2542/2017
Sanierung der Bühnen am Offenbachplatz – Erläuterung der sog. ‚Big Points’
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Mitteilung Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VII/46 Vorlagen-Nummer 30.08.2017 2542/2017 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Betriebsausschuss Bühnen der Stadt Köln 12.09.2017 Sanierung der Bühnen am Offenbachplatz – Erläuterung der sog. ‚Big Points’ In der Sitzung des Betriebsausschusses am 03.07.2017 wurde um genauere Erläute rung der 33 s o- genannten ‚Big Points’ gebeten, die in der Ermittlung der Termin - und Kostenprognose von zentraler Bedeutung waren. Mit der Arbeitsaufnahme des neuen Planungsbüros für die Haustechnik am 01.10.2016 wurde die Situation auf der Baustelle auch und insbesondere mit der Perspek tive aufgenommen, zur Mitte des Jahres 2017 eine verlässliche Prognose zu Kosten und Terminen der Weiterführung der Sanierung der Bühnen erstellen zu können. Dafür war es notwendig, aus der Liste der 8.000 offenen Punkte und allen anderen vorliegenden I n- formationen diejenigen Aufgaben herauszufiltern, deren Bearbeitung in zeitlicher und kostenmäßiger Hinsicht von besonderer Bedeutung für das Projekt sind. Gleichzei tig konnten so alle neu am Projekt Beteiligten schnell einen nach Prioritä ten gewichteten Überblick erha lten. Die ‚Big Points’ wurden in einem über acht Schritte laufen den Verfahren gemeinsam identifiziert, geklärt, erläutert und in ihren Folgen für Termine und Kosten abgeschätzt. Dabei wurde bei der Betrachtung der ‚Big Points’ in den gemeinsamen Arbeitsk reisen, grundsätzlich nach konstruktiven Lösungen unter der Prämisse der weitgehenden Verwendung der vorhandenen Anlagen gesucht. Im Folgenden werden die Big Points im Einzelnen kurz dargestellt. 01 Druckboden Kinderoper Zur Kühlung des Regieraums der Kinderoper ist bislang eine Kühlung durch Lüftungsge rät im aufge- ständerten Bereich unterhalb der Zuschauersitze vorgesehen. Die Ausführung ist unzureichend, insbesondere wird die notwendige Kühlleistung nicht er reicht, gleichzeitig werden die brand - und schallschutztechnischen Vorgaben nicht eingehalten. Es ist eine neue Planung aufzusetzen für die es verschiedene Alternativen gibt. 02 Dachabläufe ohne Isolierkörper Die installierten Dachabläufe und Ablaufkörbe wurden ohne Wärmedämmung ausge führt. Das kann mittel- bis langfristig zu erheblichen Feuchtigkeitsschäden durch Konden sat in der Bauwerksstruktur führen. Außerdem ist die Dimensionierung der Dachentwässe rung nicht zweifelsfrei nachgewiesen. Eine Nachrüstung und Ergänzung der Dachabläufe ist zerstörungsfrei nicht möglich. 03 Revisionierbarkeit TA-Anlagen Bei einem Teil der 47 RLT -Anlagen sind die Lüftungs-Zentralgeräte aufgrund der verdichteten Anord- nung nicht revisionierbar. Ebenso sind Brandschutzklappen, Volumenstromreg ler, Nacherhitzer und andere Anlagenteile in den Lüftungskanälen nicht zugänglich. 2 04 Sprinkler Die ausführende Firma des Gewerkes Feuerlöschanlagen hat gekündigt, gleichzeitig sind noch e r- hebliche Restleistungen zu erbringen. Darüber hinaus gibt es Hinweise, dass möglicherweise die Wasserbevorratung nicht ausreicht und die Sprinklerpumpe unterdimensioniert ist. 05 Elektroverkabelung Dieser ‚Big Point’ ist im Zuge der weiteren Bearbeitung im ‚Big Point’ 07 aufgegangen. 06 Hydraulikzentrale Stickstofflager Druckentlastung In der Untermaschinerie der Bühnen von Oper und Schauspielhaus ist für den Fall eines unkontrollier- ten Stickstoffaustrittes der Hydraulikanlage eine Druckentlastung nachzurüsten. Jede mögli che We- geführung für einen zusätzlichen Druckentlastungskanal führt unweigerlich zu Kollisionen mit anderen bühnen- oder haustechnischen Gewerken. 07 Brandschutz in notwendigen Fluren In sehr vielen notwendigen Fluren und Fluchtwegen wurden durch die Verlegung von Elektrotras sen und Montage brennbarer Materi alien Brandlasten eingebracht. Diese Brandlas ten können aufgrund der hohen Installationsdichte oder der fehlenden Durchgangs höhe brandschutztechnisch nicht ges i- chert werden. 