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Jahresbericht 2016 Aufsuchendes Suchtclearing (ASC)
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Anlage Jahresbericht ASC 2016
18073 Zeichen
2016 Jahresbericht Aufsuchendes Suchtclearing ASC 1 Inhaltsverzeichnis 1. Einleitung ................................ ................................ ................................ .......................... 2 2. Rahmenbedingungen ................................ ................................ ................................ ........ 2 3. Arbeitsschwerpunkte/Zielgruppe ................................ ................................ ........................ 2 4. Inhaltliche Arbeit ................................ ................................ ................................ ................ 3 5. Ergebnisse/Qualitätssicherung/Statistische Daten ................................ ............................. 5 6. Beschwerdemanagement ................................ ................................ ................................ .. 8 7. Kooperationen ................................ ................................ ................................ ................... 9 8. Fazit/Ausblick ................................ ................................ ................................ .................... 9 2 1. Einleitung Öffentliche Plätze bieten sich besonders in der Großstadt als Treffpunkte und Aufenthaltsorte für Drogenabhängige an. Sie dienen als Kommunikationsstätten aber auch als Umschlagplätze für Drogen. Im Kölner Stadtbild werden mehrere derartige Plätze sichtbar, dabei variiert die Frequentierung der einzelnen Plätze im Laufe eines Jahres unter Umständen mehrfach. Für die Bürger entsteht dadurch schnell ein Gefühl von Unsicherheit, das zwar eigentlich nur subjektiv vorhanden ist und nicht der objektiven Kriminalitätssituation entspricht aber für das Empfinden dennoch wirksam ist. Die Kölner Drogenpolitik geht auf diese Situation mit ihrem Grundsatz „Hilfe für die Betroffenen und hohe Sicherheit für die Bürger“ ein. Bei der Umsetzung stehen ihr eine breite Palette von Hilfeangeboten auf der einen Seite und repressiven Maßnahmen, durch Ordnungsamt und Polizei, auf der anderen Seite zur Verfügung. Zwischen dem Hilfesystem und dem Ordnungssystem bestand vor der Einrichtung des ASC bisher keine systematische Verbindung. Die Lücke zwischen Repression und Hilfe soll durch das ASC geschlossen werden. 2. Rahmenbedingungen Mit Ratsbeschluss vom 29.01.2008 wurde für die Aufgaben des ASC eine Fachkraft-Stelle beim Gesundheitsamt der Stadt Köln gefördert. In freier Trägerschaft (der Drogenhilfe Köln gGmbH und dem SKM e.V. Köln) wurden Mittel für zwei Fachkraftstellen zur Verfügung gestellt. Der SKM hat im Rahmen seiner Stellenbesetzung Teilzeitstellen mit jeweils einer weiblichen Mitarbeiterin und einem männlichen Mitarbeiter eingerichtet. Das ASC ist ein Kooperationsprojekt, das seinen Einsatz am 01.04.2008 begonnen hat und nach einer Projektbefristung durch Ratsbeschluss vom 18.12.2012 als regelfinanzierte Leistung vorgehalten wird. 3. Arbeitsschwerpunkte/Zielgruppe Definition des Auftrages Das ASC erfolgt im Rahmen einer Kooperation mit den Fachkräften der beiden Träger der freien Wohlfahrtspflege in Köln. Die aufsuchende Arbeit findet in den Kölner Straßenszenen statt und beinhaltet die von Polizei, Ordnungsamt oder durch Selbstmeldung initiierte Kontaktaufnahme mit Suchtkranken auf der Straße sowie die daraus folgende Weitervermittlung in ein passendes Hilfeangebot. Das ASC fungiert als Verbindungsglied zwischen dem repressiv tätigen Ordnungsbereich von Polizei und Ordnungsamt und dem Drogenhilfesystem mit seiner breit gefächerten 3 Angebotspalette. Im Wesentlichen handelt es sich um die Ansprache von Klient/-innen auf der