V/0388/2023
Jahresabschluss 2022 der Wohn + Stadtbau GmbH (W+S)
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Anlage A
1047 Zeichen
Anlage A zur V/0388/2023 Kurzüberblick Jahresabschluss der Wohn- und Stadtbau GmbH zum 31.12.2022 Ziele/Teilziele/Zielerreichung Zustimmung der Gesellschafterin Stadt Münster zum Jahresabschluss der Wohn- und Stadtbau GmbH zum 31.12.2022 Finanzierung Produktgruppe: 1501 Anteile an Unternehmen Auswirkungen auf den Ergebnisplan Ja X Nein Auswirkungen auf den Finanzplan Ja X Nein Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist X vollständig pflichtig überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig vollständig freiwillig Nach den gesellschaftsvertraglichen Regelungen der Gesellschaft ist der Jahresabschluss von der Gesellschafterversammlung zu beschließen. Dazu bedarf die städtische Vertretung in der Ge- sellschafterversammlung nach der Zuständigkeitsordnung eines ermächtigenden Beschlusses des Ausschusses für Wohnen, Liegenschaften, Finanzen und Wirtschaft. Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) Keine.
Anlage 1
41112 Zeichen
Lagebericht 2022
der Wohn + Stadtbau
Wohnungsunternehmen der Stadt Münster GmbH
Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Die wirtschaftliche Lage in Deutschland 1
Die gestiegenen Energiepreise verstärken den Preisauftrieb, der bereits in der Corona -Pandemie
eingesetzt hat. Durch die Störungen internationaler Lieferketten stiegen die Preise für Rohstoffe
und Vorprodukte. Diese Preissteigerungen wurden an die Verbrauc herinnen u nd Verbraucher
weitergegeben. Mit nachlassenden Lieferengpässen und der rückläufigen Teuerung dürfte die
Wertschöpfung in den kommenden beiden Jahren wieder ausgeweitet werden. Trotzdem wird das
Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2023 voraussichtlich um 0,4 Prozent zurückgehen und erst 2024 wieder
um 1,9 Prozent steigen. Eine stabilisierende Wirkung für die konjunkturelle Entwicklung geht vom
Arbeitsmarkt aus. Die Unternehmen werden aufgrund des Fachkräftemangels in vielen Bereichen
bestrebt sein, den vorhandenen Personalstand zu halten, sodass die Erwerbstätigkeit
vorübergehend nur geringfügig sinken dürfte. Die Verbraucherpreise in Deutschland haben sich
im Jahresdurchschnitt 2022 um 7,9 Prozent gegenüber 2021 erhöht. Laut dem Statistischem
Bundesamt lag die Jahresteuerungsrate damit deutlich höher als in den vorangegangenen Jahren.
Im Dezember 2022 lag die Inflationsrate − gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex
(VPI) zum Vorjahresmonat – bei plus 8,6 Prozent. Sie schwächte sich damit zum Jahr esende ab,
blieb aber auf einem hohen Stand.
Immobilienmarkt Deutschland 2
Die Bauinvestitionen in Neubau, Modernisierung und Instandhaltung von Wohnungen stiegen mit
0,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr nur moderat. Mit einem Volumen von 256 Mrd. Euro
repräsentiert der Wohnungsbau mit 62 Prozent mit Abstand den größten Anteil aller
Bauinvestitionen in Deutschland. Doch trotz der bislang steigenden Bautätigkeit wird immer noch
zu wenig gebaut. Von den aus Sicht der GdW (Bundesverband deutscher Wohnungs - und
Immobilienunternehmen e. V.) benötigten 320.000 Wohnungen wurden 92 Prozent e rreicht.
Allerdings liegt beim freifinanzierten Mietwohnungsbau die Bedarfsdeckung bei lediglich 87
Prozent und bei geförderten Mietwohnungen nur bei 32 Prozent.
1 Quelle: VdW - Informationen zur gesamtwirtschaftlichen Lage und Branchenentwicklung per 17.01.2023
2 Quelle: VdW - Informationen zur gesamtwirtschaftlichen Lage und Branchenentwicklung per 17.01.2023
Anlage 1 zu V/0388/2023
2 Lagebericht 2022
Der unerwartete Stopp der KfW -Förderungen für energieeffiziente Neubauten und Sanierungen
und das Hin -und-Herr bezüglich der Neuausrichtung dieser Förderung hat den
Wohnungsbausektor verunsichert. Bei den Baugenehmigungen im ersten Halbjahr 2022 zeigte
sich bereits ei n deutlicher Rückgang. Langfristig betrachtet sind die Energieträger der größte
Preistreiber bei den Wohnkosten. Die Verbraucherpreise für Gas, Heizöl und andere
Haushaltsenergie sind seit dem Jahr 2000 um 190 Prozent gestiegen, während die Nettokaltmiete
bundesweit seit dem Jahr 2000 nur um 32 Prozent zunahm.
Damit lag die Entwicklung der Nettokaltmiete seit 2000 deutlich unterhalb der Inflationsrate (+ 49
Prozent).
Seit Beginn des Krieges in der Ukraine sind insbesondere die Preise für Energie merklich
angestiegen. Über alle Energiearten wurde allein von Mitte 2021 bis Juli 2022 eine Preissteigerung
von 44 Prozent erreicht. Die Preise steigen weiter und die geschätzte Mehrbelastung der Haushalte
im Jahr 2022 dürfte zwischen 70 und 200 Prozent liegen.
Auch künftig ist in Münster ein angespannter Wohnungsmarkt zu erwarten
Im Jahr 2022 liegt die Bevölkerungszahl der Stadt Münster bei 319.441 Personen. Gegenüber
2021 ist ein Anstieg von 1,63 Prozent zu verzeichnen 3. Es folgt nach wie vor ein Wachstumstrend,
jedoch in nochmals verstärkter Form. Dies ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass die
Wanderungszahlen nach der Corona-Pandemie wieder zunehmen und sich die Zuzüge weiterhin
auf einem höheren Niveau als die Fortzüge befinden. Die Arbeitslosenquote ist im Vergleich zum
vergangenen Geschäftsbericht gesunken und liegt 2021 bei 4,3 Prozent, somit ist ein Rückgang
von 0,6 Prozentpunkten festzustellen4. Durch die etwas entspannte Lage hinsichtlich der Corona-
Pandemie ist die Arbeitslosenquote ab Ende des Jahres 2021 immer weiter gesunken und
erreichte im Mai 2022 einen Spitzenwert von 4,2 Prozent, pendelte sich jedoch Ende des Jahres
auf einen leicht höheren Wert von 4,6 Prozent ein 5.
Die Preisentwicklung der Vorjahre hat in bestimmten Segmenten an Dynamik verloren. Bei
Reihenhäusern liegt der Preisanstieg unterhalb der Preisanstiege der Vorjahre.
Nichtsdestotrotz sind in allen Segmenten Preissteigerungen vorhanden, wenngleich teilweise in
abgeschwächter Form. Der jährliche Preisanstieg der letzten fünf Jahre liegt im Mietsegment bei
3,8 Prozent, der mittlere Angebotspreis liegt bei 12,43 Euro / m².
3 Quelle: Website Stadt Münster Bevölkerungsentwicklung nach Altersgruppen in Münster und den Stadtbezirken
4 Quelle: Website Stadt Münster Jahres-Statistik 2021 der Stadt Münster - Kapitel Erwerbstätigkeit (stadt-muenster.de)
5 Quelle: Bund, Länder und Kreise - Münster, Stadt - Statistik der Bundesagentur für Arbeit (arbeitsagentur.de)
3 Lagebericht 2022
Gegenüber 2018 liegt ein Preissprung von 15 Prozent vor. Im Eigentumssegment liegt dieser
Preissprung mit 42 Prozent auf einem deutlich höheren Niveau und die jährliche Steigerungsrate
bei 10,3 Prozent. Zuletzt liegt der durchschnittliche Angebotspreis für Eigentumswohnungen bei
durchschnittlich 4.964 Euro / m². Bei Eigenheimen liegt der Preissprung gegenüber 2018 bei 20
Prozent und für Doppelhaushälften bei 14 Prozent. Die jährliche Wachstumsrate liegt zwischen
5,7 und 6,0 Prozent. Bei Reihenhäusern liegt diese bei 8,1 Prozent und der Preissprung bei 27
Prozent. Die jährlichen Preissteigerungen und die Preissprünge befinden sich bei den
Reihenhäusern und freistehenden Einfamilienhäusern etwa auf einem ähnlichen Niveau, bei
Doppelhaushälften ist das Niveau insgesamt etwas geringer
6. Im Segment der Reihenhäuser ist
zu konstatieren, dass der aktuelle mittlere Angebotspreis bei 533.990 Euro liegt. Dies ist zwar im
Vergleich zu den Vorjahren niedriger, doch dafür sind die Wohn- und Grundstücksflächen auch
deutlich geringer. Gemessen am Quadratmeterpreis sind die Preise dadurch in sgesamt zum
Vorjahr gestiegen. Durch den Anstieg der Angebotspreise wird sichtbar, dass der Münsteraner
Wohnungsmarkt weiterhin als angespannt gilt, dabei ist der Anstieg nur geringfügig und
segmentspezifisch von der Corona-Pandemie gedämpft worden.
