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V/0824/2005

Erster Bericht Familienbildungsstätten in Münster, 2005

Vorlage 10.10.2005

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Nächste Beratung: Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien, Sitzung am 26.10.2005, TOP 6

Berichtsvorlage

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Ansehen

Erster Bericht Familienbildungsstätten in Münster, 2005

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Ansehen

Berichtsvorlage

4592 Zeichen

V/0824/2005 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Amt für Kinder, Jugendliche und Familien 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Erster Bericht Familienbildungsstätten in Münster, 2005 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
26.10.2005 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Bericht 
 
 
Bericht: 
 
 
Ausgehend von der Berichtsvorlage 977/2003 “Familienbildung in Münster – Vorbericht” knüpft 
die aktuelle Vorlage an den Ausblick der letzten Vorlage an, um eine Berichterstattung qualitati-
ver Art vorzunehmen. 
 
Gem. § 1 SGB VIII hat jeder junge Mensch ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung und auf 
Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Person. Um dies zu ge-
währleisten, haben Eltern einen Anspruch auf Beratung und Unterstützung bei der Erfüllung ihres 
Erziehungsauftrages. Viele Eltern haben konkrete Vorstellungen darüber, wie sie sich eine Un-
terstützung ihres Erziehungsalltages vorstellen. Es sind insbesondere vier Bereiche, die auf der 
Wunschliste der Eltern stehen: 
 
• Eltern wünschen sich konkrete Hilfen, um sich bei Konflikten im Erziehungsalltag sicherer 
zu fühlen. Sie möchten ihre Handlungskompetenz erweitern. 
• Eltern suchen Informationen über die körperli che, psychische und soziale Entwicklung der 
Kinder, damit sie besser verstehen, was ihre Kinder jeweils brauchen. 
• Eltern möchten mehr über sich selbst erfahren, über die Ursachen von Konflikten und 
Problemen im Umgang mit ihren Kindern. 
• Eltern wünschen sich den Austausch mit anderen Eltern und die Erweiterung des sozialen 
Netzwerkes, um praktische Unterstützung von Menschen in ähnlichen Lebenssituationen 
zu erhalten. 
 
Familienbildung kann hier ansetzen. Sie ist eine Unterstützungsform im Feld der Familien-
förderung. Ziel ist die Förderung der Erziehung in der Familie zur frühzeitigen Stärkung der Er-
ziehungskraft der Eltern. Passgenaue Angebote für alle Familien vorzuhalten, stellt aufgrund des 
stetigen gesellschaftlichen Wandels eine permanente Herausforderung dar. 
 
Vorlagen-Nr.: 
V/0824/2005 
Auskunft erteilt: 
Herr  Heintze 
Frau  Herdes 
Ruf: 
492 58 76 
492 58 08 
E-Mail: 
HeintzeO@stadt-muenster.de 
Herdes@stadt-muenster.de 
Datum: 
10.10.2005 
Öffentliche Berichtsvorlage

2 
V/0824/2005 
 
Die in 1997 abgeschlossenen Leistungsvereinbarungen zwischen den vier Familienbildungsstät-
ten und der Stadt Münster bilden eine gute Ausgangslage für die Weiterentwicklung und Anpas-
sung des Leistungsangebots der Familienbildungsstätten. 
 
Mit der Vorlage 977/2003 "Familienbildung in Münster - Vorbericht" wurde der Grundstein für die 
Berichterstattung zur Familienbildung in Münster gelegt. Hierbei stand die quantitative Erhebung 
über den Umfang der durchgeführten Angebote, die Teilnehmer/innenzahlen und Standorte der 
Familienbildungseinrichtungen in Münster im Vordergrund.  
 
Mit dem nun vorliegenden ersten Bericht der Familienbildungsstätten in Münster liegt die Gewich-
tung auf deren inhaltlichen Arbeit bzw. auf deren Angebotsfeldern. 
 
Der Bericht wurde im Rahmen des Qualitätszirk els der Familienbildungsstätten in Münster erar-
beitet. Mitglieder im Qualitätszirkel sind die vier Träger der Familienbildungsstätten, die Volks-
hochschule und das Amt für Kinder, Jugendliche und Familien. 
 
In einem intensiven Dialog erfolgte die Auseinandersetzung mit den Zielgruppen und den elf Leis-
tungsbereichen der Familienbildungsstätten in Müns ter. Dieser Prozess führte im Ergebnis zur 
Bildung von sieben Arbeitsfeldern, welche die derzeitige Familienbildung in Münster inhaltlich 
beschreibt. Die Arbeitsfelder bieten einen konkreteren Zugang zu der Schwerpunktsetzung der 
Familienbildungsstätten in Münster und zeigen auf, vor welchen Herausforderungen Familienbil-
dung in Münster heute steht.  
 
Familienbildung stellt sich als umfassend und vielse itig dar. Es gibt eine große Angebotsvielfalt 
und die Familienbildungsstätten suchen neue Zugangswege, um den unterschiedlichsten Famili-
en in Münster das Angebot von Familienbildung zu ermöglichen. 
 
Gerade auch im Hinblick auf die aktuelle Debatte “ Bildung, Betreuung & Erziehung vor und ne-
ben der Schule“ (zwölfter Kinder- und Jugendbericht) gewinnt Familienbildung an Bedeutung. Es 
wird unsere gesellschaftliche Aufgabe sein, trotz knapper werdender Ressourcen, Bildungschan-
cen für alle Kinder zu ermöglichen. Dabei gilt es für Familienbildungsstätten, den begonnen Weg 
zu verfolgen und möglichst allen Familien Angebote der Familienbildung zugänglich zu machen. 
 
 
 
I.V. 
 
gez. 
 
Dr. Klein 
Stadträtin 
 
 
Anlagen: 
 
Erster Bericht Familienbildungsstätten in Münster, 2005

Erster Bericht Familienbildungsstätten in Münster, 2005

77387 Zeichen

Erster Bericht 
Familienbildungsstätten 
in Münster 
 
   2005

Erster Bericht  
Familienbildungsstätten  
in Münster, 2005 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Impressum:
 
 
Redaktion: 
„Qualitätszirkel Familienbildungsstätten“:  
Anna-Krückmann -Haus, Frau Buer 
asb, Frau Rosenberger  
Ev. Familienbildungsstätte, Herr Wiltschut  
Haus der Familie, Frau Große -Frintrop 
Stadt Münster - VHS, Frau Viertel  
Stadt Münster - Amt für Kinder, Jugendliche   
und Familien, 
Herr Heintze, Frau Herdes   
 
 
 
 
 
 
Oktober 2005

Inhaltverzeichnis 
 Seite 
 
 
1. Familienbildung  1 
1.1 Ausgangspunkt  1 
1.2 Familienbildung in Münster  2 
 
 
2. Arbeitsfelder der Familienbildung  4 
2.1 Arbeitsfelder  4 
2.1.1 Angebote zur Elternbildung  4 
2.1.2 Angebote zur Vorbereitung auf Geburt und Familie  6 
2.1.3 Angebote für besondere Zielgruppen  7 
2.1.4 Angebote im Rahmen von Stadtteilarbeit  8 
2.1.5 Mehrtägige Angebote  9 
2.1.6 Angebote zu speziellen gesellschaftlichen und sozialen Themen  10 
2.1.6.1 Move & eat & more!, ein Angebot des Hauses der Familie  10 
2.1.6.2 Gewaltprävention beim asb  10 
2.1.7 Fortbildung und Qualifikation  12 
2.2 Fazit 12 
 
 
3. Kooperation und Vernetzung der Familienbildungseinrichtungen  14 
3.1 Kooperation und Vernetzung im Stadtteil  14 
3.2 Kooperation und Vernetzung im Rahmen der Angebote der Familienbildungsstätten  14 
3.3 Kooperation und Vernetzung im Rahmen der Arbeitsgemeinschaften  
nach § 78 SGB VIII  14 
3.4 Kooperation und Vernetzung im Qualitätszirkel zwischen den Anbietern von  
Familienbildung und dem Amt für Kinder, Jugendliche und Fam ilien 15 
3.5 Kooperation und Vernetzung zwischen den Familienbildungsstätten im Bereich  
der Fortbildungen für deren Mitarbeiter/innen  15 
 
 
4. Finanzen 16 
4.1 Eigenmittel 16 
4.2 Zuwendung der Stadt Münster  17 
4.3 Zuwendungen des Landes NRW  17 
4.4 Teilnehmer/innen-Gebühren  17 
 
 
5. Ausblick und Perspektiven  18 
 
 
Anlage 1 
Anlage 2

1 
 
Präambel 
 
Mit der Vorlage 977/2003 „Familienbildung in Münster –  Vorbericht“ wurde der Grundstein für 
die Berichterstattung zur Familienbildung in Münster gelegt. Im Vordergrund stand hierbei die 
quantitative Erhebung über den Umfang der durchgeführten Angebote, die Teilnehmerzahlen 
und Standorte der Familienbildungseinrichtungen in Münster. Mit dem nun vorliegenden Be-
richt liegt die Gewichtung auf die inhaltliche Arbeit der Familienbildung, um hierdurch die 
Schwerpunkte der Einrichtungen auszuloten und um hieraus zukünftige Entwicklungen und 
Herausforderungen und Bedarfe ableiten zu können. 
 
 
1. Familienbildung 
 
 
1.1 Ausgangspunkt 
 
Die Familie ist für alle Menschen der zentrale Ort des Aufwachsens und der Identitätsbi l-
dung. 
 
Eltern stehen heute vor besonderen Herausforderungen: Sie müssen ihren Kindern Lebens-
werte vorleben und vermitteln in einer Gesellschaft, die von Veränderungen, Pluralität und oft 
widersprüchlichen Werten gekennzeichnet ist. Generell ist eine zunehmende Ausdifferenzie-
rung von Haushalts- und Lebensformen zu beobachten. Die Vielfalt gegenwärtiger Wan d-
lungsprozesse von Familie zeigt sich unter anderem in den Veränderungen von Familienfor-
men, der Arbeitsteilung und der sozialen Rollen in Familien sowie der sozialen Einbettung 
von Familien. „Die Veränderungen in den privaten Lebenswelten lassen sich in ihren gesell-
schaftlichen Folgen auch an den Veränderungen des Bildungs -, Betreuungs- und Erzi e-
hungssystems ablesen. Die Familie steht mehr denn je vor der Aufgabe, sich an die verä n-
derten Rahmenbedingungen anzupassen, sich als so zukunftsfähig zu erweisen, dass sie 
ihrer Kernaufgabe - Kinder auf ihrem Weg des Erwachsenwerdens zu unterstützen - gerecht 
werden zu können“ (siehe auch zwölfter Kinder- und Jugendbericht). 
 
Familienbildung beschäftigt sich mit der Familie als „Ganzes“, ist integraler Bestandteil der 
Jugendhilfe und unverzichtbarer Teil einer ganzheitlichen Weiterbildung. Bei dem Begriff 
Familie ist dabei von einem erweiterten Familienverständnis auszugehen, der sich im Laufe 
der Jahre von der Bedeutung „Eltern mit eigenen Kindern“ erweitert hat auf „Gemeinschaften 
mit Kindern, die das auf Dauer angelegte, verantwortungsvolle Zusammenleben mindestens 
einer erwachsenen Person mit mindestens einem leiblichen oder rechtlich gleichgestellten 
Kind“ beinhaltet. 
 
Familie in ihren unterschiedlichsten Ausprägungen ist als kleinste und wichtigste soziale 
Gemeinschaft von gesellschaftlichen Wandlungsprozessen besonders betroffen. Angebote 
der Familienbildung haben deshalb wegen ihres fördernden und v orbeugenden Charakters 
eine besondere gesamtgesellschaftliche Bedeutung. 
 
Familienbildung als gesetzliche Aufgabe der Jugendhilfe hat den Auftrag Familien in all ihren 
Facetten und vielfältigen Funktionen zu fördern und zu stärken. Familienbildung trägt da zu 
bei, dass das Leben von Erwachsenen und Kindern in Familie und Partnerschaft gelingt, und 
dass Eltern bzw. Erziehungsverantwortliche ihre Erziehungs-, Beziehungs- und Alltagskom-
petenz sowie Selbstreflexion stärken. Die Stärkung der Erziehungskompetenz d er Eltern 
steht somit als vorrangiges Ziel im Mittelpunkt der Familienbildungsangebote.

2 
 
Das Selbstverständnis der Familienbildung beinhaltet vor allem zwei Komponenten: Sie ver-
mittelt frühzeitig Wissen über familiäre Belange und fördert die Entwicklung von Handlungs-
kompetenzen.  
 
