1535/2023
Projekt Streuobstwiesen
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Mitteilung Ausschuss
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Dezernat, Dienststelle VIII/67/671/1 Vorlagen-Nummer 15.05.2023 1535/2023 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Klima, Umwelt und Grün 25.05.2023 Bezirksvertretung 5 (Nippes) 01.06.2023 Bezirksvertretung 2 (Rodenkirchen) 05.06.2023 Bezirksvertretung 3 (Lindenthal) 05.06.2023 Bezirksvertretung 6 (Chorweiler) 06.06.2023 Bezirksvertretung 4 (Ehrenfeld) 12.06.2023 Bezirksvertretung 7 (Porz) 13.06.2023 Bezirksvertretung 9 (Mülheim) 14.08.2023 Bezirksvertretung 8 (Kalk) 24.08.2023 Projekt Streuobstwiesen Jahresbericht 2022 - Obstwiesen Monitoring Streuobstwiesen Köln / Jahresbericht 2022 Die NABU-Naturschutzstation hat mit dem Amt für Landschaftspflege und Grünflächen eine Vereinbarung über die Förderung der Baum- und Biotoppflege für 30 städtische Streuobstbe- stände abgeschlossen. Handlungsfelder und Aufgaben im Rahmen des Betreuungsvertrages sind: Berichtswesen, Monitoring, Planung Begehungen & Baumkartierungen Floristische Erfassungen Konzeptuelle Arbeit Berichte und Nachweise Pflege der Streuobstbestände Obstbaumpflege und –neupflanzung Hecken- und Zaunpflege Wiesenentwicklung 2 Betreuung, Öffentlichkeitsarbeit, Werbung Umweltbildungsmaßnahmen Werbung, Presse, Beschilderung Kommunikation (Stadt, Pächter, dritte Akteure) Der anliegende Bericht fasst die im Förderzeitraum 2021/22 durch die Station erbrachten Leis- tungen zusammen. Anlage: Jahresbericht_Obstwiesen_2022.pdf Gez. Wolfgramm
Anlage 1_Förderung Obstwiesen_2022_Textlicher Teil 2023-04
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1 19/04/2023 NABU-Naturschutzstation Leverkusen-Köln Volker Unterladstetter Sönke Geske Förderung Streuobstwiesen Stadt Köln Förderzeitraum 11/2021 – 12/2022 Textlicher Teil 2 Zusammenfassung Die NABU-Naturschutzstation (fortan „Station“) hat mit dem Amt für Landschaftspflege und Grünflächen (fortan „Grünflächenamt“) 2019 eine Vereinbarung über die Förderung der Baum- und Biotoppflege auf 28 Kölner Streuobstwiesen abgeschlossen. Diese Vereinbarung wurde 2020 noch einmal erweitert und umfasst zum Zeitpunkt der Berichtserstellung 30 städtische Streuobstbestände. Dieser Bericht fasst die im Förderzeitraum 2021/22 durch die Station erbrachten Leistungen zusammen und ist als Erläuterung des tabellarischen Maßnahmenplans gedacht. Der Förderzeitraum umfasst alle Leistungen, die vom 16.11.2021 bis zum 31.12.2022 erbracht worden sind. Anders als in den Vorjahren endet der Verwendungsnachweis mit dem Stichtag 31.12.2022 und deckt damit mehr als ein komplettes Jahr ab. Wie in den Vorjahren gilt auch hier nach wie vor der Hinweis, dass der Bericht sowohl Teile der Wintersaison 2021/22 als auch den Beginn des Winters 2022/23 abdeckt. Daher ist in den Bereichen Winterschnitt und Jungbaumpflanzung zu berücksichtigen, dass zum Stichtag erst ein Teil der für die Wintersaison 2022/23 geplanten Arbeiten umgesetzt worden ist. Erläuterung der Förderkategorien Die Verwendungsnachweis der durch die Station erbrachten Leistungen erfolgt auf dem tabellarischen Maßnahmenplan nach insgesamt 12 aus der Fördervereinbarung entnommenen Kategorien, die in 3 Handlungsfeldern zusammengefasst sind. Diese Handlungsfelder umfassen (1) Berichtswesen, Monitoring, Planung, (2) Pflege der Streuobstbestände und (3) Betreuung, Öffentlichkeitsarbeit, Werbung. Sofern die Leistungen einzelnen Streuobstbeständen zuzuordnen waren, listet der tabellarische Maßnahmenplan diese flächenspezifisch auf. Ein Teil der erbrachten Leistungen konnte jedoch nicht stundengenau auf Einzelflächen umgerechnet werden. In diesen Fällen erfolgt die Auflistung flächenübergreifend. Insgesamt wurden mit der Pflege der Kölner Streuobstbestände sowie im Rahmen der konzeptuellen Arbeit 2022 nunmehr sechs hauptamtliche Mitarbeiter der Station (anteilig) beschäftigt: Volker Unterladstetter (Planung, Projektbetreuung, Baum- und Biotoppflege), Sönke Geske (Planung, Projektbetreuung und Abrechnung), Olaf Schluck (Baum- und Biotoppflege), Max Appelshoffer (Baum- und Biotoppflege) sowie Max Eggers (Baum- und Biotoppflege) und Dirk Strödel (Baum- und Biotoppflege). Daneben beschäftigt die Station einen Pool aus fünf Freiwilligen und Hilfsmitarbeitern, die ebenfalls zum Einsatz kommen. Mit Gärtnermeister Marcus Nitzsche wurde zudem ein weiterer Hauptamtlicher extern beauftragt. Er fungierte als Anleiter bei den Einsätzen des ehrenamtlichen Arbeitskreises Streuobst und war darüber hinaus im Bereich Baum- und Biotoppflege tätig. Damit sind zum Zeitpunkt der Berichtsabfassung insgesamt sieben feste Mitarbeiter der Naturschutzstation mit der Pflege der Kölner Streuobstbestände befasst, darunter sechs Personen mit praktischer Baum- und Biotoppflege. Im Folgenden werden die Kategorien und die darunter verbuchten Leistungen erläutert. 3 1.1 Begehungen & Baumkartierungen Unter diese Kategorie fallen folgende Leistungen: — Ortstermine mit Vertretern der Fachämter zur Maßnahmenplanung und –begleitung — Flächenbegehungen im Rahmen der allgemeinen Betreuung — Erfassungen der Baumbestände anhand von standardisierten Parametern Nach Möglichkeit wurden die Begehungen den einzelnen Flächen zugeordnet. Bei routinemäßigen Begehungen mehrerer Flächen hintereinander (was typischerweise zeiteffizienter ist) wurde allerdings auf eine flächengenaue Umrechnung der gesamten Begehungszeit verzichtet. Bei den Kartierungen der Baumbestände werden Merkmale wie Obstbaumart, Altersklasse, Vitalitätsstufe, Obstsorte (soweit ermittelbar) etc. erfasst. Im Zuge dieser Kartierungen kommt es fortlaufend zu einer Vergrößerung des Datensatzes, und damit zu neuen Erkenntnissen über Größe und Zustand der Streuobstbestände. Dies schlägt sich unter anderem in teilweise veränderten Baumzahlen bei der Besprechung der Einzelflächen nieder. Im Berichtszeitraum wurden alle Flächen mindestens einmal begangen und auf Baum- und Biotopzustand kontrolliert. Auf Flächen, die zurzeit schwerpunktmäßig durch die Naturschutzstation bearbeitet werden, wie etwa die Streuobstbestände am Mennweg, Am Alt Engeldorfer Hof und im Nüssenberger Busch, erfolgten mehrere Begehungen zu verschiedenen Zeiten im Jahr. 1.2 Floristische Erfassungen Im Berichtszeitraum wurden Daten zur Entwicklung der Flora auf folgenden Flächen gesammelt: 213.01 Am Alt Engeldorfer Hof, 602.01, Mennweg, sowie 606.02, Nüssenberger Busch Ost, 715.01 Wesselinger Weg. Diese Erfassungen erfolgten nicht systematisch in dem Sinne, dass nach fachlichen Standards eine vollständige Erfassung der Fläche durchgeführt worden wäre. Vielmehr wurden die in einer gesonderten Entwicklungspflege befindlichen Wiesenbereiche auf ihren Zustand und ihren Entwicklungsgrad hin begutachtet. Dies betrifft besonders Bereiche, in denen in den letzten Jahren Einsaaten bzw. Mahdgutübertragungen erfolgt sind. 1.3 Konzeptuelle Arbeit, GIS Unter dieser Kategorie werden folgende Leistungen zusammengefasst: — Arbeiten am Gesamtkonzept Streuobstpflege Köln — Arbeiten an den „Pflege- und Entwicklungsplänen“ für die Einzelflächen — Arbeiten an den jährlichen Pflegeempfehlungen für die Wiesenpflege der Einzelflächen 4 — GIS-Arbeiten (KOK – Kölner Obstwiesenkataster; Punktgenaue Erfassung der Obstbäume auf den Projektflächen; Datenverarbeitung der Baumkartierungen; Erstellen von kartographischen Darstellungen der vorgeschlagenen Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen) — Planung von Baumpflegemaßnahmen und –nachpflanzungen; — Planung der Pflegeeinsätze; Organisation und Planung der Aktivitäten des Arbeitskreises 1.4 Berichte und Nachweise Unter diese Kategorie fällt die Dokumentation der geleisteten Arbeiten, die Erstellung des Maßnahmenplans als Verwendungsnachweis sowie die allgemeine Datenverarbeitung im Rahmen der Projektplanung (Zeiterfassung, Kostenaufstellung, Rechnungs- und Auftragsabwicklung). 2.1 Obstbaumpflege und –neupflanzung Diese Kategorie umfasst die eigentlichen Arbeiten an den Obstbäumen: — Baumschnitt (im Wesentlichen Erziehungsschnitt von Jungbäumen, Erhaltungsschnitt im Ertragsalter, Erneuerungsschnitt bei Altbäumen und allgemein vergreisten Bäumen mit verminderter Vitalität; die Schnittmaßnahmen erfolgen mit jeweils baumspezifischer Analyse und Zielsetzung) — Verwertung von Schnittgut (wo möglich als biologisch wertvolle Totholzstrukturen/ Benjeshecken auf der Fläche, ansonsten Entsorgung bzw. Häckseln vor Ort) — Nachpflanzung von Jungbäumen (neben der eigentlichen Pflanzung Errichtung von Verbissschutz und Anbringen von Wühlmausschutz) — Baumscheibenpflege bei Jungbäumen (Aufhacken der Baumscheibe, Ausmähen bzw. Freimähen der Baumscheibenumgebung zur Vermeidung von Wühlmausschäden) — Wässerung bei Jungbäumen (im Fall von längeren Trockenphasen während der Wachstumszeit) — Sonstige Pflegemaßnahmen bei Jungbäumen (z.B. Weißeln der Stämme als Hitzeschutz gegen Sonnenbrand, Anbringen von Raupenleim bei akuten Problemen mit Frostspannern und verwandten Kleinschmetterlingen) Von den 30 Projektflächen konnten im Förderzeitraum 2021/22 insgesamt 23 Streuobstbestände baumpflegerisch bearbeitet werden (siehe Abbildung 2 unten). 5 Abbildung 1: Übersicht über die in den vergangenen 6 Jahren in Köln gepflanzten Obstbäume. Der blaue Balken kennzeichnet die im Rahmen dieser Förderung nachgepflanzten Bäume („Förderung 67“). Winter 21/22 meint hier den Zeitraum von November 2021 bis April 2022 und nicht das Förderjahr 2021/22 (16.11.2021 bis 31.12.2022). Im Rahmen der Förderung konnten im Winter 2021/22 insgesamt 26 hochstämmige Obstbäume auf städtischen Streuobstbeständen nachgepflanzt werden. Im folgenden Winter 2022/23 waren es 14 Bäume. Die geringere Zahl an Nachpflanzungen in den beiden vergangenen Wintern erklärt sich zum einen durch das stark angestiegene Volumen bei Neupflanzungen im Rahmen von städtischen Aufträgen. So wurden vergangenen Winter wiederum umfangreiche Pflanzarbeiten auf den Obstwiesen Bergheimer Dreieck, Birnbaumallee Nüssenberger Busch sowie am Thurner Kamp im Auftrag für das Grünflächenamt durchgeführt (vgl. Abb. 1). Hinzu kam im Winter 2022/23 die zunehmende Schwierigkeit, Auftragsveredelungen von externen Baumschulen durchführen zu lassen. Die wenigen in der Region befindlichen Baumschulen, die diese Art von Auftragsarbeit noch immer durchführen, klagen über zunehmend steigende Anfragen und sind teilweise mit der Flut an Aufträgen überfordert. Hier zeichnet sich ein klarer Einschnitt ab. Wenn in den kommenden Jahren weiterhin besonders seltene und/oder regionaltypische Obstsorten auf Kölner Obstwiesen gepflanzt werden sollen, muss dieser Bedarf zukünftig in Köln selbst produziert werden. Die Naturschutzstation hat aufgrund dieser Befundlage ein Konzept für den Aufbau einer kleinen Kölner Obstbaumschule entwickelt und dem Kölner Amt für Landschaftspflege und Grünflächen vorgelegt. 