V/0373/2012
Medikamente umweltgerecht entsorgen
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Anlage
2610 Zeichen
Antrag an den Rat Nr. A-R/0071/2011
CDU-Fraktion im Rat der Stadt Münster
Fraktionsgeschäftsstelle
Mauritzstraße 7-8
.
48143 Münster
Telefon (0251) 4 18 43-0
.
Telefax (0251) 4 31 36
e-mail fraktion@cdu-ms.de
.
http://www.cdu-ms.de
19.10.2011
Antrag
Medikamente umweltgerecht entsorgen
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen:
Die Verwaltung wird beauftragt, gemeinsam mit den AWM und Vertretern der münsterschen
Apotheken nach Wegen zu suchen, damit alte
und/oder nicht mehr benötigte Medikamente
in Münster umweltgerecht und gefahrenlos entsorgt werden können.
Begründung:
Die Entsorgung von Medikamenten erfolgt in NRW über den Restmüll, seit im Sommer 2009
das einheitliche Entsorgungssystem über die Apotheken eingestellt wurde. Seither soll jeder
Bürger alte Medikamente und Arzneimittel über den Hausmüll entsorgt werden, da rein
rechtlich Medikamente und Spritzen nicht als Sondermüll gelten und daher auch mit dem
Hausabfall in der Restmülltonne entsorgt werden dürfen. In der Informationsbroschüre des
NRW-Umweltministerium heißt es dazu: „Denn seit der Hausmüll fast ausschließlich den
Müllverbrennungsanlagen zugeführt wird, werden die arzneilichen Wirkstoffe so zerstört,
dass kein Eintrag in die Umwelt mehr erfolgen kann.“
Da in Münster aber der Hausmüll biologisch-mechanisch aufbereitet wird, blieben die
Wirkstoffe problematisch, da sie eben nicht verbrannt werden. Da für die Apotheken Kosten
für die Entsorgung von Medikamenten, zu deren Rücknahme sie nicht verpflichtet sind,
entstehen, steigt die Quote der über den Hausmüll entsorgten Medikamente.
Daher soll nun gemeinsam mit den AWM und Vertretern der Apotheken nach Wegen
gesucht werden, wie dieses Problem organisatorisch, aber auch finanziell gelöst werden
kann.
Als Vorbild könnte Leipzig dienen. Da es dort keine Müllverbrennungsanlage gibt, holen die
Abfallwirtschaftsbetriebe nun Altmedikamente in den Apotheken kostenlos ab, sobald eine
bestimmte Sammelmenge erreicht ist.
gez.
H.-Dieter Sellenriek
Gilbert Aldejohann
Frank Baumann
Sybille Benning
Georg Berding
Dieter von den Berg
Meik Bolte
Heinz-Georg Buddenb äumer
Olaf Dre ßen
Edgar Dr üge
Wolfhard Ediger
Dr. Dietmar Erber
Walter von G öwels
Gilbert Hartmann
Horst Kisnat
Bruno Kleine Borgmann
Karl Kleine-Wilke
Marliese Kosmider
Teresa Küppers
Franz-Pius Graf von Merveldt
Andreas Nicklas
Jürgen Ohm
Robert Otte
Karin Reismann
Stefan-Alexander Roth
Florian Steinforth
Barbara Stober
Stefan Weber
Helga Welker
Simone Wendland
Peter Wolfgarten
Berichtsvorlage
6141 Zeichen
V/0373/2012 DER OBERBÜRGERMEISTER Abfallwirtschaftsbetriebe Münster Betrifft Medikamente umweltgerecht entsorgen Antrag der CDU-Fraktion Nr. A-R/0071/2011 vom 01.12.2011 Beratungsfolge 06.06.2012 Werksausschuss der Abfallwirtschaftsbetriebe Bericht Bericht: Die CDU-Fraktion hat mit Schreiben vom 01.12.2011 den als Anlage beigefügten An trag gestellt. Der Hauptausschuss hat diesen Antrag in seiner Sitzung vom 08.02.2012 zur abschließenden Beratung an den Werksausschuss der AWM verwiesen (siehe Vorlage V/0049/2012). Altmedikamente werden derzeit getrennt erfasst und als Restabfall entsorgt. Die getrennte Erfas- sung von Altmedikamenten in der Stadt Münster erfolgt über die insgesamt elf Recyclingh öfe der Abfallwirtschaftsbetriebe. Zusätzlich nehmen die Apotheken in Münster auf freiwilliger Basis M e- dikamente von Ihren Kunden zurück. Um Altmed ikamente sicher vor dem Zugriff Unbefugter zu erfassen, wurde die getrennte Sammlung eingeführt. Bis zum Jahr 2004 wurden die von den Bürgern an allen Apotheken in Münster abgegebenen Medikamente von den Abfallwirtschaftsbetrieben Münster kostenfrei abg eholt und entsorgt. Di e- ser Service wurde aufgrund eines kostenfreien Rücknahmesystems auf Grundlage der Verp a- ckungsverordnung (Vfw Remedica) nicht mehr angeboten. Im Jahr 2009 wurde durch eine Änd e- rung der Ve rpackungsverordnung das Rücknahmesystem eingeste llt. Als Alternative wird den Apotheken derzeit die Abholung und die Entsorgung gegen eine Kostenpauschale, die Selbsta n- lieferung an den Recyclinghöfen gegen die Restabfallgebühr oder die Entsorgung über die eig e- ne Restabfalltonne, mit Schwerkraftschloss a usgerüstet, angeboten. Mit der Abholung der Med i- kamente haben sechs Apotheken die Abfallwirtschaftsbetrieben Münster beauftragt. Alle anderen Apotheken nutzen die Selbstanlieferung oder