AGS/034/2025
Sachbericht der Anlaufstelle Queer im Alter
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Sachbericht Queer im Alter 2025 Erstes Halbjahr
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Queer im Alter Anlauf- und Beratungsstelle für LSBTIAQ+ ab 55 und Fachkräfte in der Pflege & Sachbericht 1. Halbjahr 2025 „Queer im Alter“ A. Einleitung Auf der Grundlage des Beschlusses des Rates der Landeshauptstadt Düsseldorf bezuschusst die Stadt Düsseldorf die Anlauf-und Beratungsstelle „Queer im Alter“ für den Zeitraum 01.01.2025 -31.12.2025 in Trägerschaft der Aidshilfe Düsseldorf e. V. und der Arbeiterwohlfahrt Düsseldorf e. V. Queere Menschen sind in allen Lebensphasen verstärkt von Diskriminierung und Gewalt betroffen, auch auf struktureller Ebene. Dies gilt insbesondere für den Gesundheits-, Pflege - und Ve rsorgungssektor, aber auch in der offenen Senior*innenarbeit. Bei vielen LSBTIAQ+ führt dies zu Angst vor weiterer Diskriminierung in Unterstützungs - und Pflegestrukturen sowie öffentlich en Beratungsstellen. Dies führt in der Konsequenz dazu, dass die betreffenden Menschen Angebote aus der Mehrheitsgesellschaft weniger in Anspruch nehmen und stärker von Isolation und Vereinsamung betroffen sind. Queere Menschen möchten über den Lebensverlauf hinweg sichergestellt wissen, dass ihre speziellen Bedürfnisse berücksichtigt werden. Das Klientel hat inner halb der Gesellschaft und der Bürger*innenrechtsbewegung für Gleichberechtigung und Akzeptanz gekämpft und gestritten - diese Errungenschaften lassen sie sich nicht mehr nehmen. B. Sinn und Ziel der Anlauf - und Beratungsstelle für LSBTIAQ+ ab 55 und Fachkräfte in der Pflege Die Anlauf- und Beratungsstelle „Queer im Alter“ schließt eine wichtige Lücke in der zielgruppenspezifischen Ansprache und der Entwicklung von Angeboten für queere Menschen ab 55 Jahren in Düsseldorf . Gemeinsames Ziel aller Unternehmungen ist es dabei, Ressourcen wirkkräftig zu bündeln und für Akzeptanz von LSBTIAQ+ zu sorgen. Queer im Alter Anlauf- und Beratungsstelle für LSBTIAQ+ ab 55 und Fachkräfte in der Pflege & C. Die praktische Umsetzung 1. Anlauf- und Beratungsstelle Diese Anlauf- und Beratungsstelle steht sowohl Menschen aus der queeren Community ab 55 Jahren als auch Fachkräften in den Bereichen Pflege, Gesundheit und offener Senior*innenarbeit zur Verfügung. Zudem wurde eine Kooperation mit der frauenberatungsstelle Düsseldorf e.V. und deren queer-lesbischen Beratung festgeschrieben, um hier Überschneidungen zu vermeiden. Die Anlauf- und Beratungsstelle „Queer im Alter“ installierte zur Umsetzung der gesteckten Ziele ein umfassendes Netzwerk, in dem die unterschiedlichen Akteur*innen verschiedener Initiativen und Träger*innen zusammenarbeiten. Die Beratungen finden an den Standorten der beteiligten Träger*innen statt, um eine niedrigschwellige Ansprache zu gewährleisten. „Queer im Alter“ führt öffentliche Veranstaltungen durch mit dem Ziel, die Community anzusprechen und somit einen Zugang zu den Angeboten der Mehrheitsgesellschaft zu schaffen. 2. Kontakt zur Community Veranstaltungen zu spezifischen queeren Themen sowie zu Themen wie Vorsorge, Vertretungsvollmachten, Testamentsgestaltung und der Zugang zu Betreuungsdiensten und -vereinen sollen den gängigen Versorgungsstrukturen nach Bedarf angeboten werden. 3. Fortbildungen Die dauerhafte Aufklärung und Sensibilisierung im Bereich der Pflege und Gesundheit werden in regelmäßigen Fortbildungsangeboten durch die Anlauf- und Beratungsstelle „Queer im Alter“ umgesetzt. Dabei setzt sie spezifische Schwerpunkte, wie z.B. „Queere Menschen mit Demenz“, „Diversitysensible Pflege“, „Trans* und Alter“ oder „HIV in der Pflege“. Zudem werden intersektionale Themen, die eine Kombination von Queerness und weiteren Diskriminierungserfahrungen wie Behinderung oder Rassismus betreffen, stärker berücksichtigt. 