•  Familienbildung begleitet und unterstützt Erziehungsverantwortliche frühzeitig in ihren 
unterschiedlichen Lebenslagen, stärkt deren Ressourcen zur Gestaltung des Familien-
lebens und der Erziehung von Kindern 
•  Familienbildung agiert in allen gesellschaftlichen Lebensbereichen mit dem Ziel, ein 
kinder- und familienfreundliches Umfeld zu schaffen 
•  Familienbildung ist aus dem Blickwinkel der Jugendhilfe Lebensphasen begleitend, all-
tagsorientiert und präventiv angelegt 
•  Familienbildung berücksichtigt den Wandel gesellschaftlicher Entwicklung und die Le-
bensbedingungen, dem auch die realen Lebenswelten von Familien unterworfen sind. 
Familienbildung stellt sich den aktuellen Problemen und Herausforderungen der G e-
sellschaft und reagiert  hierauf mit  aktuellen Angeboten.  
•  Familienbildung gestaltet den Zugang zu ihren Angeboten möglichst niedrigschwellig 
und „vor Ort“, um alle Zielgruppen zu erreichen.  
•  Familienbildung vertritt die Interessen von Familien im gesellschaftlichen Raum, b e-
gründet durch die Kenntnisse, die aus der täglichen Arbeit mit Familien erworben wer-
den. 
 
Der Leitgedanke von Familienbildung wird somit vom Grundsatz von der Optimierung vo r-
handener Kompetenzen und Ressourcen in Familien getragen, die von der Gleichwertigkeit 
der Prinzipien Förderung und Prävention ausgehen. 
 
Familienbildung gewinnt zunehmend aufgrund der an die Familien gerichteten Anforderu n-
gen an Bedeutung. Durch die Verankerung in dem in § 16 SGB VIII  beschriebenen Leis-
tungsbereich hat die Familienbildung einen h ohen Stellenwert als präventives Unterstü t-
zungsangebot im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe. 
 
 
1.2 Familienbildung in Münster 
 
In Münster werden die Angebote der Familienbildung neben den Wohlfahrtsverbänden, Kir-
chengemeinden, Erwachsenenbildungsträgern und dem öffentlichen Jugendhilfeträger im 
Schwerpunkt durch die vier Familienbildungsstätten - Anna-Krückmann-Haus e.V., arbeits-
kreis soziale bildung und beratung e. V. (asb), Ev. Familienbildungsstätte, Haus der Familie 
Münster e.V. - und die Volkshochschu le erbracht. Allen gemeinsam ist, dass sie frühzeitig 
mit einem ganzheitlichen Ansatz Wissen im Kontext Familie und Erziehung vermitteln und 
die Entwicklung von Handlungskompetenzen im Erziehungsalltag fördern. 
 
Jede Einrichtung hat ihre eigene Geschichte und Grundausrichtung und spezielle Schwer-
punkte (siehe Anlage 1, Profile der Familienbildungseinrichtungen in Münster). Damit wird in 
Münster dem gesetzlich vorgegebenen Wunsch- und Wahlrecht der Familien Rechnung ge-
tragen.  
 
War Familienbildung bis etwa M itte der 60er Jahre im wesentlichen ein elternbezogenes 
Volksbildungsprogramm, so subsummiert sich heute hierunter ein breit verzweigtes Bi l-
dungs- und Beratungsangebot. 
 
Ausgelöst durch die Verknappung öffentlicher Mittel, dem Bedürfnis nach zielgenaueren Fi-
nanzierungsformen sowie der stärkeren Betonung der Gesamt- und Planungsverantwortung 
der öffentlichen Jugendhilfe durch die Einführung des SGB VIII ist in den neunziger Jahren - 
wie in anderen Leistungsfeldern auch - die Notwendigkeit der gemeinsamen Abs timmung 
und Koordination der Leistungsangebote deutlich gestiegen.

3 
Dieser Entwicklung wurde 1998 mit der Vorlage „Kommunale Förderung der Familienbi l-
dungsstätten in Münster“ (Vorlagen-Nr: 989/98) Rechnung getragen. Mit dieser Vorlage wur-
den durch den Rat verbindliche Grundsätze für die Zusammenarbeit zwischen dem öffentli-
chen Jugendhilfeträger und den vom Land geförderten und anerkannten Familienbildung s-
stätten in Münster beschlossen. Bestandteil dieser Grundsätze sind Regelungen zum Lei s-
tungsangebot der Familienbildungsstätten. Dieses Leistungsangebot umfasst die folgenden 
elf Leistungsgruppen:  
 
 
•  Angebote der Beziehungsgestaltung mit ihren Anforderungen an Kommunikation,  
Kooperations- und Konfliktfähigkeit, 
•  Angebote zur Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, 
•  Angebote zum Erziehungsverhalten, 
•  Angebote zu Fragen der Ernährung, Gesundheit und Umwelt, 
•  Angebote zu Fragen der Haushaltsführung, Gestaltung und Kreativität, 
•  Angebote für Familien in besonderen Lebenslagen, 
•  Förderung der Selbst- und Nachbarschaftshilfe, 
•  Vorbereitung auf das Familienleben, 
•  Angebote zur Kooperation und Vernetzung, 
•  Angebote zur Förderung der politischen Beteiligung von Familien sowie  
•  Angebote zur Qualifizierung und Fortbildung von Mitarbeiter/innen und  
Multiplikator/innen.  
 
Die vier Familienbildungsstätten beschäftigten in 2004 auf 14,5 Stellen 20 hauptamtliche 
Mitarbeiter/innen, sowie ca. 640 Honorarkräfte1. Sie erreichten 24.890 erwachsene Teilneh-
mer/innen und 9.445 Kinder. Nimmt man die VHS mit 900 Teilnehmer/innen und 800 Kindern 
hinzu, so konnten über Angebote der Familienbildung in 2004 insgesamt 25.790 Teilne h-
mer/innen und 10.245 Kinder erreicht werden. Der Gesamtumsatz der vier Familienbildungs-
stätten betrug in 2004 ca. 2,3 Mio. €.  
 
Die Angebote der Familienbildung richten sich insbesondere an Familien mit Kindern, die 
jünger als sechs Jahre alt sind. In Münster lebten in 2004 in rund 26.400 Haushalten (von 
142.000 Haushalten) insgesamt 44.384 Kinder und Jugendliche; davon 14.724 Kinder unter 
sechs Jahre. 
                                                
 1 Besondere Aufmerksamkeit gilt der Realität, dass 98 % der praktischen Familienbildungsarbeit von freien Ho-
norarkräften durchgeführt wird. Sie sind Dipl. Sozialpädagoginnen, Dipl. Psycholog/innen, Ärzt/innen, Phys iothe-
rapeut/innen, Erzieher/innen usw. Sie erhalten als Regelsatz zur „Vergütung“  13,00 € pro Unterrichtsstunde. Hie r-
in sind enthalten: Vorbereitung, Durchführung, Nachbereitung, ggf. Fahrtkosten, Teilnahme an Fachkonfere nzen 
und Weiterbildung. Sie leisten hochqualifizierte Weiterbildungsarbeit für ein vergleichbar geringes Entgelt. Qu alifi-
zierte freie Honorarkräfte sind daher schwer zu finden bzw. zu halten. Die 20 hauptamtlichen pädagog ischen 
Mitarbeiter/innen in den vier Familienbildungsstätten versuchen deshalb täglich mit umfangreichem Su pport den 
640 freien Honorarkräften eine Geg enleistung zu bieten: persönlicher Kontakt und entspannte Arbeit satmosphä-
re, gute Arbeitsbedingungen in den Kursräumen, fachliche Unterstützung und kostenlose Weiterbildung.

4 
 
2. Arbeitsfelder der Familienbildung 
 
Familienleben findet heute nicht mehr in selbstverständlichen und allgemein akzeptierten 
Strukturen statt. Die Fähigkeiten, die sich für die Bewältigung des Familienalltags als no t-
wendig erweisen, sind nicht automatisch vorhanden. Lebensweltorientierte Familienbildung 
kann mit einem breiten Spektrum an Bildungsangeboten auf die Bedürfnisse von Familien 
reagieren. Die Möglichkeiten reichen von Wissensvermittlung und Information über die Ver-
knüpfung von theoretischem Wissen und praktischem Tun bis hin zu Erfahrungsaustausch 
zwischen Eltern und gemeinsamen Aktivitäten. 
 
In der Arbeit des Qualitätszirkels hat sich herauskristallisiert, dass sich die Arbeit der Famili-
enbildungsstätten in Arbeitsfeldern vollzieht und diese den zentralen Anknüpfungspunkt für 
eine Berichterstattung darstellen. Daher wurden im ersten Schritt die gegenwärtig zentralen 
Arbeitsfelder der Familienbildung definiert und den bestehenden elf Leistungsgruppen zuge-
ordnet (siehe Anlage 2, Matrix zur Arbeitsfeldern/Leistungsgruppen). Folgende sieben Felder 
sind hier zu nennen: 
 
•  Angebote zur Elternbildung 
•  Angebote zur Vorbereitung auf Geburt und Familie  
•  Angebote für besondere Zielgruppen 
•  Angebote im Rahmen von Stadtteilarbeit 
•  Mehrtägige Angebote 
•  Angebote zu speziellen gesellschaftlichen und sozialen Themen 
•  Angebote zur Fortbildung und Qualifizierung 
 
Alle Arbeitsfelder zielen darauf ab, Wissen zu vermitteln, Handlungskompetenzen zu erwei-
tern, die Erziehungssituation zu verbessern und Selbsthilfekräfte in den Familien zu aktivie-
ren sowie zu entlasten. 
 
Im Folgenden werden die sieben Arbeitsfelder der Familienbildung in Münster dargestellt. 
Ziel ist es, ein an der Praxis orientiertes Bild nachzuzeichnen. 
 
 
2.1 Arbeitsfelder 
 
 
2.1.1 Angebote zur Elternbildung 
 
Definition 
Elternbildung als Herzstück der Familienbildung findet überall dort statt, wo Eltern Unter-
stützung, Orientierung und Information erhalten, die sie für das Leben mit Kindern benötigen. 
Damit sind Angebote gemeint, die unmittelba r Eltern/Bezugspersonen in ihrer Erziehungs - 
Partnerschafts- und Alltagskompetenz stärken und für das Familienleben qualifizieren. 
 
Zielsetzung 
Elternbildung stärkt die Eltern/Bezugspersonen, damit sie selbstbewusst, kompetent und 
autonom ihr Leben in Familie, Partnerschaft und Gesellschaft gestalten können. 
Elternbildung trägt zum Aufbau tragender sozialer Netze bei. 
 
Exemplarische Auflistung der Angebote 
A. generationsübergreifende Bildungsangebote: Kurse für (Groß-)Eltern und Babys/Kinder 
gemeinsam 
B. für die Erziehung relevante Gesprächs- und Themenangebote 
C. Elterntrainings zum Erziehungsverhalten

5 
Inhalte 
Elternbildung ist sehr vielschichtig. Exemplarisch werden im Folgenden die Inhalte von drei 
Angebotsgruppen erläutert. 
 
A. Generationsübergreifende Bildungsangebote: Kurse für (Groß-)Eltern und Babys/ 
Kinder gemeinsam 
 
Elternteile mit Kind treffen sich wöchentlich über einen Zeitraum von einem Semester. In 
diesem komplexen System wird ein ganzheitliches pädagogisches Konzept verfolgt. 
 
Gemeinsam spielen und lernen, sich gegenseitig erleben, verstehen und akzeptieren –  
sind die Grundziele des ganzheitlichen, pädagogischen Konzeptes. Konkret heißt das: 
•  Stärkung des einzelnen Kindes, seine individuelle, besondere Entwicklung und seine 
Kompetenzen 
•  Stärkung des einzelnen Elternteiles mit seiner biographischen Entwicklung, Kompeten-
zen als Mutter/Vater sowie als Frau/Mann erkennen 
•  Stärkung der Beziehung zwischen dem Kind und seiner Mutter/Vater 
•  Förderung der Beziehungen der Kinder untereinander  
•  Förderung der Beziehung der Eltern untereinander 
 
Durch diesen umfassenden Arbeitsansatz wird erreicht 
•  Kinder werden in ihrer motorischen und geistigen, emotionalen und sozialen (Lern-)-
Entwicklung frühzeitig entscheidend gefördert  
•  Eltern finden Freunde und bauen neue Netzwerke untereinander auf zur gegenseitigen 
Unterstützung; Nach Erfahrung der Familienbildungsstätten entstehen in jedem Kurs, 
mindestens 2 bis 3 neue Familienfreundschaften, oft auch mehrere neue Kleingruppen. 
•  Eltern werden in ihrem Erziehungsverhalten gestärkt. 
•  Eltern erweitern ihre Kompetenzen durch Wissenserwerb. 
 
