V/0824/2005
Erster Bericht Familienbildungsstätten in Münster, 2005
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Berichtsvorlage
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V/0824/2005 DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Kinder, Jugendliche und Familien Betrifft Erster Bericht Familienbildungsstätten in Münster, 2005 Beratungsfolge 26.10.2005 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Bericht Bericht: Ausgehend von der Berichtsvorlage 977/2003 “Familienbildung in Münster – Vorbericht” knüpft die aktuelle Vorlage an den Ausblick der letzten Vorlage an, um eine Berichterstattung qualitati- ver Art vorzunehmen. Gem. § 1 SGB VIII hat jeder junge Mensch ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Person. Um dies zu ge- währleisten, haben Eltern einen Anspruch auf Beratung und Unterstützung bei der Erfüllung ihres Erziehungsauftrages. Viele Eltern haben konkrete Vorstellungen darüber, wie sie sich eine Un- terstützung ihres Erziehungsalltages vorstellen. Es sind insbesondere vier Bereiche, die auf der Wunschliste der Eltern stehen: • Eltern wünschen sich konkrete Hilfen, um sich bei Konflikten im Erziehungsalltag sicherer zu fühlen. Sie möchten ihre Handlungskompetenz erweitern. • Eltern suchen Informationen über die körperli che, psychische und soziale Entwicklung der Kinder, damit sie besser verstehen, was ihre Kinder jeweils brauchen. • Eltern möchten mehr über sich selbst erfahren, über die Ursachen von Konflikten und Problemen im Umgang mit ihren Kindern. • Eltern wünschen sich den Austausch mit anderen Eltern und die Erweiterung des sozialen Netzwerkes, um praktische Unterstützung von Menschen in ähnlichen Lebenssituationen zu erhalten. Familienbildung kann hier ansetzen. Sie ist eine Unterstützungsform im Feld der Familien- förderung. Ziel ist die Förderung der Erziehung in der Familie zur frühzeitigen Stärkung der Er- ziehungskraft der Eltern. Passgenaue Angebote für alle Familien vorzuhalten, stellt aufgrund des stetigen gesellschaftlichen Wandels eine permanente Herausforderung dar. Vorlagen-Nr.: V/0824/2005 Auskunft erteilt: Herr Heintze Frau Herdes Ruf: 492 58 76 492 58 08 E-Mail: HeintzeO@stadt-muenster.de Herdes@stadt-muenster.de Datum: 10.10.2005 Öffentliche Berichtsvorlage 2 V/0824/2005 Die in 1997 abgeschlossenen Leistungsvereinbarungen zwischen den vier Familienbildungsstät- ten und der Stadt Münster bilden eine gute Ausgangslage für die Weiterentwicklung und Anpas- sung des Leistungsangebots der Familienbildungsstätten. Mit der Vorlage 977/2003 "Familienbildung in Münster - Vorbericht" wurde der Grundstein für die Berichterstattung zur Familienbildung in Münster gelegt. Hierbei stand die quantitative Erhebung über den Umfang der durchgeführten Angebote, die Teilnehmer/innenzahlen und Standorte der Familienbildungseinrichtungen in Münster im Vordergrund. Mit dem nun vorliegenden ersten Bericht der Familienbildungsstätten in Münster liegt die Gewich- tung auf deren inhaltlichen Arbeit bzw. auf deren Angebotsfeldern. Der Bericht wurde im Rahmen des Qualitätszirk els der Familienbildungsstätten in Münster erar- beitet. Mitglieder im Qualitätszirkel sind die vier Träger der Familienbildungsstätten, die Volks- hochschule und das Amt für Kinder, Jugendliche und Familien. In einem intensiven Dialog erfolgte die Auseinandersetzung mit den Zielgruppen und den elf Leis- tungsbereichen der Familienbildungsstätten in Müns ter. Dieser Prozess führte im Ergebnis zur Bildung von sieben Arbeitsfeldern, welche die derzeitige Familienbildung in Münster inhaltlich beschreibt. Die Arbeitsfelder bieten einen konkreteren Zugang zu der Schwerpunktsetzung der Familienbildungsstätten in Münster und zeigen auf, vor welchen Herausforderungen Familienbil- dung in Münster heute steht. Familienbildung stellt sich als umfassend und vielse itig dar. Es gibt eine große Angebotsvielfalt und die Familienbildungsstätten suchen neue Zugangswege, um den unterschiedlichsten Famili- en in Münster das Angebot von Familienbildung zu ermöglichen. Gerade auch im Hinblick auf die aktuelle Debatte “ Bildung, Betreuung & Erziehung vor und ne- ben der Schule“ (zwölfter Kinder- und Jugendbericht) gewinnt Familienbildung an Bedeutung. Es wird unsere gesellschaftliche Aufgabe sein, trotz knapper werdender Ressourcen, Bildungschan- cen für alle Kinder zu ermöglichen. Dabei gilt es für Familienbildungsstätten, den begonnen Weg zu verfolgen und möglichst allen Familien Angebote der Familienbildung zugänglich zu machen. I.V. gez. Dr. Klein Stadträtin Anlagen: Erster Bericht Familienbildungsstätten in Münster, 2005
Erster Bericht Familienbildungsstätten in Münster, 2005
77387 Zeichen
Erster Bericht
Familienbildungsstätten
in Münster
2005
Erster Bericht
Familienbildungsstätten
in Münster, 2005
Impressum:
Redaktion:
„Qualitätszirkel Familienbildungsstätten“:
Anna-Krückmann -Haus, Frau Buer
asb, Frau Rosenberger
Ev. Familienbildungsstätte, Herr Wiltschut
Haus der Familie, Frau Große -Frintrop
Stadt Münster - VHS, Frau Viertel
Stadt Münster - Amt für Kinder, Jugendliche
und Familien,
Herr Heintze, Frau Herdes
Oktober 2005
Inhaltverzeichnis
Seite
1. Familienbildung 1
1.1 Ausgangspunkt 1
1.2 Familienbildung in Münster 2
2. Arbeitsfelder der Familienbildung 4
2.1 Arbeitsfelder 4
2.1.1 Angebote zur Elternbildung 4
2.1.2 Angebote zur Vorbereitung auf Geburt und Familie 6
2.1.3 Angebote für besondere Zielgruppen 7
2.1.4 Angebote im Rahmen von Stadtteilarbeit 8
2.1.5 Mehrtägige Angebote 9
2.1.6 Angebote zu speziellen gesellschaftlichen und sozialen Themen 10
2.1.6.1 Move & eat & more!, ein Angebot des Hauses der Familie 10
2.1.6.2 Gewaltprävention beim asb 10
2.1.7 Fortbildung und Qualifikation 12
2.2 Fazit 12
3. Kooperation und Vernetzung der Familienbildungseinrichtungen 14
3.1 Kooperation und Vernetzung im Stadtteil 14
3.2 Kooperation und Vernetzung im Rahmen der Angebote der Familienbildungsstätten 14
3.3 Kooperation und Vernetzung im Rahmen der Arbeitsgemeinschaften
nach § 78 SGB VIII 14
3.4 Kooperation und Vernetzung im Qualitätszirkel zwischen den Anbietern von
Familienbildung und dem Amt für Kinder, Jugendliche und Fam ilien 15
3.5 Kooperation und Vernetzung zwischen den Familienbildungsstätten im Bereich
der Fortbildungen für deren Mitarbeiter/innen 15
4. Finanzen 16
4.1 Eigenmittel 16
4.2 Zuwendung der Stadt Münster 17
4.3 Zuwendungen des Landes NRW 17
4.4 Teilnehmer/innen-Gebühren 17
5. Ausblick und Perspektiven 18
Anlage 1
Anlage 2
1
Präambel
Mit der Vorlage 977/2003 „Familienbildung in Münster – Vorbericht“ wurde der Grundstein für
die Berichterstattung zur Familienbildung in Münster gelegt. Im Vordergrund stand hierbei die
quantitative Erhebung über den Umfang der durchgeführten Angebote, die Teilnehmerzahlen
und Standorte der Familienbildungseinrichtungen in Münster. Mit dem nun vorliegenden Be-
richt liegt die Gewichtung auf die inhaltliche Arbeit der Familienbildung, um hierdurch die
Schwerpunkte der Einrichtungen auszuloten und um hieraus zukünftige Entwicklungen und
Herausforderungen und Bedarfe ableiten zu können.
1. Familienbildung
1.1 Ausgangspunkt
Die Familie ist für alle Menschen der zentrale Ort des Aufwachsens und der Identitätsbi l-
dung.
Eltern stehen heute vor besonderen Herausforderungen: Sie müssen ihren Kindern Lebens-
werte vorleben und vermitteln in einer Gesellschaft, die von Veränderungen, Pluralität und oft
widersprüchlichen Werten gekennzeichnet ist. Generell ist eine zunehmende Ausdifferenzie-
rung von Haushalts- und Lebensformen zu beobachten. Die Vielfalt gegenwärtiger Wan d-
lungsprozesse von Familie zeigt sich unter anderem in den Veränderungen von Familienfor-
men, der Arbeitsteilung und der sozialen Rollen in Familien sowie der sozialen Einbettung
von Familien. „Die Veränderungen in den privaten Lebenswelten lassen sich in ihren gesell-
schaftlichen Folgen auch an den Veränderungen des Bildungs -, Betreuungs- und Erzi e-
hungssystems ablesen. Die Familie steht mehr denn je vor der Aufgabe, sich an die verä n-
derten Rahmenbedingungen anzupassen, sich als so zukunftsfähig zu erweisen, dass sie
ihrer Kernaufgabe - Kinder auf ihrem Weg des Erwachsenwerdens zu unterstützen - gerecht
werden zu können“ (siehe auch zwölfter Kinder- und Jugendbericht).
Familienbildung beschäftigt sich mit der Familie als „Ganzes“, ist integraler Bestandteil der
Jugendhilfe und unverzichtbarer Teil einer ganzheitlichen Weiterbildung. Bei dem Begriff
Familie ist dabei von einem erweiterten Familienverständnis auszugehen, der sich im Laufe
der Jahre von der Bedeutung „Eltern mit eigenen Kindern“ erweitert hat auf „Gemeinschaften
mit Kindern, die das auf Dauer angelegte, verantwortungsvolle Zusammenleben mindestens
einer erwachsenen Person mit mindestens einem leiblichen oder rechtlich gleichgestellten
Kind“ beinhaltet.
Familie in ihren unterschiedlichsten Ausprägungen ist als kleinste und wichtigste soziale
Gemeinschaft von gesellschaftlichen Wandlungsprozessen besonders betroffen. Angebote
der Familienbildung haben deshalb wegen ihres fördernden und v orbeugenden Charakters
eine besondere gesamtgesellschaftliche Bedeutung.
Familienbildung als gesetzliche Aufgabe der Jugendhilfe hat den Auftrag Familien in all ihren
Facetten und vielfältigen Funktionen zu fördern und zu stärken. Familienbildung trägt da zu
bei, dass das Leben von Erwachsenen und Kindern in Familie und Partnerschaft gelingt, und
dass Eltern bzw. Erziehungsverantwortliche ihre Erziehungs-, Beziehungs- und Alltagskom-
petenz sowie Selbstreflexion stärken. Die Stärkung der Erziehungskompetenz d er Eltern
steht somit als vorrangiges Ziel im Mittelpunkt der Familienbildungsangebote.
2
Das Selbstverständnis der Familienbildung beinhaltet vor allem zwei Komponenten: Sie ver-
mittelt frühzeitig Wissen über familiäre Belange und fördert die Entwicklung von Handlungs-
kompetenzen.
• Familienbildung begleitet und unterstützt Erziehungsverantwortliche frühzeitig in ihren
unterschiedlichen Lebenslagen, stärkt deren Ressourcen zur Gestaltung des Familien-
lebens und der Erziehung von Kindern
• Familienbildung agiert in allen gesellschaftlichen Lebensbereichen mit dem Ziel, ein
kinder- und familienfreundliches Umfeld zu schaffen
• Familienbildung ist aus dem Blickwinkel der Jugendhilfe Lebensphasen begleitend, all-
tagsorientiert und präventiv angelegt
• Familienbildung berücksichtigt den Wandel gesellschaftlicher Entwicklung und die Le-
bensbedingungen, dem auch die realen Lebenswelten von Familien unterworfen sind.
