0469/2020
Freigabe der Mittelerhöhung zur institutionellen Förderung von ON Neue Musik Köln e.V. zur Vorbereitung und Durchführung eines Musiktheaterfestivals in 2020 und 2021
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Beschlussvorlage Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VII/41/22 Vorlagen-Nummer 0469/2020 Freigabedatum 02.03.2020 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Freigabe der Mittelerhöhung zur institutionellen Förderung von ON Neue Musik Köln e.V. zur Vorbereitung und Durchführung eines Musiktheaterfestivals in 2020 und 2021 Beschlussorgan Finanzausschuss Gremium Datum Beschluss: Der Finanzausschuss beschließt im Teilplan 0416 – Kulturförderung in der Teilplanzeile 15 – Trans- feraufwendungen die Aufstockung der institutionellen Förderung an ON Neue Musik Köln e.V. im Zeit- raum 01.01.2020 bis 31.12.2021 zum Zwecke der Durchführung des Festivals „Tage für aktuelles Musiktheater Köln“ (siehe Konzept in der Anlage) in folgender Höhe: Haushaltsjahr BKZ laut Haushaltsplan Aufstockung BKZ neu 2020 180.000 € 50.000 € 230.000 € 2021 180.000 € 200.000 € 380.000 € Ausschuss Kunst und Kultur 10.03.2020 Finanzausschuss 23.03.2020 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Ja, investiv Investitionsauszahlungen € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja % Ja, ergebniswirksam Aufwendungen für die Maßnahme 50.000 € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja % Jährliche Folgeaufwendungen (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. € c) bilanzielle Abschreibungen € Jährliche Folgeerträge (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: a) Erträge € b) Erträge aus der Auflösung Sonderposten € Einsparungen: ab Haushaltsjahr: a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. € Beginn, Dauer Auswirkungen auf den Klimaschutz Nein Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung) Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung) Begründung Das experimentelle Musiktheater hat in Köln eine lange Tradition und wird mit Komponistennamen wie Bernd Alois Zimmermann, Karlheinz Stockhausen und Mauricio Kagel assoziiert, die heute einen festen Platz in der Musikgeschichte einnehmen. Mit dem Ausscheiden Mauricio Kagels aus dem Lehrbetrieb der Hochschule für Musik und Tanz ist diese Traditionslinie des Musiktheaterschaffens in den letzten 20 Jahren in Köln verebbt und wurde nur noch vereinzelt und mit geringen finanziellen Mitteln fortgesetzt. In den vergangenen Jahren haben zahlreiche Kölner Komponist*innen, Regisseur*innen und Musi- ker*innen neue Ideen und künstlerische Konzepte für ein zeitgenössisches Musiktheater entwickelt, das die individuelle und gesellschaftliche Realität zum Gegenstand hat. Mit den „Tagen für aktuelles Musiktheater Köln“ wird dem Genre des experimentellen Musiktheaters eine adäquate Plattform ge- boten und damit eine Lücke in der Musiklandschaft Kölns geschlossen. Veranstaltet wird das Festival von ON – Neue Musik Köln e.V., der schon in der Vergangenheit die Zusammenarbeit von Künst- ler*innen unterschiedlicher Disziplinen initiiert hat und mit den „Tagen für aktuelles Musiktheater Köln“ eine Kooperation zwischen der freien Szene und den Musikinstitutionen organisiert und eine Brücke zu den Nachbardisziplinen Tanz und Theater schlägt. Die Kunststiftung NRW und das Land NRW haben Interesse an dem Projekt bekundet und Mittel in Höhe von bis zu 220.000 € in Aussicht ge- stellt. 3 Finanzierung Die zur Finanzierung der Maßnahme benötigte Aufwandsermächtigung in Höhe von 250.000 € (50.000 € im Jahr 2020 und 200.000 € im Jahr 2021) steht im Teilergebnisplan 0416 - Kulturförde- rung, Teilplanzeile 15 - Transferaufwendungen zur Verfügung. Es handelt sich um Mittel, die im Haushaltsplan 2020/2021 über die Kulturförderabgabe bereitgestellt wurden. Anlage
Anlage 0469-2020_Konzept_IF ON Musiktheaterfestival
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Tage für aktuelles Musiktheater Köln
4. - 7. März 2021
mit Uraufführungen und
Kölner Erstaufführungen von und mit
Yiran Zhao
Musikfabrik
Helena Cánovas i Parés
Ensemble handwerk
Manos Tsangaris
Kammerelektronik
Trond Reinholdtsen
Carola Bauckholt
u.a.
