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0127/2020

Darstellung der Sparten im Kulturausschuss

Mitteilung Ausschuss 20.01.2020

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Mitteilung Ausschuss

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Anlage Bericht freie Tanzszene 2019

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Mitteilung Ausschuss

1240 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle  
VII/41/41/2 
 
Vorlagen-Nummer 20.01.2020 
 0127/2020 
Mitteilung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Ausschuss Kunst und Kultur 28.01.2020 
Integrationsrat 03.03.2020 
 
Darstellung der Sparten im Kulturausschuss 
hier: Tanz 
In seiner Sitzung am 07.09.2010 hat der Kulturausschuss die Verwaltung beauftragt, „den Sparten 
Musik, Darstellende Kunst (mit Theater und Tanz), Bildende Kunst (Fotografie) und Medien (Film, 
Literatur) die Möglichkeit zu geben“, regelmäßig über das Geschehen, die aktuelle Situation und die 
Perspektiven ihrer Arbeit schriftlich zu berichten. Dabei sollen die Spartenvertretungen in ihren jewei-
ligen Bereichen auch die interkulturellen Aktivitäten und Entwicklungen berücksichtigen. Der Bericht 
soll – wie in der Vergangenheit – drei Seiten nicht überschreiten. Außerdem muss erkennbar sein, 
wer die Unterlage erstellt hat und wer in die Erstellung einbezogen worden ist. 
 
Der Szenebericht Tanz ist als Anlage 1 beigefügt. Für Rückfragen im Ausschuss für Kunst und Kultur 
stehen Silvia Ehnis und Douglas Bateman (Sprecher des Jour Fixe Tanz) zur Verfügung. Der Bericht 
ist unter Einbeziehung des Jour Fixe Tanz verfasst worden. 
 
gez. Laugwitz-Aulbach

Anlage Bericht freie Tanzszene 2019

11382 Zeichen

Freie Tanzszene Köln - Bericht 2019                                                 Anlage 1 
 
Bund. Derzeit gibt es in Köln drei Organisationen, die durch nationale Förderformate 
der Bundeskulturstiftung aktiv unterstützt werden. Mouvoir / Stephanie Thiersch und 
Overhead Project sind beide mit dem „Tanzpakt“ ausgezeichnet worden. Die Szene 
begrüßte die Aktionen des Kulturamtes als Reaktion auf den 2017 mit dem Open 
Space des „Jour Fixe“ gestarteten Dialog. Die Bereitschaft des Kulturamtes, sowohl 
2018 als auch 2019 konkrete Gelder für diese bundesweit einzigartige Förderung 
vorzubereiten, ermöglicht es den Kölner Künstler_innen, an der bundesweiten 
Entwicklung neuer Formate für den Tanz und sein Publikum mitzuwirken. Mouvoir / 
Stephanie Thiersch erforscht Gastfreundschaft mit einem Netzwerk von Formaten und 
Overhead-Projekt sind derzeit in der Vorbereitungsphase eines mit Spannung 
erwarteten neuen Tanz-/Zirkusfestivals. Das MichaelDouglas Kollektiv ist derzeit die 
„Gast“-Kompanie von Arnsberg im Sauerland, im Rahmen des TANZLAND 
Programms, das den regionalen Gastspielbetrieben über drei Jahre eine Resident 
Guest Dance Company anbietet.  
 
Land NRW. Mouvoir / Stephanie Thiersch, wurde mit einer von zwei „Exzellenz“-
Förderungen des Landes NRW ausgezeichnet, Overhead Project werden nun 
„spitzengefördert” und das MichaelDouglas Kollektiv hat Strukturförderungen erhalten.  
Konzeptionsförderung. Von 33 neuen Konzeptionsförderungen für Tanz und Theater 
in NRW wurden zehn an in Köln ansässige Künstler_innen und davon fünf an in Köln 
produzierende Tanzkünstler_innen vergeben. Diese ermöglichen es den 
Künstler_innen, stärkere und nachhaltigere Strukturen zu entwickeln, um ihre 
künstlerische Arbeit zu produzieren und zu fördern. Die geförderten Gruppen sind: DIN 
A 13, Emanuele Soavi incompany, IPtanz, Reut Shemesh und Silke Z. resistdance. 
Barbara Fuchs aus Köln ist eine von vier in NRW lebenden Künstlerinnen und 
Künstlern, die für Kinder- und Jugendtheater mit dem Schwerpunkt Tanz für Kinder 
gefördert werden. DIN A 13 entwickelte das M.A.D.E. Programm (Mixed-Able Dance 
Education), das eine dreijährige Weiterbildung für mixed-abled Tanz auf 
professionellem Niveau ermöglicht. 
 
