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3108/2017

Sanierung Bühnen Köln - Erläuterung des geplanten Vergabeverfahrens zum Ersatz ausgeschiedener Baufirmen

Mitteilung Ausschuss 17.10.2017

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Nächste Beratung: Betriebsausschuss Bühnen der Stadt Köln, Sitzung am 05.12.2017, TOP 5.2

Mitteilung Ausschuss

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Mitteilung Ausschuss

6313 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle 
VII/46 
 
Vorlagen-Nummer  17.10.2017 
 3108/2017 
Mitteilung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Rechnungsprüfungsausschuss 23.11.2017 
Betriebsausschuss Bühnen der Stadt Köln 05.12.2017 
 
Sanierung Bühnen Köln - Erläuterung des geplanten Vergabeverfahrens zum Ersatz 
ausgeschiedener Baufirmen 
In seiner Sitzung vom 26.09.2017 bat der Rechnungsprüfungsausschuss die Verwaltung, um eine schriftliche 
Erläuterung zu den zukünftig geplanten Vergabeverfahren. 
 
Ausgangslage: 
 
Im Projekt Sanierung Bühnen Köln werden derzeit Vereinbarungen mit den beauftragten Firmen getroffen, um 
die Weiterführung der Arbeiten auch nach Abschluss der Planungsphase sicher zu stellen. Es ist erklärtes Ziel 
der Projektleitung die verbleibenden Firmen im Projekt zu halten, um die Kosten- und Terminsicherheit des Pro-
jektes zu erhöhen. 
 
Mindestens in drei Gewerken mus s von dieser Verfahrensweise abgewichen werden. Der Auftragnehmer der 
Gewerke Elektrotechnik und Kältetechnik ist insolvent, der Insolvenzverwalter hat die Gewerke zwischenzeitlich 
gekündigt. Der Auftragnehmer für das Sprinklergewerk hat das Projekt im Rah men einer rechtmäßigen Künd i-
gung bereits im Jahr 2016 verlassen. Es ist nicht auszuschließen, dass auch weitere Auftragnehmer ihre G e-
werke noch kündigen werden oder aufgrund gescheiterter Firmengespräche noch gekündigt werden. 
 
In Konsequenz aus dem Verlust dieser Unternehmen muss eine Neuausschreibung dieser Leistungen erfolgen. 
Die Gesamtprojektgröße der Sanierung der Bühnen mit prognostizierten Kosten von 545 Mio. € sowie die g e-
schätzten Auftragssummen der einzelnen Aufträge, die jeweils über 1,0 Mio. € liegen, erfordern nach Kölner 
Vergabeordnung (KVO) die europaweite Ausschreibung dieser Leistungen. Eine termingerechte, qualifizierte 
Neuvergabe muss oberste Priorität haben, um den Fortgang der Arbeiten und damit den Erfolg des Projektes 
nicht zu gefährden. Die konventionellen Vergabeverfahren „Offenes und Nichtoffenes Verfahren“ bergen jedoch 
die bereits bekannten Risiken von Vergabebeschwerden oder Claim-Management, die zu einer Gefährdung des 
Projektes führen können. Aus diesem Grund wurde nach einem V ergabeverfahren gesucht, dessen wichtigste 
Kriterien die Qualität sowie die Kosten- und Terminsicherheit der angebotenen Leistung sind.  
 
Die Komplexität der Bauaufgabe erfordert den zeitlich eng abgestimmten Arbeitseinsatz aller Gewerke und 
macht damit ei ne frühzeitige Ausschreibung der noch zu vergebenen Gewerke notwendig. Die Ausschreibung 
erfolgt deshalb bereits mit Fertigstellung der Entwurfsplanung und von Leitdetails aus der Ausführungsplanung 
und nicht wie üblich nach Fertigstellung der Ausführungsp lanung. So werden im Projekt ungefähr zehn Monate 
Zeit gespart. Mit dieser Vorgehensweise geht das Risiko einher, dass zu Beginn der Arbeiten aufgrund der dann 
vorliegenden Ausführungsplanung Nachträge gestellt werden.  
 
Dieses Risiko wurde in der Kostenprognose vom 03.07.2017 eingepreist. Es wird vor dem Hintergrund des b e-
sonderen Vergabeverfahrens in dem der Integrität der beauftragten Firma ein besonderes Gewicht zukommt, 
bewusst eingegangen, da es in den Kostenfolgen geringer bewertet wird als e ine um zehn Monate verlängerte 
Bauzeit.

