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AN/0288/2017

Einschränkung des gender- und kultursensiblen Beratungsangebots für erwerbslose Frauen

Die Linke. Anfrage nach § 4 23.02.2017

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Nächste Beratung: Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren, Sitzung am 09.03.2017, TOP 11.2.4

Linke Anfrage nach § 4

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Linke Anfrage nach § 4

3751 Zeichen

Die Linke.-Fraktion · Postfach 103564 · 50475 Köln 
 
An die Oberbürgermeisterin  
Henriette Reker 
An den Ausschussvorsitzenden 
Michael Paetzold 
 
Rathaus, Spanischer Bau 
 50667 Köln 
Postanschrift: 
Postfach 103564 · 50475 Köln 
Tel: 0221/221-27840 · Fax: 0221/221-27841 
E-mail: DieLinke@stadt-koeln.de 
Fraktionsvorstand 
 
 
Eingang beim Büro der Oberbürgermeisterin: 23.02.2017 
AN/0288/2017 
Anfrage gem. § 4 der Geschäftsordnung des Rates 
Gremium Datum der Sitzung 
Ausschuss Soziales und Senioren 09.03.2017 
 
Einschränkung des gender- und kultursensiblen Beratungsangebots für erwerbslose 
Frauen 
Sehr geehrte Frau Reker, 
sehr geehrter Herr Paetzold, 
die Fraktion DIE LINKE bitte Sie, folgende Anfrage auf die Tagesordnung der kommenden 
Sitzung des Ausschusses für Soziales und Senioren zu setzen. 
Der Verein „Frauen gegen Erwerbslosigkeit“ teilte in einem Offenen Brief vom 06.10.2016 
mit, dass das Land NRW die Förderung der Erwerbslosenberatungsstelle ohne 
Begründung eingestellt hat. Seit 1.1.2016 kann deswegen keine Beratung mehr 
stattfinden. Der Verein berät seit mehr als 30 Jahren erwerbslose Frauen zu Fragen des 
SGB II und III, zu beruflicher Orientierung, Ausbildung- und Arbeitsplatzsuche.  
Im Jahr 2015 wurden laut Angaben des Vereins 939 persönliche Einzelberatungen 
durchgeführt, und 5.328 Frauen aus 40 verschiedenen Herkunftsländern nutzen die 
Angebote des Arbeitslosenzentrums und der Erwerbslosenberatung. Die Beratung kann in 
den Sprachen Persisch/ Farsi, Bengalisch, Türkisch, Eritreisch, Russisch, Serbokroatisch, 
Französisch, Englisch und Arabisch bei Bedarf angeboten werden. Frauen mit 
Zuwanderungsgeschichte stellen 65% der Nutzerinnen und gehören somit neben den 
Alleinerziehenden (50%) zur größten Nutzerinnengruppe der Beratungsangebote.  
Seit der Verein die Beratungsarbeit nicht mehr im gewohnten Umfang leisten kann, 
verweist er die Frauen systematisch an andere Stellen. Mittlerweile ist deutlich geworden, 
dass der Transfer oft nicht gelingt, denn es gibt in Köln keinen adäquaten Ersatz für dieses 
gender- und kultursensible Beratungsangebot.

Ohne spezifische Förderangebote ist eine Integration von Frauen in Arbeit und Ausbildung 
gefährdet. Der Wegfall der Finanzierung des frauenspezifischen Beratungsangebotes 
durch das Land NRW benachteiligt Kölner Bürgerinnen.  
Dazu hat die Fraktion DIE LINKE folgende Fragen: 
1. Frauen tragen nach wie vor ein hohes Armutsrisiko. In NRW ist jede zehnte von 
SGB II Leistungen abhängig. 46 Prozent aller Alleinerziehenden mit minderjährigen 
Kindern sind im SGB II Bezug.  
Welche Beratungsangebote existieren in Köln für diese Zielgruppe? 
2. Welche Maßnahmen führt die Stadt Köln durch, welche fördert sie?  
3. Gibt es Planungen für weitere Maßnahmen, um die Benachteiligung von 
erwerbslosen Frauen auszugleichen, und dem stark wachsenden Bedarf an 
Erwerbsberatung für Migrantinnen ein adäquates Angebot entgegenzusetzen?  
4. Welche Möglichkeiten sieht die Stadt Köln, das auf die besondere Lebenslage 
alleinerziehender Frauen zugeschnittene Beratungsangebot des Vereins „Frauen gegen 
Erwerbslosigkeit“ stärker zu unterstützen, evtl. auch über nicht städtische Finanzquellen? 
5.  Viele geflüchtete Frauen schätzen die niederschwelligen Angebote sowie die 
kinderfreundliche und interkulturelle Atmosphäre. Bisher hat der Verein die Frauen und 
ihre Familien auf dem Weg in Arbeit begleitet und eine Lotsenfunktion übernommen. Die 
Integration von geflüchteten Frauen und ihren Familien ist eine der wichtigsten 
gesellschaftlichen Aufgaben der Zukunft.  Sieht die Stadt Köln eine Möglichkeit das 
Beratungsangebot des Vereins wieder zu etablieren?  
Mit freundlichen Grüßen 
Gez. 
Michael Weisenstein 
Fraktionsgeschäftsführer

Beratungsverlauf (1)

09.03.2017 Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren
TOP 11.2.4 Antrag / Anfrage Entscheidung

Beschluss: zurückgestellt

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
AN/0288/2017
Typ
Die Linke. Anfrage nach § 4
Datum
23.02.2017
Erstellt
03.08.2017 00:27