V/0514/2024
Starkregenrisikomanagement - Abschlussbericht Informationskampagne
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Anlage A
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Anlage A zur V/0514/2024 Kurzüberblick Im Zuge eines ganzheitlichen Starkregenrisikomanagements wurde durch das Amt für Mobilität und Tiefbau mit Erstellung und Veröffentlichung der kommunalen Starkregengefahrenkarten eine umfangreiche Informationskampagne zur Thematik Starkregenvorsorge, Risikominimierung und Objektschutz über einen Projektzeitraum von einem Jahr durchgeführt. Dabei wurden im Rahmen des Kommunikationskonzeptes alle circa 48.000 Grundstückseigentümer:innen per Anschreiben über die Überflutungsgefährdung informiert, ein individuelles, mehrstufiges Beratungsangebot zur Verfügung gestellt und eine neue Website mit Hintergrundinformationen, Hilfestellungen und den interaktiven Starkregengefahrenkarten entwickelt. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Mit der Vorlage wird das Ziel „ordnungsgemäße, sichere, umweltgerechte und wirtschaftliche Ab- leitung und Reinigung von Abwasser“ verfolgt. Das Starkregen- und Hochwasserrisikomanagement trägt zur Umsetzung der Ziele zur Klima- anpassung und Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Münster bei. Insbesondere die Maßnahmen S (Starkregen) aus dem Handlungskonzept Klimaanpassung 2030 zur Umsetzung des Klimaanpassungskonzeptes der Stadt Münster werden hiermit umgesetzt. Finanzierung Produktgruppe: 1101 Abwasserbeseitigung Auswirkungen auf den Ergebnisplan Ja x Nein Auswirkungen auf den Finanzplan Ja x Nein Im beschlossenen (Nachtrags-)Haushaltsplan 2024 enthalten? x Ja Nein teilw. Im Entwurf des (Nachtrags-)Haushaltsplan 2025 enthalten? Ja x Nein teilw. Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? Ja x Nein Bereits veranschlagt? Ja x Nein Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig überwiegend pflichtig x überwiegend freiwillig vollständig freiwillig Rechtliche Grundlagen: Europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL), Wasserhaushaltsgesetz (WHG), Klimaanpas- sungsgesetz (KAnG), Landeswassergesetz NW (LWG), Entwässerungssatzung (EWS), Abwas- serbeseitigungskonzept (ABK) Beeinflussbarkeit der finanziellen Auswirkungen: Eine Reduzierung der finanziellen Auswirkungen ist nicht möglich. Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) Das Starkregen- und Hochwasserrisikomanagement hat grundsätzliche Relevanz für das Quer- schnittsthema Klimaschutz und trägt zur Umsetzung der Ziele zur Klimaanpassung und Nach- haltigkeitsstrategie der Stadt Münster bei.
Berichtsvorlage
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V/0514/2024 V/0514/2024 Öffentliche Berichtsvorlage Betrifft Starkregenrisikomanagement - Abschlussbericht Informationskampagne Beratungsfolge 03.09.2024 Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen Bericht Bericht: Abschlussbericht zur Informationskampagne Starkregenrisikomanagement Mit Erstellung und Veröffentlichung der kommunalen Starkregengefahrenkarten wurde ab April 2023 bis Mitte Mai 2024 eine umfangreiche Informationskampagne zur Thematik Starkregenvorsorge, Risi- kominimierung und Objektschutz durchgeführt. Neben der Entwicklung und Freischaltung einer neu- en Website www.stadt-muenster.de/wasser wurden als zusätzliche analoge Serviceleistung der Stadt alle privaten GrundstückseigentümerInnen durch persönliche Anschreiben über ihr Risiko und Vor- sorgemöglichkeiten informiert. Aus dem zusammen mit der Stabsstelle Smart City neu entwickelten und den Anschreiben beigefügten Info-Flyer konnten erste Hinweise für Handlungsempfehlungen und mögliche Objektschutzmaßnahmen entnommen werden. Darüber hinaus wurde ein zweistufiges Beratungsangebot