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1347/2021

Bericht zu Sexarbeit und spezifischen Hilfsangeboten für Sexarbeitende in Köln 2021

Mitteilung Ausschuss 16.04.2021

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Bericht zu Sexarbeit und spezifischen Hilfsangeboten für Sexarbeitende in Köln

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Bericht zu Sexarbeit und spezifischen Hilfsangeboten für Sexarbeitende in Köln

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2021 
Bericht zu Sexarbeit und spezifischen 
Hilfsangeboten für Sexarbeitende in 
Köln

1 
 
 
 
 
 
Ein Bericht zu: 
 
 den Orten des Prostitutiongeschehens (Settings) in Köln 
 Entwicklungen in den Settings in den letzten Jahren 
 spezifischen Hilfs-Angeboten für Sexarbeitende in Köln 
 
 
Ein Bericht aus der Arbeit von: 
 
 Gesundheitsamt der Stadt Köln 
 Sozialdienstes katholischer Frauen e.V. Köln (SkF), 
 Looks e.V. Köln 
 
 
 
 
 
 
Bericht Stand März 2021

2 
 
Bericht zu Sexarbeit und spezifischen Hilfsangeboten für Sexarbeitende in Köln 
 
Inhalt 
1. Köln: Fakten einer Großstadt-Metropole ................................ ................................ .... 3 
2. Sexarbeit und Beschreibung der Settings in Köln ................................ ..................... 4 
2.1 Orte vornehmlich weiblicher sexueller Dienstleistungen in Köln*+ ........................... 5 
2.2 Orte männlicher und transidenter Sexarbeit in Köln: ................................ ...............20 
3. spezifische Hilfs-Angebote und Maßnahmen zur Verbesserung der Situation für 
Sexarbeitende in Köln: ................................ ................................ ................................ .......20 
3.1 Umgesetzte Maßnahmen zur Verbesserung der Situation von Sexarbeitenden in 
Köln: 20 
3.2 Spezifische Angebote für Sexarbeitende in Köln – Übersicht über die 
Angebote und die Inanspruchnahme der letzten Jahre ................................ ...............21 
3.2.1 Bericht aus der Arbeit des Gesundheitsamtes Köln ................................ ..21 
3.2.2 Bericht aus der Arbeit des SkF Köln e.V.: ................................ ........................23 
3.2.3 Bericht aus der Arbeit von Looks e.V Köln ................................ ......................27 
4. Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Situation Sexarbeitender in Köln ....30 
5. Weitergehendes nicht sexarbeit-spezifisches Hilfesystem in Köln*: ......................31 
6. Vernetzung des Kölner Hilfesystems* ................................ ................................ ............32 
7. Zusammenfassung zu Sexarbeit und spezifischen Hilfs-Angeboten für Sexarbeitende in 
Köln ................................ ................................ ................................ ................................ ......33 
 
*Die Aufzählungen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. 
 
Angaben zu Quellen und Statistiken: 
Die Aussagen und Statistiken des Gesundheitsamtes, des SkF e.V. Köln und von Looks e.V. 
Köln sind empirischer Natur und resultieren aus Beobachtungen der aufsuchender Arbeit in 
Köln, sowie von Berichten Sexarbeitender selbst, die im Rahmen spezifischer Beratungs-An-
gebote von ihrer Situation berichten.  
Beobachtungen und Entwicklungen der Situation werden in regelmäßig stattfindenden Ver-
netzungstreffen der Träger auf kommunaler und Landesebene ausgetauscht und verifiziert. 
Die Statistiken des Fachdienstes konnten aus aktuellem Anlass für 2019 und 2020 noch 
nicht ausgewertet werden. Die Mitarbeiterin, die seit Jahren die Statistiken für diesen Bereich 
bereitstellt, ist seit Anfang 2020 ausschließlich in die Aufbereitung der Coronapandemie-Sta-
tistiken der Stadt Köln eingebunden und steht derzeit nicht zur Verfügung. 
Legende verwendeter Abkürzungen: 
FSW    Female Sexworker 
SW    Sexworker 
ProstSchG   Prostituiertenschutzgesetz 
GMS   Geestemünder Straße 
STI   sexuell transmittet Infections

3 
 
1. Köln: Fakten einer Großstadt-Metropole 
 
 Bevölkerung  
 Ca. eine Million, Ca. zwei Millionen im Ballungsraum Köln/Bonn  
 40% mit Zuwanderungsgeschichte, überwiegender Anteil aus Europa 
 7,5-8,0% Arbeitslose (Durschnitt seit 2018) 
 große homosexuelle Community 
 
 Wirtschaft 
 86% Dienstleistungssektor 
 < 10% produzierendes Gewerbe 
 
 17 Hochschulen 
 
 Medienhauptstadt 
 
 Mobilität 
 internationaler Binnenhafen und Flughafen 
 >5 Millionen Übernachtungen 
 Messestandort 
 zahlreiche Großevents und Festivals (u. a. Karneval, CSD, Marathon) 
 >53.000 Tagungsveranstaltungen mit insges. >4 Mio. Tagungsgästen  
 
 vielfältige kommerzielle Sexangebote  
 
 Angemeldet nach Prostituiertenschutzgesetz waren, Stand Dezember 2020, 1137 
Sexarbeiter*innen 
 
 Genaue Angaben zur Anzahl der Sexarbeiter*innen in Köln gibt es nicht. Schätzungen  
sind aufgrund ho her Fluktuation und Mo bilität in der Szene nur schwer möglich und 
variieren von insgesamt 2.500-5.000 Sexarbeiter*innen in Köln. 
 
 Für 71 Sexarbeits-Betriebe lag, Stand Dezember 2020, eine Genehmigung vor  
 
 
 
 
 
 
Quellen:  
 Gesundheitsamt Köln 
 Amt für Öffentliche Ordnung Köln 
 Köln Tourismusbilanz 2019 
 Amt für Stadtentwicklung und Statistik Köln:

4 
 
2. Sexarbeit und Beschreibung der Settings in Köln 
 
Menschen, die sexuelle Dienstleistungen anbieten , sind keine homogene Gruppe  und Set-
tings, in denen Menschen Geld mit Sex verdienen sind keine homogenen Räume. Wie in der 
gesamten Gesellschaft, unterscheiden sich Sexarbeiter*innen nach kultureller und sozialer 
Herkunft, Alter, Geschlecht, Familiensituation, gesundheitlichen und psychischen Belastun-
gen, Lebensentwürfen und individuellen Ressourcen. Aus diesem breiten Spektrum ergeben 
sich unterschiedlichste Motivationen und Identifikationen, mit sexuellen Dienstleistungen Geld 
zu verdienen. 
Wie in den meisten deutschen Großstädten findet in Köln Sexarbeit an unterschiedlichen Or-
ten, in verschiedene Formen und unter sehr vielfältigen Bedingungen statt. Sexarbeiter*innen 
arbeiten zum Beispiel im Escort -Service, in Clubs, in Bordellen, in Laufhäusern, in Wohnun-
gen, in Wohnwagen oder auf dem Straßenstrich und auch die Art der Anbahnung ist dement-
sprechend vielfältig.  
Zum Schutz der Jugend und des öffentlichen Anstands hat die Bezirksregierung Köln als zu-
ständige Stelle im Gebiet der Stadt Köln zwei Sperrbezirke festgelegt , um die Sexarbeit zu  
regulieren. Diese sind einsehbar unter: 
 
 https://www.stadt-koeln.de/artikel/06322/index.html 
 
 https://www.stadt-koeln.de/mediaasset/content/pdf32/gewerbe/karte_sperrbe-
zirk_a3_150dpi.pdf 
 
Die Stadt Köln hat seit mehr als 20 Jahren gemeinsam mit Trägern eine vielfältige, spezifische 
Angebotsstruktur für Sexarbeiter*innen etabliert. Hier können alle Menschen , die sexuelle 
Dienstleistungen anbieten, unabhängig von ihrer individuellen Motivation und Identifikation, bei 
Bedarf Unterstützung in akuten Krisen, längerfristige Begleitung und Beratung sowie, falls ge-
wünscht, Hilfe beim Ausstieg/Umstieg erhalten.  
Die Nutzung von Unterstützungsangeboten setzt bei Sexarbeitenden großes Vertrauen in die 
Angebote voraus. In Köln besteht dieses Vertrauen, weil d ie Träger und Kooperations-
partner*innen den Sexarbeiter*innen mit einer akzeptierenden Haltung begegnen und ihre An-
gebote im gesetzlichen Rahmen entsprechend der Bedarfslagen der Sexarbeiter*innen aufge-
baut haben und beständig weiterentwickeln.  
Entscheidend sind dabei niederschwellige, diskriminierungsfreie Zugänge zu gesundheitlicher 
und psychosozialer Versorgung und Prävention – ohne dass bei einer Begleitung der individu-
ellen Lebenssituation, ein Ausstiegswunsch eine Voraussetzung ist. 
Neben den etablierten spezifischen Angeboten für Sexarbeiter*innen hat die Stadt Köln in den 
letzten Jahren auch diverse Maßnahmen zur Verbesserung der gesundheitlichen und sozialen 
Situation der Sexarbeiter*innen vor Ort und strukturell umgesetzt

5 
 
2.1 Orte vornehmlich weiblicher sexueller Dienstleistungen in Köln*+ 
 
4 Großbordelle / Laufhäuser 
77 Appartements und Wohnungen 
10 Kneipen und Bars 
7 Club- und Saunabetriebe 
14 Erotikshops/Kinos 
9 Massagesalons und Domina Studios 
2 Swinger Clubs 
2 Straßenstrichbereiche 
 
*Zahlen des Gesundheitsamtes, Stand 2018 
 
Seit 2008 hat sich die Zahl der Prostitutionsstätten 
nach Beobachtungen des Gesundheitsamtes um 
208 reduziert. Diese Betriebe sind zeitweilig oder dauerhaft geschlossen. 
 
 
2.1.1 Beschreibung der einzelnen Sexarbeits-Settings in Köln und Beobachtungen zur 
Entwicklung aus der aufsuchenden Arbeit des Gesundheitsamtes und des SkF e.V. Köln 
 
2.1.1.1  Straßensexarbeit in Köln 
 
Im Kölner Norden auf der Geestemünder Straße  
 
Die Geestemünder Straße ist ein geschützter Straßenstrich, der 2001 nach Ratsbeschluss im 
Kölner Norden in einem Industriegebiet eingerichtet wurde, nachdem es in der Innenstadt, 
rund um den Ebertplatz und den Reichenspergerplatz zu vermehrten Klagen der Bevölkerung 
gekommen war. Mit dem Angebot eines betreuten Straßenstrichs, bei dem Ordnungsamt, Po-
lizei, Gesundheitsamt und Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) kooperieren, setzt die Stadt 
Köln nicht nur ein ordnungspolitisches , sondern vor allem ein humanitäres  Ziel um, indem 
Sexarbeiter*innen, die besonders schwer zugänglich und vulnerabel sind, ein möglichst siche-
rer Arbeitsort mit einem psychosozialen Beratungsangebot zur Verfügung gestellt wird. Sexar-
beiter*innen, die hier arbeiten , sind häufig suchtkrank und konsumieren l egale und illegale 
Drogen.  
Das Gelände ist täglich 12 Stunden geöffnet. Durch tägliche Präsenszeiten des SkF wird eine 
psychosoziale Betreuung vor Ort sichergestellt. Die Mitarbeiter*innen des SkF e.V. Köln sind 
zu unterschiedlichen Zeiten vor Ort, um möglichst alle Frauen zu erreichen. Sie werden über 
die Regeln und das Sicherheitskonzept sowie über die Hilfen von Gesundheitsamt und SkF 
informiert. Bei Bedarf werden ihnen weitere Hilfsangebote vermittelt. Das Gesundheitsamt ist 
4-6 Stunden wöchentlich vor Ort. Die Beaufsichtigung und Zugangsregelung erfolgt durch Po-
lizei und Ordnungsamt. Volljährigkeit und eine Anmeldung nach Prostituiertenschutzgesetz 
sind Zugangsvoraussetzungen. 
Für die Beratung steht am Eingang des Geländes ein Container mit einem Beratungsraum und 
einem Aufenthaltsraum mit einer Küche zur Verfügung.  Der Beratungscontainer steht allen 
Frauen offen und fungiert als zentrale Anlaufstelle, Kontaktladen und Beratungscafé. Hier wer-
den individuelle Beratungs- und Hilfebedarfe ermittelt.