Künstlerische Leitung: Christina C. Messner, Sandra Reitmayer
Projektleitung: ON – Neue Musik Köln
Daniel Mennicken, Helene Heuser
littlebit Köln: Eva-Maria Müller
Kontakt: Tel.: 0221 - 168 15 110 (ON Büro)
E-Mail: info@on-cologne.de
musiktheaterfestival.koeln@gmail.com
1. Präambel – vom Netzwerk zum Festival
Köln ist unbestrittenes Zentrum der Zeitgenössischen Musik in NRW und neben Berlin
zweifellos auch der ganzen Republik. Wie in der gesamten deutschen und internationalen
Musikszene lässt sich seit den 2010er Jahren auch in Köln ein erstarkter Trend zu
intermedialen, performativen und theatra len Ansätzen beobachten. Einzelne Künstler*innen
sowie ganze Ensembles und Kollektive aus Vertreter*innen verschiedener Professionen
kombinieren Text, Tanz, Raum, Licht, Film, Video, Objekte, Handlung, Schauspiel mit
instrumentalen und elektronischen Klängen. Die aktuellen künstlerischen Visionen markieren
die Auflösung gewohnter Stil - und Spartengrenzen und erschaffen neue Formen des
Musiktheaters.
Assoziiert mit großen Namen wie Stockhausen, Kagel oder Zimmermann galt Köln in den
1960er Jahren als Hochbur g des experimentellen Musiktheaters. In den vergangenen
Jahrzehnten ist dieses Genre jedoch in der Kulturlandschaft Kölns nur vereinzelt sichtbar
geworden. Dabei mangelt es weder an künstlerischer Expertise noch an fehlendem Publikum.
Woran es scheitert, sind Infrastrukturen und – leider wie selbstverständlich – finanzielle Mittel.
Musiktheater ist aufwendig, in jeder Hinsicht. In den vergangenen Monaten hat sich ein
eindrucksvolles spartenübergreifendes Netzwerk hiesiger Kunstschaffender gebildet, mit dem
Ziel die Musiktheater-Szene Kölns zu verbinden und zu stärken. Was es nun braucht, ist die
Unterstützung und Begleitung durch starke Partner*innen auf allen Ebenen, um Köln wieder
zum internationalen Anziehungspunkt für experimentelles Musiktheater zu machen.
Christina C. Messner (Komposition/Musik) und Sandra Reitmayer (Regie/Theater) initiieren in
Kooperation mit ON – Neue Musik Köln und dem Produktionsbüro littlebit ein 4-tägiges Festival
für aktuelles Musiktheater. Die erste Ausgabe wird von Donnerstag 04.03. bis Sonntag 07.03.
2021 in Köln stattfinden. Als Festivalzentrum konnte die Alte Feuerwache in der Nähe des
Ebertplatzes gewonnen werden. Das Festival zeichnet eine Initialenergie aus, die direkt aus
der freien Szene kommt. Folgende Ziele stehen hierbei im Vordergrund:
● Präsentation und Produktion von neuen und neuesten, kleinen und großen
Musiktheaterprojekten
● spartenübergreifende Vernetzung der professionellen Kölner Kunst Szenen
● Bündelung musiktheatraler Kräfte der Stadt Köln und der Region
● Vermittlung von aktuellem Musiktheater an eine breitere Öffentlichkeit
● Kooperation mit überregionalen und internationalen Künstler*innen
● eine Plattform für das Genre Musiktheater
● Einen Dialog zu initiieren über aktuelles Musiktheater
● Aufmerksamkeit richten auf Defizite im Bereich der Produktionsbedingungen und
Förderstrukturen für dieses Genre
2. Ein Festival als Plattform
Aktuelles Musiktheater ist eine symbiotische Form, in der sich Musik, Theater, Tanz und
Bildende Kunst auf Augenhöhe begegnen und sich durch experimentelle Ansätze und
Aktualitätsbezogenheit in allen Bereichen auszeichnet. Das „Experimentelle“, umschreibt
allerdings kein festes Terrain . Die Grenzen zwischen dem, was als Experiment
wahrgenommen wird, und dem, was als konventionell gilt, v erschwimmen. Die vielfältige
künstlerische Auseinandersetzung mit der Kunstform Musiktheater und die individuelle
Herangehensweisen bei der Konzeption bilden eine schillernde Bandbreite eines wahrhaft
faszinierenden Genres, die es abzubilden gilt.
