0638/2017
„Angebote und Maßnahmen für Flüchtlinge und Neuzuwanderer Familien – Kinder- und Jugendliche 2016“
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Mitteilung Ausschuss
8829 Zeichen
Die Oberbürgermeisterin
Dezernat, Dienststelle
IV/51/515
Vorlagen-Nummer 07.03.2017
0638/2017
Mitteilung
öffentlicher Teil
Gremium Datum
Jugendhilfeausschuss 14.03.2017
„Angebote und Maßnahmen für Flüchtlinge und Neuzuwanderer
Familien – Kinder- und Jugendliche 2016„
„Angebote und Maßnahmen für Flüchtlinge und Neuzuwanderer
Familien – Kinder- und Jugendliche 2016“
Ausgangslage
Im Dezember 2014 beauftragte der Rat der Stadt Köln die Verwaltung aufgrund der zunehmenden
Anzahl von Flüchtlingen und EU-Neubürgern aus Bulgarien und Rumänien - bedarfsgerechte Ange-
bote für die Bereiche präventive Kinder- und Jugendhilfe zu schaffen.
Hierzu gehören die offene Kinder-und Jugendarbeit, sowie Familienbegleitende Integrationshilfen im
Rahmen vorschulischer Bildung und Erziehung durch die Interkulturellen Dienste (IKD)
Auf der Grundlage der Zuwanderungszahlen von 2014 bewilligte der Rat der Stadt Köln für ergän-
zende Angebote als Jahresbedarf für 2015 (halbjähriger Anteil) und 2016 folgende zusätzlichen Mit-
tel:
• Offene Kinder-und Jugendarbeit / Jugendförderung 895.000 Euro
• 4.5 Stellen Interkultureller Dienst“ 292.000 Euro
• Familienbegleitende Integrationshilfen 225.000 Euro
Gesamt: 1.412.500 Euro
Die Mittel wurden in 2016 für folgende Maßnahmen eingesetzt:
1. Familienbegleitende Integrationshilfen zur vorschulischen Bildung und Erziehung durch den
Interkulturellen Dienst
Im Bereich Flüchtlinge arbeitet der IKD eng zusammen mit den örtlichen Trägern der Wohnheime –
Wohnungsamt – Bezirksjugendpflege –ASD – GSD – Freien Trägern im Bezirk sowie den von der
Bürgerschaft getragenen Zusammenschlüssen von Ehrenamtlern und Willkommensinitiativen
Der IKD eruiert aktuelle Bedarfslagen der Zielgruppen, die für die Konzeptionierung und Entwicklung
einer entsprechenden Angebotsstruktur in den Wohnheimen und im Stadtbezirk maßgeblich sind.
Der IKD übernimmt hier eine Brückenfunktion zu den im Stadtbezirk vorhandenen Einrichtungen. Ne-
ben der Bereitstellung der eigenen Ressourcen in Form von Beratung und Gruppenangeboten im
Stadtbezirk, entwickelt der IKD bedarfsentsprechende Angebote in den Flüchtlingsunterkünften vor
Ort – sowie in Kooperation mit den freien Trägern.
Die Aufgabenfelder des IKD umfassten in 2016 gemäß dem Ratsbeschluss folgende Maßnahmen:
• Initiierung und Einrichtung von Sprachförderangeboten / Alphabetisierung für Kinder – Jugend
liche und Erwachsene, die keinen Zugang zu Integrationskursen haben
• Niederschwellige Familienbegleitende Angebote zur Stärkung der interkulturellen und Erzie-
hungskompetenz der durch Fluchterfahrung belasteten Eltern
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• Einrichtung von Mütter– oder Elterngesprächskreisen, Vätergruppen, Familiencafes etc. zu
alltagsrelevanten Themen der Gesundheit, Ernährung, Kindererziehung sowie Kennenlernen
der bestehenden sozialen Regelangebote
• Niederschwellige Angebote der Gesundheitsversorgung in Kooperation mit den Netzwerken
Frühe Hilfen - Einrichtung von Gesundheitssprechstunden und -Sprechstunden mit Familien
hebammen
• Angebote der Vorschulförderung für Kinder – interkulturelle Spielgruppen – soziale Gruppen-
arbeit, Vorbereitung auf Kita und Schulbesuch, Kinderbibliothek etc.
• Kunsttherapeutische – kreative- musikalische – sowie Bewegungsangebote für traumatisierte
Kinder
• Einschulungshilfen, Schulbegleitende Hilfen für Kinder, Alphabetisierung, Sprachförderung,
Hausaufgabenhilfe etc. dort wo Regelangebote nicht greifen oder nicht ausreichend vorhan-
den sind
• Informationsvermittlung zu Angeboten der Regelversorgung im Bereich Kita, Schule, Aus- und
Weiterbildung, Arbeit, Freizeit, Bildung, Gesundheit, etc.
• Einsatz von pädagogisch und interkulturell geschulten Stadtteilmüttern, Integrationslotsen,
Sprach-und Kulturmittlern, Dolmetschern etc. zur Verständigung, Vermittlung und Begleitung
in entsprechende Regelangebote
Perspektive:
Die Integration von Flüchtlingen bleibt eine dauerhafte kommunale Aufgabe, die zum Ziel hat, zuge-
wanderten Menschen eine integrative Perspektive in Köln zu bieten. Um dieser Aufgabe gerecht zu
werden, bedarf es der Bereitstellung entsprechender Ressourcen.
