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Abschlussbericht der Maßnahme „Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung“ im Sozialraum „Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord“

Mitteilung Ausschuss 1119/2021 vom 29.03.2021

Stand: Am 27.05.2021 in der Bezirksvertretung 6 (Chorweiler) beraten. Ergebnis: Kenntnis genommen.

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    Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VI/15/152 152/12 Vorlagen-Nummer 29.03.2021 1119/2021 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Stadtentwicklungsausschuss 29.04.2021 Bezirksvertretung 6 (Chorweiler) 27.05.2021 Abschlussbericht der Maßnahme „Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung„ im Sozialraum „Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord“ Mit dem Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ hat der Rat der Stadt Köln am 20.12.2016 (Vorla- ge Nr. 2899/2016) ein zukunftsweisendes Leitkonzept zur sozialraumorientierten Stadtentwicklung beschlossen und die Verwaltung unter Nutzung möglicher Förderzugänge mit der Umsetzung beauf- tragt. Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept für den Sozialraum „Blumenberg, Chorweiler und Seeberg- Nord“ wurde am 18.05.2017 (Vorlage Nr. 0743/2017) vom Rat der Stadt Köln beschlossen. Es bildet die Grundlage zur Beantragung von Zuwendungen aus dem Städtebauförderprogramm. Für die Maß- nahme „Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung“ wurde ein städtebaulicher Förderantrag ge- stellt und durch den Fördermittelgeber positiv beschieden. Ziel der Maßnahme „Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung“ ist, die Teilhabe und Mitwirkung im Sozialraum zu verbessern und die Verantwortung der Bewohner*innen sowie weiterer Akteure für das eigene „Veedel“ langfristig zu stärken. Unter dem Namen STARKE VEEDEL BÜRO BLUMENBERG; CHORWEILER UND SEEBERG NORD nahm im April 2019 das „Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung“ die Arbeit auf. Die enge Zusammenarbeit mit den Sozialraumkoordinatorinnen „Blumenberg, Chorweiler und Seeberg- Nord“ gewährleistete eine schnelle Vernetzung. Kooperationsbeziehungen, insbesondere zwischen einzelnen Bewohner*innen sowie den Akteuren im Sozialraum wurden aufgrund gezielter Vernet- zungsarbeit des STARKE VEEDEL BÜRO BLUMENBERG; CHORWEILER UND SEEBERG NORD auf- und ausgebaut. Der Verfügungsfonds ist Teil der Maßnahme „Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung“, mit dem es möglich war, die Entwicklung und Umsetzung kleinteiliger Projekte und Aktivitäten zu fördern. Alle im Sozialraum tätigen Einrichtungen, Vereine, Bewohnergruppen sowie einzelne engagierte Be- wohner*innen hatten die Möglichkeit, mit ihren Ideen, Aktionen und Projekten an der Aufwertung ihres Stadtteils aktiv mitzuwirken und Fördermittel aus dem Verfügungsfonds zu beantragen. Im Durchfüh- rungszeitraum wurden 48 Verfügungsfonds-Projekte bewilligt, von denen trotz der massiven Ein- schränkungen durch die Corona-Pandemie letztlich 42 zumindest teilweise durchgeführt werden konnten. Die Städtebauförderung für die Maßnahme „Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung“ im Sozi- alraum „Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord“ ist zum 31. Dezember 2020 beendet worden. Der als Anlage beigefügte Abschlussbericht gibt einen Über- und Rückblick über die einzelnen viel- schichtigen Tätigkeiten und deren Umsetzung gemeinsam mit den Handelnden vor Ort. Anlage Abschlussbericht - Quartiersmanagement im SR_Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord
  • Abschlussbericht - Quartiersmanagement im SR_Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord

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    STARKE VEEDEL – STARKES KÖLN STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER ABSCHLUSSBERICHT BÜRO FÜR QUARTIERSMANAGEMENT UND AKTIVIERUNG IM SOZIALRAUMGEBIET „BLUMENBERG, CHORWEILER UND SEEBERG-NORD“ ♥ ♥CHORWEILER-MITTE IMPRESSUM STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung „Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord“ Das Büro für Quartiersmanagement wurde im Rahmen des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ vom Amt für Stadtentwicklung und Statistik der Stadt Köln betreut. Auftragnehmer: Stadt + Handel Beckmann und Föhrer Stadtplaner PartGmbB info@stadt-handel.de www.stadt-handel.de Amtsgericht Essen Partnerschaftsregisternummer PR 3496 Hauptsitz Dortmund Gestaltung: icon Kommunikation für Kultur und Wirtschaft GmbH, Köln Grafik, Layout/Satz: Christine Wehmeier, Kommunikationsdesignerin Bildnachweise: Cover unter Verwendung eines Templates Designed by new7ducks / freepic Druck: Pilgram Druck und Dienstleistung GmbH & Co. KG Madausstraße 1 | 51109 Köln – Merheim 300 12/2020 STARKE VEEDEL – STARKES KÖLN STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER ABSCHLUSSBERICHT BÜRO FÜR QUARTIERSMANAGEMENT UND AKTIVIERUNG IM SOZIALRAUMGEBIET „BLUMENBERG, CHORWEILER UND SEEBERG-NORD“ STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER VORWORT VORWORT Mit dem Programm „Starke Veedel – Starkes Köln: Mitwirken, zusammenhalten, Zukunft gestalten“ nutzt Köln den Projektaufruf „Starke Quartiere – starke Menschen“ des Landes NRW (2014 – 2020), um in mehreren Sozialraumgebieten die Lebens- bedingungen von Kölner Bürgerinnen und Bürgern spürbar zu verbessern. Im Sozialraum „Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord“ sieht das Integrierte Stadtentwicklungskonzept zahlreiche Maßnahmen zur Aufwertung der Quartiere vor. Hierzu zählen sowohl bauliche Maßnahmen zur Neugestaltung des öffentlichen Raumes sowie sozial flankierende Maß- nahmen, die die Themen Prävention, Bildung und Qualifizierung in den Blick nehmen. Von zentraler Bedeutung ist neben der Umsetzung der beschriebenen Maßnahmen auch die Aktivie - rung von Bewohnerinnen und Bewohnern mit dem Ziel, die Vernetzung im Quartier zu fördern, gut funktionierende Nachbarschaften zu bilden und Hilfestellung bei der aktiven Mitgestaltung des Wohnumfeldes zu geben. So soll das Miteinander im Quartier gestärkt werden. Um hier zu unterstüt - zen, wurde ein Quartiersmanagement eingesetzt, das vor Ort im „Starke Veedel Büro“ im Bürger- zentrum Chorweiler am Pariser Platz 1, 50765 Köln als Ansprechpartner für alle Fragen rund um die Maßnahmen aus dem Integrierten Stadtentwick- lungskonzept bereit stand und im Sinne des Vernet- zungsgedankens eng mit der Sozialraumkoordina- tion zusammen gearbeitet hat. Ausgestattet wurde das Quartiersmanagement mit einem Verfügungsfonds, der dabei half, die vielen Projektideen der Bewohnerinnen und Bewohner des Quartiers durch finanzielle Unterstützung umzuset- zen. Wie der nun vorliegende Abschlussbericht zeigt, ist es dem Quartiersmanagement geglückt, für den Sozialraum „Blumenberg, Chorweiler und See - berg-Nord“ bedeutsame Projekte und Maßnahmen gemeinsam mit den Handelnden vor Ort erfolgreich umzusetzen. Vorhandene Strukturen wurden gewinnbringend ge- nutzt und einbezogen und damit die Umsetzung der Projekte sehr befördert. Das Quartiersmanagement mit seinen Mitarbeiten - den war dabei stets zuverlässiger Ansprechpartner und Lotse für alle Belange. Mit einer aktiven Öffentlichkeitsarbeit hat das Quar- tiersmanagement das „Starke Veedel – Starkes Köln“ Programm mit all seinen Maßnahmen und vor allem die Bewohnerinnen und Bewohner des Sozialraums mit ihren Projekten anerkennend begleitet und in den Mittelpunkt gerückt. STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER VORWORT Zum Jahreswechsel 2020 / 2021 beendet das Quar- tiersmanagement für den Sozialraum „Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord“ nun planmäßig seine Arbeit, für die ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanke. Abschließend ist es mir wichtig zu betonen, dass die angestoßenen Ideen, Impulse und einige Projekte für den Sozialraum und die dort lebenden Men - schen auch nach der Beendigung des Quartiers - managements weitergehen. Noch in der Umsetzung befindliche aber auch neue attraktive Maßnahmen werden dazu beitragen, das Quartier und die Le - bensverhältnisse weiter aufzuwerten und zu ver- bessern. Ihre Brigitte Scholz Leiterin des Amtes für Stadtentwicklung und Statistik INHALT 1. Einleitung ................................................................................................................................................... 8 2. Das Sozialraumgebiet 2.1. Ziele und Maßnahmen des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ ................................................... 12 2.2. Strukturdaten im Sozialraum ..................................................................................................................... 14 2.3. Akteurs-Struktur und bestehende Netzwerke ......................................................................................... 18 3. Das STARKE VEEDEL BÜRO 3.1. Ein rundes und buntes Konzept ................................................................................................................. 22 3.2. Das Team stellt sich vor ............................................................................................................................. 24 3.3. Das Starke Veedel Büro vor Ort ................................................................................................................. 26 4. Aktionen des STARKE VEEDEL BÜROs 4.1. Aktionen zur Aktivierung der Bewohnerschaft ......................................................................................... 30 4.2. NIKN – Reaktion des Quartiersmanagements auf die Corona-Pandemie ................................................ 42 5. Verfügungsfonds 5.1. Das Förderinstrument – Aufruf zur Teilhabe und Mitwirkung .................................................................. 46 5.2. Beratungsgremium und Bewilligungsverfahren ....................................................................................... 48 5.3. Wirkungsweise im Sozialraumgebiet ........................................................................................................ 50 5.4. Die VEEDELS-IDEEN ................................................................................................................................... 54 5.5. Projektportraits ......................................................................................................................................... 56 6. Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation 6.1. Kommunizierte Werte und Corporate Design .......................................................................................... 66 6.2. Crossmediale Kommunikation ................................................................................................................... 68 6.3. Digital unterwegs ....................................................................................................................................... 71 7. Fazit ........................................................................................................................................................... 80 Endnoten .............................................................................................................................................................. 82 Abbildungsverzeichnis .......................................................................................................................................... 83 STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER 8 STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER EINLEITUNG Das Quartiersmanagement im Sozialraumgebiet1 „Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord“ war 21 Monate tätig. 42 Projekte wurden mithilfe der Förderung aus dem Verfügungsfonds umgesetzt. 88 Posts sind auf Instagram erschienen. 21-mal haben die Quartiersmanagerinnen und -manager Netz- werktreffen besucht. Eine Pandemie fällt in den Projektzeitraum. Wir möchten gemeinsam mit Ihnen, verehrte Lese - innen und Leser, auf die Laufzeit des Quartiers - managements im Norden Kölns zurückblicken und Ihnen die Ergebnisse einer intensiven Projektphase präsentieren. Von April 2019 bis Dezember 2020 hat das Quar- tiersmanagement aus dem Starke Veedel Büro am Pariser Platz 1 in Chorweiler-Mitte den Auftrag er- füllt, die Menschen und Institutionen im Sozialraum - gebiet zu erreichen, zu aktivieren und sie dabei zu unterstützen, ihre Ideen einzubringen, um damit ihr direktes Lebensumfeld mitzugestalten. Wir möchten Ihnen die Maßnahme „Büro für Quar- tiersmanagement und Aktivierung“ auf den nächs - ten Seiten übersetzen. Management, das bedeutet in der Förderlandschaft des Städtebaus nicht führen und leiten, sondern zuhören, hinschauen, koordinie- ren, moderieren und aktivieren. Das „Büro für Quartiersmanagement und Aktivie- rung“ – kurz Quartiersmanagement – ist eine Maß- nahme aus dem sozialraumübergreifenden Integrier- ten Handlungskonzept „Starke Veedel – Starkes Köln“ und findet sich auch im Integrierten Stadtentwick- lungskonzept (ISEK) für das Sozialraumgebiet „Blu- menberg, Chorweiler und Seeberg-Nord“ wieder. Im Sinne des Handlungskonzepts agieren die in Köln tätigen Quartiersmanagements in mehreren Sozial - raumgebieten aus ihren jeweiligen Starke Veedel Büros vor Ort. — Starke Veedel Büro Chorweiler Sozialraumgebiet Blumenberg, Chorweiler, Seeberg-Nord (April 2019 – Dezember 2020) — Starke Veedel Büro Mülheim Sozialraumgebiete Mülheim-Nord/Keupstraße und Buchheim/ Buchforst (April 2019 – Dezember 2020) — Starke Veedel Büro Meschenich Soziale Stadt Gebiet Meschenich (November 2019 – Dezember 2020) — Starke Veedel Büro Porz-Ost Sozialraumgebiet Porz-Ost, Finkenberg, Gremberghoven, Eil (2020 – 2022) — Starke Veedel Büro Kalk Sozialraumgebiet Humboldt/Gremberg und Kalk (2020 – 2023) Quartiersmanagement– eine Maßnahme aus dem Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ Auf Basis des Integrierten Handlungskonzeptes hat die Stadt Köln die Chancen der Förderperiode 2016–2020 der Europäischen Union unter anderem für das Sozialraumgebiet „Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord“ genutzt. Dabei wurde auf dem Programm „Lebenswerte Veedel – Bürger- und Sozialraumorientierung in Köln“ aufgebaut. Mit dem letztgenannten ist die Stadt Köln bereits seit 2006 in elf Gebieten aktiv. Für den Erfolg des Programms 1. EINLEITUNG 9 STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER EINLEITUNG „Starke Veedel – Starkes Köln“ ist die Beteiligung der Bewohnerschaft sowie weiterer Akteure entschei - dend. Hierzu bedarf es neben der Programmkoordi - nation innerhalb der Stadtverwaltung einer zentra - len Anlauf-, Informations- und Koordinationsstelle vor Ort, die mit dem Büro für Quartiersmanagement und Aktivierung geschaffen wurde. Kommunikationsdrehscheibe für das Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ Das Quartiersmanagement zielte darauf ab, die Bewohnerschaft des Sozialraumgebiets zu errei- chen, zu aktivieren und zu unterstützen, dadurch Barrieren zu senken und den Netzwerkgedanken zu stärken. Es handelte sich um eine niedrigschwellige und aktivierende Maßnahme zur Verbesserung von Teilhabe und Mitwirkung. Ziel war es weiterhin, über die Maßnahmen des Integrierten Stadtentwicklungs - konzeptes für das Sozialraumgebiet „Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord“ die Verantwortung der Bewohnerinnen und Bewohner sowie weiterer Akteure für das eigene Veedel langfristig zu stärken und zu stabilisieren und selbsttragende Strukturen auszubauen. Mit der fachlichen, inhaltlichen Koordination der einzelnen Projektmaßnahmen sind grundsätzlich die jeweiligen Fachämter betraut, es bedurfte jedoch einer auf das Integrierte Stadtentwicklungskonzept bezogenen Kommunikation und Informationsver- mittlung vor Ort. Dabei war eine enge, sich ergän - zende Zusammenarbeit mit der Sozialraumkoordina- tion vorgehsehen. Aktivierung durch Motivation und Teilhabe Zum Aufgabenspektrum des Quartiersmanagements gehörte maßgeblich die Initiierung des Verfügungs - fonds. Der Verfügungsfonds ist ein zentrales quar- tiersorientiertes Aktivierungsinstrument, das im Schwerpunkt die Bewohnerschaft, aber auch lokale Akteure, Vereine und Institutionen, die im Sozial- raumgebiet tätig sind, befähigt, stärker am Leben und den Aktivitäten in ihren Veedel zu partizipieren. Das Quartiersmanagement übernahm die Aufgabe, Bewohnerinnen und Bewohner, Vereine, Kirchen- gemeinden und weitere Sozialraumakteure für eine Antragstellung zum Verfügungsfonds anzuwerben und sie bei der Umsetzung ihrer Ideen und Vorstel - lungen zu unterstützen. Dazu war es von besonde- rer Bedeutung, dass eine räumliche Anlaufstelle im Sozialraumgebiet geschaffen wurde, durch die das Quartiersmanagement und der Verfügungsfonds wahrnehmbar waren. Im Unterschied zu den im Gesamtprogramm fest verankerten Projekten, sollten mit Hilfe des Ver- fügungsfonds unkompliziert und kurzfristig aus der Bewohnerschaft heraus, Projekte und kleinere Maß - nahmen umgesetzt werden, die sich im Sinne der Entwicklung eines „Miteinanders“ förderlich auf die Entwicklung des Sozialraumgebiets auswirkten. Das Quartiersmanagement unterstützte mit seiner Auf - gabe der Förderung von Teilhabe die Zielausrichtung und den Erfolg des gesamten Integrierten Stadtent- wicklungskonzeptes „Starke Veedel – Starkes Köln“. Information und Beteiligung Der Projektbaustein „Öffentlichkeitsarbeit“ des Quartiersmanagements setzte sich aus unterschied - lichen Instrumenten der Öffentlichkeitsarbeit und Medienarbeit zusammen. Ziel war es, die unter- schiedlichen Zielgruppen niederschwellig und bedarfsgerecht zu erreichen und die dafür erforder - lichen Instrumente zu entwickeln. Darüber hinaus wurde auf die klassischen Instrumente der Öffent- lichkeitsarbeit zurückgegriffen, um das Programm zu kommunizieren. Die Aufwertung des Images des gesamten Sozialraumgebiets wurde angestrebt. Zielgruppe Die Zielgruppe war sehr breit aufgestellt. Die Maß - nahme kam insbesondere den unterschiedlichen Teilgruppen der Bewohnerinnen und Bewohner zugute. Aber auch die Verwaltung, Träger, Politik, sonstige staatliche Institutionen auf kommunaler Ebene, Sozialraumkoordinatorinnen und Sozialraum- koordinatoren, weitere (organisierte) lokale Akteure und Interessensvertretungen waren in der Zielgrup - pe inbegriffen. 