Genau hi er setz t das Festival an: Es geht darum, herauszufinden, welche künstlerischen
Besonderheiten das jeweilige Schaffen auszeichnen und einen umfassenden Überblick über
die aktuellen Strömungen im Bereich Musiktheater zu gewinnen, um somit Stück für Stück
zusammenzutragen, wo das Herz des Musiktheaters in Köln schlägt. Diese Arbeit ist sehr
zeitaufwendig, aber lohnend: Durch den intensiven Kontakt mit der Szene fühlen sich die
angesprochenen Künstler*innen unmittelbar mit dem Festivalvorhaben verbunden. Zudem ist
es auf diese Weise möglich, außergewöhnliche Künstlerpersönlichkeiten zu entdecken und
neben dem bereits veröffentlichten Werk der Künstler*innen einen Ausblick auf geplante
Projekte zu bekommen sowie möglicherweise noch verborgene künstlerische Schätz e zu
heben. Zentrale Auswahlkriterien sind dabei eine klare individuelle künstlerische Sprache und
Vision der Künstler*innen mit einem umfassenden, offenen Blick auf andere Kunstsparten,
Kooperationsbereitschaft und Experimentierfreude.
Zudem wissen die Fe stivalmacher aus erster Hand um die herausfordernden
Arbeitsbedingungen in dieser Stadt. Die Kölner Musiktheaterszene ist (bisher) in sich nicht
organisiert und zählt doch in ihrer Vielfältigkeit und Produktivität zu den herausragendsten in
ganz Deutschland. Gleichzeitig ist es aufgrund der Größe der Stadt in Köln momentan noch
möglich, die Kunstszene zu überschauen und zusammenzuführen. Der Ansatz, eine große
Bandbreite an Akteur*innen im Einzelgespräch persönlich kennen zu lernen, ist hier
umsetzbar.
Das Festivalprogramm will zudem anknüpfen an das, was in Köln wegweisend und
bahnbrechend war, an eine Tradition die, verloren geglaubt, wieder ins Bewusstsein der
Öffentlichkeit gerückt werden soll und Musiktheater wieder als lebendige Kunstform und
wichtiger Bestandteil des Kölner Kulturangebots zu präsentieren. In welcher direkten
Nachfolge stehen die heutigen Regisseur*innen, Komponist*innen und Choreograf*innen? In
der ersten Ausgabe des Festivals soll der Spannungsbogen der Kagelschen Tradition bis hin
zur Gegenwart aufgezeigt werden, mit dem Ziel, Anknüpfungspunkte zu suchen und zu zeigen,
dass das Musiktheater in Köln zwar lange Zeit nicht von großer öffentlicher Wahrnehmung
begleitet war, sich aber trotzdem beständig weiterentwickelt hat. Das Festival programm
möchte zeigen, wie rege, lebendig und spannend die Kölner Szene war und immer noch ist.
3. Programm
Das Programm setzt sich aus drei Uraufführungen, fünf abendfüllenden
Ensembleproduktionen, sowie vier umfangreichen Installationen und kleinen Szene-Formaten
zusammen. Ihnen allen gemein ist, dass sie noch nie in Köln zu sehen waren. Ergänzt werden
die Aufführungen durch ein Rahmenprogramm aus Einführungsveranstaltungen und
Künstler*innengesprächen, sowie einem Symposium zu kollektiven Prozessen und Strukturen
in der freien Musiktheater Szene.