geschaffen. Über ein Online - Terminbuchungsportal auf der Startseite der neuen Internetpräsenz konnte über den gesamten Pro- jektzeitraum von einem Jahr eine kostenlose, telefonische Erstberatung zur Starkregenvorsorge ge- bucht werden. Diese D ienstleistung wurde durch das extern beauftragte Beratungsbüro ICM aus Bottrop durchgeführt. In Vorbereitung auf die Beratungsgespräche wurde das Projektteam des Beratungsbüros ICM durch Mitarbeitende der Grundstücksentwässerung geschult und ein standardisierter Beratungsablauf aus- gearbeitet. Zur Qualitätskontrolle wurden in zweiwöchigen Jour-Fix-Terminen mit der Stadt die Bera- tungsergebnisse besprochen und der Beratungsablauf bei aufgetretenen Fragestellungen angepasst und weiterentwickelt. Wurde als Er gebnis dieser Erstberatung ein tiefergehender Beratungsbedarf festgestellt, so konnte als letzter Schritt der kommunalen Starkregenberatung ein Folgetermin bei der städtischen Fachstelle Haus- und Grundstücksentwässerung gebucht werden. Je nach Beratungsbedarf war hier auch die persönliche Beratung direkt vor Ort möglich. Über das kommunale Starkregen- und Hochwasserrisi- komanagement hat die Verwaltung über die Beschlussvorlage V/0121/2023 und die Berichtsvorlage Amt für Mobilität und Tiefbau 26.08.2024 Ihr/e Ansprechpartner/in: Herr Kopietz Telefon: 492-6672 Kopietz@stadt-muenster.de - 2 - V/0514/2024 V/0006/2023 informiert. Ein Zwischenbericht zur Informationskampagne Starkregenrisikomanagement erfolgte über die Berichtsvorlage V/0584/2023. Abbildung 1: Beratungsschritte der Starkregenberatung der Stadt Münster Bilanz der Informationskampagne Insgesamt wurden in vier Versandwellen von April bis Juni 2023 circa 48.000 Grundstückseigentüme- rInnen angeschrieben. Die Rückläuferquote der Anschreiben, die nicht zugestellt werden konnten, lag bei circa 2,7 % und ist damit im Vergleich mit anderen stadtweiten Anschreiben -Aktionen als gering einzuordnen. Die Rückläufer aus der ersten Welle, in der d iejenigen EigentümerInnen deren Grund- stück ein erhöhtes Risiko durch urbane Sturzfluten aufweist , angeschrieben wurden, konnte durch händische Auswertung und erneutes Anschreiben üb er einen Werkstudenten von Amt für Mobilität und Tiefbau nochmals gesenkt werden, so dass die Rückläuferquote insgesamt auf circa 2,3 % redu- ziert werden konnte. In 57 Beratungswochen wurden über das neu eingerichtete Online-Terminbuchungsportal 328 telefo- nische Erstberatungstermine gebucht und durchgeführt. Die zur Verfügung gestellten Beratungsan- gebote lagen jedoch bei circa 1.700 Terminen. In Bezug auf die versandten Anschreiben lag die Bu- chungsquote damit bei unter 1 %. Damit wurde dieses Angebot deutlic h weniger angenommen als erwartet. - 3 - V/0514/2024 Abbildung 2: Zeitreihe der Beratungen - Anzahl pro Woche; Quelle: ICM Greenzero GmbH Das Verhältnis von angebotenen Terminslots zu gebuchten Terminslots ist der folgenden Abbildung zu entnehmen. Abbildung 3: Auslastung der Terminbuchungen; Quelle: ICM Greenzero GmbH Verortet fanden die Beratungen über das gesamte Stadtgebiet verteilt, mit Schwerpunkten in den Be- zirken Mitte und West statt: Bezirk Nord: 21 Beratungen Bezirk Ost: 35 Beratungen Bezirk West: 75 Beratungen Bezirk Süd-Ost: 40 Beratungen Bezirk Hiltrup: 62 Beratungen Bezirk Mitte: 89 Beratungen Im Vorfeld der Beratungen wurden bei der Terminbuchung grundsätzliche Informationen zu Eigen- tumsverhältnissen und zu den Grundstücken und Gebäuden selbst abgefragt. Dies diente dem Bera- tungsteam zur Vorbereitung auf den Termin, einem strukturierten Beratungsablauf und der Gewähr- leistung einer gleichbleibenden Beratungsqualität. Die Auswertung zu den Eigentumsverhältnissen und zu den Gebäuden selbst wurde durch das Büro ICM im Rahmen des