2095/2024
Mitteilung über die Veröffentlichung gemäß § 3 Absatz 2 Baugesetzbuch des Bebauungsplan-Entwurfes 76380/03, Blatt 3, Arbeitstitel: Südlich Friedensstraße - Ostteil in Köln-Porz-Elsdorf
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Anlage_3_Textliche_Festsetzungen
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Anlage 3 TEXTLICHE FESTSETZUNGEN 1. Art der baulichen Nutzung 1.1. Fläche für Gemeinbedarf – Schule Gemäß § 9 Abs. 1 Nr. 5 BauGB wird eine Fläche für Gemeinbedarf mit der Zweckbestimmung Schule festgesetzt. Auf dieser Fläche ist nach Schulschluss als Nutzungsergänzung auch eine außerschulische Nutzung zu sonstigen Bildungs-, sozialen, kulturellen und sportlichen Zwecken zulässig. 2. Maß der baulichen Nutzung 2.1. Gebäudehöhen Gemäß § 16 Abs. 2 Nr. 4 BauNVO wird für die Bebauung in der Gemeinbedarfsflä- che eine Gebäudehöhe als Oberkante (OK) von 69,00 m ü NHN als Höchstgrenze festgesetzt. 2.2. Dachaufbauten Gemäß § 16 Abs. 6 BauNVO kann die festgesetzte Gebäudehöhe durch unterge- ordnete Bauteile oder bauliche Anlagen – z.B. Antennen, Aufzugsüberfahrten, Ka- mine, Lüftungseinrichtungen, Oberlichter, solarenergetische Anlagen – auf den bau- lich zugeordneten Dachflächen überschritten werden. Das höchstzulässige Maß der Überschreitungen beträgt 2,00 m in der Höhe. Der Flächenanteil der Überschreitun- gen je Dachfläche darf insgesamt 30 % nicht übersteigen. Die Dachaufbauten müs- sen mindestens um das Maß ihrer Höhe von der Gebäudeaußenkante zurücktreten. Ausgenommen von der vorgenannten Flächenbegrenzung sind solarenergetische Anlagen in Verbindung mit extensiver Dachbegrünung. 3. Überbaubare Grundstücksflächen 3.1. Gemäß § 23 Abs. 3 Satz 3 i.V.m. Abs. 2 Satz 3 BauNVO wird für die überbaubare Grundstücksfläche folgende Ausnahme festgesetzt: Die Baugrenze darf zur Friedensstraße hin durch Balkone und Vordächer bis max. 2,00 m, durch Treppenhäuser und Erker bis max. 1,50 m überschritten werden. 3.2. Gemäß § 23 Abs. 5 BauNVO sind auf den nicht überbaubaren Grundstücksflächen Nebenanlagen nicht zulässig. 4. Stellplätze Gemäß § 12 Abs. 6 BauNVO sind Stellplätze nur innerhalb der überbaubaren Flä- che und im Bereich zwischen der nördlichen Baugrenze und der Friedensstraße zu- lässig. 5. Begrünung Gemäß § 9 Abs. 1 Nr. 25a BauGB sind im Bebauungsplan folgende Begrünungsmaßnah- men durchzuführen und dauerhaft zu erhalten: 5.1 In der festgesetzten Fläche M5 ist ein Wiesensaum (EA1/41111) anzulegen. (Maßnahme 5) 5.2 Die Flachdächer der Gebäude in der Fläche für Gemeinbedarf sind mit einer ex- tensiven Dachbegrünung DC1 / DC3 (NB6243 / NB6244) zu bepflanzen. Die Ve- getationstragschicht ist mit einer Stärke von mindestens 8 cm zuzüglich einer Fil- ter- und Drainschicht herzustellen. Ausgenommen hiervon sind Dachterrassen und technische Aufbauten, die auf maximal 30 % der jeweiligen Dachfläche zulässig sind. Solarenergetische Anlagen sind über der Dachbegrünung zulässig. (Maß- nahme 6) 5.3 In der Fläche für Gemeinbedarf – Schule – ist innerhalb der überbaubaren Fläche je vier angefangene Kfz-Stellplätze ein hochstämmiger, großkroniger Baum – BF 41 (GH 742) zu pflanzen. (Maßnahme 15) 5.4 Alle angefangenen 200 m² Platz- oder Schulhoffläche ist mindestens ein großkro- niger Baum BF 41 (GH 742) zu pflanzen. (Maßnahme 16) Zur Erläuterung der Kürzel siehe Hinweis Nr. 16 6. Ausgleichsmaßnahmen und Zuordnung 6.1 Gemäß § 9 Abs. 1 Nr. 20 BauGB wird im Plangebiet folgende interne Aus- gleichsfläche A2 festgesetzt (Maßnahme 14): Anpflanzen einer Baumhecke (BD51/GH4431) aus einheimischen und standortgerechten Heckenpflanzen. Die planfestgestellte Ausgleichsfläche wird dadurch in ihrer ursprünglichen ökologischen Funktion ergänzt. Zum Schutz der internen Ausgleichsfläche A2 ist an der Grenze zum Schul- grundstück hin ein Zaun mit einer Höhe von 1,20 m zu setzen. Gemäß § 9 Abs. 1a Satz 2 BauGB werden 177 m² der internen Ausgleichs- fläche A2 den Eingriffen der Fläche für Gemeinbedarf zugeordnet. 6.2 Gemäß § 9 Abs. 1a Satz 2 BauGB werden 2.074 m² der externen Aus- gleichsfläche eA1 den Eingriffen der Fläche für Gemeinbedarf zugeordnet. Zur Beschreibung der Maßnahme eA1 siehe auch Hinweis Nr. 15 Zur Erläuterung der Kürzel siehe Hinweis Nr. 16 7. Lärmschutzmaßnahmen 7.1 Gemäß § 9 Abs. 1 Nr. 24 BauGB sind passive Schallschutzmaßnahmen ent- sprechend dem Lärmpegelbereich (LPB) V an den Außenbauteilen von Auf- enthaltsräumen zu treffen. Grundlage hierfür sind die maßgeblichen Außen- lärmpegel nach DIN 4109-1 (Schallschutz im Hochbau, Ausgabe Januar 2018 - Beuth Verlag GmbH, Berlin). Im gesamten Planbereich gilt der Lärmpegelbereich V. Die Zuordnung zwischen den dargestellten LPB und dem maßgeblichen Au- ßenlärmpegel ergibt sich aus nachfolgender Tabelle: LPB Maßgeblicher Außenlärmpegel La in dB I 55 II 60 III 65 IV 70 V 75 VI 80 VII > 80* *Für maßgebliche Außenlärmpegel La > 80 dB sind die Anforderungen aufgrund der örtlichen Gegeben- heiten festzulegen. Ergänzung: Es handelt sich um dB(A)-Werte 7.2 Die Minderung der zu treffenden Schallschutzmaßnahmen ist im Einzelfall zulässig, wenn im bauordnungsrechtlichen Verfahren anhand einer schall- technischen Untersuchung ein niedrigerer Lärmpegelbereich oder ein niedri- gerer Außenlärmpegel an den Außenbauteilen oder Geschossebenen von schutzbedürftigen Räumen nachgewiesen werden. 7.3 Bei Planung und Betrieb einer Vereinsnutzung in der geplanten Schulsporthalle ist sicherzustellen, dass durch Sportlärm-Immissionen an der nächstgelegenen Wohnnutzung der Immissionsrichtwert für ein Allgemeines Wohngebiet (WA) der 18. BImSchV im Nachtzeitraum von 40 dB(A) eingehalten wird. 7.4 Für den Fall der Planung einer Hausmeisterwohnung ist sicherzustellen, dass bei Schlaf- und Kinderzimmern bei einem Beurteilungspegel > 45 dB(A) im Nachtzeit- raum (22:00 bis 6:00 Uhr) eine fensterunabhängige Belüftung durch schallge- dämmte Lüftungseinrichtungen oder gleichwertige Maßnahmen bei geschlossenen Fenstern und Türen sichergestellt wird. GESTALTERISCHE FESTSETZUNGEN Gemäß § 9 Abs. 4 BauGB in Verbindung mit § 89 Abs. 1 und 2 BauO NRW 2018 wer- den folgende gestalterische Festsetzungen getroffen: 1. Müllbehälter Abstellplätze für Müllbehälter sind in Gestalt von Müllboxen mit standorthei- mischen Hecken (BD3/GH 412) zu umpflanzen (Maßnahme 11). 2. Befestigung von Stellplätzen und Zuwegungen Die Befestigung von Stellplätzen, der Zufahrten zu den Stellplätzen sowie Gebäudezuwegungen sind teilversiegelt bzw. mit versickerungsfähigen Ma- terialien (z.B. mit offenporiges Pflaster, Rasengittersteine) anzulegen. 3. Dachform Es sind ausschließlich Flachdächer zulässig. Dächer mit einer Neigung bis maximal 5 Grad gelten als Flachdächer. HINWEISE 1. Rechtsfolgen Innerhalb des Plangebietes bestehende Rechtssetzungen aufgrund des Preußi- schen Fluchtliniengesetzes, des Aufbaugesetzes NW, des Bundesbaugesetzes oder des Baugesetzbuches treten mit der Rechtsverbindlichkeit dieses Planes außer Kraft. 2. Rechtsgrundlagen 2.1 Es gilt das Baugesetzbuch (BauGB) in der Fassung der Bekanntmachung vom 03. November 2017 (BGBl. I S. 3634). 2.2 Es gilt die Baunutzungsverordnung (BauNVO) vom 23. Januar 1990 (BGBl. I S. 132) in der Fassung der Bekanntmachung vom 21. November 2017 (BGBl. I S. 3786). 2.3 Es gilt die Planzeichenverordnung (PlanzV) vom 18.12.1990 (BGBl. 1991 I S. 58). 2.4 Es gilt die Bauordnung für das Land Nordrhein-Westfalen (Landesbauordnung 2018 – BauO NRW 2018) vom 21.07.2018 (GV. NRW S. 421). 2.5 Es gilt jeweils die bei Erlass dieser Satzung geltende Fassung. 3. Kampfmittel Im Plangebiet ist mit Bombenblindgängern/Kampfmitteln zu rechnen. Vor der Aufnahme von Bauarbeiten (circa sechs Wochen) ist das Amt für Öffentliche Ordnung der Stadt Köln, Gliederungsziffer 322/40 (allgemeine Ordnungsange- legenheiten) unter der Benennung des Aktenzeichens 22.5-3-5315000-744/17 sowie der Bebauungsplannummer einzuschalten. Die Anfrage kann per Mail an kampfmittel@stadt-koeln.de erfolgen. 4. Bauschutzbereich Das Plangebiet liegt im Bauschutzbereich des Verkehrsflughafens Köln/Bonn. 5. Löschwasser Zur Sicherstellung der Löschwasserversorgung ist eine Wassermenge von 1.600 l/ min (96 m³) für mindestens zwei Stunden nachzuweisen. 6. Grundwasserschaden Für das Plangebiet des Bebauungsplanes liegen im Altlastenkataster der Stadt Köln Erkenntnisse über einen großflächigen Grundwasserschaden (Nr. 27_25_0021) durch Per- und Polyfluorierte Chemikalien (PFC) vor. Hierzu hat das Umwelt- und Verbraucherschutzamt der Stadt Köln als Untere Umwelt- schutzbehörde eine Allgemeinverfügung zur Untersagung der erlaubnisfreien Benutzung des Grundwassers erlassen. Diese ist zu berücksichtigen. Die Be- kanntmachung im Amtsblatt der Stadt Köln erfolgte am 6. Mai 2020. 7. Artenschutz Laut Artenschutzprüfung von BFL, Büro für Freiraumplanung und Landschafts- architekt, von November 2016, Fachbeitrag Artenschutz der Stufe 1 und von Mai 2018, Ergänzende Erhebung der Feldlerchenpopulation ergeben sich keine Verbotstatbestände gemäß § 44 Abs. 1 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG). Gemäß § 39 Abs. 5 BNatSchG ist es im Zeitraum zwischen dem 1. März und 30. September eines Jahres verboten, Bäume, Hecken, lebende Zäune, Gebü- sche und andere Gehölze abzuschneiden, auf den Stock zu setzen oder zu be- seitigen; zulässig sind schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses der Pflanzen oder zur Gesunderhaltung von Bäumen. Sind innerhalb dieses Zeitraumes Rodungsarbeiten erforderlich, ist vor deren Aufnahme in Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Köln durch einen Fachgutachter nach besetzten Nestern zu suchen und bei deren Auffinden die Rodungstätigkeit sofort einzustellen. Zur Vermeidung eines Verstoßes gegen das Tötungsverbot nach § 44 Abs. 1 Nr. 1 BNatSchG sind die erforderlichen Rodungen von Gehölzen außerhalb der Haupt- brutzeiten vom 1. März bis 30. September eines jeden Jahres der im Plangebiet brü- tenden Vogelarten auszuführen. Die Baufeldräumung muss zur Vermeidung baubedingter Tötung von Brutvö- geln und der Zerstörung deren Nester beziehungsweise Gelege außerhalb der Zeit vom 1. März bis 30. September eines jeden Jahres erfolgen. 8. DIN-Vorschriften und sonstige anzuwendende Regelwerke DIN-Vorschriften und sonstige private Regelwerke, auf die in den textlichen Festsetzungen des Bebauungsplanes verwiesen wird, sind jeweils in der bei Er- lass dieser Satzung geltenden Fassung anzuwenden und werden beim Amt für Liegenschaften, Vermessung und Kataster der Stadt Köln Plankammer, Zimmer 06. E 05, Stadthaus Deutz, Willy-Brandt-Platz 2, 50679 Köln, während der Öff- nungszeiten zur Einsichtnahme bereitgehalten. 9. Archäologische Untersuchung Innerhalb des Plangebietes sind archäologische Bodenfunde nicht ausgeschlossen. Werden bei Bodeneingriffen archäologische Bodenfunde entdeckt, ist gemäß §§ 16 und 17 Nordrheinwestfälisches Denkmalschutzgesetz (DSchG NRW) unverzüglich dem Römisch-Germanischen Museum/ Archäologische Bodendenkmalpflege der Stadt Köln (RGM), Tel. 0221/221-22304, Fax 0221/221-24030, anzuzeigen und die Bodenfunde und dem RGM vorrübergehend zu überlassen. Das entdeckte Boden- denkmal und die Entdeckungsstätte sind bis zum Ablauf von einer Woche nach der Anzeige in unverändertem Zustand zu belassen. 10. Bodenschutz Die Vorschriften des § 12 der Bundesbodenschutz-Verordnung (BBodSchV) sind zu beachten. 11. Erschließungsplanung Es wird eine Erschließungsplanung erforderlich zur Berücksichtigung folgender Aspekte: - Konzept zur Erschließung im Umfeld der Schule - Bereiche für Bring- und Holverkehr - Fläche Schwimmbus - barrierefreie Bushaltestelle - Stellplatzermittlung für Schule als auch den Vereinssport gemäß gültiger Stellplatzsatzung der Stadt Köln - Abstellmöglichkeiten für Räder und Lastenräder im Plangebiet gemäß gülti- ger Stellplatzsatzung der Stadt Köln - verkehrssichere Erschließung im Nahbereich der Grundschule mit si- cherer Überquerungsmöglichkeit der Friedensstraße zum nördlich ge- legenen Fuß- und Radweg 12. Schalltechnische Auswirkungen der Planung Die schalltechnischen Auswirkungen der Schulnutzung wie planbedingter Mehr- verkehr, Parkplatzlärm oder gegebenenfalls Lärm aus Haustechnik sind im Baugenehmigungsverfahren zu prüfen. Relevante Immissionsorte sind die Ge- bäude „Friedensstraße“ Nrn. 57 und 59 sowie 123 und 129. 13. Überflutungsnachweis Der Überflutungsnachweis gemäß DIN 1986-100 ist im Baugenehmigungsverfahren zu erbringen und den Stadtentwässerungsbetrieben Köln (StEB) vorzulegen. 14. Entwässerung/ Versickerung Gemäß § 44 Landeswassergesetz (LWG) in Verbindung mit § 55 Abs. 2 Wasserhaus- haltsgesetz (WHG) ist das anfallende Niederschlagswasser vor Ort zu versickern. Be- züglich der wasserrechtlichen Erlaubnis ist die Untere Wasserbehörde bei der Stadt Köln einzuschalten. Das Niederschlagswasser von begrünten Dachflächen ist separat zu fassen und in Abstimmung mit der Unteren Wasserbehörde der Stadt Köln einer Versickerung zu- zuführen. Eine Versickerung ist beispielweise denkbar über Rigolen unterhalb einer Schulhoffläche. Niederschlagswasser, das nicht versickert wird, kann nach eventueller Vorreinigung gedrosselt in den verrohrten Rheinkanal II eingeleitet werden. Die maximal zulässige Einleitmenge soll 25 l/s nicht überschreiten, soweit dies technisch und wirtschaftlich vertretbar ist. Die technische Lösung einer Vorreinigung sowie die Einleitmenge ist mit der Unteren Wasserbehörde (572) der Stadt Köln und den Stadtentwässerungs- betrieben Köln (StEB) abzustimmen. 15. Externe Ausgleichsmaßnahme Die externe Maßnahme eA1 wird auf den von der Stadt Köln bereitgestellten Flächen (Gemarkung Langenbrück, Flur 74, Flurstücke 100/2 und 758, jeweils teilweise) her- gestellt. Maßnahme eA1: Umwandlung einer Ackerfläche in Anlage einer extensiven Fettwiese (EA1/LW1111) auf einer Größe von 2.074 m². Zur Information: Von der Maßnahme eA1 mit 14.300 m² entfallen 2.074 m² auf Ein- griffe durch die Fläche für Gemeinbedarf (siehe textliche Festsetzung Nr. 6.2). 16. Satzung zur Erhebung von Kostenerstattungsbeträgen Die verwendeten Kürzel innerhalb der Begrünungsfestsetzungen beziehen sich auf die Anlage zur Satzung der Stadt Köln zur Erhebung von Kostenerstattungsbeträgen gemäß §§ 135a bis 135c BauGB vom 15. Dezember 2011 (Amtsblatt der Stadt Köln Nr. 1 vom 04. Januar 2012). In dieser Anlage sind mit der Angabe von Kürzeln allge- mein gültige Qualitätsmaßstäbe für Begrünungsmaßnahmen der Stadt Köln formu- liert. NACHRICHTLICHE ÜBERNAHME 1. Im Plangebiet verläuft südlich der Friedensstraße die Ferngasleitung Nr. 22 und ein Lichtwellenkabel. Die Trassen dürfen in Abstimmung mit den zuständigen Versorgungsträgern befestigt und als Stellplatzflächen genutzt werden. Bei der Aufstellung von Müllsammelbehältern ist darauf zu achten, dass im Bedarfsfall die Abfallsammelplätze ohne besonderen technischen Aufwand geräumt wer- den können. 2. Im Rahmen der Planfeststellung zum Neubau der ICE Trasse Köln-Hauptbahn- hof / Flughafen Köln-Bonn/ Frankfurt Flughafen ist das Flurstück 506 in der Flur 2 der Gemarkung Elsdorf als Ausgleichsfläche festgesetzt worden.
Mitteilung Ausschuss
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Dezernat, Dienststelle VI/61/613-1 Vorlagen-Nummer 12.08.2024 2095/2024 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Schule und Weiterbildung 09.09.2024 Bezirksvertretung 7 (Porz) 17.09.2024 Stadtentwicklungsausschuss 19.09.2024 Mitteilung über die Veröffentlichung gemäß § 3 Absatz 2 Baugesetzbuch des Bebauungsplanentwurfes 76380/03, Blatt 3, Arbeitstitel: Südlich Friedensstraße - Ostteil in Köln-Porz-Elsdorf Anlass und Ziel der Planung Das Bebauungsplanverfahren „Südlich Friedensstraße“ startete mit einem Plangebiet, das nach dem Verfahrensschritt der Offenlage in zwei Teile, einen West- und einen Ostteil, ge- trennt wurde. Der Bebauungsplan 76380/03, Blatt 1 und 2 „Südlich Friedensstraße – Westteil“ ist mittler- weile seit 09/2019 rechtswirksam. Der Westteil umfasst Flächen südlich der Friedensstraße mit dem Mühlenweg und den neuen Straßen Dinkelweg und Elisabeth-Moses-Weg. Große Teile des Plangebietes sind zwischenzeitlich mit Mehr- und Einfamilienhäusern bebaut. Der Bebauungsplanentwurf „Südlich Friedensstraße – Ostteil“, Blatt 3, enthält im Gegensatz zu der noch in der damaligen Offenlage zum gesamten Plangebiet, West- und Ostteil, gezeig- ten Version mit zwei Mehrfamilienhäusern nun eine Fläche für Gemeinbedarf mit der Zweck- bestimmung Schule. Dies wird erforderlich, um den infrastrukturellen Bedarf an Schulplätzen aus dem Bestand und den geplanten Wohngebieten in Porz Rechnung zu tragen. Aufgrund dieser Umplanung von einer bisherigen Wohnbaufläche in eine Fläche für Gemeinbedarf mit der Zweckbestimmung Schule müssen die Verfahrensschritte ab der Beteiligung der Dienst- stellen bzw. Träger Öffentlicher Belange nach § 4 Abs. 2 BauGB und der Öffentlichkeit nach § 3 Abs. 2 BauGB wiederholt werden. Mit dem vorliegenden Bebauungsplanentwurf sollen die planungsrechtlichen Voraussetzun- gen für die Errichtung einer zweizügigen Grundschule mit Turnhalle / Doppelturnhalle und ty- pische schulbegleitende Flächen, wie z. B. Schulhof, Abstellmöglichkeiten für Fahrräder, Hal- temöglichkeit Schulbus etc. geschaffen werden. Die Turnhalle soll nach Schulschluss auch von Vereinen genutzt werden können. Die Umsetzung der Planung soll durch die Kölner Schulbaugesellschaft erfolgen. Verfahrensablauf und Vorberatungen Das Bebauungsplan-Verfahren für das gesamte Plan-Gebiet (West- und Ostteil) startete Ende 2 2013 mit dem Aufstellungsbeschluss (siehe Vorlagen-Nr. 2499/2013) und durchlief bis zur Of- fenlage (West- und Ostteil) in 2019 die üblichen Verfahrensschritte. Parallel zur Mitteilung zur Offenlage des Bebauungsplanentwurfes für das Gesamtgebiet hat die Bezirksvertretung Porz wegen der gestiegenen Zahl der Wohneinheiten einen Dringlich- keitsantrag an den Rat und die Verwaltung mit der Bitte gestellt, den Bebauungsplan in der vorliegenden Form abzulehnen. Die entsprechende Beschlussvorlage der Verwaltung wurde zunächst vom Stadtentwicklungsausschuss vertagt, dann von der Verwaltung bis zur Klärung der Themen zu einer Kindertagesstätte und einer Grundschule zurückgezogen. Letztendlich wurde eine 5-gruppige Kindertagesstätte im benachbarten Baugebiet „Fuchskaule verortet und gebaut. Die Grundschule sollte im östlichen Plangebiet gesichert werden. Die bereits initiierte Offenlage für das gesamte Plangebiet (West-und Ostteil) hat dennoch in der Zeit vom 21. Juni bis 22. Juli 2019 stattgefunden (siehe Vorlagen-Nr. 1106/2019). Danach wurde das Plangebiet in einen West- und einen Ostteil getrennt. Der Satzungsbe- schluss für den Weststeil wurde im Juni 2020 gefasst (siehe Vorlagen-Nr. 0935/2020); die Be- kanntmachung dazu erfolgte im Amtsblatt Nr. 69 am 23. September 2020. Das Bebauungsplan-Verfahren für den Ostteil wurde nach erforderlichen Anpassungen von Gutachten auf die neue Planungssituation „Schule“ mit einer Beteiligung der Dienststellen bzw. Träger Öffentlicher Belange nach § 4 Abs. 2 BauGB in Herbst 2023 neu gestartet. Nach Auswertung der eingegangenen Stellungnahmen kann nun der nächste Verfahrensschritt, die Veröffentlichung des Bebauungsplanentwurfes, erfolgen. Sie ist für den Herbst 2024 geplant. Gez. Greitemann Anlagen Anlage 1 Geltungsbereich des Bebauungsplanentwurfes, Blatt 3 Anlage 2 Begründung zur Veröffentlichung des Bebauungsplanentwurfes Anlage 3 textliche Festsetzungen Anlage 4 Bebauungsplanentwurf, Blatt 3
Anlage_1_Geltungsbereich
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Planwirkungsbereich der Vorlage zur Orientierung von Mitgliedern des Rates, der Ausschüsse und der Bezirksver- tretungen, die wegen Befangenheit an den Beratungen zu diesem Tagesordnungspunkt nicht teilnehmen dürfen. Anlage 1 Maßstab 1 : 5 000 N Stadtplanungsamt Geltungsbereich des Bebauungsplanes Entwurf 76380/03, Blatt 3 Südlich Friedensstraße Ostteil in Köln - Porz - Elsdorf 0 10050 200 300 Meter Ostteil Blatt 3 Westteil Blatt 1 und 2
Anlage_2_Begruendung
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Anlage 2
Begründung nach § 3 Abs. 2 in Verbindung mit § 2a BauGB Baugesetzbuch (BauGB)
zum Bebauungsplanentwurf 76380/03, Blatt 3
Arbeitstitel: „Südlich Friedensstraße – Ostteil“ in Köln-Porz-Elsdorf
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1 Anlass und Ziel der Planung
1.1 Anlass der Planung
Das Bebauungsplanverfahren „Südlich Friedensstraße“ startete mit einem Plangebiet, das nach
dem Verfahrensschritt der Offenlage in zwei Teile, einen West- und einen Ostteil, getrennt wurde.
Der Bebauungsplan „Südlich Friedensstraße – Westteil“ Blatt 1 und Blatt 2 ist mit seinen seit der
Offenlage unveränderten Festsetzungen mittlerweile seit 09/2019 rechtswirksam. Der Bebauungs-
planentwurf „Südlich Friedensstraße – Ostteil“ Blatt 3 enthält im Gegensatz zu der noch in der Of-
fenlage gezeigten Version mit zwei Mehrfamilienhäusern in einem allgemeinen Wohngebiet (WA)
nun eine Fläche für Gemeinbedarf mit der Zweckbestimmung Schule. Dies wird erforderlich, um
den infrastrukturellen Bedarf an Schulplätzen aus dem Bestand und den geplanten Wohngebieten
in Porz Rechnung zu tragen. Aufgrund dieser Umplanung vom bisherigen WA in eine Fläche für
Gemeinbedarf mit der Zweckbestimmung Schule müssen die Verfahrensschritte ab der Beteiligung
der Dienststellen bzw. Träger Öffentlicher Belange nach § 4 Abs. 2 BauGB und der Öffentlichkeit
nach § 3 Abs. 2 BauGB wiederholt werden.
1.2 Ziel der Planung
Mit dem vorliegenden Bebauungsplanentwurf sollen die planungsrechtlichen Voraussetzungen für
die Errichtung einer zweizügigen Grundschule mit Turnhalle / Doppelturnhalle und typische schul-
begleitende Flächen, wie z. B. Schulhof, Abstellmöglichkeiten für Fahrräder, Haltemöglichkeit
Schulbus etc. geschaffen werden. Die Turnhalle soll nach Schulschluss auch von Vereinen genutzt
werden können.
2 Erläuterungen zum Planungsgebiet
2.1 Lage im Stadtgebiet/ Abgrenzung des Plangebiete s
Das Plangebiet liegt im Südosten von Köln im Stadtbezirk Porz im Ortsteil Elsdorf. Im Norden
grenzt es unmittelbar an die Friedensstraße an. Im Westen schließt sich der Westteil des Bebau-
ungsplanes „Südlich Friedensstraße“ sowie noch weiter westlich das Wohngebiet „Tiergarten-
straße“ an. Der Planbereich stößt im Süden und Osten an mit Bäumen und Sträuchern bestandene
Flächen bzw. landwirtschaftlichen Nutzflächen „Auf der Wolle“ an.
Der Geltungsbereich umfasst eine Größe von ca. 0,69 ha.
2.2 Bestandssituation/ vorhandene Struktur
Das Plangebiet stellt sich bisher als Flächenanteil des westlich der BAB A 59 gelegenen Offenlan-
des (Ackerflächen) dar. Eine Bebauung ist nicht vorhanden. Die umgebende Nutzung ist durch
Wohn- und nicht störende Gewerbenutzung geprägt. Insgesamt stellt sich die benachbarte Bau-
struktur äußerst heterogen dar. Nördlich der Friedensstraße sind sowohl 7- bis 9-geschossige Ge-
bäude mit Wohnnutzung und im Anschluss daran 4-geschossige Mehrfamilienhäuser und Einfami-
lienhäuser vorzufinden als auch zur Frankfurter Straße hin 6-geschossige Wohnhäuser mit einem
Hochpunkt bis zu 17 Geschossen an der Kreuzung Frankfurter Straße/ Friedensstraße. An der
Kreuzung Friedensstraße/ Tiergartenstraße befindet sich ein Lebensmitteldiscounter. Direkt west-
lich im Gebiet des Bebauungsplanes „Südlich Friedensstraße“ sind 4- bis 5-geschossige Mehrfami-
lienhäuser und Einfamilienhäuser entstanden.
