2302/2022
Verteilung der Restmittel zur Förderung von antirassistischen und rassismuskritischen Projekten
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
Beschlussvorlage Ausschuss
5865 Zeichen
Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle OB/16/162/3 Vorlagen-Nummer 2302/2022 Freigabedatum 08.08.2022 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Verteilung der Restmittel zur Förderung von antirassistischen und rassismuskritischen Projekten Beschlussorgan Integrationsrat Gremium Datum Beschluss: Der Integrationsrat Köln beschließt die Verteilung und Freigabe der Restmittel zur Förderung von Pro- jekten der rassismuskritischen und antirassistischen Arbeit im Jahr 2022 wie folgt: 1. „Tafel der Brüderlichkeit“ - Mit Vielfalt gegen Diskriminierung. Antragsteller*in: Alevitisches Kulturzentrum Köln Porz Fördersumme: 1.000 Euro 2. „MinDset“: Rassismen gegen Muslim*innen erkennen und bewältigen Antragsteller*in: Begegnungs- und Fortbildungszentrum muslimischer Frauen e.V. Fördersumme: 6.800,00 Euro 3. „We can Speak-Starters“ Antragsteller*in: Kölner Flüchtlingsrat e.V. Fördersumme: 8.000,00 Euro 4. „Die Berufe der Roma begangen vor 12.000 Jahren in den Steppen Zentralasiens bis heute“ Antragsteller*in: International EU-Rom e.V. Fördersumme: 2.335,00 Euro 5. „Theodor Wonja Michael Bibliothek“ Antragsteller*in: Sonnenblumen Community Development Group e.V. Fördersumme: 3.800,00 Euro 6. „ Werde gehört!“ Modul: Antidiskriminierung Antragsteller*in: Jubigo e.V. Fördersumme: 1.540,00 Euro 7. „Fachtagung Antislawismus aus intersektionaler Perspektive“ Antragsteller*in: Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e.V. Fördersumme: 1.800,00 Euro Integrationsrat 16.08.2022 2 8. „Antirassismus-Workshopreihe“ Antragsteller*in: Pamoja Afrika e.V. Fördersumme: 3.500€ Die Gesamtsumme der Förderungen beträgt 28.775,00 €. Die Aufwendungen sind im Haushaltsplan 2022, Teilergebnisplan 0504 – Freiwillige Sozialleistungen und Diversity in der Teilplanzeile 15 – Transferaufwendungen, veranschlagt. 3 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Ja, investiv Investitionsauszahlungen € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja % Ja, ergebniswirksam Aufwendungen für die Maßnahme 28.775 € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja % Jährliche Folgeaufwendungen (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. € c) bilanzielle Abschreibungen € Jährliche Folgeerträge (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: a) Erträge € b) Erträge aus der Auflösung Sonderposten € Einsparungen: ab Haushaltsjahr: a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. € Beginn, Dauer Auswirkungen auf den Klimaschutz Nein Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung) Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung) Begründung: In den letzten Jahren hat sich der zunehmend offen gezeigte Rassismus zu einer massiven Belastung des friedlichen Miteinanders sowie des Zusammenhalts in der Gesellschaft entwickelt, was sich in den aktuellen Diskursen sowie in den medialen Berichten und Diskussionen deutlich zeigt. Daher ist – auch in unserer Stadt - der Bedarf an Präventions-, Sensibilisierungs- und Empowermentangeboten sehr hoch. Die Stadt Köln setzt sich bereits seit Jahren dafür ein, dieser Entwicklung entgegenzuwirken und för- dert neben der Arbeit der beiden