2.2 Hecken- und Zaunpflege, sowie Anlage Diese Kategorie umfasst die eigentlichen Arbeiten an den Umgrenzungen der Streuobstbestände, d.h. der vorhandenen Hecken und Zäune (mit inbegriffen ist das eventuelle Errichten weiterer Hecken und Zäune nach Absprache mit dem Grünflächenamt). Daneben wurden hier auch weitere allgemeine Biotoppflegearbeiten inkludiert, die nicht mit der Baum- oder Wiesenpflege zusammenhängen. Die Heckenpflege spielt derzeit bei verbrachten Altbeständen wie etwa dem Mennweg (602.01) eine wichtige Rolle, da durchgewachsene Althecken trotz ihrer eigenen ökologischen Wertigkeit einen erheblichen negativen Einfluss auf die Baumgesundheit bzw. Vitalität der Obstbäume sowie auf die Ausprägung der Artenvielfalt in der Krautschicht der Wiesen ausüben. Auf einer wachsenden Zahl von Obstwiesen besteht darüber hinaus die Aufgabe, vorgerückte Gehölzbestände zurückzudrängen und Obstbäume wieder freizustellen. Dies betraf im Berichtszeitraum zum Beispiel die Obstwiese Rheinaue Worringen Süd (601.02), wo eine zu dicht an die Grenze der Obstwiese gepflanzte Gehölzpflanzung auf den Stock gesetzt werden konnte. 29 28 32 26 14 0 0 30 145 123 5 30 16 5 11 34 58 78 176 148 0 20 40 60 80 100 120 140 160 180 200 Winter 18/19 Winter 19/20 Winter 20/21 Winter 21/22 Winter 22/23 Gepflanzte Bäume nach Wintersaison und Finanzierungsart Förderung 67 Aufträge 67 Sonstige Gesamt 6 2.3 Wiesenentwicklung Unter diese Kategorie fallen alle Maßnahmen, die die Pflege bzw. ökologische Weiterentwicklung der Wiesen beinhalten. Im ersten Förderjahr wurde vorgeschlagen, einige der kleineren Streuobstbestände in den kommenden Jahren durch das Landschaftspflegeteam der Station zu betreuen, besonders auf ökologisch besonders wertvollen Flächen, die einer (groß)maschinellen Pflege kaum zugänglich sind. Dies konnte im Sommer 2021 auf einer Reihe erfolgreich umgesetzt werden, da zeitliche Kapazitäten verfügbar waren, die in trockenen Jahren zur Wässerung von Jungbäumen benötigt worden wären. Im trockenen Sommer 2022 stieß diese Art der kleinteiligen, händischen Wiesenpflege allerdings an ihre Grenzen und wurde in Rücksprache mit dem Amt für Landschaftspflege und Grünflächen auf die Flächen Mennweg, Rheinaue Worringen Nord und Johannes-Giesberts-Park beschränkt (letztere in Kooperation mit der dortigen Bürgergruppe). 3.1 Umweltbildungsmaßnahmen Umweltbildungsmaßnahmen im engeren Sinne umfassen: — Baum- und Biotoppflegemaßnahmen mit Schulklassen, Jugendzentren und sonstigen Kindergruppen — Offene Schnittkurse für Mitarbeiter des Grünflächenamts, interessierte Anwohner und sonstige Dritte — Führungen bzw. Exkursionen über ausgewählte Streuobstwiesen Daneben sind die Arbeitseinsätze des Arbeitskreises Streuobst neben der eigentlichen Baum- und Biotoppflege auch als Umweltbildungsmaßnahmen im weiteren Sinne zu verstehen, die allen interessierten Kölnerinnen und Kölnern offenstehen. Die Mitarbeit im AK ermöglicht den teilnehmenden Ehrenamtlern (über längere Zeiträume) einen oftmals erheblichen Wissenszuwachs in den Themen Baum- und Biotoppflege, Obsternte und –vermarktung, sowie Obstsortenkunde. Die Pflegeeinsätze des AKs wurden im Verwendungsnachweis jedoch unter ihrer primären Funktion als Pflegeeinsätze aufgeführt. In den letzten Jahren wurden zahlreiche Aktionen mit Jugendzentren durchgeführt, die über ein separates Projekt über den LVR finanziert werden konnten. Dieses Projekt wurde auch noch in 2022 mit kleinerem Budget weiter fortgesetzt, ist aber nun zum 31.12.2022 endgültig ausgelaufen. Nach weiteren Förderungen wird aktuell Ausschau gehalten. 3.2 Werbung, Presse, Beschilderung Diese Kategorie umfasst die (geplanten) Arbeiten an der Außendarstellung der Kölner Obstwiesenpflege. Angedacht sind Infotafeln, die an den Streuobstwiesen aufgestellt werden sollen sowie eine neutrale Webseite (landing page), die über das Thema Streuobstwiesen in Köln informiert und interessierte Nutzerinnen und Nutzer an die unterschiedlichen Akteure und Vereine verweist, die in Köln in der Streuobstwiesenpflege engagiert sind. Die Arbeit an der landing page konnte im Berichtszeitraum begonnen werden. Sie umfasst bis dato eine Liste an Kölner Streuobstinitiativen mit Infos für Interessierte und einer Kontaktmöglichkeit. Im Bereich Wissen wurde zudem mit der Arbeit an einer Sammlung von Obstsortensteckbriefen begonnen. Der aktuell Stand der landing page kann unter https://streuobst-koeln.nabu-bslk.de/ abgerufen werden. 7 3.3 Kommunikation (Stadt, Pächter, dritte Akteure) In dieser Kategorie werden alle Leistungen rund um die Kommunikation mit den Projektpartnern und weiteren relevanten Akteuren abgerechnet. Darunter fallen: — Präsentationen und Mitarbeit an der Kölner Obstwiesenkommission — Kommunikation mit dem Grünflächenamt und weiteren Fachämtern (UNB, Umweltamt); Präsentationen im Beirat der UNB — Kommunikation und Abstimmung von Pflegemaßnahmen mit Flächenpächtern (Vereine, Bürgergruppen, private Pächter etc.) — Kommunikation mit der Politik und zivilgesellschaftlichen Initiativen (bspw. "Essbare Stadt") — Kommunikation mit und Beratung von interessierten Bürgerinnen und Bürgern; Bearbeitung von Anfragen zu Kölner Streuobstwiesen — Kommunikation mit ehrenamtlichen Mitarbeitern, Koordination der verschiedenen Baumpflegeteams 4.1 Pflanzen und Material für Pflanzung Diese Kategorie umfasst die Materialkosten für Jungbäume, Edelreiser, Pflanzmaterial wie Verbiss- und Wühlmausschutz, Pflanzpfähle und Anbinder, organischen Dünger und Arbeitsgeräte. 4.2 Aufträge an Externe In dieser Kategorie sind im Wesentlichen die Kosten durch die Beauftragung von Marcus Nitzsche aufgeführt. Sie umfassen neben der Arbeitszeit auch Material, das durch ihn beschafft worden ist. Diese Kosten der Beauftragung werden nicht den Flächen zugeordnet, da dies sehr aufwändig wäre und uns nicht zweckdienlich scheint. Aus den dem Finanzbericht beigelegten Belegen gehen die Flächen aber hervor. 8 Darstellung der Projektflächen Die aktuell 30 städtischen Streuobstbestände verteilen sich über das gesamte Kölner Stadtgebiet. Abbildung 2 veranschaulicht ihre Lage in den Bezirken und Stadtteilen. Mit Ausnahme von Bezirk 1 Innenstadt findet die Projektarbeit damit in allen Kölner Bezirken statt. Abbildung 2: Kartographische Darstellung der im Förderprogramm enthaltenen Streuobstbestände (n=30). Grüne Bestände wurden im Berichtszeitraum bearbeitet, in gelben Beständen fanden keine Pflegeeinsätze statt. Der Streuobstbestand im KlimaPark wird jedes Jahr von der KlimaPark-Gruppe gepflegt. Der gelbe Punkt in der Abbildung bezieht sich darauf, dass die Station die Arbeiten im KlimaPark im Förderzeitraum nicht unterstützt hat. 9 Abbildung 3: Kartographische Darstellung der Anzahl an Baumpflegemaßnahmen pro Projektfläche (addiert nach Jahren). Die Obstbäume der grün eingefärbten Flächen konnten in den vergangenen Jahren drei- oder viermal geschnitten werden und befinden sich damit im Mittel bereits auf dem Weg hin zu einem günstigen Pflegezustand. 10 Erläuterung der flächenbezogenen Maßnahmen 207.01 Unter den Birken Bezirk: Rodenkirchen Flächengröße: 0,39 ha Stadtteil: Hahnwald Anzahl Bäume: 25 Bäume Fläche. Der Obstbaumbestand „Unter den Birken“ in Hahnwald geht auf eine ehemalige Ausgleichsmaßnahme im Zuge der Verfüllung und Bebauung einer angrenzenden Kiesgrube zurück. Die Freiflächen im mittleren Bereich wurden primär als Amphibienschutzflächen angelegt, mit zwei Tümpeln und Kies-Sand-Verfüllungen als Überwinterungsquartier. Baumbestand. Der Bestand zählt 25 Obstbäume, von denen die meisten nah am Waldrand stehen bzw. von Sukzessionsvegetation umgeben sind. Der Baumzustand kann als bestenfalls mittelmäßig bewertet werden. Negative Einflussfaktoren sind vor allem die randliche Beschattung durch Wildgehölze und der zum Teil stark kiesige Boden, der über ein schlechtes Wasserspeichervermögen verfügt. Zudem befinden sich in einigen Bereichen bauliche Altlasten (z.B. Reste von Fliesenböden) im Boden, die einer Durchwurzelung entgegenstehen. Biotopqualität. Die Wiesenflächen liegen inmitten eines Gehölzbestands und sind von allen Seiten von Waldrand umgeben. Durch ihre geringe Größe sind sie wechselndem Schattenwurf und Laubfall ausgesetzt. Über die Jahre wurde von NABU-Akteuren versucht, die Flächen freizuhalten und ökologisch zu entwickeln. Die Wiese ist stellenweise durchaus kräuterreich und als wertvoll für den Insektenschutz einzuschätzen, allerdings wird sie in vielen Bereichen auch von Brombeeren und anderen konkurrenzkräftigen Pflanzen überwachsen. Maßnahmen. Im Förderzeitraum wurden Baumschnittmaßnahmen an den Obstbäumen durchgeführt. Gesamtbewertung. Durch die Lage inmitten von Wald- bzw. Gehölzbeständen leidet die Obstwiese unter einer starken Verbuschung bzw. einer Verschattung durch den vorrückenden Waldrand. Es stellt sich allgemein die Frage, ob die Fläche groß genug ist, um den sehr hohen Pflegeinsatz zur Offenhaltung zu rechtfertigen. Der Obstbaumbestand selbst besteht durchweg aus jungen bis mittelalten Bäumen in nicht- optimalem Pflegezustand und ohne besonderen ökologischen Wert (also keine Baumhöhlen, größere Totholzanteile etc.). 208.01 Finkens Garten Bezirk: Rodenkirchen Flächengröße: 0,59 ha Stadtteil: Rodenkirchen Anzahl Bäume: 71 Bäume Fläche. Der Streuobstbestand in Finkens Garten zählt zu den alten, besonders wertvollen Beständen in Köln und kann in Teilen noch auf die alten Baumschule Finken zurückgeführt werden. Während der Jahrzehnte 11 dauernden Entwicklung zu einem Umweltbildungsgarten der Stadt Köln wurde die alte Obstwiese erweitert, in ihrer Form verändert und zeitweise auch vernachlässigt. Diese wechselvolle Geschichte spiegelt sich heute noch im Baumbestand wider. Baumbestand. Der Baumbestand lässt sich grob in drei Generationen unterteilen. Der älteste Teil der Obstwiese wird von knapp 10 Altbäumen gebildet, die zum Teil ein sehr hohes Baumalter aufweisen und bereits auf historischen Luftbildern seit 1956 sichtbar sind. Bereits damals waren diese Bäume ausgewachsen und besaßen breite Kronen, so dass ihr Alter sich bis mindestens in die 1930er Jahre erstrecken dürfte (vermutlich jedoch noch um einiges älter). Die zweite Baumgeneration in Finkens Garten entstammt der Periode zwischen 1980 und 2010, als Obstbäume unter der Leitung von Bernd Kittlass nachgepflanzt wurden. Diese zweite Generation umfasst die damals gängigen Sorten (zum Teil auch bereits moderne – und damit weitgehend ungeeignete – Sorten) und wurde zum Teil mit fachlich heute nicht mehr angewandten Methoden gepflanzt (vor allem die Pflanzung in verzinkten Draht führt bis heute zu Problemen mit diesen Bäumen). Die dritte und jüngste Baumgeneration wurde seit 2010 von unterschiedlichen Akteuren gepflanzt. Biotopqualität. Allgemein hohe Biotopqualität durch die angrenzenden Gehölzstrukturen und reichlich lagerndes Totholz an den Rändern. Die Wiese wurde lange Jahre nur einschürig im Spätsommer gemäht, um Besucher vom wilden Betreten der Fläche und vom unkontrollierten Ernten abzuhalten. Diese Praxis wurde nach langen Diskussionen, auch mit Fachmitarbeitern der Naturschutzstation, 2019 schließlich zugunsten einer zweischürigen Mahd aufgegeben (im Rahmen eines „Wiesenkonzepts“ für Finkens Garten). Die Erfolge dieser Maßnahme sind nach wenigen Jahren bereits deutlich sichtbar. Die Wiese ist kräuterreicher und vielfältiger geworden und kann damit auch als hochwertiger Bestandteil im Umweltbildungsprogramm von Finkens Garten für Kinderführungen und Naturerlebnispädagogik eingesetzt werden. Maßnahmen. Im Förderzeitraum wurden Winterschnittmaßnahmen an den Obstbäumen durchgeführt. Dabei konnten vor allem die wertvollen Altbäume gepflegt werden. Die Wiesenpflege konnte 2022 wieder regulär durch Finkens Garten und Drittakteure durchgeführt werden, so dass hier keine Unterstützung durch die Naturschutzstation erfolgen musste. Gesamtbewertung. Gerade die Altbäume weisen mittlerweile dank der Pflegemaßnahmen der letzten Jahre wieder eine gute Vitalität auf und werden aufgrund der guten Standortverhältnisse auch in den kommenden Jahren voraussichtlich vital bleiben. Bei den mittelalten Bäumen der zweiten Generation ist hingegen eine dauerhaft verminderte Vitalität zu beobachten, die auch durch fachgerechte Schnittmaßnahmen kaum aufgelöst werden kann. Vermutlich wird sich das Problem erst dann lösen, wenn diese Bäume (frühzeitig) abgängig werden und ersetzt werden. 