2.3 Äußere Erschließung
Der Planbereich ist für den motorisierten Individualverkehr über die Friedensstraße an eine leis-
tungsfähige Verkehrsverbindung angebunden. Die Friedensstraße ist eine dem öffentlichen Ver-
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kehr gewidmete Gemeindestraße ohne Benutzungsbeschränkung. Westlich des Plangebietes bie-
tet die Frankfurter Straße (B 8) Verbindungen zu Anschlüssen an die Bundesautobahn (BAB) 59.
Die Frankfurter Straße hat eine wichtige Netzfunktion im Pendler- und Fernverkehr.
Für die BAB 59 ist für das Teilprojekt „A 59 - 6-streifiger Ausbau AS Flughafen bis T&R-Anlage
Liburer Heide“ ein sechsstreifiger Ausbau im Bundesverkehrswegeplan 2030 ausgewiesen. Der
Vorhabenträger der Ausbaumaßnahme ist die zwischenzeitlich neu gegründete Autobahn GmbH
des Bundes. Bei der letztmaligen Beteiligung der Stadt Köln im Jahr 2017 befand sich das Vorha-
ben im Bearbeitungsstand „Vorentwurfsplanung“.
Außerhalb des Plangebietes liegen die Bushaltestellen „Urbach Friedhof“ und „Urbach Friedrich-
Hirsch-Straße“. Fahrziele in der Kölner Innenstadt können mit einer Umsteigebeziehung über die
Stadtbahnhaltestelle „Porz-Markt“ bzw. die S-Bahnhaltestelle „Porz-Wahn“ erreicht werden. Die
Einzugsradien der Bushaltestellen überdecken das Plangebiet vollständig; der Fußweg zu den bei-
den Haltestellen beträgt ca. 450 m im Mittel.
Im Umfeld des Plangebietes sind Fußwegeverbindungen zu finden.
Der Radverkehr verläuft in Ost-West-Richtung auf der Friedensstraße zumeist über einen beidseiti-
gen straßenbegleitenden Radweg, in Nord-Süd-Richtung über die Frankfurter Straße teilweise
auch als eigenständiger Fuß- und Radweg. Im Radverkehrshauptnetz für alle Stadtbezirke ist zu-
sätzlich der Mühlenweg als Verbindung zwischen Elsdorf und Wahn eingetragen, jedoch nicht als
eigenständiger Radweg. Ansonsten werden Radfahrende im Mischverkehr mit dem Kfz-Verkehr
geführt. Hierüber können die Routen des Radverkehrsnetzes NRW erreicht werden.
2.4 Alternativstandorte
Es wurden mehrere potenzielle Schulstandorte in der Nachbarschaft untersucht. Letztendlich kam
nur der Standort hier im Plangebiet zum Tragen.
3 Planungsvorgaben
3.1 Regionalplan
Der Regionalplan für den Regierungsbezirk Köln, Teilabschnitt Region Köln, legt für das Plange-
biet die Freiraumfunktionen „Regionaler Grünzug“ sowie „Schutz der Landschaft und landschafts-
orientierte Erholung“ fest. Als Flächenfestlegung für den Freiraum findet sich „Allgemeiner Frei-
raum- und Agrarbereich“. Durch den Vollzug des Bebauungsplanes wird sich diese Freiraumfunk-
tion verändern. Als Freiraumausgleich ist daher im Rahmen der 201. FNP-Änderung mit dem Ar-
beitstitel „Südlich Friedensstraße“ vereinbart worden, auf einen Teilbereich des „Allgemeinen Sied-
lungsbereiches (ASB) in Wahn-West“ zu verzichten und dort dafür mehr Freiraumfunktionen zu er-
möglichen. Diese entsprechende Regionalplanänderung ist vollzogen.
Zurzeit wird der Regionalplan neu aufgestellt. Im Entwurf (Stand Dezember 2021) ist das Plange-
biet als „Allgemeiner Siedlungsbereich“ festgelegt.
3.2 Flächennutzungsplan
Im Flächennutzungsplan (FNP) der Stadt Köln wird der Geltungsbereich des Bebauungsplanes
aufgrund der seit 04/2017 rechtswirksamen 201. Änderung des FNP vollständig als Wohnbauflä-
che dargestellt.
Dieses Entwicklungsgebot ist nicht im Sinne einer schematischen Anwendung der
Darstellung Wohnbaufläche, sondern als planerische Fortentwicklung der im FNP dargestellten
Grundkonzeption zu verstehen. Auch wenn im Flächennutzungsplan das Signet „Schule“ fehlt, sind
Schulen grundsätzlich in Allgemeinen Wohngebieten zulässig. Es handelt sich daher um eine Kon-
kretisierung innerhalb eines Gebietes. Somit werden die Grundzüge der Planung des FNP nicht
berührt; der Bebauungsplan ist aus dem Flächennutzungsplan entwickelt.
3.3 Planungsrechtliche Situation/ Bebauungsplan
Der Bebauungsplan „Südlich Friedensstraße - Ostteil“ überplant den Bebauungsplan Nr. 7638/02,
der großflächig zwischen der Frankfurter Straße und der BAB 59 liegt. Dieser Plan wird aufgrund
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des Ratsbeschlusses vom 23.06.1998 wegen seiner Rechtsfehlerhaftigkeit, die zur Nichtigkeit
führt, nicht mehr angewandt. Ein Aufhebungsverfahren muss noch stattfinden; ist aber noch nicht
genauer terminiert.
Westlich an das Plangebiet grenzt der Bebauungsplan „Südlich Friedensstraße - Westteil“ Blatt 1
und Blatt 2 an, der seit dem 23.09.2020 rechtswirksam ist.
3.4 Landschaftsplan Köln
Der Landschaftsplan der Stadt Köln weist für den Bereich südlich der Friedensstraße das Land-
schaftsschutzgebiet L 21 „Freiräume um Zündorf, Wahn, Libur, Lind und Langel rechtsrheinisch“
aus. Für diese Fläche gilt das Entwicklungsziel 3. Hiernach soll die Ausgestaltung und Entwicklung
der Landschaft mit naturnahen Lebensräumen und gliedernden und belebenden Elementen erfol-
gen. Diese Entwicklungsziele wurden in den vergangenen Jahren in Form von neu hergestellten
Feldgehölzen umgesetzt.
Mit dem Inkrafttreten dieses Bebauungsplanes werden widersprechende Darstellungen und Fest-
setzungen des Landschaftsplanes gemäß § 20 Abs. 4 Landesnaturschutzgesetz (LNatSchG) au-
ßer Kraft treten, da der Träger der Landschaftsplanung nicht der zugrundeliegenden FNP-Ände-
rung widersprochen hat (siehe dazu auch Kap. 5.5.16 Darstellung von Landschaftsplänen …).
3.5 Berücksichtigung von Fachplanungen
Für die damalige Eisenbahn-Neubaustrecke Köln - Rhein/Main und die Schleife zur Anbindung an
den Flughafen Köln/Bonn wurden zum Ausgleich der Planung zahlreiche unterschiedliche externe
landschaftspflegerische Maßnahmen entwickelt. Ein Teil dieser Maßnahmen liegt im Plangebiet.
Die planfestgestellte Fläche (Teilfläche des Flurstücks 506) im Geltungsbereich des Bebauungs-
planentwurfes wird nachrichtlich als solche übernommen.
4 Begründung der Planinhalte
4.1 Art der baulichen Nutzung
Entsprechend der künftigen Nutzung wird eine Fläche für den Gemeinbedarf mit der Zweckbestim-
mung „Schule“ festgesetzt. Neben der eigentlichen Grundschule sollen darin auch eine Turnhalle /
Doppelturnhalle und typische schulbegleitende Flächen, wie z. B. Schulhof, Abstellmöglichkeiten
für Fahrräder, Haltemöglichkeit für den Schulbus etc., möglich sein. Die Turnhalle soll nach Schul-
schluss ebenfalls Vereinen zur Verfügung stehen können. Als Ergänzung sollen daher auch sons-
tige Bildungs-, sozialen, kulturellen und sportlichen Zwecken zulässig sein.
4.2 Maß der baulichen Nutzung
Das Maß der baulichen Nutzung wird durch die Festsetzung der Grundflächenzahl (GRZ), der Ge-
schossflächenzahl (GFZ) und der Höhe der baulichen Anlagen bestimmt.
4.2.1 Grundflächenzahl (GRZ) und Geschossflächenzah l (GFZ)
Für den geplanten Schulneubau liegt noch kein architektonisches Konzept vor, der Flächenbedarf
einer zweizügigen Grundschule inkl. der dazugehörigen Räumlichkeiten und Außenbereiche kann
jedoch nach einer überschlägigen Berechnung auf dem Grundstück abgedeckt werden.
Es werden eine GRZ von 0,8 und eine GFZ von 1,2 festgesetzt. Mit einer GRZ von 0,8 sollen auch
erforderliche befestigte Außenbereiche, insbesondere Schulhof, Stellplätze, Zufahrten und Zuwe-
gungen abgedeckt werden.
Die Festsetzung einer GFZ von 1,2 erfolgt in Anlehnung an die Obergrenzen der BauNVO für WA.
Sie ist unter Berücksichtigung der möglichen Vollgeschossen auskömmlich. Aufgrund des Grund-
stückzuschnittes müsste eine Doppelturnhalle mit zwei Ebenen übereinander gebaut werden.
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4.2.2 Zahl der Vollgeschosse und Höhe der baulichen Anlagen
Durch die Festsetzung der maximalen Gebäudehöhe orientiert sich an der Höhe der zurzeit west-
lich entstehenden Bebauung von Mehrfamilienhäusern im Bereich des Bebauungsplanes „Südlich
Friedensstraße - Westteil“. zulässigen Mehrfamilienhausbebauung. In der Regel sind im Gegen-
satz zu einer Wohnbebauung für die Sonderimmobilien wie eine Grundschule größere lichte Hö-
hen pro Geschoss erforderlich. Um einen möglichst großen Planungsspielraum zu ermöglichen,
wird auf eine Festsetzung der Zahl der Vollgeschosse verzichtet und nur die maximale Gebäude-
höhe festgesetzt.
4.2.3 Dachaufbauten
Dachaufbauten sollen grundsätzlich zulässig sein. Das betrifft beispielsweise Antennen, Lüftungs-
und Kühlanlagen, Anlagen zur Nutzung von Solarenergie, Aufzugüberfahrten, Dachluken, Trep-
penhäuser, Schornsteine, Satellitenschüsseln und Sicherungssysteme für Wartungsarbeiten. Dazu
gibt es eine entsprechend textliche Festsetzung. Diese ist jedoch mit Auflagen verbunden. So darf
die festgesetzte Gebäudehöhe um maximal 2 m auf weniger als 30 % der Grundfläche des obers-
ten Geschosses überschritten werden. Zudem werden die technischen Anlagen mindestens um
das Maß der Überschreitung von der Fassade des darunterliegenden Geschosses zurücktreten
müssen. Dadurch werden Dachaufbauten in Maßen ermöglicht, ein Wildwuchs von Dachaufbauten
unterbunden und das gesamte städtebauliche Erscheinungsbild nicht beeinträchtigt.
4.3 Bauweise und überbaubare Grundstücksflächen
Um einen bestmöglichen Planungsspielraum zu gewährleisten, wird von der Festsetzung einer
Bauweise abgesehen.
Die überbaubaren Grundstücksflächen sind durch Baugrenzen festgesetzt. Da es noch keine spe-
zifizierten Planungen für den Schulneubau gibt, wird im Sinne einer höheren Flexibilität ein großes
Baufeld unter Berücksichtigung des erforderlichen Mindestgrenzabstandes festgesetzt. Die erfor-
derlichen Abstandsflächen sind laut Landesbauordnung auf dem Grundstück selbst nachzuweisen
bzw. dürfen ggfls. in die öffentliche Verkehrsfläche ragen.
Die Baugrenzen dürfen mit einer entsprechenden Festsetzung in gewissem Maße durch Vordä-
cher, Balkone, Erker und Treppenhäuser überschritten werden. Dies betrifft jedoch nur die nördli-
che Baugrenze zur Friedensstraße hin. An allen anderen Seiten ergibt sich dieser Spielraum durch
den Zuschnitt des Grundstückes nicht.
Stellplätze sollen vorzugsweise innerhalb der überbaubaren Grundstücksfläche verortet werden,
sind jedoch auch außerhalb des Baufeldes im Bereich parallel zur Friedensstraße zulässig. Hierbei
sind jedoch gewisse Einschränkungen bezgl. der dort liegenden Leitungstrassen zu erwarten. Die
Modalitäten zu der an der Friedensstraße, entlang der nördlichen Geltungsbereichsgrenze, verlau-
fenden Ferngasleitung und dem Lichtwellenkabel sind zu beachten (siehe Kapitel technische Infra-
struktur).
4.4 Erschließung/ Infrastruktur
4.4.1 Verkehr
Die Erschließung des Schulstandortes erfolgt über die Friedensstraße. Hierüber wird auch die Zu-
fahrt zum Gelände erfolgen. Eine Haltemöglichkeit für Schulbusse im/ am Plangebiet könnte ge-
schaffen werden. Dies bedarf noch der Abstimmung. Die konkreten Ein- und Ausfahrtsbereiche
sind ebenfalls noch nicht bekannt. Dies ist aufgrund der fehlenden Konkretisierung des Schulbau-
vorhabens auch nicht möglich.
4.4.2 Stellplätze
Der zu erwartende Stellplatzbedarf für die Schule und die Turnhalle wird im Plangebiet selbst ab-
gedeckt.
Die Zufahrt erfolgt von der Friedensstraße. Ein konkreter Zufahrtsbereich ist noch nicht
bekannt.
5
Die Fläche mit dem Schutzstreifen für die Ferngasleitung und das Lichtwellenkabel kann nur ein-
geschränkt genutzt werden (siehe Kapitel technische Infrastruktur).
Die Befestigung der Stellplätze mit versickerungsfähigen Materialien (siehe entsprechende textli-
che Festsetzung) ist ein kleiner Baustein zur Versickerung des Niederschlages.
4.4.3 Verkehrsgutachten
Im Rahmen des gesamten Bebauungsplans für den Bereich „Südlich Friedensstraße“ wurde eine
Verkehrsuntersuchung erarbeitet, die die verkehrlichen Auswirkungen der Entwicklungen des Bau-
vorhabens erfasst und bewertet (Dr. Brenner Ingenieurgesellschaft mbH, Köln, Stand 27.06.2017).
Die geplante Nutzung des Ostteils hat sich nun im Vergleich zur Vorgängerstudie geändert, sodass
anstatt Wohngebäuden eine Grundschule errichtet werden soll. Die verkehrlichen Auswirkungen
dieser geplanten Nutzungsänderung werden in einer ergänzenden Stellungnahme erfasst und be-
wertet (Dr. Brenner Ingenieurgesellschaft mbH, Köln, Stand 26.11.2020). Die Abschätzung des
Verkehrsaufkommens hat zum Ziel, den zu erwartenden Verkehr aus dem Plangebiet zu ermitteln.
Hierbei werden die Tagesverkehrsmengen sowie die Verkehrsmengen in den verkehrlichen Spit-
zenstunden abgeschätzt. Die Verkehrszahlen sind gemäß RLS90 aufbereitet, um eine Konformität
mit den Verkehrszahlen des westlich liegenden Plangebietes mit dem Wohnungsbau sicher zu
stellen. Aufgrund der relativ geringen Verkehrsmengen, die durch die geplante Schulnutzung er-
zeugt werden, ist eine Umstellung der Verkehrszahlen auf die RLS19 nicht erforderlich. Zudem ist
ein neuer, wesentlich abweichender Erkenntnisgewinn nicht zu erwarten.
Die Verkehrsverteilung in der Vorgängeruntersuchung hatte aufgrund der betrachteten Wohnnut-
zung eine starke Ausrichtung auf die Autobahnzufahrten. Aufgrund der veränderten Nutzung
wurde die Verkehrsverteilung neu erstellt. Für die Grundschule wird davon ausgegangen, dass
sich die Verkehre kleinräumiger im Umfeld verteilen – zu 40 % auf den Mühlenweg, zu 30 % auf
die nördliche Frankfurter Straße, zu 5% auf die südliche Frankfurter Straße. 20 % verteilen sich
von der Friedensstraße in westliche Richtung zur Friedrich Hirsch-Straße und 5 % in östliche Rich-
tung Autobahn/ Grengel.
Die Untersuchung macht deutlich, dass die Grundschule inkl. der Nutzung der Turnhalle durch
Vereine im Tagesverkehr ein höheres Verkehrsaufkommen verursacht als die Wohnnutzungen.
Bezogen auf die Verkehrsmenge des gesamten Bebauungsplans Friedensstraße (Plangebiet
West- und Ostteil) entspricht dies in etwa 10 % Mehrverkehr. Die Differenz zwischen dem Ver-
kehrsaufkommen der Wohnnutzungen aus der Vorgängeruntersuchung und dem Verkehrsaufkom-
men der Grundschule aus der vorliegenden Stellungnahme ist mit ca. +10 % Mehrverkehr als ge-
ring zu bewerten.
Durch die veränderte Nutzung verringert sich das Verkehrsaufkommen in der Abendspitzenstunde,
die in der Vorgängeruntersuchung als der kritischere verkehrliche Zeitbereich eingestuft wurde. Die
umliegenden Knotenpunkte werden durch die veränderte Nutzung als Grundschule weniger belas-
tet und es wird erwartet, dass die Leistungsfähigkeit tendenziell besser bewertet werden kann als
in der Vorgängeruntersuchung, die von Wohnungsbau im West- sowie im Ostteil „Südlich Frie-
densstraße“ ausgegangen ist.
Das Verkehrsaufkommen in der Morgenspitze erhöht sich aufgrund des Hol- und Bringverkehrs zur
Grundschule. Jedoch sind die in der Vorgängeruntersuchung als kritisch eingestuften Ströme, ins-
besondere am Knotenpunkt Frankfurter Straße/Friedensstraße, vom zusätzlichen Verkehrsauf-
kommen der Grundschule nicht betroffen. Daher wird erwartet, dass das zusätzliche Verkehrsauf-
kommen des Plangebietes an den umliegenden Knotenpunkten weiterhin leistungsfähig abgewi-
ckelt werden kann. Durch den zukünftigen Ausbau der BAB A59 wird eine Entlastung der Frankfur-
ter Straße prognostiziert; Überstauungen treten in Einzelfällen auf.
Vor dem Hintergrund der bereits im Bestand existierenden Probleme an einigen Knotenpunkten im
Porzer Verkehrsraum, insbesondere am Knotenpunkt Frankfurter Straße/Kaiserstraße/Waldstraße,
ist es wichtig, verschiedene konzeptionelle Lösungsmöglichkeiten und Optimierungsvorschläge zu
betrachten. Der Knotenpunkt Frankfurter Straße/Kaiserstraße/Waldstraße ist das kritische Element
im betrachteten Untersuchungsgebiet. Mit der heutigen Verkehrsbelastung in den Verkehrsspitzen,
6
den eingesetzten Signalzeitenprogrammen sowie der vorliegenden Knotengeometrie ist ein leis-
tungsfähiger Verkehrsablauf, teilweise bereits im Bestand, nicht gegeben. Aus diesem Grund wer-
den die folgenden Optimierungslösungen vorgeschlagen und sollen umgesetzt werden. Hierzu gibt
es bereits Regelungen im Erschließungsvertrag für das Plangebiet „Westteil“ von 2020.
Für den Knotenpunkt Frankfurter Straße/Kaiserstraße/Waldstraße wird im Rahmen der Verkehrs-
untersuchung ein Umbau von der heutigen Geometrie umgesetzt. Hierbei handelt es sich im We-
sentlichen um Maßnahmen in der Kaiserstraße und der Waldstraße mit Straßenbau und Markie-
rungen sowie der Überarbeitung der Signalplanung in Kombination mit der Einrichtung einer Licht-
signalanlage (LSA) am Knotenpunkt Frankfurter Straße/ Fauststraße sowie deren Koordinierung
mit der LSA an der Frankfurter Straße/ Kaiserstraße/ Waldstraße.
Insgesamt wird eine auskömmliche Gesamtqualitätsstufe C erreicht. Das bedeutet, dass die War-
tezeiten auf den entsprechenden Fahrstreifen für die jeweils betroffenen Verkehrsteilnehmer spür-
bar sind, jedoch nahezu alle ankommenden Fahrzeuge in der nächstfolgenden Grünphase der
LSA weiterfahren können. Gelegentlich wird ein Rückstau auftreten. Die Stadt beabsichtigt dieses
Szenario umzusetzen.
4.5 Technische Infrastruktur
4.5.1 Wasser-/Energieversorgung
Die Ver- und Entsorgung des Plangebietes mit Wasser, Strom, Gas und Fernwärme kann durch
die entsprechenden Versorgungsträger über Netzvorstreckungen an das bestehende Versor-
gungsnetz in der Friedensstraße sichergestellt werden.
Möglicherweise ist die Errichtung einer neuen Trafostation erforderlich. Der Standort kann auf dem
Schulgrundstück eingerichtet werden.
4.5.2 Abwasserentsorgung
Das Plangebiet liegt im Einzugsbereich der Kläranlage Wahn und außerhalb eines Wasserschutz-
gebietes. Für die Entsorgung der Abwässer ist ebenfalls ein Anschluss an die bestehenden Netze
vorgesehen. Das Schmutzwasser von Gebäuden kann in den Mischwasserkanal geleitet werden.
Das Regenwasser wird vom Schmutzwasser getrennt abgeführt. Zu verschmutztem Regenwasser
gehört neben dem Regenwasser aus eventuellen Zufahrten und Zuwegungen das Wasser von
nicht begrünten Dachflächen und beispielsweise dem Schulhof. Verschmutztes Regenwasser
muss auf dem Grundstück vorbehandelt werden, bevor es
über einen Regenwasserkanal anschlie-
ßend in den rechtsrheinischen, hier verrohrten Rheinkanal II geleitet. Damit wird der der größere
Teil des anfallenden Niederschlagswassers dem Rhein als Vorfluter zugeführt und dem Wasser-
kreislauf indirekt wieder zugeführt. In welchem Umfang nur gering verschmutztes Regenwasser
vor Ort versickert werden kann, kann im Baugenehmigungsverfahren geprüft werden.
Bauliche Maßnahmen sollen zur Dämpfung der dem Regenwasserkanal zulaufenden Abflusswel-
len beitragen.
Die Flachdächer müssen extensiv begrünt werden, die privaten Stellplätze werden
mit versickerungsfähigen Materialien (z.B. offenfugiges Pflaster, Rasengittersteine) befestigt. Für
das Plangebiet besteht derzeit noch keine konkrete Planung. Entsprechende Nachweise sind im
Baugenehmigungsverfahren zu erbringen. (Siehe hierzu Kapitel 5.5.5.2 Grundwasser)
Weitere Details siehe Ziffer 4.10.2, Entwässerung/ Umgang mit Starkregen
4.5.3 Weitere Leitungstrassen
Parallel zur Friedensstraße verlaufen eine Ferngasleitung NW 900 sowie eine Lichtwellenleiter-
trasse in einer breiten Trasse. Diese Trasse darf ggfls. in Abstimmung mit den zuständigen Versor-
gungsträgern in einer dann abgestimmten Form befestigt bzw. für Müllsammelstandorte genutzt
werden (siehe Nachrichtliche Übernahme auf der Planzeichnung). Baumstandorte im 10-m breiten
Schutzstreifen der Leitungen sind nicht geplant und auch nicht zulässig.
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Zwischen dem Plangebiet und der bestehenden Autobahntrasse der BAB 59 liegen drei Hoch-
spannungsleitungen. Von West nach Ost: eine 110-kV Bahnstromleitung, eine 110-kV Leitung der
RWE/ Westnetz GmbH und eine 220 kV-Leitung der Amprion. Die beiden letztgenannten Leitun-
gen sollen zukünftig in einer Trasse auf höheren Masten vereint werden. Zur Beurteilung von not-
wendigen Abständen wird im Rahmen von Planungen auf den Abstandserlass NRW vom
06.06.2007, Anhang 4 „Ergänzende Hinweise zum Abstandserlass“ für die Festlegung von Schutz-
abständen bei Anlagen zur elektrischen Energieweiterleitung zurückgegriffen (siehe Erläuterungen
unter Ziffer 4.10.8 zur Magnetfeldbelastung von Hochspannungsleitungen oder im Umweltbericht,
Ziffer 5.5.12.4, sonstige Gesundheitsbelange/ Risiken).
4.5.4 Müllentsorgung
Der Abtransport von Abfällen und Wertstoffen erfolgt über die Friedensstraße. Die Vorgaben zur
Errichtung von Standplätzen für Abfallbehälter müssen der Abfallsatzung der Stadt Köln entspre-
chen sowie die Erreichbarkeit gemäß der Richtlinie für die Anlage von Stadtstraßen (RASt 06) be-
rücksichtigt werden. Dies kann im Baugenehmigungsverfahren geklärt werden.
Für eventuelle Müllsammelbehälter parallel zur Friedensstraße gelten zudem besondere Regelun-
gen aufgrund der unterirdisch verlaufen Ferngas- und Lichtwellenleitungen. Im Bedarfsfall ist eine
Räumung der Abfallsammelplätze ohne besonderen technischen Aufwand zu gewährleisten (siehe
Nachrichtliche Übernahme auf der Planzeichnung).
4.6 Soziale Infrastruktur
Im Plangebiet „Ostteil“ selbst wird kein Bedarf an Plätzen für eine Kindertagesstätte ausgelöst. Der
Bedarf ergibt sich durch das angrenzende Plangebiet „Südlich Friedensstraße –Westteil“ und dem
westlich der Frankfurter Straße gelegenen Plangebiet „Fuchskaule“. Der gemeinsame Bedarf an
Plätzen für eine Kindertagesstätte beider Plangebiete wird durch die Errichtung einer fünfgruppi-
gen Kindertagesstätte im Plangebiet „Fuchskaule“ gedeckt. Diese Kindertagesstätte befindet sich
zwischenzeitlich im Bau.
Im Plangebiet „Südlich Friedensstraße –Ostteil“ wird dagegen der Bedarf an Grundschulplätzen
aus den Plangebieten „Südlich Friedensstraße – Westteil“, „Fuchskaule“ und weiteren in Planung
befindlichen Wohngebieten abgedeckt.
Die beiden nächstgelegenen Schulen sind die GGS Friedensstraße in Porz-Grengel und die KGS
Kupfergasse in Porz-Urbach. In Porz-Elsdorf gibt es bisher keine Grundschule. Freie Schulplätze
stehen an der GGS Friedensstraße nicht in ausreichendem Maß zur Verfügung; die Kapazitäten
der KGS Kupfergasse sind ausgeschöpft. Jedes ab 2019 fertiggestellte Wohnprojekt, in das Fami-
lien mit Kindern ziehen, wird die Grundschulsituation in Porz, Eil, Urbach und Elsdorf demnach ver-
schärfen.
Im Schulentwicklungsplan 2016 ist eine Zügigkeitserweiterung der KGS Kupfergasse auf 6 Züge
empfohlen worden. Unter Berücksichtigung von weiteren Wohnbaumaßnahmen im Umfeld der
Friedensstraße ist im südöstlichen Bereich des Stadtbezirks Porz die Errichtung einer weiteren
Grundschule erforderlich. Es wurden mehrere Standorte in der Nachbarschaft untersucht (siehe
Ziffer 2.4, Alternativstandorte).
Die erforderlichen Aufnahmekapazitäten für die zu erwartenden Schülerzahlen stehen nicht umge-
hend zur Verfügung; die Schüler müssen für den kurzfristigen Bedarf auf Grundschulen in den be-
nachbarten Stadtteilen ausweichen.
Abhilfe schaffen kann nur die zügige Umsetzung der geplanten Schulbauvorhaben im Stadtbezirk
Porz. Dies ist z. B. die Erhöhung der Zügigkeit des KGS Kupfergasse von 5 auf 6 Züge. Zusätzlich
soll im Bebauungsplanentwurf „Südlich Friedensstraße – Ostteil“ eine zweizügige Grundschule pla-
nungsrechtlich gesichert werden. Die betreffenden Grundstücke sind im Eigentum der Stadt Köln,
sodass das Bausoll definiert und ein Planungsbeschluss eingeholt werden kann.
Die neue Grundschule im Plangebiet soll zeitnah durch die Stadt bzw. die Schulbaugesellschaft
errichtet werden. Als nächster Schritt der Schulbaugesellschaft ist vorgesehen, einen Wettbewerb
8
mit maximal 5 Teilnehmern durchzuführen. Die vorhandenen, generellen städtischen Vorgaben für
Klassen-Cluster für eine Grundschule sollen zu einem tragfähigen Konzept weiterentwickelt wer-
den. Der Siegerentwurf soll anschließend Grundlage für die weitere vertiefende Ausarbeitung des
Projektes durch einen Generalunternehmer sein. Im Statusbericht zur Priorisierenden Schulbau-
maßnahmenliste mit Stand vom 31.12.2023 ist eine höhere Priorisierung von Stufe A in 0 vorge-
nommen worden. Sie ist nun Teil des Maßnahmenpaketes „sehr eilig“; die Fertigstellung ist aus
schulfachlicher Sicht in den nächsten 5 Jahren erforderlich. Unter der Annahme, dass die vorge-
nannten Voraussetzungen vorliegen und ein entsprechender Baubeschluss durch die Ratsgremien
erfolgt, kann die Schule in der Regel ab Baubeschluss innerhalb eines Zeitraums von 5-8 Jahren
errichtet werden. Die Schulbaugesellschaft visiert momentan einen Schulstart zum Schuljahr
2028/2029 an.
