1119/2021
Abschlussbericht der Maßnahme „Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung“ im Sozialraum „Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord“
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Mitteilung Ausschuss
3057 Zeichen
Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VI/15/152 152/12 Vorlagen-Nummer 29.03.2021 1119/2021 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Stadtentwicklungsausschuss 29.04.2021 Bezirksvertretung 6 (Chorweiler) 27.05.2021 Abschlussbericht der Maßnahme „Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung„ im Sozialraum „Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord“ Mit dem Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ hat der Rat der Stadt Köln am 20.12.2016 (Vorla- ge Nr. 2899/2016) ein zukunftsweisendes Leitkonzept zur sozialraumorientierten Stadtentwicklung beschlossen und die Verwaltung unter Nutzung möglicher Förderzugänge mit der Umsetzung beauf- tragt. Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Blumenberg, Chorweiler und Seeberg- Nord“ wurde am 18.05.2017 (Vorlage Nr. 0743/2017) vom Rat der Stadt Köln beschlossen. Es bildet die Grundlage zur Beantragung von Zuwendungen aus dem Städtebauförderprogramm. Für die Maß- nahme „Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung“ wurde ein städtebaulicher Förderantrag ge- stellt und durch den Fördermittelgeber positiv beschieden. Ziel der Maßnahme „Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung“ ist, die Teilhabe und Mitwirkung im Sozialraum zu verbessern und die Verantwortung der Bewohner*innen sowie weiterer Akteure für das eigene „Veedel“ langfristig zu stärken. Unter dem Namen STARKE VEEDEL BÜRO BLUMENBERG; CHORWEILER UND SEEBERG NORD nahm im April 2019 das „Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung“ die Arbeit auf. Die enge Zusammenarbeit mit den Sozialraumkoordinatorinnen „Blumenberg, Chorweiler und Seeberg- Nord“ gewährleistete eine schnelle Vernetzung. Kooperationsbeziehungen, insbesondere zwischen einzelnen Bewohner*innen sowie den Akteuren im Sozialraum wurden aufgrund gezielter Vernet- zungsarbeit des STARKE VEEDEL BÜRO BLUMENBERG; CHORWEILER UND SEEBERG NORD auf- und ausgebaut. Der Verfügungsfonds ist Teil der Maßnahme „Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung“, mit dem es möglich war, die Entwicklung und Umsetzung kleinteiliger Projekte und Aktivitäten zu fördern. Alle im Sozialraum tätigen Einrichtungen, Vereine, Bewohnergruppen sowie einzelne engagierte Be- wohner*innen hatten die Möglichkeit, mit ihren Ideen, Aktionen und Projekten an der Aufwertung ihres Stadtteils aktiv mitzuwirken und Fördermittel aus dem Verfügungsfonds zu beantragen. Im Durchfüh- rungszeitraum wurden 48 Verfügungsfonds-Projekte bewilligt, von denen trotz der massiven Ein- schränkungen durch die Corona-Pandemie letztlich 42 zumindest teilweise durchgeführt werden konnten. Die Städtebauförderung für die Maßnahme „Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung“ im Sozi- alraum „Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord“ ist zum 31. Dezember 2020 beendet worden. Der als Anlage beigefügte Abschlussbericht gibt einen Über- und Rückblick über die einzelnen viel- schichtigen Tätigkeiten und deren Umsetzung gemeinsam mit den Handelnden vor Ort. Anlage Abschlussbericht - Quartiersmanagement im SR_Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord
Abschlussbericht - Quartiersmanagement im SR_Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord
139077 Zeichen
STARKE VEEDEL – STARKES KÖLN
STARKE VEEDEL
BÜRO
CHORWEILER
ABSCHLUSSBERICHT
BÜRO FÜR QUARTIERSMANAGEMENT UND AKTIVIERUNG
IM SOZIALRAUMGEBIET „BLUMENBERG, CHORWEILER UND
SEEBERG-NORD“
♥
♥CHORWEILER-MITTE
IMPRESSUM
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung
„Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord“
Das Büro für Quartiersmanagement wurde im
Rahmen des Programms „Starke Veedel –
Starkes Köln“ vom Amt für Stadtentwicklung
und Statistik der Stadt Köln betreut.
Auftragnehmer:
Stadt + Handel Beckmann und
Föhrer Stadtplaner PartGmbB
info@stadt-handel.de
www.stadt-handel.de
Amtsgericht Essen
Partnerschaftsregisternummer PR 3496
Hauptsitz Dortmund
Gestaltung:
icon Kommunikation für Kultur und
Wirtschaft GmbH, Köln
Grafik, Layout/Satz:
Christine Wehmeier, Kommunikationsdesignerin
Bildnachweise:
Cover unter Verwendung eines Templates
Designed by new7ducks / freepic
Druck:
Pilgram Druck und Dienstleistung GmbH & Co. KG
Madausstraße 1 | 51109 Köln – Merheim
300 12/2020
STARKE VEEDEL – STARKES KÖLN
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
ABSCHLUSSBERICHT
BÜRO FÜR QUARTIERSMANAGEMENT UND AKTIVIERUNG IM SOZIALRAUMGEBIET
„BLUMENBERG, CHORWEILER UND SEEBERG-NORD“
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER VORWORT
VORWORT
Mit dem Programm „Starke Veedel – Starkes Köln:
Mitwirken, zusammenhalten, Zukunft gestalten“
nutzt Köln den Projektaufruf „Starke Quartiere –
starke Menschen“ des Landes NRW (2014 – 2020),
um in mehreren Sozialraumgebieten die Lebens-
bedingungen von Kölner Bürgerinnen und Bürgern
spürbar zu verbessern. Im Sozialraum „Blumenberg,
Chorweiler und Seeberg-Nord“ sieht das Integrierte
Stadtentwicklungskonzept zahlreiche Maßnahmen
zur Aufwertung der Quartiere vor. Hierzu zählen
sowohl bauliche Maßnahmen zur Neugestaltung des
öffentlichen Raumes sowie sozial flankierende Maß-
nahmen, die die Themen Prävention, Bildung und
Qualifizierung in den Blick nehmen.
Von zentraler Bedeutung ist neben der Umsetzung
der beschriebenen Maßnahmen auch die Aktivie -
rung von Bewohnerinnen und Bewohnern mit dem
Ziel, die Vernetzung im Quartier zu fördern, gut
funktionierende Nachbarschaften zu bilden und
Hilfestellung bei der aktiven Mitgestaltung des
Wohnumfeldes zu geben. So soll das Miteinander
im Quartier gestärkt werden. Um hier zu unterstüt -
zen, wurde ein Quartiersmanagement eingesetzt,
das vor Ort im „Starke Veedel Büro“ im Bürger-
zentrum Chorweiler am Pariser Platz 1, 50765 Köln
als Ansprechpartner für alle Fragen rund um die
Maßnahmen aus dem Integrierten Stadtentwick-
lungskonzept bereit stand und im Sinne des Vernet-
zungsgedankens eng mit der Sozialraumkoordina-
tion zusammen gearbeitet hat.
Ausgestattet wurde das Quartiersmanagement mit
einem Verfügungsfonds, der dabei half, die vielen
Projektideen der Bewohnerinnen und Bewohner des
Quartiers durch finanzielle Unterstützung umzuset-
zen.
Wie der nun vorliegende Abschlussbericht zeigt,
ist es dem Quartiersmanagement geglückt, für den
Sozialraum „Blumenberg, Chorweiler und See -
berg-Nord“ bedeutsame Projekte und Maßnahmen
gemeinsam mit den Handelnden vor Ort erfolgreich
umzusetzen.
Vorhandene Strukturen wurden gewinnbringend ge-
nutzt und einbezogen und damit die Umsetzung der
Projekte sehr befördert.
Das Quartiersmanagement mit seinen Mitarbeiten -
den war dabei stets zuverlässiger Ansprechpartner
und Lotse für alle Belange.
Mit einer aktiven Öffentlichkeitsarbeit hat das Quar-
tiersmanagement das „Starke Veedel – Starkes Köln“
Programm mit all seinen Maßnahmen und vor allem
die Bewohnerinnen und Bewohner des Sozialraums
mit ihren Projekten anerkennend begleitet und in
den Mittelpunkt gerückt.
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER VORWORT
Zum Jahreswechsel 2020 / 2021 beendet das Quar-
tiersmanagement für den Sozialraum „Blumenberg,
Chorweiler und Seeberg-Nord“ nun planmäßig seine
Arbeit, für die ich mich an dieser Stelle ganz herzlich
bedanke.
Abschließend ist es mir wichtig zu betonen, dass die
angestoßenen Ideen, Impulse und einige Projekte
für den Sozialraum und die dort lebenden Men -
schen auch nach der Beendigung des Quartiers -
managements weitergehen. Noch in der Umsetzung
befindliche aber auch neue attraktive Maßnahmen
werden dazu beitragen, das Quartier und die Le -
bensverhältnisse weiter aufzuwerten und zu ver-
bessern.
Ihre
Brigitte Scholz
Leiterin des Amtes für Stadtentwicklung
und Statistik
INHALT
1. Einleitung ................................................................................................................................................... 8
2. Das Sozialraumgebiet
2.1. Ziele und Maßnahmen des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ ................................................... 12
2.2. Strukturdaten im Sozialraum ..................................................................................................................... 14
2.3. Akteurs-Struktur und bestehende Netzwerke ......................................................................................... 18
3. Das STARKE VEEDEL BÜRO
3.1. Ein rundes und buntes Konzept ................................................................................................................. 22
3.2. Das Team stellt sich vor ............................................................................................................................. 24
3.3. Das Starke Veedel Büro vor Ort ................................................................................................................. 26
4. Aktionen des STARKE VEEDEL BÜROs
4.1. Aktionen zur Aktivierung der Bewohnerschaft ......................................................................................... 30
4.2. NIKN – Reaktion des Quartiersmanagements auf die Corona-Pandemie ................................................ 42
5. Verfügungsfonds
5.1. Das Förderinstrument – Aufruf zur Teilhabe und Mitwirkung .................................................................. 46
5.2. Beratungsgremium und Bewilligungsverfahren ....................................................................................... 48
5.3. Wirkungsweise im Sozialraumgebiet ........................................................................................................ 50
5.4. Die VEEDELS-IDEEN ................................................................................................................................... 54
5.5. Projektportraits ......................................................................................................................................... 56
6. Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation
6.1. Kommunizierte Werte und Corporate Design .......................................................................................... 66
6.2. Crossmediale Kommunikation ................................................................................................................... 68
6.3. Digital unterwegs ....................................................................................................................................... 71
7. Fazit ........................................................................................................................................................... 80
Endnoten .............................................................................................................................................................. 82
Abbildungsverzeichnis .......................................................................................................................................... 83
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
8
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
EINLEITUNG
Das Quartiersmanagement im Sozialraumgebiet1
„Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord“ war
21 Monate tätig. 42 Projekte wurden mithilfe der
Förderung aus dem Verfügungsfonds umgesetzt. 88
Posts sind auf Instagram erschienen. 21-mal haben
die Quartiersmanagerinnen und -manager Netz-
werktreffen besucht. Eine Pandemie fällt in den
Projektzeitraum.
Wir möchten gemeinsam mit Ihnen, verehrte Lese -
innen und Leser, auf die Laufzeit des Quartiers -
managements im Norden Kölns zurückblicken und
Ihnen die Ergebnisse einer intensiven Projektphase
präsentieren.
Von April 2019 bis Dezember 2020 hat das Quar-
tiersmanagement aus dem Starke Veedel Büro am
Pariser Platz 1 in Chorweiler-Mitte den Auftrag er-
füllt, die Menschen und Institutionen im Sozialraum -
gebiet zu erreichen, zu aktivieren und sie dabei zu
unterstützen, ihre Ideen einzubringen, um damit ihr
direktes Lebensumfeld mitzugestalten.
Wir möchten Ihnen die Maßnahme „Büro für Quar-
tiersmanagement und Aktivierung“ auf den nächs -
ten Seiten übersetzen. Management, das bedeutet
in der Förderlandschaft des Städtebaus nicht führen
und leiten, sondern zuhören, hinschauen, koordinie-
ren, moderieren und aktivieren.
Das „Büro für Quartiersmanagement und Aktivie-
rung“ – kurz Quartiersmanagement – ist eine Maß-
nahme aus dem sozialraumübergreifenden Integrier-
ten Handlungskonzept „Starke Veedel – Starkes Köln“
und findet sich auch im Integrierten Stadtentwick-
lungskonzept (ISEK) für das Sozialraumgebiet „Blu-
menberg, Chorweiler und Seeberg-Nord“ wieder.
Im Sinne des Handlungskonzepts agieren die in Köln
tätigen Quartiersmanagements in mehreren Sozial -
raumgebieten aus ihren jeweiligen Starke Veedel
Büros vor Ort.
— Starke Veedel Büro Chorweiler
Sozialraumgebiet Blumenberg, Chorweiler,
Seeberg-Nord (April 2019 – Dezember 2020)
— Starke Veedel Büro Mülheim
Sozialraumgebiete Mülheim-Nord/Keupstraße
und Buchheim/ Buchforst
(April 2019 – Dezember 2020)
— Starke Veedel Büro Meschenich
Soziale Stadt Gebiet Meschenich
(November 2019 – Dezember 2020)
— Starke Veedel Büro Porz-Ost
Sozialraumgebiet Porz-Ost, Finkenberg,
Gremberghoven, Eil (2020 – 2022)
— Starke Veedel Büro Kalk
Sozialraumgebiet Humboldt/Gremberg und Kalk
(2020 – 2023)
Quartiersmanagement– eine Maßnahme aus dem
Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“
Auf Basis des Integrierten Handlungskonzeptes
hat die Stadt Köln die Chancen der Förderperiode
2016–2020 der Europäischen Union unter anderem
für das Sozialraumgebiet „Blumenberg, Chorweiler
und Seeberg-Nord“ genutzt. Dabei wurde auf dem
Programm „Lebenswerte Veedel – Bürger- und
Sozialraumorientierung in Köln“ aufgebaut. Mit dem
letztgenannten ist die Stadt Köln bereits seit 2006
in elf Gebieten aktiv. Für den Erfolg des Programms
1. EINLEITUNG
9
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
EINLEITUNG
„Starke Veedel – Starkes Köln“ ist die Beteiligung der
Bewohnerschaft sowie weiterer Akteure entschei -
dend. Hierzu bedarf es neben der Programmkoordi -
nation innerhalb der Stadtverwaltung einer zentra -
len Anlauf-, Informations- und Koordinationsstelle
vor Ort, die mit dem Büro für Quartiersmanagement
und Aktivierung geschaffen wurde.
Kommunikationsdrehscheibe für das Programm
„Starke Veedel – Starkes Köln“
Das Quartiersmanagement zielte darauf ab, die
Bewohnerschaft des Sozialraumgebiets zu errei-
chen, zu aktivieren und zu unterstützen, dadurch
Barrieren zu senken und den Netzwerkgedanken zu
stärken. Es handelte sich um eine niedrigschwellige
und aktivierende Maßnahme zur Verbesserung von
Teilhabe und Mitwirkung. Ziel war es weiterhin, über
die Maßnahmen des Integrierten Stadtentwicklungs -
konzeptes für das Sozialraumgebiet „Blumenberg,
Chorweiler und Seeberg-Nord“ die Verantwortung
der Bewohnerinnen und Bewohner sowie weiterer
Akteure für das eigene Veedel langfristig zu stärken
und zu stabilisieren und selbsttragende Strukturen
auszubauen.
Mit der fachlichen, inhaltlichen Koordination der
einzelnen Projektmaßnahmen sind grundsätzlich die
jeweiligen Fachämter betraut, es bedurfte jedoch
einer auf das Integrierte Stadtentwicklungskonzept
bezogenen Kommunikation und Informationsver-
mittlung vor Ort. Dabei war eine enge, sich ergän -
zende Zusammenarbeit mit der Sozialraumkoordina-
tion vorgehsehen.
Aktivierung durch Motivation und Teilhabe
Zum Aufgabenspektrum des Quartiersmanagements
gehörte maßgeblich die Initiierung des Verfügungs -
fonds. Der Verfügungsfonds ist ein zentrales quar-
tiersorientiertes Aktivierungsinstrument, das im
Schwerpunkt die Bewohnerschaft, aber auch lokale
Akteure, Vereine und Institutionen, die im Sozial-
raumgebiet tätig sind, befähigt, stärker am Leben
und den Aktivitäten in ihren Veedel zu partizipieren.
Das Quartiersmanagement übernahm die Aufgabe,
Bewohnerinnen und Bewohner, Vereine, Kirchen-
gemeinden und weitere Sozialraumakteure für eine
Antragstellung zum Verfügungsfonds anzuwerben
und sie bei der Umsetzung ihrer Ideen und Vorstel -
lungen zu unterstützen. Dazu war es von besonde-
rer Bedeutung, dass eine räumliche Anlaufstelle im
Sozialraumgebiet geschaffen wurde, durch die das
Quartiersmanagement und der Verfügungsfonds
wahrnehmbar waren.
Im Unterschied zu den im Gesamtprogramm fest
verankerten Projekten, sollten mit Hilfe des Ver-
fügungsfonds unkompliziert und kurzfristig aus der
Bewohnerschaft heraus, Projekte und kleinere Maß -
nahmen umgesetzt werden, die sich im Sinne der
Entwicklung eines „Miteinanders“ förderlich auf die
Entwicklung des Sozialraumgebiets auswirkten. Das
Quartiersmanagement unterstützte mit seiner Auf -
gabe der Förderung von Teilhabe die Zielausrichtung
und den Erfolg des gesamten Integrierten Stadtent-
wicklungskonzeptes „Starke Veedel – Starkes Köln“.
Information und Beteiligung
Der Projektbaustein „Öffentlichkeitsarbeit“ des
Quartiersmanagements setzte sich aus unterschied -
lichen Instrumenten der Öffentlichkeitsarbeit und
Medienarbeit zusammen. Ziel war es, die unter-
schiedlichen Zielgruppen niederschwellig und
bedarfsgerecht zu erreichen und die dafür erforder -
lichen Instrumente zu entwickeln. Darüber hinaus
wurde auf die klassischen Instrumente der Öffent-
lichkeitsarbeit zurückgegriffen, um das Programm
zu kommunizieren. Die Aufwertung des Images des
gesamten Sozialraumgebiets wurde angestrebt.
Zielgruppe
Die Zielgruppe war sehr breit aufgestellt. Die Maß -
nahme kam insbesondere den unterschiedlichen
Teilgruppen der Bewohnerinnen und Bewohner
zugute. Aber auch die Verwaltung, Träger, Politik,
sonstige staatliche Institutionen auf kommunaler
Ebene, Sozialraumkoordinatorinnen und Sozialraum-
koordinatoren, weitere (organisierte) lokale Akteure
und Interessensvertretungen waren in der Zielgrup -
pe inbegriffen.
2. DAS SOZIALRAUMGEBIET
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER DAS SOZIALRAUMGEBIET
24
Starke Veedel – Starkes Köln
Stadt Köln
Dezernat für Stadtentwicklung, Planen und Bauen
Willy-Brandt-Platz 2, 50679 Köln
Stand: 11. Januar 20 21
1 00 m 500 m
weitere Entwicklungsräume und Projekte
Wohnbaupotenzialflächen
S-Bahn
Stadtbahn
BLUMENBERG
SEEBERG-NORD
CHORWEILER
25
KREUZFELD
23
1
1 3
91 0
2 2
1 5
1 8
1 7
1 4 1 1
1 2
1 4
8
Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung
1. Büro für Quartiersmanagement (Starke Veedel Büro)
2. Evaluation
Früh ansetzende Hilfen
3. Zugehende Hilfe
4. Stadtteileltern
5. Willkommen & Ankommen
6. Kita-Einstieg
7. Fit und Aktiv in Chorweiler
Öffentlicher Raum
8. Ertüchtigung Bolzplatz Elbeallee
9. Neugestaltung Spielplatz Osloer Straße
10. Neugestaltung Spielplatz Kopenhagener Straße
11. Neugestaltung Spielplatz Osloer Straße / Athener Ring
12. Neugestaltung Weserplatz
13. Neugestaltung Turkuplatz
14. Umgestaltung des Rückgrats von Chorweiler
(von Themsepromenade bis Weserpromenade)
15. Öffnung des Einkaufszentrums nach außen
Umweltgerechtigkeit – Klimaschutz,
Luftreinhaltung und Lärmminderung
16. Aufbau eines Hitzewarnsystems
17. Erweiterung des Schulgartenangebots
Wohnen
18. Zuhause im Veedel: Beteiligung und Wohnumfeldpflege
19. Haus-, Hof- und Fassadenprogramm
20. Evaluierung und Ideenwerkstatt zu den Potenzialflächen für
Wohnungsneubau/gemischte Nutzungen im Sozialraum
21. Einrichtung „Runder Tisch Wohnungswirtschaft“
Mobilität und Verkehr
22. Neugestaltung der S- und U-Bahnstation „Chorweiler Mitte“
Weitere Entwicklungsräume und Projekte
23. Neugestaltung Liverpooler Platz, Pariser Platz, Lyoner Platz
(Programm „Lebenswertes Chorweiler“)
24. Betrauung der GAG Immobilien AG mit dem „Chorweiler Paket“
25. Entwicklungsraum Kreuzfeld
BLUMENBERG, CHORWEILER
UND SEEBERG-NORD
Die Oberbürgermeisterin
11
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER DAS SOZIALRAUMGEBIET
12
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER DAS SOZIALRAUMGEBIET
2.1. ZIELE UND MASSNAHMEN
DES PROGRAMMS
„STARKE VEEDEL – STARKES KÖLN“
Ziel des Integrierten Handlungskonzeptes ist es, die
besonders von sozialer Benachteiligung betroffenen
Stadtquartiere in Köln zu stärken, Armut zu bekämp-
fen, den sozialen Zusammenhalt zu stärken, Präven-
tion zu systematisieren und die Lebenssituation der
in diesen Quartieren lebenden Menschen nachhaltig
zu verbessern. Die Förderung dieser Quartiere wird
gleichzeitig auch zur gesamtstädtischen Entwicklung
beitragen und den sozialen Zusammenhalt in der
Gesamtstadt fördern2.