Im Jahr 2022 wurden in Münster 1.982 Wohnungen fertiggestellt; das sind 465 Wohnungen mehr
als ein Jahr zuvor (+ 30,7 Prozent zu 2021). Beachtlich hingegen ist der besonders hohe Anteil
kleiner Wohnungen mit ein oder zwei Räumen, die im vergangenen Jahr bezugsfertig wurden. 770
Ein-Zimmer-Apartments und 443 Wohnungen mit zwei Räumen machen 2022 mehr als die Hälfte
(61,2 Prozent) der Fertigstellungen in Münster aus. Nur etwa jede zehnte Wohnung, die 2022
fertiggestellt wurde, hatte fünf oder mehr Räume. Der Sch werpunkt der Bautätigkeiten liegt
weiterhin auf dem Mehrfamilienhaussegment. Gut 83,9 Prozent der realisierten Wohnungen
wurde in diesem Segment realisiert, somit nimmt d as Eigenheimsegment w eiterhin eine
untergeordnete Rolle ein.
7
6 Quelle: InWIS Forschung & Beratung GmbH, eigene Berechnung auf Grundlage von ImmobilienScout24
7 Quelle: Stadt Münster – Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung Jahres-Statistik 2022- Bautätigkeit
und Wohnen (stadt-muenster.de)
4 Lagebericht 2022
Das Unternehmen
Geschäftsverlauf
Die Wohn + Stadtbau Wohnungsunternehmen der Stadt Münster GmbH hat im Geschäftsjahr 2022
das Bauprogramm erfüllt und umfangreiche Modernisierungen im Wohnungsportfolio nach den
bewährten Grundsätzen der Ökonomie und Ökologie durchgeführt.
Mit einem Jahresüberschuss in Höhe von 4,7 Mio. Euro hat die Wohn + Stadtbau GmbH das
Geschäftsjahr 2022 abgeschlossen. Gegenüber dem Vorjahr wurde ein um 3,9 Mio. Euro
niedrigeres Jahresergebnis erzielt.
Das Investitionsvolumen inklusive Kleininstandhaltung in den eigenen Bestand betrug 2022 rund
9,4 Mio. Euro und lag damit 32 Prozent höher als noch im Vorjahr . Dies ist im Wesentlichen auf
zusätzliche Investitionen im Bereich der energetischen Sanierung zurückzuführen, die auf
Grundlage des vom Aufsichtsrat beschlossenen „Klimafahrplan“ angestoßen wurden. Im
Neubausegment wurden insgesamt 94,8 Mio. Euro eingesetzt, davon sind 89,2 Mio. Euro in das
Anlagevermögen und 5,6 Mio. Euro in das Umlaufvermögen eingeflossen.
Organisation und Mitarbeiterschaft
Die „Qualitätsoffensive“ zur Verbesserung der Datenqualität wurde 2022 fortgesetzt und im
Bereich der Digitalisierung fokussierte sich das Unternehmen auf den digitale n
Rechnungsempfang mit weiteren Kreditoren . Zur Weit erentwicklung der betrieblichen
Zusammenarbeit und zur Steigerung der Arbeitgeber-Attraktivität wurde die Regelung zum
mobilen Arbeiten im Februar 2022 in einer Betriebsvereinbarung verbindlich umgesetzt und die
Regelung zum Job Rad trat im März 2022 in Kraft und wurde bereits von 22 Mitarbeitenden in
Anspruch genommen.
Die Wohn + Stadtbau GmbH beschäftigte zum Bilanzstichtag 109 Mitarbeitende und verzeichnet
damit keine Veränderungen zum Vorjahr. Von der Mitarbeiterschaft sind 54,13 Prozent Frauen und
45,87 Prozent Männer. Die Quote der Auszubildenden beläuft sich auf 6,60 Prozent. Die leichte
Erhöhung des Personalaufwands um 24 T€ resultiert aus höheren Sozialversicherungsbeiträgen
einerseits und geringeren Zuführung zur Pensionsrückstellung andererseit s.
5 Lagebericht 2022
Wohnungsgesellschaft Große Lodden mbH
Die Wohn + Stadtbau GmbH ist Geschäftsbesorgerin ihrer 100% igen Tochtergesellschaft
Wohnungsgesellschaft Große Lodden mbH, Münster. Diese Gesellschaft besitzt 88 Wohnungen in
einer Eigentümergemeinschaft mit insgesamt 128 Wohnungen in Münster-Angelmodde.
6 Lagebericht 2022
Wirtschaftsbericht
Projektentwicklung und Realisierung im Neubaubereich
2022 wurden insgesamt 381 Einheiten von der Wohn + Stadtbau GmbH gebaut. Dabei handelt es
sich um 329 öffentlich geförderte , 35 frei finanzierte Wohnungen und 12 Eigentumswohnungen.
Außerdem wurden 5 Gewerbeeinheiten, davon 1 Großtagespflege und eine 4 -Gruppen-Kita
fertiggestellt. Am 31.12.2022 befanden sich 13 Projekte im Bau und 15 Projekte in der Planung.
Baufertigstellungen:
Im Bau befindlich:
ö. g. f. f. ETW
An der Hiltruper Baumschule 26 - 36 35 1 36 33
An der Hiltruper Baumschule 27-37 12 12 0
York-Quartier C1, Sussexweg 1 - 3 96 96 0
York-Quartier Parkspangen Wiltshireweg 202
York-Quartier Parkspangen Wiltshireweg ETW 32
York-Quartier C5, Kentweg 2,4, Surreyweg 1, 3 60 60 0
York-Quartier C 3 / Kita, Kentweg 1, 3 8 4 1 9 0
Gescherweg 87, Haus Gescherweg 3 3 0
Luise-Rappoport-Weg 2 -14, 13 -15 45 45 7
York-Quartier C2, Sussexweg 5 - 11 120 120 106
Summe 329 35 12 4 5 381 380
Stellplätze/
GaragenProjekt
Wohneinheiten Kita-
Gruppen Gewerbe Gesamt
ö. g. f. f. ET W
Luise-Rappoport-Weg 2 -14, 13 -15 59 5 9 25
An der Hiltruper Baumschule 15-25 37 3 7 27
An der Hiltruper Baumschule 3-13 26 8 2 1 3 5 27
Hermannstr. 58, 60, 62 36 2 3 1 60 38
York-Quartier C8, Surreyweg 8,10, Norfolkweg 9, 11 60 6 0 0
York-Quartier C 10, Norfolkweg 6 -14. Wiltshireweg 5 - 13 116 1 16 40
Luise-Rappoport-Weg 5 - 11 40 4 0 33
Luise-Rappoport-Weg 1 - 3 17 3 2 0 33
York-Quartier C 6, Surryweg 7 -11 27 2 7 24
York-Quartier C 6, Surreyweg 5 17 5 2 2 18
York-Quartier C 6, Kentweg 6 -12 40 4 0 41
Gescherweg 77, 85, 87 (öff.gef.) 39 3 9 17
Gescherweg 79, 81, 83 (freifin.) 22 2 2 18
Summe 353 1 39 80 2 5 577 341
Stellplätze/
GaragenProjekt
Wohneinheiten Kita-
Gruppen Gewerbe Gesamt
7 Lagebericht 2022
In Planung:
Projektentwicklung und Realisierung für Dritte
Die Wohn + Stadtbau GmbH hat 2022 für die Kommunalen Stiftungen Münster, als wirtschaftlicher
und technischer Betreuer, mit einem energetischem Modernisierungs- und Sanierungsprojekt
begonnen. Die Großmodernisierung der Seniorenwohnanlage mit 47 Wohneinheiten an der
Finkenstraße 78 – 86 wird voraussichtlich in 2023 fertiggestellt.
ö. g. f. f. ETW
York-Quartier C 3, Sussexweg 2 - 6, Kentweg 5, 7 57 57 0
York-Quartier C 4 Sussexweg 8, 10, Kentweg 9, 11 51 51 0
Gescherweg 87, Haus Gescherweg (Stellplätze) 12
Alte Mauritzschule (Kita und Wohnen) 12 3 1 13 n.n.
Oxford Quartier N13 Gumprichstraße 11 19 5 1 31 n.n.
York-Quartier C 7, Norfolkweg 1, 3 8 4 1 9 0
York-Quartier C 7, Surreyweg 2 - 6, Norfolkweg 5, 7 57 57 0
York-Quartier C 9, Norfolkweg 2, 4, Wiltshireweg 1, 3 30 30 0
Moldrickx Seniorenwohnungen öffentl. gef. (1. BA) 13 13 n.n.
Moldrickx Mietwhg öffentl. gef. (1. BA) 10 10 n.n.
Moldrickx Mietwhg frei finanziert + Tagespflege (2. BA) 10 2 12 n.n.
Moldrickx Wettbewerb (3. BA) 31 9 6 46 n.n.
Moldrickx ETW 1. BA 11 11 n.n.
Moldrickx ETW Senioren (2. BA) 18 18 n.n.
Am Dornbusch Kita & Wohnen 23 2 1 24 n.n.
Summe 65 246 59 14 12 382 12
Stellplätze/
GaragenProjekt
Wohneinheiten Kita-
Gruppen Gewerbe Gesamt
8 Lagebericht 2022
Bestandsmanagement
Das Bestandsmanagement umfasst die Bewirtschaftung und Verwaltung des fremden und eigenen
Besitzes von Mietwohnungen, Gewerbeflächen, Stellplätze und Garagen sowie der
Eigentümergemeinschaften. Am 31.12.2022 bewirtschaftete das Unternehmen insgesamt:
Entwicklung des eigenen Wohnungsbestandes
Mietwohnungen
Der Wohnungsbestand der Wohn + Stadtbau GmbH ist zum 31.12. 2022 um 6,19 Prozent zum
Vorjahr angestiegen. Durch den Neubau von 364 Wohnungen und dem Ankauf von 6 Wohnungen,
erhöhte sich der Wohnungsbestand von 5.977 auf 6.347 Einheiten. Die Zahl der öffentlich
geförderten Wohnungen ist durch Neubau um 329 Einheiten gestiegen. Zum Jahresende betrug
die Wohnfläche der eigenen Wohnungen ca. 425.037 m², die Durchschnittsgröße lag bei 67,23 m².
