2425/2022
Einrichtung des neuen Bildungsganges "Fachkraft Küche" am Berufskolleg Ehrenfeld (BK 20) zum Schuljahr 2022/2023
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Beschlussvorlage Rat
6389 Zeichen
Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle IV/IV/2 Vorlagen-Nummer 2425/2022 Freigabedatum 11.08.2022 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Einrichtung des neuen Bildungsganges "Fachkraft Küche" am Berufskolleg Ehrenfeld (BK 20) zum Schuljahr 2022/2023 Beschlussorgan Rat Gremium Datum Beschluss: 1.) Der Rat beschließt gem. § 81 Abs. 2 Schulgesetz NRW (SchulG) i.V.m. APO-BK (Verordnung über die Ausbildung und Prüfung in den Bildungsgängen des Berufskollegs), Anlage A (Bil- dungsgänge der Berufsschule), die Errichtung von zwei Zügen des neuen 2 -jährigen Bil- dungsganges „Fachkraft Küche“ rückwirkend zum 01.08.2022 am Berufskolleg Ehrenfeld, Weinsbergstraße 72, 50823 Köln (BK 20). Gleichzeitig wird der Bildungs - bzw. Ausbildungs- gang „Koch/Köchin“ APO-BK Anlage A von 4 auf 2 Züge reduziert. 2.) Der Rat beauftragt die Verwaltung, bei der Bezirksregierung Köln umgehend nach Beschluss- fassung einen Antrag gemäß § 81 Abs. 3 Schulgesetz Nordrhein-Westfalen zur Genehmigung des Beschlusses zu stellen. 3.) Die sofortige Vollziehung dieses Beschlusses wird g em. § 80 Abs. 2 Ziffer. 4 Verwaltungsge- richtsordnung im öffentlichen Interesse angeordnet. Ausschuss Schule und Weiterbildung 22.08.2022 Rat 08.09.2022 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Auswirkungen auf den Klimaschutz Nein Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung) Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung) Begründung (1) Hintergrund Das Ministerium für Schule und Bildung hat in einem vorläufigen Bildungsplan die gastgewerblichen Berufe zum 01.08.2022 neu geordnet. Im Zuge dessen wurde auch der Beruf „Koch/Köchin“ neu ge- ordnet und mit neuem Bildungsplan versehen. Zusätzlich wurde der n eue 2-jährige Bildungsgang „Fachkraft Küche“ geschaffen. Der "Vorläufige Bildungsplan" für diese Ausbildungsberufe tritt am 1. August 2022 in Kraft. Adressaten des Bildungsganges „Fachkraft Küche“ sind die gleichen jungen Menschen, die vorher für die gastronomischen Ausbildungen gewonnen werden sollten. Bei vielen dieser jungen Menschen war die berufliche Wirklichkeit und die persönliche Leistungsfähig keit nicht passend für die in der Ausbildung zum Koch/zur Köchin angetroffenen höheren Anforderungen. Folge davon war, dass es zu Abbrüchen während der Ausbildung kam oder abschließende Prüfungen nicht erfolgreich absolviert wurden. Für genau diese Schüler *innen wurde der neue Bildungsgang „Fach- kraft Küche“ geschaffen. Der Bildungsgang „Koch/Köchin“ im Fachbereich Ernährungs- und Versorgungsmanagement am Be- rufskolleg Ehrenfeld ist bereits 4-zügig. Mit der Neu-Errichtung des Bildungsganges „Fachkraft Küche“ (2-zügig) soll die Zügigkeit des Bildungsganges „Koch/Köchin“ um zwei Züge reduziert werden, so- dass beide Bildungsgänge insgesamt 4-zügig verbleiben. Die Beschulung im neuen Bildungsgang wird gemeinsam mit dem Bildungsgang „Koch/Köchin“ erfol- gen, da die Lernfelder in den neuen Bildungsplänen vorausschauend synchronisiert wurden. Die Dauer der Ausbildung wird sich auf 2 Jahre mit jeweils 12 Wochenstunden (Teilzeit) belaufen. Bei erfolgreichem Abschluss „Fachkraft Küche“ kann ggf. unproblematisch das 3. Jahr zum Koch/zur Kö- chin angehangen werden. Weniger „Köche/Köchinnen“ und mehr „Fachkräfte“ in allen Schwerpunkten wird die Zukunft der Gast- ronomie sein. In den Kölner Betrieben wird mittlerweile viel auf Convenience -Produkte und auf mo- derne Techniken zurück gegriffen, die weniger in der klassischen Kochtätigkeit vorkommen. Daher wird die „Fachkraft Küche“ zunehmend an Bedeutung gewinnen. Zudem ermöglicht der Ausbildungs- gang, dass auch junge Leute mit weniger guter schulischer Vorbildung den Weg in die Gastronomie finden. Nach Rücksprache mit den Kölner Ausbildungsbetrieben ist von einer hohen Akzeptanz und Ausnutzung des neuen Bildungsganges „Fachkraft Küche“ auszugehen. (2) Beteiligung der Schulkonferenz Die Schulleitung des Berufskollegs Ehrenfeld hat am 31.05. 2022 einen Antrag auf Errich- tung/Änderung der Bildungsgänge „Fachkraft Küche“ und „Koch/Köchin“ eingereicht. Von der Zu- stimmung durch die Schule bzw. Schulkonferenz ist daher auszugehen. (3) Zur personellen und räumlichen Situation 3 Die erforderlichen Unterrichts- und Fachräume sowie die benötigte Ausstattung sind am Berufskolleg Ehrenfeld vorhanden. Die erforderlichen Lehrkräfte für den Bildungsgang sind vorhanden und werden durch die Reduktion des Bildungsganges „Koch/Köchin“ zur Verfügung gestellt. (4) Abstimmung mit den benachbarten Schulträgern § 80 Absatz 2 Schulgesetz NRW verpflichtet die Schulträger, in enger Zusammenarbeit und gegen- seitiger Rücksichtnahme auf ein regional ausgewogenes, vielfältiges und umfassendes Angebot zu achten und benachbarte Schulträger rechtzeitig anzuhören, die durch die Planungen in ihren Rechten betroffen sein können. Als benachbarte Schulträger sind Gemeinden zu verstehen, die unmittelbar an das Kölner Stadtgebiet angrenzen (Nachbargemeinden). Nach § 80 Absatz 7 Schulgesetz NRW in- formieren sich die Träger öffentlicher Schulen und die Träger von Ersatzschulen gegenseitig über ihre Planungen. Durch die Beibehaltung der Zügigkeit im Ausbildungsberuf „Koch/Köchin“ in Kombination mit dem Ausbildungsberuf „Fachkraft Küche“ und damit auch die Beibehaltung der potentiellen Schü- ler*innenzahlen verzichtet die Stadt Köln in diesem Fall auf die Abstimmung mit den Nachbarschul- trägern. Es kann davon ausgegangen werden, dass die Errichtung des Bildungsganges „Fachkraft Küche“ keine Auswirkungen auf die Nachbarschulträger hat. (5) Anordnung der sofortigen Vollziehung Es liegt im dringenden öffentlichen Interesse, dass der Schulträger nicht durch eingelegte Rechtsmit- tel Einzelner gegen die Änderung des Bildungsganges am Berufskolleg Ehrenfeld, Weinsbergstraße 72, 50823 Köln zu einem erheblichen finanziellen, personellen und organisatorischen Aufwand für die Dauer eines möglicherweise mehrjährigen juristischen Verfahrens gezwungen wird. Im Übrigen liegt es im Interesse der potentiellen Auszubildenden, frühzeitig Klarheit über das zukünftige Ausbildungs- angebot zu haben. Daher ist bei Ausführung des Beschlusses die sofortige Vollziehung gem. § 80 Abs. 2 Ziffer 4 Verwaltungsgerichtsordnung (besonderes öffentliches Interesse) anzuordnen. Anlage 1 Bildungsplan NRW_Küche
1 Entwurf Bildungsplan-NRW_Kueche (004)
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Vorläufiger Bildungsplan
Fachklassen des dualen Systems der Berufsausbildung,
die zum Berufsschulabschluss und
zum Mittleren Schulabschluss (Fachoberschulreife) oder
zur Fachhochschulreife führen
(Anlage A APO-BK)
Fachbereich:
Ernährungs- und Versorgungsmanagement
Köchin und Koch
Fachkraft Küche
Köchin und Koch
Fachkraft Küche
Entwurfsfassung Stand: 2022-05-16 Seite 2 von 50
Herausgegeben vom Ministerium für Schule und Bildung
des Landes Nordrhein-Westfalen
Völklinger Straße 49, 40221 Düsseldorf
XXXXX/2022
Köchin und Koch
Fachkraft Küche
Entwurfsfassung Stand: 2022-05-16 Seite 3 von 50
Erlass
Köchin und Koch
Fachkraft Küche
Entwurfsfassung Stand: 2022-05-16 Seite 4 von 50
Inhalt Seite
Vorbemerkungen ...................................................................................................................... 5
Teil 1 Die Fachklassen des dualen Systems der Berufsausbildung .................................. 7
1.1 Ziele, Fachbereiche und Organisationsformen ............................................................ 7
1.1.1 Ziele ............................................................................................................................. 7
1.1.2 Fachbereiche und Organisationsformen ....................................................................... 7
1.2 Zielgruppen und Perspektiven ..................................................................................... 8
1.2.1 Voraussetzungen, Abschlüsse, Berechtigungen ........................................................... 8
1.2.2 Anschlüsse und Anrechnungen .................................................................................... 8
1.3 Didaktisch-methodische Leitlinien .............................................................................. 9
1.3.1 Wissenschaftspropädeutik .......................................................................................... 10
1.3.2 Berufliche Bildung ..................................................................................................... 10
1.3.3 Didaktische Jahresplanung ......................................................................................... 10
Teil 2 Bildungsgänge der Fachklassen des dualen Systems der Berufsausbildung im
Fachbereich Ernährungs- und Versorgungsmanagement .................................... 11
2.1 Fachbereichsspezifische Ziele .................................................................................... 11
2.2 Die Bildungsgänge im Fachbereich ........................................................................... 11
2.3 Fachbereichsspezifische Kompetenzerwartungen ..................................................... 12
2.4 Fachbereichsspezifische Handlungsfelder und Arbeits- und Geschäftsprozesse ...... 13
2.5 Didaktisch-methodische Leitlinien des Fachbereichs ................................................ 14
Teil 3 Die Fachklasse des dualen Systems der Berufsausbildung: Köchin und Koch
sowie Fachkraft Küche ............................................................................................ 15
3.1 Beschreibung des Bildungsganges ............................................................................. 16
3.1.1 KMK-Rahmenlehrplan ............................................................................................... 16
3.1.2 Stundentafel ............................................................................................................... 40
3.1.3 Bündelungsfächer ....................................................................................................... 42
3.1.4 Darstellung von Anknüpfungsmöglichkeiten im Bildungsgang ................................ 44
3.2 Lernerfolgsüberprüfung ............................................................................................. 48
3.3 Anlage ........................................................................................................................ 49
3.3.1 Entwicklung und Ausgestaltung einer Lernsituation ................................................. 49
3.3.2 Vorlage für die Dokumentation einer Lernsituation .................................................. 50
Köchin und Koch
Fachkraft Küche
Entwurfsfassung Stand: 2022-05-16 Seite 5 von 50
Vorbemerkungen
Bildungspolitische Entwicklungen in Deutschland und Europa erfordern Transparenz und Ver-
gleichbarkeit von Bildungsgängen sowie von studien- und berufsqualifizierenden Abschlüssen.
Vor diesem Hintergrund erhalten alle Bildungspläne im Berufskolleg mit einer kompetenzba-
sierten Orientierung an Handlungsfeldern und zugehörigen Arbeits - und Geschäftsprozessen
eine einheitliche Struktur. Die konsequente Orientierung an Handlungsfeldern unterstreicht das
zentrale Ziel des Erwerbs beruflicher Handlungskompetenz und stärkt die Position des Berufs-
kollegs als attraktives Angebot im Bildungswesen.
Die Bildungspläne für das Berufskolleg bestehen aus drei Teilen. Teil 1 stellt die jeweiligen
Bildungsgänge, Teil 2 deren Ausprägung in einem Fachbereich und Teil 3 die Unterrichtsvor-
gaben in Fächern oder Lernfeldern dar. Die einheitliche Darstellung der Bildungsgänge folgt
der Struktur des Berufskollegs.
Alle Unterrichtsvorgaben werden nach einem einheitlichen System aus Anforde rungssituatio-
nen und zugehörigen kompetenzorientiert formulierten Zielen beschrieben. Das bietet die Mög-
lichkeit, in verschiedenen Bildungsgängen erreichbare Kompetenzen transparent und vergleich-
bar darzustellen, unabhängig davon, ob sie in Lernfeldern ode r Fächern strukturiert sind. Eine
konsequente Kompetenzorientierung des Unterrichts ermöglicht einen Anschluss in Beruf, Be-
rufsausbildung oder Studium und einen systematischen Kompetenzaufbau in den verschiede-
nen Bildungsgängen des Berufskollegs. Die durchlässige Gestaltung der Übergänge verbessert
die Effizienz von Bildungsverläufen.
Die Teile 1 bis 3 der Bildungspläne werden immer in einem Dokument veröffentlicht. Damit
wird sichergestellt, dass jede Lehrkraft umfassend informiert und für die Bildungsgang arbeit
im Team vorbereitet ist.
Gemeinsame Vorgaben für alle Bildungsgänge im Berufskolleg
Bildung und Erziehung in den Bildungsgängen des Berufskollegs gründen sich auf Werte, die
unter anderem im Grundgesetz, in der Landesverfassung und im Schulgesetz ve rankert sind.
Aus diesen gemeinsamen Vorgaben ergeben sich im Einzelnen folgende übergreifende Ziele:
Wertschätzung der Vielfalt und Verschiedenheit in der Bildung (Inklusion und Integration),
Entfaltung und Nutzung der individuellen Chancen und Begabungen (Individuelle Förde-
rung),
Sensibilisierung für die Wirkungen tradierter männlicher und weiblicher Rollenprägungen
und die Entwicklung alternativer Verhaltensweisen zur Förderung der Gleichstellung von
Frauen und Männern (Gender Mainstreaming),
Förderung von Gestaltungskompetenz für nachhaltige Entwicklung unter der gleichberech-
tigten Berücksichtigung von wirtschaftlichen, sozialen/gesellschaftlichen und ökologischen
Aspekten (Nachhaltigkeit) und
Unterstützung einer umfassenden Teilhabe an der digitalisierten Welt (Lernen im digitalen
Wandel).
Das pädagogische Leitziel aller Bildungsgänge des Berufskollegs ist in der Ausbildungs - und
Prüfungsordnung Berufskolleg (APO-BK) formuliert: „Das Berufskolleg vermittelt den Schü-
lerinnen und Schülern eine umfassende berufliche, gesellschaftliche und personale Handlungs-
kompetenz und bereitet sie auf ein lebensbegleitendes Lernen vor. Es qualifiziert die Schüle-
rinnen und Schüler, an zunehmend international geprägten Entwicklungen in Wirtschaft und
Gesellschaft teilzunehmen und diese aktiv mitzugestalten.“
Köchin und Koch
Fachkraft Küche
Entwurfsfassung Stand: 2022-05-16 Seite 6 von 50
Um dieses pädagogische Leitziel zu erreichen, muss eine umfassende Handlungskompetenz
systematisch entwickelt werden. Die Unterrichtsvorgaben orientieren sich in ihren Anforde-
rungssituationen und kompetenzorientiert for mulierten Zielen an der Struktur des Deutschen
Qualifikationsrahmens für lebenslanges Lernen (DQR)1 und nutzen dessen Kompetenzkatego-
rien. Die beiden Kategorien der Fachkompetenz und der personalen Kompetenz werden diffe-
renziert in Wissen und Fertigkeiten bzw. Sozialkompetenz und Selbstständigkeit.
Die Lehrkräfte eines Bildungsganges dokumentieren die zur Konkretisierung der Unterrichts-
vorgaben entwickelten Lernsituationen bzw. Lehr -/Lernarrangements in einer Didaktischen
Jahresplanung, die nach Schuljahren gegliedert ist.
Die so realisierte Orientierung der Bildungsgänge des Berufskollegs am DQR eröffnet die Mög-
lichkeit eines systematischen Kompetenzerwerbs, der Anschlüsse und Anrechnungen im ge-
samten Bildungssystem, insbesondere in Bildungsgängen des Beruf skollegs, der dualen Aus-
bildung und im Studium erleichtert.
1 Deutscher Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen (DQR) – verabschiedet vom Arbeitskreis Deutscher
Qualifikationsrahmen (AK DQR) am 22. März 2011 (s. www.deutscherqualifikationsrahmen.de)
Köchin und Koch
Fachkraft Küche
Entwurfsfassung Stand: 2022-05-16 Seite 7 von 50
Teil 1 Die Fachklassen des dualen Systems der Berufsausbildung
1.1 Ziele, Fachbereiche und Organisationsformen
1.1.1 Ziele
Die Berufsschule und die Ausbildungsbetriebe sind als gleichberechtigte Partner verantwortlich
für die Entwicklung berufsbezogener sowie berufsübergreifender Handlungskompetenz im
Rahmen der Berufsausbildung im dualen System.
Diese Handlungskompetenz umfasst den Erwerb einer umfassenden Handlungsfähigkeit in be-
ruflichen, aber auch privaten und gesellschaftlichen Situationen. Die Anforderungen der jewei-
ligen Ausbildungsberufe erfordern eine Kompetenzförderung, die von der selbstständigen fach-
lichen Aufgabenerfüllung in einem zum Teil offen strukturierten beruflichen Tätigkeitsfeld bis
hin zur selbstständigen Planung und Bearbeitung fachlicher Aufgabenstellungen in einem um-
fassenden, sich verändernden beruflichen Tätigkeitsfeld reichen kann und zur nachhaltigen Mit-
gestaltung der Arbeitswelt und Gesellschaft befähigt.
