine Entfernung berechnet werden konnte und die plausible Ge- schwindigkeiten aufweisen; ohne Wege im „übrigen Verkehr“ Arbeit Ausbildung Studium dienstlich/ geschäftl. Begleitung private Erle- digung Einkauf Freizeit mittlere Dauer in min 27,2 21,9 17,3 32,6 13,0 16,2 13,3 20,9 mittlere Entfernung in km 15,3 5,4 5,1 22,7 4,0 4,0 2,7 7,3 0 - 1 km 5,2 23,2 22,4 31,4 21,6 29,3 38,1 27,5 >1 - 2 km 7,1 14,8 13,4 7,1 34,2 14,2 14,4 16,6 >2 - 3 km 8,5 13,4 21,6 3,6 14,0 21,4 18,0 13,1 >3 - 4 km 11,0 8,9 23,2 8,3 4,6 5,4 8,3 12,3 >4 - 5 km 10,1 8,1 10,1 2,8 9,5 7,3 5,6 5,9 >5 - 6 km 8,0 5,1 0,6 4,5 5,3 5,8 5,7 3,6 >6 - 7 km 6,5 11,0 1,9 6,8 2,4 4,2 1,6 3,0 >7 - 8 km 7,0 4,7 1,9 5,9 2,4 4,7 2,6 2,6 >8 - 9 km 3,4 2,3 0,3 0,4 1,0 1,6 1,3 3,6 >9 - 10 km 6,4 2,5 0,2 0,0 0,9 0,8 1,2 1,5 >10 - 20 km 7,6 2,0 0,0 7,7 0,9 3,3 2,6 4,5 >20 km 19,2 4,0 4,5 21,4 3,1 2,1 0,5 5,7 n (Wege) 2061 1134 153 202 929 856 1785 2523 24 11 Zusammenfassung Die repräsentative Befragung von fast 3.500 Münsteranerinnen und Münsteranern im Herbst 2013 zu ihrem Mobilitätsverhalten liefert eine wichtige Grundlage für die Evaluierung der Verkehrspolitik und die zukünftige Verkehrsplanung der Stadt Münster. Im Durchschnitt legt jede Münsteranerin und jeder Münsteraner werktäglich 3,4 Wege zurück. 87% der Bevölkerung hat an einem durchschnittlichen Werktag mindestens einen Weg und benötigt dafür insgesamt 75 M inuten. Mobile Personen legen insgesamt 33 Kilometer zurück. Die Weglänge hängt stark vom genutz ten Verkehrsmittel ab: r eine Fußwege haben eine durchschnittliche Länge von 700 Metern, Fahrradfahrten von 2,9 Kilometer , Pkw-Fahrten von 15,8 Kilometer und Busfahrten von 8,9 km. Die Durchschnittsgeschwindigkeit eines Radfahrers beträgt 13 km/h und die eines Autofahrers 31 km/h. Bei der Berechnung der Geschwindigkeit wurde n immer die Entfernung und die Zeit vom Start - bis zum Zielort berücksichtigt, also auch Fußwege und Wartezeiten . Dies erklärt das mit durchschnitt- lich 16 km/h relativ geringe Tempo von Bus und Bahn Die genutzten Verkehrsmittel dokumentieren das besonders umweltfreundliche Mobilitätsverhalten der Bevölkerung. Der Radanteil an allen zurückgelegten Wegen beträgt werktags 39% und errei cht damit einen Spitzenwert in Deutschland und den höchsten Wert aller bisherigen Mobilitätserhebungen in Münster. Die Fahrradnutzung ist in allen Bevölkerungsgruppen und allen Stad tbezirken weit verbreitet. Obwohl so viel Fahrrad gefahren wird, spielen au ch die Fußwege mit einem Anteil von 22% eine gr o- ße Rolle. Angesichts der sehr hohen Radnutzung ist der Anteil öffentlicher Verkehrsmittel mit 10% b e- achtlich. Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass die W ege der Münsteranerinnen und Münsteraner überwiegend kurz sind: ein Viertel der Wege sind unter 1 km und 39% 1 bis 4 km lang. Nur 9% der werktäglichen Wege reichen über die Stadtgrenze hinaus. Der hohe Anteil nichtmotorisierter Ve r- kehrsmittel hängt auch mit der Stadtstruktur zusammen. Der Stadtbezirk Mitte d ominiert bei der B e- völkerungszahl und Infrastruktur, so dass ein Drittel aller Wege der Münsteraner nur in diesem B ezirk stattfinden und nochmals fast die gleiche Zahl der Wege einen Bezug zum Bezirk Mitte hat. Mit priva- ten Kraftfahrzeugen werden 29% aller Wege zurückgelegt . Betrachtet man nur den Binnenverkehr Münsters, so wird das Auto nur für jeden vierten Weg genutzt, hat jedoch aufgrund der längeren Fahr- strecken einen Anteil von 39% an allen gefahrenen Kilometern. Obwohl das Auto im Vergleich zu a n- deren Städten selten genutzt wird, verfügen drei Viertel der Haushalte in Münster ü ber mindestens ei- nen Pkw. In fast allen Haushalten befindet sich mindestens ein Fahrrad