Mit dem Ratsbeschluss zum Programm „Lebenswer-
te Veedel“ im Jahr 2006 wurden insgesamt 11 Sozial-
räume definiert3. Die Sozialraumgebiete wurden
vorrangig nach Kriterien der sozialen Benachteiligung
der Bewohnerinnen und Bewohner ausgewählt und
abgegrenzt. Auf diese Weise soll sichergestellt wer-
den, dass von der verstärkten sozialraumorientierten
Arbeit insbesondere Stadtgebiete profitieren, in de-
nen die soziale Lage der Bevölkerung vergleichswei-
se schwierig ist. Sozialraumgebiete umfassen eine
Bewohnerstärke von 20.000–30.000 Einwohnern. In
jedem Sozialraumgebiet ist eine Sozialraumkoordina-
tion tätig. Auf Basis des Leitkonzeptes „Starke Veedel
– Starkes Köln“ werden sozialraumspezifische ISEKs
mit konkreten Maßnahmen für die einzelnen Sozial-
räume erarbeitet. Der Rat der Stadt Köln hat das
ISEK „Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord“
am 18.05.2017 beschlossen4. Im Dezember 2018
wurde ein weiteres ISEK für den Sozialraum – auf-
bauend auf die erste Fassung – beschlossen. Diese
Konzepte bilden den Rahmen für das weitere integ-
rierte Handeln im Sozialraum.
Maßnahmen und Ziele für den Sozialraum
„Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord“
Abgeleitet aus den Analysen und erarbeiteten Hand -
lungsbedarfen des Leitkonzepts werden folgende
Handlungsfelder im sozialraumspezifischen ISEK
„Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord“ identi -
fiziert:
— Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung
— Früh ansetzende Hilfen
— Wirtschaft und Qualifizierung
— Wohnen
— Öffentlicher Raum
— Umweltgerechtigkeit – Klimaschutz,
Luftreinhaltung und Lärmminderung
Das Quartiersmanagement mit dem Verfügungs-
fonds findet sich im sozialraumspezifischen ISEK im
Handlungsfeld Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung.
2015: Leitkonzept „Starke Veedel – Starkes Köln“
Integriertes Handlungskonzept für die Stadt Köln (InHK)
2019 – 2020: Quartiersmanagement und
Verfügungsfonds als Maßnahme 0.0.1 des ISEK
2016: Integriertes Handlungskonzept(IHK) für den
Sozialraum „Blumberg, Chorweiler und Seeberg-Nord“
Handlungsfelder mit 24 Maßnahmen
Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung
1 Früh ansetzende Hilfen
2 Öffentlicher Raum
3 Wirtschaft und Qualifizierung
4 Umweltgerechtigkeit – Klimaschutz, Kuftreinhaltung und
Lärmminderung
5 Wohnen
Abb. 1: Quartiersmanagement als Maßnahme
im Integrierten Handlungskonzept (eigene Darstellung)
13
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER DAS SOZIALRAUMGEBIET
MASSNAHMEN AUS DEM IHK „BLUMENBERG,
CHORWEILER UND SEEBERG-NORD“
Bezeichnung
Laufzeit
Beginn Ende
Büro für Quartiersmanagement u. Aktivierung 2019 2020
Soziale Stadt Chorweiler-Mitte (Verfügungsfonds) 2017 2019
Handlungsfeld: früh ansetzende Hilfen
Zugehende Hilfe zur Überleitung ins Regelsystem und Entwicklung einer beruflichen Perspektive für
junge Menschen mit psychischen Problemen 2017 2019
Kölner Bildungsberatungszentrum einschließlich Stadtteileltern (hier nur Stadtteileltern) 2018 2020
Willkommen und Ankommen in Köln 2017 2018
Kita-Einstieg 2017 2020
Neubau der Kinder- und Jugendeinrichtung „Blu4Ju“ der Katholischen Jugendagentur Köln gGmbH
(KJA), Langenbergstraße, Köln-Blumenberg 2022 2023
Fit und aktiv in Chorweiler 2019 2020
Handlungsfeld: öffentlicher Raum***
„Spiel- und Bewegungsräume in den Veedeln: Spielplatz Kopenhagener Str.“ 2018 2019
„Spiel- und Bewegungsräume in den Veedeln: Spielplatz Osloer Str.“ 2018 2019
„Spiel- und Bewegungsräume in den Veedeln: Bolzplatz Elbeallee“ 2019 2022
„Spiel- und Bewegungsräume in den Veedeln: Spielplatz Osloer Str./Athener Ring“ 2019 2022
Weserplatz in Köln-Chorweiler 2024 2026
Neugestaltung des Turkuplatzes 2025 2027
Umgestaltung des Rückgrats von Chorweiler (Themse- bis Weserpromenade) 2025 2029
Öffnung des City-Centers nach außen (erweitertes Dialogverfahren) 2022 2023
Handlungsfeld: Wirtschaft und Qualifizierung
In diesem Handlungsfeld werden keine Maßnahmen durchgeführt.
Handlungsfeld: Umweltgerechtigkeit – Klimaschutz, Luftreinhaltung und Lärmminderung
Verbundprojekt Hitzeaktionsplan für Menschen im Alter 2019 2021
Stärkung beziehungsweise Erweiterung des Schulgartenangebotes 2019 2022
Handlungsfeld: Wohnen
„Zuhause im Veedel“ (Modul A) 2019 2021
Haus,- Hof- und Fassadenprogramm 2019 2021
Evaluierung und Ideenwerkstatt zu den Potenzialflächen für den Wohnungsneubau und gemischte
Nutzungen im Sozialraumgebiet 2022 2023
Einrichtung Runder Tisch Wohnungswirtschaft 2019 2021
Handlungsfeld: Sozialraumorientierte Stadtentwicklung und Aufbau der Präventionskette im Prozess
Barrierefreie Neugestaltung der S- und U-Bahnstation in Chorweiler-Mitte 2023 2026
Abb. 2: Maßnahmen aus dem Integrierten Handlungskonzept
„Blumenberg, Chorweiler, Seeberg-Nord“ (eigene Darstellung)
14
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
Das Sozialraumgebiet „Blumenberg, Chorweiler und
Seeberg-Nord“ liegt am nördlichen Stadtrand Kölns
in der Peripherie und umfasst die zwei Stadtteile
Blumenberg und Chorweiler sowie das Quartier
Seeberg-Nord. Es lässt sich aufgrund seiner sozial
und städtebaulich sehr unterschiedlichen Strukturen
in vier Teilräume unterteilen, nämlich Blumenberg,
Chorweiler-Mitte und Chorweiler-Nord sowie See -
berg-Nord.
Der Stadtteil Blumenberg ist erst in den 1980er
Jahren entstanden und aktuell der jüngste Stadt -
teil Kölns. Blumenberg und Chorweiler sind durch
eine großzügig angelegte Parkanlage voneinander
getrennt. Der Rest von Blumenberg ist von Feldern
und weiteren Grünflächen umgeben. Allgemein ist
Köln-Blumenberg ein sehr „grüner“ Stadtteil.
In Blumenberg gibt es S-Bahn Haltestelle und eine
Busverbindung.
Chorweiler ist gleichzeitig auch der Namensgeber
des gesamten Stadtbezirks Chorweiler und Sitz des
Bezirksrathauses. Der Teilraum Chorweiler-Mitte,
der den Kern des Sozialraumes bildet, ist von einer
sehr dominanten Hochhausbebauung geprägt. Die
Großwohnsiedlung entstand in den 1970er Jah-
ren und zeichnet sich durch einen hohen Anteil an
öffentlich geförderten Wohnungen aus und ist von
einer problematischen Sozialstruktur geprägt. Das
Herzstück ist der zentral gelegene Pariser Platz. Der
Stadtteil liegt unmittelbar an der Autobahn A-57 und
das ÖPNV Netz ist mit S-Bahn-, U-Bahn- sowie Bus -
linienanbindungen gut ausgebaut.
Seeberg-Nord wurde in den 1970er Jahren errich-
tet. Das Quartier grenzt unmittelbar an den Stadt-
teil Chorweiler an. Die beiden Teilräume werden
durch die Willi-Suth-Allee und die Merianstraße
getrennt. Die nach Süden offene Parkanlage wird
von mehrgeschossigen Hochhäusern umschlossen.
Zwischen den Hochhäusern und dem Park wurden
Einfamilienhäuser sowie Bungalows errichtet. Ende
der 1960er Jahre konnten namhafte Architekten, in
Form eines Wettbewerbs, ihre Vorstellungen vom
modernen Städtebau exemplarisch verwirklichen.
Man findet die Bauten im Südwesten des Quartiers
Seeberg-Nord. In Seeberg-Nord gibt es mehrere
kleinere Plätze mit Lebensmittelgeschäften, sowie
einer Bäckerei, einem türkischen Restaurant und
einem Second-Hand Geschäft.
Der Sozialraum „Blumenberg, Chorweiler und See -
berg-Nord“ weist eine Bevölkerungszahl von rund
27.000 auf und ist durch eine hohe kulturelle Vielfalt
geprägt (Stand 20195). Rund 80 Prozent der Bewoh-
nerschaft (mit steigender Tendenz) weisen einen
Migrationshintergrund auf, so dass dem Sozialraum
insgesamt eine hohe Integrationsleistung zukommt.
Im Hinblick auf demographische Veränderungen ist
der Sozialraum durch eine überdurchschnittlich jun-
ge Bevölkerung mit einem hohen Anteil an Familien
mit Kindern (30,4 % der Haushalte) gekennzeichnet.
Auffällig ist zudem der hohe Anteil der Alleinerzie -
henden.
2.2. STRUKTURDATEN IM SOZIALRAUM
DAS SOZIALRAUMGEBIET
15
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
Oftmals prekäre Lebensverhältnisse spiegeln sich
in dem hohen Anteil an SGB II-Beziehenden wider.
Rund 44 % der Kinder und Jugendlichen unter 15
Jahren leben in SGB II-Bedarfsgemeinschaften.
Unter den Erwachsenen beziehen rund 30 % Leis -
tungen nach dem SGB II. Besonders deutlich werden
die sozialen Unterstützungsbedarfe im Bereich der
Großwohnanlagen in Chorweiler-Mitte: Hier leben
43 % der Bevölkerung und fast 60 % der Kinder und
Jugendlichen unter 15 Jahren in SGB II-Bedarfsge -
meinschaften.
Auch der Anteil an älteren Menschen steigt im
Sozialraum an. Gleichzeitig ist die Betroffenheit von
Altersarmut im Sozialraum sehr hoch: Gut ein Drittel
der Seniorinnen und Senioren bezieht Grundsiche-
rung im Alter nach SGB-XII, in Chorweiler sind es so-
gar deutlich mehr als ein Drittel (Stadt Köln: rd. 8 %).
Der Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäf-
tigten (SVP) im Sozialraum liegt mit 51 % unter dem
stadtweiten Durchschnitt (58 % SVP-Beschäftige).
Vor allem die hohe Arbeitslosigkeit, die Langzeit-
arbeitslosigkeit und die Zunahme der Arbeitslosig -
keit junger Menschen unter 25 Jahren sind für das
Gebiet problematisch.
In der kleinräumigen Betrachtung werden Unter-
schiede zwischen den Quartieren hinsichtlich der
Sozialstruktur deutlich. In den Bereichen des hoch -
verdichteten Geschosswohnens sind die sozialen
Unterstützungsbedarfe am größten. Insbesondere
in den Quartieren Chorweiler-Mitte sowie in den
Geschosswohnungsbereichen in Chorweiler-Nord
überlagern sich verschiedene soziale Problemlagen.
Die durch Ein- bis Zweifamilienhäuser geprägten
Quartiere in Chorweiler-Nord und Blumenberg
zeichnen sich durch eine stabilere Sozialstruktur aus,
stehen aber durch den steigenden Seniorenanteil
und dem daraus anstehenden Generationenwechsel
vor anderen strukturellen Herausforderungen.
Die folgenden Grafiken veranschaulichen ausge-
wählte Statistiken für das Sozialraumgebiet und die
seine vier Teilgebiete im Vergleich zur Gesamtstadt
Köln.
Bildquelle: Benjamin Stieb – Chorweiler
Mitte aus der Vogelperspektive
DAS SOZIALRAUMGEBIET
16
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
Blumenberg
5.385
Chorweiler-N
6.565
Seeberg-Nord
8.480
Chorweiler
6.276
1.091.819
insgesamt
26.706
*Jugendquotient Jugend umfasst 0 bis 18 Jahre
*Anteil SGB II Empfänger und Empfängerinnen im Alter von 0 bis 64 Jahren
Einwohner insgesamt – 2019:
Sozialraumgebiet
Einwohner insgesamt – 2019:
Köln
STRUKTURDATEN SOZIALRAUMGEBIET
IM VERGLEICH ZUR GESAMTSTADT
Abb. 3 Einwohnerzahlen
(Sozialraumgebiet / Gesamtstadt Köln)
rechte Seite Abb.4 Strukturdaten
(Sozialraumgebiet / Gesamtstadt Köln)
Zahlenquelle: Statistikstelle der Stadt Köln
(eigene Darstellung)
DAS SOZIALRAUMGEBIET
31,8
82,5
32,0
46,2
83,4
42,9
29,4
79,5
28,8
26,4
40,1
12,4
23,3
79,9
30,3
38,5 36,7 36,3
24,3
40,8
28,1
17,3
69,6
8,6
Seeberg-N
Seeberg-N
Seeberg-N
Seeberg-N
Chorweiler
Chorweiler
Chorweiler
Chorweiler
Chorweiler-N
Chorweiler-N
Chorweiler-N
Chorweiler-N Sozialraumgebiet
Sozialraumgebiet
Sozialraumgebiet
SozialraumgebietBlumenberg
Blumenberg
Blumenberg
Blumenberg
Köln
Köln
Köln
Köln
Jugendquotient*
Altenquotient
Anteil von Personen mit Migrationshintergrund (in %)
Anteil SGB II (in %)*
17
0
0
0
0
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER DAS SOZIALRAUMGEBIET
18
2.3. AKTEURS-STRUKTUR UND
BESTEHENDE NETZWERKE
Wer eine neue Tätigkeit in Chorweiler aufnimmt
oder als Akteur im Rahmen eines Projekts seinen
Weg in den Bezirk findet, zeigt meistens zwei Re -
aktionen: „Hier ist es ja gar nicht so schlimm“ und
„hier gibt es ja total viele Angebote“.
Chorweiler ist besser als sein Ruf. Dies wird durch
eine breite Angebotsstruktur gewährleistet, die
durch eine Vielzahl engagierter Akteure und Einrich -
tungen gegeben ist.
Sozialraumkoordination
Mit der Umsetzung des Integrierten Stadtentwick -
lungskonzepts „Starke Veedel – Starkes Köln“ im
Sozialraum entstand ein neuer Koordinierungs- und
Abstimmungsaufwand, den das Quartiersmanage -
ment in enger Abstimmung mit der tätigen Sozial -
raumkoordination leistete. Die Akzeptanz und
Implementierung des Handlungsprogramms kann in
den Sozialräumen aber nur gelingen, wenn Bewoh-
nerschaft und Akteure für dieses Programm sensibi -
lisiert und Zugangsstrukturen genutzt werden.
Vor dem Hintergrund der vergleichsweisen kurzen
Laufzeit des Quartiersmanagements waren die „Ver-
netzungshilfe“ der Sozialraumkoordination sowie ein
Vertrauensvorschuss von Seiten der Akteure und
Bewohnerschaft durch diese Nähe sehr hilfreich.
Es hat sich eine konstruktive und unterstützende
Zusammenarbeit mit der Sozialraumkoordination
etabliert, die von beiden Seiten sehr wertgeschätzt
wurde und zu einer Vielzahl gemeinsam geplanter
und umgesetzter Projekte führte.
Arbeitskreise und Stadtteilkonferenzen
Die kooperative Akteursstruktur in Chorweiler spie -
gelt sich in den Arbeitskreisen und Gremien wider.
Das Quartiersmanagement hat an den Treffen als
aktiver Akteur teilgenommen. Es hat sich und seine
Aktionen dort vorgestellt und vermehrt den Verfü -
gungsfonds erfolgreich beworben.
— AK Chorweiler
Der AK Chorweiler bezieht Akteure aus dem ge -
samten Bezirk Chorweiler mit ein und ist somit der
größte Arbeitskreis. Auf Einladung der Sozialraum-
koordination kommt er in verschiedenen Einrich-
tungen im Turnus von 6–8 Wochen zusammen. Er
setzt sich zusammen aus diversen Akteuren aus der
Stadtverwaltung (bspw. Bürgeramtsleitung, Bezirks -
jugendpflege) und lokalen Akteuren vor Ort, Vertre -
Bildquelle: Birgitta August – Benjamin Stieb
(Sozialraumkoordination) und
Corinna Joppien (Quartiersmanagerin)
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER DAS SOZIALRAUMGEBIET
19
terinnen der Religionsgemeinschaften und wichtigen
Netzwerkpartnern, wie beispielsweise die AWB. Der
Arbeitskreis wird von allen Akteuren genutzt, um
Angebote vorzustellen und sich über bezirkliche Be -
lange auszutauschen.
— Stadtteilkonferenz Chorweiler-Nord
Die Stadtteilkonferenz Chorweiler-Nord setzt sich
aus verschiedenen Akteuren aus der Stadtverwal -
tung (z.B. Bezirksjugendpflege, Bürgeramtsleitung,
etc.), lokalen Akteuren vor Ort (z.B. Kinder- und
Jugendzentrum „Northside“, Sozialpsyachiatrisches
Zentrum, Schulen und Kitas, etc.), Bürgerinnen
und Bürgern sowie weiteren wichtigen Netzwerk-
partnern, wie beispielsweise die Bezirkspolizei,
zusammen. Das Gremium trifft sich vier bis sechs
Mal im Jahr und behandelt alle möglichen Themen
rund um den Stadtteil Chorweiler-Nord. Dabei geht
es in erster Linie darum, Defizite zu erkennen und
dementsprechend mögliche Handlungsschritte
zu planen und einzuleiten. Die Stadtteilkonferenz
Chorweiler-Nord ist des Weiteren für die Planung,
Organisation und Durchführung des jährlich stattfin -
denden Nachbarschaftsfestes auf dem Weserplatz
verantwortlich. Das Quartiersmanagement hat im
September 2019 beim Nachbarschaftsfest mitge -
wirkt. Gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen
der VHS, die die Maßnahme „Fit und Aktiv in Chor -
weiler“ durchführten, hat es einen Stand betreut.
Angeboten wurden Bewegungsspiele für Kinder
sowie die Samentütchen im Zusammenhang mit der
Aktion „Lass deine Ideen wachsen“ und der Bewer -
bung des Verfügungsfonds. Auch am Grillstand hat
das Quartiersmanagement tatkräftig ausgeholfen
und konnte so leicht Kontakte zu den Besucherinnen
und Besuchern herstellen.
— Stadtteilkonferenz Blumenberg
Die Stadtteilkonferenz in Blumenberg ist strukturell
ähnlich der Stadtteilkonferenz in Chorweiler-Nord
und widmet sich auch ähnlichen Themen. Auch
hier trifft sich das Gremium, bestehend u.a. aus
ortsansässigen Trägern, Bewohnerinnen und Be -
wohnern, der Interessengemeinschaft Blumenberg,
den Kindertagesstätten, Familienzentren und der
Grundschule, Vertreterinnen und Vertretern aus
verschiedenen Fachämtern der Stadt Köln, sowie
weiteren Akteuren, vier bis sechsmal im Jahr. Die
Stadtteilkonferenz Blumenberg plant und organisiert
das jährlich stattfindende Nachbarschaftsfest. Das
Quartiersmanagement hat im September 2019 am
Nachbarschaftsfest mitgewirkt. Trotz schwerer Re -
gengüsse war das Fest gut besucht und am gemein -
samen Stand mit der Verbraucherzentrale konnte
die Quartiersmanagerin viele Gespräche führen und
sich intensiv mit den Belangen der Bewohnerinnen
und Bewohner Blumenbergs auseinandersetzen.
Im Jahr 2019 hat die Stadtteilkonferenz Blumenberg
eine Zukunftskonferenz veranstaltet, bei der ent-
lang der Themen Sicherheit, Ordnung, Sauberkeit
die Zukunft des Stadtteils mit den Bewohnerinnen
und Bewohnern diskutiert wurde. Das Quartiers -
management hat die Sozialraumkoordination bei der
Ausrichtung unterstützt und den Diskussionsstand
zum Thema „Verkehr“ betreut.
