Mandari Insight

AN/0845/2023

Antrag zur Schwerpunktsetzung der Arbeit im Integrationsrat in der 2. Hälfte der aktuellen Wahlperiode

Antrag nach § 3 der GeschO des Rates 09.05.2023

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Anlage - Gedankenpapier zur weiteren Schwerpunktsetzung des IR

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Tayfun Keltek - Antrag zur Schwerpunktsetzung IR

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Anlage - Gedankenpapier zur weiteren Schwerpunktsetzung des IR

6904 Zeichen

1 
 
Gedankenpapier zur weiteren Schwerpunktsetzung der Arbeit im IR  
 
Im Folgenden werden drei unterschiedliche Bereiche der Migrationsarbeit definiert: 
1. Bereich:  
Anerkennung und 
Nutzung der Res-
sourcen und Po-
tentiale von Men-
schen mit interna-
tionaler Familien-
geschichte und 
Überwindung der 
defizitorientierten 
Perspektive auf 
Migration 
… zur weiteren gemeinsa-
men Gestaltung der Zuwan-
derungsstadt Köln.  
Ziel ist, dass Menschen mit 
internationaler Familienge-
schichte mit ihrem Wissen, 
ihren Potentialen und Res-
sourcen als gleichwertiger 
Teil der Gesellschaft gese-
hen und gehört werden. Sie 
müssen mit ihrer Herkunftsi-
dentität grundsätzliche aner-
kannt und ihre Potentiale als 
gesellschaftlichen Mehrge-
winn in einer global vernetz-
ten Welt und durch Zuwan-
derung geprägten Stadt 
wertgeschätzt werden.  
Durch die Identifizierung, 
Sichtbarmachung, Stärkung 
ihrer Potentiale kann ein 
Dies kann z.B. erreicht werden durch  
1. die Identifizierung individueller Ressourcen und Stärkung persönlicher Po-
tentiale von Menschen mit internationaler Geschichte.  
Kinder und junge Menschen mit internationaler Familiengeschichte sind be-
reits in Kita und Schule in unterschiedlicher Intensität aufgrund ihrer Her-
kunft, Hautfarbe, Religion etc. oftmals von Ausgrenzung und Rassismus 
betroffen. Diese Negativerlebnisse und der gesellschaftlich defizitäre Blick 
auf sie, kann ihre Entwicklung zu einer gesunden und vollständigen Per-
sönlichkeit behindern und die Entfaltung ihrer individuellen Potentiale mas-
siv beeinträchtigen.  
Erforderlich sind hier z.B. Maßnahmen einer wertschätzenden Ermittlung 
der persönlichen Ressourcen und Potentiale, das Angebot von Seminaren 
zur Stärkung von Empowerment 1 und Awareness 2, Veranstaltungen für 
Eltern zur Bewusstmachung der Ressourcen und vorhandenen Potentiale 
ihrer Kinder in einer aktuell primär monokulturell ausgerichteten Gesell-
schaft etc. 
2. die Nutzung der vorhandenen migrationsgesellschaftlichen Kompetenz auf-
grund des Aufwachsens in zwei oder mehreren Kulturen für die Gestaltung 
und Weiterentwicklung der Einwanderungsstadt Köln.  
Kölner*innen mit internationaler Familiengeschichte wissen besser was neu 
zugewanderte Menschen mit internationaler Familiengeschichte brauchen, 
was sie blockiert, was ihnen nützt etc.: „Vielfältige Menschen ermuntern zu 
                                                 
1 Empowerment zielt darauf ab, dass Menschen die Fähigkeit entwickeln und verbessern, ihre soziale Lebenswelt und ihr Leben selbst zu gesta lten und sich 
nicht von außen gestalten zu lassen.   
2 Awareness bezeichnet das Bewusstsein und die Aufmerksamkeit für Situationen und Strukturen, in denen Grenzen anderer wie z.B. durch Diskriminierung und 
Ausgrenzung überschritten werden und wie man sich im Voraus für solche Situationen sensibilisieren kann.