Gesamt Davon
öffentlich gefördert Davon frei finanziert
Mietwohnungen
Eigener Besitz 6.347 2.422 3.925
Fremd verwaltet 1.031 416 615
Gesamt 7.378 2.838 4.540
Gewerbe
Eigener Besitz 144 1 143
Fremd verwaltet 28 1 27
Gesamt 172 2 170
Garagen / Stellplätze
Eigener Besitz 4.012
Fremd verwaltet 454
Gesamt 4.466
Stellplätze Fahrräder
E-Bike-Stellplätze 121
Fahrradstellplätze 14
Gesamt 135
WEG
Wohnungen 954
Garagen / Stellplätze 396
9 Lagebericht 2022
Die Miete je Quadratmeter Wohnfläche stieg in 2022 im Durchschnitt um 2,59 Prozent auf 6,33
Euro. Der Anstieg resultiert aus dem generellen Wachstum durch Neubauzugänge sowie
Mietsteigerungsmöglichkeiten im Rahmen der Neuvermietung und im Bestand nach BGB. Zum
Stichtag 31.12.2022 lag die Miete je Quadratmeter Wohnfläche bei 6,37 Euro. Die Wohn + Stadtbau
GmbH schöpft das Mietpotenzial nach dem gültigen qualifizierten Mietspiegel für Münster nicht
voll aus, sondern verfolgt ein nachhaltiges und zurückhaltendes Mietenkonzept.
Die hohe Nachfrage nach Mietwohnungen führte zu einem guten Ergebnis in der Vermietung. Am
31.12.2022 befanden sich 26 Wohnungen in der Neuvermietun g. Insgesamt standen
8 Wohnungen aufgrund Reparaturmaßnahmen und 18 Wohnungen fluktuationsbedingt leer. Von
26 Einheiten standen zum Berichtsstichtag 8 Wohnungen länger als drei Monate leer. Die
Erlösschmälerungen beliefen sich auf lediglich 0, 62 Prozent. Die Fluktuationsquote s tieg in 2022
marginal von 6,06 Prozent auf 6,11 Prozent.
Gewerbe
Der Bestand der Wohn + Stadtbau GmbH verzeichnete einen Zugang von 6 und einen Abgang von
2 Einheiten. Der Markt der Gewerbeobjekte stagnierte in 2022. Aufgrund der fragilen lokalen, aber
auch globalen Märkte , gab es kaum proaktive Veränderungswünsche. Die Vermietungs- und
Ertragssituation im Bereich der gewerblichen Objek te ist konsistent. Die durchschnittliche
Gewerbemiete ist in 2022 um 3,16 Prozent gestiegen und lag bei 9,14 Euro je Quadratmeter
Nutzfläche.
Bestandspflege
Zum nachhaltigen Bestandsmanagement gehören zielgerichtete Investitionen in Instandhaltung
und Modernisierung. Die energetischen Maßnahmen wurden aus der „Klima Roadmap |
Klimastrategie“ abgeleitet. Im Jahr 2022 wurde umfassend in energetische Maßnahmen
(Fassadensanierung, Fensteraustausch, Heizungstausch – Installation von Wärmepumpen oder
Anschluss an die Fernwärme) investiert. Ergänzt wurden diese Investitionen durch
Instandhaltungsmaßnahmen unter anderem durch Erneuerung von Wohnungstüren,
Treppenhausanstriche und die Verbesserung des Wohnumfeldes in den Quartieren. Die
Aufwendungen für Instandhaltung und Modernisierung beliefen sich auf 24,82 Euro je
Quadratmeter Wohn -/Nutzfläche (ins gesamt 11,5 Mio. Euro inkl. der Verwaltungs - und
Personalkosten).
10 Lagebericht 2022
Immobilienservice fremder Bestand
Neben Miet - und Gewerbeeinheiten verwaltet die Wohn + Stadtbau GmbH
53 Eigentümergemeinschaften nach WEG. Am 31.12. 2022 befanden sich 954 Wohnungen und
396 Stellplätze in der Verwaltung.
Finanzielle Leistungsindikatoren
Die für die Gesellschaft bedeutsamen finanziellen Leistungsindikatoren stellen sich im Vergleich
zum Vorjahr wie folgt dar:
2021 2022
Eigenkapitalquote 26,2 % 23,2%
Sollmieten 35.420 T€ 37.064 T€
Ø Sollmiete je m² Wohnfläche 6,17 € 6,33 €
Instandhaltung und Modernisierung 8.884 T€ 11.473 T€
je m² Wohn-/Nutzfläche 19,81 € 24,82 €
Die Werte dieser wesentlichen Steuerungsinstrumente entsprechen den Planungsansätzen. In den
kommenden Jahren werden sich die Instandhaltungs- und Modernisierungsinvestitionen aufgrund
der Anforderungen zur Erreichung der Klimaneutralität des Bestandes erhöhen. Der
Investitionsbetrag für Instandhaltung und Modernisierung in 202 2 ergab sich insbesondere aus
einer umfassenden Modernisierung und energetischen Sanierung von drei Objekten mit 64
Wohneinheiten und 5.225 m² Wohnfläche. Das Volumen dieser Maßnahme n betrug insgesamt
3,3 Mio. Euro. Zudem wurde umfangreich in die Sanierung von Fenstern im Wohnungsbestand und
in die Anpassung der Müllstandorte im Rahmen der Neueinführung der Wertstofftonne investiert.
Ebenfalls wurden einige Heizungsanlagen auf Fernwär me umgestellt und regenerative
Heizungsanlagen installiert (Wärmepumpen).
11 Lagebericht 2022
Ertragslage
Die Ertragslage der Gesellschaft ist weiterhin gut , wenngleich sich der Jahresüberschuss im
Vergleich zum Vorjahr um 3,9 Mio. Euro auf 4,7 Mio. Euro verringert hat.
2021 2022 Veränderung
T€ % T€ % T€
Umsatzerlöse aus Hausbewirtschaftung
einschließlich Bestandsveränderungen 50.159 82,2 51.434 86,1 1.275
Umsatzerlöse aus Verkauf von
Grundstücken einschließlich
Bestandsveränderungen 8.597 14,1 5.906 9,9 -2.691
Umsatzerlöse aus Betreuungstätigkeit
einschließlich Bestandsveränderungen 898 1,5 1.048 1,8 150
Umsatzerlöse aus anderen Lieferungen
Leistungen einschließlich
Bestandsveränderungen 21 0,0 21 0,0 0
Andere aktivierte Eigenleistungen 1.128 1,8 912 1,5 -216
Gesamtleistung 60.803 99,6 59.321 99,3 -1.482
Andere betriebliche Erträge 252 0,4 436 0,7 184
Betriebsleistung 61.055 100,0 59.757 100,0 -1.298
Aufwendungen für Hausbewirtschaftung 21.674 35,5 23.956 40,1 2.282
Aufwendungen für Verkaufsgrundstücke 5.315 8,7 5.720 9,6 405
Aufwendungen für andere Lieferungen
und Leistungen 96 0,2 7 0,0 -89
Personalaufwand 6.605 10,8 6.629 11,1 24
Abschreibungen 9.770 16,0 10.283 17,2 513
Sonstige betriebliche Aufwendungen 2.490 4,1 3.225 5,4 735
Zinsen und ähnliche Aufwendungen
3.457 5,7 3.470 5,8 13
Aufwendungen für die Betriebsleistung 49.407 81,0 53.290 89,2 3.883
Betriebsergebnis 11.648 19,0 6.467 10,8 -5.181
Beteiligungs- und Finanzergebnis 170 74 -96
Neutrales Ergebnis 485 266 -219
Ergebnis vor Ertragsteuern 12.303 6.807 -5.496
Ertragsteuern -3.614 -2.048 1.566
Jahresüberschuss 8.689 4.759 -3.930
12 Lagebericht 2022
Spartenergebnisse 2021
T€
2022
T€
Veränderung
T€
Hausbewirtschaftung 10.183 8.613 -1.570
Mietwohnungsbau und Modernisierung -1.089 -2.011 -922
Bau- und Verkaufstätigkeit 2.565 -247 -2.812
Betreuungstätigkeit 27 65 38
Sonstige ordentliche Geschäftsvorfälle -38 47 85
Betriebsergebnis 11.648 6.467 -5.181
Vemögensaufbau
31.12.2021
31.12.2022
Veränderung
T€ % T€ % T€
Anlagevermögen
lang- und mittelfristig
Immaterielle Vermögensgegenstände 134 0,0 49 0,0 -85
Sachanlagen 390.821 91,2 480.223 91,2 89.402
Finanzanlagen 3.653 0,9 3.626 0,7 -27
394.608 92,1 483.898 92,9 89.290
Umlaufvermögen einschließlich
Rechnungsabgrenzungsposten
lang- und mittelfristig
Vorratsvermögen 6.481 1,5 8.371 1,6 1.890
übrige Aktiva 704 0,2 662 0,2 -42
7.185 1,7 9.033 1,8 1.848
kurzfristig
Unfertige Leistungen und andere
Vorräte
13.714 3,2 13.417 2,5 -297
Flüssige Mittel 9.050 2,1 17.103 3,2 8.053
übrige Aktiva 3.956 0,9 2.884 0,6 -1.072
26.720 6,2 33.404 6,3 6.683
Gesamtvermögen/Bilanzsumme 428.513 100,0 526.335 100,0 97.822
Die Sachanlagenintensität hat sich um 0,1 Prozent-Punkte auf 91,3 Prozent erhöht.