Die Erfahrungen aus 2016 zeigen, dass der Unterstützungsbedarf sehr hoch ist, und die Angebote
überwiegend sehr gut angenommen werden.
Vor dem Hintergrund der seit 2014 erheblich gewachsenen Zahl an Flüchtlingsunterkünften und der
knappen Ressourcen, konnten die vorgenannten Angebote leider nicht in den neuen Einrichtungen
angeboten werden. Dort besteht grundsätzlich ein erhöhter Bedarf für Integrationslotsen; Mütter-
/Väter-/Elterngruppen und Angeboten der Familienförderung (Erziehungs- und Alltagsgestaltung).
2. Angebote der präventiven Kinder- und Jugendhilfe in 2016
Die Angebote der präventiven Kinder- und Jugendhilfe sind im Arbeitsbereich der Offenen Kinder-
und Jugendarbeit (OKJA) angesiedelt. OKJA stellt mit ihren 73 Kinder- und Jugend-einrichtungen, 35
Jugendprojekten und zahlreichen mobilen Angeboten eine wesentliche Infrastruktur für außerschuli-
sche Freizeit- und Bildungsarbeit dar. Zielgruppe der OKJA sind alle Kinder und Jugendlichen, insbe-
sondere bildungs- und sozial benachteiligte. Die Altersspanne der Besucherinnen und Besucher liegt
in der Regel zwischen 6 und 22 Jahren, wobei die 12 – 17 jährigen zur Kerngruppe der OKJA gehö-
ren.
Es ist erklärtes Ziel, geflüchtete und zugewanderte Kinder und Jugendliche in das Regelsystem der
OKJA einzubinden und alle Kinder und Jugendliche in ihren sozialen und interkulturellen Kompeten-
zen zu fördern, damit ein verträgliches Zusammenleben von Menschen unter-schiedlicher kultureller
und religiöser Prägung, verschiedenen Werten und Lebensstilen stattfinden kann.
In 2016 wurden 111 Anträge für (Mikro-)Projekte von anerkannten Trägern der Jugendhilfe bewilligt.
Es waren 71 verschiedene Einrichtungen beteiligt, dabei handelte es sich um 43 Jugendeinrichtun-
gen, 17 Jugendprojekte sowie 11 sonstige Institutionen (z.B. Sportjugend im Sportbund Köln e.V.,
Rheinflanke gGmbH, Kölner Spielecircus e.V.)
Die Anträge für (Mikro-)Projekte unterschieden sich schwerpunktmäßig in drei Kategorien:
• Mobile und aufsuchende Projekte, die auf Spiel- und Bolzplätzen oder vor und in Flüchtlings-
unterkünften durchgeführt worden sind und vor allem niedrigschwellige Spiel- und Sport- oder
Kreativangebote für geflüchtete und einheimische Kinder und Jugendliche beinhalteten.
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• Niedrigschwellige Gruppenangebote, vor allem in Jugendeinrichtungen und Jugendprojekten,
die auf die besonderen Erfordernisse der geflüchteten und zugewanderten Kinder und Ju
gendliche zugeschnitten waren und auch den Kontakt mit der angestammten Besucherschaft
förderten. Es haben sich hierbei besonders Angebote aus den Bereichen Sport, Musik, Kunst,
neuen Medien, Kochen bewährt, außerdem Maßnahmen zur Sprachförderung, Mobilitätsför-
derung und Stadt(teil)erkundung.
• Zusätzliche Personalressourcen für die aktive Kontaktherstellung in den Flüchtlingseinrichtun
gen, den Transfer und die Begleitung der Kinder und Jugendlichen zwischen Flüchtlingsunter
kunft und Jugendeinrichtung sowie die personelle Verstärkung zu den regulären Öffnungszei
ten, um auf die neuen Besucherinnen und Besucher besonders eingehen und sie in den lau
fenden Betrieb einbinden zu können.
Zur Qualifizierung der fachpädagogisch tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bereich der Offe-
nen Kinder- und Jugendarbeit wurde auch 2016 eine Fachtagung unter dem Titel „ Aus Fremden
werden Freunde – Rollenfindung von geflüchteten Kindern Jugendlichen in der Offenen Kinder- und
Jugendarbeit“ angeboten. Es haben etwa 100 Personen an dieser Veran-staltung teilgenommen, die
sowohl Hintergrundinformationen bot als auch praxisorientierte Anregungen und Diskussionen ermög-
lichte.
Im Bereich der präventiven Kinder- und Jugendhilfe ist aufgrund der seit Ende 2014 deutlich gestie-
genen Anzahl von geflüchteten jungen Menschen eine weitere Aufstockung der Maßnahmen im Ar-
beitsfeld Offene Kinder- und Jugendarbeit erforderlich, um die vorhandenen Bedarfe entsprechend
abdecken zu können. Weitere Finanzressourcen werden außerdem in den Arbeitsbereichen Jugend-
förderung und Jugendschutz benötigt, um auch hier neue zusätzliche Angebote für die Zielgruppe
bereitstellen zu können.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Zahl der Flüchtlinge und Einrichtungen seit 2014 erheb-
lich gestiegen sind. Auf Grund der knappen Ressourcen können sowohl im Bereich der präventiven
Kinder- und Jugendhilfe als auch im Bereich des IKD, die vorgenannten Angebote derzeit nicht be-
darfsentsprechend in allen Stadtbezirken und Standorten angeboten werden.
Gez. Dr. Klein
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 0638/2017
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 07.03.2017
- Erstellt
- 03.08.2017 00:27