B. Für die Erziehung relevante Gesprächs- und Themenangebote 
 
Die Themen sind sehr vielfältig und hängen von den politischen und persönlichen Fragen der 
Eltern ab sowie von aktuellen wissenschaftlich en Erkenntnissen, wie z.  B. Gesundheit und 
Ernährung, Kinderbetreuungsmöglichkeiten in Münster, Entwicklung des Kindes (Sprachent-
wicklung, wahrnehmungsgestörte Kinder, geschlechtsspezifische Fragen...), Erziehung (Um-
gang mit Trotz und Wut, Geschwisterkonst ellationen, Umgang mit Medien, Gewaltpräventi-
on...) und Themenbereich: Schule (Hausaufgaben, Betreuungsmöglichkeiten...). 
 
Die Inhalte werden in Vorträgen, Seminaren und Gesprächsabenden didaktisch aufbereitet. 
So erhalten die Eltern Fachwissen und einen R ahmen zum Austausch mit anderen Eltern, 
um die eigenen Ressourcen zu stärken.  
 
C. Elterntrainings 
 
Die Anforderungen an Eltern steigen stetig. Erziehungsziele haben sich geändert. Die Unsi-
cherheit bei Erziehenden führt oft zu „schwierigen Kindern“ und der Leidensdruck in Familien 
mit Erziehungsschwierigkeiten ist oft immens. Verhaltentherapeutisch aufgebaute Trainings 
helfen Eltern, Erziehung zu lernen bzw. eine größere Erziehungssicherheit zu erwerben. El-
terntrainings wie beispielhaft „Triple P“, „Step by  Step“ oder „Starke Eltern - Starke Kinder“ 
wurden wissenschaftlich aufgebaut und werden als anerkannte Trainingsprogramme syste-
matisch begleitet.  
 
Perspektiven 
Die konstant hohe Nachfrage bestätigt die Notwendigkeit einer qualifizierten Elternbildung. 
Untersuchungen belegen, dass Familien besonders lange stabil sind, wenn sie gerade die 
erste Zeit des Familienlebens zufriedenstellend bewältigen können.

6 
Angebote, die von jungen Familien in Münster wahrgenommen werden (über 25.000 Tei l-
nehmer/innen pro Jahr) haben somit insgesamt auch immer eine wichtige präventive gesell-
schaftliche Wirkung. 
 
 
2.1.2 Angebote zur Vorbereitung auf Geburt und Familie  
 
Definition 
Die Lebensphase „werdende Eltern und junge Familie“ ist für die Entwicklung des Kindes, 
für den Auf bau einer verlässlichen Bindung, für das Gelingen der Rollenübernahmen als 
Mutter oder Vater, zum Aufbau einer familienfördernden Partnerschaft und für die Entwic k-
lung einer angemessenen gesellschaftlichen Anerkennung der elterlichen Erziehungsleistung 
von herausragender Bedeutung. Bildungsprozesse in diesem Sektor tragen dazu bei, das oft 
nicht mehr vorhandene intuitive und generative Lernen zu initiieren. 
 
Zielsetzung 
Das Ziel dieser Bildungsarbeit ist die Begleitung und Stärkung der Schwangeren und ihrer  
Partner zur Vorbereitung auf die Geburt und Elternschaft. 
Einige Familienbildungsstätten beziehen durch Kooperationen mit Kliniken die geburtsmedi-
zinische Fachlichkeit ein und ermöglichen hier einen Service rund um die Geburt und den 
Start ins Familienleben. 
Die Gestaltung der Kurse übernehmen Hebammen, Physiotherapeuten/ -therapeutinnen, 
Ärzte/Ärztinnen, Kinderkrankenschwestern, Sozialpädagogen/-pädagoginnen, die zum Teil 
auch in den Kliniken angestellt sind im Sinne eines einheitlichen Verbundsystems. 
Gemeinsame Fortbildungsschulungen und interdisziplinäre Fachkonferenzen ermöglichen 
fachübergreifendes Handeln und sind ein Beitrag zur Qualitätssicherung. Aktuelle Entwic k-
lungen und die verändernden Bedarfe der werdenden Familien werden hier reflektiert mit 
dem Ziel, eine bedarfsgerechte, qualitätsvolle Geburtsvorbereitung und Geburtshilfe aus 
einer Hand bereitzuhalten.  
 
Exemplarische Auflistung der Angebote 
Die vielen Kursanfragen zeigen den Wunsch, Geburtsort, Geburtsvorbereitung und die 
Betreuung nach der Geburt aus einer Hand zu erfahren. Hier ist kompetente Beratung b e-
züglich der Kursauswahl entsprechend der individuellen Bedürfnisse besonders gefragt. 
•  Angebote der Geburtsvorbereitung für Frauen und für Paare und der Vorbereitung auf 
das Familienleben 
•  Angebote zur Bewegung und Entspannung in der Schwangerschaft wie z.  B. Yoga, 
Wassergymnastik 
•  Infoseminare zu Themen wie z. B. Stillen, Erziehungsgeld, Elternzeit 
•  Säuglingspflegekurse und Geschwisterkurse 
 
Inhalte 
In den Kursen erfahren die werdenden Eltern Information, Körpertraining, Vermittlung 
von Fertigkeiten und soziale Vernetzung. 
In diesen ganzheitlichen Seminaren zur Vorbereitung auf die Geburt und Elternschaft erwer-
ben Schwangere und werdende Väter 
 
•  Wissen über die vielen Themen rund um die Geburt un d das Familienleben, das sie 
befähigt, selbständige Entscheidungen zu treffen 
•  Vertrauen in den eigenen Körper, um Geburt, Wochenbett und Stillzeit gemeinsam zu 
meistern 
•  Kompetenzen für die neuen Rollen als Mutter und Vater, für das Familienleben und die 
Gestaltung der Partnerschaft 
 
Kursdauer, Kontinuität der Kursleitung und weiter aufbauende Eltern-Kind-Kurse fördern die 
Bildung neuer sozialer Netze. Eltern unterstützen sich gegenseitig in dieser entscheidenden 
Umbruchphase und es werden viele Beziehungsgrundsteine gelegt, die sich unterstützend in

7 
der ganz praktischen Lebensbewältigung mit Kind auswirken (z.  B. bei der Umsetzung von 
Berufs- und Familienarbeit, der wechselseitigen Kinderbetreuung, den Veränderungen in der 
Gestaltung der Partnerschaft). 
 
Perspektiven 
Die Bildungsangebote zur Vorbereitung auf Geburt und Familie müssen immer wieder den 
sich ändernden Bedürfnissen werdender Eltern angepasst werden. 
Um dem individuellen Beratungsinteressen gerecht zu werden, muss hierfür auch weiterhin 
eine entsprechende Ressource bereit und sichergestellt werden. 
Der Ausbau von Kooperationen mit Krankenhäusern und freiberuflichen Hebammen ist wich-
tig, um eine ganzheitliche Begleitung der jungen Familie zu gewährleisten. 
Die in diesem Zusammenhang geplanten Fortbildungen für Personal in Geburtsvorbereitung, 
Geburtsbegleitung und Nachsorge sollen auch zukünftig zur Qualitätssicherung der Geburts-
hilfe in Münster beitragen. 
 
 
2.1.3 Angebote für besondere Zielgruppen 
 
Definition 
Spezielle Angebote passgenau für die jeweilige Situation einer Zielgruppe. 
 
Zielsetzungen 
Die Komplexität unserer Gesellschaft, spiegelt sich in Familien wieder. Viele Familien sind 
darüber hinaus durch spezifische Problemsituationen zusätzlich belastet. 
 
Ihnen sollen die Angebote 
 
•  den Austausch  mit anderen Betroffenen ermöglichen und Informationen über die  
Situation oder Belastung vermitteln, 
•  die eigene Kompetenz stärken, Wege der Unterstützung und Hilfe vermitteln und 
Selbsthilfe oder Selbstorganisation initiieren. 
 
Die Bandbreite der Frageste llungen bedingt ein breitgefächertes und vielseitiges Angebot. 
Hier eine Auswahl: 
 
•  Eltern und Kinder, Frauen und Familien mit Migrationshintergrund 
•  Behinderte Menschen und Eltern/Familien mit behinderten Kindern 
•  Verwaiste Eltern (inkl. glücklose Schwangerschaft) 
•  Kinderreiche Familien 
•  Fremdsprachliche Eltern-Kind-Gruppen 
•  Pflege- und Adoptionseltern, Tageseltern 
•  Eltern hochbegabter Kinder 
•  Ältere Menschen 
•  Ehrenamtliche 
•  Trennungsfamilien 
•  Allein Erziehende, Singles 
•  Arbeitslose/-suchende und sozial oder wirtschaftlich benachteiligte Gruppen 
 
 
Inhalte 
Die Angebote vermitteln Wissen und Kompetenz zur Bewältigung, Vermeidung oder Übe r-
windung einer belastenden Situation. Sie sind vom Schwerpunkt darauf ausgerichtet, die 
Teilnehmer/innen in den jeweiligen Situationen zu stärken. Die Kompetenz wird durch Ve r-
mittlung von Wissen aber auch durch Austausch und Begegnung erreicht. Vielfach wird auf 
das Ziel der Selbstorganisation und gegenseitiger Unterstützung hingearbeitet. Von den 
Kursleitungen werden spezielle Kenntnisse und Erfahrungen erwartet.

8 
Perspektiven 
Gerade in diesem Arbeitsfeld haben die einzelnen Familienbildungsstätten ihre individuellen 
Profile, die auch in Zukunft weiterentwickelt werden. Aufgabe des Qualitätszirkels ist es hier, 
sich gegenseitig zu informieren und abzustimmen, um im Sinne von Effizienz (hoher Auslas-
tungsgrad) mögliche Überangebote zu vermeiden und möglichst viele unterschiedliche Ziel-
gruppen zu erreichen. 
 
 
2.1.4 Angebote im Rahmen von Stadtteilarbeit 
 
Definition 
Unter diesen Angeboten sind die Veranstaltungen zu verstehen, die dezentral in einzelnen 
Stadtteilen Münsters durchgeführt werden. Schwerpunktmäßig handelt es sich um Angebote 
der Elternbildung. 
 
Zielsetzung 
Für den Kernbereich der Familienbildung ist die Wohnortnähe/die gute Erreichbarkeit 
ein wesentliches Qualitätskriterium. Die vier Familienbildungsstätten plus VHS sind de s-
halb an 70 Unterrichtsorten in Münster in Schulen, Pfarrgemeinden, Krankenhäusern usw. 
vor Ort präsent. Menschen im nahen Lebensraum zu erreichen, ist das Hauptziel der dezen-
tralen Angebote. Durch Familienbildung vor Ort können insbesondere bildungsferne Bevölke-
rungsschichten besser erreicht werden. Dies ist zudem Voraussetzung, um Selbst - und 
Nachbarschaftshilfe zu initiieren und zu fördern, und Familien im Alltag zu unterstützen. 
Angestrebtes Ziel ist es, die Familienbildung der „kurzen Wege“ weiter auszubauen, um da-
mit eine gute und frühzeitige Versorgung aller Bevölkerungsschichten mit Familienbildung zu 
gewährleisten. 
 
Unterschieden werden die festen Außenstellen der Familienbildung und einzelne An-
gebote in dezentralen Räumlichkeiten: 
 
Einzelne Angebote in dezentralen Räumlichkeiten 
Die Angebote richten sich nach den Wünschen der Menschen im jeweiligen Stad t-
teil/Sozialraum und der Einschätzung der Fachleute vor Ort. Erfahrungsgemäß sind die An-
gebote folgenden Bereichen zuzuordnen: 
•  Eltern-Kind-Bildungsangebote  
•  Gesundheitsbildungsangebote für die Familie 
•  Angebote der Kreativitätsbildung für Eltern und Kinder 
 
Außenstellen von Familienbildungsstätten in Stadtteilen 
Zwei Familienbildungsstätten bieten ihre Bildungsarbeit im Rahmen einer Zweigstelle in zwei 
bevölkerungsreichen Stadtteilen an. Die besonderen Rahmenbedingungen dieser Arbeit 
sind:  
•  Die Familienbildungsstätte ist vor Ort Teil eines lokalen Institutionsbündnisses. 
•  Eine hauptamtliche Mitarbeiterin ist für die Entwicklung der Familienbildung im Stadtteil 
verantwortlich, für die Auswahl und Qualifizierung des Fachpersonals zuständig und für 
die Bevölkerung in wöchentlichen Sprechstunden anwesend. 
•  Die Angebote werden in festen Räumlichkeiten durchgeführt. 
•  Die hauptamtliche Mitarbeiterin arbeitet im Stadtteil-Arbeitskreis der sozialen Institutio-
nen mit, um die eigene Arbeit, z. B. für spezielle Zielgruppen, zu vernetzen und besser 
abzustimmen. 
 