Projektabschlusses durchgeführt. Mit 46 % wurden insbesondere EigentümerInnen von selbstgenutzten Einfamilienhäusern beraten. - 4 - V/0514/2024 Abbildung 4: Beratungen nach Gebäudetyp ; Quelle: ICM Greenzero GmbH Das Verhältnis von EigentümerInnen zu Mietenden stellte sich bei den Beratungen wie folgt dar. Abbildung 5: Beratungen nach Eigentumsverhältnissen ; Quelle: ICM Greenzero GmbH In Bezug auf die Baualtersklassen der Gebäude lässt sich feststellen, dass diese grundsätzlich über alle Altersklassen verteilt waren. Mit 22 % sind die Gebäude, die nach 2002 gebaut wurden am stärksten vertreten. Dies zeigt tendenziell, dass auch bei relativ neuen Gebäuden ein erhöhter Ob- jektschutzbedarf gegen Überflutungsgefahren vorhanden ist. - 5 - V/0514/2024 Abbildung 6: Baualtersklassen der abgefragten Gebäude ; Quelle: ICM Greenzero GmbH Die verwendeten Energieträger der Gebäude wurden ebenfalls im Vorfeld abgefragt. Wie zu erwarten ist hier Gas mit 67% der Hauptenergieträger der abgefragten Gebäude. Da insbeso ndere durch alte Öl-Tanks, die meistens im Keller verortet sind, im Überflutungsfall eine erhöhte Gefahr des Aufschwimmens und der damit einhergehenden Umwelt - und Gewässerverschmutzung besteht, wurde in den Beratungsgesprächen explizit auf diesen Punkt hingewiesen. Abbildung 7: Energieträger der abgefragten Gebäude ; Quelle: ICM Greenzero GmbH In Bezug auf die Kellersituation konnte ebenfalls ein zu erwartendes Ergebnis ausgewertet werden. Über 90 % gaben an, einen Keller zu haben, bei 16 % ist dieser auc h zu Wohnzwecken ausgebaut. Gerade in zu Wohnzwecken genutzten Kellern besteht ein erhöhtes Schadenspotential im Überflu- tungsfall. Hierüber und in diesem Zusammenhang über das richtige Verhalten im Überflutungsfall wurde im Zuge der Beratungen ebenfalls informiert. - 6 - V/0514/2024 Abbildung 8: Kellersituation der abgefragten Gebäude ; Quelle: ICM Greenzero GmbH Gerade auch bei der Abfrage, ob es bereits Vorerfahrungen mit Wassereintritt in das Gebäude gibt, zeigte sich, dass vielen Ratsuchenden die Problematik am eigenen Gebäude bereits bekannt ist. So gaben knapp zweidrittel der EigentümerInnen an, in der Vergangenheit bereits einen Wassereintritt in das Gebäude gehabt und auch schon bereits erste Objektschutzmaßnahmen umgesetzt zu haben. Abbildung 9: Vorerfahrung mit Wassereintritt; Quelle: ICM Greenzero GmbH Die Abfrage bestätigt die Intention und den Nutzen einer kontinuierlichen Überflutungs - und Rück- stauberatung. Gerade bei Wassereintritt durch die Kanalisation kann ein effektiver Objektschutz durch den Einbau von Rückstausicherungen relativ einfach und unkompliziert gelingen. - 7 - V/0514/2024 Das Interesse an einer Folgeberatung äußerten am Ende des Beratungsgesprächs knapp die Hälfte der Ratsuchenden. Dabei wurde insbesondere die Fachberatung durch die KollegenInnen der städti- schen Fachstelle Haus- und Grundstücksentwässerung mit 93 % als Folgeberatung gewünscht. Abbildung 10 & 11: Interesse an Folgeberatung ; Quelle: ICM Greenzero GmbH Das Zusatzberatungsangebot der städtischen Fachstelle Haus- und Grundstücksentwässerung wurde 260 Mal in Anspruch genommen. Dabei wurden 190 Vor-Ort-Termine durchgeführt, in denen die Be- standssituation analysiert und den EigentümerInnen konkrete Objektschutzmaßnahmen benannt wurden. Die Beratung zum Überflutungs- und Rückstauschutz wird seit 05/2024 wieder alleinig von der Fach- stelle Haus- und Grundstücksentwässerung durchgeführt. Die Beratung ist weiterhin eine kostenlose Service-Leistung der Stadt und kann von den BürgernInnen jederzeit in Anspruch genommen werden. Über die extra eingerichtete E-Mail-Adresse starkregen@stadt-muenster.de sind 75 E -Mails einge- gangen und beantwortet worden. Vierzehn Personen, die mangels