2. DAS SOZIALRAUMGEBIET STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER DAS SOZIALRAUMGEBIET 24 Starke Veedel – Starkes Köln Stadt Köln Dezernat für Stadtentwicklung, Planen und Bauen Willy-Brandt-Platz 2, 50679 Köln Stand: 11. Januar 20 21 1 00 m 500 m weitere Entwicklungsräume und Projekte Wohnbaupotenzialflächen S-Bahn Stadtbahn BLUMENBERG SEEBERG-NORD CHORWEILER 25 KREUZFELD 23 1 1 3 91 0 2 2 1 5 1 8 1 7 1 4 1 1 1 2 1 4 8 Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung 1. Büro für Quartiersmanagement (Starke Veedel Büro) 2. Evaluation Früh ansetzende Hilfen 3. Zugehende Hilfe 4. Stadtteileltern 5. Willkommen & Ankommen 6. Kita-Einstieg 7. Fit und Aktiv in Chorweiler Öffentlicher Raum 8. Ertüchtigung Bolzplatz Elbeallee 9. Neugestaltung Spielplatz Osloer Straße 10. Neugestaltung Spielplatz Kopenhagener Straße 11. Neugestaltung Spielplatz Osloer Straße / Athener Ring 12. Neugestaltung Weserplatz 13. Neugestaltung Turkuplatz 14. Umgestaltung des Rückgrats von Chorweiler (von Themsepromenade bis Weserpromenade) 15. Öffnung des Einkaufszentrums nach außen Umweltgerechtigkeit – Klimaschutz, Luftreinhaltung und Lärmminderung 16. Aufbau eines Hitzewarnsystems 17. Erweiterung des Schulgartenangebots Wohnen 18. Zuhause im Veedel: Beteiligung und Wohnumfeldpflege 19. Haus-, Hof- und Fassadenprogramm 20. Evaluierung und Ideenwerkstatt zu den Potenzialflächen für Wohnungsneubau/gemischte Nutzungen im Sozialraum 21. Einrichtung „Runder Tisch Wohnungswirtschaft“ Mobilität und Verkehr 22. Neugestaltung der S- und U-Bahnstation „Chorweiler Mitte“ Weitere Entwicklungsräume und Projekte 23. Neugestaltung Liverpooler Platz, Pariser Platz, Lyoner Platz (Programm „Lebenswertes Chorweiler“) 24. Betrauung der GAG Immobilien AG mit dem „Chorweiler Paket“ 25. Entwicklungsraum Kreuzfeld BLUMENBERG, CHORWEILER UND SEEBERG-NORD Die Oberbürgermeisterin 11 STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER DAS SOZIALRAUMGEBIET 12 STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER DAS SOZIALRAUMGEBIET 2.1. ZIELE UND MASSNAHMEN DES PROGRAMMS „STARKE VEEDEL – STARKES KÖLN“ Ziel des Integrierten Handlungskonzeptes ist es, die besonders von sozialer Benachteiligung betroffenen Stadtquartiere in Köln zu stärken, Armut zu bekämp- fen, den sozialen Zusammenhalt zu stärken, Präven- tion zu systematisieren und die Lebenssituation der in diesen Quartieren lebenden Menschen nachhaltig zu verbessern. Die Förderung dieser Quartiere wird gleichzeitig auch zur gesamtstädtischen Entwicklung beitragen und den sozialen Zusammenhalt in der Gesamtstadt fördern2. Mit dem Ratsbeschluss zum Programm „Lebenswer- te Veedel“ im Jahr 2006 wurden insgesamt 11 Sozial- räume definiert3. Die Sozialraumgebiete wurden vorrangig nach Kriterien der sozialen Benachteiligung der Bewohnerinnen und Bewohner ausgewählt und abgegrenzt. Auf diese Weise soll sichergestellt wer- den, dass von der verstärkten sozialraumorientierten Arbeit insbesondere Stadtgebiete profitieren, in de- nen die soziale Lage der Bevölkerung vergleichswei- se schwierig ist. Sozialraumgebiete umfassen eine Bewohnerstärke von 20.000–30.000 Einwohnern. In jedem Sozialraumgebiet ist eine Sozialraumkoordina- tion tätig. Auf Basis des Leitkonzeptes „Starke Veedel – Starkes Köln“ werden sozialraumspezifische ISEKs mit konkreten Maßnahmen für die einzelnen Sozial- räume erarbeitet. Der Rat der Stadt Köln hat das ISEK „Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord“ am 18.05.2017 beschlossen4. Im Dezember 2018 wurde ein weiteres ISEK für den Sozialraum – auf- bauend auf die erste Fassung – beschlossen. Diese Konzepte bilden den Rahmen für das weitere integ- rierte Handeln im Sozialraum. Maßnahmen und Ziele für den Sozialraum „Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord“ Abgeleitet aus den Analysen und erarbeiteten Hand - lungsbedarfen des Leitkonzepts werden folgende Handlungsfelder im sozialraumspezifischen ISEK „Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord“ identi - fiziert: — Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung — Früh ansetzende Hilfen — Wirtschaft und Qualifizierung — Wohnen — Öffentlicher Raum — Umweltgerechtigkeit – Klimaschutz, Luftreinhaltung und Lärmminderung Das Quartiersmanagement mit dem Verfügungs- fonds findet sich im sozialraumspezifischen ISEK im Handlungsfeld Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung. 2015: Leitkonzept „Starke Veedel – Starkes Köln“ Integriertes Handlungskonzept für die Stadt Köln (InHK) 2019 – 2020: Quartiersmanagement und Verfügungsfonds als Maßnahme 0.0.1 des ISEK 2016: Integriertes Handlungskonzept(IHK) für den Sozialraum „Blumberg, Chorweiler und Seeberg-Nord“ Handlungsfelder mit 24 Maßnahmen Verbesserte Teilhabe und Mitwirkung 1 Früh ansetzende Hilfen 2 Öffentlicher Raum 3 Wirtschaft und Qualifizierung 4 Umweltgerechtigkeit – Klimaschutz, Kuftreinhaltung und Lärmminderung 5 Wohnen Abb. 1: Quartiersmanagement als Maßnahme im Integrierten Handlungskonzept (eigene Darstellung) 13 STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER DAS SOZIALRAUMGEBIET MASSNAHMEN AUS DEM IHK „BLUMENBERG, CHORWEILER UND SEEBERG-NORD“ Bezeichnung Laufzeit Beginn Ende Büro für Quartiersmanagement u. Aktivierung 2019 2020 Soziale Stadt Chorweiler-Mitte (Verfügungsfonds) 2017 2019 Handlungsfeld: früh ansetzende Hilfen Zugehende Hilfe zur Überleitung ins Regelsystem und Entwicklung einer beruflichen Perspektive für junge Menschen mit psychischen Problemen 2017 2019 Kölner Bildungsberatungszentrum einschließlich Stadtteileltern (hier nur Stadtteileltern) 2018 2020 Willkommen und Ankommen in Köln 2017 2018 Kita-Einstieg 2017 2020 Neubau der Kinder- und Jugendeinrichtung „Blu4Ju“ der Katholischen Jugendagentur Köln gGmbH (KJA), Langenbergstraße, Köln-Blumenberg 2022 2023 Fit und aktiv in Chorweiler 2019 2020 Handlungsfeld: öffentlicher Raum*** „Spiel- und Bewegungsräume in den Veedeln: Spielplatz Kopenhagener Str.“ 2018 2019 „Spiel- und Bewegungsräume in den Veedeln: Spielplatz Osloer Str.“ 2018 2019 „Spiel- und Bewegungsräume in den Veedeln: Bolzplatz Elbeallee“ 2019 2022 „Spiel- und Bewegungsräume in den Veedeln: Spielplatz Osloer Str./Athener Ring“ 2019 2022 Weserplatz in Köln-Chorweiler 2024 2026 Neugestaltung des Turkuplatzes 2025 2027 Umgestaltung des Rückgrats von Chorweiler (Themse- bis Weserpromenade) 2025 2029 Öffnung des City-Centers nach außen (erweitertes Dialogverfahren) 2022 2023 Handlungsfeld: Wirtschaft und Qualifizierung In diesem Handlungsfeld werden keine Maßnahmen durchgeführt. Handlungsfeld: Umweltgerechtigkeit – Klimaschutz, Luftreinhaltung und Lärmminderung Verbundprojekt Hitzeaktionsplan für Menschen im Alter 2019 2021 Stärkung beziehungsweise Erweiterung des Schulgartenangebotes 2019 2022 Handlungsfeld: Wohnen „Zuhause im Veedel“ (Modul A) 2019 2021 Haus,- Hof- und Fassadenprogramm 2019 2021 Evaluierung und Ideenwerkstatt zu den Potenzialflächen für den Wohnungsneubau und gemischte Nutzungen im Sozialraumgebiet 2022 2023 Einrichtung Runder Tisch Wohnungswirtschaft 2019 2021 Handlungsfeld: Sozialraumorientierte Stadtentwicklung und Aufbau der Präventionskette im Prozess Barrierefreie Neugestaltung der S- und U-Bahnstation in Chorweiler-Mitte 2023 2026 Abb. 2: Maßnahmen aus dem Integrierten Handlungskonzept „Blumenberg, Chorweiler, Seeberg-Nord“ (eigene Darstellung) 14 STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER Das Sozialraumgebiet „Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord“ liegt am nördlichen Stadtrand Kölns in der Peripherie und umfasst die zwei Stadtteile Blumenberg und Chorweiler sowie das Quartier Seeberg-Nord. Es lässt sich aufgrund seiner sozial und städtebaulich sehr unterschiedlichen Strukturen in vier Teilräume unterteilen, nämlich Blumenberg, Chorweiler-Mitte und Chorweiler-Nord sowie See - berg-Nord. Der Stadtteil Blumenberg ist erst in den 1980er Jahren entstanden und aktuell der jüngste Stadt - teil Kölns. Blumenberg und Chorweiler sind durch eine großzügig angelegte Parkanlage voneinander getrennt. Der Rest von Blumenberg ist von Feldern und weiteren Grünflächen umgeben. Allgemein ist Köln-Blumenberg ein sehr „grüner“ Stadtteil. In Blumenberg gibt es S-Bahn Haltestelle und eine Busverbindung. Chorweiler ist gleichzeitig auch der Namensgeber des gesamten Stadtbezirks Chorweiler und Sitz des Bezirksrathauses. Der Teilraum Chorweiler-Mitte, der den Kern des Sozialraumes bildet, ist von einer sehr dominanten Hochhausbebauung geprägt. Die Großwohnsiedlung entstand in den 1970er Jah- ren und zeichnet sich durch einen hohen Anteil an öffentlich geförderten Wohnungen aus und ist von einer problematischen Sozialstruktur geprägt. Das Herzstück ist der zentral gelegene Pariser Platz. Der Stadtteil liegt unmittelbar an der Autobahn A-57 und das ÖPNV Netz ist mit S-Bahn-, U-Bahn- sowie Bus - linienanbindungen gut ausgebaut. Seeberg-Nord wurde in den 1970er Jahren errich- tet. Das Quartier grenzt unmittelbar an den Stadt- teil Chorweiler an. Die beiden Teilräume werden durch die Willi-Suth-Allee und die Merianstraße getrennt. Die nach Süden offene Parkanlage wird von mehrgeschossigen Hochhäusern umschlossen. Zwischen den Hochhäusern und dem Park wurden Einfamilienhäuser sowie Bungalows errichtet. Ende der 1960er Jahre konnten namhafte Architekten, in Form eines Wettbewerbs, ihre Vorstellungen vom modernen Städtebau exemplarisch verwirklichen. Man findet die Bauten im Südwesten des Quartiers Seeberg-Nord. In Seeberg-Nord gibt es mehrere kleinere Plätze mit Lebensmittelgeschäften, sowie einer Bäckerei, einem türkischen Restaurant und einem Second-Hand Geschäft. Der Sozialraum „Blumenberg, Chorweiler und See - berg-Nord“ weist eine Bevölkerungszahl von rund 27.000 auf und ist durch eine hohe kulturelle Vielfalt geprägt (Stand 20195). Rund 80 Prozent der Bewoh- nerschaft (mit steigender Tendenz) weisen einen Migrationshintergrund auf, so dass dem Sozialraum insgesamt eine hohe Integrationsleistung zukommt. Im Hinblick auf demographische Veränderungen ist der Sozialraum durch eine überdurchschnittlich jun- ge Bevölkerung mit einem hohen Anteil an Familien mit Kindern (30,4 % der Haushalte) gekennzeichnet. Auffällig ist zudem der hohe Anteil der Alleinerzie - henden. 2.2. STRUKTURDATEN IM SOZIALRAUM DAS SOZIALRAUMGEBIET 15 STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER Oftmals prekäre Lebensverhältnisse spiegeln sich in dem hohen Anteil an SGB II-Beziehenden wider. Rund 44 % der Kinder und Jugendlichen unter 15 Jahren leben in SGB II-Bedarfsgemeinschaften. Unter den Erwachsenen beziehen rund 30 % Leis - tungen nach dem SGB II. Besonders deutlich werden die sozialen Unterstützungsbedarfe im Bereich der Großwohnanlagen in Chorweiler-Mitte: Hier leben 43 % der Bevölkerung und fast 60 % der Kinder und Jugendlichen unter 15 Jahren in SGB II-Bedarfsge - meinschaften. Auch der Anteil an älteren Menschen steigt im Sozialraum an. Gleichzeitig ist die Betroffenheit von Altersarmut im Sozialraum sehr hoch: Gut ein Drittel der Seniorinnen und Senioren bezieht Grundsiche- rung im Alter nach SGB-XII, in Chorweiler sind es so- gar deutlich mehr als ein Drittel (Stadt Köln: rd. 8 %). Der Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäf- tigten (SVP) im Sozialraum liegt mit 51 % unter dem stadtweiten Durchschnitt (58 % SVP-Beschäftige). Vor allem die hohe Arbeitslosigkeit, die Langzeit- arbeitslosigkeit und die Zunahme der Arbeitslosig - keit junger Menschen unter 25 Jahren sind für das Gebiet problematisch. In der kleinräumigen Betrachtung werden Unter- schiede zwischen den Quartieren hinsichtlich der Sozialstruktur deutlich. In den Bereichen des hoch - verdichteten Geschosswohnens sind die sozialen Unterstützungsbedarfe am größten. Insbesondere in den Quartieren Chorweiler-Mitte sowie in den Geschosswohnungsbereichen in Chorweiler-Nord überlagern sich verschiedene soziale Problemlagen. Die durch Ein- bis Zweifamilienhäuser geprägten Quartiere in Chorweiler-Nord und Blumenberg zeichnen sich durch eine stabilere Sozialstruktur aus, stehen aber durch den steigenden Seniorenanteil und dem daraus anstehenden Generationenwechsel vor anderen strukturellen Herausforderungen. Die folgenden Grafiken veranschaulichen ausge- wählte Statistiken für das Sozialraumgebiet und die seine vier Teilgebiete im Vergleich zur Gesamtstadt Köln. Bildquelle: Benjamin Stieb – Chorweiler Mitte aus der Vogelperspektive DAS SOZIALRAUMGEBIET 16 STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER Blumenberg 5.385 Chorweiler-N 6.565 Seeberg-Nord 8.480 Chorweiler 6.276 1.091.819 insgesamt 26.706 *Jugendquotient Jugend umfasst 0 bis 18 Jahre *Anteil SGB II Empfänger und Empfängerinnen im Alter von 0 bis 64 Jahren Einwohner insgesamt – 2019: Sozialraumgebiet Einwohner insgesamt – 2019: Köln STRUKTURDATEN SOZIALRAUMGEBIET IM VERGLEICH ZUR GESAMTSTADT Abb. 3 Einwohnerzahlen (Sozialraumgebiet / Gesamtstadt Köln) rechte Seite Abb.4 Strukturdaten (Sozialraumgebiet / Gesamtstadt Köln) Zahlenquelle: Statistikstelle der Stadt Köln (eigene Darstellung) DAS SOZIALRAUMGEBIET 31,8 82,5 32,0 46,2 83,4 42,9 29,4 79,5 28,8 26,4 40,1 12,4 23,3 79,9 30,3 38,5 36,7 36,3 24,3 40,8 28,1 17,3 69,6 8,6 Seeberg-N Seeberg-N Seeberg-N Seeberg-N Chorweiler Chorweiler Chorweiler Chorweiler Chorweiler-N Chorweiler-N Chorweiler-N Chorweiler-N Sozialraumgebiet Sozialraumgebiet Sozialraumgebiet SozialraumgebietBlumenberg Blumenberg Blumenberg Blumenberg Köln Köln Köln Köln Jugendquotient* Altenquotient Anteil von Personen mit Migrationshintergrund (in %) Anteil SGB II (in %)* 17 0 0 0 0 STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER DAS SOZIALRAUMGEBIET 18 2.3. AKTEURS-STRUKTUR UND BESTEHENDE NETZWERKE Wer eine neue Tätigkeit in Chorweiler aufnimmt oder als Akteur im Rahmen eines Projekts seinen Weg in den Bezirk findet, zeigt meistens zwei Re - aktionen: „Hier ist es ja gar nicht so schlimm“ und „hier gibt es ja total viele Angebote“. Chorweiler ist besser als sein Ruf. Dies wird durch eine breite Angebotsstruktur gewährleistet, die durch eine Vielzahl engagierter Akteure und Einrich - tungen gegeben ist. Sozialraumkoordination Mit der Umsetzung des Integrierten Stadtentwick - lungskonzepts „Starke Veedel – Starkes Köln“ im Sozialraum entstand ein neuer Koordinierungs- und Abstimmungsaufwand, den das Quartiersmanage - ment in enger Abstimmung mit der tätigen Sozial - raumkoordination leistete. Die Akzeptanz und Implementierung des Handlungsprogramms kann in den Sozialräumen aber nur gelingen, wenn Bewoh- nerschaft und Akteure für dieses Programm sensibi - lisiert und Zugangsstrukturen genutzt werden. Vor dem Hintergrund der vergleichsweisen kurzen Laufzeit des Quartiersmanagements waren die „Ver- netzungshilfe“ der Sozialraumkoordination sowie ein Vertrauensvorschuss von Seiten der Akteure und Bewohnerschaft durch diese Nähe sehr hilfreich. Es hat sich eine konstruktive und unterstützende Zusammenarbeit mit der Sozialraumkoordination etabliert, die von beiden Seiten sehr wertgeschätzt wurde und zu einer Vielzahl gemeinsam geplanter und umgesetzter Projekte führte. Arbeitskreise und Stadtteilkonferenzen Die kooperative Akteursstruktur in Chorweiler spie - gelt sich in den Arbeitskreisen und Gremien wider. Das Quartiersmanagement hat an den Treffen als aktiver Akteur teilgenommen. Es hat sich und seine Aktionen dort vorgestellt und vermehrt den Verfü - gungsfonds erfolgreich beworben. — AK Chorweiler Der AK Chorweiler bezieht Akteure aus dem ge - samten Bezirk Chorweiler mit ein und ist somit der größte Arbeitskreis. Auf Einladung der Sozialraum- koordination kommt er in verschiedenen Einrich- tungen im Turnus von 6–8 Wochen zusammen. Er setzt sich zusammen aus diversen Akteuren aus der Stadtverwaltung (bspw. Bürgeramtsleitung, Bezirks - jugendpflege) und lokalen Akteuren vor Ort, Vertre - Bildquelle: Birgitta August – Benjamin Stieb (Sozialraumkoordination) und Corinna Joppien (Quartiersmanagerin) STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER DAS SOZIALRAUMGEBIET 19 terinnen der Religionsgemeinschaften und wichtigen Netzwerkpartnern, wie beispielsweise die AWB. Der Arbeitskreis wird von allen Akteuren genutzt, um Angebote vorzustellen und sich über bezirkliche Be - lange auszutauschen. — Stadtteilkonferenz Chorweiler-Nord Die Stadtteilkonferenz Chorweiler-Nord setzt sich aus verschiedenen Akteuren aus der Stadtverwal - tung (z.B. Bezirksjugendpflege, Bürgeramtsleitung, etc.), lokalen Akteuren vor Ort (z.B. Kinder- und Jugendzentrum „Northside“, Sozialpsyachiatrisches Zentrum, Schulen und Kitas, etc.), Bürgerinnen und Bürgern sowie weiteren wichtigen Netzwerk- partnern, wie beispielsweise die Bezirkspolizei, zusammen. Das Gremium trifft sich vier bis sechs Mal im Jahr und behandelt alle möglichen Themen rund um den Stadtteil Chorweiler-Nord. Dabei geht es in erster Linie darum, Defizite zu erkennen und dementsprechend mögliche Handlungsschritte zu planen und einzuleiten. Die Stadtteilkonferenz Chorweiler-Nord ist des Weiteren für die Planung, Organisation und Durchführung des jährlich stattfin - denden Nachbarschaftsfestes auf dem Weserplatz verantwortlich. Das Quartiersmanagement hat im September 2019 beim Nachbarschaftsfest mitge - wirkt. Gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen der VHS, die die Maßnahme „Fit und Aktiv in Chor - weiler“ durchführten, hat es einen Stand betreut. Angeboten wurden Bewegungsspiele für Kinder sowie die Samentütchen im Zusammenhang mit der Aktion „Lass deine Ideen wachsen“ und der Bewer - bung des Verfügungsfonds. Auch am Grillstand hat das Quartiersmanagement tatkräftig ausgeholfen und konnte so leicht Kontakte zu den Besucherinnen und Besuchern