12 Abbildung 4: Der größte Teil des Altbaumbestands in Finkens Garten konnte im zeitigen Frühjahr 2022 durchpflegt werden (März 2022). Abbildung 5: Gleicher Blickwinkel, wenige Wochen später zur Obstblüte. (April 2022). 212.01 Am Moosberg Bezirk: Rodenkirchen Flächengröße: 0,49 ha Stadtteil: Immendorf Anzahl Bäume: 21 Bäume Fläche. Die Obstwiese „Am Moosberg“ ist einer der vielen jüngeren Obstbaumbestände in Köln. Obwohl ihr wertgebende Habitatstrukturen weitgehend fehlen, stellt sie durch ihre Lage ein entscheidendes Vernetzungselement in der Rodenkirchener Feldflur dar. Der Untergrund ist am Standort tendenziell eher nährstoffarm mit höheren Sandanteilen, was sich sichtbar auf die Entwicklung der Obstbäume auswirkt. Baumbestand. Es handelt sich um junge Obstbäume in der Wachstumsphase, die zeitgleich gepflanzt wurden. Biotopqualität. Allgemein sehr gering, vor allem aufgrund fehlender Grenzstrukturen. Die Fläche grenzt zum Teil ohne Übergang an einen intensiv bewirtschafteten Acker. Die Wiese wurde 2019 zusammen mit einer benachbarten Ausgleichsfläche durch eine Mahdgutübertragung mit artenreichem Spenderheu aus dem Zonser Grind angereichert. Sie hat sich in den letzten Jahren eindeutig positiv entwickelt, auch wenn sie (wie viele andere Flächen) 2022 nicht gemäht wurde. Maßnahmen. Im Förderzeitraum wurden Winterschnittmaßnahmen an allen Obstbäumen durchgeführt. Gesamtbewertung. Der Pflegerückstand im Bereich Kronenpflege/ -formierung der Jungbäume konnte mittlerweile weitgehend behoben werden. Das Pflegeziel in den kommenden Jahren ist die Erziehung naturgemäßer Obstbaumkronen und die Korrektur verwachsener Kronenbilder. In der Förderperiode 2021/22 konnte bei routinemäßigen Flächenbegehungen festgestellt werden, dass die Obstbäume bereits vitaler waren als noch in den Vorjahren (trotz des sehr trockenen Sommers). 13 212.02 Vor dem Dorf Bezirk: Rodenkirchen Flächengröße: 0,12 ha Stadtteil: Immendorf Anzahl Bäume: 19 Bäume Fläche. Die Obstbaumreihe „Vor dem Dorf“ liegt an der gleichnamigen Landstraße nordöstlich von Immendorf und schließt an ihrer westlichen Spitze beinahe nahtlos an die Obstwiese „Am Moosberg“ an. Die Fläche wurde im Rahmen der Regionale 2010 angelegt. Baumbestand. Besteht überwiegend aus vitalen Jungbäumen, die noch in der Phase des Kronenaufbaus sind. Das Baumalter ist bei allen Bäumen gleich. Es überwiegen Apfelbäume mit einigen dazwischen gestreuten Pflaumen. Biotopqualität. Unterhalb der Bäume wurde eine initiale Ansaat mit zumeist standorttypischen Grünlandpflanzen vorgenommen und die Fläche ist nach wie vor relativ kräuter- und blütenreich, auch wenn das Mahdgut teilweise nicht abgeräumt wird und sich zunehmend wilde Trampelpfade durch die Vegetation ziehen und Trittschäden deutlich erkennbar sind. In der Tendenz verschlechtert sich daher das Blütenangebot und die Vielfalt der Wiesenblumen nimmt schleichend ab. Eine Mahd mit Abräumen des Mahdguts wäre förderlich, um diesem Prozess entgegenzuwirken. Maßnahmen. Im Förderzeitraum wurden Baumpflegearbeiten zur Kronenformierung der jungen Bäume durchgeführt. Gesamtbewertung. Die Baumreihe befindet sich aktuell in einem guten Pflegezustand. Die Bäume stehen gesund, die Kronenentwicklung ist günstig. 213.01 Am Alt Engeldorfer Hof Bezirk: Rodenkirchen Flächengröße: 1,5 ha Stadtteil: Meschenich Anzahl Bäume: 95 Bäume Fläche. Der Streuobstbestand am historischen „Alt Engeldorfer Hof“ am südlichen Ortsrand von Meschenich gehört zu den größeren Kölner Flächen. Am Rande eines ehemaligen Kiesabbaugebietes wurde in den 1980er Jahren eine Abfalldeponie geschlossen und mit einer Deckschicht aus tonhaltigem Boden abgedichtet. Darauf entstand seit den 1990er Jahren unter damals ehrenamtlicher Initiative durch NABU-Aktive allmählich eine Streuobstwiese. Baumbestand. Die ersten Bäume sind seit Mitte der 1990er Jahre auf Luftbildaufnahmen zu erkennen und wurden zunächst am Ostrand der Fläche gepflanzt. In den folgenden Jahren wurden nach und nach auch die anderen Teile der Wiese mit Obstbäumen bepflanzt. Die Auflage der Deckschicht ist in der Flächenmitte am geringsten und wird zu den Rändern hin mächtiger. Dies zeigt sich deutlich im Kronenbild der Obstbäume. Während die randlich gepflanzten Bäume mittlerweile ausgewachsene Kronen gebildet haben, zeigen die weiter in der Flächenmitte stehenden Bäume mehrheitlich eine verminderte Vitalität, was unter anderem an der geringen Durchwurzelungstiefe liegen könnte. Des Weiteren kämen aber auch eine Auswahl ungeeigneter Sorten und eine über die letzten Jahre vernachlässigte Baumpflege als Ursachen in Frage. 14 Biotopqualität. Die Wiese stellt sich als wenig kräuterreiche Glatthaferwiese auf tonigem Untergrund dar. Zur ökologischen Aufwertung wurde im Sommer 2020 auf einem zuvor gefrästen Streifen eine Mahdgutübertragung durchgeführt. Die finanziellen Mittel wurden vom NABU-Insektenschutzfond zur Verfügung gestellt. Nach einer positiven Initialentwicklung gab es 2021 Probleme mit dem für die Wiesenmahd zuständigen Auftragnehmer und das Mahdgut lag mehrere Wochen auf den wertvollen Flächen der Mahdgutübertragung. Die Wiesenentwicklung war 2022 wiederum eindeutig negativ, denn die Sommermahd der Obstwiese wurde aufgrund fehlenden Personals im Amt für Landschaftspflege und Grünflächen nicht ausgeschrieben und durchgeführt. Damit die Erfolge zumindest auf dem Mahdgutstreifen nicht völlig zunichte gemacht werden, hat die Naturschutzstation im Juni eine Mahd mit der Handsense durchgeführt. Ob diese Maßnahme einen positiven Effekt gehabt hat, wird sich in den nächsten Jahren zeigen. Maßnahmen. Im Förderzeitraum wurden Maßnahmen zur Baumpflege, Baumscheibenpflege, Wiesenmahd und Wässerung von Jungbäumen durchgeführt. Gesamtbewertung. Der Streuobstbestand gehört zu den ersten Flächen, die von der Station bearbeitet wurden. Daher konnten in den Vorjahren schon relativ umfangreiche Vorarbeiten geleistet werden. Im Bereich Kronenpflege der Obstbäume besteht jedoch immer noch ein moderater bis erheblicher Pflegerückstand, der in den kommenden Jahren durch weitere Pflegeeingriffe nach und nach aufgelöst werden muss. Als relativ rezentes Problem zeigt sich in den letzten Jahren immer deutlicher ein teilweise hoher Befall von Bäumen mit Schwarzem Rindenbrand. Dies hängt vermutlich mit dem Trockenstress der vergangenen Sommer zusammen. 15 Abbildung 6: Blick auf die Obstwiese Am Alt Engeldorfer Hof im Frühsommer 2022. Die Wiese stand im Juni bereits mannshoch, wurde aber den gesamten Sommer lang nicht gemäht (Juni 2022). Abbildung 7: Die Jungbäume wurden mit der Handsense ausgemäht, um negative Effekte durch Wühlmauszuwanderung zu vermeiden und um die Verdunstung um den Baum zu reduzieren. Für die Bewässerung ist das Ausmähen der Baumscheibe ebenfalls wichtig, da sonst um den Baum herum nicht gearbeitet werden kann. (Juni 2022). Abbildung 8: Teilnehmer*innen des Arbeitskreises Streuobst beim Ausmähen des Mahdgutübertragungsstreifen. Die Mahd erfolgte ökologisch mit der Handsense, die Schnittguthaufen wurden randlich gelagert (Juni 2022). Abbildung 9: Im Dezember wurde die Fläche nach einem halben Jahr Verspätung endlich gemäht – allerdings mit schwerem Gerät auf durchweichtem Boden. So behandelte Wiesen verlieren innerhalb kurzer Zeit ihre Pflanzenvielfalt und vergrasen (Januar 2023). 213.02 Langenackerstraße Bezirk: Rodenkirchen Flächengröße: 0,09 ha Stadtteil: Meschenich Anzahl Bäume: 19 Bäume Fläche. Die Obstbaumreihe an der Langenackerstraße ist ebenso wie die Schwester-Baumreihe „Vor dem Dorf“ im Zuge der Regionale 2010 entstanden. Ebenso wie diese besteht die Baumreihe an der Langenackerstraße überwiegend aus vitalen Jungbäumen, die noch in der Phase des Kronenaufbaus sind. Baumbestand. Vorwiegend Apfelbäume mit einigen eingemischten Pflaumen. Alle Bäume im gleichen Alter. 16 Biotopqualität. Unterhalb der Bäume wurde eine initiale Ansaat mit zumeist standorttypischen Wiesenpflanzen angelegt, die Fläche ist nach wie vor relativ kräuter- und blütenreich (jedoch weniger vielfältig und graslastiger als „Vor dem Dorf“). Auch hier trägt das Mulchen bzw. Belassen des Grasschnitts auf der Fläche zu einer schleichenden Vergrasung und damit Verarmung des Streifens bei. Maßnahmen. Im Förderzeitraum wurden Baumschnittmaßnahmen zur Kronenformierung der Obstbäume durchgeführt. Gesamtbewertung. Insgesamt befindet sich die Fläche in einem guten Zustand. 305.01 Belvederestraße Bezirk: Lindenthal Flächengröße: 1,25 ha Stadtteil: Müngersdorf Anzahl Bäume: 41 Bäume Fläche. Der Streuobstbestand an der Belvederestraße wurde zwischen 1998 und 2007 in mehreren Schritten als Ausgleichsmaßnahme auf einer ehemaligen Ackerfläche angelegt. Aufgrund ihrer Nähe zur FreiLuGa wird die Fläche seit Jahren von ehrenamtlichen Kräften der FreiLuGa betreut. Sie dient neben der Obsternte auch als Lehr- und Lernort, um Kindern und Jugendlichen die Methoden des extensiven Streuobstbaus zu vermitteln. Baumbestand. In mehreren Etappen gepflanzter Bestand aus vorwiegend Äpfeln, Birnen, und Quitten. Die Bäume befinden sich teilweise in relativ gutem Zustand, weisen jedoch teilweise auch starke (alte) Wühlmausschäden auf, bis hin zu schräg wachsenden bzw. umgefallenen Exemplaren. Die Bodenverhältnisse haben sich in den letzten Jahren als ungünstig für Obstpflanzungen herausgestellt, da im Unterboden eine wasserundurchlässige Tonschicht den Wassertransport stark behindert. Biotopqualität. Relativ vergraste Magerwiese auf tonhaltigem Boden, trocknet im Sommer oberflächlich stark aus. Im Süden nährstoffreicher und mit zum Teil mit Dominanzbeständen aus Brennnessel bestanden. Wurde in den letzten Jahren nur unregelmäßig gemäht, das Mahdgut ist vorwiegend (oder vollständig) auf der Fläche verblieben und hat die Fläche verarmen lassen. Maßnahmen. Im Förderzeitraum wurden keine Maßnahmen durchgeführt. Der nächste Schnittturnus ist für 2023/24 geplant. Gesamtbewertung. Aufgrund der ungünstigen Bodenbedingungen ist das weitere Entwicklungspotenzial – gerade in den zunehmend häufigeren Hitzesommern – in Bezug auf den Baumbestand fraglich. Die Wiese ließe sich über eine geeignete Pflege und eventuelle ökologische Aufwertungsmaßnahmen wie streifenweise Mahdgutübertragung oder Einsaat durchaus zur einer artenreichen Magerwiese entwickeln. 