Straße im Rahmen einer aufsuchenden Arbeit. Durch die enge Kooperation mit der Polizei und dem Ordnungsamt sollen Drogenabhängige frühzeitig erreicht werden, um nachhaltig in das bestehende Kölner Hilfesystem integriert werden zu können. Die wöchentlichen Austauschrunden der Kooperationspartner sollen für einen kontinuierlichen Überblick über das Geschehen in der Drogenszene sorgen, um eine effektive Arbeit mit einer anhaltenden Wirkung erzielen zu können. Eine weitere Aufgabe des ASC ist bei Bedarf die Überleitung von aus der Haft entlassenen Menschen aus Köln-Ossendorf in das Hilfesystem. Das ist besonders wichtig, um einem erneuten Abgleiten in die Drogenszene entgegenzuwirken. Dies geschieht in enger Kooperation mit der JVA. Das ASC nimmt vornehmlich eine Vermittlerfunktion in die Hilfesysteme ein; im Bedarfsfall wird eine vorübergehende und krisenbedingte Hilfe angeboten. Zielgruppe Drogenabhängige Menschen im öffentlichen Raum, Szenen, Cliquen usw. Der Ordnungsbereich hat die Möglichkeit, Drogenabhängige die störend im öffentlichen Stadtbild auffallen und mit Ordnungsmaßnahmen wie z.B. Platzverweisen - belegt werden, an das ASC als unmittelbar erreichbaren Ansprechpartner zu übermitteln. Auf eigenen Wunsch werden die Betroffenen sofort aufgenommen und schnellst möglich in bedarfsgerechte Hilfeformen vermittelt. Drogenabhängige, die eine Unterstützung und Hilfe benötigen, können direkt persönlich oder telefonisch mit dem ASC in Verbindung treten. Drogenabhängige nach der Haftentlassung aus der JVA. Bei allen o.g. Zielgruppen sind auch Menschen mit komorbiden Erkrankungen bzw. zusätzlichem Substanzkonsum (z.B. Alkohol) zu berücksichtigen. 4. Inhaltliche Arbeit Ziele Verzahnung von Ordnungs- und Hilfemaßnahmen bei gleichzeitiger Wahrung der unterschiedlichen Berufsidentitäten Erreichen von Drogenabhängigen, die sich im öffentlichen Raum in Köln aufhalten. Nachhaltige Vermittlung von Drogenabhängigen in das bestehende Hilfesystem 4 Reduzierung der Risikofaktoren von Abhängigen im Drogenmilieu, unter Einbeziehung der Haftentlassenen oder unvorbereitet (disziplinarisch) Entlassenen aus Rehabilitationseinrichtungen oder Abstinenzangeboten. Bearbeitung von Beschwerden im Rahmen des Beschwerdemanagement mit Unterstützung der Ordnungspartner Schwerpunkt der praktischen Arbeit Das Aufgabengebiet beinhaltet die Sachstandsaufnahme, Perspektivklärung, die Anbindung und möglichst nachhaltige Vermittlung von Drogenabhängigen in das bestehende Hilfesystem. Das Gesundheitsamt der Stadt Köln fungiert als Koordinationsstelle. Aufgabenbereich der Koordinierungsstelle des Gesundheitsamtes: - Koordination im Rahmen der wahrgenommenen Kooperations- und Verbindungsaufgaben zwischen Polizei, Ordnungsamt und dem Suchthilfesystem sowie weiteren Stellen wie z.B. die Bezirksvertretungen mit dem Ziel der Überleitung von Klient/-innen (von der Straße) in das Hilfesystem (Fallmoderation und Verteilung innerhalb ASC). - Organisation und Moderation der wöchentlichen Einsatzplanung in der Stadt bzw. in den Bezirken und Durchführung und Moderation der monatlichen Treffen zur Hilfeplanung und Klärung der Rahmenbedingungen (z. B. wer, wo, wann, wie) unter Einbeziehung weiterer Kooperationspartner/-innen. - Bearbeitung von Beschwerden (z.B. durch Bürger und Geschäftsleute). Der Aufgabenbereich der Mitarbeiter/-innen Drogenhilfe Köln gGmbH, des SKM Köln e. V. und des Gesundheitsamtes beinhaltet im Wesentlichen die aufsuchende Sozialarbeit und die Vermittlung von Hilfesuchenden in das bestehende Hilfesystem durch: - Clearing zur Erstellung eines umfassenden Bildes der aktuellen Situation des Betroffenen - Möglichst nachhaltige Vermittlung der Hilfesuchenden in das Hilfesystem zu Drogenberatungsstellen, zu Substitutionsstellen, zur psychosozialen Betreuung (PSB) im Rahmen der