Beim Finanzanlagevermögen handelt es sich um Anteile an verbundenen Unternehmen (T€ 3.600)
und um sonstige Ausleihungen (T€ 26).
Der Anteil der kurzfristigen Aktiva am Gesamtvermögen beträgt 6,3 % (Vorjahr: 6,2 %); die
Erhöhung um T€ 6.683 ist im Wesentlichen bedingt durch die Zunahme der flüssigen Mittel
(T€ 8.053). Forderungen gegen Gesellschafter sind am Stichtag mit T€ 457 zu verzeichnen, davon
betreffen T€ 403 das Geldverrechnungskonto.
13 Lagebericht 2022
Die Bilanzsumme hat sich im Jahre 2022 um T€ 97.821 auf aktuell T€ 526.334 erhöht. Insbesondere
die Neubautätigkeit führte zu einer Steigerung des Sachanlagevermögens.
Kapitalstruktur
31.12.2021 31.12.2022 Veränderung
T€ % T€ % T€
Eigenkapital
Gezeichnetes Kapital 7.000 1,6 7.000 1,3 0
Kapitalrücklage 17.032 4,0 21.997 4,2 4.965
Gewinnrücklagen 79.718 18,6 88.318 16,8 8.600
Jahresüberschuss/Gewinnvortrag 8.694 2,0 4.853 0,9 -3.841
112.444 26,2 122.168 23,2 9.724
Fremdkapital einschließlich
Rechnungsabgrenzungsposten
lang- und mittelfristig
Rückstellungen 1.180 0,3 1.173 0,2 -7
Darlehensverbindlichkeiten 274.882 64,1 348.586 66,3 73.704
Erhaltene Anzahlungen und andere
Verbindlichkeiten
3.213 0,8 0 0,0 -3.213
Rechnungsabgrenzungsposten 11.083 2,6 12.303 2,3 1.220
290.358 67,8 362.062 68,8 71.704
kurzfristig
Rückstellungen 3.922 0,9 3.483 0,7 -439
Erhaltene Anzahlungen 12.976 3,0 14.372 2,7 1.396
übrige Verbindlichkeiten und
Rechnungsabgrenzungsposten 8.813 2,1 24.250 4,6 15.437
25.711 6,0 42.103 8,0 16.392
Gesamtkapital/Bilanzsumme 428.513 100,0 526.335 100,0 97.822
14 Lagebericht 2022
Finanzlage
Die finanzielle Entwicklung stellt sich anhand der Kapitalflussrechnung wie
folgt dar:
Kapitalflussrechnung
2021
2022
T€ T€
Jahresüberschuss 8.689 4.759
Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 9.770 10.283
Zu-/Abnahme langfristiger Rückstellungen 28 -7
Tilgungsnachlässe (Auflösung RAP) -482 -596
Abschreibungen auf Geldbeschaffungskosten 23 27
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen (+) / Erträge (-) 0 73
= Cashflow 18.028 14.539
Gewinn (-) aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens -222 -13
Ab-/Zunahme von Grundstücken des Umlaufvermögens 1.321 -1.887
Zu-/Abnahme sonstiger Aktiva -1.319 1.398
Zu-/Abnahme von erhaltenen Anzahlungen auf Verkaufsmaßnahmen 126 -3.213
Zunahme sonstiger Passiva 2.899 16.050
= Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 20.833 26.873
Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Anlagevermögens 260 13
Auszahlungen für Investitionen in das Anlagevermögen -43.122 -95.341
Veränderung sonstige Finanzanlagen 26 27
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -42.836 -95.301
Einzahlungen aus der Valutierung von Darlehen 23.024 84.371
Planmäßige Tilgungen -7.984 -8.325
= Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 15.040 76.046
= Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelbestandes -6.963 7.619
+ Finanzmittelbestand am 1.1. 11.944 4.981
= Finanzmittelbestand am 31.12. 4.981 12.600
15 Lagebericht 2022
Chancen- und Risikobericht
Risikomanagement und Compliance
Die Wohn + Stadtbau GmbH führt ein aktives Risikomanagement . Die Risikoberichterstattung
umfasst strategische und gesetzliche Risiken als auch unternehmenskonkrete Markt-, Objekt- und
Finanzrisiken. Das monatliche Reporting stellt eine Vielzahl an steuerungsrelevanten Kennzahlen
und Informationen zur Verfügung. Pote nzielle Risiken werden durch Frühwarnindikatoren
rechtzeitig erkannt und über Gegensteuerungsmaßnahmen bearbeitet. Neben den operati ven
werden auch die strategischen Risiken laufend überwacht.
Zum Zeitpunkt der Berichterstellung liegen keine bestandsgefährdenden Risiken vor. Die Risiken
aus dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine mit der daraus resultierenden größten
Wirtschaftskrise seit der Wiedervereinigung sind schwer zu kalkulieren . Durch die gestiegenen
Energie-, Rohstoff- und Verbraucherpreise wurde die Inflation deutlich angefacht und lag zeitweise
bei über 10 Prozent (11.2022).
Die belastende Entwicklung der Bau- und Material kosten, der Zinsen und der Energie preise
machen ein engmaschiges Monitoring unabdingbar.
Die Compliance-Richtlinien der Wohn + Stadtbau GmbH sind seit dem 21.09.2011 durch den Public
Governance Kodex der Stadt Münster geregelt und zeigen die Beteiligungsgrundsätze und die
Rahmenrichtlinien auf, an denen sich das Unternehmen orientiert.
Innerhalb der Gesellschaft wurden diese Regeln präzisiert. Regeln und Grundsätze für ein rechtlich
korrektes und verantwortungsbewusstes Handeln für Organe, Geschäftsführung und Mitarbeiter
sind im Compliance -Handbuch der Wohn + Stadtbau GmbH festgehalten. D ie Vorgaben sind
Bestandteil des Intranets und gelten seit Februar 2019.
Zur Sicherstellung der Gesetzeseinhaltung und unternehmensinternen Richtlinien, wurde eine
Compliance-Beauftragte ernannt. J ährlich und im Bedarfsfall tritt ein Compliance -Gremium
zusammen, um den Jahresbericht der Compliance -Beauftragten entgegenzunehmen und um
eventuelle Einzelfälle zu entscheiden. Die Compliance-Regeln sind über eine Betriebsvereinbarung
für die Mitarbeiterschaft und Organe bindend. Der Aufsichtsrat wird in einem Compliance-Bericht
über alle Compliance-Fälle informiert. Eine interne Revision wurde in 2022 durchgeführt.
16 Lagebericht 2022
Strategische und gesetzliche Risiken
Die s trategische Ausrichtung de s Unternehmens wird durch die Stadt Münster als
Alleingesellschafterin wesentlich geprägt. Das Hauptziel der Gesellschaft ist weiterhin, auf
wirtschaftlich nachhaltige Weise bezahlbaren Wohnraum für breite Schichten der Bevölkerung zur
Verfügung zu stellen. Die wohnungspolitischen und fiskalischen Ziele der Gesellschafterin werden
durch die Gese llschaft operationalisiert. Dazu sind Aufsichtsräte, Gesellschaftervertreter und
Geschäftsführung regelmäßig in Klausurtagungen im Austausch. Jeweils für einen
Mittelfristzeitraum von fünf Jahren schließen Gesellschaft und Gesellschafterin einen Management
Kontrakt ab, der neben den operationalisierten quantitativen Zielen auch qualitative Ziele enthält.
Der Management Kontrakt fixiert die Unternehmensstrategie mittelfristig . Der in 2021
geschlossene Managementkontrakt (MMK) für den Zeitraum 2021 bis 2025 sieht vor, in dessen 5-
jähriger Laufzeit insgesamt in Höhe von 50 Mio. Euro das Eigenkapital durch Grundstückseinlagen
zu stärken. Die Grundstückseinlagen der Gesel lschafterin betrugen im Berichtsjahr 5 Mio. Euro
sowie 3,86 Mio. Euro im Vorjahr.
Grundsätzliche strategische Risiken stehen oft mit der demographischen Entwicklung in
Verbindung. Das Wohnungsportfolio ist am Standort Münster konzentriert. Die
Bevölkerungsvorausberechnungen sagen weiteres Einwohner -Wachstum für Münster voraus.
Somit lie gt derzeit kein Risiko in der quantitativen Nachfrageentwicklung. Bei der qualitativen
Nachfrageentwicklung ist einerseits ein Trend zu kleineren, barrierefreien Wohnungen zu
beobachten, andererseits werden verstärkt Möglichkeiten zum Wohnen in Gemeinschaf t
nachgefragt. Beiden Entwicklungen trägt die Wohn + Stadtbau GmbH mit ihrem differenzierten
Bauprogramm Rechnung.
Risiken bestehen in einer weiteren Ausweitung der regulatorischen Anforderungen an die
Baustandards. Diese führen unmitt elbar zu steigenden Baukosten im ohnehin schon
angespannten Markt für Bauleistungen und Baumaterial. Die Wirtschaftlichkeit der
Neubaumaßnahmen wird deshalb über eine Wirtschaftlichkeitsberechnung nach der Methode des
vollständigen Finanzplans überprüft.
17 Lagebericht 2022
Markt- und Objektrisiken
Das wirtschaftliche Umfeld hat sich im Laufe von 2022 , insbesondere im zweiten Halbjahr, im
Vergleich zu den Vorjahren deutlich eingetrübt. Der Wohnungsmarkt wurde im Zuge des
russischen Angriffskrieges auf die Ukraine mit negativen Einflüssen in nicht erwarteter
Geschwindigkeit konfrontiert. Entweder führten gestiegene Energiepreise zu zusät zlichen
Belastungen für die Mieter schaft oder energetische Modernisierungen zur Eindämmung der
Energiepreise zu einer erhöhten Kaltmiete.