6 
 
Auf dem Gelände nutzen die Sexarbeiter*innen seit 2017 die sognannte „GeesteCard“, die als 
obligatorischer Nachweis d er erfolgten Orientierungsberatung, der Anmeldung nach Prost-
SchG und seit 2020 auch als Nachweis über die erfolgte Belehrung zu den Corona-Hygienere-
gelungen gilt. 
Die sogenannten „Verrichtungsboxen“ sind so aufgebaut , dass Sexarbeiter*innen bei einem 
gewaltsamen Übergriff über die Beifahrerseiten des Autos in das Garagengebäude fliehen und 
einen Alarmknopf drücken k önnen. Seit der Einrichtung des Geländes kommt es nur noch 
ganz selten zu Übergriffen auf Sexarbeiter*innen.

7 
 
Erfahrungen aus der aufsuchenden Arbeit auf der Geestemünder Straße  
 
Bericht des Gesundheitsamtes - GMS:  
Das Gesundheitsamt ist seit Beginn der Verlagerung des Straßenstrichs im Jahr 2001 min-
destens einmal wöchentlich vor Ort. Die Präsenzzeiten wurden in den vergangenen Jahren 
verändert und angepasst. In den Jahren 2018 und 2019 waren 2 Mitarbeiter*innen des Fach-
dienstes einmal wöc hentlich für 4 -6 Stunden Vorort und haben 17 Frauen im Jahresdurch-
schnitt angetroffen. Das Angebot einer dort fris ch zubereiteten warmen Mahlzeit hat sich als 
Zugang zu den dort arbeitenden Sexarbeiter*innen bewährt, um über das Thema Ernährung 
zu Gesundheit, zu Partnerschaft und Sexarbeit ins Gespräch zu kommen. 
 
Kontakte zu Sexarbeiter*innen im Jahresvergleich auf der Geestemünder Straße 
 
Seit 2017, mit der Einführung des ProstSchG , sind die Kontaktzahlen auf der GMS  deutlich 
gesunken. Die durchschnittliche Kontaktzahl pro Einsatz bei lag 2018  bei 16,6 Kontakten zu 
SW. Da das ProstSchG eine Anmeldung mit allen personenbezogenen Daten und die Weiter-
leitung der Anmeldung an das Finanzamt vorsieht, haben viele Sexarbeiter *innen die 
Geestemünder Straße verlassen. Hierbei spielen Sorgen vor der Preisgabe ihrer Anonymität 
eine Rolle und in einigen Fällen der Konflikt mit Bezügen von SGB II-Leistungen.  
1631
1561
1059
1344
1180 1209
1110 1174 1238
1077
797
18,7 20,5 21,6 27,4 25,7 25,7 25,2 25,0 25,8 22,4 16,6
0
200
400
600
800
1000
1200
1400
1600
1800
2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018
Zahl der
Kontakte
durchschnittl
iche
Kontaktzahl/
Einsatz

8 
 
 
 
Hervorzuheben ist, dass sich 2018 die Anzahl der neu angetroffenen SW (roter Balken), auf 
der GMS mehr als verdoppelt hat.  
Um den Zugang so niedrigschwellig wie möglich zu gestalten , gab es immer wieder  Anpas-
sung in den Regelungen für die Geestemünder Straße: Seit 2018 ist es keine Zugangsvoraus-
setzung mehr, die deutsche Sprache sprechen zu können, sondern es muss lediglich sicher-
gestellt sein, dass die geltenden Regeln vor Ort kommuniziert und vermittelt werden können. 
55% der Sexarbeiterinnen, die auf der Geestemünder  Straße arbeiten, konsumieren aktuell 
Drogen, dabei war 2018 ein Anstieg zu vermerken. 
Der ausführliche Bericht „Zehn Jahre Straßenstrich „Geestemünder Straße“ in Köln - Erfah-
rungsbericht des Gesundheitsamtes Köln (März 2011)“ ist unter folgendem Link aufrufbar: 
https://www.stadt-koeln.de/mediaasset/content/pdf53/2.pdf  
2020 haben das Gesundheitsamt, das Amt für Öffentliche Ordnung und der SkF e.V. Köln in 
Kooperation ein Hygienekonzept unter der Beachtung der geltenden Corona -Regelungen für 
den betreuten Straßenstrich an der Geestemünder Straße erarbeitet.  
Nachdem im September 2020 nach der Coronaschutz -Verordnung die Sexarbeit wieder er-
laubt wurde, konnte das für die Geestemünder Straße entwickelte Konzept  zügig umgesetzt 
und bis zum erneuten Verbot im November 2020 angewendet werden. 
 
 
180
189
145
184
161
137
130
138
108 106
87
60 64
34
48
35
21 16 20
11 8
18
67 63
57
72 69
49 47 50 52
44 48
99
86
61
80
73 74 73 71
58
74
55
0
20
40
60
80
100
120
140
160
180
200
2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018
Sexarbeiter*innen auf der GMS
Zahl der kontaktierten SW erstmals im Berichtsjahr kontaktiert Migrantinnen Drogenkonsum während GMS

9 
 
Bericht des SkF e.V. Köln - GMS  
Mitarbeiter*innen des SkF e.V. Köln sind täglich zu unterschiedlichen Zeiten an 365 Tagen auf 
dem Gelände an der Geestemünder Straße präsent.  
Besonders Sexarbeiter*innen, die neu in dem Setting sind , werden bei regelmäßigen Platz-
rundgängen von den SkF-Mitarbeiter*innen angesprochen. Eine Orientierungsberatung dient 
dann der Klärung der Motivation der Frauen zur Sexarbeit und zur Erklärung des Sicherheits-
systems. In einzelnen Fällen konnte im Rahmen der Orientierungsberatung bereits durch kurz-
fristige Interventionen z.B. zur Sicherung des Wohnraums , der Einstieg in die Sexarbeit ver-
hindert werden.  
Im Beratungscontainer werden zudem Kondome ausgegeben und Spritzen getauscht.  
Das Beratungsangebot reicht von kurzen informellen Begegnungen über die Vermittlung eines 
Überblicks über das Hilfesystem bis hin zur Weitervermittlung zur intensiveren, mittel- bis lang-
fristigen Beratung und Begleitung durch „Rahab“.  
 
Die Mitarbeiter*innen des SkF e.v. Köln erbringen vor Ort folgende Leistungen: 
 
 Reflexion der Beziehungsgestaltung, Förderung der Beziehungsfähigkeit 
 Psychische und physische Stabilisierung 
 Vermittlung ins Hilfesystem zur Schuldenregulierung oder zur Klärung von Steuer-
fragen  
 Sicherung der Wohnung und Unterstützung bei der Wohnungssuche durch die Ko-
operation mit den Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe wie z.B. der Notschlaf-
stelle „Comeback“ oder mit „Viadukt“ 
 Anregung zu tagesstrukturierenden Maßnahmen und zum Aufbau/Erhalt von sozi-
alen Kontakten sowie zur Teilnahme am gesellschaftlichen Leben außerhalb der 
Szene 
 Auseinandersetzung mit und Motivation zur Annahme von medizinischen Hilfen, 
Motivation zur Körperpflege, Auseinandersetzung mit dem eigenen Lebensstil und 
subkulturellen Identitätsentwürfen 
 Information zu Qualifizierungs- und Beschäftigungsmaßnahmen und Anregung ei-
ner Arbeitsaufnahme außerhalb der Szene – seit dem 01.09.2020 durch eine Ver-
mittlung zu „Rahab+“ zur Initiierung und Unterstützung der beruflichen Neuorientie-
rung 
 Hilfen bei familiären Schwierigkeiten und Problemen mit und ohne Zusammenhang 
mit der Prostitution wie z.B. Angst vor Entdeckung und Aufdeckung; Angst vor dem 
Verlust der Familie/ Kinder, bei häuslicher Gewalt und Beziehungskonflikten 
 Bei Bedarf werden erste Termine mit weiterführenden Beratungs -, Therapie und 
Hilfeeinrichtungen vereinbart und begleitet.  
 
Der SkF e.V. Köln zählt seit 2008 pro Jahr zwischen 9.000 und 11.000 Kontakte zu den auf 
der Geestemünder Straße arbeitenden Frauen, was durchschnittlich zwischen 25 und 30 Kon-
takte pro Tag bedeutet. 
Selbst unter den Bedingungen der Corona-Pandemie hatte der SkF e.V. Köln Kontakt zu 120 
Prostituierten, die das Gelände nutzen.

10 
 
Straßenstrich Im Kölner Süden, am Stadtrand nahe dem Ortsteil Höningen 
 
Der Straßenstrich im Kölner Süden umfasst mehrere Straßenzüge in einem weitläufigen, be-
waldeten Gebiet nahe dem Ortsteil Höningen und existiert ein halbes Jahrhundert. Hier besteht 
ein zeitlich einge grenztes Sperrgebiet seit 2011.  Der Stadtteil M eschenich wurde zu einem 
kompletten Sperrgebiet erhoben.  
Sexarbeiter*innen stehen am Straßenrand (Brühler Landstraße) oder arbeiten in Wohnmobi-
len (Eifeltor), die auf ausgewiesene n Parkplätze stehen. Das Gebiet liegt in der Umgebung 
einer Ausfallstraße Ri chtung Brühl/Bonn mit hohem Ver kehrsaufkommen. Im Kölner Süden 
arbeiten vor allem Frauen aus den EU  2-Staaten. Viele der Frauen haben nur geringe deut-
sche Sprachkenntnisse, sind nicht krankenversichert und haben daher auch keinen Zugang 
zur medizinischen Regelversorgung. 
Zur Verbesserung der Sicherheit an Sexarbeitsorten wurden bereits 2014 Beleuchtungen auf 
den entsprechenden Parkplätzen Brühler Landstraße und Robinienweg installiert. Zur Verbes-
serung der Hygienesituation wurden Toiletten-Häuschen aufgestellt: 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Erfahrungen aufsuchende Arbeit im Kölner Süden: 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Bericht des Gesundheitsamtes – Kölner Süden: 
 
Der Fachdienst STI und sexuelle Gesundheit (536/2) hat seit 2013 pro Jahr ca. 7 Einsätze 
aufsuchender Arbeit im Kölner Süden (Brühler Landstraße / Eifeltor / Kölnberg/Meschenich) 
durchgeführt. Bis 2015 wurden bei den Streetwork-Einsätzen im Schnitt dort jeweils 30 bis 40 
Sexarbeiterinnen angetroffen, wobei die Mehrzahl der Frauen aus Bulgarien stammt. Seit 2015 
ist die Anzahl der angetroffenen Sexarbeiterinnen deutlich gesunken und liegt unterhalb von

11 
 
30 angetroffenen Frauen pro Einsatz. Die aufsuchende Arbeit erfolgt stets in Begleitung einer 
Sprachmittler*in für Bulgarisch/Deutsch.  
Im Jahr 2017 ist der Kölner Süden  vom Fachdienst STI 6-mal, 2018 5-mal besucht worden. 
Die Kontakte sind von 170 im Jahr 2017 auf 128 im Jahr 2018 gesunken.  
 
