3144/2022
Bewirtschaftung des städtischen Waldes 2022/23
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Mitteilung Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VIII/67/673/2 Vorlagen-Nummer 29.09.2022 3144/2022 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Naturschutzbeirat bei der Unteren Naturschutzbehörde 17.10.2022 Bezirksvertretung 8 (Kalk) 20.10.2022 Ausschuss Klima, Umwelt und Grün 24.11.2022 Bewirtschaftung des städtischen Waldes 2022/23 Auswirkung der Dürre auf den städtischen Wald Der Wald in Köln leidet seit 2018 unter Dürre. Im Jahr 2021 entspannte sich die Situation zwar kurz- fristig aufgrund überdurchschnittlicher Niederschläge und einer eher kühlfeuchten Witterung. Die Bo- denwasservorräte wurden dadurch wieder aufgefüllt. Der Wald war deshalb im Jahr 2021 während der gesamten Vegetationsperiode gut mit Wasser versorgt. Der Kronenzustand der Bäume verbes- serte sich und im Frühjahr 2022 machten die Bäume nach dem Laubaustrieb zunächst einen vitalen Eindruck. Die Buchen im Äußeren Grüngürtel, die unter der Dürre besonders gelitten hatten, zeigten eine deutliche Verbesserung der Belaubung und eine Regeneration geschädigter Kronenteile. Diese positive Entwicklung wurde in diesem Jahr durch das trockene Frühjahr und den extrem heißen und trockenen Sommer, in dem im Juli und August kaum Regen fiel, gestoppt. Die Bodenwasservor- räte im Wald waren auf trockenen und sonnenexponierten Standorten ab Juli soweit verbraucht, dass die Bäume unter Dürrestress litten. Ende August zeigte der Dürremonitor für alle Waldbereiche Kölns eine außergewöhnlich starke Dürre bis in tiefere Bodenschichten. Waldbäche, wie der Kurtenwald- bach und der Flehbach versiegten. Die Waldbrandgefahr war sehr hoch, da auch die Krautschicht in den Wäldern ausgetrocknet war. Zu Waldbränden kam es jedoch nicht. Als Reaktion auf den Wassermangel reduzierten die Bäume durch frühzeitigen Laubabwurf ihre Blattmasse, so dass beispielsweise Linden, Hainbuchen und Buchen bereits im August nur schütter belaubt waren und der Waldboden mit ungewöhnlich viel Laub bedeckt war. Teilweise vertrockneten die Blätter an den Bäumen. Auffällige Trockenstressreaktionen waren bei jüngeren Eichenbeständen zu beobachten, bei denen Blätter vertrockneten, so dass teilweise ganze Kronen braun gefärbt wa- ren. Besonders von der Dürre betroffen waren jüngere Wälder aus Nachkriegsaufforstungen, wäh- rend alte Bäume, die ein tiefreichendes Wurzelwerk haben, mit der Trockenheit besser zu Recht ka- men. Zu beobachten ist auch, dass Buchennaturverjüngungen in den Altwäldern, zum Beispiel im Grem- berger Wäldchen, trotz Trockenheit vital blieben. Dies ist ein Beleg für die bessere Anpassungsfähig- keit von natürlich am Standort aufgewachsenen Bäumen auf geänderte Klimabedingungen. Die Stra- tegie im Rahmen der Klimaanpassung die natürliche Verjüngung der Bäume im städtischen Wald zu fördern wird dadurch bestätigt. Insgesamt ist festzustellen, dass die Vitalität des städtischen Waldes durch die Trockenheit sehr ge- schwächt ist. Wie stark sich die Dürre auf die Vitalität des Waldes ausgewirkt hat kann erst mit Beginn der nächsten Vegetationsperiode im Frühjahr 2023 nach dem Blattaustrieb beurteilt werden. Die Er- holung des Waldes ist davon abhängig, ob im Herbst und Winter die Bodenwasservorräte durch Nie- 2 derschläge wieder aufgefüllt werden und die kommende Vegetationsperiode nicht zu trocken wird. Durchforstungsplanung 2022/23 Obwohl zum Aufbau klimastabiler Wälder eine regelmäßige Waldpflege zur Förderung der Baumar- tenvielfalt und Stabilität des Waldes geboten ist, ist es vor dem Hintergrund des Trockenstresses un- ter dem der Wald weiterhin steht, nicht zu vertreten Durchforstungen zu planen, da nicht absehbar ist, wie sich die Vitalität des Waldes weiter entwickeln wird. Deshalb sind im Winter 2022/23 keine Durchforstungen in den Altwäldern des Äußeren Grüngürtels und im rechtrheinischen Wald vorgesehen. Auch die jüngeren Laubmischwälder (Nachkriegsauffors- tungen) werden im kommenden Winter aufgrund der schwer abschätzbaren Vitalitätsentwicklung nicht durchforstet. Lediglich in der Brücker Hardt, am Flehbachmühlenweg, ist die Durchforstung eines vitalen 60 jähri- gen Nadelholzreinbestandes aus Douglasie auf einer Fläche von 10 Hektar geplant. Ziel der Maß- nahme ist es, den Reinbestand langfristig zu einem Mischwald zu entwickeln, deshalb werden nach der Durchforstung heimische Laubholzarten (Buche, Hainbuche, Vogelkirsche) auf Teilflächen ge- pflanzt. Schwerpunkte der Waldpflegearbeiten im städtischen Wald werden, wie in den vergangenen Jahren, im kommenden Winter die notwendigen Fällungen zur Verkehrssicherung an den rund 400 km langen Waldrändern entlang von Bebauung, Straßen und Schienen sein. Diese verteilen sich auf den Wald im ganzen Stadtgebiet. Zur Information der Bürger wird der Durchforstungsplan im Internet veröffentlicht (www.stadt- koeln.de). Gez. Wolfgramm
Beratungsverlauf (3)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3144/2022
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 29.09.2022
- Erstellt
- 23.09.2022 12:57