4.7 Begrünungsmaßnahmen im Plangebiet
Im Rahmen des Landschaftspflegerischen Fachbeitrages mit Stand von Mai 2022 bzw. seiner Än-
derung bezüglich von Flurstücken im März 2024 sind verschiedene Begrünungsmaßnahmen ent-
wickelt und in Maßnahmen näher beschrieben worden. Einige Begrünungsmaßnahmen betreffen
nur den Planbereich des rechtswirksamen Bebauungsplanes „Südlich Friedensstraße – Westteil“
und werden daher hier nicht benannt.
Für den Ostteil ist Folgendes vorgesehen: Im Übergangsbereich zwischen bebauter und unbebau-
ter Fläche soll ein Wiesensaum angelegt (Maßnahme 5) und die Flachdächer der Gebäude sollen
begrünt werden (Maßnahme 6). Des Weiteren sollen Baumpflanzungen auf Stellplätzen (Maß-
nahme 15) sowie auf der Schulhoffläche (Maßnahme 16) ausformuliert werden.
Durch die Umsetzung dieser Begrünungsmaßnahmen werden die Schulgebäude oder die Turn-
halle gestalterisch gerahmt und dienen gleichzeitig dem Klimaschutz.
4.8 Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschafts pflege
4.8.1 Artenschutz
Für das Plangebiet wurde ein Fachbeitrag von BFL, Büro für Freiraumplanung und Landschaftsar-
chitektur zum Artenschutz Stufe I (Stand 11/2016) und eine ergänzende Erhebung der Feldler-
chenpopulation und weiterer Offenlandarten (Stand 05/2018) erstellt.
Im Fachbeitrag von 2016 wurden im Untersuchungsgebiet verschiedene Fledermausarten und ver-
schiedene Vogelarten als Brutvögel und Gastvögel als artenschutzrechtlich relevante Arten ange-
troffen.
Ein eindeutiger Brutnachweis für die Feldlerche konnte 2016 nicht erbracht werden; ein singendes
Exemplar im Offenland in der Nähe zum Untersuchungsgebiet deutete auf ein vermutetes Brutvor-
kommen hin. Durch das zwischenzeitliche Hochwachsen benachbarter Gehölzstrukturen kann je-
doch auch ein möglicher Brutplatz für Feldlerchen entfallen sein. Im Frühjahr 2018 wurde eine er-
gänzende Erhebung durchgeführt. Es traten dabei keine planungsrelevanten Brutvogelarten und
insbesondere keine Feldlerche in Erscheinung. Die Gehölzstrukturen sind weitergewachsen und
verbuscht, von daher können die Aussagen vom Frühjahr 2018 als weiterhin geltend betrachtet
werden.
Insgesamt kann dem Planbereich eine geringe Wertigkeit für die Avifauna zugesprochen werden.
Die bisherigen Offenlandanteile sind zwar habituell geeignet, jedoch ist die Wertigkeit einge-
schränkt durch die Nähe zu höheren Pflanzungen im südlich anschließenden Gehölzbereich sowie
durch Störfaktoren an der Peripherie u.a. durch Spaziergängern mit Hunden oder die Bautätigkei-
ten im benachbarten „Westteil“ des Bebauungsplanes.
Durch die Umsetzung des Bebauungsplanes fallen lokale und teilweise temporäre Lebensstätten
im Plangebiet brütender Vogelarten weg. Planungsrelevante Arten sind hierbei nicht betroffen, je-
doch eine Reihe besonders geschützter Arten. Letztere überfliegen nur das Plangebiet
. Aus
avifaunistischer Sicht sind deshalb keine Planungshindernisse erkennbar; Verbotstatbestände
9
nach BNatSchG liegen nicht vor. Damit die vorhandenen Brutvogelarten nicht durch Baufeldräu-
mungen beeinträchtigt werden, sind Rodungsarbeiten nur in einem bestimmten Zeitraum zulässig.
Ein entsprechender Hinweis zum Artenschutz ist aufgenommen worden (Siehe auch Punkt 5.5.1
Tiere).
4.8.2 Eingriff/ Ausgleich
Die geplante Realisierung der Grundschule führt zu einer Überbauung von bisher unversiegelten,
noch landwirtschaftlich genutzten Freiflächen. Mit Ausnahme der im Westen des Plangebietes
„Ostteil“ liegenden Grundstücksparzelle 506 (planfestgestellte Ausgleichsfläche der Deutschen
Bahn) sollen durch den Bebauungsplan erstmalig Eingriffe in den Naturhaushalt zugelassen wer-
den. Der Bereich soll in der Planzeichnung als ausgleichspflichtiger Eingriffsbereich festgesetzt
werden.
Zur Ermittlung des Ausgleichsbedarfes und der Festlegung von Ausgleichsmaßnahmen war ur-
sprünglich ein Landschaftspflegerischer Fachbeitrag (LFB) von BFL, Büro für Freiraumplanung und
Landschaftsarchitektur für das Plangebiet „Südlich Friedensstraße“, also für die später getrennten
Teile in einen West- und einen Ostteil entwickelt worden. Dieser LFB wurde stadtintern überarbei-
tet und liegt nun mit Stand von April 2022 vor. Im März 2024 wurden noch Flurstücksnummern an-
gepasst.
In diesem LFB wurde eine Eingriffs-/ Ausgleichsbilanzierung erstellt (siehe auch zum Thema Ein-
griff/ Ausgleich im Umweltbericht unter Ziffer 5.5.20).
Hierfür wurde ein Biotopwertverfahren (Köln-Liste) angewandt, das auf der Methode Ludwig 1991
beruht. Zur Gewährleistung einer Gleichbehandlung aller Planungen im Stadtgebiet wird das vor-
genannte Verfahren auch bei diesem Bebauungsplan zugrunde gelegt. Im Ergebnis kann ein Teil
des Eingriffs im Plangebiet selbst durch die interne Maßnahme A2 ausgeglichen werden. Der ver-
bleibende Bedarf wird über externe Flächen in Köln-Brück mit der Maßnahme eA1 (Fettwiese) ge-
deckt. Die Lage ist aus dem Übersichtsplan auf der Planzeichnung zu entnehmen.
Durch eine textliche Festsetzung wird die interne Ausgleichsmaßnahme A2 beschrieben und zuge-
ordnet. Die Fläche A2 überlagert die planfestgestellte Fläche und ergänzt ihre ursprüngliche ökolo-
gische Funktion durch das Anpflanzen einer Baumhecke. Zum Schutz der Maßnahme A2 soll an
der Grenze zum Schulgrundstück hin ein Zaun mit einer Höhe von 1,20 m gesetzt werden. Für die
externe Maßnahme eA1 werden im Hinweis Nr. 13 Details aufgenommen.
Durch die Umsetzung der internen und externen Maßnahmen kann der Eingriff in den Naturhaus-
halt kompensiert werden (siehe auch Punkt 5.5.20 Eingriffsregelung).
4.9 Immissionsschutzrechtliche Festsetzungen
4.9.1 Lärmgutachten
Im Rahmen einer schalltechnischen Untersuchung zu Lärmemissionen und -immissionen von ADU
cologne, Institut für Immissionsschutz GmbH, wurde mit Stand von 2019 zum gesamten Plange-
biet, West- und Ostteil, geprüft, in welchem Rahmen der öffentliche Straßen- und Schienenver-
kehr, Gewerbelärm, Fluglärm und Tiefgaragenlärm auf das Plangebiet einwirkt und welche Maß-
nahmen ggfls. zum Schutz der Bewohner oder Nachbarn getroffen werden müssen. Die Verkehrs-
lärm-Immissionen wurden anschließend mittels der Orientierungswerte nach DIN 18005:2002
(Schallschutz im Städtebau) beurteilt, die Gewerbelärm-Immissionen gemäß der Technischen An-
leitung Lärm (TA-Lärm) sowie die Tiefgaragenlärm-Immissionen analog der TA-Lärm. Diese Unter-
suchung wurde mit Stand von 10/2020 nochmals auf die geänderte Nutzung im Ostteil angepasst.
Eine Umstellung auf die DIN18005:2023 wurde im Bebauungsplan-Verfahren nicht vorgenommen,
da zum einen eine Konformität mit den Verkehrszahlen aus dem westlichen gelegenen Bebau-
ungsplan mit dem Wohnungsbau zu erhalten ist und andererseits, da eine Umstellung auf die DIN
18005:2023 eine neue Verkehrszählung zur Umsetzung der RLS19 im Umfeld und am Plangebiet
erfordert hätte. Angesichts der relativ geringen Verkehrserzeugung durch das Schulbauvorhaben
10
hätte dies einen unausgewogenen Aufwand bedeutet, wobei zudem auch keine wesentlich neuen
Erkenntnisse zu erwarten sind.
Das Plangebiet ist durch den Verkehrslärm der Friedensstraße, der nahe liegenden Autobahn BAB
A 59, die Nähe des Flughafens Köln-Bonn und der südlich liegenden Schienentrasse einer S-
Bahn-Linie (sogenannte Flughafenschleife) vorbelastet. Zudem liegt direkt außerhalb der westli-
chen Grundstücksgrenze eine Tiefgarageneinfahrt, die unter dem Aspekt Nachbarschaftslärm zu
beurteilen ist. Innerhalb des Plangebietes müssen durch die angedachte Vereinsnutzung der
Schulsporthalle ebenfalls mögliche Sportlärm-Immissionen auf die nördlich der Friedensstraße lie-
gende Wohnbebauung bewertet werden.
Für die Schulnutzung gibt es keine eigenen Orientierungswerte der DIN 18005 (Schallschutz im
Städtebau). Hier werden hilfsweise diejenigen für Mischgebiete (MI) herangezogen. Die Verkehrs-
lärm-Immissionen beurteilen sich nach der DIN 18005, für ein MI betragen die Orientierungswerte
60 dB(A) tags und 50 dB(A) nachts. Der Nachbarschaftslärm wird gemäß der Technischen Anlei-
tung Lärm (TA-Lärm) beurteilt, die Richtwerte für ein MI betragen 60 dB(A) tags und 45 dB(A)
nachts.
Die einwirkenden Lärmimmissionen auf das Plangebiet durch den Fluglärm wurden nicht im Detail
berechnet. Hier wurde auf vorhandene Werte des Umwelt- und Verbraucherschutzamtes zurück-
gegriffen. Es wird von Beurteilungspegeln von 50 dB(A) tags und 50 dB(A) nachts ausgegangen.
Öffentlicher Straßenverkehr
Die schalltechnische Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass die höchstbelasteten Fassaden
im Plangebiet die östliche, nördliche und südliche sind. Die Ostfassade in Richtung A 59 weist ma-
ximale Beurteilungspegel von 66 dB(A) am Tag auf. An der Nordfassade werden Beurteilungspe-
gel von 61 dB(A) – 64 dB(A) erreicht, an der Südfassade sind es 61 dB(A) – 64 dB(A) am Tag. Der
Orientierungswert gemäß DIN 18005 für Verkehrslärm-Straße für MI-Gebiete von 60 dB(A) am Tag
wird an allen Fassaden überschritten. Aufgrund des Schulbetriebs im Tagzeitraum sind die Werte
für den Nachtzeitraum nicht relevant.
Öffentlicher Schienenverkehr
Bei den bestimmenden Zugfahrten der deutschen Bahn wurden verschiedene Streckenabschnitte
betrachtet. Die höchstbelasteten Fassaden im Plangebiet liegen im südwestlichen Bereich. Dort
sind maximale Beurteilungspegel aus dem Schienenverkehr von 48 dB(A) tags und 47 dB(A)
nachts zu erwarten. Der Orientierungswert gemäß DIN 18005 für Verkehrslärm-Schiene für MI-Ge-
biete von 60 dB(A) am Tag wird nicht überschritten. Aufgrund des Schulbetriebs im Tagzeitraum
sind die Werte für den Nachtzeitraum nicht relevant.
Fluglärm
Für das Plangebiet liegen flächendeckend Lärmpegel von tags bis 50 dB(A) und nachts von 50
d(A) vor. Die Orientierungswerte für ein MI werden tags unterschritten. Aufgrund des Schulbetriebs
im Tagzeitraum sind die Werte für den Nachtzeitraum nicht relevant.
Nachbarschaftslärm - Tiefgarage:
Das angrenzende Gebäude des Bebauungsplans „Westteil“ verfügt über eine Tiefgarage, die als
Nachbarschaftslärm zu beurteilen ist. Diese Immissionen vor den Fassaden der schützenswerten
Gebäude außerhalb des Plangebiets werden in der Regel hilfsweise analog der TA Lärm ermittelt
und beurteilt. Das Plangebiet soll auch hier hilfsweise die Immissionsempfindlichkeit eines MI auf-
weisen. Die Orientierungswerte für ein MI werden tagsüber unterschritten. Aufgrund des Schulbe-
triebs im Tagzeitraum sind die Werte für den Nachtzeitraum nicht relevant.
Maßgebliche Außenlärmpegel:
Für das gesamte Plangebiet wird bei freier Schallausbreitung der Lärmpegelbereich V ermittelt.
Dies entspricht der Zuordnung eines maßgeblichen Außenlärmpegels von 75 dB(A). Im Sinne ei-
ner Abschätzung zum ungünstigsten Fall wurden bei der Berechnung die Richtwerte der TA Lärm
analog eines Mischgebietes von 60 dB(A) tags bzw. 45 dB(A) nachts berücksichtigt. Da der voll-
ständige Geltungsbereich des Ostteils im Lärmpegelbereich V liegt, wird von einer zeichnerischen
Kennzeichnung abgesehen und in der Textfestsetzung zum passiven Schallschutz im gesamten
Lärmpegelbereich V berücksichtigt. Die aus den Lärmpegelbereichen resultierenden Nachweise
11
zur Schalldämmung (resultierendes Schalldämm-Maß) der Außenbauteile sind im Rahmen des
Baugenehmigungsverfahrens durch die Eignung der gewählten Gebäudekonstruktionen, einschl.
Fenster und Nebeneinrichtungen, wie Rollladenkästen, etc. nach DIN 4109 "Schallschutz im Hoch-
bau", zu führen.
Schallschutzkonzept:
Aufgrund der Lärmbelastungen werden geeignete Schallschutzmaßnahmen erforderlich. Bei der
Auswahl der einzusetzenden Schallschutzmaßnahmen zur Schaffung gesunder Verhältnisse zur
Schulnutzung sollte dem aktiven Schallschutz Vorrang gegeben werden, da durch diesen eine Ver-
ringerung der Geräuschimmissionen im Umfeld erreicht werden kann. Damit wird dem Grundge-
danken des Gebietsschutzes der DIN 18005 Rechnung getragen. Als aktive Schallschutzmaßna-
men können z. B. Schallschutzwände oder Erdwälle in unmittelbarer Nähe der Emissionsquelle o-
der des Immissionsortes eingesetzt werden, um die Schallausbreitung zwischen Emissionsquelle
und schutzwürdiger Nutzung zu behindern und damit die Geräuschimmissionen an den schutzwür-
digen Nutzungen zu vermindern. Aktive Schallschutzmaßnahmen sind vor allem pegelmindernd
wirksam, wenn sie in unmittelbarer Nähe der Emissionsquelle oder des Immissionsorts errichtet
werden. In unmittelbarer Nähe zu Emissionsquellen, d. h. der Bahnlinie und der Friedensstraße ist
die Umsetzung von aktiven Schallschutzmaßnahmen aus städtebaulicher Sicht nicht möglich. Die
gewünschte Fortführung einer Straßenrandbebauung entlang der Friedensstraße wäre nicht um-
setzbar. Zur Straße hin, als Abschirmung zum Straßenverkehrslärm, soll auf eine aktive Lärm-
schutzmaßnahme verzichtet werden, um den Schulstandort nicht “einzumauern“. Aufgrund des
Grundstückzuschnittes können auch keine aktiven Lärmschutzmaßnahmen entlang der südlichen
Grundstücksgrenze angelegt werden. Daher sind aktive Maßnahmen in der vorliegenden Pla-
nungssituation als nicht geeignet einzustufen.
Gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse können im Plangebiet jedoch mit passiven Schallschutz-
maßnahmen sichergestellt werden. Zu diesem Zweck wurden aufgrund einer Summenbetrachtung
nach DIN 4109-2018 (Schallschutz im Hochbau) maßgebliche Außenlärmpegel berechnet und
Lärmpegelbereichen zugeordnet, die als Festsetzung Eingang in den Bebauungsplanentwurf fin-
den. Sie betrifft die Darstellung des Lärmpegelbereiches (LPB) V für das gesamt Plangebiet. Aus
dem LBP ergibt sich die Mindestanforderung an die Luftschalldämmung von Außenbauteilen zwin-
gend und ist als Nachweis im Baugenehmigungsverfahren zu führen. Bei der Wertung des LPB in
der Planzeichnung ist zu beachten, dass dieser so eingetragen wurde, als wären die zukünftigen
Gebäude noch nicht errichtet. Der LPB entspricht also einer freien Schallausbreitung über den be-
trachteten Bereich. Ohne konkrete Planung kann daraus nicht ohne weiteres auf das erforderliche
Bauschalldämmmaß für einzelne Außenbauteile von Gebäuden und demzufolge auch nicht auf
Schallschutzklassen für Fenster geschlossen werden. Hierfür bedarf es der Kenntnis der jeweiligen
Raumnutzung, Raumgröße sowie der Fassadengestaltung, die üblicherweise erst im Baugenehmi-
gungsverfahren bekannt werden. Unter Umständen wird keine Lüftung über Fenster in Kippstel-
lung möglich sein. Die notwendige Lüftung soll dann über ein geeignetes Lüftungskonzept z.B.
über schallgedämmte Lüftungsanlagen sichergestellt werden. Eine Lösung des Lärmkonfliktes ist
im Baugenehmigungsverfahren aufgrund konkreter Antragsunterlagen grundsätzlich möglich. Für
den Fall, dass wider Erwarten doch eine Hausmeisterwohnung im Plangebiet errichtet wird, soll
eine textliche Festsetzung zum passiven Schallschutz von Schlaf- und Kinderzimmern in die Plan-
zeichnung aufgenommen werden.
Die Formulierung zum passiven Schallschutz in der textlichen Festsetzung soll durch eine Öff-
nungsklausel in der Form ergänzt werden, dass eine Minderung der zu treffenden Schallschutz-
maßnahmen im Einzelfall zulässig ist, sofern im Baugenehmigungsverfahren anhand einer schall-
technischen Untersuchung niedrigere Lärmpegelbereiche an einzelnen Gebäudeteilen oder Ge-
schossebenen nachgewiesen werden. Mit dieser Öffnungsklausel sollen auch zukünftige techni-
sche Lösungen und Varianten miteinbezogen werden.
Der Schulhof stellt keine schützenswerte Nutzung dar. Daher brauchen hierzu keine Regelungen
zum Lärmschutz getroffen werden. Sofern es vom architektonischen Entwurf her möglich ist, wäre
eine Orientierung des Schulhofes in lärmabgewandte Richtungen wünschenswert, um hier Lärm-
pegel von unter 55 dB(A) zu erhalten. Der Lärm von der Nutzung von Stellplätzen bzw. zuschla-
genden Autotüren bis 22 Uhr braucht bei einem Schulgelände nicht betrachtet zu werden.
12
Außerhalb des Plangebietes ist die Wohnnachbarschaft nördlich der Friedensstraße bereits erheb-
lich durch Straßenverkehrslärmimmissionen vorbelastet. Bezüglich des zu erwartenden Lärms
durch die Turnhallennutzung von Vereinen sind aufgrund der Entfernung über die Straße hinweg
keine Auswirkungen auf dort liegende Wohnnutzung sowie auf das Wohngebiet Friedensstraße
West zu erwarten. Die Turnhalle wird in der Regel nur im Tagzeitraum bis 22.00 Uhr genutzt wer-
den. Dennoch soll prophylaktisch eine textliche Festsetzung erfolgen, dass die Vereinsnutzung der
Turnhalle der Immissionsgrenzwert der 18. Bundesimmissionsschutzverordnung (Sportanlagen-
lärmschutzverordnung) auch im Nachtzeitraum eingehalten wird. Darin sind dann auch Emissionen
wie der Lärm von an- und abfahrenden Fahrzeugen oder aus geöffneten Fenstern inkludiert. Mög-
licherweise wird die Turnhalle mit öffenbaren Oberlichtern ausgestattet, die die Sportlärmemissio-
nen aus dem Innenraum nach oben abstrahlen. Weitergehende immissionsschutzrechtliche Prü-
fungen und Nachweise werden dem Planvollzug vorbehalten sein müssen, da Detailplanungen zu
den Schulgebäuden und der Lage der Turnhalle noch nicht bekannt sind. Lärmtechnische Lösun-
gen sind im Rahmen des Baugenehmigungsverfahren grundsätzlich möglich.
Zusätzlich zu den textlichen Festsetzungen zum Lärmschutz soll ein Hinweis aufgenommen wer-
den, dass die lärmtechnischen Auswirkungen der Schulnutzung wie planbedingter Mehrverkehr,
Parkplatzlärm und Lärm von Haustechnik im Baugenehmigungsverfahren zu prüfen sind. Damit
soll sichergestellt werden, dass durch den Anlagenlärm an den nächstgelegenen Wohnbebauun-
gen an der Friedensstraße Nr. 57 und Nr. 59 sowie 123 und 129 die entsprechenden Richtwerte
der TA Lärm eingehalten werden.
Bei Umsetzung der o.g. passiven Schallschutzmaßnahmen entspricht die Planung insgesamt ge-
sunden Wohn- und Arbeitsverhältnissen bzw. einer gesunden Schulnutzung.
4.10 Weitere Umweltbelange
4.10.1 Bodendenkmal
Im Mai 2019 hat das Römisch-Germanische Museum/Archäologische Bodendenkmalpflege und -
denkmalschutz im Plangebiet eine archäologische Sachverhaltsermittlung mit Baggersondagen
durchgeführt. Es wurden keine archäologisch relevanten Befunde oder Funde festgestellt, die auf
das Vorhandensein eines Bodendenkmals oder einer archäologischen Fundstelle im Plangebiet
schließen lassen würden. Auf der Grundlage der Ergebnisse ist nicht davon auszugehen, dass bei
einer Umsetzung der Planung Belange von Archäologischer Bodendenkmalpflege und Bodendenk-
malschutz betroffen sein werden. Im Rahmen von Erschließung und Neubebauung sind aus bo-
dendenkmalpflegerischer Sicht daher keine weiteren archäologischen Maßnahmen erforderlich.
Sollten bei Erdarbeiten im Rahmen von Erschließungs- und Baumaßnahmen wider Erwarten ar-
chäologische Befunde oder Funde freigelegt werden, sind die §§ 16 und 17 Denkmalschutzgesetz
(DSchG) NW zu beachten. Ein entsprechender Hinweis wird in den Bebauungsplan aufgenom-
men.
4.10.2 Entwässerung/ Umgang mit Starkregen
Nach Landeswassergesetz NRW besteht eine gesetzliche Grundpflicht der ortsnahen Nieder-
schlagswasserbeseitigung. Das nicht behandlungsbedürftige Niederschlagswasser kann nach den
vorliegenden Bodengutachten für das gesamte Plangebiet, also Ost- und Westteil, grundsätzlich
versickert werden. Die Untere Wasserbehörde als Genehmigungsbehörde hatte damals einer Ver-
sickerung im Plangebiet Westteil prinzipiell zugestimmt. Im Endergebnis wird jedoch nach dem
Bau der Schule, des Schulhofes und der Turnhalle nur sehr wenig Fläche für eine Vorortversicke-
rung im Plangeiet vorhanden sein. Denkbar ist jedoch beispielsweise die Anlage einer Rigole unter
Schulhof (hierzu soll ein Hinweis auf der Planzeichnung aufgenommen werden) und/oder die Aus-
gestaltung des Schulhofs als Retentionsfläche für Niederschlagswasser aus Starkregen. Es be-
steht auch die Möglichkeit, das Niederschlagswasser, das nicht versickert wird, nach eventueller
Vorreinigung gedrosselt in den verrohrten Rheinkanal II einzuleiten. Dabei soll wiederum eine ma-
ximal zulässige Einleitmenge nicht überschritten werden. Die konkrete technische Lösung einer
Vorreinigung sowie der Einleitmenge ist noch konkret abzustimmen (siehe Hinweis). Der Hinweis
dient dazu, diese Belange im Baugenehmigungsverfahren zu prüfen und im Detail zu regeln.
13
Für das gesamte Plangebiet, also West- und Ostteil, wurde eine Überflutungsprüfung durch das
Büro Eckle Ingenieure, Bergisch Gladbach, Stand 15.10.2018, aktualisiert am 08.01.2029 und ein
Überflutungsnachweis vom gleichen Büro vom 26.02.2018, aktualisiert am 08.01.2019 erstellt und
für ein 30-jährliches Regenereignis gerechnet. Es werden darin Maßnahmen zur Risikovorsorge im
Hinblick auf den Schutz vor Überflutungen bei Starkregen beschrieben.
Für das Plangebiet „Ostteil“ besteht derzeit noch keine konkrete Planung, da lediglich ein Baufeld
für eine Grundschule ausgewiesen werden soll. Der v. g. Überflutungsnachweis/ bisherige Überflu-
tungsprüfung für das gesamte Plangebiet zeigen jedoch die generelle Bewältigung der Thematik.
Entsprechende konkrete Nachweise sollen daher im Baugenehmigungsverfahren erbracht werden.
Ein entsprechender Hinweis soll aufgenommen werden.
4.10.3 Klima/ Luft
Das bisher unbebaute Plangebiet liegt innerhalb einer klimaaktiven Fläche (Klasse 4). Die geplante
Bebauung führt zu einer Reduzierung des Frischluftaustausches und zu einer Erhöhung der Wär-
mebelastung (siehe auch Umweltbericht, Ziffer 5.5.7, Klima). Durch die geplanten Begrünungs-
maßnahmen (Wiesensaum, Dachbegrünung, Bäume auf Stellplätzen und auf dem Schulhof) sollen
sommerliche Überwärmungen im und am Schulgebäude gemindert werden. Weitere Maßnahmen
sind im Rahmen des Bebauungsplanes nicht festsetzbar, da eine konkrete Schulplanung noch
nicht vorliegt (siehe auch Punkt 5.5.7 Klima).
4.10.4 Klimaschutz
Der Rat der Stadt Köln hat 2019 den Klimanotstand erklärt und 2021 mit dem Beschluss, bis 2035
klimaneutral zu werden, bekräftigt. Zudem wurden 2022 die Klimaleitlinien beschlossen. Diese sind
jedoch nicht für Schulgebäude heranzuziehen; Schulgebäude unterliegen der städtischen Energie-
richtlinie. Diese fordert beispielsweise einen Passivhausstandard für alle Neubauten. Es ist davon
auszugehen, dass dadurch gute Voraussetzungen für eine hohe wärmeseitige Energieeffizienz ge-
schaffen werden können. Gegenüber einem bisher konventionell ausgeführten Hochbau werden
die Umsetzung dieser Energierichtlinien zu einer Minderung von Emissionen von Klimaschadga-
sen führen (siehe auch Punkt 5.5.15 Nutzung erneuerbaren Energien …).
4.10.5 Belichtung und Besonnung
Die bauordnungsrechtlichen Abstandsflächen gewährleisten in der Regel eine ausreichende Be-
lichtung und Besonnung. Wo konkret welche Räume zur Schulnutzung entstehen werden, ist noch
nicht bekannt.
Für das gesamte Plangebiet „Südlich Friedensstraße“, also West- und Ostteil, wurde 2017 von iMA
cologne, Köln, eine Analyse (Stand 08.02.2017) der potentiellen Besonnungsdauer gemäß der
DIN 5034-1 (Tageslicht in Innenräumen) und Verschattung erarbeitet und mit Stand von 12/2020 in
Bezug auf geänderte städtebauliche Planungskonzept mit der geplanten Schulnutzung erneut be-
wertet. Es bleibt danach festzuhalten, dass die Verschattung von den kurz vor der Fertigstellung
bestehenden neuen Wohngebäude entlang der Friedensstraße (Westteil des Bebauungsplanes)
und den nördlich der Friedensstraße liegenden Bestandsgebäuden geringfügig zunehmen wird. Es
werden keine Minderungsmaßnahmen erforderlich sein (siehe auch Punkt 5.5.12.5 Besonnung/
Belichtung).
4.10.6 Gefahrenschutz/ Kampfmittel
Nähere Angaben zu möglichen Kampfmitteln im Plangebiet „Ostteil“ liegen nicht vor; als Gefahren-
schutz soll dennoch ein entsprechender Hinweis aufgenommen werden.