Internetzugang keinen Zugriff auf die online verfügbaren Karten ha- ben, wurde ein jeweils individueller Kartenausschnitt auf dem Postweg zugesandt. Die Resonanz auf die Anschreiben-Aktion aus der Bevölkerung ist insgesamt als positiv zu beurteilen. Insbesondere der Service der Vor-Ort-Beratung durch die Fachstelle Haus- und Grundstücksentwäs- serung wird als sehr zielführend wahrgeno mmen, da auch gerade ältere Personen die Sicherheit ei- ner neutralen und persönlichen Beratung von kommunaler Seite sehr wertschätzen. Auch durch die Fachwelt erreichten die Verwaltung auf unterschiedlichsten Wegen positive Rückmel- dungen. So wurde die Stadt Münster in diesem Zusammenhang sowohl durch die Versicherungs- branche als auch durch den deutschen Städtetag als positives Beispiel für aufgestellte und durchge- führte Klimaanpassungskonzepte benannt. - 8 - V/0514/2024 Auch der Fachverband der Wasserwirtschaft, die deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwas- ser und Abfall e.V. (DWA) wurde auf das Starkregenrisikomanagement mit dem dazugehörigen Kommunikations- und Beratungskonzept der Stadt aufmerksam. Der Bitte des Fachverbands, einen entsprechenden Fachbeitrag über die Vorgehensweise in Münster als Positiv-Beispiel zu verfassen, kam die Abteilung Wasserwirtschaft gerne nach. So erschien in der Fachz eitschrift „Korrespondenz Abwasser“ in der Märzausgabe 2024 ein siebenseitiger Fachartikel mit dem Titel „Starkregenrisiko- management und Risikokommunikation der Stadt Münster“. Zum Abschluss der einjährigen Projektphase wurde in Zusammenarbeit mit dem Bür o ICM am 23.04.2024 eine Online-Veranstaltung zum Thema Versicherungsschutz bei Starkregenereignissen organisiert und durchgeführt. Ein Versicherungsexperte der Verbraucherzentrale NRW stand den Teilnehmenden hier in allen Fragen rund um das Thema zur Verfügung. Zu der Veranstaltung melde- ten sich 90 BürgerInnen an, die Teilnehmerzahl lag bei 55. Die Resonanz der Teilnehmenden war durchweg positiv. Die Beratungskampagne wurde insgesamt über den gesamten Projektzeitraum durch eine umfang- reiche Pressearbeit i n den Printmedien und über SocialMedia begleitet. Das Amt für Mobilität und Tiefbau wurde hierbei von der Stabsstelle Smart City unterstützt. Neue Website Seit der Freischaltung der neuen Internetpräsenz am 02.03.2023 konnten bis zum Ende der Pro- jektphase Mitte Mai 2024 rund 36.230 Besuche und 62.500 Seitenansichten verzeichnet werden. Er- wartungsgemäß wurden dabei die meisten Zugriffe auf die kommunalen Star kregengefahrenkarten mit circa 38.300 Seitenansichten festgestellt. Deutliche Zugriffssteigerungen konnten bei Veröffentli- chung von Presseartikeln sowie jeweils unmittelbar nach Versand der Anschreiben-Wellen festgestellt werden. Mit 6.000 Besuchen wurde hier ein wöchentlicher Zugriffshöchstwert erreicht. Die Besuchs- und Zugriffswerte bestätigen den Erfolg der Anschreiben-Aktion und die Akzeptanz der neuen Websi- te. Auch nach Starkregenereignissen, wie dem Ereignis am 06.08.2023, sind die Zugriffszahlen vo- rübergehend wieder deutlich angestiegen. Abbildung 12: Zugriffe auf die städtische Website über den Projektzeitraum Fazit und Ausblick Über einen Projektzeitraum von einem Jahr wurde ab April 2023 durch die Stadtverwaltung mit Erstel- lung und Veröffentlichung der kommunalen Starkregengefahrenkarten eine umfangreiche Informati- onskampagne zur Thematik Starkregenvorsorge, Risikominimierung und Objektschutz durchgeführt. Neben der Entwicklung und Freischaltung einer neuen Website www.stadt-muenster.de/wasser wur- den als zusätzliche analoge Serviceleistung der Stadt alle circa 48.000 privaten Grundstückseigentü- merInnen durch persönliche Anschreiben über ihr Risiko und Vorsorgemöglichkeiten