Substitution, zur Hilfe zum selbstständigen Wohnen (BeWo) im Rahmen der Substitution, zur Vermittlung in Entgiftungsinstitutionen - Ansprechpartner/-in für das Hilfesystem (z.B. Beratungsstellen, substituierende Ärzte, Substitutionsambulanzen, Krankenhäuser usw.). - Begleitung und Unterstützung von drogenabhängigen Haftentlassenen zur Vermittlung einer Aufnahme oder Rückführung in das Hilfesystem - Ansprechpartner/-in für Geschäftsleute und Anwohner/-innen. - Nachgehen von Beschwerden und Hinweisen. Die Kontaktaufnahme zu Klienten durch das ASC erfolgt niedrigschwellig und flexibel. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in den Kölner Straßenszenen präsent und dienen hier als Ansprechpartner für die Klienten. Hier informiert das ASC über das Kölner Hilfsangebot bei unversorgten Klienten, orientiert und vermittelt Klienten ins bestehende Hilfesystem, z.B. 5 in die Drogenkontakt- und Notschlafstellen. Zusätzlich leistet das ASC Hilfestellungen z.B. bei Fragen zur Substitution, ALG 2, PSB, BeWo… Das ASC nimmt auch Kontakt zu Klienten auf, wenn es an den Szeneorten zu Beschwerden aus dem Wohn- und Geschäftsumfeld kommt. Hier versucht das ASC zwischen den unterschiedlichen Interessenlagen zu vermitteln. Auch auf Zuruf wird das ASC aktiv, wenn z.B. besorgte Bürger sich um hilfebedürftige Klienten sorgen oder durch die Polizei, die Klienten beim wiederholten Male beim Konsum im öffentlichen Raum angetroffen haben. Die Kontaktaufnahme durch und mit Klienten/-innen und die Zusammenarbeit basieren auf Freiwilligkeit und unterliegen der Schweigepflicht. 5. Ergebnisse/Qualitätssicherung/Statistische Daten Im Berichtszeitraum vom 01.01.-31.12.2016 hatten die Mitarbeiter des ASC 2002 Kontakte zu drogenabhängigen Menschen. Dies können Einmalkontakte mit kurzen Informationen sein oder auch längere Gespräche zu unterschiedlichen Themen. Von den erreichten Personen wurden 202 Personen intensiver betreut, um sie nachhaltig ins Hilfesystem zu vermitteln. Beispiel: Herr S. kam in Kontakt zum ASC durch den mobilen medizinischen Dienst des Gesundheitsamts der Stadt Köln. Er lebte seit mehreren Jahren auf der Straße und benötigte dringend eine stationäre medizinische Behandlung. Er war zwar „ohne festen Wohnsitz“ gemeldet, erhielt aber keine sozialen Transferleistungen. Das ASC stelle gemeinsam mit dem Klienten einen Leistungsantrag, sorgte für den Krankenversicherungsschutz und vermittelte ihn in ein Wohnhilfeprojekt. In der ersten Tabelle ist die Altersstruktur dargestellt. Der Großteil der angetroffenen und vermittelten Klienten war zwischen 30 und 40 Jahre alt und zu ¾ männlich. Jüngere Klienten (unter 20 Jahren) wurden nicht angetroffen, was aber nicht bedeutet, dass es keinen Nachwuchs an Konsumentinnen und Konsumenten illegaler Drogen gibt. Der Anteil an älteren Menschen ( ¼ ) zeigt, dass u.a. aufgrund der verschiedenen Angebote der Suchthilfe (Substitution, med. Versorgung, Konsumraum, Spritzentausch…)Drogenabhängige immer älter werden. 6 Die Hälfte der vom ASC erreichten Personen war entweder ohne festen Wohnsitz in Köln gemeldet oder hielt sich wohnungslos in Köln auf (ohne Meldung). Als Hauptsuchtmittel wurde mit großem Abstand Heroin konsumiert, wobei der Mischkonsum (gleichzeitiger Konsum verschiedener Drogen) sehr verbreitet ist. 7 Den größten Teil der Klienten traf das ASC im öffentlichen Raum an (typische Szeneplätze im Kölner Stadtgebiet: z.B.: Neumarkt und Umgebung, Friesenplatz, Ebertplatz, Wiener Platz). Ein erheblicher Teil der Erstkontakte zu Klienten hatte das ASC in der JVA Köln mit Unterstützung des dort ansässigen Sozialdienstes. Den größten Teil der drogenabhängigen Menschen vermittelte das ASC in Substitution. Weitere Schwerpunkte stellten die Vermittlungen in Psychosoziale Betreuung im Rahmen der Methadonsubstitution sowie die Begleitung zu Behörden und Ämtern da. Beispiel: Hr. Z. kam auf der Straße in Kontakt mit dem ASC. Hr. Z. war obdachlos, bezog keine Sozialleistungen und war dementsprechend nicht krankenversichert. Das ASC klärte seinen ausländerrechtlichen Status (Begleitung zur Ausländerbehörde), begleitete ihn zu den Resodiensten der Stadt Köln (Beantragung von ALG 2) und vermittelte ihn daraufhin in eine Wohneinrichtung für wohnungslose Männer. 