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1902/2021

Sachstand Gewerbeflächen "Made in Cologne"

Beantwortung e. mündl. Anfrage (Auss.) 26.05.2021

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Nächste Beratung: Wirtschaftsausschuss, Sitzung am 27.05.2021, TOP 3.2

Beantwortung einer mündl. Anfrage Ausschuss

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Beantwortung einer mündl. Anfrage Ausschuss

7525 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle 
VI/VI/2 
 
Vorlagen-Nummer  26.05.2021 
 1902/2021 
Beantwortung einer mündlichen Anfrage aus einer früheren Sitzung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Wirtschaftsausschuss 27.05.2021 
 
Sachstand Gewerbeflächen "Made in Cologne" 
Auf der Sitzung des Wirtschaftsausschusses vom 15.04.2021 fragte RM Heithorst nach 
dem Sachstand Gewerbeflächen „Made in Cologne“. 
 
 
Antwort der Verwaltung: 
 
Im Rahmen der Überarbeitung des Regionalplans wurde von der zuständigen Planungs-
behörde ein Bedarf von 815 ha an GIB-Flächen für Köln (bis 2040) ermittelt. In einem vom 
Amt für Stadtentwicklung und Statistik in Auftrag gegebenen Gewerbe- und Industrieflä-
chengutachten wird von einem Bedarf von rund 600 ha Fläche für gewerbliche und indust-
rielle Nutzungen (bis 2035) ausgegangen (vgl. Ds. Nr. 3006/2019). Auf Grundlage der ak-
tuellen Regionalplandarstellung stehen in Köln GIB-Reserven von rund 280 ha zur Verfü-
gung (Regionalplanreserven und Flächen aus dem Gewerbeflächenbereitstellungskon-
zept). Somit sind 535 ha des von der Bezirksregierung identifizierten Bedarfs nicht ge-
deckt. 
Im Rahmen der Regionalplanüberarbeitung (Modul III, vgl. Ds. Nr. 2887/2019) wurden von 
der Stadtverwaltung in etwa 170 ha neuer Gewerbe- und Industrieflächenbereiche identifi-
ziert und der Bezirksregierung gemeldet. Hiervon wurden von der Regionalplanungsbehör-
de nach Abgleich mit den Zielen der Regionalplanüberarbeitung etwa 82 ha (zunächst) 
ausgeschlossen. Weitere 30 ha wurden von der Bezirksregierung als ungeeignet klassifi-
ziert (vgl. Ds. Nr. 2887/2019, Anlage 15). Demnach ergibt sich, je nach zugrundeliegender 
Bedarfsberechnung, ein zukünftiges Flächendefizit von rund 465 ha Gewerbe- und Indust-
riefläche.  
 
Der Vergleich der errechneten Bedarfszahlen mit der vorhandenen Flächenreserve zeigt 
deutlich, dass die Gewerbe- und Industrieflächen auf dem Kölner Stadtgebiet nicht annä-
hernd ausreichend sind, um die Nachfrage von erweiterungswilligen, an- und umsiedlungs-
interessierten Unternehmen decken zu können. Die Flächenknappheit bezogen auf Ge-
werbe- und Industrieflächen in Köln ist bereits heute Realität und wird auch in Zukunft die 
Erweiterungs-, Umsiedlungs- und Ansiedlungsmöglichkeiten von Unternehmen maßgeblich 
bestimmen. Der erwähnte Flächenengpass hat ebenfalls dazu geführt, dass viele Anfragen 
gar nicht mehr gestellt werden. Den entsprechenden Unternehmen ist ebenfalls bekannt, 
dass in Köln kaum noch Gewerbe- und Industrieflächen verfügbar sind. Dies gilt nicht nur 
für Neuansiedlungen, sondern auch für bereits in Köln ansässige Unternehmen, die in Fol-
ge fehlender Expansionsmöglichkeiten aus Köln abwandern. Nachfolgende Beispiele aktu-
eller Flächengesuche aus den Jahren 2020 / 2021 werden hier exemplarisch genannt, die 
aufgrund des herrschenden Flächenmangels nicht bedient werden können:

2 
 
 
 
Branche  Flächenbedarf  Anzahl   
Mitarbeiter*innen  
international tätiger Le-
bensmittelhersteller  
  
ca. 5.000 m²  100   
Garten- und Landschafts-
bauer  
ca. 6.000 bis 
9.000 m²  
55   
international tätiges Unter-
nehmen in der Medizintech-
nik  
ca. 25.000 m²  prognostizierte 
Mitarbeiteranzahl: 
ca. 210   
international tätiges Unter-
nehmen aus Papier & Print-
Branche  
ca. 50.000 m²  bereits heute: rd. 
290,   
bei Erweiterung 
weitere ca. 60  
Speditionsunternehmen  > 7.000 m²  300   
Medienunternehmen  4.000 bis 5.000 
m²   
70  
Handwerksbetrieb  3.000 m²  75  
Medizinisches Versor-
gungszentrum  
2.000 m²  30  
Maschinenbauunternehmen  2.000 bis 3.000 
m²  
28  
Stanzerei-Betrieb  1.500 m²  17  
IT-Unternehmen  1.000 m²  15  
  