— Runder Tisch Wohnungswirtschaft
Das Amt für Stadtentwicklung und Statistik lädt zu
diesem Gremium ein. Anwesend sind neben den
Akteuren der Wohnungswirtschaft auch die Sozial -
raumkoordination und das Quartiersmanagement.
Bildquelle: eigene – Zukunftskonferenz
Blumenberg
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER DAS SOZIALRAUMGEBIET
20
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER GLIEDERUNGSOBERPUNKT
DAS STARKE VEEDEL BÜRO
3. DAS STARKE VEEDEL BÜRO
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
21
DAS STARKE VEEDEL BÜROSTARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
22
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
3.1. EIN RUNDES UND BUNTES KONZEPT
Das Quartiersmanagement wurde von Mitarbei -
terinnen und Mitarbeitern des Planungsbüros
Stadt + Handel Beckmann und Föhrer Stadtplaner
PartGmbB umgesetzt. Stadt + Handel verstehen ein
Quartiersmanagement als einen individuell auf die
vorhandene örtliche Situation angepassten, inter-
disziplinären (Kommunikations-) Prozess, der die
vorhandenen Kräfte bündelt und zielorientiert auf
Ergebnisse hinarbeitet. Eine Verstetigung von Pro-
jekten und Kooperationen wird durch das Quartiers -
management stets angestrebt.
Von Beginn an war es eine spannende Herausforde -
rung, das Quartiersmanagement in „Blumenberg,
Chorweiler und Seeberg-Nord“ zu konzeptionieren.
Die Laufzeit von 21 Monaten war im Vergleich zu
anderen sozialraumorientierten Projekten bzw.
Quartiersmanagements kurz. Das Quartiersmanage -
ment hatte die herausfordernde Aufgabe inne, eine
diverse Zielgruppe von rund 27.000 Menschen im
Sozialraumgebiet zu erreichen. Für den Verfügungs-
fonds wurden 143.500 Euro Fördermittel bereit-
gestellt, die im Rahmen von sieben Antragsphasen
vergeben werden konnten. Die Fakten verdeutlichen
ansatzweise, dass es sich dabei um eine anspruchs-
volle Aufgabe handelte.
Der Bearbeitung des Verfügungsfonds wurde daher
Priorität eingeräumt. Das Quartiersmanagement
arbeitete als Geschäftsstelle für den Fonds und auf
das Ziel hin, die verfügbaren Fördergelder in der
Projektlaufzeit zu veräußern. Insgesamt wurden 55
Anträge zur Förderung gestellt, 42 Projekte konnten
davon letztendlich umgesetzt werden. Das Quar-
tiersmanagement hat jedes Projekt von der Antrags -
stellung, über seine Vorstellung in Gremien, hin
zu Anpassungen, während der Umsetzung, bei der
Öffentlichkeitsarbeit und bei der abschließenden
Abrechnung unterstützt.
Im Aufgabenfeld Quartiersmanagement lag die
Konzentration auf der Erstellung eines „Grünen
Konzepts“. Die Implementierung des Projekts „Ess-
bares Chorweiler“ konnte eine Klammer für viele
Arbeitsbereiche des Quartiersmanagements bieten.
Der „Grüne Faden“ sorgte für Anknüpfungspunkte
geplanter Aktionen, brachte verschiede Menschen
an einen Tisch und sorgte für ein insgesamt rundes
Konzept, das voraussichtlich verstetigt werden kann.
Der Leistungsbaustein Öffentlichkeitsarbeit sollte
sich maßgeblich an der Kommunikation in Bezug
auf Maßnahmen aus dem Programm „Starke Veedel
– Starkes Köln“ ausrichten. Zu Beginn der Projekt-
laufzeit konnte eine bauliche Maßnahme umgesetzt
werden.
Das Quartiersmanagement konnte sich im Auf-
gabenfeld Öffentlichkeitsarbeit daher intensiv mit
der Bewerbung eigener Aktionen, Aktionen von
Kooperationspartnern, dem Verfügungsfonds sowie
Kommunikationsaufgaben im Rahmen von Coro -
na widmen. Dazu konnten auch fokussiert soziale
Medien eingesetzt und über diese Kanäle eine
Bandbreite an Informationen verbreitet werden. Die
Öffentlichkeitsarbeit und verschiedene Aktionen
konnten auch über das Sozialraumgebiet hinaus
wahrgenommen wurden.
DAS STARKE VEEDEL BÜRO
23
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
PROJEKTE
Q2 – 2019 Q3 – 2019 Q4 – 2019 Q1 – 2020 Q2– 2020 Q3 – 2020 Q4 – 2020
April Mai Jun Jul Aug Sept Okt Nov Dez Jan Feb Mär April Mai Jun Jul Aug Sept Okt Nov Dez
Allgemein (Organisation & Dokumentation)
Regelmäßige Absprache mit Auftragsgeberin und SRK
Berichterstattung an AG
Quartiersmanagement
Offene (Telefon-)Sprechstunde
Teilnahme an AKs, Stadtteilkonferenz und Stadtteilfest (bis 3 mal p. Monat) /
teilweise auch online
Aktion zu Information und Aktivierung 2019
Fotowettbewerb „Lass deine Ideen wachsen“
Aktion zu Information und Aktivierung 2020
Fotoausstellung „Aus Alt mach Neu“
Teilnahme an Aktion anderer Akteure
Verfügungsfonds
Ansprache Antragsstellerinnen und Antragssteller
Sitzungen des Beratungsgremiums
Unterstützung bei Antragstellung, Umsetzung und Abbrechnung
Öffentlichkeitsarbeit
Informationsmaterial für QM und VF erstellen und verteilen (mehrsprachig)
Einrichtung und Betreuung der Website
Bespielen der Kanäle auf den Soziale Medien (Facebook & Instagram)
Giveaways zu Aktionen
Kooperationsprojekt „Essbares Chorweiler“
Öffentlichkeitswirksame Aktion „Lichtwoche“
Koopeationsprojekt „NIKN“
Abb. 5 Zusammenfassende Darstellung
der zentralen Aufgaben des Quartiers -
managements im Rahmen der Projekt -
laufzeit (Zeit-Maßnahmenplan)
(eigene Darstellung)
DAS STARKE VEEDEL BÜRO
24
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
Das Quartiersmanagement wurde von Mitarbei -
terinnen und Mitarbeitern des Planungsbüros
Stadt + Handel Beckmann und Föhrer Stadtplaner
PartGmbB umgesetzt.
Corinna Joppien als Quartiersmanagerin war An -
sprechpartnerin und „Gesicht“ vor Ort. Sie war für
die umsetzungsorientierte Arbeit im Sozialraum
zuständig. Frau Joppien hat sich als Quartiersmana -
gerin im Sozialraumgebiet gut vernetzt und konnte
viele Projektideen aufgreifen und mithilfe der Verfü -
gungsfondsmittel bis zur Umsetzung begleiten. Das
Projekt „Essbares Chorweiler“ hat sie gemeinsam
mit anderen Akteuren initiiert und hierdurch neue
Netzwerkstrukturen im Sozialraumgebiet etablieren
können.
Jonas Reimann leitete das Projekt strategisch. Dabei
plante er Aufgaben und Aktionen, koordiniert die
Zusammenarbeit im Team, nahm an strategisch rele-
vanten Terminen teil und brachte seine Erfahrungen
sowie Impulse aus anderen Stadtteilen mit in den
Kölner Norden.
Daniel Rogge unterstützte das Team als Projektassis-
tenz und sorgte insbesondere dafür, dass die Kanäle
der sozialen Medien sowie die Website kontinuier-
lich mit Fotos, Videos und Informationen gefüllt
werden konnten. Er war ebenfalls aktiv im Projekt
„Essbares Chorweiler“.
Ute Marks, Teamleiterin des Bereichs City- und
Quartiersmanagement bei Stadt + Handel, war Im -
pulsgeberin für das operative Team und zuständig
für das Controlling.
3.2. DAS TEAM
STELLT SICH VOR
Guten Tag, mein Name ist Corinna und ich war Quartiers -
managerin im Sozialraumgebiet „Blumenberg, Chorweiler,
Seeberg-Nord“. Das Sozialraumgebiet kannte ich vor dem
Auftrag ehrlich gesagt nicht besonders gut. Im Sommer
fuhr ich häufiger zum Fühlinger See oder kaufte während
des Summerjam Festivals im City Center ein. So kann ich
mich nicht freisprechen von Vorurteilen, die ich in Bezug
auf das Sozialraumgebiet hatte. In meiner Tätigkeit wurde
ich von Beginn an eines Besseren belehrt und habe mich
hier sowohl als Quartiersmanagerin auf Akteursebene als
auch als Frau im Veedel stets sehr wohl gefühlt.
Ich traf auf viele freundliche, offene und aktive Menschen.
Am meisten begeisterten mich die Ideen, die aus dem
Quartier für das Quartier umgesetzt wurden und mit wie
viel Herz, Verstand und Gefühl für das Lebensumfeld die
Menschen sich für das Quartier einsetzen.
Lieblingsort: Der Rosengarten und das Lokal Basac (für die
Linsensuppe am Mittag).
Eine gute Erinnerung: Einer der schönsten Nachmittage
war der, an dem Frau Ecker und ich 100 Bienenhotels mit
den Lastenrädern im gesamten Sozialraumgebiet verteil -
ten.
Was hat sich sichtbar verändert während der Laufzeit des
Quartiersmanagement: Besonders sichtbar sind die par -
tizipativ bunt gestalteten Wände am Jugendcafé Pegasus,
an der Außenmauer des Bauspielplatzes und der Unterfüh -
rung Weichselring / Katzbachweg.
Was wird bleiben: Das Projekt „Essbares Chorweiler“ fängt
grad erst an, hier sind erste Beete gebaut und Menschen
aktiviert. Ich bin sicher, hier wird noch viel passieren.
DAS STARKE VEEDEL BÜRO
25
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
Guten Tag, mein Name ist Daniel und ich unterstützte
Quartiersmanagerin Corinna Joppien als Projektassistenz.
Ich wohne seit 2013 in Köln, bin zunächst für das Studium
hergezogen und dann wegen der Menschen geblieben. Seit
2017 arbeite ich, parallel zu meinem Studium der Sozia -
len Arbeit, als pädagogische Hilfskraft in der Kinder- und
Jugendförderung in Chorweiler. Durch meine Arbeit und
den Kontakt zu vielen Jugendlichen kannte ich den Stadtteil
Chorweiler schon recht gut, konnte durch meine Tätigkeit
im Rahmen des Quartiersmanagements jedoch viele neue
Einblicke gewinnen und engagierte Menschen kennenler -
nen. Auf diesen ruht auch meine Hoffnung, dass in Chor -
weiler auch in Zukunft eine nachhaltig positive Entwicklung
hin zu mehr Lebensqualität, Miteinander und Teilhabe
möglich ist.
Lieblingsort: Die essbaren Orte rund um das Bürgerzent -
rum.
Eine gute Erinnerung: Der Dreh unseres Abschlussfilms.
Hierdurch konnten wir noch einmal viele der Menschen be -
suchen und interviewen, die durch ihre tägliche Arbeit das
Leben für ihre Gemeinschaft ein wenig schöner machen.
Was hat sich sichtbar verändert während der Laufzeit
des Quartiersmanagements: Die vielen essbaren Oasen,
welche langsam in Chorweiler entstehen.
Was wird bleiben: Die vernetzte und aktivierte Bewohner -
schaft, die in Zukunft weiter gemeinsame Projekte voran -
treiben wird.
Guten Tag, mein Name ist Jonas ich habe gemeinsam
mit Corinna Ideen und Strategien für die Umsetzung des
Quartiersmanagements entwickelt. Die Stadtteile Blumen -
berg, Chorweiler und Seeberg-Nord habe ich vor unserem
Projektstart durch regelmäßige Rennradtouren bereits ein
wenig kennenlernen können – und natürlich durch Aus -
flüge zum Fühlinger See oder ins Aqualand per S-Bahn und
Fahrrad. Dabei hat mich die Vielseitigkeit der Stadtteile be -
eindruckt: Vom Hochhaus bis zum Bauernhof. Die Vorurtei -
le gegenüber den Stadtteilen, die ich als Kölner weiterhin
hatte, konnten sich nach unserem Start vor Ort sehr schnell
in Luft auflösen. Corinna und ich wurden von Beginn an
von herzlichen und engagierten Menschen empfangen,
sodass meine Vermutung bestätigt wurde: Der Ruf des
Sozialraumgebiets ist schlechter, als dieser in Wirklichkeit
ist. Natürlich ist trotzdem nicht alles „rosig“ und es müssen
sicherlich an vielen Stellen weitere Anstrengungen unter -
nommen werden, um mehr Menschen ein gutes Leben im
Kölner Norden zu ermöglich.
Lieblingsort: Olof-Palme-Park für einen Spaziergang mitten
im Veedel.
Eine gute Erinnerung: Die Nachbarschaftshilfe (NIKN) die
Corinna gemeinsam mit der Sozialraumkoordination und
dem Büro für Gemeinwesenarbeit schnell auf die Beine
gestellt hat und somit Handlungsfähigkeit im Ausnahmefall
beweisen konnte.
Was hat sich sichtbar verändert während der Laufzeit des
Quartiersmanagements: Durch die Platzgestaltungen und
die erste Sanierung der Hochhäuser in Chorweiler-Mitte
wird das Sozialraumgebiet insgesamt freundlicher und
positiver wahrgenommen.
Was wird bleiben: Der Wunsch, eine positive Zukunft für
die Stadtteile zu gestalten. Die Erkenntnis, dass ein Wandel
möglich ist, wenn unterschiedliche Menschen und Organi -
sationen vor Ort an einem Strang ziehen.
DAS STARKE VEEDEL BÜRO
26
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
Ein Quartiersbüro in erreichbarer Lage einzurich -
ten ist für die Umsetzung des Projekts von großer
Wichtigkeit. Mit Blick auf das Programmgebiet, für
das das Quartiersmanagement tätig sein sollte,
konnte der Anspruch von Erreichbarkeit der Be-
wohnerschaft und Akteure an das urbane Umfeld
abgestimmt werden. Der Stadtteil Chorweiler liegt
mittig im Programmgebiet. Dort befindet sich auch
das Bezirkszentrum für den gesamten Stadtbezirk
Chorweiler mit öffentlichen Einrichtungen, Dienst-
leistungen und Einkaufsmöglichkeiten. Hier ist das
Bürgeramt und auch das Einkaufszentrum City-Cen -
ter Chorweiler verortet.
Das Quartiersmanagement konnte Anfang Juni 2019
ein Büro im Bürgerzentrum Chorweiler beziehen,
was die Zusammenarbeit mit Schlüsselakteuren und
die Erreichbarkeit für die Bürgerschaft sicherstellte.
Die Adresse Pariser Platz 1 ist allen hier lebenden
bzw. arbeitenden Menschen ein Begriff und wird
einfach gefunden. Dem eigentlichen Büroraum war
ein kleiner Besprechungsraum vorgelagert, in dem
acht bis zehn Personen Platz fanden. Der Bespre-
chungsraum konnte jederzeit genutzt werden. Hier
fanden regelmäßig Beratungsgespräche zum Ver-
fügungsfonds, Absprachen mit diversen Akteuren
sowie die Gremiumssitzungen statt. Das Quartiers-
management bot wöchentlich zwei feste Sprech-
stunden an: dienstags von 9 bis 11 Uhr und donners-
tags von 16:30 Uhr bis 18:30 Uhr. Darüber hinaus
hatten die Quartiersmanagerinnen und -manager
vor der Pandemie immer eine offene Tür und ein of-
fenes Ohr für spontane Besuche. Terminabsprachen
waren zu allen Zeiten möglich, gerade mit Blick auf
die erwerbstätigen Bewohnerinnen und Bewohner,
musste diese Flexibilität ermöglicht werden.
Die Ansiedlung des Büros am Bürgerzentrumhatte
darüber hinaus den Vorteil, dass die Bürgersäle für
Veranstaltungen unkompliziert genutzt werden
konnten. Hier fanden die Runden Tische Essbares
Chorweiler und auch die Sitzungen des Beratungs -
gremiums zum Verfügungsfonds statt.
Weiterhin waren alle Wege kurz und die wichtigsten
Netzwerkpartner in direkter Nachbarschaft. Hier
sind zusammenfassend die Sozialraumkoordina-
tion, die Leitung des Bürgerzentrums, das Büro für
Soziales und Gemeinwesenarbeit Hl. Johannes XXII,
der Bürgeramtsleiter, Bezirksbürgermeister, die Be-
zirksjugendpflege und das City-Center Chorweiler zu
nennen.
3.3. DAS STARKE VEEDEL BÜRO VOR ORT
Bildquelle: eigene – Runder Tisch
„Essbares Chorweiler“ im Bürgersaal
DAS STARKE VEEDEL BÜRO
27
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
Mobiles Büro – Lastenräder im Bezirk
Um dem Auftrag, ein Quartiersmanagement für ein
Sozialraumgebiet zu sein, gerecht werden zu kön-
nen, entstand recht früh die Idee eines „Mobilen
Büros“. Während Fragen der Versicherung, Abstel-
lungsmöglichkeiten und Verbleib eines zum Büro
umzufunktionierenden Lastenrads im Sozialraumge -
biet nach Projektende 2020 in Klärung waren, ergab
sich, dass das Bürgerzentrum Chorweiler zu Beginn
2020 mit einem Event-E-Lastenrad ausgestattet
wurde. Die Leitung des Bürgerzentrums hatte sich
bei der Auswahl des Modells mit dem Quartiersma -
nagement abgesprochen.
Neben dem E-Bike verfügt das Bürgerzentrum Chor -
weiler über ein Lastenrad, das über die Plattform
Kasimir ausgeliehen werden konnte.
Viele Wege hat das Quartiersmanagement mit
diesen Rädern zurückgelegt und dabei stets den
Austausch im Stadtteil sowie das Werben für das
Angebot der kostenlosen Ausleihe beider Räder im
Blick gehabt.
Quartiersmanagement als Impulsgeber
Im Laufe des Projekts wurde das Quartiersmanage -
ment häufig als Interviewpartner bzw. Impulsgeber
von Studierenden oder Doktorandinnen und Dokto -
randen angefragt. Es ist gemeinsam mit der Sozial -
raumkoordination zu einem ersten Ansprechpartner
für diejenigen Menschen geworden, die Informatio-
nen über das Sozialraumgebiet benötigten. Insbe -
sondere der Teilraum Chorweiler-Mitte war dabei
ein interdisziplinärer Forschungsgegenstand.
Das Quartiersmanagement sprach mit Studierenden
der Sporthochschule, Doktorandinnen im Bereich
Soziale Hilfe, Studierende aus Politikwissenschaften,
Geographie oder Stadtplanung und konnte damit
seine Perspektiven und Erfahrungen zu Forschungs -
arbeiten beitragen.
Insbesondere die Auswirkung und der Umgang mit
der Corona-Pandemie war ein nachgefragter For -
schungsgegenstand. Die Koordinationsgruppe NIKN
hat durch Gespräche gerne einen Beitrag zu einem
qualitativen Blick auf den Stadtteil geleistet und zur
Aufarbeitung diverser Fragestellungen beigetragen.
Bildquelle: eigene – Das „mobile Büro“ im
Einsatz
DAS STARKE VEEDEL BÜRO
28
AKTIONEN DES STARKE VEEDEL BÜROS
4. AKTIONEN DES
STARKE VEEDEL BÜROS
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
29
AKTIONEN DES STARKE VEEDEL BÜROSSTARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
30
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
4.1. AKTIONEN ZUR AKTIVIERUNG DER
BEWOHNERSCHAFT
Das Quartiersmanagement zielte in seinen Tätigkei-
ten darauf ab, die Bewohnerschaft des Sozialraum-
gebiets zu erreichen, zu aktivieren und zu unterstüt-
zen. Es handelte sich um eine niedrigschwellige und
aktivierende Maßnahme zur Verbesserung von Teil-
habe und Mitwirkung. Ziel war es, sowohl über die
Maßnahmen des Integrierten Handlungsprogramms
„Starke Veedel – Starkes Köln“ als auch über eigen
initiierte Aktionen die Verantwortung der Bewohne -
rinnen und Bewohner sowie weiterer Akteure für ihr
Quartier langfristig zu stärken, zu stabilisieren und
selbsttragende Strukturen auszubauen.
Im Folgenden werden die vom Quartiersmanage -
ment umgesetzten Aktionen zur Förderung von
Teilhabe und Selbstwirksamkeit, Identifikation mit
dem Lebensumfeld und Aufwertung des Images vor-
gestellt.
LASS DEINE IDEEN WACHSEN
Mit guten Ideen fängt eigentlich alles an. Das Quar-
tiersmanagement verstand sich als Unterstützer bei
der Übersetzung von Ideen in Projekte, indem es
interessiert hinhörte und hinschaute, aufnahm und
kombinierte. Doch die zündenden und kreativen
Ideen, die stecken in den Köpfen und Herzen der
Bewohnerinnen und Bewohner, sie sind Expertinnen
und Experten für ihr Lebensumfeld und Impulsgebe -
rinnen und Impulsgeber für ihren Stadtteil.
Mit der Aktion „Lass deine Ideen wachsen“ ist das
Quartiersmanagement als neuer Akteur im Sozial -
raumgebiet erstmals für die Bewohnerinnen und
Bewohner in Erscheinung getreten. Es ist stets eine
Herausforderung für neue Akteure, sich bei der
Bewohnerschaft vorzustellen und seinen Auftrag
verständlich zu machen sowie Vertrauen und Akzep -
tanz zu schaffen.