08 Küchenplanung Kantine Opernhaus Dieser Punkt stellt eine Restleistung dar, die noch abgearbeitet werden muss. 09 Lichte Höhen Dieser ‚Big Point’ ist im Zuge der weiteren Bearbeitung im ‚Big Point’ 07 aufgegangen. 10 Akustik Die Planung der Lüftungsanlagen wurde nicht mit der Fachplanung Akustik abge stimmt. Aufgrund ebenfalls n ichtabgestimmter Ausführungen ergeben sich in großer Zahl erhebliche Umbaumaßna h- men. 11 TA Zentralen Opernhaus 1.-2. UG und 9.-10. OG In beiden Lüftungszentralen wurden die Kanalmontagen nur teilweise hergestellt bzw. abgebro chen, da die Kanalführungen, die F90 Abschottungen und die Lage von Einbautei len unter der Berücksic h- tigung der Belange des Brandschutzes und der Akustik nicht geklärt sind. Bereits montierte Einbaute i- le sind nicht zugänglich. Die Anlagen müssen einschließlich der bereits montierten Heizungsleitungen und Stromtrassen zurückgebaut und nach einer neuen Planung neu aufgebaut werden. 12 Sicherheitstreppenhäuser Opernhaus Die in den Sicherheitstreppenhäusern installierten Überdruckbelüftungsanlagen wur den aus einze l- nen Komponenten v erschiedener Hersteller erstellt, eine für diese Anla gen erforderliche Systemko n- formität kann nicht testiert werden. Die Anlagen müssen kom plett zurückgebaut, neu geplant und neu aufgebaut werden. 13 Sicherheitsbeleuchtung Für den Einbau und Anschluss v on Sicherheits- und Notleuchten im mobilen Gestühl des Zuschaue r- saales im Opernhaus sind weitere Abstimmungen zwischen den Gewer ken Elektrotechnik und Innen- ausbau erforderlich. 14 Brandfallsteuerungsmatrix Die Aufstellung der notwendigen Brandfallsteuerungsmatrix stellt ein zeitliches Risiko dar. 15 Schächte und Kollisionen TA Die Führung der einzelnen haustechnischen Gewerke in verschiedenen Schächten ent spricht nicht den brandschutztechnischen Anforderungen. Darüber hinaus kollidie ren Stromschienen, Nachrichten- technik, Gebäudeleittechnik und in einem Fall eine Diesellei tung, teilweise werden wasserführende Leitungen in den Schächten geführt. 3 16 Brandmeldeanlage Bedingt durch die teilweise falsche Montage und die Verschmutzung im Baufeld ist von ein em vorzei- tigen Tausch der Brandmelder bzw. deren Akkus auszugehen. Das Leitungs netz der Brandmeldean- lage ist schadhaft und unvollständig, die Raumkonditio nen sind für eine Brandmeldezent rale nicht geeignet. 17 planungsbegleitende Gutachterkosten Dieser Punkt wurde in der weiteren Betrachtung der ‚Big Points’ nicht vertieft, da dadurch nicht unmi t- telbar Baukosten ausgelöst werden. 18 geänderte Normen und Vorschriften Im Zuge der Baumaßnahme sind verschiedene Normen und Vorschriften novelliert oder in die techni- schen Regelwerke neu aufgenommen worden. Einige dieser Nor men sind in verschiedenen Fallkons- tellationen umzusetzen, so z.B. die neue DIN VDE 0100-420 - Brandschutzschalter. 19 RLT Zentrale Schauspielhaus In der Lüftungszentrale des Schausp ielhauses sind zahlreiche Kollisionen entstanden, die nur durch Rückbau und Neuverlegung nach intensiver Neuplanung gelöst werden können. 20 Wassersackrohre In allen Häusern wurden ca. 500 Wassersackrohre, die dem Schutz von Druckmesseinrichtun gen dienen, falsch eingebaut und sind damit nicht funktionsfähig. Die Technik ist darüber hinaus nicht mehr aktuell. 21 fehlende Kondensatableitungen von Umluftkühlgeräten Wegen mangelnder Koordination zwischen den Gewerken Sanitär und RLT fehlen in gro ßer Zahl Kondensatableitungen von Umluftkühlgeräten. Es müssen zahlreiche Kondensa tabläufe einschließ - lich erforderlicher Schmutzwasseranlagen nachgerüstet bzw. umgebaut werden. 