herstellen. — Stadtteilkonferenz Blumenberg Die Stadtteilkonferenz in Blumenberg ist strukturell ähnlich der Stadtteilkonferenz in Chorweiler-Nord und widmet sich auch ähnlichen Themen. Auch hier trifft sich das Gremium, bestehend u.a. aus ortsansässigen Trägern, Bewohnerinnen und Be - wohnern, der Interessengemeinschaft Blumenberg, den Kindertagesstätten, Familienzentren und der Grundschule, Vertreterinnen und Vertretern aus verschiedenen Fachämtern der Stadt Köln, sowie weiteren Akteuren, vier bis sechsmal im Jahr. Die Stadtteilkonferenz Blumenberg plant und organisiert das jährlich stattfindende Nachbarschaftsfest. Das Quartiersmanagement hat im September 2019 am Nachbarschaftsfest mitgewirkt. Trotz schwerer Re - gengüsse war das Fest gut besucht und am gemein - samen Stand mit der Verbraucherzentrale konnte die Quartiersmanagerin viele Gespräche führen und sich intensiv mit den Belangen der Bewohnerinnen und Bewohner Blumenbergs auseinandersetzen. Im Jahr 2019 hat die Stadtteilkonferenz Blumenberg eine Zukunftskonferenz veranstaltet, bei der ent- lang der Themen Sicherheit, Ordnung, Sauberkeit die Zukunft des Stadtteils mit den Bewohnerinnen und Bewohnern diskutiert wurde. Das Quartiers - management hat die Sozialraumkoordination bei der Ausrichtung unterstützt und den Diskussionsstand zum Thema „Verkehr“ betreut. — Runder Tisch Wohnungswirtschaft Das Amt für Stadtentwicklung und Statistik lädt zu diesem Gremium ein. Anwesend sind neben den Akteuren der Wohnungswirtschaft auch die Sozial - raumkoordination und das Quartiersmanagement. Bildquelle: eigene – Zukunftskonferenz Blumenberg STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER DAS SOZIALRAUMGEBIET 20 STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER GLIEDERUNGSOBERPUNKT DAS STARKE VEEDEL BÜRO 3. DAS STARKE VEEDEL BÜRO STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER 21 DAS STARKE VEEDEL BÜROSTARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER 22 STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER 3.1. EIN RUNDES UND BUNTES KONZEPT Das Quartiersmanagement wurde von Mitarbei - terinnen und Mitarbeitern des Planungsbüros Stadt + Handel Beckmann und Föhrer Stadtplaner PartGmbB umgesetzt. Stadt + Handel verstehen ein Quartiersmanagement als einen individuell auf die vorhandene örtliche Situation angepassten, inter- disziplinären (Kommunikations-) Prozess, der die vorhandenen Kräfte bündelt und zielorientiert auf Ergebnisse hinarbeitet. Eine Verstetigung von Pro- jekten und Kooperationen wird durch das Quartiers - management stets angestrebt. Von Beginn an war es eine spannende Herausforde - rung, das Quartiersmanagement in „Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord“ zu konzeptionieren. Die Laufzeit von 21 Monaten war im Vergleich zu anderen sozialraumorientierten Projekten bzw. Quartiersmanagements kurz. Das Quartiersmanage - ment hatte die herausfordernde Aufgabe inne, eine diverse Zielgruppe von rund 27.000 Menschen im Sozialraumgebiet zu erreichen. Für den Verfügungs- fonds wurden 143.500 Euro Fördermittel bereit- gestellt, die im Rahmen von sieben Antragsphasen vergeben werden konnten. Die Fakten verdeutlichen ansatzweise, dass es sich dabei um eine anspruchs- volle Aufgabe handelte. Der Bearbeitung des Verfügungsfonds wurde daher Priorität eingeräumt. Das Quartiersmanagement arbeitete als Geschäftsstelle für den Fonds und auf das Ziel hin, die verfügbaren Fördergelder in der Projektlaufzeit zu veräußern. Insgesamt wurden 55 Anträge zur Förderung gestellt, 42 Projekte konnten davon letztendlich umgesetzt werden. Das Quar- tiersmanagement hat jedes Projekt von der Antrags - stellung, über seine Vorstellung in Gremien, hin zu Anpassungen, während der Umsetzung, bei der Öffentlichkeitsarbeit und bei der abschließenden Abrechnung unterstützt. Im Aufgabenfeld Quartiersmanagement lag die Konzentration auf der Erstellung eines „Grünen Konzepts“. Die Implementierung des Projekts „Ess- bares Chorweiler“ konnte eine Klammer für viele Arbeitsbereiche des Quartiersmanagements bieten. Der „Grüne Faden“ sorgte für Anknüpfungspunkte geplanter Aktionen, brachte verschiede Menschen an einen Tisch und sorgte für ein insgesamt rundes Konzept, das voraussichtlich verstetigt werden kann. Der Leistungsbaustein Öffentlichkeitsarbeit sollte sich maßgeblich an der Kommunikation in Bezug auf Maßnahmen aus dem Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ ausrichten. Zu Beginn der Projekt- laufzeit konnte eine bauliche Maßnahme umgesetzt werden. Das Quartiersmanagement konnte sich im Auf- gabenfeld Öffentlichkeitsarbeit daher intensiv mit der Bewerbung eigener Aktionen, Aktionen von Kooperationspartnern, dem Verfügungsfonds sowie Kommunikationsaufgaben im Rahmen von Coro - na widmen. Dazu konnten auch fokussiert soziale Medien eingesetzt und über diese Kanäle eine Bandbreite an Informationen verbreitet werden. Die Öffentlichkeitsarbeit und verschiedene Aktionen konnten auch über das Sozialraumgebiet hinaus wahrgenommen wurden. DAS STARKE VEEDEL BÜRO 23 STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER PROJEKTE Q2 – 2019 Q3 – 2019 Q4 – 2019 Q1 – 2020 Q2– 2020 Q3 – 2020 Q4 – 2020 April Mai Jun Jul Aug Sept Okt Nov Dez Jan Feb Mär April Mai Jun Jul Aug Sept Okt Nov Dez Allgemein (Organisation & Dokumentation) Regelmäßige Absprache mit Auftragsgeberin und SRK Berichterstattung an AG Quartiersmanagement Offene (Telefon-)Sprechstunde Teilnahme an AKs, Stadtteilkonferenz und Stadtteilfest (bis 3 mal p. Monat) / teilweise auch online Aktion zu Information und Aktivierung 2019 Fotowettbewerb „Lass deine Ideen wachsen“ Aktion zu Information und Aktivierung 2020 Fotoausstellung „Aus Alt mach Neu“ Teilnahme an Aktion anderer Akteure Verfügungsfonds Ansprache Antragsstellerinnen und Antragssteller Sitzungen des Beratungsgremiums Unterstützung bei Antragstellung, Umsetzung und Abbrechnung Öffentlichkeitsarbeit Informationsmaterial für QM und VF erstellen und verteilen (mehrsprachig) Einrichtung und Betreuung der Website Bespielen der Kanäle auf den Soziale Medien (Facebook & Instagram) Giveaways zu Aktionen Kooperationsprojekt „Essbares Chorweiler“ Öffentlichkeitswirksame Aktion „Lichtwoche“ Koopeationsprojekt „NIKN“ Abb. 5 Zusammenfassende Darstellung der zentralen Aufgaben des Quartiers - managements im Rahmen der Projekt - laufzeit (Zeit-Maßnahmenplan) (eigene Darstellung) DAS STARKE VEEDEL BÜRO 24 STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER Das Quartiersmanagement wurde von Mitarbei - terinnen und Mitarbeitern des Planungsbüros Stadt + Handel Beckmann und Föhrer Stadtplaner PartGmbB umgesetzt. Corinna Joppien als Quartiersmanagerin war An - sprechpartnerin und „Gesicht“ vor Ort. Sie war für die umsetzungsorientierte Arbeit im Sozialraum zuständig. Frau Joppien hat sich als Quartiersmana - gerin im Sozialraumgebiet gut vernetzt und konnte viele Projektideen aufgreifen und mithilfe der Verfü - gungsfondsmittel bis zur Umsetzung begleiten. Das Projekt „Essbares Chorweiler“ hat sie gemeinsam mit anderen Akteuren initiiert und hierdurch neue Netzwerkstrukturen im Sozialraumgebiet etablieren können. Jonas Reimann leitete das Projekt strategisch. Dabei plante er Aufgaben und Aktionen, koordiniert die Zusammenarbeit im Team, nahm an strategisch rele- vanten Terminen teil und brachte seine Erfahrungen sowie Impulse aus anderen Stadtteilen mit in den Kölner Norden. Daniel Rogge unterstützte das Team als Projektassis- tenz und sorgte insbesondere dafür, dass die Kanäle der sozialen Medien sowie die Website kontinuier- lich mit Fotos, Videos und Informationen gefüllt werden konnten. Er war ebenfalls aktiv im Projekt „Essbares Chorweiler“. Ute Marks, Teamleiterin des Bereichs City- und Quartiersmanagement bei Stadt + Handel, war Im - pulsgeberin für das operative Team und zuständig für das Controlling. 3.2. DAS TEAM STELLT SICH VOR Guten Tag, mein Name ist Corinna und ich war Quartiers - managerin im Sozialraumgebiet „Blumenberg, Chorweiler, Seeberg-Nord“. Das Sozialraumgebiet kannte ich vor dem Auftrag ehrlich gesagt nicht besonders gut. Im Sommer fuhr ich häufiger zum Fühlinger See oder kaufte während des Summerjam Festivals im City Center ein. So kann ich mich nicht freisprechen von Vorurteilen, die ich in Bezug auf das Sozialraumgebiet hatte. In meiner Tätigkeit wurde ich von Beginn an eines Besseren belehrt und habe mich hier sowohl als Quartiersmanagerin auf Akteursebene als auch als Frau im Veedel stets sehr wohl gefühlt. Ich traf auf viele freundliche, offene und aktive Menschen. Am meisten begeisterten mich die Ideen, die aus dem Quartier für das Quartier umgesetzt wurden und mit wie viel Herz, Verstand und Gefühl für das Lebensumfeld die Menschen sich für das Quartier einsetzen. Lieblingsort: Der Rosengarten und das Lokal Basac (für die Linsensuppe am Mittag). Eine gute Erinnerung: Einer der schönsten Nachmittage war der, an dem Frau Ecker und ich 100 Bienenhotels mit den Lastenrädern im gesamten Sozialraumgebiet verteil - ten. Was hat sich sichtbar verändert während der Laufzeit des Quartiersmanagement: Besonders sichtbar sind die par - tizipativ bunt gestalteten Wände am Jugendcafé Pegasus, an der Außenmauer des Bauspielplatzes und der Unterfüh - rung Weichselring / Katzbachweg. Was wird bleiben: Das Projekt „Essbares Chorweiler“ fängt grad erst an, hier sind erste Beete gebaut und Menschen aktiviert. Ich bin sicher, hier wird noch viel passieren. DAS STARKE VEEDEL BÜRO 25 STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER Guten Tag, mein Name ist Daniel und ich unterstützte Quartiersmanagerin Corinna Joppien als Projektassistenz. Ich wohne seit 2013 in Köln, bin zunächst für das Studium hergezogen und dann wegen der Menschen geblieben. Seit 2017 arbeite ich, parallel zu meinem Studium der Sozia - len Arbeit, als pädagogische Hilfskraft in der Kinder- und Jugendförderung in Chorweiler. Durch meine Arbeit und den Kontakt zu vielen Jugendlichen kannte ich den Stadtteil Chorweiler schon recht gut, konnte durch meine Tätigkeit im Rahmen des Quartiersmanagements jedoch viele neue Einblicke gewinnen und engagierte Menschen kennenler - nen. Auf diesen ruht auch meine Hoffnung, dass in Chor - weiler auch in Zukunft eine nachhaltig positive Entwicklung hin zu mehr Lebensqualität, Miteinander und Teilhabe möglich ist. Lieblingsort: Die essbaren Orte rund um das Bürgerzent - rum. Eine gute Erinnerung: Der Dreh unseres Abschlussfilms. Hierdurch konnten wir noch einmal viele der Menschen be - suchen und interviewen, die durch ihre tägliche Arbeit das Leben für ihre Gemeinschaft ein wenig schöner machen. Was hat sich sichtbar verändert während der Laufzeit des Quartiersmanagements: Die vielen essbaren Oasen, welche langsam in Chorweiler entstehen. Was wird bleiben: Die vernetzte und aktivierte Bewohner - schaft, die in Zukunft weiter gemeinsame Projekte voran - treiben wird. Guten Tag, mein Name ist Jonas ich habe gemeinsam mit Corinna Ideen und Strategien für die Umsetzung des Quartiersmanagements entwickelt. Die Stadtteile Blumen - berg, Chorweiler und Seeberg-Nord habe ich vor unserem Projektstart durch regelmäßige Rennradtouren bereits ein wenig kennenlernen können – und natürlich durch Aus - flüge zum Fühlinger See oder ins Aqualand per S-Bahn und Fahrrad. Dabei hat mich die Vielseitigkeit der Stadtteile be - eindruckt: Vom Hochhaus bis zum Bauernhof. Die Vorurtei - le gegenüber den Stadtteilen, die ich als Kölner weiterhin hatte, konnten sich nach unserem Start vor Ort sehr schnell in Luft auflösen. Corinna und ich wurden von Beginn an von herzlichen und engagierten Menschen empfangen, sodass meine Vermutung bestätigt wurde: Der Ruf des Sozialraumgebiets ist schlechter, als dieser in Wirklichkeit ist. Natürlich ist trotzdem nicht alles „rosig“ und es müssen sicherlich an vielen Stellen weitere Anstrengungen unter - nommen werden, um mehr Menschen ein gutes Leben im Kölner Norden zu ermöglich. Lieblingsort: Olof-Palme-Park für einen Spaziergang mitten im Veedel. Eine gute Erinnerung: Die Nachbarschaftshilfe (NIKN) die Corinna gemeinsam mit der Sozialraumkoordination und dem Büro für Gemeinwesenarbeit schnell auf die Beine gestellt hat und somit Handlungsfähigkeit im Ausnahmefall beweisen konnte. Was hat sich sichtbar verändert während der Laufzeit des Quartiersmanagements: Durch die Platzgestaltungen und die erste Sanierung der Hochhäuser in Chorweiler-Mitte wird das Sozialraumgebiet insgesamt freundlicher und positiver wahrgenommen. Was wird bleiben: Der Wunsch, eine positive Zukunft für die Stadtteile zu gestalten. Die Erkenntnis, dass ein Wandel möglich ist, wenn unterschiedliche Menschen und Organi - sationen vor Ort an einem Strang ziehen. DAS STARKE VEEDEL BÜRO 26 STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER Ein Quartiersbüro in erreichbarer Lage einzurich - ten ist für die Umsetzung des Projekts von großer Wichtigkeit. Mit Blick auf das Programmgebiet, für das das Quartiersmanagement tätig sein sollte, konnte der Anspruch von Erreichbarkeit der Be- wohnerschaft und Akteure an das urbane Umfeld abgestimmt werden. Der Stadtteil Chorweiler liegt mittig im Programmgebiet. Dort befindet sich auch das Bezirkszentrum für den gesamten Stadtbezirk Chorweiler mit öffentlichen Einrichtungen, Dienst- leistungen und Einkaufsmöglichkeiten. Hier ist das Bürgeramt und auch das Einkaufszentrum City-Cen - ter Chorweiler verortet. Das Quartiersmanagement konnte Anfang Juni 2019 ein Büro im Bürgerzentrum Chorweiler beziehen, was die Zusammenarbeit mit Schlüsselakteuren und die Erreichbarkeit für die Bürgerschaft sicherstellte. Die Adresse Pariser Platz 1 ist allen hier lebenden bzw. arbeitenden Menschen ein Begriff und wird einfach gefunden. Dem eigentlichen Büroraum war ein kleiner Besprechungsraum vorgelagert, in dem acht bis zehn Personen Platz fanden. Der Bespre- chungsraum konnte jederzeit genutzt werden. Hier fanden regelmäßig Beratungsgespräche zum Ver- fügungsfonds, Absprachen mit diversen Akteuren sowie die Gremiumssitzungen statt. Das Quartiers- management bot wöchentlich zwei feste Sprech- stunden an: dienstags von 9 bis 11 Uhr und donners- tags von 16:30 Uhr bis 18:30 Uhr. Darüber hinaus hatten die Quartiersmanagerinnen und -manager vor der Pandemie immer eine offene Tür und ein of- fenes Ohr für spontane Besuche. Terminabsprachen waren zu allen Zeiten möglich, gerade mit Blick auf die erwerbstätigen Bewohnerinnen und Bewohner, musste diese Flexibilität ermöglicht werden. Die Ansiedlung des Büros am Bürgerzentrumhatte darüber hinaus den Vorteil, dass die Bürgersäle für Veranstaltungen unkompliziert genutzt werden konnten. Hier fanden die Runden Tische Essbares Chorweiler und auch die Sitzungen des Beratungs - gremiums zum Verfügungsfonds statt. Weiterhin waren alle Wege kurz und die wichtigsten Netzwerkpartner in direkter Nachbarschaft. Hier sind zusammenfassend die Sozialraumkoordina- tion, die Leitung des Bürgerzentrums, das Büro für Soziales und Gemeinwesenarbeit Hl. Johannes XXII, der Bürgeramtsleiter, Bezirksbürgermeister, die Be- zirksjugendpflege und das City-Center Chorweiler zu nennen. 3.3. DAS STARKE VEEDEL BÜRO VOR ORT Bildquelle: eigene – Runder Tisch „Essbares Chorweiler“ im Bürgersaal DAS STARKE VEEDEL BÜRO 27 STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER Mobiles Büro – Lastenräder im Bezirk Um dem Auftrag, ein Quartiersmanagement für ein Sozialraumgebiet zu sein, gerecht werden zu kön- nen, entstand recht früh die Idee eines „Mobilen Büros“. Während Fragen der Versicherung, Abstel- lungsmöglichkeiten und Verbleib eines zum Büro umzufunktionierenden Lastenrads im Sozialraumge - biet nach Projektende 2020 in Klärung waren, ergab sich, dass das Bürgerzentrum Chorweiler zu Beginn 2020 mit einem Event-E-Lastenrad ausgestattet wurde. Die Leitung des Bürgerzentrums hatte sich bei der Auswahl des Modells mit dem Quartiersma - nagement abgesprochen. Neben dem E-Bike verfügt das Bürgerzentrum Chor - weiler über ein Lastenrad, das über die Plattform Kasimir ausgeliehen werden konnte. Viele Wege hat das Quartiersmanagement mit diesen Rädern zurückgelegt und dabei stets den Austausch im Stadtteil sowie das Werben für das Angebot der kostenlosen Ausleihe beider Räder im Blick gehabt. Quartiersmanagement als Impulsgeber Im Laufe des Projekts wurde das Quartiersmanage - ment häufig als Interviewpartner bzw. Impulsgeber von Studierenden oder Doktorandinnen und Dokto - randen angefragt. Es ist gemeinsam mit der Sozial - raumkoordination zu einem ersten Ansprechpartner für diejenigen Menschen geworden, die Informatio- nen über das Sozialraumgebiet benötigten. Insbe - sondere der Teilraum Chorweiler-Mitte war dabei ein interdisziplinärer Forschungsgegenstand. Das Quartiersmanagement sprach mit Studierenden der Sporthochschule, Doktorandinnen im Bereich Soziale Hilfe, Studierende aus Politikwissenschaften, Geographie oder Stadtplanung und konnte damit seine Perspektiven und Erfahrungen zu Forschungs - arbeiten beitragen. Insbesondere die Auswirkung und der Umgang mit der Corona-Pandemie war ein nachgefragter For - schungsgegenstand. Die Koordinationsgruppe NIKN hat durch Gespräche gerne einen Beitrag zu einem qualitativen Blick auf den Stadtteil geleistet und zur Aufarbeitung diverser Fragestellungen beigetragen. Bildquelle: eigene – Das „mobile Büro“ im Einsatz DAS STARKE VEEDEL BÜRO 28 AKTIONEN DES STARKE VEEDEL BÜROS 4. AKTIONEN DES STARKE VEEDEL BÜROS STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER 29 AKTIONEN DES STARKE VEEDEL BÜROSSTARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER 30 STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER 4.1. AKTIONEN ZUR AKTIVIERUNG DER BEWOHNERSCHAFT Das Quartiersmanagement zielte in seinen Tätigkei- ten darauf ab, die Bewohnerschaft des Sozialraum- gebiets zu erreichen, zu aktivieren und zu unterstüt- zen. Es handelte sich um eine niedrigschwellige und aktivierende Maßnahme zur Verbesserung von Teil- habe und Mitwirkung. Ziel war es, sowohl über die Maßnahmen des