Familienbildung stellt sich den aktuellen Problemen und Herausforderungen der G e-
sellschaft und reagiert hierauf mit aktuellen Angeboten.
• Familienbildung gestaltet den Zugang zu ihren Angeboten möglichst niedrigschwellig
und „vor Ort“, um alle Zielgruppen zu erreichen.
• Familienbildung vertritt die Interessen von Familien im gesellschaftlichen Raum, b e-
gründet durch die Kenntnisse, die aus der täglichen Arbeit mit Familien erworben wer-
den.
Der Leitgedanke von Familienbildung wird somit vom Grundsatz von der Optimierung vo r-
handener Kompetenzen und Ressourcen in Familien getragen, die von der Gleichwertigkeit
der Prinzipien Förderung und Prävention ausgehen.
Familienbildung gewinnt zunehmend aufgrund der an die Familien gerichteten Anforderu n-
gen an Bedeutung. Durch die Verankerung in dem in § 16 SGB VIII beschriebenen Leis-
tungsbereich hat die Familienbildung einen h ohen Stellenwert als präventives Unterstü t-
zungsangebot im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe.
1.2 Familienbildung in Münster
In Münster werden die Angebote der Familienbildung neben den Wohlfahrtsverbänden, Kir-
chengemeinden, Erwachsenenbildungsträgern und dem öffentlichen Jugendhilfeträger im
Schwerpunkt durch die vier Familienbildungsstätten - Anna-Krückmann-Haus e.V., arbeits-
kreis soziale bildung und beratung e. V. (asb), Ev. Familienbildungsstätte, Haus der Familie
Münster e.V. - und die Volkshochschu le erbracht. Allen gemeinsam ist, dass sie frühzeitig
mit einem ganzheitlichen Ansatz Wissen im Kontext Familie und Erziehung vermitteln und
die Entwicklung von Handlungskompetenzen im Erziehungsalltag fördern.
Jede Einrichtung hat ihre eigene Geschichte und Grundausrichtung und spezielle Schwer-
punkte (siehe Anlage 1, Profile der Familienbildungseinrichtungen in Münster). Damit wird in
Münster dem gesetzlich vorgegebenen Wunsch- und Wahlrecht der Familien Rechnung ge-
tragen.
War Familienbildung bis etwa M itte der 60er Jahre im wesentlichen ein elternbezogenes
Volksbildungsprogramm, so subsummiert sich heute hierunter ein breit verzweigtes Bi l-
dungs- und Beratungsangebot.
Ausgelöst durch die Verknappung öffentlicher Mittel, dem Bedürfnis nach zielgenaueren Fi-
nanzierungsformen sowie der stärkeren Betonung der Gesamt- und Planungsverantwortung
der öffentlichen Jugendhilfe durch die Einführung des SGB VIII ist in den neunziger Jahren -
wie in anderen Leistungsfeldern auch - die Notwendigkeit der gemeinsamen Abs timmung
und Koordination der Leistungsangebote deutlich gestiegen.
3
Dieser Entwicklung wurde 1998 mit der Vorlage „Kommunale Förderung der Familienbi l-
dungsstätten in Münster“ (Vorlagen-Nr: 989/98) Rechnung getragen. Mit dieser Vorlage wur-
den durch den Rat verbindliche Grundsätze für die Zusammenarbeit zwischen dem öffentli-
chen Jugendhilfeträger und den vom Land geförderten und anerkannten Familienbildung s-
stätten in Münster beschlossen. Bestandteil dieser Grundsätze sind Regelungen zum Lei s-
tungsangebot der Familienbildungsstätten. Dieses Leistungsangebot umfasst die folgenden
elf Leistungsgruppen:
• Angebote der Beziehungsgestaltung mit ihren Anforderungen an Kommunikation,
Kooperations- und Konfliktfähigkeit,
• Angebote zur Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf,
• Angebote zum Erziehungsverhalten,
• Angebote zu Fragen der Ernährung, Gesundheit und Umwelt,
• Angebote zu Fragen der Haushaltsführung, Gestaltung und Kreativität,
• Angebote für Familien in besonderen Lebenslagen,
• Förderung der Selbst- und Nachbarschaftshilfe,
• Vorbereitung auf das Familienleben,
• Angebote zur Kooperation und Vernetzung,
• Angebote zur Förderung der politischen Beteiligung von Familien sowie
• Angebote zur Qualifizierung und Fortbildung von Mitarbeiter/innen und
Multiplikator/innen.
Die vier Familienbildungsstätten beschäftigten in 2004 auf 14,5 Stellen 20 hauptamtliche
Mitarbeiter/innen, sowie ca. 640 Honorarkräfte1. Sie erreichten 24.890 erwachsene Teilneh-
mer/innen und 9.445 Kinder. Nimmt man die VHS mit 900 Teilnehmer/innen und 800 Kindern
hinzu, so konnten über Angebote der Familienbildung in 2004 insgesamt 25.790 Teilne h-
mer/innen und 10.245 Kinder erreicht werden. Der Gesamtumsatz der vier Familienbildungs-
stätten betrug in 2004 ca. 2,3 Mio. €.
Die Angebote der Familienbildung richten sich insbesondere an Familien mit Kindern, die
jünger als sechs Jahre alt sind. In Münster lebten in 2004 in rund 26.400 Haushalten (von
142.000 Haushalten) insgesamt 44.384 Kinder und Jugendliche; davon 14.724 Kinder unter
sechs Jahre.
1 Besondere Aufmerksamkeit gilt der Realität, dass 98 % der praktischen Familienbildungsarbeit von freien Ho-
norarkräften durchgeführt wird. Sie sind Dipl. Sozialpädagoginnen, Dipl. Psycholog/innen, Ärzt/innen, Phys iothe-
rapeut/innen, Erzieher/innen usw. Sie erhalten als Regelsatz zur „Vergütung“ 13,00 € pro Unterrichtsstunde. Hie r-
in sind enthalten: Vorbereitung, Durchführung, Nachbereitung, ggf. Fahrtkosten, Teilnahme an Fachkonfere nzen
und Weiterbildung. Sie leisten hochqualifizierte Weiterbildungsarbeit für ein vergleichbar geringes Entgelt. Qu alifi-
zierte freie Honorarkräfte sind daher schwer zu finden bzw. zu halten. Die 20 hauptamtlichen pädagog ischen
Mitarbeiter/innen in den vier Familienbildungsstätten versuchen deshalb täglich mit umfangreichem Su pport den
640 freien Honorarkräften eine Geg enleistung zu bieten: persönlicher Kontakt und entspannte Arbeit satmosphä-
re, gute Arbeitsbedingungen in den Kursräumen, fachliche Unterstützung und kostenlose Weiterbildung.
4
2. Arbeitsfelder der Familienbildung
Familienleben findet heute nicht mehr in selbstverständlichen und allgemein akzeptierten
Strukturen statt. Die Fähigkeiten, die sich für die Bewältigung des Familienalltags als no t-
wendig erweisen, sind nicht automatisch vorhanden. Lebensweltorientierte Familienbildung
kann mit einem breiten Spektrum an Bildungsangeboten auf die Bedürfnisse von Familien
reagieren. Die Möglichkeiten reichen von Wissensvermittlung und Information über die Ver-
knüpfung von theoretischem Wissen und praktischem Tun bis hin zu Erfahrungsaustausch
zwischen Eltern und gemeinsamen Aktivitäten.
In der Arbeit des Qualitätszirkels hat sich herauskristallisiert, dass sich die Arbeit der Famili-
enbildungsstätten in Arbeitsfeldern vollzieht und diese den zentralen Anknüpfungspunkt für
eine Berichterstattung darstellen. Daher wurden im ersten Schritt die gegenwärtig zentralen
Arbeitsfelder der Familienbildung definiert und den bestehenden elf Leistungsgruppen zuge-
ordnet (siehe Anlage 2, Matrix zur Arbeitsfeldern/Leistungsgruppen). Folgende sieben Felder
sind hier zu nennen:
• Angebote zur Elternbildung
• Angebote zur Vorbereitung auf Geburt und Familie
• Angebote für besondere Zielgruppen
• Angebote im Rahmen von Stadtteilarbeit
• Mehrtägige Angebote
• Angebote zu speziellen gesellschaftlichen und sozialen Themen
• Angebote zur Fortbildung und Qualifizierung
Alle Arbeitsfelder zielen darauf ab, Wissen zu vermitteln, Handlungskompetenzen zu erwei-
tern, die Erziehungssituation zu verbessern und Selbsthilfekräfte in den Familien zu aktivie-
ren sowie zu entlasten.
Im Folgenden werden die sieben Arbeitsfelder der Familienbildung in Münster dargestellt.
Ziel ist es, ein an der Praxis orientiertes Bild nachzuzeichnen.
2.1 Arbeitsfelder
2.1.1 Angebote zur Elternbildung
Definition
Elternbildung als Herzstück der Familienbildung findet überall dort statt, wo Eltern Unter-
stützung, Orientierung und Information erhalten, die sie für das Leben mit Kindern benötigen.
Damit sind Angebote gemeint, die unmittelba r Eltern/Bezugspersonen in ihrer Erziehungs -
Partnerschafts- und Alltagskompetenz stärken und für das Familienleben qualifizieren.
Zielsetzung
Elternbildung stärkt die Eltern/Bezugspersonen, damit sie selbstbewusst, kompetent und
autonom ihr Leben in Familie, Partnerschaft und Gesellschaft gestalten können.
Elternbildung trägt zum Aufbau tragender sozialer Netze bei.
Exemplarische Auflistung der Angebote
A. generationsübergreifende Bildungsangebote: Kurse für (Groß-)Eltern und Babys/Kinder
gemeinsam
B. für die Erziehung relevante Gesprächs- und Themenangebote
C. Elterntrainings zum Erziehungsverhalten
5
Inhalte
Elternbildung ist sehr vielschichtig. Exemplarisch werden im Folgenden die Inhalte von drei
Angebotsgruppen erläutert.
A. Generationsübergreifende Bildungsangebote: Kurse für (Groß-)Eltern und Babys/
Kinder gemeinsam
Elternteile mit Kind treffen sich wöchentlich über einen Zeitraum von einem Semester. In
diesem komplexen System wird ein ganzheitliches pädagogisches Konzept verfolgt.
Gemeinsam spielen und lernen, sich gegenseitig erleben, verstehen und akzeptieren –
sind die Grundziele des ganzheitlichen, pädagogischen Konzeptes. Konkret heißt das:
• Stärkung des einzelnen Kindes, seine individuelle, besondere Entwicklung und seine
Kompetenzen
• Stärkung des einzelnen Elternteiles mit seiner biographischen Entwicklung, Kompeten-
zen als Mutter/Vater sowie als Frau/Mann erkennen
• Stärkung der Beziehung zwischen dem Kind und seiner Mutter/Vater
• Förderung der Beziehungen der Kinder untereinander
• Förderung der Beziehung der Eltern untereinander
Durch diesen umfassenden Arbeitsansatz wird erreicht
• Kinder werden in ihrer motorischen und geistigen, emotionalen und sozialen (Lern-)-
Entwicklung frühzeitig entscheidend gefördert
• Eltern finden Freunde und bauen neue Netzwerke untereinander auf zur gegenseitigen
Unterstützung; Nach Erfahrung der Familienbildungsstätten entstehen in jedem Kurs,
mindestens 2 bis 3 neue Familienfreundschaften, oft auch mehrere neue Kleingruppen.
• Eltern werden in ihrem Erziehungsverhalten gestärkt.
• Eltern erweitern ihre Kompetenzen durch Wissenserwerb.
B. Für die Erziehung relevante Gesprächs- und Themenangebote
Die Themen sind sehr vielfältig und hängen von den politischen und persönlichen Fragen der
Eltern ab sowie von aktuellen wissenschaftlich en Erkenntnissen, wie z. B. Gesundheit und
Ernährung, Kinderbetreuungsmöglichkeiten in Münster, Entwicklung des Kindes (Sprachent-
wicklung, wahrnehmungsgestörte Kinder, geschlechtsspezifische Fragen...), Erziehung (Um-
gang mit Trotz und Wut, Geschwisterkonst ellationen, Umgang mit Medien, Gewaltpräventi-
on...) und Themenbereich: Schule (Hausaufgaben, Betreuungsmöglichkeiten...).