Durch die Förderung der Kompetenzen zum lebensbegleitenden Lernen sowie zur Flexibilität,
Reflexion und Mobilität sollen die jungen Menschen auf ein erfolgreiches Berufsleben in einer
sich wandelnden Wirtschafts- und Arbeitswelt auf nationaler und internationaler Ebene vorbe-
reitet werden.
Mit der Berufsfähigkeit kann auch der Erwerb studienbezogener Kompetenzen verbunden wer-
den.
1.1.2 Fachbereiche und Organisationsformen
Fachklassen des dualen Systems werden in sieben Fachbereichen des Berufskollegs angeboten.
Die insgesamt in Deutschland v erordneten Ausbildungsberufe1 sind entweder in Monoberufe
(ohne Spezialisierung) oder vielfach in Fachrichtungen, Schwerpunkte, Wahlqualifikationen
oder Einsatzgebiete differenziert. Dies wirkt sich zum Teil auf die Bildung der Fachklassen und
auch die Organisation des Unterrichts aus. Die Fachklassen werden in der Regel für die einzel-
nen Ausbildungsberufe als Jahrgangsklassen gebildet.
Der Unterricht in den Fachklassen erfolgt in den Bündelungsfächern des Berufes auf Grundlage
des Bildungsplans, der den KM K-Rahmenlehrplan mit den Lernfeldern übernimmt. Die Bil-
dungspläne der weiteren Fächer beschreiben die Ziele in Form von Anforderungssituationen.
Gemeinsam fördern die Bildungspläne die umfassende Kompetenzentwicklung im Beruf.
Der Unterricht umfasst 480 bis 560 Jahresstunden.1 Unter Berücksichtigung der Anforderungen
der ausbildenden Betriebe sowie der Leistungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler werden
von den Berufskollegs vielfältige Modelle der zeitli chen und inhaltlichen Verteilung des Un-
terrichts angeboten. In der Regel wird der Unterricht in Teilzeitform an einzelnen Wochenta-
gen, als Blockunterricht an fünf Tagen in der Woche oder in einer Verknüpfung der beiden
genannten Formen erteilt. Es besteht z. B. auch die Möglichkeit , den Unterricht auf einen re-
gelmäßig stattfindenden 10-stündigen Unterrichtstag und ergänzende Unterrichtsblöcke zu ver-
teilen, wenn ein integratives Bewegungs - und Ernährungskonzept zur Gesundheitsförderung
umgesetzt wird. Unter Beachtung des Gesamtunterrichtsvolumens sind in jedem Schuljahr min-
destens 320 Unterrichtsstunden zu erteilen; maximal 160 Unterrichtsstunden können jahrgangs-
übergreifend verlagert werden.
1 s. www.berufsbildung.nrw.de
Köchin und Koch
Fachkraft Küche
Entwurfsfassung Stand: 2022-05-16 Seite 8 von 50
Die Ausbildungsberufe im dualen System der Berufsausbildung werden mit zweijähriger, drei-
jähriger oder dreieinhalbjähriger Dauer verordnet. Die Ausbildungszeit kann für besonders leis-
tungsstarke bzw. förderbedürftige Auszubildende verkürzt bzw. verlängert werden. Je nach per-
sonellen, sachlichen und organisatorischen Voraussetzungen der Schule können eigene Klassen
für diese Schülerinnen und Schüler gebildet werden. Jugendliche mit voller Fachhochschulreife
oder allgemeiner Hochschulreife können im Rahmen entsprechender Kooperationsvereinba-
rungen zwischen Hochschulen und Berufskollegs parallel zur Berufsausbildung ein duales Stu-
dium beginnen. Für sie kann ein inhaltlich und hinsichtlich Umfang und Organisation abge-
stimmter Unterricht angeboten werden. Ebenso gibt es die Möglichkeit, parallel zur Berufsaus-
bildung bereits die Fachschule zum Erwerb eines Weiterbildungsabschlusses zu besuchen.
1.2 Zielgruppen und Perspektiven
1.2.1 Voraussetzungen, Abschlüsse, Berechtigungen
Für die einzelnen Ausbildungsberufe sind keine Eingangsvoraussetzungen festgelegt. Gleich-
wohl erwarten Betriebe branchenbezogen bestimmte schulische Abschlüsse von ihren zukünf-
tigen Auszubildenden. Der gleichzeitige Erwerb der Fachhochschulreife in den Bildungsgän-
gen der Fachklassen des dualen Systems setzt den Mittleren Schulabschluss oder die Berechti-
gung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe voraus.
Die duale Berufsausbildung endet mit einer Berufsabschlussprüfung vor der zuständigen Stelle
(Kammer). Unabhängig von dem Berufsabschluss (§ 37 ff. BBiG, § 31 ff. HwO) wird in der
Berufsschule der Berufsschulabschluss zuerkannt, wenn die Leistungen am Ende des Bildungs-
ganges den Anforderungen entsprechen.
Mit dem Berufsschulabschluss wird der Erweiterte Erste Schulabschluss, bei entsprechendem
Notendurchschnitt und dem Nachweis der notwendigen Englischkenntnisse der Mittlere Schul-
abschluss (Fachoberschulreife)1 zuerkannt. Es kann auch die Berechtigung zum Besuch der
gymnasialen Oberstufe erworben werden. Den Schülerinnen und Schülern wird die Fachhoch-
schulreife zuerkannt, wenn sie das erweiterte Unterrichtsangebot nach Anlage A 1.4 der APO-
BK wahrgenommen, den Berufsschulabschluss erworben und die Berufsabschlussprüfung so-
wie die Abschlussprüfung zur Erlangung der Fachhochschulreife bestanden haben. Schülerin-
nen und Schüler mit einem Ausbildungsverhältnis gem. § 66 BBiG oder § 42m HwO erhalten
bei erfolgreichem Besuch des Bildungsganges den Ersten Schulabschluss.
Stützunterricht zur Sicherung des Ausbildungsziels, der Erwerb von Zusatzqualifikationen oder
erweiterten Zusatzqualifikationen sowie der Erwerb der Fachhochschulreif e2 3 sind entspre-
chend dem Angebot des einzelnen Berufskollegs im Rahmen des Differenzierungsbereiches in
den Stundentafeln der einzelnen Ausbildungsberufe möglich.
1.2.2 Anschlüsse und Anrechnungen
Mit dem Berufsschulabschluss, dem Abschluss einer einschlägigen Berufsausbildung und einer
mindestens einjährigen Berufserfahrung können Absolventinnen und Absolventen der Berufs-
schule einen Bildungsgang der Fachschule besuchen. Dort kann ein Weiterbildungsabschluss
erworben werden. Der Besuch des Fachschulbildungsgan ges kann bereits parallel zur Berufs-
ausbildung beginnen. Dazu ist ebenfalls ein abgestimmtes Unterrichtsangebot erforderlich.
1 s. www.berufsbildung.nrw.de
2 s. Handreichung „Berufsabschluss und Fachhochschulreife in Fachklassen des dualen Systems“
3 s. Vereinbarung über den Erwerb der Fachhochschulreife in beruflichen Bildungsgängen, Beschluss der Kultus-
ministerkonferenz der Länder in der jeweils geltenden Fassung
Köchin und Koch
Fachkraft Küche
Entwurfsfassung Stand: 2022-05-16 Seite 9 von 50
Darüber hinaus besteht im Rahmen von Zusatzqualifikationen und erweiterten Zusatzqualifi-
kationen ein breites Spektrum an Qualifizi erungsmöglichkeiten auch mit Blick auf Fort - und
Weiterbildungsabschlüsse.
Sofern Schülerinnen und Schüler mit M ittlerem Schulabschluss die Fachhochschulreife nicht
bereits parallel zum Berufsschulbesuch in der Fachklasse erworben haben, können diese noch
während oder nach der Berufsausbildung die Fachoberschule Klasse 12 B besuchen und dort
die Fachhochschulreife erwerben.
Mit der Fachhochschulreife sind die Schülerinnen und Schüler berechtigt, ein Studium an einer
Fachhochschule aufzunehmen.
Weiterhin sind sie dazu berechtigt, die allgemeine Hochschulreife in einem weiteren Jahr in der
Fachoberschule Klasse 13 zu erwerben. Die allgemeine Hochschulreife berechtigt zur Auf-
nahme eines Studiums an einer Universität.
Die erworbenen Abschlüsse und Qualifikationen sind entsprechend dem DQR eingeordnet und
können auf Studiengänge angerechnet werden.
1.3 Didaktisch-methodische Leitlinien
Das Lernen in den Fachklassen des dualen Systems zielt auf die Entwicklung einer umfassen-
den Handlungskompetenz, die sich in der Fähi gkeit und Bereitschaft der Schülerinnen und
Schüler erweist, die erworbenen Fachkenntnisse und Fertigkeiten sowie persönlichen, sozialen
und methodischen Fähigkeiten direkt im betrieblichen Alltag in konkreten Handlungssituatio-
nen einzusetzen. Der handlung sorientierte Unterricht stellt systematisch die berufliche Hand-
lungsfähigkeit in den Vordergrund der Unterrichtsplanung und Unterrichtsgestaltung.
Kernaufgabe bei der Gestaltung des Unterrichts ist die Entwicklung, Realisation und Evaluation
von Lernsituationen. Das sind didaktisch aufbereitete thematische Einheiten, die sich zur Um-
setzung von Lernfeldern und Fächern aus beruflich, gesellschaftlich oder persönlich bedeutsa-
men Problemstellungen erschließen. Lernsituationen schließen Erarbeitungs-, Anwendungs-,
Übungs- und Vertiefungsphasen sowie Lernerfolgsüberprüfung ein und haben ein konkretes
Lernergebnis bzw. Handlungsprodukt.
Es gibt Lernsituationen, die
ausschließlich zur Umsetzung eines Lernfeldes entwickelt werden,
neben den Zielen und Inhalten eines Lernfeldes die Ziele und Inhalte eines oder mehrerer
weiterer Fächer integrieren,
ausschließlich zur Umsetzung eines einzelnen Faches generiert werden,
neben den Zielen und Inhalten eines Faches solche eines Lernfeldes oder weiterer Fächer
integrieren.
Lernsituationen ermöglichen im Rahmen einer vollständigen Handlung eine zielgerichtete, in-
dividuelle Kompetenzentwicklung. Dies bedeutet, sowohl die Vorgaben im berufsbezogenen
und berufsübergreifenden Lernbereich - soweit sinnvoll - miteinander verknüpft u mzusetzen,
als auch dabei eine möglichst konkrete Ausrichtung auf den jeweiligen Ausbildungsberuf zu
realisieren. Bei der Gestaltung von Lernsituationen über den Bildungsverlauf hinweg ist eine
zunehmende Komplexität der Aufgaben- und Problemstellungen zu realisieren, um eine plan-
volle Kompetenzentwicklung zu ermöglichen. Die individuelle Lernausgangslage von Schüle-
rinnen und Schülern in der Fachklasse des dualen Systems kann stark variieren. Bei der unter-
richtlichen Umsetzung von Lernfeldern, Anforderungssituationen und Zielformulierungen sind
Tiefe der Bearbeitung, Niveau der fachlichen und personellen Kompetenzförderung vor diesem
Hintergrund im Rahmen der Bildungsgangarbeit so zu berücksichtigen, dass für alle Schülerin-
nen und Schüler eine Kompetenzentwicklung ermöglicht wird.
Köchin und Koch
Fachkraft Küche
Entwurfsfassung Stand: 2022-05-16 Seite 10 von 50
1.3.1 Wissenschaftspropädeutik
Für ein erfolgreiches lebenslanges Lernen im Beruf, aber auch über den Berufsbereich hinaus
und im Studium werden die Schülerinnen und Schüler in der Berufsschule auch in die Lage
versetzt, beruflich kontex tuierte Aufgaben und Situationen mit Hilfe wissenschaftlicher Ver-
fahren und Erkenntnisse zu bewältigen, die Reflexion voraussetzen. Dabei ist es, in Abgrenzung
und notwendiger Ergänzung der betrieblichen Ausbildung, unverzichtbare Aufgabe der Berufs-
schule, die Arbeits- und Geschäftsprozesse im Rahmen der Handlungssystematik auch in den
Erklärungszusammenhang zugehöriger Fachwissenschaften zu stellen und gesellschaftliche
Entwicklungen zu reflektieren.
Die Vermittlung von berufsbezogenem Wissen, systemorientiertes vernetztes Denken und Han-
deln in komplexen und exemplarischen Situationen werden im Rahmen des Lernfeldkonzeptes
in einem handlungsorientierten Unterricht in besonderem Maße gefördert.
Durch geeignete Lernsituationen entwickeln die Schülerinnen und Schüler die Fähigkeit, eigene
Vorgehensweisen kritisch zu hinterfragen und Alternativen aufzuzeigen. Sie arbeiten selbst-
ständig, formulieren und analysieren eigenständig Problemstellungen, erfassen Komplexität
und wählen gezielt Methoden und Verfahren zur Informationsbeschaffung, Planung, Durchfüh-
rung und Reflexion.
1.3.2 Berufliche Bildung
Die Berufsausbildung im dualen System ist zielgerichtet auf den Erwerb einer umfassenden
beruflichen Handlungsfähigkeit. Am Ende des Bildungsganges sollen die Schülerinnen u nd
Schüler sich in ihrem Ausbildungsberuf sachgerecht durchdacht sowie individuell und sozial
verantwortlich verhalten und dementsprechend handeln können. Wichtige Grundlage für die
Tätigkeit als Fachkraft ist das aufeinander abgestimmte Lernen an mindestens zwei Lernorten,
welches berufsrelevantes Wissen und Können sowie ein reflektiertes Verständnis von Handeln
in beruflichen Zusammenhängen sicherstellt.
1.3.3 Didaktische Jahresplanung
Die Erarbeitung, Umsetzung, Reflexion und kontinuierliche Weiterentwicklung der Didakti-
schen Jahresplanung ist die zentrale Aufgabe einer dynamischen Bildungsgangarbeit. Unter
Verantwortung der Bildungsgangleitung sollen alle im Bildungsgang tätigen Lehrkräfte in den
Prozess eingebunden werden.
Die Didaktische Jahresplanung stellt das Ergebnis aller inhaltlichen, zeitlichen, methodischen
und organisatorischen Überlegungen zu Lernsituationen für den Bildungsgang dar. Sie
sollte - soweit möglich - gemeinsam mit dem dualen Partner entwickelt werden.1 Zumindest ist
es erforderlich, den dualen Partnern die geplante Kompetenzförderung ihrer Auszubildenden in
der Berufsschule transparent zu machen. Sie bietet allen Beteiligten und Interessierten verläss-
liche, übersichtliche Information über die Bildungsgangarbeit und ist Grundlage zur Qualitäts-
entwicklung und -sicherung.
Die Veröffentlichung „Didaktische Jahresplanung. Pragmatische Handreichung für die Fach-
klassen des dualen Systems“ gibt konkrete Hinweise zur Entwicklung, Dokumentation, Umset-
zung und Evaluation der Didaktischen Jahresplanung.2
1 s. www.berufsbildung.nrw.de
2 s. ebenda
Köchin und Koch
Fachkraft Küche
Entwurfsfassung Stand: 2022-05-16 Seite 11 von 50
Teil 2 Bildungsgänge der Fachklassen des dualen Systems der Be-
rufsausbildung im Fachbereich Ernährungs- und Versor-
gungsmanagement
2.1 Fachbereichsspezifische Ziele
Der Fachbereich Ernährungs- und Versorgungsmanagement umfasst eine Vielzahl unterschied-
licher Au sbildungsberufe im hauswirtschaftlichen und gastgewerblichen Dienstleistungsbe-
reich sowie im Lebensmittel produzierenden und Lebensmittel verarbeitenden Bereich.
Die Bildungsgänge der Fachklassen des dualen Systems der Berufsausbildung im Fachbereich
Ernährungs- und Versorgungsmanagement zielen auf eine umfassende Handlungskompetenz
in einem Ausbildungsberuf und bereiten so auf eine eigenverantwortliche Bewältigung beruf-
licher Tätigkeiten vor. Dazu gehört die systematische und konsequente Integration der Grunds-
ätze des Arbeits- und Gesundheitsschutzes sowie der Nachhaltigkeit. Zudem sollen die Schü-
lerinnen und Schüler zur Mitgestaltung der Arbeitswelt und Gesellschaft in sozialer, ökologi-
scher und ökonomischer Verantwortung befähigt werden.
2.2 Die Bildungsgänge im Fachbereich
In den Bildungsgängen der Fachklassen des dualen Systems der Berufsausbildung Anlage A
APO-BK werden Auszubildende in staatlich anerkannten Ausbildungsberufen unterrichtet. Es
gibt branchenspezifische wie auch branchenübergreifende Ausbildu ngsberufe. Sie werden im
Fachbereich Ernährungs- und Versorgungsmanagement ausschließlich mit zweijähriger oder
dreijähriger Dauer verordnet.
Die Unterrichtsfächer der Fachklassen des dualen Systems der Berufsausbildung sind drei Lern-
bereichen zugeordnet: dem berufsbezogenen Lernbereich, dem berufsübergreifenden Lernbe-
reich und dem Differenzierungsbereich.
Der berufsbezogene Lernbereich umfasst die Bündelungsfächer, die in der Regel über den ge-
samten Bildungsverlauf hinweg unterrichtet werden und jeweils m ehrere Lernfelder zusam-
menfassen. Die Fächer Fremdsprachliche Kommunikation und Wirtschafts- und Betriebslehre
sind ebenfalls dem berufsbezogenen Lernbereich zugeordnet.