8 Verbleib / Ende des Kontaktes Im Berichtszeitraum wurden 167 Menschen durch das ASC erfolgreich ins Kölner Suchthilfesystem vermittelt. Bei 28 Klienten kam es zum Abbruch des Kontaktes zum ASC. Gründe waren z.B. Wegzug, Kontaktabbruch durch den Klienten, Tod… 6. Beschwerdemanagement Das ASC hat im Rahmen des Beschwerdemanagement 16 Beschwerden bearbeitet und erfolgreich abgeschlossen. Hierbei handelt es sich um Beschwerden von Bürger /-innen oder Geschäftsinhaber /-innen, die sich bei Problemen mit suchtkranken Menschen an das ASC wenden. Beispiel: Gelände um die Mauritiuskirchen: Das ASC wurde durch Anwohner über den Drogenkonsum auf der Grünfläche der Mauritiuskirche informiert. Hier wurde durch das ASC ein gemeinsamer Ortstermin mit den Anwohnern, dem ASC, der Polizei, dem Ordnungsamt und dem Grünflächenamt koordiniert. Mit Unterstützung der BV 1 wurde das Gelände vom Grünflächenamt umgestaltet (Rückschnitt / Aufastung), die Ordnungspartner kontrollierten regelmäßig die Örtlichkeit und das ASC war dort im Rahmen der aufsuchenden Arbeit vor Ort. Beispiel: Baumstraße: Nach einem Hinweis eines Anwohners der Baumstraße über sich dort aufhaltende, konsumierende drogenabhängige Menschen intensivierte das ASC seine dortigen Rundgänge. Weiterhin informierte das ASC die Ordnungspartner in den regelmäßigen Austauschrunden und koordinierte gemeinsame Rundgänge mit der Polizei. 9 7. Kooperationen Das ASC kann in seiner alltäglichen Arbeit auf ein umfangreiches Hilfsnetzwerk zurückgreifen. Dies sind insbesondere die Einrichtungen der Kölner Suchthilfe, die Ordnungspartner (Polizei und Ordnungsamt) sowie Ämter und Behörden. 8. Fazit/Ausblick Durch die regelmäßige Präsenz des ASC in den Kölner Straßenszenen konnten zahlreiche Kontakt- und Informationsgespräche mit den sich dort aufhaltenden suchtkranken Menschen geführt werden. Diese niedrigschwellige Zugangsweise beinhaltet Respekt und Wertschätzung gegenüber den Klienten. Das ASC wurde als „Besucher“ im Sozialraum empfunden. Dadurch wurde Vertrauen gebildet, welches als Grundlage für die eigentliche Vermittlung ins Hilfesystem unabdingbar ist. Wie dargestellt, lag der Schwerpunkt in der Vermittlung in Substitution. Das ASC beobachtet hier eine nach wie vor hohe kontinuierliche Nachfrage, ebenso nach Plätzen für die PSB. Im laufenden Jahr kam es jedoch immer wieder zu Problemen bei der Vermittlung in die PSB aufgrund fehlender Plätze und langen Wartezeiten. Folgende Problematik stellte sich dauerhaft dar: - Hohe, permanente Überbelegung der Plätze in den vier Kölner Substitutionsambulanzen. - Lange Wartezeiten für eine PSB für Substituierte bei niedergelassenen Substitutionsärzten (Klienten, die durch einen niedergelassenen Arzt behandelt werden, müssen sich um eine externe PSB bemühen, da Ärzte in der Regel keine PSB Fachkraft vorhalten). Die Bildung sogenannter Hotspots (Neumarkt, Friesenplatz, Ebertplatz, Wiener Platz, Kalk Kapelle) wird bedingt dadurch, dass diese Plätze als Treffpunkt / „Wohnzimmer“ für drogenabhängige Menschen dienen. Gründe dafür sind fehlende Tagesstruktur, keine oder kaum vorhandene soziale Kontakte / Bindungen sowie fehlende oder mangelnde Zukunftsperspektive. Daneben spielen auch prekäre Wohn- und Lebenssituationen eine entscheidende Rolle. Im Rahmen der aufsuchenden Straßensozialarbeit treffen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ASC