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AN/1800/2023

Angsträume identifizieren und beseitigen

Gem. Antrag nach § 3 (SPD) 10.10.2023

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Nächste Beratung: Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern, Sitzung am 04.12.2023, TOP 2.1

Gem. Antrag nach § 3 (SPD)

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Gem. Antrag nach § 3 (SPD)

4825 Zeichen

SPD-Fraktion im Rat der Stadt Köln 
FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln 
 
 
An die Vorsitzende des Ausschusses  
für die Gleichstellung von Frauen und Männern 
Frau Teresa De Bellis-Olinger 
 
 
Frau Oberbürgermeisterin  
Henriette Reker    
 
 
 
 
Eingang beim Amt der Oberbürgermeisterin: 10.10.2023 
 
AN/1800/2023 
 
Antrag gem. § 3 der Geschäftsordnung des Rates 
Gremium Datum der Sitzung 
Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern 23.10.2023 
 
Angsträume identifizieren und beseitigen 
Sehr geehrte Frau Ausschussvorsitzende,  
sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,  
 
die antragstellenden Fraktionen bitten Sie, folgenden Antrag auf die Tagesordnung des Aus-
schusses für die Gleichstellung von Frauen und Männern am 23.10.2023 aufzunehmen: 
 
 
Beschluss:  
Die Verwaltung wird beauftragt, bis zum 2. Quartal 2024 ein „Angstraumkonzept“ in Zusam-
menarbeit mit Expert*innen der Zivilgesellschaft zu erstellen. Darin sollen sogenannte Angst-
räume, also Orte in der Stadt, die Unsicherheitsgefühle und Ängste insbesondere bei den als 
weiblich gelesenen Bürger*innen und anderen vulnerablen Personengruppen wecken, gelistet 
werden. Außerdem soll gezeigt werden, durch welche Maßnahmen eine Verbesserung am 
jeweiligen Ort erreicht werden könnte. Es sollen Kriterien erarbeitet und präsentiert werden, 
wie angsteinflößende Faktoren bei Planungen möglichst vermieden werden. Die Ergebnisse 
der Beauftragung sollen den Ausschüssen STEA, AVR, SoSeSe und AKUG und Integrations-
rat zur Kenntnis gegeben werden.  
 
 
Begründung:  
Unsicherheit beim Betreten oder auch nur im Vorübergehen, weder gute Fluchtwege noch 
Umgehungsmöglichkeiten, schlechte Beleuchtung oder Verunreinigungen usw. – das alles 
sind Faktoren, die dazu führen, dass Plätze, Straßen und Ecken als sogenannte Angsträume 
wahrgenommen werden. Beim Thema Angsträume belegen Studien, dass eine überproporti-
onale Betroffenheit von Frauen, Jugendlichen und älteren Menschen vorliegt.

- 2 - 
 
Wie man Angsträume identifiziert und beseitigt, beschäftigt die Kölner Stadtpolitik schon län-
ger. Zuletzt wurde durch eine Anfrage der SPD -Fraktion im Gleichstellungsausschuss be-
kannt, dass die Verwaltung immer noch nicht benennen kann, welche Orte in Köln als Angst-
räume gelten oder identifiziert wurden. Das verwundert, ist doch im ersten Kölner Gleichstel-
lungsaktionsplan 2016-2020 als Maßnahme Nr. 50 festgelegt, dass die Beleuchtung bzw. Be-
seitigung von Angsträumen im Stadtgebiet sukzessive optimiert wird. Eine Begründung der 
Verwaltung dafür, dass sogenannte Angsträume in Köln nicht gelistet werden, lautet, dass es 
keine klare Definition dafür gebe, was Angsträume sind. Dabei sind die Kreispolizeibehörden 
seit dem Jahr 2005 gehalten, Präsenzkonzeptionen zur Gewährleistung einer gezielten poli-
zeilichen Präsenz an Brennpunkten und in Angsträumen in ihre n Bezirken zu entwickeln. 
Angsträume sind dazu beschrieben als örtlich eng begrenzt und aus Sicht der Kreispolizeibe-
hörde eine qualitativ oder quantitativ nachvollziehbare Beeinträchtigung des Sicherheitsge-
fühls der Bevölkerung aufweisend. Auch in der Arbeitsgruppe Wiener Platz soll die Problematik 
„Angstraum“ durch eine Unterarbeitsgruppe bearbeitet werden. 
 
Ein gutes Vorbild, wie man das Thema Angsträume angehen kann, bietet Wuppertal. Diese 
arbeitet seit 2008 an der Beseitigung von Angsträumen und hat ein eigenes Angstraumkonzept 
aufgestellt. Zwar heißt es in diesem Konzept auch, dass es letztlich keine objektiven Kriterien 
geben könne, da angstauslösende Aspekte im öffentlichen Raum sehr subjektiv seien und sich 
auch bei verschiedenen Gruppen und Milieus Unterschiede fänden, aber trotzdem gebe es 
einige Faktoren, mit denen gearbeitet werden könne. 
 
Ein anderes Beispiel: Die Stadt Flensburg stellte im Februar 2018 ihren Einwohner*innen mit-
hilfe einer Postkartenaktion die Frage: „Wo sind Ihre Angsträume?“. Flensburger*innen wurde 
so die Möglichkeit eröffnet, subjektiv als unsicher empfundene Räume an die Stadtverwaltung 
zu melden. 
 
Klar ist: Die Identifizierung von und die Arbeit an Angsträumen lässt sich nur im ständigen 
Austausch mit den Menschen bewerkstelligen. Handlungsbedarf gibt es über die seit vielen 
Jahren bekannten großen Plätze mit besonderen Handlungsbedarf wie Ebertplatz, Wiener 
Platz, Neumarkt und Chlodwigplatz hinaus. Deshalb ist zuvorderst die Auflistung von Angst-
räumen in Köln zur Sichtb armachung des eigenständigen Problems vonnöten. Bei der Ent-
wicklung der Maßnahmen bedarf es natürlich einer engen Zusammenarbeit mit der Polizei und 
insbesondere auch mit den Verkehrsbetrieben – zumindest, was die tatsächliche räumliche 
Umgestaltung angeht.  
 
Mit freundlichen Grüßen 
 
gez. Christian Joisten     gez. Ulrich Breite 
SPD-Fraktionsvorsitzender    FDP-Fraktionsgeschäftsführer

Beratungsverlauf (1)

04.12.2023 Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern
TOP 2.1 Antrag / Anfrage Entscheidung

Beschluss: endgültig abgelehnt

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
AN/1800/2023
Typ
Gem. Antrag nach § 3 (SPD)
Datum
10.10.2023
Erstellt
10.10.2023 09:38