Bei zahlreichen städtebaulichen Großprojekten ist zusätzlich ein Wegfall von als Gewerbe- 
und Industrieflächen ausgewiesenen Flächen zu beobachten. Bei diesen Gebieten handelt 
es sich um von der Stadt identifizierte Transformationsräume, welche in Richtung von 
mischgenutzten, kompakten Quartieren mit unterschiedlichen Schwerpunkten weiterentwi-
ckelt werden sollen. In Anbetracht des Flächenmangels ist ein entsprechender Ausgleich 
insbesondere von wegfallenden GI-Flächen an anderer Stelle im Stadtgebiet aus Sicht der 
KölnBusiness erforderlich. Vor dem Hintergrund der bereits genannten Regionalplanüber-
arbeitung ist die Ausweisung neuer Gewerbe- und Industrieflächen an anderer Stelle im 
Stadtgebiet jedoch nur schwer zu realisieren. Langwierige Planungszeiträume erschweren 
zudem eine kurzfristige Vermarktung und Inwertsetzung gewerblicher Potenzialflächen 
(vgl. auch aktuelle Mitteilung zum Gewerbeflächenbereitstellungskonzept, Ds. Nr. 
0800/2021).  
 
Da zukünftig neue Gewerbe- und Industrieflächen nur in begrenztem Umfang zur Verfü-
gung stehen werden, kommt insbesondere der Reaktivierung von brachliegenden Flächen-
reserven eine größere Bedeutung zu. Die Aktualität und die Bedeutung dieses Themas, 
zeigt die derzeitige politische Beratung, um den Erhalt der Fläche des derzeitigen Golfplat-
zes an der Neusser Landstraße in Köln-Niehl als Grünfläche. Bei der betrachteten Fläche 
handelt es sich um eine rund 30.000 m² große, gemäß rechtskräftigem Bebauungsplan 
ausgewiesene Industriefläche. Aufgrund des vorhandenen Planungsrechtes könnte diese 
Fläche kurzfristig einer gewerblichen Nutzung zugeführt werden und zur langfristigen Si-
cherung einer dreistelligen Anzahl qualifizierter Vollzeit-Arbeitsplätze beitragen.  
 
Dem Flächenengpass wird bereits bei der Vergabe von städtischen Gewerbe- und Indust-
rieflächen Rechnung getragen, indem eine maximale Ausnutzung der Flächen sowie eine 
flächensparende Planung von den Unternehmen eingefordert wird. Eine wichtige Vorgabe 
für die Vergabe von städtischen Grundstücken ist zudem eine Mindestanzahl von 7 sozial-
versicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigten je 1.000 m² Grundstücksfläche. Hierdurch 
wird eine möglichst nachhaltige und flächeneffiziente Ausnutzung der verbleibenden Ge-
werbe- und Industrieflächen gewährleistet. Bei einem Flächendefizit von 465 ha könnten 
bei entsprechender Mindestmitarbeiterzahl in Zukunft 32.550 potenzielle Arbeitsplätze im

3 
 
Kölner Stadtgebiet nicht geschaffen werden.  
 
Der hohe Bedarf nach Gewerbe- und Industrieflächen findet auch in der Bündnisvereinba-
rung für die aktuelle Wahlperiode bis 2025 zwischen Bündnis 90/Die Grünen, CDU und 
Volt Berücksichtigung. Im Kapitel Finanzen & Wirtschaft unter dem Punkt Standort und 
Arbeitsplätze setzt sich das Bündnis zum Ziel, ein Angebot an attraktiven Gewerbe- und 
Industrieflächen zu schaffen. Ebenso soll Köln zu einem Standort für herausragende Wirt-
schafts- und Industrieprojekte nachhaltiger Branchen werden. Auch diese Branchen benö-
tigen entsprechende Flächen für eine erfolgreiche und nachhaltige Ansiedlung.  
 
Die bereits heute spürbare Flächenknappheit wird sich in Zukunft voraussichtlich weiter 
verschärfen. Aus Sicht der KölnBusiness ist es daher wichtig, planungsrechtlich ausgewie-
sene Gewerbe- und Industrieflächen zu sichern und bei zukünftigen Planungsprozessen 
oder Änderungsverfahren gewerbliche Nutzungen zu berücksichtigen, um Unternehmen 
Raum zur zukünftigen Entwicklung zu bieten und damit die wirtschaftliche Zukunft der 
Stadt Köln zu sichern. Die KölnBusiness stellt sich den Herausforderungen, indem zusätz-
lich Kooperationen mit privaten Eigentümern, als auch benachbarten Kommunen im Sinne 
einer interkommunalen Gewerbeflächenentwicklung in Zusammenarbeit mit dem Amt für 
Stadtentwicklung und Statistik vorangetrieben werden. 
 
 
gez. Greitemann

Beratungsverlauf (1)

27.05.2021 Wirtschaftsausschuss
TOP 3.2 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

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Details

Aktenzeichen
1902/2021
Typ
Beantwortung e. mündl. Anfrage (Auss.)
Datum
26.05.2021
Erstellt
19.05.2021 10:09