Kontakte zu Sexarbeiter*innen nach Arbeitsorten aufsuchende Arbeit des Gesundheits-
amtes: 
 
 
Verglichen mit der Ausgangssituation der vergangenen Jahre hat sich die Situation im Kölner 
Süden wie folgt verändert: 
 
Am Eifeltor (kein Sperrgebiet): Weiterhin stehen hier zwis chen 35 und 40 Wohnwagen, im 
Schnitt arbeiten dort täglich ca. 20 Sexarbeiter*innen. Die angetroffenen Frauen sind fast alle 
bekannt, die Fluktuation hat insgesamt abgenommen. Die Angebote des Gesundheitsamtes 
und die des SkF sind dort bekannt. Alle Sexarbeiter*innen sind nach dem ProstSchG ange-
meldet.  
Brühler Landstraße: Seit 2015 ist hier eine Abnahme der Anzahl der  Sexarbeiter*innen zu 
beobachten. Seit 2018 werden hier vom Fachdienst nur wenige Sexarbeiter*innen angetroffen. 
Die dort angetroffenen  Frauen sind dem Gesundheitsamt scho n seit mehreren Jahren be-
kannt. Alle diese Sexarbeiter*innen haben einen Migrationshintergrund. 
Der Parkplatz im Robinienweg war wegen einer Baustelle in den Jahren zwischen 2014 und 
2017 gesperrt. Im Jahr 2018 sind dort ca.4 - 5 bulgarische Sexarbeite*rinnen in Minivans oder 
in ihren Autos angetroffen worden. In diesem Setting ist die Fluktuation hoch. Die Frauen stam-
men vor allem aus Bulgarien und Rumänien und gehören dort gesellschaftlich besonders be-
nachteiligten Minoritäten an. Diese haben oftmals weder in ihren Herkunftsländern noch in 
Deutschland Zugang zu ärztlicher Versorgung. 
Am Wasserwerkswäldchen wurden seit 2014 durch den Fachdienst keine Sexarbeiter*innen 
mehr angetroffen. 
Sperrgebiet Kölnberg/ Meschenich (Sperrgebiet): Ursprünglich arbeiteten hier ca. 15 (dro-
gengebrauchende) Sexarbeiter*innen, die dort oder in der Nähe ihren Lebensmittelpunkt hat-
ten. Seit 2015 hat die Anzahl der dort arbeitenden drastisch abgenommen. Im Jahr 2018 wurde 
hier vom Gesundheitsamt keine Sexarbeiter*in mehr angetroffen. 
110 162 136 338 232 234 246 186 181 170 128
1612 1526
1037
1333
1151 1191 1081 1153 1155 1012
706
1214 1076
555
700
605 478 535 591 548 811
418
0
500
1000
1500
2000
2500
3000
2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018
Straße: Kölner Süden Straße: GMS Betriebe

12 
 
Rücklauf der Sexarbeiterinnen aus dem Kölner Süden in die medizinische Sprech-
stunde im Gesundheitsamt: 
Die Anzahl der dort arbeitenden Sexarbeiter*innen werden vom Fachdienst STI bei den Eins-
ätzen im Kölner Süden seit 2018 auf ca. 30 Frauen geschätzt. Dies entspricht der ungefähren 
Anzahl der Frauen aus diesem Arbeitssetting, die auch die medizinische Sprechstunde aufsu-
chen. Das bedeutet, dass fast alle Frauen, die dort arbeiten, das Angebot des Fachdienstes 
STI und sexuelle Gesundheit im Gesundheitsamt wahrnehmen. 
In den letzten Jahren hat die Fluktuation im Kölner Süden deutlich abgenommen, parallel dazu 
sinkt die Anzahl der Frauen, die in der Sprechstunde aus diesem Setting neu vorstellig werden. 
Die Frauen, die die Sprechstunde aufsuchen, sind zum großen Teil bekannt und stammen fast 
alle aus Zentraleuropa (BLG/RU). Der Altersdurchschnitt der Frauen, die sich aus diesem Set-
ting vorstellen, ist angestiegen. So gehörten die meisten in den Jahren 2008 -2014 noch der 
Altersgruppe der 25 bis 29-Jährigen an, seit 2015 handelt es sich in der Mehrheit um  bis 30 
bis 34-jährige Frauen.  
 
Bericht des SkF e.V. Köln – Kölner Süden: 
An einem Tag pro Woche fahren die Mitarbeiter*innen von „Rahab“ in die verschiedenen Stra-
ßenstrichgebiete, darunter mindestens einmal wöchentlich durch die Gebiete im Kölner Süden. 
(Großsiedlung „Auf dem Kölnberg“ und Wohnwagenstrich am Eifeltor) sowie zum Eigelstein in 
der Kölner Innenstadt. 
 
Anzahl der Sexarbeiter*innen in den Settings im Beobachtungsjahr 
 
Insgesamt ist die Sexarbeit im Kölner Süden in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen 
und konzentriert sich seit der Veränderung der Sperrbezirksverordnung stärker auf die Wohn-
wagen am Eifeltor. Die dort arbeitenden Frauen erhalten von den Mitarbeiter *innen des SkF 
bei den wöchentlichen Runden ein Kontakt- und Beratungsangebot und werden mit mehrspra-
chigem Informationsmaterial versorgt . Sexarbeiter*innen , die in den Wohnwagen arbeiten, 
nehmen das Kontaktangebot an, nutzen aber die Angebote der psychosozialen Hilfen selten, 
weil sie sich selbst als „Profi“ verstehen.  
Auch die Zahlen der Frauen, die am Kölnberg „anschaffen“ gehen, ist deutlich  gesunken. In 
den letzten Jahren haben häufigere Razzien in diesem Quartier zu Veränderungen in der dor-
tigen Drogenszene geführt, zu der auch die Frauen gehören, die dort arbeiten und sich weniger 
als Sexarbeiterin, sondern vielmehr als Konsumierende verstehen.  
51
3638
25
51
19
52
34
12
24
74
16
21
27
7
43
0
10
20
30
40
50
60
70
80
Kölner Süden Kölnberg Eigelstein
2015
2016
2017
2018
2019
2020

13 
 
Frauen aus dieser Szene werden teilweise durch den SkF von der Antragstellung bis hin zu 
Besuchen und Versorgung mit beispielsweise Kleidung während eines Klinik- und Therapie-
aufenthaltes unterstützt. 
Zusätzlich können sich Frauen an den beiden Präsenztagen pro Woche an das Café „Auszeit 
– Zwei“ wenden. In den gemeinsam mit Vision e.V. genutzten Räumen können Frauen Bera-
tung in Anspruch nehmen oder sich bei einem Kaffee ausruhen. „Café Auszeit – Zwei“ war 
während der gesamten Zeit der Pandemie geöffnet, so dass Bewohner*innen des „Kölnbergs“ 
jederzeit in existentiellen Notlagen Ansprechpartnerinnen vorfinden konnten. 
 
 
2.1.1.2  Clubs/Sauna-Betriebe (Ca. 7 in Köln, Stand 2018)* 
 
Bei den Häusern handelt es sich um größere Prostitutionsstätten, die in Gewerbegebieten  
und/oder außerhalb der Stadt liegen. Sie sind in der Regel mit einem PKW gut erreichbar. Es 
gibt geregelte Öffnungszeiten mindestens 12 Stunden täglich. Von Kunden und Sexarbeiterin-
nen werden Eintrittsgelder erhoben. Die Club s/Saunen können als Anbahnungsort zwischen 
Kunden und Sexarbeiterinnen verstanden werden. Zimmer können gemietet werden, wenn 
Kunden und Sexarbeiter*innen sich für sexuelle Dienstleistungen zurückziehen möchten. Zum 
Charakter solcher Betriebe gehört ein Wohlfühl- und Wellnessanspruch für den Kunden. 
 
Erfahrungen aus der aufsuchenden Arbeit in Kölner Clubs/Sauna-Betrieben: 
 
Bericht des Gesundheitsamtes – Club/Sauna-Betriebe: 
In den vergangenen Jahren haben sich bei den Herkunftsländern der Frauen die in Clubs/Sau-
nabetrieben arbeiten, kaum Veränderungen ergeben. Der überwiegende Anteil der Sexarbei-
ter*innen kommt hier aus Rumänien. 
 
Anzahl der Kontakte zu FSW in dem Setting/Beobachtungsjahr 
 
Im Jahr 2018 hat der Fachdienst STI Clubs/Saunen nur 3-mal besuchen können, weshalb die 
Kontaktzahlen von 2018 nicht mit denen aus dem Vorjahr zu vergleichen sind. 
 
 
 
 
3 1 0
10 10
4 4 5 0 11 2
6
2
8
18 20
84 47 121 117 257 4012
4
2
0 0 3 1 0 0 3 1
9
16
3
0 1 4 0 3 6 15 0
2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018
CLUB / SAUNA: HERKUNFT 
SEXARBEITERINNEN CENTRE
Bulgarien Rumänien Polen andere

14 
 
Bericht des SkF e.V. Köln – Club/Sauna:  
Die Mitarbeiter*innen der Beratungsstelle „Rahab“ des SkF suchen im Rahmen der aufsuchen-
den Arbeit regelmäßig Bordellbetriebe (Saunas, Clubs, Wohnungen und Laufhäuser) auf. In 
der Regel werden im Vorfeld Termine mit Inhaber*innen und Wirtschafter*innen vereinbart, um 
Zutritt zu den Betrieben zu erhalten. Die Mitarbeiter*innen der Beratungsstelle „Rahab“ stellen 
sich und das Angebot des SkF e.V. vor und verteilen mehrsprachiges Informationsmaterial mit 
den Kontaktdaten der Beratungsstelle.  
Aufgrund der geringen personellen Ressourcen von „Rahab“ kann wöchentlich nur eine be-
grenzte Anzahl von Betrieben aufgesucht werden.  
 
Durch das generelle Verbot der Prostitution und die Schließung von Prostitutionsstätten sowie, 
wurden in Clubs und Bordellen nach dem 15.03.2020 kaum noch Frauen erreicht. 
 
 
2.1.1.3  Laufhäuser (4 in Köln, Stand 2018, Tendenz abnehmend)* 
Hierbei handelt es sich um große Häuser, mit mehreren Etagen, die oft in Gewerbegebieten 
oder in Stadtteilen  liegen, in denen Sexarbeit schon se it vielen Jahren etabliert ist.  Betrei-
ber*innen von Laufhäusern verstehen sich als Vermieter*innen ähnlich denen eines Hotelbe-
triebes. Die Öffnungszeiten sind meist rund um die Uhr. Sexarbeiter*innen können ein Zimmer 
anmieten, die Miete muss pro Tag erbracht werden. Die Zimmer sind möbliert und haben meist 
ein kleines Bad. Die Sexarbeiter*innen sitzen meist vor  ihren Zimmern und warten dort auf 
Kunden. Die Arbeitsutensilien werden von Sexarbeiter*innen selbst finanziert.  
Die Werbung der Laufhäuser wird von Betreiberseite auf Internetseiten und Internetportalen 
eingepflegt. Für Kunden sind hier vor allem spontane Besuche möglich. In manchen Laufhäu-
sern werden Eintrittsgebühren erhoben. 
 
Erfahrungen aus der aufsuchenden Arbeit in Kölner Laufhäusern: 
 
Bericht des Gesundheitsamtes - Laufhäuser: 
Die Anzahl der Kontakte zu FSW in den Laufhäusern ist in den vergangenen Jahren stabil 
geblieben. Im Jahr 2017 wurden im Durchschnitt 19 FSW pro Besuch angetroffen. 
In den letzten Jahren ist hier der Anteil der FSW aus Süd -Osteuropa (Rumänien, Bulgarien 
und Polen) angestiegen. Nach Beobachtungen des Fachdienstes sind die FSW im Durch-
schnitt älter als 25 Jahre. Bei den Besuchen gaben die meisten Frauen an, schon länger in 
Deutschland wohnhaft zu sein, eine Verständigung in Englisch oder in Deutsch war in den 
meisten Fällen möglich.