nichtstädtischen Antidiskriminierungsbüros - Caritas e.V. für die Stadt Köln und Öffentlichkeit gegen Gewalt (Köln) e.V. - auch Maßnahmen aus den Mitteln des „Anti- rassismus-Trainings“ im Rahmen des „Aktionsprogramms für ein friedliches Miteinander und gegen Intoleranz und Rechtsradikalismus“. Die klare Haltung der Stadt Köln stärkt damit das vielfältige, ge- waltfreie und demokratische Miteinander. Finanzierung: Gemäß Hauptsatzung der Stadt Köln in der Fassung der 27. Satzung zur Änderung der Hauptsatzung der Stadt Köln vom 04.04.2022 weist der Rat dem Integrationsrat Mittel zu, über deren Verteilung der 4 Integrationsrat nach einer vom Rat beschlossenen Richtlinie zur Anerkennung und Förderung der Interkulturellen Zentren und zur Förderung rassismuskritischer Projekte zur Stärkung von Demokratie und Akzeptanz entscheidet. Im Haushaltsjahr 2022 stehen 50.000 Euro aus dem laufenden Budget für die Förderung antirassisti- scher und rassismuskritischer Projekte / Antirassismus-Training (davon 40.000 € im Integrations- budget ausgewiesen) und zusätzlich einmalig 50.000 Euro aus dem politischen Veränderungsnach- weis für die „Förderung von antirassistischen und rassismuskritischen Projekten“ und somit insgesamt 100.000 Euro zur Verfügung. Die Aufwendungen sind im Haushaltsplan 2022, Teilergebnisplan 0504 – Freiwillige Sozialleistungen und Diversity in der Teilplanzeile 15 – Transferaufwendungen, veran- schlagt. Nachdem im ersten Schritt in der Sitzung des Integrationsrates am 08.02.2022 (Vorl. Nr. 0266/2022) eine Fördersumme von insgesamt 71.225,00 Euro gemäß der Richtlinie zur „Förderung rassismuskri- tischer Projekte zur Stärkung von Demokratie und Akzeptanz“ vergeben wurde, wird nun die Vergabe der Restmittel in Höhe von 28.775,00 Euro in einem zweiten Schritt beschlossen. In Abstimmung mit den Antragsteller*innen wurde der Förderbetrag bei einigen Anträgen gekürzt und der Projektumfang entsprechend angepasst. Dies war notwendig, um mit den restlichen zur Verfü- gung stehenden Mitteln ein möglichst vielfältiges und breites Angebot möglich zu machen. Die einzelnen Projekte mit ihren jeweiligen Zielsetzungen sind in der Anlage 1 zur Beschlussvorlage zusammengefasst dargestellt. Begründung für die Dringlichkeit: Für Planung inkl. Anfragen und Buchungen von Referent*innen sowie der eigentlichen Durchführung einiger Maßnahmen ab Mitte August ist eine Entscheidung des Integrationsrates in seiner nächsten Sitzung am 16.8.2022 erforderlich.
Anlage 1
7589 Zeichen
Anlage 1 1. „Die Tafel der Brüderlichkeit“- Mit Vielfalt gegen Diskriminierung Der Antragsteller wird ein türkischsprachiges Theaterstück aufführen, welches mit Unterstützung des Goetheinstituts geschrieben wurde und simultan ins Deutsche übersetzt wird. Im Rahmen der Veranstaltung soll eine Podiumsdiskussion zum Thema Handlungsstrategien gegen Alltagsrassismus mit verschiedenen Betroffenengruppen stattfinden. Lediglich die Podiumsdiskussion wird von diesen Mitteln gefördert. Die Förderung des Theaterstücks wird derzeit an anderer Stelle geprüft. Der Projektzeitraum liegt zwischen November und Dezember 2022. 2. „MinDset“: Rassismen gegen Muslim*innen erkennen und bewältigen Der Träger wird eine aufeinander aufbauende Workshopreihe, bestehend aus 4 Workshops zur oben genannten Thematik durchführen. Der Projektzeitraum erstreckt sich ab der Bewilligung bis zum Jahresende. 