2 
 
wichtiger Beitrag zur Über-
windung diskriminierenden 
und rassistischen Denkens 
geleistet werden.  
Vielfalt“.  
Durch die gezielte Einstellung von Menschen mit internationaler Familien-
geschichte bei der öffentlichen Verwaltung, Beratungsträgern, Polizei etc. 
und damit Nutzung ihrer Expertise kann diese Kompetenz zum Wohle der 
Stadt bzw. zu ihrer migrationsgesellschaftlichen Öffnung genutzt werden. 
3. die Nutzung der mitgebrachten und der zugelernten Sprachkompetenzen 
(siehe Ratsbeschluss ‚Identität stärken - natürliche Mehrsprachigkeit för-
dern!‘) vom 20.6.22) für die Einwanderungsstadt Köln z.B. durch gezielte 
Einstellung von Menschen mit mehrsprachigen Kompetenzen bei der öf-
fentlichen Verwaltung, Beratungsträgern, Polizei etc. und Aufforderung das 
mitgebrachte Sprachpotential einzusetzen etc. Hierdurch können z.B. Ver-
fahren bei der Stadtverwaltung für neu zugewanderte Menschen wertschät-
zender und auch effektiver gestaltet werden. Die deutsche Sprache ist 
selbstverständlich die Verkehrs- und Amtssprache. 
4. die Sichtbarmachung der Potentiale (und verlassen der Defizitperspektive) 
von Menschen mit internationaler Geschichte in Kindergärten, Schulen, 
Verwaltungen und auf dem Arbeitsmarkt, z.B. durch  
- Werbung zur Ausweitung von bilingualen Angeboten in Kitas und Schu-
len, 
- Infoveranstaltungen für nichtmigrantisch geprägte Organisationen. Denk-
bar sind z. B. in inhaltlicher Anlehnung an Integrationskurse für Migrant*in-
nen entsprechende Kampagnen oder Infoveranstaltungen mit dem Thema: 
„Wie funktioniert eine Migrationsgesellschaft?“ etc., 
- Kampagnen zum Erkennen und Nutzen der Potentiale von Migration,  
- Beratung von Verwaltungen und Firmen zur Nutzung dieser Potentiale  
- Sichtbarmachung der bereits vorhandenen Potentiale in den Strukturen 
der Stadtteile, z.B. durch Hinweis auf das bürgerschaftliche Engagement in 
den Interkulturellen Zentren, bürgerschaftliches Engagement im Stadtteil 
und in Vereinen etc. 
- wissenschaftlich fundierte Ausarbeitung von gesellschaftlichen und wirt-
schaftlichen Potentialen der Migration etc.

3 
 
2. Bereich:  
Schaffung von 
Chancengerechtig-
keit und gleichbe-
rechtigter Teilhabe 
für alle Menschen 
mit internationaler 
Familiengeschichte  
… durch Vermittlung und Si-
cherstellung eines gleichbe-
rechtigten und diskriminie-
rungsfreien Zugangs zu al-
len Bereichen des Regel-
systems der Stadt und sei-
ner gesellschaftlichen Ange-
bote. 
durch 
 Abbau von diskriminierenden Zugangsbarrieren, 
 Sicherstellung, dass alle städtischen Angebote auch für Menschen mit in-
ternationaler Geschichte zur Verfügung stehen und bei persönlichem Be-
darf und Interesse von diesen auch genutzt werden können, 
 Sensibilisierung der Gesellschaft und ihrer Institutionen für ausgrenzendes, 
diskriminierendes und rassistisches Verhalten und evtl. bestehender Zu-
gangsbarrieren für Menschen mit internationaler Geschichte, 
 Förderung von Antirassismusprojekten und Beratungsstellen bei Diskrimi-
nierung und Rassismus 
Hierbei spielen u.a. die Interkulturellen Zentren eine wichtige Rolle und sollten 
künftig Aufgaben wie das Angebot von Seniorenberatungen, Seniorenzentren, 
der Kinder- und Jugendarbeit, der Offenen Ganztagsschule etc. übernehmen.  
Dieser Themenbereich w ird bearbeitet, es bestehen verschiedene Forderun-
gen (z.B. im Senior*innenbereich, Gesundheitsbereich etc. pp) 
 
3. Bereich:  
Integration 
von neu zugew an-
derten Menschen 
mit internationaler 
Familiengeschichte  
… zur gesellschaftlichen 
und kulturellen Orientierung 
sowie der sprachlichen Qua-
lifikation durch Maßnahmen. 
wie z.B.: 
 Angebot von Sprachkursen 
 Angebot von Integrationskursen  
 Beratungsangebote für Geflüchtete 
 Hilfen bei der Wohnungssuche (z.B. Auszugsmanagement), Hilfen bei Kita-
suche, Hilfen bei der Vermittlung in Schulen etc. 
 Hilfen bei der Antragstellung bei Behörden etc. pp.  
 Übersetzungshilfen 
Dieser Themenbereich w ird von Trägern, Interkulturellen Zentren, Beratungs-
stellen etc. abgedeckt.