Im Mittelpunkt stehen in der Regel ganzheitliche Produktions-, Versorgungs- und/oder Dienst-
leistungsprozesse. Bei der unterrichtlichen Umsetzung der Lernfelder in Lernsituationen wird
von betrieblichen/beruflichen Aufgabenstellungen ausgegangen, die handlungsorientiert bear-
beitet werden müssen. Kompetenzen in Fremdsprachen und interkulturel ler Kommunikation
zur Bewältigung beruflicher und privater Situationen sind unerlässlich. Fremdsprache ist in der
Regel mit einem im KMK-Rahmenlehrplan1 festgelegten Stundenanteil in den Lernfeldern in-
tegriert. Darüber hinaus werden in Abhängigkeit von dem jeweiligen Ausbildungsberuf 40 –
80 Unterrichtstunden im Fach Fremdsprachliche Kommunikation angeboten. Mathematik u nd
Datenverarbeitung sind in den Lernfeldern integriert.
Im berufsübergreifenden Lernbereich leisten die Fächer Deutsch/Kommunikation, Reli gions-
lehre und Politik/Gesellschaftslehre ihren spezifischen Beitrag zur Kompetenzentwicklung und
Identitätsbildung. In diesem Lernbereich werden u. a. Kommunikations- und Sprachkompetenz
und sinnstiftende Interpretationen zu Ökonomie, Gesellschaft, Technik und Mensch weiterent-
wickelt. Der Religionsunterricht hat darüber hinaus eine gesellschafts - und ökonomiekritische
Funktion. Das Fach Sport/Gesundheitsförderung hat sowohl ausgleichende als auch qualifizie-
rende Funktion, die auch eine Perspektive über den Schulbesuch hinaus eröffnet. Einerseits
1 s. Teil 3: KMK-Rahmenlehrplan, dort Teil IV
Köchin und Koch
Fachkraft Küche
Entwurfsfassung Stand: 2022-05-16 Seite 12 von 50
wird dazu der Umgang mit spezifischen Belastungen in den Berufen des Fachbereichs Ernäh-
rungs- und Versorgungsmanagement aufgegriffen, andererseits leistet das Fach einen Beitrag
zur Einübung und Festigung eines reflektierten Sozialverhaltens.
Auch der Unterricht in den nicht nach Lernfeldern strukturierten Fächern soll über den Fach-
bereichsbezug hinaus soweit wie möglich auf den Kompetenzerwerb in dem jeweiligen Beruf
ausgerichtet werden. Sofern Lerngruppen mit Schü lerinnen und Schülern mehrerer Ausbil-
dungsberufe des Fachbereichs zum Erwerb der Fachhochschulreife gebildet werden, ist dies
nur eingeschränkt im Rahmen von Binnendifferenzierung realisierbar.
Der Differenzierungsbereich dient der Ergänzung, Erweiterung und Vertiefung von Kenntnis-
sen, Fähigkeiten und Fertigkeiten entsprechend der individuellen Fähigkeiten und Neigungen
der Schülerinnen und Schüler. In Fachklassen des dualen Systems der Berufsausbildung kom-
men insbesondere folgende Angebote in Betracht:
Vermittlung von Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten zur Sicherung des Ausbil-
dungserfolges durch Stützunterricht oder erweiterten Stützunterricht,
Vermittlung berufs- und arbeitsmarktrelevanter Zusatzqualifikationen oder erweiterter Zu-
satzqualifikationen,
Vermittlung der Fachhochschulreife.
Zur Vermittlung der Fachhochschulreife wird auf die „Handreichung zum Erwerb der Fach-
hochschulreife in den Fachklassen des dualen Systems (Doppelqualifikation)“ 1 verwiesen, die
auch Hinweise gibt, wie und in welchem Um fang der Unterricht in Fremdsprachlicher Kom-
munikation und weiteren Fächern, im berufsbezogenen Lernbereich und der Unterricht in
Deutsch/Kommunikation im berufsübergreifenden Lernbereich mit den Angeboten im Diffe-
renzierungsbereich verknüpft und auf diese angerechnet werden können.
2.3 Fachbereichsspezifische Kompetenzerwartungen
Spezifische Anforderungen der Arbeit im Fachbereich Ernährungs - und Versorgungsmanage-
ment sind
Analyse der Bedürfnisse und Wünsche von Gästen, Kundinnen und Kunden oder Klientin-
nen und Klienten,
personenbezogene Kommunikations- und Beratungskompetenz,
fachgerechtes Planen, Ausführen, Dokumentieren und Reflektieren umfassender berufli-
cher Tätigkeiten und Dienstleistungen,
Nutzung technischer Hilfsmittel und Geräte,
Berücksichtigung der Anforderungen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes,
Beachtung der Prinzipien der Nachhaltigkeit,
Kenntnis typischer physischer und psychischer Belastungen,
flexibles, verantwortungsbewusstes und selbstständiges Handeln,
Arbeit im (multiprofessionellen) Team,
Einhalten der Grenzen eigener Zuständigkeit und Kompetenzen.
1 s. www.berufsbildung.nrw.de
Köchin und Koch
Fachkraft Küche
Entwurfsfassung Stand: 2022-05-16 Seite 13 von 50
2.4 Fachbereichsspezifische Handlungsfelder und Arbeits- und Geschäfts-
prozesse
Die Handlungsfelder beschreiben zusammengehörige Arbeits- und Geschäftsprozesse im Fach-
bereich Ernährungs- und Versorgungsmanagement. In der folgenden Übersicht sind die in den
Fachklassen des dualen Systems im Fachbereich Ernährungs - und Versorgungsmanagement
relevanten Arbeits- und Geschäftsprozesse aufgeführt.
Sie sind mehrdimensional, indem berufliche, gesellschaft liche und individuelle Problemstel-
lungen miteinander verknüpft und Perspektivwechsel zugelassen werden.
Im Verlauf der Berufsausbildung werden die Handlungsfelder und Arbeits- und Geschäftspro-
zesse je nach Ausbildungsberuf in Anzahl, Umfang und Tiefe in unterschiedlicher Weise durch-
drungen. Die konkreten Hinweise darauf, welche Handlungsfelder sowie Arbeits - und Ge-
schäftsprozesse im speziellen Ausbildungsberuf jeweils von Bedeutung sind, erfolgen in Teil 3
dieses Bildungsplanes.
Handlungsfeld 1: Betriebliches Management
Arbeits- und Geschäftsprozesse (AGP)
Unternehmensgründung
Unternehmensführung
Aufbau- und Ablauforganisation
Anwendung rechtlicher Bestimmungen
Sicherstellung der Prozessqualität
Controlling
Handlungsfeld 2: Produktion
AGP
Herstellung und Verarbeitung von Lebensmitteln
Verpflegungsangebote
Dienstleistungsangebote
Sicherstellung der Produkt- und Dienstleistungsqualität
Handlungsfeld 3: Warenwirtschaft
AGP
Beschaffung
Lagerung
Sicherung der Warenqualität
Handlungsfeld 4: Personenorientierung
AGP
Bedarfsanalyse
Nachfrage- und bedarfsgerechtes Angebot
Kommunikation
Beschwerdemanagement
Köchin und Koch
Fachkraft Küche
Entwurfsfassung Stand: 2022-05-16 Seite 14 von 50
Handlungsfeld 5: Vermarktung
AGP
Analyse von Kundenbedürfnissen
Entwicklung und Evaluation von Marketingkonzepten (und Ver-
marktungsstrategien)
Nutzung absatzpolitischer Instrumente
Verbraucherschutz
2.5 Didaktisch-methodische Leitlinien des Fachbereichs
Um berufliche Handlungskompetenz zu entwickeln bedarf es der Lösung zunehmend komple-
xer werdender Problemstellungen in einem spiralcurricular a ngelegten Unterricht. Die Orien-
tierung an realitätsnahen betrieblichen/beruflichen Arbeitsaufgaben als Ausgangspunkt für
Lernsituationen verlangt eine konsequente Gestaltung entlang der Phasen handlungsorientier-
ten Unterrichts. In diesem Rahmen können betr iebliche Arbeits- und Geschäftsprozesse ge-
danklich durchdrungen, simuliert oder entsprechend vorhandener Fachraumausstattungen im
Unterricht umgesetzt werden. Vor diesem Hintergrund ist die Lernortkooperation und die Ab-
stimmung der Didaktischen Jahresplanung mit dem dualen Partner wesentliche Grundlage der
Entwicklung umfassender beruflicher Handlungskompetenz der Schülerinnen und Schüler.
Die zunehmende Globalisierung, die Notwendigkeit Arbeits- und Geschäftsprozesse nachhaltig
zu gestalten, aber auch die kommunikativen Anforderungen an zukünftige Fach- und Führungs-
kräfte machen gemeinsame Lernsituationen mit den Fächern des berufsübergreifenden Lernbe-
reichs sowie mit den Fächern Fremdsprachliche Kommunikation und Wirtschafts - und Be-
triebslehre zu unverzichtbaren Elementen Didaktischer Jahresplanungen für Berufe des Fach-
bereiches Ernährungs- und Versorgungsmanagement.
Köchin und Koch
Fachkraft Küche
Entwurfsfassung Stand: 2022-05-16 Seite 15 von 50
Teil 3 Die Fachklassen des dualen Systems der Berufsausbildung:
Köchin und Koch sowie Fachkraft Küche
Grundlagen für die Ausbildung in diesem Ausbildungsberuf sind
die geltende Verordnung über die Berufsausbildung vom Fehler! Verweisquelle konnte
nicht gefunden werden., veröffentlicht im Bundesgesetzblatt Fehler! Verweisquelle
konnte nicht gefunden werden. (Köchin und Koch) bzw. vom Fehler! Verweisquelle
konnte nicht gefunden werden., veröffentlicht im Bundesgesetzblatt Fehler! Verweis-
quelle konnte nicht gefunden werden. (Fachkraft Küche)1 2 und
der Rahmenlehrplan der Ständigen Konferenz der Kultusminister und -senatoren der Län-
der (KMK-Rahmenlehrplan) für den jeweiligen Ausbildungsberuf.3
Die Verordnung über die Berufsausbildung gemäß §§ 4 und 5 BBiG bzw. 25 und 26 HWO
beschreibt die Berufsausbildungsanforderungen. Sie ist vom zuständigen Fachministerium des
Bundes im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung erlassen.
Der mit der Verordnung über die Berufsausbildung abgestimmte KMK -Rahmenlehrplan ist
nach Lernfeldern strukturiert. Er basiert auf den Anforderungen des Berufes 4 sowie dem Bil-
dungsauftrag der Berufsschule und zielt auf die Entwicklung umfassender Handlungsk ompe-
tenz.
Der vorliegende Bildungsplan ist durch Erlass des Ministeriums für Schule und Bildung (MSB)
in Kraft gesetzt worden. Er übernimmt den KMK -Rahmenlehrplan mit den Lernfeldern, ihren
jeweiligen Kernkompetenzformulierungen und Hinweisen zur Gestaltung ganzheitlicher Lern-
situationen als Mindestanforderungen. Er enthält darüber hinaus Vorgaben für den Unterricht
und die Zusammenarbeit der Lernbereiche gemäß der Verordnung über die Ausbildung und
Prüfung in den Bildungsgängen des Berufskollegs (Ausbildungs- und Prüfungsordnung Berufs-
kolleg – APO-BK) vom 1. August 2015 in der jeweils gültigen Fassung.
Für den gleichzeitigen Erwerb der Fachhochschulreife neben der beruflichen Qualifikation des
Ausbildungsberufs müssen die Standards der Kultusministerkonfe renz in den Fächern
Deutsch/Kommunikation, Englisch und in den Fächern des naturwissenschaftlich -technischen
Bereichs5 erfüllt sein.
1 Hrsg.: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Köln
2 s. www.berufsbildung.nrw.de
3 s. Kapitel 3.1.1 des Bildungsplans
4 s. „Berufsbezogene Vorbemerkungen“ (Kapitel IV des KMK-Rahmenlehrplans) und „Berufsbild“ (Bundesinsti-
tut für Berufsbildung [www.bibb.de])
5 s. Vereinbarung über den Erwerb der Fachhochschulreife in beruflichen Bildungsgängen, Beschluss der Kultus-
ministerkonferenz der Länder in der jeweils geltenden Fassung.
Köchin und Koch
Fachkraft Küche
Entwurfsfassung Stand: 2022-05-16 Seite 16 von 50
3.1 Beschreibung des Bildungsganges
3.1.1 KMK-Rahmenlehrplan
R A H M E N L E H R P L A N
für den Ausbildungsberuf
Köchin und Koch
Fachkraft Küche1 2
(Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 17.12.2021)
1 Hrsg.: Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deuts chland,
Bonn
2 s. www.berufsbildung.nrw.de
Köchin und Koch
Fachkraft Küche
Entwurfsfassung Stand: 2022-05-16 Seite 17 von 50
Teil I Vorbemerkungen
Dieser Rahmenlehrplan für den berufsbezogenen Unterricht der Berufsschule ist durch die
Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder beschlossen worden und mit der entsp re-
chenden Ausbildungsordnung des Bundes (erlassen vom Bundesministerium für Wirtschaft
und Energie oder dem sonst zuständigen Fachministerium im Einvernehmen mit dem Bundes-
ministerium für Bildung und Forschung) abgestimmt.
Der Rahmenlehrplan baut grundsätzlich auf dem Niveau des Ersten Schulabschlusses bzw. ver-
gleichbarer Abschlüsse auf. Er enthält keine methodischen Festlegungen für den Unterricht.
Der Rahmenlehrplan beschreibt berufsbezogene Mindestanforderungen im Hinblick auf die zu
erwerbenden Abschlüsse.
Die Ausbildungsordnung des Bundes und der Rahmenlehrplan der Kultusministerkonferenz
sowie die Lehrpläne der Länder für den berufsübergreifenden Lernbereich regeln die Ziele und
Inhalte der Berufsausbildung. Auf diesen Grundlagen erwerben die Schüler u nd Schülerinnen
den Abschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf sowie den Abschluss der Berufsschule.
Die Länder übernehmen den Rahmenlehrplan unmittelbar oder setzen ihn in eigene Lehrpläne
um. Im zweiten Fall achten sie darauf, dass die Vorgaben des Rahmenlehrplanes zur fachlichen
und zeitlichen Abstimmung mit der jeweiligen Ausbildungsordnung erhalten bleiben.
Köchin und Koch
Fachkraft Küche
Entwurfsfassung Stand: 2022-05-16 Seite 18 von 50
Teil II Bildungsauftrag der Berufsschule
Die Berufsschule und die Ausbildungsbetriebe erfüllen in der dualen Berufsausbildung ein en
gemeinsamen Bildungsauftrag.
Die Berufsschule ist dabei ein eigenständiger Lernort, der auf der Grundlage der Rahmenver-
einbarung über die Berufsschule (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 12.03.2015 in
der jeweils geltenden Fassung) agiert. Sie arbeitet als gleichberechtigter Partner mit den ande-
ren an der Berufsausbildung Beteiligten zusammen und hat die Aufgabe, den Schülern und
Schülerinnen die Stärkung berufsbezogener und berufsübergreifender Handlungskompetenz zu
ermöglichen. Damit werden die Schüler und Schülerinnen zur Erfüllung der Aufgaben im Beruf
sowie zur nachhaltigen Mitgestaltung der Arbeitswelt und der Gesellschaft in sozialer, ökono-
mischer, ökologischer und individueller Verantwortung, insbesondere vor dem Hintergrund
sich wandelnder Anforderun gen, befähigt. Das schließt die Förderung der Kompetenzen der
jungen Menschen
- zur persönlichen und strukturellen Reflexion,
- zum verantwortungsbewussten und eigenverantwortlichen Umgang mit zukunftsorientierten
Technologien, digital vernetzten Medien sowie Daten- und Informationssystemen,
- in berufs- und fachsprachlichen Situationen adäquat zu handeln,
- zum lebensbegleitenden Lernen sowie zur beruflichen und individuellen Flexibilität zur Be-
wältigung der sich wandelnden Anforderungen in der Arbeitswelt und Gesellschaft,
- zur beruflichen Mobilität in Europa und einer globalisierten Welt
ein.
Der Unterricht der Berufsschule basiert auf den für jeden staatlich anerkannten Ausbildungs-
beruf bundeseinheitlich erlassenen Ordnungsmitteln. Darüber hinaus gelten die für die Berufs-
schule erlassenen Regelungen und Schulgesetze der Länder.
Um ihren Bildungsauftrag zu erfüllen, muss die Berufsschule ein differenziertes Bildungsan-
gebot gewährleisten, das
- in didaktischen Planungen für das Schuljahr mit der betrieblichen Ausbildung abgestimmte
handlungsorientierte Lernarrangements entwickelt,
- einen Unterricht mit entsprechender individueller Förderung vor dem Hintergrund unter-
schiedlicher Erfahrungen, Fähigkeiten und Begabungen aller Schüler und Schülerinnen er-
möglicht,
- ein individuelles und selbstorganisiertes Lernen in der digitalen Welt fördert,
- eine Förderung der bildungs-, berufs- und fachsprachlichen Kompetenz berücksichtigt,
- eine nachhaltige Entwicklung der Arbeits - und Lebenswelt und eine selbstbestimmte Teil-
habe an der Gesellschaft unterstützt,
- für Gesunderhaltung und Unfallgefahren sensibilisiert,
- einen Überblick über die Bildungs - und beruflichen Entwicklungsperspektiven einschließ-
lich un ternehmerischer Selbstständigkeit aufzeigt, um eine selbstverantwortliche Berufs -
und Lebensplanung zu unterstützen,
- an den relevanten wissenschaftlichen Erkenntnissen und Ergebnissen im Hinblick auf Kom-
petenzentwicklung und Kompetenzfeststellung ausgerichtet ist.