Inhalte 
Neben der allgemeinen Elternbildung nimmt die Gesundheitsbildung einen wichtigen Ste l-
lenwert ein: Gesundheit ist nicht das bloße Fehlen von Krankheit, sondern die Fähigkeit e i-
nes Menschen, mit den Herausforderungen des alltäglichen Lebens fertig zu werden, Belas-
tungen gewachsen zu sein und Krisen zu überwinden. Zu der Verantwortung der Eltern für 
die nachfolgende Generation gehört im Wesentlichen die G esundheitsvorsorge und -

9 
förderung der Familie. Dazu gehört, wie Eltern mit ihrem eigenen Körper umgehen, wie sie 
sich ernähren, welchen Stellenwert Fitness und Entspannung haben und wie sie die gewon-
nenen Erkenntnisse ihren Kindern vermitteln können. 
 
Perspektiven 
„Familienbildung vor Ort“ ist eine ausbaufähige Zukunftsperspektive. Um eine Versorgung 
möglichst breiter, insbesondere bildungsferner, Bevölkerungsschichten mit Familienbildung 
zu gewährleisten, ist die gute Erreichbarkeit wesentlich. Die Familienbildungsstätten in 
Münster beabsichtigen zukünftig mehr Ressourcen in die Arbeit vor Ort zu investieren. 
 
 
2.1.5 Mehrtägige Angebote 
 
Zusätzlich zu den Arbeitsfeldern der Leistungsgruppen werden in der Familienbildung auch 
mehrtägige Angebote unterbreitet. Wenn mindestens an zwei aufeinander folgenden Tagen 
(12 Ustd.) mit Eltern und/oder Kindern zu einem pädagogischen  Thema gearbeitet wird, 
sprechen wir von mehrtägigen Angeboten. Sie finden häufig außerhalb von Münster in T a-
gungshäusern mit Übernachtung und Verpflegung statt (i.  d. R. am Wochenende und/oder 
mehrtägig in den Schulferien). 
 
Zielsetzung 
Mehrtägige Angebote ermöglichen eine oft unbekannte Möglichkeit der Teilnehmer/innen 
(häufig ganze Familien) für eine intensive Arbeit und Kontaktaufnahme. Eltern und Kinder 
erleben die eigene Familie als Einheit und erfahren gleichzeitig andere Familien und deren 
Riten (z. B. Situationen bei Mahlzeiten, Umgang der Eltern mit den Kindern, unterschiedl i-
chen Grenzsetzungen, Gute-Nacht-Rituale). Diese neue Situation bietet Anregungen und 
stimuliert Auseinandersetzungen auch über das Thema des Seminars hinaus. 
Aufgrund dieses „a nderen“ Kontaktes und der durchgängig zur Verfügung stehenden Zeit 
entsteht häufig eine sehr dichte und intensive Atmosphäre in der Eltern -(Kind-)Gruppe, die 
thematisch die Qualität der Ergebnisse (oft positiv) beeinflusst, spezielle Lernprozesse e r-
möglicht und vermitteltes Wissen in Handlungszusammenhänge einübt. 
 
Angebote 
•  Spiel-/Sport-/Erlebnispädagogik (Ritter, Natur, Selbstverteidigung) 
•  Erzieherische/inhaltliche/gewaltpräventive Angebote (Reibung erzeugt Wärme, Mut 
tut gut!) 
•  Seminare für besondere Zielgruppen (Behinderte, allein Erziehende, Kinderreiche) 
 
Inhalte und Methoden 
Die Angebote vermitteln Wissen und Kompetenz zur Bewältigung, Vermeidung und Übe r-
windung belastender Situationen. Einzelne Angebote sind  vom Schwerpunkt darauf ausge-
richtet, die Familien in ihrer (Erziehungs-)Kompetenz zu stärken. 
Die Kompetenz wird durch die Methodik, der Vermittlung von Wissen, aber auch durch Aus-
tausch und Begegnung erreicht. Vielfach wird auf das Ziel der Selbstorganisation und g e-
genseitiger Unterstützung hingearbeitet. 
 
Perspektiven 
Durch die derzeitige wirtschaftliche Lage begründet, gibt es bei den Familien in der Tendenz 
eine Zurückhaltung bei mehrtägigen Angeboten. Im Durchschnitt nehmen drei bis vier Fami-
lienmitglieder an den Angeboten teil und es entstehen  Kosten, die sich viele Familien nicht 
(mehr) leisten können. Darüber hinaus steigen seit Jahren die Kosten der Tagungshäuser. 
Dem gegenüber steht eine drastische Zuschusskürzung des Landes, die die Träger oft nur 
über eine Erhöhung der Teilnehmergebühren ausgleichen können. Familien in schwierigen 
Lebenssituationen sind  zunehmend nicht mehr in der Lage an diesen Angeboten teilzuneh-
men. Dies ist gesellschaftlich von Nachteil, da diese Familien mehrtägige Angebote als gro-
ße Unterstützung erfahren.

10 
2.1.6 Angebote zu speziellen gesellschaftlichen und sozialen Themen  
 
Ein Kennzeichen der Familienbildung ist die Orientierung ihrer Bildungsangebote an 
•  gesellschaftlichen Entwicklungen, 
•  wissenschaftlichen Erkenntnissen und 
•  den aktuellen Bildungserwartungen der Familien. 
 
Exemplarisch werden aus vielen aktuellen Bildungsangeboten zwei herausgestellt, die der-
zeit von hoher gesellschaftlicher Relevanz sind. Beide Trainings beschäftigen sich inhaltlich 
mit den Themen, die häufig als Mangel oder Versagen in der Erziehung tabuisiert werden: 
 
A. Schulungsprogramm mit übergewichtigen Kindern/Jugendlichen (und ihren E l-
tern); Haus der Familie (2.1.6.1) 
B. Gewaltprävention; asb (2.1.6.2) 
 
Die frühzeitige Auseinandersetzung mit diesen Themen im Sinne der Präventionsarbeit ist 
von hoher gesellschaftlicher Bedeutung. Bei Nicht-Bearbeitung der Themen drohen Spätfol-
gen, die den Einsatz vieler gesellschaftlicher Ressourcen bedürfen. 
Beiden Angeboten ist gemein, dass die Teilnehmer/innen freiwillig kommen, diese stadtteil-
orientiert ausgerichtet zugunsten der Vernetzung und gebührenpflichtig sind.  
 
 
2.1.6.1  Move & eat & more!, ein Angebot des Hauses der Familie 
 
Ein Schulungsprogramm für Familien mit übergewichtigen Kindern und Jugendlichen, basie-
rend auf drei Säulen 
•  Bewegung 
•  Ernährung 
•  Psychosoziale Beratung 
 
Gesundheitsbildung zur Gesunderhaltung des Menschen ist eine nach wie vor aktuelle Auf-
gabe in der Familienbildung. Die Zielgruppe von M&E&M sind Kinder und Jugendliche in 
ihrem Lebensumfeld/in und mit ihrer Familie. 
Die Nachfrage nach Seminarplätzen und die Anzahl übergewichtiger Kinder in unserer Ge-
sellschaft steigt beständig an. Übergewicht stellt eine Gefährdung der Gesundheit dar und 
kann zudem zu sozialer Diskriminierung und Ausgrenzung führen. Dies ist bei vielen betrof-
fenen Kindern und deren Eltern mit einem hohen „Leidensdruck“ verbunden. 
Der zunehmenden Zahl übergewichtiger Personen steht ein Schönheitsideal gegenüber, das 
eine zunehmende „Verschlankung“ des Menschen zur Norm erhebt. Schlankheit wird häufig 
mit Begriffen wie Ges undheit, Erfolg und Attraktivität" assoziiert; während Übergewicht im 
gleichen Atemzug mit Faulheit, Willensschwäche und Maßlosigkeit genannt wird. 
 
Mit dem Schulungsprogramm M&E&More für übergewichtige Kinder und Jugendliche, folgen 
wir der modernen Adipo sitastherapie nach den Leitlinien der Deutschen Adipositasgesel l-
schaft. 
Das Schulungsprogramm kann sowohl präventiv als auch rehabilitativ durchgeführt werden. 
Die Programmdauer beträgt 12 Monate. Die Kinder und Jugendlichen werden nach Alter s-
gruppen eingeteilt. Es erfolgen Infotermine, Gespräche, Gruppenstunden (Bewegung und 
Ernährung), Eltern- und Kochtermine an einem Nachmittag in der Woche. 
 
Vorbereitende Phase 
Am Anfang stehen zwei Eingangsgespräche mit den Kindern/Jugendlichen und Eltern. In 
diese Gespräche ist der Psychotherapeut/Psychologe mit eingebunden. Anschließend oder 
auch schon vorab steht die Kontaktaufnahme zum behandelnden Kinderarzt/Hausarzt. Die 
Indikationsstellung und Patientenanamnese erfolgt durch den zuständigen Arzt. Es muss ein 
schriftlicher Nachweis über bisher erfolglose ambulante Maßnahmen erbracht werden. Die 
Therapieziele werden festgelegt und an das Team weitergeleitet. Ein erster Information s-

11 
nachmittag für Kinder/Jugendliche und Eltern gibt Gelegenheit, die Gruppen möglichst h o-
mogen zusammenzustellen, und auch die Motivation erneut abzuprüfen. 
 
Struktur 
 16 Elternangebote 
 4 generationsübergreifende Angebote 
 31 Gruppentreffen (Medizin, Ernährung, Kochen, Psychologie) 
 40 Gruppentreffen: Sport 
 
Nach vier Monaten stellt sich das  Kind/der Jugendliche bei dem Kinde r-
arzt/Psychotherapeuten vor. Es geht hierbei um die Fragestellung der Motivation und der 
Erfolge. Der Kinderarzt nimmt eine ärztliche Kontrolluntersuchung vor. 
 
Fazit/Perspektive 
Im Jahr 2003 haben 78 Kinder und in 2004 b ereits 132 Kinder das Programm „erfolgreich“ 
abgeschlossen. Nach dem ersten Schulungsprogramm besteht für die Kinder und Jugendli-
chen die Möglichkeit, ein weiteres Jahr in der Beratung und Betreuung zu bleiben. Das Kon-
zept wird von den meisten Ersatzkrankenkassen zu 85 % unterstützt. 
Um hier Eltern und Kinder für die Bedeutung des Themas rechtzeitig zu gewinnen, bieten 
alle Familienbildungsstätten zudem zahlreiche Angebote rund um die Themen Ernährung 
und Gesundheit an. 
 
 
2.1.6.2 Gewaltprävention beim asb 
 
Seit 1997 arbeitet der asb in der Gewaltprävention in Einrichtungen wie Schulen, Kindergär-
ten/-gruppen/-horte und Jugendeinrichtungen. Mittlerweile konzentriert sich die Arbeit auf die 
nachfolgenden Punkte A. bis C. Hier kooperiert der asb mit insgesamt etwa 110 Schulen und 
Kindereinrichtungen etc. in und um Münster. 
 
A. Bei dem Großteil der gewaltpräventiven Angebote arbeitet der asb vorrangig mit der 
Zielgruppe: Schüler/innen, da sie Teil einer Familie sind und hier das Ziel im Vorde r-
grund steht, die Sozi alkompetenz der einzelnen Familienmitglieder zu stärken. Diese 
Kompetenz soll sowohl der Herkunftsfamilie als auch der zukünftigen Familie zugute 
kommen. Zudem sind sie Teil eines Klassenverbandes. Die folgenden, konkreten An-
gebote werden regelmäßig umgesetzt: 
 
 Mut tut gut!   Starke Kinder 
 Konflikte in der Familie  Selbstbehauptungstraining/Selbstverteidigung 
 Sozialtraining    Streitschlichtung/Mediation und Klassenrat 
 Deeskalationstraining  Fitte Paten/Patinnen 
 Mobbing an Schulen  Starke Klasse –  Stark im Beruf 
 Stark im MiteinanderN  Theater gegen Mobbing 
 
B. Besonders intensiv werden personelle Ressourcen in Multiplikatoren-Fortbildungen zu 
allen oben genannten Themen eingesetzt (z. B. Qualifizierung zum/zur Konflikttrainer/-
in, Leitung von Streitschlichter-AGs, Supervision). 
 Ein wichtiger Aspekt gewaltpräventiver Arbeit mit Jugendlichen ist eine intensive Z u-
sammenarbeit mit den Eltern (Elternabende in Schulen, Kindergärten etc.), damit das 
Erlernte weiterhin im Alltag Bestand hat und umgesetzt wird. Fortbildungen für teilwei-
se ganze Lehrerkollegien und Lehrer -/Elternabende eignen sich für den Multiplikat o-
reneffekt hervorragend und werden seit Jahren regelmäßig und häufig durchgeführt. 
 