4.10.7 Altlasten/ Grundwasserschaden
Für das gesamte Plangebiet, also West- und Ostteil, liegen im Altlastenkataster der Stadt Köln Er-
kenntnisse über einen großflächigen Grundwasserschaden (Nr. 27_25_0021) durch Per- und Po-
lyfluorierte Chemikalien (PFC) vor. Hierzu wurde von der Unteren Umweltschutzbehörde eine All-
gemeinverfügung zur Untersagung der erlaubnisfreien Benutzung des Grundwassers erlassen und
am 06. Mai 2020 im Amtsblatt der Stadt Köln bekannt gemacht.
14
Das bedeutet für die geplante Schulnutzung, dass kein Grundwasser zur Bewässerung beispiels-
weise eines Schulgartens entnommen werden darf. Die Grundwasserqualität hat jedoch keine
Auswirkung auf die geplante Schulnutzung, da aufgrund der v. g. Allgemeinverfügung kein Grund-
wasser gefördert werden wird. Der Grundwasserflurabstand beträgt im Mittel 10 m in Abhängigkeit
von den Wasserständen des Rheins.
4.10.8 Hochspannungsleitungen/ Magnetfeldbelastung
Zwischen dem Plangebiet und der bestehenden Autobahntrasse der BAB 59 liegen drei Hoch-
spannungsleitungen: zwei Leitungen mit 110 kV und eine 220 kV. Wie im Umweltbericht unter Zif-
fer 5.5.12.4, sonstige Gesundheitsbelange erwähnt, muss unabhängig von der Größe der Span-
nung immer der Schutzabstand von 380-kV Leitungen gewählt werden. In diesem Fall beträgt er
mind. 40 m.
Durch die Realisierung der Hochbauten für die geplante Schule rückt das Baufeld zwar näher an
die Hochspannungsleitungen heran. Der Abstand zwischen der östlichen Plangebietsgrenze zu
den Leitungstrassen liegt dennoch immer noch deutlich über dem erforderlichen Abstand von 40
m. Eine Schulnutzung ist zudem auch nicht als dauerhafte Wohnnutzung einzustufen. Es werden
keine negativen Auswirkungen durch elektromagnetische Felder zu erwarten sein.
4.10.9 Bodensituation
Im Zuge der Baugrunderkundungen wurde humoser Oberboden (Ackerflugboden) mit darunterlie-
gendem bindigen Sand oder Schluff mit leichten Fremdanteilen (Ziegelbruch) angetroffen. Die vor-
gefundenen Bodenverhältnisse widersprechen der geplanten Schulnutzung nicht.
Aufgrund der bisherigen Nutzung als Ackerfläche ist kein großes Gefährdungspotential für die
Schulnutzung mit Schulhof zu erwarten. Der vorhandene Oberboden wird abgetragen und die
Oberfläche des späteren Schulhofes befestigt. Von einer Gefährdungsabschätzung des vorhande-
nen Bodens kann abgesehen werden.
Durch die Realisierung einer Grundschule auf dem Grundstück wird es zu einer dauerhaften Stö-
rung der natürlichen Bodeneigenschaften kommen. Die PKW-Stellplätze im Plangebiet sollen mit
einem wasserdurchlässigen Belag versehen werden, sodass im Untergrund ein teilweiser Erhalt
von Bodeneigenschaften möglich ist und als kleine Minderungsmaßnahme vor Ort gezählt werden
kann (siehe auch Punkt 5.5.4 Boden).
4.11 Bauordnungsrechtliche Festsetzungen
Im Rahmen von gestalterischen Festsetzungen sollen Vorgaben zu Abstellplätzen für Müllbehälter
und zur Befestigung von Zuwegungen und Stellplätzen getroffen werden. Sie dienen dazu das
Aussehen der Abstellplätze und Stellplätze harmonischer zu gestalten.
Um möglichst viele Dachflächen extensiv zu begrünen und mit Photovoltaikanlagen/ solarenergeti-
schen Anlagen bestücken zu können, ist die Festsetzung eines Flachdaches vorgesehen. Zudem
haben die meisten Mehrfamilienhäuser der umgebenden Nachbarbebauung ein Flachdach; dieses
gestalterische Element soll im Sinne eines ausgewogenen städtebaulichen Erscheinungsbildes
fortgeführt werden.
4.12 Sonstiges
Das Plangebiet liegt gut 2 km Luftlinie zum Flughafen Köln/ Bonn entfernt. Es befindet sich außer-
halb der gesetzlich festgelegten Schutzzonen nach Fluglärmschutzgesetz, aber innerhalb des Bau-
schutzbereiches des Flughafens nach Luftverkehrsgesetz. Hierdurch sind üblicherweise in Bezug
auf die Start- und Landebahnen oder dem Aufstellen von Baukränen Baubeschränkungen zu er-
warten. Die geplante Höhe der Gebäude im direkt westlich angrenzenden Neubaugebiet mit maxi-
mal 5 Vollgeschossen liegt jedoch weit unter den benachbarten bestehenden Solitärbauten mit bis
15
zu 14 Geschossen, sodass Auflagen oder Beschränkungen unwahrscheinlich sind. Dennoch wird
ein entsprechender Hinweis auf den Bauschutzbereich des Flughafens aufgenommen.
5. Umweltbericht
A Einleitung
Für das Bebauungsplanverfahren wird eine Umweltprüfung gemäß § 2 Absatz 4 Baugesetzbuch
(BauGB) für die Belange nach § 1 Absatz 6 Nummer 7 und § 1a BauGB durchgeführt. Die Ergeb-
nisse werden in einem Umweltbericht gemäß § 2a BauGB und der Anlage 1 zum BauGB darge-
stellt.
5.1 Darstellung des Inhalts und wichtigster Ziele d es Bauleitplanes
Ziel der Planung ist in Köln-Porz-Elsdorf auf einer etwa 0,69 ha großen Fläche eine Grundschule
zu entwickeln. Geplant ist die Ausweisung einer Fläche für Gemeinbedarf - Schule. Der Bebau-
ungsplanentwurf weist dazu eine Fläche für den Gemeinbedarf – überbaubar, eine Fläche für den
Gemeinbedarf nicht überbaubar, diese überlagert mit einer Fläche zum Anpflanzen, aus. Städte-
bauliche Kennzahlen sind drei Geschosse, eine Grundflächenzahl (GRZ) von 0,8 sowie eine Ge-
schoßflächenzahl (GFZ) von 1,2. Als Dachform wird ein Flachdach mit extensiver Begrünung, dar-
über Photovoltaikelemente/ solarenergetische Anlagen zulässig, festgesetzt. Auf der Fläche zum
Anpflanzen von Bäumen und Sträuchern wird als Pflanzmaßnahme ein Wiesensaum festgesetzt.
Zusätzlich wird auf einer planfestgestellten Ausgleichsfläche am Westrand des Plangebietes eine
Baumhecke vorgesehen. Im Rahmen der Bearbeitung der Eingriffsregelung gemäß § 1a BauGB
wird im Bereich südlich Köln-Brück eine externe Ausgleichsfläche umgesetzt: eine extensive Fett-
wiese mit Blühstreifen.
Eine differenzierte Planung des geplanten Schulgeländes mit Lage von Hauptgebäude, Turnhalle,
Schulhof und Pkw-Stellplätzen einschließlich Zufahrten liegt nicht vor.
Das Plangebiet stellt sich als eine ausgeräumte landwirtschaftliche Nutzfläche dar, die nicht bebaut
ist. Gehölzstrukturen sind in Form von Solitärbäumen entlang der Friedensstraße vorhanden. Die
umgebende Nutzung ist durch Wohnbebauung geprägt, deren Baustruktur äußerst heterogen ist.
Es sind nördlich der Friedensstraße sowohl 7- bis 9-geschossige Gebäude mit Wohnnutzung und
im Anschluss daran 4-geschossige Mehrfamilienhäuser und Einfamilienhäuser vorzufinden, direkt
westlich entstehen 4- bis 5-geschossige Mehrfamilienhäuser mit Flachdach.
Der Planbereich ist über die Friedensstraße an eine leistungsfähige Verkehrsverbindung ange-
schlossen. Die Frankfurter Straße westlich des Plangebiets bietet Verbindungen in Nord-Süd-Rich-
tung zu mittel- und großräumigen Zielen wie auch an die BAB 59. Auch Anbindungen an den
ÖPNV liegen in der Nähe.
5.2 Bedarf an Grund und Boden
Bestandsnutzung in m² geplante Vorhaben in m²
Ackerfläche 4.634 Fläche für Gemeinbedarf – über-
baubare Fläche
4.634
Ackerfläche 1.434 Fläche für Gemeinbedarf – nicht-
überbaubare Fläche, darin
1.434
Ackerfläche 647 Fläche für Gemeinbedarf – nicht-
überbaubare Fläche, Fläche zum
Anpflanzen
647
Ackerfläche / teilversiegelter
Feldweg = planfestgestellte Aus-
gleichsfläche
177 Interne Ausgleichsfläche A2 177
Summe 6.892 Summe 6.892
16
5.3 Darstellung der in einschlägigen Fachgesetzen u nd Fachplänen festgelegten Ziele
des Umweltschutzes
Als Ziele des Umweltschutzes werden die einschlägigen Gesetze, Rechtsverordnungen, Erlasse,
Verwaltungsvorschriften und "Technischen Anleitungen" zugrunde gelegt, die für die jeweiligen
Schutzgüter in Bauleitplan-Verfahren anzuwenden sind. Die EU-Schutzziele finden sich im We-
sentlichen umgesetzt im deutschen Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG, Luftreinhaltepla-
nung, Lärmminderung) und seinen Verordnungen, dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatschG –
Arten-, Landschafts- und Biotopschutz), dem Bundesbodenschutzgesetz (BBodSchG – Boden-
schutz, Schutz vor bzw. Umgang mit schädlichen Bodenveränderungen) und seiner Verordnung,
dem Wasserhaushaltsgesetz (WHG) sowie dem Denkmalschutzgesetz (DSchG). Auf Landes-
ebene greifen weitere Regelungen wie die Geruchsrichtlinie Nordrhein-Westfalen (GIRL – Beurtei-
lung von Gerüchen), das Landeswassergesetz Nordrhein-Westfalen (LWG NRW – Schutz des
Grundwasserdargebotes) sowie Verordnungen auf Ebene der Bezirksregierungen wie Wasser-
schutzzonen-Verordnungen und der Luftreinhalteplan.
Auf kommunaler Ebene werden die Baumschutzsatzung und der Landschaftsplan der Stadt Köln
berücksichtigt.
Im Einzelnen siehe dazu die folgende Tabelle 2.
Tabelle 2: Ziele des Umweltschutzes
Umweltbelang Fachgesetz / Vorschrift Ziel des Umwel tschutzes
Gebiete von gemeinschaftli-
cher Bedeutung / europäische
Vogelschutzgebiete
BNatSchG, FFH-RL Schutz prioritärer Arten, Beach-
tung der Schutzziele
Landschaft
Landschaftsplan
BauGB, BNatSchG, DSchG;
LNatSchG NRW
Schutzziele der LP-Schutzausweisung,
Entwicklungsziele umsetzen;
Schutz, Pflege und Entwicklung der Viel-
falt, Eigenart, Schönheit und Erholungs-
wert von Natur und Landschaft
Pflanzen BNatSchG, LNatSchG NRW
Baumschutzsatzung Stadt
Köln
Schutz, Erhalt und Weiterentwicklung ge-
schützter Biotope und Naturbestände,
Vermeidung von Eingriffen;
Tiere BauGB, BNatSchG, FFH-RL,
VRL, LNatSchG NRW
Vermeidung Verschlechterung Erhal-
tungszustand; Schutz wild-lebender Tiere
und Lebensgemeinschaften, Vermeidung
Tötung (Tötungsverbot)
Biologische Vielfalt BauGB, BNatSchG, FFH-RL,
VRL, LNatSchG NRW
Erhalt wildlebender Tier- und Pflanzenar-
ten, Erhalt von Lebensräumen, Stärkung
der Biotopvernetzung, Entwicklung und
Wiederherstellung der Tier- und Pflanzen-
welt z.B. bei Eingriffe; Schutz der natürli-
chen Lebensgrundlagen
Eingriff/Ausgleich Baugesetzbuch, LNatSchG Ausgleich von Eingriffen in den Natur-
haushalt ; Ausgleich bzw. Ersatzmaßnah-
men nachhaltig und standortgerecht
Fläche Baugesetzbuch Schonender Umgang mit Boden, Innen-
entwicklung vor Außenentwicklung, Revi-
talisierung von vorgenutzten Flächen
Landschaft/Ortsbild Baugesetzbuch, LNatSchG Ausgleich von Eingriffen in das Land-
schaftsbild; Wahrung und Entwicklung der
Vielfalt, Eigenart, Schönheit und dem Er-
holungswert von Landschaft- und Ortsbild;
Wahrung des Charakters der Kulturland-
schaft
Boden BauGB; BBoSchG,
BBoSchV, LBoSchG NRW
sparsamer Umgang mit Grund und Bo-
den, Innenentwicklung;
Entsiegelung; Sicherung und Entwicklung
von Bodenfunktionen, Abwendung schäd-
licher Bodenveränderungen und Einträge,
17
Oberflächenwasser WHG, Wasserrahmenrichtli-
nie, HWRM-RL
naturnahe Gestaltung von Fließgewäs-
sern; Reinhaltung, Schutz und Pflege von
Gewässern; Deckung Wasserbedarf; Ver-
meidung negativer Veränderungen; Sa-
nierung; naturnaher Aus- bzw. Rückbau
Grundwasser WHG, Landeswassergesetz
NW, Wasserschutzzonen-
Verordnung
Versickerung von Niederschlagswasser,
Berücksichtigung der Ge- und Verbote;
Vermeidung von Einträgen; Grundwasser-
neubildung erhalten und verbessern
Klima, Kaltluft/Ventilation Klimaschutzgesetz NRW, Kli-
maschutzkonzept Köln
BNatschG, LNatSchG,
BWaldG, LFoG NRW
Vermeidung bioklimatisch belasteter
Wohngebiete, Erhalt bioklimatischer Ent-
lastungsbereiche und Bereiche mit Kaltluf-
tentstehung; Erhalt und Planung von
Frischluftzufuhr durch Grünflächen; Ver-
besserung des Mikroklimas durch Baum-
pflanzungen und Grünflächen; Maßnah-
men zur Klimawandelanpassung
Luftschadstoffe – Emissio-
nen/Immissionen
Bundesimmissionsschutzge-
setz; BauGB, 39. BImSchV,
TA Luft; Zielwerte der LAI
Schaffung und Erhalt gesunder Wohn-
und Arbeitsverhältnisse; Vermeiden von
Emissionen und Konflikten; Erhalt und
Verbesserung der Luftgüte; Einhaltung
Grenzwerte der 39. BImSchV
Erhaltung der bestmöglichen
Luftqualität in Gebieten, in de-
nen die durch Rechtsverord-
nung zur Er-füllung von bin-
denden Beschlüssen der Eu-
ropäischen Gemeinschaft
festgelegten Immissions-
grenzwerte nicht überschrit-
ten werden
BauGB; Bundesimmissions-
schutz-gesetz; Luftreinhalte-
plan Köln 2021
Einhaltung Grenzwerte der 39. BImSchV
Vermeidung von Emissionen
(nicht Lärm/Luft, insbeson-
dere Licht, Gerüche), sachge-
rechter Umgang mit Abfällen
und Abwässern
Bundesimmissionsschutz-ge-
setz; Lichterlass NW; LAI
Hinweise; GIRL; LWG NRW;
Vermeidung von Emissionen; Konfliktbe-
wältigung; Sicherstellung der sach- und
fachgerechten Entsorgung
Erneuerbare Energien/Ener-
gieeffizienz
BauGB; Beschluss Stadtent-
wicklungsausschuss zur so-
laren Optimierung; EEG
2023, GEG 2023, Energie-
einsparVO, Beschluss des
Rates der Stadt Köln zur Kli-
maneutralität bis 2035
(06/2021), Leitlinien Klima-
schutz der Stadt Köln
(03/2022)
Energieeffizient Planen, Verringerung /
Vermeidung von Klimagas-Emissionen,
energetisch optimierte Baustandards
Lärm Bundesimmissionsschutz-ge-
setz; TA Lärm; DIN 4109;
DIN 18005; DIN 45691; 16.
BImSchV; Freizeitlärmerlass;
18. BImSchV, BauGB; Lärm-
aktionsplan Stufe III
Einhaltung der Orientierungs-, Richt- und
Grenzwerte; Konfliktvermeidung durch
Planung; Trennungsgrundsatz;
Einhalt und Sicherung gesunder Wohn-
und Arbeitsverhältnisse
Altla sten
BauGB; BBoSchG,
BBoSchV, LBoSchG NRW,
LAWA-Richtlinie, LAGA An-
forderungen
Vermeidung von Gefährdung durch die
Wirkpfade Boden-Mensch, Boden-Luft,
Boden-Grundwasser; Sanierung;
Erschütterungen Bundesimmissionsschutz-ge-
setz; Abstandserlass; DIN
4150 Teil 1 und 2
Einhaltung der Werte der DIN 4150 Teil 2;
Konfliktvermeidung
Gefahrenschutz :
- Hochwasserschutz
- Störfallrecht
WHG, LWG NRW, HWRW-
RL; HochwasserschutzG II
Seveso-III-Richtlinie; KAS-
18, BImSchG; 12. BImSchV
Hochwassersichere Baugebiete, Hinweis
auf Hochwasserrisikogebiete; Hochwas-
serrisikoprophylaxe;
Einhaltung von Achtungs- und angemes-
senen Sicherheitsabständen;
18
- Magnetfeldbelastung
- Starkregenvorsorge
Bundesimmissionsschutz-ge-
setz, Abstandserlass NW,
städtischer Vorsorgewert
WHG
Einhaltung ausreichender Abstände zu
sensiblen Nutzungen;
Hinweis auf Starkregenbetroffenheit; Ab-
leitung von Niederschlagswasser; Verhin-
dern von Starkregengefahren
Besonnung / Belichtung Positionspapier „Versor-
gung mit Tageslicht / Be-
sonnung“ im Stadtpla-
nungsamt Köln, 10/2021
Sicherung gesunder Wohnverhältnisse
Kultur- und sonstige Sachgü-
ter
BauGB, Denkmalschutzge-
setz; BNatSchG
Vermeidung der Beeinträchtigung von
Bau,- Klein und Bodendenkmälern; Natur-
denkmalen, Resten historischer Kultur-
landschaften oder deren Bestandteilen
Grenzüberschreitende Auswirkungen von Bebauungsplänen oder Flächennutzungsplan-Änderun-
gen sind in Köln aufgrund der Lage in großem Abstand zu Landesgrenzen nicht zu erwarten.
Raumbedeutsame Planungen werden mit den angrenzenden Gemeinden abgestimmt.
B Beschreibung und Bewertung der erheblichen Umweltauswirkungen
5.4. Grundlagen
Die Untersuchungstiefe der Umweltprüfung orientiert sich in Übereinstimmung mit der Formulie-
rung in § 2 Abs. 4 Satz 3 BauGB an den Festsetzungen des Bebauungsplanes „Südlich Friedens-
straße – Ostteil“. Geprüft wird, welche erheblichen Auswirkungen durch die Umsetzung des Be-
bauungsplanes auf die Umweltbelange entstehen können und welche Einwirkungen auf die ge-
planten Nutzungen im Geltungsbereich aus der Umgebung erheblich einwirken können. Hierzu
werden vernünftigerweise regelmäßig bzw. dauerhaft erhebliche anzunehmende Einwirkungen ge-
prüft, nicht jedoch außergewöhnliche und nicht vorhersehbare Ereignisse.
Da konkretisierbare Vorhaben noch nicht bekannt sind, beinhaltet diese Prüfung nicht die Untersu-
chung von Auswirkungen der Bauphase.
Zum Einsatz von Techniken oder Stoffe, die zu erheblichen nachteiligen Umweltauswirkungen füh-
ren, liegen keine Erkenntnisse vor.
Weiterhin werden bei Vorliegen mehrerer Planungen in räumlicher Nähe kumulierende Umweltaus-
wirkungen beschrieben.
5.4.1 Beschreibung derzeitiger Umweltzustand (Basis szenario)
Das Plangebiet wird intensiv landwirtschaftlich genutzt. Am Westrand des Plangebietes verläuft ein
Feldweg, der Teil einer planfestgestellten Ackerfläche ist. Im Süden und Osten des Plangebietes
liegen Gehölzflächen, die ebenfalls planfestgestellte Ausgleichsflächen sind. Den Nordrand des
Plangebietes bildet eine Baumreihe mit Rasenunterwuchs. Es handelt sich dabei um das Straßen-
begleitgrün der Friedensstraße. Diese verbindet das Zentrum von Porz-Elsdorf mit dem Ortsteil
Porz-Grengel und stellt eine Quelle für Verkehrslärm-Emissionen dar. Weiter im Osten verläuft die
Autobahn A 59, eine weitere eine Quelle für Verkehrslärm-Emissionen. Westlich der A 59 verlau-
fen autobahnparallel mehrere Hochspannungsfreileitungen. Westlich grenzt das Plangebiet an das
in Entstehung begriffene Baugebiet „Südlich Friedensstraße – Westteil“ an. Hier entstehen Mehr-
und Einfamilienhäuser mit Erschließungs- und Grünflächen.
19
5.4.2 Beschreibung des Umweltzustandes bei Nichtdur chführung der Planung (Nullvari-
ante)
Ohne die Aufstellung des Bebauungsplanes würde sich die Fläche nach § 35 BauGB beurteilen.
Mit Ausnahme privilegierter Vorhaben könnten dann keine baulichen Eingriffe auf der Fläche vor-
genommen werden. Die Umsetzung privilegierter Vorhaben ist aufgrund der in Entstehung begrif-
fenen Wohnung nicht anzunehmen. Entsprechend kann die Nullvariante dem Bestand gleichge-
setzt werden.
5.4.3 Prognose über die Entwicklung des Umweltzusta nds bei Durchführung der Planung
Die Umsetzung und der Betrieb der geplanten Schulnutzung führen zu Eingriffen in alle Belange
des Naturhaushaltes. Auswirkungen durch den Betrieb erfolgen auf die Belange Luft und Klima,
gleichzeitig erfolgen Einwirkungen auf die geplante Nutzung in Form von Lärm. Aufgrund der ver-
gleichsweise geringen Flächengröße und der Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen, die der
Bebauungsplanentwurf vorsieht, sind die Eingriffe als minder schwer zu bewerten.
5.5 Umweltbelange gemäß §1 Abs. 6 Nr. 7 Buchstaben a – j und §1a BauGB
5.5.1 Tiere
(§ 1 Absatz 6 Nummer 7 a BauGB)
Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Im Frühjahr 2016 wurde eine faunistische Erhebung für die
beiden Plangebiete „Südlich Friedensstraße – West- und Ostteil“ durchgeführt mit den in Tabelle 1
aufgeführten Ergebnissen.
Fledermäuse
Art Status planungsrelevant FFH RL BRD, RL
TL/NRBU
Gattung Myotis a – aktive Erfassung mittels De-
tektor; Anzahl Kontakte im UG: 3
X min.
IV
BRD 2009: -, TL
2010: 2
Großer Abend-
segler
a – aktive Erfassung mittels De-
tektor; Anzahl Kontakte im UG: 4
X IV BRD 2009: V,
NRW: TL 2010: R
Rauhautfleder-
maus
Sichtkontakt + a – aktive Erfas-
sung mittels Detektor; Anzahl
Kontakte im UG: 39
X IV BRD 2009: *,
NRW: TL 2010: R
Zwergfledermaus a – aktive Erfassung mittels De-
tektor; Anzahl Kontakte im UG: 4
X IV BRD 2009: *,
NRW: TL 2010: *
Es bedeuten: X = planungsrelevant und – = besonders geschützte Arten, FFH = Art des Anhangs der Flora
Fauna Habitat Richtlinie, RL TL/NRBU = Rote Liste Tiefland/Niederrheinische Buc ht: 3 = gefährdet, V = Vor-
warnliste, R = durch (extreme) Seltenheit potenziel l gefährdet, * = ungefährdet. Die Bewertung der Tie rarten
erfolgt gemäß Fachinformationssystem Geschützte Art en in NRW des Landesamtes für Natur, Umwelt- und
Verbraucherschutz NRW.
Brutvögel
Art Status planungsrelevant FFH RL BRD, RL NB
Amsel Brutvogel/Brutverdacht - BRD 2009: *, NB
2016: *
Blaumeise Brutvogel/Brutverdacht - BRD 2009: V, NB
2016: V
Buchfink Brutvogel/Brutverdacht - BRD 2009: *, NB
2016: *
Dorngrasmücke - - BRD 2009: *, NB
2016: *
Elster Nahrungsgast/Brutverdacht - BRD 2009: *, NB
2016: *
Fitis - - BRD 2009: *, NB
2016: 3
Gartengrasmücke - - BRD 2009: *, NB
2016: *
20
Goldammer Brutvogel/Brutverdacht - BRD 2009: *, NB
2016: *
Grünling Brutvogel - BRD 2009: *, NB
2016: *
Heckenbraunelle Brutvogel - BRD 2009: *, NB
2016: *
Kohlmeise Brutvogel/Nahrungsgast - BRD 2009: *, NB
2016: *
Mönchsgrasmücke Brutvogel/Brutverdacht - BRD 2009: *, NB
2016: *
Rotkehlchen Brutvogel/Brutverdacht - BRD 2009: *, NB
2016: *
Singdrossel Brutvogel/Brutverdacht - BRD 2009: *, NB
2016: *
Zaunkönig Brutvogel/Brutverdacht - BRD 2009: *, NB
2016: *
Gastvögel
Art Status planungsrelevant FFH RL BRD, RL NB
Mäusebussard Nahrungsgast X BRD 2009: *, NB
2016: *, streng ge-
schützt
Turmfalke Nahrungsgast X BRD 2009: *, NB
2016: 3, streng ge-
schützt
Bachstelze Nahrungsgast - BRD 2009: *, NB
2016: V
Buntspecht Nahrungsgast - BRD 2009: *, NB
2016: *
Dohle Nahrungsgast - BRD 2009: *, NB
2016: *
Hausrotschwanz Nahrungsgast - BRD 2009: *, NB
2016: *
Haussperling Nahrungsgast - BRD 2009: V, NB
2016: V
Kleiber Nahrungsgast - BRD 2009: *, NB
2016: *
Mauersegler Nahrungsgast - BRD 2009: *, NB
2016: V
Mehlschwalbe Nahrungsgast - BRD 2009: V, NB
2016: 2
Nilgans - - BRD 2009: -, NB
2016: -
Rabenkrähe Nahrungsgast - BRD 2009: *, NB
2016: *
Rauchschwalbe Nahrungsgast - BRD 2009: V, NB
2016: 2
Ringeltaube Nahrungsgast - BRD 2009: *, NB
2016: *
Star Nahrungsgast - BRD 2009: *, NB
2016: 3
Straßentaube Nahrungsgast - BRD 2009: -, NB
2016: -
Es bedeuten: X = planungsrelevant und – = besonders geschützte Arten, FFH = Art des Anhangs der Flora
Fauna Habitat Richtlinie, RL NB = Rote Liste Niederrheinische Bucht: * = ungefä hrdet, 2 = stark gefährdet, 3
= gefährdet, V = Vorwarnliste. Die Bewertung der Tierarten erfolgt gemäß Fachinformationssystem Geschützte
Arten in NRW des Landesamtes für Natur, Umwelt- und Verbraucherschutz NRW.
21
Für die Erfassung der Avifauna wurden fünf Begehungstermine zwischen Mitte März bis Ende Mai
2016 durchgeführt, für die Erfassung der Fledermäuse drei Begehungen zwischen Anfang Mai bis
Mitte September 2016: Vier weitere Kartierungstermine wurden speziell zur Erfassung einer mögli-
chen Brut der Feldlerche zwischen Mai bis Juni 2018 durchgeführt. Die Erfassung wurde für die
beiden Plangebiet Südlich Friedensstraße West- und Ostteil sowie einen Pufferbereich südlich der
Plangebiete durchgeführt.
Fledermäuse: Es konnten drei Fledermausarten ( Nyctalus noctula, Pipistrellus pipistrellus, Pi-
pistrellus nathusii ), und Vertreter einer Gattung ( Myotis spec .) nachgewiesen werden. Die räumli-
che Verteilung zeigt das typische Muster entlang von als Jagdgebiet genutzter Randlinien (Gehölz-
ränder etc.), offene Bereiche (z.B. Acker-, Grünlandflächen) wurden überwiegend nur zum schnel-
len Transfer genutzt. Besetzte Quartiere (Baum- oder Gebäudequartiere) konnten nicht nachge-
wiesen werden, für die häufige Zwergfledermaus sind Gebäudequartiere im benachbarten bebau-
ten Bereich anzunehmen, da einige Tiere schon kurz nach Sonnenuntergang im UG angetroffen
werden konnten.