entsorgen die Medikamente über die Restabfallton- ne. Altmedikamente sind als Restabfall eingestuft und wurden bis 2005 auf der Zentraldeponie Müns- ter II abgelagert. Seit 2005 erfolgt die Beseitigung über die mechanisch -biologische Restabfall- behandlungsanlage. Im Rahmen der mechanisch -biologischen Behandlung können die Altme di- kamente in verschiedene Fraktionen gelangen. In der heizwertreichen Fraktion, werden sie mit dieser thermisch verwertet und somit zerstört. Gelangen sie in die biologische Behandlung, we r- den sie dort entweder abgebaut oder gelangen mit der biologisch beh andelten Fraktion auf d er Zentraldeponie Münster II. Durch die Ablagerung von Medikamentenresten auf der Deponie b e- Vorlagen-Nr.: V/0373/2012 Auskunft erteilt: Herr Beutel Ruf: 60 52 44 E-Mail: Beutel@awm.stadt-muenster.de Datum: 22.05.2012 Öffentliche Berichtsvorlage 2 V/0373/2012 steht im Hinblick auf das Grundwasser keine Gefahr . Ein aufwendiges Deponieabdichtungssys- tem und eine Sickerwassererfassung sorgen dafür, dass Schadstoffe aufgehalten werden, sollten sich diese trotz der Vorbehandlungsmaßnahmen noch in den abgelagerten Abfällen b efinden. Das Sickerwasser wird durch ein aufwändiges Reinigungsverfahren behandelt. Das von den Abfallwirtschaftsbetrieben praktiz ierte Verfahren entspricht einem sehr hohen U m- weltstandard. Die Stadt Leipzig führt zurzeit ein Projekt durch, Altmedikamente aus Apotheken kostenlos abz u- holen und in einer MVA zu beseitigen. Das Projekt wurde im April letzten Jahres begonnen und wird bis auf weiteres fortgeführt. In Leipzig sind 90 von ca. 130 Apotheken beteiligt und es wu r- den bislang 12 t Altmedikamente getrennt erfasst. Erfahrungswerte bzgl. der Auswi rkung auf die Abfallgebühren liegen zurzeit nicht vor. Das Verfahren der Thermischen Behandlung ist mit dem der mechanisch -biologischen Behand- lung als gleichwertig anzusehen. Die Abfallwirtschaftsbetriebe prüfen zurzeit, ob Altmedik amente zu den gleichen Konditionen wie infektiösen Krankenhausabfälle, die einer thermischen Verwe r- tung zugeführt werden müssen, entsorgt werden können. Um den Service für die Bürger weiter zu optimieren, wird das bisherige System um die separate Erfassung der Altmedikamente auf den Recyclinghöfen ergänzt. Die Erfassung auf den Recy c- linghöfen erfolgt über gesich erte Müllgroßgebinde (MGB 240). Die Medikamente werden der Fraktion der Krankenhausabfälle zugeführt. Die Ausstattung der Recyclinghöfe mit entspreche n- den Sammelsystemen erfolgt kostenneutral. Da der Anteil der nicht getrennt erfassten Altmedikamente nic ht bekannt ist, ist davon auszug e- hen, dass ein großer Teil der Bürger ihre Altmedikamente über das Abwassersystem (Waschb e- cken, Toilette) entsorgt. Über das Abwassersystem gelangen die Wirkstoffe in den Wasserkrei s- lauf, da sie in Kläranlagen schwer zu eliminieren sind. Daher streben die Abfallwirtschaftsbetriebe Münster eine Kooperation (Entsorgungsring) mit den Apotheken an. Ziel soll u.a. die Info rmation der Bürger über die Problematik der Entsorgung von Medikamenten über das Abwassersystem (Grundwasserbelastung) sein. Ein weiterer Schwerpunkt der Kooperation wird die Abholung der Altmedikamente in den Apothe- ken sein. Die Sammlung soll in max. 90 l Abfallsäcken erfolgen. Aus Gründen des Arbeitsschu t- zes für unsere Mitarbeiter muss allerdings zwingend verhi ndert werden, dass scharfe Gegen - stände und Spritzen in die Abfallsäcke gelangen. Um einen zusätzlichen Anreiz zu bieten, sollen Altmedikamente an den Recyclinghöfen kostenfrei angenommen werden. Die Abholung der Al t- medikamente wird den Apotheken weiterhin gegen eine Gebühr von 13 Euro pro Abholung a n- geboten. Die Entsorgungskosten werden von den Abfallwirtschaftbetrieben übernommen. Die AWM stehen mit der Vertrauensfrau der Apotheken in Münster in der Apothekenkammer Westfalen-Lippe in Kontakt und es beste ht reges Interesse an einer Zusammenarbeit bei der Altmedikamentensammlung. Durch die Anpassung des Erfassungssystems und gezielte Informa- tionen können weitere Mengen akquiriert werden. I. V. gez. Reinkemeier Stadtkämmerer Anlage: Antrag der CDU-Fraktion Nr. A-R/0071/2011 vom 01.12.2011
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (1)
- Mauritzstraße 7
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Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0373/2012
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 04.05.2012
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37