1. Öffentliche Infoveranstaltung zur Definition des antimuslimischen Rassismus aus wissenschaflicher Perspektive für interessierte Bürger*innen und Fachkräfte 2. Multiplikatorenschulung mit dem Ziel vorherrschende Denkeisen und Vorurteile gegenüber dem Islam abzubauen. 3./4. Empowerment-Workshops in denen sich die Teilnehmenden jeweils mit einem Fachthema, welches Rassismus in bestimmten gesellschaftlichen Bereichen beleuchtet auseinandersetzen und aktive Handlungsstrategien entwickeln. Mögliche Themen sind: Rassismus in der Schule, Rassismus im Berufsleben, Rassismus gegen muslimische Frauen und Mädchen, Rassismus in den Medien, Rassismus in der Sprache, Rassismus gegenüber muslimischen Organisationen und Moscheegemeinden. 3. „We can Speak-Starters“ Der Kölner Flüchtlingsrat e.V. wird das Projekt „We can Speak“ weiterführen, welches eng mit dem, von der Stadt Köln, geförderten Projekt „Brückenbauer“ verknüpft ist. In dem Projekt „We can Speak“ werden junge Erwachsene mit eigener Migrations- und/oder Fluchterfahrung unter Anleitung und kontinuierlicher professioneller Begleitung einer Empowerment-Trainerin dazu ausgebildet im Rahmen der Workshops von Brückenbauer, eigene Erfahrungen und Perspektiven mit in die Workshops zum Thema: „Klimawandel und Flucht“, „Antirassismus und Akzeptanz“ sowie zum Themenfeld Rechte Hetze im Netz einzubringen. Die ersten Teilnehmer*innen sind bereits qualifiziert und werden als „We can Speak- Starters“ zunächst hospitieren und im Anschluss zunehmend eigene Workshops - zum Teil auch ausschließlich für von Rassismus betroffenen Jugendlichen leiten. Die hiesige Förderung bezieht sich insbesondere auf die Schaffung der Rahmenbedingungen zur Koordination, Ausbildung und fachlichen Begleitung der Speaker*innen. 4. „Die Berufe der Roma begangen vor 12.000 Jahren in den Steppen Zentralasiens bis heute“ Der Antragsteller wird das Thema zunächst recherchieren und im Anschluss anhand von selbstgestalteten Plakaten, die er an Holzaufstellern befestigen wird, präsentieren. Es werden, sowohl traditionell, handwerkliche Berufe dargestellt als auch eine Brücke zu den modernen Tätigkeitsfeldern der heutigen Zeit geschlagen. Zielgruppe sind Jugendliche, junge Erwachsende und Multiplikator*innen. Für Romnja und Sintize soll die Ausstellung dazu beitragen Vorbilder zu benennen und die Jugendlichen ermutigen ihren Platz in der Gesellschaft zu finden. Internalisierte Denkweisen und Stereotype sollen aufgelöst und ein Austausch der Teilnehmenden untereinander gefördert und möglichen antiziganistischen Denkweisen entgegen gewirkt werden. Die Ergebnisse sollen Ende des Jahres präsentiert werden. Nach Abschluss des Förderzeitraums werden die Aufsteller in das vorhandene mobile Museum des Antragstellers übergehen, mit welchem er an Schulen tätig ist. 5. „Theodor Wonja Michael Bibliothek“ Die Theodor Wonja Michael Bibliothek, die im Jahr 2019 gegründet wurde, ist ein Projekt des afro-diasporischen Vereins, Sonnenblumen Community Development Group e.V. um Austausch, Bildung und Empowerment in der Kölner Stadtgesellschaft zu fördern. Sie ist nach dem Schwarzen KZ überlebenden Theodor Wonja Michael benannt, der sich bis zu seinem Tod gegen Rassismus eingesetzt hat. Sie beinhaltet Bücher von Schwarzen Autor*innen und Räumlichkeiten für Veranstaltungen. Der Verein wird eine Workshopreihe, bestehend aus 4 Workshops durchführen, die das Ziel der Vernetzung, der Identitätsstärkung und des Empowerments der Teilnehmenden hat. 1. Ressourcen gemeinsam Stärken - Körperarbeit für Schwarze Frauen 2. „Schwarze Held*innen“- Workshop für Schwarze Jugendliche 3. Lesungen/Mal- und Spielangebot für Schwarze Kinder 4. „Hairworkshop“ für weiße Bezugspersonen Schwarzer Kinder und Jugendlicher. 