15 
 
  
Gesundheitsamt Köln Anzahl der Kontakte zu FSW in Laufhäusern/Beobachtungsjahr: 
 
 
 
 
Bericht des SkF e.V. Köln - Laufhäuser : 
Auch hier arbeitet der SkF e.V. aufsuchend und informiert über seine Angebote.  
Siehe auch unter : Bericht des SkF e.V. Köln – Club/Sauna 
Mit der Umsetzung des ProstSchG im Jahr 2017 hat der Betreiber des „Pascha“ dem SkF die 
Möglichkeit entzogen, dort regelmäßig Beratung anzubieten. Mit Verweis auf die im ProstSchG 
vorgesehen Kontrollen durch das Ordnungsamt oder die Polizei und die regelmäßig aufsu-
chenden Besuche durch das Gesundheitsamt gab er über die Medien bekannt, nun keine wei-
teren sozialen Dienste im Haus zuzulassen.  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
83 80
16 17 42 23 25 32 13 14 13
232 231
115 145
159 122 142 213 175 184 176
9 18 32 20 23
9
6 4
6 9
1
19
34 6 7 20 7
10 11
3 3
6
13
6 4 10
5 5 5
3
6
2
1 4 8 10
1 3
32
33 8 10 8 3 4 2
31
55 13 15 28 15 14 20 3 5 986
17 18 17 2 7 2 1 0 8
2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018
LAUFHÄUSER: HERKUNFT DER 
SEXARBEITERINNEN
Deutschland centre east west east asia /Pazific
latin america carribean south asia subsahara unbekannt

16 
 
2.1.1.4  Appartements/Kleinbetriebe (Ca. 75 in Köln, Tendenz abnehmend)* 
 
Dabei handelt es sich um Wohnungen, die im gesamten Stadtgebiet verteilt zu finden sind. 
Meist in Wohngebieten, aber auch in Gewerbegebieten. Die Sexarbeiter*innen werben in Zei-
tungs- und Internetinseraten oder auf Internetportalen meist nur mit einer Telefonnummer. 
Kunden vereinbaren telefonisch einen Termin. Bei einigen dieser Adressen beste ht eine ge-
wisse Kontinuität wenn Sexarbeiter*innen über Jahre im gleichen Appartement  bleiben. Bei 
anderen gibt es eine hohe Fluktuation, wenn die die Appartements nur für ein paar Wochen 
oder einige Tage genutzt werden, bevor die Sexarbeiter*innen in andere Städte weiterreisen. 
In den Wohnungen/Appartements arbeiten entweder einzelne oder mehrere Sexarbeiter *in-
nen. Nach dem ProstSchG ist eine Wohnung, in der mehr als zwei Sexarbeiter *innen ihre 
Dienstleistungen anbieten, als Prostitutions -Betrieb definiert, der eine Betriebserlaubnis vo-
raussetzt. Die daran gebundenen hohen Auflagen wie zum Beispiel gendergerechte Toiletten, 
Notrufknöpfe und Brandschutzauflagen haben zu vielen Schließungen geführt, weil die Woh-
nungsinhaber*innen oder –nutzer*innen die notwendigen Investitionskosten nicht aufbringen 
konnten oder wollten. 
 
 Quelle: Recherche/Aufsuchende Arbeit des Gesundheitsamtes Köln*

17 
 
2.1.1.5  Massagepraxen (9 in Köln, Stand 2018)* 
 
sind meist untergebracht in Wohnungen und verteilen sich über das gesamte Stadtgebiet 
(siehe „Appartement“). Hier bieten Frauen oder Männer „erotische Massagen“ an. Formen ero-
tischer Massagen sind zum Beispiel Tantra-Massage, Tao-Massage, Nuru-Massage, Prosta-
tamassagen. Viele Frauen und Männer, die in diesem Bereich arbeiten, verstehen sich nicht  
als Sexarbeiter*innen, sondern sehen sich selbst als Dienstleister*innen im Bereich Gesund-
heit und Wellness. 
Bericht des Gesundheitsamtes – Massagepraxen: 
 
 
 
 
2.1.2. Orte in Köln, an denen lediglich Anbahnung von Sexarbeit stattfindet: 
 
2.1.2.1  Bars und Gaststätten im Eigelstein- und Innenstadtbereich 
 
Einige Bars sind auch Anbahnungsorte für sexuelle Dienstleistungen. Vor dem Jahr 2008 gab 
es in der Kölner Innenstadt mehr als 7 solcher Bars, in denen auch nur männlichen Kunden 
Zutritt gewährt wurde.  
 
Der Eigelstein ist eine Straße im nördlichen Innenstadtgebiet, in dem schon immer und histo-
risch belegbar Sexarbeit stattfindet. Hier war früher neben der kleinen Brinkgasse und der 
Nächelsgasse eine der drei Kölner Bordellstraßen. Im Jahr 1972 wurde der Innenstadtbereich 
zum Sperrgebiet erklärt. Seit dem hat sich die Anbahnung für sexuelle Dienstleistungen in die 
dort ansässigen Kneipen verlagert. Durch das ProstSchG, in dem auch Bars und Gaststätten, 
in denen Anbahnung stattfindet, als Prostitutionsstätte gelten, die eine Betriebserlaubnis vo-
raussetzen, haben einige dieser Kneipen in Köln geschlossen.

18 
 
Erfahrungen aus der aufsuchenden Arbeit am Eigelstein:  
 
Bericht des Gesundheitsamtes – Eigelstein: 
In diesem Bereich hat der Fachdienst 2018 pro Besuch durchschnittlich 11 Sexarbeiter*innen 
angetroffen. Seit dem Jahr 2012 ist ein Rückgang der Sexarbeiter*innen zu beobachten. Über-
wiegend arbeiten hier Frauen aus Bulgarien und einzelne Frauen aus Deutschland, Polen, 
Südamerika, Thailand, Rumänien und Subsahara-Region. 
Viele der Sexarbeiter*innen sind älter als 30 Jahre , arbeiten hier schon seit langer Zeit und 
sind dem Fachdienst bereits seit Jahren bekannt. Sie leben oft in sehr prekären Lebensver-
hältnissen. Durch das ProstSchG mussten viele Frauen die Kontaktanbahnung, die vorher in 
den Kneipen stattgefunden hat, vor die Türe verlagern, da Kneipenbesitzer ansonsten fürchten 
in eine Konzessionierungspflicht für Sexarbeitsbetriebe zu komm en. In Kombination mit dem 
Rauchverbot bietet so die Zigarette vor der Türe eine Möglichkeit der Kontaktanbahnung, die 
von den Ordnungsbehörden auch nicht sanktioniert werden kann. 
 
Kontaktzahlen aus der aufsuchenden Arbeit des Gesundheitsamtes „Eigelsteintour“ 
 
 
Bericht des SkF e.V. Köln - Eigelstein : 
Die Mitarbeiter*innen des SkF sind mindestens einmal wöchentlich zu unterschiedlichen Ta-
geszeiten und in den Abendstunden auf dem Eigelstein unterwegs, verteilen Kondome und 
Informationen. Insgesamt wurden 2020 am Eigelstein 43 (21) Sexarbeiter*innen angetroffen. 
Überwiegend handelt es sich hier um bulgarische Nationalitäten, mit Abstand folgen dann 
deutsche, afrikanische und asiatische Nationalitäten . Die Zahlen aus den Vorjahren können 
der oben stehenden Grafik entnommen werden. Grundsätzlich bedarf es bei der Straßensozi-
alarbeit einer regelmäßigen Anwesenheit möglichst bereits bekannter Personen, um eine Ver-
trauensbasis entwickeln zu können.  
In den letzten Jahren kommt es am Eigelstein immer wieder zu Beschwerden der Anwoh-
ner*innen über das Prostitutionsgeschehen. Der SkF passt daraufhin phasenweise die aufsu-
chende Arbeit am Eigelstein an.  
2020 hat die Zahl der angetroffenen Sexarbeiter*innen am Eig elstein deutlich zugenommen. 
Es kann davon ausgegangen werden, dass nach der Corona-bedingten Schließung von Clubs 
und Bordellen Sexarbeiter*innen versucht haben, hier zu arbeiten. Ebenso sind einige Frauen 
318
234
133 143
123
54
86
38 39
60
38
2 1 1 0 0 0 0 0 1 4 1
66 57
31 27 26 18 19 13 14 18 14
60 53
32 27 17 17 21 11 17 17 125 3 3 2 0 3 0 0 0 0 25 4 4 5 7 3 4 3 2 4 30
50
100
150
200
250
300
350
2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018
Kneipen:  Besuche und Kontakte
Sexarbeiterinnen Sexarbeit transsex. Empfangspersonal
Anzahl Besuche in Kneipen Anzahl erfolglose Besuche SW pro Kneipe im Schnitt

19 
 
an den Eigelstein ausgewichen, die nach der Schli eßung des Geländes die Geestemünder 
Straße nicht mehr nutzen konnten.  
Die Frauen mit Zuwanderungsgeschichte, die schlecht oder kaum Deutsch sprechen, wurden 
bei der aufsuchenden Arbeit im ersten Lockdown über das Corona-Virus, die Vorschriften der 
Corona-Schutzverordnung und möglicher Bußgelder, aber auch die existenzunterstützenden 
Hilfen von „Rahab“ informiert.  
Zudem wandten sich viele der Sexarbeiter*innen, die die Mitarbeiter*innen von „Rahab“ ken-
nen, seit dem Beginn der Corona -Pandemie an den SkF, um dort mit Lebensmitteln, Handy-
guthaben und anderen existentiellen Dingen versorgt zu werden. Für einige konnte eine sozi-
alrechtliche Absicherung oder der Eintritt in die Krankenkasse organisiert werden.  
 
 
2.1.2.2 Escort - Agenturen oder Begleitservices 
 
Diese Vermittlungsdienste wenden sich an Männer/ Frauen mit gehobenen Ansprüchen. Be-
gleitagenturen sind in der Regel reine Dienstleistungsunternehmen, sowohl für Kunden wie 
auch für die Sexarbeiter*Innen. Buchungen von Sexkontakten werden diskret behandelt. Das 
Angebot eines Escortdienstes ist unabhängig von seinem Standort. Diese Dienste agieren 
nicht nur vor Ort, sondern vermitteln oft europaweit. Sie sorgen für einen reibungslosen Ablauf 
eines Kontakttermins. Der Schwerpunkt der Arbeit v on Begleitagenturen ist das Marketing, 
das zum größten Teil im Internet abläuft. 
 
 
2.1.2.3 Internetkontaktforen und Internetsites. 
 
Die Kommunikation in Foren ist meist anonym oder es werden Nicknamen eingesetzt. Es gibt 
viele Möglichkeiten, im Internet zu kommunizieren. In Chats, Netzwerken, Kontaktbörsen oder 
Foren können Internetnutzer sich untereinander austauschen. 
Es gibt spezielle Internets eiten für sexuelle Dienstleistungen. Auch Foren für den Bereich 
Sexarbeit sind zu finden. Kunden berichten in den Foren von ihren Erfahrungen mit Sexarbei-
ter*innen. Sexarbeiter*innen bevorzugen und nutzen das Medium Internet, um möglichst ano-
nym Werbung für ihre sexuellen Dienstleistungen zu präsentieren. 
 
 
2.1.2.4  Versteckte Anbahnung/Sexarbeit 
 
Versteckte Anbahnung findet an einer unbekannten Anzahl von Orten statt. Soweit möglich 
werden diese Orte ebenfalls im Rahmen der aufsuchenden Arbeit durch das Gesundheitsamt 
besucht. Allerdings kommen hier kaum  persönliche Kontakte zu Sexarbeitenden zustande. 
Seit 2017 (Einführung des ProstSchG) ist es zu einer Verlagerung von den bekannten Anbah-
nungs- und Prostitutionsorten hin zur verdeckten Anbahnung und Sexarbeit gekommen . 
Hierzu gehören unter anderem: 
 
 Sexkinos/Erotikshops (ca. 14 in Köln, Stand 2018)  
 Discos / Clubs  
 Privatpartys 
 Swinger-Clubs (2 in Köln, Stand 2018)Anbahnungsort auch für Sexarbeiter*innen.  
 Cafés bzw. Teestuben 
 Hotels/Hotelbars  
 versteckte Appartements

20 
 
Versteckte Anbahnung/Sexarbeit ist ein Segment, welches den Exekutivorganen wenig zu-
gänglich ist. Das bedeutet auch, dass die Sexarbeiter*innen dort nicht  gut für Hilfen erreicht 
werden können und durch den Verfolgungsdruck, den die Illegalität mit sich bringt, besonderen 
Gefahren und Zwangshandlungen ausgesetzt sein können. 
 
 
2.2 Orte männlicher und transidenter Sexarbeit in Köln: 
 Altstadt, Kneipen 
 Hauptbahnhof und Umgebung 
 Bordelle bzw. Vermittlungsagenturen 
 Sex Kinos 
 Verschiedene Internetplattformen  
 
An diesen Orten werden in Köln Klienten von Looks e.V. angetroffen. Bezahlter Sex der männ-
lichen und transidenten Szene findet darüber hinaus an vielen weiteren Orten wie in Hotelzim-
mern, Saunen, Parkplätzen, Privatwohnungen oder privaten Sexpartys statt. 
 