Zentrales Ziel von Berufsschule ist es, die Entwicklung umfassender Hand lungskompetenz zu
fördern. Handlungskompetenz wird verstanden als die Bereitschaft und Befähigung des Einzel-
nen, sich in beruflichen, gesellschaftlichen und privaten Situationen sachgerecht durchdacht
sowie individuell und sozial verantwortlich zu verhalten.
Köchin und Koch
Fachkraft Küche
Entwurfsfassung Stand: 2022-05-16 Seite 19 von 50
Handlungskompetenz entfaltet sich in den Dimensionen von Fachkompetenz, Selbstkompe-
tenz und Sozialkompetenz.
Fachkompetenz
Bereitschaft und Fähigkeit, auf der Grundlage fachlichen Wissens und Könnens Aufgaben und
Probleme zielorientiert, sachgerecht, methodengeleitet und selbstständig zu lösen und das Er-
gebnis zu beurteilen.
Selbstkompetenz1
Bereitschaft und Fähigkeit, als individuelle Persönlichkeit die Entwicklungschancen, Anforde-
rungen und Einschränkungen in Familie, Beruf und öffentlichem Leben zu k lären, zu durch-
denken und zu beurteilen, eigene Begabungen zu entfalten sowie Lebenspläne zu fassen und
fortzuentwickeln. Sie umfasst Eigenschaften wie Selbstständigkeit, Kritikfähigkeit, Selbstver-
trauen, Zuverlässigkeit, Verantwortungs- und Pflichtbewusstsein. Zu ihr gehören insbesondere
auch die Entwicklung durchdachter Wertvorstellungen und die selbstbestimmte Bindung an
Werte.
Sozialkompetenz
Bereitschaft und Fähigkeit, soziale Beziehungen zu leben und zu gestalten, Zuwendungen und
Spannungen zu erfassen und zu verstehen sowie sich mit anderen rational und verantwortungs-
bewusst auseinanderzusetzen und zu verständigen. Hierzu gehört insbesondere auch die Ent-
wicklung sozialer Verantwortung und Solidarität.
Methodenkompetenz, kommunikative Kompetenz und Ler nkompetenz sind immanenter Be-
standteil von Fachkompetenz, Selbstkompetenz und Sozialkompetenz.
Methodenkompetenz
Bereitschaft und Fähigkeit zu zielgerichtetem, planmäßigem Vorgehen bei der Bearbeitung von
Aufgaben und Problemen (zum Beispiel bei der Planung der Arbeitsschritte).
Kommunikative Kompetenz
Bereitschaft und Fähigkeit, kommunikative Situationen zu verstehen und zu gestalten. Hierzu
gehört es, eigene Absichten und Bedürfnisse sowie die der Partner wahrzunehmen, zu verstehen
und darzustellen.
Lernkompetenz
Bereitschaft und Fähigkeit, Informationen über Sachverhalte und Zusammenhänge selbststän-
dig und gemeinsam mit anderen zu verstehen, auszuwerten und in gedankliche Strukturen ein-
zuordnen. Zur Lernkompetenz gehört insbesondere auch die Fähigkeit und Bereitschaft, im Be-
ruf und über den Berufsbereich hinaus Lerntechniken und Lernstrategien zu entwickeln und
diese für lebenslanges Lernen zu nutzen.
1 Der Begriff „Selbstkompetenz“ ersetzt den bisher verwendeten Begriff „Humankompetenz“. Er berücksichtigt
stärker den spezifischen Bildungsauftrag der Berufsschule und greift die Systematisierung des DQR auf.
Köchin und Koch
Fachkraft Küche
Entwurfsfassung Stand: 2022-05-16 Seite 20 von 50
Teil III Didaktische Grundsätze
Um dem Bildungsauftrag der Berufsschule zu entsprechen werden die jungen Menschen zu
selbstständigem Planen, Durchführen und Beurteilen von Arbeitsaufgaben im Rahmen ihrer
Berufstätigkeit befähigt.
Lernen in der Berufsschule zielt auf die Entwicklung einer umfassenden Handlungskompetenz.
Mit der didaktisch begründeten praktisc hen Umsetzung - zumindest aber der gedanklichen
Durchdringung - aller Phasen einer beruflichen Handlung in Lernsituationen wird dabei Lernen
in und aus der Arbeit vollzogen.
Handlungsorientierter Unterricht im Rahmen der Lernfeldkonzeption orientiert sich prioritär an
handlungssystematischen Strukturen und stellt gegenüber vorrangig fachsystematischem Un-
terricht eine veränderte Perspektive dar. Nach lerntheoretischen und didaktischen Erkenntnis-
sen sind bei der Planung und Umsetzung handlungsorientierten Un terrichts in Lernsituationen
folgende Orientierungspunkte zu berücksichtigen:
- Didaktische Bezugspunkte sind Situationen, die für die Berufsausübung bedeutsam sind.
- Lernen vollzieht sich in vollständigen Handlungen, möglichst selbst ausgeführt oder zumin-
dest gedanklich nachvollzogen.
- Handlungen fördern das ganzheitliche Erfassen der beruflichen Wirklichkeit in einer zuneh-
mend globalisierten und digitalisierten Lebens - und Arbeitswelt (zum Beispiel ökonomi-
sche, ökologische, rechtliche, technische, sicherheits technische, berufs-, fach- und fremd-
sprachliche, soziale und ethische Aspekte).
- Handlungen greifen die Erfahrungen der Lernenden auf und reflektieren sie in Bezug auf
ihre gesellschaftlichen Auswirkungen.
- Handlungen berücksichtigen auch soziale Prozesse, z um Beispiel die Interessenerklärung
oder die Konfliktbewältigung, sowie unterschiedliche Perspektiven der Berufs- und Lebens-
planung.
Köchin und Koch
Fachkraft Küche
Entwurfsfassung Stand: 2022-05-16 Seite 21 von 50
Teil IV Berufsbezogene Vorbemerkungen
Der vorliegende Rahmenlehrplan für die Berufsausbildung zur Fachkraft Küche ist mit der vor-
liegenden Verordnung über die Berufsausbildung vom 09. März 2021 (BGBI.I. S. 389) sowie
mit der vorliegenden Verordnung über die Berufsausbildung zum Koch und zur Köchin vom
09. März 2021 (BGBI.I. S. 398) abgestimmt.
Der Rahmenlehrplan für den Ausb ildungsberuf Koch/Köchin (Beschluss der KMK vom
05.12.1997) wird durch den vorliegenden Rahmenplan aufgehoben.
Die für den Prüfungsbereich Wirtschafts - und Sozialkunde erforderlichen Kompetenzen wer-
den auf der Grundlage des „Kompetenzorientierten Qualifikationsprofils für den Unterricht der
Berufsschule im Bereich Wirtschafts - und Sozialkunde gewerblich -technischer Ausbildungs-
berufe“ (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 17.06.2021) vermittelt.
In Ergänzung des Berufsbildes (Bundesinstitut für Berufsbi ldung unter http://www.bibb.de)
sind folgende Aspekte im Rahmen des Berufsschulunterrichtes bedeutsam:
Die Berufe Fachkraft Küche sowie Koch und Köchin sind gekennzeichnet durch ein attraktives
und modernes Berufsbild von gesellschaftlicher und wirtschaft licher Bedeutung. Ein weiteres
prägendes Merkmal ist die Vielfalt der gastronomischen Betriebe, wie Cafés und Bars, Restau-
rants und Hotelrestaurants in Städten und im ländlichen Raum, Ausflugsgaststätten, Catering-
betrieben, systemgastronomische Unternehmen , Betriebsrestaurants, Betriebe der Verkehrs -
und Handelsgastronomie sowie Veranstaltungs- und Erlebnisgastronomie. Im Anschluss an die
Ausbildung bieten sich vielfältige berufliche Perspektiven im In - und Ausland an. Auch der
Weg in die berufliche Selbständigkeit ist attraktiv.
In beiden Berufen kümmern sich die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen um das Wohlbefinden
der Gäste. Sie lenken Warenflüsse und wirken bei der Lagerhaltung mit. Sie wählen Lebens-
mittel nach ernährungsphysiologischen, sensorischen und technologischen Eigenschaften aus.
Sie berechnen Warenmengen und Rezepturen. Sie bereiten unter Verwendung verschiedener
Vorbereitungsarbeiten und Garverfahren Speisen zu und präsentieren diese gastorientiert. Bei
ihren Tätigkeiten berücksichtigen sie Hygi enestandards, das Lebensmittelrecht und den Ar-
beits- und Gesundheitsschutz.
Darüber hinaus ist der Koch und die Köchin für das Planen und Durchführen von Veranstaltun-
gen zuständig. Sie beraten Gäste und berücksichtigen bei der Speisen- und Menüauswahl deren
Wünsche und Bedürfnisse. Sie setzen Vorgaben der Personal - und Kostenplanung um und re-
flektieren das Ergebnis aus betriebswirtschaftlicher Sicht. Damit tragen sie zum Erfolg des Un-
ternehmens bei.
Alle Ausbildungsberufe des Hotel- und Gaststättenbereichs erhalten im ersten Ausbildungsjahr
eine gemeinsame fachliche Grundbildung. Somit werden die Lernfelder 1 bis 5 im ersten Lehr-
jahr berufsübergreifend mit den Berufen Hotelfachmann und Hotelfachfrau, Kaufmann für Ho-
telmanagement und Kauffrau für Hotelmanagement, Fachmann für Restaurants und Veranstal-
tungsgastronomie und Fachfrau für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie, Fachmann für
Systemgastronomie und Fachfrau für Systemgastronomie sowie Fachkraft für Gastronomie be-
schult.
Im zweiten Ausbildungsjahr wird für die Berufe Koch und Köchin sowie Fachkraft Küche eine
gemeinsame Fachbildung angeboten.
Die Ausbildung gliedert sich in zwei Ausbildungsphasen von je 18 Monaten. Die Kompetenzen
der Lernfelder 1-8 des Rahmenlehrplans sind mit den Qualifikationen der Ausbildungsordnung
abgestimmt und somit Grundlage für den Teil 1 der gestreckten Abschlussprüfung. Hierbei ist
bei der zeitlichen Planung der Lernfelder im zweiten Ausbildungsjahr zu berücksichtigen, dass
die Inhalte der Lernfelder LF6: Suppen und Saucen herstellen und präsentieren, LF7: Gerichte
Köchin und Koch
Fachkraft Küche
Entwurfsfassung Stand: 2022-05-16 Seite 22 von 50
aus Fleischteilen herstellen und präsentieren und LF8: Gerichte aus Fisch herstellen und prä-
sentieren Grundlage für die Gestreckte Abschlussprüfung Teil 1 sind und damit zu Beginn des
zweiten Jahres unterrichtet werden müssen.
Schülerinnen und Schüler, die als Fachkraft Küche ausgebildet werden, schließen diese beruf-
liche Ausbildung bereits nach zwei Jahren ab. Sie haben die Möglichkeit, ihre Ausbildung um
ein Jahr „berufliche Fachbildung“ zu ergänzen und dann als Koch und Köchin abzuschließen.
Die Aufgabe des berufsbezogenen Unterrichts in der Berufsschule ist es, den Schülerinnen und
Schülern den Erwerb einer fundierten beruflichen Handlungskompetenz zu ermöglichen. Typi-
sche Handlungsfelder sind die Zubereitung und Präsentation von Speisen, die Organisation der
Küche und die Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen.
Die Lernfelder orientieren sich an diesen beruflichen Handlungsfeldern. Sie sind methodisch
und didaktisch so umzusetzen, dass sie zu einer umfassenden beruflichen Handlungskompetenz
führen. Die Vermittlung der Qualifikations- und Bildungsziele erfolgt unter Einbeziehung von
Elementen der Berufspraxis weitgehend fächerübergreifend und handlungsorientiert. Insbeson-
dere die Koordination der einzelnen Handlungsfelder zu einem funktionierenden Gesamtablauf
und die Zusammenarbeit mit angrenzenden Zuständigkeitsbereichen sind zu berücksichtigen.
Die in den Lernfeldern formulierten Kompetenzen beschreiben den Qualifikationsstand am
Ende des Lernprozesses und ste llen den Mindestumfang dar. Die Lerninhalte sind unter dem
Aspekt des gastorientierten Handelns zu vermitteln. Inhalte sind in Kursivschrift nur dann auf-
geführt, wenn die in den Zielformulierungen beschriebenen Kompetenzen konkretisiert werden.
Die Inhalte der Lernfelder bauen spiralcurricular aufeinander auf.
Folgende übergeordnete Kompetenzen sind integrativ in den Lernfeldern unter Beachtung der
einschlägigen Bestimmungen zu fördern:
Nachhaltigkeit in allen Arbeitsprozessen berücksichtigen
im Team arbeiten
wertschätzend kommunizieren und reflektieren
gastorientiert handeln
Fach- und Fremdsprache verwenden
Maßnahmen der Hygiene sowie des Unfall- und Gesundheitsschutzes umsetzen
Ergonomische Überlegungen berücksichtigen
Qualitätsmanagement umsetzen
Möglichkeiten der Digitalisierung anwenden
Vorschriften und Richtlinien zum Datenschutz und zur Datensicherheit anwenden
Die Lernfelder thematisieren jeweils einen vollständigen beruflichen Handlungsablauf. Die
Schulen entscheiden im Rahmen ihrer Möglichkeiten e igenständig über die Umsetzung der
Durchführungsphase. Die Möglichkeiten der Lernortkooperation mit den am Ausbildungspro-
zess beteiligten Einrichtungen können hierbei genutzt werden. Weiterhin besteht die Möglich-
keit, diese Phase am Modell oder als Simulation umzusetzen oder gedanklich nachzuvollziehen.
Es besteht ein enger sachlicher Zusammenhang zwischen dem Rahmenlehrplan und dem Aus-
bildungsrahmenplan für die betriebliche Ausbildung. Es wird empfohlen, für die Gestaltung
von exemplarischen Lernsituationen in den einzelnen Lernfeldern beide Pläne zugrunde zu le-
gen.
Köchin und Koch
Fachkraft Küche
Entwurfsfassung Stand: 2022-05-16 Seite 23 von 50
Teil V Lernfelder
Übersicht über die Lernfelder für den Ausbildungsberuf
Fachkraft Küche
Lernfelder Zeitrichtwerte
in Unterrichtsstunden
Nr. 1. Jahr 2. Jahr 3. Jahr
1 Die eigene Rolle im Betrieb mitgestalten sowie
Beruf und Betrieb repräsentieren 40
2 Waren bestellen, annehmen, lagern und pfle-
gen 40
3 In der Küche arbeiten 120
4 Das Restaurant vorbereiten und pflegen 40
5 Gastbezogenen Service im Restaurant durch-
führen 80
6 Suppen und Saucen herstellen und präsentie-
ren 40
7 Gerichte aus Fleischteilen herstellen und prä-
sentieren 60
8 Gerichte aus Fisch herstellen und präsentieren 40
9 Pflanzliche Rohstoffe und Pilze verarbeiten 80
10 Süßspeisen herstellen und präsentieren 60
Summen: insgesamt 600 Stunden 320 280
Köchin und Koch
Fachkraft Küche
Entwurfsfassung Stand: 2022-05-16 Seite 24 von 50
Übersicht über die Lernfelder für den Ausbildungsberuf
Koch und Köchin
Lernfelder Zeitrichtwerte
in Unterrichtsstunden
Nr. 1. Jahr 2. Jahr 3. Jahr
1 Die eigene Rolle im Betrieb mitgestalten sowie
Beruf und Betrieb repräsentieren 40
2 Waren bestellen, annehmen, lagern und pfle-
gen 40
3 In der Küche arbeiten 120
4 Das Restaurant vorbereiten und pflegen 40
5 Gastbezogenen Service im Restaurant durch-
führen 80
6 Suppen und Saucen herstellen und präsentie-
ren 40
7 Gerichte aus Fleischteilen herstellen und prä-
sentieren
60
8 Gerichte aus Fisch herstellen und präsentieren 40
9 Pflanzliche Rohstoffe und Pilze verarbeiten 80
10 Süßspeisen herstellen und präsentieren 60
11 Speiseeis und Backwaren herstellen und Des-
serts anrichten 40
12 Speisenangebote für Veranstaltungen gastori-
entiert planen 80
13 Büffets mit Fisch und Meeresfrüchten herstel-
len und präsentieren 80
14 Eine Aktionswoche organisieren und betriebs-
wirtschaftlich beurteilen 80
Summen: insgesamt 880 Stunden 320 280 280
Köchin und Koch
Fachkraft Küche
Entwurfsfassung Stand: 2022-05-16 Seite 25 von 50
Lernfeld 1:
Die eigene Rolle im Betrieb mitgestalten
sowie Beruf und Betrieb repräsentieren
1. Ausbildungsjahr
Zeitrichtwert: 40 Stunden
Die Schülerinnen und Schüler verfügen ü ber die Kompetenz, ihre Rolle innerhalb des
Betriebes mitzugestalten und ihren Betrieb zu repräsentieren.
Die Schülerinnen und Schüler analysieren die Berufsbilder im Gastgewerbe sowie Leitbild
und Organisationsstruktur ihres Betriebes. Sie suchen und bewerten Informationen und deren
Quellen zur Darstellung (Organisationsstrukturen, Arbeitsteilung) und erschließen das Leis-
tungsspektrum ihres Betriebes.