Integrierten Handlungsprogramms „Starke Veedel – Starkes Köln“ als auch über eigen initiierte Aktionen die Verantwortung der Bewohne - rinnen und Bewohner sowie weiterer Akteure für ihr Quartier langfristig zu stärken, zu stabilisieren und selbsttragende Strukturen auszubauen. Im Folgenden werden die vom Quartiersmanage - ment umgesetzten Aktionen zur Förderung von Teilhabe und Selbstwirksamkeit, Identifikation mit dem Lebensumfeld und Aufwertung des Images vor- gestellt. LASS DEINE IDEEN WACHSEN Mit guten Ideen fängt eigentlich alles an. Das Quar- tiersmanagement verstand sich als Unterstützer bei der Übersetzung von Ideen in Projekte, indem es interessiert hinhörte und hinschaute, aufnahm und kombinierte. Doch die zündenden und kreativen Ideen, die stecken in den Köpfen und Herzen der Bewohnerinnen und Bewohner, sie sind Expertinnen und Experten für ihr Lebensumfeld und Impulsgebe - rinnen und Impulsgeber für ihren Stadtteil. Mit der Aktion „Lass deine Ideen wachsen“ ist das Quartiersmanagement als neuer Akteur im Sozial - raumgebiet erstmals für die Bewohnerinnen und Bewohner in Erscheinung getreten. Es ist stets eine Herausforderung für neue Akteure, sich bei der Bewohnerschaft vorzustellen und seinen Auftrag verständlich zu machen sowie Vertrauen und Akzep - tanz zu schaffen. Die Aktion „Lass deine Ideen wachsen“ hat mehrere Bereiche berührt, die das Quartiersmanagement im Kern als seine Aufgabe versteht: — Aktivierung und Motivation — Bewerbung des Verfügungsfonds — Imageaufwertung: „Der grüne Faden“ Die Bewohnerschaft war aufgerufen, mit dem Quartiersmanagement ihre schönsten Blumen-Fotos zu teilen. Es konnten ganz aktuell aufgenommene Bilder, oder aber auch schöne Fotos aus den Archi- ven vergangener Jahre und besonderer Momente sein. Die Idee war, dass sich die Menschen mit den schönen Seiten ihres Lebensumfelds auseinander- setzen und den Fokus auf die bunten und blühenden Bildquelle: eigene – Postkarten und Samentütchen AKTIONEN DES STARKE VEEDEL BÜROS 31 Stellen in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft legen. Den Postkarten zur Aktion hat das Quartiers - management ebenfalls kleine mit Samen befüllte Tütchen angeheftet. In drei Sprachen übersetzt hat eine Pflanzanleitung die Menschen dazu aufgefor- dert, die Samen für eine bunte Bienenwiese auszu - sähen und so zum einen für Farbe auf den Balkonen oder in nicht bepflanzten Ecken des öffentlichen Raums und zum anderen für mehr Nahrungsquellen für Bienen und andere Insekten zu sorgen. Das Teilen der Fotos bedingt natürlich eine Kon- taktaufnahme mit dem Quartiersmanagement. Die Internetseite, das Facebook- sowie Instagram Profil und auch die Adresse des Starke Veedel Büros wur- den so bekannt gemacht und die Menschen haben über verschiedene Kanäle Kontakt aufgenommen. Das Sozialraumgebiet „Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord“ hat ein recht eindeutiges – negativ geprägtes – Image. Dass das Sozialraumgebiet hin- gegen ein sehr grüner Stadtteil, mit viel Parkfläche, Naherholungsangeboten und Pferdekoppeln ist, das mag die meisten Menschen überraschen. Die Aufwertung des Images, bzw. die Darstellung in ein angemesseneres Licht durch eine gute Öffentlich - Lian Ciftcioglu (2. Platz) Die drei Gewinnerbilder Sibel Dogan (1. Platz) Sarah Simon (3. Platz), Ausschnitt STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER keitsarbeit, zählte zu den Hauptaufgaben des Quar- tiersmanagements. Mit der Aktion konnte der Fokus auf das Thema „Grün“ gesetzt werden. Ein blühender Sozialraum Mehr als 45 Einsendungen haben das Quartiersma- nagement bis zum 30.11.2019 über verschiedene Kanäle erreicht. Von sehr professionellen Aufnah- men bis hin zu gemalten Werken der jungen Bewoh- nerinnen und Bewohnern war es schließlich an einer Jury zu entscheiden, welche drei Fotos denn „die schönsten“ sind und mit einem Preis ausgezeichnet werden. Die Entscheidung fiel den Jurymitgliedern nicht leicht. Alle Gewinnerinnen und Gewinner haben sich sehr gefreut, als sie vom Manager des City-Centers Chorweiler ihre Preise in Form von Gutscheinen für das City-Center entgegengenom - men haben. Die Gewinnerin hat Quartiersmanagerin Corinna Joppien verraten, dass Sie ihr Preisgeld von 150,00 Euro in ihre große Leidenschaft investieren und sich ein neues Objektiv für ihre Kamera kaufen würde. AKTIONEN DES STARKE VEEDEL BÜROS 32 STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER Logo „Essbares Chorweiler“ AKTIONEN DES STARKE VEEDEL BÜROS 33 STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER „ESSBARES CHORWEILER“ Im Frühjahr 2019 ging das Quartiersmanagement mit der Idee an den Start, mehrere Aktionen im Sozialraumgebiet unter dem Titel „Urban Jemös6“ durchzuführen. Die Wurzeln dieser aktivierenden Aktionen liegen in der Idee und Umsetzung einer „Essbaren Stadt“. Projekte, die aus dem Spektrum der „Essbaren Stadt“ kommen, konnten generationsübergreifend durch Mittel aus dem Verfügungsfonds intensiviert und vom Quartiersmanagement entlang des „Grü- nen Fadens“ zusammengehalten werden. Aktionen zum Thema „Essbares Chorweiler“ berühr - ten mehrere Bereiche, die das Quartiersmanage- ment im Kern als seine Aufgabe verstand: — Aktivierung — Imageaufwertung — Netzwerkbildung — Nachhaltigkeit — Stärkung von Gemeinschaft und Nachbarschaft — Initiierung von Verfügungsfondsprojekten Bereits in den ersten Wochen der Tätigkeit er- gab sich die Gelegenheit, gemeinsam mit anderen Akteuren das Projekt „Essbares Chorweiler“ konkret anzugehen. Vertreterinnen und Vertreter des Büros für Gemeinwesenarbeit, Fundus Köln-Nord e.V., des Bürgerzentrums Chorweiler sowie die Sozialraumko - ordination riefen eine Arbeitsgruppe dazu ins Leben. Unterstützt wurde das Koordinationsteam von den Projektkoordinatorinnen und -koordinatoren vom Ernährungsrat Köln. Sich in Netzwerke zu integrieren und selbst starker Partner in solchen zu werden ist wichtig für die Arbeit des Quartiersmanagements. Das Sozialraum - gebiet verfügt über eine Vielzahl aktiver Netzwerke und kann sich einer bunten Akteursstruktur erfreu - en. Es war für die Arbeit des Quartiersmanagements STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER AKTIONEN DES STARKE VEEDEL BÜROS sehr zielführend, Teil eines Kooperationsprojekts zu werden und dieses als starker Partner über die gesamte Projektlaufzeit hinweg prägen zu können. Stadtteilausflug in die Essbare Stadt Andernach Die Stadt Andernach ist Vorreiterin für das, was mittlerweile gemeinhin als „Essbare Stadt“ bekannt ist. Ein Stadtteilausflug nach Andernach zum Pro - jektstart lag daher nahe, bzw. 75 km entfernt den Rhein hinunter. Im September 2019 unternahmen 34 Bewohnerin- nen und Bewohner und vier Akteure einen Stadtteil - ausflug in die „Essbare Stadt Andernach“. Die Grup- pe erhielt eine Führung und wertvolle Tipps, die zur Überführung der nachhaltigen und gemeinwohl- orientierten Ideen aus dem Pilotprojekt Andernach in den Kölner Norden zu beachten sind. Der Ausflug hat sein Ziel erreicht. Beim anschließenden Nacht- reffen kamen erneut gut 20 Teilnehmende in den Räumen von Fundus Köln-Nord e.V. in Seeberg-Nord zusammen und haben sich für die Umsetzung der in Andernach gesehenen Initiativen in ihren Stadtteilen motiviert gezeigt. Hier wurde gesammelt, welche Projekte auch im Sozialraumgebiet umgesetzt werden könnten und wofür sich die Bewohnerinnen und Bewohner begeistern ließen. Auf Initiative von Fundus Köln-Nord e.V. wurde das erste sichtbare Projekt im Sinne des Projekts „Essbares Chorweiler“ mithilfe einer Förderung aus dem Verfügungsfonds umgesetzt. Netzwerk Essbare Stadt Köln Der Ernährungsrat Köln lud insgesamt fünf Projekt- gruppen, die zum Thema „Essbare Stadt“ in Köln tätig sind, zu einer „Virtuellen Mittagspause“ ein. Das Quartiersmanagement hat daran gemeinsam mit der Sozialraumkoordination am 17.06.2020 teil- 34 STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER genommen, das Projekt in Chorweiler vorgestellt und sich mit anderen Projektgruppen vernetzt. Die Gruppe „Essbares Chorweiler“ unterscheidet sich insofern von anderen Veedels-Gruppen, als dass hier hauptamtlich Tätige das Projekt angestoßen haben und auch auf Ebene der Akteure im Sozial - raum vernetzten. Die Koordination durch Sozial - raumakteure ist ein interessantes Modell für den Ernährungsrat, da so die Projektziele durch etablier- te Akteure verstetigt werden können. Der Runde Tisch „Essbares Chorweiler“ Federführend hat das Quartiersmanagement aus der Arbeitsgruppe heraus den Runden Tisch „Ess - bares Chorweiler“ initiiert. Der erste Runde Tisch fand am 09.09.2019 statt. Nach Absprache mit Ver- antwortlichen aus dem städtischen Projekt „Essbare Stadt Köln“, die konzeptionell bei der Idee unter- stützten, kamen rund zwanzig Personen beim ersten Netzwerktreffen zusammen. Das Interesse war sehr groß und weitläufig, es nahmen u. a. der Bezirksbürgermeister, die Be- zirksjugendpflegerin, Vertreterinnen und Vertreter städtischer Kitas, Schulen und Wohnungsbaugesell - schaften sowie Akteure aus der Jugendarbeit teil. — Platzbegehung Chorweiler Mitte Als Folgeaktion führte die Arbeitsgruppe eine Platz- begehung in Chorweiler-Mitte durch. In kleinen Gruppen waren die Teilnehmenden des Runden Tischs eingeladen, jeweils Teile des Stadtraums Chor- weiler-Mitte durch die „grüne Brille“ zu betrachten und in einer Karte die Orte einzuzeichnen, die im Rahmen von Projekten nutzbar sind. Hierbei ging es u. a. um Begrünungsprojekte, die Pflege bereits vorhandener und teilweise vernachlässigter Hoch- beete im Quartier, Baumscheiben-Patenschaften und Potenzialflächen für das Aufstellen von Hochbeeten und Insektenhotels. Insbesondere der Rosengarten am Marie-Juchacz-Zentrum stellt eine große Potenzi- alfläche dar. Ziel war es, eine Potentialkarte unter Be- teiligung der hier agierenden Menschen zu erstellen. Aufgrund der Corona-Pandemie und der Kontakt - beschränkungen haben eine Mitarbeiterin aus dem Büro für Soziales und Gemeinwesenarbeit der katholischen Kirche Hl. Johannes XXIII und die Quar- Am 11.10.2019 wurde im Rahmen der Feierlichkeiten zum 10-jährigen Bestehen von Fundus Nord e.V. ein Modell-Hoch- beet gebaut, befüllt und bepflanzt. Das Modell soltel als Anschauungsob - jekt dienen, um weitere Hochbeete im Sozialraum mit Hilfestellung entstehen zu lassen. Der Bau eines Modell-Hoch - beets unter Anleitung war wichtig, damit sowohl Akteure als auch Bewohnerinnen und Bewohner Wissen über die Fertigung von Hochbeeten erlangten. Ziel des Pro - jekts war darüber hinaus die Aktivierung in Richtung Eigeninitiative und damit zu verdeutlichen: jede und jeder kann einen Beitrag leisten. Bau einer Modellpflanzkiste: Ein Verfügungsfondsprojekt AKTIONEN DES STARKE VEEDEL BÜROS 35 STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER Das Projekt 100 Bienenhotels für Chorweiler stif - tete die Bewohnerinnen und Bewohner dazu an, Verantwortung für den Insektenschutz und damit für ihre natürliche Umwelt zu übernehmen. Ein- gebettet in die Idee „Essbares Chorweiler“ sollte gezeigt werden, dass Klima- und Umweltschutz vor der Haustüre beginnt und jede und jeder sich engagieren kann. Dem Bienenhotel beilie- gend informierte eine Gebrauchsanweisung über Handhabung, Aufstellungsort und Wissen rund um Wildbienen. 100 Bienenhotels für Chorweiler: Ein Verfügungs - fondsprojekt tiersmanagerin die Bienenhotels an interessierte Einrichtungen und Bewohnerinnen und Bewohner verteilt. Im Rahmen eines solchen Projektes finden Men - schen über Kultur-, Alters- und Sprachgrenzen hin- weg zusammen, lernen voneinander und die Natur kennen und wertschätzen. Wer praktische Erfahrungen mit der Natur sammeln kann, entwi - ckelt ein Gespür für deren Schutzbedürftigkeit und identifiziert sich mit dem Ort, zu dem er selbst etwas beigetragen hat. Der zweite Runde Tisch fand am 17.02.2020 statt. Den Abschluss bildete wieder das sogenannte „Sha - ring and Caring“, bei dem die Teilnehmenden sich und ihre laufenden Projekte der Gruppe vorstellten und über Erfolge, aber auch Hindernisse sprachen. So konnten sich über Angebote und Hilfegesuche Netzwerkstrukturen etablieren, die für die Versteti - gung eines solchen Projekts unbedingt wichtig sind. Am 23.06.2020 lud das Quartiersmanagement zum dritten Mal zum Runden Tisch ein. Die Corona-Pan - demie hatte seit nunmehr drei Monaten das Leben und Zusammensein umgekrempelt. Arbeitstreffen fielen seither aus oder fanden online statt. Der Run - de Tisch war das erste Arbeitstreffen nach Ausbruch der Pandemie, welches, dem Schutzkonzept des Bürgerzentrums Chorweiler folgend, stattfand. Die maximale Teilnehmendenzahl von 12 Personen war schnell erreicht. Das Feedback zu der Veranstaltung AKTIONEN DES STARKE VEEDEL BÜROS 36 STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER war durchweg positiv. Die Akteure können sich auf einer anderen Ebene vernetzen und mehr über die Arbeit in einzelnen Einrichtungen erfahren. Baumbeetpatenschaften Vor dem Hintergrund, dass im Sommer 2020 auf- grund der Corona-Pandemie Urlaube und Ausflüge ausfielen, sollte die Bewohnerschaft mit dem Pro - jekt Baumbeetpatenschaften aktiviert werden, eine eigene Oase vor der Haustüre zu schaffen und zu pflegen. Hier vereinen sich die Themen — „Gärtnern“ als Zeitvertreib — Erfahrung von Selbstwirksamkeit — Grün in der Stadt als „Klimawandelvorsorge“ — Aktivierung der Bürgerschaft — Austausch unter Nachbarn und Gemeinschaftsgefühl Das Projekt sollte mit den von der Stadt Köln ange - botenen Baumscheibenpatenschaften und Gießpa- tenschaften verbunden werden. Aufgrund der Kontaktbeschränkungen und Schutz - maßnahmen in Bezug auf den Umgang mit der Coro- na-Pandemie wurden engagierte Bewohnerinnen und Bewohner aus der „Gruppe Andernach“ akqui- riert. Zum derzeitigen Zeitpunkt waren Treffen im öffentlichen Raum mit zehn Menschen gestattet. Das erste Treffen fand mit acht Bewohnerinnen und Bewohnern statt. Ausgehend von den guten Erfah - rungen des anschaulichen Lernens durch Stadtteil- ausflüge, haben die Koordinatorinnen eine Woche später einen Ausflug ins den benachbarten Stadtteil Ehrenfeld angeboten. Stadtteilausflug nach Ehrenfeld zum eva e.V. In Ehrenfeld unterstützt der eva e.V. bei der Über- nahme von Patenschaften und Pflege für Baumbee - te. Eine Mitarbeiterin vom eva e.V. hat sich gerne bereit erklärt, die engagierte Gruppe aus dem So - zialraumgebiet durch Ehrenfeld zu führen und dabei allerhand nützliche Tipps und Tricks zur Anlage und Pflege von Baumbeeten zu teilen. Ihren Hinweisen folgend kam die Projektgruppe ei - nige Tage später erneut zusammen und hat sich ver- gegenwärtigt: Welche Beete wollen sie bepflanzen? Welche Blumen und Stauden eignen sich? Welches Werkzeug wird benötigt? Die Gruppe einigte sich auf einen Projekttag, In Kooperation mit dem Jugendcafé Pe - gasus und der Gartenwerkstatt Ehrenfeld beantragte ein Mitarbeiter des Pegasus Fördermittel, um einen Gemeinschafts- garten hinter dem Bürgerzentrum Chor- weiler einrichten zu können. Mit den Kindern und Jugendlichen wurden Hoch- beete gebaut, die anschließend in Klein- gruppen bepflanzt und betreut wurden. Außerdem wurden Sitzgelegenheiten aus Holz angefertigt, um den Garten auch zu einem Gemeinschaftsraum für Kinder und Jugendliche zu machen. Die angeschafften Werkzeuge werden schließlich im Sozial- raum verbleiben und Bewohnerinnen und Bewohnern zum Verleih angeboten wer- den, um selbst eigene Projekte umsetzen zu können. Gemeinschaftsgarten für Chorweiler Mitte: Ein Verfügungsfondsprojekt AKTIONEN DES STARKE VEEDEL BÜROS 37 STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER einen gemeinsamen Pflanztag, Ende August 2020. In Absprache mit dem Grünflächenamt der Stadt Köln konnten insgesamt acht Baumbeete in allen drei Stadtteilen des Sozialraumgebiets identifiziert werden, die sich als Patenbeete eignen – ein voller Erfolg! Bedingt durch die Corona-Pandemie und die starke Hitze konnte der Aktionstag nicht wie geplant statt - finden. Die Bewohnerinnen und Bewohner waren dennoch motiviert und aktiviert, einige Baumbeete wurden in Eigenregie für das nächste Frühjahr vorbereitet. Die Aktion kann aufgrund des Projektendes nun nicht weiter durchs Quartiersmanagement begleitet werden. Das Netzwerk sowie die Projektgruppe be - stehen aber über die Laufzeit hinaus und das Projekt „Essbares Chorweiler“ steckt grade in den Startlö - chern. Hier zeigt sich ein positiver Verstetigungsef - fekt der durch das Quartiersmanagement initiierten Aktionen aus dem Quartier für das Quartier. Bildquelle: Sabrina Kierspe – Baumbeet vor dem Marie-Juchacz-Zentrum Bildquelle: eigene – Stadtteilausflug nach Ehrenfeld Bildquelle: eigene – Treffen mit interessierten Baumbeetpaten AKTIONEN DES STARKE VEEDEL BÜROS 38 STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER Bildquelle: Sunnyi Löhmann – Foto - ausstellung im City-Center Chorweiler AKTIONEN DES STARKE VEEDEL BÜROS 39 STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER LICHTWOCHE Das Quartiersmanagement hat in intensiver Zu- sammenarbeit mit Akteuren vor Ort und übergrei - fend mit dem Starke Veedel Büro Meschenich vom 09.