C. Die jüngste Entwicklung geht in die Richtung, dass immer häufi ger der Wunsch von 
teilnehmenden Eltern der asb-Familienbildungsseminare geäußert wird, die Inhalte der 
Gewaltprävention mit den Inhalten und Zielen der Familienbildung zu verknüpfen. So 
hat sich aus anfänglich vereinzelten Familienseminaren zum Thema Komm unikation

12 
und Konflikte (z. B. Reibung erzeugt Wärme) eine neue, übergreifende Vernetzung er-
geben: 
•  Mut tut gut! –  Eltern, Erzieher und Kinder arbeiten zur Zivilcourage 
•  Elternabende in Schulen zu gewaltpräventiven Themen (z. B. Mobbing) 
•  Seminarangebote für Schulklassen und Kindergärten zum Thema „Streit, Ko m-
munikation und Konflikte“ 
 
 Die Vernetzung der einzelnen gewaltpräventiven Themen mit dem ganzen System 
„Familie“ und den Sozialisationsinstitutionen der Kinder (Schulen Kindergärten, J u-
gendeinrichtungen) steht dabei im Vordergrund dieses Arbeitsschwerpunktes. 
 
 Das neueste Konzept hierzu „Freunde finden fürs Leben“, bei dem ganze Klassen und 
deren Eltern z. B. in der Schule ein mehrtägiges Angebot wahrnehmen und die Teamer 
des asb ein besonderes Augenmerk auf die zukünftige Elternarbeit in der Schule legen, 
wird von münsteraner Schulen (Eltern, Schülern sowie Lehrer/-innen der Klassen) sehr 
gut angenommen und nachgefragt. 
 
 
2.1.7 Fortbildung und Qualifikation 
 
Definition 
Die Angebote zur Fortbildung und Qualifikation bauen auf eine vorhandene Ausbildung oder 
Kompetenz der Multiplikatoren auf. Sie dienen der Vertiefung und der Weiterbildung in den 
unterschiedlichen Methoden und Inhalten (sozial-)pädagogischen Handelns. 
 
Die Angebote lassen sich grob in drei Bereiche aufteilen: 
•  Fortbildung und Qualifikation externer Fachkräfte (Erzieher/innen, Lehrer/innen etc.) 
•  Fortbildung und Qualifikation interner Fachkräfte (i. d. R. vorhandene oder zukünftige 
Kursleitungen in den Einrichtungen) 
•  Qualifikation interessierter Eltern (z. B. Tageseltern) 
 
Die Angebote lassen sich praktisch allen Leistungsbereichen zuordnen. 
 
Zielsetzungen 
Die Zielsetzungen sind jeweils abhängig von den drei o. g. Zielgruppen. Alle haben gemein-
sam, dass in einem vertieften Unterricht vorhandene Wissensbestände (sowohl in Inhalt als 
auch Methoden) erweitert werden und neue Kompetenzen erworben werden können.  
 
Angebote 
Die Angebote korrespondieren häufig mit den einzelnen Profilen und Schwerpunkten der 
jeweiligen Einrichtungen. 
Sie vermitteln hier bei methodisches und inhaltliches Wissen und sichern die permanente 
Qualifizierung und Weiterentwicklung der Angebote in der Familienbildung und deren Kurs-
leitenden. 
 
Inhalte und Methoden 
In der Regel bauen die Fortbildungen auf vorhandene Kompetenzen und/ oder Qualifikatio-
nen auf. Je nach Thema oder Methode sind Formen des theoretischen Unterrichtes oder 
praktische Übungen oder eine Mischung aus beiden denkbar. 
 
In der Regel sind die Fortbildungen nicht mit formalen Zertifikaten verbunden.  
 
Perspektiven 
Der Bereich Fortbildungen und Qualifikation ist ein (nicht formalisierter) Beitrag zu Weiterbil-
dungsmöglichkeiten pädagogischer Fachkräfte in Münster.

13 
Der Bereich spielt aber auch für die Qualitätssicherung und -entwicklung in den einzelnen 
Einrichtungen eine sehr bedeutsame Rolle. Das spiegelt sich u.  a. auch darin wieder, dass 
alle Einrichtungen im Rahmen ihres Jahresprogrammes die (internen) Angebote gegenseitig 
–  d. h. auch die der „Konkurrenz“ –  veröffentlichen. Dem entsprechend stehen die Angebote 
eines jeden Hauses auch den Fachkräften aus den anderen Familienbildungsstätten offen. 
 
 
2.2 Fazit 
 
Die ausgewählten Arbeitsfelder bilden heute die Schwerpunkte der Familienbildungsstätten 
in Münster ab. Ein Arbeitsfeld zeichnet sich jeweils durch die Kombinat ion mehrerer Leis-
tungsgruppen aus (siehe Anlage 2, Matrix zur Arbeitsfeldern/Leistungsgruppen). Insgesamt 
decken die Anbieter in Münster ein breites Themenfeld ab. Deutlich wird die Komplexität der 
Angebote der Familienbildungsstätten. 
 
Aber auch noch nich t zufriedenstellend abgedeckte Bereiche werden durch die Bündelung 
und Zuordnung der Arbeitsfelder deutlich. So ist z.  B. die Leistungsgruppe 6 „Angebote für 
Familien in besonderen Lebenslagen“ nicht in den Arbeitsfeldern „Angebote zur Elternbi l-
dung“ oder „Angebote zur Vorbereitung auf Geburt und Familie“ gekennzeichnet. Dies hat 
mehrere Gründe: 
 
•  Familien in besonderen Lebenslagen werden über die zielgruppenorientierte Bildungs-
arbeit erreicht. 
•  Familien in besonderen Lebenslagen sind häufig von „sekundärer Armut“ betroffen und 
nicht bereit oder in der Lage, Teilnehmergebühren zu entrichten. Hingegen sind Fami-
lienbildungsstätten aufgrund ihrer Finanzierungsstruktur (vgl. Kap. 4) auf Einnahmen 
durch Teilnehmerbeiträge angewiesen. 
•  Familien in besonderen Lebenslagen scheint es schwer zu fallen, den Zugang zu A n-
geboten der Familienbildung zu finden („Komm -Struktur“). Unter anderem auch, weil 
die Durchlässigkeit der unterschiedlichen Bereiche in der Jugendhilfe z. B. vom B e-
reich der Hilfen zur Erziehung zur Familienbildung zu gering ist.  
 
Für den Bereich der Angebote für finanziell schwache und bildungsarme Familien besteht 
Handlungsbedarf. Hier sucht die Familienbildung nach neuen Lösungen, dies sowohl metho-
disch als auch über neue Formen des Zugangs. Zu nennen sind hier u.a. das in Mitte 2005 
begonnene dreijährige Modellprojekt „Sure Start“ oder die schon begonnene Kooperation 
zwischen Kindertagesstätte und Familienbildung. Auch das in Planung befindliche Gespräch 
zwischen den Trägern der Sozialpädagogischen Familienhilfe und den Trägern der Famil i-
enbildung weist in diese Richtung. 
 
Grundsätzlich richtet sich Familienbildung an alle Familien. Eine vielseitige Ausrichtung des 
Angebots ist zu favorisieren. Jede Familie sollte die Leistung abrufen können, die sie benö-
tigt.

14 
 
3. Kooperation und Vernetzung der Familienbildungseinrichtungen 
 
Kooperation und Vernetzung sind ein zentrales Element für eine gelingende Familienbildung. 
Familienbildungsstätten bilden den Ort, an dem sich Familien treffen, kennen lernen, austau-
schen und verbinden (vernetzen) können. Die Angebote der Familienbildungsstätten werden 
zu unterschiedlichen Themen, für unterschiedliche Zielgruppen und von unterschiedlichen 
Professionen angeboten, so bilden Familienbildungsstätten einen Knoten im „Bildungsnetz-
werk“. 
 
Kooperation und Vernetzung finden auf verschiedenen Ebenen statt. Im Folgenden werden 
fünf Ebenen beispielhaft beschrieben. 
 
 
3.1 Kooperation und Vernetzung im Stadtteil 
 
Die Kooperationspartner sind zahlreich und hängen vom jeweiligen Stando rt ab. An erster 
Stelle ist es der Kooperationspartner, dessen Räumlichkeiten genutzt werden. Darüber hin-
aus werden sämtliche Institutionen, Kirchengemeinden und Verbände, die im jeweiligen 
Stadtteil –  besonders für Familien - engagiert sind, mit in die Bedarfs- und Angebotsplanung 
einbezogen. 
 
Am Beispiel des Stadtteils Coerde heißt dies konkret, dass die Mitarbeiterin einer Familienbildungsstätte, als 
Mitglied des Logistikteams des Arbeitskreises Coerde, die Verantwortung für die Koordination der Zusammen ar-
beit von 31 Einrichtungen übernommen hat. Dies sind im Einzelnen sechs Einrichtungen der AWO, drei Einric h-
tungen des DRK, vier Schulen, drei Kindertageseinrichtungen, das BGZ, die Beratungsstelle des Caritasverba n-
des, das Haus der offenen Tür der Ev. And reas- Kirchengemeinde, die HTG Coerde, das Kinderheim St. Mauritz, 
die Kath. Kirchengemeinde St. Norbert, der Münsteraner Tageseltern e. V., die pme Familienservice GmbH, das 
Polizeipräsidium –  Bezirksdienst Nordwest, die Sozial - und Schuldnerberatung des SKM, die Stadtbücherei 
Münster Zweigstelle Coerde, die Stadt Münster –  Bürgerbüro Coerde, die Stadt Münster –  Gesundheitsamt, die 
Stadtteilwerkstatt Nord, die VSE –  Jugendhilfeeinheit Nord sowie die Wohn- und Stadtbau GmbH. Der AK Coerde 
arbeitet monatlich und gewährleistet so eine intensive, zeitnahe und zielorientierte Zusammenarbeit vor Ort. 
 
 
3.2 Kooperation und Vernetzung im Rahmen der Angebote der Familie n-
bildungsstätten 
 
Viele Angebote werden im Rahmen von Vernetzung und Kooperation mit anderen Einri ch-
tungen und Institutionen gestaltet. Hierdurch werden die Kompetenzen der beteiligten Ei n-
richtungen sinnvoll miteinander verbunden. 
 
Beispiele:  
1. Kooperationspartner für die Kurse rund um die Geburt sind Krankenhäuser, die einen großen Teil der G e-
burthilfe vor Ort abdecken (das St. Franziskus Hospital mit der Elternschule Münster/Haus der Familie und 
das Clemenshospital / Anna Krückmann Haus), aber auch die freiberuflichen Hebammen in Münster. Das 
Gelingen der Kooperation Krankenhaus und Familienbildungsstä tte spiegelt sich in dem Einsatz von Fac hre-
ferenten/-referentInnen, der Nutzung der je speziellen Räume und dem Organisations - und Beratungsservice 
der Familienbildungsstätten wieder. 
2. In Kooperation mit der Schwangerenberatungsstelle des Sozialdienstes Kat holischer Frauen wird ein beso n-
deres Angebot zur Geburtsvorbereitung in kleinen Gruppen für schwangere Frauen in sozial schwierigen L a-
gen (z. B. Migrantinnen, jugendliche Schwangere) durc hgeführt. 
 
 
3.3 Kooperation und Vernetzung im Rahmen der Arbeitsgemei nschaften 
nach § 78 SGB VIII 
 
Die Familienbildungsstätten sind in der AG Familienförderung eingebunden. Hier treffen sich 
Vertreter/innen der Beratungsstellen und Familienbildungsstätten aus Münster, um ihre An-
gebote im Sinne der Familien stadtweit aufeina nder abzustimmen und zu vernetzen; das

15 
Thema Familienförderung inhaltlich weiter zu entwickeln und gemeinsame Interessen zu 
vertreten. 
Im Jahr 2004 wurden zwei Untersuchungen zum Thema „Junge Familie“ initiiert. Die Ergeb-
nisse sollen Ende 2005 dem Ausschus s für Kinder, Jugendliche und Familien präsentiert 
werden. 
 
 
3.4 Kooperation und Vernetzung im Qualitätszirkel zwischen den Anbi e-
tern von Familienbildung und dem Amt für Kinder, Jugendliche und 
Familien 
 
Im Rahmen des Qualitätszirkels findet ein regelmäßiger Austausch über die Angebotsstruk-
tur der Träger statt. Arbeitsschwerpunkte, Veränderungen und Neuerungen in Hinblick auf 
Themen und Finanzierungen werden vorgestellt und miteinander erörtert sowie mit den Be-
darfen in Beziehung gesetzt. Darüber hinaus wir d im Rahmen des Qualitätszirkels an der 
Weiterentwicklung der Berichtserstattung der Familienbildung in Münster gearbeitet. 
 
Der Qualitätszirkel erweist sich als wichtiges Instrument, um Familienbildung als ein zentra-
les und insbesondere präventiv wirkendes Arbeitsfeld der Jugendhilfe zu stärken.  
 