Die Schülerinnen und Schüler informieren sich über Anforderungen an die Rolle als Gastge-
ber und Gastgeb erin sowie im Team. Sie erkunden Kommunikationsformen und erfassen
Kommunikationsstörungen. Sie verschaffen sich einen Überblick über die Arbeitsfelder im
Gastgewerbe und die Internationalität der Branche. Sie ermitteln Möglichkeiten und Chancen
der persönlichen und beruflichen Weiterentwicklung (Aufstiegschancen, Fort- und Weiterbil-
dung) sowie die beruflichen Herausforderungen (persönliche Gesundheit).
Die Schülerinnen und Schüler verschaffen sich einen Überblick über das betriebliche Quali-
tätsmanagement (Arbeitssicherheit, Personal-, Betriebs- und Produkthygiene) und betriebli-
che Nachhaltigkeitsmaßnahmen (sozial, ökologisch, ökonomisch).
Die Schülerinnen und Schüler planen eine Präsentation über ihren Betrieb und ihre betriebli-
che Tätigkeit. Sie entwickeln Kriterien zur Bewertung von Präsentationen und beachten Da-
tenschutz sowie Urheber- und Persönlichkeitsrechte.
Die Schülerinnen und Schüler wählen geeignete Präsentationsmedien aus und erstellen eine
Präsentation.
Die Schülerinnen und Schüler präsentieren ihren Betrieb und ihre betriebliche Tätigkeit ad-
ressatengerecht auch in einer Fremdsprache.
Die Schülerinnen und Schüler reflektieren Kriterien geleitet den Arbeitsprozess sowie die
Präsentationen. Sie geben Feedback und nehmen dieses an. Sie leiten Empfehlungen für ihre
Rolle im Betrieb und gegenüber dem Gast ab.
Köchin und Koch
Fachkraft Küche
Entwurfsfassung Stand: 2022-05-16 Seite 26 von 50
Lernfeld 2:
Waren bestellen, annehmen, lagern und
pflegen
1. Ausbildungsjahr
Zeitrichtwert: 40 Stunden
Die Schülerinnen und Schüler besitzen die Kompetenz, Waren zu bestellen, anz uneh-
men, zu lagern und zu pflegen.
Die Schülerinnen und Schüler analysieren die betrieblichen Abläufe zur Bestellung, An-
nahme, Lagerung und Pflege von Waren. Sie differenzieren die Arten der Waren und beschrei-
ben die Funktionen des Lagers für den Betrieb.
Die Schülerinnen und Schüler informieren sich über Bezugsquellen, Bestellvorgänge und
Lagerarten. Sie erfassen den Zusammenhang zwischen Wareneigenschaften und Hygiene bei
der Lagerung von Waren sowie Warenverderb und Beschaffungszeitpunkt. Dafür verschaffen
sie sich einen Überblick über Grundlagen des Kaufvertrags.
Die Schülerinnen und Schüler planen Beschaffung, Lagerung und Bereitstellung von Waren,
auch digital. Dafür ermitteln sie den Warenbedarf und beachten Aspekte des nachhaltigen
Wirtschaftens. Sie ermitteln die erforderlichen Bestell - und Lieferzeitpunkte sowie die Be-
stellmenge (Meldebestand, Mindestbestand, Höchstbestand).
Die Schülerinnen und Schüler bestellen Waren, nehmen diese an und lagern sie ein. Sie kon-
trollieren die Waren, überprüfen Lieferscheine und reagieren auf Störungen bei der Lieferung.
Sie dokumentieren Leergut- und Transportgutannahme sowie -rückgabe.
Die Schülerinnen und Schüler pflegen und erfassen ( wiegen, zählen, messen) den Warenbe-
stand und stellen Waren zur weiteren Verwendung bereit. Sie erkennen Schädlingsbefall und
leiten Maßnahmen ein. Im Arbeitsprozess beachten sie den Arbeits- und Gesundheitsschutz.
Die Schülerinnen und Schüler reflektieren den Prozess und zeigen Möglichkeiten der Opti-
mierung in Hinblick auf soz iale, ökonomische und ökologische Aspekte sowie Zielkonflikte
auf.
Köchin und Koch
Fachkraft Küche
Entwurfsfassung Stand: 2022-05-16 Seite 27 von 50
Lernfeld 3:
In der Küche arbeiten
1. Ausbildungsjahr
Zeitrichtwert: 120 Stunden
Die Schülerinnen und Schüler besitzen die Kompetenz, den Arbeitsplatz in der Küche
vorzubereiten, einfache Speisen zuzubereiten und zu präsentieren sowie Reinigungsar-
beiten durchzuführen.
Die Schülerinnen und Schüler analysieren den Auftrag, Arbeiten in der Küche durchzufüh-
ren. Dazu machen sie sich mit dem Arbeitsplatz Küche, Hygienevorschriften (Personal-, Be-
triebs- und Produkthygiene) und Reinigungsarbeiten in der Küche ( Lagerung, Anwendung
und Entsorgung von Reinigungs- und Desinfektionsmitteln) vertraut.
Die Schülerinnen und Schüler informieren sich über Arbeitsmittel sowie Maschinen und Ge-
räte. Sie verschaffen sich einen Überblick über Eier und pflanzliche Rohstoffe, deren Zube-
reitung (Garverfahren) und leiten ernährungsphysiologische und küchentechnologische Ei-
genschaften ab. Sie erkundigen sich über Vorbereitung (Waschen, Putzen, Schälen) und Ver-
arbeitung von Lebensmitteln (Schneidetechniken, Schnittformen, Arbeitssicherheit).
Die Schülerinnen und Schüler planen die Arbeitsschritte zur Vor- und Zubereitung einfacher
Speisen.
Die Schülerinnen und Schüler entscheiden sich für Rezepturen, wählen Lebensmittel (Quali-
tät, Regionalität, Saisonalität, Nachhaltigkeit) sowie Arbeitsmittel aus und berechnen Mate-
rial- sowie Wareneinsatz und erstellen Waren - und Materialbedarfslisten. Sie richten ihren
Arbeitsplatz ein (Arbeitsplatzergonomie).
Die Schü lerinnen und Schüler bereiten einfache Speisen ( Salate, Eierspeisen, Gemüsege-
richte, Gemüsebeilagen, Sättigungsbeilagen) zu. Sie wenden Schnitt- und Mischtechniken an
und beachten den ressourcenschonenden Umgang mit Lebensmitteln sowie Hygienevorschrif-
ten. Sie richten Speisen an und präsentieren diese.
Die Schülerinnen und Schüler reinigen Arbeitsplatz sowie Arbeitsgeräte und entsorgen Ab-
fälle unter Berücksichtigung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes. Sie beachten Hygiene und
Nachhaltigkeit.
Die Schülerinnen und Schüler reflektieren ihren Arbeitsprozess, überprüfen die Ergebnisse
und leiten Optimierungsmöglichkeiten ab.
Köchin und Koch
Fachkraft Küche
Entwurfsfassung Stand: 2022-05-16 Seite 28 von 50
Lernfeld 4:
Das Restaurant vorbereiten und pflegen
1. Ausbildungsjahr
Zeitrichtwert: 40 Stunden
Die Schülerinnen und Schüler besitzen die Kompetenz, das Restaurant vorzubereiten
und zu pflegen.
Die Schülerinnen und Schüler analysieren die Bedeutung von Gasträumen für das Wohlbe-
finden der Gäste. Hierzu erfassen sie betriebsspezifische Gegebenheiten sowie Gästebedarfe
und -wünsche.
Die Schülerinnen und Schüler informieren sich über die Einrichtung und Ausstattung (Tische,
Tafelformen, Tischwäsche, Serviettenformen, Geschirr, Trinkgefäße, Bestecke, Geräte, Ma-
schinen) mit Hilfe analoger und digitaler Medien. Sie recherchieren Vorgaben zur Reinigung
und Desinfektion von Gasträumen, Textilien und Gegenständen unter Beachtung von Um-
weltschutzregelungen, Nachhaltigkeit sowie Arbeits- und Gesundheitsschutz.
Die Schülerinnen und Schüler planen anlassbezogen die Vorbereitung von Gast - und Wirt-
schaftsräumen. Sie wählen entsprechende betriebliche Gebrauchsgegenstände aus, ermitteln
benötigte Mengen und stellen diese bereit.
Die Schülerinnen und Schüler bereiten Gast- und Wirtschaftsräume vor und decken Tische
ein. Sie berücksichtigen Einrichtungs-, Ausstattungs- und Gestaltungsmöglichkeiten unter der
Beachtung individueller, ästhetischer, ökonomischer, ökologischer und funktionaler Voraus-
setzungen und Standards. Sie dokumentieren den Prozess und das Ergebnis.
Die Schülerinnen und Schüler reinigen, desinfizieren und pflegen Gast- und Wirtschaftsräume
sowie betriebliche Gebrauchsgegenstände. Sie überprüfen die Maßnahmen und dokumentie-
ren diese auch digital. Sie ermitteln den Bedarf an Reparaturen und Ersatz und ergreifen be-
triebsübliche Maßnahmen.
Die Schülerinnen und Schüler prüfen und beurteilen die Ergebnisse, reflektieren den Prozess
und leiten Verbesserungsmöglichkeiten ab.
Köchin und Koch
Fachkraft Küche
Entwurfsfassung Stand: 2022-05-16 Seite 29 von 50
Lernfeld 5:
Gastbezogenen Service im Restaurant
durchführen
1. Ausbildungsjahr
Zeitrichtwert: 80 Stunden
Die Schülerinnen und Schüler verfügen über die Kompetenz, Restaurantservice unter
Berücksichtigung von Gästewünschen und betriebsspezifischen Gegebenheiten auszu-
führen.
Die Schülerinnen und Schüler analysieren Gästebedürfnisse, Gästegruppen, Gästetypen und
betriebliche Voraussetzungen. Dabei berücksichtigen sie Trends, Kommunikationsregeln und
ihre Gastgeberrolle gegenüber nationalen wie internationalen Gästen.
Die Schülerinnen und Schüler informieren sich über Büffet- und Serviceregeln und alkohol-
freie Kalt - und Heißgetränke, Bier (Sorten) und Wein (Arten). Sie verschaffen sich einen
Überblick über Kassensysteme und die Organisation von Tischreservierungen.
Die Schülerinnen und Schüler planen gastbezogenen Service unter Berücksichtigung be-
triebsspezifischer Gegebenheiten. Dabei berücksichtigen sie ein nachhaltiges, wirtschaftliches
Vorgehen und hygienische Grundsätze ebenso wie die Fachsprache. Sie berechnen die Be-
darfe entsprechend den Gästezahlen.
Die Schülerinnen und Schüler führen gästebezogenen Service durch und arbeiten im Team.
Sie überprüfen die Verkaufsfähigkeit von Produkten, servieren Speisen und Getränke und he-
ben Geschirr, Besteck und Gläser aus. Zur Information von Gästen zu Ernährungsformen,
Allergien, Zubereitungen sowie Inhalts - und Zusatzstoffen von einfachen Speisen und Ge-
tränken nutzen sie betriebliche Unterlagen. Sie setzen verkaufsfördernde Maßnahmen um und
kommunizieren auch in einer Fremdsprache.
Die Schülerinnen und Schüler reflektieren ihre Rolle als Gastgeberin und Gastge ber sowie
als Teammitglied und ihr eigenes Handeln.
Die Schülerinnen und Schüler bewerten den Service im Restaurant sowie Gästerückmeldun-
gen und leiten daraus Optimierungsmöglichkeiten ab.
Köchin und Koch
Fachkraft Küche
Entwurfsfassung Stand: 2022-05-16 Seite 30 von 50
2. Ausbildungsjahr
Fachkraft Küche sowie Koch und Köchin
Lernfeld 6:
Suppen und Saucen herstellen
und präsentieren
2. Ausbildungsjahr
Zeitrichtwert: 40 Stunden
Die Schülerinnen und Schüler verfügen über die Kompetenz, Suppen und Saucen her-
zustellen und zu präsentieren.
Die Schülerinnen und Schüler analysieren die Aufgabe, Suppen und Saucen zur Begleitung
von Gerichten herzustellen.
Die Schülerinnen und Schüler informieren sich über die Arten von Suppen ( klare Suppen,
Eintöpfe, gebundene Suppen, kalte Suppen) und Saucen (helle und dunkle Grundsaucen, auf-
geschlagene warme und kalten Grundsaucen, kalte Saucen, Dips, Gemüsesaucen) sowie de-
ren Herstellung (Convenience).
Die Schülerinnen und Schüler planen die Herstellung von Suppen und Saucen. Dabei berück-
sichtigen sie ein nachhaltiges Vorgehen und hygienische Anforderungen. Sie beachten Regi-
onalität und Saisonalität sowie ernährungsphysiologische und betriebswirtschaftliche As-
pekte.
Die Schülerinnen und Schüler wählen Suppeneinlagen für Suppen sowie Saucen zur Beglei-
tung von Gerichten aus. Sie berücksichtigen dabei Angebotsformen der Zutaten und Herstel-
lungsverfahren. Sie entscheiden sich für Rezepturen und berechnen den Material- und Waren-
einsatz auch digital.
Die Schülerinnen und Schüler stellen Suppen, Suppeneinlagen und Saucen her. Sie wenden
die Vorgaben der Arbeitssicherheit und der Hygiene an. Sie kommunizieren mit anderen Ar-
beitsbereichen in der Küche sowie mit dem Service und arbeiten im Team. Sie richten Suppen
an und stellen Saucen für die weitere Verwendung bereit.
Die Schülerinnen und Schüler reflektieren ihren Arbeitsablauf und bewerten die Arbeitser-
gebnisse auch sensorisch. Sie leiten Optimierungsmöglichkeiten ab.
Köchin und Koch
Fachkraft Küche
Entwurfsfassung Stand: 2022-05-16 Seite 31 von 50
Lernfeld 7:
Gerichte aus Fleischteilen herstellen und
präsentieren
2. Ausbildungsjahr
Zeitrichtwert: 60 Stunden
Die Schülerinnen und Schüler verfügen über die Kompetenz, Gerichte aus Fleischteilen
herzustellen und zu präsentieren.
Die Schülerinnen und Schüler analysieren den Auftrag, Gerichte aus Fleischteilen (Schwein,
Rind und Hausgeflügel) herzustellen und zu präsentieren.
Die Schülerinnen und Schüler unterscheiden Fleischarten, Fleischteile und Innereien. Sie
verschaffen sich einen Überblick über die Bearbeitung von Fleischteilen (parieren, zuschnei-
den, portionieren) und Garverfahren. Sie informieren sich über Her kunft und Haltungsform
der tierischen Produkte.
Die Schülerinnen und Schüler planen die Herstellung von Gerichten aus Fleischteilen in Ab-
sprache mit anderen Arbeitsbereichen. Dabei berücksichtigen sie ein nachhaltiges Vorgehen
und hygienische Anforderungen. Sie beachten regionale, kulturelle und ernährungsphysiolo-
gische Aspekte.
Die Schülerinnen und Schüler wählen für die Gerichte geeignete Fleischteile, Angebotsfor-
men und Garverfahren sowie passende Saucen und Beilagen aus. Sie entscheiden sich für
Rezepturen und berechnen deren Material- und Wareneinsatz.
Die Schülerinnen und Schüler bereiten Fleischteile zu und richten diese als vollständiges Ge-
richt an. Hierbei wenden sie Vorgaben der Arbeitssicherheit und der Hygiene an und kommu-
nizieren im Team. Sie präsentieren das Gericht.
Die Schülerinnen und Schüler reflektieren ihren Arbeitsablauf und bewerten die Arbeitser-
gebnisse auch sensorisch. Sie leiten Optimierungsmöglichkeiten ab.
Köchin und Koch
Fachkraft Küche
Entwurfsfassung Stand: 2022-05-16 Seite 32 von 50
Lernfeld 8:
Gerichte aus Fisch herstellen und
präsentieren
2. Ausbildungsjahr
Zeitrichtwert: 40 Stunden
Die Schülerinnen und Schüler verfügen über die Kompetenz, Gerichte aus Fisch herzu-
stellen und zu präsentieren.
Die Schülerinnen und Schüler analysieren den Auftrag, Gerichte aus ganzen Fischen und
Teilen von Fischen herzustellen.
Die Schülerinnen und Schüler unterscheiden Fischarten und erfassen Frischemerkmale. Sie
informieren sich über unterschiedliche Angebotsformen von Fisch, Zubereitungsarten und
die daraus hergestellten Gerichte.
Die Schülerinnen und Schüler planen die Herstellung von Gerichten aus Fisch im Team. Da-
bei berücksichtigen sie hygienische Anforderungen und ein nachhaltiges Vorgehen. Sie be-
achten regionale, kulturelle und ernährungsphysiologische Aspekte.
Die Schülerinnen und Schüler wählen für die angebotenen Gerichte geeignete Fische, Ange-
botsformen und Garverfahren sowie passende Saucen und Beilagen aus. Sie entscheiden sich
für Rezepturen und berechnen deren Material- und Wareneinsatz.
Die Schülerinnen und Schüler überprüfen ausgewählte Fische und Fischteile auf ihre Qualität.
Sie bereiten Fisch vor ( schuppen, säubern), filetieren und portionieren diesen. Sie bereiten
Vorspeisen und Hauptgerichte aus Fisch unter Beachtung der Hygiene zu und richten diese
als vollständiges Gericht an. Sie präsentieren das Gericht.
Die Schülerinnen und Schüler reflektieren ihren Arbeitsablauf und bewerten die Arbeitser-
gebnisse auch sensorisch. Sie leiten Optimierungsmöglichkeiten ab.