und 5% der Haushalte besitzen b ereits ein Elektro-Fahrrad. Die Wegzwecke Schule, Ausbildung, Studium und Arbeit machen mit insgesamt 41% den größten A n- teil aus. Auf Freizeitaktivitäten entfallen 27%, gefolgt von Einkauf (18%) und privaten Erledigungen (7%). Am Morgen überlagert sich der Berufs - und Ausbildungsverkehr. Dies führt zu einer aus geprägten Nachfragespitze, die besonders stark den öffentlichen Verkehr betriff t. Die Tagesganglinie beim Pkw - und beim Fahrrad verläuft fast parallel und ist durch die beiden Nachfragespitzen am Morgen und Abend gekennzeichnet. Das Maximum der zweiten Tag eshälfte wird erst nach 18.00 Uhr erreicht, da sich hier vor allem Freizeit- und Einkaufsverkehre addieren. 25 Beiträge zur Stadtforschung, Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung ISSN 0933-9078 TITEL Heft Nr. Parkraumuntersuchung Altstadt/Hbf Münster/Westf. 1/94 Werkstattbericht Stadtentwicklung Münster 2010, Materialien 2/94 Dokumentation Kongress, neue Wege für das Rad 3/94 Radverkehr in Fußgängerzonen 4/94 Bauleitplanung und Wohnungsbau 1994 5/94 Verkehrsbericht Münster 1993 6/94 Verkehrsmittelwahl und ÖPNV-Akzeptanz der Studierenden in Münster 7/94 Bauleitplanung und Wohnungsbau 1995 1/95 Programm fahrradfreundliche Stadt Münster Gemeinsame Benutzung von Sonderfahrstreifen durch Bus- und Radverkehr 2/95 Haushaltsbefragung Münster 1994, Zeitbudget und Verkehrsteilnahme 3/95 Wohnungsbau und Eigenheimbau Wohnwünsche von Wohnungssuchenden und Bauwilligen 4/95 Parkraumuntersuchung im Universitätssektor der Westfälischen Wilhelm-Universität Münster 1/96 Optimierung für den Radverkehr an Lichtsignalanlagen 2/96 Verbesserung der Radverkehrsinfrastruktur im Universitätsbereich/Innenstadtbereich Münster 3/96 mensch.mobil ´96 Forum für humane Mobilität. Kongressdokumentation 1/97 Nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung - von Rio über Istanbul zur lokalen Agenda 2/97 Zeitstrukturen und Stadt. Das Zeitprofil von Münster - Chance für eine nachhaltige Entwicklung!? 1/98 Untersuchung zu Bündelungspotentialen im Wirtschaftsverkehr des Dienstleistungssektors zum Aufbau einer Branchenlogistik in Münster 2/98 Erster Nahverkehrsplan Münster 3/98 Entwicklungskorridor Hauptbahnhof Albersloher Weg 1/99 Funktionale Stärkung von Stadtteilzentren in Münster 2/99 Neues Wohnen im Bestand 1/2000 Regionaler Wohnungsmarkt 2/2000 Maßnahmen zur Akzeptanzsteigerung von mobilé - Wahrnehmung und Bewertung der Mobilitätszentrale Münster 3/2000 Großflächiger Einzelhandel in Münster 4/2000 Wohnbaulandentwicklung 1/2001 Verkehrsbild Münster 2001 1/2003 Lokale Agenda – Nachhaltigkeitsbericht 2001 /2002 2/2003 Einzelhandelskonzept Münster – Leitlinien der räumlichen Entwicklung- 1/2004 Betriebliches Mobilitätsmanagement der Stadtverwaltung Münster 1/2005 Wohnbaulandentwicklung 2005 2/2005 2. Nahverkehrsplan Stadt Münster 1/2006 Das alltägliche Verkehrsverhalten der Münsteraner - Ergebnisse einer Haushaltsbefragung im November 2007 1/2008 Einzelhandels- und Zentrenkonzept Münster 1/2009 Attraktiv, generationengerecht, partnerschaftlich - Münsters Handlungskonzept zum Demografischen Wandel 2/2009 Verkehrsentwicklungsplan Münster 2025 Teil 1: Analyse und Bestand 3/2009 Monitoringbericht zur Einzelhandelsentwicklung in Münster 2010 1/2011 Verkehrsverhalten und Verkehrsmittelwahl der Münsteraner - Ergebnisse einer Haushaltsbefragung im Herbst 2013 1/2014
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (1)
- Albersloher Weg 1
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Details
- Aktenzeichen
- V/0533/2014
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 30.07.2014
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37