–13.11.2020 eine Lichtwoche veranstaltet und das Sozialraumgebiet aus verschiedenen Orten mit verschiedenen Lichtern zum Leuchten gebracht. Insgesamt vier Aktionen konnten der Bewohner- schaft im Kölner Norden in der Woche angeboten werden. Der Zeitraum war bewusst gewählt: am 11.11. finden in Köln traditionell zwei große Ver- anstaltungen statt, die die Bewohnerschaft auf die Straße bringen und gemeinsam singen lassen: die Martinszüge mit Pferd, Laternen und Weckmann- Essen und natürlich um 11:11 Uhr der Sessionsstart zur fünften Jahreszeit. Beide Feierlichkeiten konnten aufgrund der Corona-Pandemie nicht stattfinden. Martinszüge wurden nach und nach abgesagt und am 11.11.2020 galt in ganz Köln ein Feierverbot. Umso mehr war dem Quartiersmanagement daran gelegen, genau diese Woche mit Licht und Aktion zu füllen. Fotoausstellung „Aus Alt mach Neu“ Im Rahmen der Aktion „Aus Alt mach Neu“ hatte das Quartiersmanagement die Bewohnerinnen und Be - wohner dazu eingeladen, Fotos der zentralen Plätze in Chorweiler-Mitte – dem Pariser und Liverpooler Platz sowie der Lyoner Passage – vor ihrer Umge- staltung im Rahmen des Projekts „Lebenswertes Chorweiler– ein Zentrum im Wandel“ zu teilen. AKTIONEN DES STARKE VEEDEL BÜROS NPS7 Am 16.07.2015 hat das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit die Aufnahme des Projektes „Lebenswertes Chorweiler – ein Zentrum im Wandel“ in das Bundesprogramm „Investitionen in Nationale Projekte des Städtebaus“ (NPS) bekanntgegeben. Ziel des Projektes ist die Erneuerung des Bezirkszentrums Chorweiler. Das Projekt setzt sich aus folgenden Teilmaßnahmen zusammen: — Neugestaltung Pariser Platz — Neugestaltung Liverpooler Platz — Neugestaltung Lyoner Platz — Gestaltungskonzept Freiraum und Umfeld Im Anschluss an eine breit angelegte Bürgerbe - teiligung seit 2016, wurde im März 2019 der erste Spartenstich getan. Die Plätze wurden offiziell am 04.10.2020 in kleiner Runde eröffnet. Ursprünglich sollten die Fotos im Rahmen der feier- lichen Platzeröffnung der zentralen Plätze in Chorwei- ler-Mitte über eine große Leinwand laufen. Doch die Veranstaltung musste am 04.10.2020 für die Öffent- lichkeit aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden. Das Quartiersmanagement hat daraufhin mit dem City-Center Chorweiler einen Kooperationspart- ner gefunden, um die von der Bewohnerschaft ein- gereichten Fotos als Fotoausstellung zu präsentieren. Ziele der Aktion waren: — Aktivierung der Bewohnerschaft — Auseinandersetzen mit dem Lebensumfeld — Positive Veränderungen sichtbar machen — Identifikation mit dem Lebensumfeld stärken — Image des Sozialraumgebiets durch Öffentlichkeitsarbeit verbessern 40 STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER Mit dem Titel „Aus Alt mach Neu – Eine Rückblende zu Chorweilers neuen Plätze“ konnte sodann ein Bezug zum Thema Licht hergestellt und die Fotoaus- stellung im Rahmen der Lichtwoche sinnvoll integ- riert werden. Das Besondere an der Aktion war auch der Kontakt, der mit einzelnen Bewohnerinnen und Bewohnern entstanden ist. So wurden dem Quartiersma - nagement von einer Dame eine Vielzahl von alten Fotografien ihres verstorbenen Mannes übermittelt. Die Bilder entstanden in den Jahres 1971 bis 1980, also zur Zeit der Grundsteinlegung Chorweilers. Die ganze Familie des ehemaligen Fotografen hat die Ausstellung besucht und war sehr gerührt. Aus den gesammelten Einsendungen an Bildmaterial wurde eine Fotoausstellung konzipiert. Die teilweise sehr alten Fotomotive wurden von einer Grafikerin so aufbereitet, dass sie hochwertig auf Pappe gezo - gen und zum Aufhängen präpariert werden konnten. Entstanden ist eine Fotoausstellung, die ein Stück Kölner Geschichte zeigt, die wohl wenigen bekannt und daher hochinteressant ist. Das Feedback zur Fotoausstellung war toll. Wann immer die Quartiersmanagerin in der Woche im City-Center vorbeiging, um die Postkarten, die als Giveaways zusätzlich gestaltet wurden, aufzufül- len, sah sie Menschen vor den Bildern, die genau hinschauten oder sich angeregt unterhielten. Viele Menschen haben ihr Haus oder ihre Wohnung auf dem ein oder anderen Bild wiedergefunden, viele haben sich erinnert „wie et fröher ens wor“. Die gedruckten Bilder verbleiben im Sozialraumge - biet, und zwar in der Geschichtswerkstatt Chorwei - ler und können von dort aus weiter genutzt werden. Der Sozialraumkoordinator wird im Jahr 2022 den 50. Jahrestag Chorweilers mit verschiedenen Aktio - nen feiern und in diesem Rahmen die Ausstellung nochmals zeigen. Auch das City-Center Chorweiler hat bereits Interesse bekundet, die Bilder zu nutzen, um Leerstände zu bespielen. Aktuell hängen einige Exponate im neuen Büro der Streetworker in der alten Weserapotheke in Chorweiler-Nord. Aktivierung: Veedelslichter basteln Gemeinsam mit dem Starke Veedel Büro Mesche- nich hat das Starke Veedel Büro Chorweiler die Idee entwickelt, dass die Stadtteile zur Lichtwoche aus sich heraus leuchten sollen. Die Tage wurden immer kürzer und auf buntes Feiern zum 11.11. mussten alle verzichten. Es war dem Quartiersmanagement daher daran gelegen, Lichtzeichen im Gesamten Sozialraumgebiet zu setzen. Dafür wurde eine einfa- che Bastelanleitung entwickelt, mit der ein Veedels- licht gebastelt werden konnte. Um möglichst viele Menschen damit zu erreichen, hat das Quartiersma - nagement alle Netzwerkpartner angeschrieben und Bastelsets angeboten – bestehend aus einer Bastel - anleitung, Schnittmuster, Transparentpapier und einem LED-Teelicht. Die Nachfrage war überwälti- gend: rund 1.200 Bastelsets wurden in den Umlauf gebracht – teilweise haben sich ganze Schulen an der Aktion beteiligt. Bildquelle: Florian Springwald – Wanderausstellung im Büro der Streetworker in Chorweiler-Nord AKTIONEN DES STARKE VEEDEL BÜROS 41 STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER ren Interessierten und daheim Gebliebenen wurde der Gottesdienst, inklusive Martinsgeschichte und den traditionellen Liedern, via Livestream über die Instagram-Seite des Jugendzentrums blu4ju in die Wohnzimmer getragen. Ganz im Sinne des Heiligen Martins wurde in der Lichterwoche das Teilen ganz großgeschrieben. Bildquelle: Nicole Pleiß – Veedelsichter Bildquelle: Thomas Kresken – Veedelsichter Bildquelle: eigene – Viruteller Martinsumzug — Vom Geben und Nehmen und Teilen: ein virtuel- ler Martinsumzug: Ein Verfügungsfondsprojekt Als Abschluss der Lichtwoche haben sich die Mit - arbeiterinnen der Sozialen Fachstelle St. Pankratius am Worringer Bruch etwas ganz Besonderes einfal - len lassen. Trotz der erschwerten Bedingungen zur Veranstaltungsorganisation in Zeiten der Corona- Pandemie haben sie an ihrem Ziel festgehalten, im Stadtteil Blumenberg den Martinsumzug stattfinden zu lassen. Ursprünglich war ein traditioneller Later- nenumzug, mit Pferd und Gesang und abschließen - dem Zusammensein geplant. Letztendlich ritt eine verkleidete Sankt Martina Tage zuvor durch den Stadtteil und wurde dabei gefilmt. Während des am 13.11.2020 stattgefundenen Gottesdiensts in der katholischen Kirche, dem 60 Menschen beiwohnen konnten, wurde das Video gezeigt. Für alle ande- AKTIONEN DES STARKE VEEDEL BÜROS 42 STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER Kooperationsprojekt NIKN – Nachbarschaftshilfe im Kölner Norden Die Corona-Pandemie hat das Jahr 2020 in allen Arbeits- und Lebensbereichen maßgeblich geprägt. Seit Mitte März haben alle Menschen erlebt, wie schnell der Alltag in einen Ausnahmezustand über- gehen kann – und wie sehr wir als Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt aufeinander angewiesen sind. Ein Virus setzte die Welt auf Pause und aktivierte damit gleichermaßen verborgene Kapazitäten der Solidarität und Unterstützung. Im Sozialraumgebiet „Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord“ haben sich das Büro für Soziales und Gemeinwesenarbeit der katholischen Kirchen- gemeinde Hl. Johannes XXIII Köln, die Sozialraum- koordination sowie das Quartiersmanagement für das Projekt „Nachbarschaftshilfe im Kölner Norden“ – kurz NIKN – zusammengeschlossen. Mit Beginn der Pandemie war den drei Akteuren, die seit nun - mehr einem Jahr eng zusammenarbeiten, klar, dass sich aus der Architektur der Großwohnsiedlungen und der Internationalität ihrer Bewohnerschaft im Sozialraumgebiet – vermutlich mehr als in anderen Stadtteilen – die Notwendigkeit ergabt, beim Helfen zu helfen. In enger Absprache mit der Auftraggeberin, dem Amt für Stadtentwicklung und Statistik der Stadt Köln, konnten das Quartiersmanagement vor Ort mit ihrer Arbeitskraft auf die Pandemie reagieren und sich aktiv in den Umgang mit der Krise im So - zialraumgebiet einbringen. So hat Quartiersmanage- rin einige Tage lang bei der Ausgabe von Lebensmit- teln der Kölner Tafel geholfen, um dieses wichtige Angebot weiter sicherzustellen. Wo sich in anderen Stadtteilen Nachbarschaftshilfen über Aushänge in Supermärkten, in Hausfluren und an Laternenpfosten unter den Bewohnerinnen und Bewohnern selbst organisierte, machten es sich die drei Akteure zur Aufgabe, dies für das Sozialraumge- biet zu koordinieren, um beispielsweise den über 80 gesprochenen Sprachen im Veedel gerecht werden zu können. Mit dem Projekt NIKN haben die drei Akteure einen gänzlich neuen Pfad begangen. Dies zeigte umso mehr, wie wichtig Kooperation, Vertrauen und engagierte Personen in Krisenzeiten sind, um schnell Lösungen und Hilfen anbieten zu können. Das Quar- tiersmanagement konnte seine Stärken hier pragma- tisch und direkt einsetzen. In Anbetracht der Pandemie wurden folgende Aktio - nen initiiert — Zusammenstellung von Infoflyern (mehrsprachig) mit Telefonnummern (Hilfetelefonen) und Verteilung im gesamten Bezirk 6 — Etablierung eines Infotelefons, das montags bis freitags von 10 bis 14 Uhr besetzt war — Bekanntmachung des Angebots NIKN (mehrsprachig) über — einen neu eingerichteten Reiter auf der Website — Schwarze Bretter (in Chorweiler Mitte) — Flyer — Soziale Medien — Multiplikatoren 4.2. NIKN – REAKTION DES QUARTIERS - MANAGEMENTS AUF DIE CORONA-PANDEMIE AKTIONEN DES STARKE VEEDEL BÜROS 43 STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER — Erstellung einer Datenbank zur Vermitt lung von Hilfsgesuchen- und angeboten unter Beachtung der DSGVO — Akquise und Betreuung von Ehrenamtlichen zur Unterstützung — Koordinati on bestehender Angebote sozialraum übergreifend im Bezirk 6 — Koordinati on von Maskenverkauf Übergeordnetes Ziel war es, eine Plattf orm aufzu- bauen, über die Hilfe angeboten und nachgefragt werden kann. Die Koordinatoren nahmen über ein Infotelefon montags bis freitags von 10 bis 14 Uhr Anrufe entgegen und vermitt elten unkompliziert ehrenamtliche Helferinnen und Helfer an diejenigen, die Hilfe beim Einkauf, Gassigehen oder sonsti gen Erledigungen benöti gten. Die Akquise der Ehrenamtlichen verlief ebenfalls über Aufrufe.Die Ehrenamtlichen verabredeten sich auch gerne „auf eine Tasse Kaff ee“ am Telefon mit Menschen, die sich nach einem off enen Ohr oder freundlichen Worten sehnten. Neben dem Infotele- fon bot ein schwarzes Brett , das am Kiosk an der S-Bahn-Stati on Chorweiler Richtung Pariser Platz installiert war, die Möglichkeit, Unterstützung nach- zufragen und anzubieten. Das Infotelefon war rund acht Wochen besetzt. 20 Ehrenamtliche waren in dieser Zeit unter Einhaltung der Kontaktregelungen dafür im Einsatz und haben Hilfesuchende in der schweren Zeit unterstützt. Einige Kontakte bestehen bis heute, so dass sich die Nachbarschaft shilfe aus sich heraus versteti gt. Pressearti kel Kölner Stadtanzeiger (18.05.2020) AKTIONEN DES STARKE VEEDEL BÜROS 44 5. VERFÜGUNGSFONDS VERFÜGUNGSFONDSSTARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER 45 VERFÜGUNGSFONDSSTARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER 46 STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER 5.1. DAS FÖRDERINSTRUMENT — AUFRUF ZUR TEILHABE UND MITWIRKUNG Mit dem Förderinstrument Verfügungsfonds wird das Ziel verfolgt, Bewohnerinnen und Bewohner so - wie lokale Akteure aktiv in die Quartiersentwicklung einzubeziehen. Im Fokus steht die Intensivierung des nachbarschaftlichen, bürgerschaftlichen und ehrenamtlichen Engagements. Die kurzfristige und unkomplizierte Umsetzung einer Vielzahl von klei- nen Projekten und Maßnahmen soll zur Verbesse- rung des Miteinanders im Sozialraumgebiet führen. Forciert werden insbesondere eine Verbesserung in der Kommunikation und Vernetzung innerhalb der Bürgerschaft sowie eine Stärkung der Kooperation der Akteure untereinander. Verfügungsfonds sind aus der Städtebauförderung (Kofinanzierung durch Bund und Land) sowie kom- munalen Mitteln finanzierte Budgets, die in einem Fördergebiet bereitgestellt werden, um Akteure, die Projekte vor Ort durchführen möchten, zu fördern. Insofern kann man sie als ein Instrument zur Unter- stützung von Engagement sowie einer stadtteil - bezogenen Selbstverantwortung und Teilhabe am Stadtentwicklungsprozess beschreiben. Innerhalb der Städtebauförderung haben sie ihren Ursprung in den Gebieten der Sozialen Stadt, wo sie seit rund 20 Jahren Anwendung finden8. Der Verfügungsfonds bot finanzielle Unterstützung für die Umsetzung von Projektideen im Sozialraum „Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord“. Be - wohnerinnen und Bewohner, Träger vor Ort sowie Vereine, Arbeitsgruppen und –kreise konnten An- träge für die Förderung von Projektideen beantra - gen. Voraussetzung war dabei, dass die Ideen einen inhaltlichen Bezug zum Sozialraumgebiet haben und die Fördervoraussetzungen gemäß Richtlinie (s.u.) erfüllten. Im Rahmen des Verfügungsfonds übernahm das Quartiersmanagement die Aufgabe der Geschäfts - stelle. In dieser Rolle war das Quartiersmanagement zunächst dafür zuständig, das Förderinstrument im Fördergebiet bekannt zu machen. Dies umfasste sowohl eine direkte Ansprache potentieller Antrags - stellerinnen und Antragssteller als auch eine geeig - nete Öffentlichkeitsarbeit. Da grundsätzlich in Fördergebieten das Stadtteil- engagement wenig ausgeprägt ist, müssen die Geschäftsstellen in hohem Maße Impulse für eine lokale „Mitmachkultur“ setzen. Häufig benötigt ein Verfügungsfonds daher eine Anlaufzeit von bis zu über einem Jahr, bis sich das Förderinstrument vor Ort bei den Menschen etabliert hat. Es galt daher, im Sozialraum Netzwerke zu erschlie- ßen, potentielle Antragstellerinnen und Antragstel - ler zu identifizieren und ein Gespür für die Stadtteile und die Richtung des Engagements zu erfahren, um immer gezielter für das Förderinstrument werben zu können. Darüber hinaus birgt eine projektbezogene Öffentlichkeitsarbeit (Berichte über erfolgreiche Projekte) vermehrt das Potential, weitere Nachah- mende zu motivieren. Weitere Zielgruppen im Quar- tier können so aus passiven Rollen herausgeholt werden, um selbst für ihren Stadtteil aktiv werden. VERFÜGUNGSFONDS 47 STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER Der Verfügungsfonds — ist ein Anreiz- und Aktivierungsinstrument — er leistet Anschubfinanzierung für bürgerschaftliches Engagement — bringt die Menschen in eine aktive Rolle in der Mitgestaltung ihres direkten Lebensumfelds — ist ein Experimentierfeld Der Verfügungsfonds im Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“ Die Laufzeit der Maßnahme Verfügungsfonds war unmittelbar an die Maßnahme Quartiersmanage- ment gekoppelt. Für die Jahre 2019 und 2020 standen 143.500 Euro für die Förderung von Ver- fügungsfondsprojekten bereit. Die Höhe der För - dergelder richtet sich dabei nach der Anzahl von Bewohnerinnen und Bewohnern: Pro Bewohnerin und Bewohner des Gebiets und Jahr wurden 5 Euro berechnet. Einzelne Projekte konnten mit maximal 4.999 Euro gefördert werden. Die von der Stadt Köln verfasste Richtlinie zur Ge - währung von Zuwendungen aus dem Verfügungs- fonds im Rahmen des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“ für das Gebiet „Blumenberg, Chor- weiler und Seeberg-Nord“ bildete die Arbeitsgrund - lage für das Quartiersmanagement. Die Richtlinie beinhaltete neben dem Bewilligungs- verfahren auch die Antragsfristen. Es wurden sieben Antragsfristen festgelegt: 2019: 05.06., 09.08., 27.09., 15.12. 2020: 30.01., 30.04., 16.07. In jeder Antragsphase standen bei gleichmäßiger Aufteilung der Gesamtfördersumme maximal 20.428 Euro zur Verfügung. Aus der Richtlinie Mit dem Verfügungsfonds wird die Entwicklung und Umsetzung kleinteiliger Projekte und Aktivi - täten gefördert. Alle auf dem Gebiet der Sozialen Stadt „Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord“ tätigen Einrichtungen, Vereine, Bewohnergruppen, einzelne engagierte Bewohnerinnen und Bewohner und sonstige Institutionen haben die Möglichkeit, mit ihren Ideen, Aktionen und Projekten an der Aufwertung ihres Stadtteils bzw. der Umsetzung des Integrierten Handlungskonzeptes aktiv mitzu- wirken und Fördermittel aus dem Verfügungsfonds zu beantragen. Über die Vergabe der Fördermittel aus dem Verfügungsfonds wird auf Basis der Förder- richtlinie Stadterneuerung 2008, Teil IV – Förderbe - stimmungen für die Soziale Stadt, Ziffer 17 „Aktive Mitwirkung der Beteiligten“ in Verbindung mit dieser kommunalen Richtlinie entschieden9. Die Projekte müssen mindestens eine der allgemei - nen Fördervoraussetzungen erfüllen: — Aktivierung von Bewohnerengagement — Stärkung der Gemeinschaft beziehungsweise der Nachbarschaft — Stärkung von Eigenverantwortung und Selbsthilfe der im Sozialraum lebenden Bürgerinnen und Bürger — Stärkung des Images und der Identifikation mit dem Sozialraum Presseartikel Kölner Wochenspiegel (04.08.2019) VERFÜGUNGSFONDS 48 Das Quartiersmanagement fungierte als Geschäfts - stelle für den Verfügungsfonds und war somit erster Ansprechpartner für alle Interessierten. Die Verwaltung des Verfügungsfonds ist eine zeitinten - sive Aufgabe für die Quartiersmanagerinnen und Quartiersmanager. Mit Blick auf die kurzen Antrags- phasen, den hohen Beratungs- sowie Aktivierungs - bedarf und die Höhe des Förderbudgets ist ablesbar, dass das Management des Verfügungsfonds einen entscheidenden Anteil der Projektzeit eingenom - men hat. Das Bewilligungsverfahren im Rahmen des Pro - gramms „Starke Veedel – Starkes Köln“ hält eine Besonderheit vor. In der Regel wird die Entschei- dung über die Förderung einzelner Projekte vor Ort jeweils von einem ehrenamtlich agierenden Gre- mium getroffen. In unterschiedlicher Zusammenset- zung finden sich dort Vertreterinnen und Vertreter von Institutionen, Vereinen, Interessensverbänden, Stadtverwaltung und Einzelpersonen10. Im Rahmen des Programms „Starke Veedel – Star- kes Köln“ haben die Gremien als Expertinnen und Experten keine bewilligende, sondern beratende Funktion. Die Abstimmungsergebnisse des Bera - tungsgremiums über die einzelnen Anträge wurden in Form einer Beschlussvorlage als Empfehlung an die Bezirksvertretung Chorweiler übermittelt, die auf dieser Grundlage letztendlich über die Anträge entschied. 