Vögel (Avifauna): Insgesamt wurden 32 Vogelarten festgestellt, davon 16 mit hoher Brutwahr-
scheinlichkeit und insgesamt 36 angenommenen Brutpaaren. Weitere Vogelarten können als re-
gelmäßige Nahrungs- oder als Zufallsgäste eingestuft werden. Zwei Arten gelten nach dem Bun-
desnaturschutzgesetz als „streng geschützt“ (Mäusebussard und Turmfalke), alle weiteren (Aus-
nahme: Straßentaube, Nilgans) sind „besonders geschützt“. Die streng geschützten Arten sind al-
lesamt als überfliegende sporadische Gäste ohne Bindung an den Planungsraum aufgetreten,
Brutvorkommen befinden sich nicht im untersuchten Raum.
Einzige gefährdete und planungsrelevante Brutvogelart ist die Feldlerche im erweiterten Untersu-
chungsgebiet (UG), bei den Nahrungsgästen sind die beiden Schwalbenarten nach der RL NRW
(2011) als gefährdet eingestuft. Bei den hier besonders relevanten Brutvögeln handelt es sich
demnach nahezu (Ausnahme ist die o.g. Feldlerche) ausschließlich um verbreitete und häufige,
ungefährdete Arten mit Verbreitungsschwerpunkten in Gehölzen unterschiedlicher Art.
Ein Nachweis der Feldlerche wurde innerhalb des Plangebietes (UG = Untersuchungsgebiet) nicht
erbracht; wohl aber im erweiterten Untersuchungsgebiet, das einen großzügig bemessenen Land-
schaftsausschnitt außerhalb des Plangebietes umfasst. Für das erweiterte Untersuchungsgebiet –
außerhalb des Plangebietes – wurde zunächst ein Brutverdacht angenommen, ohne dass ein kon-
kreter Nachweis hierfür vorlag. Im Frühjahr 2018 erfolgte daher eine weitere Feldlerchenkartierung
in vier Begehungen, mit dem Ergebnis, dass weder Feldlerchen noch deren Brutplätze im UG vor-
gefunden wurden.
Bei den nur als Nahrungsgästen eingestuften Arten Hausrotschwanz und Haussperling sind Bruten
im Bereich der westlich benachbarten Bestandswohnbebauung anzunehmen.
Das Plangebiet „Ostteil“ weist aufgrund der geringen Größe und der geringen Habitatausstattung
nur einen untergeordneten Wert als Habitat wildlebender, besonders oder streng geschützter Tier-
arten auf. Hier wurden keine wildlebenden Vogelarten kartiert und nur vereinzelt jagende Fleder-
mäuse entlang der Baumreihe an der Friedensstraße detektiert.
Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Eine Einschränkung der vorbe-
schriebenen Ergebnisse erfolgte bereits durch die Umsetzung des Bebauungsplanes „Südlich Frie-
densstraße – Westteil“. Bau und Betrieb des Wohngebietes führen zu Störungen der Fauna im
Plangebiet
Im Plangebiet selbst würde es nicht zu einer Änderung des Artenbesatzes kommen. Eine Ände-
rung ergibt sich unmittelbar westlich des Plangebietes durch die dort entstandene Wohnbebauung.
Die Fläche des Plangebietes kann jederzeit wieder einer landwirtschaftlichen Nutzung zugeführt
werden.
Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung:
Aufgrund der Nutzungsaufgabe der Landwirtschaft im Vorgriff auf die Umsetzung der Planung ist
die Fläche brachgefallen und verbuscht. Die gesamte ehemalige Ackerfläche als Nahrungshabitat
22
für wildlebende Vogelarten wird überplant. Weiterhin wird für notwendige Zufahrten möglicher-
weise einer oder mehrere der Bestandsbäume entlang der Friedensstraße entfernt werden müs-
sen. Damit entfallen mögliche Nahrungshabitate für wildlebende Vogelarten. Habitate streng ge-
schützter Tiere sind nicht betroffen. Zudem war die Fläche durch Baustellenaktivitäten unmittelbar
angrenzend durch die Umsetzung des Bebauungsplanes „Südlich Friedensstraße – Westteil“ Stö-
rungen ausgesetzt.
Die geplante Baumhecke kann nach einigen Jahren Wachstum eine Pufferwirkung zu dem west-
lich liegenden Wohngebiet entwickeln. Die geplante extensive Dachbegrünung und der Wiesen-
saum können sich zu einem Ersatznahrungsangebot für Insektenarten entwickeln.
Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen erheblicher nachteiliger Umweltauswirkun-
gen: Als Vermeidungsmaßnahme gegen das Tötungsverbot wildlebender Tierarten gemäß § 44
BNatSchG wird ein Hinweis in den Bebauungsplanentwurf aufgenommen zur zeitlichen Beschrän-
kung von Baufeldräumung und Baumfällungen.
Die geplante Baumhecke, der Wiesensaum und die geplante extensive Dachbegrünung werden
nach einer gewissen Anwuchszeit Ersatznahrungshabitate darstellen. Auch die Anlage der geplan-
ten externen Ausgleichsfläche südlich Köln-Brück kann dort zur Verbesserung des Nahrungsange-
botes für Insekten und Vögel beitragen.
Bewertung: Das Plangebiet weist aufgrund der geringen Größe und der geringen Habitatausstat-
tung nur einen untergeordneten Wert als Habitat wildlebender, besonders oder streng geschützter
Tierarten auf. Die gesamte Ackerfläche als Nahrungshabitat für wildlebende Vogelarten wird über-
plant. Als Vermeidungsmaßnahme gegen das Tötungsverbot wildlebender Tierarten gemäß § 44
BNatSchG wird ein Hinweis in den Bebauungsplanentwurf aufgenommen zur zeitlichen Beschrän-
kung von Baufeldräumung und Baumfällungen.
5.5.2 Pflanzen
(§ 1 Absatz 6 Nummer 7 a BauGB)
Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Im Plangebiet lag bis vor Kurzem überwiegend eine intensiv
bewirtschaftete Ackerfläche vor. Am westlichen Rand des Plangebietes liegt ein unbefestigter
Feldweg vor. Nördlich angrenzend an das Plangebiet besteht eine Baumreihe einheimischer Laub-
bäume entlang der Friedensstraße. Südlich grenzt an das Plangebiet eine Gehölzpflanzung mit
einheimischen, standortgerechten Gehölzen an. Diese Gehölzpflanzung sowie der unbefestigte
Feldweg sind planfestgestellte Ausgleichsmaßnahmen zur Kompensation der Eingriffe durch den
Bau der ICE-Trasse Köln-Frankfurt. Im Vorfeld der Umsetzung des geplanten Schulbauvorhabens
wurde die landwirtschaftliche Nutzung aufgegeben und das Gelände ist brachgefallen und ver-
buscht.
Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Entspricht dem Bestand.
Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: Die ehemalige Ackerfläche wird zum
größten Teil überplant, das heißt bebaut und versiegelt. Der Bereich des unversiegelten Feldwe-
ges bleibt erhalten, die planfestgestellte Fläche wird nachrichtlich übernommen und mit einer
Baumhecke als Ausgleichsmaßnahme überlagert und mit einem Zaun gesichert. Im Westen, Sü-
den und Osten der festgesetzten überbaubaren Grundstücksfläche wird eine Maßnahmenfläche
ausgewiesen, deren Umsetzung als Wiesensaum festgesetzt wird.
Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen erheblich nachteiliger Umweltauswirkun-
gen: Die Anlage einer Baumhecke, eines 3 m breiten Wiesensaums sowie die festgesetzte exten-
sive Dachbegrünung tragen zur Minderung der Eingriffe im Plangebiet bei.
Weiterhin wird im Freiraum südlich Köln-Brück eine externe Ausgleichsmaßnahme gesichert. Hier
wird die Anlage einer Fettwiese mit Blühstreifen umgesetzt. Diese Maßnahme dient neben Aus-
gleich des Eingriffs in die Ackerfläche auch dem Arten- und Bodenschutz.
23
Bewertung: Die vorhandene Ackerfläche wird zum größten Teil ü berplant, das heißt bebaut und
versiegelt. Auf dem parallel verlaufenden unversieg elten Feldweg wird eine Baumhecke als Aus-
gleichsmaßnahme vorgesehen. Auch die Anlage eines 3 m breiten Wiesensaums sowie die festge-
setzte extensive Dachbegrünung tragen zur Minderung der Eingriffe im Plangebiet bei. Eine externe
Ausgleichsfläche (Fettwiese mit Blühstreifen) dient neben dem Ausgleich des Eingriffs in die Acker-
fläche auch dem Arten- und Bodenschutz.
5.5.3 Fläche
(§ 1 Absatz 6 Nummer 7 a BauGB)
Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Die Größe des Plangebietes beträgt 6.892 m². Diese teilt
sich auf in 6.715 m² Ackerfläche und 177 m² planfestgestellte Flächen (teilversiegelter Feldweg).
Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Entspricht dem Bestand.
Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: Davon können 4.634 m² überbaut und
versiegelt werden.
1.434 m² werden als nicht überbaubare Fläche ausgewiesen, 647 m² als Pflanz-
fläche, 177 m² werden als Ausgleichsfläche ausgewiesen. Zur Wahl der Fläche siehe Punkt 7.5.23.
Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen erheblicher nachteiliger Umweltauswirkun-
gen: Da eine genaue Schulbauplanung nicht vorliegt, sind Maßnahmen zur Minderung des Flä-
chenverbrauchs nicht möglich.
Bewertung: Durch die geplante Schulnutzung wird eine Freifläche von 6.982 m² in Anspruch ge-
nommen. Im vorliegenden Fall sind Maßnahmen zur Minderung des Flächenverbrauchs im Rah-
men des Bebauungsplanes nicht möglich.
5.5.4 Boden
(§ 1 Absatz 6 Nummer 7 a BauGB)
Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Im Plangebiet liegt gemäß der Bodenkarte NW (BK50) ein
Braunerdeboden (B5.1). Im äußersten östlichen Teil des Plangebietes liegt ein Braunerde-Gleybo-
den vor. Der Braunerdeboden zeichnet sich durch eine mittlere bis hohe Ertragsfähigkeit aus. Sie
werden deshalb vom Geologischen Dienst NW als schutzwürdig eingestuft. Der Braunerde-Gley-
boden weist eine lediglich geringe Ertragsfähigkeit aus. Alle im Plangebiet angetroffenen Böden
weisen eine mittlere bis hohe Wasserdurchlässigkeit auf.
Auf Teilflächen östlich des Mühlenweges wurden ca. 0,9 – 1,3 m mächtige Auffüllungen vorgenom-
men. Es handelt sich um umgelagerte Böden (Sand, Schluff) mit leichten Fremdanteilen. Aufgrund
der Bodenumlagerung ist von einer gewissen Einschränkung der natürlichen Bodeneigenschaften
im östlichen Teil des Plangebietes auszugehen. Aufgrund der dort betriebenen intensiven Land-
wirtschaft kann es zur Anreicherung von Pestizid- und Düngemittelresten im Boden kommen sowie
zu einer Verdichtung des Oberbodens aufgrund der Bearbeitung mit schweren Landmaschinen.
Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Entspricht dem Bestand.
Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planun g: Südlich der Friedensstraße soll ein
Schulneubau entstehen. Damit kommt es auf mindestens 0,66 ha zu einer dauerhaften und erheb-
lichen Störung der natürlichen Bodeneigenschaften durch Bodenaushub und Umlagerung, Verdich-
tung, Versiegelung und Teilversiegelung.
Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen erheblicher nachteiliger Umweltauswirkun-
gen: Im geplanten Schulgelände wird festgesetzt, dass Pkw-Stellplätze mit einem wasserdurchläs-
sigen Belag versehen werden, so dass im Untergrund ein teilweiser Erhalt von Bodeneigenschaf-
ten möglich ist. Im Bereich der externen Ausgleichsmaßnahme kommt es durch die Herausnahme
der Flächen aus der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung zu einer Verringerung von Dünger-
und Pestizideintrag sowie Minderung der Bodenverdichtung durch häufiges Befahren mit schwe-
rem landwirtschaftlichem Gerät.
Bewertung: Im überwiegenden Teil des Plangebietes liegen naturnahe, durch Auffüllungen und die
intensive landwirtschaftliche Nutzung beeinträchtige Bodenverhältnisse vor. Durch die Umsetzung
24
der geplanten Nutzung kommt es auf mindestens 0,66 ha zu einer dauerhaften und erheblichen
Störung der natürlichen Bodeneigenschaften.
5.5.5 Wasser
(§ 1 Absatz 6 Nummer 7 a BauGB)
5.5.5.1 Oberflächenwasser
Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Im Plangebiet sind keine natürlichen Oberflächengewässer
(Still- oder Fließgewässer) vorhanden.
Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Entspricht dem Bestand.
Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: Im Plangebiet sind keine natürlichen
Oberflächengewässer (Still- oder Fließgewässer) geplant.
Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen erheblicher nachteiliger Umweltauswirkun-
gen: Solche Maßnahmen sind nicht erforderlich.
Bewertung: Der Belang Oberflächengewässer ist durch die Umsetzung der Planung nicht betrof-
fen.
5.5.5.2 Grundwasser
Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Aufgrund der Wasserdurchlässigkeit der Böden im Plange-
biet findet dort heute Grundwasserneubildung statt. Der Grundwasserflurabstand beträgt im Mittel
10 m in Abhängigkeit von den Wasserständen des Rheins. Die Grundwasserfließrichtung verläuft
in westnordwestlicher Richtung auf den Rhein als Vorfluter. Für den Porzer Süden weist das Ge-
wässerinformationssystem des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV)
eine Grundwasserbelastung mit Perchlorethylen und Trichlorenthylen aus.
Das Plangebiet fällt unter den Anwendungsfall des § 44 Landeswassergesetz in Verbindung mit §
55 Abs. 2 WHG. Danach ist das Niederschlagswasser von Grundstücken, die nach dem
01.01.1996 erstmalig befestigt oder an die öffentliche Kanalisation angeschlossen werden zu versi-
ckern, zu verrieseln oder in ein Gewässer einzuleiten.
Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Entspricht dem Bestand.
Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: Das Grundwasser liegt so tief, dass es
durch die Anlage von Tiefgaragen oder Kellern nicht angeschnitten wird. Durch die geplante Ver-
siegelung und Bebauung würde die heute vorhandene Grundwasserneubildung stark einge-
schränkt.
Einträge wassergefährdender Stoffe sind durch die Umsetzung des Vorhabens nicht zu erwarten,
so dass das Vorhaben keine Auswirkungen auf die Grundwasserqualität hat. Umgekehrt hat auch
die Grundwasserqualität (PFC-belastet) keine Auswirkung auf die geplante Schulnutzung, da kein
Grundwasser gefördert werden wird (siehe entsprechenden Hinweis).
Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen erheblicher nachteiliger Umweltauswirkun-
gen: Durch die Anlage eines Extensivgründaches auf dem Schulneubau wird Niederschlagswasser
zwischengespeichert und auf der Fläche des Plangebietes zurückgehalten. Die ursprüngliche Ent-
wässerungsplanung sah die Entwässerung der Verkehrsflächen sowie der Parkplätze und der Hof-
und Dachflächen des Baufeldes durch Anschluss an den Regenwasserkanal zum Rheinkanal II
vor. Abweichend davon soll unverschmutztes Niederschlagswasser der begrünten Dachflächen im
Plangebiet zur Versickerung gebracht werden, da die Aufnahmekapazität des Rheinkanals II be-
schränkt ist. Das verschmutzte Niederschlagswasser von Pkw-Stellflächen, Verkehrsflächen und
25
dem Schulhof kann nach einer Vorbehandlung im Plangebiet gedrosselt in den Rheinkanal II ein-
geleitet werden. Eine Vorbehandlung kann beispielsweise über eine Passage durch 0,2 m durch-
wurzelten und bepflanzten Boden erfolgen. Die Drosselung der Einleitung in den Rheinkanal II soll
25 l/s nicht übersteigen und ist durch technische Maßnahmen im Rahmen der Baugenehmigung zu
regeln. Hierzu enthält der Bebauungsplan Hinweise.
Der Eintrag von Nitrat (Düngemittel) in das Grundwasser aus der intensiven landwirtschaftlichen
Nutzung wird im Plangebiet aufgehoben. Gleiches gilt für die externe Ausgleichsfläche aufgrund
der geplanten Extensivierung durch Anlage einer extensiven Fettwiese und eines Blühstreifens.
Bewertung: Die heute vor Ort vorhandene Grundwasserneubildung würde durch die zukünftige Be-
bauung und Versiegelung erheblich gemindert. Die Entwässerungsplanung sieht die Versickerung
des Niederschlagswassers der begrünten Dachflächen im Plangebiet vor sowie die Entwässerung
der Verkehrsflächen sowie der Parkplätze und der Hof- Flächen nach Vorbehandlung durch An-
schluss an den Regenwasserkanal zum Rheinkanal II vor. Damit wird das Niederschlagswasser
mittelbar dem Naturkreislauf wieder zugeführt.
5.5.6 Luft
(§ 1 Absatz 6 Nummer 7 a BauGB)
5.5.6.1 Luftschadstoffe – Emissionen, auch Treibhausgase
Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Im Plangebiet werden heute erkennbar keine Luftschad-
stoffe emittiert. Im Nahbereich liegen mit den Gebäudeheizungen der Bestandsgebäude und dem
Kfz-Verkehr auf der Friedensstraße und BAB 59 Emissionsquellen luftfremder Stoffe vor.
Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Entspricht dem Bestand.
Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: Die Bebauung und Nutzung des Plan-
gebietes führt zur Emission von Luftschadstoffen aus Wärmeversorgung und Parkverkehr im Plan-
gebiet. Weiterhin erhöht sich die Emission aus dem motorisierten Individualverkehr (MIV) auf der
Friedensstraße und der Frankfurter Straße geringfügig. Die Verkehrszunahme durch beide Vorha-
ben – Südlich Friedensstraße West- und Ostteil – beträgt auf den vorgenannten Straßen 10% und
ist damit gegenüber der vorhandenen Verkehrsbelastung als gering einzustufen (Verkehrsuntersu-
chung 06/2017). Gegenüber der ursprünglich im Plangebiet vorgesehen Wohnnutzung (Geschoss-
wohnungsbau) erhöht sich der durchschnittliche tägliche Verkehr (DTV) in 24 h um 100 Pkw (Ver-
kehrsuntersuchung 11/2020). Dies entspricht einer Erhöhung von circa. 5%, die emissionstech-
nisch nicht relevant ist.
Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen erheblicher nachteiliger Umweltauswirkun-
gen: Schulgebäude unterliegen der städtischen Energierichtlinie, deren Umsetzung gegenüber ei-
nem konventionell ausgeführten Schulbau zu einer Minderung der Emission von Klimaschadgasen
führen wird (siehe auch Punkt 5.5.15 erneuerbare Energie).
Bewertung: Die Bebauung und der Betrieb der geplanten Schulnutzung führt zur Emission von
Luftschadstoffen aus Wärmeversorgung und Parkverkehr in einem bislang emissionsfreien Plange-
biet. Schulgebäude unterliegen der städtischen Energierichtlinie, die gegenüber einem konventio-
nell ausgeführten Schulbau zu einer Minderung der Emission von Klimaschadgasen führen wird.
5.5.6.2 Luftschadstoffe – Immissionen
Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Messwerte zu Luftschadstoff -Konzentrationen liegen für das
Plangebiet nicht vor.
Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Entspricht dem Bestand.
Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: Es wird davon ausgegangen, dass der
Standort aufgrund der lufthygienischen Situation für die Aufnahme einer Schulnutzung geeignet ist.
26
Eine Einhaltung der Grenzwerte der 39. BImSchV für Stickoxide, Feinstaub und Benzol kann ange-
nommen werden. Aufgrund der vorhandenen lückigen Bebauung nördlich der Friedensstraße ist
eine ausreichende Durchlüftung des Straßenraumes der Friedensstraße gegeben. Damit kann
auch bei den DTV-Werten von 3.100 bis 6.100 Pkw-Einheiten in 24h von der Einhaltung der vorge-
nannten Grenzwerte sicher ausgegangen werden. Analog zur Emission von Luftschadstoffen wird
auch die Immission von Luftschadstoffen nach Umsetzung der Schulnutzung im Plangebiet und
seinem unmittelbaren Umfeld leicht zunehmen.
Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen erheblicher nachteiliger Umweltauswirkun-
gen: Die geplante Begrünung durch eine Baumhecke, Wiesensaum und die extensive Dachbegrü-
nung dienen der Staubbindung und Luftfilterung.
Bewertung: Es wird davon ausgegangen, dass der Standort aufgrund der lufthygienischen Situa-
tion für die Aufnahme einer Schulnutzung geeignet ist. Analog zur Emission von Luftschadstoffen
wird auch die Immission von Luftschadstoffen nach Umsetzung der Schulnutzung im Plangebiet
und seinem unmittelbaren Umfeld leicht zunehmen.
5.5.7 Klima
(§ 1 Absatz 6 Nummer 7 a BauGB)
Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Das Plangebiet liegt am Rand des geschlossenen Sied-
lungsgefüges von Köln-Porz-Elsdorf in der Rheintalebene. Gemäß der „Planungshinweiskarte zu-
künftige Wärmebelastung“ liegt das Plangebiet innerhalb einer Fläche der Klasse 4 („klimaaktive
Flächen“) und außerhalb von vorhandenen und geplanten Grünzügen. Auf der Ackerfläche ist ent-
sprechend bei austauscharmen sommerlichen Wetterlagen eine mäßige Kaltluftproduktion zu un-
terstellen. Die wirkt sich positiv wärmemindernd auf den heutigen Ortsrand nördlich der Friedens-
straße aus.
Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Entspricht dem Bestand.
Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: Die Bebauung des Plangebietes führt
zur Reduzierung des Frischluftaustauschs sowie zur Erhöhung der Wärmebelastung. Das Offen-
land ist bedeutend für die Kaltluftproduktion und trägt zur Kühlung von angrenzenden Siedlungsflä-
chen bei. Diese Funktion wird bei der Realisierung der Planung deutlich verringert. Infolge der Be-
bauung ist davon auszugehen, dass sich der siedlungsklimatische Status des Gebietes hin zu ei-
ner Fläche der Klasse 3 („belastete Siedlungsflächen“) verschlechtern wird.
Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen erheblicher nachteiliger Umweltauswirkun-
gen: Die geplante Begrünung durch einen Wiesensaum, eine Baumhecke und die extensive Dach-
begrünung sollen eine sommerliche Überwärmung des zukünftigen Schulgeländes mindern.
Bewertung: Im heutigen Zustand ist auf der vorhandenen Ackerfläche bei austauscharmen som-
merlichen Wetterlagen eine mäßige Kaltluftproduktion zu unterstellen. Die geplante Bebauung /
Versiegelung des Plangebietes führt zur Reduzierung des Frischluftaustauschs sowie zur Erhö-
hung der Wärmebelastung. Die geplante Begrünung durch eine Baumhecke und die extensive
Dachbegrünung sollen eine sommerliche Überwärmung des zukünftigen Schulgeländes mindern.
5.5.8 Wirkungsgefüge
zwischen Tiere, Pflanzen, Fläche, Boden, Wasser, L uft, Klima,
(§ 1 Absatz 6 Nummer 7 a BauGB)
Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Es handelt sich beim Plangebiet um ein landwirtschaftlich ge-
nutztes Offenland mit dem typischen Wirkungsgefüge aus Bodennutzung, Grundwasserhaushalt
und Lebensgemeinschaften und Störwirkungen durch Fußgänger und Radfahrer sowie Flächenbe-
wirtschaftung.
27
Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Entspricht dem Bestand.
Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: Mit dem Charakterwechsel des Plan-
gebietes von einer Agrarstruktur hin zu einer Siedlungslandschaft / Stadtlandschaft sind nach ih-
rem Umfang die typischen Auswirkungen auf die Umwelt verbunden, die zu erheblichen Änderun-
gen im Wirkungsgefüge führen. Die Wirkungsgefüge zwischen Offenland und Siedlungsrand wer-
den weiter nach Süden in den verbleibenden Freiraum verlagert.
Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen erheblicher nachteiliger Umweltauswirkun-
gen: Aufgrund der Komplexität der Wirkungsgefüge greifen Minderungsmaßnahmen zu einzelnen
Umweltbelangen und Schutzgütern nur sehr bedingt. Es wird ein vom Menschen geprägter Frei-
raum in Anspruch genommen, der von einem Nutzungsdruck (Naherholung und häufigen bewirt-
schaftungsbedingten Störungen (Ackerumbruch, Düngung etc.) geprägt ist. Ein Erhalt des Wir-
kungsgefüges ist im Wesentlichen nur erreichbar bei Verzicht auf die Umsetzung der Planung.
Bewertung: Es handelt sich beim Plangebiet um ein landwirtschaftlich genutztes Offenland mit dem
typischen Wirkungsgefüge aus Bodennutzung, Grundwasserhaushalt und Lebensgemeinschaften.
Ein Erhalt des Wirkungsgefüges ist im Wesentlichen nur erreichbar bei Verzicht auf die Umsetzung
der Planung.
5.5.9 Landschaft
(§ 1 Absatz 6 Nummer 7 a BauGB)
Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Das Plangebiet befindet sich in einer Grenzlage zwischen
dem Siedlungsbereich von Köln-Porz-Elsdorf und dem sich südlich der Friedensstraße erstrecken-
den Offenland. Der aus dem Plangebiet heraus erlebbare Landschaftsteilraum wird von der teils
mehrgeschossigen Bestandsbebauung, auch südlich der Friedensstraße, Verkehrstrassen, Acker-
land und einer Anzahl von im Offenland hergestellten Gehölzinseln (bereits realisierte Kompensati-
onsmaßnahmen) geprägt. Die Siedlungsränder und Gehölzkulissen bilden die das Areal überfor-
menden Raumkanten; Reliefmerkmale sind vergleichsweise schwach ausgeprägt. Die Wirtschafts-
wege, die an das Plangebiet angrenzen, werden gelegentlich durch Fußgänger (insbesondere
Hundebesitzer) genutzt; weitere Naherholungsfunktionen sind nicht vorhanden.
Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Entspricht dem Bestand.
Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: Mit der baulichen Entwicklung des bis-
herigen Offenlandes geht ein grundlegender Gestaltwandel einher, denn die bauliche Entwicklung
verschiebt sich weiter entlang der Friedensstraße nach Osten in den bislang unbebauten Freiraum
hinein und bildet hier einen neuen Siedlungsrand. Im Plangebiet rückt die Bebauung an die vor-
handene Gehölzkulisse der vor einigen Jahren hergestellten Gehölzflächen heran; sie wird durch
die Planbebauung teilweise sichtverschattet
Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen erheblicher nachteiliger Umweltauswirkun-
gen: Die Anlage einer Strauch- und Baumhecke auf der Westseite des geplanten Schulgrundstücks
grenzt die geplante Schulnutzung von der in Entstehung befindlichen Wohnbebauung ab.
Bewertung: Mit der geplanten baulichen Entwicklung des bisherigen Offenlandes geht ein grundle-
gender Gestaltwandel einher, denn die bauliche Entwicklung verschiebt sich weiter entlang der
Friedensstraße nach Osten in den bislang unbebauten Freiraum hinein und bildet hier einen neuen
Siedlungsrand. Die geplante Baumheckenpflanzung und die vorhandene Gehölzpflanzung südlich
des Plangebietes kaschieren den Eingriff in das Landschaftsbild.
5.5.10 Biologische Vielfalt
(§ 1 Absatz 6 Nummer 7 a BauGB)
Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Bestimmt wird die biologische Vielfalt von der Eignung der
vorhandenen Strukturen als Lebensstätten für wildlebende Tierarten. Die biologische Vielfalt des
28
Plangebietes ist heute bereits durch nutzungsbedingte Störwirkungen sowie Einflüsse von außen
(Immissionen aus Straßenverkehr) nachteilig verändert. Die Strukturvielfalt ist wegen der hier ehe-
mals vorherrschenden Ackernutzung bereits heute stark eingeschränkt. Entsprechend ist die biolo-
gische Vielfalt in Bezug auf die ehemalige Ackerfläche und heute aufkommende Verbuschung als
gering anzusprechen.
Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Entspricht dem Bestand.
Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung:
Mit der erheblichen Umstrukturierung des Plangebietes und dem Wegfall von Nahrungsraum wird
die biologische Vielfalt im Plangebiet deutlich abnehmen.
Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen erheblicher nachteiliger Umweltauswirkun-
gen: Zur Minderung der Einschränkung der biologischen Vielfalt tragen die festgesetzte Dachbe-
grünung sowie die Begrünung nicht überbaubarer Grundstückflächen bei. Weiterhin wird durch die
Anlage der externen Ausgleichsmaßnahme im Freiraum südlich Köln-Brück durch Umwandlung
einer Ackerfläche in eine Fettwiese mit randlichem Blühstreifen dort eine Stärkung der biologi-
schen Vielfalt erzielt.
Bewertung: Die Strukturvielfalt im Plangebiet ist wegen der hier vorherrschenden Ackernutzung
bereits heute stark eingeschränkt. Entsprechend ist die biologische Vielfalt in Bezug auf die Acker-
flächen als gering anzusprechen. Zur Minderung der Einschränkung der biologischen Vielfalt tra-
gen die festgesetzte Dachbegrünung sowie die Begrünung nicht überbaubarer Grundstückflächen
bei, ein Ausgleich erfolgt durch die externe Ausgleichsfläche südlich Köln-Brück.