Eine deutliche Konsequenz der veränderten Weltwirtschaftslage wurde im Bausektor sichtbar.
Sowohl die Rohstoffe als auch der Fahrkräftemangel führten zu Verzögerungen und erhöhten
Preisen im Bauprozess. Nach Mitteilung des ifo-Institut vom 11.10.2022 resultierten hieraus immer
mehr Stornierungen im Wohnungsbau. Bezogen auf die Geschäftspartner begegnet die Wohn +
Stadtbau GmbH Ausfallrisiken durch intensi ves Monitoring der Bonität mittels eines
entsprechenden Dienstleisters.
Die allgemeine Kaufkraft hat zusätzlich aufgrund der hohen Inflation nachgelassen. Das Angebot
an kostengünstigem Wohnraum verknappt sich durch di e gestiegenen Preise für Bauleistungen
und Finanzmittel. Ebenfalls kann derzeit nicht abschließend eingeschätzt werden, in welchem
Maße es durch den aufgrund der Inflation resultierenden Kaufkraftverlust zu Miet - und
Betriebskostenausfällen in 2023 kommen wird.
18 Lagebericht 2022
Regulatorische Risiken
Ständig wechselnde und anspruchsvollere Förderbedingungen erschweren und verlangsamen den
Projektablauf bei Neubau - und Modernisierungsvorhaben . Die ambitionierten politischen
Vorgaben für die Erreichung der Klimaschutzziele spiegeln sich in den Förderbedingungen wieder.
Das führt dazu, dass der Anspruch an den Neubau und die Modernisierung steigt und damit
verbunden die generell gestiegenen Baukosten weiter in die Höhe getrieben werden.
Als Konsequenz der Klimaneutralität si nd stark steigende Investitionskosten für neue
Wärmequellen anzuführen. Außerdem führen die Vorgaben für den Ausweis der CO2-
Kostenaufteilung und die Entlastung der Bürgerinnen und Bürger durch die November - und
Dezemberhilfe zu einem erheblichen Mehraufwand für die Abrechnung der Betriebskosten.
Im Bereich de s geförderten Wohnungsbaus hat sich die Lage durch eine reduzierte Anzahl an
Fertigstellungen weiter verschärft. Den veröffentlichten Zahlen vom 10.02.2023 de s NRW-
Bauministeriums zufolge war 2022 zwar ein deutlicher Anstieg der geförderten
Modernisierungsmaßnahmen zu verzeichnen – der Neubau von mietpreisgebundenem
Wohnraum ist jedoch um 24 Prozent zurückgegangen. Nach Bekanntgabe der
Wohnraumförderbestimmungen 2023 rechnet der Verband der Wohnungs - und
Immobilienwirtschaft Rheinland Westfalen (VdW) damit, dass der Neubau mietpreisgebundener
Wohnungen weiter zurückgehen und der Fokus auf der Bestandsmodernisierung liegen wird. 8
Finanzrisiken
Ein weiterer Treiber für die steigenden Baukosten sind die gestiegenen Bauzinsen. Auslöser der
Zinswende ist die stark zunehmende Inflationsrate, diese lag im Jahresdurchschnitt 2022 in
Deutschland bei 7,9 Prozent und so deutlich über dem Zielwert der EZB von 2 Prozent. Während
die Kreditzinsen für den frei finanzierten Wohnungsbau im Vorjahr noch bei unter 2 Prozent für 20
Jahre lagen, wurde bei Finanzierungsanfragen Ende 2022 mit 4 Prozent für 10 Jahre kalkuliert.
Aufgrund der Zinswende sind anstehende Anschlussfinanz ierungen zu deutlich schlechteren
Konditionen, insbesondere bei auslaufenden Förderdarlehen, einzukalkulieren.
8 VdW Rheinland Westfalen (2023)
19 Lagebericht 2022
Quelle: Online-Anwendung der Interhyp AG
Liquiditätsrisiko
Sowohl die gestiegenen Baupreise sowie Zinserhöhungen, das Risiko der Miet - und
Betriebskostenausfälle aufgrund multipler Preiserhöhungen, die Verzögerungen im Bauablauf und
in der Vermarktung könnten zu einem Liquiditätsrisiko führen. Diesem Risiko steuert die Wohn +
Stadtbau GmbH, wie bisher, mit einem m onatlichen Monitoring, einem internen Mahn - und
Klagewesen und der sorgfältigen Auswahl und Prüfung von Kaufinteressenten entschieden
entgegen. Außerdem wurde im Baubereich ein Konzept zur Reduzierung der Herstellkosten
entwickelt.
Markt- und Objektchancen
Durch weiter zurückhaltende Neubautätigkeit und dem avisierten Mangel an Wohnraum von
700.000 Wohnungen bis 2025 9 sowie durch die rückgängige Nachfrage nach Wohnungseigentum
bleibt bzw. steigt die Nachfrage nach Mietwohnungen. Die Gesellschaf t wird hierdurch ihre
Ertragsziele insbesondere bei Bestandsbauten nachhaltig realisieren können. Die sukzessiv
ausgeführten nachhaltigen Modernisierungsmaßnahmen in Verbindung mit dem „Klimafahrplan“
9 Quelle: ZIA, Zentrale Immobilien-Ausschuss
20 Lagebericht 2022
könnte das Image der Wohn + Stadtbau GmbH sowohl bei Kunden als auch bei potenziellen neuen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern steigern.
Finanzchancen
Durch die konservative Finanzpolitik der letzten Jahre blickt die Wohn + Stadtbau GmbH mit einer
stabilen Eigenkapital-Grundlage in die Zukunft. Der Rat der Stadt Münster hat außerdem in 2021
beschlossen, die Wohn + Stadtbau GmbH bis 2026 mit 50 Mio. Euro zusätzlichem Eigenkapital
auszustatten. Dazu werden Grundstücke in die Kapitalrücklage übe rtragen. Die zukünftige
Kreditvergabe wird unter anderem davon abhängen, ob Finanzierungskunden ausreichend
Schritte auf dem Pfad zur Klimaneutralität getätigt haben. Durch Umsetzung de s beschlossenen
„Klimafahrplans“ kann davon ausgegangen werden , dass zukünftige Finanzierungsanfragen auch
vor dem Hintergrund der Taxonomie -Verordnung mit guten Konditionen abgeschlossen werden
können.
Prognosebericht
Die Ertragslage im Kerngeschäft der Wohnungsbewirtschaftung ist nach wie vor stabil.
Seit dem 24. Februar 2022 führt Russland Krieg gegen die Ukraine. Auch in Deutschland wird dies aller
Voraussicht nach, zunehmend zu Folgen und deutlichen Einschnitten im Wirtschaftsleben und in der
Gesellschaft führen. Von einer Verschlechterung der gesamtwirtschaftlichen La ge ist daher
auszugehen. Wir erwarten keine konkreten Auswirkungen auf das Vermietungsgeschäft. Die bereits
im Vorjahr beobachteten Lieferengpässe und Preiserhöhungen, insbesondere bei Energieträger n,
werden jedoch unsere Mieterschaft zusätzlich belasten. Die Gesetzgebung hat im Laufe von 2022
diverse Entlastungspakete beschlossen um die Belastung bei den Endverbrauchern zu mildern. Da
die Abrechnung mit den Energielieferanten jedoch zeitverzögert vorgenommen wird, wird erst im
späteren Verlauf des Jahres 2 023 ersichtlich sein, ob die gestiegenen Energiekosten zu Ausfällen
bei der Miete oder den Betriebskosten, insbesondere Heizkosten, führen.
Der weiterhin starke Nachfrageüberhang nach bezahlbarem Wohnraum in Münster führt
erwartungsgemäß auch im kommenden Jahr dazu, dass keine nennenswerten Leerstände zu
erwarten sind. Die Möglichkeiten zur Anpassung von Nettokaltmieten sind im Segment des
geförderten Wohnungsbestandes überschaubar. Im frei finanzierten Bereich zeigt der Mietspiegel
2023 nicht unerhebliches Erhöhungspotenzial. Auf der Kostenseite geht die Gesellschaft von einer
weiter anhaltenden Inflation und hohen Tarifabschlüssen aus.
21 Lagebericht 2022
Im Neubau erwartet die Wohn + Stadtbau GmbH weiter steigende Preise, sowohl für Bauleistungen
als auch für Baumaterial. Deshalb bleibt das Management der Baukosten der wesentliche
Erfolgsfaktor im kommenden Jahr. Bereits heute gibt es bei einzelnen Gewerken deutlic he
Nachtragsforderungen, die im Einzelfall auf Berechtigung und Höhe zu prüfen sind.
Die Bemühungen, die Klimaneutralität des Wohnungsportfolios bis 2045 zu erreichen, wird auch
in den folgenden Jahren fort gesetzt. Allerdings wird die Klimaeffizienz zunehmend auch finanziell
bedeutsam. Zum einen orientiert sich die Aufteilung der CO 2-Abgabe zwischen Mieter und
Vermieter ab dem 01.01.2023 nach Gebäude -Effizienzkriterien. Je besser die energetischen Werte
eines Wohngebäudes sind, desto niedriger die CO2-Abgabe und somit die Bewirtschaftungskosten
für den Vermieter. Zum anderen wird die Ende Dezember 2022 auf EU -Ebene beschlossene
Integration von nicht finanziellen Leistung sindikatoren in die finanzielle Be richterstattung
voraussichtlich ab 2025 auch für die Wohn + Stadtbau GmbH verpflichtend. Die zusätzliche
Berichtspflicht zielt auf die systematische Abfrage von Nachhaltigkeitsaspekten sowie deren
Entwicklung im Zeitablauf und könnte perspektivisch auch bei der Bemessung von Kreditzinsen
eine Rolle spielen. Die in 2022 durch den Aufsichtsrat beschlossenen Neubaumaßnahmen werden
im höchst möglichen energetischen Standard der KfW geplant und sollen durch die Deutsche
Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB e. V.) zertifiziert werden.
