2192/2025
Beantwortung der schriftlichen Anfrage der Fraktion Die Linke aus der Sitzung des Ausschusses Klima, Umwelt und Grün vom 15.05.2025 (AN/0621/2025) betr.: "Moore als Teil des Klimaschutzes in Köln"
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Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
4631 Zeichen
Dezernat, Dienststelle VIII/57/571 Vorlagen-Nummer 12.11.2025 2192/2025 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Klima, Umwelt und Grün 04.12.2025 Beantwortung der schriftlichen Anfrage der Fraktion Die Linke aus der Sitzung des Ausschusses Klima, Umwelt und Grün vom 15.05.2025 (AN/0621/2025) betr.: "Moore als Teil des Klimaschutzes in Köln" Die Fraktion Die Linke bittet die Verwaltung um Beantwortung der folgenden schriftli- chen Anfrage. 1. Aktueller Sachstand: Wiedervernässung Bergische Heideterrasse (Projekt des BUND NRW) Wie weit ist die Wiedervernässung durch den BUND voran geschritten seit 2023 und wann wird das Projekt abgeschlossen sein? 2. Stand Machbarkeitsstudie Wiedervernässung Merheimer/Brücker Bruch Seitens der Stadt Köln wurde eine Machbarkeitsstudie für die Wiedervernäs- sung des Merheimer/Brücker Bruchs in Auftrag gegeben. Wie ist hier der Stand der Dinge? 3. Welche weiteren Flächen zur Wiedervernässung sind bereits geplant? 4. Laut BUND befinden sich auf Kölner Stadtgebiet ca. 110 ha Moorlebensräume (in Dünnwald, Thielenbruch und Königsforst), größtenteils degradiert. Welche weiteren Bestrebungen gibt es hier bereits, diese durch den BUND o- der andere wieder zu vernässen? Wenn keine – woran liegt das? Antwort der Verwaltung: Zu Frage 1: Die in Zeiten der preußischen Forstverwaltung zahlreich angelegten Grä- ben haben über viele Jahrzehnte den Dünnwalder Wald entwässert. Auch viele andere ehemalige Moorstandorte auf der Bergischen Heideterrasse, dem schmalen Band zwi- schen der Ruhr im Norden und der Sieg im Süden, sind durch Entwässerung geschä- digt. Nach gründlichen Voruntersuchungen in den Jahren 2018-2020 wurde 2023 mit der aktiven Projektphase begonnen und ehemalige Moorlebensräume durch Wieder- vernässung renaturiert. Das Projekt ist als Mitmachprojekt konzipiert. Projektmitarbei- tende und Freiwillige aus der Bevölkerung haben in den Jahren 2023/24 die vorhan- denen Entwässerungsgräben mittels mehr als 100 Holzbarrieren im Dünnwalder Wald auf Kölner Stadtgebiet verschlossen. Die mit relativ geringen finanziellen Mitteln 2 durchgeführten Maßnahmen sind ein sehr effektives Mittel, um das Wasser in der Flä- che zu halten, sodass es nicht abgeführt wird. Erste Anzeichen der Moorentwicklung sind bereits erkennbar. Die Arbeiten im Dünnwalder Wald wurden in diesem Frühjahr abgeschlossen. Nachdem im Herbst 2024 auch im nach Osten anschließenden Natur- schutzgebiet Gierather Wald in Bergisch Gladbach Gräben verschlossen wurden, wer- den aktuell die Arbeiten im Lohmarer Wald fortgeführt. Im Jahr 2026 wird an weiteren Flächen gearbeitet, so auch in T eilen des Königsforstes. Der Projektzeitraum ist insgesamt bis 2029 angesetzt und umfasst auch ein Monito- ring der Umsetzungsflächen und ggf. daraus notwendig werdender Nachsteuerungen. Zu Frage 2: Die Erstellung dieser Studie wird von einer verwaltungsinternen Arbeitsgruppe aus verschiedenen Dienststellen begleitet. Aktuell ist das beauftragte Büro noch mit der Erstellung der Studie beschäftigt. Finale Ergebnisse liegen derzeit noch nicht vor. Zu Frage 3: Wie oben ausgeführt werden im Rahmen des BUND-Projektes nach den Flächen im Gierather und Lohmarer Wald weitere Flächen im Königsforst auf Kölner Stadtgebiet wiedervernässt. Zu Frage 4: Die in der Regel degradierten Moorlebensräume auf Kölner Stadtgebiet stehen häufig in Konkurrenz zu forst- und landwirtschaftlichen Interessen und zu infra- strukturellen und Siedlungsbestrebungen. Die Verwaltung setzt sich aus Gründen des Klimaschutzes und für den Erhalt der Bio- diversität in Köln dafür ein, auch andere klimawirksame Flächen zu erhalten, zu schüt- zen und zu verbessern. Darunter fallen bspw. Wiesen- und Gehölzflächen, Wasserle- bensräume aller Art und Sonderstandorte wie Kiesgruben, Magerstandorte oder rhein- nahe Lebensräume. Moorrenaturierungen erfordern detaillierte Voruntersuchungen und umfangreiche Da- tenerhebungen, um herauszufinden, welches Potenzial die Flächen für eine Rückfüh- rung aufweisen und mit welchen Mitteln dies möglich wäre. Die Wiedervernässung durch das Verschließen der Entwässerungsgräben im Falle des BUND-Projektes ist ein gelungenes Beispiel für eine wirksame und in der Umset- zung sehr kostengünstige Maßnahme, da derartige Renaturierungsmaßnahmen in der Regel deutlich teurer sind (z.B. aufgrund großflächigen Bodenabtrags mit entspre- chender Entsorgung). Weitere Projekte von Moorentwicklungen sind seitens der Stadtverwaltung aktuell nicht geplant. Gez. Wolfgramm
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 2192/2025
- Typ
- Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
- Datum
- 18.11.2025
- Erstellt
- 02.07.2025 11:49