Köchin und Koch
Fachkraft Küche
Entwurfsfassung Stand: 2022-05-16 Seite 33 von 50
Lernfeld 9:
Pflanzliche Rohstoffe und Pilze
verarbeiten
2. Ausbildungsjahr
Zeitrichtwert: 80 Stunden
Die Schülerinnen und Schüler verfügen über die Kompetenz, Beilagen und Gerichte aus
pflanzlichen Rohstoffen und Pilzen herzustellen, zu verarbeiten und zu präsentieren.
Die Schülerinnen und Schüler analysieren den Auftrag, Beilagen und Gerichte aus pflanzli-
chen Rohstoffen, vorgefertigten Teigen und Pilzen herzustellen.
Die Schülerinnen und Schüler informieren sich über Pilze und Hülsenfrüchte, Getreide und
Getreidemahlprodukte sowie Kräuter und Gewürze. Sie verschaffen sich einen Überblick über
vorgefertigte Teige. Sie erfassen Formen der Zubereitung zu Vorspeisen, Beilagen, Hauptbe-
standteilen von Gerichten und eigenständigen Gerichten. Sie ordnen pflanzliche Rohstoffe als
Alternativen zu tierischen Produkten ein.
Die Schülerinnen und Schüler planen die Herstellung von Vorspeisen, Beilagen, Hauptbe-
standteilen von Gerichten und eigenständigen Gerichten aus pflanzlichen Rohstoffen, vorge-
fertigten Teigen und Pilzen im Küchenteam. Dabei berücksichtigen sie hygienische Anforde-
rungen und ein nachhaltiges Vorgehen. Sie beachten saisonale, regionale, kulturelle und er-
nährungsphysiologische Aspekte.
Die Schülerinnen und Schüler wählen Rezepturen für die Zubereitung von Vorspeisen, Bei-
lagen, Hauptbestandteilen von Gerichten und eigenständigen Gerichten aus pflanzlichen Roh-
stoffen, vorgefertigten Teigen und Pilzen aus. Sie berücksichtigen dabei Angebotsformen und
Herstellungsverfahren und berechnen den Material- und Wareneinsatz.
Die Schülerinnen und Schüler stellen Vorspeisen, Beilagen, Hauptbestandteile von Gerichten
und eigenständige Gerichte aus pflanzlichen Rohstoffen, vorgefertigten Teigen und Pilzen
her, richten diese an und präsentieren diese. Hierbei wenden sie Vorgaben der Arbeitssicher-
heit und Hygiene an und kommunizieren im Team.
Die Schülerinnen und Schüler reflektieren ihren Arbeitsablauf und bewerten die Arbeitser-
gebnisse auch sensorisch. Sie leiten Optimierungsmöglichkeiten ab.
Köchin und Koch
Fachkraft Küche
Entwurfsfassung Stand: 2022-05-16 Seite 34 von 50
Lernfeld 10:
Süßspeisen herstellen
und präsentieren
2. Ausbildungsjahr
Zeitrichtwert: 60 Stunden
Die Schülerinnen und Schüler verfügen über die Kompetenz, Süßspeisen herzustellen
und zu präsentieren.
Die Schülerinnen und Schüler analysieren den Auftrag, Süßspeisen (Cremespeisen, süße Ei-
erspeisen) herzustellen, Obst zu verarbeiten sowie Süßspeisen und vorgefertigtes Eis anzu-
richten.
Die Schülerinnen und Schüler informieren sich über Milch, Milchprodukte und Käse. Sie
unterscheiden Angebotsformen von Süßspeisen und begleitenden Komponenten ( Obst, Sau-
cen, Garnierungen), Zubereitungsarten und die daraus hergestellten Speisen.
Die Schülerinnen und Schüler planen die Herstellung von Süßspeisen und begleitenden Kom-
ponenten gemeinsam im Küchenteam. Dabei berücksichtigen sie hygienische Anforderungen
und ein nachhaltiges Vorgehen. Sie beachten saisonale, regionale, kulturelle und ernährungs-
physiologische Aspekte.
Die Schülerinnen und Schüler wählen Süßspeisen und begleitende Komponenten aus. Sie
berücksichtigen dabei Angebotsformen und Herstellungsverfahren. S ie entscheiden sich für
Rezepturen und berechnen deren Material- und Wareneinsatz.
Die Schülerinnen und Schüler bereiten Süßspeisen und begleitende Komponenten zu. Hierbei
wenden sie Vorgaben der Arbeitssicherheit und der Hygiene an. Sie präsentieren Süßspeisen,
vorgefertigtes Eis und begleitende Komponenten anlassbezogen.
Die Schülerinnen und Schüler reflektieren ihren Arbeitsablauf und bewerten die Arbeitser-
gebnisse auch sensorisch. Sie leiten Optimierungsmöglichkeiten ab.
Köchin und Koch
Fachkraft Küche
Entwurfsfassung Stand: 2022-05-16 Seite 35 von 50
3. Ausbildungsjahr
Koch und Köchin
Lernfeld 11:
Speiseeis und Backwaren herstellen und
Desserts anrichten
3. Ausbildungsjahr
Zeitrichtwert: 40 Stunden
Die Schülerinnen und Schüler verfügen über die Kompetenz, Speiseeis und Backwaren
herzustellen sowie Desserts anzurichten.
Die Schülerinnen und Schüler analysieren die Aufgabe, Desserts zusammen zu stellen und
Speiseeis sowie Backwaren aus Teigen und Massen herzustellen.
Die Schülerinnen und Schüler informieren sich über die Zusammenstellung von Desserts
(Frischprodukte, Convenience) sowie die Angebotsformen und die Zubereitung von Speiseeis
und Backwaren.
Die Schülerinnen und Schüler planen die Herstellung von Speiseeis und Backwaren gemein-
sam im Küchenteam. Dabei berücksichtigen sie hygienische Anforderungen und ein nachhal-
tiges Vorgehen. Sie beachten saisonale, regionale, kulturelle und ernährungsphysiologische
Aspekte.
Die Schülerinnen und Schüler stellen passende Süßspeisen, Käse und Backwaren als Bestand-
teile der Dessertauswahl zusammen. Sie beachten dabei Angebotsformen, Herstellungsver-
fahren und lebensmittelrechtliche Vorschriften. Sie entscheiden sich für Rezepturen und be-
rechnen deren Material- und Wareneinsatz.
Die Schülerinnen und Schüler bereiten Speiseeis und Backwaren zu. Hierbei wenden sie Vor-
gaben der Arbeitssicherheit und der Hygiene an. Sie präsentieren die Dessertauswahl und
Backwaren adressatengerecht.
Die Schülerinnen und Schüle reflektieren ihren Arbeitsablauf und bewerten die Arbeitser-
gebnisse auch sensorisch. Sie leiten Optimierungsmöglichkeiten ab.
Köchin und Koch
Fachkraft Küche
Entwurfsfassung Stand: 2022-05-16 Seite 36 von 50
Lernfeld 12:
Speisenangebote für Veranstaltungen
gastorientiert planen
3. Ausbildungsjahr
Zeitrichtwert: 80 Stunden
Die Schülerinnen und Schüler verfügen über die Kompetenz, Gäste über das Speisenan-
gebot einer Veranstaltung zu beraten, Gerichte herzustellen und zu präsentieren.
Die Schülerinnen und Schüler analysieren die Aufgabe, ein Speisenangebot für eine Veran-
staltung zusammen zu stellen.
Die Schülerinnen und Schüler benennen Merkmale verschiedener Gästegruppen und erfassen
deren unterschiedliche Bedürfnisse. Sie verschaffen sich einen Überblick über die verschie-
denen Phasen eines Beratungsgesprächs und ermitteln Regeln zur Gesprächsführung. Sie in-
formieren sich über die Zusammenstellung von Speisenfolgen, enthaltene Allergene und Zu-
satzstoffe sowie ihre rechtskonforme Kennzeichnung in Speisekarten und anderen Medien.
Sie machen sich mit dem Prinzip der Nachhaltigkeit in der Küche bei Beschaffung, Lagerung,
Verarbeitung und Entsorgung vertraut.
Die Schülerinnen und Schüler planen Gerichte für die Veranstaltung und berücksichtigen da-
bei die ressourcenschonende Verwertung pflanzlicher und tierischer Rohstoffe (Lamm, Wild).
Die Schülerinnen und Schüler wählen auf Grundlage von Gästewünschen und -bedürfnissen
(Unverträglichkeiten, Allergien, Ernährungsformen) Speisen aus, entscheiden sich für Re-
zepturen und dokumentieren diese. Sie stellen ein Menü zusammen, ermitteln den Warenbe-
darf und entwickeln einen Arbeitsablaufplan. Sie berechnen den Verkaufspreis na ch einem
Kalkulationsschema und erläutern dem Gast das Angebot entsprechend betrieblicher Vorga-
ben.
Die Schülerinnen und Schüler zerlegen Tierkörper, lösen Fleischteile aus (Rücken, Schulter,
Keule) und bereiten diese als vollständige Gerichte zu (Schmore n, Grillen). Sie präsentieren
die Gerichte der Veranstaltungsart entsprechend.
Die Schülerinnen und Schüler bewerten die Veranstaltung hinsichtlich Beratungsgespräch,
Arbeitsablauf und Arbeitsergebnis auch unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit. Sie leiten Op-
timierungsmöglichkeiten ab.
Köchin und Koch
Fachkraft Küche
Entwurfsfassung Stand: 2022-05-16 Seite 37 von 50
Lernfeld 13:
Büffets mit Fisch und Meeresfrüchten
herstellen und präsentieren
3. Ausbildungsjahr
Zeitrichtwert: 60 Stunden
Die Schülerinnen und Schüler verfügen über die Kompetenz, Speisen aus Fisch, Fischer-
zeugnissen und Meeresfrüchten für ein Büffet herzustellen und zu präsentieren.
Die Schülerinnen und Schüler analysieren die Aufgabe, ein Büffet mit Speisen aus Fisch,
Fischerzeugnissen und Meeresfrüchten herzustellen.
Die Schülerinnen und Schüler informieren sich über unterschiedliche Angebotsformen von
Fisch, Fischerzeugnissen und Meeresfrüchten (Frischprodukte, Convenience), deren Zuberei-
tungsarten und die daraus hergestellten Speisen. Sie machen sich über den Aufbau sowie die
Präsentations- und Beratungsmöglichkeiten an einem Büffet kundig.
Die Schülerinnen und Schüler planen die Herstellung von Speisen aus Fisch, Fischerzeugnis-
sen und Meeresfrüchten für ein Büffet gemeinsam im Küchenteam . Sie beachten saisonale,
regionale, kulturelle und ernährungsphysiologische Aspekte. Sie berücksichtigen produktspe-
zifische hygienische Anforderungen und ein nachhaltiges Vorgehen.
Die Schülerinnen und Schüler wählen für die Speisen geeignete Fische, Fischerzeugnisse und
Meeresfrüchte sowie passende Saucen und Beilagen aus. Sie setzen dabei Maßnahmen zur
Qualitätserhaltung unter den besonderen Bedingungen eines Büffets um. Sie entwerfen einen
Aufbauplan für das Büffet. Sie stellen für das Büffet eine Angebotskarte zusammen und prä-
sentieren diese in analoger oder digitaler Form. Sie entscheiden sich für Rezepturen und be-
rechnen deren Material- und Wareneinsatz. Sie kalkulieren den Endpreis pro Person für das
Büffet unter Berücksichtigung der Betriebskosten (Energie, Wasser, Entsorgung).
Die Schülerinnen und Schüler bereiten Speisen aus Fisch, Fischerzeugnissen und Meeres-
früchten für das Büffet unter Berücksichtigung geeigneter Vor - und Zubereitungsverfahren
(Filetieren, Beizen, Räuchern, Niedrigtemperaturgaren) zu und richten diese an. Hierbei wen-
den sie Vorgaben der Arbeitssicherheit und der Hygiene an und dokumentieren die Maßnah-
men. Sie präsentieren dem Gast Speisen aus Fisch, Fischerzeugnissen und Meeresfrüchten am
Büffet und beraten Gäste.
Die Schülerinnen und Schüler reflektieren ihren Arbeitsablauf und bewerten die Arbeitser-
gebnisse sensorisch und betriebswirtschaftlich. Sie leiten Optimierungsmöglichkeiten ab.
Köchin und Koch
Fachkraft Küche
Entwurfsfassung Stand: 2022-05-16 Seite 38 von 50
Lernfeld 14:
Eine Aktionswoche organisieren und
betriebswirtschaftlich beurteilen
3. Ausbildungsjahr
Zeitrichtwert: 100 Stunden
Die Schülerinnen und Schüler besitzen die Kompetenz, eine Aktionswoche mit landesty-
pischen Gerichten unter Berücksichtigung von Küchenorganisation, Kalkulation und
Personaleinsatz zu planen und durchzuführen.
Die Schülerinnen und Schüler analysieren die Aufgabe, landestypische (regional, internati-
onal) Gerichte für eine Aktionswoche herzustellen. Sie machen sich mit den betriebsspezifi-
schen Abläufen in der Küche (Warenflüsse, Kalkulation, Personal) vertraut.
Die Schülerinnen und Schüler informieren sich über Esskulturen und die Vielfalt landestypi-
scher Gerichte. Sie verschaffen sich einen Überblick über die Ablauforganisation in der Küche
und die Personaleinsatzplanung unter Berücksichtigung rechtlicher Regelungen. Sie ermitteln
Beispiele für die inhaltliche Gestaltung von Speise- und Menükarten unter Beachtung rechtli-
cher Grundlagen und verkaufsfördernder Aspekte.
Die Schülerinnen und Schüler planen die Herstellung landestypischer Gerichte als Aktions-
woche gemeinsam im Küchenteam. Dabei berücksichtigen sie die Wirtschaftlichkeit und den
Personaleinsatz. Sie wählen Geräte, Maschinen und Arbeitsmittel aus, führen Einweisungen
durch, veranlassen Wartungen, erkennen Störungen und leiten Gegenmaßnahmen ein.
Die Schülerinnen und Schüler wählen geeignete Speisen aus. Sie lösen Bestellungen aus und
leiten Lieferscheine und Rechnungen adressatengerecht weiter. Sie berechnen den Warenein-
satz und kalkulieren die Verkaufspreise.
Die Schülerinnen und Schüler erstellen Speise- oder Menükarten in analoger oder digitaler
Form und setzen sie als Instrument der Verkaufsförderung ein. Sie stellen landestypische Ge-
richte her und präsentieren diese. Sie übertragen Aufgaben auf Mitarbeiter und Mitarbeiterin-
nen entsprechend deren Qualifikationen und Kompetenzen. Hierbei koordinieren sie die Ar-
beitsprozesse im Team, wenden Regeln wertschätzender Kommunikation an, erkennen Kon-
flikte und wirken auf eine situationsgerechte Lösung hin. Sie führen eine betriebswirtschaft-
liche Berechnung der Aktionswoche durch.
Die Schülerinnen und Schüler reflektieren ihr Handeln in Bezug auf Qualität, Gästezufrie-
denheit und Betriebserfolg. Sie leiten Verbesserungsmöglichkeiten ab.
Köchin und Koch
Fachkraft Küche
Entwurfsfassung Stand: 2022-05-16 Seite 39 von 50
berufssprachliche
Handlungssituatio-
nen berücksichtigen
Teil VI Lesehinweise
Lernfeld 1
Die eigene Rolle im Betrieb mitge-
stalten sowie Beruf und Betrieb
repräsentieren
1 Ausbildungsjahr
Zeitrichtwert: 40 Stunden
Die Schülerinnen und Schüler verfügen über die Kompetenz, ihre
Rolle innerhalb des Betriebes mitzugestalten und ihren Betrieb zu
repräsentieren.
Die Schülerinnen und Schüler analysieren die Berufsbilder im Gastge-
werbe sowie Leitbild und Organisationsstruktur ihres Betriebes. Sie su-
chen und bewerten Informationen und deren Quellen zur Darstellung
(Organisationsstrukturen, Arbeitsteilung ) und erschließen das Leis-
tungsspektrum ihres Betriebes.
Die Schülerinnen und Schüler informieren sich über Anforderungen an
die Rolle als Gastgeber und Gastgeberin sowie im Team. Sie erkunden
Kommunikationsformen und erfassen Kommunikationsstörungen. Sie
verschaffen sich einen Überblick über die Arbeitsfelder im Gastgewerbe
und die Internationalität der Branche. Sie ermitteln Möglichkeiten und
Chancen der persönlichen und beruflichen Weiterentwicklung ( Auf-
stiegschancen, Fort- und Weiterbildung) sowie die beruflichen Heraus-
forderungen (persönliche Gesundheit).
Die Schülerinnen und Schüler verschaffen sich einen Überblick über
das betriebliche Qualitätsmanagement ( Arbeitssicherheit, Personal -,
Betriebs- und Produkthygiene ) und betriebliche Nachhaltigkeitsmaß-
nahmen (sozial, ökologisch, ökonomisch).
Die Schülerinnen und Schüler planen eine Präsentation über ihren Be-
trieb und ihre betriebliche Tätigkeit. Sie entwickeln Kriterien zur Bewer-
tung von Präsentationen und beachten Datenschutz sowie Urheber -
und Persönlichkeitsrechte.
Die Schülerinnen und Schüler wählen geeignete Präsentationsmedien
aus und erstellen eine Präsentation.
Die Schülerinnen und Schüler präsentieren ihren Betrieb und ihre be-
triebliche Tätigkeit adressatengerecht auch in einer Fremdsprache.
Die Schülerinnen und Schüler reflektieren Kriterien geleitet den Ar-
beitsprozess sowie die Präsentationen. Sie geben Feedback und neh-
men dieses an. Sie leiten Empfehlungen für ihre Rolle im Betrieb und
gegenüber dem Gast ab.