Die Inhalte werden in Vorträgen, Seminaren und Gesprächsabenden didaktisch aufbereitet.
So erhalten die Eltern Fachwissen und einen R ahmen zum Austausch mit anderen Eltern,
um die eigenen Ressourcen zu stärken.
C. Elterntrainings
Die Anforderungen an Eltern steigen stetig. Erziehungsziele haben sich geändert. Die Unsi-
cherheit bei Erziehenden führt oft zu „schwierigen Kindern“ und der Leidensdruck in Familien
mit Erziehungsschwierigkeiten ist oft immens. Verhaltentherapeutisch aufgebaute Trainings
helfen Eltern, Erziehung zu lernen bzw. eine größere Erziehungssicherheit zu erwerben. El-
terntrainings wie beispielhaft „Triple P“, „Step by Step“ oder „Starke Eltern - Starke Kinder“
wurden wissenschaftlich aufgebaut und werden als anerkannte Trainingsprogramme syste-
matisch begleitet.
Perspektiven
Die konstant hohe Nachfrage bestätigt die Notwendigkeit einer qualifizierten Elternbildung.
Untersuchungen belegen, dass Familien besonders lange stabil sind, wenn sie gerade die
erste Zeit des Familienlebens zufriedenstellend bewältigen können.
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Angebote, die von jungen Familien in Münster wahrgenommen werden (über 25.000 Tei l-
nehmer/innen pro Jahr) haben somit insgesamt auch immer eine wichtige präventive gesell-
schaftliche Wirkung.
2.1.2 Angebote zur Vorbereitung auf Geburt und Familie
Definition
Die Lebensphase „werdende Eltern und junge Familie“ ist für die Entwicklung des Kindes,
für den Auf bau einer verlässlichen Bindung, für das Gelingen der Rollenübernahmen als
Mutter oder Vater, zum Aufbau einer familienfördernden Partnerschaft und für die Entwic k-
lung einer angemessenen gesellschaftlichen Anerkennung der elterlichen Erziehungsleistung
von herausragender Bedeutung. Bildungsprozesse in diesem Sektor tragen dazu bei, das oft
nicht mehr vorhandene intuitive und generative Lernen zu initiieren.
Zielsetzung
Das Ziel dieser Bildungsarbeit ist die Begleitung und Stärkung der Schwangeren und ihrer
Partner zur Vorbereitung auf die Geburt und Elternschaft.
Einige Familienbildungsstätten beziehen durch Kooperationen mit Kliniken die geburtsmedi-
zinische Fachlichkeit ein und ermöglichen hier einen Service rund um die Geburt und den
Start ins Familienleben.
Die Gestaltung der Kurse übernehmen Hebammen, Physiotherapeuten/ -therapeutinnen,
Ärzte/Ärztinnen, Kinderkrankenschwestern, Sozialpädagogen/-pädagoginnen, die zum Teil
auch in den Kliniken angestellt sind im Sinne eines einheitlichen Verbundsystems.
Gemeinsame Fortbildungsschulungen und interdisziplinäre Fachkonferenzen ermöglichen
fachübergreifendes Handeln und sind ein Beitrag zur Qualitätssicherung. Aktuelle Entwic k-
lungen und die verändernden Bedarfe der werdenden Familien werden hier reflektiert mit
dem Ziel, eine bedarfsgerechte, qualitätsvolle Geburtsvorbereitung und Geburtshilfe aus
einer Hand bereitzuhalten.
Exemplarische Auflistung der Angebote
Die vielen Kursanfragen zeigen den Wunsch, Geburtsort, Geburtsvorbereitung und die
Betreuung nach der Geburt aus einer Hand zu erfahren. Hier ist kompetente Beratung b e-
züglich der Kursauswahl entsprechend der individuellen Bedürfnisse besonders gefragt.
• Angebote der Geburtsvorbereitung für Frauen und für Paare und der Vorbereitung auf
das Familienleben
• Angebote zur Bewegung und Entspannung in der Schwangerschaft wie z. B. Yoga,
Wassergymnastik
• Infoseminare zu Themen wie z. B. Stillen, Erziehungsgeld, Elternzeit
• Säuglingspflegekurse und Geschwisterkurse
Inhalte
In den Kursen erfahren die werdenden Eltern Information, Körpertraining, Vermittlung
von Fertigkeiten und soziale Vernetzung.
In diesen ganzheitlichen Seminaren zur Vorbereitung auf die Geburt und Elternschaft erwer-
ben Schwangere und werdende Väter
• Wissen über die vielen Themen rund um die Geburt un d das Familienleben, das sie
befähigt, selbständige Entscheidungen zu treffen
• Vertrauen in den eigenen Körper, um Geburt, Wochenbett und Stillzeit gemeinsam zu
meistern
• Kompetenzen für die neuen Rollen als Mutter und Vater, für das Familienleben und die
Gestaltung der Partnerschaft
Kursdauer, Kontinuität der Kursleitung und weiter aufbauende Eltern-Kind-Kurse fördern die
Bildung neuer sozialer Netze. Eltern unterstützen sich gegenseitig in dieser entscheidenden
Umbruchphase und es werden viele Beziehungsgrundsteine gelegt, die sich unterstützend in
7
der ganz praktischen Lebensbewältigung mit Kind auswirken (z. B. bei der Umsetzung von
Berufs- und Familienarbeit, der wechselseitigen Kinderbetreuung, den Veränderungen in der
Gestaltung der Partnerschaft).
Perspektiven
Die Bildungsangebote zur Vorbereitung auf Geburt und Familie müssen immer wieder den
sich ändernden Bedürfnissen werdender Eltern angepasst werden.
Um dem individuellen Beratungsinteressen gerecht zu werden, muss hierfür auch weiterhin
eine entsprechende Ressource bereit und sichergestellt werden.
Der Ausbau von Kooperationen mit Krankenhäusern und freiberuflichen Hebammen ist wich-
tig, um eine ganzheitliche Begleitung der jungen Familie zu gewährleisten.
Die in diesem Zusammenhang geplanten Fortbildungen für Personal in Geburtsvorbereitung,
Geburtsbegleitung und Nachsorge sollen auch zukünftig zur Qualitätssicherung der Geburts-
hilfe in Münster beitragen.
2.1.3 Angebote für besondere Zielgruppen
Definition
Spezielle Angebote passgenau für die jeweilige Situation einer Zielgruppe.
Zielsetzungen
Die Komplexität unserer Gesellschaft, spiegelt sich in Familien wieder. Viele Familien sind
darüber hinaus durch spezifische Problemsituationen zusätzlich belastet.
Ihnen sollen die Angebote
• den Austausch mit anderen Betroffenen ermöglichen und Informationen über die
Situation oder Belastung vermitteln,
• die eigene Kompetenz stärken, Wege der Unterstützung und Hilfe vermitteln und
Selbsthilfe oder Selbstorganisation initiieren.
Die Bandbreite der Frageste llungen bedingt ein breitgefächertes und vielseitiges Angebot.
Hier eine Auswahl:
• Eltern und Kinder, Frauen und Familien mit Migrationshintergrund
• Behinderte Menschen und Eltern/Familien mit behinderten Kindern
• Verwaiste Eltern (inkl. glücklose Schwangerschaft)
• Kinderreiche Familien
• Fremdsprachliche Eltern-Kind-Gruppen
• Pflege- und Adoptionseltern, Tageseltern
• Eltern hochbegabter Kinder
• Ältere Menschen
• Ehrenamtliche
• Trennungsfamilien
• Allein Erziehende, Singles
• Arbeitslose/-suchende und sozial oder wirtschaftlich benachteiligte Gruppen
Inhalte
Die Angebote vermitteln Wissen und Kompetenz zur Bewältigung, Vermeidung oder Übe r-
windung einer belastenden Situation. Sie sind vom Schwerpunkt darauf ausgerichtet, die
Teilnehmer/innen in den jeweiligen Situationen zu stärken. Die Kompetenz wird durch Ve r-
mittlung von Wissen aber auch durch Austausch und Begegnung erreicht. Vielfach wird auf
das Ziel der Selbstorganisation und gegenseitiger Unterstützung hingearbeitet. Von den
Kursleitungen werden spezielle Kenntnisse und Erfahrungen erwartet.
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Perspektiven
Gerade in diesem Arbeitsfeld haben die einzelnen Familienbildungsstätten ihre individuellen
Profile, die auch in Zukunft weiterentwickelt werden. Aufgabe des Qualitätszirkels ist es hier,
sich gegenseitig zu informieren und abzustimmen, um im Sinne von Effizienz (hoher Auslas-
tungsgrad) mögliche Überangebote zu vermeiden und möglichst viele unterschiedliche Ziel-
gruppen zu erreichen.
2.1.4 Angebote im Rahmen von Stadtteilarbeit
Definition
Unter diesen Angeboten sind die Veranstaltungen zu verstehen, die dezentral in einzelnen
Stadtteilen Münsters durchgeführt werden. Schwerpunktmäßig handelt es sich um Angebote
der Elternbildung.
Zielsetzung
Für den Kernbereich der Familienbildung ist die Wohnortnähe/die gute Erreichbarkeit
ein wesentliches Qualitätskriterium. Die vier Familienbildungsstätten plus VHS sind de s-
halb an 70 Unterrichtsorten in Münster in Schulen, Pfarrgemeinden, Krankenhäusern usw.
vor Ort präsent. Menschen im nahen Lebensraum zu erreichen, ist das Hauptziel der dezen-
tralen Angebote. Durch Familienbildung vor Ort können insbesondere bildungsferne Bevölke-
rungsschichten besser erreicht werden. Dies ist zudem Voraussetzung, um Selbst - und
Nachbarschaftshilfe zu initiieren und zu fördern, und Familien im Alltag zu unterstützen.
Angestrebtes Ziel ist es, die Familienbildung der „kurzen Wege“ weiter auszubauen, um da-
mit eine gute und frühzeitige Versorgung aller Bevölkerungsschichten mit Familienbildung zu
gewährleisten.
Unterschieden werden die festen Außenstellen der Familienbildung und einzelne An-
gebote in dezentralen Räumlichkeiten:
Einzelne Angebote in dezentralen Räumlichkeiten
Die Angebote richten sich nach den Wünschen der Menschen im jeweiligen Stad t-
teil/Sozialraum und der Einschätzung der Fachleute vor Ort. Erfahrungsgemäß sind die An-
gebote folgenden Bereichen zuzuordnen:
• Eltern-Kind-Bildungsangebote
• Gesundheitsbildungsangebote für die Familie
• Angebote der Kreativitätsbildung für Eltern und Kinder
Außenstellen von Familienbildungsstätten in Stadtteilen
Zwei Familienbildungsstätten bieten ihre Bildungsarbeit im Rahmen einer Zweigstelle in zwei
bevölkerungsreichen Stadtteilen an. Die besonderen Rahmenbedingungen dieser Arbeit
sind:
• Die Familienbildungsstätte ist vor Ort Teil eines lokalen Institutionsbündnisses.
• Eine hauptamtliche Mitarbeiterin ist für die Entwicklung der Familienbildung im Stadtteil
verantwortlich, für die Auswahl und Qualifizierung des Fachpersonals zuständig und für
die Bevölkerung in wöchentlichen Sprechstunden anwesend.
• Die Angebote werden in festen Räumlichkeiten durchgeführt.
• Die hauptamtliche Mitarbeiterin arbeitet im Stadtteil-Arbeitskreis der sozialen Institutio-
nen mit, um die eigene Arbeit, z. B. für spezielle Zielgruppen, zu vernetzen und besser
abzustimmen.
Inhalte
Neben der allgemeinen Elternbildung nimmt die Gesundheitsbildung einen wichtigen Ste l-
lenwert ein: Gesundheit ist nicht das bloße Fehlen von Krankheit, sondern die Fähigkeit e i-
nes Menschen, mit den Herausforderungen des alltäglichen Lebens fertig zu werden, Belas-
tungen gewachsen zu sein und Krisen zu überwinden. Zu der Verantwortung der Eltern für
die nachfolgende Generation gehört im Wesentlichen die G esundheitsvorsorge und -
9
förderung der Familie. Dazu gehört, wie Eltern mit ihrem eigenen Körper umgehen, wie sie
sich ernähren, welchen Stellenwert Fitness und Entspannung haben und wie sie die gewon-
nenen Erkenntnisse ihren Kindern vermitteln können.