4. Öffentlichkeitsarbeit: Ein wesentlicher Aspekt der Öffentlichkeitsarbeit ist ein Newsletter für spezifische queere Communities. Eine effektive Öffentlichkeitsarbeit dient nicht nur dazu, die Community über für sie interessante Angebote zu informieren. Sie steigert auch den Bekanntheitsgrad der Fachstelle ‚Queer im Alter‘ in der Zielgruppe um so besonders Menschen zu adressieren, die schwer erreichbar sind. Queer im Alter Anlauf- und Beratungsstelle für LSBTIAQ+ ab 55 und Fachkräfte in der Pflege & D. Ergebnisse Bis zur Jahresmitte 2025 haben die beiden Fachreferent*innen ca. 100 Einzelberatungen durchgeführt. Die Dauer der Beratungen ist unterschiedlich zwischen 15 und 60 Minuten, in Einzelfällen z.B. begleitender Beratung auch deutlich länger. Folgende Schulungen (â 6 Stunden) zur Aufklärung und Sensibilisierung sind bis Ende 2025 in den folgenden Einrichtungen durchgeführt worden bzw. noch geplant: • Pflegeeinrichtungen des DRK in Benrath und Grafental: ca. 130 Mitarbeitende • Pflegeschule der Uniklinken Düsseldorf: ca. 30 Pflegeschüler*innen • Pflegeschule APM: ca. 30 Pflegeschüler*innen • Caritas Fachtag „Queeres Leben im Alter(n)“ (17.11. 2025) • „Seniorenrat“ der Landeshauptstadt Düsseldorf • KoKoBe (Kontakt, Koordinierung und Beratungsstelle für Menschen mit Behinderungen): 10 Teilnehmer*innen • DHPF (Düsseldorfer Hospiz-und Palliativforum) 20 Teilnehmer*innen • Landeshauptstadt Stadt Düsseldorf Personalentwicklung: Unterstützung bei der Erarbeitung eines Schulungskonzeptes zur Beratung von LSBTIAQ*- Senior*innen. Die folgenden Veranstaltungen haben in 2025 stattgefunden, bzw. sind noch geplant: • „Spätes Glück mit 72“ Filmnachmittag im „zentrum plus“ Flingern (Caritas) und „zentrum plus“ Oberkassel (Diakonie) • „Trans* im Alter: Geschichten, Herausforderungen und Ausblicke“ Filmnachmittag und Lesung im „zentrum plus“ Benrath (Diakonie) • Sommerfest der „Queeren Tagespflege Heerdt“ (Diakonie) • Teilnahme am Demopicknick zum „IDAHOBITA*“ (Erinnerungsort am Rheinufer) • Sommerfest des „zentrum plus“ Unterbilk (AWO • CSD (Zelt beim Straßenfest, Demoteilnahme mit Pridebus, Talk „Queer im Alter“) • Jubiläumsfest der AWO Düsseldorf Netzwerkarbeit, aufgebaut, fortgeführt und geplant: • Runder Tisch „Queer im Alter“ in Düsseldorf (Aidshilfe, AWO, frauenberatungsstelle, Diakonie, Caritas) • „Netzwerk Alter“ (Austausch zur queeren Senior*innenarbeit in NRW) • Austausch mit dem „Behindertenrat“ der Landeshauptstadt Düsseldorf und Einladung, dort beratendes Mitglied zu werden • Kooperation mit dem Projekt „Queere Wahlgroßeltern NRW“ Queer im Alter Anlauf- und Beratungsstelle für LSBTIAQ+ ab 55 und Fachkräfte in der Pflege & Öffentlichkeitsarbeit in 2025 durchgeführt und geplant: • Monatlicher Newsletter „Regenbogennews“ mit ca. 250 Empfänger*innen • Podcast „Glitzer und Flieder“ Folge: „Queer im Alter“ • Bericht in der Fachzeitschrift „AWO-Spiegel“ • Anfrage der Deutschen Aidshilfe zum Fachtag „HIV und Alter“ (Best Practice Beispiele) • Entwicklung eines Logos • Herausgabe eines Flyers • Einrichtung der Homepages als Unterseiten bei den Träger*innen • Gesundheitstag 2025 • Spendenmarathon der Caritas zum Welt Alzheimer Tag • Aktion zum Tag der älteren Generation zum Thema Altersbilder/ Altersdiskriminierung E. Konzeptionierung eines queersensiblen Begleit- und Besuchsdienstes Aus den bisherigen Projekterfahrungen hat sich die Notwendigkeit ergeben, ein queersensibles Besuchs- und Begleitangebot zu entwickeln. Dieses soll auf den spezifischen Bedarf von LSBTIAQ+-Senior*innen reagieren und präventiv gegen Vereinsamung wirken. Eine Plattform für ehrenamtliche Helfer*innen, die queersensibel geschult sind und die Lebensrealitäten der Community verstehen, soll geschaffen werden. Das ehrenamtliche Engagement wird durch kollegiale Beratung professionell begleitet und unterstützt. Bereits in der Konzeptionsphase erfolgt die Einbindung bestehender Strukturen wie der „Initiative Ehrenamt“ (AWO Düsseldorf) und der Ehrenamtskoordination der Aidshilfe Düsseldorf. Im ersten Halbjahr 2025 erfolgte zunächst eine ausgiebige Recherche verschiedener Begleit- und Besuchsdienste sowie ein erster Erfahrungsaustausch. Für die zweite Jahreshälfte ist geplant, im Austausch mit den Ehrenamtsstellen der beiden Träger*innen ein entsprechendes Konzept zu erstellen. Eine praktische Umsetzung kann bei weiterer Förderung ab 2026 realisiert werden. F. Resümee Mit dem Projekt „Queer im Alter“ wird ein bedarfsgerechtes und diskriminierungsfreies Angebot für LSBTIAQ+-Menschen ab 55 Jahren geschaffen. Die Anlauf- und Beratungsstelle begleitet und unterstützt Ratsuchende kompetent, von der Erstberatung bis zur Vermittlung in sensibilisierte Einrichtungen. Sie trägt aktiv dazu bei, strukturelle Diskriminierung im Alter abzubauen und queeren Menschen ein Leben in Würde und Sichtbarkeit zu ermöglichen.
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- AGS/034/2025
- Typ
- Informationsvorlage
- Datum
- 25.08.2025
- Erstellt
- 25.08.2025 09:26