5.2. BERATUNGSGREMIUM UND BEWILLIGUNGSVERFAHREN € 1. Eine Idee haben 3. Aus einer Idee ein Projekt entwickeln 4. Antrag ausfüllen 5. Antrag einreichen 6. Diskussion des Antrags im Beratungsgremium 8. Entscheidung durch die BV Chorweiler 9. Projektumsetzung 10. Projektabrechnung 2. Erstberatung beim Quartiersmanagement STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER Abb. 6 Ablauf Verfügungsfondsprojekte (eigene Darstellung) VERFÜGUNGSFONDS 49 Mitglieder des Beratungsgremiums waren — Bürgeramtsleitung — Bezirksjugendpflegerin — Sozialraumkoordination — Vertreterin des Interkulturellen Dienstes — stellvertretende Bürgeramtsleitung Spätestens mit Ablauf einer jeweiligen Antragsfrist übermittelte das Quartiersmanagement die vor- liegenden Anträge an die Gremiumsmitglieder und berief eine Sitzung zur Beratung ein. Das Quartiers - management leitete die Sitzungen und fungierte als „Stimme und Ohr der Antragsstellenden“ in dem Sinne, dass es die Fragen der Gremiumsmitglieder aufgrund der im Vorfeld engen Absprachen mit den Antragsstellenden beantwortete. Sollten Fragen offenbleiben, klärte das Quartiersmanagement die - se mit den entsprechenden Personen. Gleiches gilt für die Kommunikation der Anpassungen, die sich im Laufe der Sitzung als notwendig oder hilfreich ergaben und im Anschluss zeitnah von den Antrags - stellenden vorgenommen wurden. Zu Beginn des Projekts herrschte bei vielen Beteilig - ten des Antragsverfahrens eine Unsicherheit bezüg - lich ihrer Aufgaben und Entscheidungsspielräume vor. Das Quartiersmanagement konnte das Verfah- ren erläutern und die Ziele des Förderprogramms vermitteln, sodass Unklarheiten ausgeräumt werden konnten und eine konstruktive Zusammenarbeit möglich war. Durch eine gute und ständige Kommu- nikation konnte so gewährleistet werden, dass die Ideen der Akteure in Projektanträge eingefügt und als Förderprojekte umgesetzt werden konnten. Das Quartiersmanagement stand den Antrags - stellenden über den gesamten Zeitraum – von der Idee bis zur Abrechnung der Projektkosten – als Ansprechpartner vor Ort zur Verfügung. Trotz der Niederschwelligkeit des Förderinstruments und der angestrebten unbürokratischen Abwicklung ist jedes Projekt ein Unikat und bedarf einer aufmerksamen Begleitung. Das Quartiersmanagement konnte dabei seinem Auftrag gerecht werden, eine Schnitt- stelle zwischen Bewohnerschaft bzw. Akteuren und Verwaltung zu sein. Auch die Gremiumsmitglieder fungierten als Schnittstellen und Netzwerkpartner. Die Bekanntmachung von Projekten, die Akquise von Teilnehmenden für die Projekte, das Auffinden von Räumlichkeiten, die Anbindung von Projektideen an etablierte Träger – all diese Anforderungen an eine erfolgreiche Projektumsetzung wäre ohne die enga - gierte Arbeit aus dem Stadtteil heraus nicht möglich gewesen. Bildquelle: eigene – V.l.n.r. Benjamin Stieb, Martina Zuber-Goljuie, Engelbert Rummel, Anja Büscher- Kallen (vor der mithilfe des Verfügungsfonds parti - zipativ mit Kindern und Jugendlichen neu gestalteten Wand am Jugendzentrum Pegasus) Das Quartiersmanagement möchte sich an dieser Stelle bei allen Beteiligten bedanken, die durch ihr Engagement die Umsetzung von Förderprojekten ermöglicht und das Sozialraumgebiet ein weiteres Stück lebenswerter gemacht haben. STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER VERFÜGUNGSFONDS 50 STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER Flyer Verfügungsfonds VERFÜGUNGSFONDS 51 5.3. WIRKUNGSWEISE DES VERFÜGUNGSFONDS IM SOZIALRAUMGEBIET Die Bewerbung des Verfügungsfonds war eine Daueraufgabe des Quartiersmanagements. Insbe - sondere zu Projektbeginn wurde das Förderinstru - ment verstärkt im Rahmen der aktiven Arbeitskreise im Sozialraumgebiet beworben. Das Quartiersma - nagement machte darüber hinaus den Verfügungs- fonds über Informationsflyer, die Website sowie den Facebook- und Instagram Account bekannt. Die gute Zusammenarbeit der Akteure im Sozialraumge - biet führte dazu, dass viele Multiplikatorinnen und Multiplikatoren den Verfügungsfonds in den Kreisen ihrer „Klienten“ bekanntmachten und Kontakte zum Quartiersmanagement herstellten. Hier sind ins- besondere die Sozialraumkoordination, die Bezirks- jugendpflegerin, die Streetworker sowie das Büro für Soziales und Gemeinwesenarbeit zu nennen. Da- rüber hinaus hielt das Quartiersmanagement Augen und Ohren stets offen und sprach konkret Men - schen und Institutionen an, die Ideen hatten oder Projekte planten. Sukzessive wurden die bereits umgesetzten Projekte über die Website sowie die sozialen Medien vorgestellt. Als Good-Practice-Bei - spiele, ermutigten sie weitere Menschen im Stadtteil Anträge zu stellen und eigene Ideen einzubringen. Ziel des Quartiersmanagements war es also, Projek- te von Menschen vor Ort für Menschen vor Ort um - zusetzen. Eine Herausforderung für Einzelpersonen war dabei die Vorfinanzierung von Projekten. Zur Er- leichterung des Projektstarts konnte ein Vorschuss von bis zu 30 % je Projekt beantragt werden. In vielen Fällen konnte der finanzielle und organisatori- sche Aufwand für ein Projekt allerdings nicht durch einzelne Personen getragen werden. Daher bemühte sich das Quartiersmanagement, Ver- eine und Institutionen als Antragsteller zu gewinnen. Diese konnten für Projektideen auf haupt- oder ehrenamtliche Tätige bei der Umsetzung zurück- greifen. Dadurch konnten Bewohnerinnen und Bewohner gute Ideen durch oder mit Hilfe einer Einrichtung realisieren. Das Quartiersmanagement legte bei der Antragstellung großen Wert auf die in - trinsische Motivation der Akteure, eine gemeinwohl- orientierte Ausrichtung der Projektinhalte zu entwi - ckeln und so einen positiven Beitrag zur Aufwertung des Lebensumfelds im Fördergebiet zu leisten. Das Quartiersmanagement hat der Beratungsleis- tung einen hohen Stellenwert eingeräumt, das heißt, dass Raum und Zeit zur Verfügung gestellt wurden, in dem in einem vertraulichen Umgang die Ideen formuliert werden konnten und auf ihre Förderfä - higkeit hin überprüft wurden. Nicht alle Ideen konn - ten zu einem Projekt im Sinne der Richtlinie werden. Doch da bereits mit der Erstberatung eine Aktivie - rung in der Bevölkerung geschehen ist, waren in den meisten Fällen die Grundsteine für eine erfolgreiche Projektumsetzung gelegt und durch Gespräche und Anpassungswillen konnten insgesamt 54 Ideen in Anträge übersetzt werden. Sechs Anträge wurden von der Bezirksvertretung Chorweiler abgelehnt, als Entscheidungsgremium oblag der Bezirksvertretung in letzter Instanz die Aufgabe, Anträge zu bewilligen oder abzulehnen. Weitere sechs Anträge konnten aufgrund der Corona-Pandemie nicht umgesetzt werden. Hierzu nochmal ein paar Zahlen: STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER VERFÜGUNGSFONDS 52 STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER 14 Monate Verfügungsfonds und 48 bewilligte Projektanträge – diese Zahlen drücken aus, wie viele Ideen für Projekte in den Köpfen der Menschen im Sozialraumgebiet stecken und welches große Enga- gement die Menschen haben, wenn die Möglichkeit besteht, bei der Umsetzung von Projekten finanziell aber auch fachlich und menschlich unterstützt zu werden. In dem Sinne ist der Verfügungsfonds ein wirkungs - volles Förderinstrument auf mehreren Ebenen – es fördert und fordert diejenigen, die Projektanträge stellen und Projekte umsetzen sowie gleichermaßen diejenigen, die an den Projekten teilnehmen. Die Entwicklung einer Projektidee und die Kontakt - aufnahme mit dem Quartiersmanagement wirkten bereits positiv auf die Menschen in den Stadtteilen. In den Projektideen spiegelten sich eigenständige Aktivität, eine Aufbruchsstimmung und Handlungs - möglichkeiten wider. Im Folgenden sind die Wirkungen des Verfügungs - fonds für das Sozialraumgebiet auf zwei Ebenen dargestellt – auf der Ebene der Aktivierung zum Engagement mithilfe des Verfügungsfonds sowie auf der Ebene der Aktivierung zur Teilhabe entlang der Projekte, die umgesetzt wurden: Antragsphasen 7 Projektanträge 54 Abgelehnte Anträge 6 Bewilligte Anträge 48 Rücknahme (nicht umsetzbar aufgrund der Corona-Pandemie) 6 Umgesetzte Projekte 42 (bewilligte) Anträge von Vereinen / Institutionen 33 Anträge von Privatpersonen 15 Abb. 7: Der Verfügungsfonds in Zahlen (eigene Darstellung) VERFÜGUNGSFONDS 53 STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER Aktivierung von Bewohnerengagement Menschen mit Ideen bemühen sich um Beratungs - gespräche beim Quartiersmanagement und begeben sich in den Antragsprozess sowie die Öffentlichkeits - arbeit für ihre Projekte. Sie aktivieren so Engagement von Bewohnerinnen und Bewohnern, indem diese an Projekten teilneh- men und sich die Bindung an einen Träger oder eine nachhaltige Idee verstetigt. Stärkung der Gemeinschaft beziehungsweise der Nachbarschaft Projekte stemmt man nicht alleine. Für die Umset- zung von Projekten braucht man ein Team, man muss als antragsstellende Person andere Menschen aus der Gemeinschaft aktivieren, sie zu unterstützen. Alle Projekte werden in einem festgeschriebenen Raum – dem Sozialraumgebiet – umgesetzt. Im Rah - men der Projektumsetzungen treffen so Menschen aufeinander, die sich zuvor nicht kannten. Es werden neue Kontakte geknüpft. Stärkung von Eigenverantwortung und Selbsthilfe der im Sozialraum lebenden Bürgerinnen und Bürger Projektumsetzung bedeutet Projektmanagement. Bewohnerinnen und Bewohner werden durch das Förderinstrument aus einer passiven in eine aktive Rolle gebracht, es wird Ihnen Vertrauen entgegenge- bracht, dass sie selbstwirksam sind und Dinge aus eigenem Antrieb umsetzen können. Teilnehmende an Verfügungsfondsprojekten können sich in Gebieten ausprobieren, die sie – zumeist aus Kostengründen – nicht erreichen würden. An Semina - ren, Sport- oder Musikangeboten kostenfrei teilzu- nehmen stärkt das Selbstbewusstsein und führt zu mehr Verantwortlichkeit. Verfügungsfondsprojekte ermöglichen neue Perspektiven auf sich und das Lebensumfeld. Stärkung des Images und der Identifikation mit dem Sozialraum Die Identifikation mit einem Ort wächst, sobald man in diesem wirksam wird. Netzwerke und Bemühungen Projekte umzusetzen stärken die Identifikation und führen dazu, sich als aktiven Part im unmittelbaren Lebensumfeld zu verstehen. Viele Projekte zielen darauf ab, dass – eher schlechte – Image des Sozialraumgebiets in ein anderes Licht zu rücken. Die Öffentlichkeitsarbeit über die Projekte und das Engagement der Bewohnerschaft stärkt das Image zum positiven hin – nach innen sowie nach außen. VERFÜGUNGSFONDS 54 STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER 5.4. DIE VEEDELS-IDEEN – 48 VERFÜGUNGSFONDS-PROJEKTE Antragsstellender Projekttitel Fördersumme (bewilligt) Selina Berger Klettern zur Förderung von sozialen Kompetenzen und der Selbstwirksamkeit 1.412,50 € DT VK e.V. Schnupperkurse im Sommer – Interaktives Bildungsangebot 4.920,00 € DT VK e.V. Sommer-Treff 1.880,00 € DT VK e.V. Bildungsreihe „Wohnen im Alter“ 2.060,00 € FIZ e.V. Fit und Aktiv für Vielfalt 4.999,00 € Jugend für Demokratie e.V. 6x60 4.980,00 € Angelika Herta & Martin Peret Trau dich und dreh deinen Film 4.999,00 € Soziale Fachstelle St. Pankratius am Worringer Bruch Ein bisschen so wie Martin sein – wir teilen das Martinsfest mit Blumenberg 1.700,00 € Margot von Ah Verschönerung des öffentlichen Raums durch neue Pflanzkübel 820,93 € Fundus Köln-Nord e.V. Fundus wird 10! Ein Stadtteilprojekt feiert mit der Nachbarschaft 2.125,00 € Fundus Köln-Nord e.V. Hochbeet-Werkstatt: Gemeinsam säen und ernten 956,00 € Manuel Franco Pazos Pro Soziales Training für Kinder 4.999,00 € Juendzentrum Northside Hip Hop im Northside 3.350,00 € Michael Fedorenko Chorweiler und Blumenberg im Blick 4.970,00 € DT VK e.V. Starke Familien in Seeberg 4.270,00 € DT VK e.V. Interkulturelles Mitmach-Theater 4.999,00 € Jugendzentrum Northside ökologisches Bauen und alternative Energien, ein Lernfeld für den Kölner Norden 3.825,00 € Talente im Stadtteil Klezmertage in Chorweiler 3.293,00€ Büro für Soziales und Gemeinwesenarbeit Hl. Johannes XXIII Bienenhotels für Chorweiler 1.509,00 € Parea gGmbH Mein Chorweiler – mein Zuhause 4.999,00 € DT VK e.V. Mit-Mach Angebot Empowermentkurs für Frauen 2.800,00 € The International Association for Traditional Sports and Games (IATSG e.V.) Barrierefrei-Spieletreff: Erstellen einer Foto-Story „Chorweiler spielt grenzenlos“ 1.120,43 € IATSG e.V. Neue Spiele für den Spieletreff 1.500,00 € Hubert Brand Gesprächsgruppe zum „Thema Heimat“ 1.585,00 € DT VK e.V. Stadtteilerkundung und Sprachförderung für Kids 1.000,00 € VERFÜGUNGSFONDS 55 STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER An dieser Stelle möchte sich das Quartiersmanage - ment bei allen Antragstellerinnen und Antrags - stellern, bei allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, bei allen Netzwerkpartnern und Multiplika - torinnen, bei allen Unterstützerinnen und Unterstüt- zern ganz herzlich für ihr Engagement bedanken. Der Aufwand für solche Projekte ist nicht mess - bar, er beginnt beim ersten Anruf beim Quartiers - management, geht über das Austeilen von Flyern, Einkaufen von Verpflegung, Aufräumen von Ver- anstaltungsorten, Abzeichnen von Kontaktlisten und Datenschutzbestimmungen und endet bei der detaillierten Abrechnung der Projekte. Abb. 8: Übersicht aller Verfügungsfondsprojekte (eigene Darstellung) nicht umgesetzt Antragsstellender Projekttitel Fördersumme (bewilligt) NAR Lichblick für Frauen und Mädchen e.V. Starke Frauen für starkes Veedel 2.100,00 € Get your Stage e.V. Cologne Dance Competion 1.700,00€ Theater „Marissel“ Maryna Immel Theaterdemie 2.300,00 € Ulla Bornhardt-Müller Wir bringen was ins Rollen 1.710,00 € Daniel Rogge Gemeinschaftsgarten und Gartenfest für Chorweiler Mitte 3.500,00 € Jugendorganisation LmDR e.V. NRW / Schachclub Chorweiler Schachtunier „Chorweiler Kings“ 1.800,00 € Melisa Düzgünkaya Musikprojekt für Kinder und Jugendliche 2.200,00 € AK Caritas Zusammen ist man weniger allein 2.944,00 € Görkem Kalan Plattform Chorweiler 4.998,92 € Sibel Oetzkent Nachbarschaftscafe 4.979,00 € Shqipe Kameroli Bewebungs- und Sportangebot an der frischen Luft in der Coronazeit 4.138,40 € Bau- und Abenteuerspielplatz „Der Bau“ Dein Recht – Euer Bild 2.451,00 € Angelika Herta Grüße aus Chorweiler 4.999,00 € Geremia Carrara Ich erinnere mich noch daran! 4.650,00 € Miram Hamel Stadtfinden – Chorweiler 4.900,00 € Büro für Soziales und Gemeinwesenarbeit Hl. Johannes XXIII Siebdruckmaschine 1.170,00 € StadtteilWerkstatt Chorweiler gGmbH – Canyon Chorweiler Betreuung und Bespielung der Boulderwand am City Center Chorweiler 4.999,00 € Soziale Fachstelle St. Pankratius am Worringer Bruch Vom Geben und Nehmen und Teilen: St. Martins Lichterfest 3.098,00 € Lebensmittelausgabe für den Kölner Norden Anschaffungen für die Lebensmittelausgabe 3.095,00 € Outline e.V. / Sigrid Brenner Wandgestaltung Pegasus 4.630,00 € Soziale Fachstelle St. Pankratius am Worringer Bruch Elterncafé: Frühe Hilfe – Gleiche Chancen 2.850,00 € GAG Immobillien AG Kunstprojekt mit Jugendlichen an der Unterführung Katzbachweg zur Kriegerhofstraße 4.999,00 € Querwaldein e.V. Samenbibliothek 4.973,00 € Gesamtsumme 154.256,18 € VERFÜGUNGSFONDS 56 5.5. PROJEKTPORTRAITS Ende Juli 2019 ermöglichte eine Gruppe Studieren- der zwölf Jugendlichen eine Projektwoche zu den Themen Eigenverantwortung und Klettern. In Ko - operation mit der Kletterhalle Canyon in Chorweiler- Nord, konnten die jungen Menschen durch Vertrau- ens-, Kooperations- und Kletterübungen ihre sozialen Kompetenzen und ihre Selbstwirksamkeit stärken. Im Verlauf konnten die Teilnehmenden viele wert- volle Erfahrungen machen, indem sie ihre Grenzen kennenlernten und teilweise mutig überschritten, neue Kontakte knüpften sowie Vertrauen zueinander aufbauten. Viele Kompetenzen wie Hilfsbereitschaft, Verantwortungsbewusstsein sowie Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit werden den Jugend- lichen auch im Alltag von großem Nutzen sein. KLETTERN ZUR FÖRDERUNG VON SOZIALEN KOMPETENZEN UND DER SELBSTWIRKSAMKEIT Antragstellerin: Selina Berger Start: Juli 2019 Im Spätsommer 2019 organisierte der DTVK e.V. eine Bildungsreihe zu den Themen Wohnen, Vor - sorge und Selbsthilfe für Seniorinnen und Senioren. Es wurden sechs informative Veranstaltungen angeboten. Ziel der Bildungsreihe war auch die Mo - bilisierung von Selbsthilfekräften und das Training präventiver Verhaltensweisen, wie z.B. die Sturzprä - vention. Eine umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit trug dazu bei, dass mehr als 50 Teilnehmende erreicht werden konnten. Somit wurde auch die nachbarschaftliche Vernetzung gestärkt sowie, durch Kooperation mit anderen sozialräumlichen Akteuren wie dem Verein „WohnMobil“ oder der Seniorenberatung Chorwei - ler, konkrete Kontakte zu wichtigen Anlaufstellen hergestellt. BILDUNGSREIHE „WOHNEN IM ALTER“ Antragsteller: DTVK e.V. (Deutsch-Türkischer Verein Köln e.V.) Start: Juli 2019 FÖRDERUNG VON ZIELGRUPPEN STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER VERFÜGUNGSFONDS 57 Ziel der Workshopreihe war es, den Umgang mit Aggressionen zu analysieren, das Thema Ge - walt mit Kindern und Eltern anzusprechen und gemeinsam Lösungsstrategien zu entwickeln, um aufkommende Gewalt in Zukunft vermeiden oder deeskalieren zu können. Dabei fand eine Vernetzung der Eltern unter - einander statt und es wurden Akteure, z.B. die Streetworker, vorgestellt, die bei Fragen im Sozialraum als Anlaufstelle dienen können. PRO-SOZIALES TRAINING FÜR KINDER Antragsteller: Manuel Franco Pazos Start: November 2019 In einem mehrtägigen Workshop wurden Jugend - liche an das Medium Film herangeführt. Zunächst konnten die Teilnehmenden gemeinsam heraus - finden, welche Geschichte sie gerade beschäftigt. Darauf aufbauend wurden Kurzgeschichten er - arbeitet und filmisch umgesetzt. Dabei hatten alle Teilnehmenden die Gelegenheit unterschiedliche Dinge zu lernen: Wie benutzt man eine Kamera? Welche Töne kann ich aufnehmen? Wie führt man Regie? Hierdurch konnte die Zielgruppe ihre Kreativi - tät erkunden, neue Dinge ausprobieren