Perspektiven
„Familienbildung vor Ort“ ist eine ausbaufähige Zukunftsperspektive. Um eine Versorgung
möglichst breiter, insbesondere bildungsferner, Bevölkerungsschichten mit Familienbildung
zu gewährleisten, ist die gute Erreichbarkeit wesentlich. Die Familienbildungsstätten in
Münster beabsichtigen zukünftig mehr Ressourcen in die Arbeit vor Ort zu investieren.
2.1.5 Mehrtägige Angebote
Zusätzlich zu den Arbeitsfeldern der Leistungsgruppen werden in der Familienbildung auch
mehrtägige Angebote unterbreitet. Wenn mindestens an zwei aufeinander folgenden Tagen
(12 Ustd.) mit Eltern und/oder Kindern zu einem pädagogischen Thema gearbeitet wird,
sprechen wir von mehrtägigen Angeboten. Sie finden häufig außerhalb von Münster in T a-
gungshäusern mit Übernachtung und Verpflegung statt (i. d. R. am Wochenende und/oder
mehrtägig in den Schulferien).
Zielsetzung
Mehrtägige Angebote ermöglichen eine oft unbekannte Möglichkeit der Teilnehmer/innen
(häufig ganze Familien) für eine intensive Arbeit und Kontaktaufnahme. Eltern und Kinder
erleben die eigene Familie als Einheit und erfahren gleichzeitig andere Familien und deren
Riten (z. B. Situationen bei Mahlzeiten, Umgang der Eltern mit den Kindern, unterschiedl i-
chen Grenzsetzungen, Gute-Nacht-Rituale). Diese neue Situation bietet Anregungen und
stimuliert Auseinandersetzungen auch über das Thema des Seminars hinaus.
Aufgrund dieses „a nderen“ Kontaktes und der durchgängig zur Verfügung stehenden Zeit
entsteht häufig eine sehr dichte und intensive Atmosphäre in der Eltern -(Kind-)Gruppe, die
thematisch die Qualität der Ergebnisse (oft positiv) beeinflusst, spezielle Lernprozesse e r-
möglicht und vermitteltes Wissen in Handlungszusammenhänge einübt.
Angebote
• Spiel-/Sport-/Erlebnispädagogik (Ritter, Natur, Selbstverteidigung)
• Erzieherische/inhaltliche/gewaltpräventive Angebote (Reibung erzeugt Wärme, Mut
tut gut!)
• Seminare für besondere Zielgruppen (Behinderte, allein Erziehende, Kinderreiche)
Inhalte und Methoden
Die Angebote vermitteln Wissen und Kompetenz zur Bewältigung, Vermeidung und Übe r-
windung belastender Situationen. Einzelne Angebote sind vom Schwerpunkt darauf ausge-
richtet, die Familien in ihrer (Erziehungs-)Kompetenz zu stärken.
Die Kompetenz wird durch die Methodik, der Vermittlung von Wissen, aber auch durch Aus-
tausch und Begegnung erreicht. Vielfach wird auf das Ziel der Selbstorganisation und g e-
genseitiger Unterstützung hingearbeitet.
Perspektiven
Durch die derzeitige wirtschaftliche Lage begründet, gibt es bei den Familien in der Tendenz
eine Zurückhaltung bei mehrtägigen Angeboten. Im Durchschnitt nehmen drei bis vier Fami-
lienmitglieder an den Angeboten teil und es entstehen Kosten, die sich viele Familien nicht
(mehr) leisten können. Darüber hinaus steigen seit Jahren die Kosten der Tagungshäuser.
Dem gegenüber steht eine drastische Zuschusskürzung des Landes, die die Träger oft nur
über eine Erhöhung der Teilnehmergebühren ausgleichen können. Familien in schwierigen
Lebenssituationen sind zunehmend nicht mehr in der Lage an diesen Angeboten teilzuneh-
men. Dies ist gesellschaftlich von Nachteil, da diese Familien mehrtägige Angebote als gro-
ße Unterstützung erfahren.
10
2.1.6 Angebote zu speziellen gesellschaftlichen und sozialen Themen
Ein Kennzeichen der Familienbildung ist die Orientierung ihrer Bildungsangebote an
• gesellschaftlichen Entwicklungen,
• wissenschaftlichen Erkenntnissen und
• den aktuellen Bildungserwartungen der Familien.
Exemplarisch werden aus vielen aktuellen Bildungsangeboten zwei herausgestellt, die der-
zeit von hoher gesellschaftlicher Relevanz sind. Beide Trainings beschäftigen sich inhaltlich
mit den Themen, die häufig als Mangel oder Versagen in der Erziehung tabuisiert werden:
A. Schulungsprogramm mit übergewichtigen Kindern/Jugendlichen (und ihren E l-
tern); Haus der Familie (2.1.6.1)
B. Gewaltprävention; asb (2.1.6.2)
Die frühzeitige Auseinandersetzung mit diesen Themen im Sinne der Präventionsarbeit ist
von hoher gesellschaftlicher Bedeutung. Bei Nicht-Bearbeitung der Themen drohen Spätfol-
gen, die den Einsatz vieler gesellschaftlicher Ressourcen bedürfen.
Beiden Angeboten ist gemein, dass die Teilnehmer/innen freiwillig kommen, diese stadtteil-
orientiert ausgerichtet zugunsten der Vernetzung und gebührenpflichtig sind.
2.1.6.1 Move & eat & more!, ein Angebot des Hauses der Familie
Ein Schulungsprogramm für Familien mit übergewichtigen Kindern und Jugendlichen, basie-
rend auf drei Säulen
• Bewegung
• Ernährung
• Psychosoziale Beratung
Gesundheitsbildung zur Gesunderhaltung des Menschen ist eine nach wie vor aktuelle Auf-
gabe in der Familienbildung. Die Zielgruppe von M&E&M sind Kinder und Jugendliche in
ihrem Lebensumfeld/in und mit ihrer Familie.
Die Nachfrage nach Seminarplätzen und die Anzahl übergewichtiger Kinder in unserer Ge-
sellschaft steigt beständig an. Übergewicht stellt eine Gefährdung der Gesundheit dar und
kann zudem zu sozialer Diskriminierung und Ausgrenzung führen. Dies ist bei vielen betrof-
fenen Kindern und deren Eltern mit einem hohen „Leidensdruck“ verbunden.
Der zunehmenden Zahl übergewichtiger Personen steht ein Schönheitsideal gegenüber, das
eine zunehmende „Verschlankung“ des Menschen zur Norm erhebt. Schlankheit wird häufig
mit Begriffen wie Ges undheit, Erfolg und Attraktivität" assoziiert; während Übergewicht im
gleichen Atemzug mit Faulheit, Willensschwäche und Maßlosigkeit genannt wird.
Mit dem Schulungsprogramm M&E&More für übergewichtige Kinder und Jugendliche, folgen
wir der modernen Adipo sitastherapie nach den Leitlinien der Deutschen Adipositasgesel l-
schaft.
Das Schulungsprogramm kann sowohl präventiv als auch rehabilitativ durchgeführt werden.
Die Programmdauer beträgt 12 Monate. Die Kinder und Jugendlichen werden nach Alter s-
gruppen eingeteilt. Es erfolgen Infotermine, Gespräche, Gruppenstunden (Bewegung und
Ernährung), Eltern- und Kochtermine an einem Nachmittag in der Woche.
Vorbereitende Phase
Am Anfang stehen zwei Eingangsgespräche mit den Kindern/Jugendlichen und Eltern. In
diese Gespräche ist der Psychotherapeut/Psychologe mit eingebunden. Anschließend oder
auch schon vorab steht die Kontaktaufnahme zum behandelnden Kinderarzt/Hausarzt. Die
Indikationsstellung und Patientenanamnese erfolgt durch den zuständigen Arzt. Es muss ein
schriftlicher Nachweis über bisher erfolglose ambulante Maßnahmen erbracht werden. Die
Therapieziele werden festgelegt und an das Team weitergeleitet. Ein erster Information s-
11
nachmittag für Kinder/Jugendliche und Eltern gibt Gelegenheit, die Gruppen möglichst h o-
mogen zusammenzustellen, und auch die Motivation erneut abzuprüfen.
Struktur
16 Elternangebote
4 generationsübergreifende Angebote
31 Gruppentreffen (Medizin, Ernährung, Kochen, Psychologie)
40 Gruppentreffen: Sport
Nach vier Monaten stellt sich das Kind/der Jugendliche bei dem Kinde r-
arzt/Psychotherapeuten vor. Es geht hierbei um die Fragestellung der Motivation und der
Erfolge. Der Kinderarzt nimmt eine ärztliche Kontrolluntersuchung vor.
Fazit/Perspektive
Im Jahr 2003 haben 78 Kinder und in 2004 b ereits 132 Kinder das Programm „erfolgreich“
abgeschlossen. Nach dem ersten Schulungsprogramm besteht für die Kinder und Jugendli-
chen die Möglichkeit, ein weiteres Jahr in der Beratung und Betreuung zu bleiben. Das Kon-
zept wird von den meisten Ersatzkrankenkassen zu 85 % unterstützt.
Um hier Eltern und Kinder für die Bedeutung des Themas rechtzeitig zu gewinnen, bieten
alle Familienbildungsstätten zudem zahlreiche Angebote rund um die Themen Ernährung
und Gesundheit an.
2.1.6.2 Gewaltprävention beim asb
Seit 1997 arbeitet der asb in der Gewaltprävention in Einrichtungen wie Schulen, Kindergär-
ten/-gruppen/-horte und Jugendeinrichtungen. Mittlerweile konzentriert sich die Arbeit auf die
nachfolgenden Punkte A. bis C. Hier kooperiert der asb mit insgesamt etwa 110 Schulen und
Kindereinrichtungen etc. in und um Münster.
A. Bei dem Großteil der gewaltpräventiven Angebote arbeitet der asb vorrangig mit der
Zielgruppe: Schüler/innen, da sie Teil einer Familie sind und hier das Ziel im Vorde r-
grund steht, die Sozi alkompetenz der einzelnen Familienmitglieder zu stärken. Diese
Kompetenz soll sowohl der Herkunftsfamilie als auch der zukünftigen Familie zugute
kommen. Zudem sind sie Teil eines Klassenverbandes. Die folgenden, konkreten An-
gebote werden regelmäßig umgesetzt:
Mut tut gut! Starke Kinder
Konflikte in der Familie Selbstbehauptungstraining/Selbstverteidigung
Sozialtraining Streitschlichtung/Mediation und Klassenrat
Deeskalationstraining Fitte Paten/Patinnen
Mobbing an Schulen Starke Klasse – Stark im Beruf
Stark im MiteinanderN Theater gegen Mobbing
B. Besonders intensiv werden personelle Ressourcen in Multiplikatoren-Fortbildungen zu
allen oben genannten Themen eingesetzt (z. B. Qualifizierung zum/zur Konflikttrainer/-
in, Leitung von Streitschlichter-AGs, Supervision).
Ein wichtiger Aspekt gewaltpräventiver Arbeit mit Jugendlichen ist eine intensive Z u-
sammenarbeit mit den Eltern (Elternabende in Schulen, Kindergärten etc.), damit das
Erlernte weiterhin im Alltag Bestand hat und umgesetzt wird. Fortbildungen für teilwei-
se ganze Lehrerkollegien und Lehrer -/Elternabende eignen sich für den Multiplikat o-
reneffekt hervorragend und werden seit Jahren regelmäßig und häufig durchgeführt.