Die Aktion „Lass deine Ideen wachsen“ hat mehrere
Bereiche berührt, die das Quartiersmanagement im
Kern als seine Aufgabe versteht:
— Aktivierung und Motivation
— Bewerbung des Verfügungsfonds
— Imageaufwertung: „Der grüne Faden“
Die Bewohnerschaft war aufgerufen, mit dem
Quartiersmanagement ihre schönsten Blumen-Fotos
zu teilen. Es konnten ganz aktuell aufgenommene
Bilder, oder aber auch schöne Fotos aus den Archi-
ven vergangener Jahre und besonderer Momente
sein. Die Idee war, dass sich die Menschen mit den
schönen Seiten ihres Lebensumfelds auseinander-
setzen und den Fokus auf die bunten und blühenden
Bildquelle: eigene – Postkarten und
Samentütchen
AKTIONEN DES STARKE VEEDEL BÜROS
31
Stellen in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft legen.
Den Postkarten zur Aktion hat das Quartiers -
management ebenfalls kleine mit Samen befüllte
Tütchen angeheftet. In drei Sprachen übersetzt hat
eine Pflanzanleitung die Menschen dazu aufgefor-
dert, die Samen für eine bunte Bienenwiese auszu -
sähen und so zum einen für Farbe auf den Balkonen
oder in nicht bepflanzten Ecken des öffentlichen
Raums und zum anderen für mehr Nahrungsquellen
für Bienen und andere Insekten zu sorgen.
Das Teilen der Fotos bedingt natürlich eine Kon-
taktaufnahme mit dem Quartiersmanagement. Die
Internetseite, das Facebook- sowie Instagram Profil
und auch die Adresse des Starke Veedel Büros wur-
den so bekannt gemacht und die Menschen haben
über verschiedene Kanäle Kontakt aufgenommen.
Das Sozialraumgebiet „Blumenberg, Chorweiler und
Seeberg-Nord“ hat ein recht eindeutiges – negativ
geprägtes – Image. Dass das Sozialraumgebiet hin-
gegen ein sehr grüner Stadtteil, mit viel Parkfläche,
Naherholungsangeboten und Pferdekoppeln ist,
das mag die meisten Menschen überraschen. Die
Aufwertung des Images, bzw. die Darstellung in ein
angemesseneres Licht durch eine gute Öffentlich -
Lian Ciftcioglu (2. Platz)
Die drei Gewinnerbilder
Sibel Dogan (1. Platz) Sarah Simon (3. Platz), Ausschnitt
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
keitsarbeit, zählte zu den Hauptaufgaben des Quar-
tiersmanagements. Mit der Aktion konnte der Fokus
auf das Thema „Grün“ gesetzt werden.
Ein blühender Sozialraum
Mehr als 45 Einsendungen haben das Quartiersma-
nagement bis zum 30.11.2019 über verschiedene
Kanäle erreicht. Von sehr professionellen Aufnah-
men bis hin zu gemalten Werken der jungen Bewoh-
nerinnen und Bewohnern war es schließlich an einer
Jury zu entscheiden, welche drei Fotos denn „die
schönsten“ sind und mit einem Preis ausgezeichnet
werden. Die Entscheidung fiel den Jurymitgliedern
nicht leicht. Alle Gewinnerinnen und Gewinner
haben sich sehr gefreut, als sie vom Manager des
City-Centers Chorweiler ihre Preise in Form von
Gutscheinen für das City-Center entgegengenom -
men haben. Die Gewinnerin hat Quartiersmanagerin
Corinna Joppien verraten, dass Sie ihr Preisgeld von
150,00 Euro in ihre große Leidenschaft investieren
und sich ein neues Objektiv für ihre Kamera kaufen
würde.
AKTIONEN DES STARKE VEEDEL BÜROS
32
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
Logo „Essbares Chorweiler“
AKTIONEN DES STARKE VEEDEL BÜROS
33
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
„ESSBARES CHORWEILER“
Im Frühjahr 2019 ging das Quartiersmanagement
mit der Idee an den Start, mehrere Aktionen im
Sozialraumgebiet unter dem Titel „Urban Jemös6“
durchzuführen. Die Wurzeln dieser aktivierenden
Aktionen liegen in der Idee und Umsetzung einer
„Essbaren Stadt“.
Projekte, die aus dem Spektrum der „Essbaren
Stadt“ kommen, konnten generationsübergreifend
durch Mittel aus dem Verfügungsfonds intensiviert
und vom Quartiersmanagement entlang des „Grü-
nen Fadens“ zusammengehalten werden.
Aktionen zum Thema „Essbares Chorweiler“ berühr -
ten mehrere Bereiche, die das Quartiersmanage-
ment im Kern als seine Aufgabe verstand:
— Aktivierung
— Imageaufwertung
— Netzwerkbildung
— Nachhaltigkeit
— Stärkung von Gemeinschaft und Nachbarschaft
— Initiierung von Verfügungsfondsprojekten
Bereits in den ersten Wochen der Tätigkeit er-
gab sich die Gelegenheit, gemeinsam mit anderen
Akteuren das Projekt „Essbares Chorweiler“ konkret
anzugehen. Vertreterinnen und Vertreter des Büros
für Gemeinwesenarbeit, Fundus Köln-Nord e.V., des
Bürgerzentrums Chorweiler sowie die Sozialraumko -
ordination riefen eine Arbeitsgruppe dazu ins Leben.
Unterstützt wurde das Koordinationsteam von den
Projektkoordinatorinnen und -koordinatoren vom
Ernährungsrat Köln.
Sich in Netzwerke zu integrieren und selbst starker
Partner in solchen zu werden ist wichtig für die
Arbeit des Quartiersmanagements. Das Sozialraum -
gebiet verfügt über eine Vielzahl aktiver Netzwerke
und kann sich einer bunten Akteursstruktur erfreu -
en. Es war für die Arbeit des Quartiersmanagements
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER AKTIONEN DES STARKE VEEDEL BÜROS
sehr zielführend, Teil eines Kooperationsprojekts
zu werden und dieses als starker Partner über die
gesamte Projektlaufzeit hinweg prägen zu können.
Stadtteilausflug in die Essbare Stadt Andernach
Die Stadt Andernach ist Vorreiterin für das, was
mittlerweile gemeinhin als „Essbare Stadt“ bekannt
ist. Ein Stadtteilausflug nach Andernach zum Pro -
jektstart lag daher nahe, bzw. 75 km entfernt den
Rhein hinunter.
Im September 2019 unternahmen 34 Bewohnerin-
nen und Bewohner und vier Akteure einen Stadtteil -
ausflug in die „Essbare Stadt Andernach“. Die Grup-
pe erhielt eine Führung und wertvolle Tipps, die zur
Überführung der nachhaltigen und gemeinwohl-
orientierten Ideen aus dem Pilotprojekt Andernach
in den Kölner Norden zu beachten sind. Der Ausflug
hat sein Ziel erreicht. Beim anschließenden Nacht-
reffen kamen erneut gut 20 Teilnehmende in den
Räumen von Fundus Köln-Nord e.V. in Seeberg-Nord
zusammen und haben sich für die Umsetzung der in
Andernach gesehenen Initiativen in ihren Stadtteilen
motiviert gezeigt. Hier wurde gesammelt, welche
Projekte auch im Sozialraumgebiet umgesetzt
werden könnten und wofür sich die Bewohnerinnen
und Bewohner begeistern ließen. Auf Initiative von
Fundus Köln-Nord e.V. wurde das erste sichtbare
Projekt im Sinne des Projekts „Essbares Chorweiler“
mithilfe einer Förderung aus dem Verfügungsfonds
umgesetzt.
Netzwerk Essbare Stadt Köln
Der Ernährungsrat Köln lud insgesamt fünf Projekt-
gruppen, die zum Thema „Essbare Stadt“ in Köln
tätig sind, zu einer „Virtuellen Mittagspause“ ein.
Das Quartiersmanagement hat daran gemeinsam
mit der Sozialraumkoordination am 17.06.2020 teil-
34
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
genommen, das Projekt in Chorweiler vorgestellt
und sich mit anderen Projektgruppen vernetzt.
Die Gruppe „Essbares Chorweiler“ unterscheidet
sich insofern von anderen Veedels-Gruppen, als dass
hier hauptamtlich Tätige das Projekt angestoßen
haben und auch auf Ebene der Akteure im Sozial -
raum vernetzten. Die Koordination durch Sozial -
raumakteure ist ein interessantes Modell für den
Ernährungsrat, da so die Projektziele durch etablier-
te Akteure verstetigt werden können.
Der Runde Tisch „Essbares Chorweiler“
Federführend hat das Quartiersmanagement aus
der Arbeitsgruppe heraus den Runden Tisch „Ess -
bares Chorweiler“ initiiert. Der erste Runde Tisch
fand am 09.09.2019 statt. Nach Absprache mit Ver-
antwortlichen aus dem städtischen Projekt „Essbare
Stadt Köln“, die konzeptionell bei der Idee unter-
stützten, kamen rund zwanzig Personen beim ersten
Netzwerktreffen zusammen.
Das Interesse war sehr groß und weitläufig, es
nahmen u. a. der Bezirksbürgermeister, die Be-
zirksjugendpflegerin, Vertreterinnen und Vertreter
städtischer Kitas, Schulen und Wohnungsbaugesell -
schaften sowie Akteure aus der Jugendarbeit teil.
— Platzbegehung Chorweiler Mitte
Als Folgeaktion führte die Arbeitsgruppe eine Platz-
begehung in Chorweiler-Mitte durch. In kleinen
Gruppen waren die Teilnehmenden des Runden
Tischs eingeladen, jeweils Teile des Stadtraums Chor-
weiler-Mitte durch die „grüne Brille“ zu betrachten
und in einer Karte die Orte einzuzeichnen, die im
Rahmen von Projekten nutzbar sind. Hierbei ging
es u. a. um Begrünungsprojekte, die Pflege bereits
vorhandener und teilweise vernachlässigter Hoch-
beete im Quartier, Baumscheiben-Patenschaften und
Potenzialflächen für das Aufstellen von Hochbeeten
und Insektenhotels. Insbesondere der Rosengarten
am Marie-Juchacz-Zentrum stellt eine große Potenzi-
alfläche dar. Ziel war es, eine Potentialkarte unter Be-
teiligung der hier agierenden Menschen zu erstellen.
Aufgrund der Corona-Pandemie und der Kontakt -
beschränkungen haben eine Mitarbeiterin aus
dem Büro für Soziales und Gemeinwesenarbeit der
katholischen Kirche Hl. Johannes XXIII und die Quar-
Am 11.10.2019 wurde im Rahmen der
Feierlichkeiten zum 10-jährigen Bestehen
von Fundus Nord e.V. ein Modell-Hoch-
beet gebaut, befüllt und bepflanzt.
Das Modell soltel als Anschauungsob -
jekt dienen, um weitere Hochbeete im
Sozialraum mit Hilfestellung entstehen
zu lassen. Der Bau eines Modell-Hoch -
beets unter Anleitung war wichtig, damit
sowohl Akteure als auch Bewohnerinnen
und Bewohner Wissen über die Fertigung
von Hochbeeten erlangten. Ziel des Pro -
jekts war darüber hinaus die Aktivierung
in Richtung Eigeninitiative und damit zu
verdeutlichen: jede und jeder kann einen
Beitrag leisten.
Bau einer Modellpflanzkiste:
Ein Verfügungsfondsprojekt
AKTIONEN DES STARKE VEEDEL BÜROS
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STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
Das Projekt 100 Bienenhotels für Chorweiler stif -
tete die Bewohnerinnen und Bewohner dazu an,
Verantwortung für den Insektenschutz und damit
für ihre natürliche Umwelt zu übernehmen. Ein-
gebettet in die Idee „Essbares Chorweiler“ sollte
gezeigt werden, dass Klima- und Umweltschutz
vor der Haustüre beginnt und jede und jeder
sich engagieren kann. Dem Bienenhotel beilie-
gend informierte eine Gebrauchsanweisung über
Handhabung, Aufstellungsort und Wissen rund
um Wildbienen.
100 Bienenhotels für Chorweiler: Ein Verfügungs -
fondsprojekt
tiersmanagerin die Bienenhotels an interessierte
Einrichtungen und Bewohnerinnen und Bewohner
verteilt.
Im Rahmen eines solchen Projektes finden Men -
schen über Kultur-, Alters- und Sprachgrenzen hin-
weg zusammen, lernen voneinander und die Natur
kennen und wertschätzen. Wer praktische
Erfahrungen mit der Natur sammeln kann, entwi -
ckelt ein Gespür für deren Schutzbedürftigkeit und
identifiziert sich mit dem Ort, zu dem er
selbst etwas beigetragen hat.
Der zweite Runde Tisch fand am 17.02.2020 statt.
Den Abschluss bildete wieder das sogenannte „Sha -
ring and Caring“, bei dem die Teilnehmenden sich
und ihre laufenden Projekte der Gruppe vorstellten
und über Erfolge, aber auch Hindernisse sprachen.
So konnten sich über Angebote und Hilfegesuche
Netzwerkstrukturen etablieren, die für die Versteti -
gung eines solchen Projekts unbedingt wichtig sind.
Am 23.06.2020 lud das Quartiersmanagement zum
dritten Mal zum Runden Tisch ein. Die Corona-Pan -
demie hatte seit nunmehr drei Monaten das Leben
und Zusammensein umgekrempelt. Arbeitstreffen
fielen seither aus oder fanden online statt. Der Run -
de Tisch war das erste Arbeitstreffen nach Ausbruch
der Pandemie, welches, dem Schutzkonzept des
Bürgerzentrums Chorweiler folgend, stattfand. Die
maximale Teilnehmendenzahl von 12 Personen war
schnell erreicht. Das Feedback zu der Veranstaltung
AKTIONEN DES STARKE VEEDEL BÜROS
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STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
war durchweg positiv. Die Akteure können sich auf
einer anderen Ebene vernetzen und mehr über die
Arbeit in einzelnen Einrichtungen erfahren.
Baumbeetpatenschaften
Vor dem Hintergrund, dass im Sommer 2020 auf-
grund der Corona-Pandemie Urlaube und Ausflüge
ausfielen, sollte die Bewohnerschaft mit dem Pro -
jekt Baumbeetpatenschaften aktiviert werden, eine
eigene Oase vor der Haustüre zu schaffen und zu
pflegen. Hier vereinen sich die Themen
— „Gärtnern“ als Zeitvertreib
— Erfahrung von Selbstwirksamkeit
— Grün in der Stadt als „Klimawandelvorsorge“
— Aktivierung der Bürgerschaft
— Austausch unter Nachbarn und
Gemeinschaftsgefühl
Das Projekt sollte mit den von der Stadt Köln ange -
botenen Baumscheibenpatenschaften und Gießpa-
tenschaften verbunden werden.
Aufgrund der Kontaktbeschränkungen und Schutz -
maßnahmen in Bezug auf den Umgang mit der Coro-
na-Pandemie wurden engagierte Bewohnerinnen
und Bewohner aus der „Gruppe Andernach“ akqui-
riert. Zum derzeitigen Zeitpunkt waren Treffen im
öffentlichen Raum mit zehn Menschen gestattet.
Das erste Treffen fand mit acht Bewohnerinnen und
Bewohnern statt. Ausgehend von den guten Erfah -
rungen des anschaulichen Lernens durch Stadtteil-
ausflüge, haben die Koordinatorinnen eine Woche
später einen Ausflug ins den benachbarten Stadtteil
Ehrenfeld angeboten.
Stadtteilausflug nach Ehrenfeld zum eva e.V.
In Ehrenfeld unterstützt der eva e.V. bei der Über-
nahme von Patenschaften und Pflege für Baumbee -
te. Eine Mitarbeiterin vom eva e.V. hat sich gerne
bereit erklärt, die engagierte Gruppe aus dem So -
zialraumgebiet durch Ehrenfeld zu führen und dabei
allerhand nützliche Tipps und Tricks zur Anlage und
Pflege von Baumbeeten zu teilen.
Ihren Hinweisen folgend kam die Projektgruppe ei -
nige Tage später erneut zusammen und hat sich ver-
gegenwärtigt: Welche Beete wollen sie bepflanzen?
Welche Blumen und Stauden eignen sich? Welches
Werkzeug wird benötigt?
Die Gruppe einigte sich auf einen Projekttag,
In Kooperation mit dem Jugendcafé Pe -
gasus und der Gartenwerkstatt Ehrenfeld
beantragte ein Mitarbeiter des Pegasus
Fördermittel, um einen Gemeinschafts-
garten hinter dem Bürgerzentrum Chor-
weiler einrichten zu können. Mit den
Kindern und Jugendlichen wurden Hoch-
beete gebaut, die anschließend in Klein-
gruppen bepflanzt und betreut wurden.
Außerdem wurden Sitzgelegenheiten aus
Holz angefertigt, um den Garten auch zu
einem Gemeinschaftsraum für Kinder und
Jugendliche zu machen. Die angeschafften
Werkzeuge werden schließlich im Sozial-
raum verbleiben und Bewohnerinnen und
Bewohnern zum Verleih angeboten wer-
den, um selbst eigene Projekte umsetzen
zu können.
Gemeinschaftsgarten für Chorweiler Mitte:
Ein Verfügungsfondsprojekt
AKTIONEN DES STARKE VEEDEL BÜROS
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STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
einen gemeinsamen Pflanztag, Ende August 2020.
In Absprache mit dem Grünflächenamt der Stadt
Köln konnten insgesamt acht Baumbeete in allen
drei Stadtteilen des Sozialraumgebiets identifiziert
werden, die sich als Patenbeete eignen – ein voller
Erfolg!
Bedingt durch die Corona-Pandemie und die starke
Hitze konnte der Aktionstag nicht wie geplant statt -
finden.
Die Bewohnerinnen und Bewohner waren dennoch
motiviert und aktiviert, einige Baumbeete wurden in
Eigenregie für das nächste Frühjahr vorbereitet.
Die Aktion kann aufgrund des Projektendes nun
nicht weiter durchs Quartiersmanagement begleitet
werden. Das Netzwerk sowie die Projektgruppe be -
stehen aber über die Laufzeit hinaus und das Projekt
„Essbares Chorweiler“ steckt grade in den Startlö -
chern. Hier zeigt sich ein positiver Verstetigungsef -
fekt der durch das Quartiersmanagement initiierten
Aktionen aus dem Quartier für das Quartier.
Bildquelle: Sabrina Kierspe –
Baumbeet vor dem
Marie-Juchacz-Zentrum
Bildquelle: eigene – Stadtteilausflug
nach Ehrenfeld
Bildquelle: eigene – Treffen mit interessierten
Baumbeetpaten
AKTIONEN DES STARKE VEEDEL BÜROS
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STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
Bildquelle: Sunnyi Löhmann – Foto -
ausstellung im City-Center Chorweiler
AKTIONEN DES STARKE VEEDEL BÜROS
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STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
LICHTWOCHE
Das Quartiersmanagement hat in intensiver Zu-
sammenarbeit mit Akteuren vor Ort und übergrei -
fend mit dem Starke Veedel Büro Meschenich vom
09.–13.11.2020 eine Lichtwoche veranstaltet und
das Sozialraumgebiet aus verschiedenen Orten mit
verschiedenen Lichtern zum Leuchten gebracht.
Insgesamt vier Aktionen konnten der Bewohner-
schaft im Kölner Norden in der Woche angeboten
werden. Der Zeitraum war bewusst gewählt: am
11.11. finden in Köln traditionell zwei große Ver-
anstaltungen statt, die die Bewohnerschaft auf die
Straße bringen und gemeinsam singen lassen: die
Martinszüge mit Pferd, Laternen und Weckmann-
Essen und natürlich um 11:11 Uhr der Sessionsstart
zur fünften Jahreszeit. Beide Feierlichkeiten konnten
aufgrund der Corona-Pandemie nicht stattfinden.
Martinszüge wurden nach und nach abgesagt und
am 11.11.2020 galt in ganz Köln ein Feierverbot.
Umso mehr war dem Quartiersmanagement daran
gelegen, genau diese Woche mit Licht und Aktion zu
füllen.
Fotoausstellung „Aus Alt mach Neu“
Im Rahmen der Aktion „Aus Alt mach Neu“ hatte das
Quartiersmanagement die Bewohnerinnen und Be -
wohner dazu eingeladen, Fotos der zentralen Plätze
in Chorweiler-Mitte – dem Pariser und Liverpooler
Platz sowie der Lyoner Passage – vor ihrer Umge-
staltung im Rahmen des Projekts „Lebenswertes
Chorweiler– ein Zentrum im Wandel“ zu teilen.
AKTIONEN DES STARKE VEEDEL BÜROS
NPS7
Am 16.07.2015 hat das Bundesministerium für
Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit die
Aufnahme des Projektes „Lebenswertes Chorweiler
– ein Zentrum im Wandel“ in das Bundesprogramm
„Investitionen in Nationale Projekte des Städtebaus“
(NPS) bekanntgegeben. Ziel des Projektes ist die
Erneuerung des Bezirkszentrums Chorweiler. Das
Projekt setzt sich aus folgenden Teilmaßnahmen
zusammen:
— Neugestaltung Pariser Platz
— Neugestaltung Liverpooler Platz
— Neugestaltung Lyoner Platz
— Gestaltungskonzept Freiraum und Umfeld
Im Anschluss an eine breit angelegte Bürgerbe -
teiligung seit 2016, wurde im März 2019 der erste
Spartenstich getan. Die Plätze wurden offiziell am
04.10.2020 in kleiner Runde eröffnet.