Mittelzentren Förderung. Tanzfaktur wurde kürzlich als Mittelzentrum ausgezeichnet 
und begrüßt die Auszeichnung des Landes NRW. Mithilfe der Förderung ist es der 
Tanzfaktur möglich, ein neues künstlerisches Programm aufzubauen und zu 
präsentieren. Hinzu kommt auch eine Gastspielreihe. 
Im Jahr 2019 präsentierte die Tanzfaktur 83 Aufführungen und bot 355 ganztägige 
Proben sowie kürzere Probenformate für lokale, regionale und internationale Künstler 
an. Das schiere Volumen von Aktion und Interesse steht nicht im Einklang mit der 
finanziellen Unterstützung auf lokaler Ebene. Insbesondere im Vergleich zur 
institutionellen Förderung von Theatern. 
Die sich nicht erschöpfende Liste der in die Stadt eingebrachten Mittel zeigt die 
Leistungsfähigkeit und künstlerische Qualität der Kölner Tanzszene. Die jüngste 
Aufstockung des Tanzbudgets hat deutliche Auswirkungen auf die zu schaffenden 
Möglichkeiten. Die Szene begrüßt die jüngsten Investitionen in den Tanz und den 
Ausbau der strukturierten mehrjährigen Förderung für Tanzkünstler_innen. Dies zeigt 
deutlich das Interesse und die Notwendigkeit einer besser strukturierten Förderung und 
legt das Argument nahe, dass eine Erhöhung der institutsübergreifenden Förderung, 
die sich an Tanzorganisationen und -räume richtet, eindeutig notwendig ist.  
 
Fazit: Das gesamte Volumen des Budgets für Tanz 2019 beträgt, laut Kulturamt, 
792.400 €.  
Die Tanzszene ist ein aktiver Generator für weitere Förderungen, der finanzielle Mittel 
in die Stadt bringt. Eine informelle Kurzbefragung einer Auswahl von 20 
Künstler_innen, die im Jahr 2019 vom Kulturamt Köln gefördert werden, zeigt, dass 
sich die Summe von weiteren akquirierten Fördermitteln zusammen auf ca. 900.000 € 
belaufen.

Freie Tanzszene Köln - Bericht 2019                                                  
Diese 20 Gruppen haben sich engagiert und mit 151 Fachleuten zusammengearbeitet 
und wurden 2019 zu 128 Gastspielen im In- und Ausland eingeladen. Tanz aus Köln 
wird europaweit sogar in Afrika, Südamerika und Asien präsentiert.  
 
Nationale Vernetzung. Zwei Kölner Tanz Gruppen werden in das Flausen+ 
Theaternetzwerk aufgenommen: Özlem Alkis und Tacho Tinta. Das Flausen Netzwerk 
verbindet freie Gruppen, kleinere freie Theater und Gastspielhäuser. Ein wichtiger 
Schritt, um nachhaltige Touring Möglichkeiten innerhalb Deutschlands anzustreben. 
 
Neue Modelle für die lokale Talentförderung. Reut Shemesh wurde von der 
Kunstsalon Stiftung 2018 mit einer 3-Jahres-Förderung unterstützt, die ihr 
Residenzprogramm am K3 (Kampnagel, Hamburg) und die Vernetzung nach New York 
förderte. Im Dezember 2019 wurde sie als Teil des Programms der „Tanzplattform 
Deutschland” im Jahr 2020 angekündigt. 
 