C. Die jüngste Entwicklung geht in die Richtung, dass immer häufi ger der Wunsch von
teilnehmenden Eltern der asb-Familienbildungsseminare geäußert wird, die Inhalte der
Gewaltprävention mit den Inhalten und Zielen der Familienbildung zu verknüpfen. So
hat sich aus anfänglich vereinzelten Familienseminaren zum Thema Komm unikation
12
und Konflikte (z. B. Reibung erzeugt Wärme) eine neue, übergreifende Vernetzung er-
geben:
• Mut tut gut! – Eltern, Erzieher und Kinder arbeiten zur Zivilcourage
• Elternabende in Schulen zu gewaltpräventiven Themen (z. B. Mobbing)
• Seminarangebote für Schulklassen und Kindergärten zum Thema „Streit, Ko m-
munikation und Konflikte“
Die Vernetzung der einzelnen gewaltpräventiven Themen mit dem ganzen System
„Familie“ und den Sozialisationsinstitutionen der Kinder (Schulen Kindergärten, J u-
gendeinrichtungen) steht dabei im Vordergrund dieses Arbeitsschwerpunktes.
Das neueste Konzept hierzu „Freunde finden fürs Leben“, bei dem ganze Klassen und
deren Eltern z. B. in der Schule ein mehrtägiges Angebot wahrnehmen und die Teamer
des asb ein besonderes Augenmerk auf die zukünftige Elternarbeit in der Schule legen,
wird von münsteraner Schulen (Eltern, Schülern sowie Lehrer/-innen der Klassen) sehr
gut angenommen und nachgefragt.
2.1.7 Fortbildung und Qualifikation
Definition
Die Angebote zur Fortbildung und Qualifikation bauen auf eine vorhandene Ausbildung oder
Kompetenz der Multiplikatoren auf. Sie dienen der Vertiefung und der Weiterbildung in den
unterschiedlichen Methoden und Inhalten (sozial-)pädagogischen Handelns.
Die Angebote lassen sich grob in drei Bereiche aufteilen:
• Fortbildung und Qualifikation externer Fachkräfte (Erzieher/innen, Lehrer/innen etc.)
• Fortbildung und Qualifikation interner Fachkräfte (i. d. R. vorhandene oder zukünftige
Kursleitungen in den Einrichtungen)
• Qualifikation interessierter Eltern (z. B. Tageseltern)
Die Angebote lassen sich praktisch allen Leistungsbereichen zuordnen.
Zielsetzungen
Die Zielsetzungen sind jeweils abhängig von den drei o. g. Zielgruppen. Alle haben gemein-
sam, dass in einem vertieften Unterricht vorhandene Wissensbestände (sowohl in Inhalt als
auch Methoden) erweitert werden und neue Kompetenzen erworben werden können.
Angebote
Die Angebote korrespondieren häufig mit den einzelnen Profilen und Schwerpunkten der
jeweiligen Einrichtungen.
Sie vermitteln hier bei methodisches und inhaltliches Wissen und sichern die permanente
Qualifizierung und Weiterentwicklung der Angebote in der Familienbildung und deren Kurs-
leitenden.
Inhalte und Methoden
In der Regel bauen die Fortbildungen auf vorhandene Kompetenzen und/ oder Qualifikatio-
nen auf. Je nach Thema oder Methode sind Formen des theoretischen Unterrichtes oder
praktische Übungen oder eine Mischung aus beiden denkbar.
In der Regel sind die Fortbildungen nicht mit formalen Zertifikaten verbunden.
Perspektiven
Der Bereich Fortbildungen und Qualifikation ist ein (nicht formalisierter) Beitrag zu Weiterbil-
dungsmöglichkeiten pädagogischer Fachkräfte in Münster.
13
Der Bereich spielt aber auch für die Qualitätssicherung und -entwicklung in den einzelnen
Einrichtungen eine sehr bedeutsame Rolle. Das spiegelt sich u. a. auch darin wieder, dass
alle Einrichtungen im Rahmen ihres Jahresprogrammes die (internen) Angebote gegenseitig
– d. h. auch die der „Konkurrenz“ – veröffentlichen. Dem entsprechend stehen die Angebote
eines jeden Hauses auch den Fachkräften aus den anderen Familienbildungsstätten offen.
2.2 Fazit
Die ausgewählten Arbeitsfelder bilden heute die Schwerpunkte der Familienbildungsstätten
in Münster ab. Ein Arbeitsfeld zeichnet sich jeweils durch die Kombinat ion mehrerer Leis-
tungsgruppen aus (siehe Anlage 2, Matrix zur Arbeitsfeldern/Leistungsgruppen). Insgesamt
decken die Anbieter in Münster ein breites Themenfeld ab. Deutlich wird die Komplexität der
Angebote der Familienbildungsstätten.
Aber auch noch nich t zufriedenstellend abgedeckte Bereiche werden durch die Bündelung
und Zuordnung der Arbeitsfelder deutlich. So ist z. B. die Leistungsgruppe 6 „Angebote für
Familien in besonderen Lebenslagen“ nicht in den Arbeitsfeldern „Angebote zur Elternbi l-
dung“ oder „Angebote zur Vorbereitung auf Geburt und Familie“ gekennzeichnet. Dies hat
mehrere Gründe:
• Familien in besonderen Lebenslagen werden über die zielgruppenorientierte Bildungs-
arbeit erreicht.
• Familien in besonderen Lebenslagen sind häufig von „sekundärer Armut“ betroffen und
nicht bereit oder in der Lage, Teilnehmergebühren zu entrichten. Hingegen sind Fami-
lienbildungsstätten aufgrund ihrer Finanzierungsstruktur (vgl. Kap. 4) auf Einnahmen
durch Teilnehmerbeiträge angewiesen.
• Familien in besonderen Lebenslagen scheint es schwer zu fallen, den Zugang zu A n-
geboten der Familienbildung zu finden („Komm -Struktur“). Unter anderem auch, weil
die Durchlässigkeit der unterschiedlichen Bereiche in der Jugendhilfe z. B. vom B e-
reich der Hilfen zur Erziehung zur Familienbildung zu gering ist.
Für den Bereich der Angebote für finanziell schwache und bildungsarme Familien besteht
Handlungsbedarf. Hier sucht die Familienbildung nach neuen Lösungen, dies sowohl metho-
disch als auch über neue Formen des Zugangs. Zu nennen sind hier u.a. das in Mitte 2005
begonnene dreijährige Modellprojekt „Sure Start“ oder die schon begonnene Kooperation
zwischen Kindertagesstätte und Familienbildung. Auch das in Planung befindliche Gespräch
zwischen den Trägern der Sozialpädagogischen Familienhilfe und den Trägern der Famil i-
enbildung weist in diese Richtung.
Grundsätzlich richtet sich Familienbildung an alle Familien. Eine vielseitige Ausrichtung des
Angebots ist zu favorisieren. Jede Familie sollte die Leistung abrufen können, die sie benö-
tigt.
14
3. Kooperation und Vernetzung der Familienbildungseinrichtungen
Kooperation und Vernetzung sind ein zentrales Element für eine gelingende Familienbildung.
Familienbildungsstätten bilden den Ort, an dem sich Familien treffen, kennen lernen, austau-
schen und verbinden (vernetzen) können. Die Angebote der Familienbildungsstätten werden
zu unterschiedlichen Themen, für unterschiedliche Zielgruppen und von unterschiedlichen
Professionen angeboten, so bilden Familienbildungsstätten einen Knoten im „Bildungsnetz-
werk“.
Kooperation und Vernetzung finden auf verschiedenen Ebenen statt. Im Folgenden werden
fünf Ebenen beispielhaft beschrieben.
3.1 Kooperation und Vernetzung im Stadtteil
Die Kooperationspartner sind zahlreich und hängen vom jeweiligen Stando rt ab. An erster
Stelle ist es der Kooperationspartner, dessen Räumlichkeiten genutzt werden. Darüber hin-
aus werden sämtliche Institutionen, Kirchengemeinden und Verbände, die im jeweiligen
Stadtteil – besonders für Familien - engagiert sind, mit in die Bedarfs- und Angebotsplanung
einbezogen.
Am Beispiel des Stadtteils Coerde heißt dies konkret, dass die Mitarbeiterin einer Familienbildungsstätte, als
Mitglied des Logistikteams des Arbeitskreises Coerde, die Verantwortung für die Koordination der Zusammen ar-
beit von 31 Einrichtungen übernommen hat. Dies sind im Einzelnen sechs Einrichtungen der AWO, drei Einric h-
tungen des DRK, vier Schulen, drei Kindertageseinrichtungen, das BGZ, die Beratungsstelle des Caritasverba n-
des, das Haus der offenen Tür der Ev. And reas- Kirchengemeinde, die HTG Coerde, das Kinderheim St. Mauritz,
die Kath. Kirchengemeinde St. Norbert, der Münsteraner Tageseltern e. V., die pme Familienservice GmbH, das
Polizeipräsidium – Bezirksdienst Nordwest, die Sozial - und Schuldnerberatung des SKM, die Stadtbücherei
Münster Zweigstelle Coerde, die Stadt Münster – Bürgerbüro Coerde, die Stadt Münster – Gesundheitsamt, die
Stadtteilwerkstatt Nord, die VSE – Jugendhilfeeinheit Nord sowie die Wohn- und Stadtbau GmbH. Der AK Coerde
arbeitet monatlich und gewährleistet so eine intensive, zeitnahe und zielorientierte Zusammenarbeit vor Ort.
3.2 Kooperation und Vernetzung im Rahmen der Angebote der Familie n-
bildungsstätten
Viele Angebote werden im Rahmen von Vernetzung und Kooperation mit anderen Einri ch-
tungen und Institutionen gestaltet. Hierdurch werden die Kompetenzen der beteiligten Ei n-
richtungen sinnvoll miteinander verbunden.
Beispiele:
1. Kooperationspartner für die Kurse rund um die Geburt sind Krankenhäuser, die einen großen Teil der G e-
burthilfe vor Ort abdecken (das St. Franziskus Hospital mit der Elternschule Münster/Haus der Familie und
das Clemenshospital / Anna Krückmann Haus), aber auch die freiberuflichen Hebammen in Münster. Das
Gelingen der Kooperation Krankenhaus und Familienbildungsstä tte spiegelt sich in dem Einsatz von Fac hre-
ferenten/-referentInnen, der Nutzung der je speziellen Räume und dem Organisations - und Beratungsservice
der Familienbildungsstätten wieder.
2. In Kooperation mit der Schwangerenberatungsstelle des Sozialdienstes Kat holischer Frauen wird ein beso n-
deres Angebot zur Geburtsvorbereitung in kleinen Gruppen für schwangere Frauen in sozial schwierigen L a-
gen (z. B. Migrantinnen, jugendliche Schwangere) durc hgeführt.
3.3 Kooperation und Vernetzung im Rahmen der Arbeitsgemei nschaften
nach § 78 SGB VIII
Die Familienbildungsstätten sind in der AG Familienförderung eingebunden. Hier treffen sich
Vertreter/innen der Beratungsstellen und Familienbildungsstätten aus Münster, um ihre An-
gebote im Sinne der Familien stadtweit aufeina nder abzustimmen und zu vernetzen; das
15
Thema Familienförderung inhaltlich weiter zu entwickeln und gemeinsame Interessen zu
vertreten.
Im Jahr 2004 wurden zwei Untersuchungen zum Thema „Junge Familie“ initiiert. Die Ergeb-
nisse sollen Ende 2005 dem Ausschus s für Kinder, Jugendliche und Familien präsentiert
werden.
3.4 Kooperation und Vernetzung im Qualitätszirkel zwischen den Anbi e-
tern von Familienbildung und dem Amt für Kinder, Jugendliche und
Familien
Im Rahmen des Qualitätszirkels findet ein regelmäßiger Austausch über die Angebotsstruk-
tur der Träger statt. Arbeitsschwerpunkte, Veränderungen und Neuerungen in Hinblick auf
Themen und Finanzierungen werden vorgestellt und miteinander erörtert sowie mit den Be-
darfen in Beziehung gesetzt. Darüber hinaus wir d im Rahmen des Qualitätszirkels an der
Weiterentwicklung der Berichtserstattung der Familienbildung in Münster gearbeitet.
Der Qualitätszirkel erweist sich als wichtiges Instrument, um Familienbildung als ein zentra-
les und insbesondere präventiv wirkendes Arbeitsfeld der Jugendhilfe zu stärken.