406.01 Nüssenberger Busch West Bezirk: Ehrenfeld Flächengröße: 0,43 ha Stadtteil: Ossendorf Anzahl Bäume: 41 Bäume 17 Fläche. Der westliche Streuobstbestand im Nüssenberger Busch befindet sich südlich des kleinen Wanderparkplatzes, westlich der Johannesstraße. Anfang der 1990er Jahre war die Fläche entlang der Straße noch nicht mit Gehölzen bestanden. Zwischen 1993 und 1998 wurden von ehrenamtlichen Naturschützern dort erste Obstbäume gepflanzt. Seit etwa 2003 wurden dann weite Bereiche der offenen Fläche nicht länger gemäht und verbuschten zusehends. Aus der einst weitläufigen Fläche entwickelte sich innerhalb weniger Jahre ein mehr oder weniger geschlossener Gehölzbestand mit einer Lichtung, auf der die Obstbäume allmählich immer stärker von den hochwachsenden Laubbäumen beschattet wurden. Als die Fördervereinbarung zwischen Naturschutzstation und Grünflächenamt abgeschlossen wurde, befand sich die Fläche bereits in einem Zustand fortgeschrittener Verbrachung. Im Winter 2018/19 wurde der Waldrand daher in Zusammenarbeit zwischen Grünflächenamt, UNB und Station zurückgesetzt und maschinelle Entbuschungs- und Rodemaßnahmen durchgeführt. Weitere Entbuschungsmaßnahmen sind 2019/20 und 2020/21 erfolgt. Im Rahmen der letztgenannten Maßnahmen wurde die Lichtung wieder mit der nördlich liegenden Wiesenfläche verbunden, die bis an den Parkplatz reicht und es konnten dort am Fußweg erste Obstbäume gesetzt werden. Baumbestand. Gemischter Bestand aus älteren Bäumen (etwa 30 Jahre alt), jüngeren Bäumen (Nachpflanzungen aus den 2000er Jahren) sowie Jungbäumen, die von der Naturschutzstation im Rahmen ihrer Arbeiten in den letzten Jahren nachgepflanzt wurden. Biotopqualität. Durch die jahrzehntelange sporadische Pflege des Grünlands stellen sich die Wiesen im Wesentlichen artenarm dar. In den letzten Jahren konnte eine streifenweise Mahdgutübertragung mit Spenderheu aus der Merkenicher Rheinaue durchgeführt werden. Außerdem wurden weite Bereiche der wieder freigestellten Lichtung mit artenreichem Wiesensaatgut eingesät. Beide Maßnahmen haben allerdings bisher nur zu einer überschaubaren positiven Entwicklung geführt. Möglicherweise war die Pflege der letzten Jahre noch zu unregelmäßig (2022 ist die Wiesenmahd ganz ausgeblieben), als dass die Einsaat ihr Potenzial hätte ausschöpfen können. Maßnahmen. Im Förderzeitraum wurden Baumschnittmaßnahmen an Jung- und Altbäumen, Weißeln der Jungbäume, Baumscheibenpflege, Wässerung der Jungbäume sowie Anbringen von Raupenleim an den Jungbäumen durchgeführt. Gesamtbewertung. Durch die weit zurückliegende Nutzungsaufgabe befinden sich die Kronen der Altbäume noch immer in einem ungenügenden Zustand mit starker Verdichtung und Naturkronenausprägung. Durch die Pflegearbeiten der letzten Jahre konnten diese Entwicklungen teilweise korrigiert werden, bedürfen allerdings in den kommenden Jahren weiterer Schnittmaßnahmen. Die im nördlichen Bereich der Fläche (am Fußweg in der Nähe des Parkplatzes) gepflanzten Jungbäume entwickeln sich gut und können mittlerweile auch trockenheißen Sommern ohne regelmäßige Wassergaben widerstehen. Hier wäre in den nächsten Jahren eine Beschilderung mit Sortenschildern denkbar, um die Besucher*innen auf die dort gepflanzten regionaltypischen Sorten aufmerksam zu machen. Im Herbst 2022 wurde auch erstmalig Raupenleim an den Jungbäumen angebracht, da diese im vorigen Frühjahr zum wiederholten Mal durch einen starken Befall von Frostspannerraupen schwer geschädigt worden waren. 18 Abbildung 10: Der nördliche Teil der wiederhergestellten Lichtung blühte im Frühsommer 2022 länger als geplant (durch die fehlende Mahd). Dies hat vermutlich negative Auswirkungen auf die ausgebrachte Saatgutmischung gehabt (Juni 2021). Abbildung 11: Gleicher Blickwinkel, wenige Wochen später. Aufgrund der fehlenden Mahd treibt die Wiese nicht mehr frisch aus. Die Obergräser vertrocknen und verdunkeln den Bestand der Kräuter darunter. In der Mitte ist die Wässerung eines Jungbaums mit einem Wassertank auf der Pritsche eines Transporters zu sehen (Juli 2022). 501.01 Johannes-Giesberts-Park Bezirk: Nippes Flächengröße: 0,45 ha Stadtteil: Nippes Anzahl Bäume: 25 Bäume Fläche. Der Streuobstbestand im Johannes-Giesberts-Park besteht aus einer Handvoll älterer Obstbäume, die zwischen 1998 und 2003 in der nordöstlichen Parkecke gepflanzt worden sind. Diese Altfläche wurde in den vergangenen Jahren durch zwei Neupflanzungen von Obstbäumen erweitert, die sich nördlich und südlich der Bestandsbäume anschließen. Baumbestand. Die älteren Obstbäume weisen durchgehend eine verminderte Vitalität auf. Bei einem abgängigen Baum ist vor Kurzem verzinkter Draht im Wurzelraum entdeckt worden, so dass die mangelnde Vitalität vermutlich durch die verhinderte Wurzelbildung zu erklären ist. Ähnlich negative Auswirkungen der (mittlerweile fachlich überholten!) Pflanzung in verzinkten Draht kann bei vielen Bäumen mittleren Alters in Finkens Garten beobachtet werden. Die Jungbäume stehen tendenziell besser da, müssen aber trotz regelmäßiger Wässergänge mit dem schlechten Boden vor Ort kämpfen (zum Teil viel Weltkriegsschutt im Boden). Die Situation wird sich voraussichtlich bessern, wenn die Bäume richtig eingewurzelt sind. Biotopqualität. Der magere, mit Schutt angereicherte Boden trocknet im Sommer stark aus und stellt damit gute Ausgangsbedingungen für die Entwicklung einer artenreichen Wiese dar. Durch Tritteinwirkungen der Parkbesucher und fallengelassenen Hundekot stellte sich die ursprünglich dort vorhandene Rasenvegetation als „fetter“ dar, als sie es von den Standortbedingungen her sein sollte. Auch in der angelegten Wiese findet sich weiterhin Weiß-Klee in höheren Mengenanteilen. Dieser kann dichte Teppiche bilden und andere Kräuter ausdunkeln. Bei weiterhin trocken-heißen Sommern wird sich in den kommenden Jahren aber nach und nach die Wiesenvegetation weiter durchsetzen. 19 Maßnahmen. Im Förderzeitraum wurde die Mahd der Wildblumenwiese (in Kooperation mit der Bürgergruppe Clouth-Garten) durchgeführt. Gesamtbewertung. Die angepflanzten Jungbäume haben sich 2022 nur zögerlich entwickelt und mussten aufgrund des trockenen Sommers regelmäßig vom Pflegeteam der Clouth Garten-Initiative gewässert werden. Auch im Sommer 2022 wurde wieder die Wildblumenwiese gemeinsam händisch gemäht und abgeräumt. Die Pflegearbeiten auf der Obstwiese finden im Allgemeinen in Kooperation mit der Bürgerinitiative Clouth Garten statt und werden zusammen geplant. Abbildung 12: Erste Blüte der Wildblumenwiese im Frühsommer 2022. Im Hintergrund sind einige der Jungbäume zu sehen. (Mai 2022). Abbildung 13: An einigen Stellen waren auch seltenere Wiesenblumen wie etwa die gefährdete Wiesen-Witwenblume (Knautia arvensis) zu entdecken. (Mai 2022) 507.01 KlimaPark Bilderstöckchen Bezirk: Nippes Flächengröße: 0,87 ha Stadtteil: Bilderstöckchen Anzahl Bäume: 52 Bäume Fläche. Auf einem Brachgelände zwischen Robert-Perthel Straße und Longericher Straße entsteht seit 2017 ein naturnaher Park. Im Sommer 2017 erfolgte im Rahmen der von der Stadt Köln ausgerufenen Aktion „Gemeinsam fürs Klima in Bilderstöckchen“ eine erste Pflanzung Obstbäumen (damals noch von der Stadt Köln durchgeführt). Insgesamt wurden 46 heimische Streuobstbäume gepflanzt. In den Folgejahren formierte sich eine feste Bürgergruppe, die sich seither um den Park kümmert und ihn unter Klima- und Naturschutzgesichtspunkten weiterentwickelt. Baumbestand. Besteht mittlerweile aus knapp 60 Obstbäumen verschiedener, zum Teil seltener Arten und Sorten. Biotopqualität. Ist sehr positiv zu werten durch vielfältige Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen der Bürgergruppe. Unter anderem ist eine Wildblumenwiese und eine Benjeshecke entstanden, die den Artenreichtum im Park deutlich erhöhen dürften. Maßnahmen. Die Fläche wird fachkundig und mit viel Herz durch die Bürgergruppe betreut. 20 Gesamtbewertung. Die Station unterstützt die KlimaPark-Gruppe bei Ihrer Arbeit an den Obstbäumen. Nach eher verhaltenen Schnittmaßnahmen in den ersten Standjahren konnte 2020 die erforderliche Erziehungsarbeit an den noch jungen Baumkronen intensiviert werden. Außerdem konnten in den vergangenen Jahren weitere seltene Obstsorten im Park gepflanzt werden. Mehrere Teilbereiche werden zudem von der KlimaPark- Initiative zu artenreichen Wildblumenwiesen entwickelt. Die Naturschutzstation steht bei all diesen Themen als Ansprechpartner und Förderer zur Verfügung. 601.01 N4 Rheinaue Worringen Nord Bezirk: Chorweiler Flächengröße: 0,09 ha Stadtteil: Merkenich Anzahl Bäume: 11 Bäume Fläche. Die kleine Obstwiese in der Rheinaue Worringen liegt am Rand des Naturschutzgebietes N4 und ist umgeben von Grünland und Äckern. Sie wurde zwischen 2007 und 2010 als Ausgleichsfläche angelegt. In den letzten Dürrejahren hat gerade diese Fläche besonders leiden müssen, was durch den sandig-kiesigen, sehr wenig wasserbindigen Alluvialboden der Aue bedingt ist. Baumbestand. Der Baumbestand besteht im Wesentlichen aus Bäumen gleichen Alters, vorwiegend Äpfeln. Die randlich stehenden Bäume weisen mehrheitlich Anfahrschäden (Abriss von Starkästen) durch den wirtschaftenden Landwirt auf, die mittelfristig zum Absterben eines Baumes führen können. Biotopqualität. Die Wiese stellte sich bisher als nur mäßig artenreiche Glatthaferwiese dar, konnte aber durch eine händische und sehr schonende Wiesenmahd in den letzten Jahren bereits strukturell verbessert werden, so dass der Kräuteranteil durch offenen Bodenstellen leicht erhöht war. Durch die etwas artenreicheren Nachbarbestände besteht die Hoffnung, dass weitere Grünlandarten in den nächsten Jahren ihren Weg auf die kleine Obstwiese finden werden. Ein bemerkenswerter Fund wurde während Pflegearbeiten im Sommer 2022 auf der Wiese gemacht, als ein Weibchen der Gottesanbeterin (Mantis religiosa) dokumentiert werden konnte. Die Art war in Deutschland bisher nur in besonders wärmebegünstigten Gebieten zu finden und scheint durch die globale Erwärmung in den letzten Jahren ihr Areal in Richtung Norden auszudehnen. Maßnahmen. Im Förderzeitraum wurden Maßnahmen zur Wässerung und Baumscheibenpflege der Jungbäume sowie der Wiesenpflege durchgeführt. Gesamtbewertung. Es besteht aktuell ein moderater Pflegerückstand im Bereich Kronenpflege der Obstbäume. Mit den bisherigen Arbeitseinsätzen konnte dieser Rückstand teilweise behoben werden. Die randlich stehenden Obstbäume werden durch landwirtschaftliche Tätigkeit auf dem benachbarten Flurstück im Kronen- und Wurzelbereich teilweise erheblich beschädigt. Eine Überprüfung der Flurgrenzen durch die UNB hat allerdings überraschend ergeben, dass die Obstbäume zu dicht an die Flurgrenze des benachbarten Ackers gesetzt worden sind. 21 Abbildung 14: Zeigerart für die rasant voranschreitende globale Erwärmung: Ein Weibchen der Gottesanbeterin auf der Streuobstwiese Rheinaue Worringen Nord (Juli 2022). 601.02 N4 Rheinaue Worringen Süd Bezirk: Chorweiler Flächengröße: 0,28 ha Stadtteil: Merkenich Anzahl Bäume: 24 Bäume Fläche. Die südliche der beiden Obstwiesen in der Rheinaue Worringen wurde etwa 2005 als Ersatzmaßnahme auf einem ehemaligen Acker angelegt. Nördlich der Obstbäume wurde flächig mit Wildgehölzen aufgeforstet, der südliche Teil am Fuß des Rheindeichs wurde als Grünland(brache) konzipiert und ist unbepflanzt geblieben. Baumbestand. Bis auf wenige später nachgepflanzte Jungbäume befinden sich die Obstbäume alle im gleichen Alter (beginnendes Ertragsalter). Knapp die Hälfte der Bäume sind Kirschen, die bereits jetzt an die Grenzen des Pflanzrasters stoßen und in Zukunft zu einer sehr dichten Überkronung der Fläche führen werden. Biotopqualität. Das Grünland zu Füßen der Bäume ist relativ artenarm und wird von Gräsern dominiert. Es wurde im Sommer 2022 von Seiten der Stadt Köln keine Mahd durchgeführt, was der Wiesenentwicklung geschadet hat. Aufgrund der ursprünglich konzipierten „Grünlandbrache“ befand sich die Fläche allerdings auch in den Vorjahren schon in einem artenarmen Zustand. Um die pflanzliche Vielfalt zu fördern, müsste die Fläche zweischürig bewirtschaftet werden. Maßnahmen. Im Förderzeitraum wurden Baumschnittmaßnahmen sowie umfangreiche Heckenpflegemaßnahmen durchgeführt. Die nordöstlich angrenzende flächige Gehölzpflanzung steht zu dicht an den randlichen Obstbäumen. Im Spätherbst 2022 konnten die ersten Gehölzreihen daher auf den Stock gesetzt werden. Die Arbeiten stellten sich dabei als umfangreicher heraus als zuvor gedacht, da die Sukzession in Richtung Pionierwald bereits fortgeschritten war. Nach den Schnittarbeiten ist zwischen der letzten Obstbaumreihe und dem Gehölzrand nun ein ausreichend breiter Streifen entstanden, der in den nächsten Jahren zur Wiesenpflege hinzugenommen werden könnte, um ein erneutes Zuwachsen zu verhindern. Die Naturschutzstation ist diesbezüglich mit dem Amt für Landschaftspflege und Grünflächen in der Maßnahmenplanung. 