AN/1712/2024
Änderungen für Nippes am Haushaltsplanentwurf 2025/26
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Gem. Änderungsantrag (Grüne BV5)
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Die Grünen, Gut/Klima Freunde, FDP Frau Bezirksbürgermeisterin Dr. Diana Siebert Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker Eingang bei der Bezirksbürgermeisterin: 03.12.2024 AN/1712/2024 Änderungs- bzw. Zusatzantrag gem. §§ 13 und 38 der Geschäftsordnung des Rates und der Bezirksvertretungen Gremium Datum der Sitzung Bezirksvertretung 5 (Nippes) Änderungen für Nippes am Haushaltsplanentwurf 2025/26 - Ändeungsantrag der Grünen, Gut/Klima FReunde und FDP - Sehr geehrte Frau Bezirksbürgermeisterin, sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, die Bezirksvertretung Nippes möge beschließen: Die Bezirksvertretung nimmt den Haushaltsplanentwurf nicht zur Kenntnis, sondern wirkt, nach der Gemeindeordnung NRW §37, Absatz 4, an den Beratungen über die Haushaltssat- zung mit. Folgende Änderungen sollen vorgenommen werden: 1. Die Bezirksvertretung Nippes fordert den Rat der Stadt Köln auf, über Änderungen am Haushaltsplanentwurf (3132/2024, Band 1, Teil 1, Seite 489) die Finanzierung und Koordi- nierung der ehrenamtlichen Geflüchtetenarbeit dauerhaft zu sichern. Die Stellen des Arbeits- kreises AK 9plus, die den Mindeststandard darstellen, sollen erhalten bleiben. Wie bei anderen vulnerablen Gruppen, führen Kosteneinsparungen in diesem Bereich lang- fristig zu erheblichen Mehrkosten. Sie behindern die Integration von Geflüchteten und zerstö- ren wertvolle Strukturen der ehrenamtlichen Arbeit. Diese Kürzungen würden bereits inves- tierte Mittel, die den Aufbau eines erfolgreichen Netzwerks ermöglicht haben, zunichtema- chen und das soziale Gefüge der Stadt negativ beeinflussen. - 2 - Seit Jahren engagieren sich zahlreiche Bürger*innen ehrenamtlich für die Unterstützung von Geflüchteten. Diese Arbeit ergänzt und übersteigt häufig das, was staatliche Institutionen leisten können. Ohne hauptamtliche Unterstützung durch pädagogische Fachkräfte wird je- doch die Basis dieses Engagements gefährdet. 2. Die Bezirksvertretung Nippes fordert den Rat der Stadt Köln auf, über Änderungen am Haushaltsplanentwurf (3132/2024, Band 1, Teil 2, Seite 771) die Finanzierung der Stadt- klima-/Stadtverschönerungsmittel auf der Höhe der Jahre 2023 / 2024 von 150.000 Euro je Bezirksvertretung zu erhalten. 3. Die Bezirksvertretung drückt ihr völliges Unverständnis aus, dass im Haushaltsplanentwurf die Streichung des Zuschusses für das Zentrum für selbstbestimmtes Leben (ZSL) vorgese- hen ist (3132/2024, Band 1, Teil 1, Seite 487). Das ZSL ist gerade erst auf die Xantener Straße in Nippes umgezogen. Das ZSL ist Köln-weit ein Paradebeispiel für Selbstorganisa- tion in diesem Bereich. Die Bezirksvertretung fordert den Finanzausschuss und den Stadtrat auf, die Streichung zurückzunehmen. 4. Der Anonyme Krankenschein soll weiterhin finanziert werden. Er ermöglicht es, dass Men- schen ohne regulären Zugang zum Gesundheitssystem anonym medizinische Versorgung in Anspruch nehmen zu können. Davon profitieren besonders wohnungslose Menschen, auch im Bezirk Nippes. Begründung: Zu 1.: Im Haushaltsentwurf 2025/2026 der Stadt Köln sollen die Mittel für die 13 halben Stel- len des Arbeitskreises AK 9plus auf null gesetzt werden. Diese Stellen wurden 2017 im Rah- men der „Mindeststandards für Flüchtlingsunterbringung“ beschlossen und sind eine zentrale Säule der ehrenamtlichen Geflüchtetenarbeit in Köln. Die Kosten beliefen sich im Jahr 2024 auf etwa 538.000 Euro. Die Kürzung dieser Mittel würde einen wichtigen Pfeiler der Integration und Solidarität zerstö- ren. Ehrenamtliche können die Aufgaben nicht allein bewältigen. Die Unterstützung durch hauptamtliche Fachkräfte ist essenziell, um die Arbeit effektiv und nachhaltig zu gestalten. Hintergrund: Der Arbeitskreis AK 9plus 2017 beschloss der Rat der Stadt Köln die Schaffung von 6,5 Vollzeitstellen (13 halbe Stel- len) zur Koordination der ehrenamtlichen Geflüchtetenarbeit. Diese Stellen wurden bei freien Trägern wie der Alten Feuerwache e.V., der AWO Köln und dem Kölner Flüchtlingsrat ange- siedelt. Die Aufgaben dieser Fachkräfte umfassen: • Akquise, Vermittlung und Begleitung von Ehrenamtlichen, • Förderung der Zusammenarbeit zwischen haupt- und ehrenamtlichen Kräften, • Aufbau von Netzwerken und Kooperationen auf Bezirks- und Stadtebene sowie • Organisation von Qualifizierungen und Arbeitskreisen. Zusammen mit Verwaltungs-Fachkräften der Bezirksämter bilden diese Träger den AK 9plus. Dieses Netzwerk hat sich seit 2018 als äußerst flexibel und effektiv erwiesen, etwa bei der Aufnahme von Geflüchteten nach dem Krieg in der Ukraine. Auswirkungen der Kürzungen Die geplanten Streichungen im Haushaltsentwurf gefährden nicht nur die ehrenamtliche Ar- beit, sondern auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Ohne die hauptamtliche Unterstüt- zung drohen Überlastung und ein Rückgang des Engagements der Ehrenamtlichen. Ehrenamtliche Geflüchtetenarbeit ist eine Investition in Integration und gesellschaftlichen Frieden. Die Mittel für den AK 9plus müssen erhalten bleiben, um diese unverzichtbare Ar- beit fortzuführen. - 3 - Zu 2.: Die Bezirksvertretungen sind nah an den Veedeln und den in ihnen wohnenden Men- schen und können daher gut beurteilen, an welcher Stelle welche Stadtklima-/Stadtverschö- nerungsmittel eingesetzt werden sollten. Sie sind auch im Sinne des §37(1)b zuständig und sollten entsprechend dem Konnexitätsprinzip ausreichend finanziell ausgestattet werden. Angesichts der Inflation der Jahre 2023 und 2024 von zusammen genommen etwa 10% würde selbst bei einer Beibehaltung des absoluten Betrags eine inflationsbereinigte Kürzung von 10% erfolgen. gez. Robert Spieß gez. Bela Schlieper gez. Marc Urmetzer
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungOrte (2)
- Xantener Straße
- Auf der Höhe
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Details
- Aktenzeichen
- AN/1712/2024
- Typ
- Gem. Änderungsantrag BV5 (Grüne)
- Datum
- 04.12.2024
- Erstellt
- 03.12.2024 22:09