3.5 Kooperation und Vernetzung zwischen den Familienbildungsstätten
im Bereich der Fortbildungen für deren Mitarbeiter/innen
Ein weiteres Qualitätsmerkmal der Zusammenarbeit stellt das „zur Verfügung stellen“ inter-
ner Fortbildungsangebote der Familienbildungseinrichtungen untereinander dar (vgl. Kap.
2.1.7). Die vorhandenen Kompetenzen in den Einrichtungen werden in diesem Bereich ver-
stärkt genutzt und eingesetzt. Darüber hinaus werden externe Fachleute für die Angebote
verpflichtet. Häufig resultiert dieser Einsatz aus vorhandenen Kooperationen. Diese sind fol-
gerichtig so vielseitig wie das Themenspektrum.
16
4. Finanzen
Die Finanzierung der Familienbildungsstätten beruht im Wesentlichen auf vier Einnahmesäu-
len:
• Eigenmittel2.
• Zuwendungen der Stadt Münster
• Zuwendungen des Landes NRW
• Teilnehmer/innen-Gebühren
Die Gewichtung der Säulen zueinander unterscheidet sich je nach Institution. Einfluss hierauf
nehmen u.a. Faktoren wie Zielgruppe, Trägerhintergrund und Angebotspalette. So haben die
Träger, die viele Angebote für Benachteiligte anbieten, folglich geringere Einnahmen aus
Teilnehmer/innen-Gebühren, jedoch höhere Landeszuwendungen im Rahmen der Erme s-
sensmittel. Die beiden Träger mit kirchlichem Hintergrund w eisen höhere Eigenanteile auf,
als die beiden Träger, die dem DPWV angeschlossen sind usw.
Der Gesamtumsatz der vier Familienbildungsstätten betrug in 2004 ca. 2,3 Mio. €. Die pr o-
zentuale Verteilung des Gesamtumsatzes auf die vier Finanzierungssäulen ist der folgenden
Grafik zu entnehmen.
4.1 Eigenmittel
Die Eigenmittel (u. a. Spenden, Zuwendungen der zugehörigen Verbände) variieren zw i-
schen 2 und 30 % der Gesamteinnahmen. Die Varianzbreite ist so groß, da die Träger unter-
schiedlich finanzstarken Verbänden angehören. Da jedoch auch diese Verbände starken
Sparzwängen unterliegen, werden sich die Eigenmittel in den nächsten Jahren rückläufig
entwickeln.
2 Die Finanzierung der Familienbildungsstätten wird im Folgenden an Durchschnittsw erten dargestellt, da diese
ausreichen, um den Finanzrahmen und die Risiken der Finanzierung der Familienbildungsstätten darzustellen.
Finanzierungssäulen der Familienbildungsstätten
in Münster, 2004 (durchschnittlich in Prozent)
43
31
11
15
0 5 10 15 20 25 30 35 40 45 50
Teilnehmer/-
innen-Gebühren
Zuwendungen
des Landes NRW
Zuwendungen
der Stadt
Münster
Eigenmittel
17
4.2 Zuwendungen der Stadt Münster
Der durchschnittliche prozentuale Anteil des kommunalen Zuschusses an den Gesamtein-
nahmen der Familienbildungsstätten beträgt ca. 11 %. Der Zuschuss ist festgeschrieben und
beläuft sich auf 242.368 €. Dieser Betrag verteilt sich auf die einzelnen Träger wie folgt:
Grundförderung Stadtteilangebote Elternschule Gesamtsumme
AKH 39.370 € 20.000 € 59.370 €
asb 36.302 € 36.302 €
Ev Fabi 33.234 € 33.234 €
HdF 70.047 € 25.565 € 17.850 € 113.462 €
4.3 Zuwendungen des Landes NRW
Die Zuwendung des Landes NRW beträgt für die vier in Münster tätigen Familienbildung s-
stätten in der Summe derzeit ca. 550.000 €. Der Anteil der Zuwendungen des Landes NRW
auf den Gesamtumsatz einer Einrichtung schwankt zwischen 20 und 50 Prozent. Seit 2002
hat das Land seinen Zuschuss um ca. 15 Prozent reduziert. Die ausfallenden Mittel müssen
über Einsparungen oder der Erhöhung der Einnahmen kompensiert werden.
4.4 Teilnehmer/innen-Gebühren
Die gewichtigste Finanzierungssäule stellen die Teilnehmer/innen-Gebühren dar. Der Nach-
teil ist, dass Gebühren wirtschaftlich schwachen Familien den Zuga ng zur Familienbildung
erschweren. Allerdings bieten alle Familienbildungsstätten ermäßigte Teilnehmer/innen -
Gebühren für diese Familien an. Um den Eigenanteil erwirtschaften zu können, sind die Fa-
milienbildungsstätten auf marktgängige Angebote angewiesen. D. h. die Familienbildung s-
stätten sind darauf angewiesen, ihr Leistungsangebot an der wirtschaftlichen Attraktivität
auszurichten. Dies u. a. auch, um hierüber Angebote mitzufinanzieren, die nicht im ausre i-
chendem Maße über Teilnehmer/innen-Gebühren abgedeckt sind oder auch um die ausfa l-
lenden Zuwendungen Dritter zu kompensieren: Die Höhe der Gebühren findet dort ihre
Grenze, wo breite Bevölkerungsschichten nicht mehr gewillt bzw. in der Lage sind, sie zu
bezahlen.
18
5. Ausblick und Perspektiven
Angebote der Familienförderung gewinnen zunehmend aufgrund der an Familien gerichteten
Anforderungen (gesellschaftliche Komplexität, permanenter Wandel, Auflösung großfamilia-
rer Strukturen) an Bedeutung. Dies belegen aktuelle Umfragen und Studien zu Themen wie
sich E ltern z. B. ihre Unterstützung im Erziehungsalltag vorstellen oder auch die Unters u-
chung der AG Familienförderung in Münster zum Thema junge Familie und die aktuelle Be-
richterstattung in den Medien zu Elterntrainingsprogrammen. Auch der zwölfte Kinder- und
Jugendbericht bestätigt, dass Familien Unterstützung bei „Bildung, Betreuung und Erziehung
vor und neben der Schule„ benötigen. Hierbei kommt der Familienbildung eine wichtige Rolle
zu.
Anhand der im Bericht beschriebenen Arbeitsfelder wird ersichtlich, dass die Familienbi l-
dungsstätten in Münster gut aufgestellt sind und ein vielfältiges Angebot zur Unterstützung
der Elternkompetenz vorhalten. Die Angebote der Familienbildung richten sich dabei grund-
sätzlich an alle Familienformen und -typen unabhängig vom Bildungsstatus und leisten hier-
durch einen wichtigen präventiven Beitrag zur Stärkung der Elternkompetenz.
Derzeit steht die Jugendhilfe insgesamt vor großen Herausforderungen. Bestimmte Grun d-
maximen wie z. B. Lebenswelt- und Ressourcenorientierung richten sich sowohl an die J u-
gendhilfe insgesamt, wie auch auf einzelne Segmente. Hieraus ergeben sich die aktuellen
Anforderungen an die Familienbildung in Münster:
• Familienbildung erreicht bestimmte Zielgruppen nur eingeschränkt. Von den vielfälti-
gen Anpassungsleistungen, die Familien heute erbringen müssen, sind im besond e-
ren Maße Familien in belastenden Lebenssituationen betroffen. Darunter Eltern mit
Migrationshintergrund, Väter, junge Mütter, Eltern in relativer Armut und Eltern mit
sehr geringem Bildun gsgrad. In den vergangenen Jahren haben die Familienbi l-
dungsstätten neue Wege beschritten, um Familien in belastenden Lebenssituationen
zu erreichen.
Durch die derzeitige wirtschaftliche Lage begründet, gibt es jedoch bei vielen Famili-
en in der Tendenz eine Zurückhaltung bei diesen Angeboten. Zudem sind die Träger
durch deutliche Zuschusskürzungen gezwungen, die geringeren Bezuschussungen
über eine Erhöhung der Teilnehmer/innen -Gebühren oder durch interne Umschic h-
tungen auszugleichen. Familien in schwieri gen Lebenssituationen sind nicht zuletzt
hierdurch zunehmend nicht mehr in der Lage an diesen Angeboten teilzunehmen.
Aktuell wird mit „sure start“ - ein Kooperationsprojekt des Anna-Krückmann-Hauses
und des Haus der Familie - ein dezentrales Projekt initiiert, bei dem sich die Famil i-
enbildungsstätten sowohl sozialräumlich als auch bezogen auf die Zielgruppe neu
orientieren. Das Projekt richtet sich an bildungs - und wirtschaftlich arme Mütter, bei
denen die Förderung der Kinder über die Stärkung der M utter-Kind-Beziehung im
Vordergrund steht. Gerade für diese Zielgruppen haben z. B. auch Familienfreizeit-
und -erholung und mehrtägige Angebote einen hohen präventiven Wert für alle Fami-
lienmitglieder. Bedürfnisse nach Kommunikation und Regeneration können befriedigt
werden, die Entwicklung von Kindern wird unterstützt und gefördert.
• Eine ausbaufähige Zukunftsperspektive der Familienbildung ist zudem die „Familien-
bildung vor Ort“. Aufgrund der zunehmenden gesellschaftlichen Probleme wie Arbeits-
losigkeit, demographische Entwicklungen werden Familien vor immer größeren He r-
ausforderungen stehen. Um eine Versorgung möglichst breiter Bevölkerung sschich-
ten mit Familienbildung zu gewährleisten, ist die gute Erreichbarkeit wesentlich. Fami-
lien brauchen Orte, wo sie sich treffen und nachbarschaftlich austauschen kö nnen
und alltagsorientierte Hilfen angeboten bekommen. Familienbildungsstätten st ehen
19
hier vor der Herausforderung zukünftig mehr Ressourcen in die Arbeit vor Ort zu in-
vestieren. Hierfür brauchen sie Kooperationspartner, die Räume zur Verfügung stellen
können, Bedarfe benennen und Multiplikatoren, die eine Brückenfunktion für diese
Zielgruppen übernehmen, um sie an die Angebote der Familienbildung hera nzufüh-
ren. Eine Intensivierung der Kooperationsformen vor Ort z. B. mit Kindertageseinrich-
tungen, Schulen, Erziehungsberatungsstellen oder Trägern der Hilfen zur Erziehung
bietet sich hier an.
• Auch Familienorientierte Arbeit gestaltet sich noch überwiegend „versäult“. Hier geht
es darum, ein verändertes Ine inandergreifen verschiedener Unterstützungssysteme
aufzubauen. Dies setzt voraus, dass die unterschiedlichen familienorientierten Ange-
bote einer intensivieren Vernetzungs- und Öffentlichkeitsarbeit bedürfen, damit Fami-
lien umfassend informiert sind und entsprechend ihren Bedürfnissen frei wählen kön-
nen.
• Nicht zuletzt ist es wünschenswert, im Rahmen des Qualitätszirkels der Familienbi l-
dungsstätten die Entwicklung in den einzelnen Arbeitsfeldern systematisch genauer
zu erfassen und abzubilden. Zukünftig könnten so die Gewichtung der Arbeitsfelder
untereinander oder mögliche Schwerpunktverlagerungen bzw. Entwicklungen abg e-
bildet und analysiert werden. So wird es möglich, gesellschaftliche Veränderungspro-
zesse zu erfassen und die notwendigen Anpassungen innerhalb der Angebotsstruktur
zu vereinbaren.
Anna-Krückmann-Haus Anlage 1
Grundsätzliches/Historie Arbeitsschwerpunkte Kurzprofil
Stellen- u. Zahlenumfang Aktuelle Entwicklung
Das Anna-Krückmann -Haus ist
eine überparteiliche und übe r-
konfessionelle Einrichtung der
Familienbildung mit jahrelanger
Erfahrung. Es wurde 1957 von
verschiedenen Frauenverbä n-
den gegründet, die auch heute
neben Einzelpersonen Mitgli e-
der in dem unabhängigen Tr ä-
gerverein Anna -Krückmann -
Haus e. V. sind:
Deutscher Hausfrauen -Bund
Münster, Deutscher Frauenring,
Frauengruppe verdi, Westfä-
lisch-Lippischer-Landfrauen ver-
band u. a. m.