22 Gesamtbewertung. Die Obstbäume sind in einem überwiegend guten Zustand und haben das Ertragsalter erreicht. Der Kronenaufbau ist durch wiederholte Schnittmaßnahmen allgemein gut gelungen. Einzig die Kirschen könnten durch ihre undurchdachte Platzierung mitten im Obstbaumbestand in späteren Jahren zu Problemen führen. Abbildung 15: Blick auf den alten Gehölzbestand nordöstlich der Obstwiese. Das Foto wurde während der Schnittarbeiten aufgenommen und verdeutlicht, wie weit die Sträucher in die Wiese vorgedrungen waren. (November 2022). Abbildung 16: Blick auf den alten Gehölzbestand, vom nordwestlichen Acker aus gesehen. Im Profil zeigen sich bereits ausgewachsene Zitterpappeln und Weiden, von denen einige randliche stehende Exemplare entnommen wurden. (November 2022) 601.04 N1 St. Amandus Bezirk: Chorweiler Flächengröße: 0,58 ha Stadtteil: Merkenich Anzahl Bäume: 49 Bäume Fläche. Die Obstwiese zu Füßen der Pfarrkirche St. Amandus ist etwa 2005/06 auf einer ehemaligen Viehweide angelegt worden und liegt im Naturschutzgebiet Rheinaue Worringen-Langel. Der Baumbestand erstreckt sich in mehreren langen Reihen quer zum Flussverlauf. Baumbestand. Die Bäume haben alle das gleiche Alter und befinden sich überwiegend in mangelhaftem Zustand. In der Wintersaison 2018/19 war von dritter Seite (möglicherweise vom ansässigen Landwirt) ein Schnitt der Obstbäume durchgeführt worden, der allerdings nur darauf abzielte, bei der Mahd störende Äste zu entfernen. Dadurch wurden die zuvor ungepflegten Bäume deutlich verunstaltet und potenzielle Leitäste beseitigt. Biotopqualität. Artenarme Fettwiese, die im vorderen Teil stark durch Lagerung von Landwirtschaftsgeräten geschädigt ist. Im hinteren Bereich wurde vor einigen Jahren eine Einsaat mit einer unbekannten Gräsermischung durchgeführt. Naturschutzfachlich interessant ist die östlich angrenzende Reihe Hybridpappeln mit die Gehölzstrukturen, Totholzhaufen und einer Hochstaudenflur aus Pflanzen der nährstoffreichen Säume. Maßnahmen. Im Förderzeitraum wurden keine Pflegemaßnahmen durchgeführt. Eine Bearbeitung ist für 2023/24 vorgesehen. 23 Gesamtbewertung. Die Obstbäume besitzen keine formierten Kronen und sind überwiegend vermindert vital. Vermutlich sind zudem Standardsorten gepflanzt worden, von denen einige nicht besonders streuobsttauglich sein dürften. Mit fachgerechter Pflege können die Obstbäume in den kommenden Jahren aber voraussichtlich revitalisiert werden. 601.05 N1 Kasselberger Weg Bezirk: Chorweiler Flächengröße: 0,41 ha Stadtteil: Merkenich Anzahl Bäume: 32 Bäume Fläche. Die Obstwiese am Kasselberger Weg grenzt nördlich an ein kleines Waldstück und liegt auf der höheren Auenterrasse, neben der Straße. Sie wurde etwa 2004 angelegt und aus Ersatzgeldern finanziert. Sie gehört aufgrund der hervorragenden Standortbedingungen zu den besserentwickelten Streuobstbeständen in Köln. Baumbestand. Besteht überwiegend aus Apfelbäumen im Ertragsalter, die aufgrund der sehr guten Wasser- und Nährstoffversorgung im Auenboden bereits beeindruckende Kronen gebildet haben. Biotopqualität. Neben dem guten Baumzustand ist vor allem der Artenreichtum der Stromtal-Glatthaferwiese hervorzuheben. Die Mahd ist in den vergangenen Jahren durch einen ortsansässigen Landwirt durchgeführt worden. Aufgrund der heute üblichen Maschinenbreite konnte sie allerdings nur dürftig durchgeführt werden. Zudem blieb das Mahdgut trotz anders lautender Verabredungen immer wieder auf der Fläche liegen. Daher hat die Station die Wiesenmahd seit 2020 mit eigenem Personal durchgeführt. Durch die händische Mahd soll einem schleichenden Verlust der pflanzlichen Vielfalt auf der Wiese vorgebeugt werden. Auch im Förderzeitraum 2020/21 ist die Mahd kleinmaschinell bzw. mit der Handsense erfolgt. Es hat sich allerdings gezeigt, dass die Fläche zu groß und in feuchten Sommern zu wüchsig ist, als dass eine solche händische Mahd zeitökonomisch zu rechtfertigen wäre. Daher wurde Ende 2021 besprochen, die Mahd in den kommenden Jahren durch das Grünflächenamt ausschreiben zu lassen. 2022 trat dann der worst case ein und die Wiesen wurde (wie viele andere) aufgrund einer unbesetzten Stelle im Grünflächenamt überhaupt nicht gemäht. Maßnahmen. Im Förderzeitraum wurden Maßnahmen in den Bereichen Jungbaumschnitt (Erziehungsschnit), Bestandsbaumschnitt (Erhaltungsschnitt) sowie Wiesenpflege (Mahd und Abräumen des Mahdguts) durchgeführt. Gesamtbewertung. Durch den fruchtbaren Auenboden und die gute Wasserzügigkeit wachsen die Obstbäume auf der Fläche sehr gesund und mit zum Teil sehr hohem Jahreszuwachs. Die in der Vergangenheit nicht ausreichende Schnittpflege hat daher zu relativ stark verdichteten Naturkronen geführt. Die bisherigen Pflegeeinsätze konnten den Pflegerückstand mehr oder weniger beheben, es bleibt in den kommenden Jahren allerdings noch Einiges zu tun. 24 Abbildung 17: Baumpflegeteam der Station bei der Bearbeitung der Obstbäume am Kasselberger Weg (März 2022) Abbildung 18: Das Astgut wird nach Möglichkeit randlich zu kompakten Totholzhecken verbaut. Solche Sonderstrukturen sind ökologisch höchst dynamische Habitaträume, in denen zahlreiche kleine und große Tiere Schutz und Nahrung finden. Abbildung 19: Sommerwolken über der Obstwiese am Kasselberger Weg. Blick Richtung Süden über den Baumbestand. (Mai 2021). Abbildung 20: Wenige Wochen später zeigt sich ein ganz anderes Bild. Das Grünland ist nach einem trockenen Juni fast völlig verdorrt (Juli 2022) 601.09 N1 Langeler Damm Nord Bezirk: Chorweiler Flächengröße: 0,08 ha Stadtteil: Merkenich Anzahl Bäume: 7 Bäume Fläche. Sehr kleiner Streuobstbestand, zwischen 2003 und 2007 in der Rheinaue nördlich von Rheinkassel vermutlich als Ausgleichsmaßnahme gepflanzt. Durch die Mitte der Fläche zieht sich eine unterirdische Gastrasse, so dass der Baumbestand mittig eine Lücke aufweist. Die wenigen Obstbäume stehen etwas verloren in der weiten Wiesenlandschaft. Baumbestand. Besteht aus noch relativ jungen Äpfeln und Pflaumen gängiger Sorten. Biotopqualität. Die Obstbäume stehen auf einer größeren Fettwiese, angrenzend an den Rheindeich am Pumpwerk. Die Wiese selbst ist stark graslastig und sehr artenarm. Biologisch relevante Sonderstrukturen wie 25 Totholzhaufen fehlen vollständig, allerdings steht nördlich der Obstbäume eine Gehölzfläche mit Hybridpappeln. Maßnahmen. Im Förderzeitraum wurden Baumpflegemaßnahmen durchgeführt. Gesamtbewertung. Der moderate Rückstand bei der Kronenpflege der Obstbäume konnte in den vergangenen zwei Förderzeiträumen reduziert werden. Eine Nachpflanzung von zwei Bäumen jenseits des Trassenraums konnte mittlerweile ebenfalls realisiert werden. 601.10 N1 Auf dem Werth Nord Bezirk: Chorweiler Flächengröße: 0,14 ha Stadtteil: Merkenich Anzahl Bäume: 15 Bäume Fläche. Kleiner Streuobstbestand in der Rheinaue nordöstlich von Rheinkassel. Die Fläche wurde vermutlich zeitgleich mit den Nachbarflächen Auf dem Werth Süd und Langeler Damm Nord zwischen 2003 und 2007 als Ausgleichsmaßnahme angelegt. An einer Stelle befindet sich statt eines Baumes ein Schachtdeckel (vermutlich Zugang zu einem Düker). Baumbestand. Gemischter Baumbestand aus relativ jungen Äpfeln, Pflaumen und Birnen. Die südwestlichste Reihe am Wegesrand steht im Vollschatten eines hohen Pappelgehölzes, die Obstbäume dort haben kaum günstige Entwicklungschancen. Die anderen Bäume auf dem besonnten Wiesenteil stehen gesund. Biotopqualität. Der Bestand schließt sich an die weitläufige Wiesenlandschaft der Rheinaue an. Im Nordosten grenzt die Fläche an einen Gehölzstreifen. Die Wiese zu Füßen der Bäume ist relativ artenarm, stark von Gräsern dominiert und besitzt einen geringen ökologischen Wert. Maßnahmen. Im Förderzeitraum wurden Baumschnittmaßnahmen durchgeführt. Gesamtbewertung. Aktuell besteht weiterhin ein moderater Rückstand bei der Kronenpflege der Obstbäume, der aber in den kommenden Jahren ohne große Probleme Schnitt für Schnitt aufgelöst werden kann. 601.11 N1 Langeler Damm Süd Bezirk: Chorweiler Flächengröße: 1,43 ha Stadtteil: Merkenich Anzahl Bäume: 40 Bäume Fläche. Der Streuobstbestand liegt in der Außenaue direkt am Rheindeich von Rheinkassel und gehört zu den ältesten und damit wertvollsten noch existierenden Streuobstweiden in Köln. Die Fläche blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Bereits auf den ersten historischen Luftbildern der 1950er Jahre sind zahlreiche, quer zum Deich verlaufende Flurstücke mit Obstbaumbeständen zu erkennen. In den 1960er Jahren ist dann ein breiter Streifen dieser alten Flurstücke, direkt am Fuß des Deichs, gerodet und in Grünland umgewandelt worden. Dies führte dazu, dass der älteste Obstbaumbestand nur am Deichfuß und nördlich jener Rodungsschneise überlebt hat. Bei Sortenerfassungen der letzten Jahre wurden unter diesen Altbäumen 26 mehrere seltene, zum Teil noch nicht identifizierte Obstsorten entdeckt, so dass die Fläche auch aus pomologischer Sicht zu den herausragenden Kölner Flächen zählt, für die eine besondere Erhaltungsverantwortung besteht. Einige Flurstücke der Gesamtfläche befinden sich in privatem Besitz und unterliegen weiterhin keiner vertraglich fixierten Vereinbarung zur Pflege durch die Station. Erste Gespräche mit dem Besitzer fanden statt, wurden allerdings durch den Beginn der Coronapandemie wieder verhindert. Baumbestand. Besteht aus mehreren Obstbaumgenerationen. Die ältesten Bäume dürften noch aus den 1930er Jahren, eventuell auch noch früher, stammen und gehören zu den besonders seltenen und erhaltenswerten Sorten. Daneben finden sich auch Obstbäume jüngeren Datums, die in den letzten 30 Jahren von der Stadt nachgepflanzt wurden, dann jedoch mehr oder weniger sich selbst überlassen geblieben sind. Die Sorten dieser Baumgeneration entsprechen den damals gängigen Baumschulsortimenten und sind von keinem besonderen Erhaltungsinteresse. Die Baumkronen dieser jüngeren Obstbäume sind zum Teil stark verwachsen, was mit der mangelnden Pflege der letzten Dekaden zusammenhängt. Biotopqualität. Die Fläche wird derzeit von einem Pferdehalter als Pferdeweide genutzt. Neben dem Obstbaumbestand stehen auch einige mächtige Pappeln und Kopfweiden auf der Fläche, was die Biotopausstattung deutlich erhöht. Das Grünland ist aufgrund der relativ geringen Beweidungsintensität vergrast und recht artenarm. Es finden sich nur wenige Wiesenblumen im Bestand. Maßnahmen. Im Förderzeitraum wurden keine Maßnahmen durchgeführt. Erste Pflegearbeiten sollen 2023/24 durchgeführt werden. Gesamtbewertung. Aktuell besteht ein zum Teil erheblicher Rückstand bei der Kronenpflege der Obstbäume, der in den kommenden Jahren durch mehrere Pflegeeingriffe sukzessive aufgelöst werden muss. Durch die letzten Dürrejahre sind einige Bäume abgängig. Zudem beeinträchtigt auch die Schattierung durch einige riesige Pappeln am Rand der Fläche den Wuchs der Obstbäume. Die Pappeln wurden allerdings im Berichtszeitraum durch städtische Baumpfleger zurückgeschnitten, da sie zum Teil erheblich bruchgefährdet waren. 