regelmäßig Klienten an, die im öffentlichen Raum unter menschenunwürdigen Bedingungen Drogen konsumieren. Hier sieht das ASC dringenden Handlungsbedarf in der Schaffung von geeigneten Konsumplätzen und Aufenthaltsgelegenheiten. Aufgrund der Entfernung und den eingeschränkten Öffnungszeiten des Konsumraumes am Kölner Hauptbahnhof fehlt den Streetworkern des ASC die Möglichkeit, konsumierenden Klienten eine Alternative zum Konsum anzubieten. Ein weiterer Schwerpunkt in der täglichen Arbeit war die Versorgung von drogenkonsumierenden Flüchtlingen. Der Kontakt kam entweder in den Szenen oder durch Anfragen aus Flüchtlingsunterkünften statt. Die große Herausforderung in der Vermittlung 10 und anschließenden Versorgung sehen wir hier in der sprachlichen Kommunikation aufgrund fehlender Deutschkenntnisse der Menschen sowie der prekären Wohnsituation. Beispiel: Eine Mitarbeiterin einer Flüchtlingsunterkunft kontaktierte das ASC wegen Hr. H. Aufgrund seines Drogenkonsums bat sie um Unterstützung. Das ASC traf sich mit Hr. H. und einem Dolmetscher in der Unterkunft. Weitere Gespräche folgten mit Unterstützung des Videodolmetschersystems. Schließlich konnten wir Hr. H. in eine stationäre Entgiftung mit anschließender Substitution vermitteln. In der täglichen Vermittlungsarbeit steht das ASC vor großen Herausforderungen bei der Wohnraumversorgung. Vermittlung in Wohnraum bedeutet einerseits Unterstützung in der Suche nach einer Wohnung, andererseits aber auch in entsprechende betreute Wohnhilfen für suchtkranke Menschen. Gerade dieser existenzielle Bereich hat eine hohe Priorität. Und eben hier sehen wir einen großen Handlungsbedarf. Aufgrund des sehr angespannten Wohnungsmarktes in Köln haben die Klienten oft kaum oder keine Chance, eine Wohnung auf dem freien Markt zu erhalten. Daneben ist es oft schwer, eine niedrigschwellige Wohneinrichtung für Konsumenten illegaler Drogen zu finden, da die Wartezeiten in solchen Einrichtungen lang sind. Vor allem die Vermittlung in entsprechende Wohnhilfen für inhaftierte Klienten gestaltet sich immer schwieriger. Auf unseren Rundgängen im Rahmen der Streetwork beobachten wir eine zunehmende Verelendung von Menschen im öffentlichen Raum. Auch hier stehen wir vor großen Herausforderungen. Gerade bei diesen Menschen stellt sich eine Vermittlung ins Hilfesystem bzw. in Wohnung besonders komplex dar. Aufgrund der starken psychischen sowie körperlichen Beeinträchtigungen ist ein bedeutsamer Teil dieser Menschen im normalen Hilfesystem nicht tragbar (psychotischer Zustand, Angstzustände, hoher Konsum von Drogen und Alkohol. Hier bedarf es u.a adäquater, sehr niedrigschwelliger Versorgungs- und Wohnmöglichkeiten.
Mitteilung Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle V/53/530/1 Vorlagen-Nummer 25.10.2017 2979/2017 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Gesundheitsausschuss 07.11.2017 Jugendhilfeausschuss 07.11.2017 Jahresbericht 2016 Aufsuchendes Suchtclearing (ASC) Das Aufsuchende Suchtclearing (ASC) als Verbindungsglied zwischen dem repressiv tätigen Ord- nungsbereich von Polizei und Ordnungsamt und dem Drogenhilfesystem mit seiner breit gefächerten Angebotspalette startete 2008 als Projekt und wurde durch Ratsbeschluss vom 18.12.2012 (1199/2012) verstetigt. Im als Anlage beigefügten Jahresbericht 2016 werden die Grundlagen der Tätigkeit und die Aufga- benwahrnehmung des Jahres 2016 dargestellt. Die erfolgreiche Arbeit hat dazu geführt, dass im Rahmen der strategischen Leitprojekte für den Haushalt 2018 das Angebot bedarfsgerecht und im Rahmen der Suchthilfeplanung sukzessive weiter ausgebaut wird (2360/2017). gez. Dr. Rau
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 2979/2017
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 25.10.2017
- Erstellt
- 26.09.2017 08:52