Yiran Zhao wurde mit einem abendfüllen den Werk für das Ensemble Musikfabrik und den
Countertenor Daniel Gloger beauftragt. In Yiran Zhaos bisherigem Werk erkennen wir eine
einzigartige künstlerische Handschrift, die sich durch eine puristische Ästhetik auszeichnet. Ihr
Einsatz von Bewegungsabläufen, Videoeinspielungen und Performance-Elementen ist durch
musikalische Parameter geleitet. Zhaos Formsprache entwickelt in ihrer Präzision eine Kraft,
die ein breites Publikum ansprechen und auch auf großen Bühnen ihre Wirkung entfaltet. Die
künstlerische Reife, die Team- und Leitungsfähigkeit und die strukturierte Arbeitsweise Yiran
Zhaos prädestiniert sie für die Konzeption und Komposition eines umfassenden
Musiktheaterwerkes.
Die Kölner Komponistin Helena Cánovas i Parés wurde mit einer Komposition f ür das
Ensemble hand werk beauftragt. Ihre musikalische Sprache sticht durch eine sensible
farbenreiche Klanglichkeit hervor - die mitunter auch harmonische Elemente und vielschichtige
rhythmische Strukturen beinhaltet. Besonders ist auch ihr feines Gespür für den Umgang mit
dem Element Sprache und ihr unbedingter Ausdruckswille, der den Mut hat, vom Leben zu
erzählen, ohne narrativ zu sein.
Das Kölner Ensemble Kammerelektronik um den Komponisten Roman Pfeifer und der
Tänzerin Linda Nordström wird auf dem Festival ihre 11. Produktion zur Uraufführung bringen.
Kammerelektronik forscht beständig an einer instrumentalen Theaterformsprache, in dem die
Art der Klangerzeugung mindestens so wichtig ist wie die resultierenden Klänge selbst. Der
Aufführungsraum wird zum audiovisuellen Instrument, einer Maschine, an deren Schnittstellen
die Performer agieren.
Neben den Uraufführungen werden fünf Wiederaufnahmen von Carola Bauckholt, Trond
Reinholdtsen, Ole Hübner, Sergej Maingardt und Brigitta Mundendorf zum ersten Mal in Köln
zu sehen sein. Neben den Uraufführungen und szenischen Werken runden musiktheatrale
Installationen und innovative Kurzformate das Festivalprogramm ab. Hierbei ist uns wichtig
keine Grenze zwischen großen und kleinen Produktionen zu ziehen, sondern vielmehr eine
gemeinsame Plattform für die unterschiedlichen Formate zu schaffen und somit die Bandbreite
des Genres aufzuzeigen.
In einem zweitägigen Symposium im Vorfeld des Festivals wird ein überregionales
Kennenlernen ermöglicht. Die Vielfalt von Methoden und Formaten werden sicht- und hörbar
gemacht, mit dem Ziel eine praxisbezogene Agenda zu formulieren.
Denn heutzutage gibt es besonders im Bereich des zeitgenössischen Musiktheaters
zahlreiche Vorstöße, eine hierarchielose, diskursi ve und kollektive Arbeitsmethode zu
entwickeln. Die sich daraus ergebende strukturellen Herausforderung gilt es zu benennen,
auszutauschen, zu sammeln und Lösungsansätze zu diskutieren.
Im Rahmen des Festivals wird es zudem Raum und Zeit geben für gegensei tigen lockeren
Austausch bei Getränken und Snacks im Festivalzentrum Alte Feuerwache. Wichtig ist uns,
das Festival nicht nur als Plattform für künstlerische Produktionen, sondern auch als wichtiger
Netzwerk-Impuls für Künstler*innen und Fachpublikum zu nu tzen, und um den Dialog
zwischen der Musiktheaterszene und dem Publikum zu fördern. Wichtig ist uns hierbei der
immens wichtige Dialog der Künstler*innen untereinander, ebenso wie zwischen
Künstler*innen und Publikum.