„Großproduktion in der Oper Köln”. Das MichaelDouglas Kollektiv wurde 
eingeladen, „Get together“, eine hybride Tanzparty mit elf urbanen und 
zeitgenössischen Tänzer_innen in der Oper Köln, zu kreieren. Die Gruppe begrüßte 
die Offenheit und das Engagement der Oper Köln, gemeinsam eine ortsspezifische 
Arbeit für die Interims-Oper zu schaffen.  
Um ein Werk von höchster Qualität produzieren zu können, schlägt das 
MichaelDouglas Kollektiv vor, dass Werke in Zukunft eine vergleichbare 
bühnentechnische Vorbereitungszeit wie eine Opernproduktion erhalten sollen. 
Außerdem würden sie anregen, dass die neu geschaffenen Werke in das Repertoire 
der Oper aufgenommen werden, um einerseits die künstlerische Entwicklung zu 
ermöglichen und andererseits die Langlebigkeit und Tourneemöglichkeiten von 
Neuproduktionen zu erhöhen. 
Die Ausschreibung muss mindestens 1 bis 1 1/2 Jahre im Voraus erfolgen, im Jahr 
2019 erschwerte die 6-monatige Zeitspanne zwischen Bestätigungsmeldung und 
Uraufführung die Chancen, weitere nationale und internationale Partner zu finden. 
 
Verdichtung von lokale Vernetzung.  
Die Kölner Tanzszene baut immer wieder neue Verbindungen auf und entwickelt neue 
gemeinschaftsbasierte Netzwerke zum Austausch von Wissen und Erfahrung. 
Der Jour Fixe trifft sich weiterhin regelmäßig, wobei geplant ist, weitere definierte 
Räume für den Austausch zu schaffen und eine neue Arbeitsgruppe für Räume, die 
Tanz produzieren und präsentieren, entwickelt wird.  
 
Die Interessengemeinschaft Professionelles Tanztraining Köln (IG) wurde 
gegründet, um Fortbildungs- und Netzwerkmöglichkeiten für freischaffende 
Tänzer_innen zu schaffen und die Tanzszene im Raum Köln zu stärken. Dafür 
organisiert die IG ein tägliches, professionelles Tanztraining, sowie regelmäßige 
Workshops in Kooperation mit Tanz Köln und der Hochschule für Musik und Tanz 
Köln, mit lokalen, nationalen und internationalen Dozent_innen und Choreograf_innen. 
Durch die Unterstützung vom Kulturamt Köln und des NRW Landesbüro Darstellende 
Künste hat sich die Teilnahme im letzten Jahr verdoppelt und dadurch konnte sich 
dieses Format, welches in der Tanzfaktur stattfindet, etablieren.  
 
Dance Revolution ist eine Gruppe von freischaffenden Tanzschaffenden, 
Tänzer_innen und Choreograf_innen, die in Köln arbeitet und im April 2019 gegründet 
wurde. Die unabhängige Gruppe hat sich zum Ziel gesetzt, die Arbeit von jungen und 
mid-career professionellen Künstler_innen, die nicht an eine bestimmte Einrichtung, 
ein Produktionshaus, ein Theater oder eine Organisation gebunden sind, zu 
unterstützen. Dance Revolution hat etwa 20/25 Mitglieder und trifft sich alle zwei 
Monate. Die Gruppe ist ehrenamtlich tätig und arbeitet an kreativen Lösungen für die

Freie Tanzszene Köln - Bericht 2019                                                  
aktuellen Wünsche und Anliegen der einzelnen Künstler_innen. Die Gruppe ist ein 
unterstützendes Netzwerk, das sich gegenseitig mit Sichtbarkeit, Beratung, 
Arbeitsräumen, Organisation und Kommunikation mit den bestehenden Einrichtungen 
in der Stadt unterstützt. Die Gruppe basiert auf einem produktiven und respektvollen 
Diskurs und heißt Neuankömmlinge willkommen.  
 