22 Kondensat Lüftungsgeräte Die Höhenlage der Kondensatanschlüsse der Lüftungsgeräte über dem Fußboden lässt eine Montage erforderlicher Kondensatsyphons in Kombination mit der Installa tion von Schmutzwasserleitungen in normaler Bauweise nicht zu. Zur Lösung müssen nach Abstimmung mit der Statik Kernbohrungen in die bestehenden Fußböden eingebracht werden, um flachere Kugelsyphons installieren zu können. 23 Entrauchung Für die Rauchableitung aus den Untergeschossen sind Entrauchungsanlagen an den fal schen Stellen geplant und teilweise errichtet. Es muss ein neuer Entrauchungsnach weis unter Beachtung der Vo r- gaben des Brandschutzkonzeptes erarbeitet werden und die Anlagen sind umzubauen. 24 Zugänglichkeit Brandschutzklappen Dieser ‚Big Point’ ist im Zuge der weiteren Bearbeitung im ‚Big Point’ 03 aufgegangen. 25 Schwingungsdämpfer Lüftungsgeräte Aus Schallschutzgründen wurden sämtliche Lüftungsgeräte auf Federschwingungsdämp fern aufg e- setzt. Viele der Schwingungsdämpfer sind vollstän dig eingedrückt oder seitlich ausgeknickt, was auf eine zu starke Belastung hinweist. Sämtli che Schwingungsdämpfer sind zu überprüfen und ggf. au s- zutauschen, in vielen Fällen fehlt hierfür aber die notwendige Montagehöhe. 26 Netzersatzanlage Die Lastannahmefähigkeit des bestehenden Notstromaggregates muss in Bezug auf die Anlauf - und Betriebslasten überprüft werden. Hier besteht eine unmittelbare Verbin dung mit dem ‚Big Point’ 04, aus der sich ggf. eine Lösung ergeben kann. 27 Klimatisierung Saal Für das Opernhaus liegen neben einem Bericht zur thermischen Strömungssimulation von 2011 keine weiterführenden Unterlagen vor. Es ist zu entscheiden, ob eine Simula tion der lokalen Behaglichkeit nach DIN EN ISO 7730 durchzuführen ist. 4 28 Elektroversorgung Kleines Haus Die vorgesehene Trassenführung zur Elektroversorgung des kleinen Hauses führt du rch die Lü f- tungszentrale des Schauspielhauses und andere kritische Bereiche. Diese Trasse ist entweder au f- wändig mit zusätzlichen Brandschutzmaßnahmen zu schüt zen oder es ist eine neue verträglichere Trasse zu finden. 29 gleitender Deckenanschluss Dieser ‚Big Point’ ist im Zuge der weiteren Bearbeitung im ‚Big Point’ 07 aufgegangen. 30 Blitzschutz Der äußere Blitzschutz ist fertigzustellen, für den inneren Blitzschutz ist ein Konzept über die elektr o- magnetische Verträglichkeit anzufertigen und auf dessen Basis die vorhan dene Planung zu überpr ü- fen und ggf. zu ändern. Für den funktionsfähigen Potentialaus gleich ist eine Prüfung der vermaschten metallenen Systeme, z. B. der Lüftung, Rohrsysteme oder Elektrotrassen vorzunehmen. 31 Kälteerzeugung und Eisspeicherschaltung Das gesamte Kälteerzeugungskonzept ist zu überprüfen, da zu befürchten ist, dass der Eisspei cher nicht ausreichend dimensioniert ist bzw. aufgrund statischer Probleme nicht hoch genug befüllt we r- den kann. Die für den Kühlbetrieb vorgeseh ene Pumpe ist für die vorgesehene Betriebsart nicht g e- eignet. 32 Rückbau Kleines Haus Dieser ‚Big Point’ wurde nicht weiterverfolgt, da die notwendigen Rückbaumaßnahmen nach der Spielzeit 2018/2019 durchgeführt werden und nicht zeitkritisch sind. 33 Konservierung der technischen Anlagen Hierfür sind für die jeweiligen Gewerke einzelne Konzepte zu entwickeln. Zusammenfassung Die identifizierten ‚BigPoints’ bestehen überwiegend aus Kollisionen und Systemfeh lern in der Tec h- nischen Gebäudeausrüstung , die sich in Ihrer Komplexität unterschied lich darstellen. Beispielhaft werden an dieser Stelle genannt: lokal begrenzte und mit einem überschaubaren Aufwand zu lösende ‚Big Points’ wie z.B. BP 01, systemrelevante ‚Big Points’, wie z.B. BP 07 und BP 15 , die nur durch eine intensive und fl ä- chendeckende Planung gelöst werden können. Die ‚Big Points’ konzentrieren sich räumlich sehr stark auf das Opernhaus, da sich hier die wesentl i- chen Teile der technischen Gebäudeausrüstung für alle Häuser konzentrieren. gez. Streitberger
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 2542/2017
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 30.08.2017
- Erstellt
- 16.08.2017 09:50