Im Geschäftsfeld Wohneig entum erwartet die Gesellschaft eine erschwerte Vermarktbarkeit.
Aufgrund der allgemein hohen Inflation und der stark gestiegenen Zinsen lässt sich bereits am
Ende des Berichtsjahres eine gewisse Kaufzurückhaltung beobachten.
Mitarbeiterschaft
Laut der Bundesagentur für Arbeit besteht ein Fachkräftemangel in dem Berufsbild der Architekten
und Architektinnen und in den öffentlichen Verwaltungen. Dieser Engpass macht sich auch bei der
Wohn + Stadtbau GmbH bemerkbar. Im Berichtsjahr wurden einige Austritte i n der
Mitarbeiterschaft mit technischem Hintergrund verzeichnet. Die Stellennachbesetzungen
gestalteten sich schwierig und war en mit erheblichem zeitlichen und monetären Aufwand
verbunden. Zum Teil konnten die Positionen nicht unmittelbar nachbesetzt werden. Im Recruiting-
Verfahren stellte sich heraus, dass unter anderem die Gehaltsleistung nach dem TVöD im Vergleich
zum freien Markt als zu gering bewertet wurde. Um eine größere Reichweite im
Stellenausschreibungsprozess zu erzielen wurden neue Kanäle (unter anderem ein Bewerberquiz)
implementiert.
22 Lagebericht 2022
Zur Mitarbeiterbindung wird in 2023 die Betriebsvereinbarung zur Arbeitszeit überarbeitet, um der
Mitarbeiterschaft zeitlich flexiblere Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie
anbieten zu können. Im Einklang mit der zeitlichen Flexibilisierung werden die Arbeitsplätze auch
im kommenden Jahr sukzessiv mit mobilen Endgeräten ausgestattet. Zudem findet der Paragraph
18a TVöD (alternatives Entgeltanreiz -System) ab 2023 bei der Auszahlung des Leistung sentgelts
Verwendung. Vorgesehen ist eine detailliertere Leistungsbeurteilung und die Möglichkeit, ein Teil
der Leistungsprämie lohnsteuerneutral in Form von Gutscheinen auszahlen zu lassen. Weiterhin
stärken vielfältige Fort - und Weiterbildungsangebote so wie Teambuilding -Maßnahmen das
Zugehörigkeitsgefühl der Mitarbeiterschaft zum Unternehmen.
Eine zentrale Bedeutung stellt die Ausbildung der Nachwuchskräfte im Unternehmen dar. Die
Anzahl der Ausbildungsplätze wird ab 2023 entsprechen d auf drei Ausbildungsplätze als
Immobilienkauffrau / Immobilienkaufmann ausgedehnt.
Ein weiterhin wichtiges Ziel der Wohn + Stadtbau GmbH, als kommunales Wohnungsunternehmen,
bleibt die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum in Münster . In den kommenden Jahren werden
die Aufgaben von vielen ökologischen und ökono mischen Anforderungen für einen nachhaltigen
und zertifizierten Wohnungsneubau flankiert. Es zeichnet sich ab, dass die hohen Zinsen für
Kapitalmarktdarlehen bei weiterhin hohen Baupreisen und einer reduzierten För derung für
effiziente Gebäude (BEG) durch die KfW zu einer reduzierten Neubautätigkeit auch bei der Wohn
+ Stadtbau GmbH führen werden.
Dabei wird die Gesellschaft nach wie vor im Gespräch mit den Auftragnehmern bleiben, um auch
unter den allgemein schwierigeren Bedingungen mit verbindlichen Absprachen und pragmatische
Lösungen das Fundament für eine weitere erfolgreiche Zusammenarbeit zu stärken.
Münster, den 31.03.2023
Stefan Wismann
Anlage 2
4804 Zeichen
Bericht des Aufsichtsrates Der Aufsichtsrat Der Aufsichtsrat der Wohn + Stadtbau GmbH besteht aus 12 von der Gesellschafterin (Rat der Stadt Münster) entsandten stimmberechtigten Mitgliedern, einem Vertreter der Stadt Münster aus dem Amt für Finanzen und Beteiligungen sowie einem beratenden Mitglied, das von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Wohn + Stadtbau GmbH als Arbeitnehmervertreter benannt wurde. Aus dem Kreis des Aufsichtsrates wird der Vorsitz gewählt. Die Mitglieder des Aufsichtsrates waren bis Mai 2022 ehrenamtlich tätig. Mit Beschluss der Gesellschafterin erhalten die Mitglieder des Aufsichtsrates seit Juni 2022 folgende Vergütung: - Vorsitzende/r pauschal 520,00 € pro Monat - Mitglied pauschal 260,00 € pro Sitzung Mitarbeitende der Stadtverwaltung und die Arbeitnehmervertretung der Wohn + Stadtbau GmbH erhalten keine Vergütung. Vorsitzende des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2022 war Sylvia Rietenberg. Das Geschäftsjahr 2022 Der Aufsichtsrat arbeitete im Geschäftsjahr 2022 kooperativ und partnerschaftlich mit der Geschäftsführung zusammen. Das Gremium hat die ihm obliegenden Aufgaben nach dem Gesellschaftervertrag und der Geschäftsordnung ordnungsgemäß wahrgenommen. Der Geschäftsführer (01.01. bis 31.03.2022 - Dr. Christian Jaeger | seit April 2022 – Stefan Wismann) wurde bei der Leitung des Unternehmens fortlaufend kontrolliert und beratend begleitet. In allen Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für die Wohn + Stadtbau GmbH war der Aufsichtsrat vollumfänglich informiert und unmittelbar eingebunden. Die Geschäftsführung hat den Aufsichtsrat regelmäßig schriftlich als auch mündlich, zeitnah und umfassend über die Unternehmensplanung, die aktuelle Projekt-, Geschäfts- und Unternehmensentwicklung mit allen strategischen und notwendigen Weiterentwicklungen des Unternehmens unterrichtet. Auch außerhalb der turnusmäßig stattfindenden Aufsichtsratssitzungen wurde die Aufsichtsratsvorsitzende über aktuelle Entwicklungen der Geschäftslage und wesentliche Geschäftsvorfälle detailliert informiert und involviert. Die vereinbarten Ziele wurden vom Unternehmen erreicht. Anlage 2 zu V/0388/2023 Insgesamt fanden im Berichtszeitraum eine Sondersitzung zur Bestellung des neuen Geschäftsführers, eine Onlinesitzung, vier ordentliche Präsenzsitzungen und eine ganztägige Klausurtagung statt. Genehmigungen von Beschlussvorlagen des Unternehmens erfolgten nach eingehender Prüfung der vorgelegten Unterlagen sowie entsprechenden Erläuterungen durch die Geschäftsführung. Corporate Governance Der Aufsichtsrat beschäftigte sich im Berichtsjahr 2022 mit der Weiterentwicklung der Standards guter und verantwortungsvoller Unternehmensführung (Corporate Governance). Dabei wurde der Corporate Governance Kodex der Stadt Münster vom 21.09.2011 berücksichtigt. Die zielgerichtete Zusammenarbeit mit der Unternehmensleitung wird stetig überprüft und sofern notwendig Maßnahmen zur Verbesserung eingeführt. Die Interne Revision im Geschäftsjahr 2022 beschäftigte sich mit den Themen: 1. Entsprechen die Instrumente zur Steuerung der Gesellschaft den Vorgaben des Deutschen Städtetages zur Steuerung kommunaler Wohnungsunternehmen und den Vorgaben der Stadt Münster zum Beteiligungsmanagement? 2. Enthält der Vermietungsprozess angemessene Kontrollen gegen Compliance- Verstöße? Die Prüfung ergab keine substanziellen Veränderungsvorschläge. Prüfung des Jahresabschlusses Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022 wurde durch den Verband der Wohnungswirtschaft Rheinland Westfalen (Goltsteinstraße 29, Düsseldorf) geprüft und ist mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden. Aus dem Prüfungsbericht ergeben sich keine Beanstandungen. Das Prüfungsergebnis wurde in einer Abschlussbesprechung detailliert mit den Prüfern erörtert. Nach Beratung mit der Geschäftsführung stimmte der Aufsichtsrat dem Jahres- abschluss 2022 in seiner Sitzung vom 22. Juni 2023 zu. Mit 381 neuen Wohneinheiten, davon 329 öffentlich geförderten Wohnungen, konnte im Jahr 2022 so viel dringend benötigter Wohnraum wie in keinem anderen Geschäftsjahr zur Verfügung gestellt werden. Auch weitere Infrastrukturbauten wurden unter sozialen Gesichtspunkten errichtet – darunter eine 4-Gruppen-Kita sowie das Mehrgenerationenhaus und Mütterzentrum (MuM) im Stadtteil Gievenbeck. Die hohe Servicequalität war maßgeblich dafür verantwortlich, dass sich die Mieterinnen und Mieter nach wie vor in den Wohnungen der Wohn + Stadtbau GmbH wohlfühlen. Der Aufsichtsrat dankt der Geschäftsführung sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für den engagierten Einsatz und ihrer erfolgreichen Arbeit im Geschäftsjahr 2022. Münster im Juni 2023 Sylvia Rietenberg Aufsichtsratsvorsitzende
Anlage 3
19828 Zeichen
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RW-93557-0201-2022
Wohn + Stadtbau Wohnungsunternehmen der Stadt Münster GmbH
Anlage 1
Seite 1
Anlage 3 zu V/0388/2023
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Wohn + Stadtbau Wohnungsunternehmen der Stadt Münster GmbH
Anlage 1
Seite 2
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Wohn + Stadtbau Wohnungsunternehmen der Stadt Münster GmbH
Anlage 2
Wohn + Stadtbau
Wohnungsunternehmen der Stadt Münster GmbH
Münster
Anhang zum Jahresabschluss zum 31.12.2022
A. Allgemeine Angaben
Das Unternehmen führt die Firma „Wohn + Stadtbau Wohnungsunternehmen der Stadt
Münster GmbH“ und wird im Handelsregister B des Amtsgerichtes Münster unter der Num-
mer HRB 53 geführt.