Über das gesamte Jahr 2019 hinweg trafen sich die Tanzproduktions- und 
Präsentationsräume Tanzfaktur, Quartier am Hafen, Barnes Crossing, Ehrenfeld 
Studios, Kunsthaus Rhenania mit dem Landesbüro Tanz, um neue gemeinsame 
Aktionen zu Themen wie Sichtbarkeit, Publikumsentwicklung und was mit dem Depot 1 
passiert, wenn das Schauspiel Köln an den Offenbachplatz zurückkehrt, zu entwickeln. 
 
Tanzkünstler_innen betrachten die Vermittlung ihrer Arbeit und den Aufbau eines 
neuen Publikums und das Bewusstsein für die Kunst als einen wichtigen Teil der 
Praxis. Von öffentlichen Diskussionen nach und vor der Performance, über 
Einladungen zu Lehrveranstaltungen an Hochschulen bis hin zu Diskussionen über 
Politik und Geometrie und der Integration des Austauschs in städtische Räume 
engagieren sich die Kölner Tanzkünstler_innen aktiv in unterschiedlichen Communities 
und Themen. Die Szene begrüßt den neuen Referenten für Kulturelle Teilhabe. Köln ist 
auch die Heimat vieler professioneller Tänzer_innen, die nicht an eine Kompanie 
gebunden sind, die meisten von ihnen teilen ihr professionelles Leben mit 
Engagements in und außerhalb der Stadt. Ein weiterer Grund für die Existenz des 
Profitrainings - ein wertvolles Netzwerk- und Qualitätsmanagement-Tool für 
professionelle Tanzkünstler_innen. 
 
Ballet of Difference / Bühnen Köln. Die freie Szene begrüßt die Aufnahme einer 
neuen Tanzkompanie (Ballet of Difference) an den Bühnen Köln, findet die Ästhetik 
allerdings konservativ. Andere Fragen sind, warum es in Köln kein Vortanzen für die 
Compagnie gab? Wie kann man ein Bewusstsein für das gesamte Tanzangebot der 
Stadt schaffen? 
IG Profitraining sucht eine mögliche Kooperation mit der Kompanie, um ihr Training 2 
bis 4 Mal im Jahr für die freiberuflichen Tänzer_innen in Köln zu öffnen.  
 
Sichtbarkeit für den Tanz und Marketing ist immer noch eine große Frage. Die Szene 
fragt sich, welche Strategien die Stadt hat, um die Sichtbarkeit der Arbeit der freien 
Szene zu fördern? Sowohl für das lokale Publikum als auch für regionale und 
überregionale Besucher? 
 
Ein neues Format für die Förderung des Tanzes in der Stadt ist notwendig. Man 
schaue auf andere Städte wie z.B. München mit einem städtischen Tanzbüro. Auch auf 
regionaler Ebene ist mehr Vernetzung zwischen den Tanzpräsentationsräumen 
erwünscht, um Tourneemöglichkeiten für lokale Künstler_innen zu unterstützen. 
 
Bereits im Juni 2017 haben die Kölner Tanzakteur_innen dem Kulturamt die dringend 
notwendige Überarbeitung des Tanzförderkonzeptes angetragen. Die Kölner 
Tanzakteur_innen weisen noch einmal auf die Dringlichkeit der gemeinsamen 
Überarbeitung des Tanzförderkonzeptes hin, auch bei gemeinsamen Absprachen von 
Tanzakteur_innen und Kulturamt für die Terminplanung. Der im Jahr 2017 begonnene 
Prozess soll bis März 2020 abgeschlossen sein und ein transparentes 
Bewertungssystem der Förderinstrumente beinhalten, besonders im Hinblick auf 
Überlegungen des Kulturamts über Einschränkungen der Produktionszeiträume und 
Honorarzahlungen auf die Mindesthonorargrenzen zu beschränken. 
 
 
Autorschaft: Jour fixe Tanz, Köln.  Vertreten von Silvia Ehnis Perez Duarte & Douglas Bateman

Beratungsverlauf (2)

28.01.2020 Ausschuss Kunst und Kultur
TOP 2.1 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
03.03.2020 Integrationsrat
TOP 5.1 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
0127/2020
Typ
Mitteilung Ausschuss
Datum
20.01.2020
Erstellt
15.01.2020 14:46