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V/0371/2011

Fachstelle "Frühe Hilfen im Gesundheitsamt"

Vorlagen 23.05.2011

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Nächste Beratung: Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien, Sitzung am 14.09.2011, TOP 4.2

Berichtsvorlage

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Berichtsvorlage

10221 Zeichen

V/0371/2011 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Gesundheitsamt 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
Fachstelle "Frühe Hilfen im Gesundheitsamt" 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
05.07.2011 Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderungen Bericht
06.07.2011 Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsförderung Bericht
13.09.2011 Ausschuss für Gleichstellung Bericht
14.09.2011 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Bericht 
 
Bericht: 
 
1. Berichtsanlass 
 
Vorbeugung und gesundheitsbewusstes Verhalten sind in jedem Lebensalter wichtig. Je früher 
sie ansetzen, desto erfolgreicher können Entwicklungen für ein gesundes Leben unterstützt wer-
den. Jedoch sind nicht in allen Familien ausreichende Strukturen und Kenntnisse vorhanden, um 
den Kindern und Jugendlichen ein gesundes Aufwachsen zu ermöglichen. Dort haben kommuna-
le Unterstützungsangebote eine große Wichtigkeit und eine hohe Bedeutung. Gesundheitsprä-
vention ist Armutsprävention. Eine stabile psychische und physische Gesundheit ist Grundvor-
aussetzung dafür, dass Kinder sich gut entwickeln. Aus diesem Grund ist das Gesundheitsamt 
auch bei der Entwicklung und Umsetzung des  Maßnahmenprogramms einer kindbezogenen Ar-
mutsprävention in Münster beteiligt. 
 
Um die Chancen für eine gute, gesunde Entwicklung von Anfang an zu nutzen, ist es wichtig, 
Familien frühzeitig zu erreichen und zu unterstützen. Nur so kann Gesundheit auch langfristig 
gesichert werden. Dieser Denk- und Arbeitsansatz der „Frühen Hilfen“ hat sich bundesweit 
durchgesetzt und findet sich auch im Entwurf des neuen Kinderschutzgesetzes. 
 
Mit dem Ziel, die bereits seit Jahren so ausgerichtete Arbeit in Zukunft noch effektiver fortführen 
zu können, wurden die Bereiche aufsuchende Hilfen, Hebammenprojekte und die Beratungsstelle 
für Entwicklungsfragen im Kindes- und Jugendalter im Gesundheitsamt in einer neu gebildeten 
Fachstelle im Kinder- und Jugendgesundheitsdienst gebündelt. Die Arbeit dieser Fachstelle wird 
in diesem Bericht vorgestellt. 
 
2. Fachstelle „Frühe Hilfen im Gesundheitsamt“ 
 
Unter dem Namen Beratungsstelle „Frühe Hilfen im Gesundheitsamt“ bietet ein multiprofessionel-
les Team aufeinander abgestimmte, ineinandergreifende Module für Schwangere, Kinder, Ju-
gendliche und Familien rund um das Thema „Gesundheit und Entwicklung“ an. Im Team arbeiten 
Hebammen, Sozialarbeiterinnen, Sozial- und Heilpädagoginnen, Psychologinnen, ein Ökotropho-
loge sowie eine Ärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Kinderärztliche und neuropädiatri-
Vorlagen-Nr.: 
V/0371/2011 
Auskunft erteilt: 
Frau Dr. Schwarte 
Ruf: 
492 53 03 
E-Mail: 
SchwarteDagmar@stadt-muenster 
Datum: 
21.06.2011 
Öffentliche Berichtsvorlage

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V/0371/2011 
 
sche Kompetenzen stehen über die Abteilung Kinder- und Jugendgesundheitspflege jederzeit zur 
Verfügung. Selbstverständlich besteht auch eine enge Kooperation mit den anderen Abteilungen 
des Gesundheitsamtes (z.B. Kinder- und Jugendpsychiatrie im Sozialpsychiatrischen Dienst). 
 
Ziel aller Bemühungen ist eine gesunde Entwicklung der Kinder in Münster in Kooperation mit 
anderen Institutionen und Trägern zu unterstützen.  
 