 
3. spezifische Hilfs-Angebote und Maßnahmen zur Verbesserung der Situation für Sex-
arbeitende in Köln: 
 
Die Stadt Köln hat seit mehr als 20 Jahren gemeinsam mit Trägern eine vielfältige, spezifische 
Angebotsstruktur für Sexarbeiter*innen etabliert.  Hier können alle Menschen , die sexuelle 
Dienstleistungen anbieten, unabhängig von ihrer individuellen Motivation und Identifikation mit 
der Sexarbeit, bei Bedarf Unterstützung finden und andocken. 
Das Aufsuchen von Unterstützungsangeboten setzt für Sexarbeitende großes Vertrauen in die 
Angebote voraus. In Köln ist dies durch langjährig aufgebaute Strukturen, Vernetzung und 
maßgeblich durch eine akzeptierende Haltung bezüglich der Motivation zur Sexarbeit gewach-
sen. 
Entscheidend sind dabei niederschwellige, diskriminierungsfreie Zugänge zu gesundheitlicher 
und psychosozialer Versorgung – ohne dass dabei ein Ausstiegswunsch vorausgesetzt wird. 
Neben den etablierten spezifischen Angeboten für Sexarbeiter*innen hat die Stadt Köln in den 
letzten Jahren auch diverse Maßnahmen zur Verbesserung ihrer gesundheitlichen und sozia-
len Situation vor Ort und strukturell umgesetzt. 
 
3.1 Umgesetzte Maßnahmen zur Verbesserung der Situation von Sexarbeitenden in 
Köln: 
 Zur Verbesserung der Sicherheit an Sexarbeitsorten im Kölner Süden wurden 2014 auf 
den entsprechenden Parkplätzen Brühler Landstraße und Robinienweg Licht installiert. 
Zur Verbesserung der Hygienesituation wurden an entsprechenden Stellen Toiletten -
Häuschen aufgestellt. (Siehe hierzu Abbildung auf S. 10) 
 Kontinuierlicher Einsatz von Sprachmittler*innen, gerade im Kölner Süden , seit 2017 
ergänzt durch Videodolmetscher-Dienste bei Beratungen und in der Aufsuchenden Ar-
beit.  
 2015-2018 Anpassung der Zugangsvoraussetzungen für die Geestemünder Straße: 
Vorausgesetzt wird nur noch, dass die Frauen die vor Ort geltenden Regeln verstehen 
und umsetzen können und für Hilfen erreichbar sind. 
 2016 a ufsuchende Arbeit durch das Gesundheitsamt m it heterogenen Street-
workteams: Kolleg*innen aus dem Aufsuchenden Suchtclearing begleiten das Street-
workteam „Sexarbeit“ auf die Geestemünder Straße.

21 
 
 2017 Zugangsverbesserung zu medizinischer Hilfe  im Gesundheitsamt: Erweiterung 
der anonymen und kostenlosen fachärztlichen Sprechstunde 
(Fachdienst STI und sexuelle Gesundheit) auf eine täglich offen zugängliche ärztliche 
Sprechstunde. (Coronabedingt gibt es hier aktuell Einschränkungen). 
 Mit Einführen des Prostituiertenschutzgesetztes 2017, Gründung e ines Runden Ti-
sches Sexarbeit Köln, um die Vernetzung und den Austausch unter den Akteuren in 
Köln zu intensivieren. 
 2017 Eröffnung der Beratungsstelle nach §10 Prostituiertenschutzgesetz, im Stadt-
haus Köln Deutz. Hier erhalten alle Menschen die sich in Köln nach Prostituierten-
schutzgesetz anmelden und zur Gesundheitlichen Pflicht-Beratung vorstellen, Informa-
tion über das vielfältige Kölner Hilfsangebot. 
 Seit 2017 bieten Kölner Träger Sexarbeiter*innen die Möglichkeit an, den Träger als 
postalische Adresse anzugeben. Die Angabe einer postalischen Adresse ist Voraus-
setzung für die Anmeldung nach Prostituiertenschutzgesetz. 
 2018 Intensivierung des intersektionalen Ansatzes bei der aufsuchende Arbeit in Köln 
durch vermehrt heterogene Streetworkteams des Gesundheitsamtes  
 2020 Der SkF e.V. ergänzt sein Angebot um Rahab+, um Frauen in der Sexarbeit bei 
der Klärung, Vorbereitung und Begleitung von Ausstiegsprozessen und der Perspekti-
venentwicklung mit beruflicher Neuorientierung intensiver zu unterstützen. Dieses 
neue Angebot wird vom Jobcenter Köln und dem Amt für Soziales und Senioren mit 
seinem Programm KomProArBeit gefördert. 
 
 
3.2 Spezifische Angebote für Sex arbeitende in Köln – Übersicht über die 
Angebote und die Inanspruchnahme der letzten Jahre 
 
3.2.1 Bericht aus der Arbeit des Gesundheitsamtes Köln  
 
Fachdienst STI und sexuelle Gesundheit 
Mit dem Auftrag nach §19 Infektionsschutzgesetz, bietet das Kölner Gesundheitsamt durch 
den Fachdienst STI und sexuelle Gesundheit  seit mehr als 20 Jahren  anonyme und kos-
tenlose Beratung, fachärztliche Sprechstunde und Versorgung für nicht versicherte Menschen 
und explizit auch für Sexarbeiter*innen an. 
Die akzeptierende Haltung des Fachdienstes gegenüber diversen Lebensentwürfen und un-
terschiedlichsten Motivationen zur Sexarbeit ist die Voraussetzung für den guten Zugang zu 
der Sexarbeits-Szene in Köln und ermöglicht einen Überblick über die Entwicklungen. Das 
Vertrauen zu den Mitarbeiter*innen des Gesundheitsamtes und das breite medizinische, nicht 
auf Sexarbeit festgelegte Angebot des Fachdienstes erleichtert es auch Menschen den Zu-
gang zu nutzen, die (noch) nicht oder nur  gelegentlich in der Sexarbeit arbeiten bzw. keine 
Identifikation mit Sexarbeit haben. So suchen insbesondere Menschen mit komplexen gesund-
heitlichen und psychosozialen Problemen den Fachdienst im Gesundheitsamt auf. Dies zeigt 
sich in einer hohen Zahl Behandlungsbedürftiger akuter und chronischer Erkrankungen und 
einer häufigen Vermittlung in weitere Hilfsangebote.  
Ein großer Vorteil ist das Ineinandergreifen der verschiedenen interdisziplinären Angebote im 
Gesundheitsamt am Neumarkt. So ist bei Bedarf z.B. eine direkte Vermittlung in die Clearing-
stelle für Migration, den sozialpsychiatrischen Dienst oder in Angebote für Schwangerschaft 
und Schwangerschaftskonfliktberatung möglich. 
Im Kontext vulnerabler Gruppen funktioniert der Zugang maßgeblich über die Verknüpfung 
von aufsuchender Arbeit, Vertrauen und Akzeptanz mit dem Angebot und akuter medizinischer

22 
 
Versorgung. Die Begleitung ist prozesshaft und ermöglicht so nachhaltig individuelle psycho-
soziale Bedingungen und Ressourcen zu stabilisieren. 
 
Kontakte in der anonymen, kostenlosen fachärztlichen Sprechstunde: 
 2019 2020 
Kontakte gesamt 1523 846 
Kontakte davon zu Sexarbei-
ter*innen 
953 387 
 
In den gesamten Kontakten sind auch Kontakte verborgen, bei denen sich Sexarbeitende nicht 
als solche geoutet haben.  
Das Angebot der fachärztlichen Sprechstunde umfasst das gesamte Spektrum der Diagnostik 
und Therapie für sexuell übertragbare Infektionen, reguläre gynäkologische Vorsorgeuntersu-
chungen, Mutterschafts- und Schwangerenvorsorge für Frauen ohne belastbare Krankenver-
sicherung sowie urologische Fachkompetenz für nicht krankenversicherte Männer. 
 
Kontakte der anonymen und kostenlosen psychosozialen Beratung zu sexueller Gesundheit 
und HIV-Test-Sprechstunde: 
 2019 2020 
Kontakte gesamt 6776 3466 
Davon Kontakte zu Sexar-
beiter*innen 
66 37 
 
Die anonyme und kostenlose psychosoziale Beratung richtet sich an die gesamte Bevölke-
rung, erfolgt zu allen Themen sexueller Gesundheit, auch Sexarbeit, und wird von einem er-
fahrenen interdisziplinären Team werktäglich in einer offenen Sprechstunde angeboten. An 
dieses Angebot schließt sich die Möglichkeit an, einen kostenlosen HIV - oder Syphilis-Test 
anonym durchführen zu lassen. 
 
Das Gesundheitsamt mit dem Schwerpunkt der zielgruppenspezifischen, medizinischen Ver-
sorgung ist aus bekannten Gründen 2020 zeitweise sehr eingeschränkt und nur für Notfälle 
zugänglich gewesen. Für medizinische- und Beratungsnotfälle ist der Fachdienst STI und se-
xuelle Gesundheit jedoch durchgehend erreichbar gewesen. 
Das Angebot verliert aufgrund der zurzeit alternativlosen Corona-Hygiene-Auflagen an  
Niederschwelligkeit. Die sonst werktäglich 3-5h geöffneten Sprechstunden müssen aktuell ein-
geschränkt und als Terminsprechstunden stattfinden. Trotzdem finden, wie die Zahlen vor al-
lem aus der versorgenden medizinischen Sprechstunde zeigen, Klient*innen und Patient*in-
nen bei Bedarf ihren Weg in das Angebot. 
 
Aufsuchende Arbeit des Fachdienstes STI und sexuelle Gesundheit:  
Das Gesundheitsamt führt regelmäßig aufsuchende Arbeit an verschiedensten Orten sexueller 
Dienstleistungen in Köln durch, um die Entwicklungen vor Ort beurteilen zu können.  
Die Statistik der aufsuchenden Arbeit des Fachdienstes konnte aus aktuellem Anlass für 2019 
und 2020 noch nicht ausgewertet werden. Die Beobachtungen und Statistiken bis einschließ-
lich 2018 sind im vorangegangenen Teil unter den jeweiligen Settings aufgeführt. 
 
Prostituiertenschutzgesetz - Gesundheitsamt Köln: 
Gesundheitliche Pflichtberatung nach §10 Prostituiertenschutzgesetz (ProstSchG): 
Kernelemente des Prostituiertenschutzgesetzes, das am 1. Juli 2017 in Kraft getreten ist, sind 
die Anmeldepflicht sowie eine gesundheitliche P flichtberatung für Sexarbeiter*innen und die

23 
 
Erlaubnispflicht für das Prostitutionsgewerbe. Seit dem 1. Januar 2018 müssen alle in der 
Prostitution tätigen Personen angemeldet sein, beziehungsweise sich bei neu aufgenomme-
ner Tätigkeit anmelden. Die gesundheitlich e Pflichtberatung nach §10 ProstSchG fällt in die 
Zuständigkeit des Gesundheitsamtes, die Anmeldung nach §7 ProstSchG ist Aufgabe der Ord-
nungsbehörde.  
Damit im Gesundheitsamt am Neumarkt weiterhin geschützt, kostenlos und anonym die Bera-
tung sowie die medizinische Sprechstunde zu STI und sexueller Gesundheit aufgesucht wer-
den kann, findet die gesundheitliche Pflichtberatung nach § 10 ProstSchG nicht im Gesund-
heitsamt am Neumarkt statt, sondern im ebenfalls zentral und gut erreichbar gelegenen Stadt-
haus in Köln Deutz. 
Inhaltliche Schwerpunkte der Beratung sind je nach individuellem Bedarf gesundheitliche The-
men und vor allem der Verweis und die Information zu entsprechenden Beratungsstellen und 
Hilfsangeboten in Köln. Für die Beratungen stehen stets Video-Dolmetscher zur Verfügung. 
Auf Wunsch wird zusätzlich eine Beratungsbescheinigung auf einen Alias-Namen ausgestellt. 
 