 
3.5 Kooperation und Vernetzung zwischen den Familienbildungsstätten 
im Bereich der Fortbildungen für deren Mitarbeiter/innen  
 
Ein weiteres Qualitätsmerkmal der Zusammenarbeit stellt das „zur Verfügung stellen“ inter-
ner Fortbildungsangebote der Familienbildungseinrichtungen untereinander dar (vgl. Kap. 
2.1.7). Die vorhandenen Kompetenzen in den Einrichtungen werden in diesem Bereich ver-
stärkt genutzt und eingesetzt. Darüber hinaus werden externe Fachleute für die  Angebote 
verpflichtet. Häufig resultiert dieser Einsatz aus vorhandenen Kooperationen. Diese sind fol-
gerichtig so vielseitig wie das Themenspektrum.

16 
 
4. Finanzen 
 
Die Finanzierung der Familienbildungsstätten beruht im Wesentlichen auf vier Einnahmesäu-
len:  
•  Eigenmittel2. 
•  Zuwendungen der Stadt Münster 
•  Zuwendungen des Landes NRW 
•  Teilnehmer/innen-Gebühren 
 
Die Gewichtung der Säulen zueinander unterscheidet sich je nach Institution. Einfluss hierauf 
nehmen u.a. Faktoren wie Zielgruppe, Trägerhintergrund und Angebotspalette. So haben die 
Träger, die viele Angebote für Benachteiligte anbieten, folglich geringere Einnahmen aus 
Teilnehmer/innen-Gebühren, jedoch höhere Landeszuwendungen im Rahmen der Erme s-
sensmittel. Die beiden Träger mit kirchlichem Hintergrund w eisen höhere Eigenanteile auf, 
als die beiden Träger, die dem DPWV angeschlossen sind usw. 
 
Der Gesamtumsatz der vier Familienbildungsstätten betrug in 2004 ca. 2,3 Mio. €. Die pr o-
zentuale Verteilung des Gesamtumsatzes auf die vier Finanzierungssäulen ist der folgenden 
Grafik zu entnehmen. 
 
 
 
4.1 Eigenmittel 
 
Die Eigenmittel (u. a. Spenden, Zuwendungen der zugehörigen Verbände) variieren zw i-
schen 2 und 30 % der Gesamteinnahmen. Die Varianzbreite ist so groß, da die Träger unter-
schiedlich finanzstarken Verbänden angehören. Da jedoch auch diese Verbände starken 
Sparzwängen unterliegen, werden sich die Eigenmittel in den nächsten Jahren rückläufig 
entwickeln. 
                                                
 2 Die Finanzierung der Familienbildungsstätten wird im Folgenden an Durchschnittsw erten dargestellt, da diese 
ausreichen, um den Finanzrahmen und die Risiken der Finanzierung der Familienbildungsstätten darzustellen. 
 
Finanzierungssäulen der Familienbildungsstätten 
in Münster, 2004 (durchschnittlich in Prozent)
43
31
11
15
0 5 10 15 20 25 30 35 40 45 50
Teilnehmer/-
innen-Gebühren
Zuwendungen
des Landes NRW
Zuwendungen
der Stadt
Münster
Eigenmittel

17 
 
4.2 Zuwendungen der Stadt Münster 
 
Der durchschnittliche prozentuale Anteil des kommunalen Zuschusses an den Gesamtein-
nahmen der Familienbildungsstätten beträgt ca. 11 %. Der Zuschuss ist festgeschrieben und 
beläuft sich auf 242.368 €. Dieser Betrag verteilt sich auf die einzelnen Träger wie folgt: 
 
 Grundförderung Stadtteilangebote Elternschule Gesamtsumme 
AKH 39.370 €  20.000 €   59.370 €  
asb 36.302 €    36.302 €  
Ev Fabi 33.234 €    33.234 €  
HdF 70.047 €  25.565 €  17.850 €  113.462 €  
 
 
4.3 Zuwendungen des Landes NRW 
 
Die Zuwendung des Landes NRW beträgt für die vier in Münster tätigen Familienbildung s-
stätten in der Summe derzeit ca. 550.000 €. Der Anteil der Zuwendungen des Landes NRW 
auf den Gesamtumsatz einer Einrichtung schwankt zwischen 20 und 50 Prozent. Seit 2002 
hat das Land seinen Zuschuss um ca. 15 Prozent reduziert. Die ausfallenden Mittel müssen 
über Einsparungen oder der Erhöhung der Einnahmen kompensiert werden. 
 
 
4.4 Teilnehmer/innen-Gebühren 
 
Die gewichtigste Finanzierungssäule stellen die Teilnehmer/innen-Gebühren dar. Der Nach-
teil ist, dass Gebühren wirtschaftlich schwachen Familien den Zuga ng zur Familienbildung 
erschweren. Allerdings bieten alle Familienbildungsstätten ermäßigte Teilnehmer/innen -
Gebühren für diese Familien an. Um den Eigenanteil erwirtschaften zu können, sind die Fa-
milienbildungsstätten auf marktgängige Angebote angewiesen. D.  h. die Familienbildung s-
stätten sind darauf angewiesen, ihr Leistungsangebot an der wirtschaftlichen Attraktivität 
auszurichten. Dies u. a. auch, um hierüber Angebote mitzufinanzieren, die nicht im ausre i-
chendem Maße über Teilnehmer/innen-Gebühren abgedeckt sind oder auch um die ausfa l-
lenden Zuwendungen Dritter zu kompensieren: Die Höhe der Gebühren findet dort ihre 
Grenze, wo breite Bevölkerungsschichten nicht mehr gewillt bzw. in der Lage sind, sie zu 
bezahlen.

18 
 
5. Ausblick und Perspektiven 
 
Angebote der Familienförderung gewinnen zunehmend aufgrund der an Familien gerichteten 
Anforderungen (gesellschaftliche Komplexität, permanenter Wandel, Auflösung großfamilia-
rer Strukturen) an Bedeutung. Dies belegen aktuelle Umfragen und Studien zu Themen wie 
sich E ltern z. B. ihre Unterstützung im Erziehungsalltag vorstellen oder auch die Unters u-
chung der AG Familienförderung in Münster zum Thema junge Familie und die aktuelle Be-
richterstattung in den Medien zu Elterntrainingsprogrammen. Auch der zwölfte Kinder- und 
Jugendbericht bestätigt, dass Familien Unterstützung bei „Bildung, Betreuung und Erziehung 
vor und neben der Schule„ benötigen. Hierbei kommt der Familienbildung eine wichtige Rolle 
zu. 
 
Anhand der im Bericht beschriebenen Arbeitsfelder wird ersichtlich, dass die Familienbi l-
dungsstätten in Münster gut aufgestellt sind und ein vielfältiges Angebot zur Unterstützung 
der Elternkompetenz vorhalten. Die Angebote der Familienbildung richten sich dabei grund-
sätzlich an alle Familienformen und -typen unabhängig vom Bildungsstatus und leisten hier-
durch einen wichtigen präventiven Beitrag zur Stärkung der Elternkompetenz.  
 
Derzeit steht die Jugendhilfe insgesamt vor großen Herausforderungen. Bestimmte Grun d-
maximen wie z. B. Lebenswelt- und Ressourcenorientierung richten sich sowohl an die J u-
gendhilfe insgesamt, wie auch auf einzelne Segmente. Hieraus ergeben sich die aktuellen 
Anforderungen an die Familienbildung in Münster: 
 
•  Familienbildung erreicht bestimmte Zielgruppen nur eingeschränkt. Von den vielfälti-
gen Anpassungsleistungen, die Familien heute erbringen müssen, sind im besond e-
ren Maße Familien in belastenden Lebenssituationen betroffen. Darunter Eltern mit 
Migrationshintergrund, Väter, junge Mütter, Eltern in relativer Armut und Eltern mit 
sehr geringem Bildun gsgrad. In den vergangenen Jahren haben die Familienbi l-
dungsstätten neue Wege beschritten, um Familien in belastenden Lebenssituationen 
zu erreichen.  
 
Durch die derzeitige wirtschaftliche Lage begründet, gibt es jedoch bei vielen Famili-
en in der Tendenz eine Zurückhaltung bei diesen Angeboten. Zudem sind die Träger 
durch deutliche Zuschusskürzungen gezwungen, die geringeren Bezuschussungen 
über eine Erhöhung der Teilnehmer/innen -Gebühren oder durch interne Umschic h-
tungen auszugleichen. Familien in schwieri gen Lebenssituationen sind nicht zuletzt 
hierdurch zunehmend nicht mehr in der Lage an diesen Angeboten teilzunehmen. 
 
Aktuell wird mit „sure start“ - ein Kooperationsprojekt des Anna-Krückmann-Hauses 
und des Haus der Familie - ein dezentrales Projekt initiiert, bei dem sich die Famil i-
enbildungsstätten sowohl sozialräumlich als auch bezogen auf die Zielgruppe neu      
orientieren. Das Projekt richtet sich an bildungs - und wirtschaftlich arme Mütter, bei 
denen die Förderung der Kinder über die Stärkung der M utter-Kind-Beziehung im 
Vordergrund steht. Gerade für diese Zielgruppen haben z.  B. auch Familienfreizeit- 
und -erholung und mehrtägige Angebote einen hohen präventiven Wert für alle Fami-
lienmitglieder. Bedürfnisse nach Kommunikation und Regeneration können befriedigt 
werden, die Entwicklung von Kindern wird unterstützt und gefördert.  
 
 
•  Eine ausbaufähige Zukunftsperspektive der Familienbildung ist zudem die „Familien-
bildung vor Ort“. Aufgrund der zunehmenden gesellschaftlichen Probleme wie Arbeits-
losigkeit, demographische Entwicklungen werden Familien vor immer größeren He r-
ausforderungen stehen. Um eine Versorgung möglichst breiter Bevölkerung sschich-
ten mit Familienbildung zu gewährleisten, ist die gute Erreichbarkeit wesentlich. Fami-
lien brauchen Orte, wo sie sich treffen und nachbarschaftlich austauschen kö nnen 
und alltagsorientierte Hilfen angeboten bekommen. Familienbildungsstätten st ehen

19 
hier vor der Herausforderung zukünftig mehr Ressourcen  in die Arbeit vor Ort zu in-
vestieren. Hierfür brauchen sie Kooperationspartner, die Räume zur Verfügung stellen 
können, Bedarfe benennen und Multiplikatoren, die eine Brückenfunktion für diese 
Zielgruppen übernehmen, um sie an die Angebote der Familienbildung hera nzufüh-
ren. Eine Intensivierung der Kooperationsformen vor Ort z.  B. mit Kindertageseinrich-
tungen, Schulen, Erziehungsberatungsstellen oder Trägern der Hilfen zur Erziehung 
bietet sich hier an. 
 
•  Auch Familienorientierte Arbeit gestaltet sich noch überwiegend „versäult“. Hier geht 
es darum, ein verändertes Ine inandergreifen verschiedener Unterstützungssysteme 
aufzubauen. Dies setzt voraus, dass die unterschiedlichen familienorientierten Ange-
bote einer intensivieren Vernetzungs- und Öffentlichkeitsarbeit bedürfen, damit Fami-
lien umfassend informiert sind und entsprechend ihren Bedürfnissen frei wählen kön-
nen. 
 
•  Nicht zuletzt ist es wünschenswert, im Rahmen des Qualitätszirkels der Familienbi l-
dungsstätten die Entwicklung in den einzelnen Arbeitsfeldern systematisch genauer 
zu erfassen und abzubilden. Zukünftig könnten so die Gewichtung der Arbeitsfelder 
untereinander oder mögliche Schwerpunktverlagerungen bzw. Entwicklungen abg e-
bildet und analysiert werden. So wird es möglich, gesellschaftliche Veränderungspro-
zesse zu erfassen und die notwendigen Anpassungen innerhalb der Angebotsstruktur 
zu vereinbaren.

Anna-Krückmann-Haus Anlage 1 
 
Grundsätzliches/Historie Arbeitsschwerpunkte Kurzprofil 
Stellen- u. Zahlenumfang Aktuelle Entwicklung 
 
Das Anna-Krückmann -Haus ist 
eine überparteiliche und übe r-
konfessionelle Einrichtung der 
Familienbildung mit jahrelanger 
Erfahrung. Es wurde 1957 von 
verschiedenen Frauenverbä n-
den gegründet, die auch heute 
neben Einzelpersonen Mitgli e-
der in dem unabhängigen Tr ä-
gerverein Anna -Krückmann -
Haus e. V. sind:  
Deutscher Hausfrauen -Bund 
Münster, Deutscher Frauenring, 
Frauengruppe verdi, Westfä-
lisch-Lippischer-Landfrauen ver-
band u. a. m.  
 
Der Name verweist auf Anna -
Krückmann (1868 -1955), die 
schon in den zwanziger Jahren 
des letzten Jahrhunderts Stad t-
verordnete in Münster war und 
innovative Frauenarbeit initiierte, 
z. B. Budgetberatungen, Grün-
dung des ersten s econd-hand-
Ladens.  
 