URAUFFÜHRUNGEN
Yiran Zhao (Komposition, Konzept)
Ensemble Musikfabrik
Daniel Gloger
Heiße Quellen (AT)
ca. 80 min, 2 Aufführungen
Helena Cánovas i Parés (Komposition, Konzept)
hand werk
Stück über Erinnerung (AT)
ca. 50 min, 3 Aufführungen
Roman Pfeifer (Komposition, Konzept)
mit Kammerelektronik
To be quiet in a nonquiet situation
3 Musiker*innen
2 Tänzerinnen
ca. 60 min, 2 Aufführungen
SZENISCHE WERKE
Carola Bauckholt (Komposition)
Schlagquartett Köln
hellhörig (2008 Münchner Biennale für Neues Musiktheater)
für Sopran, Mezzosopran, Bariton, 3 Celli, Klavier und 4 Schlagzeuger
55 min, 2 Vorstellungen
Henrietta Horn (Konzept, Choreografie, Tanz)
Frank Schulte (Komposition)
Reinhard Hubert (Licht, Video)
Kaiserkleider (2016 Essen)
Solotanzperformance mit Klang- und Videokunst
1 Vorstellung
Anna Konjetzky (Konzept, Choreografie)
Sergej Maingardt (Komposition)
Lighting (2013 Muffathalle München)
für 10 Tänzer*innen und Zuspiel
Kooperation mit 5 Kölner Tänzer*innen der HfMT angestrebt
30 min, 2 Vorstellungen
Ole Hübner (Komposition, Konzept)
Lisa Danulat (Libretto)
Ødipus REC (2020 Basel)
60 min, 2 Vorstellungen
Brigitta Muntendorf (Komposition, Konzept)
Ensemble Garage
iScreen YouScream (Stuttgart 2016/17)
Social Media Oper
70 min, 1 Vorstellung
INSTALLATIVE WERKE
Maria de Alvear (Komposition, Konzept)
Im Kern 2
Videoinstallation und Streichtrio
Videoinstallation dauerhaft, ca. 20 min Musik, 6 Aufführungen
Trond Reinholdtsen (Komposition, Video, Konzept)
The Norwegian opra (deutsche Erstaufführung)
3 Performer, Kooperation mit einem Kölner Ensemble
12-stündige Film-Installation
Margo Zalite (Regie, Konzept)
No Emission
Für 3 Wissenschaftler und Insekten
Dauerperformance
Manos Tsangaris
Von der Applausdusche zur Schlimmecke
Objekte
Installation
4. Netzwerk, Struktur und Team
4.1 Kuratorinnen, künstlerische Leitung: Christina C. Messner und Sandra Reitmayer
Die Komponistin, Violinistin und Performerin Christina C. Messner und die Theaterregisseurin
Sandra Reitmayer sind, ausgehend von ihrem jeweiligen Genre, von jeher besonders an
interdisziplinären Verknüpfungen interessiert und experimentieren damit, Grenzen tradierter
Präsentationsformen aufzuweichen. Ihrer lang jährigen Erfahrung mit interdisziplinären
Projekten, vor allem aber ihrer besonderen Affinität zum Musiktheater entspringt die Initiative,
das Musiktheater im Kölner Raum nach vorne zu bringen, hierfür mit Kraft und Energie
einzustehen und eine erste Ausgabe der „Tage für aktuelles Musiktheater Köln“ zu kuratieren.
In der Zusammenarbeit profitieren die Musikerin und die Theaterregisseurin von ihrer
unterschiedlichen Expertise und ihren verschiedenen Blickwinkeln ebenso, wie von ihren
engen Kontakten in die Musik- bzw. Theaterszene. Die Verknüpfung der Künste beginnt
bereits in der künstlerischen Leitung. Nicht zuletzt öffnet diese Kooperation den Blick auf die
unterschiedlichen Förderstrukturen der Disziplinen.