Die 5 häufigsten angefragten Themen in der gesundheitlichen Pflichtberatung sind: 
 Fragen zum Anmeldeprocedere nach ProstSchG 
 Fragen zu Konsequenzen bei Finanzamt/ Steuern 
 Was tun bei Kondompanne? 
 Sicherheit am Arbeitsplatz und Rechte gegenüber Betreibern und Kunden 
 Angebote zu ärztliche Grundversorgung, Krankenversicherung 
 
Gesundheitliche Pflichtbera-
tung nach §10, ProstSchG 
2019 2020 
Beratungen  1387 762 
 
Da eine Anmeldung nach §3 ProstSchG in der Zeit des Corona bedingten Verbots sexueller 
Dienstleistungen nicht möglich gewesen ist, sind die Zahlen der gesundheitlichen Pflichtbera-
tung nach §10 entsprechend geringer als im Vorjahr. 
 
 
3.2.2 Bericht aus der Arbeit des SkF Köln e.V.: 
 
Die Beratungsstelle „Rahab“ ist Teil der Prostituiertenhilfe des SkF e.V. Köln. Neben der auf-
suchenden Arbeit an verschiedenen Prostitutionsorten und in verschiedenen Prostitutionsstät-
ten wie Clubs und Bordellen, hält „Rahab“ eine offene Sprechstunde und verlässliche Bera-
tungszeiten in der Geschäftsstelle am Mauritiussteinweg in Köln vor. 
Ein Teil des Arbeitsauftrages von „Rahab“ besteht zudem darin, suchtkranke, sozial und psy-
chisch hoch belastete Frauen regelmäßig zu kontaktieren, die im Sperrbezirk in der Großsied-
lung „Auf dem Kölnberg“, in den Wohnwagen am Eifeltor und in der Innenstadt, insbesondere 
am Eigelstein arbeiten. 
Die Mitarbeiter*innen von „Rahab“ sind wöchentlich und zusätzlich bei Bedarf an verschiede-
nen Orten unterwegs, um möglichst vie le Sexarbeiter*innen zu erreichen, die bestehenden 
Kontakte in die Szene der Sexarbeiter *innen zu halten u nd weiter auszubauen. In diesem 
Rahmen kann über gesundheitliche und psychosoziale Hilfen und, bei Bedarf über die beste-
henden Rechtslagen informiert werden.  
„Rahab“ berät Frauen und vermittelt sie bei Bedarf in weiterführende Hilfen, die not wendig 
sind, um ausstiegsmotivierte Frauen zu begleiten und Frauen, die noch nicht aussteigen kön-
nen oder wollen, gesundheitlich und sozial zu stabilisieren.

24 
 
Zur Klärung, Vorbereitung und Begleitung von Ausstiegsprozessen wurde zu Beginn des 
Jahren 2020 das Konzept „Rahab+“ entwickelt, das ergänzend seit dem 01.09.2020 in Zu-
sammenarbeit mit dem Jobcenter und KomProArBeit der Stadt Köln umgesetzt wird. Mit den 
Bausteinen Prüfung und Sicherung von Leistungsansprüchen, Klärung schulischer und beruf-
licher Qualifikationen und Wünsche, Coaching und Vermittlung in Qualifizierungen, Ausbil-
dung, Praktika oder Arbeit, werden ausstiegsmotivierte Sexarbeiter*innen längerfristig bei der 
beruflichen Neuorientierung unterstützt.  
Ein eher ordnungspolitischer Arbeitsauftrag besteht darin, bei der aufsuchenden Arbeit einen 
Überblick über das Prostitutionsgeschehen in den städtischen Sperrbezirken zu erhalten und 
mit präventiven und sozialarbeiterischen Angeboten auf die Sexarbeiter*innen  dahingehend 
einzuwirken, besonders sensible Bereiche wie Kindertagesstätten, Supermarktparkplätze, 
Hauseingänge etc. zu meiden, um eine mögliche  Belastungen der Anwohnerinnen und An-
wohner durch das Prostitutionsgeschehen so gering wie möglich zu halten. 
 
Das Leistungs- und Angebots-Spektrum des SkF e.V. Köln umfasst: 
 Interdisziplinäre Kooperation/Zusammenarbeit mit allen Akteuren (Gesundheitsamt, 
Ordnungsamt, Polizei, Beratungsstellen und Einrichtungen, Politik und Verwaltung)  
 Sicherstellung von Hilfen für Opfer von Gewalt 
 Psychosoziale Stabilisierung, Krisenintervention und Klärung des individuellen Hilfebe-
darfes 
 Aktivierung der Ressourcen der Beratungssuchenden unter Einbeziehung aller not-
wendigen Leistungserbringer*innen  
 Hinführung zur sozialen Integration und zur Sicherung der gesundheitlichen Situation 
sowie der Klärung (versicherungs-)rechtlicher und sozialer Belange 
 Heranführung an alternative Beschäftigungsmöglichkeiten und an Ausbildung und Wei-
terbildung seit 01.09.2020 vornehmlich durch die Vermittlung zu „Rahab+“ 
 Vermittlung von Tagesstruktur durch Einbindung in zielgruppenspezifische Angebote 
wie „Café Auszeit“ oder „Café Mäc Up“ oder in sozialräumliche Strukturen 
 Wo nötig, Wegebegleitung zu anderen spezialisierten Einrichtungen 
 Motivation zu Selbstermächtigung und Selbsthilfe. 
 
Statistik – SkF e.V. Köln 
Insgesamt wurden durch „Rahab“ 244 (252) 1 Prostituierte im Berichtszeitraum erreicht, die 
über die Angebote von „Rahab“ informiert und entsprechend ihrer Anfragen und Bedarfslagen 
beraten und intensiver betreut wurden. Von den 244 erreichten Frauen nutzten 162 die „Offene 
Beratung“, 83 wurden durch aufsuchende Arbeit erreicht.  
Durch die Schließung von Prostitutionsstätten sowie das generelle Verbot der Prostitution, 
wurden in Clubs und Bordellen oder im Kölner Süden nach dem 15.03.2020 kaum noch Frauen 
erreicht. Dafür stieg die Zahl der Frauen, d ie die offene Beratung oder die längerfristige Be-
gleitung in Anspruch nahmen, deutlich an.  
Die „Offene Beratung“ diente daher 2020 noch mehr als in früheren Jahren als Einstieg in 
einen meist längeren, intensiven Bera tungsprozess. Motivation für  Frauen, Hilfe zu suchen, 
sind akute Problemlagen in Verbindung mit dem Prostitutionsverbot, Schulden, die nicht mehr 
beglichen werden können, unsichere Wohnverhältnisse, der Wunsch, durch die zeitweise so-
ziale Absicherung durch Transferleistungen die Existenz zu si chern aber auch der Wunsch, 
längerfristig aus der Sexarbeit auszusteigen. 
 
Offene Beratung– SkF e.V. Köln 
                                                
1 Zahl aus dem Jahr 2019

25 
 
162 Sexarbeiter*innen haben 2020 die „Offene Beratung bei „Rahab“ in der Geschäftsstelle in 
Anspruch genommen. 2019 waren es dagegen nur 83 Personen. Hier zeigt sich deutlich, dass 
versorgende Angebote in der Pandemie vermehrt angesteuert wurden. 
 
Die Kontakte lassen sich wie folgt ausdifferenzieren: 
 2019 2020 
Beratungskontakte gesamt 1357 1570 
Persönliche Kontakte 306 640 
Telefonische kontakte 471 580 
Schriftliche Kontakte (Mails, 
SMS) 
382 303 
Sonstige 198 47 
 
In den Beratungskontakten sind 47 Kontakte zu Dritten wie z.B. Bordellbetreiber, Freier, „Hel-
fer“ mit eingerechnet.  
 
Deutlich angestiegen ist die Anzahl der persönlichen Kontakte, die sich im Jahr 2020 von 306 
auf 640 mehr als verdoppelt haben. Diese Steigerung ist, wie oben bereits ausgeführt, auf die 
Hilfeanfragen während der Pandemie und dem damit einhergehenden Prostitutionsverbot 
nach Corona-Schutzverordnung zurückzuführen. 
Wurden als Gründe für die Kontaktaufnahme mit „Rahab“ in den Vorjahren häufig die fehlende 
soziale Absicherung beim Ausstieg, Schulden, Partnerschafts - und Familienkonflikte ange-
führt, ging es 2020 vor allem um Existenzsicherung und das Arbeiten in der Illegalität.  
 
 
Alter und Nationalität der Frauen in der „Offenen Beratung“ – SkF e.V. Köln 
Die jüngste Frau in der offenen Beratung von „Rahab“ war 18 Jahre alt, die älteste Frau 66.  
Insgesamt verteilen sich die beratenen Frauen wie folgt auf die Alterskohorten.  
 
Während der Corona-Pandemie sind die Zahlen der ratsuchenden Frauen über alle Altersko-
horten hin angestiegen. Besonders deutlich ist der Anstieg bei den 21- bis 30-Jährigen, deren 
Zahl in der offenen Beratung sich verdoppelt hat und bei den 31- bis 40-Jährigen, deren Zahl 
sich sogar verdreifacht hat. 
Neben der Bitte um Unterstützung bei der Existenzsicherung während der Corona-Pandemie, 
formulierten, wie in den letzten Jahren auch, Frauen ab Mitte 30 zum Teil den Wunsch nach 
Begleitung des Ausstiegs aus der Prostitution. 
0
10
20
30
40
50
60
70
18 bis 20 21 bis 30 31 bis 40 41 bis 50 51 bis 60 über 60
14
26
23
15
8
11
25
22
17
8
0
4
51
65
26
11
2
2018
2019
2020

26 
 
Angesichts des Arbeitsauftrages von „Rahab“, der vor allem in der niedrigschwelligen Kontakt-
aufnahme, der Information über und in der Heranführung an das Hilfesystem besteht, können 
die meist komplexen Themen im Zusammenhang mit der Entwicklung beruflicher Alternativen, 
von „Rahab“ nicht geleistet werden.  
Hierfür besteht deshalb seit dem 01.09.2020 mit „Rahab +“ ein zusätzliches  Angebot. Durch 
eine prozesshafte Bearbeitung komplexer Themen, auch solcher die aus der Zeit in der Sexar-
beit resultieren, sollen Vermittlungshemmnisse und eine Verbesserung der Beschäftigungsfä-
higkeit erzielt werden. 
 
Von den 162 Frauen , die die offene  Beratung nutzten, wurden im Rahmen der Hilfep lanung 
Angaben zur Nationalität erhoben:  
 Deutsch        57 
 Bulgarisch         37 
 Rumänisch        15 
 Polnisch         5 
 Ungarisch        4 
 Spanisch        3 
 Sonstige        29 
 Keine Angaben       22 
 
Den größten Anteil in der Beratung hatten Frauen mit deutscher, rumänischer und bulgarischer 
Staatsangehörigkeit bzw. Zuwanderungsgeschichte. Die Beratungen erfolgen in Deutsch und 
Englisch. In allen weiteren Fällen wird bei Bedarf Sprach- und Kulturmittlung hinzugezogen. 
 
Aufsuchende Arbeit - SkF e.V. Köln  
Von den 244 (252) insgesamt beratenen Frauen wurden im Rahmen der aufsuchenden sozi-
alen Arbeit am Kölnberg, im Kölner Süden (Eifeltor, Brühler Landstraße, Robinienweg), am 
Eigelstein sowie in Clubs, Wohnungen und Laufhäusern 82 (169) einzelne Frauen angetroffen. 
Ein Teil dieser Beratungen fällt noch in die Zeit vor der Schließung der Prostitutionsstätten vor 
dem 15.03.2020 bzw. in die kurze Phase der Öffnung nach dem Urteil des Verwaltungsgerich-
tes in Münster.  
Beraten wurden während der Corona -Pandemie zudem Frauen, die sich zuvor um Hilfe an 
den Bundesverband Sexuelle und erotische Dienstleistun gen oder andere Ansprechpart-
ner*innen gewandt hatten.  
 
Mit der Fortsetzung der aufsuchenden Prostituiertenhilfe als verlässlichem Beziehungsange-
bot sollte während der Pandemie ein Zugang zu den Frauen am „Kölnberg“ gesichert werden.  
In den von „Rahab“ aufgesuchten Clubs, Bordellen und Wohnungen wurden 5 (58) verschie-
dene Frauen erreicht. Mit Fortschreiten der Pandemie und der Betriebsschließungen wandten 
sich vermehrt Betreiber von Betrieben an „Rahab“, mit der Bitte, um Unterstützu ng bei der 
Erstellung von Hygienekonzepten. Diese Anfragen wurden an das zuständige Gesundheits-
amt weitervermittelt.  
 