Der Name verweist auf Anna -
Krückmann (1868 -1955), die
schon in den zwanziger Jahren
des letzten Jahrhunderts Stad t-
verordnete in Münster war und
innovative Frauenarbeit initiierte,
z. B. Budgetberatungen, Grün-
dung des ersten s econd-hand-
Ladens.
Die Familienbildungsstätte ist
Mitglied im Paritätischen Woh l-
fahrtsverband.
Die Angebote der Eltern - und
Familienbildung (incl. der Vorb e-
reitung auf die Geburt und E l-
ternschaft) sind Schwerpunkt der
Arbeit.
Besonders vielfältig sind unsere
Angebote für Familien mit kleinen
Kindern. Unsere pädagogische
Elternbildung trägt dazu bei, dass
das Leben von Erwachsenen und
Kindern in Familie und Partne r-
schaft gelingt, und dass Eltern
ihre Erziehungskompetenz und
Selbstreflexion stärken.
Darüber hinaus bieten wir Fam i-
lienbildung in weiteren Fachb e-
reichen an:
• Persönlichkeitsentwicklung &
Kommunikation
• Fremde Sprachen lernen
• Fortbildung & Qualifizi erung
• Gesundheit und Entspa n-
nung/ Fitness und Gy mnastik
• Treffpunkt Küche
• Kunst und Handwerk/ Kreativ
sein mit Stoffen.
Wir wenden uns mit unserer Bildungsarbeit an Frauen und Männer
aller Nationalitäten und Schichten. Wir sprechen die Menschen u m-
fassend an, zur Förderung ihrer praktisch -manuellen, ihrer kognit i-
ven und ihrer emot ionalen Fähigkeiten.
Denn lebendiges Lernen ist ganzheitlich und bezieht den Menschen
in all seinen Facetten ein: Erleben und Erfahren, Begegnen und
Bilden sind Entwicklungsprozesse, die untrennbar zusammenhä n-
gen.
Das Anna-Krückmann -Haus liegt mit seinem eigenen Haus mitten im
Ostviertel und zeichnet sich so durch eine gute Sozialraumnähe aus.
Die Teilnehmer/innen treffen auf eine freundliche und einladende
Atmosphäre – das Haus ist offen für alle.
Durch diese guten Erfahrungen im Ostviertel ist es ein Grundprinzip
unserer Arbeit geworden, mit der Familienbildung zu den Menschen
zu gehen - dorthin, wo sie wohnen. Deshalb haben wir eine Auße n-
stelle im städtischen Begegnungszentrum Meerwiese und bieten
Elternbildungskurse im Süden Münsters an (i m Clemenshospital,
Bewohnertreff am Dahlweg, Begegnungszentrum 37°). Darüber
hinaus führen wir Kurse in ca. 15 Schulen durch.
Aktuelle Zahlen:
• vier hauptamtliche pädagogische Mitarbeiter/innen in Teilzeit:
1 Dipl. Pädagogin 28,88 Std., 1 Dipl. Sozialpäda gogin 28.88
Std., 1 Erzieherin 28,88 Std., 1 Dipl. Oecotrophologin 31 Std. =
insgesamt 118,64 Stunden.
• In 2004 führten wir 697 Veranstaltungen mit 10.999 Unterricht s-
stunden für 6.603 Teilnehme nde und 2.648 Kinder durch.
• Die Zahl der freien Mitarbeiter/inn en betrug ca. 180 Fachkräfte.
Die gesamten Angebote der
Elternbildung werden sehr gut
abgefragt. Eltern wünschen
vielfach Seminare zur Unte r-
stützung des täglichen Erzi e-
hungsalltags und zur Stärkung
ihrer eigenen Fähigkeiten. Hier
entwickeln wir neue Kon zepte
und Kooperationen, z. B. mit
Schulen und Kindertagesei n-
richtungen, um die Eltern vor
Ort zu erreichen.
‚Sure Start‘ ist ein besonderes
Projekt der Elternbildung, das
wir konzeptionell gemeinsam
mit dem Haus der Familie en t-
wickelt haben und in Kooper ati-
on durchgeführt wird: die Baby -
Spiel-Stunde für bildungs - und
wirtschaftlich arme Mütter in
Coerde und Gievenbeck. Hier
gehen wir ganz neue Wege, um
diese Zielgruppe zu erreichen.
asb – arbeitskreis soziale bildung und beratung e. V. Anlage 1
Grundsätzliches/Historie Arbeitsschwerpunkte Kurzprofil
Stellen- und Zahlenumfang Aktuelle Entwicklung
Der asb – arbeitskreis soz i-
ale bildung und beratung
e. V. ist seit 25 Jahren Tr ä-
ger von zwei durch das
Land NRW anerkannten
Bildungswerken, der asb -
Familienbildung und der
asb-Erwachsenen bildung.
Wir arbeiten in den Bere i-
chen der Familienbildung,
der Gesundheitsbildung,
der Gewaltprävention sowie
der kulturellen, politischen
und berufsbezog enen Bil-
dung.
Im Folgenden werden nur
die Leistungen der Famil i-
enbildung beschrieben.
Im Bereich der Familienseminare
als ein Arbeitsschwerpunkt haben
wir in 2004 mit etwa 1000 Erwac h-
senen und 700 Kindern etwa 5000
Teilnehmertage zu Themen der
Familienbildung durchgeführt.
In der Gewaltprävention und For t-
bildungen für Pädagogen erreic h-
ten wir in 2004 im Ustd. -Bereich
etwa 2000 Schüler/innen, 500
Eltern und 250 Pädagogen. Die
professionelle Durchführung der
gewaltpräventiven Veranstaltu n-
gen wird von etwa 30 erfahrenen
Honorarkräften gewährleistet.
Im Oktober 2004 haben wir den
„Förderpreis der Deutschen Krim i-
nalprävention“ mit unserem Koop -
Projekt „Stark im Miteinander N“
gewonnen, im November 2004
zum Thema „Mobbing unter Sch ü-
lern“ ein Buch veröffentlicht und
Ende diesen Jahres hat eine zwe i-
jährige Fortbildung „Qualifizi erung
zum/zur Konflikttrainer/in“ bego n-
nen. In den Arbeitsschwe rpunkt
„Gewaltprävention, Komm unikation
und Konflikte“ fließen die meisten
zeitlichen und finanziellen Re s-
sourcen.
Wir möchten…
• mit unseren Veranstaltungen zum Nachdenken anregen,
• Raum für Auseinandersetzung mit uns selbst, mit anderen und
der uns umgebenden L ebensrealität bieten,
• Handlungsmöglichkeiten erweitern,
• Austausch und Kommunikation ermöglichen,
• Spaß und Freude miteina nder haben,
• neue Erfahrungen eröffnen.
Grundlage aller unserer Angebote ist ein ganzheitlicher Lerna n-
satz, der Körper, Geist und Seele anspricht. Um erlebnisorientie r-
tes Arbeiten zu gewährleisten, ist „Methodenvielfalt“ ein Marke n-
zeichen unserer Angebote. Prozessorientiertes Arbeiten ermöglicht
hierbei den professionellen Blick auf die individuellen Bedürfnisse
und Entwicklungsmöglichkeiten unserer Teilnehmer/innen.
Der asb hat zwei Standorte in Münster: Grevener Straße und Br e-
mer Straße. Zusätzlich arbeit en wir in etwa 110 Schulen/ Kinde r-
gärten in und um Münster und in etwa 10 Tagungshäusern in
NRW.
Der asb beschäftigt innerhalb der Familienbildung zwei hauptamtl i-
che pädagogische Mitarbeiter/innen in Teilzeit (davon eine Leiterin)
mit insgesamt 50 Wochenar beitsstunden (in der Erwachsenenbi l-
dung gibt es ebenfalls eine pädagogische Mitarbeit erin/Leitung).
In 2004 führten wir in der Familienbildung/Gewaltprävention ~ 150
Veranstaltungen mit ~ 5000 Teilnehmertagen für ~ 1750 Teilne h-
mende und ~ 2700 Kinder durch . Die Zahl der freien Mitarbe i-
ter/innen betrug ~ 70 Fachkräfte. (Zusätzlich wurden noch wurden
noch 150 Veranstaltungen in der Erwachsenenbildung in Ustd. -
Form durchgeführt.)
Durch die wirtschaftliche Lage
haben immer weniger Familien
die Möglichkeit an einem Semi-
nar außerhalb von Münster in
einem Tagungshaus teilzune h-
men. Um trotzdem allen Bevö l-
kerungsschichten der Stadt
unsere pädagogischen Ang ebo-
te zur Verfügung stellen zu
können, werden immer mehr
Seminare innerhalb von Mün s-
ter durchgeführt.
Gewaltpräventive Themen in
der Familienbildung werden in
letzter Zeit häufig von Eltern
gewünscht. Die Vernetzung von
zwei Arbeitsschwerpunkten
(Gewaltprävention und Famil i-
enbildung) wird daher immer
intensiver, was uns sehr freut
und unserem pädagogischen
Konzept der Vernetzung en t-
spricht.
Ab Herbst 2005 wird ein neuer
Arbeitsbereich mit neuen K o-
operationspartnern hinzuko m-
men: Wir schaffen ein Forum
für Eltern mit Kindern, die eine
geistige und/oder körperliche
Behinderung haben. Diesem
Teilnehmerkreis soll über S e-
minare, Fortbildungen und Ku r-
se eine Möglichkeit der Verne t-
zung und Stärkung ihrer L e-
benssituation gegeben werden.
Ev. Familienbildungsstätte Münster Anlage 1
Grundsätzliches/Historie Arbeitsschwerpunkte Kurzprofil
Stellen- u. Zahlenumfang Aktuelle Entwicklung
Die Ev. Familienbildungsstätte Münster ist
hervorgegangen aus der Ev. Mütterschule
und verfügt über fast 4 5 Jahre Erfahrung in
der Familienbildung. Die Ev. Familienbi l-
dungsstätte wird getragen vom Ev. Familie n-
bildungswerk Münster e. V. Damit ist die
Einrichtung auch als unabhängig und nicht
als kreiskirchlicher Dienst anzusehen. Unser
besonderes Augenmerk lieg t auf Familien
und der gleichberechtigten Partizipation b e-
hinderter Menschen am L eben.
Unsere Angebote sind freiwillig und orienti e-
ren sich nach dem Prinzip des gegenseitigen
Lernens. Dazu möchten wir Raum und Zeit
für Erfahrungen, Austausch und Begegnung
und qualifizierte Vermittlung von Wissen und
Meinungen ermöglichen und Mut zur Verä n-
derung machen. Die grundsätzlich christlich -
evangelische Ausrichtung des Hauses bei n-
haltet aber ebenso eine Offenheit für alle
Menschen, unabhängig von Alter, Glaube,
Kultur oder Nationalität.
Die Ev. Familienbildungsstätte befindet sich
zentral im Paul -Gerhardt-Haus, 3 Fußmin u-
ten vom Bahnhof. Ein Großteil der Angebote
findet hier statt. Daneben macht die Fabi in
vielen Stadtteilen Münsters sowie des Ki r-
chenkreises Münster e benfalls Angebote der
Familienbildung.
Unsere Hauptarbeitsschwerpunkte sind
• Angebote für Familien und Ihre Kinder
• Menschen mit Behinderung bilden sich weiter
Diese Arbeitsschwerpunkte machen ca. 65 - 70 %
des Programms aus.
Die Fabi setzt im ersten Bereic h erst nach der G e-
burt an. Diese Angebote umfassen Eltern -Baby-
Gruppen inkl. PeKiP -Gruppen, Eltern -Kind-Gruppen,
Wichtelgruppen (Betreuungsgruppen ohne Eltern),
thematische Gruppen (Musik für Eltern und Kinder,
Bewegungsförderung etc.), Erziehungsthemen, E l-
terntraining, Ernährungs - und Gesundheitsthemen
bei Kindern...
Der zweite Schwerpunkt umfasst inhaltlich die ganze
Bandbreite des Lebens. Sie vermitteln Wissen und
Erfahrungen durch adressatengerechte Inhalte und
Methoden.
Die überwiegende Organisationsfo rm dieser Ang e-
bote sind Kurse, d. h. in der Regel wöchentliche
Angebote im Umfang von 1 - 3 Unterrichtsstunden,
sowie Wochenend- oder Tagesseminare in Münster.