und ihre Teamfähigkeit stärken. TRAU DICH UND DREH DEINEN FILM Antragstellende: Angelika Herta und Martin Paret Start: Januar 2020 Ursprünglich war die „Theaterdemie“ als eintägi - ges Theaterfestival geplant – dann kam Corona. Aber anstatt sich davon entmutigen zu lassen, ha - ben die Veranstalterinnen ihr Festival online ver - anstaltet. Verschiedene Theatergruppen haben Beiträge eingesendet, die über die Website des Theater Marissel angeschaut werden konnten. Durch das Festival konnte ein wichtiger Beitrag zur kulturellen Bildung geleistet und die lokale Kunstszene gestärkt werden. Das Projekt ermög - lichte eine sinnstiftende Betätigung für Zuschau - ende und Teilnehmende im ersten Lockdown. PROJEKTTITEL: THEATER-FESTIVAL „MARISSEL“ Antragstellerin: Maryna Immel Start: März 2020 STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER VERFÜGUNGSFONDS 58 Mit dem Projekt wollte Michael Fedorenko einen anderen Blickwinkel auf seinen Heimatstadtteil möglich machen. Ein lokaler Fotograf hat die Stadt- teile und Menschen des Sozialraums auf tollen Fotos eingefangen. Nicht nur die Außenwirkung war dabei von Bedeutung, auch der Blick der Bewohnerinnen und Bewohner selbst sollte geschärft werden, damit diese die schönen Seiten ihrer Heimat besser erken- nen und wertschätzen können. In Kooperation mit dem Kinder- und Jugendzentrum Northside wurde anschließend eine Präsenzausstellung geschaffen, damit die Bilder dauerhaft einsehbar bleiben und somit nachhaltig zur Verbesserung des Images und zur Identifikation mit Chorweiler beitragen. Die Aus- stellung ist auch auf www.chorweiler.info zu sehen. CHORWEILER UND BLUMENBERG IM BLICK Antragsteller: Michael Fedorenko Start: November 2019 Den Blick für die schönen Seiten des eigenen Lebensumfeldes schärfen – das war die Idee hin - ter „Mein Chorweiler – mein Zuhause“. Betreut durch einen professionellen Fotografen konnte circa 20 Menschen lernen, wie man gute und ein - drucksvolle Fotos mit vorhandenen Smartphones schießt und anschließend ihre Lieblingsorte, ihre Orte des Verweilens, kurz: ihr Zuhause ablichten. Es sind tolle Bilder entstanden, die bei einem Hoffest ausgezeichnet wurden. Gelerntes sofort in die Tat umsetzen zu können, führt zu Selbstvertrauen. Mit den Nachbarn fotografieren lernen führt zu neuen Kontakten. Das gemeinsame Ausprobieren, Lernen und Ent - decken ohne Vorbehalte standen im Mittelpunkt des Projekts. MEIN CHORWEILER – MEIN ZUHAUSE Antragsteller: Thorsten Seelig (Parea gGmbH) Start: März 2020 KUNST UND KULTUR STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER VERFÜGUNGSFONDS 59 Im Rahmen des Projekts konnten die Teilneh - menden das Saz spielen lernen und gemeinsam musizieren. Um möglichst nachhaltig zu arbeiten, wurden alte Saz aufzubereiten anstatt neue zu kaufen. Der Musiklehrer kannte sich gut mit den Instrumenten aus und übernahm die Aufgabe der Musik- und Kulturvermittlung mit Hingabe. Durch die Regelmäßigkeit des Angebots konnten sich die Teilnehmenden solide Grundfertigkeiten aneig- nen sowie das dabei entstandene Gemeinschafts - gefühl mit einem Lernerfolg verknüpfen.MUSIKPROJEKT FÜR KINDER UND JUGENDLICHE Antragstellende: Melisa Düzgünkaya Start: März 2020 Mit „Grüße aus Chorweiler“ wurden die Men - schen angeregt, einen Gruß oder eine Geschich - te von ihrem Zuhause zu teilen. Sie konnten während des Corona-Sommers Bilder oder Fotos, einzelne Sätze oder ganze Geschichten mit Post - karten einsenden und ihre individuelle Sichtweise und Situation mitteilen. Durch digitale und analo - ge Öffentlichkeitsarbeit sowie eine abschließende Preisverleihung wurde viel Aufmerksamkeit für das Projekt generiert. Abschließend wurden aus ein Einsendungen Postkarten gedruckt.GRÜSSE AUS CHORWEILER Antragsstellende: Angelika Herta Start: Juni 2020 Mit „Wunschkonzerten“ den Bewohnerinnen und Bewohnern von Wohneinrichtungen Freude bringen, das war der Plan. In Kooperation mit einer dreiköpfigen Band wurden Hofkonzerte in drei Wohneinrichtungen – einer für Menschen mit Behinderung und zwei Pflegezentren für Seniorinnen und Senioren – organisiert. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde die Umsetzung zwar erschwert, aber umso wichtiger. Die Konzerte konnten der zeitweisen Isolation vieler Menschen ein positives Ereignis entgegensetzten. Das Feed - back der Zuschauerschaft war enorm, sowohl im Nachhinein als auch währenddessen. ICH ERINNERE MICH NOCH DARAN! Antragsteller: Geremia Carrara Start: September 2020 STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER VERFÜGUNGSFONDS 60 Für das Projekt 6x60 wurden sechs Menschen gesucht und gefunden, die im Sozialraumgebiet aufgewachsen sind oder leben und spannende sowie erfolgreiche Lebenswege gehen. Vor der Kamera wurden Kunst- und Tanzpädagoginnen, Fach- und Sozialarbeiter sowie ein Staatsanwalt und ein Beziehungscoach interviewt. Diese erzählten von ihrer eigenen Biografie und dem Aufwachsen im Sozialraumgebiet, den Hürden und Chancen in ihren Leben und teilten Tipps und Ratschlä- ge für die Zuschauerinnen und Zuschauer. Ziel war es dem schlechten Image des Sozialraumge- biets entgegenzuwirken und positive Beispiele aufzu- zeigen. Zudem sollten die Eigenverantwortung und der Zusammenhalt durch die positiven und beeindrucken- den Beispiele gestärkt werden. 6X60 Antragssteller: Jugend für Demokratie e.V. Start: Juli 2019 Der DTVK e.V. organisierte im Sommer 2019 eine Reihe von Veranstaltungen, um die Bewohnerschaft zu vernetzen und gemeinsam das Sozialraumgebiet kennenzulernen. Hierzu fanden regelmäßig gemein - same interkulturelle Frühstücks-Treffen und „Walk and Talk“ Spaziergänge durch die Stadtteile Blumen - berg, Chorweiler und Seeberg-Nord statt. Beide Veranstaltungen waren sehr gut besucht und konnten als Begegnungsräume vielen, sich vorher unbekannten Menschen, eine Austauschplattform bieten. Während der Spaziergängen wurde der Sozialraums erkundet und den Teilnehmenden neue Aspekte und Möglichkeiten des gemeinschaftlichen Engagements aufgezeigt. SOMMER-TREFF Antragsteller: Deutsch-Türkischer Verein Köln e.V. (DTVK e.V.) Start: Juli 2019 NACHBARSCHAFT UND GEMEINSCHAFT STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER VERFÜGUNGSFONDS 61 Neben den Werten der Nächstenliebe und des Teilens standen beim Martinsfest besonders die Gemeinschaft im Fokus. Durch gemeinsames Einüben und Singen von Martinsliedern, Laternen Basteln mit den Kleinen und dem Lauschen der Geschichte vom Heiligen Martin, sollte jedem und jeder die Gelegenheit gegeben werden mit ande - ren in Kontakt zu treten und sich auszutauschen. Die Veranstaltung war konfessionsübergreifend, es wurden explizit Menschen aller Glaubensrich - tungen eingeladen. EIN BISSCHEN SO WIE MARTIN SEIN – WIR TEILEN DAS MARTINSFEST MIT BLUMENBERG Antragstellerin: Katholische Kirche St. Pankratius am Worringer Bruch Start: November 2019 Dein Recht – Euer Bild, unter diesem Motto setzte sich „Der Bau“ mit den UN-Kinderrechten auseinander. Bei dem Projekt wurde den Kindern in einer mehrwöchigen Phase zunächst einzelne Rechte vorgestellt und die Frage diskutiert, was Rechte sind und warum sie für das eigene Leben von Bedeutung sind. Nachdem die Kinder ein grundlegendes Verständnis für das Thema entwi - ckelt hatten, wurden dieses unter Anleitung einer Künstlerin bildlich umgesetzt. Hierzu wurde der Eingangsbereich der Einrichtung umgestaltet. So kann der Eingangsbereich auch in Zukunft jedem Menschen eine anschauliche und leicht verständ - liche Erinnerung an die Kinderrechte sein. DEIN RECHT – EUER BILD Antragssteller: Bau- und Abenteuerspielplatz „Der Bau“ Start: August 2020 Im Blumenbergpark fehlten Angebote für ältere Menschen, bzw. generationsübergreifend ge - dachte Infrastruktur. Um diesem Umstand Abhilfe zu schaffen, taten sich vier engagierte Frauen aus Blumenberg mit dem Ziel zusammen, einen Bou - leplatz herzurichten. Geschaffen werden konnte so ein Ort der Gemeinschaft und der Begegnung für Alt und Jung. Jeden Sonntag wird nun Boule gespielt, Equipment ist vorhanden und jeder Mensch ist eingeladen dazuzukommen. Bereits jetzt konnten schon viele neue Kontakte über das Spiel geknüpft werden. WIR BRINGEN WAS INS ROLLEN Antragsstellende: Ursula Bohnhardt-Müller (Boule-interes - sierte Frauen *Christine*Gisela*Mathilde*Ulla*) Start: März 2020 STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER VERFÜGUNGSFONDS 62 Die Kinder- und Jugendeinrichtung Northside hatte bereits vor einiger Zeit eine Solaranlage angeschafft und auf zwei Überseecontainern, die auf dem großen Außengelände der Einrichtung aufgestellt sind, angebracht. Diese Container wurden nun mit Unterstützung des Verfügungsfonds begrünt, um die Brücke zwischen Solarenergie und Natur zu schlagen sowie einen Ort für die Besucherinnen und Besucher zu schaffen, der im wahrsten Sinne einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt. Im Oktober fand ein gemeinsames Einweihungsfest stattfinden, durch welches die Kinder einen Bezug zu diesem Ort des nachhaltigen Lernens finden konnten. Die - ser soll in Zukunft dazu beitragen, die Entwicklung eines ökologischen Bewusstseins zu fördern. ÖKOLOGISCHES BAUEN UND ALTERNATIVE ENERGIEN, EIN LERNFELD FÜR DEN KÖLNER NORDEN Antragssteller: Jugendzentrum Northside Start: Mai 2020 In einer Workshopreihe konnten sich verschie - dene Menschen aus dem Sozialraumgebiet mit dem Thema Bienen in der Stadt, der lokalen Produktion von Honig und der Zukunftsfähigkeit der Städte auseinandersetzen. Künstlerisch und pädagogisch begleitet und in Kooperation mit der Imkerei auf dem Dach des City-Centers Chor - weiler wurde eigener Honig – das „Chorweiler Gold“ – gelabelt und mit einem mobilen Stand im Sozialraum verteilt. Die Workshops fanden in Kooperation mit einer Grundschule sowie auf den zentralen Chorweiler Plätzen statt. Im Laufe des Projekts kamen viele Menschen unterschied - lichster Zielgruppen miteinander ins Gespräch und wurden gleichzeitig für Themen wie Nahrung, Umweltfragen und Nachbarschaft sensibilisiert. STADTFINDEN – CHORWEILER Antragstellerin: Miriam Hamel Start: September 2020 ÖKOLOGIE UND KLIMA STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER VERFÜGUNGSFONDS 63 Gemeinsam mit der Stadtteilbibliothek Chor - weiler machte sich der Querwaldein e.V. daran, eine Samenbibliothek in Chorweiler aufzubauen, also einen Ort zu schaffen, an dem man Pflanzen - samen ausleihen kann. Die Samenbibliothek soll dabei helfen, die Biodiversität der lokal angebau - ten Obst- und Gemüsesorten zu erhalten und zu stärken. Zu einer Bibliothek gehören natürlich auch Bücher und andere Bildungsmaterialien, die den Bewohnerinnen und Bewohnern von nun an kostenfrei zur Verfügung stehen. Sobald die Coronaschutzverordnungen aufgehoben und Ver - anstaltungen wieder möglich sind, wird der Quer - waldein e.V. die Samenbibliothek durch Work - shops unter interessierten Bewohnerinnen und Bewohnern bekannt machen und pädagogisch begleiten. Mithilfe des Verfügungsfonds wurde so ein Ort geschaffen, der anschaulich einen Zugang zur Natur und Kenntnisse über die Herkunft von Nahrungsmitteln vermitteln kann. SAMENBIBLIOTHEK Antragsstellende: Querwaldein e.V. Start: September 2020 STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER VERFÜGUNGSFONDS 64 6. ÖFFENTLICHKEITSARBEIT UND KOMMUNIKATION ÖFFENTLICHKEITSARBEIT UND KOMMUNIKATIONSTARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER 65 ÖFFENTLICHKEITSARBEIT UND KOMMUNIKATIONSTARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER 66 STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER Die Entwicklung eines Corporate Designs für ein Quartiersmanagement birgt die Aufgabe, sich schon vor Projektbeginn mit dem Quartier in der Art aus - einanderzusetzen, dass eine Identifikation im Design sichtbar werden kann. Weiterhin musste das Quar- tiersmanagement dem Auftrag gerecht werden, ein Bild für drei unterschiedliche Stadtteile zu entwi - ckeln: Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord, sollten sich gleichberechtigt insbesondere im Logo wieder - finden. 6.1. KOMMUNIZIERTE WERTE UND CORPORATE DESIGN Links ein Strauch für das grüne Blumenberg, in der Mitte die markanten Hochhäuser für Chor- weiler und rechts eine Welle für Seeberg sowie die Nähe des Programmgebiets zum Rhein und Fühlin- ger See. Aus der Farbpalette wurde vordergründig ein kräf- tiges grün gewählt, was den „Grünen Faden“ der Stadtteile und der Arbeit vor Ort unterstreichen sollte. Ergänzt durch ein frisches blau für die Nähe zum Wasser, wurde so ein freundliches Logo für das Starke Veedel Büro Chorweiler erstellt. In der Kommunikation hat das Quartiersmanage- ment stets Wert daraufgelegt, die drei Quartiere des Sozialraumgebiets zu nennen und sich nicht auf „Chorweiler“ zu beschränken. Lediglich wenn es innerhalb des Sozialraums um konkrete Stadteilpro- jekte oder -aktionen ging, wurde auf den etablier - ten „Dreiklang“ verzichtet. Bei der Erstellung von Informationsmaterial konnte soweit wie möglich mit vielen Fotos, Abbildungen oder Wortwolken gearbeitet und lange Texte ver- mieden werden. So sollten möglichst viele Bewoh - nerinnen und Bewohner erreicht werden, die im Sozialraum über 80 Sprachen sprechen. Zur niedrigschwelligen Ansprache nutzte das Quar- tiersmanagement auch bevorzugt das „Du“ anstelle dem „Sie“. Insbesondere auf den Social-Media-Ka - nälen duzte das Quartiersmanagement die poten- ziell jüngere Zielgruppe. Das „Du“ schafft Vertrauen und baut Berührungsängste ab. Das Sozialraumgebiet ist zudem von einer direkten und persönlichen Gesprächskultur zwischen den Akteuren geprägt, in der ein „Sie“ in vielen Fällen fehl am Platz ist. Die Erfahrung hat gezeigt, dass dies insbesondere bei der Abwicklung von Verfügungsfondsprojekten die Zugänglichkeit zum Förderinstrument unter- stützte. ÖFFENTLICHKEITSARBEIT UND KOMMUNIKATION 67 STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER Sharing and Caring Zu Beginn des Auftrags wurde auf der Website der Sozialraumkoordination ein Reiter „Starke Veedel Büro“ integriert. Im Hinblick auf die kurze Projekt- laufzeit und die Vernetzung mit der vorhandenen und bereits bekannten Website www.chorweiler. info, wurde von der Einrichtung einer eigenen Web- site abgesehen. Neben allgemeinen Informationen zum Quartiersmanagement und Verfügungsfonds (Antragsunterlagen, Richtlinie etc.), konnten auch die Verfügungsfondsprojekte kontinuierlich mit Fotos und somit möglichst lebendig präsentiert werden. Teilen (Sharing) ist mit Blick auf die Sozialen Me- dien eine eingeübte Beschäftigung. Das Quartiers - management hat sich im Laufe seiner Tätigkeit einen Kreis von Followerinnen und Followern – also Menschen, die einem Profil auf den sozialen Medien folgen – aufgebaut. Das Teilen von Posts und damit das Bekanntmachen von Aktionen anderer Akteure im Sozialraumgebiet war eine wichtige Dauerauf- gabe. So konnte das Quartiersmanagement seinen Follower-Kreis nutzen, um andere Initiativen zu unterstützen sowie auf Veranstaltungen und eigene Projekte oder Aktionen aufmerksam zu machen. Insbesondere während der Corona-Pandemie wuchs die Bedeutung der digitalen Vernetzung zur Auf- rechterhaltung der Kommunikation mit verschiede- nen Zielgruppen. Mit einigen Posts hat das Quartiersmanagement auch Positionen im Social-Media-Diskurs eingenom - men. Als sichtbarer Akteur im Sozialraumgebiet war es dem Quartiersmanagement wichtig, eine demo - kratische, anti-rassistische und für die Chancen - gleichheit der Geschlechter eintretende Haltung zu vertreten (Caring). ÖFFENTLICHKEITSARBEIT UND KOMMUNIKATION 68 STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER 6.2. CROSSMEDIALE KOMMUNIKATION Das Aufgabenfeld Öffentlichkeitsarbeit hatte ur- sprünglich einen deutlichen Fokus auf die öffentli- che Begleitung der Umsetzung der Maßnahmen aus dem Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“. Das Quartiersmanagement sollte als Kommunikations- drehscheibe fungieren und die Bevölkerung über den Fortschritt der Maßnahmenumsetzung oder mögliche Beteiligungsformate informieren. Gleich in den ersten Wochen der Tätigkeit wurden zwei bauliche Maßnahmen abgeschlossen. Die feierliche Einweihung konnte das Quartiersmanagement nut- zen, um sich im Sozialraum bekannt zu machen. Alle weiteren baulichen Maßnahmen befinden sich nach wie vor in Vorbereitung, sodass der Schwerpunkt auf die Kommunikation in Bezug auf Verfügungs- fondsprojekte, eine Aufwertung des Images und Aktionen im Sozialraum fokussiert. Eine zentrale Frage des Quartiersmanagements war: „Wie können Menschen im Stadtteil erreicht werden?“ In Blumenberg, Chorweiler und Seeberg- Nord gab es zu Projektstart bereits eine Vielzahl von aktiven Akteuren, die entsprechend ihre festen Zielgruppen und digitalen „Followerinnen und Follo - wer“ hatten. Das Quartiersmanagement hatte eine vergleichsweise kurze Laufzeit und stand damit vor der Herausforderung, sich schnellstmöglich zu ver- netzen und in den Stadtteilen sichtbar zu werden. Für eine gute Zusammenarbeit muss das Quartiers - management Vertrauen bei den Akteuren aufbauen. Es müssen verständliche Antworten auf die Fragen gegeben werden: „Was ist das Starke Veedel Büro?“, „Was können die ‚Neuen‘ für uns tun, es ist doch schon alles hier?“ oder „Wird mir auf Augenhöhe begegnet?