6. „ Werde gehört!“ Modul: Antidiskriminierung Das Projekt „Werde gehört!“ soll junge Erwachsene in Köln mit eigener Migrationsgeschichte erreichen und diese durch Workshops für den Umgang mit Diskriminierungserfahrungen sensibilisieren und stärken. Zunächst soll ein Konzept erarbeitet werden, das das Thema Diskriminierung inhaltlich aufgreift und sich dabei an der Lebenswirklichkeit der Zielgruppe orientiert und ihr auf Augenhöhe begegnet. Der konzipierte Workshop wird im Projektzeitraum mit 4 Gruppen durchgeführt. Das Konzept wird im Anschluss Teil der Multiplikator*innen Ausbildung und in die bereits bestehenden Schulworkshops der 180 Grad Wende integriert. 7. „Fachtagung Antislawismus aus intersektionaler Perspektive“ Die Tagung möchte Multiplikatoren aus pädagogischen Bereichen, insbesondere der politischen Bildung, für die Thematik Antislawismus sensibilisieren. Dies soll erreicht werden durch die Vermittlung von Wissen über die Kontinuitäten und die Gegenwart antislawistischer Ressentiments und Stereotype, sowie der damit verbundenen Diskriminierung und durch die Sichtbarmachung von Betroffenenperspektiven. Im Rahmen von 4 Workshops sollen Impulse zur Entwicklung neuer Ansätze in der rassismus- und antisemitismuskritischen Bildung, die Antislawismus als eine Form von Rassismus berücksichtigen und/oder fokussieren entwickelt werden. Methodisch werden Vorträge, eine Podiumsdiskussion sowie Workshops inklusive Ergebnispräsentation genutzt. Zudem dient sie der Vernetzung und dem Austausch der verschiedenen Akteure untereinander. Die Fachtagung wird am 25.10. von 10-17 Uhr stattfinden. Die städtische Förderung stellt eine Teilfinanzierung dar. Die weiteren Mittel sind über Stiftungsgelder und Eigenmittel gesichert. 8. „Antirassismus-Workshopreihe“ In dieser Workshopreihe möchte sich der Antragsteller mit drei verschiedenen Zielgruppen auseinandersetzen. Alle Veranstaltungen werden im rassismuskritischen Kontext durchgeführt und von einem Awarenessteam begleitet. Der Durchführungszeitraum liegt zwischen September und November. 1. Critical White Awareness: Zielgruppe sind weiße Personen und rassismuserfahrene Personen die sich zu dem Thema fortbilden möchten. Das Format soll den Austausch fördern und Allyship ermöglichen 2. „Rasssmuserfahrungen von Kindern-Handlungsmöglichkeiten für ihre Eltern und Bezugspersonen“: Safer Space mit der Möglichkeit Fragen zu stellen und Erarbeitung von Empowermentstrategien für Kinder 3. Unterstützung und Empowerment gegen Rassismus für geflüchtete Schüler*innen und Studierende. Erarbeitung von Lösungswegen und Anbindung an Beratungssysteme für geflüchtete Jugendliche und Erwachsene Drittstaatenangehörige in Bezug auf das Bildungssystem und den Arbeitsmarkt. Empowerment und Vernetzungsangebote für BiPoC -Geflüchtete, insbesondere aus der Ukraine.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 2302/2022
- Typ
- Beschlussvorlage Ausschuss
- Datum
- 08.08.2022
- Erstellt
- 20.07.2022 12:15