601.12 N1 Auf dem Werth Süd Bezirk: Chorweiler Flächengröße: 0,25 ha Stadtteil: Merkenich Anzahl Bäume: 21 Bäume Fläche. Schwesterfläche der oben diskutierten Obstweise Auf dem Werth Nord. Wurde ebenso wie diese zwischen 2003 und 2007 vermutlich als Ausgleichsmaßnahme angelegt. Baumbestand. Besteht aus gängigen Apfel- und Pflaumensorten, alle im selben Alter. Im Berichtszeitraum konnten zwei Fehlstellen mit Obstbäumen bepflanzt werden. Biotopqualität. Der Obstbestand ist Teil des rheinnahen Auengrünlands, das sich von Rheinkassel bis nach Langel hochzieht. Die Obstwiese verfügt über keine Sonderstrukturen wie Hecken oder Totholzhaufen, was die ökologische Wertigkeit eher gering erscheinen lässt. Auch die Obstbäume sind noch zu jung, um ökologisch wertgebende Strukturen wie Baumhöhlen hervorzubringen. Maßnahmen. Im Förderzeitraum wurden Baumschnittmaßnahmen sowie eine Nachpflanzung von zwei Jungbäumen durchgeführt. 27 Gesamtbewertung. Aktuell besteht weiterhin ein moderater Rückstand bei der Kronenpflege der Obstbäume, der aber in den kommenden Jahren ohne große Probleme Schnitt für Schnitt aufgelöst werden kann. 602.01 Mennweg Bezirk: Chorweiler Flächengröße: 0,66 ha Stadtteil: Fühlingen Anzahl Bäume: 89 Bäume Fläche. Die Obstwiese am Mennweg zählt zu den ältesten noch erhaltenen Streuobstbeständen im Kölner Stadtgebiet und lässt sich bis in die 1930er Jahre zurückverfolgen. So taucht der markante schlauchartige Grundriss der Fläche in der Topographischen Karten von 1936 bis 1945 erstmals auf, so dass vermutet werden kann, dass die Anlage des Obstbestands in diese Zeit fällt. Auf der ersten zugänglichen Luftbildaufnahme von 1951 sind bereits 4 lange Reihen von Obstbäumen zu erkennen. Die südliche Spitze und die äußerste Baumreihe im Nordosten dieser ursprünglichen Fläche fiel einige Jahre später dem Wegebau zum Opfer. Die jüngere Vergangenheit der Fläche ist nur schlecht rekonstruierbar. Es ist bekannt, dass sich Aktive des NABU zwischenzeitlich der Fläche annahmen und die Pflege organisierten. Spätestens seit den 2000er Jahren ist der Streuobstbestand am Mennweg dann allerdings (wieder?) verwildert. Als die Station 2018 mit der Pflege begann, waren weite Teile der Wiese verbuscht, die Hecken durchgewachsen und von ausgewachsenen Laubbäumen überkront, die viel Schatten auf die Fläche warfen. Der Mennweg stellt derzeit einen Schwerpunkt in den jährlichen Pflegearbeiten der Naturschutzstation dar und wurde in den letzten Jahren ökologisch behutsam restauriert. Baumbestand. Der Baumbestand gliedert sich in mehrere Baumgenerationen. Die ältesten Obstbäume auf der Fläche haben längst ihre letzte Lebensphase erreicht. Es sind zum Teil beeindruckende Baumgestalten mit vielen Baumhöhlen und großen Totholzpartien. Die letzten sehr trockenen Jahre haben leider ihren Tribut gefordert und nicht wenige dieser alten Veteranen sind mittlerweile abgestorben. Die jüngeren Bestandsbäume stammen aus Nachpflanzungen der letzten 30 Jahre und gehen vermutlich auf die Aktivitäten früherer NABU- Generationen zurück. Sie bestehen aus den damals üblichen Baumschulsorten und sind aus pomologischer Sicht deutlich weniger wertvoll als die Altbäume. Als dritte und jüngste Baumgeneration wurden durch die Station in den letzten Jahren Fehlstellen mit besonderen, zum Teil sehr seltenen Sorten bepflanzt. Biotopqualität. Die an den Längsseiten zum Teil gepflanzten, zum Teil wild entstandenen Hecken sind zwar ökologisch wertvolle Biotopelemente, greifen jedoch zunehmend auf die Wiesenfläche über und beschatten die Obstbäume. Daher wurden in den vergangenen Jahren wiederholt Teile der Hecke auf den Stock gesetzt. Die Wiese bestand fast nur aus Gräsern und wenigen konkurrenzstarken Kräutern der nährstoffreichen Waldsäume. Durch die Pflege der Station hat sich dieses Bild mittlerweile gewandelt. 2021 konnten zwei Wiesenbereiche zudem über eine Mahdgutübertragung mit artenreichem Spenderheu aus der Worringer Rheinaue angereichert werden. Die Ergebnisse waren 2022 hervorragend, so dass auch von einer weiterhin positiven Wiesenentwicklung ausgegangen werden kann. Maßnahmen. Im Förderzeitraum wurden zahlreiche Arbeitseinsätze durchgeführt. Die Maßnahmen umfassen Baumschnittmaßnahmen an Jung- und Altbäumen (Erziehungsschnitt, Instandhaltungsschnitt, Kronenregeneration, Kronensicherung, Fruchtholzverjüngung…), Heckenpflege, Baumpflanzung, Baumscheibenpflege und Wiesenmahd. Gesamtbewertung. Der Gesamtzustand der Fläche konnte in den letzten Jahren durch erhebliche Anstrengungen deutlich verbessert werden. Der Zustand der Bäume weist immer noch moderate Rückstände in 28 der Kronenpflege auf, die in den nächsten Jahren Schritt für Schritt behoben werden sollen. Aus einer halb verwilderten Obstwiesenbrache ist ein Vorzeigebestand mit einer ausgezeichneten ökologischen Wertigkeit geworden, der in den nächsten Jahren weiter behutsam entwickelt werden soll. Ein wesentlicher Aspekt der Pflegearbeiten ist das abschnittsweise Auf-den-Stock-Setzen der Hecken. Das Entfernen von Überhältern aus den Hecken konnte im Berichtszeitraum fortgeführt werden, um die teilweise massive Beschattung der schmalen Obstwiesenfläche zu reduzieren. Mittlerweile sind fast alle Überhälter entnommen worden, und mehrere Bereiche der Althecke wurden auf den Stock gesetzt. Die Mahd der für Maschinen kaum zugänglichen Fläche wird durch die Station geleistet. Dabei wird je nach Entwicklungsgrad der relativ artenarmen Fuchsschwanz-Glatthaferwiese in Etappen mit Handsense und Balkenmäher gemäht, um die Vielfalt zu fördern und bessere Entwicklungsbedingungen für die Wiese zu schaffen. Im Berichtszeitraum konnte zudem eine Mahdgutübertragung an zwei Stellen durchgeführt werden, bei dem Spendermaterial aus der nahegelegenen Rheinaue verwendet werden konnte. Die Bereiche werden 2021/22 einer floristischen Erfassung unterzogen. An allen Pflegearbeiten auf der Obstwiese konnten in regelmäßigen Aktionen auch Kinder und Jugendliche des Jugendzentrums Northside teilnehmen und so die Streuobstkultur in all ihrer Vielfalt über das Jahr hinweg erleben. Die Kooperation mit dem Jugendzentrum soll auch in den kommenden Jahren fortgeführt werden. Damit gewinnt am Mennweg neben der naturschutzfachlichen Arbeit auch die naturschutzpädagogische Beschäftigung mit dem Thema Streuobst an Bedeutung. 29 Abbildung 21: Ein Heckenstück wird auf den Stock gesetzt und als kompakte Totholzhecke an der Flurgrenze aufgeschichtet (Dezember 2021). Abbildung 22: Blick über die Totholzhecke auf den Streuobstbestand am Mennweg. Dort wo heute der Feldweg verläuft, befand sich bis Anfang der 1950er Jahre noch eine vierte Obstbaumreihe. (Dezember 2021). Abbildung 23: Blick auf einen von Buschwerk freigestellten Bereich an der Südspitze der Fläche. Im Bild sind mehrere abgestorbene Altbäume zu erkennen. So lange sie stehenbleiben, bieten sie zahlreichen Insektenarten Nist- und Nahrungsmöglichkeiten. (Dezember 2021) Abbildung 24: Im Zuge der Heckenpflege freigestellte Altbäume der Sorte Weißer Klarapfel, die über Jahre von Gehölzen überwachsen worden waren. Vielleicht treiben sie noch einmal durch und können mit weiteren Revitalisierungsschnitten erhalten werden (März 2022) 30 Abbildung 25: Blick auf einen Teil der langen Streuobstwiese am Mennweg. Anfang April beginnt die Wiese hochzuwachsen. Links im Bild einer der alten Kirschbäume. Deutlich ist der mächtige Veredelungswulst zwischen Unterlage und Edelsorte erkennbar (April 2022). Abbildung 26: Auch hier wurde ein kleiner Teil der verkahlenden Althecke auf den Stock gesetzt. Die angrenzenden Wiesenpartien bekommen dadurch wieder mehr Licht, was sich positiv auf die Artenvielfalt auswirkt (April 2022). Abbildung 27: Im Juni steht die Wiese in Blüte – allerdings nur dort, wo zuvor durch die Mahdgutübertragung eine Ansiedlung von Wiesenblumen stattgefunden hat. Im Bild verläuft der Streifen mittig. Im Hintergrund abgestorbene Altbäume mit hoher Wertigkeit für die Insektenfauna (Juni 2022). Abbildung 28: Die Obstwiese wird von der Station per Staffelmahd gemäht, das heißt, es entsteht ein Mosaik aus kurzen und hochwüchsigen Bereichen. Dadurch können Insekten und andere Wirbellose in die jeweils attraktivsten Habitatbereiche wechseln. Im Bild rechts blühen Wiesen-Pippau und Zottiger Klappertopf um die Wette (Juni 2022). 31 Abbildung 29: Werden Bereiche mit vielen Wiesenblumen gemäht, kann das samenhaltige Schnittgut wiederum zur Animpfung artenarmer Wiesenbereiche genutzt werden (Juni 2022). Abbildung 30: Hier wurde ein halbes Jahr zuvor ein kleines Stück Wiese mit einer lichtundurchlässigen Folie abgedunkelt und die Grasnarbe dadurch zum Verrotten gebracht. Solche kleinen Flächen können dann zur Wiesenmahd mit samenreichem Heu bedeckt werden – quasi eine Madhgutübertragung im Kleinen. (Juni 2022). Abbildung 31: Nach der Sommertrockenheit fangen Fettwiesen auf gut mit Nährstoffen versorgten Böden ein zweites Mal an üppig emporzuwachsen. Daher muss auf solchen Flächen eine zweite Mahd im Herbst durchgeführt werden, damit die Wiesenpflanzen über den Winter genug Licht in Bodennähe bekommen. Hier ist die Mahd mit dem Balkenmäher zu sehen (Oktober 2022). Abbildung 32: Der Grasschnitt kann als Mulch um die Baumscheiben älterer Bäume verteilt werden, wenn es auf der Fläche keine besonderen Wühlmausprobleme gibt. Dadurch kann der Wiese mehr Licht verschafft werden, während die Obstbäume durch die langsam zersetzende Biomasse mit Nährstoffen versorgt werden (Oktober 2022). 