Schon in der Schwangerschaft begleiten und beraten Familienhebammen in Zusammenarbeit mit 
freiberuflichen Hebammen Frauen/Familien mit besonderem Unterstützungsbedarf. Bis zum ers-
ten Geburtstag des Kindes ist so eine für die Eltern kostenlose Betreuung möglich. Die Hebam-
men werden dabei durch die Fachstellenleitung (Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshil-
fe) koordiniert und unterstützt. Sie arbeiten eng mit anderen in der Familie tätigen Diensten, wie 
dem Kommunalen Sozialdienst des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien, aber auch mit 
niedergelassenen Kinderärzten, Beratungseinrichtungen vor Ort und Trägern der freien Jugend-
hilfe zusammen. Auf die Inanspruchnahme alle r Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen für die 
Mütter und ihre Kinder, auf eine gesunde Ernährung, Pflege und die Förderung der Bindung zwi-
schen Mutter und Kind als wesentliche Voraussetzung für eine gesunde Entwicklung des Neuge-
borenen/Säuglings wird hingewirkt. 
 
Vier Familienhebammen arbeiten inzwischen als Honorarkräfte für das Gesundheitsamt und ha-
ben im Jahr 2010 125 Frauen betreut. Dieses Angebot wird zunehmend von den Geburtsabtei-
lungen der Krankenhäuser, dem Kommunalen Sozialdienst und anderen Einrichtungen ange-
fragt. 
 
Um den Zugang zu „Frühen Hilfen“ möglichst niedrigschwellig schon in der Schwangerschaft zu 
ermöglichen, werden seit Januar 2007 Hebammensprechstunden in Familienzentren der Stadttei-
le Kinderhaus, Coerde, Berg Fidel und Hiltrup-West angeboten. Einmal in der Woche bieten hier 
freiberufliche Hebammen eine offene Sprechstunde an und beraten zu allen Themen um 
Schwangerschaft, Kindergesundheit, Pflege, Ernährung, Familienplanung u.a. Im September 
2010 wurde dieses Angebot in den Bezirken West und Südost ausgebaut. In den vergangenen 
drei Jahren konnten so über 3.000 Beratungsgespräche geführt werden. 
 
In vier Familienzentren wird das Angebot einmal im Monat durch eine Sozialarbeiterin der Bera-
tungsstelle „Frühe Hilfen“ ergänzt. Die Kombination der beiden Beratungsangebote bietet gerade 
für besonders belastete Familien vor Ort einen unkomplizierten Zugang zu Hilfen, der auch gerne 
genutzt wird. Die Mitarbeiterinnen der Familienzentren schätzen und unterstützen dieses Ange-
bot sehr. Zielgruppen sind hier besonders Kinder, die an einer Behinderung leiden bzw. von Be-
hinderung bedroht sind und Kinder, die aufgrund medizinischer und/oder psychosozialer Frage-
stellungen bzw. Belastungen in besonderer Weise fortlaufender Beobachtung und Unterstützung 
bedürfen. Dieses Konzept wurde gemeinsam mit dem Amt für Kinder, Jugendliche und Familien 
entwickelt. 
 
Bei gesundheitlichen Fragestellungen/Problemen in Familien sind aufsuchende Hilfen durch ei-
nen Ökotrophologen und eine Ärztin möglich. Oft wird der Kontakt über den Kommunalen Sozial-
dienst oder andere Beratungseinrichtungen, die mit den Familien arbeiten, hergestellt. Dieses 
Arbeitsfeld soll in Zukunft durch den Einsatz von Sozialmedizinischen Assistentinnen ergänzt 
werden. Diese sollen in Ergänzung bzw. im Anschluss zu den bisher tätigen Kräften Beratungen 
und Begleitungen für Eltern von Kindern der Altersstufen 1-6 bezüglich Kindergesundheit, -
pflege, -ernährung und –erziehung in aufsuchender Form anbieten. Ermöglicht wird das durch 
das neue Maßnahmenprogramm einer kindbezogenen Armuts prävention in Münster. In diesem 
Rahmen wird es auch durch eine Ernährungsfachkraft des Gesundheitsamtes zusätzliche aufsu-
chende, lebenspraktische Beratung und Unterstützung für Familien geben. 
 
Wenn Eltern sich um die Entwicklung ihres Kindes sorgen, oder der Verdacht auf eine Entwick-
lungsverzögerung oder Behinderung des Kindes besteht, bietet die Beratungsstelle Diagnostik, 
Beratung und häusliche Frühförderung.

