Open Source versus Microsoft- Sachstand 2017; Beantwortung einer Anfrage AN/0312/2018 der Gruppe BUNT
Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss) 0770/2018 vom 01.06.2018
Stand: Am 11.06.2018 im Unterausschuss Digitale Kommunikation und Organisation beraten. Ergebnis: Kenntnis genommen.
Die KI fasst die Dokumente zusammen. Das dauert bis zu drei Minuten.
Dokumente
-
Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
PDF
Automatisch aus dem PDF ausgelesen, Lesefehler sind möglich.
Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle I/12 Vorlagen-Nummer 01.06.2018 0770/2018 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Unterausschuss Digitale Kommunikation und Organisation 11.06.2018 Open Source versus Microsoft- Sachstand 2017; Beantwortung einer Anfrage AN/0312/2018 der Gruppe BUNT 1. Welche Open-Source-Anwendungen wurden in der Stadtverwaltung und Einrichtungen mit städt i- scher Beteiligung seit 2014 angeschafft/eingeführt? , wie hoch ist d er prozentuale Anteil von O- pen-Source-Betriebssystemen und Open -Source-Anwendungen je Abteilung, und welche Rolle werden Open-Source-Anwendungen bei der zukünftigen Digitalisierung städtischer Angebote und Prozesse spielen? 2. Ist von der Verwaltung oder Un ternehmen mit städtischer Beteiligung selbst programmierte Sof t- ware, z. B. „Sag's uns“ und die KVB-App, immer quelloffen? Wenn nein: warum nicht? 3. Wie bewertet die Stadt den Vorwurf, die staatliche Zusammenarbeit mit Microsoft verursache st e- tig steigende Kosten, blockiere den technischen Fortschritt in Behörden, untergrabe system atisch das europäische Beschaffungs- und Wettbewerbsrecht und setze IT -Systeme (eventuell samt de- ren Daten über Bürger) einem hohen technischen und politischen Sicherheitsrisiko aus?1 4. Wie können faire Rahmenverträge und Wettbewerbsverfahren überhaupt gewährleistet werden, wenn de facto nur mit Microsoft-Produkten und deren Lizenzen gearbeitet wird? Die Verwaltung nimmt wie folgt Stellung: zu Frage 1: Die Stadtverwaltung Köln setzt seit vielen Jahren quelloffene Software bei PC-Anwendungen, Ser- verbetriebssystemen und Serveranwendungen ein. In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Anwendungen auf Basis von Drupal (Content- Management / Framework) entwickelt und eingesetzt. Unter anderem sind hier die Anwendung „Sag’s uns“ und die Open Data-Plattform „DKAN“, aber auch verschiedenste BLOGs und die Plattformen für die Bürgerhaushalte zu nennen. Weiter wurden verschiedene Prozessworkflows auf Basis von Micro- services und Drupal sowie eine Anwendung zum Projektberichtswesen entwickelt. Daneben wurden weitere quelloffene Anwendungen wie ownCloud/nextCloud (Fileservices), Rocket- Chat (Chat-Programm), RabbitMQ (Enterprise Service Bus), MinIO (Private Cloud Storage), Icinga (Monitoring), Elasticsearch (Suchmaschine), Logstash (Log-File Processing) und Kibana (Data- Dashboards) in Betrieb genommen. Hierdurch konnten Microsoft-Anwendungen wie Biztalk-Server (abgelöst durch RabbitMQ) und Microsoft Dynamics außer Betrieb genommen werden. Der Anteil des Betriebssystems LINUX hat sich seit 2014 von 1/5 auf ein 1/3 aller Serversysteme er- 1 http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/cyber-attacken-auf-staatliche-it-europas-fatale-abhaengigkeit-von- microsoft/19628246.html 2 höht, was einer Steigerung von über 50% entspricht. (Stand: 01/2018). In absoluten Zahlen hat sich die Zahl der LINUX-Server nahezu verdoppelt. Da alle Serversysteme zentral im Rechenzentrum ein- gesetzt werden, liegen keine Daten für eine Aufteilung nach Organisationen vor. Die