Die Familienbildungsstätte ist 
Mitglied im Paritätischen Woh l-
fahrtsverband.  
 
 
Die Angebote der Eltern - und 
Familienbildung (incl. der Vorb e-
reitung auf die Geburt und E l-
ternschaft) sind Schwerpunkt der 
Arbeit.  
 
Besonders vielfältig sind unsere 
Angebote für Familien mit kleinen 
Kindern. Unsere pädagogische 
Elternbildung trägt dazu bei, dass 
das Leben von Erwachsenen und 
Kindern in Familie und Partne r-
schaft gelingt, und dass Eltern 
ihre Erziehungskompetenz und 
Selbstreflexion  stärken.  
 
Darüber hinaus bieten wir Fam i-
lienbildung in weiteren Fachb e-
reichen an:  
•  Persönlichkeitsentwicklung & 
Kommunikation 
•  Fremde Sprachen lernen  
•  Fortbildung & Qualifizi erung 
•  Gesundheit und Entspa n-
nung/ Fitness und Gy mnastik
 
•  Treffpunkt Küche 
•  Kunst und Handwerk/ Kreativ 
sein mit Stoffen. 
 
 
Wir wenden uns mit unserer Bildungsarbeit an Frauen und Männer 
aller Nationalitäten und Schichten. Wir sprechen die Menschen u m-
fassend an, zur Förderung ihrer praktisch -manuellen, ihrer kognit i-
ven und ihrer emot ionalen Fähigkeiten.  
 
Denn lebendiges Lernen ist ganzheitlich und bezieht den Menschen 
in all seinen Facetten ein: Erleben und Erfahren, Begegnen und 
Bilden sind Entwicklungsprozesse, die untrennbar zusammenhä n-
gen.  
 
Das Anna-Krückmann -Haus liegt mit seinem eigenen Haus mitten im 
Ostviertel und zeichnet sich so durch eine gute Sozialraumnähe aus. 
Die Teilnehmer/innen treffen auf eine freundliche und einladende 
Atmosphäre –  das Haus ist offen für alle.  
 
Durch diese guten Erfahrungen im Ostviertel ist es ein Grundprinzip 
unserer Arbeit geworden, mit der Familienbildung zu den Menschen 
zu gehen - dorthin, wo sie wohnen. Deshalb haben wir eine Auße n-
stelle im städtischen Begegnungszentrum Meerwiese und bieten 
Elternbildungskurse im Süden Münsters an (i m Clemenshospital, 
Bewohnertreff am Dahlweg, Begegnungszentrum 37°). Darüber 
hinaus führen wir Kurse in ca. 15 Schulen durch.  
 
Aktuelle Zahlen: 
•  vier hauptamtliche pädagogische Mitarbeiter/innen in Teilzeit:  
1 Dipl. Pädagogin 28,88 Std., 1  Dipl. Sozialpäda gogin 28.88 
Std., 1 Erzieherin 28,88 Std., 1 Dipl. Oecotrophologin 31 Std. = 
insgesamt 118,64 Stunden.  
•  In 2004 führten wir 697 Veranstaltungen mit 10.999 Unterricht s-
stunden für 6.603 Teilnehme nde und 2.648 Kinder durch.  
•  Die Zahl der freien Mitarbeiter/inn en betrug ca. 180 Fachkräfte.  
 
 
Die gesamten Angebote der 
Elternbildung werden sehr gut 
abgefragt. Eltern wünschen 
vielfach Seminare zur Unte r-
stützung des täglichen Erzi e-
hungsalltags und zur Stärkung 
ihrer eigenen Fähigkeiten. Hier 
entwickeln wir neue Kon zepte 
und Kooperationen, z.  B. mit 
Schulen und Kindertagesei n-
richtungen, um die Eltern vor 
Ort zu erreichen.  
 
‚Sure Start‘ ist ein besonderes 
Projekt der Elternbildung, das 
wir konzeptionell gemeinsam 
mit dem Haus der Familie en t-
wickelt haben und in Kooper ati-
on durchgeführt wird: die Baby -
Spiel-Stunde für bildungs - und 
wirtschaftlich arme Mütter in 
Coerde und Gievenbeck. Hier 
gehen wir ganz neue Wege, um 
diese Zielgruppe zu erreichen.

asb –  arbeitskreis soziale bildung und beratung e. V. Anlage 1 
 
Grundsätzliches/Historie Arbeitsschwerpunkte Kurzprofil 
Stellen- und Zahlenumfang Aktuelle Entwicklung 
 
Der asb –  arbeitskreis soz i-
ale bildung und beratung 
e. V. ist seit 25 Jahren Tr ä-
ger von zwei durch das 
Land NRW anerkannten 
Bildungswerken, der asb -
Familienbildung und der 
asb-Erwachsenen bildung. 
Wir arbeiten in den Bere i-
chen der Familienbildung, 
der Gesundheitsbildung, 
der Gewaltprävention sowie 
der kulturellen, politischen 
und berufsbezog enen Bil-
dung.  
 
Im Folgenden werden nur 
die Leistungen der Famil i-
enbildung beschrieben.  
 
 
Im Bereich der Familienseminare 
als ein Arbeitsschwerpunkt haben 
wir in 2004 mit etwa 1000 Erwac h-
senen und 700 Kindern etwa 5000 
Teilnehmertage zu Themen der 
Familienbildung durchgeführt. 
In der Gewaltprävention und For t-
bildungen für Pädagogen erreic h-
ten wir in 2004 im Ustd. -Bereich 
etwa 2000 Schüler/innen, 500 
Eltern und 250 Pädagogen. Die 
professionelle Durchführung der 
gewaltpräventiven Veranstaltu n-
gen wird von etwa  30 erfahrenen 
Honorarkräften gewährleistet.  
Im Oktober 2004 haben wir den 
„Förderpreis der Deutschen Krim i-
nalprävention“ mit unserem Koop -
Projekt „Stark im Miteinander N“ 
gewonnen, im November 2004 
zum Thema „Mobbing unter Sch ü-
lern“ ein Buch veröffentlicht  und 
Ende diesen Jahres hat eine zwe i-
jährige Fortbildung „Qualifizi erung 
zum/zur Konflikttrainer/in“ bego n-
nen. In den Arbeitsschwe rpunkt 
„Gewaltprävention, Komm unikation 
und Konflikte“ fließen die meisten 
zeitlichen und finanziellen Re s-
sourcen.  
 
Wir möchten…  
•  mit unseren Veranstaltungen zum Nachdenken anregen,  
•  Raum für Auseinandersetzung mit uns selbst, mit anderen und 
der uns umgebenden L ebensrealität bieten,  
•  Handlungsmöglichkeiten erweitern,  
•  Austausch und Kommunikation ermöglichen,  
•  Spaß und Freude miteina nder haben, 
•  neue Erfahrungen eröffnen.  
 
Grundlage aller unserer Angebote ist ein ganzheitlicher Lerna n-
satz, der Körper, Geist und Seele anspricht. Um erlebnisorientie r-
tes Arbeiten zu gewährleisten, ist „Methodenvielfalt“ ein Marke n-
zeichen unserer Angebote.  Prozessorientiertes Arbeiten ermöglicht 
hierbei den professionellen Blick auf die individuellen Bedürfnisse 
und Entwicklungsmöglichkeiten unserer Teilnehmer/innen.  
Der asb hat zwei Standorte in Münster: Grevener Straße und Br e-
mer Straße. Zusätzlich arbeit en wir in etwa 110 Schulen/ Kinde r-
gärten in und um Münster und in etwa 10 Tagungshäusern in 
NRW. 
Der asb beschäftigt innerhalb der Familienbildung zwei hauptamtl i-
che pädagogische Mitarbeiter/innen in Teilzeit (davon eine Leiterin) 
mit insgesamt 50 Wochenar beitsstunden (in der Erwachsenenbi l-
dung gibt es ebenfalls eine pädagogische Mitarbeit erin/Leitung).  
In 2004 führten wir in der Familienbildung/Gewaltprävention ~ 150 
Veranstaltungen mit ~  5000 Teilnehmertagen für ~ 1750 Teilne h-
mende und ~ 2700 Kinder durch . Die Zahl der freien Mitarbe i-
ter/innen betrug ~ 70 Fachkräfte. (Zusätzlich wurden noch wurden 
noch 150 Veranstaltungen in der Erwachsenenbildung in Ustd. -
Form durchgeführt.)  
 
 
Durch die wirtschaftliche Lage 
haben immer weniger Familien 
die Möglichkeit an einem Semi-
nar außerhalb von Münster in 
einem Tagungshaus teilzune h-
men. Um trotzdem allen Bevö l-
kerungsschichten der Stadt 
unsere pädagogischen Ang ebo-
te zur Verfügung stellen zu 
können, werden immer mehr 
Seminare innerhalb von Mün s-
ter durchgeführt. 
Gewaltpräventive Themen in 
der Familienbildung werden in 
letzter Zeit häufig von Eltern 
gewünscht. Die Vernetzung von 
zwei Arbeitsschwerpunkten 
(Gewaltprävention und Famil i-
enbildung) wird daher immer 
intensiver, was uns sehr freut 
und unserem pädagogischen 
Konzept der Vernetzung en t-
spricht. 
Ab Herbst 2005 wird ein neuer 
Arbeitsbereich mit neuen K o-
operationspartnern hinzuko m-
men: Wir schaffen ein Forum 
für Eltern mit Kindern, die eine 
geistige und/oder körperliche 
Behinderung haben. Diesem 
Teilnehmerkreis soll über S e-
minare, Fortbildungen und Ku r-
se eine Möglichkeit der Verne t-
zung und Stärkung ihrer L e-
benssituation gegeben werden.

Ev. Familienbildungsstätte Münster Anlage 1 
 
Grundsätzliches/Historie Arbeitsschwerpunkte Kurzprofil 
Stellen- u. Zahlenumfang Aktuelle Entwicklung 
 
Die Ev. Familienbildungsstätte Münster ist 
hervorgegangen aus der Ev. Mütterschule 
und verfügt über fast 4 5 Jahre Erfahrung in 
der Familienbildung. Die Ev. Familienbi l-
dungsstätte wird getragen vom Ev. Familie n-
bildungswerk Münster e.  V. Damit ist die 
Einrichtung auch als unabhängig und nicht 
als kreiskirchlicher Dienst anzusehen. Unser 
besonderes Augenmerk lieg t auf Familien 
und der gleichberechtigten Partizipation b e-
hinderter Menschen am L eben. 
Unsere Angebote sind freiwillig und orienti e-
ren sich nach dem Prinzip des gegenseitigen 
Lernens. Dazu möchten wir Raum und Zeit 
für Erfahrungen, Austausch und Begegnung 
und qualifizierte Vermittlung von Wissen und 
Meinungen ermöglichen und Mut zur Verä n-
derung machen. Die grundsätzlich christlich -
evangelische Ausrichtung des Hauses bei n-
haltet aber ebenso eine Offenheit für alle 
Menschen, unabhängig von Alter, Glaube, 
Kultur oder Nationalität.  
Die Ev. Familienbildungsstätte befindet sich 
zentral im Paul -Gerhardt-Haus, 3 Fußmin u-
ten vom Bahnhof. Ein Großteil der Angebote 
findet hier statt. Daneben macht die Fabi in 
vielen Stadtteilen Münsters sowie des Ki r-
chenkreises Münster e benfalls Angebote der 
Familienbildung. 
 
Unsere Hauptarbeitsschwerpunkte sind  
•  Angebote für Familien und Ihre Kinder  
•  Menschen mit Behinderung bilden sich weiter  
Diese Arbeitsschwerpunkte machen ca. 65 - 70 % 
des Programms aus.  
Die Fabi setzt im ersten Bereic h erst nach der G e-
burt an. Diese Angebote umfassen Eltern -Baby-
Gruppen inkl. PeKiP -Gruppen, Eltern -Kind-Gruppen, 
Wichtelgruppen (Betreuungsgruppen ohne Eltern), 
thematische Gruppen (Musik für Eltern und Kinder, 
Bewegungsförderung etc.), Erziehungsthemen, E l-
terntraining, Ernährungs - und Gesundheitsthemen 
bei Kindern... 
Der zweite Schwerpunkt umfasst inhaltlich die ganze 
Bandbreite des Lebens. Sie vermitteln Wissen und 
Erfahrungen durch adressatengerechte Inhalte und 
Methoden. 
Die überwiegende Organisationsfo rm dieser Ang e-
bote sind Kurse, d. h. in der Regel wöchentliche 
Angebote im Umfang von 1 - 3 Unterrichtsstunden, 
sowie Wochenend- oder Tagesseminare in Münster.
 