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V/0371/2011 
 
 
Bei der heilpädagogischen Frühförderung der Kinder von 0-6 Jahren stehen neben der direkten 
Arbeit mit dem Kind die Beratung und Begleitung der Familie bei ihren Alltagsproblemen, die sich 
aus der besonderen Situation des Kindes entwickeln können, im Vordergrund. Durch die aufsu-
chende Arbeit wird dabei ermöglicht, das Lebensumfeld und die Ressourcen der Familie immer 
direkt einzubeziehen und die Beratung/Arbeit darauf einstellen zu können. Durch die aufsu-
chende Arbeit unterscheidet sich die Beratungsstelle „Frühe Hilfen im Gesundheitsamt“ 
deutlich von anderen Angeboten innerhalb Münsters.  Die Möglichkeit mobiler Arbeit erlaubt, 
dass Hilfe in vielen Fällen auch für sozial schwache Familien oder Familien in besonderen Belas-
tungssituationen erreichbar wird. 
 
Durch die Sozialarbeiterinnen werden bis zur Volljährigkeit des Kindes psychosoziale Beratung 
angeboten, sozialrechtliche Fragen zum Pflegegeld, dem Schwerbehindertenausweis und Entlas-
tungshilfen gemeinsam mit den Eltern geklärt und Unterstützung bei der Antragsstellung gege-
ben. 
 
Durch die Entwicklungsverzögerung, die Teilleistungsstörung oder Behinderung eines Kin-
des/Jugendlichen können sich für die gesamte Familie viele Fragen ergeben, Unsicherheiten und 
Bewältigungsprobleme entstehen. Die Psychologinnen des Teams bieten Gespräche an, um ge-
meinsam mit den Eltern Lösungsstrategien zu entwickeln. 
 
Bei gesundheitlichen Fragen im Zusammenhang mit dem Besuch eines Kindergartens oder der 
Schule unterstützt die Beratungsstelle. Dabei ist die Einbindung in den Kinder – und Jugendge-
sundheitsdienst im Gesundheitsamt positiv hervorzuheben, da hier auf die Kompetenzen der dort 
tätigen Kinderärzte jederzeit zurückgegriffen werden kann. 
Im Jahr 2010 wurden 819 Kinder in der Beratungsstelle vorgestellt, davon erhielten 172 Kinder 
eine heilpädagogische Frühförderung (gem. §§ 55/56 SGB IX und §§ 53/54 SGB XII).  
 
Bei den oft sehr komplexen Fragestellungen, mit denen Eltern im Verlauf der Entwicklung ihrer 
Kinder konfrontiert werden, übernimmt die interdisziplinäre Beratungsstelle „Frühe Hilfen“ also die 
Clearing- bzw. Lotsenfunktion und sorgt so dafür, dass Eltern und Kinder zeitnah individuell ab-
gestimmte Hilfen und Beratungen erhalten. Gerade für Familien, die den Zugang zum Hilfssys-
tem nur schwer finden, ist dieses entscheidend.  
 
Dabei sind die seit vielen Jahren bestehenden Kooperationen mit niedergelassenen ÄrztInnen, 
Krankenhäusern, Ämtern der Stadtverwaltung, Beratungsstellen und Einrichtungen in den Stadt-
teilen wesentlich für eine gute und effiziente Arbeit. 
Kinder bzw. Familien, die in der Beratungsstelle nicht angebunden werden können oder die wei-
tere Hilfen benötigen, können so zeitnah weitervermittelt werden.  
 
Ein weiterer Ausbau der Kooperationen, wie z.B. eine noch engere Zusammenarbeit mit den 
Schwangerschaftsberatungsstellen, ist geplant. Hier sollen z.B. Informationsrunden für drogen-
abhängige bzw. substituierte Frauen in den Substitutionspraxen in Zukunft gemeinsam angebo-
ten werden. 
 
Das Gesundheitsamt bietet in der Beratungsstelle „Frühe Hilfen“ Gesundheitshilfe mit niedrigen 
Zugangsschwellen und einem ressourcen- und settingorientierten Einsatz von Finanzen und Ar-
beitskraft. 
 
 
In Vertretung 
gez. 
Thomas Paal 
Stadtrat

Beratungsverlauf (4)

05.07.2011 Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderungen
TOP 5 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
06.07.2011 Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsförderung
TOP 13 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
13.09.2011 Ausschuss für Gleichstellung
TOP 5 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
14.09.2011 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien
TOP 4.2 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Orte (1)

  • Kinderhaus

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Details

Vorlagen-Nr.
V/0371/2011
Typ
Vorlagen
Datum
23.05.2011
Erstellt
06.10.2020 14:37