1812/2017
Beantwortung einer mdl. Anfrage zur Vergabe der Mittel für Antirassismus-Training im Jahr 2017 (1142/2017)
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Beantwortung einer mündl. Anfrage Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle V/5001/1 Vorlagen-Nummer 21.06.2017 1812/2017 Beantwortung einer mündlichen Anfrage aus einer früheren Sitzung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Soziales und Senioren 22.06.2017 Beantwortung einer mdl. Anfrage zur Vergabe der Mittel für Antirassismus-Training im Jahr 2017 (1142/2017) In der Sitzung des Ausschusses Soziales und Senioren am 27.04.2017, zu TOP 4.5, Vergabe der Mittel für Antirassismus-Training im Jahr 2017 (1142/2017), merkt SE Frau Lerchner an, in der Begründung stehe, dass die Förderung mit der Auflage erfolge, einen kurzen Erfahrungsbericht zu erstellen. Sie bittet, diesen auch dem Ausschuss zur Verfügung stellen. Stellungnahme der Verwaltung: Jeder Träger eines aus den Mitteln für Antirassismus-Training bezuschussten Projekts wird mit dem Bewilligungsbescheid aufgefordert, einen kurzen Erfahrungsbericht nach Projektende, spätestens zum 31.03. des Folgejahres der Verwaltung vorzulegen. Daher liegen die Berichte über die in 2017 geförderte und derzeit laufende oder erst vor kurzem durchgeführte Projekte noch nicht vor. Die Auswertung der Berichte über die im Jahr 2016 durchgeführten Projekte lässt sich wie folgt zu- sammenfassen: 2.000 € an Öffentlichkeit gegen Gewalt e.V. für die Durchführung einer Veranstaltung zur Präsentation und Prämierung von Beiträgen zum Wettbewerb an Kölner Schulen „Dissen - mit mir nicht - Kreativ gegen Rassismus und Diskriminierung“ Unter dem Motto „mischt euch ein und zeigt Flagge gegen Diskriminierung und Rassismus an eu- rer Schule oder Jugendeinrichtung und gewinnt dabei tolle Preise“ stand der diesjährige Wettbe- werb. Jugendliche aus Kölner weiterführenden Schulen und Jugendeinrichtungen reichten ihre Beiträge wie selbst getextete Songs, ein Fotoprojekt, selbst geschriebene und gespielte Filmsze- nen und Fotostories auf großen Plakaten, die selbst erlebte Diskriminierungssituationen darstell- ten sowie Werbespots gegen Diskriminierung ein. Eine Jury bestehend aus pädagogischen Kräf- ten, Vertretung von Politik und Kultur und zivilgesellschaftlichen Akteuren wählte aus der Vielzahl der Einsendungen die Sieger und Siegerinnen sowie weitere prämierte Projekte aus. Diese wurden in der Abschlussveranstaltung des Wettbewerbs am 31.05.2016 in der Gesamt- schule Rodenkirchen einem großen jugendlichen Publikum in einem kulturell umrahmten Pro- gramm vorgestellt. Die Vielfalt der Beiträge, die Kreativität der Teilnehmenden in der Auseinan- dersetzung mit den Themen Rassismus und Diskriminierung und die vom Wettbewerb ausgehen- de Anregung zu weiteren Aktivitäten in Köln wurden u.a. vom Rodenkirchens Bezirksbürgermeis- ter gewürdigt. Auch in 2016 zeichnete sich das Projekt durch das starke Engagement der zum Teil neu gewon- nenen Kooperationspartner/-innen und Sponsor/-innen für die Ziele des bereits mehrmals durch- geführten Wettbewerbs aus. 2 5.000 € an NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln für Maßnahmen zur Entwicklung von zwei Workshop-Angeboten für Kölner Schüler/-innen zu Themenkomplex „Rassismus und Diskriminierung“ sowie „Rassistische Hetze gegen Geflüchtete“ Im Zeitraum September-Dezember 2016 wurden im Rahmen des Projektes gemeinsam mit Tea- mern und Teamerinnen Workshop-Angebote für Schülerinnen und Schüler entwickelt. In zwei Ta- gesveranstaltungen wurden die Teamenden inhaltlich weiterqualifiziert, die für die Bildungsarbeit mit jungen Menschen angemessenen Methoden diskutiert und für die Durchführung von Work- shops an Kölner Schulen überprüft. Die Inhalte für die Workshops wurden in einem längeren Pro- zess entwickelt und schriftlich fixiert, zudem wurden die entsprechenden Materialen erstellt. Ent- standen sind zwei standardisierte Workshops zum Thema Rechtsextremismus und Rassismus, die (kostenfrei) an Schulen in Köln als Ergänzung zum Unterricht, Begleitung von weiteren Aktivi- täten