Ursprünglich sollten die Fotos im Rahmen der feier-
lichen Platzeröffnung der zentralen Plätze in Chorwei-
ler-Mitte über eine große Leinwand laufen. Doch die
Veranstaltung musste am 04.10.2020 für die Öffent-
lichkeit aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt
werden. Das Quartiersmanagement hat daraufhin mit
dem City-Center Chorweiler einen Kooperationspart-
ner gefunden, um die von der Bewohnerschaft ein-
gereichten Fotos als Fotoausstellung zu präsentieren.
Ziele der Aktion waren:
— Aktivierung der Bewohnerschaft
— Auseinandersetzen mit dem Lebensumfeld
— Positive Veränderungen sichtbar machen
— Identifikation mit dem Lebensumfeld stärken
— Image des Sozialraumgebiets durch
Öffentlichkeitsarbeit verbessern
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STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
Mit dem Titel „Aus Alt mach Neu – Eine Rückblende
zu Chorweilers neuen Plätze“ konnte sodann ein
Bezug zum Thema Licht hergestellt und die Fotoaus-
stellung im Rahmen der Lichtwoche sinnvoll integ-
riert werden.
Das Besondere an der Aktion war auch der Kontakt,
der mit einzelnen Bewohnerinnen und Bewohnern
entstanden ist. So wurden dem Quartiersma -
nagement von einer Dame eine Vielzahl von alten
Fotografien ihres verstorbenen Mannes übermittelt.
Die Bilder entstanden in den Jahres 1971 bis 1980,
also zur Zeit der Grundsteinlegung Chorweilers. Die
ganze Familie des ehemaligen Fotografen hat die
Ausstellung besucht und war sehr gerührt.
Aus den gesammelten Einsendungen an Bildmaterial
wurde eine Fotoausstellung konzipiert. Die teilweise
sehr alten Fotomotive wurden von einer Grafikerin
so aufbereitet, dass sie hochwertig auf Pappe gezo -
gen und zum Aufhängen präpariert werden konnten.
Entstanden ist eine Fotoausstellung, die ein Stück
Kölner Geschichte zeigt, die wohl wenigen bekannt
und daher hochinteressant ist.
Das Feedback zur Fotoausstellung war toll. Wann
immer die Quartiersmanagerin in der Woche im
City-Center vorbeiging, um die Postkarten, die als
Giveaways zusätzlich gestaltet wurden, aufzufül-
len, sah sie Menschen vor den Bildern, die genau
hinschauten oder sich angeregt unterhielten. Viele
Menschen haben ihr Haus oder ihre Wohnung auf
dem ein oder anderen Bild wiedergefunden, viele
haben sich erinnert „wie et fröher ens wor“.
Die gedruckten Bilder verbleiben im Sozialraumge -
biet, und zwar in der Geschichtswerkstatt Chorwei -
ler und können von dort aus weiter genutzt werden.
Der Sozialraumkoordinator wird im Jahr 2022 den
50. Jahrestag Chorweilers mit verschiedenen Aktio -
nen feiern und in diesem Rahmen die Ausstellung
nochmals zeigen. Auch das City-Center Chorweiler
hat bereits Interesse bekundet, die Bilder zu nutzen,
um Leerstände zu bespielen. Aktuell hängen einige
Exponate im neuen Büro der Streetworker in der
alten Weserapotheke in Chorweiler-Nord.
Aktivierung: Veedelslichter basteln
Gemeinsam mit dem Starke Veedel Büro Mesche-
nich hat das Starke Veedel Büro Chorweiler die Idee
entwickelt, dass die Stadtteile zur Lichtwoche aus
sich heraus leuchten sollen. Die Tage wurden immer
kürzer und auf buntes Feiern zum 11.11. mussten
alle verzichten. Es war dem Quartiersmanagement
daher daran gelegen, Lichtzeichen im Gesamten
Sozialraumgebiet zu setzen. Dafür wurde eine einfa-
che Bastelanleitung entwickelt, mit der ein Veedels-
licht gebastelt werden konnte. Um möglichst viele
Menschen damit zu erreichen, hat das Quartiersma -
nagement alle Netzwerkpartner angeschrieben und
Bastelsets angeboten – bestehend aus einer Bastel -
anleitung, Schnittmuster, Transparentpapier und
einem LED-Teelicht. Die Nachfrage war überwälti-
gend: rund 1.200 Bastelsets wurden in den Umlauf
gebracht – teilweise haben sich ganze Schulen an
der Aktion beteiligt.
Bildquelle: Florian Springwald –
Wanderausstellung im Büro der
Streetworker in Chorweiler-Nord
AKTIONEN DES STARKE VEEDEL BÜROS
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STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
ren Interessierten und daheim Gebliebenen wurde
der Gottesdienst, inklusive Martinsgeschichte und
den traditionellen Liedern, via Livestream über die
Instagram-Seite des Jugendzentrums blu4ju in die
Wohnzimmer getragen.
Ganz im Sinne des Heiligen Martins wurde in der
Lichterwoche das Teilen ganz großgeschrieben.
Bildquelle: Nicole Pleiß – Veedelsichter
Bildquelle: Thomas Kresken – Veedelsichter
Bildquelle: eigene – Viruteller Martinsumzug
— Vom Geben und Nehmen und Teilen: ein virtuel-
ler Martinsumzug: Ein Verfügungsfondsprojekt
Als Abschluss der Lichtwoche haben sich die Mit -
arbeiterinnen der Sozialen Fachstelle St. Pankratius
am Worringer Bruch etwas ganz Besonderes einfal -
len lassen. Trotz der erschwerten Bedingungen zur
Veranstaltungsorganisation in Zeiten der Corona-
Pandemie haben sie an ihrem Ziel festgehalten, im
Stadtteil Blumenberg den Martinsumzug stattfinden
zu lassen. Ursprünglich war ein traditioneller Later-
nenumzug, mit Pferd und Gesang und abschließen -
dem Zusammensein geplant. Letztendlich ritt eine
verkleidete Sankt Martina Tage zuvor durch den
Stadtteil und wurde dabei gefilmt. Während des am
13.11.2020 stattgefundenen Gottesdiensts in der
katholischen Kirche, dem 60 Menschen beiwohnen
konnten, wurde das Video gezeigt. Für alle ande-
AKTIONEN DES STARKE VEEDEL BÜROS
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STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
Kooperationsprojekt NIKN – Nachbarschaftshilfe
im Kölner Norden
Die Corona-Pandemie hat das Jahr 2020 in allen
Arbeits- und Lebensbereichen maßgeblich geprägt.
Seit Mitte März haben alle Menschen erlebt, wie
schnell der Alltag in einen Ausnahmezustand über-
gehen kann – und wie sehr wir als Bürgerinnen und
Bürger unserer Stadt aufeinander angewiesen sind.
Ein Virus setzte die Welt auf Pause und aktivierte
damit gleichermaßen verborgene Kapazitäten der
Solidarität und Unterstützung.
Im Sozialraumgebiet „Blumenberg, Chorweiler und
Seeberg-Nord“ haben sich das Büro für Soziales
und Gemeinwesenarbeit der katholischen Kirchen-
gemeinde Hl. Johannes XXIII Köln, die Sozialraum-
koordination sowie das Quartiersmanagement für
das Projekt „Nachbarschaftshilfe im Kölner Norden“
– kurz NIKN – zusammengeschlossen. Mit Beginn
der Pandemie war den drei Akteuren, die seit nun -
mehr einem Jahr eng zusammenarbeiten, klar, dass
sich aus der Architektur der Großwohnsiedlungen
und der Internationalität ihrer Bewohnerschaft im
Sozialraumgebiet – vermutlich mehr als in anderen
Stadtteilen – die Notwendigkeit ergabt, beim Helfen
zu helfen.
In enger Absprache mit der Auftraggeberin, dem
Amt für Stadtentwicklung und Statistik der Stadt
Köln, konnten das Quartiersmanagement vor Ort
mit ihrer Arbeitskraft auf die Pandemie reagieren
und sich aktiv in den Umgang mit der Krise im So -
zialraumgebiet einbringen. So hat Quartiersmanage-
rin einige Tage lang bei der Ausgabe von Lebensmit-
teln der Kölner Tafel geholfen, um dieses wichtige
Angebot weiter sicherzustellen.
Wo sich in anderen Stadtteilen Nachbarschaftshilfen
über Aushänge in Supermärkten, in Hausfluren und
an Laternenpfosten unter den Bewohnerinnen und
Bewohnern selbst organisierte, machten es sich die
drei Akteure zur Aufgabe, dies für das Sozialraumge-
biet zu koordinieren, um beispielsweise den über 80
gesprochenen Sprachen im Veedel gerecht werden
zu können.
Mit dem Projekt NIKN haben die drei Akteure einen
gänzlich neuen Pfad begangen. Dies zeigte umso
mehr, wie wichtig Kooperation, Vertrauen und
engagierte Personen in Krisenzeiten sind, um schnell
Lösungen und Hilfen anbieten zu können. Das Quar-
tiersmanagement konnte seine Stärken hier pragma-
tisch und direkt einsetzen.
In Anbetracht der Pandemie wurden folgende Aktio -
nen initiiert
— Zusammenstellung von Infoflyern (mehrsprachig)
mit Telefonnummern (Hilfetelefonen) und
Verteilung im gesamten Bezirk 6
— Etablierung eines Infotelefons, das montags bis
freitags von 10 bis 14 Uhr besetzt war
— Bekanntmachung des Angebots NIKN
(mehrsprachig) über
— einen neu eingerichteten Reiter auf der
Website
— Schwarze Bretter (in Chorweiler Mitte)
— Flyer
— Soziale Medien
— Multiplikatoren
4.2. NIKN – REAKTION DES QUARTIERS -
MANAGEMENTS AUF DIE CORONA-PANDEMIE
AKTIONEN DES STARKE VEEDEL BÜROS
43
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
— Erstellung einer Datenbank zur Vermitt lung von
Hilfsgesuchen- und angeboten unter Beachtung
der DSGVO
— Akquise und Betreuung von Ehrenamtlichen zur
Unterstützung
— Koordinati on bestehender Angebote sozialraum
übergreifend im Bezirk 6
— Koordinati on von Maskenverkauf
Übergeordnetes Ziel war es, eine Plattf orm aufzu-
bauen, über die Hilfe angeboten und nachgefragt
werden kann. Die Koordinatoren nahmen über ein
Infotelefon montags bis freitags von 10 bis 14 Uhr
Anrufe entgegen und vermitt elten unkompliziert
ehrenamtliche Helferinnen und Helfer an diejenigen,
die Hilfe beim Einkauf, Gassigehen oder sonsti gen
Erledigungen benöti gten.
Die Akquise der Ehrenamtlichen verlief ebenfalls
über Aufrufe.Die Ehrenamtlichen verabredeten sich
auch gerne „auf eine Tasse Kaff ee“ am Telefon mit
Menschen, die sich nach einem off enen Ohr oder
freundlichen Worten sehnten. Neben dem Infotele-
fon bot ein schwarzes Brett , das am Kiosk an der
S-Bahn-Stati on Chorweiler Richtung Pariser Platz
installiert war, die Möglichkeit, Unterstützung nach-
zufragen und anzubieten.
Das Infotelefon war rund acht Wochen besetzt. 20
Ehrenamtliche waren in dieser Zeit unter Einhaltung
der Kontaktregelungen dafür im Einsatz und haben
Hilfesuchende in der schweren Zeit unterstützt.
Einige Kontakte bestehen bis heute, so dass sich die
Nachbarschaft shilfe aus sich heraus versteti gt.
Pressearti kel
Kölner Stadtanzeiger
(18.05.2020)
AKTIONEN DES STARKE VEEDEL BÜROS
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5. VERFÜGUNGSFONDS
VERFÜGUNGSFONDSSTARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
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VERFÜGUNGSFONDSSTARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
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STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
5.1. DAS FÖRDERINSTRUMENT —
AUFRUF ZUR TEILHABE UND MITWIRKUNG
Mit dem Förderinstrument Verfügungsfonds wird
das Ziel verfolgt, Bewohnerinnen und Bewohner so -
wie lokale Akteure aktiv in die Quartiersentwicklung
einzubeziehen. Im Fokus steht die Intensivierung
des nachbarschaftlichen, bürgerschaftlichen und
ehrenamtlichen Engagements. Die kurzfristige und
unkomplizierte Umsetzung einer Vielzahl von klei-
nen Projekten und Maßnahmen soll zur Verbesse-
rung des Miteinanders im Sozialraumgebiet führen.
Forciert werden insbesondere eine Verbesserung in
der Kommunikation und Vernetzung innerhalb der
Bürgerschaft sowie eine Stärkung der Kooperation
der Akteure untereinander.
Verfügungsfonds sind aus der Städtebauförderung
(Kofinanzierung durch Bund und Land) sowie kom-
munalen Mitteln finanzierte Budgets, die in einem
Fördergebiet bereitgestellt werden, um Akteure, die
Projekte vor Ort durchführen möchten, zu fördern.
Insofern kann man sie als ein Instrument zur Unter-
stützung von Engagement sowie einer stadtteil -
bezogenen Selbstverantwortung und Teilhabe am
Stadtentwicklungsprozess beschreiben. Innerhalb
der Städtebauförderung haben sie ihren Ursprung in
den Gebieten der Sozialen Stadt, wo sie seit rund 20
Jahren Anwendung finden8.
Der Verfügungsfonds bot finanzielle Unterstützung
für die Umsetzung von Projektideen im Sozialraum
„Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord“. Be -
wohnerinnen und Bewohner, Träger vor Ort sowie
Vereine, Arbeitsgruppen und –kreise konnten An-
träge für die Förderung von Projektideen beantra -
gen. Voraussetzung war dabei, dass die Ideen einen
inhaltlichen Bezug zum Sozialraumgebiet haben und
die Fördervoraussetzungen gemäß Richtlinie (s.u.)
erfüllten.
Im Rahmen des Verfügungsfonds übernahm das
Quartiersmanagement die Aufgabe der Geschäfts -
stelle. In dieser Rolle war das Quartiersmanagement
zunächst dafür zuständig, das Förderinstrument im
Fördergebiet bekannt zu machen. Dies umfasste
sowohl eine direkte Ansprache potentieller Antrags -
stellerinnen und Antragssteller als auch eine geeig -
nete Öffentlichkeitsarbeit.
Da grundsätzlich in Fördergebieten das Stadtteil-
engagement wenig ausgeprägt ist, müssen die
Geschäftsstellen in hohem Maße Impulse für eine
lokale „Mitmachkultur“ setzen. Häufig benötigt ein
Verfügungsfonds daher eine Anlaufzeit von bis zu
über einem Jahr, bis sich das Förderinstrument vor
Ort bei den Menschen etabliert hat.
Es galt daher, im Sozialraum Netzwerke zu erschlie-
ßen, potentielle Antragstellerinnen und Antragstel -
ler zu identifizieren und ein Gespür für die Stadtteile
und die Richtung des Engagements zu erfahren, um
immer gezielter für das Förderinstrument werben zu
können. Darüber hinaus birgt eine projektbezogene
Öffentlichkeitsarbeit (Berichte über erfolgreiche
Projekte) vermehrt das Potential, weitere Nachah-
mende zu motivieren. Weitere Zielgruppen im Quar-
tier können so aus passiven Rollen herausgeholt
werden, um selbst für ihren Stadtteil aktiv werden.
VERFÜGUNGSFONDS
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STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
Der Verfügungsfonds
— ist ein Anreiz- und Aktivierungsinstrument
— er leistet Anschubfinanzierung für
bürgerschaftliches Engagement
— bringt die Menschen in eine aktive Rolle in der
Mitgestaltung ihres direkten Lebensumfelds
— ist ein Experimentierfeld
Der Verfügungsfonds im Programm
„Starke Veedel – Starkes Köln“
Die Laufzeit der Maßnahme Verfügungsfonds war
unmittelbar an die Maßnahme Quartiersmanage-
ment gekoppelt. Für die Jahre 2019 und 2020
standen 143.500 Euro für die Förderung von Ver-
fügungsfondsprojekten bereit. Die Höhe der För -
dergelder richtet sich dabei nach der Anzahl von
Bewohnerinnen und Bewohnern: Pro Bewohnerin
und Bewohner des Gebiets und Jahr wurden 5 Euro
berechnet. Einzelne Projekte konnten mit maximal
4.999 Euro gefördert werden.
Die von der Stadt Köln verfasste Richtlinie zur Ge -
währung von Zuwendungen aus dem Verfügungs-
fonds im Rahmen des Programms „Starke Veedel
– Starkes Köln“ für das Gebiet „Blumenberg, Chor-
weiler und Seeberg-Nord“ bildete die Arbeitsgrund -
lage für das Quartiersmanagement.
Die Richtlinie beinhaltete neben dem Bewilligungs-
verfahren auch die Antragsfristen. Es wurden sieben
Antragsfristen festgelegt:
2019: 05.06., 09.08., 27.09., 15.12.
2020: 30.01., 30.04., 16.07.
In jeder Antragsphase standen bei gleichmäßiger
Aufteilung der Gesamtfördersumme maximal 20.428
Euro zur Verfügung.
Aus der Richtlinie
Mit dem Verfügungsfonds wird die Entwicklung
und Umsetzung kleinteiliger Projekte und Aktivi -
täten gefördert. Alle auf dem Gebiet der Sozialen
Stadt „Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord“
tätigen Einrichtungen, Vereine, Bewohnergruppen,
einzelne engagierte Bewohnerinnen und Bewohner
und sonstige Institutionen haben die Möglichkeit,
mit ihren Ideen, Aktionen und Projekten an der
Aufwertung ihres Stadtteils bzw. der Umsetzung
des Integrierten Handlungskonzeptes aktiv mitzu-
wirken und Fördermittel aus dem Verfügungsfonds
zu beantragen. Über die Vergabe der Fördermittel
aus dem Verfügungsfonds wird auf Basis der Förder-
richtlinie Stadterneuerung 2008, Teil IV – Förderbe -
stimmungen für die Soziale Stadt, Ziffer 17 „Aktive
Mitwirkung der Beteiligten“ in Verbindung mit
dieser kommunalen Richtlinie entschieden9.
Die Projekte müssen mindestens eine der allgemei -
nen Fördervoraussetzungen erfüllen:
— Aktivierung von Bewohnerengagement
— Stärkung der Gemeinschaft beziehungsweise
der Nachbarschaft
— Stärkung von Eigenverantwortung und Selbsthilfe
der im Sozialraum lebenden Bürgerinnen und
Bürger
— Stärkung des Images und der Identifikation mit
dem Sozialraum
Presseartikel Kölner Wochenspiegel (04.08.2019)
VERFÜGUNGSFONDS
48
Das Quartiersmanagement fungierte als Geschäfts -
stelle für den Verfügungsfonds und war somit
erster Ansprechpartner für alle Interessierten. Die
Verwaltung des Verfügungsfonds ist eine zeitinten -
sive Aufgabe für die Quartiersmanagerinnen und
Quartiersmanager. Mit Blick auf die kurzen Antrags-
phasen, den hohen Beratungs- sowie Aktivierungs -
bedarf und die Höhe des Förderbudgets ist ablesbar,
dass das Management des Verfügungsfonds einen
entscheidenden Anteil der Projektzeit eingenom -
men hat.
Das Bewilligungsverfahren im Rahmen des Pro -
gramms „Starke Veedel – Starkes Köln“ hält eine
Besonderheit vor. In der Regel wird die Entschei-
dung über die Förderung einzelner Projekte vor Ort
jeweils von einem ehrenamtlich agierenden Gre-
mium getroffen. In unterschiedlicher Zusammenset-
zung finden sich dort Vertreterinnen und Vertreter
von Institutionen, Vereinen, Interessensverbänden,
Stadtverwaltung und Einzelpersonen10.
Im Rahmen des Programms „Starke Veedel – Star-
kes Köln“ haben die Gremien als Expertinnen und
Experten keine bewilligende, sondern beratende
Funktion. Die Abstimmungsergebnisse des Bera -
tungsgremiums über die einzelnen Anträge wurden
in Form einer Beschlussvorlage als Empfehlung an
die Bezirksvertretung Chorweiler übermittelt, die
auf dieser Grundlage letztendlich über die Anträge
entschied.
5.2. BERATUNGSGREMIUM UND
BEWILLIGUNGSVERFAHREN
€
1. Eine Idee haben
3. Aus einer Idee ein Projekt
entwickeln
4. Antrag ausfüllen
5. Antrag einreichen
6. Diskussion des Antrags im
Beratungsgremium
8. Entscheidung durch die
BV Chorweiler
9. Projektumsetzung
10. Projektabrechnung
2. Erstberatung beim
Quartiersmanagement
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
Abb. 6 Ablauf Verfügungsfondsprojekte (eigene Darstellung)
VERFÜGUNGSFONDS
49
Mitglieder des Beratungsgremiums waren
— Bürgeramtsleitung
— Bezirksjugendpflegerin
— Sozialraumkoordination
— Vertreterin des Interkulturellen Dienstes
— stellvertretende Bürgeramtsleitung
Spätestens mit Ablauf einer jeweiligen Antragsfrist
übermittelte das Quartiersmanagement die vor-
liegenden Anträge an die Gremiumsmitglieder und
berief eine Sitzung zur Beratung ein. Das Quartiers -
management leitete die Sitzungen und fungierte als
„Stimme und Ohr der Antragsstellenden“ in dem
Sinne, dass es die Fragen der Gremiumsmitglieder
aufgrund der im Vorfeld engen Absprachen mit den
Antragsstellenden beantwortete. Sollten Fragen
offenbleiben, klärte das Quartiersmanagement die -
se mit den entsprechenden Personen. Gleiches gilt
für die Kommunikation der Anpassungen, die sich
im Laufe der Sitzung als notwendig oder hilfreich
ergaben und im Anschluss zeitnah von den Antrags -
stellenden vorgenommen wurden.