606.02 Nüssenberger Busch Ost Bezirk: Chorweiler Flächengröße: 0,31 ha Stadtteil: Pesch Anzahl Bäume: 31 Bäume Fläche. Etwa Mitte der 1990er Jahre wurden durch Ehrenamtliche des Kölner Naturschutzes am Nordrand eines Waldstücks im Nüssenberger Busch Obstbäume gepflanzt. Vermutlich erfolgte die Pflanzung zeitgleich 32 mit der Schwesterfläche Nüssenberger Busch West, und durch dieselben Akteure. Aus heutiger Sicht waren diese Anfänge im Bereich Streuobst fachlich wenig durchdacht. So wurden um die Obstbäume Riegel aus Wildsträuchern gepflanzt, die nach wenigen Jahren bereits zum Problem für die Obstwiese wurden und sie zu überwachsen drohten. Spätestens seit den 2000er Jahren lässt sich auf den Luftbildaufnahmen dann auch eine allmähliche Verbrachung der Obstwiese erkennen. Vermutlich löste sich die Pflegetruppe zu dieser Zeit aus Altersgründen auf und die Obstwiese fiel in einen Dornröschenschlaf. Ab 2018 wurden dann erste Maßnahmen durch die Station umgesetzt, wobei die Aktivitäten sich schnell auf die Freiflächen südwestlich der ursprünglichen Pflanzung konzentrierten, da diese bereits mehr oder weniger im vorrückenden Wald verschwunden war. Baumbestand. Der ursprüngliche Baumbestand besteht vorwiegend aus Birnbäumen sowie einigen Äpfeln und Kirschen. Diese stehen heute im Waldrand und werden zunehmend beschattet. Einige dieser Bäume existieren auch nicht mehr. In den letzten Jahren wurden durch die Station neue Obstbäume seltener Sorten südwestlich des Altbestandes gepflanzt. Biotopqualität. Sehr strukturreiche Obstwiese mit vielen ökologisch wertvollen Sonderstrukturen wie etwa Totholzhecken und Waldsäumen. Die Wiese wurde 2021 durch eine Mahdgutübertragung auf drei Streifen mit artenreichem Spenderheu aus der Flittarder Aue angereichert. Dadurch konnte der Kräuteranteil stellenweise deutlich gesteigert werden. Maßnahmen. Im Förderzeitraum wurden Maßnahmen in den Bereichen Jungbaumschnitt, Baumscheibenpflege, Wässerung von Jungbäumen sowie Biotoppflege (Entkusselung) durchgeführt. Gesamtbewertung. Es zeichnet sich ab, dass der Altbestand der Streuobstwiese, der sich zwischen dem Waldrand und einer vorgeschobener Gehölzpflanzung befindet, nicht ohne größere forstliche Eingriffe zu erhalten ist. Hier muss entweder in den kommenden Jahren ein Teil der umliegenden Bäume entnommen werden, oder der Altbestand wird als Obstwiesenbrache der Sukzession überlassen. Eine maschinelle Mahd mit Schlepper ist spätestens seit dem Berichtsjahr 2020/21 aufgrund umgefallener Bäume und vorrückender Gebüsche nicht mehr möglich. Auf der Neufläche sind die Entkusselungsarbeiten noch nicht abgeschlossen und müssen in den kommenden Jahren fortgeführt werden, um eine Verwaldung zu verhindern. Abbildung 33: An einem blühenden Wilden Dost fanden sich Mitte Juli Wolken von Tagfaltern – ein Phänomen, das in Köln nur noch in Ausnahmefällen zu beobachten ist. Die hohe Insektendichte spricht für die ökologische Wertigkeit der Streuobstwiese Nüssenberger Busch Ost (Juli 2022). Abbildung 34: Blick auf die benachbarte Allee der vergessenen Birnensorten, eine Neupflanzung seltener Birnensorten, die seit 2021 durch die Station umgesetzt wird. Die Streuobstwiese Nüssenberger Busch Ost grenzt direkt an den Fußweg am rechten Bildrand (Juli 2022). 33 610.01 Waldwiese Kreuzfeld Bezirk: Chorweiler Flächengröße: 0,7 ha Stadtteil: Blumenberg Anzahl Bäume: 60 Bäume Fläche. Die Streuobstwiese Kreuzfeld gehört zu den kurioseren Streuobstbeständen im Portfolio der Station. Ihre Anfänge lassen sich bis in die Mitte der 1990er Jahre zurückverfolgen, als ein Teil der großen Ackerfläche in Grünland umgewandelt und mit Obstbäumen bepflanzt wurde. Mehr oder weniger zur gleichen Zeit schien die Fläche um die Obstbäume herum flächig mit Gehölzen bepflanzt worden zu sein. Der Sinn dieser Maßnahme erscheint aus heutiger Sicht mehr als fraglich, denn schon wenige Jahre später wuchs direkt um die Obstbäume herum ein Wald heran, der bis heute besteht und der Obstwiese ihren heutigen Namen verleiht. Baumbestand. Der Obstbaumbestand besteht vorwiegend aus Apfelbäumen gleichen Alters. Der gute Boden am Standort hat im Laufe der Jahre zum Teil riesengroße Baumkronen erzeugt, die dennoch mit den benachbarten Waldbäumen nicht mithalten konnten und besonders randlich unter starker Verschattung leiden. Aufgrund der lang ausgebliebenen Pflege haben sich ausgesprochene Naturkronen mit starken Verdichtungen ausgebildet. Biotopqualität. Die Wiese unter den Obstbäumen war lange Zeit Bestandteil eines Beweidungsvertrags und hätte durch eine Schafherde beweidet werden sollen. Dies ist allerdings zumindest in den letzten fünf Jahren unterblieben, so dass sich eine artenarme Grasfläche mit beginnender Gehölzsukzession entwickelt hat, die bei den Pflegearbeiten an den Obstbäumen hinderlich ist. Der Waldrand ist aus Sicht der Artenvielfalt sicher ein wünschenswertes Biotopelement, sollte jedoch dringend randlich auf den Stock gesetzt werden, um einen gestuften Waldmantel zu erzeugen und den Obstbäumen mehr Licht zu gewähren. Maßnahmen. Im Förderzeitraum wurden erste Baumschnittmaßnahmen an einem Teil der Bäume durchgeführt. Da es sich um sehr große und dichte Baumkronen handelt, brauchen diese Arbeiten allerdings viel Zeit und werden in den kommenden Jahren Schritt für Schritt fortgesetzt. Gesamtbewertung. Die Streuobstwiese Kreuzfeld gehört zu den stark verbrachten Obstwiesen im Portfolio der Station. Durch ihre Lage inmitten eines Waldstückes ergeben sich zwei Jahrzehnte nach der Anlage wachsende Probleme mit dem vorrückenden Waldrand. Die Obstbäume stehen mehrheitlich gut, besitzen aber infolge lange ausbleibender Schnittmaßnahmen zum Teil riesige Naturkronen. 2018 war das letzte gute Ertragsjahr der Fläche. Aus diesem Jahr resultieren mehrere umfangreiche Astbrüche infolge von Vollbehang und ungünstiger Statik. 34 Abbildung 35: Blick in den dichten Baumbestand vor Beginn der Schnittmaßnahmen (März 2022). Abbildung 36: Deutlich zu erkennen sind die hierarchisch ungeordneten Astebenen der Naturkronen mit ihren starken Überbauungen über den ursprünglichen Leitästen (März 2022). 612.01 Krebelshof Altbestand Bezirk: Chorweiler Flächengröße: 0,3 ha Stadtteil: Worringen Anzahl Bäume: 21 Bäume Fläche. Der Streuobstbestand am Krebelshof gehört zu den ganz alten und damit besonders wertvollen Beständen in Köln. Der heutige Baumbestand ist der Überrest einer alten Obstpflanzung, die bis in die 1950er Jahre zurückverfolgt werden kann. In den ersten zwei Dekaden nach dem Zweiten Weltkrieg wurde auf der Fläche zum Teil Gartenbau betrieben, eventuell auch mit kleinkronigen Obstgehölzen in Dichtpflanzung. Aus den Resten dieser Gartenbauanlage entstand dann vermutlich durch Reduzierung der Pflege eine Art Streuobstbestand, dessen letzte Altbäume auch heute noch auf dem Gelände westlich des Vierkanthofs stehen. Der Altbestand am Jugendzentrum Krebelshof umfasst derzeit 21 Bäume, von denen die meisten ein Alter von mehr als 50 Jahren aufweisen. Die Wiese wird im Sommer als Zeltplatz, Versammlungsort und Spielwiese für die Aktivitäten mit Kindern und Jugendlichen genutzt. Die Fläche ist daher als Rasen ausgeprägt und wird mehrmals jährlich gemäht. Baumbestand. Der Baumbestand gliedert sich in zwei Generationen auf. Die alte Baumgeneration entstammt noch aus dem Zeitraum 1950er bis 1960er Jahre und formt ein heute kaum noch erkennbares Pflanzraster, in dem die meisten der damals gepflanzten Bäume fehlen. In den letzten Jahren wurden durch die Station fünf Jungbäume nachgepflanzt, um den Baumbestand zu verjüngen. Biotopqualität. Abgesehen von den alten Obstbäumen stellt sich die Fläche aktuell als wenig wertvoll dar, was vor allem an der häufigen Mahd liegt, die aus der Wiese einen Rasen macht. Randlich geht die Fläche abrupt in weite übermannshohe Brombeerteppiche über. Maßnahmen. Im Förderzeitraum wurden keine Maßnahmen durchgeführt. Gesamtbewertung. Es besteht derzeit ein moderater Pflegerückstand bei der Altbaumpflege. Manche der Bäume sind abgängig, einige fielen bereits vor Jahren um oder wurden im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht gefällt. Die noch verbliebenen Altbäume sollen in den kommenden Jahren durch 35 Verjüngungsschnitte (Kronenauslichtung, Kronenpflege, moderate Kroneneinkürzung zur Unterstützung einer Sekundärkronenbildung) in ihrem Zustand stabilisiert werden. Die Station steht mit der Leitung des Jugendzentrums in engem Kontakt und führt die Maßnahmen in Kooperation mit den dortigen Mitarbeitern durch. 612.02 Krebelshof Ost Bezirk: Chorweiler Flächengröße: 0,7 ha Stadtteil: Worringen Anzahl Bäume: 48 Bäume Fläche. Jüngerer Streuobstbestand, der als Ausgleichsmaßnahme im Rahmen des Bebauungsplans am Krebelspfad etwa seit 2009 umgesetzt wurde. In der ersten Phase wurden 18 Obstbäume in der südwestlichen Ecke der Fläche gepflanzt. Etwa um 2017 wurden dann in einer zweiten Phase die restlichen Bäume gesetzt Die Fläche grenzt am Nordende an die Jakob-Sturm-Straße, im Westen an die Alte Straße. Baumbestand. Es handelt sich ausnahmslos um Obstbäume im Stadium des Kronenaufbaus. Das Sortenspektrum umfasst gängige Standardsorten, die zumindest teilweise nach der städtischen Empfehlungsliste ausgewählt wurden. Biotopqualität. Die in der zweiten Phase angelegte Wiese ist mit einer artenreichen Wiesenmischung eingesät worden und ist sowohl landschaftsästhetisch als auch ökologisch gut gelungen. Maßnahmen. Im Förderzeitraum wurden keine Maßnahmen durchgeführt. Gesamtbewertung. Aktuell besteht noch ein moderater Pflegerückstand bei den Bestandsbäumen auf dem Südteil der Fläche, der in den kommenden Jahren Schritt für Schritt aufgelöst werden kann. 715.01 Wesselinger Weg Bezirk: Porz Flächengröße: 0,53 ha Stadtteil: Langel Anzahl Bäume: 57 Bäume Fläche. Der Streuobstbestand am Wesselinger Weg gehört zu den Kölner Altflächen und geht auf eine alte Marktkultur zurück, die bereits auf Luftbildaufnahmen der 1970er Jahre zu erkennen ist. Insgesamt 10 Reihen dicht gepflanzte halb- oder niederstämmige Obstgehölze zogen sich über die Fläche, in deren Mitte mehrere kleine Gebäude bzw. Schuppen errichtet worden waren. Von dieser Vergangenheit zeugen noch immer zahlreiche niederstämmige Obstbäume im fortgeschrittenen Baumalter. Auch die Reste eines alten Fundaments sind noch immer im Gras der Wiese zu finden. Nachdem die Fläche zwischenzeitlich als Pferdeweide gedient hatte, fiel sie in den vergangenen Jahren zunehmend brach. Mittlerweile konnte die Wiese wieder in einen zweischürigen Pflegerhythmus überführt werden. Baumbestand. Besteht vorwiegend aus alten (> 50 Jahre alten) Obstbäumen auf Niederstamm oder Halbstamm. Teilweise sind auch nur noch durchgewachsene Wurzelunterlagen übrig, so etwa bei einigen 36 abgestorbenen Birnbäumen, wo die Quittenunterlagen durchgetrieben und mittlerweile große Büsche geformt haben. Biotopqualität. Allgemein sehr hohe Biotopqualität durch viele Sonderstrukturen, Wildgehölze und Randzonen. Die Wiese selbst ist hingegen sehr artenarm und besteht vor allem aus wenigen Arten von Süßgräsern. Aus diesem Grund wurde 2020 eine Mahdgutübertragung auf zwei Streifen durchgeführt und Spenderheu vom nahegelegenen Rheindeich aufgetragen. Zumindest einer der beiden Streifen hat sich in der Folgezeit sehr positiv entwickelt. Maßnahmen. Im Förderzeitraum wurden Maßnahmen in den Bereichen Baumschnitt, Entbuschung, Wässerung und Baumscheibenpflege bei Jungbäumen durchgeführt. Gesamtbewertung. Auf der Basis von Gutachten zum PEPl N11 sowie in daran anschließenden Diskussionen wurde auf die schlechten Bodenverhältnisse auf der Fläche hingewiesen. Aufgrund der holozänen Sand- und Kiesablagerungen im Bereich der Niederterrasse besteht ein örtlich stark variierendes, meistenteils jedoch sehr geringes Wasserspeichervermögen, unter dem viele der Obstbäume gerade in den vergangenen Trockenjahren gelitten haben. Erste Instandsetzungsarbeiten an den Bäumen konnten in den vergangenen Jahren durchgeführt werden. Vor allem die stark auftretenden Stamm- und Stockausschläge wurden mehrfach beseitigt. Im Berichtszeitraum konnte darüber hinaus ein erheblicher Teil der Verbuschung aufgelöst werden, mehrere Obstbäume wurden aus einem Brombeerdickicht befreit. 37 Abbildung 37: Winterarbeiten auf der Fläche Wesselinger Weg. Da die Obstwiese in den letzten Jahrzehnten stark zugewachsen war, mussten teilweise Gehölze entnommen werden. Im Bild zu sehen ist ein Pflaumenbaum, der von Wildgehölzen und durchgetriebenen Schösslingen der Unterlage befreit wird (Januar 2022). Abbildung 38: Ehrenamtliche Mitglieder des Arbeitskreises bei Freistellungsarbeiten im Winter (Januar 2022). Abbildung 39: An der nordöstlichen Längsseite der Fläche war eine Gruppe von alten Birnbäumen komplett von einem Dickicht aus Brombeeren überwachsen. Die Bäume konnten wieder freigestellt werden (Januar 2022). Abbildung 40: Einige der Birnbäume waren bereits abgängig, anderen können voraussichtlich durch Revitalisierungssschnitte in den kommenden Jahren wieder hergestellt werden (Januar 2022). 