Angabe des Ausbildungsjahres;
Zeitrichtwert
fortlaufende
Nummer
Kernkompetenz der übergeordneten beruflichen
Handlung ist niveauangemessen beschrieben
1. Satz enthält gene-
ralisierte Beschrei-
bung der Kernkom-
petenz (siehe Be-
zeichnung des Lern-
feldes) am Ende des
Lernprozesses des
Lernfeldes
Fremdsprache ist
berücksichtigt
offene Formulierun-
gen ermöglichen
den Einbezug orga-
nisatorischer und
technologischer
Veränderungen
offene Formulierun-
gen ermöglichen un-
terschiedliche me-
thodische Vorge-
hensweisen unter
Berücksichtigung
der Sachausstattung
der Schulen
Gesamttext gibt Hinweise zur Ge-
staltung ganzheitlicher Lernsituatio-
nen über die Handlungsphasen hin-
weg
verbindliche Min-
destinhalte sind kur-
siv markiert
Komplexität und
Wechselwirkungen
von Handlungen
sind berücksichtigt
Fach-, Selbst-, Sozialkompetenz; Metho-
den-, Lern- und kommunikative Kompe-
tenz sind berücksichtigt
Datenschutz und
Datensicherheit sind
berücksichtigt
Nachhaltigkeit in
Lern- und Arbeits-
prozessen ist be-
rücksichtigt
Köchin und Koch
Fachkraft Küche
Entwurfsfassung Stand: 2022-05-16 Seite 40 von 50
3.1.2 Stundentafeln
Köchin und Koch
Unterrichtsstunden
1. Jahr 2. Jahr 3. Jahr Summe
I. Berufsbezogener Lernbereich
Betriebsprozesse und Organisation 80 - 1201 40 80 200 - 240
Herstellung von Speisen und
Produkten 80 - 1201 240 40 360 - 400
Gastorientiertes Handeln 40 - 801 - 160 200 - 240
Fremdsprachliche Kommunikation 0 – 40 0 – 40 0 – 40 40 – 80
Wirtschafts- und Betriebslehre 401 40 40 120
Summe: 320 - 360 320 - 360 320 - 360 1000 - 1040
II. Differenzierungsbereich
Die Stundentafeln der APO-BK, Anlage A 1.1, A 1.2,
A 1.3 und A 1.4, gelten entsprechend.
III. Berufsübergreifender Lernbereich
Deutsch/Kommunikation Die Stundentafeln der APO-BK, Anlage A 1.1, A 1.2,
A 1.3 und A 1.4, gelten entsprechend.
Religionslehre
Sport/Gesundheitsförderung
Politik/Gesellschaftslehre
1 In die Lernfelder sind auf der Grundlage des Beschlusses „Kompetenzorientiertes Qualifikationsprofil für den
Unterricht der Berufsschule im Bereich Wirtschafts - und Sozialkunde gewerblich -technischer Ausbildungsbe-
rufe“ (Beschluss der Kultusministerkonferen z vom 17.06.2021 in der jeweils gültigen Fassung) insgesamt 40
Unterrichtsstunden Wirtschafts- und Betriebslehre integriert. Die Bildungsgangkonferenz entscheidet, aus wel-
chen Lernfeldern und somit aus welchen Bündelungsfächern der vorgesehene Stundenantei l im ersten Ausbil-
dungsjahr entnommen wird.
Köchin und Koch
Fachkraft Küche
Entwurfsfassung Stand: 2022-05-16 Seite 41 von 50
Fachkraft Küche
Unterrichtsstunden
1. Jahr 2. Jahr Summe
I. Berufsbezogener Lernbereich
Betriebsprozesse und Organisation 80 - 1201 40 120 - 160
Herstellung von Speisen und Pro-
dukten 80 - 1201 240 320 - 360
Gastorientiertes Handeln 40 - 801 - 40 - 80
Fremdsprachliche Kommunikation 0 – 40 0 – 40 40
Wirtschafts- und Betriebslehre 401 40 80
Summe: 320 - 360 320 - 360 680
II. Differenzierungsbereich
Die Stundentafeln der APO-BK, Anlage
A 1.1, A 1.2, A 1.3 und A 1.4, gelten ent-
sprechend.
III. Berufsübergreifender Lernbereich
Deutsch/Kommunikation Die Stundentafeln der APO-BK, Anlage
A 1.1, A 1.2, A 1.3 und A 1.4, gelten ent-
sprechend. Religionslehre
Sport/Gesundheitsförderung
Politik/Gesellschaftslehre
1 In die Lernfelder sind auf der Grundlage des Beschlusses „Kompetenzorientiertes Qualifikationsprofil für den
Unterricht der Berufsschule im Bereich Wirtschafts - und Sozialkunde gewerblich -technischer Ausbildung sbe-
rufe“ (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 17.06.2021 in der jeweils gültigen Fassung) insgesamt 40
Unterrichtsstunden Wirtschafts- und Betriebslehre integriert. Die Bildungsgangkonferenz entscheidet, aus wel-
chen Lernfeldern und somit aus welchen Bündelungsfächern der vorgesehene Stundenanteil im ersten Ausbil-
dungsjahr entnommen wird.
Köchin und Koch
Fachkraft Küche
Entwurfsfassung Stand: 2022-05-16 Seite 42 von 50
3.1.3 Bündelungsfächer
Zusammenfassung der Lernfelder
Die Bündelungsfächer fassen Lernfelder des KMK-Rahmenlehrplans zusammen, die über den
Ausbildungsverlauf hinweg eine Kompetenzentwicklung spiralcurricular ermöglichen. Die
Leistungsbewertungen innerhalb der Lernfelder werden zur Note des Bündelungsfaches zusam-
mengefasst. Eine Dokumentation der Leistungsentwicklung über die Ausbildungsjahre hinweg
ist somit sichergestellt.
Zusammenfassung der Lernfelder zu Bündelungsfächern in den einzelnen Ausbildungs-
jahren
Köchin und Koch
1. Jahr 2. Jahr 3. Jahr
LF 1, LF 2,
LF 4 LF 6 LF 14 Betriebsprozesse und Organisation
LF 3 LF 7, LF 8,
LF 9, LF 10 LF 11 Herstellung von Speisen und Produkten
LF 5 – LF 12, LF 13 Gastorientiertes Handeln
Beschreibung der Bündelungsfächer
Die Beschreibung der Bündelungsfächer verdeutlicht den Zusammenhang der Arbeits- und Ge-
schäftsprozesse in gleichen oder affinen beruflichen Handlungsfeldern, die konstituierend für
die jeweiligen Lernfelder sind.
Betriebsprozesse und Organisation
Das Bündelungsfach Betriebsprozesse und Organisation gibt einen Überblick über die betrieb-
lichen Arbeits - und Geschäftsprozesse, die betrieblichen Organisationsstrukturen sowie die
Kommunikation innerhalb der einzelnen Bereiche eines gastronomischen Betriebes.
Im ersten Ausbildungsjahr verschaffen sich die Schülerinnen und Schüler eine Übersi cht über
die Organisationsstruktur und das Leistungsspektrum des Betriebes, beschreiben die eigene
Rolle im Betrieb und beurteilen die Zukunftsperspektive in Berufen der Gastronomie (LF1).
Des Weiteren informieren sie sich über die betrieblichen Begebenhei ten und die Ausstattung
des Betriebes, um das Restaurant adressatengerecht vor- und nachzubereiten sowie zu pflegen.
Sie ermitteln Gästebedarfe und beraten Gäste unter Nutzung betrieblicher Unterlagen (LF4).
Sie erwerben Kompetenzen zur Beschaffung, Lagerung und Bereitstellung von Gebrauchs- und
Verbrauchsgütern. In diesem Zusammenhang berücksichtigen sie geeignete Bestell - und Lie-
ferzeitpunkte sowie die erforderlichen Bestellmengen. Zudem erfassen die Schülerinnen und
Schüler den Zusammenhang zwischen Ware neigenschaften, Einhaltung von Hygienemaßnah-
men und Verderb von Waren (LF2).
Das zweite Ausbildungsjahr im Bündelungsfach stellt die Kommunikation zwischen den ver-
schiedenen Arbeitsbereichen des Betriebes und die Teamarbeit in den Vordergrund (LF6).
Im dritten Ausbildungsjahr erwerben die Schülerinnen und Schüler die Kompetenz zur Planung
einer Aktionswoche mit landestypischen Gerichten unter Berücksichtigung von Küchenorgani-
sation, Kalkulation und Personaleinsatz. Im Zusammenhang mit dem Einsatz des Person als
wird die Kommunikationsfähigkeit erweitert und wertschätzend angewendet (LF14).
Köchin und Koch
Fachkraft Küche
Entwurfsfassung Stand: 2022-05-16 Seite 43 von 50
Herstellung von Speisen und Produkten
In dem Bündelungsfach Herstellung von Speisen und Produkten steht der Erwerb der Fertig-
keiten zum Arbeiten in der Küche im Vordergrund.
Im ersten Ausbildungsjahr erlangen die Schülerinnen und Schüler die Grundlagenkenntnisse,
um diese am Arbeitsplatz Küche anwenden zu können. Dies sind unter anderem Arbeitssicher-
heits- und Hygienemaßnahmen, die Organisation des eigenen Arbeitsplatzes so wie die Zube-
reitung von einfachen Speisen. Sie führen erste Vorbereitungs - und Verarbeitungstechniken
durch und lernen einfache Zubereitungsmethoden kennen (LF3).
Die erworbenen Kompetenzen werden im zweiten Ausbildungsjahr durch die Herstellung von
Einzelkomponenten bis hin zu vollständigen Gerichten erweitert. Auch die Präsentation der
Ergebnisse steht zunehmend im Vordergrund (LF7, LF8, LF9, LF10).
Im dritten Ausbildungsjahr werden die erlernten Kenntnisse zur Zusammenstellung einer Des-
sertauswahl genutzt und die Einzelkomponenten werden hergestellt (LF 11).
Gastorientiertes Handeln
Im Bündelungsfach Gastorientiertes Handeln steht die Fähigkeit im Vordergrund, Gästewün-
sche und -bedarfe zu ermitteln und diese in Servicehandlungen umzusetzen.
Im ersten Aus bildungsjahr erwerben die Schülerinnen und Schüler die Kompetenz, Restau-
rantservice auszuführen und den Gast fachgerecht zu einfachen Speisen zu beraten. Im Beson-
deren stehen die differenten Bedürfnisse unterschiedlicher Gästetypen und –gruppen sowie na-
tionaler und internationaler Gäste im Fokus. Zudem setzen die Schülerinnen und Schüler ver-
kaufsfördernde Maßnahmen um (LF5).
Im zweiten Ausbildungsjahr wird das Lernfeld Gastorientiertes Handeln nicht unterrichtet.
Die erworbenen Kompetenzen der Bündelungsfächer des ersten und zweiten Ausbildungsjahres
werden im dritten Ausbildungsjahr auf das Erstellen von adressatengerechten Speiseangeboten
und Büffets, die Planung einer Veranstaltung sowie die fachkompetente Beratung der Gäste
angewendet (LF12, LF13).
Zusammenfassung der Lernfelder zu Bündelungsfächern in den einzelnen Ausbildungs-
jahren
Fachkraft Küche
1. Jahr 2. Jahr
LF 1, LF 2, LF 4 LF 6 Betriebsprozesse und
Organisation
LF 3 LF 7, LF 8, LF 9,
LF 10
Herstellung von Speisen
und Produkten
LF 5 – Gastorientiertes Handeln
Betriebsprozesse und Organisation
Das Bündelungsfach Betriebsprozesse und Organisation gibt einen Überblick über die betrieb-
lichen Arbeits - und Geschäftsprozesse, die betrieblichen Organisationsstrukturen sowie die
Kommunikation innerhalb der einzelnen Bereiche eines gastronomischen Betriebes.
Im ersten Ausbildungsjahr verschaffen sich die Schülerinnen und Schüler eine Übersicht über
die Organisationsstruktur und das Leistungsspektrum des Betriebes, beschreiben die eigene
Rolle im Betrieb und beurteilen die Zukunftsperspektive in Berufen der Gastronomie (LF1).
Köchin und Koch
Fachkraft Küche
Entwurfsfassung Stand: 2022-05-16 Seite 44 von 50
Des Weiteren informieren sie sich über die betrieblichen Begebenheiten und die Ausstattung
des Betriebes, um das Restaurant adressatengerecht vor- und nachzubereiten sowie zu pflegen.
Sie ermitteln Gästebedarfe und beraten Gäste unter Nutzung betrieblicher Unterlagen (LF4).
Sie erwerben Kompetenzen zur Beschaffung, Lagerung und Bereitstellung von Gebrauchs- und
Verbrauchsgütern. In diesem Zusammenhang berücksichtigen sie geeignete Best ell- und Lie-
ferzeitpunkte sowie die erforderlichen Bestellmengen. Zudem erfassen die Schülerinnen und
Schüler den Zusammenhang zwischen Wareneigenschaften, Einhaltung von Hygienemaßnah-
men und Verderb von Waren (LF2).
Das zweite Ausbildungsjahr im Bündelung sfach stellt die Kommunikation zwischen den ver-
schiedenen Arbeitsbereichen des Betriebes und die Teamarbeit in den Vordergrund (LF6).
Herstellung von Speisen und Produkten
In dem Bündelungsfach Herstellung von Speisen und Produkten steht der Erwerb der Fer tig-
keiten zum Arbeiten in der Küche im Vordergrund.
Im ersten Ausbildungsjahr erlangen die Schülerinnen und Schüler die Grundlagenkenntnisse,
um diese am Arbeitsplatz Küche anwenden zu können. Dies sind unter anderem Arbeitssicher-
heits- und Hygienemaßnahmen, die Organisation des eigenen Arbeitsplatzes sowie die Zube-
reitung von einfachen Speisen. Sie führen erste Vorbereitungs - und Verarbeitungstechniken
durch und lernen einfache Zubereitungsmethoden kennen (LF3).
Die erworbenen Kompetenzen werden im zweiten Ausbildungsjahr durch die Herstellung von
Einzelkomponenten bis hin zu vollständigen Gerichten erweitert. Auch die Präsentation der
Ergebnisse steht zunehmend im Vordergrund (LF7, LF8, LF9, LF10).
Gastorientiertes Handeln
Im Bündelungsfach Gastorientiertes Handeln steht die Fähigkeit im Vordergrund, Gästewün-
sche und -bedarfe zu ermitteln und diese in Servicehandlungen umzusetzen.
Im ersten Ausbildungsjahr erwerben die Schülerinnen und Schüler die Kompetenz, Restau-
rantservice auszuführen und den Gast fachgerecht zu einfachen Speisen zu beraten. Im Beson-
deren stehen die differenten Bedürfnisse unterschiedlicher Gästetypen und –gruppen sowie na-
tionaler und internationaler Gäste im Fokus. Zudem setzen die Schülerinnen und Schüler ver-
kaufsfördernde Maßnahmen um (LF5).
Im zweiten Ausbildungsjahr wird das Lernfeld Gastorientiertes Handeln nicht unterrichtet.
3.1.4 Darstellung von Anknüpfungsmöglichkeiten im Bildungsgang
Die folgende Gesamtmatrix gibt einen Überblick über die Anknüpfungsmöglichkeiten der
Lernfelder des Ausbildungsberufes und der Anforderungssituationen der weiteren Fächer 1 zu
den relevanten Handlungsfeldern des Fachbereichs Ernährungs- und Versorgungsmanagement
und den daraus abgeleiteten Arbeits- und Geschäftsprozessen.
Die Ziffern in der Gesamtmatrix entsprechen denen der Lernfelder bzw. der Anforderungssitu-
ationen in den Bildungsplänen.
Über die für den Bildungsgang relevanten Arbeits- und Geschäftsprozesse sind Anknüpfungen
zwischen Lernfeldern und Fächern möglich.
Grundlagen für den Unterricht in d en weiteren Fächern sind die gültigen Bildungspläne und
Unterrichtsvorgaben für den entsprechenden Fachbereich der Fachklassen des dualen Systems
der Berufsausbildung sowie die Verpflichtung zur Zusammenarbeit der Lernbereiche (s. APO-
1 Fremdsprachliche Kommunikation, Wirtschafts - und Betriebslehre (in nicht -kaufmännischen Berufen),
Deutsch/Kommunikation, Religionslehre, Sport/Gesundheitsförderung und Politik/Gesellschaftslehre.
Köchin und Koch
Fachkraft Küche
Entwurfsfassung Stand: 2022-05-16 Seite 45 von 50
BK, Erster Teil, Erst er Abschnitt, § 6). Der Unterricht unterstützt die berufliche Bildung und
fördert zugleich eine fachspezifische Kompetenzerweiterung. Mathematik und Datenverarbei-
tung sind in die Lernfelder integriert.
Die Handreichung „Didaktische Jahresplanung. Pragmatische Handreichung für die Fachklas-
sen des dualen Systems“ 1 bietet umfassende Hinweise und Anregungen zur planvollen Kom-
petenzentwicklung, Didaktischen Jahresplanung und Erstellung von Lernsituationen.
Die Gesamtmatrix kann dabei als Arbeitsgrundlage für die Bildungsgangkonferenz genutzt
werden, um eine Didaktische Jahresplanung zu erstellen.