Zu Beginn des Projekts herrschte bei vielen Beteilig -
ten des Antragsverfahrens eine Unsicherheit bezüg -
lich ihrer Aufgaben und Entscheidungsspielräume
vor. Das Quartiersmanagement konnte das Verfah-
ren erläutern und die Ziele des Förderprogramms
vermitteln, sodass Unklarheiten ausgeräumt werden
konnten und eine konstruktive Zusammenarbeit
möglich war. Durch eine gute und ständige Kommu-
nikation konnte so gewährleistet werden, dass die
Ideen der Akteure in Projektanträge eingefügt und
als Förderprojekte umgesetzt werden konnten.
Das Quartiersmanagement stand den Antrags -
stellenden über den gesamten Zeitraum – von der
Idee bis zur Abrechnung der Projektkosten – als
Ansprechpartner vor Ort zur Verfügung. Trotz der
Niederschwelligkeit des Förderinstruments und der
angestrebten unbürokratischen Abwicklung ist jedes
Projekt ein Unikat und bedarf einer aufmerksamen
Begleitung. Das Quartiersmanagement konnte
dabei seinem Auftrag gerecht werden, eine Schnitt-
stelle zwischen Bewohnerschaft bzw. Akteuren und
Verwaltung zu sein. Auch die Gremiumsmitglieder
fungierten als Schnittstellen und Netzwerkpartner.
Die Bekanntmachung von Projekten, die Akquise von
Teilnehmenden für die Projekte, das Auffinden von
Räumlichkeiten, die Anbindung von Projektideen an
etablierte Träger – all diese Anforderungen an eine
erfolgreiche Projektumsetzung wäre ohne die enga -
gierte Arbeit aus dem Stadtteil heraus nicht möglich
gewesen.
Bildquelle: eigene – V.l.n.r. Benjamin Stieb, Martina
Zuber-Goljuie, Engelbert Rummel, Anja Büscher-
Kallen (vor der mithilfe des Verfügungsfonds parti -
zipativ mit Kindern und Jugendlichen neu
gestalteten Wand am Jugendzentrum Pegasus)
Das Quartiersmanagement möchte sich an dieser
Stelle bei allen Beteiligten bedanken, die durch ihr
Engagement die Umsetzung von Förderprojekten
ermöglicht und das Sozialraumgebiet ein weiteres
Stück lebenswerter gemacht haben.
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER VERFÜGUNGSFONDS
50
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
Flyer Verfügungsfonds
VERFÜGUNGSFONDS
51
5.3. WIRKUNGSWEISE DES VERFÜGUNGSFONDS
IM SOZIALRAUMGEBIET
Die Bewerbung des Verfügungsfonds war eine
Daueraufgabe des Quartiersmanagements. Insbe -
sondere zu Projektbeginn wurde das Förderinstru -
ment verstärkt im Rahmen der aktiven Arbeitskreise
im Sozialraumgebiet beworben. Das Quartiersma -
nagement machte darüber hinaus den Verfügungs-
fonds über Informationsflyer, die Website sowie
den Facebook- und Instagram Account bekannt. Die
gute Zusammenarbeit der Akteure im Sozialraumge -
biet führte dazu, dass viele Multiplikatorinnen und
Multiplikatoren den Verfügungsfonds in den Kreisen
ihrer „Klienten“ bekanntmachten und Kontakte zum
Quartiersmanagement herstellten. Hier sind ins-
besondere die Sozialraumkoordination, die Bezirks-
jugendpflegerin, die Streetworker sowie das Büro
für Soziales und Gemeinwesenarbeit zu nennen. Da-
rüber hinaus hielt das Quartiersmanagement Augen
und Ohren stets offen und sprach konkret Men -
schen und Institutionen an, die Ideen hatten oder
Projekte planten. Sukzessive wurden die bereits
umgesetzten Projekte über die Website sowie die
sozialen Medien vorgestellt. Als Good-Practice-Bei -
spiele, ermutigten sie weitere Menschen im Stadtteil
Anträge zu stellen und eigene Ideen einzubringen.
Ziel des Quartiersmanagements war es also, Projek-
te von Menschen vor Ort für Menschen vor Ort um -
zusetzen. Eine Herausforderung für Einzelpersonen
war dabei die Vorfinanzierung von Projekten. Zur Er-
leichterung des Projektstarts konnte ein Vorschuss
von bis zu 30 % je Projekt beantragt werden. In
vielen Fällen konnte der finanzielle und organisatori-
sche Aufwand für ein Projekt allerdings nicht durch
einzelne Personen getragen werden.
Daher bemühte sich das Quartiersmanagement, Ver-
eine und Institutionen als Antragsteller zu gewinnen.
Diese konnten für Projektideen auf haupt- oder
ehrenamtliche Tätige bei der Umsetzung zurück-
greifen. Dadurch konnten Bewohnerinnen und
Bewohner gute Ideen durch oder mit Hilfe einer
Einrichtung realisieren. Das Quartiersmanagement
legte bei der Antragstellung großen Wert auf die in -
trinsische Motivation der Akteure, eine gemeinwohl-
orientierte Ausrichtung der Projektinhalte zu entwi -
ckeln und so einen positiven Beitrag zur Aufwertung
des Lebensumfelds im Fördergebiet zu leisten.
Das Quartiersmanagement hat der Beratungsleis-
tung einen hohen Stellenwert eingeräumt, das heißt,
dass Raum und Zeit zur Verfügung gestellt wurden,
in dem in einem vertraulichen Umgang die Ideen
formuliert werden konnten und auf ihre Förderfä -
higkeit hin überprüft wurden. Nicht alle Ideen konn -
ten zu einem Projekt im Sinne der Richtlinie werden.
Doch da bereits mit der Erstberatung eine Aktivie -
rung in der Bevölkerung geschehen ist, waren in den
meisten Fällen die Grundsteine für eine erfolgreiche
Projektumsetzung gelegt und durch Gespräche und
Anpassungswillen konnten insgesamt 54 Ideen in
Anträge übersetzt werden. Sechs Anträge wurden
von der Bezirksvertretung Chorweiler abgelehnt, als
Entscheidungsgremium oblag der Bezirksvertretung
in letzter Instanz die Aufgabe, Anträge zu bewilligen
oder abzulehnen. Weitere sechs Anträge konnten
aufgrund der Corona-Pandemie nicht umgesetzt
werden. Hierzu nochmal ein paar Zahlen:
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER VERFÜGUNGSFONDS
52
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
14 Monate Verfügungsfonds und 48 bewilligte
Projektanträge – diese Zahlen drücken aus, wie viele
Ideen für Projekte in den Köpfen der Menschen im
Sozialraumgebiet stecken und welches große Enga-
gement die Menschen haben, wenn die Möglichkeit
besteht, bei der Umsetzung von Projekten finanziell
aber auch fachlich und menschlich unterstützt zu
werden.
In dem Sinne ist der Verfügungsfonds ein wirkungs -
volles Förderinstrument auf mehreren Ebenen – es
fördert und fordert diejenigen, die Projektanträge
stellen und Projekte umsetzen sowie gleichermaßen
diejenigen, die an den Projekten teilnehmen.
Die Entwicklung einer Projektidee und die Kontakt -
aufnahme mit dem Quartiersmanagement wirkten
bereits positiv auf die Menschen in den Stadtteilen.
In den Projektideen spiegelten sich eigenständige
Aktivität, eine Aufbruchsstimmung und Handlungs -
möglichkeiten wider.
Im Folgenden sind die Wirkungen des Verfügungs -
fonds für das Sozialraumgebiet auf zwei Ebenen
dargestellt – auf der Ebene der Aktivierung zum
Engagement mithilfe des Verfügungsfonds sowie auf
der Ebene der Aktivierung zur Teilhabe entlang der
Projekte, die umgesetzt wurden:
Antragsphasen 7
Projektanträge 54
Abgelehnte Anträge 6
Bewilligte Anträge 48
Rücknahme (nicht umsetzbar aufgrund der Corona-Pandemie) 6
Umgesetzte Projekte 42
(bewilligte) Anträge von Vereinen / Institutionen 33
Anträge von Privatpersonen 15
Abb. 7: Der Verfügungsfonds in Zahlen
(eigene Darstellung)
VERFÜGUNGSFONDS
53
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
Aktivierung von Bewohnerengagement
Menschen mit Ideen bemühen sich um Beratungs -
gespräche beim Quartiersmanagement und begeben
sich in den Antragsprozess sowie die Öffentlichkeits -
arbeit für ihre Projekte.
Sie aktivieren so Engagement von Bewohnerinnen
und Bewohnern, indem diese an Projekten teilneh-
men und sich die Bindung an einen Träger oder eine
nachhaltige Idee verstetigt.
Stärkung der Gemeinschaft beziehungsweise der Nachbarschaft
Projekte stemmt man nicht alleine. Für die Umset-
zung von Projekten braucht man ein Team, man muss
als antragsstellende Person andere Menschen aus
der Gemeinschaft aktivieren, sie zu unterstützen.
Alle Projekte werden in einem festgeschriebenen
Raum – dem Sozialraumgebiet – umgesetzt. Im Rah -
men der Projektumsetzungen treffen so Menschen
aufeinander, die sich zuvor nicht kannten. Es werden
neue Kontakte geknüpft.
Stärkung von Eigenverantwortung und Selbsthilfe der im Sozialraum lebenden Bürgerinnen und Bürger
Projektumsetzung bedeutet Projektmanagement.
Bewohnerinnen und Bewohner werden durch das
Förderinstrument aus einer passiven in eine aktive
Rolle gebracht, es wird Ihnen Vertrauen entgegenge-
bracht, dass sie selbstwirksam sind und Dinge
aus eigenem Antrieb umsetzen können.
Teilnehmende an Verfügungsfondsprojekten können
sich in Gebieten ausprobieren, die sie – zumeist aus
Kostengründen – nicht erreichen würden. An Semina -
ren, Sport- oder Musikangeboten kostenfrei teilzu-
nehmen stärkt das Selbstbewusstsein und führt zu
mehr Verantwortlichkeit. Verfügungsfondsprojekte
ermöglichen neue Perspektiven auf sich und das
Lebensumfeld.
Stärkung des Images und der Identifikation mit dem Sozialraum
Die Identifikation mit einem Ort wächst, sobald man
in diesem wirksam wird. Netzwerke und Bemühungen
Projekte umzusetzen stärken die Identifikation und
führen dazu, sich als aktiven Part im unmittelbaren
Lebensumfeld zu verstehen.
Viele Projekte zielen darauf ab, dass – eher schlechte
– Image des Sozialraumgebiets in ein anderes Licht
zu rücken. Die Öffentlichkeitsarbeit über die Projekte
und das Engagement der Bewohnerschaft stärkt das
Image zum positiven hin – nach innen sowie nach
außen.
VERFÜGUNGSFONDS
54
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
5.4. DIE VEEDELS-IDEEN –
48 VERFÜGUNGSFONDS-PROJEKTE
Antragsstellender Projekttitel Fördersumme
(bewilligt)
Selina Berger Klettern zur Förderung von sozialen Kompetenzen und der
Selbstwirksamkeit 1.412,50 €
DT VK e.V. Schnupperkurse im Sommer – Interaktives Bildungsangebot 4.920,00 €
DT VK e.V. Sommer-Treff 1.880,00 €
DT VK e.V. Bildungsreihe „Wohnen im Alter“ 2.060,00 €
FIZ e.V. Fit und Aktiv für Vielfalt 4.999,00 €
Jugend für Demokratie e.V. 6x60 4.980,00 €
Angelika Herta & Martin Peret Trau dich und dreh deinen Film 4.999,00 €
Soziale Fachstelle St. Pankratius am
Worringer Bruch
Ein bisschen so wie Martin sein – wir teilen das Martinsfest
mit Blumenberg 1.700,00 €
Margot von Ah Verschönerung des öffentlichen Raums durch neue Pflanzkübel 820,93 €
Fundus Köln-Nord e.V. Fundus wird 10! Ein Stadtteilprojekt feiert mit der
Nachbarschaft 2.125,00 €
Fundus Köln-Nord e.V. Hochbeet-Werkstatt: Gemeinsam säen und ernten 956,00 €
Manuel Franco Pazos Pro Soziales Training für Kinder 4.999,00 €
Juendzentrum Northside Hip Hop im Northside 3.350,00 €
Michael Fedorenko Chorweiler und Blumenberg im Blick 4.970,00 €
DT VK e.V. Starke Familien in Seeberg 4.270,00 €
DT VK e.V. Interkulturelles Mitmach-Theater 4.999,00 €
Jugendzentrum Northside ökologisches Bauen und alternative Energien, ein Lernfeld für
den Kölner Norden 3.825,00 €
Talente im Stadtteil Klezmertage in Chorweiler 3.293,00€
Büro für Soziales und Gemeinwesenarbeit
Hl. Johannes XXIII Bienenhotels für Chorweiler 1.509,00 €
Parea gGmbH Mein Chorweiler – mein Zuhause 4.999,00 €
DT VK e.V. Mit-Mach Angebot Empowermentkurs für Frauen 2.800,00 €
The International Association for Traditional
Sports and Games (IATSG e.V.)
Barrierefrei-Spieletreff: Erstellen einer Foto-Story „Chorweiler
spielt grenzenlos“ 1.120,43 €
IATSG e.V. Neue Spiele für den Spieletreff 1.500,00 €
Hubert Brand Gesprächsgruppe zum „Thema Heimat“ 1.585,00 €
DT VK e.V. Stadtteilerkundung und Sprachförderung für Kids 1.000,00 €
VERFÜGUNGSFONDS
55
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
An dieser Stelle möchte sich das Quartiersmanage -
ment bei allen Antragstellerinnen und Antrags -
stellern, bei allen ehrenamtlichen Helferinnen und
Helfern, bei allen Netzwerkpartnern und Multiplika -
torinnen, bei allen Unterstützerinnen und Unterstüt-
zern ganz herzlich für ihr Engagement bedanken.
Der Aufwand für solche Projekte ist nicht mess -
bar, er beginnt beim ersten Anruf beim Quartiers -
management, geht über das Austeilen von Flyern,
Einkaufen von Verpflegung, Aufräumen von Ver-
anstaltungsorten, Abzeichnen von Kontaktlisten
und Datenschutzbestimmungen und endet bei der
detaillierten Abrechnung der Projekte.
Abb. 8: Übersicht aller Verfügungsfondsprojekte (eigene Darstellung)
nicht umgesetzt
Antragsstellender Projekttitel Fördersumme
(bewilligt)
NAR Lichblick für Frauen und Mädchen e.V. Starke Frauen für starkes Veedel 2.100,00 €
Get your Stage e.V. Cologne Dance Competion 1.700,00€
Theater „Marissel“ Maryna Immel Theaterdemie 2.300,00 €
Ulla Bornhardt-Müller Wir bringen was ins Rollen 1.710,00 €
Daniel Rogge Gemeinschaftsgarten und Gartenfest für Chorweiler Mitte 3.500,00 €
Jugendorganisation LmDR e.V. NRW /
Schachclub Chorweiler Schachtunier „Chorweiler Kings“ 1.800,00 €
Melisa Düzgünkaya Musikprojekt für Kinder und Jugendliche 2.200,00 €
AK Caritas Zusammen ist man weniger allein 2.944,00 €
Görkem Kalan Plattform Chorweiler 4.998,92 €
Sibel Oetzkent Nachbarschaftscafe 4.979,00 €
Shqipe Kameroli Bewebungs- und Sportangebot an der frischen Luft in
der Coronazeit 4.138,40 €
Bau- und Abenteuerspielplatz „Der Bau“ Dein Recht – Euer Bild 2.451,00 €
Angelika Herta Grüße aus Chorweiler 4.999,00 €
Geremia Carrara Ich erinnere mich noch daran! 4.650,00 €
Miram Hamel Stadtfinden – Chorweiler 4.900,00 €
Büro für Soziales und Gemeinwesenarbeit Hl.
Johannes XXIII Siebdruckmaschine 1.170,00 €
StadtteilWerkstatt Chorweiler gGmbH –
Canyon Chorweiler
Betreuung und Bespielung der Boulderwand am City Center
Chorweiler 4.999,00 €
Soziale Fachstelle St. Pankratius am
Worringer Bruch Vom Geben und Nehmen und Teilen: St. Martins Lichterfest 3.098,00 €
Lebensmittelausgabe für den Kölner Norden Anschaffungen für die Lebensmittelausgabe 3.095,00 €
Outline e.V. / Sigrid Brenner Wandgestaltung Pegasus 4.630,00 €
Soziale Fachstelle St. Pankratius am Worringer
Bruch Elterncafé: Frühe Hilfe – Gleiche Chancen 2.850,00 €
GAG Immobillien AG Kunstprojekt mit Jugendlichen an der Unterführung
Katzbachweg zur Kriegerhofstraße 4.999,00 €
Querwaldein e.V. Samenbibliothek 4.973,00 €
Gesamtsumme 154.256,18 €
VERFÜGUNGSFONDS
56
5.5. PROJEKTPORTRAITS
Ende Juli 2019 ermöglichte eine Gruppe Studieren-
der zwölf Jugendlichen eine Projektwoche zu den
Themen Eigenverantwortung und Klettern. In Ko -
operation mit der Kletterhalle Canyon in Chorweiler-
Nord, konnten die jungen Menschen durch Vertrau-
ens-, Kooperations- und Kletterübungen ihre sozialen
Kompetenzen und ihre Selbstwirksamkeit stärken.
Im Verlauf konnten die Teilnehmenden viele wert-
volle Erfahrungen machen, indem sie ihre Grenzen
kennenlernten und teilweise mutig überschritten,
neue Kontakte knüpften sowie Vertrauen zueinander
aufbauten. Viele Kompetenzen wie Hilfsbereitschaft,
Verantwortungsbewusstsein sowie Kooperations-
und Kommunikationsfähigkeit werden den Jugend-
lichen auch im Alltag von großem Nutzen sein.
KLETTERN ZUR FÖRDERUNG VON SOZIALEN
KOMPETENZEN UND DER SELBSTWIRKSAMKEIT
Antragstellerin: Selina Berger
Start: Juli 2019
Im Spätsommer 2019 organisierte der DTVK e.V.
eine Bildungsreihe zu den Themen Wohnen, Vor -
sorge und Selbsthilfe für Seniorinnen und Senioren.
Es wurden sechs informative Veranstaltungen
angeboten. Ziel der Bildungsreihe war auch die Mo -
bilisierung von Selbsthilfekräften und das Training
präventiver Verhaltensweisen, wie z.B. die Sturzprä -
vention.
Eine umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit trug dazu
bei, dass mehr als 50 Teilnehmende erreicht werden
konnten. Somit wurde auch die nachbarschaftliche
Vernetzung gestärkt sowie, durch Kooperation mit
anderen sozialräumlichen Akteuren wie dem Verein
„WohnMobil“ oder der Seniorenberatung Chorwei -
ler, konkrete Kontakte zu wichtigen Anlaufstellen
hergestellt.
BILDUNGSREIHE „WOHNEN IM ALTER“
Antragsteller: DTVK e.V. (Deutsch-Türkischer Verein Köln e.V.)
Start: Juli 2019
FÖRDERUNG VON ZIELGRUPPEN
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER VERFÜGUNGSFONDS
57
Ziel der Workshopreihe war es, den Umgang mit
Aggressionen zu analysieren, das Thema Ge -
walt mit Kindern und Eltern anzusprechen und
gemeinsam Lösungsstrategien zu entwickeln, um
aufkommende Gewalt in Zukunft vermeiden oder
deeskalieren zu können.
Dabei fand eine Vernetzung der Eltern unter -
einander statt und es wurden Akteure, z.B. die
Streetworker, vorgestellt, die bei Fragen im
Sozialraum als Anlaufstelle dienen können.
PRO-SOZIALES TRAINING FÜR KINDER
Antragsteller: Manuel Franco Pazos
Start: November 2019
In einem mehrtägigen Workshop wurden Jugend -
liche an das Medium Film herangeführt. Zunächst
konnten die Teilnehmenden gemeinsam heraus -
finden, welche Geschichte sie gerade beschäftigt.
Darauf aufbauend wurden Kurzgeschichten er -
arbeitet und filmisch umgesetzt. Dabei hatten alle
Teilnehmenden die Gelegenheit unterschiedliche
Dinge zu lernen: Wie benutzt man eine Kamera?
Welche Töne kann ich aufnehmen? Wie führt
man Regie?
Hierdurch konnte die Zielgruppe ihre Kreativi -
tät erkunden, neue Dinge ausprobieren und ihre
Teamfähigkeit stärken.