Nutzung des psychosozialen Beratungs- und Betreuungsangebots – SkF e.V. Köln 
Das im Vordergrund stehende Thema im Jahr 2020 war das zur P andemiebekämpfung ver-
hängte Prostitutionsverbot.  
In der Prostituiertenhilfe des SkF e.V . Köln werden auch Frauen beraten, die nicht zwingend 
auf die Einnahmen aus dieser Arbeit angewiesen sind. Überwiegend werden jedoch Frauen 
mit den Angeboten der Prosti tuiertenhilfe erreicht, die wegen Armut, Schulden, Sucht oder 
fehlender beruflichen Alternativen auf die Einnahmen aus der Sexarbeitend angewiesen sind.

27 
 
Ein Prostitutionsverbot bedeutet für diese Frauen – gleichgültig, ob nach ProstSchG gemeldet 
oder nicht – eine existentielle Bedrohung. 
Daher gilt es, während der Pandemie diese Frauen, wie oben bereits geschrieben, primär bei 
der Existenzsicherung zu unterstützen und z.B. mit der Überleitung zu „Rahab +“ berufliche 
Alternativen zu entwickeln.  
 
Themenkomplexe in der Beratung sind: 
 Allgemeine Lebensberatung 
 Safer Work/Prostitution  
 Sucht, Safer Use 
 Sozialrechtliche Fragen 
 Partnerschaft/Familie 
 Gesundheit 
 Gewalt 
 Krisenintervention 
 Ausstieg 
 STI 
 Schwangerschaft 
 Schulden  
 Umsetzung des ProstSchG 
 
Trotz Berufsverbot ist jedoch der Ausstieg gerade für Frauen, die am Eigelstein, im Kölner 
Süden oder auf dem Kölnberg arbeiten, kaum eine Option.  
Fehlende alternative Lebensperspektiven, fehlende soziale und finanzielle Absicherung, Not-
wendigkeiten Familien oder eine Suchterkrankung zu finanzieren verhindern die Entwicklung 
von Ausstiegsperspektiven.  
 
Weitere Berichte aus der Arbeit des SkF e.V. Köln zum Thema Prostitution finden sich unter 
www.skf-koeln.de . Darüber hinaus stehen differenzierte Jahresberichte zu Rahab und zur Ar-
beit auf der Geestemünder Straße auf Anfrage beim Sozialdienst katholischer Frauen e.V. 
Köln zur Verfügung.  
 
 
 
 
 
3.2.3 Bericht aus der Arbeit von Looks e.V Köln 
 
Entstanden aus dem Auftrag der HIV/Aids-Prävention, bietet Looks e.V. als niedrigschwellige 
Anlauf-und Beratungsstelle für Menschen der männlichen und transidenten Prostitutionsszene 
ein breites Spektrum an Beratung und psychosozialer Unterstützung an. 
Die männliche und transidente Pros titutionsszene zeichnet sich durch eine schwere Erreich-
barkeit und Vulnerabilität aus. Für Menschen dieser Szene ist es besonders wichtig unerkannt 
zu bleiben und mit Sexarbeit nicht in Verbindung gebracht zu werden. Die damit verbundene 
Stigmatisierung hat sich im Verlauf der vergangenen Jahrzehnte nicht wesentlich verändert.  
 
Die Zielgruppe von Looks e.V. und deren Lebenssituation 
In Köln arbeiten mehrere hundert Männer im Alter von 16-30 Jahren regelmäßig oder phasen-
weise als Sexarbeiter*. Der überwiegende Anteil davon hat einen Migrationshintergrund.  
Viele sind mit sozialen, psychischen und gesundheitlichen Problemen konfrontiert:

28 
 
 ungesicherter oder unzureichender Aufenthaltsstatus,  
 sprachliche Barrieren,  
 unzureichende gesundheitliche Versorgung  
 fehlende soziale Bindungen  
 Wohnungslosigkeit,  
 materielle Not,  
 abgebrochene oder fehlende Ausbildung,  
 hoher Alkohol- und Drogenkonsum,  
 chronische Erkrankungen,  
 kriminelle Erfahrungen  
 fehlende Anbindung an das System sozialer Sicherung 
 risikoreiches Sexualverhalten mit schweren gesundheitlichen Folgen 
 
Die Angebote von Looks e.V. 
Um diesen Personenkreis Hilfsangebote zugänglich zu machen, ist es notwendig, durch inten-
sive Beziehungsarbeit ein Vert rauensverhältnis herzustellen. Erst mit einer Vertrauensbasis 
offenbaren Menschen dieser Szene Problemsituationen und erfragen Unterstützung.  
Looks e.V. arbeitet daher nach einem integrierten Beratungs- und Unterstützungskonzept, das 
auf die jeweiligen individuellen Anliegen der Ratsuchenden ausgerichtet  ist. Dieses umfasst 
neben Maßnahmen der HIV- und STI-Prävention weiterführende Hilfsangebote. Hierzu gehö-
ren Unterstützung bei der Wohnungssuche genauso wie viele weitere Angebote die der sozi-
alen und psychischen Stabilisierung dienen.  
Ausstiegsprozesse werden z.B. durch die Suche nach alternativen Arbeitsmöglichkeiten und 
konkreter Hilfe bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen begleitet.  
Leistungsspektrum: 
Looks e.V. bietet neben direkter Elementarversorgung wie Essen, Duschen, Schließfächer, 
Kleiderkammer, postalischer Erreichbarkeitsadresse, medizinische Basisversorgung ein brei-
tes Spektrum an Beratung und psychosozialer Unterstützung an: 
 Aufsuchende Sozialarbeit in den Szenen männlicher und transidenter Prostitution (Alt-
stadt, Bordelle, Sex Kinos, Internetplattformen) 
 Wöchentliche ärztliche Sprechstunde in Kooperation mit dem Gesundheitsamt der 
Stadt Köln 
 Begleitungen zu Ämtern und Behörden, Jobcentern, potentiellen Arbeitgeber*innen au-
ßerhalb von Prostitutionszusammenhängen, Bildungsangebote n, Migrations- und In-
tegrationsangeboten, Wohnungsgeber*innen und Wohneinrichtungen, niedergelasse-
nen Ärzt*innen, Krankenhäusern, Krankenkassen, Suchthilfeeinrichtungen, Rechtsan-
wält*innen etc. 
 
Kinder- und Jugendhilfe von Looks e.V. 
Die Arbeit von Looks e.V. umfasst Hilfeangebote, die sich speziell an Kinder und Jugendliche 
in Prostitutionszusammenhängen richten. Die Motive von Minderjährigen sich in Prostitutions-
zusammenhängen aufzuhalten bzw. auch selbst anschaffen zu gehen, sind vielfältig und sind 
immer individuell zu betrachten. 
Im Rahmen der Jugendhilfe bietet LOOKS e.V. Hilfe und Beratung für Jugendliche auf freiwil-
liger Basis an. Insbesondere bei Minderjährigen gilt es, einer Verstetigung im Prostitutionsmi-
lieu vorzubeugen bzw. im Vorfeld mit den Betroffenen Lebensalternativen außerhalb von Pros-
titutionszusammenhängen zu entwickeln und umzusetzen. LOOKS e.V. ist Ansprechpartner 
für Mitarbeitende des ASD in Einzelfallfragen, informiert das Jugendamt fallübergreifend über 
das Themenfeld der männlichen Sexarbeit und kooperiert in Einzelfällen mit weiteren Trägern 
der Jugendhilfe.

29 
 
Das Team von Looks e.V. begegnet während der Arbeit Jungen und jungen Männern, die 
häufig falsche Angaben über ihr Alter machen. Daher ist es schwer zu sagen, wie viele Kinder 
und Jugendliche in Köln der Prostitution nachgehen. Oftmalig machen Personen aus dem so-
zialen Nahraum der Betroffenen auf die Kinder und Jugendlichen aufmerksam. 
 
Kontaktzahlen von Looks e.V. Köln: 
Kontakte Looks e.V. 2019 2020 
Beratungskontakte gesamt 1.286 1.078 
Davon Begleitungen 46 25 
Davon ärztliche Behand-
lungskontakte vor Ort 
86 56 
 
Nationalitäten der Klient*innen: 
Nationalitäten 2019 2020 
Deutsch 20 % 25 % 
Nicht deutsch 78 % 70 % 
unbekannt 2 %  5% 
 
 
Die Beratungskontakte sind meist komplex und decken mehrere Themen ab: 
 
Darüber hinaus stehen die ausführlichen Jahresberichte mit weiteren Details bei Looks e.V. 
auf Anfrage bzw. online unter  
https://www.looks-ev.de/infoseite/downloads/  
zur Verfügung. 
 
 
 
 
 
Themen zu denen Looks e.V. beraten, unterstützt und 
begleitet hat: 
2019 2020 
Sexarbeit/Prävention 971 915 
Gesundheit psychisch/körperlich 776 717 
Ämter und Behörden 340 299 
Wohnen 258 235 
Arbeit, Ausbildung, Schule, Ausstieg 239 222 
Corona - 219  
Familie/Beziehung 207 166 
Finanzen/Schulden 205 156 
Sucht 118 109 
Sexuelle Identität 102 108 
Migration 83 72 
Gewalt 82 40 
Kriminalität 28 20 
Isolation/Einsamkeit 20 14 
Sexualität 8 12 
Sexueller Missbrauch/Grenzverletzung 8 9

30 
 
4. Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Situation Sexarbeitender in Köln 
 
Die Situation für Menschen , die ihren Lebensunterhalt mit Sexarbeit verdienen, wird aktuell 
durch die Corona -Pandemie und das vorrübergehende Prostitutionsverbot, beeinflusst. Aus 
den persönlichen Kontakten in den aufgeführten Angeboten ist bekannt, dass ein großes 
Spannungsfeld zwischen den COVID-19-präventiven Maßnahmen gemäß der Corona-Schutz-
verordnung des Landes und den Lebensrealitäten vieler Sexarbeiter*innen besteht und dass 
sexuelle Dienstleistungen trotz des Verbots durch die Corona -Schutzverordnung angeboten 
und auch in Anspruch genommen werden.  
Es ist davon auszugehen, dass nach dem Prostitutionsverbot vom 1 5.03.2020 einige Sexar-
beiter*innen zumindest zeitweise mit der Arbeit aufgehört haben, andere sind ins „Verborgene“ 
ausgewichen und haben die Anbahnung auf Internetplattformen verlegt oder Verabredungen 
mit Freiern telefonisch getroffen. Einige sind auch in ihr Heimatland zurückgekehrt. Mit der 
Dauer des Prostitutionsverbotes dürfte sich eine Form von illegaler Prostitution entwickelt ha-
ben, die es allen Akteuren erschwert, Sexarbeiter*innen für Hilfen zu erreichen. 
Alle Anlaufstellen in Köln sind für Sexarbeiter*innen während der Pandemie offen bzw. erreich-
bar geblieben, so dass Sexarbeiter*innen dort jederzeit Unterstützung finden konnten und kön-
nen. Die ihnen bekannten Beratungsangebote wurden und werden in der Corona Pandemie 
weiter aufgesucht. Die Inanspruchnahme basiert besonders in der Corona-Pandemie auf dem 
Vertrauensverhältnis und erfolgt aus der Notwendigkeit für Existenzsicherung und medizini-
scher Versorgung.  
 