begleiten oder Teil eines Projekttages bzw. einer Projektwoche durchgeführt werden kön- nen. Im Workshop II sollte das Thema „Rassistische Hetze gegen Geflüchtete“ bearbeitet werden. Im Laufe des Projekts stellte sich jedoch heraus, dass dieses Thema als zu eng gefasst gesehen wurde. Daher wurde ein Workshop mit dem Schwerpunkt Rechtsextremismus entwickelt, in dem sich die Teilnehmenden ein Verständnis über die ideologischen Bestandteile extrem rechter Welt- bilder erarbeiten und sich mit den Auswirkungen auf die Gesellschaft auseinander setzen. Entsprechende Werbemittel zur Bekanntmachung der Veranstaltungsangebote wurden erstellt. Die Workshop-Angebote werden auch nach Projektabschluss an allen Kölner Schulen beworben und durchgeführt. Sie sind als ein langfristiges Angebot zu verstehen und wurden fest in das Pro- gramm der ibs installiert. 1.400 € an Öffentlichkeit gegen Gewalt e.V. für die Durchführung eines zweitägigen Work- shops unter dem Titel „Afrodeutsche und andere Schwarze Kinder in Deutschland stark machen“ 13 Mütter und zwei Väter mit unterschiedlichen Diskriminierungserfahrungen nahmen am kosten- los angebotenen Workshop unter o.g. Titel am 25.und 26.11.2016 teil. Die Nachfrage von Seite der Zielgruppe war allerdings wesentlich größer. In einem geschützten Raum nahmen die weißen und schwarzen Eltern die Gelegenheit wahr, ei- gene Erfahrungen zu reflektieren und mitzuteilen. Im gemeinsamen Austausch erhielten die Teil- nehmenden Anregungen, wie sie sich mit der eigenen Position in der Gesellschaft auseinander- setzen können, um dadurch für sich eine Stärkung zu erhalten und gleichzeitig den Diskurs auf Augenhöhe mit anderen zu führen. Unter anderem wurden auch Handlungsoptionen erarbeitet, welche die eigenen Kinder in ihrer Position als schwarze Kinder in einer Gesellschaft aufzuwachsen, die weiß normativ geprägt ist, zu stärken und selbstbewusst für ihre Rechte einzustehen. Diese Empowerment-Wirkung, die Befähigung der Teilnehmenden zur Übernahme einer Multipli- kator/-in-Funktion und Vernetzung der Teilnehmenden wurden sowohl von der Zielgruppe als auch vom Projektträger durchaus positiv bewertet. 1.600 € an Körbe für Köln e.V. für die Durchführung/Nachhaltigkeitssicherung von Antiras- sismus-Trainings für junge Menschen mit und ohne Zuwanderungsgeschichte sowie für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, die Antirassismusarbeit in der sportbezogenen Ju- gendsozialarbeit aktiv unterstützen und an Antirassismus-Trainings in 2015 bereits teilge- nommen haben Die Trainings wurden als Ganztagstrainings mit vor- und nachbereitenden Terminen durchgeführt am 14. und 15.11.2016 und waren eingebettet in Aktionen der Woche des Respekts vom Land NRW. Mit dem städtischen Zuschuss wurden Trainings für zwei Schulklassen und deren Multipli- kator/innen an der Johann Bendel Realschule durchgeführt. Da der von Schulen gemeldete Be- darf aber höher war, führte der Träger noch einen weiteren, aus Eigenmitteln finanzierten Trai- ningstag an der Johann Bendel Realschule und einen reinen Mädchenkurs mit Höheren Handels- schüler/-innen und deren Multiplikator/innen am Berufskolleg Deutzer Freiheit ehrenamtlich durch. Die Maßnahmen waren vernetzt mit anderen Aktivitäten gegen Rassismus, die im Rahmen der Woche des Respekts an weiteren Kölner Schulen durchgeführt wurden. 3 In Reflexionsgesprächen mit den Multiplikatorinnen und Multiplikatoren über die Trainingstage hinaus stellte sich heraus, dass Denken, Handeln und Einstellungsmuster hinsichtlich Antirassis- musarbeit, Deeskalationsarbeit und Arbeit zur Demokratieförderung durch die Antirassismus- Trainings positiv beeinflusst werden konnten und die dadurch erworbene Kompetenz auf andere Lebenskontexte und Zielgruppen übertragen werden kann. Basierend auf dem Erfolg der Trai- ningsmaßnahmen plant der Träger mit einem Teil der Zielgruppe einen Antirassismus-Aktionstag für November des laufenden Jahres. Gez. Dr. Rau
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 1812/2017
- Typ
- Beantwortung e. mündl. Anfrage (Auss.)
- Datum
- 21.06.2017
- Erstellt
- 03.08.2017 00:27