TRAU DICH UND DREH DEINEN FILM
Antragstellende: Angelika Herta und Martin Paret
Start: Januar 2020
Ursprünglich war die „Theaterdemie“ als eintägi -
ges Theaterfestival geplant – dann kam Corona.
Aber anstatt sich davon entmutigen zu lassen, ha -
ben die Veranstalterinnen ihr Festival online ver -
anstaltet. Verschiedene Theatergruppen haben
Beiträge eingesendet, die über die Website des
Theater Marissel angeschaut werden konnten.
Durch das Festival konnte ein wichtiger Beitrag
zur kulturellen Bildung geleistet und die lokale
Kunstszene gestärkt werden. Das Projekt ermög -
lichte eine sinnstiftende Betätigung für Zuschau -
ende und Teilnehmende im ersten Lockdown.
PROJEKTTITEL: THEATER-FESTIVAL „MARISSEL“
Antragstellerin: Maryna Immel
Start: März 2020
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER VERFÜGUNGSFONDS
58
Mit dem Projekt wollte Michael Fedorenko einen
anderen Blickwinkel auf seinen Heimatstadtteil
möglich machen. Ein lokaler Fotograf hat die Stadt-
teile und Menschen des Sozialraums auf tollen Fotos
eingefangen. Nicht nur die Außenwirkung war dabei
von Bedeutung, auch der Blick der Bewohnerinnen
und Bewohner selbst sollte geschärft werden, damit
diese die schönen Seiten ihrer Heimat besser erken-
nen und wertschätzen können. In Kooperation mit
dem Kinder- und Jugendzentrum Northside wurde
anschließend eine Präsenzausstellung geschaffen,
damit die Bilder dauerhaft einsehbar bleiben und
somit nachhaltig zur Verbesserung des Images und
zur Identifikation mit Chorweiler beitragen. Die Aus-
stellung ist auch auf www.chorweiler.info zu sehen.
CHORWEILER UND BLUMENBERG IM BLICK
Antragsteller: Michael Fedorenko
Start: November 2019
Den Blick für die schönen Seiten des eigenen
Lebensumfeldes schärfen – das war die Idee hin -
ter „Mein Chorweiler – mein Zuhause“. Betreut
durch einen professionellen Fotografen konnte
circa 20 Menschen lernen, wie man gute und ein -
drucksvolle Fotos mit vorhandenen Smartphones
schießt und anschließend ihre Lieblingsorte, ihre
Orte des Verweilens, kurz: ihr Zuhause ablichten.
Es sind tolle Bilder entstanden, die bei einem
Hoffest ausgezeichnet wurden.
Gelerntes sofort in die Tat umsetzen zu können,
führt zu Selbstvertrauen. Mit den Nachbarn
fotografieren lernen führt zu neuen Kontakten.
Das gemeinsame Ausprobieren, Lernen und Ent -
decken ohne Vorbehalte standen im Mittelpunkt
des Projekts.
MEIN CHORWEILER – MEIN ZUHAUSE
Antragsteller: Thorsten Seelig (Parea gGmbH)
Start: März 2020
KUNST UND KULTUR
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER VERFÜGUNGSFONDS
59
Im Rahmen des Projekts konnten die Teilneh -
menden das Saz spielen lernen und gemeinsam
musizieren. Um möglichst nachhaltig zu arbeiten,
wurden alte Saz aufzubereiten anstatt neue zu
kaufen. Der Musiklehrer kannte sich gut mit den
Instrumenten aus und übernahm die Aufgabe der
Musik- und Kulturvermittlung mit Hingabe. Durch
die Regelmäßigkeit des Angebots konnten sich die
Teilnehmenden solide Grundfertigkeiten aneig-
nen sowie das dabei entstandene Gemeinschafts -
gefühl mit einem Lernerfolg verknüpfen.MUSIKPROJEKT FÜR KINDER UND JUGENDLICHE
Antragstellende: Melisa Düzgünkaya
Start: März 2020
Mit „Grüße aus Chorweiler“ wurden die Men -
schen angeregt, einen Gruß oder eine Geschich -
te von ihrem Zuhause zu teilen. Sie konnten
während des Corona-Sommers Bilder oder Fotos,
einzelne Sätze oder ganze Geschichten mit Post -
karten einsenden und ihre individuelle Sichtweise
und Situation mitteilen. Durch digitale und analo -
ge Öffentlichkeitsarbeit sowie eine abschließende
Preisverleihung wurde viel Aufmerksamkeit für
das Projekt generiert. Abschließend wurden aus
ein Einsendungen Postkarten gedruckt.GRÜSSE AUS CHORWEILER
Antragsstellende: Angelika Herta
Start: Juni 2020
Mit „Wunschkonzerten“ den Bewohnerinnen
und Bewohnern von Wohneinrichtungen Freude
bringen, das war der Plan. In Kooperation mit
einer dreiköpfigen Band wurden Hofkonzerte in
drei Wohneinrichtungen – einer für Menschen
mit Behinderung und zwei Pflegezentren für
Seniorinnen und Senioren – organisiert. Aufgrund
der Corona-Pandemie wurde die Umsetzung zwar
erschwert, aber umso wichtiger. Die Konzerte
konnten der zeitweisen Isolation vieler Menschen
ein positives Ereignis entgegensetzten. Das Feed -
back der Zuschauerschaft war enorm, sowohl im
Nachhinein als auch währenddessen.
ICH ERINNERE MICH NOCH DARAN!
Antragsteller: Geremia Carrara
Start: September 2020
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER VERFÜGUNGSFONDS
60
Für das Projekt 6x60 wurden sechs Menschen gesucht
und gefunden, die im Sozialraumgebiet aufgewachsen
sind oder leben und spannende sowie erfolgreiche
Lebenswege gehen. Vor der Kamera wurden Kunst-
und Tanzpädagoginnen, Fach- und Sozialarbeiter sowie
ein Staatsanwalt und ein Beziehungscoach interviewt.
Diese erzählten von ihrer eigenen Biografie und dem
Aufwachsen im Sozialraumgebiet, den Hürden und
Chancen in ihren Leben und teilten Tipps und Ratschlä-
ge für die Zuschauerinnen und Zuschauer.
Ziel war es dem schlechten Image des Sozialraumge-
biets entgegenzuwirken und positive Beispiele aufzu-
zeigen. Zudem sollten die Eigenverantwortung und der
Zusammenhalt durch die positiven und beeindrucken-
den Beispiele gestärkt werden.
6X60
Antragssteller: Jugend für Demokratie e.V.
Start: Juli 2019
Der DTVK e.V. organisierte im Sommer 2019 eine
Reihe von Veranstaltungen, um die Bewohnerschaft
zu vernetzen und gemeinsam das Sozialraumgebiet
kennenzulernen. Hierzu fanden regelmäßig gemein -
same interkulturelle Frühstücks-Treffen und „Walk
and Talk“ Spaziergänge durch die Stadtteile Blumen -
berg, Chorweiler und Seeberg-Nord statt.
Beide Veranstaltungen waren sehr gut besucht und
konnten als Begegnungsräume vielen, sich vorher
unbekannten Menschen, eine Austauschplattform
bieten. Während der Spaziergängen wurde der
Sozialraums erkundet und den Teilnehmenden neue
Aspekte und Möglichkeiten des gemeinschaftlichen
Engagements aufgezeigt.
SOMMER-TREFF
Antragsteller: Deutsch-Türkischer Verein Köln e.V. (DTVK e.V.)
Start: Juli 2019
NACHBARSCHAFT UND GEMEINSCHAFT
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER VERFÜGUNGSFONDS
61
Neben den Werten der Nächstenliebe und des
Teilens standen beim Martinsfest besonders die
Gemeinschaft im Fokus. Durch gemeinsames
Einüben und Singen von Martinsliedern, Laternen
Basteln mit den Kleinen und dem Lauschen der
Geschichte vom Heiligen Martin, sollte jedem und
jeder die Gelegenheit gegeben werden mit ande -
ren in Kontakt zu treten und sich auszutauschen.
Die Veranstaltung war konfessionsübergreifend,
es wurden explizit Menschen aller Glaubensrich -
tungen eingeladen. EIN BISSCHEN SO WIE MARTIN SEIN – WIR TEILEN
DAS MARTINSFEST MIT BLUMENBERG
Antragstellerin: Katholische Kirche St. Pankratius am Worringer Bruch Start: November 2019
Dein Recht – Euer Bild, unter diesem Motto
setzte sich „Der Bau“ mit den UN-Kinderrechten
auseinander. Bei dem Projekt wurde den Kindern
in einer mehrwöchigen Phase zunächst einzelne
Rechte vorgestellt und die Frage diskutiert, was
Rechte sind und warum sie für das eigene Leben
von Bedeutung sind. Nachdem die Kinder ein
grundlegendes Verständnis für das Thema entwi -
ckelt hatten, wurden dieses unter Anleitung einer
Künstlerin bildlich umgesetzt. Hierzu wurde der
Eingangsbereich der Einrichtung umgestaltet. So
kann der Eingangsbereich auch in Zukunft jedem
Menschen eine anschauliche und leicht verständ -
liche Erinnerung an die Kinderrechte sein.
DEIN RECHT – EUER BILD
Antragssteller: Bau- und Abenteuerspielplatz „Der Bau“
Start: August 2020
Im Blumenbergpark fehlten Angebote für ältere
Menschen, bzw. generationsübergreifend ge -
dachte Infrastruktur. Um diesem Umstand Abhilfe
zu schaffen, taten sich vier engagierte Frauen aus
Blumenberg mit dem Ziel zusammen, einen Bou -
leplatz herzurichten. Geschaffen werden konnte
so ein Ort der Gemeinschaft und der Begegnung
für Alt und Jung. Jeden Sonntag wird nun Boule
gespielt, Equipment ist vorhanden und jeder
Mensch ist eingeladen dazuzukommen. Bereits
jetzt konnten schon viele neue Kontakte über das
Spiel geknüpft werden.
WIR BRINGEN WAS INS ROLLEN
Antragsstellende: Ursula Bohnhardt-Müller (Boule-interes -
sierte Frauen *Christine*Gisela*Mathilde*Ulla*)
Start: März 2020
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER VERFÜGUNGSFONDS
62
Die Kinder- und Jugendeinrichtung Northside hatte
bereits vor einiger Zeit eine Solaranlage angeschafft
und auf zwei Überseecontainern, die auf dem
großen Außengelände der Einrichtung aufgestellt
sind, angebracht. Diese Container wurden nun mit
Unterstützung des Verfügungsfonds begrünt, um
die Brücke zwischen Solarenergie und Natur zu
schlagen sowie einen Ort für die Besucherinnen
und Besucher zu schaffen, der im wahrsten Sinne
einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt. Im Oktober
fand ein gemeinsames Einweihungsfest stattfinden,
durch welches die Kinder einen Bezug zu diesem
Ort des nachhaltigen Lernens finden konnten. Die -
ser soll in Zukunft dazu beitragen, die Entwicklung
eines ökologischen Bewusstseins zu fördern.
ÖKOLOGISCHES BAUEN UND ALTERNATIVE
ENERGIEN, EIN LERNFELD FÜR DEN KÖLNER
NORDEN
Antragssteller: Jugendzentrum Northside
Start: Mai 2020
In einer Workshopreihe konnten sich verschie -
dene Menschen aus dem Sozialraumgebiet mit
dem Thema Bienen in der Stadt, der lokalen
Produktion von Honig und der Zukunftsfähigkeit
der Städte auseinandersetzen. Künstlerisch und
pädagogisch begleitet und in Kooperation mit der
Imkerei auf dem Dach des City-Centers Chor -
weiler wurde eigener Honig – das „Chorweiler
Gold“ – gelabelt und mit einem mobilen Stand
im Sozialraum verteilt. Die Workshops fanden
in Kooperation mit einer Grundschule sowie auf
den zentralen Chorweiler Plätzen statt. Im Laufe
des Projekts kamen viele Menschen unterschied -
lichster Zielgruppen miteinander ins Gespräch
und wurden gleichzeitig für Themen wie Nahrung,
Umweltfragen und Nachbarschaft sensibilisiert.
STADTFINDEN – CHORWEILER
Antragstellerin: Miriam Hamel
Start: September 2020
ÖKOLOGIE UND KLIMA
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER VERFÜGUNGSFONDS
63
Gemeinsam mit der Stadtteilbibliothek Chor -
weiler machte sich der Querwaldein e.V. daran,
eine Samenbibliothek in Chorweiler aufzubauen,
also einen Ort zu schaffen, an dem man Pflanzen -
samen ausleihen kann. Die Samenbibliothek soll
dabei helfen, die Biodiversität der lokal angebau -
ten Obst- und Gemüsesorten zu erhalten und zu
stärken. Zu einer Bibliothek gehören natürlich
auch Bücher und andere Bildungsmaterialien,
die den Bewohnerinnen und Bewohnern von nun
an kostenfrei zur Verfügung stehen. Sobald die
Coronaschutzverordnungen aufgehoben und Ver -
anstaltungen wieder möglich sind, wird der Quer -
waldein e.V. die Samenbibliothek durch Work -
shops unter interessierten Bewohnerinnen und
Bewohnern bekannt machen und pädagogisch
begleiten. Mithilfe des Verfügungsfonds wurde so
ein Ort geschaffen, der anschaulich einen Zugang
zur Natur und Kenntnisse über die Herkunft von
Nahrungsmitteln vermitteln kann.
SAMENBIBLIOTHEK
Antragsstellende: Querwaldein e.V.
Start: September 2020
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER VERFÜGUNGSFONDS
64
6. ÖFFENTLICHKEITSARBEIT
UND KOMMUNIKATION
ÖFFENTLICHKEITSARBEIT UND KOMMUNIKATIONSTARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
65
ÖFFENTLICHKEITSARBEIT UND KOMMUNIKATIONSTARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
66
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
Die Entwicklung eines Corporate Designs für ein
Quartiersmanagement birgt die Aufgabe, sich schon
vor Projektbeginn mit dem Quartier in der Art aus -
einanderzusetzen, dass eine Identifikation im Design
sichtbar werden kann. Weiterhin musste das Quar-
tiersmanagement dem Auftrag gerecht werden, ein
Bild für drei unterschiedliche Stadtteile zu entwi -
ckeln:
Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord, sollten
sich gleichberechtigt insbesondere im Logo wieder -
finden.
6.1. KOMMUNIZIERTE WERTE UND
CORPORATE DESIGN
Links ein Strauch für das grüne Blumenberg,
in der Mitte die markanten Hochhäuser für Chor-
weiler und rechts eine Welle für Seeberg sowie die
Nähe des Programmgebiets zum Rhein und Fühlin-
ger See.
Aus der Farbpalette wurde vordergründig ein kräf-
tiges grün gewählt, was den „Grünen Faden“ der
Stadtteile und der Arbeit vor Ort unterstreichen
sollte. Ergänzt durch ein frisches blau für die Nähe
zum Wasser, wurde so ein freundliches Logo für das
Starke Veedel Büro Chorweiler erstellt.
In der Kommunikation hat das Quartiersmanage-
ment stets Wert daraufgelegt, die drei Quartiere
des Sozialraumgebiets zu nennen und sich nicht auf
„Chorweiler“ zu beschränken. Lediglich wenn es
innerhalb des Sozialraums um konkrete Stadteilpro-
jekte oder -aktionen ging, wurde auf den etablier -
ten „Dreiklang“ verzichtet.
Bei der Erstellung von Informationsmaterial konnte
soweit wie möglich mit vielen Fotos, Abbildungen
oder Wortwolken gearbeitet und lange Texte ver-
mieden werden. So sollten möglichst viele Bewoh -
nerinnen und Bewohner erreicht werden, die im
Sozialraum über 80 Sprachen sprechen.
Zur niedrigschwelligen Ansprache nutzte das Quar-
tiersmanagement auch bevorzugt das „Du“ anstelle
dem „Sie“. Insbesondere auf den Social-Media-Ka -
nälen duzte das Quartiersmanagement die poten-
ziell jüngere Zielgruppe. Das „Du“ schafft Vertrauen
und baut Berührungsängste ab.
Das Sozialraumgebiet ist zudem von einer direkten
und persönlichen Gesprächskultur zwischen den
Akteuren geprägt, in der ein „Sie“ in vielen Fällen
fehl am Platz ist.
Die Erfahrung hat gezeigt, dass dies insbesondere
bei der Abwicklung von Verfügungsfondsprojekten
die Zugänglichkeit zum Förderinstrument unter-
stützte.
ÖFFENTLICHKEITSARBEIT UND KOMMUNIKATION
67
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
Sharing and Caring
Zu Beginn des Auftrags wurde auf der Website der
Sozialraumkoordination ein Reiter „Starke Veedel
Büro“ integriert. Im Hinblick auf die kurze Projekt-
laufzeit und die Vernetzung mit der vorhandenen
und bereits bekannten Website www.chorweiler.
info, wurde von der Einrichtung einer eigenen Web-
site abgesehen. Neben allgemeinen Informationen
zum Quartiersmanagement und Verfügungsfonds
(Antragsunterlagen, Richtlinie etc.), konnten auch
die Verfügungsfondsprojekte kontinuierlich mit
Fotos und somit möglichst lebendig präsentiert
werden.
Teilen (Sharing) ist mit Blick auf die Sozialen Me-
dien eine eingeübte Beschäftigung. Das Quartiers -
management hat sich im Laufe seiner Tätigkeit
einen Kreis von Followerinnen und Followern – also
Menschen, die einem Profil auf den sozialen Medien
folgen – aufgebaut. Das Teilen von Posts und damit
das Bekanntmachen von Aktionen anderer Akteure
im Sozialraumgebiet war eine wichtige Dauerauf-
gabe. So konnte das Quartiersmanagement seinen
Follower-Kreis nutzen, um andere Initiativen zu
unterstützen sowie auf Veranstaltungen und eigene
Projekte oder Aktionen aufmerksam zu machen.
Insbesondere während der Corona-Pandemie wuchs
die Bedeutung der digitalen Vernetzung zur Auf-
rechterhaltung der Kommunikation mit verschiede-
nen Zielgruppen.
Mit einigen Posts hat das Quartiersmanagement
auch Positionen im Social-Media-Diskurs eingenom -
men. Als sichtbarer Akteur im Sozialraumgebiet war
es dem Quartiersmanagement wichtig, eine demo -
kratische, anti-rassistische und für die Chancen -
gleichheit der Geschlechter eintretende Haltung zu
vertreten (Caring).
ÖFFENTLICHKEITSARBEIT UND KOMMUNIKATION
68
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
6.2. CROSSMEDIALE KOMMUNIKATION
Das Aufgabenfeld Öffentlichkeitsarbeit hatte ur-
sprünglich einen deutlichen Fokus auf die öffentli-
che Begleitung der Umsetzung der Maßnahmen aus
dem Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“. Das
Quartiersmanagement sollte als Kommunikations-
drehscheibe fungieren und die Bevölkerung über
den Fortschritt der Maßnahmenumsetzung oder
mögliche Beteiligungsformate informieren. Gleich
in den ersten Wochen der Tätigkeit wurden zwei
bauliche Maßnahmen abgeschlossen. Die feierliche
Einweihung konnte das Quartiersmanagement nut-
zen, um sich im Sozialraum bekannt zu machen. Alle
weiteren baulichen Maßnahmen befinden sich nach
wie vor in Vorbereitung, sodass der Schwerpunkt
auf die Kommunikation in Bezug auf Verfügungs-
fondsprojekte, eine Aufwertung des Images und
Aktionen im Sozialraum fokussiert.
Eine zentrale Frage des Quartiersmanagements
war: „Wie können Menschen im Stadtteil erreicht
werden?“ In Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-
Nord gab es zu Projektstart bereits eine Vielzahl
von aktiven Akteuren, die entsprechend ihre festen
Zielgruppen und digitalen „Followerinnen und Follo -
wer“ hatten. Das Quartiersmanagement hatte eine
vergleichsweise kurze Laufzeit und stand damit vor
der Herausforderung, sich schnellstmöglich zu ver-
netzen und in den Stadtteilen sichtbar zu werden.
Für eine gute Zusammenarbeit muss das Quartiers -
management Vertrauen bei den Akteuren aufbauen.
Es müssen verständliche Antworten auf die Fragen
gegeben werden: „Was ist das Starke Veedel Büro?“,
„Was können die ‚Neuen‘ für uns tun, es ist doch
schon alles hier?“ oder „Wird mir auf Augenhöhe
begegnet?“. Vor dem Hintergrund der alltäglichen
Begrifflichkeiten aus der Städtebauförderung –
z. B. Management, Verfügungsfonds, Aktivierung,
Förderbescheid oder Schlussverwendungsnach -
weis – etc. war dies kein Selbstläufer. Insbesondere
in einem Stadtteil mit über 27.000 Einwohnerinnen
und Einwohner aus unterschiedlichen Teilen der
Welt, jeder Altersstufe und Religionszugehörigkeit
sowie unterschiedlichen Bildungsniveaus.
Die Öffentlichkeitsarbeit war ein zentraler Baustein
des Quartiersmanagements mit folgenden Zielrich -
tungen:
— Information über Maßnahmen des ISEK bzw.
Stadtentwicklungsmaßnahmen.
— Bewerbung des Verfügungsfonds.
— Bewerbung des Starke Veedel Büros als
Anlauf- und Vernetzungsstelle im Stadtteil.
— Vermittlung eines ausgewogeneren Images
über den Stadtteil.