Geschäftsansässig ist das Unternehmen in der Steinfurter Straße 60 in 48149 Münster.
Die Kapitalgesellschaft weist zum Abschlussstichtag die Größenmerkmale einer großen Ge-
sellschaft gemäß § 267 Abs. 3 HGB auf.
Der Jahresabschluss wurde nach den aktuellen Rechnungslegungsvorschriften des Han-
delsgesetzbuches (HGB) und des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter
Haftung (GmbHG) aufgestellt. Die Gliederung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrech-
nung erfolgt nach dem Gesamtkostenverfahren und entspricht der Verordnung über Form-
blätter für die Gliederung des Jahresabschlusses von Wohnungsunternehmen (F ormblatt
VO).
B. Erläuterungen zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Die Bewertungsmethoden der Vorjahre wurden beibehalten. Die immateriellen Vermö-
gensgegenstände sind zu Anschaffungskosten bilanziert. Die lineare Abschrei bung erfolgt
über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren.
Das Sachanlagevermögen wird grundsätzlich zu Anschaffungskosten bzw. Herstel lungs-
kosten angesetzt, vermindert um planmäßige Abschreibungen entsprechend den steuerli-
chen Regelsätzen. Fremdkapitalzinsen sind in den Herstellungskosten ni cht enthalten. Er-
haltene Zuschüsse sind von den Anschaffungs- und Herstellungskosten abgesetzt worden.
Die Herstellungskosten beinhalten neben den Fremdkosten eigene Architektenleistu ngen.
Diese umfassen gemäß § 255 (2) HGB neben den Fertigungseinzelkosten (Personalkosten)
auch angemessene Teile der allgemeinen Verwaltungskosten.
Die Abschreibungen werden bei Wohngebäuden seit Eintritt in die Steuerpflicht grundsätz-
lich mit 2,0 % bzw. 2,5 % der historischen Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten zuzüglich
Nachaktivierungen bemessen, soweit nicht von der Möglichkeit der erhöhten und der de-
gressiven Abschreibung nach den Vorschriften des EStG Gebrauch gemacht wird.
Grundstücke mit Geschäfts- und anderen Bauten werden mit den steuerlich zulässigen Sät-
zen über 20 bis 50 Jahre abgeschrieben.
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Die Betriebs- und Geschäftsausstattung wird über eine Nutzungsdauer von drei bis fünf-
zehn Jahren linear abgeschrieben. Die im Jahr 2022 angeschafften gering wertigen Wirt-
schaftsgüter werden bis zu einem Betrag von netto € 800,00 voll abgeschrieben.
Niedrigere Wertansätze aufgrund von in Vorjahren nach § 254 HGB in der bis zum 28. Mai
2009 geltenden Fassung vorgenommenen steuerrechtlich begründeten Abschreibungen
werden unter Anwendung der für sie geltenden Vorschriften fortgeführt.
Der Ansatz der Finanzanlagen erfolgte zu Anschaffungskosten abzüglich Wertberichtigun-
gen.
Die zum Verkauf bestimmten Grundstücke und andere Vorräte sind grund sätzlich zu An-
schaffungs- oder Herstellungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.
Die Herstellungskosten beinhalten neben den Fremdkosten eigene Architektenleistu ngen.
Diese umfassen gemäß § 255 (2) HGB neben den Fertigungseinzelkosten (Personalkosten)
auch angemessene Teile der allgemeinen Verwaltungskosten.
Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind grundsätzlich zum Nennwert
bewertet. Bei den Mietforderungen wurde erkennbaren Risiken durch Bi ldung von Wert-
berichtigungen Rechnung getragen.
Die flüssigen Mittel sind grundsätzlich zum Nennwert bewertet.
Die Posten des Eigenkapitals sind zum Nennwert bewertet.
Sämtliche Rückstellungen wurden gemäß § 253 Abs. 1 Satz 2 HGB in Höhe des nach ver-
nünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt.
Die Pensionsrückstellung wurde nach dem Teilwertverfahren unter Berücksichtigu ng von
zukünftigen Entgelt- und Rentenanpassungen ermittelt. Dabei wurden di e Richttafeln
2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck, ein Abzinsungssatz von 1,79 % (31 . Dezember 2021:
1,86 %) bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren, sowie ein Ren tentrend von
2,0 % zugrunde gelegt.
Die langfristigen sonstigen Rückstellungen wurden mit den durchschnittli chen Marktzins-
sätzen der letzten sieben Jahre abgezinst. Die Zinssätze lagen zwischen 0,43 % und 0,75 %.
Der Unterschiedsbetrag aus dem Ansatz der Pensionsrückstellungen nach Maß gabe des
entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz aus den vergangenen zehn Jahren u nd
dem Ansatz nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus
den vergangenen sieben Jahren (1,45 %; Vorjahr 1,35 %) beträgt € 42.327 . Der Betrag ist
ausschüttungsgesperrt.
Passive latente Steuern aus der in der Steuerbilanz gebildeten § 6b EStG-Rücklage wurden
mit aktiven latenten Steuern aus dem Posten „Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte mit
Wohnbauten“ verrechnet. Über den Saldierungsbereich hinausgehende aktive Steuerlaten-
zen werden in Ausübung des Wahlrechts des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB nicht angesetzt.
Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag passiviert.
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C. Erläuterungen zur Bilanz und zur Gewinn- und Verlustrechnung
I. Bilanz
1. Die Gesellschaft hat von der Möglichkeit der Inanspruchnahme der degressiven
Abschreibung nach § 7 Abs. 5 und § 7 i EStG Gebrauch gemacht. Die M inderab-
schreibungen gegenüber den linearen Abschreibungen betrugen im Geschäftsjahr
T€ 94. Die Entwicklung des Anlagevermögens ist im nachfolgenden Anl agengitter
dargestellt:
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2. Die unfertigen Leistungen enthalten noch nicht abgerechnete Betriebs-, Heiz- und
Warmwasserkosten in Höhe von T€ 13.410 (T€ 13.710). Die Erschließungskosten in
Höhe von T€ 531 aus dem Vorjahr wurden durch Umbuchungen in Höhe von
T€ 458 gemindert und in Höhe von T€ 73 wertberichtigt. Den Betriebskosten stehen
erhaltene Anzahlungen von T€ 14.372 (T€ 12.976) gegenüber.
3. Die Posten Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben wie im Vor-
jahr keine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Die Forderungen gegen Gesell-
schafter setzt sich aus der Forderung aus dem Cash-Pooling der Stadt Münster
(T€ 403; Vorjahr T€ 499) und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (T€ 54;
Vorjahr T€ 1) zusammen.
4. In dem Posten „sonstige Vermögensgegenstände“ sind keine Beträge größeren
Umfangs enthalten, die erst nach dem Abschlussstichtag rechtlich entstehen.
5. Die Kapitalrücklage erhöhte sich aufgrund einer Grundstückseinlage der Ge sell-
schafterin um T€ 5.000 und verminderte sich aufgrund einer Wertkorrektur des
Einlagewertes eines Grundstücks, das im Vorjahr eingelegt wurde, nach Rückbau-
kosten um T€ 34.
6. Aus dem Bilanzgewinn des Vorjahres wurden T€ 8.600 in die and ere Gewinnrück-
lagen eingestellt.
7. Die sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Aufwendung en für
unterlassene Instandhaltung (T€ 856), für noch anfallende Baukosten für
übertragene Verkaufsobjekte (T€ 507), für Personalverpflichtungen (T€ 28 5), für
Heiz- und Betriebskosten (T€ 172) und für Gewährleistungen (T€ 71).
8. Unter den passiven Rechnungsabgrenzungsposten werden vorausempfangene
Erschließungskostenbeiträge für vergebene Erbbaurechte (T€ 424) und erh altene
Tilgungsnachlässe (T€ 11.871) ausgewiesen.
Die Fristigkeiten, die zur Sicherheit gewährten Pfandrechte sowie die Entwick lung
der Verbindlichkeiten ist im nachfolgenden Verbindlichkeitenspiegel dargestellt:
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II. Gewinn- und Verlustrechnung
1. Die Umsatzerlöse sind ausschließlich im Inland erzielt worden.
2. In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge aus der A uf-
lösung von Rückstellungen von T€ 285, Erträge aus der Ausbuchung von Verbind-
lichkeiten nach einem mit Vergleich beigelegtem Rechtsstreit in Höhe von T€ 80
und Erträge aus abgeschriebenen Forderungen von T€ 8 enthalten.
3. In dem Posten Aufwendungen für Hausbewirtschaftung sind die Grundsteuern auf
den Wohnungsbestand mit T€ 1.297 (T€ 1.218) enthalten.
4. Unter Aufwendungen für Verkaufsgrundstücke werden periodenfremde Aufw en-
dungen in Höhe von T€ 52 für in der Vergangenheit übertragene Grundstücke und
Eigentumswohnungen ausgewiesen, für die in den Vorjahren keine Rückstellungen
gebildet wurden. Die ausgewiesenen Abschreibungen von T€ 82 resulti eren aus
der Zuordnung von periodenfremden Erschließungskosten an bereits verkau ften
Eigentumswohnungen.