Tayfun Keltek - Antrag zur Schwerpunktsetzung IR

2982 Zeichen

Tayfun Keltek          08.05.2023 
 
 
 
An den  
Vorsitzenden des Integrationsrates 
 
 
An die  
Geschäftsstelle des Integrationsrates 
Herrn Andreas Vetter 
 
Antrag gem. § 4 der Geschäftsordnung des Integrationsrates 
 
 
Gremium Datum der Sitzung 
Integrationsrat 23.05.2023 
 
Antrag zur Schwerpunktsetzung der Arbeit im Integrationsrat in der 2. Hälfte der aktu-
ellen Wahlperiode 
Die Mitglieder des Integrationsrates trafen sich am 15.4.23 zu einer Klausurtagung.  
Ein Schwerpunktthema der Klausurtagung war ein Austausch über die Ausrichtung der künf-
tigen Arbeit im Integrationsrat in der 2. Hälfte der aktuellen Wahlperiode.  
Das in der Anlage beigefügte Papier ist das Ergebnis der Diskussion der Teilnehmenden: 
Tayfun Keltek, Malik Karaman, Christophe Twagiramungu Mugabowindekwe, Gönül Topuz, 
Turan Özkücük, Vivian Berhane, Anna Maria Klimaszewska-Golan, Ali Esen, Fardad Hoo-
ghoughi, Luziano Gonzalez Tejon, Claudia Brock-Storms, Martin Erkelenz, Dr. John Akude. 
Der Integrationsrat wird gebeten folgenden Beschluss zu fassen: 
Beschluss: 
Der Integrationsrat  
1. nimmt das in der Anlage beigefügte Gedankenpapier zur weiteren Schwerpunktsetzung 
der Arbeit des Integrationsrates mit seiner Differenzierung der Themenbereiche 
a) Anerkennung und Nutzung der Ressourcen und Potentiale von Menschen mit interna-
tionaler Familiengeschichte und Überwindung der defizitorientierten Perspektive auf 
Migration 
b) Schaffung von Chancengerechtigkeit und gleichberechtigter Teilhabe für alle Men-
schen mit internationaler Familiengeschichte 
c) Integration von neu zugewanderten Menschen mit internationaler Familiengeschichte 
zur Kenntnis und verabschiedet es als Positionspapier ‚Schwerpunktsetzung der Arbeit 
des Integrationsrates / 2. Hälfte der Wahlperiode 2020-2025‘, 
2. wird künftig den Bereich ‚Anerkennung und Nutzung von Potentialen‘ in besonderer 
Weise mit politischen Initiativen und den Bereich ‚Schaffung von Chancengerechtigkeit‘ 
weiterhin eng über die Facharbeitskreise begleiten; 
beim Bereich ‚Integration‘ wird davon ausgegangen, dass dieser seitens der Verwaltung 
und Trägern mit entsprechenden Maßnahmen ausreichend begleitet wird, 
3. bittet die Fachverwaltung ‚Amt für Integration und Vielfalt‘ künftig den Bereich ‚Anerken-
nung und Nutzung der Ressourcen und Potentiale‘ in besonderer Weise zu beachten und 
entsprechende Initiativen und Maßnahmen zu unterstützen, sowie die Umsetzung in den

Bereichen ‚Schaffung von Chancengerechtigkeit‘ und ‚Integration‘ weiter in allen Berei-
chen der Stadtverwaltung zu begleiten und zu unterstützen, 
4. bittet diesen Beschluss des Integrationsrates den Ausschüssen Allgemeine Verwaltung 
und Rechtsfragen, Ausschuss für Kunst und Kultur, Ausschuss Schule und Weiterbil-
dung, Ausschuss Soziales und Senioren, Gesundheitsausschuss sowie dem Jugendhil-
feausschuss als Mitteilung zur Kenntnis zu geben. 
Anlage: ‚Gedankenpapier zur weiteren Schwerpunktsetzung der Arbeit im IR‘ 
 
Tayfun Keltek

Beratungsverlauf (1)

15.08.2023 Integrationsrat
TOP 6.1 Antrag / Anfrage Entscheidung

Beschluss: endgültig zurückgezogen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
AN/0845/2023
Typ
Antrag nach § 3 der GeschO des Rates
Datum
09.05.2023
Erstellt
09.05.2023 14:58