4.1 Bericht des SkF´s e.V. Köln zu Auswirkungen der Corona-Pandemie: 
Zu Beginn und während der Corona -Pandemie traten existenzsichernde Hilfen stark in den 
Mittelpunkt. Dazu gehören bis heute: 
 Ausgabe von Lebensmittelgutscheinen und Lebensmittelpaketen 
 Spenden für Handyguthaben, um mit der Familie in Kontakt bleiben zu können 
 Übernahme von Fahrtkosten zu Konsulaten und Botschaften, um notwendige Papiere 
zu beschaffen, in einzelnen Fällen auch für die Heimreise 
 Sicherung der Wohnung/Vermittlung eines Schlaf- und Wohnplatzes 
 Prüfung der Anspruchsberechtigung und Beantragung von SGB II-Leistungen – insbe-
sondere in der ersten Phase des Lockdowns konnten vereinzelt Frauen in den Leis-
tungsbezug vermittelt werden, deren Leistungsberechtigung noch nicht geklärt war, die 
aber aufgrund ihrer Obdachlosigkeit aus humanitären Gründen ei nen Hilfeanspruch 
geltend machen konnten 
 Versorgung mit Masken und anderen Hygieneartikeln 
 Vermittlung in geringfügige Beschäftigungsverhältnisse zur sozialversicherungsrechtli-
chen Absicherung z.B. Erlangung eines Krankenversicherungsschutzes 
 Klärung von S chulden und Steuerschulden, die während der Pandemie wegen des 
fehlenden Einkommens nicht beglichen werden können 
 Zusammenarbeit und Abstimmung mit dem Bundesverband sexuelle und erotische 
Dienstleistungen, der Spendenmittel zur Unterstützung von Prostitui erten zur Verfü-
gung gestellt hat 
 Zusammenarbeit mit weiteren Stiftungen und Sponsor*innen, die Spendenmittel für die 
Grundversorgung zur Verfügung gestellt haben. 
 
Daher gilt es, während der Pandemie Sexarbeiter*innen, wie vorangehend bereits geschil-
dert, primär bei der Existenzsicherung zu unterstützen und z.B. mit der Überleitung zu 
„Rahab+“ berufliche Alternativen zu entwickeln.

31 
 
5. Weitergehendes nicht sexarbeit-spezifisches Hilfesystem in Köln*:  
 
Die Träger spezifischer Hilfsangebote für Sexarbeiter*innen kooperieren mit einem breiten 
Netz weitergehender Hilfestrukturen. Bei Bedarf können Sexarbeiter*innen in das weitere Köl-
ner Hilfesystem vermittelt werden. Dabei fungieren Beratungsstellen wie „Rahab“, Looks e.V. 
aber auch die Clearingste lle für Migration in Köln als Lotsen. Einige der unten aufgeführten 
Hilfen können von Sexarbeiter*innen unabhängig von einem Leistungsanspruch genutzt wer-
den, bei anderen Hilfen muss durch das Zusammentragen von Dokumenten und Unterlagen 
ein Leistungsanspruch geprüft und umgesetzt werden. Das betrifft z.T. Sexarbeiter*innen aus 
den EU2-Staaten, die schon lange in Deutschland leben und mit der Sexarbeit ihren Lebens-
unterhalt und den ihrer Familien im Herkunftsland bestreiten. Einige Hilfen können aber auch 
von Menschen genutzt werden, die keinen Anspruch auf Unterstützung nach SGB II oder XII 
haben.  
 
Zum nicht sexarbeit-spezifischen Hilfesystem in Köln gehören unter anderem: 
 
agisra e.V. unterstützt insbesondere Migrant*innen, die sich in Gewaltverhältnissen befinden 
und von Sexismus, Rassismus und anderen Unterdrückungsformen betroffen sind.  
agisra e.V. ist mit aufsuchender Arbeit an verschiedenen Sexarbeitsorten in Köln unterwegs. 
Mit Beratung und Unterstützungsangeboten insbesondere bei bestehenden Abhängigkeits-  
oder Gewaltverhältnissen ist agisra e.V. ein wichtiger Baustein in der niederschwelligen Ange-
botsstruktur für Sexarbeiterinnen in Köln. 
Der Jahresbericht 2019 des Trägers ist ebenfalls online eingestellt und kann unter folgendem 
Link eingesehen werden: 
https://agisra.org/wp-content/uploads/2020/09/Taetigkeitsbericht_2019.pdf 
 
 Malteser Migranten Medizin Köln 
 Mobiler medizinischer Dienst des Gesundheitsamtes  
 Stelle für Familienplanung und Schwangerenberatung, Gesundheitsamt 
 Sozialpsychiatrischer Dienst, Gesundheitsamt  
 Aufsuchende Suchtclearing, Gesundheitsamt 
 Profamilia Köln 
 Clearingstelle für Migration 
 Projekt ALVENI links vom Rhein 
 Projekt ALVENI rechts vom Rhein 
 Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe ReSo-Dienste der Stadt Köln und Wohnungs-
amt 
 Betreute Wohnangebote  
 Gewaltschutzzentren 
 Schwangerschaftsberatungsstellen 
 Jugendamt  
 Einrichtungen der Suchtprävention und der Suchthilfe für Jugendliche und Erwachsene 
 niedergelassene Therapeut*innen 
 Schuldnerberatungsstellen 
 Sozialberatung für Migrant*innen 
 
In Kooperation mit der Polizei gelingt es gelegentlich, Sexarbeiter*innen zu Anzeigen und Aus-
sagen bei Zwangsprostitution und Menschenhandel zu motivieren.  
Auch das ist nur möglich unter der Voraussetzung eines engen Vertrauensverhältnisses der 
Sexarbeitenden zu den Mitarbeiter*innen von Gesundheitsamt und den freien Trägern

32 
 
6. Vernetzung des Kölner Hilfesystems* 
 
Das Kölner Hilfesystem steht in einem regelmäßigen Austausch, um den sich stetig ändern-
den Bedarfen, in diesem Fall der Situation für Sexarbeitende, flexibel begegnen zu können. 
In diesem Kontext ist das Kölner Hilfesystem auf folgenden Ebenen vernetzt: 
 
Vernetzung auf Kommunaler-Ebene: 
 
 AK Sexarbeit 
 AK Sozialarbeit EU-Bürger in Köln 
 Runder Tisch „Sexarbeit in Köln“ 
 UAK Nutzungskonzept Dom/Hbf 
 AK Drogen/Meschenich 
 AK Aids der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft (PSAG) 
 AK Jugend und Prävention/Youthwork 
 AK niedrigschwellige Sozialarbeit 
 AK Nutzungskonzept (Unter-AK der Stadtarbeitsgemeinschaft Wohnungslose) 
 AG § 78 SGB VIII – Familienberatung 
 AG § 78 SGB VIII – Streetwork/mobile Jugendarbeit 
 
 
Vernetzung auf Landes -Ebene: 
 
 AK Gesundheitliche Beratung, MAGS NRW 
 Fachtreffen der Beratungsstellen nach §10, Prostituiertenschutzgesetz 
 LAG Recht/Prostitution 
 Fachtreffen Prostitution Aidshilfe NRW 
 Landesarbeitsgemeinschaft „männliche Prostitution“ 
 Youthwork NRW 
 Landesarbeitsgemeinschaft „Streetwork“ 
 
 
Vernetzung auf Bundes-Ebene: 
 AK Großstadtgesundheitsämter Prostituiertenschutzgesetz 
 AK Sexarbeit der DSTIG (Deutsche STI Gesellschaft) 
 AK deutschsprachiger Stricher-Einrichtungen 
 Teilnahme an Studien des Robert Koch-instituts (z.B. Outreach Studie) 
 Regelmäßige Referententätigkeit bei Fachveranstaltungen

33 
 
7. Zusammenfassung zu Sexarbeit und spezifischen Hilfs -Angeboten für Sexarbei-
tende in Köln 
 
 Sexarbeit in der Metropole Köln ist vielfältig 
 Das Angebot spezifischer Anlaufstellen für Sexarbeitende in Köln ist breit und divers 
aufgestellt. 
 Das Kölner Hilfesystem ist gut vernetzt und analysiert die sich stetig verändernde 
Situation, um bei Bedarf Angebote flexibel anpassen zu können. 
 Der Kontakt in die Szenen basiert auf langjährig etablierten Vertrauen, die Kontakt-
zahlen der aufgeführten Angebote zeigen, dass die Angebote insgesamt gut ange-
nommen werden. 
 Seit 2017 (Einführung des Prostituiertenschutzgesetzes) hat die Verschiebung in Orte 
der versteckten Anbahnung für sexuelle Dienstleistungen zugenommen. Dieser Effekt 
zeigt sich unter anderem in den sinkenden Kontaktzahlen in den sichtbaren Sexar-
beit-Settings. 
 Durch die Corona-Pandemie und durch das in der Coronaschutz-Verordnung ausge-
sprochenen Verbot sexueller Dienstleistungen hat die Verschiebung von Sexarbeit in 
verstecktere Orte und in die Illegalität weiter zugenommen. 
 Die Beobachtungen zu Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Sexarbeit in Köln 
bestätigen, was aus diversen Studien2 aus Ländern, in denen ein politisch motiviertes 
Sexkaufverbot existiert, bereits bekannt ist:  
Ein Verbot und eine Sanktionierung sexueller Dienstleistungen führt nicht zu weniger 
Sexarbeit. Die Nachfrage und der Markt für sexuelle Dienstleistungen bleiben trotz 
Verbot bestehen. Möglichkeiten sicher zu arbeiten und bei Bedarf Hilfe in Anspruch 
zu nehmen ist jedoch in solch einer Situation für Sexarbeiter*innen erschwert. Um-
stände der Strafverfolgung und der nicht freiwilligen Sexarbeit werden dadurch be-
günstigt. 
 Dem entgegen wirken der Erhalt von sichtbaren und zugänglichen Orten, an denen in 
Köln Sexarbeit stattfindet, sowie der Erhalt von niederschwelligen, diskriminierungs-
freien und vertrauten Zugängen zu psychosozialen und medizinischen Hilfsangebo-
ten. 
 
                                                
2  
1. Swedish National Board of Health and Welfare (2007), Prostitution in Sweden 2007 
 
2. Platt L, Grenfell P, Meiksin R et. al. 2018: Associations between sex work laws and sex workers´ health: 
A systematic review and meta-analysis of quantitative and qualitative studies. In: PLoS Med 15(12) 
 
3. Dodillet S, Östergren, P 2012: Das schwedische Sexkaufverbot. Beanspruchte Erfolge und dokumen-
tierte Effekte. 
In: Elisabeth Greif (Hg.): SexWork(s) verbieten – erlauben – schützen? Linzer Schriften zur Frauenfor-
schung 51, 2012, 
S. 67-110. 
 
4. Ellison G., Ni Dhónaill C., Early E. 2019: A Review of the Criminalisation of paying for sexual services in 
Northern 
Ireland. School of Law, Queen’s University Belfast & Department of Justice Northern Ireland.

Mitteilung Ausschuss

1078 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle  
V/53 
 
Vorlagen-Nummer  14.04.2021 
 1347/2021 
Mitteilung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Ausschuss Soziales und Senioren 15.04.2021 
Gesundheitsausschuss 20.04.2021 
Stadtarbeitsgemeinschaft Lesben, Schwule und Transgender 21.04.2021 
 
Bericht zu Sexarbeit und spezifischen Hilfsangeboten für Sexarbeitende in Köln 2021 
Die Verwaltung wurde durch die Mitglieder des Ausschuss Soziales und Senioren in der Sitzung des 
Ausschuss vom 16.01.2020 beauftragt einen Sachstandsbericht über die Situation von Sexarbei-
ter*innen in Köln vorzulegen. 
 
Hierfür hat das Gesundheitsamt die eigenen Erfahrungen und Beobachtungen zu Entwicklungen im 
Sexarbeitsmilieu im gesamten Stadtgebiet gemeinsam mit denen der Träger von weiteren spezifi-
schen Beratungsstellen für Sexarbeitende (SkF e.V. und Looks e.V.) in Köln zusammengefasst. 
 
Der aktuelle Sachstandsbericht gibt zudem einen Überblick über das bestehende Hilfsangebot für 
Sexarbeitende in Köln und beschreibt die aktuelle Inanspruchnahme der Angebote. 
 
 
Gez. Dr. Rau

Beratungsverlauf (3)

21.04.2021 Stadtarbeitsgemeinschaft Lesben, Schwule und Transgender
TOP 9.8 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
08.06.2021 Gesundheitsausschuss
TOP 7.1 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
30.09.2021 Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren
TOP 12.1 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
1347/2021
Typ
Mitteilung Ausschuss
Datum
16.04.2021
Erstellt
12.04.2021 08:58