5. In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind periodenfremde
Abschreibungen auf Forderungen von T€ 160 und Einstellungen in die
Pauschalwertberichtigungen zu Forderungen von T€ 62 enthalten.
6. In den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind periodenfremde
Aufwendungen von T€ 243 enthalten.
D. Sonstige Angaben
1. Zum Bilanzstichtag bestehen Haftungsverhältnisse aus der Bestellung von Sicherheiten
für fremde Verbindlichkeiten in Höhe von T€ 6.895. Es handelt sich um Grundschulden
von Erwerbern für die Eigentumsmaßnahme „An der Hiltruper Baumschule“ bei denen
die Eigentumsumschreibung auf die Erwerber noch nicht stattgefunden hat ( T€ 825)
sowie Grundschulden für die Absicherung von Darlehen an die Wohnungseigentümer-
gemeinschaft „Middelkamp/Bonnenkamp“ (T€ 6.070), an der das Tochterunternehmen
WGL mit 68,75 % beteiligt ist. Risiken einer Inanspruchnahme sind nicht erkennbar.
2. Das Honorar des Jahresabschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2022 beträgt netto
T€ 44 für die Jahresabschlussprüfungsleistungen, netto T€ 3 für die Prüf ung nach
MaBV, netto T€ 3 für die Prüfung NKF-Gesamtabschluss sowie netto T€ 4 fü r die Tren-
nungsrechnung.
3. Es bestehen Verpflichtungen aus Leasingverträgen über Pkw, Fahrräder, Büromaschi-
nen und EDV. Hieraus entstehen ab 2023 Aufwendungen in Höhe von T€ 282 p.a.
4. Für begonnene Neubau- und Modernisierungsmaßnahmen besteht ein Bestellob ligo
(vergebene, aber noch nicht oder nur teilweise abgerechnete Aufträge) i n Höhe von
T€ 60.761. Diesem stehen zu erwartende Valutierungen von Darlehen in Höhe von
T€ 63.473 gegenüber.
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5. Folgende Bilanzposten enthalten nicht gesondert in der Bilanz ausgewiese ne
Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber der Gesellschafterin:
Verbindlichkeiten gegenüber anderen Kreditgebern € 27.295.837,04
(€ 28.123.907,79)
Die Zinsaufwendungen enthalten € 481.344,17 (€ 495.437,38), die an die
Gesellschafterin bezahlt wurden.
6. Die Wohn + Stadtbau ist 100%ige Gesellschafterin der Wohnungsgesellsch aft Große
Lodden mbH. Die Gesellschaft schloss das Geschäftsjahr 2022 mit einem Eig enkapital
am 31. Dezember 2022 von T€ 3.495 und einem Ergebnis vor Gewinna bführung von
T€ 142 ab.
7. Im Berichtsjahr fand ein Geschäftsführerwechsel statt. Der bis zum 31 .03.2022 amtie-
rende Geschäftsführer bezog ein Geschäftsführergehalt von T€ 63. Die Gesamtbezüge
des ab dem 01.04.2022 amtierenden Geschäftsführers beliefen sich auf T€ 123. Die
private Nutzung des Dienstwagens stellt darüber hinaus einen geldwerten Vorteil in
Höhe von T€ 5,4 dar. Die Gesamtbezüge früherer Geschäftsführer bzw. deren Hi nter-
bliebenen betrugen T€ 66. Für die Pensionsverpflichtungen gegenüber d iesen Perso-
nen besteht eine Pensionsrückstellung in Höhe von T€ 1.173.
!
8. Im Geschäftsjahr 2022 sind durchschnittlich 90 Arbeitnehmer beschäftigt worden (Vor-
jahr: 89), davon
Kaufmännische Mitarbeiter 1: 62
Technische Mitarbeiter: 23
Gewerbliche Mitarbeiter: 14
Weiterhin befanden sich 2022 durchschnittlich 7
Auszubildende in einem Beschäfti-
gungsverhältnis.
E. Nachtragsbericht
Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetre-
ten sind, lagen nicht vor.
F. Gewinnverwendungsvorschlag
Die Geschäftsführung schlägt vor, den Jahresüberschuss in Höhe von € 4 .758.542,80 und
den Gewinnvortrag in Höhe von € 95.344,65 in die anderen Gewinnrücklagen einzustel-
len.
1 Hinweis: Aus Gründen der Lesbarkeit wird in dem Anhang darauf verzichtet, geschlechtsspezifische Formulierungen zu
verwenden. Soweit personenbezogene Bezeichnungen nur in männlicher Form angeführt sind, sollen diese geschlechts-
unabhängig verstanden werden.
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Beschlussvorlage
3805 Zeichen
V/0388/2023 V/0388/2023 Öffentliche Beschlussvorlage Betrifft Jahresabschluss 2022 der Wohn + Stadtbau GmbH (W+S) Beratungsfolge 07.11.2023 Ausschuss für Wohnen, Liegenschaften, Finanzen und Wirtschaft Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: Die Vertretung der Stadt Münster in der Gesellschafterversammlung der W+S wird ermächtigt, die folgenden Beschlüsse zu fassen: 1. Der Lagebericht des Geschäftsführers (Anlage 1) und der Bericht des Aufsichtsrates (Anla- ge 2) werden zur Kenntnis genommen. 2. Es wird zur Kenntnis genommen, dass dem Jahresabschluss der W+S für das Geschäftsjahr 2022 durch den beauftragten Abschlussprüfer ein uneingeschränkter Bestätigungsvermerk erteilt wurde. 3. Die Stadt Münster als Alleingesellschafterin trifft folgende Entscheidungen: a) Der Jahresabschluss der W+S für das Geschäftsjahr 2022 (Anlage 3) wird festge- stellt. Der Jahresüberschuss in Höhe von 4.758.542,80 € und der Gewinnvortrag in Höhe von 95.344,65 € werden in die anderen Gewinnrücklagen eingestellt. b) Dem Aufsichtsrat und der Geschäftsführung werden für das Geschäftsjahr 2022 Ent- lastung erteilt. c) Gemäß § 268 Abs. 1 HGB wurde die Bilanz unter Berücksichtigung einer vollständi- gen Ergebnisverwendung aufgestellt, so dass der Ausweis eines Bilanzgewinnes ent- fällt. II. Finanzielle Auswirkungen: Keine. Amt für Finanzen und Beteiligungen 27.10.2023 Ihr/e Ansprechpartner/in: Herr Dr. Köhrmann Telefon: 492-2007 Koehrmann@stadt- muenster.de - 2 - V/0388/2023 Begründung: Die Stadt Münster ist Alleingesellschafterin der W+S. Gemäß § 14 Abs. 2 Buchstaben a, b, und e des Gesellschaftsvertrages beschließt die Gesellschafterversammlung über die Feststellung des Jahres- abschlusses, die Verwendung des Bilanzgewinns sowie über die Entlastung des Aufsichtsrates und der Geschäftsführung. Der Gesamtumsatz der W+S sank im Geschäftsjahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr um 2.912 T€ auf 56.915 T€. Höhere Erlöse aus der Hausbewirtschaftung konnten dabei einen Rückgang der Erlöse aus Grundstücksverkäufen nicht vollständig kompensieren. Mit einem Jahresüberschuss von 4.759 T€ erzielte die W+S ein im Vorjahresvergleich um 3.930 T€ verschlechtertes Ergebnis. Ent- sprechend des Managementkontraktes ist keine Ausschüttung vorgesehen. Die Bilanzsumme steigt insbesondere aufgrund der Neubautätigkeit der W+S um 97,8 Mio. € auf 526,3 Mio. €. Ausführliche Informationen zum Geschäftsjahr 2022 sind der Bilanz, der Gewinn- und Verlustrech- nung, dem Anhang sowie dem Lagebericht der W+S zu entnehmen. Der Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Rheinland Westfalen e. V. hat den Jahresabschluss geprüft und einen un- eingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Der Aufsichtsrat der W+S hat in seiner Sitzung am 22. Juni 2023 den Jahresabschluss 2022 beraten und der Gesellschafterversammlung die Beschluss- fassung empfohlen. Einschätzung des Beteiligungsmanagements zum Jahresabschluss Nach Prüfung des Jahresabschlusses durch den Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Rheinland Westfalen e. V. haben sich aus Sicht des Beteiligungsmanagements keine Einwendungen gegen diesen oder zusätzliche Hinweise zu diesem ergeben. Unter Berücksichtigung des vorgelegten und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehenen Jahresabschlussberichtes er- scheint der Jahresabschluss plausibel und vermittelt ein hinreichend nachvollziehbares Bild der Ver- mögens-, Finanz- und Ertragslage der W+S zum Bilanzstichtag. In Vertretung Gez. Christine Zeller Stadtkämmerin Anlagen: Anlage A Anlage 1 Lagebericht des Geschäftsführers Anlage 2 Bericht des Aufsichtsrates Anlage 3 Jahresabschluss der W+S: Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und Anhang
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (15)
- Hermannstraße 58
- Finkenstraße 78
- Gumprichstraße 11
- Steinfurter Straße 60
- Sussexweg 1
- Kentweg 2
- Surreyweg 1
- Gescherweg 87
- Luise-Rappoport-Weg 2
- Norfolkweg 9
- Wiltshireweg 5
- Middelkamp
- An der Hiltruper Baumschule 26
- Am Dornbusch
- Bonnenkamp
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- V/0388/2023
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 20.10.2023
- Erstellt
- 21.06.2023 11:29