Seit zwei Jahren werden diese Angebote durch Bi l-
dungswochenenden (außerhalb von Münster) e r-
gänzt.
Über diesen beiden Hauptschwerpunkten hinaus
bieten wir Familienbildung in weiteren Themenfe l-
dern an:
• Gesundheit und Körperbewusstsein
• Beziehung und Kommunikation
• Sprachen und EDV
• Angebote für ältere Menschen
• Musisch-kulturelle Angebote (z. B. Märchen)
Die Ev. Fabi beschäftigt 6 päd. Mi t-
arbeiter/innen im Gesamtumfang
von 148,5 Wochenstunden. Alle
Mitarbeiter/innen haben eine päd a-
gogische Qualifikation.
In 2004 wurden 451 Veranstaltu n-
gen mit insgesamt 8.911 Ustd.
durchgeführt. Im Rahmen dieser
Veranstaltungen besuchten 5.139
Erwachsene und ca. 1.500 Kinder
die Ev. Fabi. Hinzu kamen 6 Vera n-
staltungen mit 520 TNT (ca. 80 Tei l-
nehmende)
Neben den 6 hauptamtlichen Kräften
sind ca. 90 nebenamtliche Fac hkrä f-
te tätig
Die Ev. Fabi hat seit 1999
eine relative Durs tstrecke
durchlebt. Diese scheint mit t-
lerweile überwunden zu sein.
Die Zahlen sind seit 2002
wieder steigend. Für 2005
rechnen wir mit ca. 11.000
durchgeführte Ustd. mit einer
entsprechend höheren Tei l-
nehmendenzahl.
Inhaltlich setzt die Fabi auf
eine weitere Dezentralisierung
und auf Zusammenarbeit mit
Gemeinden und Kindert a-
geseinrichtungen. Bereits
heute bestehen viele solcher
dezentralen Kooperati onen.
Haus der Familie Münster e. V. Anlage 1
Grundsätzliches/Historie Arbeitsschwerpunkte Kurzprofil
Stellen- u. Zahlenumfang Aktuelle Entwicklung
Auszug aus dem 2004 erarbeiteten Lei t-
bild:
Wir sind eine staatlich anerkannte We i-
terbildungseinrichtung in kat holischer
Trägerschaft in der Stadt Münster mit
dem Schwerpunkt der Eltern - und Fami-
lienbildung. Dabei gehen wir von einem
Familienbegriff aus, der das auf Dauer
angelegte, verantwortungsvolle Zusa m-
menleben von Eltern und anderen B e-
zugspersonen mit Kindern beinhaltet.
Wir leisten einen Beitrag zur Stärkung
von Familien durch lebensbegleitende
und fachlich moderierte Lerngruppen.
Menschen jeden Alters, jeder Welta n-
schauung und Nationalität können tei l-
nehmen.
Wir bauen mit an stabilen Beziehungen
und schaffen durch die Bildungsang ebo-
te Vernetzungsmöglichkeiten für F amili-
en und Einzelpersonen.
Wir sind davon überzeugt, dass Me n-
schen nach dem Woher, dem Wohin,
dem Warum ihres Lebens fragen und
gestalten die Prozesse mit, die zur Or i-
entierung in existentiellen Fr agen füh-
ren.
Wir unterstützen aktiv die Familie n-
freundlichkeit in den Pfarrgemeinden
und setzen uns ein für ihre Verwirkl i-
chung in Betrieben, bei politischen En t-
scheidungen und im öffentlichen Leben.
Arbeitsschwerpunkte
- in die derzeitig Energien fließen,
- durch die eine spezielle Fachlichkeit
vorgehalten wird,
- bei denen Konzeptionen erstellt und
weiterentwickelt werden,
- mit denen einschlägige Kooperation
aufgebaut und realisiert we rden.
- Elternschule Münster und Lernb e-
reich Erziehung
mit 45 % des gesamt en Angebo-
tes
- Verwaiste Eltern / glücklose
Schwangerschaft
Das Haus der Familie Münster e.
V. hält als einziger kontinuierlicher
Träger ein qualifiziertes Angebot
für diese Eltern vor.
- Stadtteilorientierte Familienbi l-
dung
speziell in Gievenbeck.
- Werte-Orientierung
Die Suche der Eltern nach We r-
ten, die die Erziehung prägen,
wird auf dem Hintergrund des
„christliches Menschenbild“ r eflek-
tiert und handlungsorientiert u m-
gesetzt.
- Familienbildung als Methode
in der präventiven Arbeit (sure -
start / INCA / Migrant/innen etc.)
Das Haus der Familie beschäftigt acht
hauptamtliche pädagogische Mita rbei-
ter/innen, zum Teil in Teilzeit, (d avon
eine Leiterin) mit insgesamt 238 W o-
chenarbeitsstunden. Das Team setzt
sich aus einer Diplompädagogin, drei
Diplomsozialpädagoginnen sowie
einer Religionspädagogin, einer Di p-
lom Oecotrophologin und einer
Schneidermeisterin zusammen.
In 2004 führten wir 964 Veranstaltu n-
gen mit 20.150 Unterrichtsstunden für
11.318 Teilnehmende und 2.597 Ki n-
der durch. Die Zahl der freien Mitar-
beiter/innen betrug ca. 300 Fachkrä f-
te.
Inklusive der Familienbildungsurlaube
(Familien, Ein-Eltern-Familien, Gro ß-
eltern-Enkel) leistete das Haus der
Familie zusätzlich 1.428 Teilnehme r-
tage.
Dezentral – in den Stadtteilen – fan-
den an ca. 20 Orten ins gesamt 231
Veranstaltungen statt.
• Fortsetzung des Aufbaus von einschl ä-
gigen Kooperationen mit Einrichtungen,
Institutionen, Unternehmen um Eltern -
und Familienbildung neu zu verorten
(z. B. Weiterbildung geht zur Schule,
Stadtwerke, Hebammen -Verbund, etc.)
• Zugänge schaffen und Projekte entw i-
ckeln, um „benachteiligte“ Familien an
Bildungsprozessen teilhaben zu lassen.
- Armutsprävention durch Budgetpl a-
nung (Schülerinnen des Anne -Frank-
Berufskollegs, Jugendliche im „La
Vie“ in Gievenbeck, etc.)
- „sure-start“, ein Projekt mit dem A n-
na-Krückmann -Haus im Rahmen pr ä-
ventiver Maßnahmen in Münster,
durch das bildungs - und wirtschaf t-
licharme Mütter mit ihren Babys Hi l-
fen zum Aufbau sicherer Bindungen
ihres Kindes erhalten, so dass de s-
sen positive Entwicklung mö glich ist.
- Beteiligung am Projekt des Diözesa n-
caritasverbandes „InCa“ (integrierte
Kinder-, Jugend - und Familienhilfe)
im Gebiet Osthuesheide.
Zu den Auswirkungen der außerhäuslichen
Kinderbetreuung für unter 3 -jährige könnte
gehören, dass Eltern wenige r Ressourcen
haben, um an Familienbildung teilzunehmen.
Volkshochschule Anlage 1
Grundsätzliches/Historie Arbeitsschwerpunkte Kurzprofil
Stellen- und Zahlenumfang
Unabhängig von der Förderung durch das SGB
VIII bietet die Volkshochschule Veranstaltungen
zur Eltern- und Familienbildung an. Im Fokus
ihrer Bildungsarbeit steht dabei in erster Linie der
erwachsene Teilnehmer / die erwachsene Tei l-
nehmerin.
Grundlage der Weiterbildungsangebote der
Volkshochschule der Stadt Münster ist das nor d-
rhein-westfälische Weiterbildungsgesetz aus dem
Jahre 2000. Analog zu m in § 3 formulierten G e-
setzesauftrag gliedert sich die Angebotsstruktur
der städtischen Volkshochschule in sieben Pr o-
grammbereiche:
1. Gesellschaft, Politik, Geschichte
2. Erziehung, Familie, Älterwerden
3. Gesundheit, Leben mit Behinderungen
4. Sprachen und Länder
5. Beruf und Wirtschaft
6. Medien und EDV
7. Kulturelle Bildung
Das Angebot der Volkshochschule richtet
sich grundsätzlich an alle erwachsenen
Bürgerinnen und Bürger in der Stadt.
Zielgruppenspezifische Angebote für
Jugendliche, Eltern, Fa milien und Senioren
oder auch Qualifizierungsangebote für
pädagogische Fachkräfte finden sich in allen
Programmbereichen der Volkshochschule
wieder. Veranstaltungen zur Eltern - und
Familienbildung werden jedoch schwe r-
punktmäßig im Fachbereich „Erziehung,
Familien, Älterwerden" angeboten.
Das Gesamtvolumen der jährlich durchgeführten Unterrichtsstunden der
Volkshochschule beläuft sich auf ca. 52.000. Auf den Bereich der E l-
ternbildung einschl. der Eltern -Kind-Angebote der VHS entfallen etwa
2.500 Unterrichtsstunden. Dieses Angebot wird sowohl in der Inne n-
stadt als auch im Stadtteil Hiltrup durchgeführt. Hierbei wurden in 2004
900 Teilnehmer/innen und 800 Kinder erreicht. Die Landesförderung
nach WBG sieht keine explizite Förderung des Themenfeldes „Famil i-
enbildung“ vor. Die Landeszuweisungen für das hauptamtliche pädag o-
gische Personal umfasst das gesamte Aufgabenspektrum. Nach der
derzeitigen Arbeitsverteilung entfallen etwa 10 Wochen -Arbeitsstunden
der pädagogischen Fachbereichsleitung auf den Bereich der Familien-
bildung. Daneben sind hier 20 freie Mitarbeiter/innen tätig.
Matrix zu Arbeitsfeldern/Leistungsgruppen Anlage 2
Arbeitsfelder
Angebote ...
LG 1
Beziehungs-
gestaltung
LG 2
Familie &
Beruf
LG 3
Erziehungs-
verhalten
LG 4
Ernährung,
Gesundheit
und Umwelt
LG 5
Haushalt-
führung
Gestaltung
LG 6
besondere
Lebenslagen
LG 7
Selbsthilfe
LG 8
Vorbereitung
Familien-
leben
LG 9
Kooperation
und
Vernetzung
LG 10
politischen
Beteiligung
LG 11
Qualifizierug
Fortbildung
1. zur Elternbildung
X X X X u u X u X X u
2. zur Vorbereitung auf Geburt
und Familie
X X X X u u X X X X u
3. für besondere Zielgruppen
X X X X X X X X X X u
4. im Rahmen von Stadtteil-
arbeit
u u X u u X X u X X u
5. mehrtägige
X X X X X X u u X X u
6. zu speziellen gesellschaft-
lichen und sozialen Themen
X X X X X X X u X X u
7. zur Fortbildung und
Qualifikation
u u u u u u u u X u X
Leistungsgruppen:
LG 1: Angebote der Beziehungsgestaltung mit ihren Anforderungen an Kommunikatio n,
Kooperations - und Konfliktfähigkeit,
LG 2: Angebote zur Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf,
LG 3: Angebote zum Erziehungsverhalten,
LG 4: Angebote zu Fragen der Ernährung, Gesundheit und Umwelt,
LG 5: Angebote zu Frag en der Haushaltsführung, Gestaltung und Kreativität,
LG 6: Angebote für Familien in besonderen Lebenslagen,
LG 7: Förderung der Selbst - und Nachbarschaftshilfe,
LG 8: Vorbereitung auf das Familienleben,
LG 9: Angebote zur Kooperation und Vernetzung ,
LG 10: Angebote zur Förderung der politischen Beteiligung von Familien,
LG 11: Angebote zur Qualifizierung und Fortbildung von Mitarbeiter/innen und Multiplikator/innen.
Die Tabelle wurde nach der 80/20-Regel
ausgefüllt, d. h.:
ein X markiert, dass die genannte
Leistungsgruppe sich in dem Arbeitsfeld
wiederfindet,
ein u bedeutet, dass die Leistungsgruppe
unter 20 Prozent im Arbeitsfeld repräsentiert
wird.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (2)
- Grevener Straße
- Dahlweg
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0824/2005
- Typ
- Vorlage
- Datum
- 10.10.2005
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37