Entscheidung, welche Anwendung eingesetzt wird, erfolgt nach fachlichen, betrieblichen und wirt- schaftlichen Gesichtspunkten. Bei gleichen Gesamtbetriebskosten und gleicher fachlicher Eignung erhält eine quelloffene Anwendung stets den Vorzug. Im Übrigen erhalten Web-basierte Anwendun- gen den Vorzug vor Client-Anwendungen. Insgesamt wird erwartet, dass der Anteil von quelloffenen Anwendungen weiter ansteigen wird. zu Frage 2: Die Frage kann vom Amt für Informationsverarbeitung nur für die Anwendungen der Stadtverwaltung beantwortet werden. Die Software „Sag’s uns“ und auch die Open-Data-Plattform „DKAN“, die das Amt für Informations- verarbeitung inzwischen für sechs Kommunen hostet, sind bereits quelloffen, da sie auf Drupal basie- ren. Die Anpassungen für die Stadt Köln werden auf „GitHub“, dem populärsten Dienstleister zur Verwaltung quelloffener Software, veröffentlicht. Die Entwicklung von Software erfolgt heute mit atomaren Micro-Services. Diese basieren auf quellof- fenen Produkten wie den bereits erwähnten RabbitMQ, MinIO und Drupal sowie weiteren Open- Source Produkten (z.B. MySQL, MongoDB). Eine Veröffentlichung der Entwicklungen erfolgt nicht, da die Pflege der veröffentlichten Softwarekomponenten auf GitHub erhebliche Kosten verursachen wür- de. Unabhängig davon stehen die Softwarekomponenten anderen Behörden zur Nutzung auf Anfrage zur Verfügung. zu Frage 3: Die städtische IT hat die Aufgabe, die Geschäftsprozesse der Verwaltung vollumfänglich, sicher und verlässlich mit IT-Technik zu unterstützen, und so bestmögliche Bürgerservices zu gewährleisten. Auf dieser Maxime basiert die Auswahl von allen IT-Komponenten, deren Beschaffung stets auf Basis der Richtlinien des europäischen und nationalen Vergaberechts erfolgt. In diesem Zusammenhang ist die Fa. Microsoft ein Lieferant wie jeder andere auch. Der Einsatz von Software-Produkten der Fa. Microsoft erfolgt dort, wo eine andere Software aus fach- lichen, betrieblichen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten schlechter wäre. zu Frage 4: Wie bereits in der Antwort zur Frage 3 dargestellt, werden alle Beschaffungen auf Basis der Richtli- nien des europäischen und nationalen Vergaberechts durchgeführt und entsprechen somit dem gel- tenden Recht. Die Stadtverwaltung Köln betrachtet die Verbreitung von proprietärer Software seit vielen Jahren kri- tisch. Deshalb schreibt das Amt für Informationsverarbeitung Anwendungen immer betriebssystemof- fen aus. Leider ist es eine Tatsache, dass die überwiegende Zahl der kommunalen Fachanwendun- gen nicht als webbasierte Anwendungen zur Verfügung stehen und zumindest auf der Arbeitsplatze- bene Microsoft als Betriebssystem voraussetzen. Im Serverumfeld und in der Softwareentwicklung setzt das Amt für Informationsverarbeitung bereits intensiv auf quelloffene Softwareprodukte. Weiter werden plattformunabhängige Webanwendungen vorrangig vor Client-Anwendungen eingesetzt, um die Abhängigkeit vom Betriebssystem der Endge- räte zu verringern. In diesem Zusammenhang arbeitet die Stadtverwaltung auch an alternativen Ar- beitsplatzmodellen und plant einen rein browser-basierten Arbeitsplatz, der bereits in diesem Jahr in einer Basisversion für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter freigeschaltet wird. Gez. Dr. Keller
Beratungsverlauf
-
11.06.2018
Unterausschuss Digitale Kommunikation und Organisation
TOP 1.2, Kenntnisnahme (Mitteilung). Ergebnis: Kenntnis genommen
Zur Rückmeldung speichern wir nur Ihre Antwort, die Seite und den Tag. Eine IP-Adresse speichern wir dazu nicht, und wir setzen kein Cookie. Mehr zum Datenschutz