2 
 
 
Gesetzlicher Rahmen: 
 
Im April 2016 erfolgte eine Novellierung der Vergabeordnung. Die bekannten „Offenen und Nichtoffenen Verfah-
ren“ wurden in § 3 VOB/A EU durch das „Verhandlungsverfahren“ und zwei weitere Verfahren ergänzt. Zusätz-
lich wurden in § 2 VOB/A EU für alle Vergabeverfahren die Möglichkeit zur sog. „Markterkundung“ geschaffen. 
Für das Projekt Sanierung Bühnen Köln stehen damit folgende Verfahren zur Verfügung: 
 
- Offenes Verfahren  
- Nicht Offenes Verfahren mit vorgeschaltetem Teilnahmewettbewerb  
- Verhandlungsverfahren mit vorgeschaltetem Teilnahmewettbewerb 
 
Geplantes Verfahren: 
 
Für den Ersatz von ausgefallenen Unternehmen soll ein dreistufiges Verfahren, nach dem neuen gesetzlichen 
Rahmen, angewandt werden: 
 
Im Rahmen einer Markterkundung wird durch unverbindliche Firmengespräche auf das Projekt aufmerksam 
gemacht. Bei den Firmen kann so das Interesse an der Teilnahme an einem solchen Vergabeverfahren g e-
weckt werden. Dabei können die Ziele des Bauherr n und die geplanten Inhalte der Ausschreibung ebenso au s-
führlich erörtert werden, wie die möglichen Bedürfnisse des Bewerbers. Aus den Ergebnissen dieser Markte r-
kundungsgespräche werden die Kriterien für den nachfolgenden Teilnahmewettbewerb und für das ab schlie-
ßende Verhandlungsverfahren entwickelt. Diese Kriterien bilden somit die Besonderheit der Aufgabe und des 
Projektes ab, der Preis ist dabei ein Kriterium unter Mehreren und nicht das alleinig ausschlaggebende. 
 
Der für jeden Interessenten offene EU -weite Teilnahmewettbewerb, ermöglicht gleich zu Beginn des eigentl i-
chen Vergabeverfahrens eine Auswahl der geeignetsten Bieter. Grundlage dieser ersten Bewertung werden 
Leistungsfähigkeit und Struktur der Unternehmen sowie deren Referenzen sein. Die hier vo rgenommene Aus-
wahl ist zu begründen und zu protokollieren, die Kriterien müssen auf alle Unternehmen in gleicher Weise a n-
gewendet werden. 
 
Die verbleibenden Unternehmen nehmen an dem nachfolgenden Verhandlungsverfahren teil. Im Rahmen einer 
Vorstellungsrunde haben die Unternehmen die Möglichkeit, ihre besondere Qualifikation und Eignung für die 
gestellte Aufgabe zu begründen. Eine Auswahlkommission bewertet auf der Grundlage der vorab festgelegten 
Kriterien die Präsentationen aller Unternehmen und wählt so das am besten geeignete und damit auch wir t-
schaftlichste, aber nicht unbedingt günstigste Unternehmen aus. 
 
Fazit: 
 
Die Bühnen folgen mit diesem Verfahren den Empfehlungen des Deutschen Städtetages und der Reformko m-
mission zum Bau von Großprojekten. Das hi er vorgestellte Verfahren ist nicht grundsätzlich neu, es wurde in 
der Vergangenheit bereits bei der Vergabe freiberuflicher Leistungen erfolgreich angewandt. Die neuen geset z-
lichen Möglichkeiten erlauben jetzt erstmals die Anwendung dieses Verfahrens auch  für die Vergabe von Ba u-
leistungen. Die mit dem Verfahren verbundenen Risiken sind bekannt und wurden in der Zeit - und Kostenprog-
nose berücksichtigt. 
 
 
gez. Streitberger

Beratungsverlauf (2)

23.11.2017 Rechnungsprüfungsausschuss
TOP 9.3 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
05.12.2017 Betriebsausschuss Bühnen der Stadt Köln
TOP 5.2 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
3108/2017
Typ
Mitteilung Ausschuss
Datum
17.10.2017
Erstellt
06.10.2017 14:11