38 Abbildung 41: Blick auf die Obstwiese Wesselinger Weg im Frühsommer. Während die Wiese an den meisten Stellen fast nur aus Süßgräsern besteht… Abbildung 42: …zeigt sich einer der beiden Mahdgutübertragungsstreifen kräuter- und blütenreich. Besonders die trockene, basische Böden liebende Skabiosen- Flockenblume konnte in einer großen Population auf der Fläche angesiedelt werden (Mai 2022). 715.04 Biotopwiese Bitzgen Bezirk: Porz Flächengröße: 0,56 ha Stadtteil: Langel Anzahl Bäume: 25 Bäume Fläche. Die Biotopwiese Bitzgen liegt in der Rheinaue vor dem Rheindeich von Langel (rrh.) und ist ringsum von Auenwald umgeben. Obwohl die Obstbäume aufgrund der guten Bodenverhältnisse stark gedickt sind und heute zum Teil mächtige Stämme aufweisen, ist die Obstwiese jüngeren Datums als man zunächst meinen könnte. Aus den alten topographischen Karten (Tranchotkarte, Preußische Kartenaufnahmen) ist eindeutig ersichtlich, dass die Aue vor dem Deich im 19. und 20. Jh. nicht gartenbaulich genutzt worden war. Erste Hinweise auf die Anlage einer Obstwiese an dieser Stelle finden sich erst in Luftbildaufnahmen von Anfang der 1990er Jahre. Bereits damals war das Gebiet bewaldet. Nur der Bereich der heutigen Obstwiese bestand aus einer Lichtung, und hier sind Mitte der 1990er Jahre erste kleine Obstbaumkronen auf den Luftbildern zu entdecken. Ob es sich dabei um eine alte Ausgleichsmaßnahme handelt, ist uns aktuell nicht bekannt. Die eingebaute Lage mitten im Wald ist allerdings für Obstbäume aufgrund der schlechten Durchlüftung und dem randlichen Lichtmangel bekanntlich sehr schwierig. In den vergangenen 20 Jahren scheint zudem keine oder kaum Pflege der Fläche erfolgt zu sein, so dass die Baumkronen stark verdichtet und hierarchisch völlig ungeordnet sind („Naturkronen“). Baumbestand. Besteht aus etwa 25 Apfel- und Birnbäumen. Die Pflanzung ist scheinbar ohne Pflanzraster erfolgt, so dass die Bäume wie zufällig auf der Fläche verteilt stehen. Die völlig ungeordnet gewachsenen Baumkronen berühren sich an vielen Stellen bzw. sind ineinander verwachsen. Teilweise sind in den letzten Jahren starke Äste aufgrund von Fruchtbehang gebrochen. Biotopqualität. Die Wiese unter den Bäumen ist so stark beschattet und reich mit Nährstoffen versorgt, dass sich nur wenige konkurrenzkräftige Pflanzen behaupten können. 2020 war ein großer Bestand von Drüsigem Springkraut auffällig. 2022 schien die Fläche vorwiegend mit Brennnesseln und Brombeeren bedeckt zu sein. 39 Gegenwärtig ergeben sich ökologisch wertgebende Aspekte durch den nahen Waldrand und die relative Ungestörtheit der Fläche. Maßnahmen. Im Förderzeitraum wurden keine Maßnahmen durchgeführt, da die Fläche nach wie vor kaum zugänglich ist. Mit dem Grünflächenamt wurde vereinbart, dass die Baumpflege nach Durchführung von Mahd und Entbuschungsmaßnahmen aufgenommen werden soll. Dies könnte nach gegenwärtigem Stand 2023/24 erstmalig der Fall sein. Gesamtbewertung. Die Baumkronen bedürfen dringend einer mehrjährigen Kronenregeneration und sind in entsprechend wildem Zustand. Die Wiese wächst randlich mit Brombeeren und Gehölzen zu, so dass hier randlich eine Durchpflegung des Gehölzbestands erfolgen müsste. 805.01 Waldbadviertel Schwetzinger Straße Bezirk: Kalk Flächengröße: 1,53 ha Stadtteil: Ostheim Anzahl Bäume: 134 Bäume Fläche. Nördlich der GAG-Siedlung Waldbadviertel in Ostheim wurde etwa 2017 als Ausgleichsmaßnahme eine große Streuobstwiese angelegt. Baumbestand. Der Bestand ist mittlerweile auf über 130 Obstbäume angewachsen und stellt damit eine der größten Kölner Streuobstwiesen dar. Die Bäume sind allesamt Jungbäume in den ersten Standjahren, ihre Kronen befinden sich dementsprechend noch in der Aufbauphase. Bei den ursprünglich gepflanzten Sorten handelt es sich um gängige Standardsorten. In den letzten Jahren hat die Naturschutzstation einige weitere Jungbäume seltener Sorten gepflanzt, die das Sortenspektrum gezielt diversifizieren und für eine bessere Bestäubung sorgen sollen. Biotopqualität. Da sich die Fläche in viel frequentierten Stadtpark befindet, ist die Biotopqualität des Streuobstbestands begrenzt. Die Wiese wurde in den vergangenen Jahren als einschürige Langgraswiese gepflegt, mit einer späten Mahd im Frühherbst. Dies hat dazu geführt, dass die Wiese mittlerweile fast nur noch aus Gräsern besteht und einen dementsprechend geringen ökologischen Wert besitzt. Maßnahmen. Im Förderzeitraum wurden Maßnahmen in den Bereichen Baumschnitt (Kronenformierung bei Jungbäumen), Wässerung und Baumscheibenpflege durchgeführt. Gesamtbewertung. Ein Pflanzschnitt sowie eine fachgerechte Kronenformierung sind in den ersten Jahren nicht erfolgt. Dies konnte in den vergangenen beiden Berichtsjahren teilweise behoben werden. Die Baumpflege der Station hat bereits zu sichtbar gestärkten Kronen der Jungbäume geführt. Die Umstellung auf eine naturgemäße Obstbaumkrone muss in den kommenden Jahren durch jährliche Schnitte weiterverfolgt werden. 904.02 Ferdinand-Stücker-Straße Bezirk: Mülheim Flächengröße: 0,56 ha Stadtteil: Hohlweide Anzahl Bäume: 30 Bäume 40 Fläche. Die Obstweide liegt östlich der Isenburgwiesen etwas versteckt hinter der Wohnbebauung. Von der Ferdinand-Stücker-Straße ist sie nur durch einen schmalen Weg zugänglich. Sie wird aktuell als Weidefläche für Pferde und Esel genutzt. Baumbestand. Die rund 30 Obstbäume befinden sich in unterschiedlichem Alter. Einige von ihnen sind bereits Baumveteranen im hohen Alter mit besonderem ökologischem Wert. Daneben wurden zwischen 2007 und 2010 Obstbäume von städtischer Seite nachgepflanzt, vermutlich dem gängigen Standardsortiment entsprechend. Biotopqualität. Die Obstweide grenzt im Westen an Baumreihen und Entwässerungsgräben, die das Flurstück vom Grünland östlich der Isenburg trennen. Aufgrund dieser vielfältigen Randstrukturen besitzt die Fläche eine gewisse Wertigkeit. Die Weide selbst ist hingegen relativ artenarm und grasdominiert. Maßnahmen. Im Förderzeitraum wurden Winterschnittarbeiten an den Obstbäumen durchgeführt. Gesamtbewertung. Eine Kronenpflege an den Obstbäumen ist erkennbar auf längere Zeit nicht durchgeführt worden. Auch die Baumscheiben und Stammbereiche innerhalb der Vierböcke sind länger nicht bearbeitet worden und benötigen dringende Pflege. Im vorherigen Förderzeitraum 2020/21 konnte bereits eine Erstpflege an den Obstbäumen erfolgreich durchgeführt werden, die im Berichtsjahr 2021/22 fortgesetzt worden ist. Es besteht weiterhin ein gewisser Pflegerückstand, der in den kommenden Jahren beseitigt werden muss. 904.03 Kochwiesenstraße Bezirk: Mülheim Flächengröße: 0,8 ha Stadtteil: Hohlweide Anzahl Bäume: 24 Bäume Fläche. Die Obstweide an der Kochwiesenstraße besteht aus mehreren Flurstücken, die in den vergangenen Jahrzehnten durch Tiere (zuletzt Rinder) beweidet wurden. Etwa um 2008 wurden im Südwesten der Fläche Obstbäume gepflanzt. Es handelt sich also nicht um eine historische Obstweide. Baumbestand. Besteht aus Äpfeln, Birnen, Pflaumen und Quitten, die in den ersten Standjahren augenscheinlich keine fachgerechte Kronenformierung bekommen hatten. Biotopqualität. Relativ artenarme Rinderweide ohne wertgebende Sonderstukturen. Maßnahmen. Im Förderzeitraum wurden die Maßnahmen im Bereich Baumpflege durchgeführt. Gesamtbewertung. Die Rinderbeweidung hat bei den Bäumen eine unten wie abgeschnitten wirkende Kronenform entstehen lassen. Die Stammausschläge haben an einigen Bäumen durch den ständigen Verbiss enorme Ausmaße angenommen. Von einigen Ausnahmen abgesehen stehen die Bäume mehr oder weniger gesund, allerdings ist an den Baumkronen baumpflegerisch in der Vergangenheit nur wenig gearbeitet worden. Eine klare Kronenhierarchie mit steil formierten Leitästen ist nicht erkennbar. Die maroden und eingewachsenen Verbissschützer konnten im Berichtszeitraum abgebaut und durch Casanet-Verbissschützer ersetzt werden. 41 907.01 Am Weißen Mönch Süd Bezirk: Mülheim Flächengröße: 1,28 ha Stadtteil: Dünnwald Anzahl Bäume: 102 Bäume Fläche. Die Streuobstwiese am Weißen Mönch Süd stellt mit über 100 Obstbäumen einen der größten Kölner Streuobstbestände dar. Die weitläufige, in Viereckpflanzung realisierte Wiese mit ihren hochgewachsenen Obstbäumen prägt wesentlich die Landschaft entlang des Mutzbaches und lädt zu einem Spaziergang unter den Baumkronen ein. Die Obstbäume wurden erst etwa 1999 gepflanzt, es handelt sich also nicht um einen historischen Streuobstbestand, auch wenn die Bäume bereits eine stattliche Größe erreicht haben. Baumbestand. Besteht aus Äpfeln, Birnen, Kirschen und Pflaumen gängiger Standardsorten. Eine fachgerechte Baumpflege scheint in den ersten Standjahren nicht regelmäßig erfolgt zu sein, anders lassen sich die ungegliederten Kronenbilder kaum erklären. Biotopqualität. Die Wiese unter den Bäumen wird derzeit als Kurzrasenfläche gepflegt und viermal jährlich gemulcht. Dadurch bleibt sie in ihrer pflanzlichen Vielfalt weit hinter ihren Möglichkeiten zurück. Lediglich im Frühjahr ergibt sich mit der Blüte von Löwenzahn und Gänseblümchen ein nennenswerter Blühaspekt. Darüber hinaus gibt es derzeit keine ökologisch wertgebenden Strukturen auf der Wiese, die die Artenvielfalt positiv beeinflussen könnten. Maßnahmen. Im Förderzeitraum wurden Maßnahmen im Bereich Baumschnitt durchgeführt. Gesamtbewertung. Aufgrund unregelmäßiger Kronenpflege besteht aktuell ein moderater Rückstand bei der Baumpflege. Die meisten Bäume zeigen ausgeprägte unstrukturierte Naturkronen. Vereinzelte Astbrüche deuten darauf hin, dass die Statik der Gerüstäste bei vielen der Bäume leicht bis moderat beeinträchtigt ist. Die Auslichtung und Neuformierung der Kronen wird in den kommenden Jahren auf mehrere Pflegeintervalle verteilt. 907.02 Am Weißen Mönch Nord Bezirk: Mülheim Flächengröße: 0,17 ha Stadtteil: Dünnwald Anzahl Bäume: 15 Bäume Fläche. Kleine Schwesterfläche der zuvor besprochenen, zeitgleich angelegt. Liegt am nördlichen Ende der Wiese, wo die Straße gleichen Namens den Mutzbach überquert. Baumbestand. Besteht aus 15 Apfelbäumen, mit einigen Fehlstellen im Bestand, an denen scheinbar Jungbäume kurz nach der Pflanzung wieder eingegangen waren. Biotopqualität. Verfügt über keine ökologisch relevanten Sonderstrukturen. Einzig der nahe Bachlauf des Mutzbachs mit dem gepflanzten Galleriewald aus Hybridpappeln bietet zusätzliche Biotopelemente. Die Wiese zu Füßen der Obstbäume ist ähnlich entwickelt wie auf der größeren Südfläche, mit wenigen Kräutern, die sich vor allem unter den Baumkronen halten können (vermutlich aufgrund seltener Mahd, da die Maschinen unter den Kronen nicht arbeiten können). 42 Maßnahmen. Im Förderzeitraum wurden Baumschnittmaßnahmen durchgeführt. Gesamtbewertung. Im Förderzeitraum konnten die Arbeiten des Vorjahres weitergeführt werden. Es wird darauf geachtet, die Kronenneuformierung schrittweise vorzunehmen, um keine unnötige Triebreaktion der Obstbäume zu provozieren.
Beratungsverlauf (9)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 1535/2023
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 15.05.2023
- Erstellt
- 08.05.2023 15:46