“. Vor dem Hintergrund der alltäglichen Begrifflichkeiten aus der Städtebauförderung – z. B. Management, Verfügungsfonds, Aktivierung, Förderbescheid oder Schlussverwendungsnach - weis – etc. war dies kein Selbstläufer. Insbesondere in einem Stadtteil mit über 27.000 Einwohnerinnen und Einwohner aus unterschiedlichen Teilen der Welt, jeder Altersstufe und Religionszugehörigkeit sowie unterschiedlichen Bildungsniveaus. Die Öffentlichkeitsarbeit war ein zentraler Baustein des Quartiersmanagements mit folgenden Zielrich - tungen: — Information über Maßnahmen des ISEK bzw. Stadtentwicklungsmaßnahmen. — Bewerbung des Verfügungsfonds. — Bewerbung des Starke Veedel Büros als Anlauf- und Vernetzungsstelle im Stadtteil. — Vermittlung eines ausgewogeneren Images über den Stadtteil. Zur Erfüllung dieser Ziele erstellte das Quartiers - management eigene Materialien, tauschte sich mit Journalistinnen und Journalisten aus und bespielte eigene digitale Kommunikationskanäle. Der Cross- mediale Ansatz ergibt sich aus der Zielgruppenviel - falt: — Jugendliche, — Seniorinnen und Senioren, — Familien & Kinder, — verschiedene Bildungsniveaus sowie kulturelle Hintergründe, — politische Delegierte, ÖFFENTLICHKEITSARBEIT UND KOMMUNIKATION 69 STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER — Akteure und Vereine, — Bildungseinrichtungen, — und eine breitere Öffentlichkeit Netzwerke Mit Blick auf die kurze Laufzeit war es essentiell, ein Netzwerk aus Akteuren aufzubauen, damit die genannten Inhalte dort weitergetragen werden können. Informationen wurden so über „Multipli- katoren“ in deren jeweilige Zielgruppen gestreut. Insbesondere die aktiven Arbeitskreise und Stadtteil- konferenzen konnten über weitläufige E-Mail-Ver- teiler viele Menschen mit Informationen erreichen. Über die Kanäle des Netzwerks konnte das Quar- tiersmanagement stets auf dem Laufenden bleiben. Pressearbeit Das Quartiersmanagement hat Pressemitteilun- gen zu besonderen Aktionen herausgegeben und während der Laufzeit einen festen Pool an lokalen Journalistinnen und Journalisten kennengelernt, denen die Pressemitteilungen direkt zugeleitet wer- den konnten. Verlässliche Pressepartner fand das Quartiersmanagement bei Chorweiler-Panorama, der Kölner Rundschau, dem Kölner Stadtanzeiger und dem Kölner Wochenspiegel. Medium Postkarte Für die Bekanntmachung und Aktivierung der Be - wohnerschaft zur Teilnahme an den beiden Foto- wettbewerben – „Lass deine Ideen wachsen“ und „Aus Alt mach Neu“ – hat sich das Quartiersmanage - ment dem Medium Postkarte bedient. Eine anspre - chend gestaltete Vorderseite dient als Eye-Catcher und lädt dazu ein, diese mitzunehmen. So können die Informationen auf der Rückseite quasi „spie - lend“ vermittelt werden und haben einen höheren Aufbewahrungswert als reine Informationsflyer. Postkarten können zudem in Postkartenständern oder über Auslageflächen einfach und ansprechend verteilt werden. Darüber hinaus bietet sich eine direkte Briefkastenverteilung als flächendeckende Ansprache an. Schwarze Bretter Als im März 2020 die Corona-Pandemie ausbrach, haben sich das Büro für Soziales und Gemeinwesen- arbeit, die Sozialraumkoordination und das Quar- tiersmanagement zusammengetan und das Projekt „NIKN – Nachbarschaftshilfe im Kölner Norden“ ins Leben gerufen. Ziel war es, mit der Bevölkerung in Kontakt zu treten und ein Ansprechpartner sein zu können, insbesondere für Menschen die aufgrund von Vorerkrankungen oder ihres Alters in Quarantä - ne bleiben und Kontakte meiden sollten. Die geltenden Kontaktbeschränkungen erschwerten es, den Kontakt mit dieser Zielgruppe aufrecht zu halten. Ältere und einsame Menschen konnten aus einem Pool von ehrenamtlich Tätigen Unterstützung anfragen. Vor allem konnte durch Einkäufe oder mit Hilfe der Lebensmittelausgabe zur Versorgung be- sonders gefährdeter Gruppen beigetragen werden. In dieser akuten Situation haben sich Koordinato- rinnen und Koordinatoren für das Aufstellen von analogen „Schwarzen Brettern“ entschieden, da die Zielgruppe nur eingeschränkt über das Internet zu erreichen war. In Absprache mit der Deutschen Bahn AG konnte ein Schwarzes Brett zentral am Kiosk, direkt an der S-Bahn-Station Chorweiler / Pariser Platz installiert werden. Hier wurden die Flyer angeboten und es konnten Hilfegesuche über ein Briefkastensystem an NIKN übermittelt werden. Auch nutzten die Akteure aus dem Quartier das Brett, um über ihre aktuellen (Hilfe-)Angebote zu informieren. ÖFFENTLICHKEITSARBEIT UND KOMMUNIKATION 70 STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER ÖFFENTLICHKEITSARBEIT UND KOMMUNIKATION Scannen Sie mich: Über den QR-Code gelangen Sie zum Imagefilm, in dem die Menschen selbst über ihre Projekte, ihr Engagement und ihr Lebensumfeld berichten. 71 STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER 6.3 DIGITAL UNTERWEGS Eine Öffentlichkeitsarbeit im Internet, genauer in den Sozialen Medien, spielte eine gewichtige Rolle für die Sichtbarkeit des Quartiersmanagement und die Möglichkeit, mit der Bevölkerung sowie Netzwerkpartnern in Kontakt zu treten. Über drei digitale Kanäle – eine Website, sowie jeweils einen Account auf den Plattformen Facebook und Instag - ram – war das Quartiersmanagement ständig aktiv. Vergleichbar mit der zwischenmenschlichen Netz- werkarbeit in den Stadtteilen, musste sich das Quar- tiersmanagement auch im digitalen Raum zunächst als neuer Akteur bekannt machen, andere Nutze - rinnen und Nutzer mussten auf die Profile aufmerk- sam gemacht werden, ihnen folgen und letztendlich den Inhalt wahrnehmen oder auch teilen. Ziel war es, eine große Reichweite zu erlangen und sich mit Bewohnerinnen und Bewohnern sowie anderen Akteuren – über die Grenzen des Sozialraumgebiets hinaus – auch digital zu vernetzen. Ein Vorteil der Sozialen Medien lag darin, dass sehr spontan Informationen zu konkreten Aktionen kommuniziert werden konnten. Der Internetauftritt hingegen ist statischer angelegt und diente einer langfristigen Information. Hier waren beispielsweise alle relevanten Unterlagen zum Verfügungsfonds abrufbar. Für die sozialen Medien wurde monatlich ein Redaktionsplan erarbeitet, der um tagesaktu - elle und spontane Posts ständig erweitert werden konnte. Die Profile des „Starke Veedel Büros Chorweiler“ haben zu folgenden Kategorien Posts erstellt und ihre „Followerinnen und Follower“ informiert und aktiviert: — Unser Verfügungsfonds Das Starke Veedel Büro Chorweiler informierte über Projekte, die mithilfe des Verfügungsfonds um - gesetzt wurden. Die Quartiersmanagerinnen und -manager besuchten die Projekte während ihrer Umsetzung, sprachen mit den Durchführenden und erstellten Fotos für die Posts. — Aktionen des Quartiersmanagements Das Starke Veedel Büro Chorweiler bewarb eigene Aktionen und aktivierte die Bewohnerinnen und Be - wohner sowie die Akteure zur Teilhabe. — Veranstaltungen im Sozialraumgebiet Das Starke Veedel Büro Chorweiler informierte über Aktionen, die im Sozialraumgebiet stattfanden, teilte aktivierende Posts von Netzwerkpartnern oder solche mit Bezug auf das gesellschaftliche Leben in Köln, beispielsweise einen Aufruf an der Kommunal- wahl im September 2020 teilzunehmen. — „Essbares Chorweiler“ Das Starke Veedel Büro hat den „Grünen Faden“ auch in den digitalen Raum übernommen und infor- mierte über den Fortschritt des Projekts „Essbares Chorweiler“mit bildreichen Posts. Zum Abschluss des Projekts hat das Quartiers - management einen Imagefilm gedreht, um die Projekterfolge, das Engagement und Wandlungs- prozesse im Lebensumfelds nachhaltig sichtbar zu machen. Der Film ist im Internet verfügbar. Über den QR-Code auf der gegenüberliegenden Seite gelangen Sie direkt zum Film. ÖFFENTLICHKEITSARBEIT UND KOMMUNIKATION 72 STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER INTERNETAUFTRITT – WIR INFORMIEREN UND BERICHTEN Die Website des Starke Veedel Büros war über einen Reiter auf der aktiven Website der Sozialraumko- ordination www.chorweiler.info zu erreichen. Hier wurden zahlreiche Informationen zum Verfügungs- fonds dargestellt sowie auszugsweise die bereits abgeschlossenen Projekte als „Good-Practice“ vorgestellt. Darüber hinaus wurden verschiedene Aktionen des Quartiersmanagements, wie z. B. der „Lass Deine Ideen wachsen“-Fotowettbewerb und die „Lichtwoche“ über dieses Medium beworben. ÖFFENTLICHKEITSARBEIT UND KOMMUNIKATION 73 STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER ÖFFENTLICHKEITSARBEIT UND KOMMUNIKATION 74 STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER Des Weiteren richtete das Quartiersmanagement eine Facebookseite ein, die durchgehend mit „Con - tent“ bespielt wurde. Der Aufbau eines Profils und seiner Bekanntheit benötigt Zeit. Seit April 2020 haben die Posts hier eine große Zielgruppe erreicht. Diese wurde insbesondere zur Bekanntmachung des Verfügungsfonds, der zahlreichen Aktionen des Star - FACEBOOK – AUSTAUSCH UND VERNETZUNG ke Veedel Büros (z. B. NIKN) und der Vernetzung mit den vielen Akteuren im Sozialraum genutzt. Bis zum Dezember 2020 haben 120 Abonnenten regelmäßig die Inhalte der Seite erhalten. Besonders wichtige Informationen wurden über gezielte Werbeanzeigen beworben, wodurch die Zielgruppe deutlich mess - bar vergrößert werden konnte. Unser Verfügungsfonds: Künstlerische Gestaltung der Unterführung am Weichselring / Katzbachweg (Chorweiler-Nord) ÖFFENTLICHKEITSARBEIT UND KOMMUNIKATION 75 STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER Einzelne Posts erreichten bis zu 17.302 Menschen. Die Nachbarschaftshilfe im Kölner Norden wurde beworben, um mehr Menschen zu erreichen. Reichweite: 8.000 Personen ÖFFENTLICHKEITSARBEIT UND KOMMUNIKATION 76 STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER Die Plattform Instagram wurde am intensivsten vom Quartiersmanagement genutzt. Der Fokus lag hierbei auf der Aktivierung der Bewohnerschaft durch die bildliche Dokumentation und Darstellung der Projekte sowie der Herstellung einer Kontinui - tät durch die wiederholte Verwendung bestimmter Hashtags. Auch wurde zu Beginn der Corona-Pan - demie versucht, soweit möglich, auf diesem Wege Hilfe für Alltagsprobleme zu leisten. Das Profil des Starke Veedel Büros erreichte eine Gruppe von 219 Abonnentinnen und Abonnenten. INSTAGRAM – BILDER, FOTOS UND HASHTAGS Unsere Reihe #Motivationsmontag. Teil unserer Reihe #Essbarestadt. Aktivierender Post zu Beginn der Corona-Pandemie. Menschen, die dem Starke Veedel Kanal folgen, sind überwiegend zwischen 25 und 54 Jahre alt. ÖFFENTLICHKEITSARBEIT UND KOMMUNIKATION 77 STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER Verlinkung anderer Akteure zur Vernetzung im Sozialraum. Der Instagram-Feed; das „Aushängeschild“ des Kanals. ÖFFENTLICHKEITSARBEIT UND KOMMUNIKATION 78 7. FA Z I T FAZITSTARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER 79 FAZITSTARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER 80 STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER In den letzten 21 Monaten hat sich das Sozialraum - gebiet verändert. Dabei sind einige Neuigkeiten offensichtlich im öffentlichen Raum oder an Gebäu - den zu erkennen, andere Wandlungen spielen sich vielmehr zwischen den Menschen des Quartiers ab. Das Quartiersmanagement konnte durch seine fast zweijährige Tätigkeit vor Ort gemeinsam mit vielen Akteuren einen Beitrag hierzu leisten. Deutlich erkennbar sind die Umgestaltungen der zentralen Plätze (Liverpooler Platz, Pariser Platz und Lyoner Passage) in Chorweiler-Mitte, die im Rahmen des Programms „Nationale Projekte des Städtebaus“ mit 5 Millionen Euro gefördert wurden. Hinzu kommt der städtische Eigenanteil von rund 8 Millionen Euro. Die GAG saniert zudem rund 1.200 Wohnungen im Zentrum von Chorweiler. Dabei werden auch Fassa- den gedämmt, Fenster ausgetauscht, Hauseingänge erneuert und Barrieren abgebaut. Auch wenn diese Arbeiten noch einige Jahre andauern werden sind bereits deutliche Aufwertungen des Wohnumfelds zu erkennen. Es sollen insgesamt etwa 150 Millionen Euro (davon 108 Millionen vom Land NRW) in die Sanierung der Wohnblocks investiert werden. Die Sanierung und Modernisierung wird zusätzlich durch ein eigenes Quartiersmanagement der GAG begleitet. Über das gesamte Sozialraumgebiet verteilt konnte das Quartiersmanagement des Starke Veedel Büros ebenfalls zur Aufwertung des Wohnumfelds beitra - gen. Ziel war es immer, die Menschen im Quartier durch eigene Ideen mitzunehmen und mitwirken zu lassen. Dafür standen im Verfügungsfonds 143.500 Euro bereit. Durch das Engagement der Akteure in den Stadtteilen konnte Farbe und Kunst an vormals graue Wände gebracht werden, Ausstellungen ge - schaffen werden, die die positiven Entwicklungen der Stadtteile hervorheben und die Aufenthaltsqua - lität durch einen Bouleplatz und eine Dachbegrü - nung aufgewertet werden. Das Leben in den Stadtteilen wird allerdings nicht al - lein durch bauliche oder gestalterische Maßnahmen geprägt. Mindestens ebenso wichtig ist es ein fried - liches und konstruktives Zusammenleben in den Stadtteilen zu fördern. Das Quartiersmanagement konnte als Wegbereiter für die Stärkung des „Sozia- len Kitts“ vernetzen, beraten, unterstützen und ver- mitteln. Ein Beispiel dafür war das Projekt „Essbares Chorweiler“, das Einrichtungen und Menschen auf eine neue Art vernetzt. Der „Grüne Faden“ der sich durch das Sozialraumgebiet zieht, schafft räumliche und menschliche Verbindungen sowie ein gemein- sames Zukunftsprojekt an dem viele mitarbeiten möchten. Die aktiven Vereine, Institutionen, Glaubensgemein- schaften und Beratungseinrichtungen sowie städ - tische Akteure spielen eine zentrale Rolle für die Entwicklung des Quartiers. Wo die Bevölkerung so divers ist, bedarf es vieler differenzierter Träger, die den Menschen in ihrer Individualität und Zugehörig- keit auf Augenhöhe begegnen. Das Quartiersma - nagement hat die verschiedenen Zielgruppen über verschiedene Kommunikationsformen angespro- chen und erreicht. In dem Sinne sind neue Fäden gesponnen worden, von denen sich einige versteti- gen werden. 7. FA Z I T FAZIT 81 STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER Die enge Zusammenarbeit mit der Sozialraumko- ordination war für die Erfüllung der Aufgabe von hoher Wichtigkeit. Die Zusammenarbeit hat viele Projekte hervorgebracht und ermöglicht eine Ver- stetigung von Ergebnissen. Beispielsweise werden zukünftig Gegenstände, die mithilfe der Fördermittel angeschafft wurden, über die Sozialraumkoordi- nation ausleihbar sein. Für alle Menschen zugäng- lich verfügt das Sozialraumgebiet nun über einen Beamer, eine Vielzahl von Sportgeräten und Garten - werkzeug, Software zum Produzieren von Musik, Mikrofone und Stative. Die gesamte Liste kann auf www.chorweiler.info eingesehen werden. Gemeinsam stark bleiben „Starke Veedel – Starkes Köln“ – dieser Ausdruck ist so viel mehr, als der Titel eines Handlungskonzepts, es ist eine Aufforderung, ein dauernder Anreiz, sich für die Gesamtstadt aus den Veedeln heraus einzu - setzen. Das Quartiersmanagement in „Blumenberg, Chor- weiler und Seeberg-Nord“ hat einen wichtigen Bei - trag dazu leisten können, dass das Sozialraumgebiet aus sich heraus erstarken kann. Denn es setzte bei den Bewohnerinnen und Bewohnern an, bei den bereits Aktiven im Quartier, es wies Richtungen auf und aktivierte weitere Menschen dazu, selbst aktiv zu werden. Der Verfügungsfonds hat diverse Gruppen dazu eingeladen sich auszuprobieren und sich im Sozial- raumgebiet für ganz unterschiedliche Belange der Gemeinschaft einzusetzen. Das Quartiersmanagement möchte alle Menschen, die sich für die Stadtteile einsetzen ermutigen, wei- terhin immer wieder neue Wege zu erkunden und gemeinsame Chancen zu nutzen. In den vergange- nen 21 Monaten konnte das Quartiersmanagement erleben, dass viele Initiativen positive Spuren hinter- lassen konnten und jede sowie jeder zum gemein- samen Wohl beitragen kann – im Kleinen sowie im Großen. Verehrte Leserinnen und Leser, die Maßnahme Quartiersmanagement ist abge- schlossen, die Mittel des Verfügungsfonds sind ausgeschöpft. Wir, die Quartiersmanagerinnen und Quartiersma- nager, verabschieden uns und bedanken uns für das große Engagement und das gute Miteinander. Alles Gute wünscht Ihnen ihr Team vom Starke Veedel Büro FAZIT 82 STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER ENDNOTEN ENDNOTEN 1 Die beiden Begriffe „Sozialraumgebiet“ und „Sozialraum“ werden synonym verwendet. 2 Integriertes Handlungskonzept „Starke Veedel – Starkes Köln“ (2015): 12f abrufbar unter: https://www.stadt-koeln.de/mediaasset/content/pdf15/starke-veedel/integriertes_handlungskonzept_ nach_schlusszeichnung_ob.pdf 3 Weiterführende Informationen: https://www.stadt-koeln.de/mediaasset/content/pdf02/ rahmenkonzept_lebenswerte_veedel_-_b%C3%BCrger-_und_sozialraumorientierung_ in_k%C3%B6ln_bf.pdf 4 Integriertes Handlungskonzept „Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord“ (2016) abrufbar unter: https://ratsinformation.stadt-koeln.de/getfile.asp?id=606138&type=do& 5 Die Daten stammen von der Statistikstelle der Stadt Köln: https://www.stadt-koeln.de/politik-und- verwaltung/statistik/ 6 Kölscher Dialekt: Jemös = Gemüse 7 https://www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/stadtentwicklung/platz-fuer-chorweiler 8 Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) (Hrsg., 2012): Der Verfügungsfonds in der Städtebauförderung: 7f 9 Ministerium für Bauen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen (Hrsg., 2008): Richtlinien über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung von Maßnahmen zur Stadtentwicklung und Stadterneuerung (Förderrichtlinien Stadterneuerung 2008). 10 Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) (Hrsg., 2012): Der Verfügungsfonds in der Städtebauförderung: 9f 83 STARKE VEEDEL BÜRO CHORWEILER ABBILDUNGSVERZEICHNIS ABBILDUNGSVERZEICHNIS Abbildung 1 Quartiersmanagement als Maßnahme im Integrierten Handlungskonzept Abbildung 2 Maßnahmen aus dem Integrierten Handlungskonzept „Blumenberg, Chorweiler, Seeberg-Nord“ Abbildung 3 Einwohnerzahlen (Sozialraumgebiet / Gesamtstadt Köln) Abbildung 4 Strukturdaten (Sozialraumgebiet / Gesamtstadt Köln) Abbildung 5 Zusammenfassende Darstellung der zentralen Aufgaben des Quartiersmanagements im Rahmen der Projektlaufzeit (Zeit-Maßnahmenplan) Abbildung 6 Ablauf Verfügungsfondsprojekte Abbildung 7 Der Verfügungsfonds in Zahlen Abbildung 8 Alle Verfügungsfondsprojekte ♥ ♥ Auftragnehmer: Gefördert durch:

Beratungsverlauf

  1. 29.04.2021

    Stadtentwicklungsausschuss

    TOP 18.5, Kenntnisnahme (Mitteilung). Ergebnis: Kenntnis genommen
  2. 27.05.2021 zuletzt

    Bezirksvertretung 6 (Chorweiler)

    TOP 10.2.3, Kenntnisnahme (Mitteilung). Ergebnis: Kenntnis genommen

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