5.5.11 Erhaltungsziele und Schutzzweck der Natura 2000-Gebiete (Gebiete von gemein-
schaftlicher Bedeutung/europäische Vogelschutzgebiete)
(§ 1 Absatz 6 Nummer 7 b BauGB)
Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Natura 2000-Flächen (Flächen nach der Vogelschutzrichtli-
nie „Richtlinie 79/409/EWG“ und nach der „Richtlinie 92/43/EWG des Rates zur Erhaltung der na-
türlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen“ - kurz: Habitat-Richtlinie oder
auch FFH-Richtlinie) liegen weder innerhalb des Plangebietes, noch stehen die nächstgelegenen
Flächen mit dem Plangebiet in einer funktionalen Verbindung. Das nächstgelegene Natura-2000-
Gebiet „DE-5108-301/DE-5108-401“ liegt mehr als 1.500 m nordöstlich des Plangebietes entfernt.
Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Entspricht dem Bestand.
Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung : Der Belang ist durch Auswirkungen der
Planung nicht betroffen.
Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen erheblicher nachteiliger Umweltauswirkun-
gen: Solche Maßnahmen sind nicht erforderlich.
Bewertung: Der Belang ist durch Auswirkungen der Planung nicht betroffen.
5.5.12 Mensch, Gesundheit, Bevölkerung
(§ 1 Absatz 6 Nummer 7 c BauGB)
5.5.12.1 Lärm
Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Das heute unbebaute Plangebiet grenzt an die Friedens-
straße an, liegt mit der östlichen Grundstücksgrenze ca. 170 m entfernt von der Autobahn BAB 59
sowie in der Nähe des Verkehrsflughafens Köln-Bonn. Ca. 350 m südlich des Plangebietes verläuft
29
die Schienen-Trasse der Flughafenanbindung der Bahn AG. Entsprechend ist das Plangebiet
durch Verkehrslärm vorbelastet. Durch die angrenzende Bebauung mit Tiefgaragen (Bauplanungs-
rechtlich zulässig gem. gültigem Bebauungsplan „Südlich Friedensstraße – Westteil“) können
Emissionen durch den Parkverkehr zu erwarten sein.
Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Entspricht dem Bestand.
Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung:
a) Einwirkungen auf die Planung
In dem vorliegenden schalltechnischen Gutachten von ADU cologne, Institut für Immissionsschutz
GmbH, mit Stand von 10/2020 zum Bebauungsplan sind die einwirkenden Lärmpegel, ausgehend
von öffentlichem Straßenverkehr, öffentlichem Schienenverkehr, Gewerbelärm, Fluglärm und Tief-
garagenlärm (Nachbarschaftslärm) prognostiziert worden.
Gemäß künftigem Planungsrecht wird für den Planbereich der Schutzanspruch eines Mischgebie-
tes (MI) angenommen. Die Verkehrslärm-Immissionen beurteilen sich nach der DIN 18005:2002,
für ein MI betragen die Orientierungswerte 60 dB(A) tags und 50 dB(A) nachts. Der Nachbar-
schaftslärm wird gemäß der Technischen Anleitung Lärm (TA-Lärm) beurteilt, die Immissionsricht-
werte für ein MI betragen 60 dB(A) tags und 45 dB(A) nachts.
Straßenverkehrslärm: Die Lärmsituation im Untersuchungsgebiet bezüglich des Verkehrslärms auf
öffentlichen Straßen wird im Einzelnen bestimmt durch den Verkehr auf der Friedensstraße, der
BAB 59 und der Frankfurter Straße. Weitere Nebenstraßen wie z. B. die Tiergartenstraße werden
ebenfalls berücksichtigt. Zur Berechnung der Emission des öffentlichen Straßenverkehrs wurden
als Belastung des Straßenverkehrs für den Ist-Zustand und den Planungszustand die Daten der
vorliegenden Verkehrsuntersuchung aus 07/2017 berücksichtigt. Gegenüber der ursprünglich im
Plangebiet vorgesehen Wohnnutzung (Geschosswohnungsbau) erhöht sich der durchschnittliche
tägliche Verkehr (DTV) in 24 h um 100 Pkw. Dies entspricht einer Erhöhung von circa. 5% (Ver-
kehrsuntersuchung 11/2020), die emissionstechnisch nicht relevant ist.
Die schalltechnische Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass die höchstbelasteten Fassaden
im Plangebiet die östliche, nördliche und südliche sind. Die Westfassade in Richtung A 59 weist
maximale Beurteilungspegel von 66 dB(A) am Tag auf. An der Nordfassade werden Beurteilungs-
pegel von 61 dB(A) – 64 dB(A) erreicht, an der Südfassade sind es 61 dB(A) – 64 dB(A) am Tag.
Der Orientierungswert gemäß DIN 18005 für Verkehrslärm-Straße für MI-Gebiete von 60 dB(A) am
Tag wird an allen Fassaden überschritten.
Aufgrund des Schulbetriebs im Tagzeitraum sind die Werte für den Nachtzeitraum nicht relevant.
Schienenverkehrslärm: Die Lärmsituation bezüglich des öffentlichen Schienenverkehrs innerhalb
des Plangebiets wird durch Zugfahrten der Deutschen Bahn bestimmt. Es werden folgende Stre-
cken betrachtet:
• 2324 – MH-Speldorf - Niederlahnstein
• 2651 – Köln-Deutz - Gießen
• 2690 – Köln – Frankfurt (M) Flughafen
• 2691 – Köln, Abzw. Vingst – Porz Wahn
• 2693 – Bft Porz-Wahn Nord W313 - Bft Porz-Wahn Pbf W303 (S-Bahn)
• 2694 – Bft Porz-Wahn Nord W312 - Bft Porz-Wahn Pbf W304 (S-Bahn)
Die Eingangsdaten des Schienenverkehrs sind den Angaben der Deutschen Bahn AG entnom-
men. Der Orientierungswert gemäß DIN 18005 für Verkehrslärm-Schiene für MI-Gebiete von
60 dB(A) am Tag wird nicht überschritten; der Maximalwert beträgt 48 dB(A) an der Südfassade.
Aufgrund des Schulbetriebs im Tagzeitraum sind die Werte für den Nachtzeitraum nicht relevant.
Flugverkehrslärm: Für das Plangebiet liegen flächendeckend Lärmpegel von tags bis 50 dB(A) und
nachts von 50 d(A) vor. Die Orientierungswerte für ein Mischgebiet werden tags unterschritten und
nachts eingehalten.
30
Nachbarschaftslärm: Das angrenzende Gebäude des Bebauungsplans „Südlich Friedensstraße –
Westteil“ verfügt über eine Tiefgarage, die als Nachbarschaftslärm zu beurteilen ist. Die Emissi-
onsansätze erfolgen auf Grundlage der Verkehrszahlen gemäß Verkehrsuntersuchung zu diesem
Bebauungsplan (Westteil).
Bei den Lärmimmissionen durch den zu betrachtenden Kfz-Verkehr der geplanten Tiefgaragen auf
dem Baugrundstück handelt es sich um Nachbarschaftslärm. Diese Immissionen vor den Fassa-
den der schützenswerten Gebäude im Bestand außerhalb des Plangebiets werden in der Regel
hilfsweise analog der TA Lärm ermittelt und beurteilt. Das Plangebiet soll die Immissionsempfind-
lichkeit eines allgemeinen Wohngebietes aufweisen. Die jeweils höchsten Beurteilungspegel treten
an der östlichen Baugrenze auf. Hier werden am Tag maximale Beurteilungspegel von 52 dB(A)
tags erwartet. Der Immissionsrichtwert der TA Lärm für Mischgebiete von 60 dB(A) tags wird nicht
überschritten. Aufgrund des Schulbetriebs im Tagzeitraum sind die Werte für den Nachtzeitraum
nicht relevant.
b) Auswirkungen der Planung:
Die schalltechnischen Auswirkungen der Planung wie planbedingter Mehrverkehr, Pkw-Parkver-
kehr oder die Nutzung einer Sporthalle durch Sportvereine nach 22:00 Uhr können aufgrund feh-
lender Plandaten nicht ermittelt werden. Die Ermittlung der schalltechnischen Auswirkungen der
Planung wird in das nachfolgende Baugenehmigungsverfahren verschoben.
Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen erheblicher nachteiliger Umweltauswirkun-
gen: Zur Gewährleistung gesunder Innenschallpegel im zukünftigen Schulgebäude wird im Bebau-
ungsplan flächig der Lärmpegelbereich V dargestellt und festgesetzt. Zusätzlich wird ein Hinweis
auf die Planzeichnung aufgenommen zur Ermittlung der schalltechnischen Auswirkungen der Pla-
nung im nachfolgenden Baugenehmigungsverfahren. Für den Fall, dass später doch eine Haus-
meisterwohnung umgesetzt werden sollte, erfolgt eine textliche Festsetzung zum Umgang mit er-
höhten Lärmpegeln im Nachtzeitraum.
Bewertung: Das Plangebiet ist vorbelastet durch Straßen,- Schienen sowie Flugverkehrslärm und
Anlagenlärm aus der westlich liegenden Tiefgarageneinfahrt der Wohnbebauung „Südlich Frie-
densstraße – Westteil“. Zur Gewährleistung gesunder Innenschallpegel im zukünftigen Schulge-
bäude wird im Bebauungsplan flächig der Lärmpegelbereich V dargestellt und festgesetzt.
5.5.12.2 Altlasten
Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Das städtischen Altlastenkataster weist für das Plangebiet
keine Eintragungen aus.
Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Entspricht dem Bestand.
Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: Im Rahmen einer Baugrunduntersu-
chung wurden Rammkernsondierungen im Plangebiet niedergebracht und damit die Bodenverhält-
nisse untersucht. Es liegen zwischen 0,9 bis 1,3 m mächtige Auffüllungen vor. Diese enthalten
Sand, Schluff, Humus und geringfügig Fremdanteile wie Bauschutt.
Die vorgefundenen Bodenverhältnisse widersprechen der geplanten Schulnutzung nicht.
Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen erheblicher nachteiliger Umweltauswirkun-
gen: Solche Maßnahmen sind nicht erforderlich.
Bewertung: Das städtischen Altlastenkataster weist für das Plangebiet keine Eintragungen aus.
Die im Rahmen einer Baugrunduntersuchung vorgefundenen Bodenverhältnisse widersprechen
der geplanten Schulnutzung nicht.
31
5.5.12.3 Erschütterungen
Bestand (derzeitiger Umweltzustand):
Emittenten von Erschütterungen sind heute und zukünftig im Plangebiet und daran angrenzend
nicht vorhanden.
Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Entspricht dem Bestand.
Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung:
Durch die Umsetzung und den Betrieb der geplanten Schulnutzunge entstehen keine Erschütte-
rungen.
Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen erheblicher nachteiliger Umweltauswirkun-
gen: Solche Maßnahmen sind nicht erforderlich.
Bewertung: Der Belang ist durch die Planung nicht betroffen.
5.5.12.4 sonstige Gesundheitsbelange / Risiken
zum Beispiel Hochwasser, Magnetfeldbelastung, Störfallrisiko, Starkregen (Klimawandel-
folgen)
Bestand (derzeitiger Umweltzustand):
Magnetfeldbelastung: Zwischen dem Plangebiet und der bestehenden Autobahntrasse der BAB 59
liegen drei Hochspannungsleitungen. Von West nach Ost: eine 110-kV Bahnstromleitung, eine
110-kV Leitung der RWE/ Westnetz GmbH und eine 220 kV-Leitung der Amprion. Die beiden letzt-
genannten Leitungen sollen zukünftig in einer Trasse auf höheren Masten vereint werden. Dadurch
rückt die 220-kV Leitung zwar näher an die geplante Schulnutzung heran, liegt aber immer noch
weiter weg als die Bahnleitung.
Störfallrisiko: Das Plangebiet liegt außerhalb von Achtungsabständen bzw. angemessenen Sicher-
heitsabständen von Störfallbetrieben.
Hochwasserschutz: Auch von einem Extremhochwasser des Rheins ist das Plangebiet nicht be-
troffen.
Starkregen: Das Plangebiet ist bei einem 100-jährlichen Starkregenereignis nur minimal durch eine
Überflutung betroffen.
Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Entspricht dem Bestand.
Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung:
Magnetfeldbelastung: Zur Beurteilung von notwendigen Abständen wird im Rahmen von Planun-
gen auf den Abstandserlass NRW vom 06.06.2007, Anhang 4 „Ergänzende Hinweise zum Ab-
standserlass“ für die Festlegung von Schutzabständen bei Anlagen zur elektrischen Energieweiter-
leitung zurückgegriffen. Bei Neuplanungen ist ein Abstand von 40 m für 380-kV Leitungen, 20 m
bei 220-kV Leitungen und 10 m bei 110-kV/ 16 2/3 Hz einzuhalten. Der Schutzabstand von 380-kV
Leitungen ist immer zu wählen, da sich durch technische Änderungen die elektrische Spannung
der Leiterseile verändern lässt. Es bleibt festzuhalten, dass der Abstand von 40 m zwischen der
nächstgelegenen Hochspannungsleitung und dem Plangebiet auch nach der Zusammenlegung
der 220-kV Leitungen deutlich eingehalten wird. Der Abstand zur parallel der Autobahntrasse ge-
führten Hochspannungsfreileitung beträgt mindestens 100 m. Auch da es sich bei der Schulnut-
zung um keine dauerhafte Wohnnutzung handelt, sind Auswirkungen durch elektromagnetischer
Felder nicht zu erwarten.
Starkregen: Zur Vorsorge gegen die Überflutung durch Niederschlagswasser aus Starkregenereig-
nissen (Klimawandelfolge) wurde ein Überflutungsnachweis durch Eckle Ingenieure GmbH mit
Stand von 01/2019 für die Freiflächen erbracht. Die 30-jährliche Niederschlagsbelastung wird ge-
mäß den Anforderungen nach DIN 1986-100 schadlos auf dem Gelände abgeleitet und in den ge-
planten Rückhalteräumen im Plangebiet „Südlich Friedensstraße – Westteil“ zwischengespeichert.
Hieraus kann abgeleitet werden, dass keine Gefährdung für Sachgegenstände oder Menschen im
32
Planungsgebiet besteht und auch eine Gefährdung für außerhalb liegende Bereiche nicht gegeben
ist.
Ohne konkrete Angaben, wo die künftige Bebauung der Grundschule stehen wird, kann das Gut-
achten, das von der Errichtung zweier Mehrfamilienhäuser mit Tiefgarage ausgegangen ist, nicht
aktualisiert werden. Mit dem vorliegenden Gutachten kann jedoch ein allgemeingültiger Rück-
schluss für den künftigen Schulstandort gezogen werden, da mit der vorliegenden Planung ein
langgezogener Baukörper entlang der Friedensstraße entstehen kann, was in etwa der vorange-
gangenen Planung von zwei Mehrfamilienhäusern entspricht. Grundsätzlich wurde die Starkregen-
vorsorge nachgewiesen.
Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen erheblicher nachteiliger Umweltauswirkun-
gen: Solche Maßnahmen sind aufgrund der fehlenden Detailplanung nicht möglich. Ein Überflu-
tungsnachweis wird im Rahmen des Baugenehmigungsverfahrens erstellt.
Bewertung: Das Plangebiet bzw. die geplante Schulnutzung ist nicht durch Belange wie Hochwas-
ser, Starkregen oder Magnetfeldbelastung betroffen. Vermeidungs- oder Minderungsmaßnahmen
sind daher im Rahmen des Bebauungsplan-Verfahrens nicht erforderlich.
5.5.12.5 Besonnung/Belichtung
Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Vom Plangebiet selbst geht keine verschattende Wirkung
aus. Das Plangebiet ist teilweise verschattet durch die Bestandsbäume an der Friedensstraße und
die in Entstehung begriffene Wohnbebauung im Plangebiet „Südlich Friedensstraße – Westteil“.
Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Entspricht dem Bestand.
Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: gemäß der fachgutachterlichen Stel-
lungnahme der iMA cologne, Köln (Stand 11.12.2020) führen die Auswirkungen der Planung auf
angrenzende Fassaden von Bestandsgebäuden nicht erstmals zu einer Unterschreitung der DIN-
Kriterien. Im berechneten Planfall sind alle Bestandsfassaden im Sinne der DIN ausreichend be-
sonnt und somit nicht von einer durch die Planung verursachten, maßgeblichen Verschlechterung
der Besonnungsverhältnisse im Sinne der DIN 5034-1 betroffen. Außer für die Ostfassade des
Plangebäudes im WA 1 im westlich angrenzenden Bebauungsplangebiet ergeben sich für die um-
gebenden westlichen Plangebäude und nördlichen Bestandsgebäude am Stichtag 21.03. keine
wesentlichen Änderungen in Bezug auf das 4h-Kriterium im Vergleich zur Ursprungsplanung von
Mehrfamilienhäusern im Ostteil. Für den 17. Januar zeigt die Besonnungsstudie im Erdgeschoss
für die Bestandsgebäude Am Urbacher Wall 57 - 61 eine Einschränkung der Besonnung, wobei
das 1h-Kriterium weiterhin eingehalten ist. Somit werden auch nach Umsetzung der Planung
(Planfall) sowohl das 4h-Kriterium zum Stichtag 20./21. März (Tag- und Nachtgleiche) als auch das
1h-Kriterium zum Stichtag 17. Januar gemäß DIN 5034-1 im Bereich der umgebenden Bestands-
bebauung eingehalten.
Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen erheblicher nachteiliger Umweltauswirkun-
gen: solche Maßnahmen sind nicht erforderlich.
Bewertung: Für die zukünftige Bebauung des Schulgrundstücks gemäß den Kennzahlen im Be-
bauungsplan wurde eine Verschattungs-/ Besonnungsstudie erstellt. Diese zeigt, dass die Ver-
schattung von Bestandsgebäuden westlich und nördlich des Plangebietes durch den zukünftig
möglichen Baukörper der Schule geringfügig zunehmen wird. Vermeidungs- oder Minderungsmaß-
nahmen sind daher im Bebauungsplan nicht erforderlich.
5.5.13 Kultur- und sonstige Sachgüter
(§ 1 Absatz 6 Nummer 7 d BauGB)
Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Eine Betroffenheit von Kultur- und/oder sonstigen Sachgü-
tern ist beim derzeitigen Kenntnisstand nicht absehbar.
33
Im Mai 2019 hat das Römisch-Germanische Museum/Archäologische Bodendenkmalpflege und -
denkmalschutz im Plangebiet eine archäologische Sachverhaltsermittlung mit Baggersondagen
durchgeführt. Ziel der archäologischen Maßnahme war die Überprüfung eines für das Plangebiet
bestehenden archäologischen Befundverdachts. Es wurden keine archäologisch relevanten Be-
funde oder Funde festgestellt, die auf das Vorhandensein eines Bodendenkmals oder einer archä-
ologischen Fundstelle im Plangebiet schließen lassen würden.
Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Entspricht dem Bestand.
Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: Auf der Grundlage der Ergebnisse ist
nicht davon auszugehen, dass bei einer Umsetzung der Planung Belange von Archäologischer Bo-
dendenkmalpflege und Bodendenkmalschutz betroffen sein werden. Im Rahmen von Erschließung
und Neubebauung sind aus bodendenkmalpflegerischer Sicht daher keine weiteren archäologi-
schen Maßnahmen erforderlich.
Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen erheblicher nachteiliger Umweltauswirkun-
gen: Sollten bei Erdarbeiten im Rahmen von Erschließungs- und Baumaßnahmen wider Erwarten
archäologische Befunde oder Funde freigelegt werden, sind die §§ 16 und 17 Denkmalschutzge-
setz (DSchG) NW zu beachten. Ein entsprechender Hinweis wird in den Bebauungsplan aufge-
nommen.
Bewertung: Im Rahmen einer archäologischen Sachverhaltsermittlung mit Baggersondagen wur-
den keine archäologisch relevanten Befunde oder Funde festgestellt, die auf das Vorhandensein
eines Bodendenkmals oder einer archäologischen Fundstelle im Plangebiet schließen lassen wür-
den. Ein entsprechender Hinweis auf die Beachtung der §§ 16 und 17 Denkmalschutzgesetz
(DSchG) NW wird in den Bebauungsplan aufgenommen.
5.5.14 Vermeidung von Emissionen (insbesondere Licht, Gerüche, Strahlung, Wärme),
sachgerechter Umgang mit Abfällen und Abwässern
(§ 1 Absatz 6 Nummer 7 e BauGB)
Bestand (derzeitiger Umweltzustand):
Gerüche: Durch das Aufbringen von z.B. Wirtschaftsdünger können bei der landwirtschaftlichen
Flächenbewirtschaftung Geruchsemissionen entstehen, die jedoch i.d.R. nur kurzzeitig wirksam
sind. Anhaltspunkte für das Überschreiten von Richtwerten der Geruchsimmissionsrichtlinie NRW
(GIRL) bestehen nicht.
Eine Emission von Wärme oder Strahlung ist im Plangebiet nicht vorhanden.
Abwässer oder Abfälle fallen im Plangebiet nicht an.
Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Entspricht dem Bestand.
Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung:
Gerüche: Nach der Umsetzung der Planung kann es durch die Bewirtschaftung der im Nahbereich
verbleibenden Ackerflächen zu einer kurzfristigen Geruchsbelästigung der zukünftigen Nutzer*in-
nen kommen. Diese in ländlichen Bereichen auftretenden Geruchsbelästigungen durch die land-
wirtschaftliche Bewirtschaftung sind hinnehmbar und führen in der Regel nicht zu einer Überschrei-
tung des Immissionsrichtwertes der GIRL von mehr als zehn Jahresgeruchsstunden. Die Umset-
zung der Planung löst keine Geruchsemissionen aus.
Eine Abstrahlung von erheblichen Wärme- oder Strahlungsemissionen wird mit der Umsetzung der
Planung nicht einhergehen.
Abwässer und Abfälle werden nicht in außergewöhnlichem Umfang anfallen bzw. werden entspre-
chend der vorhandenen Infrastruktur und den einschlägigen gesetzlichen Regelungen entsorgt. So
wird das zukünftig anfallende Schmutzwasser der geplanten Schule vollständig über den Abwas-
serkanal in der Friedensstraße zum Klärwerk in Köln-Porz-Wahn abgeleitet. Zum Umgang mit dem
Niederschlagswasser siehe Punkt Wasser, Grundwasser.
34
Eine über das übliche Maß der Beleuchtung aus Gründen der Verkehrssicherheit hinausgehende
künstliche Beleuchtung wird nicht erfolgen. Die Lichtimmissionen der Pkw-Scheinwerfer von ge-
planten Stellplätzen sind infolge des Abstandes von 50 m an den Fassaden der nächstgelegenen
Wohngebäude im Bestand zwar wahrnehmbar, es entstehen jedoch keine unzumutbaren Belästi-
gungen durch diese Lichtimmissionen. Die Lichtimmissionen aus dem Straßenverkehr fallen nicht
unter den Anwendungsfall des Lichterlasses NRW.
Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen er heblich nachteiliger Umweltauswirkun-
gen: solche Maßnahmen sind nicht erforderlich.
Bewertung: Die Planung ist weder betroffen von noch löst die Umsetzung erhebliche Emissionen
von Gerüchen, Licht, Wärme oder Strahlung aus. Der sachgerechte Umgang mit Abwasser und
Abfällen wird im Rahmen des Baugenehmigungsverfahrens sichergestellt.
5.5.15 Nutzung erneuerbarer Energien / sparsame und effiziente Nutzung von Energie
(§ 1 Absatz 6 Nummer 7 f BauGB)
Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Das Plangebiet hat keine Bedeutung für die Nutzung oder
Gewinnung regenerativer Energien.
Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Entspricht dem Bestand.
Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: Da eine genaue Schulplanung nicht
vorliegt, können keine Aussagen zum Einsatz regenerativer Energie oder dem sparsamen, effi-
zienten Umgang mit Energie getroffen werden. Die Umsetzung der geplanten Schule unterliegt der
städtischen Energieleilinie. Diese fordert beispielsweise einen Passivhausstandard für alle Neu-
bauten. Weiterhin werden Photovoltaikanlagen (PV)/ solarenergetische Anlagen auf den Dächern
gefordert zur Erzeugung von Strom. Die Möglichkeit einer Kombination mit einer Dachbegrünung
soll geprüft werden (siehe Festsetzung zur Dachbegrünung). Auch zur Heizungs- und Raumluft-
technik sowie zur Gebäudeautomation und weiteren Belangen zum nachhaltigen Bauen und Be-
wirtschaften der Schulen werden Vorgaben aufgeführt.
Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen erheblicher nachteiliger Umweltauswirkun-
gen: Schulgebäude unterliegen der städtischen Energierichtlinie, deren Umsetzung gegenüber ei-
nem konventionell ausgeführten Schulbau zu einer Minderung der Emission von Klimaschadgasen
führen wird.
Bewertung: Schulgebäude unterliegen der städtischen Energierichtlinie, deren Umsetzung gegen-
über einem konventionell ausgeführten Schulbau zu einer Minderung der Emission von Kli-
maschadgasen führen wird. Weitere Maßnahmen sind nicht erforderlich.
5.5.16 Darstellungen von Landschaftsplänen und sonstigen Plänen, insbesondere des Was-
ser-, Abfall-, Immissionsschutzrechtes
(§ 1 Absatz 6 Nummer 7 g BauGB)
Bestand (derzeitiger Umweltzustand):
Der Landschaftsplan der Stadt Köln weist das Landschaftsschutzgebiet L 21 LSG „Freiräume um
Zündorf, Wahn, Libur, Lind und Langel rechtsrheinisch“ (LSG-5107-0033) aus. Im Landschaftsplan
wird für den Planungsraum sowie den angrenzenden Freiraum folgender Schutzzweck formuliert
(Auszug): „Erhaltung und Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes, insbeson-
dere zur Sicherung des Grundwasserhaushaltes (…) in der besonderen Bedeutung des großen
zusammenhängen Freiraums für die landschaftsbezogene Erholung im ländlichem Raum.“ Weiter-
hin wird das Entwicklungsziel 3 formuliert: „Ausgestaltung und Entwicklung der Landschaft mit na-
turnahen Lebensräumen und gliedernden und belebenden Elementen“.
Weitere Schutzgebiete i. S. d. §§ 23 – 25, 27 – 28 BNatSchG sind innerhalb des Plangebietes
nicht vorhanden.
35
Sonstige Pläne sind durch die Planung nicht betroffen.
Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Entspricht dem Bestand.
Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung:
Die Umsetzung der Bauleitplanung widerspricht für das Plangebiet dem im Landschaftsplan formu-
lierten Schutzzweck und dem Entwicklungsziel. Mit dem geplanten Schulstandort geht ein geringer
Anteil an dem zu erhaltenden Freiraum verloren. Zum Schutzziel „Sicherung des Grundwasser-
haushaltes“ siehe Punkt Wasser, 5.5.5.2 Grundwasser. Der Schutzzweck und das Entwicklungs-
ziel sind im übrigen Teil des LSG 21 und durch die Planung nicht betroffen.
Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen erheblicher nachteiliger Umweltauswirkun-
gen: Im Zuge der Umsetzung der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung werden im Freiraum
südlich Köln-Brück eine Fettwiese und ein Blühstreifen angelegt. Diese Maßnahmen entsprechen
den dortigen Zielen der Landschaftsplanung und stärken damit den Landschaftsplan Köln.
Bewertung: Der Landschaftsplan der Stadt Köln weist im Bereich des Plangebietes das Land-
schaftsschutzgebiet L 21 LSG „Freiräume um Zündorf, Wahn, Libur, Lind und Langel rechtsrhei-
nisch“ (LSG-5107-0033) aus. Die Umsetzung der Bauleitplanung widerspricht für das Plangebiet
dem im Landschaftsplan formulierten Schutzzweck und dem Entwicklungsziel. Mit der Rechtskraft
des Bebauungsplanes tritt im Plangebiet die widersprechende Schutzausweisung des Land-
schaftsplanes außer Kraft.
5.5.17 Erhaltung der bestmöglichen Luftqualität in Gebieten, in denen die durch Rechtsver-
ordnung zur Erfüllung von bindenden Beschlüssen der Europäischen Gemeinschaft festge-
legten Immissionsgrenzwerte nicht überschritten werden
(§ 1 Absatz 6 Nummer 7 h BauGB)
Bestand (derzeitiger Umweltzustand):
Die Einhaltung der Immissionsgrenzwerte der 39. BImSchV kann daraus abgeleitet werden, dass
das Plangebiet weit außerhalb der Umweltzone des Luftreinhalteplanes der Stadt Köln liegt. Inner-
halb des Plangebietes werden Gehölzpflanzungen an den Gebietsgrenzen festgesetzt.
Weitere Ausführungen zur Luftgüte siehe unter Punkt 5.5.6.2 Luftschadstoffe - Immissionen.
Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Entspricht dem Bestand.
Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: Die Veränderung der Luftqualität durch
den Betrieb der Schule kann aufgrund der fehlenden Detailplanung nicht quantifiziert werden. Die
zusätzliche Emission von Luftschadstoffen wird voraussichtlich gering ausfallen.
Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen erheblicher nachteiliger Umweltauswirkun-
gen: Innerhalb des Plangebietes wird eine Gehölzpflanzung an der westlichen Gebietsgrenze fest-
gesetzt. Diese dient auch der Staubbindung.
Bewertung: Das Plangebiet liegt weit außerhalb der Umweltzone des Luftreinhalteplanes der Stadt
Köln. Die Veränderung der Luftqualität durch den Betrieb der Schule kann aufgrund der fehlenden
Detailplanung nicht quantifiziert werden. Die zusätzliche Emission von Luftschadstoffen wird vo-
raussichtlich gering ausfallen.
5.5.18 Wechselwirkungen
zwischen den einzelnen Belangen des Umweltschutzes nach den Buchstaben a bis d
des § 1 Abs. 6 Nr. 7 BauGB - Tiere, Pflanzen, Fläche, Boden, Wasser, Luft, Klima,
36
Landschaft, biologische Vielfalt, Natura 2000-Gebiete, Mensch, Gesundheit und Bevöl-
kerung, Kultur- und Sachgüter (§ 1 Absatz 6 Nummer 7 i BauGB)
Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Es handelt sich um ein landwirtschaftlich genutztes Offen-
land mit den typischen Wechselwirkungen aus Bodennutzung, Grundwasserhaushalt und Lebens-
gemeinschaften und mit den typischen Wechselwirkungen von Offenland in einer Siedlungsrand-
lage (Störwirkungen durch Fußgänger und Radfahrer sowie Flächenbewirtschaftung, und Freizeit-
reiterei).
Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Entspricht dem Bestand.
Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: Mit dem Charakterwechsel des Plan-
gebietes von einer Agrarstruktur hin zu einer Siedlungslandschaft / Stadtlandschaft sind nach ih-
rem Umfang die typischen Auswirkungen auf die Umwelt verbunden, die zu erheblichen Änderun-
gen im Wirkungsgefüge führen. Die Wechselwirkungen zwischen Offenland und Siedlungsrand
werden weiter nach Süden in den verbleibenden Freiraum verlagert.
Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen erheblicher nachteiliger Umweltauswirkun-
gen: Aufgrund der Komplexität der Wechselwirkungen greifen Minderungsmaßnahmen zu einzel-
nen Umweltbelangen und Schutzgütern nur sehr bedingt. Es wird ein vom Menschen geprägter
Freiraum in Anspruch genommen, der von einem Nutzungsdruck (Naherholung und häufigen be-
wirtschaftungsbedingten Störungen (Ackerumbruch, Düngung etc.) geprägt ist. Ein Erhalt des Wir-
kungsgefüges ist im Wesentlichen nur erreichbar bei Verzicht auf die Umsetzung der Planung. Die
Wechselwirkung Störwirkung auf den Freiraum kann durch die geplante Baumheckenpflanzung
und den Wiesensaum an den Rändern des Plangebietes etwas gemindert werden.
Bewertung: Es handelte sich ursprünglich um ein landwirtschaftlich genutztes Offenland mit den
typischen Wechselwirkungen aus Bodennutzung, Grundwasserhaushalt und Lebensgemeinschaf-
ten. Aufgrund der Komplexität der Wechselwirkungen greifen Minderungsmaßnahmen zu einzel-
nen Umweltbelangen und Schutzgütern nur sehr bedingt. Die Wechselwirkung „Störwirkung auf
den Freiraum“ kann durch die geplante Baumheckenpflanzung und den Wiesensaum an den Rän-
dern des Plangebietes etwas gemindert werden.
5.5.19 Anfälligkeit für die Auswirkungen schwerer Unfälle und Katastrophen auf die Belange
des Umweltschutzes nach den Buchstaben a bis d und i des § 1 Abs. 6 Nr. 7 BauGB - Tiere,
Pflanzen, Fläche, Boden, Wasser, Luft, Klima, Lands chaft, biologische Vielfalt, Natura 2000-
Gebiete, Mensch, Gesundheit und Bevölkerung, Kultur- und Sachgüter, Wechselwirkungen
(§ 1 Absatz 6 Nummer 7 j BauGB)
Bestand (derzeitiger Umweltzustand): Das Stadtgebiet Köln liegt in der Erdbebenzone 1 gemäß
DIN EN 1998-1/NA (2011). Dort werden vier Zonen - 0 bis 4 - zur Erdbebengefährdung ausgewie-
sen. Demnach können in Köln leichte Erdbeben auftreten mit der Folge von leichten Beschädigun-
gen an Gebäuden.
Sonstige schwere Unfälle oder (Natur-)Katastrophen sind für das Plangebiet als sehr unwahr-
scheinlich anzunehmen.
Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Entspricht dem Bestand.
Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung: Die Gebäude im Plangebiet werden
neu errichtet unter Beachtung der Hinweise DIN EN 1998-1/NA (2011). Der Anteil an sensibler
Schulnutzung wird im Plangebiet erhöht. Die Anforderungen an Rettungswege und Zugänglichkeit
von Gebäuden für Rettungskräfte werden berücksichtigt. Insofern erhöht sich die geringe Anfällig-
keit des Plangebietes für schwere Unfälle oder Katastrophen nicht. Dies gilt auch für die Umwelt-
belange Tiere, Pflanzen, Fläche, Boden, Wasser, Luft, Klima, Landschaft, biologische Vielfalt, Na-
tura 2000-Gebiete, Kultur- und Sachgüter sowie Wechselwirkungen.
37
Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen erheblicher nachteiliger Umwelt-auswir-
kungen: Solche Maßnahmen sind nicht erforderlich.
Bewertung: Mit Ausnahme leichter Erdbeben sind sonstige schwere Unfälle oder Katastrophen für
das Plangebiet als sehr unwahrscheinlich anzunehmen. Nach Umsetzung der Planung erhöht sich
die geringe Anfälligkeit des Plangebietes für schwere Unfälle oder Katastrophen nicht.
5.5.20 Eingriffsregelung
(§ 1a Abs. 3 BauGB)
Bestand (derzeitiger Umweltzustand):
Die im Plangebiet vorhandenen Biotoptypen, entnommen aus dem Grünordnungsplan (GOP)
Stand 04/2022, werden zur Information in der folgenden Tabelle bewertet. Die planfestgestellte
Ausgleichsfläche auf Flurstück 506 sowie die geplante Fläche zum Anpflanzen von Bäumen wer-
den aus dem ausgleichspflichtigen Eingriffsbereich herausgenommen. Dieser umfasst die Acker-
fläche, die im Bebauungsplan als Gemeinbedarfsfläche (überbaubar und nicht überbaubar) festge-
setzt wird.
Die Bewertungen und Flächengrößen wurden dem Landschaftspflegerischen Fachbeitrag Stand
04/2022 bzw. 03/2024 entnommen.
Bestandswert gesamter Planbereich - zur Information
Biotoptyp
Ludwig
Code
Köln
Code
Biotopwert
[P/m²] Fläche[m²]
Gesamtwert
[P]
Acker HA0 LW1 6 6.715 40.290
Fahr- und Feld-
wiege, unversie-
gelt HY2 VF212 2 177
354
Summe 6.892 40.644
a) Bestandswert ausgleichspflichtiger Eingriffsflächen
Biotoptyp
Ludwig
Code
Köln
Code
Biotopwert
[P/m²] Fläche[m²]
Gesamtwert
[P]
Acker HA0 LW1 6 6.068 36.408
Summe 6.068 36.408
Umweltzustand bei Nichtdurchführung der Planung (Nullvariante): Wie Bestand.
Prognose Umweltzustand nach Durchführung der Planung:
b) Planwert ausgleichspflichtiger Eingriffsflächen
Biotoptyp
Ludwig
Code
Köln
Code
Biotopwert
[P/m²] Fläche[m²]
Gesamtwert
[P]
Fläche für Gemeinbe-
darf HN1 SB171 2 6.068
12.136
Summe 6.068 12.136
Eingriffswert (a-b): -24.272
Vermeidungs-/Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen erheblicher nachteiliger Umweltauswirkungen:
c) Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen außerhalb des ausgleichspflichtigen Eingriffsbereiches innerhalb des Plangebiets
Bestand Zielbiotop
Biotoptyp Ludwig Code
Köln
Code
Wert
[P/m²] Biotoptyp Ludwig Code
Köln
Code
Wert
[P/m²] Differenz [P/m²]
Fläche
[m²]
Gesamtwert[P]
Fläche A2:
Fahr- und Feld-
weg unversiegelt,
HY2 VF212 2 Baumhecke GH4411 15 13 177 2.301
Fläche M5: Acker HA0 LW1 6 Wiesensaum LW41111 13 7 647 4.529
Summe 824 6.830
6.830 BWP abzüglich Eingriffswert von 24.272 BWP = Defizit von 17.443 BWP
d) Ausgleichsmaßnahmen außerhalb des Plangebiets
Bestand Zielbiotop
Biotoptyp Ludwig Code
Köln
Code
Wert
[P/m²] Biotoptyp Ludwig Code
Köln
Code
Wert
[P/m²] Differenz [P/m²]
Fläche
[m²]
Gesamtwert[P]
Acker HA0 LW1 6 Fettwiese eA1 EA 1 LW41111 15 9 2.074 18.666
Summe 0 2.074 18.666
Ausgleichswert (d):
18.666
Bilanz (Eingriff-Aus-
gleich) :
+ 1.233 105 % %
Bewertung: Die Umsetzung der Planung löst einen neu zugelassenen Eingriff von 24.272 Bio-
topwertpunkten (BWP) aus. Plangebietsinterne Pflanz- und Begrünungsmaßnahmen erzielen ei-
nen Wert von 6.830 BWP. Damit verbleibt ein Defizit von 17.451 BWP, das durch die Anlage einer
externen Pflanzmaßnahme vollständig ausgeglichen wird.
5.5.21 Kumulierung mit den Auswirkungen von Vorhaben benachbarter Plangebiete
(Anlage 1 zum BauGB, 2. b) ff)
Derzeit existiert kein anderes Planungsvorhaben in der Nachbarschaft. Die Auswirkungen des in
Umsetzung befindlichen Vorhabens „Westlich Friedensstraße – Westteil“ wurden bereits im ur-
sprünglichen Bebauungsplan-Verfahren mit denen des Ostteils zusammen betrachtet.
5.5.22 eingesetzte Stoffe und Techniken
(Anlage 1 zum BauGB, 2. b) hh)
Aufgrund fehlender Detailkenntnisse zur Schulplanung können hierzu keine Aussagen getroffen
werden.
5.5.23 In Betracht kommende anderweitige Planungsmöglichkeiten (Alternativen)
und die Angabe für die wesentlichen Gründe für die getroffene Wahl
(Anlage 1 zum BauGB, 2. d)
Für einen möglichen Schulstandort wurden mehrere Standorte in der Nachbarschaft untersucht.
Die Fläche „Senkelsgraben“ bzw. nördlich Nibelungenstraße in Porz-Wahn-Heide wurde zuguns-
ten eines Areals „Am Krausbaum“ in Porz-Wahn nicht weiterverfolgt; das Projekt „Am Krausbaum“
ist jedoch bis zur Klärung verkehrlicher Belange zurückgestellt. Die Verfügbarkeit der Fläche ist ge-
geben.
Alternative städtebauliche Planungen wurden nicht geprüft, da die vorliegende Angebotsplanung
verschiedene Aspekte wie Lärmschutz, sparsame Erschließung und ökologische Belange berück-
sichtigt.
C Zusätzliche Angaben
5.6 Technische Verfahren bei der Umweltprüfung bezi ehungsweise Hinweise auf Schwie-
rigkeiten bei der Zusammenstellung der Angaben
Der Nachweis von Fledermäusen erfolgte mit einem Echometer. Im Rahmen der Bodenuntersu-
chung wurden Rammkernsondierungen (Bohrungen) eingesetzt. Zur Berechnung der schalltechni-
schen Immissionen wurde ein fachlich geeignetes Computerprogramm verwendet. Schwierigkeiten
bei der Zusammenstellung der Angaben ergaben sich nicht.
5.7 Geplante Maßnahmen zur Überwachung der erheblic hen Auswirkungen (Monitoring)
Die Prognosen im Rahmen der Umweltprüfung zu den Auswirkungen der geplanten Bebauungs-
plan-Aufstellung sind ausreichend belastbar, sodass keine Maßnahmen zur Überwachung erhebli-
cher Auswirkungen erforderlich sind.
5.8 Zusammenfassung
Tiere : Für Plangebiete „Westteil“ und „Ostteil“ wurde eine Artenschutzprüfung (ASP) der Stufe II
mit Begehungen in den Jahren 2016 und 2018 durchgeführt. Das Plangebiet „Ostteil“ weist auf-
grund der geringen Größe und der geringen Habitatausstattung nur einen untergeordneten Wert
als Habitat wildlebender, besonders oder streng geschützter Tierarten auf. Die gesamte ehemalige
Ackerfläche als Nahrungshabitat für wildlebende Vogelarten wird überplant. Als Vermeidungsmaß-
nahme gegen das Tötungsverbot wildlebender Tierarten gemäß § 44 BNatSchG wird ein Hinweis
in den Bebauungsplanentwurf aufgenommen zur zeitlichen Beschränkung von Baufeldräumung
und Baumfällungen.
Pflanzen : Die ehemals vorhandene Ackerfläche wird zum größten Teil überplant, das heißt bebaut
und versiegelt. Auf dem parallel verlaufenden unver siegelten Feldweg wird eine Baumhecke als
40
Ausgleichsmaßnahme vorgesehen. Auch die Anlage eines 3 m breiten Wiesensaums sowie die fest-
gesetzte extensive Dachbegrünung tragen zur Minderu ng der Eingriffe im Plangebiet bei. Eine ex-
terne Ausgleichsfläche (Fettwiese mit Blühstreifen) dient neben dem Ausgleich des Eingriffs in die
Ackerfläche auch dem Arten- und Bodenschutz.
Fläche : Durch die geplante Schulnutzung wird eine Freifläche von 6.609 m² in Anspruch genom-
men. Im vorliegenden Fall sind Maßnahmen zur Minderung des Flächenverbrauchs nicht möglich.
Boden : Im überwiegenden Teil des Plangebietes liegen naturnahe, nur durch die intensive land-
wirtschaftliche Nutzung beeinträchtige Bodenverhältnisse vor. Durch die Umsetzung der geplanten
Nutzung kommt es auf mindestens 0,66 ha zu einer dauerhaften und erheblichen Störung der na-
türlichen Bodeneigenschaften.
Wasser :
Oberflächenwasser : Der Belang Oberflächengewässer ist durch die Umsetzung der Pla-
nung nicht betroffen.
Grundwasser : Die heute vor Ort vorhandene Grundwasserneubildung würde durch die zu-
künftige Bebauung und Versiegelung erheblich gemindert. Die Entwässerungsplanung sieht
die Versickerung des Niederschlagswassers der begrünten Dachflächen im Plangebiet vor
sowie die Entwässerung der Verkehrsflächen sowie der Parkplätze und der Hofflächen an
Vorbehandlung durch Anschluss an den Regenwasserkanal zum Rheinkanal II vor. Damit
wird das Niederschlagswasser mittelbar dem Naturkreislauf wieder zugeführt.
Luft :
Luftschadstoffe – Emissionen, auch Treibhausgase : Die Bebauung des Plangebietes
führt zur Emission von Luftschadstoffen aus Feuerungsanlagen und Parkverkehr in einem
bislang emissionsfreien Plangebiet. Schulgebäude unterliegen der städtischen Energiericht-
linie, die gegenüber einem konventionell ausgeführten Schulbau zu einer Minderung der
Emission von Klimaschadgasen führen wird.
Luftschadstoffe – Immissionen : Es wird davon ausgegangen, dass der Standort aufgrund
der lufthygienischen Situation für die Aufnahme einer Schulnutzung geeignet ist. Analog zur
Emission von Luftschadstoffen wird auch die Immission von Luftschadstoffen nach Umset-
zung der Schulnutzung im Plangebiet und seinem unmittelbaren Umfeld leicht zunehmen.
Klima : Im heutigen Zustand ist auf der vorhandenen Ackerfläche bei austauscharmen sommerli-
chen Wetterlagen eine mäßige Kaltluftproduktion zu unterstellen. Die geplante Bebauung / Versie-
gelung des Plangebietes führt zur Reduzierung des Frischluftaustauschs sowie zur Erhöhung der
Wärmebelastung. Die geplante Begrünung durch eine Baumhecke und die extensive Dachbegrü-
nung sollen eine sommerliche Überwärmung des zukünftigen Schulgeländes mindern.
Wirkungsgefüge zwischen Tiere, Pflanzen, Fläche, Boden, Wasser, Luft, Klima : Es handelt
sich beim Plangebiet um ein landwirtschaftlich genutztes Offenland mit dem typischen Wirkungs-
gefüge aus Bodennutzung, Grundwasserhaushalt und Lebensgemeinschaften. Ein Erhalt des Wir-
kungsgefüges ist im Wesentlichen nur erreichbar bei Verzicht auf die Umsetzung der Planung.
Landschaft : Mit der geplanten baulichen Entwicklung des bisherigen Offenlandes geht ein grund-
legender Gestaltwandel einher, denn die bauliche Entwicklung verschiebt sich weiter entlang der
Friedensstraße nach Osten in den bislang unbebauten Freiraum hinein und bildet hier einen neuen
Siedlungsrand. Die geplante Baumheckenpflanzung und die vorhandene Gehölzpflanzung südlich
des Plangebietes kaschieren den Eingriff in das Landschaftsbild.
Biologische Vielfalt : Die Strukturvielfalt im Plangebiet ist wegen der hier vorherrschenden ehe-
maligen Ackernutzung bereits heute stark eingeschränkt. Entsprechend ist die biologische Vielfalt
in Bezug auf die Ackerflächen als gering anzusprechen. Zur Minderung der Einschränkung der bio-
logischen Vielfalt tragen die festgesetzte Dachbegrünung sowie die Begrünung nicht überbaubarer
Grundstückflächen bei, ein Ausgleich erfolgt durch die externe Ausgleichsfläche südlich Köln-
Brück.
41
Erhaltungsziele und Schutzzweck der Natura 2000-Gebiete (Gebiete von gemeinschaftlicher
Bedeutung/europäische Vogelschutzgebiete): Der Belang ist durch Auswirkungen der Planung
nicht betroffen.
Mensch, Gesundheit, Bevölkerung
Lärm : Das Plangebiet ist vorbelastet durch Straßen,- Schienen sowie Flugverkehrslärm
und Analgenlärm aus der westlich liegenden Tiefgarageneinfahrt der Wohnbebauung „Süd-
lich Friedensstraße – Westteil“. Zur Gewährleistung gesunder Innenschallpegel im zukünfti-
gen Schulgebäude wird im Bebauungsplan flächig der Lärmpegelbereich V dargestellt und
festgesetzt.
Altlasten : Das städtischen Altlastenkataster weist für das Plangebiet keine Eintragungen
aus.
Die im Rahmen einer Baugrunduntersuchung vorgefundenen Bodenverhältnisse wi-
dersprechen der geplanten Schulnutzung nicht.
Erschütterungen : Der Belang ist durch die Planung nicht betroffen.
sonstige Gesundheitsbelange / Risiken : Das Plangebiet bzw. die geplante Schulnutzung
ist nicht durch Belange wie Hochwasser, Starkregen oder Magnetfeldbelastung betroffen.
Vermeidungs- oder Minderungsmaßnahmen sind daher im Rahmen des Bebauungsplan-
Verfahrens nicht erforderlich.
Besonnung/Belichtung : Für die zukünftige Bebauung des Schulgrundstücks gemäß den
Kennzahlen im Bebauungsplan wurde eine Verschattungs-/ Besonnungsstudie erstellt.
Diese zeigt, dass die Verschattung von Bestandsgebäuden westlich und nördlich des Plan-
gebietes durch den zukünftigen Baukörper der Schule nur geringfügig zunehmen wird. Ver-
meidungs- oder Minderungsmaßnahmen sind daher im Bebauungsplan nicht erforderlich.
Kultur- und sonstige Sachgüter : Im Rahmen einer archäologischen Sachverhaltsermittlung mit
Baggersondagen wurden keine archäologisch relevanten Befunde oder Funde festgestellt, die auf
das Vorhandensein eines Bodendenkmals oder einer archäologischen Fundstelle im Plangebiet
schließen lassen würden. Ein entsprechender Hinweis auf die Beachtung der §§ 16 und 17 Denk-
malschutzgesetz (DSchG) NW wird in den Bebauungsplan aufgenommen.
Vermeidung von Emissionen (insbesondere Licht, Gerüche, Strahlung, Wärme), sachgerechter
Umgang mit Abfällen und Abwässern : Die Planung ist weder betroffen von noch löst die Umset-
zung erhebliche Emissionen von Gerüchen, Licht, Wärme oder Strahlung aus. Der sachgerechte
Umgang mit Abwasser und Abfällen wird im Rahmen des Baugenehmigungsverfahrens sicherge-
stellt.
Nutzung erneuerbarer Energien / sparsame und effiziente Nutzung von Energie : Schulge-
bäude unterliegen der städtischen Energierichtlinie, deren Umsetzung gegenüber einem konventi-
onell ausgeführten Schulbau zu einer Minderung der Emission von Klimaschadgasen führen wird.
Weitere Maßnahmen sind nicht erforderlich.
Darstellungen von Landschaftsplänen und sonstigen Plänen, insbesondere des Wasser-,
Abfall-, Immissionsschutzrechtes : Der Landschaftsplan der Stadt Köln weist im Bereich des
Plangebietes das Landschaftsschutzgebiet L 21 LSG „Freiräume um Zündorf, Wahn, Libur, Lind
und Langel rechtsrheinisch“ (LSG-5107-0033) aus. Die Umsetzung der Bauleitplanung wider-
spricht für das Plangebiet dem im Landschaftsplan formulierten Schutzzweck und dem Entwick-
lungsziel. Mit der Rechtskraft des Bebauungsplanes tritt im Plangebiet die widersprechende
Schutzausweisung des Landschaftsplanes außer Kraft.
Erhaltung der bestmöglichen Luftqualität in Gebieten, in denen die durch Rechtsverordnung
zur Erfüllung von bindenden Beschlüssen der Europäischen Gemeinschaft festgelegten Immissi-
onsgrenzwerte nicht überschritten werden: Das Plangebiet liegt weit außerhalb der Umweltzone
des Luftreinhalteplanes der Stadt Köln. Die Veränderung der Luftqualität durch den Betrieb der
Schule kann aufgrund der fehlenden Detailplanung nicht quantifiziert werden. Die zusätzliche
Emission von Luftschadstoffen wird voraussichtlich gering ausfallen.
42
Wechselwirkungen : Es handelt sich um ein ehemals landwirtschaftlich genutztes Offenland mit
den typischen Wechselwirkungen aus Bodennutzung, Grundwasserhaushalt und Lebensgemein-
schaften. Aufgrund der Komplexität der Wechselwirkungen greifen Minderungsmaßnahmen zu ein-
zelnen Umweltbelangen und Schutzgütern nur sehr bedingt. Die Wechselwirkung „Störwirkung auf
den Freiraum“ kann durch die geplante Baumheckenpflanzung und den Wiesensaum an den Rän-
dern des Plangebietes etwas gemindert werden.
Anfälligkeit für die Auswirkungen schwerer Unfälle und Katastrophen : Mit Ausnahme leichter
Erdbeben sind sonstige schwere Unfälle oder Katastrophen für das Plangebiet als sehr unwahr-
scheinlich anzunehmen. Nach Umsetzung der Planung erhöht sich die geringe Anfälligkeit des
Plangebietes für schwere Unfälle oder Katastrophen nicht.
Eingriffsregelung : Die Umsetzung der Planung löst einen neu zugelassenen Eingriff von 24.272
Biotopwertpunkten (BWP) aus. Plangebietsinterne Pflanz- und Begrünungsmaßnahmen erzielen
einen Wert von 6.830 BWP. Damit verbleibt ein Defizit von 17.451 BWP, das durch die Anlage ei-
ner externen Pflanzmaßnahme vollständig ausgeglichen wird.
Kumulierung mit den Auswirkungen von Vorhaben benac hbarter Plangebiete, eingesetzte
Stoffe und Techniken, Alternativen :
Derzeit existiert kein anderes Planungsvorhaben in der Nachbarschaft. Die Auswirkungen des in
Umsetzung befindlichen Vorhabens „Westlich Friedensstraße – Westteil“ wurden bereits im ur-
sprünglichen Bebauungsplan-Verfahren mit denen des Ostteils zusammen betrachtet.
Aufgrund fehlender Detailkenntnisse zur Schulplanung können zu eingesetzten Stoffen und Tech-
niken keine Aussagen getroffen werden.
Für einen möglichen Schulstandort wurden mehrere Standorte in der Nachbarschaft untersucht.
Alternative städtebauliche Planungen wurden nicht geprüft, da die vorliegende Angebotsplanung
verschiedene Aspekte wie Lärmschutz, sparsame Erschließung berücksichtigt.
5.9 Referenzliste der Quellen
- Dr. Brenner Ingenieurgesellschaft mbH, Verkehrsun tersuchung Wohnbauvorhaben
Friedensstraße in Köln-Elsdorf, Stand 27. Juli 2017
- BERNARD Gruppe ZT GmbH: Verkehrsuntersuchung zum Bebauungsplan Friedensstraße
in Köln Porz - Ostteil, Stand 26. November 2020;
- ADU cologne: Schalltechnische Untersuchung zu den Lärmemissionen und –immissionen
im Rahmen des Bebauungsplan-Verfahrens „Friedensstraße“ in Köln-Elsdorf, 14. März/ 30.
April 2019
- ADU cologne: Schalltechnische Untersuchung zu den Lärmemissionen und –immissionen
im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens „südl. Friedensstraße – Ostteil“ in Köln-Elsdorf,
Stand 13. Oktober 2020;
- BFL, Teil 3 der Begründung zum Bebauungsplan, Fac hbeitrag Artenschutz der Stufe 1
(Vorprüfung) zum Bebauungsplan „Friedensstraße in Köln-Porz, Stand 11. November
2016;
- BFL, Bebauungsplan „Friedensstraße“ in Köln-Porz, Ergänzende Erhebung der
Feldlerchenpopulation (und weiterer Offenlandarten) im Frühjahr 2018, Stand vom 21. Mai
2018;
- iMA cologne GmbH, Fachgutachterliche Stellungnahm e zum Bebauungsplan „Südlich
Friedensstraße – Ostteil“ in Köln in Bezug auf die Auswirkungen der Neuplanung Schule
auf die potentielle Besonnung / Verschattung gemäß DIN 5034-1 der Mehrfamilienhäuser
im WA1 und der gegenüberliegenden Bestandsgebäude , Stand 11. Dezember 2020;
- Ingenieurteam Dr. Hemling, Gräfe & Becker Baugrun d GmbH: Bericht zur
Baugrunduntersuchung (Gründung und Geotechnik), „Südliche Friedensstraße“ in Köln
43
(Arrondierung Ost), Stand 07. Februar 2017;
- Geologischer Dienst NRW, Auszug aus der Bodenkart e NRW 1:50.000, digitale Version;
- Eckle Ingenieure GmbH, Bebauungsplan Nr. 76380/03 Südlich Friedensstraße in Köln-
Porz-Elsdorf, Überflutungsnachweis, Stand 26. Februar 2018, überarbeitet 08. Januar
2019;
- Eckle Ingenieure GmbH, Bebauungsplan Nr. 76380/03 Südlich Friedensstraße in Köln-
Porz-Elsdorf, Überflutungsprüfung, Stand 15. Oktober 2018, überarbeitet 08. Januar 2019:
- Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW: Auszug aus der Planungshin-
weiskarte „Zukünftige Wärmebelastung“ aus: Klimawandelgerechte Metropole Köln, Ab-
schlussbericht, LANUV Fachbericht Nr. 50, Recklinghausen, 2013;
- Labor Dr. Rabe, Stadt Köln, Umwelt- und Verbrauch erschutzamt, Ermittlung und Luftquali-
tät in Köln mit Flechten als Bioindikatoren, Untersuchungszeitraum 2001 – 2003, Auszug
Karte Luftgütezonen, Essen, 05.12.2003;
- Stadt Köln, Stadtentwässerungsbetriebe (StEB) AÖR : Hochwassergefahrenkarte, Köln,
01/2023;
- Stadt Köln, Stadtentwässerungsbetriebe (StEB) AÖR : Überflutungshöhen bei verschiede-
nen Starkregenereignissen, aus StEB AÖR, Köln, 01/2023 und 06/2024;
- Stadt Köln; Amt für Landschaftspflege und Grünflä che: Landschaftspflegerischer Fachbei-
trag zum Bebauungsplan 76380/03: „Südlich Friedensstraße“ in Köln-Porz-Elsdorf, Köln,
April 2022; geändert März 2024
6. Nachrichtliche Übernahme
Im Plangebiet verläuft südlich der Friedensstraße die Ferngasleitung Nr. 22 und ein Lichtwellenka-
bel. Die Trassen dürfen in Abstimmung mit den zuständigen Versorgungsträgern befestigt werden.
Bei der Aufstellung von Müllsammelbehältern ist darauf zu achten, dass im Bedarfsfall die Abfall-
sammelplätze ohne besonderen technischen Aufwand geräumt werden können.