Christina Cordelia Messner wohnt und arbeitet a ls Komponistin und Violinistin in Köln. Sie
absolvierte ihr Musikstudium in Würzburg mit Hauptfach Violine bei Prof. Max Speermann
(Bartholdy-Quartett) und Wahlfach Komposition bei Prof. C. Wünsch. Messner beschäftigt
sich seit vielen Jahren intensiv mit d er Verknüpfung unterschiedlicher Sparten und dem
Erforschen interdisziplinärer Ansätze. Sie hat zahlreiche Projekte selbst entwickelt, produziert
und organisiert und war häufig selbst als Performerin beteiligt. Seit 1994 werden die
Kompositionen von Messner aufgeführt u.a. beim Festival Acht Brücken Köln, beim SPOR -
Festival in Aarhus Dänemark, in der Tonhalle Düsseldorf, beim opening -Festival Trier. Ihre
Werke wurden präsentiert und vorgestellt im Deutschlandfunk (Atelier Neue Musik), WDR 3
und SWR 2. Der S WR 2, DLF, NDR 2 und der BR sendeten 2013/2014 Marie T. Martins
Hörspiel Fünfkind mit ihrer Musik. Ihre Arbeit wird gefördert unter anderem von der
Kunststiftung NRW, dem Landesmusikrat NRW, Kultursekretariat NRW, ON Neue Musik Köln,
Kulturämter Köln, Düsseldorf, Duisburg.
Sandra Reitmayer, geboren 1985, studierte Regie an der Folkwang Universität der Künste in
Essen. Seitdem arbeitet Sandra als freischaffende Regisseurin in Deutschland, Rumänien,
China, Palästina und Luxemburg.
Ihre Inszenierungen wurden mit dem Folkwangpreis und dem Kölner Theaterpreis
ausgezeichnet. Sie ist Gründungsmitglied des Performancekollektivs undBorisundSteffi und
Teil der Kölner Musiktheaterkompanie Paradeiser Productions. Reitmayer ist 2020
Absolventin des Studiengangs „Kuratieren in den szenischen Künsten“ der Paris Lodron
Universität in Salzburg.
4.2 Träger, Geschäftsführung, Koordination: ON - Neue Musik Köln
Daniel Mennicken und Helene Heuser
ON - Neue Musik Köln ist Netzwerk, Veranstalter und Anlaufstelle für alle Belange der
Zeitgenössischen Musik in Köln. Musiker*innen der Neuen Musik werden von ON bei der
Umsetzung von Projekten mit ausgefallenen künstlerischen Ansätzen unterstützt und
gleichzeitig erfahren die unterschiedlichen Akteure und Szenen zeitgenössischen
Kunstschaffens eine Vernetzung, die weit über die Stadtgrenzen hinaus strahlt.
4.3 Produktionsleitung: littlebit, Produktionsbüro für zeitgenössische Kunst (Eva-
Maria Müller)
littlebit hat sich auf die Durchführung, Organisation und Gesamtleitung anspruchsvoller
Projekte und Festivals im Bereich experimenteller, zeitgenössischer Kunst spezialisiert und
hier durch langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit mit Festivals wie Wittener Tage für neue
Kammermusik, Darmstädter Ferienkurse, 8 Brücken oder Ruhrtriennale weit über Köln hinaus
längst einen Namen als kompetenten und hochprofessionellen Partner gemacht.
4.4 Netzwerk - KIM: Kölner Initiative Musiktheater
Unter dem Motto „Kooperation statt Konkurrenz“ haben einige Musiktheaterschaffend e
(Christian Grammel, Ruth Schultz, PRASQUAL, Frauke Meyer, Sandra Reitmayer) im Jahr
2019 ein Netzwerk für Musiktheaterschaffende der Freien Szene in Köln gegründet. In
monatlichen Treffen findet gegenseitiger Austausch statt. Hierbei spielt neben Networking das
professionelle Feedback zu veröffentlichten Projekten eine ebenso zentrale Rolle wie die
Vorstellung von Arbeitsständen. Motivation, Inspiration, Hilfestellung aber auch kritische
Nachfragen der Kolleg*innen führen zu einer Form der Kräftebündelung in der Freien
Musiktheaterszene Kölns.
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: ungeändert empfohlen
Zur SitzungBeschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 0469/2020
- Typ
- Beschlussvorlage Ausschuss
- Datum
- 02.03.2020
- Erstellt
- 11.02.2020 13:22