Zur Erfüllung dieser Ziele erstellte das Quartiers -
management eigene Materialien, tauschte sich mit
Journalistinnen und Journalisten aus und bespielte
eigene digitale Kommunikationskanäle. Der Cross-
mediale Ansatz ergibt sich aus der Zielgruppenviel -
falt:
— Jugendliche,
— Seniorinnen und Senioren,
— Familien & Kinder,
— verschiedene Bildungsniveaus sowie
kulturelle Hintergründe,
— politische Delegierte,
ÖFFENTLICHKEITSARBEIT UND KOMMUNIKATION
69
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
— Akteure und Vereine,
— Bildungseinrichtungen,
— und eine breitere Öffentlichkeit
Netzwerke
Mit Blick auf die kurze Laufzeit war es essentiell,
ein Netzwerk aus Akteuren aufzubauen, damit die
genannten Inhalte dort weitergetragen werden
können. Informationen wurden so über „Multipli-
katoren“ in deren jeweilige Zielgruppen gestreut.
Insbesondere die aktiven Arbeitskreise und Stadtteil-
konferenzen konnten über weitläufige E-Mail-Ver-
teiler viele Menschen mit Informationen erreichen.
Über die Kanäle des Netzwerks konnte das Quar-
tiersmanagement stets auf dem Laufenden bleiben.
Pressearbeit
Das Quartiersmanagement hat Pressemitteilun-
gen zu besonderen Aktionen herausgegeben und
während der Laufzeit einen festen Pool an lokalen
Journalistinnen und Journalisten kennengelernt,
denen die Pressemitteilungen direkt zugeleitet wer-
den konnten. Verlässliche Pressepartner fand das
Quartiersmanagement bei Chorweiler-Panorama,
der Kölner Rundschau, dem Kölner Stadtanzeiger
und dem Kölner Wochenspiegel.
Medium Postkarte
Für die Bekanntmachung und Aktivierung der Be -
wohnerschaft zur Teilnahme an den beiden Foto-
wettbewerben – „Lass deine Ideen wachsen“ und
„Aus Alt mach Neu“ – hat sich das Quartiersmanage -
ment dem Medium Postkarte bedient. Eine anspre -
chend gestaltete Vorderseite dient als Eye-Catcher
und lädt dazu ein, diese mitzunehmen. So können
die Informationen auf der Rückseite quasi „spie -
lend“ vermittelt werden und haben einen höheren
Aufbewahrungswert als reine Informationsflyer.
Postkarten können zudem in Postkartenständern
oder über Auslageflächen einfach und ansprechend
verteilt werden. Darüber hinaus bietet sich eine
direkte Briefkastenverteilung als flächendeckende
Ansprache an.
Schwarze Bretter
Als im März 2020 die Corona-Pandemie ausbrach,
haben sich das Büro für Soziales und Gemeinwesen-
arbeit, die Sozialraumkoordination und das Quar-
tiersmanagement zusammengetan und das Projekt
„NIKN – Nachbarschaftshilfe im Kölner Norden“ ins
Leben gerufen. Ziel war es, mit der Bevölkerung in
Kontakt zu treten und ein Ansprechpartner sein zu
können, insbesondere für Menschen die aufgrund
von Vorerkrankungen oder ihres Alters in Quarantä -
ne bleiben und Kontakte meiden sollten.
Die geltenden Kontaktbeschränkungen erschwerten
es, den Kontakt mit dieser Zielgruppe aufrecht zu
halten. Ältere und einsame Menschen konnten aus
einem Pool von ehrenamtlich Tätigen Unterstützung
anfragen. Vor allem konnte durch Einkäufe oder mit
Hilfe der Lebensmittelausgabe zur Versorgung be-
sonders gefährdeter Gruppen beigetragen werden.
In dieser akuten Situation haben sich Koordinato-
rinnen und Koordinatoren für das Aufstellen von
analogen „Schwarzen Brettern“ entschieden, da
die Zielgruppe nur eingeschränkt über das Internet
zu erreichen war. In Absprache mit der Deutschen
Bahn AG konnte ein Schwarzes Brett zentral am
Kiosk, direkt an der S-Bahn-Station Chorweiler /
Pariser Platz installiert werden. Hier wurden die
Flyer angeboten und es konnten Hilfegesuche über
ein Briefkastensystem an NIKN übermittelt werden.
Auch nutzten die Akteure aus dem Quartier das
Brett, um über ihre aktuellen (Hilfe-)Angebote zu
informieren.
ÖFFENTLICHKEITSARBEIT UND KOMMUNIKATION
70
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
ÖFFENTLICHKEITSARBEIT UND KOMMUNIKATION
Scannen Sie mich: Über den QR-Code gelangen Sie zum
Imagefilm, in dem die Menschen selbst über ihre Projekte,
ihr Engagement und ihr Lebensumfeld berichten.
71
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
6.3 DIGITAL UNTERWEGS
Eine Öffentlichkeitsarbeit im Internet, genauer in
den Sozialen Medien, spielte eine gewichtige Rolle
für die Sichtbarkeit des Quartiersmanagement
und die Möglichkeit, mit der Bevölkerung sowie
Netzwerkpartnern in Kontakt zu treten. Über drei
digitale Kanäle – eine Website, sowie jeweils einen
Account auf den Plattformen Facebook und Instag -
ram – war das Quartiersmanagement ständig aktiv.
Vergleichbar mit der zwischenmenschlichen Netz-
werkarbeit in den Stadtteilen, musste sich das Quar-
tiersmanagement auch im digitalen Raum zunächst
als neuer Akteur bekannt machen, andere Nutze -
rinnen und Nutzer mussten auf die Profile aufmerk-
sam gemacht werden, ihnen folgen und letztendlich
den Inhalt wahrnehmen oder auch teilen. Ziel war
es, eine große Reichweite zu erlangen und sich mit
Bewohnerinnen und Bewohnern sowie anderen
Akteuren – über die Grenzen des Sozialraumgebiets
hinaus – auch digital zu vernetzen.
Ein Vorteil der Sozialen Medien lag darin, dass sehr
spontan Informationen zu konkreten Aktionen
kommuniziert werden konnten. Der Internetauftritt
hingegen ist statischer angelegt und diente einer
langfristigen Information. Hier waren beispielsweise
alle relevanten Unterlagen zum Verfügungsfonds
abrufbar. Für die sozialen Medien wurde monatlich
ein Redaktionsplan erarbeitet, der um tagesaktu -
elle und spontane Posts ständig erweitert werden
konnte.
Die Profile des „Starke Veedel Büros Chorweiler“
haben zu folgenden Kategorien Posts erstellt und
ihre „Followerinnen und Follower“ informiert und
aktiviert:
— Unser Verfügungsfonds
Das Starke Veedel Büro Chorweiler informierte über
Projekte, die mithilfe des Verfügungsfonds um -
gesetzt wurden. Die Quartiersmanagerinnen und
-manager besuchten die Projekte während ihrer
Umsetzung, sprachen mit den Durchführenden und
erstellten Fotos für die Posts.
— Aktionen des Quartiersmanagements
Das Starke Veedel Büro Chorweiler bewarb eigene
Aktionen und aktivierte die Bewohnerinnen und Be -
wohner sowie die Akteure zur Teilhabe.
— Veranstaltungen im Sozialraumgebiet
Das Starke Veedel Büro Chorweiler informierte über
Aktionen, die im Sozialraumgebiet stattfanden, teilte
aktivierende Posts von Netzwerkpartnern oder
solche mit Bezug auf das gesellschaftliche Leben in
Köln, beispielsweise einen Aufruf an der Kommunal-
wahl im September 2020 teilzunehmen.
— „Essbares Chorweiler“
Das Starke Veedel Büro hat den „Grünen Faden“
auch in den digitalen Raum übernommen und infor-
mierte über den Fortschritt des Projekts „Essbares
Chorweiler“mit bildreichen Posts.
Zum Abschluss des Projekts hat das Quartiers -
management einen Imagefilm gedreht, um die
Projekterfolge, das Engagement und Wandlungs-
prozesse im Lebensumfelds nachhaltig sichtbar
zu machen. Der Film ist im Internet verfügbar.
Über den QR-Code auf der gegenüberliegenden
Seite gelangen Sie direkt zum Film.
ÖFFENTLICHKEITSARBEIT UND KOMMUNIKATION
72
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
INTERNETAUFTRITT – WIR INFORMIEREN
UND BERICHTEN
Die Website des Starke Veedel Büros war über einen
Reiter auf der aktiven Website der Sozialraumko-
ordination www.chorweiler.info zu erreichen. Hier
wurden zahlreiche Informationen zum Verfügungs-
fonds dargestellt sowie auszugsweise die bereits
abgeschlossenen Projekte als „Good-Practice“
vorgestellt. Darüber hinaus wurden verschiedene
Aktionen des Quartiersmanagements, wie z. B. der
„Lass Deine Ideen wachsen“-Fotowettbewerb und
die „Lichtwoche“ über dieses Medium beworben.
ÖFFENTLICHKEITSARBEIT UND KOMMUNIKATION
73
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
ÖFFENTLICHKEITSARBEIT UND KOMMUNIKATION
74
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
Des Weiteren richtete das Quartiersmanagement
eine Facebookseite ein, die durchgehend mit „Con -
tent“ bespielt wurde. Der Aufbau eines Profils und
seiner Bekanntheit benötigt Zeit. Seit April 2020
haben die Posts hier eine große Zielgruppe erreicht.
Diese wurde insbesondere zur Bekanntmachung des
Verfügungsfonds, der zahlreichen Aktionen des Star -
FACEBOOK – AUSTAUSCH UND
VERNETZUNG
ke Veedel Büros (z. B. NIKN) und der Vernetzung mit
den vielen Akteuren im Sozialraum genutzt. Bis zum
Dezember 2020 haben 120 Abonnenten regelmäßig
die Inhalte der Seite erhalten. Besonders wichtige
Informationen wurden über gezielte Werbeanzeigen
beworben, wodurch die Zielgruppe deutlich mess -
bar vergrößert werden konnte.
Unser Verfügungsfonds: Künstlerische
Gestaltung der Unterführung am Weichselring /
Katzbachweg (Chorweiler-Nord)
ÖFFENTLICHKEITSARBEIT UND KOMMUNIKATION
75
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
Einzelne Posts erreichten bis zu 17.302 Menschen.
Die Nachbarschaftshilfe im Kölner Norden wurde
beworben, um mehr Menschen zu erreichen.
Reichweite: 8.000 Personen
ÖFFENTLICHKEITSARBEIT UND KOMMUNIKATION
76
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
Die Plattform Instagram wurde am intensivsten
vom Quartiersmanagement genutzt. Der Fokus lag
hierbei auf der Aktivierung der Bewohnerschaft
durch die bildliche Dokumentation und Darstellung
der Projekte sowie der Herstellung einer Kontinui -
tät durch die wiederholte Verwendung bestimmter
Hashtags. Auch wurde zu Beginn der Corona-Pan -
demie versucht, soweit möglich, auf diesem Wege
Hilfe für Alltagsprobleme zu leisten. Das Profil des
Starke Veedel Büros erreichte eine Gruppe von 219
Abonnentinnen und Abonnenten.
INSTAGRAM – BILDER, FOTOS UND
HASHTAGS
Unsere Reihe #Motivationsmontag.
Teil unserer Reihe #Essbarestadt.
Aktivierender Post zu Beginn der Corona-Pandemie.
Menschen, die dem Starke Veedel Kanal folgen,
sind überwiegend zwischen 25 und 54 Jahre alt.
ÖFFENTLICHKEITSARBEIT UND KOMMUNIKATION
77
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
Verlinkung anderer Akteure zur Vernetzung im Sozialraum.
Der Instagram-Feed; das „Aushängeschild“ des Kanals.
ÖFFENTLICHKEITSARBEIT UND KOMMUNIKATION
78
7. FA Z I T
FAZITSTARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
79
FAZITSTARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
80
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
In den letzten 21 Monaten hat sich das Sozialraum -
gebiet verändert. Dabei sind einige Neuigkeiten
offensichtlich im öffentlichen Raum oder an Gebäu -
den zu erkennen, andere Wandlungen spielen sich
vielmehr zwischen den Menschen des Quartiers ab.
Das Quartiersmanagement konnte durch seine fast
zweijährige Tätigkeit vor Ort gemeinsam mit vielen
Akteuren einen Beitrag hierzu leisten.
Deutlich erkennbar sind die Umgestaltungen der
zentralen Plätze (Liverpooler Platz, Pariser Platz und
Lyoner Passage) in Chorweiler-Mitte, die im Rahmen
des Programms „Nationale Projekte des Städtebaus“
mit 5 Millionen Euro gefördert wurden. Hinzu kommt
der städtische Eigenanteil von rund 8 Millionen Euro.
Die GAG saniert zudem rund 1.200 Wohnungen im
Zentrum von Chorweiler. Dabei werden auch Fassa-
den gedämmt, Fenster ausgetauscht, Hauseingänge
erneuert und Barrieren abgebaut. Auch wenn diese
Arbeiten noch einige Jahre andauern werden sind
bereits deutliche Aufwertungen des Wohnumfelds
zu erkennen. Es sollen insgesamt etwa 150 Millionen
Euro (davon 108 Millionen vom Land NRW) in die
Sanierung der Wohnblocks investiert werden. Die
Sanierung und Modernisierung wird zusätzlich durch
ein eigenes Quartiersmanagement der GAG begleitet.
Über das gesamte Sozialraumgebiet verteilt konnte
das Quartiersmanagement des Starke Veedel Büros
ebenfalls zur Aufwertung des Wohnumfelds beitra -
gen. Ziel war es immer, die Menschen im Quartier
durch eigene Ideen mitzunehmen und mitwirken zu
lassen. Dafür standen im Verfügungsfonds 143.500
Euro bereit. Durch das Engagement der Akteure in
den Stadtteilen konnte Farbe und Kunst an vormals
graue Wände gebracht werden, Ausstellungen ge -
schaffen werden, die die positiven Entwicklungen
der Stadtteile hervorheben und die Aufenthaltsqua -
lität durch einen Bouleplatz und eine Dachbegrü -
nung aufgewertet werden.
Das Leben in den Stadtteilen wird allerdings nicht al -
lein durch bauliche oder gestalterische Maßnahmen
geprägt. Mindestens ebenso wichtig ist es ein fried -
liches und konstruktives Zusammenleben in den
Stadtteilen zu fördern. Das Quartiersmanagement
konnte als Wegbereiter für die Stärkung des „Sozia-
len Kitts“ vernetzen, beraten, unterstützen und ver-
mitteln. Ein Beispiel dafür war das Projekt „Essbares
Chorweiler“, das Einrichtungen und Menschen auf
eine neue Art vernetzt. Der „Grüne Faden“ der sich
durch das Sozialraumgebiet zieht, schafft räumliche
und menschliche Verbindungen sowie ein gemein-
sames Zukunftsprojekt an dem viele mitarbeiten
möchten.
Die aktiven Vereine, Institutionen, Glaubensgemein-
schaften und Beratungseinrichtungen sowie städ -
tische Akteure spielen eine zentrale Rolle für die
Entwicklung des Quartiers. Wo die Bevölkerung so
divers ist, bedarf es vieler differenzierter Träger, die
den Menschen in ihrer Individualität und Zugehörig-
keit auf Augenhöhe begegnen. Das Quartiersma -
nagement hat die verschiedenen Zielgruppen über
verschiedene Kommunikationsformen angespro-
chen und erreicht. In dem Sinne sind neue Fäden
gesponnen worden, von denen sich einige versteti-
gen werden.
7. FA Z I T
FAZIT
81
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
Die enge Zusammenarbeit mit der Sozialraumko-
ordination war für die Erfüllung der Aufgabe von
hoher Wichtigkeit. Die Zusammenarbeit hat viele
Projekte hervorgebracht und ermöglicht eine Ver-
stetigung von Ergebnissen. Beispielsweise werden
zukünftig Gegenstände, die mithilfe der Fördermittel
angeschafft wurden, über die Sozialraumkoordi-
nation ausleihbar sein. Für alle Menschen zugäng-
lich verfügt das Sozialraumgebiet nun über einen
Beamer, eine Vielzahl von Sportgeräten und Garten -
werkzeug, Software zum Produzieren von Musik,
Mikrofone und Stative. Die gesamte Liste kann auf
www.chorweiler.info eingesehen werden.
Gemeinsam stark bleiben
„Starke Veedel – Starkes Köln“ – dieser Ausdruck ist
so viel mehr, als der Titel eines Handlungskonzepts,
es ist eine Aufforderung, ein dauernder Anreiz, sich
für die Gesamtstadt aus den Veedeln heraus einzu -
setzen.
Das Quartiersmanagement in „Blumenberg, Chor-
weiler und Seeberg-Nord“ hat einen wichtigen Bei -
trag dazu leisten können, dass das Sozialraumgebiet
aus sich heraus erstarken kann. Denn es setzte bei
den Bewohnerinnen und Bewohnern an, bei den
bereits Aktiven im Quartier, es wies Richtungen auf
und aktivierte weitere Menschen dazu, selbst aktiv
zu werden.
Der Verfügungsfonds hat diverse Gruppen dazu
eingeladen sich auszuprobieren und sich im Sozial-
raumgebiet für ganz unterschiedliche Belange der
Gemeinschaft einzusetzen.
Das Quartiersmanagement möchte alle Menschen,
die sich für die Stadtteile einsetzen ermutigen, wei-
terhin immer wieder neue Wege zu erkunden und
gemeinsame Chancen zu nutzen. In den vergange-
nen 21 Monaten konnte das Quartiersmanagement
erleben, dass viele Initiativen positive Spuren hinter-
lassen konnten und jede sowie jeder zum gemein-
samen Wohl beitragen kann – im Kleinen sowie im
Großen.
Verehrte Leserinnen und Leser,
die Maßnahme Quartiersmanagement ist abge-
schlossen, die Mittel des Verfügungsfonds sind
ausgeschöpft.
Wir, die Quartiersmanagerinnen und Quartiersma-
nager, verabschieden uns und bedanken uns für das
große Engagement und das gute Miteinander.
Alles Gute wünscht Ihnen
ihr Team vom Starke Veedel Büro
FAZIT
82
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
ENDNOTEN
ENDNOTEN
1 Die beiden Begriffe „Sozialraumgebiet“ und „Sozialraum“ werden synonym verwendet.
2 Integriertes Handlungskonzept „Starke Veedel – Starkes Köln“ (2015): 12f abrufbar unter:
https://www.stadt-koeln.de/mediaasset/content/pdf15/starke-veedel/integriertes_handlungskonzept_
nach_schlusszeichnung_ob.pdf
3 Weiterführende Informationen: https://www.stadt-koeln.de/mediaasset/content/pdf02/
rahmenkonzept_lebenswerte_veedel_-_b%C3%BCrger-_und_sozialraumorientierung_
in_k%C3%B6ln_bf.pdf
4 Integriertes Handlungskonzept „Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord“ (2016) abrufbar unter:
https://ratsinformation.stadt-koeln.de/getfile.asp?id=606138&type=do&
5 Die Daten stammen von der Statistikstelle der Stadt Köln: https://www.stadt-koeln.de/politik-und-
verwaltung/statistik/
6 Kölscher Dialekt: Jemös = Gemüse
7 https://www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/stadtentwicklung/platz-fuer-chorweiler
8 Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) (Hrsg., 2012):
Der Verfügungsfonds in der Städtebauförderung: 7f
9 Ministerium für Bauen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen (Hrsg., 2008): Richtlinien über
die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung von Maßnahmen zur Stadtentwicklung und
Stadterneuerung (Förderrichtlinien Stadterneuerung 2008).
10 Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) (Hrsg., 2012):
Der Verfügungsfonds in der Städtebauförderung: 9f
83
STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER
ABBILDUNGSVERZEICHNIS
ABBILDUNGSVERZEICHNIS
Abbildung 1 Quartiersmanagement als Maßnahme im Integrierten Handlungskonzept
Abbildung 2 Maßnahmen aus dem Integrierten Handlungskonzept „Blumenberg, Chorweiler, Seeberg-Nord“
Abbildung 3 Einwohnerzahlen (Sozialraumgebiet / Gesamtstadt Köln)
Abbildung 4 Strukturdaten (Sozialraumgebiet / Gesamtstadt Köln)
Abbildung 5 Zusammenfassende Darstellung der zentralen Aufgaben des Quartiersmanagements im
Rahmen der Projektlaufzeit (Zeit-Maßnahmenplan)
Abbildung 6 Ablauf Verfügungsfondsprojekte
Abbildung 7 Der Verfügungsfonds in Zahlen
Abbildung 8 Alle Verfügungsfondsprojekte
♥
♥
Auftragnehmer:
Gefördert durch:
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (22)
- Madausstraße 1
- Langenbergstraße
- Willi-Suth-Allee
- Merianstraße
- Kriegerhofstraße 4
- Pariser Platz 1
- Weserplatz 13
- Weichselring
- Katzbachweg
- Liverpooler Platz
- Kopenhagener Straße 11
- Willy-Brandt-Platz 2
- Themsepromenade
- Weserpromenade
- Osloer Straße 10
- Lyoner Passage
- Athener Ring 12
- Keupstraße
- Elbeallee 9
- Straße 10
- Straße 11
- Turkuplatz 14
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- 1119/2021
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 29.03.2021
- Erstellt
- 24.03.2021 09:37