informiert. Mit - 9 - V/0514/2024 diesem Kommunikationskonzept konnte somit sichergestellt werden, dass jede EigentümerIn über das Gefährdungspotential seiner Immobilie informiert wurde. Darüber hinaus wurde auf die unterschiedlichen persönlichen Beratungsmöglichkeiten hingewiesen, die jede/r EigentümerIn kostenlos telefonisch oder direkt vor Ort in Anspruch nehmen kann. Damit hat die Stadtverwaltung weit über das erforderliche und standardmäßige Maß hinaus Informationen und Angebote zu dieser Thematik aufbereitet und zur Verfügung gestellt. Wie wichtig es ist, über die Thematik Starkregen, die damit einhergehenden Situationen und Risiken sowie Vorsorgemöglichkeiten und angepasstes Verhalten gut informiert zu sein und dementspre- chend zu handeln, zeigen Starkregenereignisse wie das Starkregenereignis vom 06.08.2023. Sowohl die vor Ort tätigen Einsatzkräfte als auch die betroffenen BürgerInnen müssen in die Lage versetzt werden, Situationen an Anlagen und Gewässern sowie auf den Privatgrundstücken richtig einzu- schätzen. Nur so können Gefährdungslagen und Ängste minimiert und die wirksamsten Maßnahmen durchgeführt werden. Die Überflutungs- und Rückstauberatung wird auch nach der einjährigen Pro- jektphase für die BürgerInnen weiter fortgeführt und durch die städtische Fachstelle Haus - und Grundstücksentwässerung übernommen. Im Rahmen der kommunalen Gemeinschaftsaufgabe ist es zielführend, die BürgerInnen auch weiter- hin mit Hilfe der eingerichteten individuellen Angebote bestmöglich in der Eigenvorsorge zu unterstüt- zen. Darüber hinaus kommt die Stadtverwaltung ihrem Teil dieser Gemeinschaftsaufgabe damit nach, die Leistungsfähigkeit der Entwässerungsanlagen und der Gewässer in ihrem Zuständigkeitsbereich zu überprüfen, Risiken und Schadenspotentiale ebenso wie Optimierungspotentiale zu identifizieren und entsprechende Maßnahmen zu konzeptionieren und umzusetzen. Die Stadtverwaltung wird da- her das Starkregen- und Hochwasserrisikomanagement in den nächsten Jahren kontinuierlich weiter fortschreiben. Die Stadtverwaltung führt bauliche und betriebliche Maßnahmen dabei grundsätzlich mindestens ge- mäß den rechtlichen Anforderungen und vor dem Hintergrund ihrer Wirksamkeit durch. Sollten Nach- verdichtungen oder veränderte Nutzungen im betrachteten Gebiet denkbar sein, wie z.B. geplante Baugebiete, fließen diese in die Berechnungen ein, um die langfristige Situation eines Gebiets abzu- bilden. Ziel aller kommunalen Maßnahmen ist dabei die Herstellung einer leistungsfähigen Infrastruk- tur / leistungsfähiger Gewässer mit bestmöglicher Risiko- und Schadensminimierung sowie der größtmögliche Schutz für kritische Infrastrukturen. Die ganzheitliche Betrachtung des natürlichen Wasserkreislaufs und gezielte Bewirtschaftung der wertvollen Ressource „Wasser“ werden dabei zu- künftig bei allen Planungsprozessen mitgedacht. Bei aller Vorsorge ist es dennoch wichtig zu verstehen, dass es niemals möglich sein wird, alle Fol- gen von Extremereignissen über technische Infrastrukturen vollständig schadensfrei abzuleiten und damit einen 100%igen Schutz herzustellen. Umso entscheidender ist es, die kommunale Gemein- schaftsaufgabe als einzigen Weg, die Risiken bestmöglich zu minimieren und sich größtmöglich zu schützen anzunehmen und gemeinsam umzusetzen. Neben öffentlichen und privaten Sch utzmaß- nahmen gehört ebenso dazu, gut informiert zu sein, um Ereignisse, Situationen und Risiken einschät- zen zu können, um entsprechend vorzusorgen und sich im Katastrophenfall sicher und angemessen zu verhalten. i. V. gez. Robin Denstorff Stadtbaurat
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- V/0514/2024
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 19.08.2024
- Erstellt
- 19.08.2024 12:32