Im Rahmen der Planfeststellung zum Neubau der ICE Trasse Köln – Flughafen Köln/ Bonn –
Frankfurt ist das Flurstück 506 in der Flur 2 der Gemarkung Elsdorf als Ausgleichsfläche festge-
setzt worden.
7. Planverwirklichung
7.1 Hinweise auf Fachplanungen
Es liegen Fachpläne für die planfestgestellte Ausgleichsfläche der ICE Flughafenanbindung
Köln/Bonn als Bestandteil sonstiger Fachpläne vor. Es handelt sich dabei um einen von der Frie-
densstraße nach Süden verlaufenden schmalen Streifen am westlichen Rand des Plangebietes.
Im Rahmen der Planfeststellung wurde hier die Maßnahme A.18 „Rückbau einer Versiegelung ei-
nes Wirtschaftsweges“ festgesetzt. Ein Eingriff durch Überplanung eines Teils der planfestgestell-
ten Maßnahmenfläche A.18 erfolgt nicht, so dass eine Kompensation nicht erforderlich wird. Die
Fläche soll jedoch durch die interne Ausgleichsmaßnahme A2 überlagert werden (siehe Ziffer
4.8.2, Eingriff/ Ausgleich). Im Rahmen der Beteiligung der Behörden und sonstiger Träger Öffentli-
cher Belange sind keine Einwände gegen die Überlagerung mit einer Ausgleichsmaßnahme geäu-
ßert worden.
Mit dem Eisenbahnbundesamt ist ein Gestattungsvertrag über die Inanspruchnahme einer städti-
schen Fläche als planfestgestellte Ausgleichsfläche geschlossen worden. Die Fläche ist in der Un-
terhaltung von DB Netz. Die Fläche bleibt weiterhin in städtischem Besitz und Pflege. Zum Ab-
schluss eine Pflegevereinbarung ist es nicht gekommen.
Weitere entsprechende Fachpläne liegen für das Plangebiet und seine nähere Umgebung nicht
vor.
44
7.2 Kosten
Für die bisherige Erarbeitung der städtebaulichen Pläne und Fachgutachten zum vorliegenden Be-
bauungsplan entstanden der Stadt Köln keine Kosten. Dazu wurde eine Planungsvereinbarung mit
einem der Investoren des benachbarten Wohngebietes „Westteil“ geschlossen.
Der Satzungsbe-
schluss zum „Westteil“ des Bebauungsplangebietes ist im Herbst 2020 im Amtsblatt der Stadt Köln
bekannt gemacht worden. Zwischenzeitlich wurde das Grundstück, das im Geltungsbereich dieses
Bebauungsplanentwurfes liegt, wieder an die Stadt verkauft. Von daher ist eine Weiterführung der
bisherigen Planungsvereinbarung nicht mehr angezeigt; Kosten für eventuelle, zu aktualisierende
Gutachten wären von der Stadt Köln bzw. deren Schulbaugesellschaft zu begleichen.
Die Friedensstraße zählt momentan zu den „nicht anbaubaren“ Straßen. Im Abschnitt zwischen
Mühlenweg und BAB 59 wird dieser bisher nicht anbaubare Teil erstmalig zur Anbaustraße und
damit zu einer erschließungsbeitragspflichtigen Anlage. Straßenrechtliche Maßnahmen, die eine
Beitragspflicht nach § 8 KG NRW auslösen würden, sind aktuell nicht vorgesehen. Die Umlegung
von Erschließungsbeiträgen bzw. deren Refinanzierung von Erschließungsstraßen und von exter-
nem Ausgleichsflächen auf einem städtischen Grundstück erfolgen zu einem späteren Zeitpunkt.
Für die Umsetzung der Planung bzw. den Bau der Grundschule und die damit verbundenen Kos-
ten sind noch gesonderte Beschlüsse außerhalb des Bebauungsplan-Verfahrens erforderlich.
8. Städtebauliche Kennzahlen
Größe des Plangebiets in ha ca. 0,6 9 ha
Fläche für Gemeinbedarf, überbaubar 4.634 m²
Fläche für Gemeinbedarf, nicht überbaubar,
Fläche zum Anpflanzen
Interne Ausgleichsmaßnahme/ planfestgestellte
Fläche
1.434 m²
647 m²
177 m²
Anlage_4_Bebauungsplanentwurf
18723 Zeichen
M 5
M 5
A 2
3.00
3.00
M 5
3.00
3.00
"Westteil"
Bereits rechtsverbindlich
Blatt 1 und 2
F
0.3/2
IX
F
F
F
F
IX
IX
F
510
Gemarkung Elsdorf
Flur 17
Gemarkung Urbach
52.91
57
Flur 2
Friedensstraße
462
806
504
444
Radweg
129
786
769
509
52.84
Weg
787
Weg
454
790
52.55
895
9
52.70
512
Radweg
505
461
789
896
FV
791
Auf der Wolle
379
F
508
511
506
IV
59
S
52.25
52.75
52.4
IVVIII
52.5
52.8
VIII
123
52.4
52.3
52.89
52.7
52.7
52.6
VIII
52.1
Zufahrt TGa
1.0/8
52.6
52.6
52.7
52.5
52.00
52.1
61
52.5
52.7
Weg
52.5
52.2
0.8/7
52.80
0.6/5
0.8/7
0.3/2
1.0/8
1.1/8
0.8/6
0.8/5
1.1/6
0.6/4
1.0/9
5x0.6/8
0.3/2
1.0/8
0.3/2
0.3/2
0.3/2
I,III
S,W
Bahngleise
Bordstein
topografische Begrenzung
Flurstücksgrenze
Flurgrenze
Dachform
Zahl der Vollgeschosse
vorhandene Gebäude
Baum
Durchfahrt
Bestand
46.71
Gemarkungsgrenze
vorhandene Höhenlage über NHN
Zeichenerklärung
Grenze des räumlichen Geltungs-
bereiches des Bebauungsplanes
Planung
..\..\..\..\..\..\07_Bibliothek\Standards\Bauleitplanung\Layouts\Bebauungsplan_VEP\Querformat\KOE_VM_Logo_OB_CMYK.png
Bebauungsplan Entwurf
0 25 50 Meter
76380/03 Blatt 3 von 3
Maßstab 1: 500
Südlich Friedensstraße - Ostteil
in Köln-Porz-Elsdorf
Es wird bescheinigt, dass diese
Planunterlage den Bestimmungen des
§ 1 Abs. 2 Plan ZV entspricht.
(Stand Oktober 2023)
Amt für Liegenschaften, Vermessung
und Kataster
Vermessungsabteilung
Der Stadtentwicklungsausschuss hat die
Planaufstellung am nach
§ 2 Abs. 1 BauGB beschlossen. Der
Beschluss wurde am
ortsüblich bekannt gemacht.
gez. Reker
Oberbürgermeisterin
Köln, den
Bezirksbürgermeister/in
Köln, den
Der Planentwurf hat in der Zeit
vom bis
nach § 3 Abs. 2 BauGB mit Begründung
öffentlich ausgelegen.
Die Oberbürgermeisterin
Stadtplanungsamt
Im Auftrag
Köln, den
Oberbürgermeisterin
Köln, den
Der Planentwurf ist nach § 4 a Abs. 3
BauGB durch Beschluss des Rates
am geändert worden.
Für den Planentwurf
Stadtplanungsamt
Amtsleiterin
Köln, den
Beigeordneter
Köln, den
Für den Planentwurf
Dezernat VI, Planen und Bauen
Der Rat hat diesen Bebauungsplan in
seiner Sitzung am nach
§ 10 Abs. 1 BauGB als Satzung mit
Begründung nach § 9 Abs. 8 BauGB
beschlossen.
Die örtsübliche Bekanntmachung über
den Beschluss des Bebauungsplanes
durch den Rat einschließlich des
Hinweises nach § 10 Abs. 3 BauGB ist
am
erfolgt.
Oberbürgermeisterin
Köln, den
Oberbürgermeisterin
Köln, den
Die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung
hat in der Zeit
vom bis
((und) am )
nach § 3 Abs. 1 BauGB stattgefunden.
Leiter der Vermessungsabteilung
Dr. Matthias Siemens
Köln, den 14.05.2024
Umgrenzung von Flächen für
Maßnahmen zum Schutz, zur
Pflege und zur Entwicklung von
Natur und Landschaft
Baugrenze
Flächen für den Gemeinbedarf
- Schule-
nicht überbaubar I überbaubar
Leitung vorhanden (unterirdisch)
Ausgleichspflichtiger
Eingriffsbereich
Straßenbegrenzungslinie auch
gegenüber Verkehrsflächen
besonderer Zweckbestimmung
Art der baulichen Nutzung
Maß der Nutzung
GrundflächenzahlGRZ
Oberkante in m über
Normalhöhennull (NHN)
(als Höchstmaß)
OK
Planungen, Nutzungsregelungen, Maßnahmen
und Flächen für Maßnahmen zum Schutz zur
Pflege und zur Entwicklung von Natur und
Landschaft
Ausgleichsfläche gemäß
textlicher Festsetzung
A2
Begrünungsmaßnahmen gemäß
textlicher Festsetzung
M 5
Sonstige Planzeichen
Nachrichtliche Übernahme einer
planfestgestellten
Ausgleichsfläche für den Bau einer
ICE Trasse Köln Hauptbahnhof/
Flughafen Köln - Bonn /
Frankfurt Flughafen
GeschossflächenzahlGFZ
nur Flachdach zulässsigFD
Verkehrsflächen
Leitung vorhanden (unterirdisch)
-Veröffentlichung-
Flächen zum Anpflanzen von
Bäumen und Sträuchern und
sonstigen Bepflanzungen
N
Fläche für
Gemeinbedarf
-Schule-
GRZ 0,8 GFZ 1,2 FD
OK max. 69 m ü. NHN
Ostteil Blatt 3
Westteil
Blatt 1 und 2
N
Vorh. Ferngasleitung 22 Schutzstreifen beidseitig 5 m
Vorh. LWL-Kabel Schutzstreifen beidseitig 1m
TEXTLICHE FESTSETZUNGEN
Art der baulichen Nutzung
1.1 Fläche für Gemeinbedarf – Schule
Gemäß § 9 Abs. 1 Nr. 5 BauGB wird eine Fläche für Gemeinbedarf mit der
Zweckbestimmung Schule festgesetzt.
Auf dieser Fläche ist nach Schulschluss als Nutzungsergänzung auch eine
außerschulische Nutzung zu sonstigen Bildungs-, sozialen, kulturellen und sportlichen
Zwecken zulässig.
2 Maß der baulichen Nutzung
2.1 Gebäudehöhen
Gemäß § 16 Abs. 2 Nr. 4 BauNVO wird für die Bebauung in der Gemeinbedarfsfläche
eine Gebäudehöhe als Oberkante (OK) von 69,00 m über NHN als Höchstgrenze
festgesetzt.
2.2 Dachaufbauten
Gemäß § 16 Abs. 6 BauNVO kann die festgesetzte Gebäudehöhe durch
untergeordnete Bauteile oder bauliche Anlagen – z.B. Antennen, Aufzugsüberfahrten,
Kamine, Lüftungseinrichtungen, Oberlichter, solarenergetische Anlagen – auf den
baulich zugeordneten Dachflächen überschritten werden. Das höchstzulässige Maß der
Überschreitungen beträgt 2,00 m in der Höhe. Der Flächenanteil der Überschreitungen je
Dachfläche darf insgesamt 30 % nicht übersteigen. Die Dachaufbauten müssen
mindestens um das Maß ihrer Höhe von der Gebäudeaußenkante zurücktreten.
Ausgenommen von der vorgenannten Flächenbegrenzung sind solarenergetische
Anlagen in Verbindung mit extensiver Dachbegrünung.
3 Überbaubare Grundstücksflächen
3.1 Gemäß § 23 Abs. 3 Satz 3 i.V.m. Abs. 2 Satz 3 BauNVO wird für die überbaubare
Grundstücksfläche folgende Ausnahme festgesetzt:
Die Baugrenze darf zur Friedensstraße hin durch Balkone und Vordächer bis
max. 2,00 m, durch Treppenhäuser und Erker bis maximal 1,50 m überschritten
werden.
3.2. Gemäß § 23 Abs. 5 BauNVO sind auf den nicht überbaubaren Grundstücksflächen
Nebenanlagen nicht zulässig.
4 Stellplätze
Gemäß § 12 Abs. 6 BauNVO sind Stellplätze nur innerhalb der überbaubaren Fläche und
im Bereich zwischen der nördlichen Baugrenze und der Friedensstraße zulässig.
5 Begrünung
Gemäß § 9 Abs. 1 Nr. 25a BauGB sind im Bebauungsplan folgende
Begrünungsmaßnahmen durchzuführen und dauerhaft zu erhalten:
5.1 In der festgesetzten Fläche M5 ist ein Wiesensaum (EA1/41111) anzulegen.
(Maßnahme 5)
5.2 Die Flachdächer der Gebäude in der Fläche für Gemeinbedarf sind mit einer
extensiven Dachbegrünung DC1 / DC3 (NB6243 / NB6244) zu bepflanzen.
Die Vegetationstragschicht ist mit einer Stärke von mindestens 8 cm zuzüglich einer
Filter- und Drainschicht herzustellen. Ausgenommen hiervon sind Dachterrassen und
technische Aufbauten, die auf maximal 30 % der jeweiligen Dachfläche zulässig sind.
Solarenergetische Anlagen sind über der Dachbegrünung zulässig. (Maßnahme 6)
5.3 In der Fläche für Gemeinbedarf – Schule – ist innerhalb der überbaubaren Fläche je vier
angefangene Kfz-Stellplätze ein hochstämmiger, großkroniger Baum –
BF 41 (GH 742) zu pflanzen. (Maßnahme 15)
5.4 Alle angefangenen 200 m² Platz- oder Schulhoffläche ist mindestens ein großkroniger
Baum BF 41 (GH 742) zu pflanzen. (Maßnahme 16)
Zur Erläuterung der Kürzel siehe Hinweis Nr. 16
6 Ausgleichsmaßnahmen und Zuordnung
6.1 Gemäß § 9 Abs. 1 Nr. 20 BauGB wird im Plangebiet folgende interne Ausgleichsfläche
A2 festgesetzt (Maßnahme 14):
Anpflanzen einer Baumhecke (BD51/GH4431) aus einheimischen und
standortgerechten Heckenpflanzen. Die planfestgestellte Ausgleichsfläche wird dadurch in
ihrer ursprünglichen ökologischen Funktion ergänzt.
Zum Schutz der internen Ausgleichsfläche A2 ist an der Grenze zum Schulgrundstück hin
ein Zaun mit einer Höhe von 1,20 m zu setzen.
Gemäß § 9 Abs. 1a Satz 2 BauGB werden 177 m² der internen Ausgleichsfläche A2 den
Eingriffen der Fläche für Gemeinbedarf zugeordnet.
6.2 Gemäß § 9 Abs. 1a Satz 2 BauGB werden 2.074 m² der externen Ausgleichsfläche eA1
den Eingriffen der Fläche für Gemeinbedarf zugeordnet.
Zur Beschreibung der Maßnahme eA1 siehe auch Hinweis Nr. 15
Zur Erläuterung der Kürzel siehe Hinweis Nr. 16
7 Lärmschutzmaßnahmen
7.1 Gemäß § 9 Abs. 1 Nr. 24 BauGB sind passive Schallschutzmaßnahmen entsprechend
dem Lärmpegelbereich (LPB) V an den Außenbauteilen von Aufenthaltsräumen zu
treffen. Grundlage hierfür sind die maßgeblichen Außenlärmpegel nach DIN 4109-1
(Schallschutz im Hochbau, Ausgabe Januar 2018 - Beuth Verlag GmbH, Berlin).
Im gesamten Planbereich gilt der Lärmpegelbereich V.
Die Zuordnung zwischen den dargestellten LPB und dem maßgeblichen
Außenlärmpegel ergibt sich aus nachfolgender Tabelle:
Lärmpegelbereich LPB Maßgeblicher Außenlärmpegel La in dB
I 55
II 60
III 65
IV 70
V 75
VI 80
VII > 80*
*Für maßgebliche Außenlärmpegel La > 80 dB sind die Anforderungen aufgrund der
örtlichen Gegebenheiten festzulegen.
Ergänzung: Es handelt sich um dB(A)-Werte
7.2 Die Minderung der zu treffenden Schallschutzmaßnahmen ist im Einzelfall zulässig,
wenn im bauordnungsrechtlichen Verfahren anhand einer schalltechnischen
Untersuchung ein niedrigerer Lärmpegelbereich oder ein niedrigerer Außenlärmpegel
an den Außenbauteilen oder Geschossebenen von schutzbedürftigen Räumen
nachgewiesen werden.
7.3 Bei Planung und Betrieb einer Vereinsnutzung in der geplanten Schulsporthalle ist
sicherzustellen, dass durch Sportlärm-Immissionen an der nächstgelegenen
Wohnnutzung der Immissionsrichtwert für ein Allgemeines Wohngebiet (WA) der 18.
BImSchV im Nachtzeitraum von 40 dB(A) eingehalten wird.
7.4 Für den Fall der Planung einer Hausmeisterwohnung ist sicherzustellen, dass bei
Schlaf- und Kinderzimmern bei einem Beurteilungspegel > 45 dB(A) im Nachtzeitraum
(22:00 bis 6:00 Uhr) eine fensterunabhängige Belüftung durch schallgedämmte
Lüftungseinrichtungen oder gleichwertige Maßnahmen bei geschlossenen Fenstern und
Türen sichergestellt wird.
GESTALTERISCHE FESTSETZUNGEN
Gemäß § 9 Abs. 4 BauGB in Verbindung mit § 89 Abs. 1 und 2 BauO NRW 2018 werden
folgende gestalterische Festsetzungen getroffen:
1. Müllbehälter
Abstellplätze für Müllbehälter sind in Gestalt von Müllboxen mit standortheimischen
Hecken (BD3/GH 412) zu umpflanzen (Maßnahme 11).
2. Befestigung von Stellplätzen und Zuwegungen
Die Befestigung von Stellplätzen, der Zufahrten zu den Stellplätzen sowie
Gebäudezuwegungen sind teilversiegelt bzw. mit versickerungsfähigen Materialien (z.B.
mit offenporiges Pflaster, Rasengittersteine) anzulegen.
3. Dachform
Es sind ausschließlich Flachdächer zulässig. Dächer mit einer Neigung bis maximal 5
Grad gelten als Flachdächer.
HINWEISE
1. Rechtsfolgen
Innerhalb des Plangebietes bestehende Rechtssetzungen aufgrund des Preußischen
Fluchtliniengesetzes, des Aufbaugesetzes NW, des Bundesbaugesetzes oder des
Baugesetzbuches treten mit der Rechtsverbindlichkeit dieses Planes außer Kraft.
2 Rechtsgrundlagen
2.1 Es gilt das Baugesetzbuch (BauGB) in der Fassung der Bekanntmachung vom
03. November 2017 (BGBl. I S. 3634).
2.2 Es gilt die Baunutzungsverordnung (BauNVO) vom 23. Januar 1990
(BGBl. I S. 132) in der Fassung der Bekanntmachung vom 21. November 2017
(BGBl. I S. 3786).
2.3 Es gilt die Planzeichenverordnung (PlanzV) vom 18.12.1990 (BGBl. 1991 I S. 58).
2.4 Es gilt die Bauordnung für das Land Nordrhein-Westfalen
(Landesbauordnung 2018 – BauO NRW 2018) vom 21.07.2018 (GV. NRW S. 421).
2.5 Es gilt jeweils die bei Erlass dieser Satzung geltende Fassung.
3 Kampfmittel
Im Plangebiet ist mit Bombenblindgängern/Kampfmitteln zu rechnen. Vor der Aufnahme
von Bauarbeiten (circa sechs Wochen) ist das Amt für Öffentliche Ordnung der Stadt
Köln, Gliederungsziffer 322/40 (allgemeine Ordnungsangelegenheiten) unter der
Benennung des Aktenzeichens 22.5-3-5315000-744/17 sowie der
Bebauungsplannummer einzuschalten. Die Anfrage kann per Mail an
kampfmittel@stadt-koeln.de erfolgen.
4 Bauschutzbereich
Das Plangebiet liegt im Bauschutzbereich des Verkehrsflughafens Köln/Bonn.
5 Löschwasser
Zur Sicherstellung der Löschwasserversorgung ist eine Wassermenge von 1.600 l/min
(96 m³) für mindestens zwei Stunden nachzuweisen.
6 Grundwasserschaden
Für das Plangebiet des Bebauungsplanes liegen im Altlastenkataster der Stadt Köln
Erkenntnisse über einen großflächigen Grundwasserschaden (Nr. 27_25_0021) durch
Per- und Polyfluorierte Chemikalien (PFC) vor. Hierzu hat das Umwelt- und
Verbraucherschutzamt der Stadt Köln als Untere Umweltschutzbehörde eine
Allgemeinverfügung zur Untersagung der erlaubnisfreien Benutzung des Grundwassers
erlassen. Diese ist zu berücksichtigen. Die Bekanntmachung im Amtsblatt der Stadt
Köln erfolgte am 6. Mai 2020.
7 Artenschutz
Laut Artenschutzprüfung von BFL, Büro für Freiraumplanung und Landschaftsarchitekt,
von November 2016, Fachbeitrag Artenschutz der Stufe 1 und von Mai 2018, Ergänzende
Erhebung der Feldlerchenpopulation ergeben sich keine Verbotstatbestände gemäß § 44
Abs. 1 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG).
Gemäß § 39 Abs. 5 BNatSchG ist es im Zeitraum zwischen dem 1. März und 30.
September eines Jahres verboten, Bäume, Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und
andere Gehölze abzuschneiden, auf den Stock zu setzen oder zu beseitigen; zulässig
sind schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses der Pflanzen
oder zur Gesunderhaltung von Bäumen.
Sind innerhalb dieses Zeitraumes Rodungsarbeiten erforderlich, ist vor deren Aufnahme in
Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Köln durch einen
Fachgutachter nach besetzten Nestern zu suchen und bei deren Auffinden die
Rodungstätigkeit sofort einzustellen.
Zur Vermeidung eines Verstoßes gegen das Tötungsverbot nach § 44 Abs. 1 Nr. 1
BNatSchG sind die erforderlichen Rodungen von Gehölzen außerhalb der
Hauptbrutzeiten vom 1. März bis 30. September eines jeden Jahres der im Plangebiet
brütenden Vogelarten auszuführen.
Die Baufeldräumung muss zur Vermeidung baubedingter Tötung von Brutvögeln und
der Zerstörung deren Nester beziehungsweise Gelege außerhalb der Zeit
vom 1. März bis 30. September eines jeden Jahres erfolgen.
8 DIN-Vorschriften und sonstige anzuwendende Regelwerke
DIN-Vorschriften und sonstige private Regelwerke, auf die in den textlichen
Festsetzungen des Bebauungsplanes verwiesen wird, sind jeweils in der bei Erlass
dieser Satzung geltenden Fassung anzuwenden und werden beim Amt für
Liegenschaften, Vermessung und Kataster der Stadt Köln Plankammer, Zimmer 06. E 05,
Stadthaus Deutz, Willy-Brandt-Platz 2, 50679 Köln, während der Öffnungszeiten zur
Einsichtnahme bereitgehalten.
9 Archäologische Untersuchung
Innerhalb des Plangebietes sind archäologische Bodenfunde nicht ausgeschlossen.
Werden bei Bodeneingriffen archäologische Bodenfunde entdeckt, ist gemäß §§ 16 und
17 Nordrheinwestfälisches Denkmalschutzgesetz (DSchG NRW) unverzüglich dem
Römisch-Germanischen Museum/ Archäologische Bodendenkmalpflege der Stadt Köln
(RGM), Tel. 0221/221-22304, Fax 0221/221-24030, anzuzeigen und die Bodenfunde und
dem RGM vorrübergehend zu überlassen. Das entdeckte Bodendenkmal und die
Entdeckungsstätte sind bis zum Ablauf von einer Woche nach der Anzeige in
unverändertem Zustand zu belassen.
10 Bodenschutz
Die Vorschriften des § 12 der Bundesbodenschutz-Verordnung (BBodSchV) sind zu
beachten.
11 Erschließungsplanung
Es wird eine Erschließungsplanung erforderlich zur Berücksichtigung folgender
Aspekte:
- Konzept zur Erschließung im Umfeld der Schule
- Bereiche für Bring- und Holverkehr
- Fläche Schwimmbus
- barrierefreie Bushaltestelle
- Stellplatzermittlung für Schule als auch den Vereinssport gemäß gültiger
Stellplatzsatzung der Stadt Köln
- Abstellmöglichkeiten für Räder und Lastenräder im Plangebiet gemäß gültiger
Stellplatzsatzung der Stadt Köln
- verkehrssichere Erschließung im Nahbereich der Grundschule mit sicherer
Überquerungsmöglichkeit der Friedensstraße zum nördlich gelegenen Fuß- und
Radweg
12 Schalltechnische Auswirkungen der Planung
Die schalltechnischen Auswirkungen der Schulnutzung wie planbedingter Mehrverkehr,
Parkplatzlärm oder gegebenenfalls Lärm aus Haustechnik sind im
Baugenehmigungsverfahren zu prüfen. Relevante Immissionsorte sind die Gebäude
„Friedensstraße“ Nrn. 57 und 59 sowie 123 und 129.
13 Überflutungsnachweis
Der Überflutungsnachweis gemäß DIN 1986-100 ist im Baugenehmigungsverfahren zu
erbringen und den Stadtentwässerungsbetrieben Köln (StEB) vorzulegen.
14 Entwässerung/ Versickerung
Gemäß § 44 Landeswassergesetz (LWG) in Verbindung mit § 55 Abs. 2
Wasserhaushaltsgesetz (WHG) ist das anfallende Niederschlagswasser vor Ort zu
versickern. Bezüglich der wasserrechtlichen Erlaubnis ist die Untere Wasserbehörde
bei der Stadt Köln einzuschalten.
Das Niederschlagswasser von begrünten Dachflächen ist separat zu fassen und in
Abstimmung mit der Unteren Wasserbehörde der Stadt Köln einer Versickerung
zuzuführen. Eine Versickerung ist beispielweise denkbar über Rigolen unterhalb einer
Schulhoffläche.
Niederschlagswasser, das nicht versickert wird, kann nach eventueller Vorreinigung
gedrosselt in den verrohrten Rheinkanal II eingeleitet werden. Die maximal zulässige
Einleitmenge soll 25 l/s nicht überschreiten, soweit dies technisch und wirtschaftlich
vertretbar ist. Die technische Lösung einer Vorreinigung sowie die Einleitmenge ist mit
der Unteren Wasserbehörde (572) der Stadt Köln und den Stadtentwässerungsbetrieben
Köln (StEB) abzustimmen.
15 Externe Ausgleichsmaßnahme
Die externe Maßnahme eA1 wird auf den von der Stadt Köln bereitgestellten Flächen
(Gemarkung Langenbrück, Flur 74, Flurstücke 100/2 und 758, jeweils teilweise)
hergestellt.
Maßnahme eA1: Umwandlung einer Ackerfläche in Anlage einer extensiven Fettwiese
(EA1/LW1111) auf einer Größe von 2.074 m².
Zur Information: Von der Maßnahme eA1 mit 14.300 m² entfallen 2.074 m² auf Eingriffe
durch die Fläche für Gemeinbedarf (siehe textliche Festsetzung Nr. 6.2).
16 Satzung zur Erhebung von Kostenerstattungsbeträgen
Die verwendeten Kürzel innerhalb der Begrünungsfestsetzungen beziehen sich auf die
Anlage zur Satzung der Stadt Köln zur Erhebung von Kostenerstattungsbeträgen
gemäß §§ 135a bis 135c BauGB vom 15. Dezember 2011 (Amtsblatt der Stadt Köln Nr.
1 vom 04. Januar 2012). In dieser Anlage sind mit der Angabe von Kürzeln allgemein
gültige Qualitätsmaßstäbe für Begrünungsmaßnahmen der Stadt Köln formuliert.
NACHRICHTLICHE ÜBERNAHME
1 Im Plangebiet verläuft südlich der Friedensstraße die Ferngasleitung Nr. 22 und ein
Lichtwellenkabel. Die Trassen dürfen in Abstimmung mit den zuständigen
Versorgungsträgern befestigt und als Stellplatzflächen genutzt werden. Bei der
Aufstellung von Müllsammelbehältern ist darauf zu achten, dass im Bedarfsfall die
Abfallsammelplätze ohne besonderen technischen Aufwand geräumt werden können.
2 Im Rahmen der Planfeststellung zum Neubau der ICE Trasse Köln-Hauptbahnhof /
Flughafen Köln-Bonn/ Frankfurt Flughafen ist das Flurstück 506 in der Flur 2 der
Gemarkung Elsdorf als Ausgleichsfläche festgesetzt worden.
Lage der externen Ausgleichsfläche
Gemarkung Langenbrück Flur 74 Flurstück 758
sowie 100 / 2 jeweils teilweise
Ausgleichsfläche eA1
N
Anlage 4
Beratungsverlauf (3)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 2095/2024
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 14.08.2024
- Erstellt
- 02.07.2024 08:40