Seit zwei Jahren werden diese Angebote durch Bi l-
dungswochenenden (außerhalb von Münster) e r-
gänzt. 
Über diesen beiden Hauptschwerpunkten hinaus 
bieten wir Familienbildung in weiteren Themenfe l-
dern an: 
•  Gesundheit und Körperbewusstsein  
•  Beziehung und Kommunikation  
•  Sprachen und EDV 
•  Angebote für ältere Menschen  
•  Musisch-kulturelle Angebote (z. B. Märchen)  
 
 
Die Ev. Fabi beschäftigt 6 päd. Mi t-
arbeiter/innen im Gesamtumfang 
von 148,5 Wochenstunden. Alle 
Mitarbeiter/innen haben eine päd a-
gogische Qualifikation.  
In 2004 wurden 451 Veranstaltu n-
gen mit insgesamt 8.911 Ustd. 
durchgeführt. Im Rahmen dieser 
Veranstaltungen besuchten 5.139 
Erwachsene und ca. 1.500 Kinder 
die Ev. Fabi. Hinzu kamen 6 Vera n-
staltungen mit 520 TNT (ca. 80 Tei l-
nehmende) 
Neben den 6 hauptamtlichen Kräften 
sind ca. 90 nebenamtliche Fac hkrä f-
te tätig 
 
Die Ev. Fabi hat seit 1999 
eine relative Durs tstrecke 
durchlebt. Diese scheint mit t-
lerweile überwunden zu sein. 
Die Zahlen sind seit 2002 
wieder steigend. Für 2005 
rechnen wir mit ca. 11.000 
durchgeführte Ustd. mit einer 
entsprechend höheren Tei l-
nehmendenzahl.  
Inhaltlich setzt die Fabi auf 
eine weitere Dezentralisierung 
und auf Zusammenarbeit mit 
Gemeinden und Kindert a-
geseinrichtungen. Bereits 
heute bestehen viele solcher 
dezentralen Kooperati onen.

Haus der Familie Münster e. V. Anlage 1 
 
Grundsätzliches/Historie Arbeitsschwerpunkte Kurzprofil 
Stellen- u. Zahlenumfang Aktuelle Entwicklung 
 
Auszug aus dem 2004 erarbeiteten Lei t-
bild: 
Wir sind eine staatlich anerkannte We i-
terbildungseinrichtung in kat holischer 
Trägerschaft in der Stadt Münster mit 
dem Schwerpunkt der Eltern - und Fami-
lienbildung. Dabei gehen wir von einem 
Familienbegriff aus, der das auf Dauer 
angelegte, verantwortungsvolle Zusa m-
menleben von Eltern und anderen B e-
zugspersonen mit Kindern  beinhaltet.  
Wir leisten einen Beitrag zur Stärkung 
von Familien durch lebensbegleitende 
und fachlich moderierte Lerngruppen. 
Menschen jeden Alters, jeder Welta n-
schauung und Nationalität können tei l-
nehmen. 
Wir bauen mit an stabilen Beziehungen 
und schaffen durch die Bildungsang ebo-
te Vernetzungsmöglichkeiten für F amili-
en und Einzelpersonen.  
Wir sind davon überzeugt, dass Me n-
schen nach dem Woher, dem Wohin, 
dem Warum ihres Lebens fragen und 
gestalten die Prozesse mit, die zur Or i-
entierung in existentiellen Fr agen füh-
ren. 
Wir unterstützen aktiv die Familie n-
freundlichkeit in den Pfarrgemeinden 
und setzen uns ein für ihre Verwirkl i-
chung in Betrieben, bei politischen En t-
scheidungen und im öffentlichen Leben.  
 
 
Arbeitsschwerpunkte  
- in die derzeitig Energien fließen,  
- durch die eine spezielle Fachlichkeit 
vorgehalten wird,  
- bei denen Konzeptionen erstellt und 
weiterentwickelt werden,  
- mit denen einschlägige Kooperation 
aufgebaut und realisiert we rden. 
 
- Elternschule Münster und Lernb e-
reich Erziehung 
 mit 45 % des gesamt en Angebo-
tes 
- Verwaiste Eltern / glücklose 
Schwangerschaft  
 Das Haus der Familie Münster e. 
V. hält als einziger kontinuierlicher 
Träger ein qualifiziertes Angebot 
für diese Eltern vor.  
- Stadtteilorientierte Familienbi l-
dung 
 speziell in Gievenbeck.  
-   Werte-Orientierung 
 Die Suche der Eltern nach We r-
ten, die die Erziehung prägen, 
wird auf dem Hintergrund des 
„christliches Menschenbild“ r eflek-
tiert und handlungsorientiert u m-
gesetzt. 
-    Familienbildung als Methode  
 in der präventiven Arbeit (sure -
start / INCA / Migrant/innen etc.)  
 
 
Das Haus der Familie beschäftigt acht 
hauptamtliche pädagogische Mita rbei-
ter/innen, zum Teil in Teilzeit, (d avon 
eine Leiterin) mit insgesamt 238 W o-
chenarbeitsstunden. Das Team setzt 
sich aus einer Diplompädagogin, drei 
Diplomsozialpädagoginnen sowie 
einer Religionspädagogin, einer Di p-
lom Oecotrophologin und einer 
Schneidermeisterin zusammen.  
In 2004 führten wir 964 Veranstaltu n-
gen mit 20.150 Unterrichtsstunden für 
11.318 Teilnehmende und 2.597 Ki n-
der durch. Die Zahl der freien Mitar-
beiter/innen betrug ca. 300 Fachkrä f-
te.  
Inklusive der Familienbildungsurlaube 
(Familien, Ein-Eltern-Familien, Gro ß-
eltern-Enkel) leistete das Haus der 
Familie zusätzlich 1.428 Teilnehme r-
tage. 
Dezentral –  in den Stadtteilen –  fan-
den an ca. 20 Orten ins gesamt 231 
Veranstaltungen statt.  
 
 
•  Fortsetzung des Aufbaus von einschl ä-
gigen Kooperationen mit Einrichtungen, 
Institutionen, Unternehmen um Eltern - 
und Familienbildung neu zu verorten 
(z. B. Weiterbildung geht zur Schule, 
Stadtwerke, Hebammen -Verbund, etc.) 
•  Zugänge schaffen und  Projekte entw i-
ckeln, um „benachteiligte“ Familien an 
Bildungsprozessen teilhaben zu lassen.  
- Armutsprävention durch  Budgetpl a-
nung (Schülerinnen des Anne -Frank-
Berufskollegs, Jugendliche im „La 
Vie“ in Gievenbeck, etc.)  
- „sure-start“, ein Projekt mit dem A n-
na-Krückmann -Haus im Rahmen pr ä-
ventiver Maßnahmen in Münster, 
durch das bildungs - und wirtschaf t-
licharme Mütter mit ihren Babys Hi l-
fen zum Aufbau sicherer Bindungen 
ihres Kindes erhalten, so dass de s-
sen positive Entwicklung mö glich ist.  
- Beteiligung am Projekt des Diözesa n-
caritasverbandes „InCa“  (integrierte 
Kinder-, Jugend - und Familienhilfe) 
im Gebiet Osthuesheide.  
Zu den Auswirkungen der außerhäuslichen 
Kinderbetreuung für unter 3 -jährige könnte 
gehören, dass Eltern wenige r Ressourcen 
haben, um an Familienbildung teilzunehmen.

Volkshochschule Anlage 1 
 
Grundsätzliches/Historie Arbeitsschwerpunkte Kurzprofil 
Stellen- und Zahlenumfang 
 
Unabhängig von der Förderung durch das SGB 
VIII bietet die Volkshochschule Veranstaltungen 
zur Eltern- und Familienbildung an. Im Fokus 
ihrer Bildungsarbeit steht dabei in erster Linie der 
erwachsene Teilnehmer / die erwachsene Tei l-
nehmerin.  
 
Grundlage der Weiterbildungsangebote der 
Volkshochschule der Stadt Münster ist das nor d-
rhein-westfälische Weiterbildungsgesetz aus dem 
Jahre 2000. Analog zu m in § 3 formulierten G e-
setzesauftrag gliedert sich die Angebotsstruktur 
der städtischen Volkshochschule in sieben Pr o-
grammbereiche:  
 
1. Gesellschaft, Politik, Geschichte  
2. Erziehung, Familie, Älterwerden  
3. Gesundheit, Leben mit Behinderungen  
4. Sprachen und Länder 
5. Beruf und Wirtschaft  
6. Medien und EDV 
7. Kulturelle Bildung  
 
 
Das Angebot der Volkshochschule richtet 
sich grundsätzlich an alle erwachsenen  
Bürgerinnen und Bürger in der Stadt.  
Zielgruppenspezifische Angebote für  
Jugendliche, Eltern, Fa milien und Senioren 
oder auch Qualifizierungsangebote für  
pädagogische Fachkräfte finden sich in allen 
Programmbereichen der Volkshochschule 
wieder. Veranstaltungen zur Eltern - und 
Familienbildung werden jedoch schwe r-
punktmäßig im Fachbereich „Erziehung, 
Familien, Älterwerden" angeboten.  
 
 
Das Gesamtvolumen der jährlich durchgeführten Unterrichtsstunden der 
Volkshochschule beläuft sich auf ca. 52.000. Auf den Bereich der E l-
ternbildung einschl. der Eltern -Kind-Angebote der VHS entfallen etwa 
2.500 Unterrichtsstunden. Dieses Angebot wird sowohl in der Inne n-
stadt als auch im Stadtteil Hiltrup durchgeführt. Hierbei wurden in 2004  
900 Teilnehmer/innen und 800 Kinder erreicht. Die Landesförderung 
nach WBG sieht keine explizite Förderung des Themenfeldes „Famil i-
enbildung“ vor. Die Landeszuweisungen für das hauptamtliche pädag o-
gische Personal umfasst das gesamte Aufgabenspektrum. Nach der 
derzeitigen Arbeitsverteilung entfallen etwa 10 Wochen -Arbeitsstunden 
der pädagogischen Fachbereichsleitung auf den Bereich der Familien-
bildung. Daneben sind hier 20 freie Mitarbeiter/innen tätig.

Matrix zu Arbeitsfeldern/Leistungsgruppen                                                                                         Anlage 2 
 
 
 
Arbeitsfelder                      
Angebote ... 
 
 
LG 1 
Beziehungs- 
gestaltung 
LG 2 
Familie & 
Beruf  
LG 3 
Erziehungs- 
verhalten 
LG  4 
Ernährung, 
Gesundheit 
und Umwelt 
LG 5 
Haushalt-
führung 
Gestaltung 
LG 6 
besondere 
Lebenslagen 
LG 7 
Selbsthilfe  
LG 8 
Vorbereitung 
Familien-
leben 
LG 9 
Kooperation 
und 
Vernetzung 
LG 10 
politischen 
Beteiligung 
LG 11 
Qualifizierug  
Fortbildung 
1. zur Elternbildung 
 
X X X X u u X u X X u 
2.  zur Vorbereitung auf Geburt   
und Familie 
X X X X u u X X X X u 
3. für besondere Zielgruppen 
 
X X X X X X X X X X u 
4.  im Rahmen von Stadtteil-   
     arbeit 
u u X u u X X u X X u 
5. mehrtägige  
 
X X X X X X u u X X u 
6.  zu speziellen gesellschaft-  
lichen und sozialen Themen 
X X X X X X X u X X u 
7. zur Fortbildung und 
Qualifikation 
u u u u u u u u X u X 
 
Leistungsgruppen:  
LG   1: Angebote der Beziehungsgestaltung mit ihren Anforderungen an Kommunikatio n,  
           Kooperations - und Konfliktfähigkeit,  
LG   2: Angebote zur Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf,  
LG   3: Angebote zum Erziehungsverhalten,  
LG   4: Angebote zu Fragen der Ernährung, Gesundheit und Umwelt,  
LG   5: Angebote zu Frag en der Haushaltsführung, Gestaltung und Kreativität,  
LG   6: Angebote für Familien in besonderen Lebenslagen,  
LG   7: Förderung der Selbst - und Nachbarschaftshilfe,  
LG   8: Vorbereitung auf das Familienleben,  
LG   9: Angebote zur Kooperation und Vernetzung , 
LG 10: Angebote zur Förderung der politischen Beteiligung von Familien,  
LG 11: Angebote zur Qualifizierung und Fortbildung von Mitarbeiter/innen und Multiplikator/innen.  
Die Tabelle wurde nach der 80/20-Regel 
ausgefüllt, d. h.: 
ein X markiert, dass die genannte 
Leistungsgruppe sich in dem Arbeitsfeld 
wiederfindet, 
ein u bedeutet, dass die Leistungsgruppe 
unter 20 Prozent im Arbeitsfeld repräsentiert 
wird.

Beratungsverlauf (1)

26.10.2005 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien
TOP 6 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Orte (2)

  • Grevener Straße
  • Dahlweg

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Vorlagen-Nr.
V/0824/2005
Typ
Vorlage
Datum
10.10.2005
Erstellt
06.10.2020 14:37