1 s. www.berufsbildung.nrw.de
Köchin und Koch
Fachkraft Küche
Entwurfsfassung Stand: 2022-05-16 Seite 46 von 50
Gesamtmatrix: Anknüpfungsmöglichkeiten der Lernfelder und der Fächer zu relevanten Arbeits- und Geschäftsprozessen
Bildungsgang: Köchin und Koch sowie Fachkraft Küche und Mittlerer Schulabschluss (Fachoberschulreife) – Ernährungs- und Versorgungsmanagement
bildungsgangbezogener
Bildungsplan fachbereichsbezogene Bildungspläne
Lernfelder des
Ausbildungsberufs
Fremdsprachliche
Kommunikation/
Englisch
Wirtschafts- und
Betriebslehre
Deutsch/
Kommunikation Kath. Religionslehre Ev. Religionslehre Sport/Gesundheits-
förderung
Politik/
Gesellschaftslehre
Handlungsfeld 1: Betriebliches Management
Unternehmensgründung LF 1 1, 2, 3, 4, 5 1, 6 1, 2, 3, 4, 6 1, 2, 3 3, 4, 6 1, 4, 5, 6
Unternehmensführung LF1, LF2, LF14 1, 2, 3, 4, 5 1, 4, 5, 7 1, 2, 3, 4, 7 1, 2, 3, 4, 5, 6 1, 2, 5, 6 4, 6 1, 2, 3, 6
Aufbau- und Ablauforganisation LF1, LF12, LF14 1, 2, 3, 4, 5 4 1, 2, 3 5 1, 2
Anwendung rechtlicher Bestimmungen LF1, LF2, LF3, LF11,
LF12, LF14
1, 2, 3, 4, 5 1, 2, 4, 5 2, 4, 7 5 1, 2, 4, 5
Sicherstellung der Prozessqualität LF4, LF13, LF14 1, 2, 3, 4, 5 2 1, 2 3, 6 5 1, 4, 6
Controlling 2 5 1, 4
Handlungsfeld 2: Produktion
Herstellung und Verarbeitung von Lebensmitteln LF3, LF6, LF7, LF8,
LF9, LF10, LF11, LF12
2, 3, 4, 5 2, 3, 6 3, 4, 6 1, 2, 5, 6 1, 2, 3, 4 4, 5, 6
Verpflegungsangebote LF3, LF6; LF7, LF8,
LF9, LF10, LF11, LF12,
LF13
2, 3, 4, 5 1, 3, 4, 6, 7 3, 4, 5, 6 1, 2, 4, 5, 6 2, 4 4, 5
Dienstleistungsangebote LF4, LF5, LF14 2, 3, 4, 5 1, 3, 4, 5, 6, 7 1, 2, 3, 4, 5 1, 2, 4, 5, 6 2, 4 4, 5
Sicherstellung der Produkt- und Dienstleistungsqualität LF1, LF2, LF3, LF4,
LF5, LF6, LF7, LF8,
LF9, LF10, LF11, LF13
2, 3, 4, 5 2 1, 2, 4 1, 2, 3, 4, 5 2 2, 4 3, 4, 5, 6
Handlungsfeld 3: Warenwirtschaft
Beschaffung LF2, LF3, LF6, LF7 2, 3, 4 2, 7 3, 6 3, 4, 6 5, 6 4, 5, 6 4, 5, 6
Lagerung LF2 2, 3, 4 2 6 3, 4, 6 6 1, 2, 4 4, 5
Sicherung der Warenqualität LF1, LF2, 2, 3, 4 2 2 3, 4, 5, 6 5 4, 5 3, 4, 5, 6
Handlungsfeld 4: Personenorientierung
Bedarfsanalyse LF4, LF5, LF6, LF14 2, 3, 4, 5, 6 3 1, 2, 4 1, 6 1, 3, 6 4, 5, 6
Nachfrage- und bedarfsgerechtes Angebot LF4, LF5, LF11, LF12,
LF14
2, 3, 4, 5, 6 3 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7 1, 5 1, 5 3, 6 4, 5, 6
Kommunikation LF1, LF5, LF6, LF12,
LF13, LF14
2, 3, 4, 5, 6 3 1, 2, 3, 4, 6, 7 1, 2, 5, 6 1, 2, 6 6 5
Beschwerdemanagement LF14 2, 3, 4, 5, 6 2 1, 2, 3, 4, 6, 7 1, 2, 5, 6 2, 4, 6 5
Handlungsfeld 5: Vermarktung
Analyse von Kundenbedürfnissen LF4, LF5, LF11, LF12 1, 2, 3, 4, 5 1, 3, 7 1, 2, 4, 5, 6, 7 1, 5, 6 1, 4 3, 6 4, 5, 6
Entwicklung und Evaluation von Marketingkonzepten
(und Vermarktungsstrategien)
LF5 1, 2, 3, 4, 5 3 1, 2, 3, 4, 6 1, 6 3, 6 4, 5, 6
Nutzung absatzpolitischer Instrumente LF5, LF14 1, 2, 3, 4, 5 3, 7 3, 4, 5, 6, 7 1, 5 3, 6 4, 5, 6
Verbraucherschutz LF5, LF11, LF12 1, 2, 3, 4, 5 3, 6 2, 7 1, 2, 3 1, 5, 6 4 3, 4, 5, 6
Köchin und Koch
Fachkraft Küche
Entwurfsfassung Stand: 2022-05-16 Seite 47 von 50
Gesamtmatrix: Anknüpfungsmöglichkeiten der Lernfelder und der Fächer zu relevanten Arbeits- und Geschäftsprozessen
Bildungsgang: Köchin und Koch und Fachhochschulreife – Ernährungs- und Versorgungsmanagement
bildungsgangbezogener
Bildungsplan fachbereichsbezogene Bildungspläne
Lernfelder des
Ausbildungsberufs
Deutsch/
Kommuni-
kation
Englisch Mathematik Biologie Chemie
Wirtschafts-
und
Betriebslehre
Katholische
Religionslehre
Evangelische
Religionslehre
Sport/
Gesundheits-
förderung
Politik/
Gesellschafts-
lehre
Handlungsfeld 1: Betriebliches Management
Unternehmensgründung LF 1 1, 2, 3, 4, 6 1, 2, 3, 4, 5 1, 2, 5 1 1, 6 1, 2, 3 3, 4, 6 1, 4, 5, 6
Unternehmensführung LF1, LF2, LF14 1, 2, 3, 4, 7 1, 2, 3, 4, 5 1, 3, 4, 5, 6 1, 2 1, 4, 5, 7 1, 2, 3, 4, 5, 6 1, 2, 5, 6 4, 6 1, 2, 3, 6
Aufbau- und Ablauforganisation LF1, LF12, LF14 1, 2, 3 1, 2, 3, 4, 5 3 1, 2, 3 4 5 1, 2
Anwendung rechtlicher Bestimmungen LF1, LF2, LF3, LF11,
LF12, LF14
2, 4, 7 1, 2, 3, 4, 5 2 1 1, 2, 4, 5 5 1, 2, 4, 5
Sicherstellung der Prozessqualität LF4, LF13, LF14 1, 2 1, 2, 3, 4, 5 2, 5 2 1, 2, 3, 4 2 3, 6 5 1, 4, 6
Controlling 3, 4, 5, 6 1, 2 2 5 1, 4
Handlungsfeld 2: Produktion
Herstellung und Verarbeitung von Lebensmitteln LF3, LF6, LF7, LF8, LF9,
LF10, LF11, LF12
2, 3, 6 2, 3, 4, 5 2, 3 2 2, 3 3, 4, 6 1, 2, 5, 6 1, 2, 3, 4 4, 5, 6
Verpflegungsangebote LF3, LF6; LF7, LF8, LF9,
LF10, LF11, LF12, LF13
1, 3, 4, 6, 7 2, 3, 4, 5 3, 4, 5 1, 2 2, 3 3, 4, 5, 6 1, 2, 4, 5, 6 2, 4 4, 5
Dienstleistungsangebote LF4, LF5, LF14 1, 3, 4, 5, 6, 7 2, 3, 4, 5 1 1, 2 2, 3, 4 1, 2, 3, 4, 5 1, 2, 4, 5, 6 2, 4 4, 5
Sicherstellung der Produkt- und Dienstleistungsqualität LF1, LF2, LF3, LF4, LF5,
LF6, LF7, LF8, LF9,
LF10, LF11, LF13
1, 2, 4 2, 3, 4, 5 1, 5 2 2, 3, 4 2 1, 2, 3, 4, 5 2 2, 4 3, 4, 5, 6
Handlungsfeld 3: Warenwirtschaft
Beschaffung LF2, LF3, LF6, LF7 3, 6 2, 3, 4 1, 2, 3 4 2, 3, 4 2, 7 3, 4, 6 5, 6 4, 5, 6 4, 5, 6
Lagerung LF2 6 2, 3, 4 1, 2, 3 2, 3 2, 3 2 3, 4, 6 6 1, 2, 4 4, 5
Sicherung der Warenqualität LF1, LF2, 2 2, 3, 4 1, 2, 5 2 3, 4 2 3, 4, 5, 6 5 4, 5 3, 4, 5, 6
Handlungsfeld 4: Personenorientierung
Bedarfsanalyse LF4, LF5, LF6, LF14 1, 2, 4 2, 3, 4, 5, 6 1, 4, 5 1, 2 3 1, 6 1, 3, 6 4, 5, 6
Nachfrage- und bedarfsgerechtes Angebot LF4, LF5, LF11, LF12,
LF14
1, 2, 3, 4, 5, 6,
7
2, 3, 4, 5, 6 1, 4, 5 1, 2 3 1, 5 1, 5 3, 6 4, 5, 6
Kommunikation LF1, LF5, LF6, LF12,
LF13, LF14
1, 2, 3, 4, 6, 7 2, 3, 4, 5, 6 3 1, 2, 5, 6 1, 2, 6 6 5
Beschwerdemanagement LF14 1, 2, 3, 4, 6, 7 2, 3, 4, 5, 6 1, 5 2 1, 2, 5, 6 2, 4, 6 5
Handlungsfeld 5: Vermarktung
Analyse von Kundenbedürfnissen LF4, LF5, LF11, LF12 1, 2, 4, 5, 6, 7 1, 2, 3, 4, 5 1, 5 3, 4 1, 3, 7 1, 5, 6 1, 4 3, 6 4, 5, 6
Entwicklung und Evaluation von Marketingkonzepten (und
Vermarktungsstrategien)
LF5 1, 2, 3, 4, 6 1, 2, 3, 4, 5 6 3 1, 6 3, 6 4, 5, 6
Nutzung absatzpolitischer Instrumente LF5, LF14 3, 4, 5, 6, 7 1, 2, 3, 4, 5 1, 5, 6 3, 7 1, 5 3, 6 4, 5, 6
Verbraucherschutz LF5, LF11, LF12 2, 7 1, 2, 3, 4, 5 1, 5 1, 2 2, 3, 4 3, 6 1, 2, 3 1, 5, 6 4 3, 4, 5, 6
Köchin und Koch
Fachkraft Küche
Entwurfsfassung Stand: 2022-05-16 Seite 48 von 50
3.2 Lernerfolgsüberprüfung
Die Leistungsbewertung in den Bildungsgängen richtet sich nach § 48 des Schulgesetzes NRW
(SchulG) und wird durch § 8 der Ausbildungs- und Prüfungsordnung Berufskolleg (APO-BK)
und dessen Verwaltungsvorschriften konkretisiert.
Grundsätzliche Funktionen der Lernerfolgsüberprüfung
In der Lernerfolgsüberprüfung werden
die im Zusammenhang mit dem Unterricht erworbenen Kompetenzen erfasst,
differenzierte Rückmeldungen zum individuellen Stand der erworbenen Kompetenzen für
die Lehrenden und die Lernenden ermöglicht.
Schülerinnen und Schüler erhalten durch Lernerfolgsüberprüfungen ein Feedback, das eine
Hilfe zur Selbsteinschätzung sowie eine Ermutigung für das weitere Lernen darstellen soll. Die
Rückmeldungen ermöglichen den Lernenden Erkenntnisse über ihren Lernstand und damit über
Ansatzpunkte für ihre weitere individuelle Kompetenzentwicklung.
Für Lehrerinnen und Lehrer bieten Lernerfolgsüberprüfungen die Basis für eine Diagnose des
erreichten Lernstandes der Lerngruppe und für individuelle Rück meldungen zum weiteren
Kompetenzaufbau. Lernerfolgsüberprüfungen dienen darüber hinaus der Evaluation des Kom-
petenzerwerbs und sind damit für Lehrerinnen und Lehrer ein Anlass, den Lernprozess und die
Zielsetzungen sowie Methoden ihres Unterrichts zu evaluieren und ggf. zu modifizieren.
Lernerfolgsüberprüfungen bilden die Grundlage der Leistungsbewertung.
Anforderungen an die Gestaltung von Lernerfolgsüberprüfungen
Kompetenzorientierung zielt darauf ab, die Lernenden zu befähigen, Problemsituationen aus
Arbeits- und Geschäftsprozessen mit Hilfe von erworbenen Kompetenzen zu erkennen, zu be-
urteilen, zu lösen und ggf. alternative Lösungswege zu beschreiten und zu bewerten.
Kompetenzen werden durch die individuellen Handlungen der Lernenden in Lernerfolgsüber-
prüfungen beobachtbar, beschreibbar und können weiterentwickelt werden. Dabei können die
erforderlichen Handlungen in unterschiedlichen Typen auftreten, z. B. Analyse, Strukturierung,
Gestaltung, Bewertung, und sollen entsprechend dem Anforderungsniveau des Bildungsganges
und des Bildungsverlaufes zunehmend auch Handlungsspielräume für die Lernenden eröffnen.
Die bei Lernerfolgsüberprüfungen eingesetzten Aufgaben sind entsprechend der jeweiligen
Lernsituation in einen situativen Kontext eingefügt, der nach dem Grad der Bekanntheit, Voll-
ständigkeit, Determiniertheit, Lösungsbestimmtheit oder der Art der sozialen Konstellation va-
riiert werden kann.
Mit dem Subjektbezug wird die individuelle Sicht auf Kompetenz in den Mittelpunkt gerückt.
Wesentlich sind die Annahme der Rolle und die selbstständige subjektive Auseinandersetzung
der Lernenden mit den Herausforderungen der Arbeits- und Geschäftsprozesse.
Konkretisierungen für die Lernerfolgsüberprüfung werden in der Bildungsgangkonferenz fest-
gelegt.
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Entwurfsfassung Stand: 2022-05-16 Seite 49 von 50
3.3 Anlage
3.3.1 Entwicklung und Ausgestaltung einer Lernsituation
Bei der Entwicklung von Lernsituationen sind wesentliche Qualitätsmerkmale zu berücksichti-
gen.
„Eine Lernsituation
bezieht sich anhand eines realitätsnahen Szenarios auf eine beruflich, gesellschaftlich oder
privat bedeutsame exemplarische Problemstellung oder Situation,
ermöglicht individuelle Kompetenzentwicklung im Rahmen einer vollständigen Handlung,
hat ein konkretes, dokumentierbares Handlungsprodukt bzw. Lernergebnis,
schließt angemessene Erarbeitungs-, Anwendungs-, Übungs- und Vertiefungsphasen sowie
Erfolgskontrollen ein“.1
Mindestanforderungen an die Dokumentation einer Lernsituation
„Titel (Formulierung problem-, situations- oder kompetenzbezogen),
Zuordnung zum Lernfeld bzw. Fach,
Angabe des zeitlichen Umfangs,
Beschreibung des Einstiegsszenarios,
Beschreibung des konkreten Handlungsproduktes/Lernergebnisses,
Angabe der wesentlichen Kompetenzen,
Konkretisierung der Inhalte,
einzuführende oder zu vertiefende Lern- und Arbeitstechniken,
erforderliche Unterrichtsmaterialien oder Angabe der Fundstelle,
organisatorische Hinweise“.1
Zur Unterstützung der Bildungsgangarbeit wurde im Rahmen der Bildungsplanarbeit ein Bei-
spiel für die Ausgestaltung einer Lernsituation für diesen Ausbildungsberuf entwickelt. 2 Die
dargestellte Lernsituation bewegt sich in ihrer Planung auf einem mittleren Abstraktionsniveau.
Sie ist als Anregung für die konkrete Arbeit der Bildungsgangkonferenz zu sehen, die bei ihrer
Planung die jeweilige Lerngrupp e, die konkreten schulischen Rahmenbedingungen und den
Gesamtrahmen der Didaktischen Jahresplanung berücksichtigt.
1 s. Handreichung „Didaktische Jahresplanung. Pragmatische Handreichung für die Fachklassen des dualen Sys-
tems“
2 s. www.berufsbildung.nrw.de
Köchin und Koch
Fachkraft Küche
Entwurfsfassung Stand: 2022-05-16 Seite 50 von 50
3.3.2 Vorlage für die Dokumentation einer Lernsituation1
Nr. Ausbildungsjahr
Bündelungsfach: Titel
Lernfeld Nr.: Titel (… UStd.)
Lernsituation Nr.: Titel (… UStd.)
Einstiegsszenario Handlungsprodukt/Lernergebnis
ggf. Hinweise zur Lernerfolgsüberprüfung und Leistungsbewertung
Wesentliche Kompetenzen
Kompetenz 1 (Fächerkürzel)
Kompetenz 2 (Fächerkürzel)
Kompetenz n (Fächerkürzel)
Konkretisierung der Inhalte
…
…
Lern- und Arbeitstechniken
Unterrichtsmaterialien/Fundstelle
Organisatorische Hinweise
z. B. Verantwortlichkeiten, Fachraumbedarf, Einbindung von Experten/Exkursionen, Lernortkooperation
Medienkompetenz, Anwendungs-Know-how, Informatische Grundkenntnisse (Bitte markieren Sie alle Aussagen zu diesen drei Kompetenzbereichen in den ent-
sprechenden Farben.)
1 Zu einer exemplarischen Lernsituation für diesen Ausbildungsberuf: s. www.berufsbildung.nrw.de
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: ungeändert empfohlen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 2425/2022
- Typ
- Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss
- Datum
- 11.08.2022
- Erstellt
- 03.08.2022 12:07